DER THEOLOGE
aktuell
2005-2
|
Klarstellung:
|
25.12. -
Naturkatastrophen,
"neue
Weltordnung"
und mögliche Folgen des "Urbi
et Orbi"
8.12. - Die Geburtstage von Buddha und Jesus
25.11. -
Exorzismus im Kino: Der Exorzismus von Emily Rose
24.10. -
Kirchliche
Medienlobby protestiert gegen Esoterik-Sender -
Wer protestiert gegen kirchliche
Verführung?
12.10. -
Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest gegen Gipfel-Kruzifixe
9.10. -
Skelett von Kardinal
von Galen in
"außergewöhnlich gutem Zustand"
-
Seligsprechung eines Kriegstreibers
17.9. -
Plant katholische Kirche neue
Bibelfälschung? Protestanten beenden Mitarbeit bei der
Einheitsübersetzung
16.9. -
Papst im Sinkflug über die Alpen: Nach dem Segen kam die Flut
25.8. -
Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die "Erfüllung der
religiösen Sehnsucht".
20.8. -
"Sparen
Sie sich die Kirche"
- Kirchenkritik zum Weltjugendtag in Köln
15.8. -
"Kluge Bayern" überwiegend "ewig verdammt" - und die Teilnehmer am
Weltjugendtag auch: trotz
zwischenzeitlichem vollständigen Ablass
15.8.
-
Evangelische Kirchenchristin brachte
neun Säuglinge um - Evangelischer Innenminister lenkt
ab und
beschuldigt die DDR
30.7. -
Wie die
römisch-katholische Kirche die Militärjunta in Argentinien (1978-1983)
unterstützte
und welche
Hinrichtungsmethoden für
Regierungskritiker
und
"Häretiker"
sie empfohlen hatte
11.7.
- Neu:
Der Theologe Nr. 19 - Es gibt keine ewige Verdammnis - auch nicht in der
Bibel
7.7.
-
Seniorin
wollte 600.000,00 € lieber ihrem Sohn vererben als der Kirche -
Kirchenvertreter erkennt
Widerruf des
Testaments nicht an
1.7.
- Neu: Glaubenstest für alle Katholiken:
Sind Sie ein gläubiger Katholik oder
werden Sie ewig verdammt?
16.6. -
Katholische Kirche bietet vermehrt Exorzismus-Kurse an
11.6. -
Religionsunfreiheit in Deutschland: Ein Erfahrungsbericht
9.6.
-
Achtung Urlauber -
Hier werden tödlich Verunglückten
ohne deren Einverständnis die Organe entnommen!
29.5. -
Mehrwertsteuererhöhung von CDU und CSU geplant: Der
Zugriff auf das Volk
wird immer
stärker. Die Reichen und
Privilegierten bekommen immer mehr
25.5. -
Aussteiger
suchen unabhängigen Politiker - Wer fällt nicht vor den Kirchen auf die
Knie?
25.12.2005 / 26.12.2006 / 14.1.2010 -
Naturkatastrophen, "neue Weltordnung" und mögliche Folgen des
"Urbi et Orbi" - Dass der Weihnachts- und Ostersegen des Papstes "Urbi et Orbi" (= "Der Stadt
und dem Erdkreis") mehr oder weniger nutzlos ist und der damit verbundene "Ablass" von
"Sündenstrafen" eine Scharlatanerie, darin stimmen wohl viele auf Anhieb überein.
Darüber hinaus kann man jedoch auch noch fragen: Wirkt der Segen vielleicht hier
und da wie ein Fluch? Immerhin gilt der Papst den Katholiken in seiner
Eigenschaft als angeblicher "Stellvertreter Gottes" auch als "Lenker
des Erdkreises"
(einer der Titel bei der Papstkrönung; zit. nach
Liber Pontificalis von 1596). Und mancher Gläubige denkt dabei daran, wie Jesus laut dem Zeugnis
der Bibel den Naturelementen "geboten" hatte und z. B. einen Sturm stillte. Und
gibt es von seinem so genannten "Stellvertreter" nun Ähnliches zu berichten? Wohl eher nein. Denn Tatsache ist
auf jeden Fall: Unmittelbar nach dem "Urbi et Orbi" 2003 bebte in
den frühen Morgenstunden des 26.12. in der iranischen Stadt Bam die Erde und die
Hälfte der Einwohner kam ums Leben. Dem "Urbi et Orbi" im Jahr 2004 folgte am
Morgen des 26.12. die verheerende Tsunami-Welle im indischen Ozean, die über
220.000 Menschen das Leben kostete. Und nach dem letzten "Urbi et Orbi" von
Johannes Paul II. zu Ostern 2005 folgte gleich am Ostermontag ein schweres
Seebeben im Indischen Ozean (Stärke 8,7), das mehreren Hundert Küstenbewohnern
den Tod brachte.
Und auch der Segen des neuen Papstes Benedikt XVI. steht bereits in bedenklichen
zeitlichen Zusammenhängen. So begannen am 22.8.2005 in den Alpen die
schweren Regenfälle, die eine Hochwasser-Katastrophe auslösten. Unmittelbar
zuvor, am Abend des 21.8.2005, hatte der Papst - im Flugzeug von Köln nach Rom reisend -
das Gebirge im
Sinkflug segnend überquert. In dieser Zeit schauten in seinem Geburtsort Marktl
Gläubige mit
brennenden Kerzen in den Händen andächtig nach oben in Richtung Flugzeug (Lesen Sie dazu die
Meldung vom 22.8.2005). Wenige Stunden später kam das Wasser ...
Für manchen mag schon die Frage "ungeheuerlich" sein, ob das "Urbi et
Orbi" vielleicht zu den negativen Ereignissen beitragen könnte.
Doch die zeitliche Nähe zu einigen Katastrophen ist nun einmal unbestritten. Und
bei positiven Ereignissen nach einem Kirchengebet oder Segen werden diese kirchlicherseits auch ungeniert auf das Handeln der Kirchenmänner zurückgeführt. Ganze Wallfahrtsorte sind auf diese Weise entstanden. Deshalb ist es berechtigt, bei negativen Ereignissen nach kirchlichen
Gebeten oder Segenshandlungen ebenfalls nach einem möglichen Zusammenhang zu
fragen.
Zur Situation 2005, 2006 und 2010: Nach dem ersten "Urbi et Orbi"
von Benedikt XVI. an Weihnachten
2005 blieben die Naturelemente zumindest einigermaßen ruhig, abgesehen von einem
schweren Erdbeben in Pakistan, das sich aber schon einige Stunden vor dem "Urbi
et Orbi" am 25.12.2005 ereignet hatte.
Die schreckliche Erdbeben-Tragödie in Haiti vom 13.1.2010 trifft
schließlich ein Land, in dem die römisch-katholische Kirche Staatsreligion ist
und der größte Teil der Bewohner Katholiken. Einige Jahre lang (1996; 2001-2004)
wurde das Land bis zu dessen Vertreibung sogar vom katholischen Priester
Jean-Betrand Aristide regiert. Das päpstliche Urbi et Orbi zweieinhalb Wochen
zuvor hatte für die Menschen dort also weit größere Bedeutung als in den meisten
anderen Ländern. Doch hat es die größte Katastrophe seit über 200 Jahren
mit Hunderttausenden von Toten nicht verhindert und auch nicht, dass die größte
Kathedrale des Landes in Porte-Au-Prince und zahllose andere katholische Kirchen
in sich zusammen gefallen ist.
Auch gibt es noch anderweitige Überlegungen zu möglichen Spätfolgen des
Segens. Der Papst sprach im Zusammenhang des weihnachtlichen "Urbi et Orbi"
im Jahr 2005 nämlich auch auf vom
"Aufbau einer neuen Weltordnung", "die auf gerechte
ethische und wirtschaftliche Beziehungen gegründet ist", was zunächst sehr
positive Worte sind. Doch der Wortgebrauch
"neue Weltordnung" lässt dabei manchen inne halten. Wenn jemand von
einer "neuen Weltordnung" spricht, dann wird darunter in erster Linie
eine "neue Weltordnung" unter der politischen Führung der USA verstanden. So
heißt es z. B. im Internet-Lexikon
Wikipedia (25.12.2005):
"Geprägt
wurde der Begriff nach dem Ende des
Ersten Weltkriegs
durch den amerikanischen Präsidenten
Woodrow Wilson
... Die Bezeichnung wurde erneut populär in der Verwendung durch den
damaligen Präsidenten der
USA
George H. W. Bush
nach dem Zusammenbruch der
kommunistischen
Diktaturen
in Osteuropa Ende des 20. Jahrhunderts und der damit kurzfristig einhergehenden
Hoffnung auf den Anbruch eines neuen, friedlicheren Zeitalters für die
Menschheit unter amerikanischer Führung. Die
Idee einer Neuen Weltordnung wird am Beginn des 21. Jahrhunderts in den
USA unter dem Gesichtspunkt des Führungsanspruchs als einzig verbliebene
Weltmacht diskutiert; sie wird kritisiert von allen, die mit den entsprechenden
Vorstellungen der amerikanischen Regierungspolitik nicht einverstanden sind
..."
.
So wäre es kein Wunder, wenn der Aufruf zu einer "neuen Weltordnung" im weihnachtlichen "Urbi et Orbi"
2005 von der
US-Regierung auch als Ermunterung für eine aggressive Politik gegenüber dem Iran im kommenden
Jahr (nach der Fußball-Weltmeisterschaft) aufgefasst würde. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass
ausgerechnet drei Tage vor dem Oster-Urbi-et-Orbi 2006 die
evangelische US-Außenministerin Condoleeza Rice, Tochter eines
Predigers, vom
UN-Sicherheitsrat die Legitimation eines Kriegs gegen den Iran fordert und nach
Ostern hinzufügt, diese Legitimation wäre aber gar nicht nötig. In der Zwischenzeit
hatte der protestantische US-Präsident George W. Bush bereits mit dem Abwurf
einer Atombombe über dem Iran gedroht. Tatsächlich begann dann am
12.7.2006, "pünktlich"
drei Tage nach der Fußball-WM, der mit den USA abgesprochene Krieg
Israels gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Armee und den Libanon.
Zu Weihnachten 2006 erfolgt dann unmittelbar nach dem Urbi et Orbi wie
schon 2003 und 2004 eine schwere Katastrophe: In Lagos/Nigeria kommen bei der
Explosion einer Pipeline mindestens ca. 850 Menschen ums Leben. Und in
Indonesien nehmen nach dem Urbi et Orbi die schweren Regenfälle,
Überschwemmungen und Erdrutsche weiter zu, so dass ca. eine halbe Million
Menschen auf der Flucht sind.
Unser Vorschlag: Einmal fünf Jahre lang auf das Urbi et Orbi verzichten
und in dieser Zeit beobachten, ob sich nicht manches bessert. Danach neu
entscheiden, ob der vermeintliche Segen wieder gesprochen wird oder nicht.
PS:
Das "Urbi et Orbi" hat der Vatikan übrigens von den
heidnischen Priestern des Imperium Romanum übernommen. Damals brachte der "Segen" Roms den Völkern viel Leid
und Verzweiflung, z. B. durch die vielen Kriege oder durch die Gewaltherrschaft einzelner
Statthalter. Auch das Ritual, eine "Heilige Pforte" zu öffnen (wie durch
Johannes Paul II. zu Weihnachten 1999), stammt aus dem antiken Rom. Stand dem
Reich ein Krieg bevor, öffneten die Kaiser damals das Janustor ...
Und: Wenn das "Urbi et Orbi" nicht der Segen Gottes ist, gibt es dann
überhaupt einen solchen Segen, der von Gott kommt? Wir glauben und haben
erfahren: Wer sich aufmacht, nach den Geboten Gottes (z. B. den Zehn Geboten) zu
leben und nach der Lehre des Jesus von Nazareth, der ist schon von Gott gesegnet.
PS: Lesen Sie auch die Meldung über das Urbi
et Orbi vom 17.4.2006
8.12.2005 / 24.11.2009 -
Die Geburtstage von Buddha und Jesus -
Zu Ehren
des Geburtstags von Buddha lassen Buddhisten symbolisch vor dem Tempel gefangene
Vögel frei, was bedeuten soll: Nach dem Willen Buddhas sollen alle Menschen und
Tiere so frei sein. Im Gegensatz dazu die kirchlichen Zeremonien und Bräuche zu "Ehren" des
wieder bevorstehenden Geburtstags von Jesus.
Die Kirchenchristen lassen zu diesem Anlass Millionen und Abermillionen gefangener Tiere
schlachten, die vor ihrer "Bestimmung" als Gaumenschmaus an den Festtagen
meist noch gequält und oft ohne Betäubung brutal hingerichtet werden, z. B.
Gänse, Enten, Truthähne usw. Bei den Kühen, die uns derzeit aus mancher "Krippe
von Bethlehem" friedlich anblicken, ist dies das ganze Jahr über Alltag. So werden z. B. die neugeborenen Kälbchen sofort
nach der Geburt der Mutter weggenommen und in engste Boxen gesperrt, damit sich
keine Muskeln entwickeln und das Kalbfleisch damit besonders zart wird. Drei
Tage lang brüllen Mutter und Kind verzweifelt nacheinander, "dann ist Ruhe", so
ein evangelischer Landwirt und zartes Kalbfleisch "mundet" besonders auch an
Weihnachten ...
Durch die Tierquälerei der
Kirchenchristen wird Jesus verhöhnt, denn er trat wie
Buddha für die Freiheit von Menschen und Tieren ein. Er kam ja sogar unter "Ochs
und Esel" in einem Stall zur Welt und warf später die Tierhändler aus dem Tempel,
die dort Rinder, Schafe und Tauben zur Schlachtung angeboten hatten. Die Kirche und ihre
gewissenlosen Theologen aber sprechen
diesen sehr empfindsamen Geschöpfen die unsterbliche Seele und oft auch die Leidensfähigkeit ab.
Und beim Schlachtschüssel-Essen beim Bauern oder Viehzüchter sind die Pfarrer
und die Priester meist die
Ehrengäste, und so mancher Amtsträger bekommt dort die "Ehre", in die erste Blutwurst beißen
zu dürfen. Auch auf diese Weise dokumentieren die Würdenträger ihren Gegensatz zu
Jesus. Und während Buddha und Jesus auch das Mitgefühl für die Tiere lehrten,
bestimmt die Kirche den Menschen zum Herren über Leben und Tod der anderen
Geschöpfe. Diese darf er dann z. B. zu bestialischen Versuchszwecken "gebrauchen"
(Katholischer Katechismus, Lehrsatz Nr. 2417) und er soll sich
sich die gesamte Erde (nach 1. Mose 1, 28) "untertan" machen,
was er auf furchtbare Art und Weise gemacht hat und auch noch tut.
So entscheiden z. B. im kirchenchristlichen Abendland die Jäger und Jagdbehörden
über die genaue Anzahl der Tiere, die in Wäldern und Feldern nach ihrer Meinung existieren dürfen
und über die anderen, die erschossen werden. Doch wehe, die Überlebenden
verhalten sich, z. B., wenn sie Hunger haben, nicht gemäß den Profit- und
Lobby-Interessen der Menschen. Und so werden auch in dieser
kalten Jahreszeit viele frierende Tiere (weil sie sich meistens kein dickes Fell mehr
"anfressen" können) in freier Natur angeschossen bzw. umgebracht. Eine göttliche Schöpfungsordnung,
die das Gleichgewicht in der Natur selbst regelt, wenn der Mensch das zulassen
würde und wie es z. B. Jesus und manche östliche Religion lehrt, wird von der Kirche abgestritten. Haben Tiere Hunger
und suchen sie im Wald oder auf einem Feld etwas zum Essen, gelten sie für die
Kirchenchristen als "Schädlinge", welche die Jäger niedermetzeln
müssen, denn selten ist der erste Schuss gleich tödlich. Angeschossene Tiere
schleppen sich oft noch lange quälend durch den Wald oder verrecken z. B. mit
aufgehackten Gliedern
elendiglich in Fallen. Dies alles geschieht unter dem ausdrücklichen Segen beider
großer Kirchen, sowohl der katholischen als auch der evangelischen. Nur zu den
Festtagen heißt es vorüber gehend "Stille Nacht", solange man zum Schaden der
eigenen Gesundheit das Fleisch der zuvor geschlachteten
Geschöpfe in übergroßen Mengen verdaut. Und am nächsten Tag und in der nächsten
Nacht wird wieder geschossen ...
Lesen Sie zum Thema Der Theologe Nr. 7: Jesus
und die ersten Christen waren Vegetarier.
Anmerkung:
Die Verehrung der Geburt und der Hinrichtung von Jesus eignen sich auch deshalb
gut für den kirchlichen Etikettenschwindel, da Jesus bei dem einen Anlass noch
nicht sprechen konnte und bei dem anderen nicht mehr. In der Zwischenzeit ging er
jedoch auf die Theologen und Priester seiner Zeit los und lehrte u. a.: "Weh euch, ihr
Schriftgelehrten ..." (Matthäusevangelium, Kapitel 23).
4.10. / 25.11.2005 - Exorzismus im Kino -
Seit
Donnerstag, den 24.11.2005 läuft
die Hollywood-Produktion "Der Exorzismus von Emily Rose" mit Jennifer Carpenter,
Laura Linney und Tom Wilkinson in den deutschen Kinos. Der Film erzählt eine
eigenständige Geschichte, ließ sich aber vom Tod der Deutschen Anneliese
Michel (1953-1976) inspirieren und von der Verurteilung ihrer Exorzisten wg.
unterlassener Hilfeleistung. Der Film sympathisiert mit der Theorie, dass
der katholische Exorzismus ohne die teilweise parallele ärztliche Behandlung
mit anti-epileptischen Mitteln womöglich erfolgreich hätte sein können. So
kann auch vermutet werden, dass die
römisch-katholische Kirche das öffentliche Interesse an dem Thema nutzen
möchte, um für
ihre wieder auflebenden Exorzismus-Praktiken zu werben. In diesem
Zusammenhang gewinnt die Nachricht vom 16.6. über die von Papst Benedikt XVI. initiierten neuen
Exorzismus-Kurse erneut an Aktualität. Die Umstände des Todes
von Anneliese Michel zeigen jedoch die Zerrissenheit innerhalb der
römisch-katholischen Kirche, welche eine "Besessenheit" der jungen Frau nach
deren Tod vehement abstritt, während man zuvor noch den Exorzismus genehmigt
hatte. Zum anderen zeigt das Schicksal der Studentin aus Unterfranken, wie
die Kirche selbst den Nährboden dafür bereitet, dass einzelne ihrer
Gläubigen zum Spielball vermeintlicher oder tatsächlicher fremder Mächte
werden. Ein katholischer Exorzismus ist dafür keine geeignete Antwort.
Hier lesen Sie eine
Filmbesprechung zu
"Der Exorzismus von Emily Rose"
(The Exorcism of
Emily Rose)
Lesen Sie auch Der Theologe Nr. 9 - Todesfalle
Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben?
24.10.2005 - Kirchliche Medienlobby
protestiert gegen Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche
Verführung? Weil die Satelliten-Betreibergesellschaft Astra jeden
Abend ab 21 Uhr einen esoterischen Beratungsdienst ausstrahlt, "protestieren
nun Eltern und kirchliche Medienexperten" (Evangelisches Sonntagsblatt
Bayern, 23.10.2005). Da die Sendezeit bis 21 Uhr an den Kinderkanal KI.KA
vermietet ist, befürchten die kirchlichen Glaubenswächter und die von ihnen
instrumentalisierten "Eltern", dass Kinder, die das Programm um 21 Uhr nicht
wechseln, "krassem Aberglauben und schlimmster Scharlatanerie ausgesetzt"
würden.
Obwohl der Staat die beiden Großkirchen jährlich mit Milliardenbeträgen
subventioniert und dabei gegenüber anderen Gemeinschaften massiv
privilegiert, ist das den Kirchen nicht genug. Unverhohlen verstärkt man
auch in unserer Zeit auf vielen Ebenen die moderne Inquisition gegen
Andersgläubige. Doch ist jetzt Zeit, dass der Spieß herumgedreht wird und
sich Proteste zunächst gegen die staatliche Subventionierung kirchlicher
Programme in den Medien richtet. Weiterhin sollen alle Sender und Anbieter
prüfen, ob sich die Ausstrahlung von Sendungen einer Religion mit den
eigenen Programmgrundsätzen vereinbaren lässt, wenn diese Religion z. B. die
Unterwerfung aller Menschen und Völker unter ihren Glauben fordert und die
ewige Hölle für Abweichler, Aussteiger und Andersgläubige lehrt. Diese
Prüfung soll vor allem dem Schutz der Kinder vor seelischer Grausamkeit und
religiösem Fanatismus dienen.
Lesen Sie dazu den Theologen Nr. 18 über den
Glauben der römisch-katholischen Kirche (z. B. über die
Unterwerfung unter den Papst oder
die ewige Hölle) oder den
Theologen Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche
(z. B. dass niemand aus freiem Willen der ewigen Verdammnis entrinnen könne) und
fragen Sie sich: Soll mein Kind in diesem Geist erzogen oder durch
Fernsehen, Radio usw. in diese Richtung beeinflusst werden?
Dazu eine weitere Frage: Soll der
Staat, d. h. wir, alle Bürger, weiterhin jährlich 2.500.000.000 (2,5
Milliarden) € für den konfessionellen Religionsunterricht bezahlen. Dort
werden bereits Kinder und Jugendliche gegen religiöse Minderheiten in
Deutschland aufgehetzt (v. a. in den Lehrplänen des 9. Schuljahres) und in
die Schablonen katholischer oder evangelischer Kirchenmeinungen
hineinmanipuliert.
Deshalb fordern wir als Sofort-Maßnahme: "Für
Religionsfreiheit und Toleranz an unseren Schulen! Stoppt die staatliche
Finanzierung des konfessionellen Religionsunterrichts! Verwendet 50 % des
Geldes für einen konfessionsfreien Werteunterricht, in dem die Achtung vor
dem Nächsten, auch des Andersdenkenden, im Mittelpunkt steht. Und die
anderen 50 % (da es in Deutschland zwei Großkonfessionen gibt, muss der
Staat hier immer doppelt bezahlen, was bei einem überkonfessionellen
Werteunterricht nicht notwendig ist) investiert für den Schutz unserer Umwelt, damit
unsere Kinder auch morgen noch auf diesem Planeten leben können."
Zum Thema "Moderne Inquisition der Kirche" lesen Sie auch das Buch des
Religionswissenschaftlers Hubertus Mynarek, Die
neue Inquisition.
12.10.2005 - Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest
gegen Gipfel-Kruzifixe - Verschiedene Südtiroler
Bergsteigergruppen wehren sich dagegen, dass die römisch-katholische Kirche
auf jedem Berggipfel in den Alpen ein Kruzifix mit dem geschundenen Leichnam
von Jesus, irgendein anderes Kreuz oder Statuen angeblich Heiliger
aufstellt. Als
sichtbares Zeichen des Protests transportierten die Bergfreunde eine
Buddha-Statue auf den 3000 Meter
hohen Piz Badile. "Die 20 Kilogramm schwere Figur
soll erst wieder ins Tal gebracht werden, wenn am Berg keine Heiligenbilder
mehr zu sehen seien, sondern nur noch Fels und Eis", so die Initiative
(idea-spektrum Nr. 41/2005), die sich gegen die Vereinnahmung der Natur
durch die Kirche wendet. Die katholische Kirche reagierte prompt, und ein
Zusammenschluss von Priestern hat sich die Entfernung des Buddha zum Ziel
gesetzt. Durch ihren österreichischen Informationsdienst kath.net
ließ man hierzu die Stellungnahme des Theologen Don Augusto Azzalini
verbreiten, in der es unter anderem heißt: "Unsere Berge dürfen nicht von
anderen Religionen verunreinigt werden, die nicht zu unserer Kultur
gehören".
Auch in anderen Zusammenhängen wird von Katholiken und Protestanten die
Bedeutung von Europa als eines angeblich kirchlichen Kontinents
hervorgehoben und als Argument gegen einen möglichen Beitritt der Türkei
angeführt. Der Kampf um einen Rückschritt ins Mittelalter oder um einen
Schritt vorwärts zu mehr Religionsfreiheit und -gleichheit in Europa
entbrennt derzeit an vielen Fronten.
9.10. /
17.6.2005 / 7.10.2006 - Skelett von Kardinal von Galen "in
außergewöhnlich gutem Zustand" - Seligsprechung eines Kriegstreibers
- Im Juni 2005 bot der Dom in Münster ein gespenstisches Szenario: Katholische Würdenträger zeigten sich erfreut über die Qualität der
Knochen von Kardinal Clemens August Graf von Galen, der kurz darauf, am 9.10.2005, in Rom
selig gesprochen wurde. Das Grab des ehemaligen Bischofs von Münster
(1878-1946) wurde im Juni im Dom in Münster in Gegenwart von
medizinischen Sachverständigen geöffnet, um Partikel des Skeletts von einer
Hand bzw. einem Fuß der ehemaligen Exzellenz zu entfernen und den Gläubigen
als neue Reliquien darzureichen (Netzeitung,
17.6.2005). Wer war der neue Selige?
Bischof von Galen hatte sich
gegen den Massenmord an Behinderten im Dritten Reich ausgesprochen und gegen die Beschlagnahmung einzelner katholischer Einrichtungen.
Mit ersterem hat er
erreicht, dass das "Euthanasie-Programm" der
Nationalsozialisten zumindest unterbrochen wurde. Und damit war er seinen
schweigenden Mit-Exzellenzen einen großen Schritt voraus. Nach Aussage des
Historikers Hubert Wolf, Professor für katholische Kirchengeschichte in
Münster, hatte der Bischof allerdings "schwer und lang mit sich gerungen", ob er
hier tatsächlich auf Konfrontation zu den Nazis gehen soll (Spiegel online, 7.10.2005).
Denn deren Politik hatte er einst mit Begeisterung begrüßt. So dankte er
1933 nach der Machtergreifung Adolf Hitlers öffentlich dem Allerhöchsten,
dass er "die höchsten Führer unseres Vaterlandes erleuchtet und gestärkt
hat, dass sie die furchtbare Gefahr, welche unserem geliebten Volke durch
die offene Propaganda für Gottlosigkeit und Unsittlichkeit drohte, erkannt
haben und sie auch mit starker Hand auszurotten suchen." (zit.
nach Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil II,
S. 581).
Und bereits unmittelbar nach dem Überfall
Deutschlands auf Polen schrieb Bischof Clemens August Graf von Galen 1939 an die
Priester seines Bistums, dass die deutschen Männer nun auf der Wacht seien,
"um das Vaterland zu schirmen und unter Einsatz des Lebens einen Frieden der
Freiheit und Gerechtigkeit für unser Volk zu erkämpfen." Und als
deutsche Truppen schließlich in Russland einmarschierten, jubelte der
"selige Clemens" im September 1941 sogar,
dass Gott den Soldaten an der Ostfront "ewige Herrlichkeit und Lohn zuteil
werden" lässt, "ganz ähnlich wie den heiligen Märtyrern" (Spiegel online,
7.10.2005). Damit setzte Bischof von Galen die Soldaten Deutschlands unter
dem Oberbefehl Hitlers z. B.
mit den Soldaten früherer katholischer Kreuzzugsheere gleich. Ihnen hatte
die Kirche damals für ihre Massaker ebenfalls die ewige Seligkeit
versprochen. Und im Jahr 1942 hat Clemens August von Galen dies in
einem Hirtenbrief sogar
wortwörtlich getan. So schrieb er über die bis dahin gefallenen Opfer auf
deutscher Seite: "Sie wollen Blutspender sein, auf dass das an
Altersschwäche und anderen Übeln erkrankte Volk wieder jugendlich gesunde
und aufblühe. Sie wollten in einen neuen Kreuzzug mit dem
Feldgeschrei ´Gott will es` den Bolschewismus niederringen, wie es vor
wenigen Jahren der spanische Befreier Franco in einer Rede zu Sevilla mit
christlicher Zielsetzung rühmte" (zit. nach Karlheinz Deschner, Die
Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil II, S. 581). Bis zuletzt war
der als "Löwe von Münster" bekannt gewordene Bischof Einpeitscher für neue
"Blutspender". So legte der "selige Clemens" auch noch kurz vor
Kriegsende den Soldaten Verteidigung "bis zum letzten Blutstropfen" ans Herz
(Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil II,
1991, S. 77).
Den Inhalt dieser mahnenden Bischofsworte hatten viele Deutsche im Laufe des Krieges
mittlerweile verinnerlicht. Und dies führte noch zu Hunderttausenden von sinnlosen Todesopfern in den letzten
Kriegsjahren bzw. -monaten. Und in diesem Geist, den Bischof von Galen
beschwor, kam es auch noch wenige Tage vor Kriegsende durch Standgerichte zu
grausamen Hinrichtungen von Menschen, die sich den alliierten Truppen ergeben wollten,
um ein Dorf oder eine Stadt und ihre Bewohner zu schonen. So kann man auch
einmal die Frage stellen, was diese wohl über den neuen Seligen
und seine Absegnung des bewaffneten Kampfes "bis zum letzten Blutstropfen" denken?
Der Blutrausch war Bischof Clemens August von Galen übrigens auch schon
vor dem 2. Weltkrieg nicht fremd. Schon als junger Mann, so die Zeitschrift
Wild und Hund, war er "ein begeisterter Jäger" (Nr. 21/05)
und massakrierte demnach mit Freude die unschuldigen Tiere in Wald und
Flur. Damit ist der "selige" Bischof auch ein lebendiges Beispiel für die
Wahrheit des Philosophen Leo Tolstoi, der einmal sagte: "Vom Tiermord zum
Menschenmord ist nur ein Schritt."
Als die Alliierten nach dem Krieg 1945 in Deutschland das Kommando
übernommen hatten, betrachtete sie Bischof von Galen übrigens immer noch als
"Feinde", wie sich ein US-amerikanischer Reporter erinnerte
(Spiegel online, 7.10.2005).
Am 18.2.1946 wird Bischof von Galen von Papst Pius XII. für
seine Verdienste in Rom zum Kardinal ernannt. Und am 22.3.1946 stirbt er in
Münster, wo er unmittelbar zuvor noch die Ehrenbürgerwürde der Stadt erhalten hatte,
an einem Blinddarmdurchbruch. Und an jedem 22.3. sollen von nun an
die Menschen an den "seligen Clemens" denken, denn der Tag
nach Frühlingsanfang ist jetzt durch die Seligsprechung "sein Tag" (bzw. der Tag, an dem sein Tod ihn
angeblich schauen ließ, was er zuvor glaubte).
PS: Diese Meldung wurde um weitere Fakten erheblich erweitert: Siehe
www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm
17.9.2005 - Plant römisch-katholische Kirche neue
Bibelfälschung? Protestanten beenden Mitarbeit bei der Einheitsübersetzung
- Als die deutsche Einheitsübersetzung der Bibel im Jahr 1980 erschien,
wurde sie als großer ökumenischer Erfolg gefeiert. Katholische und
evangelische Übersetzer arbeiteten Hand in Hand, und das Neue Testament und
die Psalmen wurden sogar von beiden Großkirchen gemeinsam heraus gegeben.
Damit ist jetzt Schluss. Denn die römisch-katholische Kirche möchte die
Überarbeitung dieser Übersetzung stärker ihrer Lehre anpassen, was von Papst
Johannes Paul II. bereits im Jahr 2001 angeordnet wurde. "In dem
Vatikan-Text wird betont, dass bei einer Übersetzung auch die katholische
Glaubenslehre berücksichtigt werden muss", hießt es in der epd-Meldung
vom 8.9.2005: Dies öffnet möglichen weiteren Fälschungen Tür und Tor
(zur bisherigen Situation siehe "Der Theologe Nr.
8": Wie der Teufel in der Bibel hauste) und
führt praktisch dazu, dass man die römisch-katholische Lehre so weit wie
möglich in die Bibel hinein projizieren will. So heißt es z. B. in der
Instruktion des Papstes, es dürfe kein Wortschatz übernommen werden, den
"das katholische Volk mit dem Sprachgebrauch nichtkatholischer kirchlicher
Gemeinschaften oder anderer Religionen verwechseln könnte". Der
EKD-Ratsvorsitzende Bischof Huber erklärte dazu, dass die katholische Kirche
"uns Vereinbarungen vorgelegt hat, von denen sie wissen musste, dass wir sie
nicht unterschreiben können" (Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger vom
9.9.2005). Die evangelischen Übersetzer zogen sich mittlerweile zurück.
Die gravierendste Bibelveränderung der bisherigen Einheitsübersetzung hatte man
1978 noch gemeinsam abgesegnet. Seither lautet nämlich das 5. Gebot "Du
sollst nicht morden" statt zuvor "Du sollst nicht töten", was das Töten z.
B. im Krieg oder durch Todesstrafe kirchlicherseits wieder erlaubt, wenn man
es nicht als "Mord" definiert. Kurioserweise wird das alttestamentliche
Tötungsverbot aber auch in der besagten Einheitsübersetzung des Neuen Testaments wie bisher in der ursprünglichen und
korrekten Fassung zitiert. Demnach sagte Jesus: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt
worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht
verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinen Bruder auch nur zürnt,
soll dem Gericht verfallen sein ..." (Matthäus 5, 21 f.). Jesus hatte
dieses Gebot also sogar verschärft, während es die Kirchen erheblich abschwächen
und nur auf das "Morden" beziehen (wobei es für das Opfer auf das Gleiche
hinausläuft, ob es getötet oder ermordet wurde, denn tot ist tot).
Dass es sich hierbei vom Urtext her nicht nur um eine andere
"Interpretation" des ursprünglichen Textes handelt, sondern um eine Fälschung, wird dargelegt in
Der Theologe Nr.
2 im Kapitel
Wie die Bibel verändert wurde.
Wie die Bibel entstanden ist, lesen Sie in Der
Theologe Nr. 14 - Hieronymus und die Entstehung der Bibel. Darin
findet sich auch ein Hinweis zu dem
aktuellen Konflikt.
21.8. / 16.9.2005 - Papst im Sinkflug über den Alpen -
Nach dem Segen kam die Flut - Am Donnerstag, den 18.8.2005, setzte der
Papst in Köln mit einem Boot über den Rhein, um daran zu erinnern, wie Jesus
aus einem Boot heraus den Elementen der Erde gebot und einen Sturm lenkte.
Drei Tage später, am Sonntagabend, den 21.8.2005, setzte das Flugzeug mit
Benedikt XVI. vor der Alpenüberquerung zum Sinkflug an. Der Papst, der nach
römisch-katholischem Glauben als "Rektor der Welt" und "Lenker des
Erdkreises" gilt, segnete aus dem Flugzeug heraus die zahlreichen Menschen,
die sich vor seinem Geburtshaus in Marktl am Inn versammelt hatten. Und
gläubige Katholiken waren an diesem Abend überzeugt, dass der Segen der
ganzen Region zugute kommt. Doch nur wenige Stunden später begannen in Marktl am Inn
und andernorts in der Alpen- und Voralpenregion die heftigen Regenfälle, die
sich im Laufe des Montag zu einem verheerenden Unwetter ausweiteten. Diese
wiederum lösten die Hochwasserfluten an Loisach, Inn, Isar und Donau aus.
Der Papst betete nun trockenen Fußes aus Rom für die Opfer.
Daraus
ergibt sich auch die Frage: Hat am Ende der Segen des
"Rektors der Welt" den Regen ausgelöst? Oder sind die Segnungen
und Gebete des Papstes ganz oder weitgehend nutz- und
wirkungslos? Bzw. haben sie demnach weder in den Alpen noch in New Orleans etwas
genützt? Doch wozu bräuchte man dann noch ein "Urbi et Orbi" (= päpstlicher
Weihnachts- bzw. Ostersegen "Der Stadt und dem Erdkreis") und vieles dergleichen und
zahlt
Kirchensteuern, um die katholischen Zeremonien zu finanzieren?
Der Hinweis auf die Flut in den Alpen nach der Papstsegnung ist insofern
berechtigt, da die katholische Kirche gerne eine Verbindung zwischen ihren
Segnungen und positiven Ereignissen herstellt. Also muss man auch fragen
dürfen, ob es eine Verbindung gibt, wenn anstatt etwas Positivem etwas
Negatives folgt.
25.8. / 28.8.2005 - Kanzlerkandidatin Angela Merkel
(CDU): Papst sei für viele die "Erfüllung religiöser Sehnsucht" - Obwohl
die römisch-katholische Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela
Merkel offiziell ewig verdammt (siehe dazu Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381), lobt diese
den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und
Stellvertreter Christi auf Erden" (zit. nach "Päpstliche Insignien" auf
der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz
http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html
*)
mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin
nach diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau
die Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem
religiösen Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen"
(idea-spektrum Nr. 35/2005),
so Frau Angela Merkel. Während sich die
CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin freute, dass
sie Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurde keine der
drei amtierenden evangelischen
Bischöfinnen (Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter) zum
Treffen mit dem Papst eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in
Deutschland (EKD)
gerne wenigstens eine der drei Frauen dem Papst vorgestellt hätte;
(vgl. dazu auch die Meldung über Bischöfin
Käßmann). Doch die
römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie sie ihre
Delegation zusammensetzen muss und nur namentliche Einladungen für die
"Begegnung" verschickt.
Auch darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische
Kirche scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein. -
PS: Eine
Beurteilung von Frauen durch "große" Katholiken lesen Sie bei
http://www.jubeljahr2000.de/frauen.html.
* Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri standen
jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Papst Johannes Paul I. im Jahr 1978 die
Krönung abschaffte (eine seiner wenigen Entscheidungen vor seinem
plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der
Inhalt der Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.
12.8 / 20.8.2005 - "Sparen Sie sich die Kirche"
- Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln: Am Donnerstag, den 18. August 2005 fand parallel zum
Papstbesuch in Köln im Theaterhaus ein Podiumsgespräch zu diesem Ereignis mit Professor Dr.
Hubertus Mynarek statt, zu dem ca. 150 Besucher kamen, obwohl die Presse
keine Veranstaltungshinweise veröffentlichte. Der bekannte Kirchenkritiker und Buchautor war früher
Professor für Katholische Theologie und Dekan an der Universität Wien. Unter
der Überschrift Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal berichtete
der Kölner Stadtanzeiger über den Abend (20.8.2005), der von der
Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" veranstaltet
wurde. "´Ist die
halbe Welt verrückt geworden`, fragte der Religionswissenschaftler zu
Beginn seiner Ausführungen. ´Da kommt der Großinquisitor nach Köln, und die
Politiker liegen auf dem Bauch.`" Hubertus Mynarek berichtete u. a. über
seine Begegnungen und Erfahrungen mit Joseph Ratzinger.
Z. B. hatte dieser als
Theologieprofessor bei einem Vortrag in Bamberg einst eingeräumt, dass Jesus keine
Priester eingesetzt habe, womit er zumindest einen Widerspruch zwischen
Jesus und Kirche zugegeben hatte. Zum Ereignis "Weltjugendtag" sagte Mynarek wörtlich: "Warum kommen so viele
Jugendliche zum Weltjugendtag? Sie haben Defizite an Aufklärung und viele
Ehen sind kaputt. Viele haben Sehnsucht nach dem Vater. Da kommt nun einer
und nennt sich Stellvertreter Gottes. Die Leute glauben einfach, sie
brauchen keine Beweise mehr. Obwohl der Ratzinger-Papst 140 Theologen
suspendiert hat und seine Organisation Millionen Morde auf dem Gewissen hat.
Die Leute glauben an einen gütigen Papst. Doch die Begeisterung hat keine
Basis."
Mit auf dem Podium war auch der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter
Potzel, der u. a. erklärte: "Den Jugendlichen in Köln wird die Wahrheit über
die römisch-katholische Lehre verschwiegen." Und die Versöhnungsgeste des
Papstes gegenüber den Juden sei scheinheilig, denn sie gelten nach
römisch-katholischer Lehre als ewig verdammt, wenn sie nicht vor ihrem Tod
katholisch würden. Und die evangelische Kirche habe sowohl Christus als auch
ihren Gründervater Luther
verraten, der im Gegensatz zu seinen Nachfolgern noch heftige Kritik an der
katholischen Kirche übte. Sein Beitrag ist hier
stichpunktartig einsehbar. Die Initiative Mahnmal fordert ein Mahnmal für die Millionen
Opfer der Kirche gerade in Köln, der reichsten Diözese der Welt mit einer
der blutigsten Vergangenheiten.
15.8.2005
- "Kluge Bayern" überwiegend
ewig verdammt
- und die Teilnehmer am
Weltjugendtag auch, trotz zwischenzeitlichem vollständigem Ablass
- Der CSU-Chef und überzeugte Katholik Edmund Stoiber bescheinigt seinen
politischen und kirchlichen Gefolgsleuten Klugheit. 59 % der Bayern [2007:
nur noch 57 %] gehören
der römisch-katholischen Kirche an, und etwa genauso viele wählten bisher
CSU [2008: nur noch 43,4 %]. "Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile
wie in Bayern," so Stoiber im Hinblick auf die weniger kirchliche und
weniger CDU/CSU-freundliche Bevölkerung in Ostdeutschland. Und auf deren
Wahlverhalten (über 20 % wählen Linkspartei) angesprochen, behauptete er: "Nur die dummen
Kälber wählen ihren Metzger selber." Doch wahrscheinlich weiß weder Edmund
Stoiber noch sein überwiegend katholisches Wahlvolk in Bayern, dass der
römisch-katholische "Metzger" unter den Kirchenmitgliedern längst
vorsortiert hat, wer trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und "klugen"
politischen Wahl in die
ewige Verdammnis muss. Nämlich alle, die aufgrund der verbindlichen Kirchenlehre
"ausgeschlossen" sind. Und wer ist alles davon betroffen?
Überzeugen Sie sich selbst und machen Sie den
Glaubenstest! Was Edmund Stoiber vermutlich nicht weiß: Die Mehrheit der Bayern, die
römisch-katholisch ist und CSU wählt,
wird den Test nicht bestehen. Und auch die Mehrheit der Jugendlichen nicht,
die in Köln dem Papst zujubelt und fälschlicherweise glaubt, sie können in
wesentlichen Lehrfragen auch eigene abweichende Ansichten haben. Diese
Jugendlichen werden in den kirchenfreundlichen Medien selbstbewusst
vorgestellt, um die angebliche
Offenheit der Kirche zu demonstrieren. Bleiben sie jedoch bei ihren
Ansichten oder entfernen sie sich sogar noch weiter von den kirchlichen
Lehren, müssen sie
nach katholischem Glauben später in die Hölle. Der Papst macht derweil gute Miene zum bösen
Spiel, da er "hofft", dass sich die jungen Menschen irgendwann noch
vollständig unterwerfen. Wer es nicht tut, dem nützt auch der vollkommene
Sündenablass in Köln und dereinst die letzte Ölung nichts. Und wem das jetzt
schon klar ist, der kann sich ja schon heute überlegen, ob er noch weiterhin
Kirchensteuer bezahlen möchte.
16.5. / 15.8.2005 - Evangelische Kirchenchristin brachte neun
Säuglinge um - Evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) lenkt ab und
beschuldigt die DDR - Wie ist der Mord an neun Säuglingen durch
die eigene Mutter zu erklären? Brandenburgs evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm von der CDU,
ein ehemaliger General aus Westdeutschland, antwortet dazu in einem Interview mit dem
Berliner Tagesspiegel:
"Ich glaube, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung eine der
wesentlichen Ursachen ist für die Verwahrlosung und Gewaltbereitschaft"
(zit. nach Spiegel online, 3.8.2005). Das Kirchenmitglied Jörg
Schönbohm antwortet dabei so, wie es im Laufe der Geschichte sonst immer die kirchliche Inquisition
praktiziert hatte: Die Fehler und Verbrechen der eigenen Kirche werden nach
außen auf andere projiziert,
und diese Außenstehenden werden dann dafür heftig bekämpft. So auch hier.
Zu den Einzelheiten:
Immer wenn Jörg
Schönbohm das Sonntagsläuten der Kirchenglocken hört, denkt er daran, "wie
ich mit meinen Kindern während ihrer Konfirmation in die Kirche ging"
(Berliner Morgenpost, 25.4.2004).
Daran denken vielleicht auch die Eltern der mutmaßlichen Neunfach-Mörderin
Sabine H.: "Oft gingen die Eltern mit den Töchtern zur Kirche", berichtete
die Presse (Bild, 2.8.2005). Es ist die evangelisch-lutherische
Martin-Luther-Kirche, deren Glocken heute wie damals in Brieskow-Finkenheerd
läuten. Der Vater von Sabine H. saß dort als Kirchenvorsteher sogar im
Leitungsgremium der evangelischen Gemeinde (Spiegel Nr. 32/2005), und die
heutige Pfarrerin Christiane Mantschew versicherte jetzt den Angehörigen von Sabine
H.: "Wir lassen euch auf diesem schweren Weg nicht
allein" (Antenne Brandenburg, 3.8.2005).
"Sabine
wurde von ihren Eltern sehr religiös erzogen. Sie waren sehr streng mit ihr
und ihrer Schwester Jutta", schreibt Bild nach Befragung ihres
Geliebten Bernd B. am 3.8.2005. "Deshalb hatte sie so ein großes Bedürfnis nach
Geborgenheit", so wörtlich die Aussage des Geliebten. Und eine
ehemalige Mitschülerin erklärt, dass Sabine sich "schon früh mit vielen Männern eingelassen
habe" (Spiegel online, 3.8.2005), womöglich, um dieses Bedürfnis
nach Geborgenheit zu stillen. So zumindest wäre eine nahe liegende
Schlussfolgerung - und nicht eine "von der SED erzwungene Proletarisierung"
der jungen Frau, wie das
der streitbare Kirchenmann von der CDU gern hätte, um die mögliche Mitverantwortung
seiner Kirche zu leugnen und die Tragödie einem politischen Gegner in die
Schuhe schieben zu können. Das Gegenteil ist nachweisbar. Denn die Familie von Sabine
H. war eine kirchliche Insel in der sonst vom Kommunismus geprägten
materialistischen Umwelt. "Die waren doch kirchlich, das war ein gutes
Elternhaus" und "die Sabine war doch als Kind so intelligent", so die
Nachbarin glaubhaft (Spiegel online, 3.8.2005).
Eine strenge kirchliche Erziehung steht im Katholizismus und im
Protestantismus zudem auf Kriegsfuß mit einer Empfängnisverhütung durch
Pille, Kondome und andere Verhütungsmittel. Auch dieses Thema spielt hier
eine Rolle: "Von Verhütung
hat sie nicht viel gehalten", sagte die Staatsanwältin Anette Bargenda über
die Täterin (Spiegel online, 3.8.2005). Und auch hier scheidet die DDR
als Verantwortliche für eine solche Lebenseinstellung aus. Denn die SED war
nicht gegen Verhütung. So fragt auch der Spiegel, ob vielleicht "der
verwerfliche Einfluss einer allzu christlichen Erziehung" als ein
möglicher Erklärungsansatz für die Tötungen taugen könnte (Nr. 32/2005). Hinzu kommt, dass die Morde bzw. Tötungen von 1988 bis
1999 erfolgten; davon also nur einer in der DDR und acht bereits unter CDU- bzw.
SPD-Regierungen der Bundesrepublik.
Der Innenminister und die
Säuglingstöterin haben auf jeden Fall eines gemeinsam. Sie gehören beide der evangelischen
Kirche an, sind also Glaubensgeschwister in der Tradition Martin Luthers.
Allein schon dieser Sachverhalt nötigt dazu, hier einmal näher hinzuschauen.
Und dabei stößt man auch auf wesentliche Teile der Lehre Martin Luthers, die
heute kaum mehr jemandem bekannt sind, die jedoch Auskunft darüber geben,
warum aus der Sicht Luthers solche grausamen Verbrechen passieren. Konkret: Martin Luther lehnt die Willensfreiheit
des Menschen ab. Der Mensch sei entweder von Gott oder vom Teufel "besessen",
die jeweils als "Reiter" auf ihm sitzen und sein Verhalten
steuern. Wesentlich dabei nach Luther ist: Der Mensch könne aus eigener Anstrengung bzw. "Entscheidungsfreiheit"
nicht von einem zum anderen Reiter laufen oder denjenigen der beiden
Reiter abschütteln, der einen gerade beherrscht.
"Sondern die Reiter selbst streiten darum, ihn festzuhalten und zu besitzen"
(Martin Luther, Vom geknechteten Willen, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften WA 18, S. 637, 7-22).
Und noch heute ist die evangelische Lehre von diesen Aussagen geprägt. Denn
bis heute lehrt die evangelisch-lutherische Kirche verbindlich, dass der Mensch
in den heilsnotwendigen Glaubensfragen in diesem Sinne keine
Entscheidungsfreiheit habe (Augsburger Konfession CA XVIII), was
viele Menschen in tiefe Verzweiflung stürzen kann (Näheres lesen Sie dazu in
"Der
Theologe Nr. 1": Wer folgt Luther nach und wer folgt Christus nach?).
Eine Entscheidungsfreiheit wird also nur für kleinere, nicht heilsnotwendige
Bereiche anerkannt.
Was könnte dies mit den Kindstötungen an der Oder zu tun haben? Folgende
Schlussfolgerung ist denkbar: Wer als Kind oder Jugendlicher mit einem solchen Glauben aufwächst oder damit in
Berührung kommt, der steht
zumindest in Gefahr, die Verantwortung für das eigene Leben und für das
Leben anderer nicht
oder nicht ausreichend wahrzunehmen. Folgerichtig fragt die heutige evangelisch-lutherische
Pastorin von Brieskow-Finkenheerd, Christiane Mantschew, im Zusammenhang der
neun toten Kinder auch: "Wo war Gott?" (Berliner Zeitung, 4.8.2005)
Also nicht: "Was hat der Mensch nur getan?" Sondern: "Wo ist
Gott gewesen?
Was hat er getan oder unterlassen?" Und diese Fragen stellt man
nicht nur angesichts der grausigen Funde in
Brieskow-Finkenheerd. So
fragen die evangelischen Kirchenleute immer, wenn ein Verbrechen oder eine
Katastrophe geschieht. Und das ist aus ihrer Sicht
auch folgerichtig. Denn wenn Gott und der Teufel um die Zügel streiten
würden, um den Menschen "reiten" zu können, dann müsste man in der Tat Gott
fragen, warum er den Teufel nicht von Sabine H. weggetrieben hätte und sich
selbst an dessen Stelle gesetzt hätte. Die grausame Antwort Martin
Luthers darauf ist die Prädestination, die Vorherbestimmung des menschlichen
Schicksals - angeblich durch Gott. Was für eine Glaube dieses "großen
Deutschen"! Zwar lehrt die heutige lutherische Kirche nur noch die
"Vorherbestimmung der zum Heil Geretteten", doch für die andere Gruppe, die
"Verdammten", bringt das im Ergebnis nicht die geringste
Verbesserung. Auch wenn ihr Schicksal nun nicht
mehr als von Gott vorherbestimmt dargestellt wird wie bei Martin Luther, sondern nur noch
als "vorhergesehen", so läuft es nämlich im Ergebnis auf das gleiche
hinaus: Verdammt ist nun mal verdammt. Hier tun sich furchtbare Abgründe auf.
Anstatt also Gott (als vermeintlich zweiten Schuldigen nach der DDR) zu
verdächtigen, sollte lieber gefragt werden: "Wo war die Kirche?
Was lehrt die Kirche? Wo hat sie dazu beigetragen, dass
es so weit kommen konnte?"
"Jede totalitäre Herrschaft verdirbt die
guten Sitten, knechtet den freien Willen," kommentiert Claus
Christian Malzahn die Ereignisse in Spiegel online (5.8.2005). So könnte man
in diesem Zusammenhang schlussfolgern:
Luthers Staatsverständnis war das einer totalitären Herrschaft (vgl. die
Staatslehre von Luther und der
evangelischen Kirche), und die
Untertanen wie die Herrscher haben nach Luther sowieso keinen freien, sondern eben einen "geknechteten
Willen".
Doch der Journalist meinte - ganz auf der Linie des CDU-Innenministers -
ebenfalls die DDR
...
Der evangelische Ex-General ruderte nach deutlicher Kritik auch aus seiner eigenen Partei etwas zurück und entschuldigte sich, dass er
Menschen "verletzt" habe (Main-Post, 5.8.2005). Gleichzeitig legte er aber
kräftig nach: "Wertevermittlung" sei in der DDR "sehr klein geschrieben"
gewesen. "Und in der DDR war es ja auch so, dass man gut dabei fuhr, wenn
man nicht zu sehr Anteil nahm am Nachbarn oder anderen Dingen." Ist das
zutreffend? So hatte
er es vielleicht in bestimmten politischen "Fortbildungs"-Veranstaltungen über
Ostdeutschland gelernt, bevor er dort sein Regierungsamt
angetreten hat. Seine
Deutungen im Zusammenhang der Säuglingstötungen würde er allerdings "heute anders
formulieren" (Main-Echo, 5.8.2005).
Gleichzeitig weist er eine Verbindung mit der Bundestagswahl zurück.
"In den Wahlkampf gehört das aber nicht rein" (Bild, 5.8.2005).
Auch wenn Innenminister Jörg Schönbohm mit seinen Thesen wenig Zustimmung fand - sein Ablenkungsmanöver
vom religiösen Umfeld seiner Glaubensschwester Sabine H. war ein voller Erfolg.
Und darauf kam es wohl in erster Linie an, ganz gleich, ob dies nun bewusst oder unbewusst
geschah. Denn
anstatt über die nachgewiesene kirchliche Erziehung bzw. Sozialisation der Täterin zu
sprechen, diskutierten die Medien in diesem Zusammenhang über die Politik
und die Mentalität der Menschen in der DDR. Und zur Ablenkung gehört auch, wenn man
nicht so genau auf die Täterin und ihr kirchliches Umfeld schauen will,
sondern das Gewicht der Berichterstattung stattdessen auf
das angebliche "Weggucken" der benachbarten Atheisten verlagern will.
Auch dazu Jörg Schönbohm: "Mir geht es um die Teilnahmslosigkeit, das
Weggucken" (Bild, 4.8.2005).
Natürlich auch ein wichtiges Thema, aber hier ist die Reihenfolge der
Gewichtung verkehrt. Denn zuerst sollte man auf den Täter und sein Umfeld
schauen, dann kann man unter Umständen als zweites die Nachbarn in Blick
nehmen. Dies wird
auch von Spiegel online nicht ausreichend berücksichtigt, wo nun
plötzlich das "Konzept der
sozialistischen Dörfer (ohne Kirche)" ins Schussfeld gerät. Und
der
Autor Claus Christian Malzahn steht darüber hinaus sogar in Gefahr, zum Demagogen
zu werden, wenn er es
als "politisch notwendig" erklärt, darüber nachzudenken, "warum in Frankfurt Oder neun Säuglinge
von ihrer Mutter umgebracht worden sind - und nicht in Frankfurt am Main"
(5.8.2005). Ohne einen wissenschaftlich exakten Vergleich der Anzahl und
Schwere von Verbrechen im Verhältnis zu den Einwohnerdaten einer bestimmten
Region sind solche Aussagen nur politische Brandstiftung. Erst wenn das Frankfurt an der
polnischen Grenze nachgewiesenermaßen deutlich schlechter abschneiden sollte
als das Frankfurt mit den Bank-Hochhäusern (was zu bezweifeln ist; trotz der
bestimmte Verbrechen begünstigenden Grenzlage zu Osteuropa), könnte man über
mögliche Ursachen in dieser Richtung nachdenken.
Dieses hier dargelegte kirchliche Ablenkungsmanöver von den eigenen Vergehen,
Versäumnissen und Lehren ist übrigens eine in der Politik der Kirche
vielfach bewährte Methode. Und es wird immer wieder versucht. Auch beim Selbstmord einer engagierten Lutheranerin im
vergangenen Winter in Groitzsch bei Leipzig, bei dem die Frau ihre drei
Kinder "mitnahm", wurde der Verdacht von einzelnen
Kirchenleuten zuerst auf die völlig unbeteiligten Mormonen gelenkt. Und obwohl neben den
erfrorenen Leichen eine Bibel gefunden wurde, sah sich die Kirche wie immer
als nicht betroffen ...
Lesen Sie dazu auch:
Groitzsch bei Leipzig - Engagierte Lutheranerin ging mit ihren Kindern in
den Tod
... PS: Neue furchtbare Tragödie am 7.8.2005: Eine Mutter aus Essen in
Nordrhein-Westfalen (30) tötete ihre zwei kleinen Kinder (5 Jahre und 22
Monate).
8.8.2005 - Übrigens: Wäre Sabine H. römisch-katholisch, bräuchte die Polizei mit ihr
nach katholischem Glauben nur zum Weltjugendtag nach Köln zu fahren. Dort
könnte sie nach römisch-katholischer Lehre eine vollständige Vergebung ihrer
Sünden und einen ebenso vollständigen Ablass ihrer Sündenstrafen und damit
den sofortigen Zugang zum Himmel erhalten. Die ermordeten Säuglinge jedoch müssten nach
katholischer Lehre ewig auf die Anschauung Gottes verzichten (die mildeste
Form der Hölle), da sie vor
ihrem Tod nicht getauft wurden. (Lesen
Sie dazu auch in der Schrift der Freien Christen, Ausgabe Nr. 6, wie die
katholische Kirche jungen Eltern droht) Es sei denn, der katholische Gott würde sich (inoffiziell) doch erbarmen
und einen "Heilsweg" finden, was
manche katholische Amtsträger nicht mehr ausschließen möchten (nachdem es
Jahrhunderte lang ausgeschlossen wurde).
Es ist zum Gotterbarmen mit
diesen Kirchen, die trotz solcher abstruser Lehren vom Staat über Wasser gehalten
werden; und zwar dank der staatlichen Subventionen, ca. 14,15 Milliarden €
pro Jahr und weiteren ca. 10 Milliarden € jährlich vom Staat für
kirchliche Sozialleistungen (siehe
www.stop-kirchensubventionen.de), mit denen sich die Kirchen oft
fälschlicherweise selbst schmücken.
30.7.2005 - Wie die römisch-katholische Kirche die
Militärjunta in Argentinien (1976-1983) unterstützte und welche
Hinrichtungsmethode für Regierungskritiker und "Häretiker" sie empfohlen hat
- Roberto Rosone war Vize-Präsident der 1984 Bankrott gegangenen Mailänder
Banco Ambrosiano. Die Bank war vielfach für den Vatikan tätig. In einer
Gerichtsverhandlung sagte Rosone im August 2002, man sei "an einem Maxi-Kredit für die
argentinischen Militärs zur Vorbereitung des Falkland-Krieges beteiligt
gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem
Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell
behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand.`" Kurz nach
seiner Aussage überlebte Roberto Rosone ein Schusswaffen-Attentat nur
knapp. (Spiegel Special Nr. 3/2005)
Die Zeitung Die Woche berichtete bereits am 5.5.1995, dass die
argentinische Militärjunta Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte
und aus dem Flugzeug ins offene Meer kippte. Die Anregung dazu gab die
römisch-katholische Kirche. So erklärt der Menschenrechtler Esteban Cuya:
"Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob sie Gegner
ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in einem
Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so: Geben Sie
eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie sie übers
Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001). Und so
tröstete der römisch-katholische Militärkaplan dann die Soldaten, welche die
Menschen aus dem Flugzeug werfen mussten, mit den Worten, "es sei ein
christlicher Tod, weil sie nicht leiden". Und er versuchte ihr Gewissen
auch damit zu beruhigen, indem er sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel
sage, dass die Spreu vom Weizen getrennt werden muss". Und sein
Vorgesetzter, der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin, gab
den Mördern sozusagen die
Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan
voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR
2).
Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt,
kommt zu der Schlussfolgerung: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur
gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und
Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner Missionszentrale der
Franziskaner, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat
zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche
als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das
so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete
dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als
"Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der
Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land,
Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah.
Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes verlassen
hatten."
In der Zeit von 1978-1983 sind in Argentinien 30.000 solcher Mitbürger für immer
"verschwunden".
Aufgrund dieser Fakten und Überzeugungen
ist es einleuchtend, wenn der Vatikan der argentinischen
Militärjunta auch Geld für den Falkland-Krieg zukommen lassen wollte,
wie das der ehemalige Vize-Chef der italienischen Banco Ambrosiano Roberto
Rosone mehr oder weniger bestätigt.
30.7.2005 - Neues zur Ökumene und zur Kommunität von Taizé
- am Schluss des "Theologen Nr. 16".
Und Neues zur Verwicklung des Vatikan in den Bankrott der
Banco Ambrosiano und in den Tod Roberto Calvis
in
"Der Theologe Nr. 16".
11.7.2005 - Neu: Der Theologe Nr. 19:
Es gibt keine ewige Verdammnis - auch nicht in der Bibel.
7.7.2005 - Seniorin wollte 600.000,00 € lieber ihrem Sohn vererben als der Kirche - Kirchenvertreter erkennt Widerruf des Testaments nicht an - In Oberwiesenacker, Stadt Velburg, zwischen Nürnberg und Regensburg, versah der Priester Johann bzw. Hans Zeltsperger seinen Dienst von 1996 bis 2003. Einem Bericht des Donaukurier Ingolstadt zufolge (30.6.2005) erhielt der Priester von der Seniorin Sophie Hollweck ab Mitte der 90er Jahre "Wertpapiere und Immobilien im Wert von über einer halben Million Euro," "angeblich", um eine Stiftung für Waisenkinder im Kosovo davon zu gründen. 100.000,00 € sollte das Seraphische Liebeswerk des katholischen Kapuzinerordens erhalten. Im Jahr 2002 änderte die Frau ihr Testament zugunsten ihres Sohnes Günther Hollweck. Doch der Vertreter des katholischen "Liebeswerkes" erkennt das geänderte Testament nicht an. Die Frau "wusste angeblich nicht mehr, was sie tat", so der Kirchenmann, als sie das Geld letztlich doch ihrem Kind vermachen wollte. Der Sohn hofft dennoch, wenigstens dieses Geld noch zu bekommen. Die halbe Million, die Pfarrer Zeltsperger noch zu Lebzeiten seiner Mutter erhielt, hat er nämlich schon abgeschrieben. Doch was ist mit der Stiftung für Waisenkinder im Kosovo, die davon ins Leben gerufen werden sollte? Der Donaukurier schreibt wörtlich: "Aufschlussreich ist eine Stellungnahme der Diözese Eichstätt. Dort geht man davon aus, dass das Geld zum Privatvermögen Zeltspergers gehört. Ob bereits eine Stiftung errichtet wurde, ist dem Bistum nicht bekannt." Mittlerweile wurde der Priester, der 1992 im Dom zu Eichstätt seine Priesterweihe erhielt, an die Pfarrei Ingolstadt - St. Konrad versetzt. Dort bezeichnete er aufmüpfige Ministranten lt. Donaukurier als "christliche Krüppel" und erteilte ihnen Hausverbot. "Sein Verständnis von Christentum soll mittelalterliche Züge tragen, wie er ganz allgemein mehr von der Hölle und der Verdammnis statt von Liebe und Erlösung predige", so der Donaukurier. Möglicherweise hat der Pfarrer aber nur die römisch-katholische Lehre besser verstanden als es viele Gemeindeglieder wahrhaben wollen. Der Theologe Nr. 18 gibt Aufschluss über die umfassende Höllen- und Verdammnislehre der Kirche. Und jeder Katholik kann selbst testen, ob er trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und seines Vermögens, das er womöglich der Kirche spenden will, nach katholischer Lehre ebenfalls dort enden soll. Es sind nämlich weit mehr Katholiken betroffen, auch engagierte Mitarbeiter, als man sich das in den katholischen Gemeinden vorstellen kann. Pfarrer Zeltsperger hingegen hat offenbar doppelt vorgesorgt: Für das Diesseits mit einer zusätzlichen halben Million € aus dem Vermögen seines ehemaligen Gemeindegliedes. Und für das Jenseits mit einem rigorosen Katholizismus, um in den Himmel zu kommen. Man sollte dem Priester jedoch nicht Unrecht tun, falls er die halbe Million mittlerweile doch für Waisenkinder im Kosovo ausgegeben hat. Am besten sollte er selbst Auskunft geben können, falls er die Wahrheit sagt. Das Bistum Eichstätt veröffentlicht im Internet seine Adresse. Und für alle, welche der Kirche ebenfalls Geld spenden wollen, sei auf die Web-Seite www.stop-kirchensubventionen.de verwiesen. Dort kann man sich informieren, was die Kirche ohnehin schon hat bzw. immer wieder vom Staat bekommt.
16.6. / 17.7.2005 - Katholische Kirche bietet vermehrt
Exorzismus-Kurse an - Unter der Überschrift "Benedikts neuer
Kurs" weist focus online (1.7.2005) darauf hin, dass zwei italienische
Bischöfe und ein Dominikaner-Priester in Rom einen neuen Exorzismus-Kurs
anbieten. Der Kurs findet im Oktober am Priesterseminar Regina Apostolorum
statt, wie die vom Vatikan anerkannte Hochschule des Ordens "Legionäre
Christi" bekannt gab.
Teufelsaustreibungen gibt es in vielen Kirchen weltweit und vor allem im
Voodoo-Kult. Was ist der Hintergrund der Ausweitung dieser Praktiken in der
Kirche? Da nach katholischer Lehre auch Kirchenaussteiger und Kritiker aus den
eigenen Reihen, welche nicht die ganze römisch-katholische Lehre
akzeptieren, das Heil verloren haben und auf der Seite des Teufels stehen, stellt sich die Frage, ob
der Exorzismus demnächst auch wieder auf diese Bereiche ausgedehnt werden soll.
Im Mittelalter und in der Neuzeit (16.-18. Jahrhundert) wurde der
Exorzismus schon einmal gezielt auch gegen Andersgläubige eingesetzt.
Anstatt sich mit deren Glauben auseinanderzusetzen, hieß es einfach, sie
seien mit dem "Bösen" im Bunde und damit ein Fall für den Exorzisten. Und da
Papst Benedikt XVI. spiritueller und juristischer Nachfolger der früheren
Großinquisitoren ist, wäre es kein Wunder, wenn der Exorzismus demnächst
auch wieder in den Dienst der Inquisition gestellt würde.
Manche Exorzismen enden tödlich, so auch der letzte von einem Bischof genehmigte Exorzismus der
römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Lesen Sie dazu
Der
Theologe Nr. 9: Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben?
Trotz der Todesfälle im Zusammenhang mit Teufelsaustreibungen wird
noch in keiner staatlichen "Sektenbroschüre" in Deutschland vor dem
Exorzismus-Ritual der Kirche gewarnt, während man viele kleinere
Gemeinschaften dort aus Prinzip mit maßloser und vielfach ungerechtfertigter
Kritik überzieht. Wenn der Staat schon glaubt, er müsse die Bürger über
Religionen informieren, dann sollte er zumindest zum katholischen Exorzismus
nicht schweigen! (siehe dazu auch die
Meldung über den Film "Der
Exorzismus von Emily Rose")
11.6.2005 - Religionsunfreiheit in Deutschland -
Ein erschütternder Bericht über die berufliche Laufbahn eines
EDV-Spezialisten, der einmal beim Verlag der Zeugen Jehovas gearbeitet
hatte. Lesen Sie
Religionsunfreiheit in
Deutschland - ein Land im Griff der modernen Inquisition!
9.6.2005 / 10.1.2006 - Achtung Urlauber ! Hier werden tödlich
Verunglückten ohne deren Einverständnis die Organe entnommen
- in 17 europäischen Ländern, nämlich in Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Lettland, Litauen,
Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, in der Slowakei, in Slowenien, Spanien,
Tschechien und Ungarn.
"Wir Ärzte in Österreich sind rechtlich nicht
verpflichtet, Angehörige zu fragen, ob wir die Organe eines toten Verwandten entnehmen dürfen ... Wir nehmen raus, was brauchbar ist", so der
Transplantations-Chirurg Prof. Dr. Ferdinand Mühlbacher aus Wien, dem es
natürlich lieber ist, wenn er die Angehörigen vorher "überzeugen" kann.
Notwendig ist das aber nicht und wird oft auch gar nicht versucht, denn: "Nicht
bereit bin ich, über Tausende Kilometer in fremden Sprachen zu debattieren
oder in einer Großstadt nach Müllers zu fragen", so Prof. Dr. Mühlbacher
weiter (Bild, 9.6.2005). Die Kirchen betrachten das Herausnehmen und
Verpflanzen von Organen als "höchsten Akt der Nächstenliebe".
Dennoch ist meist nicht bekannt, ob auch die kirchliche Exzellenzen und
Eminenzen selbst Organspender sind. Ihre Organe könnten nämlich im
nachhinein zu Reliquien werden. Von daher ist auch zu bezweifeln, ob man
Papst Benedikt XVI., der einen Organspendeausweis haben soll, nach seinem
Tod wirklich auch nur ein Haar entfernt oder gar mehr. Denn der Leib eines Menschen, dem
ein Körperteil oder auch nur ein Körperpartikel eines ehemaligen kirchlichen Würdenträgers eingepflanzt wird,
würde in seinem
materiellen und kultischen Wert sprunghaft ansteigen.
Vielleicht ahnen die meisten Amtsträger aber auch, dass bei der Organtransplantation
einiges nicht stimmt. Zahllose
Erfahrungen Betroffener lassen nämlich erschrecken.
Lesen Sie
"Der Theologe Nr.
17" - Verschwiegene Leiden von Organspender und Organempfänger. Wer in eines der oben
genannten 17 Länder fährt, sollte mindestens eine Erklärung im Ausweis tragen,
dass er kein Organspender ist, wenn er eine evtl. Organentnahme nicht will.
Lässt man die Erklärung nicht verschwinden oder "übersieht" sie, gilt sie
zumindest in Österreich als Hinderungsgrund für eine Organentnahme. Wer auf Nummer
sicher gehen will, meldet seinen Widerspruch vorsorglich vorab im
Widerspruchsregister beim "Österreichischen Bundesinstitut für
Gesundheitswesen" an. Die Regelungen in den
anderen Ländern lesen Sie hier! Dabei wird wohl keiner zu 100 % ausschließen können,
dass von Kriminellen nachgeholfen werden könnte, um aus einem ehemals fröhlichen
Urlauber nach einem Schicksalsschlag einen Organspender zu machen. V. a. in Ländern der Dritten Welt ist
dies zumindest bei Einheimischen schon vielfach belegt. Schließlich werden
bei Transplantationen und den Folgebehandlungen mittlerweile Milliarden Euro
umgesetzt.
29.5. / 28.6.2005 - Mehrwertsteuererhöhung von CDU
und CSU
geplant - der Zugriff auf das Volk wird immer größer, die Reichen und
Privilegierten bekommen immer mehr. 77 % der Bürger wollten
einer Umfrage Ende Mai zufolge CDU, CSU oder SPD wählen. Offenbar genug, so dass
deren Politiker sich getrauten, nach der Wahl eine Mehrwertsteuererhöhung durchzudrücken,
was "insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen und die Familien mit
Kindern vergleichsweise stark belasten" wird (Prof. Peffekoven,
Universität Mainz lt. Monitor, 9.6.2005). Die SPD ist inzwischen wieder davon
abgerückt, dafür wollen viele GRÜNE die Erhöhung. Die Reichen und Privilegierten
werden darüber hinaus anderweitig mehrfach entschädigt, während der Mittelständler immer mehr
unter Wasser gedrückt wird. Konkret heißt das z. B.: 31 Millionen Bürger mit durchschnittlichem bzw.
geringem Einkommen müssten bei einer Erhöhung um 3 % einer Hochrechnung zufolge auf diese
Weise 4,5 Milliarden
€ pro Jahr mehr zahlen (der einzelne ca. 300 € mehr).
Besserverdienende würden dafür nach dem CDU-Plan "Konzept 21" zur Reform der
Lohn- und Einkommensteuer um ca. 4 Milliarden € pro Jahr steuerlich
entlastet (Monitor vom 9.6.2005 rechnete noch mit 4 % Erhöhung und kam daher
auf 6 Milliarden Mehreinnahmen bzw. 400 € mehr Last für den geringer
Verdienenden).
Grundsätzlich kann man beobachten: Die verantwortlichen Politiker überlegen hauptsächlich, wie man die einfache
Bevölkerung noch mehr beschneiden und ihnen noch mehr wegnehmen kann und wie
man möglichst viel in den eigenen Schlund und den seiner Günstlinge und
Vasallen stecken kann, die man als Lobby vertritt (Wenn es
Ausnahmen gibt, bitte melden!).
So sollen alleine im Gesundheits- und
Sozialministerium kurz vor der Abwahl der Regierung noch schnell 126
Beförderungen durch gewunken werden. Denn warum sollen nur die
Krankenkassen-Bosse die Bürger abzocken, die sich das, was man v. a. durch
Leistungseinsparung bei den Bürgern holte, in die eigenen Taschen steckten
und ihre Spitzengehälter noch einmal kräftig erhöhten? Auch
die Pressesprecherin von SPD-Minister Clement bekommt schnell noch 1.300,00
€ mehr im Monat. Ob es für ihre Verdienste bei der Ideenfindung ist, wie
man die Bezüge von Arbeitslosengeld-Empfänger noch weiter stutzen kann?
Die Reichen und Privilegierten werden immer reicher, und wer sich heute noch im Mittelstand
wähnt, wird Schritt für
Schritt in Richtung Armut gedrückt. Mit den Bürgern kann man es ja machen. Die Reichen und Privilegierten sichern sich
derweil ihre Pfründe und Zusatzeinnahmen mehrfach ab. Zu ihnen gehören in
erster Linie die
Kirchenoberen und ihre sogar von Steuern befreiten Institutionen. Die maßlosen Subventionen (14-20 Milliarden
€
jährlich für rein innerkirchliche Zwecke, nicht für Soziales)
für die Großkirchen werden wieder einmal nicht
angetastet, sondern sollen ebenfalls noch ausgeweitet werden, damit die
Kirche ihr Milliarden-Vermögen (lt. Experten alleine in Deutschland ca. 500
Milliarden €) nicht antasten muss. Die Kirchenoberen bedanken sich mit
ihrem "Segen". Staat und Kirche kungeln wie immer auf Kosten der
Bevölkerung. Nebenbei fallen dabei z.
B. weitere 15 Millionen € ab, die man dem Bürger aus der Tasche zieht,
damit er beim Weltjugendtag in Köln im Angesicht von Papst Benedikt XVI.
leichter auf die Knie fallen kann, und vermutlich ist ein großer Teil der
Kosten hier (wieder einmal) noch gar nicht eingerechnet. Deshalb: Nicht
länger schweigen und ertragen! Stoppt die Pläne für die
Mehrwertsteuererhöhung! Stoppt die Umverteilung der Euros vom Volk zu den
Privilegierten! Und: Stoppt die
Abzocker - eine Petition an den Bundestag, die deutlich macht, dass man
nicht alles mit sich machen lässt, siehe
http://www.spart-euch-die-kirche.de/stopptdieabzocker/index.html.
Am Rande bemerkt: Die Finanzierung der Kirchen durch
den Staat ist unredlich. Doch auch so mancher andere Geschäftsmann
versucht, auf zweifelhafte Weise zu Wohlstand zu kommen.
Ein Beispiel aus der
Anzeigenwerbung.
25.5.2005 - Wahlen in Deutschland - die "überlegene"
katholische Religion / Aussteiger suchen unabhängigen Politiker - wer fällt
nicht vor der Kirche auf die Knie? Ist es ein Zufall, dass die
derzeitigen politischen Umwälzungen in Deutschland ausgerechnet vom Wahlsieg
von CDU-Politiker Jürgen Rüttgers ausgelöst wurden, der kurz zuvor noch
erklärte: Die katholische Kirche und ihr Menschenbild sei allen anderen
Religionen "überlegen" (Spiegel online, 22.4.2005)? Rein
optisch wurde dazu in der Nähe von Köln für den Weltjugendtag im August ein riesiger Hügel
aufgeschüttet. Von dort aus wird Benedikt XVI. vor Hunderttausenden von
"unten liegenden" und zu ihm
aufblickenden Jugendlichen die Messe zelebrieren. Und wer die ausgefeilten
Bedeutungen von Symbolen, Ritualen und Zeremonien in der Kirche kennt, weiß
genau, dass es hier nicht nur darum geht, dass man den Papst besser sieht. -
Durch die Winkelzüge der Politik fällt dieses Ereignis nun wahrscheinlich mitten in den
Bundestagswahlkampf. Zu diesem Anlass suchen viele besorgte Aussteiger aus
den Kirchen einen wählbaren Politiker, der weder in Köln noch vor dem
Fernsehgerät niederkniet und zu Benedikt XVI. auf den Hügel emporschaut.
Bitte schicken Sie uns eine E-Mail,
wenn Sie selbst dieser Politiker sind oder wenn Sie einen kennen, der diese
Bedingungen erfüllt.
Der Theologe aktuell:
Hier die Meldungen von 2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil / 2006
- 1. Teil / 2006 - 2. Teil
2007 - 1. Teil /
2007 - 2. Teil / 2008 - 1. Teil /
2008 - 2. Teil
2009 - 1. Teil /
2009 - 2. Teil / 2010 - 1. Teil / 2010 - 2. Teil
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Die Zeitschriften
DER THEOLOGE,
Ausgaben Nr. 1, 3, 8,
ein Auszug aus Nr.
41
und die Ausgabe Nr. 1
der
FREIEN |