DER THEOLOGE aktuell - 2005-1
|
Klarstellung:
|
12.5. -
"Sparen
Sie sich die Kirche": Überfüllte Veranstaltung in Erfurt
10.5. -
Holocaust-Mahnmal
in Berlin eingeweiht: Über die Schuld der Kirche an diesem Völkermord
wurde geschwiegen
10.5. -
Papst-Golf und Papst-Ford: Entgleitet dem Vatikan der Handel mit
modernen Reliquien?
25.4. -
"Unsere"
Benedikts: Amtsträger mit dem Namen Benedikt
23.4.
-
Hintergründige
Gemeinsamkeiten zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus
20.4. -
Wie führt
Benedikt XVI. das Werk Benedikt XV. fort?
18.4. -
Die ruhmvoll
hervorragenden unsterblichen Päpste
10.4. -
Beerdigung des
Papstes: Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der
Diktatur des
Heiligen Stuhles - der römisch-katholische Glaube rechtfertigt den
Begriff "Diktatur"
6.4. -
Konservierung des Fleisches für die Auferstehung?
5.4. -
Ehrentitel für den Papst: "666-Prophezeiung
in der Bibel"
4.4. -
Ermordung des
Bankiers Roberto Calvi (Banco Ambrosiano):
Welche Schuld trägt der Papst?
Mit welchen Mitteln die Vatikanbank den gesellschaftlichen Umsturz in Polen ermöglichte
4.4. -
Die Unterstützung
des Vatikan für die Militärjunta in Argentinien (1976-1983)
4.4. -
Rückblick auf
sein Leben: Hatte Papst Johannes Paul II. als Bischof eine Geliebte?
3.4. -
Von
Präsident George W. Bush bis Islamischer Dschihad: Alle huldigen dem
Papst
2.4. -
Jenseits: Papst
muss sich umstellen
2.4. -
Was der
Papst nicht sehen durfte: Erinnerungen an das Kirchenoberhaupt in Mainz
im Jahr 1980
2.4. -
Gebet für den
Papst oder Anbetung des Papstes?
1.4. -
Nachruf:
Sterbender Papst - Irreführung bis zum letzten Atemzug
27.3. -
Osterfeiern:
Katholisches Schauspiel mit todkrankem Papst
24.3. -
Kirchliche Diskriminierung der Zeugen
Jehovas: Das Oberverwaltungsgericht Berlin macht nicht mit /
Ekklesiogene Neurosen in den Kirchen
4.3. -
Antisemitismus und Judenverfolgung - Honorarprofessor Rusam
kritisiert: "Es fehlt die Bereitschaft,
sich zur Schuld der Kirche zu
bekennen."
9.2. -
Philipp
Melanchthon war kein Vorläufer für Gewissensfreiheit - im Gegenteil
28.1. -
60 Jahre Befreiung
des Konzentrationslagers Auschwitz
28.1. -
Neutrale
Richter gesucht! Also nicht katholisch und nicht evangelisch
27.1. -
Die Evangelische
Kirche in Deutschland (EKD) nach dem Krieg und die NPD heute
22.1. -
Kirchliches "Obdach" für Rudolph Mooshammer
7.1. -
Stoppt ein
gefordertes Tiermassaker in Deutschland
7.1. -
Flutkatastrophe in Südostasien: Wie kann Gott das zulassen?
12.5.2005 - "Regierung und Volk - Spart Euch die Kirche!" -
Überfüllte Veranstaltung der Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer
der Kirche" am 25.4.2005 in Erfurt. Obwohl sich manche Zeitungen
geweigert hatten, Anzeigen zu drucken, die auf die Veranstaltung hinweisen
sollten, mussten
immer wieder Stühle geholt werden, bis schließlich ca. 250 Besucher in einem
Saal des Radisson-Hotels Platz fanden. Auch das Hotel machte Schwierigkeiten
und teilte dem Veranstalter vorab mit, dass es eine Spende an eine kirchliche Einrichtung
überweisen würde, die doppelt so hoch sein soll wie der Betrag, der durch
die kirchenkritische Veranstaltung eingenommen werde - sozusagen eine freiwillige
moderne Ablasszahlung. Was die Besucher
an dem Abend dann zu hören bekamen, waren überwiegend Fakten über die staatliche
Finanzierung der Großkirchen auch in den ostdeutschen Bundesländern sowie
aufschlussreiche Hintergründe über den Einfluss der Kirche im Raum Erfurt im
Lauf der Geschichte. Auf dem Podium saß neben
Professor Dr. Hubertus Mynarek, dem Ex-Dekan der katholisch-theologischen
Fakultät der Universität Wien auch Dieter Potzel, ehemaliger evangelischer
Pfarrer und Herausgeber von "Der Theologe".
Sein
Redebeitrag in Erfurt ist
hier einsehbar. Die
Eingangsreferate aller Podiumsteilnehmer sind einsehbar
unter
http://www.kirchenopfer.de/downloads/erfurtbroschuere5.pdf
10.5.2005 - Holocaust-Mahnmal in Berlin eingeweiht. Über die
Schuld der Kirchen an diesem Völkermord wurde geschwiegen. Zur
Verantwortung der katholischen Kirche
siehe unten. Zur Verantwortung
der evangelischen Kirche siehe Der Theologe Nr. 4 -
Die evangelische Kirche und der Holocaust.
10.5.2005 - Papst-Golf und Papst-Ford - Entgleitet der katholischen
Kirche der Handel mit modernen Reliquien? - Bekanntlich wurde der
ehemalige VW-Golf von Benedikt XVI. von dem kanadischen
Internet-Unternehmen GoldenPalace.com für fast 190.000 € ersteigert. Und der
ehemalige Ford Escort GL, Baujahr 1975, von Johannes Paul II. brachte bei
einer Auktion im Oktober in Las Vegas sogar 680.000 Dollar ein. Ein Anwalt
aus Texas stellt den PKW jetzt in seinem privaten Automuseum aus. Ob der im Escort
befindliche Rosenkranz mit versteigert wurde, ist nicht bekannt.
Die neuen Eigentümer des ehemaligen Benedikt-Golfs ließen durch ihren
Pressesprecher mittlerweile erklären: "Wir wollen ... Menschen, die in dem Auto
sitzen oder damit eine Runde drehen wollen, die Möglichkeit einer
spirituellen Erfahrung bieten" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,
8.5.2005). Das Unternehmen könne jedoch nicht garantieren, dass die Fahrt im
Golf "zu einem geistlich erhebenden Erlebnis wird.
Benedikt XVI. solle "verstimmt" auf den Wirbel um seinen
ehemaligen VW-Golf reagiert haben. Das ist verständlich, denn der PKW ist -
wenn man so will - die erste öffentlich bedeutsame Reliquie, welche in
Verbindung mit seiner Person steht. Und deren Vermarktung hatte in der
Vergangenheit immer die Kirche selbst in der Hand, während sie an dem Golf
und dem Escort keine Rechte mehr hat. Kirchliche Kritik an GoldenPalace.com
wäre auch völlig unangebracht, denn das kanadische Unternehmen hat nur von
dem Vorbild der Kirche gelernt. So lockte der Vatikan z. B. um die
Jahrtausendwende 1999/2000 Hunderttausende von Pilgern nach Rom, um sie dort
durch die "Heilige Pforte" zu schleusen. Und auch beim Weltjugendtag
bzw. Weltjugendtreffen in Köln gingen Hunderttausende an den vermeintlichen Leichen-Resten der "Heiligen
Drei Könige" vorbei, und an manchen Wallfahrtsorten werden Gegenstände ehemaliger hoher Amtsträger angeboten, die man
sogar kurz berühren
darf. Diese Handlungen haben nach kirchlicher Lehre eine positive Wirkung
auf das eigene Seelenheil. So hieß es 1999, nachdem der Papst ein bestimmtes
Tor in den Vatikanmauern geöffnet hatte, wer durch dieses Tor ginge, der
würde einen Ablass seiner Sündenstrafen erhalten (das heißt, das im
Jenseits noch zu erwartende Leid für noch nicht vollkommene Katholiken würde
dadurch angeblich getilgt). Kritische Rückfragen (z.
B. "Ist man nach dem Gang durch die Pforte ein anderer Mensch?") blieben wie
immer unbeantwortet. Manche Pilger berichteten immerhin von einer
"spirituellen Erfahrung". Und so könnte man fragen: Warum sollte derjenige,
der mit dem ehemaligen VW-Golf von Benedikt XVI. eine Runde dreht (oder auf
dem Beifahrersitz Platz nimmt, auf dem Kardinal Ratzinger immer gesessen war),
nicht dieselbe oder eine ähnliche "spirituelle Erfahrung" machen
(oder nicht machen können) können wie
derjenige, der in Rom durch eine bestimmte Türe geht?
25.4. / 15.8.2005 - "Unsere" Benedikts - Joseph Ratzinger
stellt sich als Benedikt XVI. bewusst in die Reihe der anderen Benedikts,
die wie er diesen Namen trugen bzw. wählten. Mögliche
Verbindungen zu Benedikt XV. sind unten bereits genannt.
Hier einige Informationen zu Benedikt III., VI., VIII., IX., XII., XIII. und XIV.:
Benedikt XIV. (1740-1758) war ein ausgesprochener "Hüter der
Glaubenswahrheiten" = Inquisitor. Im Jahr 1744 bestätigte er mit der Bulle
"Ab Augustissimo" die Verordnungen seiner Vorgänger, worin die Todesstrafe
für Hostienmissbrauch zu magischen Zwecken schon bei einem Erst-Täter
vorgeschrieben wurde. Die Möglichkeit des Angeklagten, sich zu verteidigen,
wurden eingeschränkt.
Benedikt XIII. (1724-1730) war weniger ein Inquisitor. Dafür waren seine
engsten Mitarbeiter vielfach korrupt. So setzte der Papst
z. B. seinen Vertrauten Niccolo Coscia als Kardinal und Papst-Koadjutor ein.
Damit war dieser als Stellvertreter des "Stellvertreters Christi" wohl der
heimliche Herrscher der Kirche. Während Benedikt XIII. im Verhältnis eher
bescheiden gelebt haben soll, regierte sein Koadjutor den Vatikan mit Bestechungen,
Ämterhandel, Korruption bzw. Umleitung von kirchlichen Einnahmen in die eigene Tasche. Der Bevölkerung wurde auf diese Weise deutlicher als sonst
vor Augen geführt, wie sich Kirchenfürsten auf Kosten
des Volkes einem Luxusleben hingeben. Erst nach dem Tod Benedikts XIII., der
das verbrecherische Treiben seines Günstlings und von den Günstlingen seines
Günstlings schützte und verteidigte,
konnte der Papst-Koadjutor verhaftet werden.
Benedikt XII. (1334-1342) war wiederum ein brutaler Inquisitor. Vor
seiner Wahl zum Papst war sein Hauptanliegen als Bischof Jacques Fournier von Parmiers/Südfrankreich die Verfolgung und Ausrottung der letzten noch nicht
hingerichteten urchristlichen Katharer. Er führte selbst die Verhöre (nach
Benedikt XVI. waren diese "Untersuchungen" ein Fortschritt gegenüber dem
sofortigen Ermorden; siehe
hier) und ließ die Scheiterhaufen anzünden.
Benedikt Caetani nannte sich als Papst Bonifatius VIII.
(1294-1303) und verfasste die bedeutendste Lehramtsschrift der
römisch-katholischen Kirche im Mittelalter, die Bulle Unam Sanctam (1302).
Darin heißt es: "Wer immer sich also dieser von Gott so angeordneten Gewalt
[der Kirche] widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes". Und: "Dem
römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum
Heile notwendig: Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir."
(zit. nach Neuner/Roos, a.a.O.,
siehe 10.4. / 17.4., Nr. 430)
Dieser Lehrsatz ist seit 1870 eine nach katholischem Glauben unfehlbare Lehrentscheidung von
Benedikt Caetani, der sich als Papst
Bonifatius VIII. nannte. In der Wikipedia-Biografie
heißt es über ihn: "Doch war der stattliche, etwas schwergewichtige, aber
wohlgestaltete Papst mit den sonderbar sensiblen Händen bei all seinen
unangenehmen, oft scharf verletzenden Eigenheiten, seinem pathologischen
Ehrgeiz, überzogenen Stolz, seiner unersättlichen Habgier, Fressgier (er
konnte seinen Oberkoch gewaltig abkanzeln, weil er ihm an einem Fasttag nur
sechs Fleischgerichte vorsetzen ließ), von seinen Bluttaten, seiner
Grausamkeit zu schweigen, auch mutig, gebildet, ein versierter
Jurist". In
manchen seiner inoffiziellen Aussagen lässt Bonifatius VIII. nämlich
durchblicken, dass er an vieles selbst nicht glaubt, was die
römisch-katholische Kirche lehrt, z. B. die Jungfrauengeburt. Auch ist von
ihm der Satz überliefert, "die Toten würden so wenig auferstehn wie sein
vorgestern krepiertes Pferd" (http://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_VIII.).
Der Benedikt, der sich Bonifatius nannte, rief auch das Jahr 1300 zum ersten
Heiligen Jahr aus, um durch das Geld der Pilger die Kreuzzüge zu
finanzieren. Das Vermögen zahlreicher Andersgläubiger ließ er sowieso konfiszieren.
Benedikt IX. (1032-1048), Theophylakt Graf von Tusculum, hat nach dem
Historiker Ferdinand Gregorovius zusammen mit seiner Familie "in Rom gemordet und geplündert"
(zit. nach Uli Weyland,
Strafsache Vatikan, S. 95). Einer nicht exakt zuzuordnenden Quelle zufolge
sollen Benedikt IX. und seine Anhänger z. B. "Pilger auf dem Weg nach Rom
ausgeraubt haben und das Geld, das diese für den Ablass von Sünden mit sich
führten, auf solche Weise schon vorher in den eigenen Beutel haben fließen
lassen." (S. 95) Ein weiteres Verbrechen des Papstes war eine Vergewaltigung. Benedikt
IX. wurde übrigens schon mit 11, 14 oder 18 Jahren als "Seine Heiligkeit" gekrönt und
er verkaufte im Jahr 1045 schließlich das Papstamt an Gregor VI., weil er seine Cousine
heiraten wollte. Nachdem ihn jedoch seine Cousine nicht mehr heiraten
wollte, blieb er als Papst Benedikt IX. bis
1048 parallel zu Gregor VI. im Amt.
Benedikt VIII. (1012-1020) weihte 1020 in Bamberg die Kirche St. Stephan,
als er sich dort mit dem Kaiser traf. Die zwischenzeitlich zerstörte und neu
aufgebaute Kirche ist heute die
evangelische Hauptkirche der Stadt, die im Volksmund als "fränkisches Rom"
gilt. Zudem ist St. Stephan in Bamberg in Deutschland bis heute die
einzige von einem Papst eingeweihte Kirche. Auf der Synode von
Pavia im Jahr 1020 führt Benedikt VIII. auch den Zölibat bzw.
Zwangszölibat für Priester ein, die von nun an nicht mehr heiraten
durften (im Jahr 1139 auf dem 2. Laterankonzil als "unabdingbare
Zugangsvoraussetzung" für den Priesterberuf bestätigt). Dadurch sollte das
Vermögen der Kirchenmänner nicht mehr an ihre Kinder vererbt werden, sondern
der Institution Kirche zufallen. Offizieller Grund für den Zölibat war allerdings die
geforderte sexuelle "Reinheit" der Priester. Dafür durften Mengen
an Blut an ihren Händen kleben, auch wenn die kirchlichen Amtsträger das
Blut von unliebsamen Zeitgenossen durch andere vergießen lassen sollten. So
ließ Benedikt VIII.
im Jahr 1017 in Rom viele Juden bei einem Pogrom köpfen. Und im Jahr 1020 (dem Jahr der
Synode von Pavia und der Kirchenweihe in Bamberg) inszeniert der Papst erneut ein Pogrom in
Rom und lässt die jüdischen Mitbürger dieses Mal verbrennen. Der Grund:
Ihr falscher Glaube sei angeblich der Grund für einen Orkan bzw. ein Erdbeben
gewesen.
Benedikt VI. (973-974) gehört zu den vielen Päpsten, die auf
Betreiben ihrer Nachfolger ermordet wurden. Sein Nachfolger Bonifatius VII.
regierte 974 erst als "Gegenpapst", von 984-985 dann als anerkannter Papst.
Das also sind "unsere" Benedikts. Über
die anderen ist meist nur wenig bekannt. Die Existenz von Benedikt III.
(855-858) ist sogar umstritten, er gilt manchen als Erfindung der Kirche, um
die Amtszeit der als Mann "Johannes" verkleideten Päpstin Johanna (ab
853 oder 855) zu ersetzen. Andere bestreiten die Existenz Johannas.
Eventuell folgte Benedikt III. auf Johanna alias Papst Johannes Anglicus I.
Dieser soll bei einer Prozession
ein Kind als Totgeburt zur Welt gebracht haben und darauf hin von den "entsetzten" Katholiken (weil
"er" eine Frau war) am Straßenrand gesteinigt
worden sein, bzw. "er" starb an den Geburtskomplikationen.
Bleibt noch der Ordensgründer Benedikt von Nursia (um 480-547), auf
den sich Joseph Ratzinger bzw. Benedikt XVI. besonders beruft. Benedikt von
Nursia lehrte u. a. das Motto "Bete und arbeite" - ein Widerspruch zu den
Priestern und Amtsträgern der Kirche, die sich auch für das Beten bezahlen
und vom Staat subventionieren lassen und nicht auf diese Weise arbeiten, wie
Benedikt von Nursia sich das gedacht hatte. Die Gründung des
Benediktiner-Ordens auf dem Monte Cassino bei Neapel im Jahr 529 gilt als
geistesgeschichtlicher Beginn des Mittelalters. Gleichzeitig gilt
Benedikt von Nursia der römisch-katholischen Kirche als "Patron
Europas". Sehr wahrscheinlich hat
Joseph Ratzinger als Benedikt XVI. bei seinem Amtsantritt auch deshalb
Benedikt von Nursia so hervorgehoben und seinen Namen gewählt. Und vielleicht verbinden
spätere Geschichtsschreiber einmal das Jahr 2005 mit dem Beginn einer
Epoche in Europa, in welcher die Neuzeit beendet und das Mittelalter wieder
auferstehen sollte.
23.4. / 7.5.2005 - Vordergründige Diskussionen um den Flakhelfer und Soldaten
Ratzinger - Hintergründige Gemeinsamkeiten zwischen
Katholizismus und Nationalsozialismus - Die britische Presse
äußert derzeit "tiefe Bedenken", was die Haltung des jugendlichen Joseph
Ratzinger (1927 geboren) gegenüber den Nazis betrifft (z. B. nur "bizarr
technische Begründung" für dessen Ablehnung; The Independent, 22.4.2005).
Das ist jedoch weit weniger bedeutsam als die Frage, wo sich die Anliegen
von Katholizismus und Nationalsozialismus grundsätzlich vereinten.
So lehrt die Kirche bis heute, sie müsse "mit
peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist"
(Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche,
siehe 10.4.
/ 17.4.2005, Nr. 382). Dieser Lehrsatz der römisch-katholischen Kirche richtete
sich im 20. Jahrhundert vor allem
1.) gegen die Kommunisten
2.) gegen die Juden
3.) gegen religiöse Minderheiten, so genannte "Sekten"
Gegen diese drei Geistesrichtungen, deren Ausmerzung die katholische Kirche
forderte, richtete sich auch der Vernichtungswille der Nationalsozialisten.
Deren Anführer Adolf Hitler hielt bis ans Lebensende der
römisch-katholischen Kirche die Treue und zählt damit zu den "Söhnen und
Töchtern der Kirche", für deren Tun im Laufe der Jahrhundert sich der Papst
im Jahr 2002 halbherzig entschuldigte. Man könnte diese "Söhne" (denn meist
waren es "Söhne") auch als "Männer fürs Grobe" bezeichnen, die mit Wissen,
Billigung oder gar im Auftrag der Kirche etwas tun, womit die Kirche aus
diplomatischen Gründen nicht direkt in Verbindung gebracht werden möchte.
Zu Adolf Hitler noch zwei Details am Rande: Während er immer wieder Steuern
hinterzog und bis zum Jahr 1933 eine nicht bezahlte Steuerschuld von 400.000
Reichsmark anhäufte, zahlte er seinen Kirchenbeitrag stets
korrekt und pünktlich, wie ein umfassender Untersuchungsbericht über Hitlers
Steuerakte feststellte (so die Historikern Anna-Maria Sigmund und der
Notar Klaus-Dieter Dubon bei Prüfung seiner Steuerakte Nr. 13/2548 beim
Finanzamt München III; Spiegel online, 16.12.2004; Bild, 17.12.2004). Und während Papst Pius XII.
im Jahr 1945 alle
Italiener, die Mitglied der Kommunistischen Partei waren, exkommunizierte,
wurde Adolf Hitler nie exkommuniziert.
Zum "Ausmerzen" der Kommunisten, Juden und "Sekten" im Einzelnen:
1.) Kommunisten: Hitler und die Nationalsozialisten wurden von der
Kirche vor allem wegen ihres Feldzugs gegen den "Bolschewismus" in Russland
gepriesen. Bis 1945 reichen die Huldigungen der Kirchenführer für diesen
"gottgesegneten" Krieg gegen den Kommunismus. Die Fortsetzung dieses Kampfes
führte die Kirche nach 1945 in Allianz mit den Westmächten durch (siehe
auch
4.4.2005, Finanzierung von
Solidarnosc in Polen).
2.) Juden: Was die Juden betrifft, rechtfertigte Adolf Hitler in
einem Gespräch mit katholischen Würdenträgern deren Verfolgung damit, "dass
er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirchen in 1500
Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin
1981, S. 406). Eine Fülle von Fakten dazu auch in dem Buch von Daniel
Goldhagen, Die katholische Kirche und der Holocaust bzw. in der
Ausgabe Der Theologe Nr. 4, Die evangelische
Kirche und der Holocaust. Nachdem das europäische Judentum als
einflussreiche gesellschaftliche Größe weitgehend vernichtet war und der
Zeitgeist sich nach 1945 entscheidend wandelte, hat auch die Kirche
in der Folgezeit ihre Position geändert.
3.) Andere religiöse Gemeinschaften: Hier richtete sich die
Ausmerzungs-Allianz von Kirche und Nazis zunächst
gegen die Zeugen Jehovas als damals
bedeutsamste Minderheit. Gemeinsam beschloss man deren Verbot. Eine typische
Stimme war damals der Kommentar in Das Evangelische Deutschland vom
10.9.1933: "Die Kirche wird dankbar anerkennen, dass durch dieses Verbot
eine Entartungserscheinung des Glaubens beseitigt worden ist ... Damit ist
jedoch noch keine vollständige Bereinigung der Sekten erreicht. Erwähnt
seien nur die Neuapostolischen." Die Kirche gibt dem Staat den Takt vor. Und
die Vertreter von Kirche und Staat arbeiten vielfach bei den Verhaftungen
Hand in Hand. So kommen in den KZs 1200 Zeugen
Jehovas ums Leben, weitere 250 werden anderweitig "erhängt, erschossen oder
geköpft" (Frankenpost, 15.1.1999).
1945 wechselten die weltlichen Herrscher. Die geistlichen aber blieben. Und
mit ihnen ihre Ziele.
Vor allem seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden erneut viele religiöse Bewegungen, die nicht ins katholische bzw.
evangelische Welt- und Menschenbild passen. Deshalb ist auch das "Wüten
der Kirche" neu entbrannt, wie z. B. Prof. Dr. Hubertus Mynarek
in seinem Buch
Die neue Inquisition
bzw. Prof. Erwin K. Scheuch und Prof. Gerhard Besiér in ihrem
Buch
Die neuen Inquisitoren
nachweisen. Zwar bieten die gegen die Kirche erkämpften
Rechtsgrundlagen der freiheitlichen Demokratie diesen Minderheiten
noch einen gewissen Schutz. Doch ist es ein Zufall, dass gerade in unserer Zeit
wieder vermehrt der Ruf von Politikern erklingt, die katholische Kirche und
ihr Menschenbild sei allen anderen Religionen "überlegen" (wie z. B.
zuletzt von CDU-Spitzenpolitiker Jürgen Rüttgers, Spiegel online 22.4.2005)?
Und der neue Papst Benedikt XVI. erinnerte erst jüngst in einem Interview
daran,
die Inquisition sei ja ein "Fortschritt" gewesen, da man die Menschen
vor ihrer Hinrichtung im Unterschied zu früher noch "anhörte" (wobei viele
allerdings schon bei den Anhörungen ums Leben kamen). Wer Ohren hat zu hören,
der hört den langen eiskalten Atem der Kirche und fühlt ihn vielleicht schon wieder
in seinem Nacken ...
20.4. / 15.8.2005 / 20.9.2006 - Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV.
fort? Benedikt XV. starb 1922, Benedikt XVI. wurde 1927 geboren.
Der XV. wurde im Jahr 1914 Papst, am Beginn des 1. Weltkrieges
- nicht gerade ein gutes Omen im Hinblick auf den Beginn des "Pontifikats" des
XVI.
Anhänger feierten den XV. als Friedenspapst, Kritiker sahen in ihm einen
gewieften Diplomaten bzw. Schaukelpolitiker, der vielfach als "Sieger" aus dem Krieg hervorging - siehe
dazu das Kapitel Der Vatikan als Kriegsgewinnler in dem
Geschichtsbuch von Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im
20. Jahrhundert, Rowohlt Verlag 1991. So rief er z. B. in den
Anfangsjahren des Krieges einmal zum Frieden auf, als Deutschland und die
Achsenmächte noch im militärischen Vorteil waren. Als sich das Blatt
wendete, tat er es nicht mehr. Der Papst fand sich rechtzeitig im Lager der
Sieger, nachdem er sich zu Kriegsbeginn noch nicht öffentlich auf eine
Partei fest gelegt hatte. "Kardinal Gasquet bekannte
auf dem Katholikenkongress in Liverpool geradezu: ´Man ist zu der Überzeugung
gekommen, dass der am besten aus dem Krieg herausgekommene Mann der Papst
war!`" (zit. nach Deschner, Opus Diaboli, 1988, S. 151 f.) Der
Historiker Karlheinz Deschner prangert vor allem an,
dass der XV. Benedikt den Nationen "seine schönen biblischen Sprüche zurief", während
"er selber für eine Militärseelsorge verantwortlich" war, "die den
katholischen Soldaten das gegenseitige Abmurksen als höchstes
Pflichterfüllung befahl - die mörderischste Heuchelei der Weltgeschichte."*
Diese deftigen Worte sind verständlich. Denn warum rief Benedikt XV. nicht
die Katholiken beider Seiten auf, die Waffen niederzulegen, wenn es ihm
wirklich um den Frieden gegangen wäre? Die ihm unterstehende
Militärseelsorge auf allen Seiten tat genau das Gegenteil.
Bekannt wurde später Benedikts viel sagender Spruch
im Hinblick auf die Niederlage Deutschlands: "Diesen Krieg hat Luther
verloren!" (zit. nach Opus Diaboli, S. 151) Protestanten, nehmt euch also vor den Benedikts in Acht!
Erst im Jahr 2000
betonte auch Benedikt XVI. in seinem Buch Dominus Iesus noch einmal
den Vorrang der römisch-katholischen Kirche vor allen anderen Kirchen
und nannte die evangelischen Kirchen "defizitär". Gefahr auch für die
Ostkirche! Wenn der XVI. Benedikt dort weitermacht, wo der XV. und auch
Johannes Paul II. aufgehört haben, dann steht womöglich die Katholisierung der
orthodoxen slawischen Welt bevor. Karlheinz Deschner schreibt
wörtlich: "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen]
Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und
der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum
gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152). Der
Sturz des Kommunismus wäre Stufe 1 gewesen (siehe dazu die
Informationen über die Finanzierung
antikommunistischer Gruppen durch den
Vatikan). Nun käme Stufe 2.
Parallel dazu hat es der XVI. Benedikt womöglich auch
auf einen Sieg gegenüber dem Protestantismus abgesehen, wie viele
Kenner der Vatikanpolitik mutmaßen. Denn ein Papst-Boom, der auch nur
annähernd das Ausmaß des Kultes um Johannes Paul II. erreichte, würde die
religiöse Stimmung in Deutschland, dem "Stammland der Reformation",
entscheidend verändern. Die augenfälligen Versuche evangelischer
Kirchenführer, von der katholischen Hierarchie eingeladen bzw. hofiert zu
werden, sind ein Indiz dafür, dass diese sich wieder verstärkt an
den Katholizismus anhängen möchten, um so ebenfalls von den
Popularitätsschüben des Papstes zu profitieren. Oder man möchte zumindest bei den für
die staatlichen Subventionen verantwortlichen Politikern auf Augenhöhe mit der
Rom-Kirche zu bleiben.
Mit dem Ziel, "die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum" zu gewinnen,
wie der Historiker Deschner ein Ziel Benedikts XV. formulierte, hat auch
Benedikt XVI. seine Amtszeit eingeleitet, indem er sogleich die "Ökumene"-Bemühungen
im Hinblick auf die Orthodoxen verstärkte. Der Vatikanische "Ökumene-Minister",
der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärte dazu dem Focus in einem
Interview, dass das "allgemeine Interesse Russlands an Europa" dafür eine
günstige Rahmenbedingung ist. Und weiter: "Ich habe eine neue Offenheit
[Benedikt XVI.] entdeckt, in erster Linie gegenüber den orthodoxen Kirchen
... Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen
etwas geben: Das Petrus-Amt könnte auch ihnen die universale Präsenz
bringen" (Nr. 33/2005).
Noch scheinheiliger kann man den eigenen Herrschaftsspruch wohl gar
nicht in Worte fassen.
Dahinter steckt letztlich die Idee eines geeinten römisch-katholischen
Europa unter der Oberhoheit des Papstes in Rom und wohl darüber hinaus die
alten Weltherrschaftspläne der Kurie in Rom, zu denen man sich z. B.
im Mittelalter auch unverhohlen bekannte.
Zurück zu den Benedikts: Eine
Gemeinsamkeit zwischen dem XV. und dem XVI. ist weiterhin der Versuch, das
Leben der Menschen bis in Einzelheiten zu regeln und mit entsprechenden
Maßnahmen auch auf Verstöße reagieren zu können. Der XV. schuf Im Jahr 1917 den
Corpus Iuris Canonici, kurz CIC, das kirchliche
Gesetzwerk, das bis 1987 unverändert gültig blieb. Der XVI. gilt als
Schreiber bzw. Endkorrektor des römisch-katholischen Weltkatechismus, und er war
jahrelang als Vorsitzender der "Glaubenskongregation" der oberste
"Inquisitor" der Kirche und zuständig für die Anwendung des CIC. Das
"sanfte" Strafrecht des CIC ist nach Uli Weyland, Autor von
Strafsache Vatikan,
ein listiger "Vorbehalt, eventuell auf mittelalterliche Bestrafungsformen
zurückkehren zu können, wenn sich die Zeitläufe im Sinne Roms wieder
´günstiger` verändern sollten" (S. 426 f.).
* Der Historiker E. Winter bringt Benedikt XV. in seinem Buch Russland und das Papsttum, Teil 2 (II), Von der Aufklärung bis zur großen sozialistischen Oktoberrevolution, Berlin 1961 sogar mit dem mutmaßlichen Mord an Nuntius Tarnassi im Jahr 1901 in Verbindung und beruft sich dabei auf den internen vatikanischen "Klatsch", wo der spätere Papst als Täter genannt wurde, "denn Tarnassi starb zu sehr erwünscht, als dass es dabei mit rechten Dingen zugegangen sein konnte" (S. 487). Benedikt XV. soll hier ausdrücklich nicht beschuldigt werden, und es gilt, wie am Anfang von Ermittlungen - die Unschuldsvermutung. Es ist jedoch auch von einem Dementi nichts bekannt. Tatsache ist jedoch, dass zahllose Päpste Mörder waren (nachzulesen in den Bänden der Kriminalgeschichte des Christentums von Karlheinz Deschner) und alleine 23 Päpste nachgewiesenermaßen oder vermutlich auf Veranlassung ihrer Nachfolger umgebracht wurden.
18.4. / 19.4.2005 - Die ruhmvoll hervorragenden unsterblichen Päpste - "Mögest du viele Jahre des
irdischen Lebens lang ruhmvoll hervorragen", so der offizielle
Zuspruch bei der Amtseinführung eines neuen Papstes, auf den sich gerade die
Kardinäle zu einigen versuchen. Und was soll nach diesen vielen Jahren
kommen? "... bis du, von deinem Herrn gerufen, beim Eintritt ins
Himmlische Reich mit der Unsterblichkeit bekleidet wirst," so der Zuspruch
weiter
(http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html).
Das klingt fast so, als sei die Unsterblichkeit nach katholischer Lehre ein
Vorzug der Päpste. Vielleicht kommt es bei diesem Zuspruch aber auch mehr
auf den ersten Teil an, auf das "ruhmvolle Hervorragen" in den Jahren zuvor,
das - wie so vieles andere auch - im Widerspruch zu Jesus steht, der die
Demut lehrte und die Gleichheit aller Menschen.
10.4. / 12.6.2005 - Beerdigung des Papstes: Die Vertreter der
Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhl
-
Wem das Wort "Diktatur" in diesem Zusammenhang zu hart erscheinen mag oder wer es nicht glauben
will, der lese das offizielle Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche von
Josef Neuner und Heinrich Roos,
Der Glaube der Kirche in den Urkunden und ihren
Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, 12.
Auflage, Regensburg 1986. Darin lässt das
kirchliche Lehramt u. a. wörtlich verlauten
[Hervorhebungen von "Der Theologe"]:
Glaubenswahrheit Nr. 367: "Im Glauben müssen wir festhalten, dass
außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand gerettet werden kann;
sie ist die einzige Arche des Heils und jeder, der nicht in sie eintritt,
muss in der Flut untergehen. Aber ebenso müssen wir sicher daran
festhalten, dass von dieser Schuld vor den Augen des Herrn niemand betroffen
wird, der da lebt in unüberwindlicher Unkenntnis der wahren Religion."* (S. 234)
* Mit dem zweiten Satz wird
anscheinend eine kleine Hintertüre aus der Hölle offen gelassen. Allerdings ist
dieser Lehrsatz - wie auch Abmilderungen zugunsten
Andersgläubiger an anderen Stellen - vom Herausgeber als wahr, jedoch nicht als "unfehlbar"
gekennzeichnet. Unfehlbar seien dafür die nachfolgenden ähnlichen "Wahrheiten" Nr.
381, Nr.
430 und Nr. 434, die von der Kirche nicht nur als wahr erklärt
wurden, sondern denen sie zudem das Gewicht absoluter Irrtumslosigkeit in
Zeit und Ewigkeit verliehen hat.
Glaubenswahrheit Nr. 381 (= unfehlbar): "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt.* So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche,
dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr
bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der
Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so
viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so
kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der
Einheit der katholischen Kirche bleibt.` (Fulgentius)" (S. 256)
* Mit anderen Worten heißt das z. B.: Juden kommen nach unfehlbarer
römisch-katholischer Lehre in das "ewige Feuer"; zumindest die europäischen
Juden, welche die römisch-katholische Religion kennen lernen konnten und
sich nicht auf die mildernden Umständen der "unüberwindlichen Unkenntnis"
lt. Nr. 367
(siehe oben) berufen können. Hier
kann man auch einmal vergleichen: Was würde es jeweils für die Opfer
bedeuten? Zum einen die
Verbrennungsöfen von Auschwitz, in denen Menschen jüdischen Glaubens
verbrannten, die kurz zuvor mit Gas ermordet worden waren? Und zum anderen der
Verbrennungsofen für die nach kirchlicher Lehre vom Heil Ausgeschlossenen
(Juden und andere Nichtkatholiken),
in dem diese Menschen angeblich ewig ohne Aussicht auf eine Ende unter
grausamen Qualen lebendig brennen müssen? Und wer hat sich das eine
ausgedacht? Und wer das andere?
Glaubenswahrheit Nr. 430 (= unfehlbar): "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir." (S. 290)
Glaubenswahrheit Nr. 434 (= unfehlbar): "Wir bestimmen,
dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang
über den ganzen Erdkreis innehat." (S. 292)
Nachfolgend weitere heute gültige Lehr- und Glaubenssätze der
römisch-katholischen Kirche, denen bisher nicht durch "höherwertige"
Lehrsätze widersprochen wurde:
Glaubenswahrheit Nr. 369: "So verwerfen und verabscheuen Wir die
gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen, die auch der
menschlichen Vernunft widerstreitet."
Glaubenswahrheit Nr. 370: "Darum kann nicht das Heil erlangen, der
trotz seines Wissens, dass die Kirche von Christus in göttlicher Weise
gestiftet wurde, sich weigert, sich der Kirche zu unterwerfen, oder
dem römischen Papst, dem Stellvertreter Christi auf Erden, den
Gehorsam verweigert. Doch gab der Erlöser nicht nur das Gebot, dass
alle Völker in die Kirche eintreten sollen*, sondern er bestimmte auch,
dass die Kirche ein Heilsmittel sei, ohne dass niemand in das Reich der
himmlischen Glorie eintreten kann." (S. 237)
* In Glaubenswahrheit Nr. 368 heißt es sogar, der Erlöser habe "allen
Völkern den Eintritt in seine Kirche vorgeschrieben".
Glaubenswahrheit Nr. 382: "Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen
Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen
Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem
Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher
Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder
dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr
vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das
Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht
nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu
verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der
Seelen fordern." (S. 256)
"Einheit des Leibes" und "Leibeigenschaft": Diese
und viele andere römisch-katholische Glaubenswahrheiten lassen ahnen, was
wieder auf uns zukommt, wenn es dem Heiligen Stuhl gelingt, die
europäischen Demokratien weiter auszuhöhlen und allmählich in seinem Sinn
umzugestalten. Zwar gibt es auch wenige Lehrsätze, die versöhnlicher
gegenüber Andersdenkenden klingen. Doch darin zeigt sich ja gerade die Kunst
der Kirche: Um möglichst viele Menschen einzuverleiben, passt sie sich
vielen Zeitgeistern an, lehrt hier und da sogar Widersprüchliches, um dann
je nach Situation das gerade Passende für den eigenen Machterhalt in den
Vordergrund zu stellen.
Und um leicht an immer neuen Nachwuchs zu kommen, ist die Säuglingstaufe
das zentrale Instrument der Kirche. Vordergründig
benützt man so genannte "liberale" menschenfreundliche Priester, welche den
Gläubigen vorgaukeln, hier ginge es um Schutz und Segen für das Kind. In
Wirklichkeit werden in erster Linie Mitglieder rekrutiert. Schon der
Säugling wird dabei ungefragt der "Einheit des Leibes" der Kirche
unterstellt, wie es oben unter Nr. 381 heißt, und zwar, indem ihm
angeblich ein "unauslöschliches Merkmal" eingeprägt wird (z. B. Nr. 504, 514, 526,
542, 709, 722, 932), das man auch durch den späteren Kirchenaustritt
nicht ablegen könne. So kann man fragen: Erinnert diese "Einheit des
Leibes" nicht an die "Leibeigenschaft"? Auch den
Sklaven wurde vielfach ein Sklaven-Mal in die Haut gebrannt, das sich nicht
mehr entfernen ließ. Und so wie der Leibeigene
und seine Kinder früher zeitlebens Sklaven ihrer Herren waren, es sei denn,
sie wurden von diesen frei gelassen, so beansprucht die Kirche auch heute
zeitlebens den Anspruch auf diesen Menschen. Nur - die Kirche lässt nie
jemanden frei (weswegen Eltern nur gewarnt werden können, ihr Kind taufen zu
lassen und damit dem
"Leib" der Kirche "eigen" zu machen).
So passierte es z. B. auch, dass der
von Johannes Paul II. am 3.9.2000 selig gesprochene Papst Pius IX.
(1792-1878) ein siebenjähriges Kind jüdischer Eltern in der Stadt Bologna
(die offiziell zum Kirchenstaat gehörte), kidnappen und in den Vatikan
entführen ließ. Davon kann man zumindest ausgehen. Denn die offizielle
Version lautet immerhin: Der Papst hätte von der Entführung durch die
Polizei "gewusst". Was war geschehen?
Als es dem Säugling Edgardo Mortara (geboren 1852) einmal nicht so gut zu gehen
schien, hatte das römisch-katholische Kindermädchen an ihm die
katholische Nottaufe vollzogen. Einige Jahre später meldete die
Kirchenbehörde in Bologna diese Nottaufe an den Vatikan, und die
Kirchenjuristen im Vatikan begannen zu denken: Durch die Nottaufe des
Kindermädchens gehörte das Kind nach römisch-katholischer Auffassung zum
"Leib" der Kirche, und
seine jüdischen Eltern waren für seine Erziehung nach Ansicht der Kleriker
deshalb nicht mehr
geeignet. Alle oben angeführten Glaubenswahrheiten fanden nun ihre
praktische Anwendung:
Die Polizei nahm den
entsetzten und verzweifelten Eltern das Kind weg und verschleppte es in den
Vatikan. Die Eltern haben das Kind nie wieder zurück bekommen. Stattdessen
wurde es von Papst Pius IX. adoptiert, streng katholisch erzogen und zu
einem
gehorsamen und unterwürfigen Priester gemacht. Und wehe, es wäre zu seinen Wurzeln
zurück gekehrt!
Kein Hitler und kein Stalin konnten einem Abtrünnigen je so drohen wie die Kirche.
Die weltlichen Diktaturen nahmen ihnen nur das irdische Leben. Die Kirche
jedoch drohte und droht bis heute auch für diesen Fall mit unendlichen
Qualen für alle Ewigkeiten, und sie droht mit einem Gott, dessen
Höllenstrafen für diesen Fall an Grausamkeiten nicht zu überbieten sind
und deren Bestialität jegliches menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt. Dies ergibt sich
allein schon dadurch, dass diese Hölle nie endet und auch keine Pausen kennt,
auch wenn man sich heute in der geglaubten Intensität des dauernden Leidens
aus Gründen des Zeitgeistes zurückhaltender gibt. Es handelt sich um einen Gott, der gemäß Glaubenswahrheit Nr. 381 selbst Glaubenszeugen, die ihr
"Blut für den Namen Christi vergießen", unendlich quält, wenn sie nicht als Katholiken
gestorben sind.
Die Kirche will zudem, "dass alle Völker in die Kirche eintreten"
(Nr. 370). Was
könnte das bedeuten? Z. B. für Europa, das nach dem Willen der Kirche
ein römisch-katholischer Kontinent werden soll? Der
bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte eindringlich, der "biblisch
fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf
dem Sprung, die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der
philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Doch die Staatsmänner
dieser Erde, welche eigentlich die Werte der gegen die Kirche erkämpften
Demokratie verteidigen sollen, werfen sich der Diktatur des Heiligen Stuhls
an den Hals. Hier stellt sich gerade in diesen Tagen die Frage: Wo sind noch
wahrhafte Demokraten, welche noch für die Ideen von Freiheit,
Menschenrechten und Toleranz einstehen? Und gibt es in Europa wenigstens einen
Politiker, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt?
6.4.2005 - Konservierung des "Fleisches" für die
Auferstehung? - Aus Anlass des Todes von Johannes Paul II.
beschäftigen sich viele Menschen mit der kirchlichen Lehre vom Tod. Siehe
dazu auch die
Information der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, zum Thema "Kirche
und Tod" und den
Theologen, Ausgabe Nr. 2, Reinkarnation - Urwissen
der Menschheit und urchristlicher Glaube. Da die Kirche im
Gegensatz zu Christus großen Wert auf das "Fleisch" bzw. die Materie legt
(vgl. z. B. den Reliquienkult)*, stellt sich auch die Frage der Konservierung
der Körper der Päpste und ihrer Erhaltung zum Zwecke der Ehrung. Bzw. für
die von der Kirche gelehrte Wiedervereinigung von "Fleisch" und "Seele" am
"Jüngsten Tag", weswegen die katholische Kirche z. B. große Vorbehalte gegenüber
einer Feuerbestattung hat und Päpste, Kardinäle und Bischöfe meist
auch keine Organspender sind. So wurden
die letzten drei verstorbenen Päpste z. B. mit einer 15 %-igen Formalinlösung
anstelle des Blutes konserviert. "Johannes XXIII. war nach 37 Jahren noch
erhalten wie am ersten Tag", freute sich der Präparator Massimo Signoracci
(Spiegel online, 5.4.2005). Viele Gläubige erklärten dies als "Wunder". Für den
Bestatter war allerdings klar, dass er einfach nur sehr gut gearbeitet
hatte. Bei Paul VI. sei jedoch das Formalin nicht
genügend in einen Beinbereich vorgedrungen. "Ein Bein begann, sich zu
zersetzen", was jedoch nicht Schuld des Bestatters war.
Was wird die Kirche
letztlich mit dem Körper von Karol Wojtyla tun? Wie wäre es, wenn man wie
bei den anderen Menschen einfach nach dem Wort "Erde zu
Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube" handelt? Auch wenn dadurch Reliquien verloren gehen - die Seele würde ja
auch nach offizieller katholischer Lehre weiterleben. Doch warum hält man
sich dann so an den sichtbaren materiellen Überresten fest?
Vielleicht, weil man zu einer unsterblichen Seele nicht wallfahren und vor
ihr nicht niederknien kann.
Inzwischen ist allerdings die Präparatorenfamilie Signoracci nicht mehr einhellig
von der Einbalsamierung überzeugt, die oft in Verbindung mit einer
vorherigen körperlichen Behandlung vorgenommen wird, die man ungekünstelt am
ehesten als "Ausstopfung" bezeichnen könnte. Eine Ehefrau ist nämlich den Zeugen
Jehovas beigetreten und der Papst sei ihr egal. Am Telefon sagte sie: "Das
Ende ist nah" (Spiegel online 5.4.2005).
* Kritiker wie der ehemalige katholische Theologieprofessor und Dekan der römisch-katholischen Fakultät der Universität von Wien, Hubertus Mynarek, halten die katholische Lehre im Kern für materialistisch: "Den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele hat sie [die Kirche] z. B. im frühen Mittelalter von den Griechen übernommen", schreibt Mynarek in der Broschüre Voodoo auf Katholisch (Freie Christen, Information Nr. 5, siehe www.freie-christen.com). "Doch sie vertraut nicht wirklich auf die Unsterblichkeit der Seele, wenn sie lehrt, dass am Jüngsten Tag die Leiber der Verstorbenen wieder auferweckt werden" und, wie es im katholischen Glaubensbekenntnis heißt, "wieder mit unserer Seelen vereint" werden (Katholischer Katechismus, Nr. 1016). Denn wozu braucht eine unsterbliche Seele wieder eine Vereinigung mit ihrem Leib, der doch mittlerweile nachweisbar verwest ist oder eingeäschert wurde? Dieser Leib würde zuvor "verwandelt", so versucht die Kirche zu erklären (Nr. 1016). Professor Mynarek wies nun mehrfach darauf hin, dass manche hohe kirchliche Amtsträger daran in Wirklichkeit gar nicht glauben und stattdessen große Angst vor dem Tod und einer drohenden Auflösung ihres "Ich" haben.
5.4. / 17.4.2005 - Ehrentitel für den Papst - "666-Prophezeiung in
der Bibel" - Der Gegensatz zwischen Christus und Papst bzw.
zwischen Christus und der Kirche ist vielfältig. Darüber hinaus gibt es
Spekulationen, dass dieser Gegensatz schon in der Offenbarung des Propheten
Johannes in der Bibel vorher gesagt ist.
Der Hintergrund: In der offiziellen römisch-lateinischen
Schreibweise werden die Zahlen mithilfe von Buchstaben dargestellt, von
denen einige gleichzeitig einen Zahlenwert besitzen ( I = 1, V bzw. U = 5, X
= 10, L = 50, C = 100, D = 500, M = 1000). Das ist allgemein bekannt.
Weniger bekannt sind die Titel, die der Papst trägt. Einer davon ist "Vicarius
Filii Dei" ("Stellvertreter des Sohnes Gottes"). Addiert man bei diesem Titel die Zahlenwerte
der darin vorkommenden Buchstaben, die einen
Zahlenwert besitzen, ergibt sich
ausgerechnet die Zahl "666". Zu dieser Zahl heißt es in der Bibel:
"Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die
Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist 666" (Offenbarung 13, 18). Zwar
weist die katholische Kirche darauf hin, dass der offizielle Papsttitel
"Vicarius Christi" ("Stellvertreter Christi") ist und
nicht "Vicarius Filii
Dei". Doch dieser ist immerhin ein Synonym zum offiziellen Titel. Und Versuche, auch aus anderen "Menschennamen" (z. B. Nero, Hitler, Bill Gates) diesen Zahlenwert zu
"berechnen",
sind weniger treffend und wirken weit hergeholt.
Stattdessen wird im Vatikan manches getan, um die Spekulation eher zu
bekräftigen. "Das Totenhemd hat keine Taschen", heißt es im Volksmund
- doch im
Gegensatz dazu wird dem Papst ein Beutel mit Geld mit ins Grab gegeben -
allesamt Münzen, die während seines Pontifikats
geprägt wurden. Dieses Symbol kann mit der voraus gehenden Prophezeiung in Offenbarung 13, 16
in Verbindung gebracht werden, in der es heißt: "Kaufen oder
verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder
die Zahl seines Namens,"
eben die 666 (weswegen diese Zahl ja auch verschlüsselt im Strichcode auf
gängigen Warenverpackungen enthalten sein soll, was allerdings eine eher kühne
Interpretation ist; ebenso wie die Deutung von "666" als "www"
gemäß dem hebräischen Zahlenwert des Buchstabens W). Doch unabhängig von diesen
- wie gesagt - spekulativen Gedanken: Ein Sack mit Geld im Papstgrab -
ein deutlicheres Zeichen der Verbindung zwischen dem Papsttum einerseits und
der Macht zu kaufen oder zu verkaufen andererseits ist eigentlich kaum
vorstellbar. Die Verbindung ist auch insofern real, da Kirche und
Vatikan ja auf die Finanzierung durch Staaten, Wirtschaft und
zahlungskräftige Gläubige
angewiesen sind. Und mit Jesus, der von seiner Arbeit als Zimmermann lebte
und der lehrte "Ihr könnt nicht Gott dienen und
dem Mammon", hat diese Grab-Beigabe sowieso nichts zu tun.
Manche Bibelleser überlegen darüber hinaus, ob auch noch andere Verse der
biblischen Prophezeiung mit den gegenwärtigen Ereignissen in Zusammenhang
stehen könnten. So wird in der Offenbarung die "Anbetung" des "Standbildes"
vorhergesagt, und es gibt
derzeit wohl keinen anderen Menschen auf der Erde, bei dem die Grenze
zwischen Verehrung und anbetungsähnlichem Verhalten
so fließend ist wie beim Papst, auch wenn bekennende Katholiken
auf Nachfrage natürlich bestreiten, dass diese Verehrung in Richtung
"Anbetung" gehe. Doch eine "Anrufung" des Papstes (eine
Vorstufe einer Anbetung) vor einem "Wunder" (z. B. einer Heilung) ist
sogar
nötig für eine spätere Selig- bzw. Heiligsprechung. Und für
einen Außenstehenden ist der Unterschied zwischen "Anrufung" und
"Anbetung" nicht so groß wie dies Katholiken darstellen.
Und
wenn in der Bibel im Zusammenhang der Endzeit zudem von der "Macht" geschrieben
steht, "dem Standbild des
Tieres Lebensgeist zu verleihen, so dass es auch sprechen konnte", dann
stellt sich die Frage: Hatte der Prophet Johannes im 2. Jahrhundert in
seiner Zukunftsvision vielleicht Fernsehbilder gesehen? Für ihn hätte es
sich dann so dargestellt, dass in diesen Bildern sogar "tödliche Wunden"
wieder "heil" werden konnten
(Offenbarung 13, 14-15).
Bemerkenswert in
diesen Tagen ist vor allem der Aufwand insgesamt, der in Rom und weltweit bedingt durch den Tod
dieses einen Menschen betrieben wird. Mit Recht kann man vermutlich sagen: Noch nie in
der Geschichte der Menschheit und der Erde war er größer. Und wohl noch nie
waren so viele Große und Mächtige dieser Welt und so viele Scharfschützen
und Luftabwehrraketen bei einer Feier vereinigt wie
dies bei der Bestattung des Papstes am 9. April 2005 der Fall sein wird. Somit kann man
wohl von einem zweifelhaften Höhepunkt der menschlichen
Zivilisation und ihrer Kultur sprechen.
Die Macht des Papstes wird auch
durch die Tiara, die Papstkrone, zum Ausdruck gebracht, welche den
Haupt-Titel des Papstes symbolisiert: "Vater der Fürsten und der
Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden"
(Quelle: Deutsche Bischofskonferenz auf
http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html). Vielleicht kann man
diesen Titel etwas straffen bzw. zusammenziehen zu dem Hoheitstitel "Fürst dieser Welt",
der ja auch in der Bibel bezeugt ist (Johannes 12, 31; 24, 30; 16, 11).
PS: Der erste Papst, der auf eine Krönung
verzichtete, war Johannes Paul I. Einige Tage später war er tot. Sein
Nachfolger Johannes Paul II. konnte die Krönung nun schwerlich wieder
einführen. Die Tiara hatte Paul VI. 1964 zudem schon medienwirksam zugunsten
der "Armen der Welt" "verkauft". Sie wird seither in der Kathedrale von
Washington in den USA in der Nähe des Weißen Hauses präsentiert. Gemessen am
Reichtum des Vatikan und der Kirche, welcher den "Armen der Welt"
vorenthalten wird, ist diese Geste von 1964 allerdings nicht mehr als ein
Brosamen. Eine Verbindung zwischen dem Vatikan und der USA, die seither
durch den Lageort der Tiara in Washington symbolisiert wird, ist
jedoch sehr aussagekräftig
(vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 22" über die
Verbindung zwischen Papst Johannes Paul II. und dem US-Präsidentenberater
Billy Graham).
4.4. / 2.8.2005 / 18.4.2007 -
Ermordung des Bankiers Roberto Calvi: Welche Schuld
hat der Papst? Mit
welchen Mitteln die Vatikanbank den gesellschaftlichen Umsturz in Polen
ermöglichte -
Seinen letzten Hilferuf richtete der Finanzberater des Vatikan und
Bankier der renommierten Mailänder Banco Ambrosiano, Roberto Calvi, 1982 an
den Papst. Calvi verschaffte damals Firmen, die der Vatikanbank IOR ("Institut für religiöse Werke") gehörten, einen
Kredit von 1,3 Milliarden Dollar. Die Vatikanbank ihrerseits ließ einen
Betrag in dieser Größenordnung wiederum der polnischen Gewerkschaft
Solidarnosc und antikommunistischen Gruppen zugute kommen, die damals in
Opposition zur polnischen Regierung standen. Gleichzeitig stellte die
Vatikanbank ihrem Gläubiger, also Calvi bzw. der Banco Ambrosiano, so
genannte "Patronagebriefe" aus, in denen bezeugt wurde, dass der Vatikan
für die Kredit- und Glaubwürdigkeit dieser Bank gerade stehe. Am Ende ging die Banco
Ambrosiano jedoch trotz der vatikanischen Patronagebriefe Bankrott. Ihr
fehlten zuletzt 1,3 Milliarden Dollar - genau die Summe, welche ihr wiederum
die der Vatikanbank gehörenden Firmen schuldeten, wie die
ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", ausgestrahlt am 8.12.1991,
aufzeigte. Doch diese wollten die Schulden nicht an die Bank zurückzahlen.
Der Hilferuf Roberto Calvis an den Papst, doch bitte die Kredite zurück zu
zahlen und die Bank zu retten, blieb mehr oder weniger unerhört.
Und eine Rechtsverbindlichkeit ihrer Patronagebriefe lehnte die Kirche ab.
Nach einem gerichtlichen Vergleich aus dem Jahr 1984 musste die Vatikanbank
die geprellten Gläubiger der Banco Ambrosiano dennoch mit 250.000 Dollar
entschädigen. Über eine Milliarde Dollar wurden dem Vatikan auf diese Weise
also summa summarum "geschenkt", und es ist ja bekannt, in welcher Größenordnung dieser
zuvor in die polnische Politik investiert hatte. Wörtlich schreibt Der
Spiegel: "Die
wiederholten, hohen Zuwendungen an die polnische Solidarnosc-Bewegung
für ihren Kampf gegen den Kommunismus etwa kamen nach Aussage von Calvis
ehemaligem Referenten Francesco Pazienza direkt aus dem Vatikan, von
Marcinkus [Anm.: dem Direktor der Vatikanbank IOR]. Im Kirchenstaat regierte inzwischen ein Pole: Johannes Paul
II." (Spiegel special Nr. 3/2005). Und auf den Vatikan hat die
italienische Justiz keinen Zugriff. So wurden im Zusammenhang des
Ambrosiano-Bankrotts zwar 33 an Transaktionen beteiligte
Personen schuldig gesprochen und teilweise zu langen Haftstrafen verurteilt.
Einer der Hauptangeklagten wäre jedoch auch Erzbischof Paul Marcinkus gewesen, der Leiter der
Vatikanbank IOR, und er wurde auch mit Haftbefehl gesucht. Doch der
US-amerikanische Würdenträger stand im Vatikan unter dem Schutz von
Papst Johannes Paul II., und er wurde trotz des Haftbefehls nicht an die italienischen Behörden
ausgeliefert.
Zu diesem Zeitpunkt war Roberto Calvi, der Geschäftspartner des
Erzbischofs, längst
tot. Sein Hilferuf wurde anders erhört als
er es sich vorstellte. Es kam noch zu einem letzten Geschäft, dessen genaue Abwicklung
bis heute im Dunkeln liegt, aber sich mittlerweile mit hoher
Wahrscheinlichkeit rekonstruieren lässt. Bischof
Pavel Hnilica aus der
damaligen
Tschechoslowakei kaufte von Calvi für ca. 10 Millionen Dollar (andere Quellen sprechen
"nur" von 1,7 bzw. von 1,2 Millionen DM) über einen Mittelsmann
Material, das den Vatikan schwer belastet hätte und mit dem der Mailänder Bankier
die Vatikanbank und die Kurie unter Druck gesetzt hatte. Wie gefährlich
das Wissen Calvis für den Stuhl Petri war, lassen dessen Worte an seine
Tochter Anna erahnen: "Wenn ich auspacke, dann werden die Priester den
Petersdom verkaufen müssen." Kein Stein werde dann mehr auf dem anderen
bleiben (Spiegel special Nr. 3/2005).
Ein Geldbote der
Mafia sagte später vor Gericht aus, er habe 1982 zwei Geldkoffer mit 10
Milliarden Lire (ca. 10 Millionen Dollar) von der Mafia an Erzbischof
Marcinkus (!) und an einen Notar übergeben (Spiegel special Nr. 3/2005). War
es das Schweigegeld, das man angeblich Calvi zukommen lassen wollte?
Und hat es sich letztlich der Erzbischof genommen? Denn Roberto Calvi hat nie Geld bekommen, sondern nur einen - wie
sich später herausstellte - ungedeckten Scheck der Vatikanbank. Und wenige Stunden nach dem entscheidenden Treffen am 18.6.1982
wurde er unter der Brücke der
Schwarzen Brüder (Blackfriar´s Bridge) in London erhängt aufgefunden.
Seine nicht wasserdichte Armbanduhr hing im Wasser und blieb um 1:52 Uhr
stehen: Angeblich Selbstmord,
seit 2002 laut italienischer Gerichtsakten mit 160.000 Seiten Beweismitteln
eindeutig Mord (Spiegel special Nr. 3/2005).
"Wenn mir etwas zustößt, muss der Papst zurücktreten", sagte Calvi
zuvor seiner Frau Clara Canetti (Die Zeit Nr. 45/2001,
http://zeus.zeit.de/text/archiv/2001/45/200145_gs-vatikanbank.xml).
Roberto Calvis
Körper
hing, aufgehängt an einem Baugerüst, in die Themse, die Taschen seines Anzugs waren voll schwerer Steine. "Es waren mit
Sicherheit die Priester des Vatikans", sagte seine Witwe später
(ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", 8.12.1991). "Das hatte uns Roberto schon vorher gesagt."
Doch der Papst blieb im Amt.
Im März
1993 werden stattdessen Bischof Hnilica und ein Mittelsmann, der
Bauunternehmer Flavio Carboni, wegen Unterschlagung der Aktentasche Calvis
vor einem italienischen Gericht zu Haftstrafen verurteilt. Die Tasche bzw. deren Inhalt gaben sie trotzdem nicht heraus und
das für den Vatikan brisante Material ist deshalb bis heute
unbekannt, der Mord an Calvi offiziell unaufgeklärt. Zudem sei der Scheck des Bischofs
für Calvi (nach Angaben von Informanten zunächst zwei Blankoschecks der
Vatikanbank, in denen Flavio Carboni dann den mit Calvi ausgehandelten
Betrag (siehe oben) eingesetzt hätte) nicht gedeckt gewesen, obwohl Erzbischof Paul Marcinkus zumindest einen Teil der
dort ausgewiesenen Summe über Mittelsmänner von der
Mafia erhalten habe. So zumindest deren Informant, der vor Gericht
aussagte (siehe oben). Ob der ungedeckte Scheck ein Indiz dafür ist, dass auch Bischof
Pavel Hnilica gewusst
haben könnte, dass Calvi den Scheck ohnehin nicht mehr würde zur Bank
bringen können, sei dahingestellt. Bischof Hnilica wurde von Kardinal Agostino
Casaroli schließlich zur der Aussage aufgefordert, im "Alleingang"
gehandelt zu haben, was er auch tat. Über den Grad der Freiwilligkeit
und der Wahrheit seiner Darstellung kann nur spekuliert werden. Im Jahr
2006 ist Bischof Hnilica schließlich in Rom verstorben.
Offen bleibt die
Frage, wer in diesem Fall noch zu den Mitwissern gehört. Einer davon war vermutlich
Sergio Vaccari, der offenbar
im Auftrag der Mafia stand und auch als unmittelbar tatverdächtig für
den Mord an Calvi galt. Man fand ihn
im September 1982 mit erschlagenem Schädel und zerstochenem Körper in
seiner Wohnung in London, nur drei Monate nach Calvis Tod. Und der zweite
unmittelbar Tatverdächtige, Vincenzo Casillo,
wurde kurz nach dem Mord an Vaccari in Rom von einer Autobombe zerfetzt.
Beide wären jedoch nur die Ausführenden gewesen, die ihren
Killer-Auftrag von höherer Stelle erhalten hatten.
An dieser Stelle ein kurzer Rückblick über bekannt
gewordene Finanz-Geschäfte des Vatikan:
Zu seinen Lebzeiten wurde Roberto Calvi wegen seiner Geschäfte zum Wohle des Vatikan auch
"Bankier Gottes" genannt.
Als Calvis Vorgänger für heikle Finanzgeschäfte
zugunsten der römischen Kurie galt in den 70er-Jahren Michele Sindona.
Seine Aufgabe bestand u. a. darin, den Wunsch von Papst Paul VI. zu
erfüllen, Einnahmen des Vatikan ins Ausland zu schaffen, was "gegen das
italienische Devisenrecht verstieß". Auf diese Weise wollte der Vatikan
die italienische Steuergesetzgebung umgehen (Spiegel special Nr. 3/2005).
Michele Sindona, der Finanzmakler der Kirche für solche
Angelegenheiten, kam unmittelbar vor dem Bankrott der Banco Ambrosiano ums Leben. Am
21.3.1982 trank er im Gefängnis unwissend einen mit Zyankali vergifteten Espresso, nachdem er
zuvor damit gedroht hatte,
alles auszusagen, was er über verschiedene Geschäfte, in die er
verwickelt ist, weiß.
Eines dieser Geschäfte deutete Roberto Rosone, Roberto Calvis Stellvertreter,
im August 2002 vor Gericht an. Man sei "an einem Maxi-Kredit für die
argentinischen Militärs zur Vorbereitung des Falkland-Krieges beteiligt
gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem
Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell
behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand`" (Spiegel
special Nr. 3/2005;
mehr dazu siehe unten).
Kurz nach
seinem Geständnis überlebte Roberto Rosone ein Schusswaffen-Attentat nur
knapp.
Seitdem ist nicht bekannt, dass er deutlicher wurde, doch auch das,
was er sagte, und was darauf hin geschah,
war bereits deutlich genug.
Im Vatikan setzte Johannes Paul II. derweil eine eigene
vatikanische "Untersuchungskommission" zu den Ereignissen um die bankrotte Banco
Ambrosiano ein. Sie kam erwartungsgemäß zu dem Ergebnis, dass Roberto Calvi
der Schuldige war und der Vatikan, die Vatikanbank IOR und deren Leiter,
Erzbischof Paul Marcinkus, als Calvis Opfer anzusehen seien.
Roberto Calvi hat das allerdings anders gesehen. Außerdem wurde ja er umgebracht, und nicht einer
der vielen vom Vatikan frei Gesprochenen.
Eines ist Calvi auf jeden Fall anzulasten. Was für einen Dienst an der
Wahrheit hätte er leisten können, wenn er einfach ausgepackt und sein Wissen
nicht für eine Erpressung der Kirche missbraucht hätte! Kein Stein wäre dann
beim Petersdom auf dem anderen geblieben, so seine Ankündigung.
Das alles ist der katholischen Kirche erst einmal erspart geblieben, und
Calvi hat obendrein keinen Cent bekommen. Die katholische Kirche müsste ihn
fast selig dafür sprechen, dass er bis zu seiner Ermordung (durch welchen
Auftraggeber?) den Mund hielt.
4.4.2005 - Unterstützung des Vatikan für die
Militärjunta in Argentinien - Nach dem Tod von Johannes Paul
II. kommen im Rückblick die Verwicklungen der Vatikanbank in den
gesellschaftlichen Umsturz in Polen wieder zur Sprache. Ein
Zeuge sagte in diesem Zusammenhang auch zu
Hintergründen des Falkland-Krieges bzw. zu vatikanischen bzw.
kirchlichen Verbindungen zum argentinischen Militär (1976-1983) aus.
Diese Allianz ist mittlerweile mehrfach dokumentiert: Die Zeitung Die Woche
berichtete bereits am 5.5.1995, dass die argentinische Militärjunta
Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte und aus dem Flugzeug ins
offene Meer kippte. Den Segen dazu gab die römisch-katholische Kirche
z. B. durch ihren Militärkaplan. Er tröstete nach dem Flug die ausführenden
Soldaten mit den Worten, "es sei ein christlicher Tod, weil sie nicht
leiden". Und er versuchte ihr Gewissen auch damit zu beruhigen, indem er
sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, dass die Spreu vom
Weizen getrennt werden muss". Und die Empfehlungen für diese Hinrichtungen
kamen sogar von weit höherer römisch-katholischer Stelle. Der Menschrechtler Esteban Cuya erklärt: "Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob
sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in
einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so:
Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie
sie übers Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001).
Und der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den
Mördern sozusagen die
Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan
voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR
2). Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt,
ist davon überzeugt: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur
gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner
Missionszentrale der Franziskaner, der diese Zeit intensiv untersuchte, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat
zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche
als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das
so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete
dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als
"Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der
Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land,
Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah.
Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes verlassen
hatten." Aufgrund dieser Fakten und Überzeugungen
wäre es nicht verwunderlich, wenn der Vatikan der argentinischen
Militärjunta Geld für den Falkland-Krieg zukommen lassen wollte,
wie ein Zeuge im Umfeld des Mordes an Bankier Robert
Calvi aussagte.
4.4. / 30.4.2005 - Rückblick auf sein Leben - Hatte der Papst als
Bischof eine Geliebte? - Ist der Bericht der polnischen Zeitung
Fakty i Mity Nr. 37 vom 19.9.2002 glaubwürdig? Demnach wurde Karol
Wojtyla als Weihbischof von Krakau vom damaligen polnischen Geheimdienst
überwacht, was die Agenten auch auf die Treffen mit seiner Vertrauten und Geliebten Irena
K. brachte. Ihr Sohn Adam, dessen Vater allem Anschein nach ihr Mann war, von dem sie
getrennt lebte, sagte zum späteren Papst "Onkel". Das ist insofern
auffällig, da viele Kinder von Priestern und Bischöfen ihre leiblichen Väter
"Onkel" nennen, was aber nicht heißen soll, dass Adam
der Sohn des späteren Papstes ist. Doch unabhängig davon, ob Johannes Paul
II. als Weihbischof tatsächlich eine Geliebte hatte oder nicht: Bei vielen
Päpsten vor Johannes Paul II. ist dies nachweislich zutreffend, wobei einer
sogar ein sexuelles Verhältnis mit seiner Tochter hatte (nachzulesen
z. B. in den "Kriminalgeschichten des Christentums" von Karlheinz
Deschner), während man offiziell Enthaltsamkeit und den Zölibat predigt. Und auch andere hohe Würdenträger führen ein sexuelles
Doppelleben (vgl. das Buch von Prof. Hubertus Mynarek, Casanovas in
Schwarz) und pflegen heimliche homo- oder heterosexuelle
Beziehungen. Die heutige Situation ist zudem geprägt von dem Thema "Priesterkinder" und den
Sexualverbrechen an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker
(siehe z. B. hier). Das alles passt nicht zu dem moralischen Bild, das die Kirche von sich
selbst bzw. den oberen Vertretern in der Hierarchie zeichnet.
Wenn nun der
verstorbene Papst - wie andere Amtsträger auch - eine Zeitlang seine Heimlichkeiten
pflegte, wäre das zumindest für viele Polen ernüchternd, die Karol
Wojtyla im Sinne der katholischen Morallehre idealisieren und ihm gerade in diesen Tagen nahe sein möchten, als wäre er ihr Vater oder
innigster Verwandter. Sie müssten sich
dann vielleicht eingestehen, dass sie im Grunde genommen ihre ungestillten Sehnsüchte
nach Nähe und Geborgenheit auf den ehemaligen Bischof von Krakau
projizieren.
Nachforschungen in dieser Sache werden jedenfalls zunehmend schwieriger. Irena
K. soll zur Trinkerin geworden sein, nachdem Weihbischof Wojtyla befördert
worden war, schließlich sogar zum Kardinal ernannt wurde und ihre Treffen mit ihm immer
seltener wurden. Nach seiner Papstwahl sei sie in tiefe Depressionen
gefallen und kurze Zeit später gestorben. Der für die Aufzeichnungen zuständige
Geheimdienstgeneral habe Mitte der 80er-Jahre ein Giftattentat nur knapp
überlebt (und ist womöglich mittlerweile verstorben), sein Nachfolger sei
kurz nach seinem Amtsantritt plötzlich an Herzversagen gestorben. Bleibt
der damalige Agent "M.", der Weihbischof Wojtyla beschattete und die
Informationen über den späteren Papst nach vielen Jahren jetzt an die
Zeitung Fakty i Mity weitergab.
3.4.2005 - Von Präsident Bush bis Islamischer Dschihad - alle huldigen dem Papst: Das erinnert in diesen Tagen viele Christen an die Versuchung von Jesus, wo der Versucher im Blick auf "alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht" spricht: "Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest" (Matthäusevangelium 5, 9).
2.4.2005 - Jenseits: Papst muss sich umstellen:
Es könnte schwierig werden für Johannes Paul II. nach seinem Tod. Anstelle
von einer Million Jugendlicher, die beim Weltjugendtreffen in Köln im August
an seinen Lippen gehangen wären und von einer Milliarde Anhänger weltweit,
die sich ihm kirchlich unterordnen, erwarten ihn dort womöglich jetzt 263
andere Päpste. Sie alle waren gewohnt, den Kurs der Kirche zu bestimmen, und
23 von ihnen ließen in ihrem Erdenleben sogar ihren Vorgänger umbringen, um
selbst an die Macht zu kommen (PS: Literatur zum Thema:
Strafsache Vatikan - Jesus klagt an).
2.4.2005 - "Was
der Papst nicht sehen durfte" - Erinnerungen an
das Kirchenoberhaupt in Mainz im Jahr 1988; von Dieter Potzel, Theologe: "Mit einigen
Dutzend Passanten stand ich 1980 am Straßenrand neben dem Studentenwohnheim
in Mainz, in dem ich damals wohnte. Wir warteten auf den Papst, der
hier auf der vierspurigen Schnellstraße mit
seinem "Papamobil" vorbeifahren sollte. Alle waren neugierig und
friedlich, auch die Gruppe engagierter Katholiken, die zwei Transparente mit sich
führten, auf denen zu lesen war ´Geschieden - ausgeschieden?` und ´Ökumene -
nur ein leeres Wort?` Als sich uns zunächst ein gepanzerter Mannschaftswagen
der Polizei langsam näherte, dachte ich an nichts Schlimmes.
Wahrscheinlich eine normale Sicherheitsvorkehrung! Was dann aber folgte, hatte
ich in dieser Schnelligkeit so ähnlich nur noch einmal erlebt - bei einem Einsatz der gefürchteten
rumänischen "Securitate" unter Regierungschef Ceausescu: Dabei wurde eine Passantin aus einem
belebten Kaufhaus heraus in einer Geschwindigkeit gekidnappt, dass es einem
als Unbeteiligten schier den Atem verschlug. Der Polizeiwagen in Mainz
stoppte damals direkt vor den Transparenten. Plötzlich wurden die Türen
von innen aufgestoßen, und mit Knüppeln bewaffnete und mit Helmen geschützte Polizisten
in Kampfanzügen stürzten sich ohne Vorwarnung auf die entsetzt
schreienden Katholiken. Das Einsatzkommando riss die Transparente an sich,
und die Staatsmacht war so schnell wieder verschwunden wie
sie gekommen war. Erst jetzt war der "Frieden" eingekehrt, so wie er für
den Papstbesuch erwünscht war. Wenig später fuhr Johannes Paul II. ca. mit
Tempo 60 vorbei. Der Empfang in Mainz sei herzlich für das Kirchenoberhaupt
gewesen, hieß es wohl so oder so ähnlich später in den Nachrichten.
2.4. / 5.4.2005 - Gebete für den Papst oder Anbetung des Papstes?
- Während das öffentlich gemachte Sterben von Johannes Paul II. andauert,
nimmt seine Verehrung und der damit verbundene Papstkult zunehmend
apokalyptische Züge an. Ein Reporter des Bayerischen Rundfunks hat sich
heute morgen wohl versprochen, als er erklärte, die Menschen hätten sich
versammelt, um den Papst anzubeten. Doch unterschwellig hat er womöglich ins
Schwarze getroffen. So ist zwar vordergründig Christus genannt, wenn es auch
im Motto des katholischen Weltjugendtreffens im August in Köln
heißt: "Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten." Doch von ihren Gefühlen liegt
vielen Jugendlichen der Papst wohl näher, und zwischen einer in der
katholischen Kirche praktizierten Anrufung eines "Heiligen" und einer
Anbetung sind die Übergänge fließend (auch wenn beides unterschieden wird). Und Außenstehende bekamen zuletzt
den Eindruck, dass es auch bei diesem geplanten Großereignis vor allem um
die Huldigung des Papstes geht. Weiterhin stehen in Köln die "sterblichen
Überreste" der Sterndeuter aus dem "Morgenland" im
Mittelpunkt, die den neu geborenen Jesus in Bethlehem besucht hatten und
deren Knochen angeblich in dem goldenen Schrein im Kölner Dom als
"Reliquien" aufbewahrt werden. Und wie es den Anschein hat, könnte
die Mumie bzw. das Skelett oder einzelne Körperteile des derzeit sterbenden Papstes nach der
offiziellen "Totenruhe" ebenfalls bald bedeutsame Reliquien werden.
Ergänzung der Meldung: Es
verging kein halber Tag nach dem Tod Karol Wojtylas, da
wurde bekannt, dass evtl.
sein Herz separat vom übrigen Körper in Polen bestattet werden soll. "Sein zentrales
Lebensorgan könnte, verehrt wie eine Reliquie Jesu, zu einem neuen Zentrum des
Glaubens der Polen werden", heißt es bei Spiegel online (3.4.2005). Der
Papstkult würde auf diese Weise noch makabrer. Da es aber keine entsprechende
Verfügung des verstorbenen Papstes darüber gibt, bleibt der Leichnam als eine
Art "Ganzkörper-Reliquie" in Rom erhalten.
1.4. / 3.4.2005 - Nachruf: Sterbender Papst - Irreführung bis zum
letzten Atemzug - Wenn das Sterben beginnt, sieht der Mensch oft
seinen Lebensfilm ablaufen mit all´ dem
Für und Wider des zu Ende gehenden irdischen Lebens. So bezeugen es viele Erfahrungsberichte.
Ehemals Sterbende berichten auch, dass vor ihnen verstorbene Personen im
Jenseits auf sie warteten, um sie abzuholen. Wer würde demnach die Seele des Papstes abholen? Der Kardinalvikar von Rom
mit dem (symbolisch interessanten) Namen Ruini behauptete am Abend des 1.4., in diesen Stunden des Leidens "sehe und
berühre" der Heilige Vater bereits Christus (Bild online, 1.4.2005).
Wirklich? Denn
Christus wollte, dass alle Menschen, einschließlich Karol Wojtyla, Brüder
und Schwestern unter Geschwistern werden; dass sie in ihrem Leben allen
Dünkel, allen Habitus, allen personenbezogenen Popanz und alles kirchliche
Schaugepränge ablegen und schlicht das Gebot "Bete und arbeite" erfüllen.
Christus, so der christliche Glaube, will allen Menschen im Leben und im
Sterben nahe sein und einen speziellen
"Stellvertreter" wollte er nie. Denn er lehrte auch die
Gleichheit aller Menschen. Wenn der Mann, der für sich und sein Amt aber in Anspruch
nahm, dieser "Stellvertreter" gewesen zu sein, aber in
wesentlichen Dingen nicht tat, was Christus
wollte - wessen Willen erfüllte er dann? Und wen "sieht und berührt" er
dann in
seinen letzten "Stunden des Leidens" auf der Erde?
27.3. / 17.4.2005 - Osterfeiern: Katholisches Schauspiel mit todkrankem Papst
- Schon im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte galt Johannes Paul II. als
einer der "Großen" unter den Päpsten. Sein derzeit weltweit in den Medien
sichtbares Leiden treibt sein Ansehen in noch größere Höhen. Vielen scheint
Mitleid mit dem Mann das Gebot der Stunde. Andere entlarven gerade jetzt das
Schauspiel der katholischen Kirche als eine Verhöhnung von Christus. So
erklärte der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hubertus Mynarek im
Rahmen einer Veranstaltung in Ingolstadt am 21.2.2005: "Der Papst will ja nicht
abtreten. Schauen Sie, er ist so krank, er wirkt manchmal nur noch wie eine
Mumie, mit Spritzen aufrechterhalten. Aber die Macht will er nicht abgeben,
und deswegen sagt er die wirklich gotteslästerlichen Worte: ´Jesus ist auch
nicht vom Kreuz gestiegen`. Nun, Jesus konnte nicht. Er war angenagelt.
E r aber, der Papst, kann. Er will aber nicht. Das ist der große
Unterschied."
Mit anderen Worten: Jesus war nicht schwerkrank wie
der Papst heute. Jesus litt, weil er von den Menschen gequält wurde, und
sein Leiden wurde ihm von den damaligen Priestern und religiösen
Obrigkeiten und der römischen Besatzungsmacht zugefügt. Johannes
Paul II. jedoch wird heute weltweit verehrt und fast vergöttert, und
alle Priester liegen ihm zu Füßen. Doch auch vieles andere, was beide
Personen charakterisiert, lässt sich nicht vergleichen. Jesus wollte z.
B. keine Kirchen aus Stein, und er lehrte die Gottes- und Nächstenliebe
und keine Heilsnotwendigkeit von Sakramenten. Auch befürwortete er
niemals Krieg und Gewalt, auch nicht als "letzte Mittel", wie es die
Kirche tut und auch Johannes Paul II. im Balkan befürwortete und vieles
mehr.
Zudem: Auch wenn es durchaus in der Macht von Jesus gelegen
hätte, seine Kreuzigung zu verhindern, woran viele Christen glauben: Das
Friedensreich von Christus ist nicht von dieser Welt, und weltliche
Macht und Herrschaft wies der Mann aus Nazareth stets zurück. Die Kirche
jedoch schuf ein weltliches Reich, das mit allen Mächtigen und Reichen
dieser Erde verbündet ist.
Und weiter: Jesus hat auch nie einen Stellvertreter ernannt,
der spezielle Kleider, Hüte, Stäbe, Kreuze und Schals trägt und sich von Menschen verehren
lassen soll. Er lehrte, wie es auch im Lied des Propheten Mose heißt, dass alleine Gott "heilig" sei
(Offenbarung 15, 4), und er mahnte die
Menschen, sie sollen auf Erden keinen ihrer Lehrer "Vater" (Matthäus 23, 9)
nennen. Wenn Jesus vom "Heiligen Vater" sprach, dann meinte er
damit seinen
"Vater im Himmel" (Johannes 17, 11). Die Kirche aber nennt ihr
menschliches Oberhaupt "Heiliger Vater".
24.3.2005 - Kirchliche Diskriminierung der Zeugen Jehovas - Das
Oberverwaltungsgericht Berlin macht nicht mit / Ekklesiogene Neurosen in den
Kirchen:
Was ist, wenn ein Staat auch einer kleineren Religionsgemeinschaft ähnliche
Rechte verleihen könnte wie sie die beiden großen Quasi-Staatskirchen
"Evangelisch" und "Katholisch" seit Jahrhunderten in
immer wieder neuen Formen genießen! So entschied
das Oberverwaltungsgericht Berlin, dass das Land Berlin auch den Zeugen
Jehovas den Status einer "Körperschaft des Öffentlichen Rechts" verleihen
muss, was z.
B. mit einigen Steuerbefreiungen verbunden ist. Der Aufschrei und der
Protest der Kirchen folgte sofort. So verwies die Evangelische Kirche
sogleich auf kritische Berichte von einzelnen Aussteigern bei den Zeugen
Jehovas. Wörtlich erklärte z. B. der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber: "Man
muss ja auch fragen, wer sonst Auskunft geben soll, wenn nicht diejenigen
Menschen, die tatsächlich unter Druck geraten" (Spiegel
online, 24.3.2005). Als Außenstehender kann man aber zurückfragen: "Warum aber nur diese und aus Gründen der Ausgewogenheit nicht auch
diejenigen, die sich bei dieser Gemeinschaft wohlfühlen?" Wendet man nämlich denselben Maßstab, den Bischof Huber hier einfordert, an die
evangelische und an die katholische Kirche an, hätte dies schon lange
dazu führen müssen, dass die beiden Großkirchen
ihre maßlosen Privilegien (vgl.
www.stop-kirchensubventionen.de) verlieren. So berichten nämlich Aussteiger aus den
beiden Amtskirchen seit Jahren z. B. von Einschüchterungen der Menschen
mit Höllendrohungen. Oft finden diese Einschüchterungen nicht direkt statt,
sondern werden sehr subtil eingesetzt. Die Folgen sind vielfach so genannte
"ekklesiogene" Neurosen oder Psychosen,
welche Gläubige bereits zu Hunderten aus der Bahn warfen. Davon betroffen
sind meist Menschen, die sich trotz schwer wiegender Probleme mit der
kirchlichen oder biblischen Lehre oder bestimmten kirchlichen
Moralvorstellungen nicht von diesen lösen können. Erst Anfang März
nahm in Groitzsch bei Leipzig eine engagierte lutherische Kirchenvorständin
ihre drei minderjährigen Kinder mit den Tod. Sie warteten mit zwei Bibeln in
eisiger Kälte auf den Tod durch Erfrieren. Hinzu kommen sexueller
Missbrauch von Kindern durch kirchliche Amtsträger und vieles mehr.
Man
stelle sich vor, wie das Urteil des Gerichts womöglich ausgefallen wäre,
wenn auch nur eines dieser Vergehen, die in den Kirchen an der Tagesordnung
sind, bei den Zeugen Jehovas passiert wäre. Außerdem wurde gerade
diese Gemeinschaft auf unmittelbare oder mittelbare Veranlassung der Kirchen
von den Nationalsozialisten verfolgt, was viele der "Zeugen" nicht überlebten.
Ein Auszug aus der Schrift
"Der Theologe
Nr. 4, Die evangelische Kirche und der Holocaust", der dies dokumentiert,
ist hier einsehbar. Schon aus diesem Grund hätten die Kirchenvertreter
allen Grund, freiwillig vom hohen Ross zu steigen und ihr Inquisitionsgebaren
nach ca. 1800 Jahren endlich zu beenden.
Lesen Sie dazu auch Ein Kirchenaussteiger
berichtet.
4.3.2005 - Antisemitismus und Judenverfolgung - Honorarprofessor Rusam
kritisiert: "Es fehlt die Bereitschaft, sich zur Schuld der Kirche zu
bekennen." An vielen Kirchen sind so genannte "Judensäue" in Stein
gemeißelt, z. B. in der Lutherstadt Wittenberg, am Regensburger Dom oder in
der Bayreuther Stadtkirche. Jüdische Mitbürger werden dabei von einem
Schwein, der "Judensau", gesäugt. In Bayreuth hat die evangelische Kirche
jetzt darunter eine Gedenktafel angebracht mit dem Text: "Unkenntlich
geworden ist das steinerne Zeugnis des Judenhasses an diesem Pfeiler. Für
immer vergangen sei alle Feindseligkeit gegen das Judentum." Dr. Hermann
Rusam, Honorarprofessor der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der
Universität Nürnberg, kritisiert in diesem Zusammenhang aber die fehlende
Bereitschaft, "sich zur Schuld der Kirche zu bekennen" (epd,
3.3.2005).
Auch wird Martin Luther, der die "Judensau"
verteidigte und zur Judenverfolgung aufrief, weiter verehrt.
Der Theologe Nr. 4, Die evangelische Kirche und der
Holocaust, weist nach, wie der Antisemitismus der Kirche in die
Judenvernichtung im Dritten Reich mündete. Von dem ursprünglich kirchlichen
Feindbild "Juden und Sekten" sind nach dem Holocaust freilich nur noch die
so genannten "Sekten" übrig geblieben.
9.2.2005 - Philipp Melanchthon war kein Vorläufer für Gewissensfreiheit -
im Gegenteil: Bei der Suche nach Vorläufern des modernen Europa
versuchen die Kirchen doch immer wieder, ihre alten Inquisitoren
unterzubringen. Jüngstes Beispiel: Ein epd-Artikel über die
Europäische Melanchthon-Akademie in Bretten/Baden, der von mehreren
Tageszeitungen kritiklos übernommen wurde, so auch von der Würzburger
Main-Post am 11.1.2005 Das sollte nicht unwidersprochen bleiben.
Lesen Sie
hier eine Entgegnung, die von der Main-Post auch in gekürzter
Form übernommen wurde.
28.1.2005 - 60 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz
-
Damit sich solche Grauen nicht wiederholen können, ist es nötig, die Wurzeln
der Verbrechen zu finden und den Anfängen zu wehren. Eine wesentliche Wurzel
wird jedoch beim Gedenken an die Millionen Opfer meist ignoriert bzw.
verschwiegen. Adolf Hitler
rechtfertigte sich nämlich damit, "dass er gegen die Juden nichts anderes tue als
das, was die Kirchen in 1500 Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich
Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1986, S. 406). Vor allem Martin Luther
tat sich mit seiner Forderung nach Judenpogromen hervor: Man soll ihre
"Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken", ihre Häuser zerbrechen. "Dafür
mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun". Aller Besitz soll
ihnen weggenommen werden und den "jungen und starken Juden" soll man in die
Hand geben "Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken und Spindel und lasse sie ihr
Brot verdienen im Schweiß der Nasen". Wer auf jüdische Art Gott öffentlich
lobt, soll, so Luther, hingerichtet werden (Belege bei: Martin
Luther, Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, Jena 1542; zitiert nach der
im Dritten Reich heraus gegebenen Volksausgabe von H. L. Parisius;
im einzelnen auch nachzulesen in "Der
Theologe Nr. 4" - siehe unten; ausführlich in
Der Theologe Nr. 28).
Wie verträgt sich aber das notwendige Gedenken an Auschwitz und die gleichzeitige Ehrung
Martin Luthers? Die Kirchen forderten in der Weimarer Republik und im
Dritten Reich den Staat auf, gegen religiöse Minderheiten vorzugehen und
bekämpften sowohl "Juden" als auch "Sekten". Heute verschweigen sie am liebsten ihre
Verantwortung am Judenmord, verleumden aber wie eh und je wieder andere
Minderheiten (Lesen Sie dazu
"Der Theologe 4: Die
evangelische Kirche und der Holocaust - Dokumentation").
28.1.2005 - Neutrale Richter gesucht - also nicht
katholisch und nicht evangelisch:
Der
Ex-Pfarrer Dieter Potzel wehrt sich mit einer Stellungnahme gegen ein
Gerichtsurteil.
27.1.2005 - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) nach dem Krieg
und die NPD heute:
Verständlichen Unmut ernteten
NPD-Vertreter im sächsischen Landtag, als sie die Bombardierung Dresdens
durch die Alliierten mit dem Holocaust verglichen. Weniger bekannt ist, dass
die EKD in einer offiziellen Stellungnahme Ende 1945 die neue Grenzziehung im Osten
Deutschlands auf eine Ebene mit dem Holocaust stellte. Wörtlich heißt es im
EKD-Papier vom 28.11.1945: "Das deutsche Volk auf einen noch
engeren Raum zusammenzupressen und ihm die Lebensmöglichkeiten möglichst zu
beschneiden, ist grundsätzlich nicht anders zu bewerten als die gegen die
jüdische Rasse gerichteten Ausrottungspläne Hitlers"
(zit. nach Clemens Vollnhals, Evangelische Kirche und Entnazifizierung,
München 1989, S. 39). Wie die Kirche im Dritten Reich gegen die jüdischen Mitbürger vorging
und die Nazis dabei verschiedentlich unterstützte, lesen Sie in:
"Der Theologe Nr. 4": Die
evangelische Kirche und der Holocaust - Dokumentation
22.1.2005: Kirchliches "Obdach" für Rudolph Mooshammer:
Obwohl er aus
der evangelisch-lutherischen Kirche ausgetreten war, wurde der Leichnam des ermordeten Rudolph
Mooshammer in einem evangelischen Kirchengebäude aufgebahrt. Außerdem
sprachen je ein evangelisch-lutherischer und ein römisch-katholischer
Pfarrer bei der Beisetzung des Modezaren, der ein Doppelleben führte: in
der Münchner Society und im Umfeld des homosexuellen Rotlicht-Milieus. Weil Mooshammer
auch geholfen habe, den Obdachlosen
ein Obdach zu gewähren, gewähre die Kirche nun ihrerseits dem - kirchlich
"obdachlosen" - Modezaren ein Obdach. Das klingt rührend. Und doch ist es
- gelindes gesagt - unpassend, wenn ausgerechnet die Kirchen das soziale Engagement
Mooshammers auf diese Weise "würdigen". Denn es lenkt davon
ab, dass sie im Unterschied zu Mooshammer fast nichts von ihrem Reichtum für
die Linderung von sozialer Not abgeben. Man gibt meist nur Spenden von Gläubigen weiter oder lässt sich sein
soziales Engagement mit ca. 10 Milliarden Euro jährlich vom Staat bezahlen
(mehr dazu siehe
www.stop-kirchensubventionen.de). Unbeantwortet bleibt auch die Frage, ob
es Rudolph Mooshammer recht gewesen wäre,
auf diese Weise wieder in den Bauch der "Mutter" Kirche einverleibt zu
werden. Schloss Neuschwanstein oder Schloss
Nymphenburg in München hätte er wohl als Aufbahrungsort seines Körpers
zumindest bevorzugt ...
7.1.2005: Stoppt ein gefordertes Tiermassaker in Deutschland!
- Die
Landwirte von Gut Greußenheim in Unterfranken verstehen sich als freie (und
nicht als kirchliche) Christen,
die im Einklang mit der Natur wirtschaften möchten. Aus diesem Grund wollen
sie auch nicht, dass auf ihren Wiesen und vielen Feldern und in ihren Wäldern
gejagt wird. Wildtiere, die dort Nahrung suchen, werden nicht als Schädlinge
betrachtet, sondern ihnen wird der Teil der Ernte zugestanden, den sie
brauchen. Denn die Früchte, welche die Erde
hervorbringt, sind auch für die Wildtiere gedacht. Und die Landwirte lernen, das Verhalten und die Sprache
der Tiere zu verstehen (Darüber gibt es auch bereits
Veröffentlichungen). Benachbarte Landwirte werden entschädigt bzw. es wird
etwas getan, damit die Tiere nicht so leicht auf ihre Felder kommen. Nun
möchte das zuständige Landratsamt Würzburg im Verbund mit katholischen und
evangelischen Jägern das friedvolle Miteinander dort gewaltsam beenden und
fordert gegen Androhung eines Zwangsgeldes die Erschießung einer großen
Anzahl von Wildschweinen. Der katholische Landrat hat sich in der
Vergangenheit öffentlich gegen den Glauben der Landwirte gestellt. Doch die
Landwirte wehren sich. Ihr Anwalt hat nun das Ruhen der Jagd auf deren
eigenen Flächen beantragt (Ruhen der Eigenjagd), was in vielen anderen
Ländern Europas (z. B. Schweiz, Italien, Frankreich) sowie in
Baden-Württemberg in Einzelfällen schon erfolgreich und beispielhaft
praktiziert wird. Es sollte auch auf einem
kleinen Fleckchen Erde in Bayern möglich sein. In der kommenden Woche
entscheidet das Gericht, darüber, ob sofort Wildschweine erschossen werden
müssen.
7.1.2005: Aktualisierung der Meldung vom 5.1.2005: Gericht schützt Tiere vor
Massaker - vorerst. Eine vernünftige Entscheidung der Justiz: Vor einer
abschließenden Klärung der strittigen Frage zwischen Tierschützern und
Jägern bzw. der Jägerbehörde im Landratsamt Würzburg darf diese keinen
"Sofortvollzug" ihrer Abschussanordnungen durchsetzen. Und auch keine hohe
Zwangsgelder verlangen, wenn dies dem Jagdpächter nicht gelingt. Parallel
dazu läuft der Antrag des Waldeigentümers auf Ruhen der Eigenjagd (siehe
oben). So gibt es Hoffnung für
die Wildtiere, dass ihnen auch in Bayern wenigstens ein kleines Fleckchen
Erde zugestanden wird, auf dem sie nicht schwer verletzt oder erschossen
werden.
PS: Die Landwirte arbeiten auch mit einer
Stiftung zusammen.
10.12.2006: Aktuell:
Der
Prozess vor dem Verwaltungsgericht in Würzburg
7.1.2005 / 20.4.2006: Flutkatastrophe in Südostasien - Die führenden Theologen
beider Kirchen geben derzeit wieder bundesweit Stellungnahmen zu der Frage
ab "Wie kann Gott das zulassen?" Leider tragen sie auf
diese Weise vielfach dazu bei, dass Menschen ihren Glauben an Gott verlieren.
Denn man macht Ihn für Katastrophen mitverantwortlich und verschweigt, dass
die Elemente der Erde aufgrund menschlicher Schuld aus den Fugen geraten
sind und immer wieder geraten. Mit Gottes Willen hat dies nichts zu tun. Lesen Sie dazu die
Information der Freien Christen Nr. 6: Der
Tod - und was dann? Das Geheimnis der Kirchen und ein Blick hinter die
Nebelwand. Sie deckt im Teil 1
Hintergründe der kirchlichen Lehre auf und weist auf eine positive Perspektive hin.
Der Theologe aktuell:
Hier die Meldungen von 2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil / 2006
- 1. Teil / 2006 - 2. Teil
2007 - 1. Teil /
2007 - 2. Teil / 2008 - 1. Teil /
2008 - 2. Teil
2009 - 1. Teil /
2009 - 2. Teil / 2010 - 1. Teil / 2010 - 2. Teil
|
Die Zeitschriften
DER THEOLOGE,
Ausgaben Nr. 1, 3, 8,
ein Auszug aus Nr.
41
und die Ausgabe Nr. 1
der
FREIEN |