DER THEOLOGE  - 2006-2

TWITTER FACEBOOK STUDIVZ MISTERWONG WEBNEWS
 

Klarstellung:
Wir haben nichts gegen katholische oder evangelische Christen oder ihre Kirchen. Wir sagen jedoch:
Die beiden Großkirchen sollen sich nicht "christlich" nennen, da dort anders gelehrt und gelebt wird als Jesus, der Christus, das wollte (vgl. dazu Der Theologe Nr. 25 oder die Einleitung von "Der Theologe Nr. 24a"). Würden sich die Kirchen nur noch "römisch-katholisch" nennen oder "evangelisch", aber nicht mehr "christlich", wäre manche der hier dargebotenen Informationen nicht nötig. So aber weisen wir immer wieder auf den Verrat an der Botschaft von Jesus hin. Hinweise zu einem Leben im christlichen Glauben finden Sie u. a. hier.

 

30.12.  -  George W. Bush und Benedikt XVI. - ökumenische politische Doppelstrategie?

26.12.   Neu zum "Elisabethjahr" 2007: Der Theologe Nr. 30 über Elisabeth und ihren kirchlichen Gebieter

20.12.  -  Die lebenden Bäume - eine Weihnachtsgeschichte

17.12.   Skrupellose Kirche in Berlin und Brandenburg - Ausgetretene müssen wieder Kirchensteuer zahlen

14.12.  -  Inquisitionsprozess in Würzburg: Soll Kirchenopfer eingeschüchtert werden?

11.12.  Rechtsstaat nur noch Farce - Jäger in Richterrobe lehnen "Ruhen der Jagd" ab

11.12.   Moderne "Judensterne": Kirche will Andersgläubige überall aufspüren

10.12.   Alle Jahre wieder: Tiermassaker zum kirchlichen Jesus-Geburtstag

  1.12.   Pädophile Priester: Sexualverbrechen wie am Fließband an Kindern

  1.12.   Evangelische Inquisition macht Geschäft einer allein erziehenden Mutter kaputt

26.11.   Neu: Der Theologe Nr. 28: Martin Luther und die Juden
               Der Kopf der evangelischen Kirche als "größter Antisemit seiner Zeit" und vielleicht aller Zeiten
               
21.11.   Amokläufer von Emsdetten ging schon als Jugendlicher auf die Jagd

18.11.   Unfassbar: Der Papst soll schon wieder kommen
 
13.11.  -  Ehemaliger Ministrant wollte homosexuelle Beziehung beenden: Dekan wirft sich vor Zug

12.11.  -  Evangelische Kirche: Mann von Pfarrerin als Drogenhändler beschuldigt, Mesner erhängt sich

  1.11.  -  Protest gegen Islam: Evangelischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigem Leibe

28.10.  -  Der Krieg beginnt

26.10.  -  400 Millionen Euro mehr Kirchensteuereinnahmen - Kirchen jubeln

26.10.  -  Umbenennung der Bischof-Meiser-Straße in Nürnberg - noch keine Entscheidung

23.10.  -  Planen deutsche Waldbesitzer die Ausrottung des Rotwilds?

22.10.  -  1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern

19.10.  -  Pädophiler Priester brachte US-Politiker Mark Foley als Kind auf die falsche Bahn

11.10.  -  Münchner Einzelhandel: 20 % Umsatzeinbußen bei Putin, bis zu 60 % beim Papst

  9.10.  -  Kardinal von Galen, ein Kreuzzugs-Prediger im 2. Weltkrieg, ist jetzt seit einem Jahr "selig"

  7.10.  -  Von Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindeglied brachte mehrere Menschen um

  4.10.  -  Evangelische und katholische Heime in der Bundesrepublik - ein Ort von Leiden und Qualen

  30.9.  -  CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla verschweigt Gewalt im kirchlichen Christentum

  28.9.  -  Drahtzieher polarisieren weiter gegen Islam

  27.9.  -  Kirchliche Politiker kritisieren Absetzung der Oper mit Mohammed-Kopf

  23.9.  -  Das Spiel der Politik mit dem Feuer - Massive Warnungen werden ignoriert

  23.9.  -  Katholische Kirche: Unterwerfung unter den Papst für alle Menschen notwendig zum Heil

  22.9.  -  Die Entwicklung geht immer weiter: Gigantischer Reichtum weniger - Armut für die meisten

  22.9.  -  Ausschreitungen in Indonesien nach Hinrichtung von drei Katholiken

  20.9.  -  Wegen Kritik am Papst: CSU-Chef Edmund Stoiber schließt Türkei aus Europa aus

  20.9.  -  Papst verweigert Evangelischen die Bezeichnung "Kirche"

  17.9.  -  Außenministerium der USA besorgt über Religionsfreiheit in Deutschland

  15.9.  -  Papst und Islam - Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt über Papst Benedikt XVI.

  13.9.  -  Größtes deutsches Ereignis der Fernsehgeschichte und zeitgleich: Erhöhung der ARD-Gebühren

  12.9.  -  Benedikt XVI.: Monologe eines liebenswerten Seniors - und viele werden verschaukelt

  11.9.  -   Papstbesuch - Probelauf für Gleichschaltung der Medien?
                Ekelfleisch für die Pilger?
                Erster erstarrter Politiker bewegt sich: GRÜNEN-Chefin Claudia Roth traut sich

    8.9.  -  Keine öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Vorgeschmack auf einen Polizeistaat?

    6.9.  -  
Tod einer Studentin und Lüge des Bischofs - Was wusste Joseph Ratzinger?
 
    4.9.  -  Höchster Sicherheitsalarm - Kosten für Papstbesuch astronomisch - Polizei konfisziert Fahrräder

  31.8. -   Wegen Abtreibung: Katholische Kirche ächtet 11-Jährige und beschließt für sie die "ewige Hölle"

  28.8.  -  Gebären während der Papstmesse? - Personen-Kult um den Papst in vielen Varianten

  27.8.  -  Soll das vereinigte Europa katholisch werden? Verfassung vor zwei Papst-Statuen unterzeichnet

  15.8.  -  Mondlandung vielleicht nur eine Täuschung? Original-Aufnahmen sind verschwunden

  21.7.  -  Umbenennung der Bischof-Meiser-Straße: Stadtrat in Nürnberg zögert vor der Entscheidung

ab 19.7.  -
 Libanon-Krieg: Test für den Iran-Krieg? - War es ein "gerechter Krieg"?
                  Kriegsstimmung  in der evangelischen Kirche

 

 

30.12.2006 / 1.1.2007 - George W. Bush und Papst Benedikt XVI.: Ökumenische politische Doppelstrategie? - Nach der Hinrichtung Saddam Husseins lobte der protestantische US-Präsident George W. Bush die Tat als "wesentlichen Meilenstein" auf dem Weg zu einer Demokratie im Irak. Der Vatikan sprach sich jedoch gegen die Todesstrafe aus, obwohl sie laut ihrem gültigen Katechismus "in schwerwiegendsten Fällen" grundsätzlich nicht "auszuschließen" sei (Nr. 2266). Doch jede Hinrichtung ist "Brudermord", gleich wer der Hingerichtete ist. Die kirchlichen Positionen sind wie meistens zwiespältig. Und was anlässlich der Hinrichtung von Saddam Hussein und anderen Beispielen auf den ersten Blick aussieht wie zwei unterschiedliche Positionen, könnte auch eine abgestimmte Doppelstrategie sein, mit der die beiden mächtigsten Führer des kirchlichen Abendlandes gemeinsame Politik machen. Denn der US-Präsident und der Papst sind intensiver miteinander verbunden als allgemein bekannt. Dazu einige Hinweise:



26.12.2006 - Neu zum "Elisabeth-Gedenkjahr" 2007: "Der Theologe Nr. 30": Elisabeth von Thüringen - wie die Kirche zerstört und "heilig" spricht; die "heilige" Elisabeth und ihr kirchlicher Gebieter Konrad von Marburg



20.12. / 21.12.2006 - Die lebenden Bäume: Eine heitere Weihnachtsgeschichte zum Fest der toten Tiere - Maik Söhner von der Netzeitung führte ein Interview unter der Überschrift Das Fest der toten Tiere mit der Bestseller-Autorin Karen Duve (20.12.2006). Der Journalist hat damit den Nerv der Zeit getroffen. Das kirchliche und gesellschaftliche Weihnachtsfest ist in erster Linie das Fest der toten Tiere (siehe dazu unsere Meldung über die Geburtstage Buddha und Jesus). So wurde auch für den Gaumengenuss des Papstes in der Nähe von Schwäbisch-Hall ein Reh umgebracht und der Kadaver in den Vatikan geschickt (Rhein-Neckar-Zeitung, 20.12.2006). Wer nach lebendigen Alternativen sucht, hier eine  Weihnachtsgeschichte ohne Blut und Tod: Drei Kinder finden auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum zu den lebenden Bäumen.

Hier auch eine Alternative zur Darstellung der Bibel über die Geburt Jesu: Lesen Sie eine Geburtsgeschichte, die auch Berichte aus urchristlichen Schriften außerhalb der Bibel berücksichtigt und die frei ist vom Dogma der Kirche (z. B. angebliche Jungfrauengeburt).

Ein weiterer Gedanke zum Weihnachtsfest: Die vielen abgeschlagenen Weihnachtsbäume in Kirchen und Wohnzimmern könnten auch ein Symbol für das weltweite Waldsterben sein: So wie die Familien im kirchenchristlichen Abendland alle Jahre wieder einen Baum abschlagen, schmücken und dann wegwerfen, so ähnlich geschieht es auch weltweit mit den großen Wäldern, den Lungen der Mutter Erde: Sie werden für kurzfristigen Profit abgeholzt, und auf diese Weise werden die Wälder praktisch Stück für Stück weggeworfen. Bis die Erde irgendwann nicht mehr atmen kann.
PS: Vegetarische Weihnachtsmenüs finden Sie z. B. bei http://www.lebegesund.de

 

17.12. / 19.12.2006 - Skrupellose Abzocke der Kirche in Berlin und Brandenburg - Ausgetretene müssen wieder Kirchensteuer zahlen - "Skrupellos" nannte Rechtsanwalt Karsten Sommer das "Geschäftsgebaren" v. a. der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das diese seit einigen Jahren betreibt (Der Tagesspiegel, 13.3.2006). Zieht nämlich ein Bürger neu in Berlin zu, reicht es nicht, wenn dieser erklärt, konfessionslos zu sein. Er muss einen Kirchenaustritt schriftlich nachweisen können oder verbindlich erklären, niemals getauft worden zu sein. Die Kirche ließ dann das Taufregister seines Geburtsorts durchforsten, um diese Auskunft zu kontrollieren (frei nach dem Motto "Sobald das Wasser über den Scheitel rinnt, darfst du bald zahlen, liebes Kind"). Doch was geschieht, wenn man irgendwann einmal getauft wurde, jedoch die spätere Austritts-Bescheinigung nicht mehr findet oder nie eine solche erhalten hat? Dann kann man sich nur durch sofortigen erneuten Kirchenaustritt (und erneute Zahlung der Kirchenaustrittsgebühr) vor weiteren Forderungen der Kirche schützen. Man muss dann "nur" vom ersten Kirchensteuer-Bescheid bis zur Wirksamkeit des zweiten Austritts an die Kirche zahlen. Manchmal machte sich die Kirchensteuerbehörde nicht einmal die Mühe, einem Bürger seine Taufe nachzuweisen und stempelte ihn einfach per Behördenwillkür zum evangelischen oder katholischen Kirchenmitglied. So berichtete z. B. der von Düsseldorf nach Berlin gezogene Hans Gabriel, er wurde von der Kirchensteuerbehörde kurzerhand auf Verdacht als "römisch-katholisch" erklärt, obwohl er niemals "römisch-katholisch" getauft wurde (Berliner Zeitung, 19.1.2006) und ca. 1967 oder 1968 aus der evangelischen Kirche ausgetreten war. Nur durch erneuten Austritt konnten er und seine Frau die Forderung der Kirche schließlich auf 3.000,00 Euro begrenzen.

Vor allem gutgläubige ehemalige DDR-Bürger, die noch keine Erfahrungen mit den Machenschaften der Kirche hatten, traf es hart. Sie erhielten bei ihrem ersten Kirchenaustritt in den staatlichen Stellen der DDR keine Bescheinigungen, und die dort zuständigen Amtsgerichte hoben die Austrittserklärungen nur 10 Jahre auf. Diese sind also heute nicht mehr vorhanden. Obwohl der Bürger also nachweislich keinen Fehler machte, nützt es ihm nichts. Die Kirchensteuer-Uhr tickt, und jeden Monat, den er sich weigert, das schäbige "Spiel" mitzuspielen und erneut gebührenpflichtig auszutreten, da er ja schon ausgetreten war, muss er wieder zahlen. Zivilcourage wird in diesem Fall sehr teuer.

Die Kirche rechnet es sich selbst dabei als fair zu, dass sie offenbar nicht darauf besteht, Kirchensteuer vier Jahre rückwirkend nachzufordern, wozu sie juristisch sogar ermächtigt wäre (nicht zufällig besteht jeweils immer die Hälfte der jeweiligen Kirchenleitungen aus professionellen Juristen). Sie erhob ihre Forderungen "nur" vom Augenblick des ersten neuen Bescheids und erließ nach eigenen Angaben davon noch einmal 50 %. Dass ihr aber insgesamt 0 % zustehen, weil die Menschen rechtskräftig ausgetreten waren und aufgrund der damaligen Rechtslage keine Bescheinigungen darüber ausgestellt worden waren, erwähnt sie nicht. So wurde nämlich auch bei den meisten Austritten im Westen Deutschlands keine Bescheinigung ausgestellt, sondern dem Aussteiger nur ein Protokoll verlesen, das er unterschreiben musste und das bei den Behörden-Akten verblieb.

Und bis vor kurzem gab es mit diesen Verfahren auch keine Probleme. Bis die Kirche in Berlin und Brandenburg nach dem Ende der DDR auf die Abzock-Idee kam, eine solche Bescheinigung von Neuzugezogenen einzufordern oder andernfalls auch Ausgetretene wieder als Kirchensteuerzahler zur Kasse zu bitten. "Vor allem die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg sei dabei ziemlich gnadenlos, sagt Ulrich Tünsmeyer, Bildungsreferent beim Humanistischen Verband, der hunderte, meist ostdeutsche Betroffene kennt" (Berliner Zeitung, 19.1.2006).

Ca. 3.600 Personen forscht die Kirchensteuerstelle in Berlin derzeit auf diese Weise jährlich aus (Der Tagesspiegel, 28.2.2006), pro Tag zehn Bürger. Diese Schikanen beschränken sich derzeit auf Berlin und Brandenburg, doch wer weiß, ob nicht auch bald andere Landeskirchen von diesem "Blut" "lecken" und einen zusätzlichen Geldstrom auf diese Weise in ihre Kassen lenken wollen (vgl. dazu eine Serie über Kirche und Geld in der Zeitschrift Das Weisse Pferd). Die Kirche weiß sich vor allem bei der deutschen Justiz immer in guten Händen: 39 Mal kam es deswegen zu Gerichtsverhandlungen. Und "alle Fälle seien [nicht ganz überraschend] von der Landeskirche gewonnen worden" (Der Tagesspiegel, 13.3.2006).

Eine Möglichkeit der Solidarität mit den von der Kirche schamlos Abgezockten: Sofort austreten und auf jeden Fall: Kirchenaustrittsbescheinigung verlangen und sicher aufbewahren! Und was die wenigsten wissen: Durch die staatlichen Milliardengeschenke an die Kirchen (pro Jahr über 14 Milliarden Euro, siehe www.stop-kirchensubventionen.de) muss jeder Aussteiger in Deutschland trotz allem die Kirche mit finanzieren - und zwar pro Kopf durchschnittlich in doppelter Höhe seines theoretischen Kirchensteuerbeitrags. So könnte man sich durch Kirchenaustritt wenigstens einen Teil sparen.

PS: Doch die Kirche "droht" auch in diesem Fall den Bürgern weiter. Aus ihrer Sicht bleiben die einmal Getauften auch ohne Kirchensteuerzahlungen für alle Ewigkeiten Mitglieder der Kirche, aus der auch im 21. Jahrhundert angeblich niemand wirklich austreten könne (Der Beweis dafür siehe z. B. in der Schrift Freie Christen Nr. 1). Das erinnert an die frühere Verhalten der Kirche, dass Kirchensklaven niemals freigelassen werden dürfen (siehe hier). Doch niemand braucht sich von diesen wahnhaften Besitzansprüchen auf die Menschen einschüchtern zu lassen. Aus der Geschichte sind solche Gebaren vielfach von den Machtorganisationen bekannt, deren Zeit abläuft.

Und noch ein Tipp für werdende Eltern: Lasst Euer Kind nicht taufen. Gott und - wer daran glauben möchte - seine Schutzengel machen keine Unterschiede zwischen einem getauften und einem ungetauften Kind, und Jesus hat eine Kindertaufe niemals gewollt. Das alles ist nur die Einschüchterung der Kirche.

PS: Im Jahr 2006 haben sich die Kirchensteuereinnahmen um 7,3 % auf über eine halbe Milliarde Euro erhöht (565 Millionen). Für das Jahr 2007 erwarten die Kirche und die Wirtschaft weitere Steigerungen, und die Großverdiener werden sich die Gehälter wohl wieder maßlos erhöhen. Nur der einfache Bürger wird immer mehr ausgenommen.

Siehe dazu auch unsere Meldung vom 28.2.2007.

Links
: http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/07.03.2006/2391710.asp
          http://www.kirchensteuern.de/Texte/RasterfahndungInBerlinZwangszuweisungenFebr2006.htm

 

14.12. / 23.1.2007 - Inquisitionsprozess in Würzburg: Soll Kirchenopfer eingeschüchtert werden? - Unter den Augen von internationaler Presse und Fernsehen ist Deutschland seit Donnerstag, den 14.12.2006, um einen Justizskandal reicher: "Was die evangelische Kirche über mich und meine Freunde auf bösartige Weise, zu Unrecht und mit schlimmen Folgen seit Jahren verbreitet ("Sekte", "totalitär", "Antisemitismus" usw.), das gebe ich der Kirche zurück", dachte sich der Journalist Matthias Holzbauer, der sich zu den Urchristen im Universellen Leben zählt. Er tat es mit einigen Exemplaren eines Flugblatts, das er in der Nähe seines Marktstands in München verteilen ließ, wo er als Verkäufer nebenberuflich tätig war. Tags zuvor hatte die Kirche mithilfe einer riesigen Bild-Zeitungs-Schlagzeile einmal mehr versucht, den seit 15 Jahren tadellosen und auf hohem Niveau geführten Lebensmittelstand letztlich zu vernichten. An allen Bild-Verkaufskästen Münchens waren die Verleumdungen des evangelisch-lutherischen Kirchenrats Dr. Wolfgang Behnk über die "dubiose Sekte" auf dem Viktualienmarkt die Top-Meldung des Tages. Und weil der Kirche ihre falschen Beschuldigungen von allen deutschen Gerichten als zulässige Meinungsäußerungen erlaubt werden, ahnte Holzbauer nichts Böses, als er den kirchlichen Verleumdern im Flugblatt einmal den Spiegel vorgehalten hatte. Vor allem, weil seine Charakterisierungen der Kirche der Wahrheit entsprechen bzw. weil sie durch entsprechend dargelegte "Sachbezüge" zumindest zulässige Meinungsäußerungen waren. Außerdem wurde bereits mehrfach nachgewiesen, wie die evangelische Kirche ihre eigenen Abgründe auf religiöse Minderheiten projiziert (z. B. in Der Theologe Nr. 1).

Doch nun erhielten die kirchlichen Inquisitoren wieder einmal Schützenhilfe von der Justiz, dieses Mal aus dem Amtsgericht Würzburg. Zwar darf die Kirche aufgrund der besagten "Meinungsfreiheit" religiöse Minderheiten in Deutschland nahezu grenzenlos verleumden, diskriminieren und in ihrer Existenz zu vernichten suchen, was der ehemalige Katholik Holzbauer am Beispiel seiner Glaubensgemeinschaft sogar in einem Buch anhand zahlloser Beispiele dokumentierte (www.steinadler-schwefelgeruch.de). Bei seinem Versuch, sich zu wehren, hätte der Journalist aber angeblich eine Grenze überschritten und die Kirche beleidigt bzw. geschmäht; obwohl er sogar mehrfach von seinem Handzettel als einem "Hilferuf" auch an die Adresse der Justiz sprach, um ihn und die Urchristen vor kirchlicher Verleumdung und Volksverhetzung besser zu schützen (vgl. dazu www.theologe.de/theologe12.htm). Doch dies interessierte den Richter Dr. Stühler wenig. Der betrachtete ihn als den "Täter" und nicht die Kirche und ihre "Verleumdungsbeauftragten".

Während die meisten Besucher den Schuldspruch und die Verurteilung Holzbauers zu einer deftigen Geldstrafe und zur Übernahme der Gerichtskosten mit Empörung und lautstarkem Protest quittierten, war der evangelisch-lutherische "Verleumdungsbeauftragte" Dr. Wolfgang Behnk umgekehrt natürlich erfreut über die uneingeschränkte Unterstützung, die die Kirche einmal mehr durch die deutsche Justiz erfahren durfte. Er ging auf den Richter zu und drückte ihm nach Abschluss der Verhandlung einen Zettel in die Hand. Einige Zuschauer beobachteten den Vorgang (siehe Foto links), und einer rief: "Herr Behnk gratuliert dem Richter zu seinem Urteil". Und wer weiß, was zudem auf dem Zettel zu lesen war.

Der kirchliche Beauftragte Behnk (rechts hinten, verdeckt von einem Mann im Vordergrund) versucht seit 14 Jahren, die urchristliche Glaubensgemeinschaft, welcher der "Angeklagte" Matthias Holzbauer angehört, mit Rufmord nieder zu machen (siehe www.steinadler-schwefelgeruch.de). Nach der Verurteilung des Kirchenkritikers Holzbauer durch Richter Hubert Stühler (links) überreichte Kirchenrat Behnk dem Richter eine unbekannte Nachricht.


Immerhin verfügt Dr. Behnk über einen Ausweis, wonach ihn alle Behörden bei seiner Verleumdungsarbeit unterstützen sollen. Und schließlich lehrt die Evangelisch-Lutherische Kirche unter Berufung auf Martin Luther bis in die heutige Zeit sogar unverhohlen, dass Kirchenmitglieder in Staat, Justiz oder Medien der Kirche auch in ihrem Beruf dienen sollen (Dies wird beschrieben in der so genannten "Zwei-Reiche-Lehre", die Martin Luther für einen von ihm angestrebten totalitären Obrigkeitsstaat kirchlicher Prägung entwickelte; mehr dazu hier). Diese Lehre müssen sogar die Schüler im staatlich finanzierten evangelischen Religionsunterricht in Deutschland lernen.
Auch dem Verfasser des Theologen (der früher auch Abiturprüfer im Fach Evangelische Religionslehre war) wurde bereits von einem deutschen Gericht das "Unrecht" zugesprochen, als ein Pfarrer gegen ihn geklagt hatte. Siehe dazu: Neutrale Richter gesucht - also nicht katholisch und nicht evangelisch.

Auf die Frage, welcher Konfession der Richter selbst angehört, was bereits einiges erklären könnte, gab dieser keine Antwort. Eine besondere Ohrfeige für den Angeklagten war das vordergründige richterliche Lippenbekenntnis, angeblich "weltanschaulich neutral" urteilen zu wollen, während er sich aber bei seiner Entscheidung nicht einmal ansatzweise bemühte, die Rechtsauffassungen von Kläger und Beklagtem gegeneinander abzuwägen. So wäre es z. B. ohne weiteres möglich gewesen, die einzelnen begründeten Vorhaltungen Holzbauers an die Kirche ("Inquisitionssekte", "antisemitisch", "totalitär") unterschiedlich zu bewerten. Auch wurde bei dem Urteil nicht berücksichtigt, wie massiv und Existenz bedrohend Holzbauer und seine Freunde zuvor von der Kirche "beleidigt" und "geschmäht" worden waren (Außerdem: Was sind eine Handvoll Flugblätter gegen die Schlagzeile der Bild-Zeitung! Und was sind einige Hundert Urchristen gegen die mit Milliarden an Steuergeldern staatlich subventionierte evangelische Amtskirche!). Stattdessen lächelte der Richter dem klagenden Ober-"Staatsanwalt" Geuder nicht nur vertraut zu, sondern entschied auch ohne Wenn und Aber in dessem Sinne. Für den Richter, der sein Glaubensbekenntnis nicht verraten wollte (damit der Prozess nicht von vorneherein im Verdacht steht, zur Farce zu werden), war der von der Kirche verleumdete Journalist "ohne Zweifel" schuldig.
Entsprechend geschockt reagierten einige Zuschauer, vor allem aus dem Ausland: "Wie in einem Inquisitionsprozess". Und: "Wie früher unter dem Zeichen des Kruzifix." Und mancher fühlte sich auch daran erinnert, wie es vor allem die evangelische Kirche war, die vor ca. 70-80 Jahren durch Boykottaufrufe und Schmähungen zuerst viele Jahre lang die berufliche Existenz einer anderen religiösen Minderheit in Deutschland ruinierte. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt wurden - wie aus der Geschichte bekannt ist - auch die Personen selbst grausam verfolgt und umgebracht - weil die Eskalation der Verleumdung und des Rufmords zu keinem Zeitpunkt gestoppt wurde, sondern v. a. von der evangelisch-lutherischen Kirche pausenlos geschürt wurde.
Die Fülle an Beweisen dafür siehe bei www.theologe.de/theologe4.htm, vgl. dazu auch www.theologe.de/martin_luther_juden.htm;   www.theologe.de/theologe4.htm#Antisemitismus_im_NT

Mehr zum Justizskandal in Würzburg lesen Sie hier in der Presseerklärung der Freien Christen und in der Aktualisierung des Buches Der Steinadler und sein Schwefelgeruch - das neue Mittelalter.
Eine ausführliche Beschreibung dieses Prozesses und des Prozesses für das Ruhen der Eigenjagd lesen Sie in der Broschüre Wie in Würzburg das Recht verbogen wird.
Das Skandal-Urteil von Würzburg ermutigt die kirchlichen Inquisitoren, noch schärfer als bisher gegen Andersgläubige vorzugehen und die Religionsfreiheit des deutschen Grundgesetzes weiter auszuhöhlen, weil ihnen das Urteil signalisieren könnte: Wenn sich jemand wehrt, kümmern wir von der Justiz uns schon darum.


Kuriosität am Rande: Matthias Holzbauer las während des Prozesses u. a. folgende Erklärung vor: "In den letzten 20 Jahren wurde in 77 Fällen Strafanzeige gegen Kirchenvertreter und deren Handlanger erstattet, und zwar wegen Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede, Geschäftsschädigung, Volksverhetzung, Falschaussage vor Gericht, Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses, Nötigung, Erpressung und Anstiftung zur Sachbeschädigung. Keine einzige dieser Strafanzeigen führte je zu einer Anklage. Der jetzige Anklagevertreter, Herr Dr. Dietrich Geuder, war immer besonders großzügig, wenn es darum ging, solche Strafanzeigen einzustellen ..." Auch die Konfessionszugehörigkeit des "Staatsanwalts" kann man nur erahnen.
Allgemein gesprochen: Bereits jetzt die Folge der jahrelangen Ignorierung der kirchlichen Volksverhetzung durch die Justiz: Die Täter konnten immer skrupelloser vorgehen. Und nun kann man an manchen Beispielen auch noch aufzeigen: Was die Kirche über andere ungestraft behaupten darf, dürfen diese jedoch nicht ungestraft über die Kirche sagen. Obwohl es im ersten Fall falsch ist, sich im zweiten jedoch vielfach nachweisen lässt.  So also wird in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen und jedem Bürger einmal mehr zu bedenken gegeben, wer womöglich der "Reiter" ist, der in Deutschland auf dem "Staatsross" sitzt und es lenkt (siehe dazu auch Der Theologe Nr. 23).


Da die Konfessionszugehörigkeit von Staatsanwaltschaft und Richter in dem Prozess vor dem Amtsgericht Würzburg nicht genau geklärt werden konnten, hier noch zur Vollständigkeit ein Auszug aus der bis heute gültigen Lehre der katholischen Kirche (PS: Immerhin gibt es in Würzburg auch einen bekannten Domvikar mit Namen "Stühler"). So heißt es dort z. B.: "Deshalb muss sie [die katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr ... übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern" (Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, Regensburg 1992, Lehrsatz Nr. 382). Jeder Katholik ist zudem bei Androhung ewiger Hölle verpflichtet, die gesamte kirchliche Überlieferung anzunehmen. Der Beleg dazu findet sich in dem in der Kirche als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 85.
Urteilen Sie selbst! Kann z. B. ein Richter, der in diesem Glauben indoktriniert wurde, "weltanschaulich neutral" entscheiden? Oder werden die religiösen Minderheiten in ähnlichen Verfahren wie dem obigen nicht schon seit Jahrzehnten zum Narren gehalten?
 



11.12.2006 - Tierfreundliche Landwirte wollen auf eigenem Grund und Boden 10 Jahre nicht jagen - von Jägern im Richtergewand abgelehnt. Lesen Sie den Bericht zu einem denkwürdigen Prozess oder eine ausführliche Darlegung im 2. Teil der Broschüre Wie in Würzburg das Recht verbogen wird.
 


11.12. / 13.12.2006 - Moderne "Judensterne" - Kirche will Andersgläubige in der Gesellschaft überall aufspüren und an den Pranger stellen - Nun ist es amtlich: Das Landgericht München hat unter dem Aktenzeichen Az 15 0 135511/05 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern erlaubt, einen "rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Betrieb mit einer als Sekte diffamierten Religionsgemeinschaft in Verbindung" zu bringen. Obwohl die kirchlichen Diskriminierungen das Grundrecht auf Religionsfreiheit anderer aushöhlen und praktisch immer wieder außer Kraft setzen (wenn sich die Kirche anschließend mit staatlichen oder privatrechtlichen Boykotten gegen die von ihr bekämpfte Gruppierung durchsetzt), erklärten die drei Richterinnen ausgerechnet unter Berufung auf die Religionsfreiheit (!) das kirchliche Verhalten für rechtens. Um nämlich "die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit wahrnehmen zu können, sei es zwingend notwendig zu erfahren, ´wer mit wem in Verbindung steht`" (Main-Post, 11.12.2006). Das Gericht betonte hierbei, "dass mittlerweile viele Menschen Kontakte zu Glaubensgemeinschaften jeglicher Art und deren Aktivitäten kategorisch ablehnten". Und daraus zog es dann die sinngemäße Schlussfolgerung: Um ihre "Religionsfreiheit" leben zu können, sei es für die evangelische Kirche und ihre Sympathisanten "zwingend notwendig" zu wissen, in welchen Firmen, Vereinen, Institutionen usw. sich Angehörige oder Sympathisanten religiöser Minderheiten befinden. Praktisch ging es um ein Einkaufsland in Marktheidenfeld, in dem rund 360 Mitarbeiter beschäftigt seien, von denen nur etwas weniger als zwei Drittel der Beschäftigten Mitglieder der Großkirchen seien. "Etwa ein Drittel" stünden demgegenüber "dem Universellen Leben ´nahe`". Dass diese von den Kirchen angeprangerte urchristliche Gemeinschaft nur deshalb von einigen Menschen "abgelehnt" wird, weil sie von der Evangelisch-Lutherischen Kirche auf das Niederträchtigste verleumdet und verhetzt wird (was von evangelischen Richtern wiederum seit Jahren gedeckt wird; 77 Strafanzeigen wurden von der Justiz abgeschmettert), davon spricht das Gericht jedoch nicht. So entstand einer untadeligen Firma im konkreten Fall wegen der kirchlichen Schmutzkampagne ein nachweisbarer Schaden von 1,3 Millionen Euro. Und erst 1998 gelang es der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, nur mit einer völlig haltlosen Verdächtigung eine ganze Firma kaputt zu machen.
Leider haben die drei Richterinnen vor Urteilsverkündung versäumt, ihre eigene Konfessionszugehörigkeit bekannt zu geben, was ihr Urteil vermutlich vollends zur Farce gemacht hätte (wenn sie evangelisch oder katholisch sind und ihrem Bischof z. B. mit ihrem Urteil "dienen" möchten. Lesen Sie dazu auch: Neutrale Richter gesucht: also nicht katholisch und nicht evangelisch, wo z. B. auf die evangelische Lehre Bezug genommen wird, dass Richter in ihrem Amt ihrer Kirche zu "dienen" haben).

Doch durch das Skandal-Urteil von München müsste jetzt auch offen gelegt werden, wo die Kirche und ihre Lobby überall ihre Finger im Spiel hat. Und so müsste eigentlich jede Firma und jede Institution, jede Behörde und jedes Gericht von nun an öffentlich machen, welcher ihrer Vertreter mit der Kirche und ihren modernen Inquisitoren "in Verbindung steht". Auch bei verurteilten Straftätern müsste folglich öffentlich gemacht wird, welcher Verbrecher mit der Kirche "in Verbindung steht" und z. B. gleichzeitig zu seinen Verbrechen die Kirche durch Zahlung von Kirchensteuern unterstützt.
Ein Urteil, das von den Priestern und Pfarrern als weiterer Triumph der modernen Verfolgung Andersgläubiger gefeiert wird, könnte sich so womöglich zum Bumerang für die letztlich totalitären Großsekten "Evangelische und Katholische Kirche" entwickeln. Denn immer mehr Menschen lehnen die zu einem großen Teil staatsfinanzierten Kirchen und ihr scheinheiliges und machthungriges Getue mittlerweile ab und wollen nichts unterstützen, was mit ihnen in irgendeiner Verbindung steht.

 

10.12.2006 - Kirchliche Geburtstagsfeier für Jesus: Alle Jahre wieder werden die Tiere aus dem Stall von Bethlehem in Massen abgeschlachtet. Lesen Sie dazu unsere auch in diesem Jahr aktuelle Meldung vom 8.12.2005.

 

1.12.2006 - Pädophile Priester - Sexualverbrechen "wie am Fließband" an Kindern - In den USA spricht schon lange niemand mehr von einer Fülle von Einzelfällen. Die Vorgänge erinnern mehr an eine Seuche, die massenhaft an allen Ecken und Enden der Kirche ausbricht, und bei der die römisch-katholischen Priester die ihnen anvertrauten Kinder vergewaltigen oder diese verführen: Allein in der Diözese Los Angeles waren zuletzt 560 Verfahren anhängig. Jetzt zahlt die Kirche den Opfern aus 45 Verfahren außergerichtlich 60 Millionen Dollar Entschädigung (Bild, 1.12.2006) und reduziert damit die Prozesse auf 518. Vermutlich sind aber weder in den USA noch in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder sonst wo bereits alle Steine ins Rollen gekommen. Eltern, die unter diesen Umständen ihren Kinder noch das Ministrieren erlauben, handeln zumindest grob fahrlässig. Experten warnen schon lange vor Amtsträgern, welche von der kirchlichen Sexualmoral "verkorkst" wurden.
In Deutschland erregte zuletzt der spektakuläre mutmaßliche Selbstmord des Dekans von Lohr/Spessart Aufsehen, der offenbar eine Sexualpartnerschaft mit einem ehemaligen Ministranten seit dessen 16. Lebensjahr pflegte (siehe unten). Strafrechtlich relevant wurde diese allerdings erst, als der ehemals Schutzbefohlene dem Würdenträger, der Bischof Friedhelm Hofmann "in der Leitung der Diözese unterstützte", Nötigung "in einem besonders schweren Fall" vorwarf und die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen begann. Lesen Sie dazu auch: Pädophiler Priester brachte US-Abgeordneten Marc Foley als Kind auf die schiefe Bahn.
 

 
1.12.2006 / 7.3.2007 - Evangelische Inquisition macht Geschäft einer allein erziehenden Mutter kaputt - Früher hätte man sie wahrscheinlich als Hexe verbrennen lassen. Heute wird "nur" die berufliche Existenz ruiniert. Was die allein erziehende Mutter Frieda König erlebte, die sich mit einem "Bioenergetischen Zentrum" in Fürnheim/Mittelfranken selbstständig machen wollte, darüber berichtete die bekannte deutsche Wochenzeitung Die Zeit bereits am 2.11.2006. Pfarrer Günter Niekel aus dem Nachbarort Weiltingen wollte das Bioenergetische Zentrum nämlich nicht einfach hinnehmen, sondern er machte seine Abneigung öffentlich. Die Zeit schrieb:

"Auf Flugblättern warb sie für ihren ´Bioenergetischen Schnupperkurs` und die entspannende Wirkung von ´Räucherstoffen und Räucherritualen` - für vollständig harmlose Dinge also, auch wenn ihr Nutzen vielleicht nicht jedermann einleuchtet. Pfarrer Niekel aber witterte Teufelszeug. Mit Rückendeckung des Sektenbeauftragten der Landeskirche, Wolfgang Behnk, veröffentlichte er im kirchlichen Gemeindeboten ´wegen der vielen Widersprüche zum Evangelium` eine deutliche Warnung. Es sei ´äußerste Vorsicht geboten, sich mit diesen Dingen einzulassen.` Frieda König wurde zwar nicht namentlich erwähnt, doch verbreitete sich das kirchliche Verdikt im Ort wie ein Lauffeuer. Die Folgen beschreibt Frau König in einer eidesstattlichen Erklärung: Sie selbst und ihre Kinder würden mit nächtlichen Telefonanrufen belästigt und von Nachbarn und früheren Freunden geschnitten. Ihr kleines Geschäft hat sich erledigt. Im Dorf geht das Gerücht um, sie wolle die Gemeinde mit einer Sekte unterwandern."

Vor allem Letzteres kommt - auch wenn es wie hier wohl frei erfunden ist - einem gesellschaftlichen Todesurteil gleich, weil die kirchlichen Interessenvertreter den Staat, den Großteil der Medien und der Justiz und sogar die Wirtschaft entsprechend indoktriniert haben und auf diese Weise faktisch beherrschen. So gelang es dem oben erwähnten "Sektenbeauftragten" Wolfgang Behnk z. B. auch, nur mit falschen Verdächtigungen eine ganze EDV-Firma kaputt zu machen, obwohl dort nachweislich sehr gute Arbeit geleistet wurde (http://www.das-weisse-pferd.com/98_09/falsches_gebetbuch.html). Dabei sind es die kirchlichen "Großsekten" selbst, deren Glaube und Praktiken teilweise so inhuman und destruktiv sind, dass es nahe liegend wäre, wenn jemand "äußerste Vorsicht" raten würde, "sich mit diesen Dingen einzulassen".

Mehr über den Glauben des evangelischen Sektenbeauftragten Dr. W. Behnk, von Pfarrer G. Niekel und von deren Kirche lesen Sie in: Der Theologe Nr. 1.
Und hier mehr zum Glauben der römisch-katholischen Kirche: Der Theologe Nr. 18 (vgl. dazu auch oben: Sexualverbrechen wie am Fließband an Kindern).
Zu den Methoden der modernen Inquisition lesen Sie: Der Theologe Nr. 12. Diese Ausgabe wurde zuletzt um das Kapitel Zerstörung von Familien erweitert, da uns mehrfach vertrauliche Details bekannt wurden, die wir dort in allgemeiner Form thematisierten.

PS: Ein Silberstreif am Horizont wurde wieder "aufgelöst": Frieda König hatte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern wegen Ruf- und Geschäftsschädigung verklagt und bekam zunächst Recht. Das Bayerische Verwaltungsgericht hatte den Sachverhalt geprüft und hielt dem "Inquisitor" der Kirche vor, sich nicht genügend hinreichende Anhaltspunkte für seine "Abqualifizierung" verschafft zu haben, welche der Klägerin schwer geschadet haben. Doch die Kirche ging in die Berufung - eine für sie bislang ungewohnte Rolle - und brachte die Justiz wieder auf "Kurs". Zuvor stellte sich die gesamte Pfarrerschaft des Dekanats hinter die Pfarrer Niekel und Behnk. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab der Berufung statt. Immerhin hat es die Kirche nicht mehr ganz so leicht: Früher durfte sie Andersdenkende nur auf Verdacht niedermachen und Andersdenkende sogar ohne Verhandlung hinrichten lassen
(vgl.  z.B. http://www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm#Inquisition).



26.11.2006 - Neu: Der Theologe Nr. 28: Martin Luther und die Juden - Der Kopf der evangelischen Kirche als "größter Antisemit seiner Zeit" und vielleicht aller Zeiten - Tätliche Angriffe auf Lehrer und Amokläufe in Schulen sind die brutalsten Auswüchse der Krise im deutschen Erziehungswesen. Diese Krise hat jedoch viele Gesichter. Eines davon ist die zwiespältige Wertevermittlung. So wird in den Schulen in Deutschland überwiegend eine Geschichte der politischen Sieger gelehrt und die Opfer oft erneut zu Opfern gemacht. Dies gilt vor allem für die Geschichte der Kirche und für den konfessionellen Religionsunterricht. Ein Beispiel dafür ist die Person Martin Luthers. Er wird zu den "größten Deutschen" gezählt, zu dem sich bis heute auch ca. 1/3 der deutschen Bevölkerung durch ihre Glaubenszugehörigkeit "evangelisch" bzw. "evangelisch-lutherisch" bekennt. Ein Kinofilm aus dem Jahr 2003, in dem die Wahrheit verfälscht dargestellt wird, hilft mit, das Lügengebilde über den "großen Deutschen" aufrecht zu erhalten. Unterschlagen wird dabei weit gehend, worauf jetzt im Theologen Nr. 28 einmal deutlicher hingewiesen wird.
Auch auf römisch-katholischer Seite ist es nicht viel besser: Hier wurde im Jahr 2005 als letzter Deutscher Clemens August Kardinal von Galen selig gesprochen (also weit mehr als nur als Vorbild hingestellt), obwohl der die Soldaten regelrecht in den 2. Weltkrieg getrieben hat. Und in Bamberg beginnen die Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Jubiläum des Erzbistums, das von dem furchtbaren Kriegsherrn und Juden- und "Ketzerverfolger" Heinrich II. gegründet wurde. Und so wie es Martin-Luther-Schulen gibt, so auch Kardinal-von-Galen-Schulen oder ein Kaiser-Heinrich-Gymnasium. Deshalb zur Information ebenfalls neu:
Der Theologe Nr. 27: Der Kreuzzugsprediger: Kardinal von Galen trieb die Soldaten in den 2. Weltkrieg
Der Theologe Nr. 29: 1000 Jahre Erzbistum Bamberg: kein Grund zum Feiern



21.11.2006 / 16.1.2007 - Amokläufer von Emsdetten ging schon als Jugendlicher auf die Jagd - Einmal mehr scheint sich das Wort von Leo Tolstoi zu bestätigen: "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt". Spiegel online berichtet, dass Sebastian B., der Amokläufer von Emsdetten im Kreis Steinfurt, früher von Erwachsenen oft "zur Jagd" mit genommen wurde (21.11.2006). Zudem tauchte er in eine Gewalt-Welt im Computer ab. Am liebsten verweilte er jedoch am Kriegermahnmal auf dem Friedhof in Emsdetten, wo Kirche und Politiker die Aufschrift anbringen ließen: "Der Tod ist das Tor zum Leben". Wie durch ein Wunder gab es bei dem Amoklauf des 18-Jährigen in seiner ehemaligen Schule, der Geschwister-Scholl-Realschule, außer dem Täter selbst keine Toten. Menschen- und Tierrechtler fordern seit langem die Abschaffung der Jagd, weil dafür angebliche "ökologische" Gründe nur vorgeschoben werden und es letztlich um die Lust am Töten geht. Vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 7, Teil 4: Mensch und Tier: Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum.



18.11. / 4.5.2007 - Unfassbar - der Papst soll schon wieder kommen - Zunächst war Papst Benedikt XVI. im August 2005 in Deutschland (vgl. den Bericht über eine Parallelveranstaltung in Köln). Dann im September 2006. Der Aufwand und die Kosten waren gigantisch und zu Lasten aller Bürger (siehe die unten stehenden Meldungen). Nun soll es 2007 weiter gehen. Der evangelische Bundespräsident Horst Köhler hat Joseph Ratzinger diesmal eingeladen, nachdem er seine Privataudienz in Rom "außerordentlich erfüllend" empfand und länger mit Papst Benedikt sprechen durfte als geplant. Dafür hatte er ihm auch aus Berlin das Philharmonische Quartett mitgebracht, das dem Kirchenoberhaupt einige musikalische Grüße spielen durfte (Bild, 19.11.2006). Sicher ist aber erst, dass der Papst vom 7.-9.9.2007 nach Österreich kommt.
Erst vor wenigen Tagen beklagte die bayerische Wirtschaft, dass der Papstbesuch und die vielen Pilger vor einigen Wochen keine nennenswerten Einnahmen gebracht hätten. Die Verluste waren dagegen erheblich (siehe dazu unten). Viele Bürger befürchten zudem wieder explosive Äußerungen wie zuletzt das unkommentierte Zitat von Kaiser Manuel II gegen den Islam.

 

13.11.2006 /  28.3. / 18.8.2007 - Ehemaliger Ministrant wollte homosexuelle Beziehung beenden - Katholischer Dekan wirft sich vor Zug - den Gläubigen galt er als "Lichtgestalt" - In der Nacht um 3 Uhr werden nach katholischem Volksglauben die "bösen Geister" losgelassen. Am 11. November 2006 war es 3.19 Uhr, als sich der katholische Präses und Dekan des unterfränkischen Dekanats Lohr und Pfarrer von Lohr-St.Michael, Dr. Klaus-Peter Kestler, kurz hinter dem Bahnhof Lohr in Richtung Aschaffenburg vor einen Güterzug wirft. "Das Bischöfliche Ordinariat geht davon aus, dass der 55-Jährige freiwillig aus dem Leben geschieden ist", schreibt die Lokalpresse (Main-Post, 13.11.2006). Sein Tod erspart der Kirche die Aufdeckung eines weiteren Skandals. Gegen den Vorgesetzten der Priester im Dekanat Lohr lief nämlich ein Ermittlungsverfahren "wegen Nötigung in einem besonders schweren Fall". Von einem "jungen Mann", "der in enger Verbindung mit dem Geistlichen gestanden haben soll", ist zunächst die Rede (Main-Post).

Kurze Zeit später erfahren die Zeitungsleser mehr. Demnach pflegte der Würdenträger, der Bischof Friedhelm Hofmann bei der Leitung des Bistums Würzburg unterstützte, offenbar seit einigen Jahren ein "sexuelles Verhältnis" mit einem ehemaligen Ministranten, das allerdings erst begonnen haben soll, als der Jugendliche bereits "das 16. Lebensjahr vollendet hatte" (Main-Echo, 14.11.2006). Der geistliche Leiter des Dekanats Lohr lebte womöglich in totaler psychischer Abhängigkeit zu dem jungen Mann und soll mit Selbstmord gedroht haben, falls der mittlerweile 22-Jährige die homosexuelle Beziehung beendet. Dieser mögliche Hintergrund würde zumindest Überlegungen zu anderen Selbstmord-Motiven bzw. Todesursachen entkräften. Durch den "plötzlichen Tod" von Dr. Kestler werden jedoch keine Ermittlungen mehr wegen dieser Nötigungs-Klage mehr durchgeführt, welche der Kirche auch sehr schaden könnten. Es gilt offiziell die "Unschuldsvermutung". Und zudem erhält Dr. Kestler als Dekan und Mitglied im Priesterrat des Bistums unter diesen Umständen auch ein standesgemäßes römisch-katholisches Begräbnis (Eucharistiefeier mit Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Predigt von Domkapitular Heinz Geist) und einen "ehrwürdigen" Platz im Würzburger Priestergrab. Auch die Mitarbeiter und Gläubigen der Gemeinden stellen sich in mehreren (mit dicken Kreuzen und Bibelversen ausgestatteten) Todesanzeigen demonstrativ und "dankbar" hinter ihren "H. H. Dekan" (= "Herrn Hochwürdig(st)en Dekan") (Main-Echo, Main-Post, 16.11.2006). Johannes W., Leiter des Diözesanbüros, sagte über seinen ehemaligen Chef sogar: "Für uns war er eine Lichtgestalt" und ohne ihn ist es dunkler um uns" (Main-Post, 20.11.2006). Für andere wurde es jedoch anscheinend mit ihm dunkler. Dabei stellt sich für Unbeteiligte auch die Frage: Wer steht jetzt selbstlos und ohne eigene Interessen dem ehemaligen Ministranten zur Seite, der sich offenbar auch mit Selbstmord-Drohungen nicht erpressen ließ? Hat er sich kurze Zeit später ebenfalls umgebracht bzw. kam auf die gleiche Weise wie der Dekan ums Leben? (siehe hier)
Der junge Mann und seine Familie hatten laut Panorama (ARD, 16.8.2007) zuvor schwere Vorwürfe auch gegen den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erhoben. Dieser "habe den Missbrauch unter der Decke halten wollen. Der damals 17-Jährige ... sei ein Jahr lang von Kestler zu sexuellen Handlungen gezwungen worden" (Main-Echo, 17.8.2007). Die katholische Kirche wies durch ihren Generalvikar Karl Hillebrand die Vorwürfe zurück (siehe hier).

Erst ca. eine Woche vor den tragischen Ereignissen beklagte der Pfarrgemeinderat von Lohr-St. Michael unter Vorsitz von Dr. Kestler, dass es immer schwieriger sei, v. a. bei Beerdigungen "Ministranten aufzutreiben" (Main-Post, 3.11.2006). Man kritisierte v. a. die Einstellung mancher Eltern, obwohl mittlerweile allgemein bekannt ist, dass katholische Eltern sich aufgrund von Sexualverbrechen oder körperlichen Annäherungswünschen von kirchlichen Amtsträgern scheuen, ihren Kindern den Ministrantendienst zu erlauben. Die Einstellung "Ich bin froh, dass mein Sohn nie Ministrant war" (z. B. Tagesspiegel, 25.2.2002) ist inzwischen weit verbreitet.

Und der in diesem Fall ins Licht von Ermittlungen gerückte Dekan ist kein kleiner katholischer Fisch. Präses Kestler war in leitender Funktion (neben Weihbischof Helmut Bauer, Domvikar Paul Weismantel und drei weiteren Personen) auch Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss des Priesterrats der Diözese Würzburg. Und dieser hat wiederum die Aufgabe, "den Bischof in der Leitung der Diözese zu unterstützen" (POW, 4.5.2005). Klaus-Peter Kestler war zudem der "Verantwortliche für Priesterausbildung" (Main-Post, 20.11.2006). Die Vorwürfe treffen die römisch-katholische Kirche also einmal mehr ins Mark. Doch nun erklärt der Oberstaatsanwalt plötzlich: "Mit dem Tod des 55-Jährigen sei das Ermittlungsverfahren beendet ... Damit ist klar, dass die Vorwürfe nicht aufgeklärt werden und für den Priester die Unschuldsvermutung gilt." Es wäre allerdings weltweit nahezu einmalig, dass sich ein zu Unrecht Verdächtigter seiner Verteidigung (bzw. der Aufklärung des Sachverhalts) durch Selbstmord entzieht.

Offensichtlich besteht jedoch ein starkes Interesse "Dritter", dass dieser Sachverhalt unter dem Teppich gekehrt bleibt, was durch den Tod des Beschuldigten natürlich möglich ist, nicht jedoch bei einem Strafverfahren wegen schwerer Nötigung, das eingeleitet worden wäre, wenn der Dekan am Leben geblieben wäre. Aus diesem Grund bleiben auch offene Fragen nach dem Grad der Freiwilligkeit des Selbstmords. Immerhin hatte Dekan Dr. Kestler erst vor wenigen Wochen öffentlich gepredigt: "Hoffnungslosigkeit, Verbitterung und Verzweiflung sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar" (Main-Post, 26.9.2006). Und weiter: Die Jungfrau Maria sei die "Ursache unserer Freude" und "die echte Freude fängt da an, wo der Spaß aufhört". Sollte es sich bei dieser Predigt nur um oberflächliches Wortgeflimmer handeln? Dr. Kestler
"galt als blitzgescheiter Theologe, der tiefschürfende Auslegungen geben konnte" (Main-Echo, 13.11.2006). Im Zusammenhang des Ermittlungsverfahrens ließ die Kirche zudem ein psychiatrisches Gutachten über ihren Dekan anfertigen. Laut Bistumssprecher Bernhard Schweßinger habe dies - wie auch die Predigt Kestlers - "keine Hinweise auf einen geplanten Suizid gegeben" (Main-Post, 13.11.2006). Und noch einen Tag vor seinem Tod habe Kestler vor Schülern von seiner bevorstehenden Romreise geschwärmt.

Für den Sonntag, den 12.11.2006, war ursprünglich geplant, die zwischenzeitliche Versetzung von Dekan Dr. Kestler "in den einstweiligen Ruhestand" öffentlich zu machen, um die der Würdenträger zuvor "gebeten" hatte. Nun kam es anders, und es predigte in Lohr der Würzburger Domkapitular Dr. Heinz Geist anlässlich des Todes des Dekans. Der Domkapitular wählte dabei die für kirchliche "Informationspolitik" unverwechselbaren und typischen Worte: "Gott scheint uns ohne Antwort zu lassen" (Main-Post, 13.11.2006). Und: Das Geschehene werde "wohl für immer unbegreiflich bleiben" (Main-Echo, 13.11.2006). Und einige Tage später predigte er in Lohr: "Der Tod von Klaus-Peter bleibt ein Geheimnis" (Main-Post, 20.11.2006). Damit fasst der Domkapitular allerdings weniger den Sachverhalt, sondern mehr den Wunsch seiner Kirche in Worte. Denn wenn es nach "Gott" und der Öffentlichkeit ginge, ließen sich die "Geheimnisse" durchaus lüften und das Geschehen könnte "begreiflich" gemacht und aufgearbeitet werden.

Doch dass die tragischen Vorgänge wahrheitsgemäß aufgeklärt werden, ist in der Tat unwahrscheinlich. Zum einen ließ Bistumssprecher Bernhard Schweßinger bereits verlauten, das Geschehen werde "wohl für immer (Hervorhebung durch die Redaktion) unbegreiflich bleiben" (siehe oben). Zum anderen gibt es mittlerweile eine unübersehbare Fülle von Berichten über Schweigegelder bzw. Entschädigungszahlungen der Kirche. Allein in den USA geht man von ca. einer Milliarde Dollar Entschädigungszahlungen (http://www201.focus.de/politik/ausland/vatikan_nid_38246.html?drucken=1) und 399 Millionen Dollar an Schweigegeldern aus (ntv, 31.3.2006). Und zum dritten hat sich die lokale Main-Post (die in der Vergangenheit selten eine Gelegenheit ausließ, eine religiöse Minderheit in der Region (vgl. unten) "in die Pfanne zu hauen") bereits auf die Richtlinien des Deutschen Presserats berufen, bei der "Schilderung näherer Begleitumstände" bei Selbsttötungen "größtmögliche Zurückhaltung" zu üben (15.11.2006).
Trotz der höchsten innerkirchlichen Geheimhaltungsstufe sind jedoch auch in Deutschland viele Schweigegeldzahlungen bekannt geworden (
http://www.zeit.de/archiv/2002/20/200220_priester.xml?page=2), und auch in Australien, England, der Schweiz usw. und wohl in nahezu allen Ländern der Erde (vgl. z. B. http://www.gottes-suche.de/12.3.3.%20Missbrauch%202003.html). Die Kirchen lassen sich v. a. in Deutschland wiederum vom Staat, d. h. von den Steuerzahlern, subventionieren. Zudem untersagt die römisch-katholische Kirche Kirchenangehörigen und dem Opfer eines Sexualverbrechens bei Strafe der Exkommunikation, über die Taten öffentlich zu sprechen. Dies wurde 1962 unter Papst Johannes XXIII. angeordnet und im Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. und Joseph Kardinal Ratzinger bestätigt. Und es bedeutet praktisch die angebliche ewige Hölle für das Opfer, wenn es außerhalb der Kirche auspackt. So kann man davon ausgehen, dass die vielen dennoch aufgedeckten Fälle nur die Spitze des Eisbergs sind und die Gefahren für Kinder und Jugendliche noch weit größer sind als bisher angenommen.

*Weitere Hintergründe: Dekan Dr. Klaus-Peter Kestler arbeitete im Dekanat Lohr auch mit dem evangelischen Dekan Michael Wehrwein zusammen, der mit inquisitorischem Kleingeist und bürokratischer Regelmäßigkeit gegen religiöse Minderheiten im Dekanat Lohr (z. B. gegen Zeugen Jehovas, Universelles Leben) vorgeht und der "die ökumenische Zusammenarbeit" mit Dr. Klaus-Peter Kestler in der Jugendarbeit lobte (Würzburger Katholisches Sonntagsblatt Nr. 50, 11.12.2005). An den Verleumdungen der kleineren Gemeinschaften durch die evangelisch-lutherische Kirche hat sich der katholische Dekan jedoch - zumindest öffentlich - nicht beteiligt. 

Der evangelische Dekan von Lohr, Michael Wehrwein, holte in diesem Zusammenhang z. B. den evangelischen "Sektenbeauftragten" Dr. Wolfgang Behnk in das Dekanat Lohr (1996, 1997 und 1998), der vor ökumenischer Zuhörerschaft über die unbescholtenen Anhänger des Universellen Lebens herzog und diesen an anderer Stelle sogar einen möglichen "Massenselbstmord" anzudichten versuchte - obwohl dort, anders als in der Kirche, das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") konsequent befolgt wird.* Die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers in Erfurt (siehe unten) und der Selbstmord des katholischen Dekans in Lohr sind dabei nur die letzten Vorfälle einer langen Reihe von fortlaufenden Selbstmorden von kirchlichen Würdenträgern (siehe dazu auch www.theologe.de/kirche_hoelle.htm) und Tausenden von Morden und Selbstmorden jährlich unter den kirchlich Gläubigen. Daran zeigt sich, wie die Kirche eigene Verfehlungen und Verbrechen oftmals auf unschuldige Dritte zu projizieren versucht. Dabei lassen sich auch die Medien nicht selten von der Kirche instrumentalisieren. So veröffentlichte bzw. zitierte die freundschaftlich mit der Kirche verbundene lokale Zeitung Main-Post jahrelang ungeniert Unwahrheiten und kirchliche Verleumdungen über religiöse Minderheiten mit schlimmen Folgen für die Betroffenen (Näheres siehe z. B. in der Dokumentation www.steinadler-schwefelgeruch.de), während sie sich bei tatsächlichen Verfehlungen aus den Reihen der Verleumder "größtmögliche Zurückhaltung" auferlegt (15.11.2006, siehe auch oben).

*PS: Als die evangelische Kirche die bösartige Verleumdung von einem möglichen Massenselbstmord von Urchristen in die Welt setzte, kamen Fernsehteams mit Hubschraubern angeflogen, um über den Häusern der Beschuldigten ihre Runden zu drehen. Werden diese Teams jetzt auch die Bahnstrecken im Raum Lohr abfliegen, um nach gefährdeten Nachahmungstätern Ausschau zu halten? Immerhin galt den Gläubigen der Dekan, der sich vor den Güterzug warf, als "Lichtgestalt" (siehe oben) und Vorbild. Oder wird einmal die ganze "Todeszone" von Erfurt bis Würzburg (Thüringen und Würzburg gelten wegen starker kirchlicher Bindungen von Teilen der Bevölkerung als "Selbstmord-Hochburgen"; Focus Nr. 19/06 für Thüringen, Main-Post, 3.7.1999, für Würzburg) unter Beobachtung genommen? In Erfurt brachte sich ein evangelischer Pfarrer um, der ebenfalls vielen als Vorbild galt (siehe unten; der Lohrer Dekan und der Erfurter Pfarrer wurden übrigens am selben Tag (17.11.2006) beigesetzt). Und besonders um Weihnachten herum eskalieren viele Familienkrisen. Oder setzen sich die Medien nur in Bewegung, wenn die Kirche die Stimmung gegen religiöse Minderheiten anheizt?
Und bereits neun Tage nach dem Selbstmord von Dekan Kestler wurde der nächste unterfränkische Priester von einem Zug überrollt und getötet. Bei Pfarrer i. R. Günther Schwarzkopf aus Alzenau soll es jedoch kein Selbstmord gewesen sein, sondern ein Unfall. Der Würdenträger soll in der Nacht vom 20.11.2006 am Münchner Hauptbahnhof im Alkohol-Rausch auf die Gleise gefallen sein, wo er dann von einer S-Bahn überfahren wurde. Der Geistliche wirkte von 1984 bis 1994 in einem Ortsteil von Klingenberg am Main, wo im Jahr 1974 die katholische Studentin Anneliese Michel nach einem kirchlich angeordneten Exorzismus an Auszehrung starb (siehe "Der Theologe Nr. 9" - Todesfalle Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben?). 
PS: Pfarrer Schwarzkopfs Nachfolger in Klingenberg, Pfarrer Guido Sauer (1995-1999), hat sich übrigens im Februar 2007 vom Priesteramt suspendieren lassen. Gründe wurden nicht bekannt.


Die Meldung über den Tod von Dekan Kestler hat bereits zu vielen Reaktionen geführt. Unter der Rubrik "Frage und Antwort" lesen Sie einen Antwortbrief auf einen kritischen Leserbeitrag.

PS: Drei Wochen später soll sich Berichten aus der Bevölkerung zufolge ein junger Mann an nahezu der gleichen Stelle vor den Zug geworfen haben, an der dies auch Dekan Kestler getan hatte. Und Fragen aus der Bevölkerung dazu lauteten: War es der ehemalige Ministrant, der mit dem Dekan Schluss machen wollte?


 

12.11.2006 - Evangelischer Mesner hängte sich auf - Mann der Pfarrerin als Drogenhändler beschuldigt - Die evangelische Kirche kommt nicht zur Ruhe. Zeitgleich zur Selbstverbrennung von Pfarrer Weißelberg in Erfurt rumorte es in der Gemeindeversammlung von St. Nikolai in Eckernförde. Dort wurde die Pfarrerin auf eine andere Stelle versetzt, da "ihrem Mann Drogenhandel vorgeworfen wird" (Eckernförder Zeitung, 8.11.2006). Das evangelische Pfarrhaus stand damit im Verdacht, Umschlagsplatz für Rauschgift gewesen zu sein. Und der Küster wurde erhängt aufgefunden, nachdem ihm Diebstahl von Spendengeldern bei der "Kollekte" nachgewiesen und er deshalb entlassen wurde. Die Weltanschauungsbeauftragten der Kirche lenken jedoch weiter gezielt von dem Grauen in den eigenen Reihen ab und erheben falsche Anschuldigungen gegenüber religiösen Minderheiten (vgl. www.theologe.de/theologe12.htm). Wann kümmern sie sich endlich um ihre eigene Kirche?



1.11. / 16.11.2006 - Protest gegen Islam: Evangelisch-lutherischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigem Leibe - Pfarrer Roland Weißelberg (73) aus Windischholzhausen bei Erfurt gingen die Warnungen der Kirche vor dem Islam nicht weit genug. Deshalb fährt er am Reformationstag, den 31.10.2006, in das legendäre Augustinerkloster nach Erfurt (Martin Luther lebte dort sechs Jahre als Mönch und wurde dort 1507 zum Priester geweiht), wo an diesem Morgen der Kantaten-Gottesdienst stattfindet. Als in der Kirche gerade das Abendmahl vorbereitet wird, übergießt sich der Pfarrer in der Baugrube unmittelbar neben der Kirche mit Benzin und zündet sich an. Der Tagesspiegel schreibt dazu: „Da der Mann zuvor im Kreuzgang des Klosters gesehen worden war, habe er möglicherweise eine Selbstverbrennung während des Gottesdienstes geplant. Er sei vielleicht nur deshalb auf die Baustelle ausgewichen, weil das Westportal der Augustinerkirche ausnahmsweise verschlossen war“ (1.11.2006). Dort steht nämlich um 10.43 Uhr gerade der Kirchenchor und singt „Ave verum corpus“ (= „Gegrüßt seist du, wahrer Leib“) von Wolfgang Amadeus Mozart, als den Sängern beißender Geruch brennenden Fleisches in die Nase steigt. Erste Kirchenbesucher laufen nach draußen und sehen mit Entsetzen, was gerade passiert.
Mit seinem Selbstmord habe er „seine große Sorge über die Ausbreitung des Islams zum Ausdruck bringen wollen“, so die Pröpstin Elfriede Begrich (Spiegel online, 1.11.2006) über Pfarrer Roland Weißelberg, den sie „als sehr belesenen und aktiven Christen“ beschrieb, der noch vor 14 Tagen selbst einen evangelisch-lutherischen Gottesdienst zelebriert hat. Immer wieder warnte der evangelische Pfarrer vor den „Nachfolgern Mohammeds“. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt dazu: „Wie kann ein so eloquenter, gottesfürchtiger, vernünftiger und bis zuletzt agiler und vitaler Mann ein Fanal setzen gegen eine Bedrohung, die zumindest in Erfurt bis heute weitgehend abstrakt geblieben ist?“ (3.11.2006) Verhältnismäßig wenige Moslems leben in Thüringen in Frieden mit ihren Nachbarn und ihrer Umgebung. Ironie des Schicksals: In der Spezialklinik in Halle/Saale rang ein muslimischer Arzt vergeblich um das Leben des evangelischen Theologen (idea-spektrum Nr. 45/2006). Die Frau des Pfarrers, Ingelore Weißelberg, hat sich bei ihm inzwischen entschuldigt.

PS: Bereits in der DDR war Pfarrer Weißelberg öffentlich bekannt. So hatte er z. B. am 21.4.1988 eine Veranstaltung unter dem Titel Christlicher Glaube und marxistische Weltanschauung im Gespräch moderiert (Utopie kreativ, H. 129/139 (Juli/August 2001), S. 709-721).

Welches sind mögliche Hintergründe des Selbstmords? Pfarrer Uwe Edom, sein Nachfolger im Pfarramt in Windischholzhausen erinnert sich an ein Gespräch, in dem Pfarrer Roland Weißelberg „bedauert habe, dass der Islam zu stark werde, dass das Christentum zu wenig Profil habe und deshalb untergehe.“ (FAZ, 3.11.2006*) Bei Martin Luther, dessen geistige Nähe Pfarrer Weißelberg im Erfurter Augustinerkloster vor seinem Tod suchte, war das noch anders. Martin Luther wollte die Ausbreitung des Islam in Europa mit aller Gewalt verhindern, und er ging deshalb rigoros vor. Um einen moslemischen Einfluss in Europa zu unterbinden, rief er zum gnadenlosen Krieg gegen die Türken, deren Heer vor Wien stand. In dieser Situation predigte Martin Luther: Die „Christen“ sollen „mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich“ (Eine Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Wer also im Krieg gegen den Islam ums Leben kommt, wurde von Luther selig bzw. heilig gesprochen, was vielleicht auch die Hemmschwelle des Thüringer Pfarrers zum Selbstmord senkte. „Der 73-Jährige habe bereits seit Jahren die Haltung der Kirche kritisiert und bei Treffen und Versammlungen mehr Aufmerksamkeit für die Auseinandersetzung mit dem Islam gefordert, sagte die Erfurter Pröpstin Elfriede Begrich unter Verweis auf die Ehefrau des Mannes“ (Tagesspiegel). Pfarrer Weißelberg beschwor immer wieder die Bedrohung des kirchlichen Christentum durch den Islam und wollte mit seiner geistig toten Kirche nicht kampflos untergehen, sondern forderte, „dass die Christen ihr Europa verteidigen müssten“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 5.11.2006). „Der Islam ist dran“, so Weißelberg in den letzten zwei, drei Jahren im Pfarrer-Ruheständler-Konvent, der ihm als Plattform diente.

Der lutherische Pfarrer muss extrem verzweifelt über seine Kirche gewesen sein. Eine erste Reaktion in der von ihm gewünschten Richtung kam vom Magdeburger Bischof Axel Noack, der sich im Zusammenhang des Selbstmords neben dem Entsetzen über die Tat auch für „ein klares Bekenntnis der Moslems zur Gewaltfreiheit“ aussprach (Tagesspiegel). Auch brachte der Bischof die Haltung Martin Luthers gegenüber den „Türken vor Wien“ von sich aus ins Gespräch und erklärte im Interview: „Er [Luther] meinte, dass wir von den Türken neu lernen könnten, was Glaube ist“ (Spiegel online, 3.11.2006).
Die evangelische Kirche stellt Martin Luther bis heute immer wieder als beispielhaft hin und untergräbt damit eine Orientierung an ethisch wertvollen, christlichen und demokratischen Werten. Denn was Martin Luther u. a. gemeint hat, als er der Christenheit die kriegerischen Osmanen aus dem 16. Jahrhundert als Glaubensvorbild hinstellt, wird ja aus seiner Heerpredigt deutlich (siehe oben).

Ruth Meili, Pfarrerin, Mitglied der Kirchenleitung der Kirchenprovinz Sachsen und Leiterin der evangelischen Communität Casteller Ring (CCR), die das Augustinerkloster betreuen, hat übrigens mit Pfarrer Weißelberg am Tatort noch gebetet. Sie hat in diesem Zusammenhang gesagt, „dass er sich mit dieser Tat nicht von Gott getrennt habe“ (FAZ, 3.11.2006) bzw. „dass Gott mit ihm sei“ (idea-spektrum Nr. 45/2006). Auch wenn nicht klar wird, wie die Theologin ihre Worte genau gemeint hat, so ist für die Protestanten Gott auf jeden Fall Gott auch ein „grausamer Gott“ (siehe z. B. Der Theologe Nr. 1). Das Verhalten der Theologin Ruth Meili kommentierte der Kurator Lothar Schmelz von der Klosterleitung mit den Worten: „Es hat sich gezeigt, dass wir hier im Kloster eine Art Familie sind“ (Tagesspiegel). (Doch wehe, Ähnliches wäre im Umfeld einer religiösen Minderheit passiert!)

Pfarrer Uwe Edom, Nachfolger Weißelbergs im Pfarramt in Windischholzhausen "glaubt, dass Weißelberg sich bewusst am Reformationstag verbrannt habe. Das sei schließlich der Tag der kirchlichen Erneuerung." (idea-spektrum Nr. 46/2006).

* Solche und ähnliche Vorahnungen zur Zukunft der Kirche häufen sich. Die Kirche wird überwiegend noch von staatlichen Milliarden-Subventionen am Leben gehalten (siehe www.stop-kirchensubventionen.de).

PS: Lesen Sie dazu auch - Ein Mahnmal in Erfurt für die Millionen Opfer der Kirche



28.10. / 20.11.2006 - Der Krieg beginnt - Als die Regierung Schröder/Fischer die Bundeswehr im Oktober/November 2001 in den Afghanistan-Krieg schickte (bei der Bundeswehr-Beteiligung an den Angriffen auf Jugoslawien im Kosovo-Krieg 1999 sammelte man bereits erste Erfahrungen), glaubte man an einen schnellen Sieg gegen die damalige islamistische Taliban-Regierung. Doch die Taliban sind wieder da. Und jetzt heißt es in Focus online unter der Überschrift Lernt, Taliban zu töten fünf Jahre später: "Nato-Verbündete, allen voran die USA, verlangen immer drängender von den Deutschen, ihre Soldaten nicht nur zur Stabilisierung Nordafghanistans einzusetzen, sondern Kampftruppen in die blutigen Gefechte mit den Taliban im Süden zu schicken" (28.10.2006). Mit anderen Worten: Anstatt mit den Totenschädeln getöteter Moslems herumzuspielen, sollen die deutschen Soldaten lieber mithelfen, lebendige aufständische Islamisten zu töten (siehe auch unten). Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis es so weit ist (wenn es nicht eh schon so weit ist), und man könnte sagen: "Na, also". Ganz allmählich wurden wir daran gewöhnt, wie eine ursprünglich reine Armee zur Verteidigung des eigenen Landes in anderen Teilen der Erde allmählich in einen neuen weltweiten Krieg hineingezogen wird (was alles übrigens Milliarden kostet). Jetzt legt auch der Spiegel nach: "Die Deutschen müssen das Töten lernen", lautete die Schlagzeile der Ausgabe Nr. 47/06, die britischen und kanadischen Soldaten in den Mund gelegt wird. Die Bundeswehr soll also den Vormarsch der Taliban am Hindukusch stoppen.
Und rechtzeitig vor den blutigen Schlachten erklärt z. B. der ehemalige Landesbischof Thüringens, Werner Leich, erneut öffentlich die evangelisch-lutherische Lehre zum Krieg, und er schreibt im Hinblick auf die "Auslandseinsätze" der Bundeswehr: Unter der Voraussetzung der "Würde des Menschen" "hat die Staatsmacht das Recht, Soldaten einzuberufen und einzusetzen, wenn die Sicherheit der Bürger bedroht ist. Das ist Gottes Regierweise im Bereich der Welt" (idea-spektrum Nr. 43/2006). Und es ist sicher nicht schwer, irgendwie zu begründen, wie die Taliban uns alle bedrohen. Und auch der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, wandte sich klar gegen die Beendigung des Afghanistan-Einsatzes (z. B. Kölner Stadtanzeiger, 25.10.2006). Dabei wäre es eine einfache Weisheit, wenn man sich einmal bewusst machen würde: Krieg löst kein Problem, sondern Krieg bringt immer nur wieder neuen Krieg, weswegen sich ja auch Jesus von Nazareth eindringlich gegen jede Art von Krieg aussprach. Doch die Kirchen haben seine Lehre  bekanntlich "verbessert", wie es einst der Großinquisitor im Roman Die Brüder Karamasov von Dostojewski formulierte.
 
Lesen Sie dazu auch: Afghanistan: Deutschland im heimlichen Angriffskrieg
Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg? War es ein gerechter Krieg? Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche
Sowie:
Der Theologe Nr. 6 - Die evangelische Kirche - immer für den Krieg




26.10. / 23.11.2006 - 400 Millionen Euro mehr Kirchensteuereinnahmen - Kirchen jubeln - Jubel in den Kirchen: Gegenüber dem Jahr 2005 steigen die Kirchensteuereinnahmen wegen der guten Konjunktur im Jahr 2006 für beide Großkirchen zusammen um ca. 400.000.000 Euro an. Dies geht aus einer aktuellen Statistik der Kirchensteuereinnahmen in der Zeitschrift idea-spektrum (Nr. 43/06) hervor. Rechnet man die dort veröffentlichten exakten Daten für die evangelischen Kirchen von Januar bis Juni bzw. bis August bis zum Jahresende hoch und multipliziert sie mit dem Faktor "2" (die römisch-katholische Kirche hat etwa gleich viele Mitglieder), ergibt sich eine Summe von über 400 Millionen, die allerdings durch Kürzungen beim Weihnachtsgeld auch ein klein wenig niedriger sein könnte. Hinzu kommen die ungebrochenen Staatssubventionen von ca. 14,15 Milliarden Euro für innerkirchliche Zwecke plus außerordentliche Zahlungen wie für den Papstbesuch (die kirchlichen Sozialdienste werden mit ca. 10 Milliarden Euro übrigens zusätzlich auch  überwiegend vom Staat bezahlt). Allein die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern nimmt im laufenden Jahr 30.000.000 Euro mehr ein als erwartet, nachdem man schon im Jahr zuvor 6.400.000 Euro mehr eingenommen hatte als 2004 (Fränkischer Tag, 23.11.2006) - und das, obwohl die Zahl der Mitglieder gesunken ist.
Während in Deutschland allmählich die neue Armut um sich greift und mancher Bürger nicht mehr weiß, was er noch kürzen soll, überlegen die Kirchenführer derzeit, wie sie die Mehreinnahmen anlegen. "Am rigorosen Sparkurs soll aber festgehalten" werden, schreibt idea. Die Kirchen sind bekannt für ihre üppigen Rücklagen, frei nach dem der Bibel entlehnten Motto: "Ihr sollt euch Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost nicht fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen."
Experten haben einmal errechnet, dass ein Kirchensteuerzahler ein Jahr seiner Lebensarbeitszeit  nur für die Kirche arbeitet und dabei Kirchensteuern bis zur Höhe des Wertes einer Eigentumswohnung zahlt (siehe auch www.stop-kirchensubventionen.de).

 

26.10.2006 - Umbenennung der Bischof-Meiser-Straße in Nürnberg - Noch keine Entscheidung - Siehe unten



23.10. / 27.10.2006 - Planen deutsche Waldbesitzer die Ausrottung des Rotwilds? - Während der Mensch weltweit die Lungen des Planeten Erde, den Regenwald, vernichtet und damit zehntausendfaches Artensterben sowie den ökologischen Zusammenbruch der Zivilisation und millionenfachen Tod und Siechtum vorantreibt, geht es auch in deutschen Wäldern immer brutaler zu. Obwohl die Mutter Erde Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen sein soll, maßen sich die Menschen in der kirchenchristlichen Tradition gemäß 1. Mose 1, 28 ("Macht euch die Erde untertan") und 1. Mose 9, 2 ("Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden") die absolute Herrschaft über die Natur und ihre gnadenlose Ausbeutung für ihren Profit an. "Der Wald muss Gewinn abwerfen", so z. B. der Revierleiter der römisch-katholischen Stiftung Juliusspital in Würzburg (Main-Post, 23.10.2006). Geschmälert wird dieser Gewinn nach Meinung von ausschließlich profitorientierten "Waldbesitzern" vor allem von Rotwild (Hirschen) und Rehen, die sich im Wald vor den Jägern verstecken müssen und dort natürlich auch etwas zum Essen brauchen.

Millimetergenau wird von den "Experten" dabei jeder Baum danach abgesucht, ob vielleicht ein Hirsch oder Reh daran geknabbert hat. Die Untersuchungen sind die Vorarbeiten für die Hinrichtungsquoten der Wildtiere, die im Anschluss daran festgelegt werden. In diesem Zusammenhang wurden zuletzt sogar Forderungen laut, Rotwild nur noch "in eigens definierten Rotwildgebieten zu dulden" (Main-Post, 23.10.2006). Praktisch heißt das: Hirsche, Hirschkühe und ihre Kälber würden - wie so viele Wildtierarten vorher - in freier Natur ausgerottet und nur noch in bestimmten Revieren oder Wildparks ertragen. Nur dann, so die dahinter stehende Logik, würde das Holz der Bäume den maximalen Profit abwerfen. Die Logik ist die gleiche wie bei der Vernichtung des Regenwalds in anderen Erdteilen: "Profit für den menschlichen Nutzer, Leiden und Tod der Tiere sind egal, und ´Nach mir die Sintflut`".

Dabei sind Hirsche und Rehe (Rotwild und Rehwild) von Natur aus gar keine Waldtiere. Sie lieben die Weite von Feldern und Wiesen und würden dort auch Nahrung maßvoll zu sich nehmen (nur das Nötigste - im Gegensatz zur Völlerei des Menschen und seiner maßlosen Überproduktion von Fleischbergen und Ekelfleisch). Doch auf jedem Quadratmeter lauern den Tieren in Deutschland die Jäger auf - am Tag und in der Nacht und fast zu jeder Jahreszeit. Und ausschließlich profitorientierte Landwirte und Waldbesitzer gönnen den Tieren im übertragenen Sinn "kein Körnlein", weil sie dieses dann nicht mehr verkaufen können. Deshalb wird ständig nach den Jägern geschrien, weil ein Tier, das etwas isst, automatisch als "Schädling" gilt. Und mögliche "Futterwiesen" (wo der Landwirt kein so großes Problem hätte) sind schon lange zu "Totschießwiesen" geworden, weil die Tiere dort am leichtesten umgebracht werden können. Viele Tiere trauen sich deshalb gar nicht mehr aus dem Wald heraus. Durch den permanenten Stress der Flucht vor den Jägern brauchen die Tiere auch viel mehr Nahrung als normalerweise üblich und verbeißen sich auch deshalb an Bäumen. Außerdem gerät das sich selbst ökologisch regulierende Fortpflanzungsverhalten der Tiere aus dem Ruder, da der Mensch ständig die gewachsenen Familienstrukturen zerschießt. Hinzu könnte vereinzelt eine Geburtensteigerung durch massive Mast einzelner Jäger kommen. Dahinter steckt meist die Überlegung, möglichst viele Tiere umbringen zu wollen, um mit dem Ertrag des Fleisches die Jagdpacht bezahlen zu können, für sich selbst noch einen Profit zu haben und um durch hohe Abschussquoten gut da zu stehen.

Die Hauptschuld an dieser Entwicklung trägt die Kirche. Sie hat den Tieren die Gefühle und die unsterbliche Seele abgesprochen und beschlossen, dass das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") nicht gegenüber den Tieren gilt (siehe dazu Der Theologe Nr. 7, Teil 4: Mensch und Tier - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum). "Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt", heißt es im Katholischen Katechismus (Nr. 2417). Doch was wäre das für ein Gott, der diese bestialische Herrschaft erlaubt und absegnet? Die Kirche jedoch tut es, und in den Reihen von Jägern, Waldbesitzern und Landwirten finden sich überdurchschnittlich viele treue Kirchenmitglieder. Und eine vegetarische Lebensweise ist unter Kirchenmitgliedern nach wie vor selten oder gar verpönt. Und umgekehrt: Ein großer Teil der Vegetarier, die nicht mehr die Nachfrage nach Wildfleisch und anderem Fleisch anheizen, sind gleichzeitig Kirchenaussteiger.

Das jüngste Beispiel für die kirchliche Scheinheiligkeit erlebten die Besucher der Hubertusmesse im Wiener Stephansdom am 21.10.2006, wo folgende Bitte an den Kirchengott gerichtet wurde: "Herr, vergib all jenen, welche die Jagd und das jagdliche Brauchtum nicht verstehen und nicht akzeptieren!"

Doch mittlerweile ist es zudem weltweit spürbar: Die Erde, die Natur und alle Lebensformen gehorchen dem egoistischen Tyrannen Mensch und seinen kirchlichen Segensspendern nicht mehr. Der Mensch hat sich die Mutter Erde, seinen besten Freund, zum Feind gemacht. Jetzt schlägt die Erde zurück. Und der Mord an den Tieren führt immer mehr zum Tod der Menschen. Die Apokalypse hat bereits begonnen ...

PS: Einen kleinen Gegenpol haben einige Landwirte aufgebaut, die auch mit einer Stiftung zusammenarbeiten, die wieder Lebensraum für Tiere erwirbt, wo diese nicht gejagt und erschossen werden und wo sie genügend Nahrung finden



22.10.2006 - Ökumenisches Jubiläum in Bamberg: 1000 Jahre Bistum und evangelisch-lutherische Kirche St. Stephan - kein Grund zum Feiern - Was sind die Hintergründe?

 

19.10.2006 - Pädophiler Priester brachte US-Abgeordneten Mark Foley als Kind auf die falsche Bahn - Der republikanische Spitzenpolitiker Mark Foley, der minderjährige Kongressgehilfen mit E-Mails sexuell belästigt hatte, ringt um Verständnis. Er selbst "sei in seiner Jugend von einem katholischen Priester missbraucht worden" (Spiegel online, 19.10.2006), so seine Beichte. Auch der Priester trat mittlerweile die Flucht nach vorne an. Anthony Mercieca (72) gibt zu, er habe "dem minderjährigen Mark Foley ´einige falsche Dinge` in Bezug auf Sexualität beigebracht". Mark Foley war Ministrant und gelangte so in das Umfeld des pädophilen Priesters. Obwohl Priester mittlerweile zu den Hauptrisikogruppen für solche Verfehlungen oder Verbrechen gehören, gibt es noch immer Eltern, die ihre Kinder dazu erziehen, Ministranten zu werden. Damit setzen sie die Kinder bewusst einem verhältnismäßig hohen Risiko aus, missbraucht zu werden. 4-6 % der Priester seien pädophil veranlagt, und manche Insider schätzen den Anteil sogar zwischen 20 und 25 %. Die Dunkelziffer ist wohl erheblich. Doch viele zunächst harmlos scheinende Priester entpuppten sich bereits als sexuell unkalkulierbare Zeitbomben. Eine katholische Mutter fasste ihre Erleichterung über die einigermaßen gelungene Sozialisation ihres Kindes in die Worte: "Ich bin froh, dass mein Sohn nie Ministrant war" (Tagesspiegel, 25.2.2002).



11.10.2006 - Einzelhandel in München - 20 % Umsatzeinbußen bei Putin, bis zu 60 % beim Papst / Weiter jährlich 300 Millionen Euro Staatsgelder für katholische Theologenausbildung - trotz massiv gesunkener Studentenzahlen - Die Absperrungen während des Staatsbesuchs von Wladimir Putin in München bringt für den Handelverband BAG-Bayern das "Fass zum Überlaufen". Es werden Umsatzeinbußen von etwa 20 % erwartet. Doch wer hat das Fass an den Rand des Überlaufens gebracht? "Beim Papst-Besuch gab es in vielen Branchen Umsatzeinbußen von bis zu 60 Prozent", so klagt z. B. Wolfgang Fischer vom Geschäftsleute-Verbund CityPartner (Münchner Merkur, 11.10.2006). Doch Wladimir Putin bringt wenigstens Aufträge für die Wirtschaft mit, der Papst brachte nichts - er holt sich nur Geld für seine Kirche.
So muss Deutschland aufgrund des Konkordats des Deutschen Reichs von 1933 mit dem Vatikan z. B. jährlich über 300 Millionen Euro für die römisch-katholischen Fakultäten an den Universitäten und die Gehälter der Theologieprofessoren zahlen. Aufgrund massiv gesunkener Studentenzahlen hätte jeder normale Mensch den aufgeblähten Theologen-Apparat längst schlanker gestaltet. Doch Deutschland darf nicht. Es hat sich im Konkordat unter Adolf Hitler in diesen Angelegenheiten dem Vatikan unterworfen und darin festgelegt, hier nur mit Zustimmung der Kirche handeln zu dürfen. Nun wird es Zeit, das Erbe Adolf Hitlers auch in diesem Bereich zu beenden und das Konkordat zu kündigen.


 

9.10.2006 - Clemens August Kardinal von Galen, ein Kreuzzugs-Prediger im 2. Weltkrieg, ist jetzt seit einem Jahr selig.
Lesen Sie dazu www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm.

 

7.10. / 26.11.2006 - Von schwer kranken Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindemitglied brachte vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um - Lesen Sie die Meldung in "Der Theologe Nr. 24"



4.10.2006 - Evangelische und katholische Heime in der Bundesrepublik - ein Ort von Leiden und Qualen - Lesen Sie die Meldung in "Der Theologe Nr. 24".



30.9. / 13.10.2006 - Evangelischer CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt die Verantwortung des kirchlichen Christentums - "Das Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem des Islam", so der neue Vorwurf des evangelischen CDU-Spitzenpolitikers. Außerdem fühle er sich von den Moslems beleidigt, wenn er ihnen als "Ungläubiger" gilt (Netzeitung, 30.9.2006). Nicht beleidigt ist er allerdings, dass ihm die katholische Kirche nicht einmal zugesteht, einer "Kirche" anzugehören, da der Vatikan die Evangelischen nicht als Kirche anerkennt (siehe unten). Auch geht der Generalsekretär der CDU in seiner Frontstellung gegen den Islam darüber hinweg, dass die Kriege der USA gegen Länder der islamischen Welt zu einem großen Teil religiös motiviert sind. So hat der evangelische Präsident George W. Bush z. B. vor dem Irak-Krieg angeblich von Gott den Auftrag dazu erhalten, und die meisten Mitglieder der US-Regierung bekennen sich zu ihrem überzeugten protestantischen Glauben. Ca. eine halbe Million Tote soll dieser Krieg und seine Folgen bisher gefordert haben (nach Angaben des US-"Verteidigungsministeriums" Pentagon sind es höchstens 50.000), der mit Lügen begründet wurde (siehe http://www.netzeitung.de/spezial/irak/445891.html). Viele moslemische Zivilisten wurden dabei in Einzelfällen von kirchenchristlichen Eroberern kaltblütig ermordet (Siehe z. B.
http://focus.msn.de/politik/ausland/irak_nid_36983.html)
. Und auch die CDU-Bundestagsabgeordneten in Deutschland stimmten 1999 einstimmig für die Bombardierung Jugoslawiens und holten sich dabei den Segen ihrer Kirche (vgl. dazu den Artikel "Weg mit dem scheinheiligen ´C`! - CDU soll sich nicht christlich nennen"; http://www.das-weisse-pferd.com/99_12/cdu_scheinheilig.html). Ebenso war es 2002 bei dem Angriff auf Afghanistan, wo man mithalf, die islamistische Taliban-Regierung weg zu bomben. Jetzt wies die Entwicklungshilfe-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul darauf hin, dass die Taliban durch das teilweise brutale Verhalten der kirchengläubigen Besatzer in der Bevölkerung immer mehr Zulauf gewinnen (siehe http://www.bild.t-online.de/BTO/news/telegramm/Newsticker,rendertext=901474.html).

Und schließlich ist es das Vorbild von Ronald Pofallas Glauben, Martin Luther, der wie kaum ein anderer zur Gewalt im Namen der Religion aufrief (siehe dazu Der Theologe Nr. 3). So forderte Martin Luther z. B. wörtlich: "... weil die Christen
... ein jeglicher von seiner Obrigkeit, zum Streit wider die Türken gefordert und berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen, weil sie eine Ader regen können ... werden sie darüber erschlagen, wohlan, so sind sie nicht allein Christen, sondern auch gehorsame, treue Untertanen gewesen, die Leib und Gut in Gottes Gehorsam bei ihren Oberherrn zugesetzt haben. Selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos 4, S. 494 b-496). Bis heute hat sich die evangelische Kirche z. B. nicht von Martin Luther distanziert, der zudem die Todesstrafe für  Juden (wenn sie ihren Glauben in der Öffentlichkeit praktizieren) und Andersgläubige forderte und vielfach durchsetzte. Die Kirche ehrt ihn aber wie eh und je als "großen Deutschen" und "Vorbild im Glauben".

Hinzu kommt die subtile Gewalt der Diskriminierung und Ausgrenzung religiöser Minderheiten in Deutschland, die überwiegend "religiös motiviert" ist (Konkurrenz für die Kirchen), denn die Betroffenen stehen oftmals oder gar meistens loyal zum Staat und haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Siehe dazu Der Theologe Nr. 12 und den zutreffenden Bericht des US-Außenministeriums über die Einschränkung der Religionsfreiheit in Deutschland.

Schließlich unterschlägt der evangelische CDU-Spitzenpolitiker auch die Praxis von einzelnen israelischen Siedlergruppen im Nahen Osten, die sich mit Gewalt bestimmte Landstriche von den Moslems holen wollen, weil es ihnen im Alten Testament so versprochen wurde (siehe dazu Der Theologe Nr. 26). Nicht erwähnt von Roland Pofalla wird in diesem Zusammenhang auch, dass in gemischt-religiösen Ländern wie Indonesien die Gewalt gegen den Andersgläubigen gleichermaßen von Moslems und Kirchenchristen ausgeht (siehe unten). Und es gäbe noch viele Beispiele mehr. Doch es passt natürlich einfacher in ein Schwarz-Weiß-Weltbild, wenn man wie der CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagt: "Das Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem des Islam." So wird mit der Zeit ein immer explosiveres Szenario herauf beschworen, begleitet von der Melodie: "Wir können nichts dafür, schuldig sind die Moslems."

PS: Mittlerweile haben Anhänger der regierungstreuen dänischen Volkspartei DVP, deren Mitglieder überwiegend auch Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche sind, den Propheten Mohammed als urinierendes Kamel dargestellt. Zur Erinnerung: Für Moslems gilt bereits eine einfache bildhafte Darstellung oder eine Film, in dem Mohammed durch einen seriösen Schauspieler dargestellt wird, als eine Verletzung des religiösen Empfindens. Die DVP beschimpfte die Moslems im obigen Zusammenhang als "Menschen, die sich ganz offensichtlich auf einem zivilisatorischen, kulturellen und geistigen Niveau des Jahres 1005 statt 2005 befinden" (Netzeitung, 8.10.2006). Und in Deutschland soll ab Dezember 2006 in der Deutschen Oper wieder der Kopf Mohammeds abgeschlagen werden. Im kirchenchristlichen Abendland wird gerade getestet, wie weit man mit seiner Arroganz und Dekadenz noch gehen kann. Mittlerweile hat sich der dänische Ministerpräsident Rasmussen jedoch scharf von der Mohammed-Darstellung aus den Reihen der DVP distanziert.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Die Kreuzzüge sind noch lebendig (http://www.das-weisse-pferd.com/01_11/kreuzzuege.html).



28.9. / 29.9.2006 - Drahtzieher polarisieren weiter gegen Islam - Deutschlands größte Zeitung Bild veröffentlicht nun den abgeschlagenen Theater-Kopf Mohammeds auf Seite 1. Dazu die Überschrift Warum kuschen wir vor dem ISLAM?, obwohl noch kein einziger Moslem sich bisher offiziell beschwert hat. Gleichzeitig wird die ARD dafür kritisiert, dass sie einen "Thriller über kriminelle Türken" in das Nachtprogramm verbannt hat (27./28.9.2006), bei dem "die Familie des braven Deutschen Felix Laub" "zerstört" wird, und über den die Katholische Nachrichtenagentur KNA urteilt: "Der Film zählt zu den herausragenden Fernsehereignissen des Jahres" (27.9.2006).
Das ganze brandgefährliche "Spiel" um den Kopf Mohammeds in Deutschland ist bislang ausschließlich hausgemacht, allerdings mit ständigen Provokationen, so dass es wohl eine Frage der Zeit ist, bis jemand sich tatsächlich provozieren lässt. Dann könnten die Provokateure wieder mit dem Finger auf "diese intoleranten Fanatiker" zeigen.
Auf derselben Titelseite von Bild findet sich auch das Foto eines lächelnden Joseph Ratzinger mit seinem Sekretär Georg Gänswein, der ihm gerade die Mütze wechselt; dazu die Überschrift: Unser Papst ganz wohl behütet. Die Drahtzieher im Hintergrund arbeiten offenbar immer stärker auf eine Polarisierung hin. Wir sind Papst - mit dieser Schlagzeile versuchte Bild bereits im Jahr 2005, die ganze Nation hinter das katholische Kirchenoberhaupt zu stellen, und bis heute gilt er vielen Medien als "unser Papst" (siehe dazu unsere Distanzierung von Benedikt XVI.).
Joseph Ratzinger hatte vor 16 Tagen mit der unkommentierten Zitierung, Mohammed habe an Neuem nur "Inhumanes und Schlechtes" gebracht, den Auftakt der Provokationen gemacht. Und seine versöhnlich klingenden Ergänzungserklärungen blieben mehrdeutig. Benedikts Anhänger Edmund Stoiber, CSU-Vorsitzender in Deutschland und seit dem Bayern-Besuch von Joseph Ratzinger im katholischen Aufwind, legte ebenfalls noch einmal nach: "Für was sollte sich der Papst entschuldigen? Ich würde mir wünschen, dass sich diejenigen entschuldigen, die gegen den Papst gehetzt und Gewaltausbrüche provoziert haben!" (Bild, 28.9.2006) Außerdem "sollte in deutschen Moscheen zumindest auch deutsch gesprochen und auf deutsch gepredigt werden." Ob die "Ratschläge" der deutschen Politiker an die Moslems von diesen wohl "richtig" verstanden werden?
 


27.9. / 19.10.2006 - Kirchliche Politiker kritisieren Absage der Oper mit enthauptetem Kopf Mohammeds und anderer Menschheitslehrer - Die deutsche Regierung und vor allem die sich zu Unrecht "christlich" nennende CDU kritisieren derzeit mit aller Schärfe die Absage einer Oper in Berlin, an deren Ende man den abgeschlagenen Kopf Mohammeds (neben dem von Poseidon, Buddha und Jesus) auf der Bühne zeigt. "Inakzeptabel und lächerlich" sei die Absetzung, so der römisch-katholische Innenminister Wolfgang Schäuble. Der ebenfalls katholische CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer warf der Deutschen Oper sogar "pure Feigheit" vor. Und die evangelisch-lutherische Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte das Verhalten der Deutschen Oper sogar als "unerträglich". Es ist allerdings fraglich, ob die Reaktionen auf die Absage genauso heftig ausgefallen wären, wenn auch Mose, der dem Judentum als Religionsstifter gilt, mit geköpft worden wäre. Insgesamt scheint es so, als ob die Politiker der islamischen Welt ihr Land und ihre Kultur als mögliches Feindbild geradezu aufdrängen wollten, obwohl sie dazu verpflichtet wären, Schaden von ihm abzuwenden. In moslemischen Ländern wird nämlich bereits eine normale Abbildung Mohammeds oder seine Darstellung durch einen Schauspieler abgelehnt. Die von der deutschen Regierung ausgesuchten "handverlesenen" Vertreter der Muslime in Deutschland (von den 15 geladenen Moslems gehören nur vier zu den vier größten islamischen Dachverbänden; siehe http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,439389,00.html) und die Bundesregierung selbst wollen jedoch, dass die Oper wieder aufgeführt wird, und sie möchten sich die Inszenierung zusammen ansehen. Die Besonnenheit der Intendantin, die das Stück nach dem Eklat um Benedikt XVI. (siehe unten) vorsorglich vom Spielplan nahm, wird unterdessen immer mehr zur Staatsaffäre, und sie muss um ihren Arbeitsplatz fürchten. Das Land Berlin will die Oper unbedingt wieder aufführen, und man hofft auf eine Initiative, an der sich auch die Kirchen beteiligen (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,439592,00.html). Das intellektuelle Theater-Deutschland rüstet sich zum Kampf der Kulturen, und vermutlich muss bald ein Großaufgebot an Polizei und Sicherheitskräften die schauspielerische Enthauptung von Mohammed, Buddha und Jesus und das Zeigen der gerollten Köpfe absichern. Damit zündelt man jedoch direkt über einem Pulverfass, und man fordert das Schicksal geradezu heraus. Die von den (im Vergleich zur Enthauptungsszene eher harmlosen) Mohammed-Karikaturen ausgelösten weltweiten Unruhen könnten nämlich für diejenigen eine Warnung sein, die  selbstzufrieden glauben, es wieder besser zu wissen. Dieses Pulverfass wurde im kirchlichen Abendland im Laufe von Jahrhunderten entscheidend mit aufgefüllt. Denn die Kirche ließ früher Muslime und andere Andersgläubige zu Millionen tatsächlich köpfen oder anderweitig hinrichten (siehe z. B. www.kirchenopfer.de).

Und in der Gegenwart sind es ebenfalls die Oberlehrer in Politik und Kirche, die das Atomwaffenlager in bestimmten Ländern des Abendlandes befürworten. Sollte jedoch eine islamische Republik wie Iran im Verdacht stehen, den Besitz derselben Waffen anzustreben, legt man einen anderen Maßstab an und droht mit Sanktionen oder gar mit Krieg. Mit dem christlichen Glauben und mit dem Pazifisten Jesus (der lehrte: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst" bzw. sinngemäß "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu!") hat das nichts zu tun.

PS: Und was nützt langfristig ein Atomwaffensperrvertrag, wenn er zuallererst von den so genannten Atommächten selbst nicht eingehalten wird? Artikel 6 sieht nämlich vor, dass die Länder, die völkerrechtlich "legal" über Atomwaffen verfügen, abrüsten müssen. Doch das geschieht nicht. Stattdessen bauen diese Staaten überwiegend ihre militärischen Vormachtstellungen aus (und arbeiten z. B. wie die USA an einer immer weiteren Präzisierung von Atombomben). Damit verlieren sie aber auch das moralische Recht, gegen andere Länder, die ebenfalls nach Atomwaffen streben, vorzugehen. Und so wird insgesamt ein furchtbares apokalyptisches Szenario aufgebaut.

Im Abendland kritisiert man jedoch nicht nur Mohammed, sondern man verhöhnt auch Jesus von Nazareth, der von der Kirche ständig als geschundene Leiche am Kreuz dargestellt wird, obwohl er dort schon lange nicht mehr hängt (zur tiefenpsychologischen Bedeutung des Kruzifix siehe www.theologe.de/theologe2.htm#Kruzifix).

Die drei abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha und Mohammed in der Oper könnten schließlich auch ein Symbol dafür sein, dass man weltweit gerade dabei ist, den friedfertigen Kern ihrer Lehren zu köpfen und ganz allmählich auf einen möglichen Weltenbrand hinsteuert, für den man dann natürlich "die andere Seite" verantwortlich machen würde, nicht sich selbst (PS: In der ursprünglichen Fassung der Oper Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart werden die Propheten gar nicht geköpft. Es ist eine Hinzufügung des Berliner Regisseurs Hans Neuenfels).
So beklagen die katholischen und evangelischen Politiker heute schon die fehlende Toleranz in moslemischen Ländern. Dabei übt man sie gegenüber friedfertigen religiösen Minderheiten im eigenen Land auch nicht. Dies gilt vor allem für das Land Berlin, wo der Staat auch unbescholtene und zum Staat loyale Gemeinschaften diskriminiert und bekämpft (siehe unten z. B. "Berlin - Hauptstadt der Intoleranz" in unserer Meldung vom 17.9.2006). Die kirchlichen Politiker sollten also lieber damit beginnen, vor der eigenen Türe zu kehren anstatt den Moslems Ratschläge zu geben, die man selber nicht erfüllt. 

 

23.9.2006 / 4.5.2007 - Das Spiel von Politik, Militär und Wissenschaft mit dem Feuer: Massive Warnungen werden ignoriert - Die gegenwärtige Generation zündelt mit der Existenz dieser Zivilisation. Atomkraft sei sicher, hieß es bis zum Unglück von Tschernobyl. Trotzdem will die "christliche" Union in Deutschland weiter auf Atomkraft setzen, evtl., bis es wieder heißt: "Hoppla, diese Brennstäbe ..." Ähnliches geschieht bei der Gentechnologie. Erst kürzlich entwickelten sich freiwillige "Versuchsmenschen" in Minuten zu Monstern (so schwoll der Kopf auf dreifache Größe an), weil ihr Körper sich gegen das gentechnisch veränderte Medikament aufbäumte. Dabei hätte eigentlich nichts passieren dürfen, so die Wissenschaftler, die weiter glauben, Gene ohne Schaden einfach verändern zu können.

Und auch die Militärs glauben, ohne schwere Schäden zündeln zu können: 1999 half man mit, Jugoslawien anzugreifen und zu bombardieren, 2001 griffen auch deutsche Flieger Afghanistan an. Heute zahlen wir Milliarden an Folgekosten vor Ort. Die den Kriegen zugrunde liegenden Probleme hat man jedoch nicht gelöst, die Kessel brodeln weiter. (PS: US-Soldaten sollen zudem Gefangene in Afghanistan gefoltert und ermordet haben; siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438858,00.html; der Krieg gilt unter Experten schon jetzt als kaum mehr zu gewinnen; die Ausgaben würden damit in ein Milliardengrab fließen; vgl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,439688,00.html).
Die Vorschläge des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth (z. B. "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen zuerst") hält man in Politik und Militär ohnehin für utopisch. Trotzdem missbraucht man dort weiter seinen Namen (z. B. durch die Bezeichnung "christlich"). Und die Probleme bauen sich wieder auf. Beispiel Libanon. Die Bundeswehr ist mit 1.000 Soldaten gerade dorthin unterwegs, um im Auftrag der UNO die Nachschub-Bewaffnung der islamistischen Hisbollah-Armee auf dem Seeweg militärisch zu unterbinden (was wohl auch Millionen oder langfristig Milliarden kostet). Und ein paar Dutzend römisch-katholische und evangelisch-lutherische "Militärseelsorger" (früher nannte man sie "Feldgeistliche") sind mit ihren Bibeln auch wieder mit an Bord. Vor mehreren Hunderttausend begeisterten Anhängern in Beirut hat jetzt Hisbollah-Chef Nasrallah öffentlich den Eintritt Deutschlands in den Nahost-Konflikt kritisiert und der Rechtfertigung von Angela Merkel widersprochen, der Militäreinsatz Deutschlands diene der "Sicherheit Israels" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438719,00.html). Auch Syriens Staatschef Assad bezeichnete das militärische Eingreifen der Deutschen in den Nahost-Konflikt als sinnlos und den Erfolg als unmöglich, da die Hisbollah die "Unterstützung des Volkes" besitze.
Durch das Eingreifen Deutschlands in den unterschwellig weiter schwelenden Nahost-Krieg und die Äußerungen des deutschen Papstes über den Propheten Mohammed ist Deutschland erstmals mit ins Zentrum der weltweiten Auseinandersetzungen gerückt.

Schwere Krise auch in der Verkehrspolitik: Man entwickelte das "sicherste Verkehrsmittel der Welt", angeblich 700 mal sicherer als der normale Straßenverkehr. Der Transrapid kann sogar computergesteuert fahren, Lokführer nicht notwendig. Alles wird von einer Leitzentrale gesteuert, ein automatisches Bremssystem bei Hindernissen soll im regulären Fahrbetrieb hinzu kommen. Im Normalbetrieb soll der Zug bis zu 500 km/h auf der Erdoberfläche entlang schießen können, frei nach dem Motto "Augen zu, beten und durch". Jeder Autofahrer weiß aber, dass es ab ca. 130 km/h kritisch wird und allerhöchste Konzentration erforderlich ist. Bereits im letzten Winter stießen zwei Wartungsfahrzeuge auf der Transrapid-Strecke bei Glatteis zusammen. Und vor einem Monat fingen die Bordbatterien im Transrapid in Shanghai während der Fahrt zu brennen an. Warnungen und nicht sehr Vertrauen erweckend im Hinblick auf den Sachverhalt, dass der Transrapid in München z. B. mehrere Kilometer durch einen Tunnel fahren soll.
Der Zusammenstoß des Transrapid mit einer Wartungs-Lok auf der Versuchsstrecke im Emsland forderte zuletzt 23 Tote. Der von der "Anti-Transrapid-Einwendergemeinschaft" beauftragte Gutachter Martin Vieregg aus Unterschleißheim warnt zudem massiv vor dem elektrischen Bremssystem des Transrapid. Bei einem Stromausfall würde dieses nämlich komplett lahm gelegt. "Diese Bahn würde dann mit voller Geschwindigkeit in einen der beiden Endbahnhöfe einfahren und dort zerschellen." In diesem Zusammenhang wurden z. B. auch die "eklatanten Risiken" der Notkufen kritisiert (dpa, 3.5.2007).
 

 Allgemein könnte man sagen: Schlägt man Warnungen in den Wind, baut sich in der Regel das nächste Ereignis auf ...

 

23.9. / 26.9.2006 - Trotz Audienz für Moslems: Katholische Kirche verlangt Unterwerfung aller Menschen unter den Papst für die Erlangung des Heils - Im Zuge der Beschwichtigung von Moslems übte sich der Vatikan und katholische Würdenträger zuletzt gelegentlich in einer Art "Kuschel-Pädagogik". Doch es ist fraglich, ob das Fass, das Benedikt XVI. in der Regensburger Universität aufgemacht hat, wieder so leicht zu schließen ist. In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf den nach römisch-katholischer Lehre unfehlbaren Lehrsatz wesentlich, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig." So z. B. der Lehrsatz Nr. 430 aus dem Standardwerk von Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche. Immerhin hätte Benedikt XVI. die historische Chance, mit dem Un- und Wahnsinn seiner Kirche aus vielen Jahrhunderten endlich aufzuräumen und schlicht zu verkünden: "Ich erkläre diesen Lehrsatz für ungültig" (... und gleich ein paar Dutzend weitere auch). Man muss aber kein Prophet sein, um zu prophezeien, dass er wohl nicht das Geringste von dem widerrufen wird, was die Kirche bis heute lehrt. Auch die Audienz für muslimische Religionsführer in Castelgandolfo hat daran nichts geändert (vgl. dazu den Artikel Drewermann kritisiert Islam-Gipfel beim Papst unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,439334,00.html). Doch dann sollte man sich auch keine Illusionen machen über den Stuhl Petri und seine Funktion im Weltgeschehen. Doch das Problem ließe sich auch von einer anderen Seite her lösen, nämlich durch massive Kirchenaustritte. Wenn z. B. alle Katholiken austreten, die nach der Lehre ihrer Kirche nach ihrem Tod ohnehin ewig verdammt sind (siehe www.theologe.de/glaubenstest.htm; in Deutschland wären das mehrere Millionen), dann könnte der Papst nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, für das kirchliche Abendland zu sprechen. Er wäre dann nur noch eine Art "Sektensprecher" für eine römisch-katholische Minderheit, und die moslemische Welt bräuchte seinen Aussagen nicht mehr so viel Bedeutung beizumessen.



22.9.2006 - Die Entwicklung geht immer weiter: Gigantischer Reichtum weniger - Armut für die meisten - Jesus von Nazareth lehrte die Gleichheit, und die Urchristen lehrten das Gebote "Bete und arbeite" und eine gerechte Verteilung aller Güter. Im der vom Protestantismus dominierten USA und in anderen Ländern des kirchenchristlichen Abendlandes wird das Gegenteil praktiziert. Die Anzahl der Milliardäre einerseits und der Hungernden andererseits steigt ständig. In den USA finden sich jetzt auf der neuen Liste der 400 am besten verdienenden Personen nur noch Milliardäre. Millionäre schafften es nicht mehr unter die Top 400. Alleine diese 400 Personen verdienen im Namen der "Freiheit" pro Jahr 1,25 Billionen Dollar (Focus online, 22.9.2006). Und auch der Vatikan häuft unermessliche Schätze an, z. B. den zweitgrößten Goldschatz nach den USA (siehe http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.htm). Der Mittelstand stürzt weltweit mehr und mehr ab. Auch in Deutschland wird es so praktiziert: Die Gehälter der für den Niedergang maßgeblich mitverantwortlichen Wirtschaftsbosse steigen astronomisch (Erhöhungen um 30 %, 50 % oder gar Verdoppelung oder Verdreifachung von Gehältern), beim Bürger wird Jahr für Jahr gnadenlos gekürzt, und die Schere geht immer weiter auseinander. PS: Auch hier haben sich die beiden Großkirchen mit einem Vermögen von ca. 500 Milliarden Euro (Carsten Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland, Aschaffenburg 2002), klar auf einer der beiden Seiten eingebunkert. Versucht ein Land, dagegen vorzugehen, drohen die Reichen, einfach in ein anderes Land abzuwandern. Viele hängen sich an den Trend bei den Top-Verdienern an und versuchen, hinterher zu schwimmen (Spitzensportler, Politiker, die nächst untere Schicht der Bosse, Prominente, auch kirchliche Führungskräfte). Die Mehrheit der Bürger in Deutschland droht allerdings langfristig in Existenznot und Armut abzusinken. Gemeinschaften, die an das Urchristentum anknüpfen und wieder nach den "Prinzipien Freiheit, Gleichheit, Einheit, Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit" (z. B. http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/bethlehem.html) leben wollen, werden in Deutschland als "Sekten" diskriminiert und verfolgt.

 

22.9. / 26.9.2006 - Ausschreitungen in Indonesien nach Hinrichtung von drei Katholiken - In Indonesien liefern sich Katholiken (ca. 4 % der Bevölkerung) und Protestanten (ca. 8 %) einerseits und Moslems andererseits (ca. 87 %) seit Jahren furchtbare Gemetzel mit zahllosen Toten. Jetzt wurden auf der Insel Sulawasi drei Katholiken hingerichtet, die dafür verurteilt wurden, im Jahr 2000 Übergriffe auf Moslems entscheidend mit angezettelt zu haben, die zu Ausschreitungen zwischen Muslimen und Kirchenchristen führten (ca. 1.000 Tote). Nun kam es erneut zu Gewaltexzessen aufgebrachter Kirchenanhänger mit Brandstiftungen, Plünderungen von Läden, die Moslems gehören, sowie Attacken gegen staatliche Gebäude (dpa, 22.9.2006). Papst Benedikt XVI. hatte vergeblich versucht, die Hinrichtungen der drei zu verhindern, die gesagt hatten, sie seien unschuldig. Ob das Kirchenoberhaupt auch die Gewaltexzesse der Katholiken verurteilt hat, ist nicht bekannt.
Wird dabei in Indonesien ein endzeitliches Szenario vorweg genommen, das bald auch auf andere Länder übergreift? Jede Seite rechtfertigt neue Massaker und gewalttätige Übergriffe dabei auch mit den Massakern und gewalttätigen Übergriffen der anderen Seite und übt Rache. Die darin verwickelten Mitglieder der römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Kirche sollten sich als erstes ausdrücklich von Jesus von Nazareth distanzieren, und sich stattdessen sinngemäß zu folgendem bekennen: "Wir stehen in der Tradition der Päpste, die Krieg und Gewalt als mögliches Mittel der Auseinandersetzung befürworteten, und von Martin Luther, der im Konfliktfall auch Massaker befürwortete, und wir bekennen uns zur Lehre vom ´gerechten Krieg`, so wie er im Katholizismus und Protestantismus bis heute geglaubt wird. Doch mit Jesus, dem Christus, haben wir nichts zu tun." Dies wäre auch ein deutliches Signal an die islamische Welt, dass einerseits Kirche, Vatikan und Luthertum und andererseits christlicher Glaube in der Nachfolge des Jesus von Nazareth im Kern Gegensätze sind.

PS: Welche Macht die Kirche in Indonesien - trotz der zahlenmäßigen Übermacht der Moslems - teilweise hat, zeigt auch folgendes Beispiel aus dem Jahr 2005: Ein Mann, der eine römisch-katholische Hostie nicht während der Veranstaltung zerkaute und schluckte, sondern mit nach außen nahm, wurde beobachtet, denunziert, festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt.
PS: Auch Moslems wurden aufgrund der Unruhen aus dem Jahr 2000 verurteilt und erhielten bis zu 15 Jahren Haft.


   

20.9.2006 - Wegen Kritik am Papst: CSU-Chef Edmund Stoiber schließt Türkei aus Europa aus - Erneut hat der CSU-Ministerpräsident aus Bayern die islamkritischen Äußerungen von Papst Benedikt XVI. verteidigt. Er meldete sich aus dem oberfränkischen katholischen Kloster Banz zu Wort und kritisierte seinerseits islamische Politiker aus der Türkei wegen deren Kritik an Joseph Ratzinger, dessen Besuch in Bayern für Stoiber "vielleicht ein Jahrtausendereignis" war. Aus der Haltung der türkischen Politiker spreche "eine große geistige und kulturelle Distanz zu unserer europäischen Werteordnung", so der römisch-katholische deutsche Spitzenpolitiker, der im Jahr 2002 beinahe Bundeskanzler geworden wäre. Gleichzeitig nimmt Stoiber den Konflikt zum Anlass, die Türkei inoffiziell aus Europa auszuschließen. Im Gegensatz zur völkerrechtlichen Einteilung der Kontinente erklärt der überzeugte Katholik wörtlich: "Die Türkei ist nicht Europa – und die Türkei gehört nicht nach Europa!" (Focus online, 20.9.2006) Der Kampf der Religionen ist in vollem Gang.
Um im 16. Jahrhundert das Eindringen der Türken nach Mitteleuropa zu stoppen, rief Martin Luther zu Krieg und Massakern auf, um die Vorherrschaft der Kirche zu erhalten.
PS: In Deutschland lebt eine Minderheit von ca. 3 % türkischstämmigen Moslems.
Vgl. dazu die Idee eines geeinten römisch-katholischen Europa unter der Oberhoheit des Papstes in Rom.
Sowie den Sachverhalt, dass die Europäische Verfassung vor zwei überlebensgroßen Papst-Statuen unterzeichnet wurde.
Und siehe dazu auch unsere Distanzierung von Benedikt XVI.



20.9.2006 - Papst verweigert den Evangelischen die Bezeichnung "Kirche" - Dass die katholische und die evangelischen Kirchen nicht "christlich" sind, wurde vielfach nachgewiesen (z. B. auch in Der Theologe Nr. 25). Dass die Katholiken ihrerseits den Protestanten aber sogar die Bezeichnung "Kirche" absprechen, wird von diesen meist verdrängt. Jetzt hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Peter Steinacker, anlässlich des Papstbesuches in Bayern wieder einmal daran erinnert. Steinacker wörtlich: "Seine [Benedikts] Formulierung ´unsere Freunde aus den verschiedenen Traditionen der Reformation` scheint freundlich zu klingen, ist in Wahrheit aber die diplomatische Vermeidung des Begriffs Kirche. Diesen Status billigt der Papst den Kirchen der Reformation nicht zu" (idea-spektrum Nr. 38/2006). Zwar wurde in der "Gemeinsamen Erklärung" beider Großkirchen zur "Rechtfertigungslehre" aus dem Jahr 1999 kryptisch formuliert, die Evangelischen seien bei den katholischen Verurteilungen aus dem 16. Jahrhundert nicht mehr gemeint, obwohl sie damals gemeint waren. Doch es blieben genügend andere Verurteilungen, so dass nach aktueller römisch-katholischer Lehre die Protestanten nach ihrem Tod in die ewige Hölle müssen, auch wenn der evangelisch-lutherische Innenminister Bayerns, Günther Beckstein, eigens für den Papst die Autobahn bei Regensburg sperren ließ. Es nützt ihm nichts. Zwei maßgebliche Lehrsätze, die dieses belegen, finden sich z. B. in dem römisch-katholischen Standard-Lehrwerk Der Glaube der Kirche: Lehrsatz Nr. 381 und Lehrsatz Nr. 369.



17.9.2006 - Außenministerium der USA besorgt über Religionsfreiheit in Deutschland - Als die USA nach dem 2. Weltkrieg die Bundesrepublik Deutschland mit aufbauten, war die Religionsfreiheit dabei ein wesentlicher Baustein. Auch im Grundgesetz wurde die Religionsfreiheit verankert. Über 50 Jahre später sieht die Wirklichkeit leider anders aus. So kritisierte das US-Außenministerium unter Führung von Condoleeza Rice in seinem am 15.9.2006 in Washington veröffentlichten Bericht über die weltweite Lage der Religionsfreiheit erneut und mit Recht die "anhaltende Diskriminierung von religiösen Minderheiten in Deutschland" (siehe z. B.
http://www.merkur-online.de/nachrichten/vermischtes/weltspiegel/art85,711666.html)
. In kaum einen Land der westlichen Welt werden religiöse Minderheiten so massiv als "Sekten" beschimpft, ausgegrenzt, rufermordet und in ihrer Existenz bedroht wie in der Bundesrepublik Deutschland. Dahinter stecken die beiden privilegierten Großkirchen, die römisch-katholische und die evangelische, welche die staatlichen Behörden und die Medien unterwandert haben und für die Verleumdung kleinerer Gemeinschaften missbrauchen. So sind z. B. einflussreiche Stellen mit Anhängern der Kirche besetzt, die von dort gegen Andersgläubige vorgehen (z. B. in Berlin; siehe z. B. Berlin-Hauptstadt der Intoleranz in http://www.das-weisse-pferd.com/99_16/berlin.html und http://www.das-weisse-pferd.com/99_20/arier_paragraph.html). Gleichzeitig lassen die Kirchen selbst sich großzügig vom Staat finanzieren (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de). Der Bericht aus den USA hat dabei allerdings nur die Spitze des Eisbergs aufgezeigt.
Deutschland und seine Kirche war früher ein Zentrum von Inquisition, Hexen- und Kreuzzugswahn. Und die sich im 16. Jahrhundert vom Katholizismus abspaltende lutherische Kirche ließ Andersdenkende einst genauso brutal verfolgen wie ihre Mutterkirche und ist bei der Diskriminierung im 21. Jahrhundert sogar gegenüber der katholischen Kirche deutlich führend.
Lesen Sie dazu:  Der Theologe Nr. 12 - Der "Sektenbeauftragte": der neue Inquisitor
                          Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust
                          Religionsunfreiheit in Deutschland heute - zwei Erfahrungsberichte
                          Die Verfolgung der Zeugen Jehovas durch die Kirchen in der Weimarer Republik und im Dritten Reich
                          Der Theologe Nr. 23 - Das Staatsross und sein kirchlicher Reiter
                          Der Theologe Nr. 1 - Luther oder Christus? Woran glaubt ein "Sektenbeauftragter"?
                          Der Theologe Nr. 10 - Die Zwickauer Propheten - von Martin Luther verfolgt
Und die Bücher: Hubertus Mynarek, Die neue Inquisition, Marktheidenfeld 1999
                         Gerhard Besier / Erwin Scheuch, Die neuen Inquisitoren, Zürich - Osnabrück 1999
                         Matthias Holzbauer, Der Steinadler und sein Schwefelgeruch, Das neue Mittelalter
                                                         (aktualisiert unter www.steinadler-schwefelgeruch.de)

 

15.9. /  2.10.2006 - Papst beleidigt Islam - Sturm der Entrüstung in der moslemischen Welt über Benedikt XVI. - Es ist kaum vorstellbar, dass Joseph Ratzinger, der seine Reden Wochen im Voraus penibel plant, nicht wusste, was er tat. Seine Rede in der Universität Regensburg war dann eine hintergründige Kampfansage an den Islam, nachdem er am 10.9.2006 in München ebenso hintergründig die Toleranz gegenüber Kritikern ablehnte, welche die Lehre des Katholizismus aufdecken (Wörtlich warf er ihnen "Zynismus" vor, "der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht" und er ergänzte, dies sei nicht "die Art von Toleranz und von kultureller Offenheit, auf die die Völker warten und die wir alle wünschen"). Im nächsten Absatz lesen Sie zunächst, was der Papst am 12.9.2006 in Regensburg wörtlich sagte (zit. nach der Mittelbayerischen Zeitung Regensburg, mittelbayerische.de). Die fett markierten Stelle sind dabei der Anlass für die Entrüstung, wobei sich der Papst das Zitat von Kaiser Manuel II. durch die Art und Weise der Darlegung unmissverständlich zu eigen macht:

"Eminenzen, Magnifizenzen, Exzellenzen, verehrte Damen und Herren! Es ist für mich ein bewegender Augenblick, noch einmal in der Universität zu sein und noch einmal eine Vorlesung halten zu dürfen ...
Dass es auch solch radikaler Skepsis gegenüber notwendig und vernünftig bleibt, mit der Vernunft nach Gott zu fragen und es im Zusammenhang der Überlieferung des christlichen Glaubens zu tun, war im Ganzen der Universität unbestritten. All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den von Professor Theodore Khoury (Münster) herausgegebenen Teil des Dialogs las, den der gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos wohl 1391 im Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und beider Wahrheit führte. Der Kaiser hat wohl während der Belagerung von Konstantinopel zwischen 1394 und 1402 den Dialog aufgezeichnet; so versteht man auch, dass seine eigenen Ausführungen sehr viel ausführlicher wiedergegeben sind als die Antworten des persischen Gelehrten. Der Dialog erstreckt sich über den ganzen Bereich des von Bibel und Koran umschriebenen Glaubensgefüges und kreist besonders um das Gottes- und das Menschenbild, aber auch immer wieder notwendigerweise um das Verhältnis der ´drei Gesetze`: Altes Testament - Neues Testament - Koran. In dieser Vorlesung möchte ich nur einen - im Aufbau des Dialogs eher marginalen - Punkt behandeln, der mich im Zusammenhang des Themas Glaube und Vernunft fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt für meine Überlegungen zu diesem Thema dient.

"Ich halte die Regensburger Rede, so wie sie gehalten wurde, für prophetisch."
(Papst-Privatsekretär Georg Gänswein auf die Frage "Warum hat den Text niemand gegen gelesen?" - aus einem Interview mit der Zeitschrift Kurier, 3.9.2007)

In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (Dialexis-Kontroverse) kommt der Kaiser auf das Thema des Djihad (heiliger Krieg) zu sprechen. Der Kaiser wusste sicher, dass in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen - es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, in der Mohammed selbst noch machtlos und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran niedergelegten - später entstandenen - Bestimmungen über den heiligen Krieg. Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ´Schriftbesitzern` und ´Ungläubigen` einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ´Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten`. Der Kaiser begründet dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ´Gott hat kein Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß (´syn logo`) zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung … Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann …`.
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez, der darauf hinweist, dass Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, dass Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und dass nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie [= Götzendienst] treiben."

Auf diese Weise konstruierte Benedikt XVI. also auch eine an Geschichtsfälschung grenzende Verbindung von "Vernunft" und Katholizismus und rückte den Islam in Richtung "Idolatrie" ( = Götzendienst). Joseph Ratzinger ist wie kein anderer die Verkörperung des Katholizismus, und er kennt natürlich auch den "unfehlbaren" römisch-katholischen Lehrsatz: "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (zit. nach Josef Neuner, Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche, Regensburg 1971, Nr. 381; siehe dazu Der Theologe Nr. 18). Moslems müssen also nach römisch-katholischer Lehre nach ihrem Tod in die Hölle, wenn sie nicht rechtzeitig katholisch werden. Demgegenüber ist es noch maßvoll, was Benedikt XVI. in Regensburg tatsächlich sagte. Doch in jeder Zeile ist die unter bescheidenem Auftreten verborgene Überheblichkeit des "Lenkers des Erdkreises" spürbar, der nicht die geringsten Zweifel daran hat, auf welcher Seite angeblich das "Heil" zu finden ist und auf welcher das "Unheil". Natürlich ist es positiv, wenn er darauf hinweist, dass eine Religion nicht mit Gewalt verbreitet werden darf. Doch hätte er es vor allem im Hinblick auf seine eigene Kirche sagen können. So erklärt die römisch-katholische Kirche z. B. die Bibel als "wahres Wort Gottes" und legitimiert damit auch die biblische Aufforderung zu Krieg und Völkermord als "wahres Wort Gottes". Siehe dazu einen Auszug aus der kirchlichen Bibel in Der Theologe Nr. 26. Zudem sind kirchliche Drohungen mit der Hölle, z. B. Kindern gegenüber, auch eine Form der "Gewalt" sind, nämlich psychischer Gewalt, die auch heute noch angewandt wird.

Nach den weltweiten Unruhen aufgrund Benedikts Regensburger Rede rudert der Papst aber etappenweise zurück. Das Zitat von Kaiser Manuel II. drücke "in keiner Weise" seine "persönliche Haltung dem Islam gegenüber" aus (Spiegel online, 17.9.2006), so der Papst fünf Tage später. Doch Benedikt bleibt wortkarg, vermeidet jetzt bewusst Näheres über seine "Haltung dem Islam gegenüber". Und schweigt auch über offizielle römisch-katholische Lehrsätze wie "So verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, 13. Auflage, Regensburg 1992, Lehrsatz Nr. 369, vgl. Der Theologe Nr. 18).

Währenddessen gießt das evangelische Wochenmagazin idea-spektrum weiter Öl ins Feuer und fragt in seinem Leitartikel Warum der Rückzug des Papstes? - Der Leitartikel beginnt mit den Worten: "Als einziges deutsches Blatt brachte es die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) auf den Punkt: ´Bestimmte Dingen darf man nicht sagen, weil sie wahr sind. Diese Erfahrung macht ... der Papst.` Und später: "Wie aber können Christen und Moslems an einen Gott glauben, wenn alles, was Christen auszeichnet (Kreuzigung, Auferstehung), von Moslems geleugnet wird?" (Nr. 39/2006) Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek hat einmal sinngemäß erklärt, dass in den Protestanten ein tief sitzender Minderwertigkeitskomplex gegenüber der katholischen Kirche steckt, den sie mit noch schärferer Bekämpfung Andersgläubiger und religiöser Minderheiten zu kompensieren sucht als dies bei Katholiken üblich ist. Und deshalb und wegen vieler anderer Gründe mehr bezeichnen sich auch die Protestanten zu Unrecht als "Christen" (siehe dazu den Widerspruch zu Jesus von Nazareth in Der Theologe Nr. 1).

Was der Papst in seiner Rede dem Islam vorhielt, erscheint dabei vor allem als eine Projektion von Verbrechen und Glaubensgrundlagen der eigenen Kirche auf Andersgläubige (der Katholizismus wurde Jahrhunderte lang mit dem Schwert verbreitet), wobei offenbar nicht oder nur kaum zwischen Islam und gewalttätigem islamischen Fundamentalismus unterschieden wird. So erwähnt Benedikt z. B. nicht, dass der Islam in der Geschichte vielfach toleranter, friedfertiger und gerechter war als das kirchliche Christentum. Vor allem der protestantische Gründervater Martin Luther rief zu regelrechten Gewaltexzessen auf (siehe Der Theologe Nr. 3), so dass die Verleumdung und Kritisierung Mohammeds durch die Evangelischen, die Martin Luther bis heute ehren, ebenfalls eine Projektion der eigenen Vergehen auf Andersgläubige ist.

PS: Unter zahllosen Beispielen aus dem Verhältnis von kirchlichem Christentum und Islam hier nur zwei Hinweise: Besonders grausam war die Eroberung von Jerusalem durch die römisch-katholischen Kreuzfahrer im Jahr 1099 und die Massaker an den moslemischen Einwohnern; siehe http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html. Oder die Verfolgung der Moslems in Spanien. So schreibt Spiegel online (16.9.2006): "Zunächst geduldet werden verbliebene Muslime und Juden im 15. und 16. Jahrhundert zusehends drangsaliert. Zwangstaufe und Ausweisung sind an der Tagesordnung. Selbst Konvertiten können sich nicht in Sicherheit vor Verfolgung wiegen. Spanisch-katholischer Fanatismus und die Inquisition der katholischen Kirche sind der Schrecken aller Minderheiten." Für Benedikt XVI. war die Inquisition jedoch eine "Fortschritt", da im Unterschied zu sofortigen Hinrichtungen die Kirche hier erstmals "Untersuchungen" durchführen ließ (allerdings oftmals unter Folter). Joseph Ratzinger wörtlich: "Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, dass Untersuchungen statt finden mussten" (Monitor, 3.3.2005; siehe auch hier).
In Spanien werden bis heute von den Katholiken zum Gedenken an die Vertreibung der muslimischen Mauren im Jahr 1492 Mohammed-Puppen in die Luft gesprengt oder vom Kirchturm geworfen. Erstmals in diesem Jahr verzichten einige Orte auf die symbolischen Tötungen Mohammeds (http://www.netzeitung.de/vermischtes/444293.html).

 

Wichtige Information für alle Moslems:
Benedikt XVI. spricht für den Vatikan und den Katholizismus, aber nicht für Christus und den christlichen Glauben. Die Kirche missbraucht den großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth für ihre Zwecke. Die Nachfolger des Jesus von Nazareth, des Christus, wurden von der Macht-Kirche immer unterdrückt und verfolgt. Benedikt XVI. ist der Abkömmling der Abkömmlinge derer, die nicht nur den Islam, sondern auch das wahre Christentum verfolgten.

Heuchlerisch ist zudem die Konstruktion einer Verbindung zwischen Katholizismus und Vernunft, da die römisch-katholischen Dogmen in der Regel im Widerspruch zur Vernunft stehen (z. B. Jungfrauengeburt, Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes, "unbefleckte Empfängnis" von Maria durch ihre Mutter Anna, Verwandlung einer Oblate in den Körper von Jesus usw.). Die von Vernunft geprägte griechische und römische Philosophie wurde dagegen von der Kirche massiv bekämpft, und viele ihrer Vertreter ließ man umbringen. Zudem wehrt sich die römisch-katholische Kirche mit dem als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 57 aus dem Buch Der Glaube der Kirche von Neuner/Roos gegen eine Anpassung ihres Glaubens an den Fortschritt der Wissenschaft, und sie droht den auf diese Weise Glaubenden die ewige Hölle an. Wörtlich heißt der Lehrsatz: "Wer sagt, es sei möglich, dass man den von der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen." "Ausgeschlossen" bedeutet hier "ewig verdammt". Das islamische Gottesbild demgegenüber diesem katholischen Gottesbild als "unvernünftig" darzustellen, ist zumindest unredlich vom Papst. Und eine Kampfansage ist zudem die unwidersprochene Charakterisierung der islamischen Gottesvorstellung mit den Worten: "Wenn er [Gott] es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie [= Götzendienst] treiben." Hier sollte Benedikt XVI. lieber vor der eigenen Türe kehren (siehe dazu "Der Theologe Nr. 25" - Die Kirche: ein totalitärer Götzenkult). Und anstatt den Islam zu Unrecht als weniger vernünftig als die Kirche abzuwerten und seine Anhänger belehren zu wollen, sollte er lieber um Reue bitten für das, was seine Kirche den Moslems angetan hat.

PS: Auch die Moslems in Deutschland mussten den Papstbesuch mitbezahlen. Geht man von Kosten für den Staat in Höhe von ca. 250 Millionen Euro aus und von ca. 3,5 % Moslems in Deutschland, dann entfällt auf diese Bevölkerungsgruppe ein Anteil von 8,75 Millionen Euro, die sie für Benedikts Besuch aufbringen mussten.

Siehe dazu auch unsere Meldung: George W. Bush und Benedikt XVI. - Ökumenische politische Doppelstrategie?

 

13.9.2006 - Benedikt in Bayern: "Größtes deutsches Ereignis der Fernsehgeschichte" und zeitgleich: ARD verlangt mehr Gebühren - Während vor allem der Bayerische Rundfunk weiter in dem "größten" und vermutlich teuersten "Ereignis in der deutschen Fernsehgeschichte" schwelgt, verkünden die Intendanten der ARD heute zeitgleich neue Gebühren. Spiegel online schreibt: "Die klammen öffentlich-rechtlichen Sender wollen jetzt Internet-User abkassieren. Besitzer von webfähigen Computern oder UMTS-Handys sollen ab Januar 2007 GEZ-Gebühren bezahlen. Das sieht ein Beschluss von ARD-Intendanten vor" (13.9.2006). Die Sender haben also nicht genügend Geld. Doch für die katholische Kirche "zaubert" man es herbei. Bzw.: Man holt es sich wieder einmal beim Bürger, der in Zukunft auch für Handys und PCs bezahlen soll. Ausgegeben werden die Einnahmen beim Bayerischen Rundfunk unter anderem wie folgt: Allein "das Produktionshandbuch zum Papst in Bayern hat mit 442 Seiten Telefonbuchformat" (Mittelbayerische Zeitung, 13.9.2006). Derzeit sind "weit über 300 Kameras im Einsatz. Allein zwischen der Galgenbergbrücke und dem Priesterseminar waren gestern Abend, als Benedikt XVI. in Regensburg empfangen wurde, 28 Kameras aufgestellt." "Wir sind zwei Wochen lang durch die Altstadt gegangen und haben bei den Regensburger Hausbesitzern angefragt, ob wir bei ihnen die Kabel legen dürfen", so Roland Weese, Produktionsleiter beim BR. "Was für eine Wahnsinnsarbeit das alles war, lässt sich nur erahnen", schreibt die Regensburger Lokalpresse. "Seit 5. September ist Roland Weese hier in Regensburg pausenlos im Einsatz. Mit einem Acht-Stunden-Tag kommen weder er noch seine rund 1.000 Mitarbeiter über die Runden. Allein um die verschiedenen Kamerapositionen - auch die ursprünglich geplanten - zu überprüfen, ist Weese dem Weg von der Innenstadt bis zum Islinger Feld vier Mal zu Fuß abgegangen." "Und schließlich stehen noch überall vor den einzelnen Kameras und dem technischen Gerät des BR dunkel gekleidete (und zumeist recht muskulöse) Männer von einem angemieteten Sicherheitsdienst herum, die das ganze Equipment bewachen." Die Kosten für diesen "Wahnsinn" laufen völlig aus dem Ruder. Und in München, Altötting, Marktl und Freising ist es genauso. Doch es gibt ja den deutschen Bürger. Er freut sich und darf mehrfach dafür bezahlen. Mehrere Hunderte Millionen an Steuern und jetzt auch noch über die Erhöhung der Fernsehgebühren. Trotzdem nützt es den meisten später nichts und sie würden nach römisch-katholische Lehre nach ihrem Tod ewig verdammt (siehe Der Theologe Nr. 18). Eine weitere Meldung zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie hier.

 

12.9. / 14.9.2006 - Monologe eines liebenswerten Seniors ... und alle werden verschaukelt -  Die Regensburger Mittelbayerische Zeitung schrieb am 12.9.2006, dass die Universität Regensburg lieber einen Dialog des Papstes mit anderen Theologen gewollt hätte als einen Monolog von Benedikt. Siehe dazu:
http://www.mittelbayerische.de/SID_57d439070a059497e173ad9871766763/nachrichten/kurzzeitung/
meldung.shtml?rubrik=mz&id=74738
. Die Kirche wollte jedoch nur einen Monolog. Darin äußerte sich der Papst negativ über den Islam und bezog mit einem liebenswerten Lächeln dabei seine angestammte Position im "Kampf der Kulturen". Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html).
Und auch dem evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich wurden seine drei Minuten gestrichen, in denen er Joseph Ratzinger im Umfeld der Begegnung in Regensburg eine Bitte vortragen wollte. Doch der Papst "strahlt so viel Liebe aus", so eine Bewunderin, was braucht es da Gespräche oder unbequeme Rückfragen? Auch der Glaube sei "kein Druck mehr", nur noch ein "Angebot", so der begeisterte Kommentar der ARD-Tagesthemen (12.9.2006). Dass ein freundliches "Nein, danke" zu diesem Angebot nach römisch-katholischer Lehre für den Betroffenen ewige Höllenqualen bedeutet, wird verschwiegen. Lesen Sie dazu Der Theologe Nr. 18 - Der Glaube der Kirche. Dort ist die reine römisch-katholische Lehre nachzulesen. Möchte die Kirche einzelne dieser dort aufgeführten teils unfehlbaren Glaubenssätze ändern, dann braucht Benedikt XVI. nur kraft seines Amtes öffentlich zu sagen, was davon nicht mehr gelten soll. Doch er sagt solches nicht, und er wird dies auch in Zukunft nicht tun. Und deshalb gilt alles weiter, und es soll auch so sein. Und kaum ein Katholik besteht deshalb den Glaubenstest für das spätere "Heil". Von den Hunderttausenden, die dem Papst jetzt in Bayern zujubelten, müssten aus diesem Grund die meisten nach ihrem Tod in die ewige Verdammnis, wenn der römisch-katholische Glaube stimmen würde. Nicht nur die Moslems hätten also einen Grund zur Klage. Doch wenn der Papst mit seinem Auto an den vielen Menschen vorbeifährt, dann könnte man deren Haltung mit den Worten umschreiben: "Willkommen Benedikt XVI. - Die ewig Verdammten grüßen dich." Nur: Man sagt ihnen nicht, was sie angeblich im Jenseits erwartet. Es ist eben auch eine Show, ein "Event". Und eine Show braucht gute Stimmung. Doch werden die Zuschauer und Statisten dabei verschaukelt. Es ist eben auch eine Irreführung.

 

11.9. / 6.10.2006 - Papstbesuch - Test für Gleichschaltung der Medien? - Die Medien in Deutschland, die von den Kirchen noch weitgehend dominiert sind, probieren den neuen einstimmigen Gesang. Anstatt umfassend über das zu berichten, was wirklich passiert, wird geschrieben und im Fernsehen gezeigt, was die katholische Kirche sich wünscht. So wurde z. B. in Regensburg die Veranstaltung Wohin geht die Reise der Kirche? am 4.9.2006 mit dem ehemaligen katholischen Theologieprofessor Hubertus Mynarek totgeschwiegen. Als ehemaliger Weggefährte von Joseph Ratzinger berichtete Mynarek in einem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, wie der jetzige Papst es als Professor z. B. nirgends lange aushielt und sich mit Kollegen überwarf. Auch die umfangreichen Veranstaltungen des Komitees Heidenspaß statt Höllenqual in München und Regensburg mit namhaften Referenten blieb weitgehend unbeachtet - ein Skandal. Und während der Handzettel Was kostet Sie der Papst? den Freien Christen in München und Regensburg von zustimmenden Passanten fast aus den Händen gerissen wurde, gab es allenfalls im weiteren Vorfeld des Papstbesuchs einige Medien, welche diese Fakten zur Kenntnis nahmen. Doch je näher der Papst rückte, je kindlicher wurden fast die Gesichtszüge von Journalisten und je mehr gingen sie in die Knie. Offenbar sollten sich die Ereignisse von Köln, wo im Umfeld des Weltjugendtages 2005 auch über das alternative Programm berichtet wurde, in Bayern nicht wiederholen. So hat die römisch-katholische Kirche dieses Mal das internationale Pressezentrum in München und alle Journalisten in deren Anwesenheit "gesegnet". Zudem hat Erzbischof Kardinal Wetter während der Pressekonferenz mit den Medienvertretern gebetet und ihnen ihren Auftrag erklärt: "Die Menschen sollen durch ihre Vermittlung weltweit erfahren: ´Wer glaubt ist nicht allein.`" Zur Bekräftigung bedankte sich der Kardinal auch gleich bei der Presse "für Ihre Bereitschaft, hier Ihren Dienst auszuüben und mitzuhelfen, die Botschaft des Heiligen Vaters zur Wirkung zu bringen". Kein Journalist hat widersprochen, und entsprechend war später die Berichterstattung (Benedikt Backstage, Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Und so mancher Schreiber hätte wohl noch einiges mehr dafür gegeben, wenn er sich beim Empfang neben Josef Ratzinger und Angela Merkel den Kalbs-Tafelspitz-Braten und den Fisch aus dem Chiemsee hätte munden lassen können, den es am 10.9.2006 in München gab.* Von einem gewissen Höhepunkt der journalistischen Unterwürfigkeit berichtet der evangelisch-lutherische Pfarrer Bernd Töpfer, der in einer "überregionalen" "Tageszeitung" folgenden Kommentar einer "Redakteurin" las: "Mein größter Wunsch wäre, dem Heiligen Vater einmal die Hand zu schütteln, aber das ist utopisch. Inzwischen würde es mir schon reichen, den Saum seines Gewandes zu berühren, wie die Frau in der Bibel" (zit. nach Bröstler Anzeigenblatt, 16.9.2006). Kuriosum am Rande: Der evangelische Amtsträger wollte auf Rückfrage seine genaue Quelle nicht nennen, weil er die Berichterstattung des "Theologen" über die katholische Kirche nicht unterstützen will.
So konnten die zum Papstbesuch versammelten Medien noch nicht einmal über evangelische Kritik berichten, weil es sie so gut wie nicht gab. Und auch der evangelische Pfarrer Bernd Töpfer schrieb - sich fast für seine "Entdeckung" entschuldigend - weiter: "Ich frage mich, ob Benedikt XVI. überhaupt als ´Heiliger Vater` angesprochen werden will?" Doch wenn nicht, bräuchte es Joseph Ratzinger doch bloß zu sagen.
Noch weiter in seinem ökumenischen "Verbundenheit" ging ein einsamer evangelischer Pfarrer aus dem Landkreis Magdeburg, der nach Altötting gepilgert ist, um dort "vielleicht den wahren Glauben zu erleben", wie Focus online am 11.9.2006 berichtete. Er passte ins Bild des Jubel-Berichterstattung, während ein kritischer Leserbeitrag des Verfassers des "Theologen" folgerichtig ignoriert wurde. Focus online schreibt sogar einen eigenen Artikel über die Bemühungen des evangelischen Pfarrers aus Ostdeutschland. Auch er will Benedikt ganz nahe sein, doch man lässt ihn nicht hinter die Absperrung, wo die einzeln registrierten Katholiken applaudieren dürfen. Und deshalb versucht er, über die katholische Männerkongregation von Altötting noch einen Platz zu bekommen, von wo aus er wenigstens die große Leinwand sehen darf. Am 12.9.2006 wollte dann auch der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich den Papst demütig bitten, die katholische Hostie auch Evangelischen zu geben, die mit Katholiken verheiratet sind. 3-4 Minuten hatte man ihm zugesichert. Als Einstimmung auf das Vortragen seiner Bitte hat Johannes Friedrich schon einmal die Maria-Predigt des Papstes in Altötting gelobt. Doch die zugesicherten Minuten wurden Friedrich nicht gewährt, so dass er dem Papst jetzt schreiben will (ARD-Tagesthemen, 12.9.2006). Am schlimmsten erging es jedoch den fünf eingeladenen evangelischen Freikirchen. Sie wurden sogar bei der Begrüßung ausgelassen (idea-spektrum Nr. 38/06). Während Martin Luther noch über den "Antichristen" auf dem Stuhl Petri und die antichristlichen katholischen Kulte (Wallfahrten, Reliquien, Ablass usw.) Klartext sprach, sind seine Nachfolger heute zum Anhängsel der Katholiken verkommen. Sie biedern sich immer wieder an und betteln letztlich um die Liebe ihrer römisch-katholischen Mutterkirche. Doch mit Hoffnung. So sagte kürzlich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick: "Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein" (100 Tage Papst Benedikt XVI., ZDF, 31.7.2005).

Lesen Sie dazu auch:
Der wiederkommende Christus - der größte Feind der Kirche?
in Der Theologe Nr. 25

*
 
Gammelfleisch bzw. Ekelfleisch für die Pilger? Vgl. dazu in Der Theologe Nr. 7 das Thema Kirche und Tiere: Absturz in die Barbarei; PS: Am 11.9.2006 in Altötting gab´s Schweinebraten. Welche Tiere an den anderen Tagen "geopfert" wurden, ist nicht bekannt. Doch die Bewirtung der Journalisten im Pressezentrum war auch "vom Feinsten". Währenddessen ist nicht auszuschließen, dass für das einfache katholische Fußvolk von einem katholischen Betrieb u. a. "Gammelfleisch" serviert wurde. Bei einer Firma, die 7.000 Pilger auf dem Islinger Feld versorgte, wurden nämlich "Anfang der Woche" 660 kg verdorbenes Fleisch gefunden. "Wie die Polizei und das Veterinäramt Ansbach am Mittwoch mitteilten, waren die Spanferkelhälften, Haxen, Wurstwaren, Grillhähnchen und Rollmöpse auf einem Volksfest in der Oberpfalz übrig geblieben und sollten auf einem Fest in Baden-Württemberg verkauft werden. Der Leiter des Veterinäramts Ansbach, Hans Moser, sagte, das Fleisch sei während der Fahrt in Plastikwannen gelagert und nicht gekühlt worden. Es habe bereits gestunken und sei zum Teil ´verfärbt und schmierig` gewesen" (Focus online, 14.9.2006). Hinweise, ob auch auf dem Islinger Feld dabei "verdorbenes Fleisch serviert wurde, gebe es bislang aber nicht, teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit".




PS: Ende der Erstarrung? GRÜNEN-Chefin Roth traut sich - Im Laufe des 3. Besuchstages wagte tatsächlich eine Politikerin eine Kritik am Papst und traf gleich den Nagel auf den Kopf. Hinter den süßen und verklausulierten Wortes Benedikts in München steckte nämlich eine Kampfansage an Andersgläubige. Es sei nun nicht akzeptabel, so Claudia Roths Reaktion, wenn "Benedikt die Kritik an Religion aus der Meinungsfreiheit herausnehmen will."
Zum Sachverhalt: Jahrhunderte lang ließ Benedikts Kirche Andersdenkende diskriminieren, verfolgen, foltern und hinrichten. Da diese Verbrechen bisher weder bereut und gesühnt noch wieder gut gemacht wurden, heißt es wohl für die Kirche auf lange Sicht: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Jetzt zeigen sich nun erste Anzeichen der Ernte dieser schlimmen Saat, und der Täter sieht sich in unserer Gesellschaft vermehrt der Kritik und der Aufklärung ausgesetzt. Und das ist Benedikt und seiner Kirche natürlich ein Dorn im Auge (siehe http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,436445,00.html).

Lesen Sie dazu auch Der Theologe Nr. 12 über die neue Inquisition.
 


8.9. / 14.9.2006 - Keine öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? "Die Münchner Polizei will beim Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer "Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.2006) hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte. Der Verfasser des "Theologen" war damals zufällig Augenzeuge des Geschehens in Mainz. In der Presse wurde damals kaum etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Zudem: Freies Geleit vom deutschen Staat gab es für einen Großspender an die römisch-katholische Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder die Steuern erhöhen ...

 

6.9. / 9.9.2006 - Studentin stirbt nach Exorzismus, und ihr Bischof lügt. Was wusste Erzbischof Joseph Ratzinger? - Die Main-Post in Würzburg enthüllt am 6.9.2006 die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zur Diözese Würzburg und ihrem Bischof Josef Stangl. Stangl hatte Ratzinger 1977 zum Erzbischof geweiht, und Ratzinger würdigte Stangl nach seinem Tod 1979 "als großen Seelsorger, der sein Bistum durch das Beispiel seines Glaubens und seine überzeugende Güte gelenkt hatte" (6.9.2006). Der spätere Papst hielt im Würzburger Dom das Requiem für seinen Weggefährten. Joseph Stangl hatte 1975 den Großen Exorzismus an der Studentin Anneliese Michel genehmigt, in dessen Zusammenhang sie auf nur noch 31 kg abmagerte und 1976 starb. Der Bischof bestritt nun seine Genehmigung, wurde jedoch später der Lüge überführt. Die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zu Bischof Stangl und zur Diözese Würzburg wirft dabei die Frage auf, ob auch Joseph Ratzinger in die Tragödie der gläubigen Studentin und in das Verhalten der Kirche zumindest eingeweiht war. Lesen Sie eine ausführlichere Darlegung des Sachverhalts in "Der Theologe Nr. 9" - Todesfalle Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben? Dies ist auch insofern bedeutsam, als Benedikt XVI. im Jahr 2005 den Exorzismus wieder intensivierte und neue Exorzismus-Kurse für Priester in Rom eingerichtet wurden (Siehe dazu unsere Meldung in "Der Theologe Nr. 16").

 

4.9. / 14.9.2006 - Höchster Sicherheitsalarm für Benedikt XVI. - Aufwand einzigartig, Kosten astronomisch - Polizei konfiszierte alle Fahrräder in der Münchner Innenstadt - Auf den Dächer der Städte waren Scharfschützen postiert. Der gesperrte Luftraum wurde von AWACS-Aufklärungsflugzeugen der Bundeswehr überwacht, Luftabwehrraketen sind in Stellung gebracht. Der "Fürst dieser Welt" und die Seinen wurden von den Machthabern "dieser Welt" und den Objekten ihrer Stärke empfangen: mit militärischen Mitteln. Jeweils 5.000 Polizisten waren in München und Regensburg für die persönliche "Sicherheit" von Joseph Ratzinger im Einsatz und spezielle Bodyguards des Landeskriminalamtes Bayern. Allein in München kam es zu einer Viertelmillion Überstunden für die Polizei, die aus der Staatskasse beglichen werden müssen. Hinzu kamen 7.000 Feuerwehrleute, Bahn-Bedienstete und Mitarbeiter von verschiedenen Hilfsorganisationen. Die Autobahn A 3 bei Regensburg wurde gesperrt, der Güternah- und Fernverkehr eingestellt, der Personenverkehr sowieso. Zudem wurde eine eigene Autobahnabfahrt für Joseph Ratzinger gebaut. Und Bayern hatte allerschärfste Sicherheitsvorkehrungen nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden angeordnet. Jeder einzelne Meter der Fahrt- und Flugrouten mit Hubschraubern und Autokonvois stand unter besonderer Überwachung. Entlang der Routen waren alle Gullies versiegelt, Pflanzentröge, Mülleimer und Vitrinen abmontiert. Polizei mit Hundestaffeln durchkämmten einzelne Häuser. Jedes Fahrrad stellte in München in der Stadtmitte ein Sicherheitsrisiko dar und musste für den Schutz von Joseph Ratzinger von den Haltern entfernt werden, auch Kinderfahrräder. Oder die Polizei griff bereits durch und entfernte jedes Rad. Während der Papst am Marienplatz sein Gebet ablas, wurde jedes einzelne Fenster der umliegenden Häuser von bewaffneten Sicherheitskräften bewacht, Hotel- und Pensionsgäste werden in ihren Zimmern von der Polizei beobachtet. Der Einzelhandel vor Ort brach zusammen, die Schulen waren geschlossen, und fast alle Betriebe mussten dicht machen. In Regensburg wurden im Umfeld des Islinger Feldes sogar die Hochspannungsmasten abgebaut und die Starkstromleitungen unterirdisch verlegt, ein gigantisches Unterfangen - doch die gute Sicht der Katholiken auf ihren Altar war dem Staat dies wert. Allein der Rückbau des Islinger Feldes in den vorherigen Zustand wird mehrere Jahre dauern. Die "Papst-Show" kostet den Staat und somit die Steuerzahler über 100 Millionen Euro, wenn nicht sogar mehrere Hunderte Millionen (siehe z. B. Main-Post, 8.9.2006). Hinzu kommen einige Millionen, die von den Diözesen der Kirche selbst getragen werden. Darüber spricht die Kirche aber nicht gern, und der Generalvikar des Bistums Regensburg, Michael Fuchs, sagt über die Kosten: "Eigentlich kostet der Papstbesuch nichts. Denn der Heilige Vater verlangt nichts. Er gibt uns sehr viel. Er wird uns sehr reich  beschenken mit dem, was er sagt. Auch einfach mit seiner Präsenz" (Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Dabei kamen weit weniger Pilger als erwartet. Riesige Parkplätze z. B. in Regensburg blieben gähnend leer und in viele mit hohem Aufwand hergerichtete große Quartiere kam kein einziger Gast. Und in Altötting sagte ein Rundfunk-Journalist: "Ich glaube, es sind fast mehr Polizisten als Pilger, etwas überspitzt gesagt."

Die Kirche erwartet dabei auch von den Atheisten, Protestanten, Muslimen und Agnostikern, dass sie mitbezahlen, obwohl diese nach katholischer Lehre später überwiegend in die "ewige Hölle" müssen (siehe "Der Theologe Nr. 18" - Der Glaube der Kirche) - trotz ihres finanziellen Anteils, den sie für den Papstbesuch leisten. "Wenn ich einen Gast empfange, interessiert mich nicht, was das kostet. Das sind doch die primitiven Regeln von Gastfreundschaft", so Prälat Heinrich Wachter, der den Papst-Auftritt in Regensburg koordiniert (Wochenblatt, 30.8.2006). Es braucht die Kirche auch nicht zu interessieren, solange sie als Gastgeber es nicht zahlen muss, sondern die Bürger dazu gezwungen werden. Die Kosten gehen ins Astronomische, und diejenigen, die "Opfer" bringen müssen, wurden vorher nicht gefragt. Ihre Zustimmung wird erwartet. So ist z. B. auch dem Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (SPD) bewusst, was dieser Gast und seine Freude über seinen Glauben den Leuten alles abverlangt. So schreibt er: "Gemeinsam schaffen wir alles ... Dazu gehört auch die Bereitschaft, das eine oder andere persönliche Opfer zu bringen" (www.regensburg.de). In München verdarb Benedikt XVI. den Einzelhändlern in der Innenstadt z. B. die normalerweise sehr guten Einnahmen zum Ferienschluss-Wochenende. Der Verzehr der Pilger wog dies nicht annähernd auf. Lediglich einzelne profitieren: Wie eine Schneiderei außerhalb Münchens, die für 100 Priester spezielle Gewänder nur für die Messen mit dem Papst nähte (PS: Jesus und seinen Jüngern wäre alleine schon dieser Pomp zuwider gewesen. Sie waren einfach gekleidet wie das Volk).

Niemand hat dabei etwas dagegen, wenn ein 79-jähriger Mann noch einmal seine frühere Heimat sehen will. Es sei ihm von Herzen gegönnt. Bei einem älteren Menschen läuft hierbei der Lebensfilm zurück: Die Erfolge aber auch die Fehler der Vergangenheit kommen verstärkt ins Bewusstsein, damit noch so manches wieder gut gemacht werden kann, bevor der Mensch ins Jenseits hinüber geht und dort erntet, was er gesät hat. Doch es ist nicht einzusehen, dass wir alle die Millionenkosten für diesen Besuch aufbringen müssen, die anderweitig schmerzhaft gekürzt werden, so dass man zugespitzt formulieren könnte: Wer für den Papst-Besuch Geld ausgibt, bestiehlt den Mittelstand und die Geringverdienenden! Und: Wollen Sie, dass Ihr hart verdientes Geld für den Chef eines Milliarden-Imperiums (allein in Deutschland ca. 250 Milliarden Euro Vermögen) ausgegeben wird? (siehe dazu www.freie-christen.com/papst-show.html) Es wäre für den Vatikan ein leichtes, ein kleines Stück seines Milliarden-Vermögens dafür zu verwenden, dass Josef Ratzinger München, Regensburg und die anderen Orte besuchen konnte, und der Bundesrepublik Deutschland die astronomischen Kosten zu ersetzen. Doch daran wird offenbar gar nicht einmal gedacht.

Ein schwacher Trost für die Deutschen: Auch die zahllosen Papstbesuche von Johannes Paul II. weltweit mussten jeweils von den Menschen vor Ort bezahlt werden. Und in Tansania und anderen ärmeren Ländern mussten die Menschen noch weit höhere Opfer bringen als jetzt in Deutschland, in Tansania z. B. einen ganzen Monatslohn für die "Sicherheit" des Papstes abgeben. Ganze Familien haben sich dort wegen des Papstes verschulden müssen (siehe z. B. Bild, 4.2.2000).

PS: Die Papstbesuche in München hatten sich zuletzt gehäuft. Als Johannes Paul II. 1980 kam, war es der erste Besuch eines Papstes nach 198 Jahren. Nach sieben Jahren (1987) kam er bereits wieder und jetzt nach 19 Jahren Benedikt XVI., der früher Erzbischof von München und Freising war. Und auch er hat schon gesagt, dass er bald wieder kommen möchte, weil er Berlin und andere Städte noch besuchen möchte. Die Finanzminister dürfen also weiter überlegen, wo sie dann die Kosten beim Bürger wieder einsparen. Der Papst ist "eine Person, die Kraft ihres Amtes immer in Gefahr ist", sagt Michael Ziegler, Sprecher des bayerischen Innenministeriums (Welt am Sonntag, 3.9.2006). Dies ergibt sich auch aus der Geschichte, da der Papst eine Institution verkörpert, die wie keine andere "zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist“ (Der Historiker Karlheinz Deschner, in: Die beleidigte Kirche, S. 43).

Zu den Kosten siehe auch die Meldung vom Mai 2006.

 

31.8.2006 / 6.3.2009 - Kirche beschließt öffentliche Ächtung eines vergewaltigten 11-jährigen Kindes und Verbannung in die ewige Hölle - weil wegen gesundheitlicher Gefahren eine Abtreibung vorgenommen wurde - Kardinal Alfonso Lopez Trujillo aus Kolumbien ist einer der bekanntesten Führungspersönlichkeiten der römisch-katholischen Kirche weltweit. Er ist der Präsident des Päpstlichen Familienrates und als Kurienkardinal einer der einflussreichsten Männer im Umfeld von Papst Benedikt XVI. Jetzt demonstriert der Kurienkardinal an einem 11-jährigen Mädchen  exemplarisch seine angebliche Macht über Himmel und Hölle. T-online schreibt dazu wörtlich:

"Die katholische Kirche in Kolumbien will hart durchgreifen: Nachdem ein vergewaltigtes Mädchen abgetrieben hat, soll es exkommuniziert werden. Kardinal Alfonso Trujillo will zudem alle an dem Schwangerschaftsabbruch Beteiligten ausschließen [was nach katholischer Lehre die ewige Verbannung in die Hölle nach sich zieht]. Das betrifft die Eltern, die Ärzte und Krankenschwestern, aber auch Politiker und Gesetzgeber. In Kolumbien ist die Abtreibung bis auf wenige Ausnahmen verboten. Der oberste Gerichtshof des Landes hatte in diesem Fall den Abbruch genehmigt und die Entscheidung mit den Gefahren für die Elfjährige gerechtfertigt ... Die Abtreibung ist eine der wenigen Taten, für die das katholische Kirchengesetzbuch seit 1983 die automatische Exkommunikation aller Beteiligten vorsieht [von Papst Johannes Paul II. in diesem Sinne verschärft]. Wird eine so genannte Tatstrafe durch eine Spruch wie jetzt in Kolumbien noch ausdrücklich untermauert, handelt es sich um eine besonders schwere Form der Ausschlusses und der öffentlichen Ächtung" (T-online, 31.8.2006).

Dies bedeutet nach römisch-katholischer Lehre auch: Das vergewaltigte Kind muss nach seinem Tod grausame niemals endende Qualen erleiden. Demgegenüber sollen die zahllosen römisch-katholischen Priester, die Kinder vergewaltigten, später den Himmel betreten, wenn sie zuvor die Beichte in der kirchlich korrekten Form abgelegt hätten. Weiterhin dürfen sie auch ohne kirchenrechtliche Beichte "heilsnotwendige" Sakramente spenden und z. B. den Menschen aus dem Volk die Sünden vergeben. Auch sollen sich die zahllosen römisch-katholischen Menschenschlächter der Inquisition mittlerweile im Himmel tummeln.
Siehe dazu auch unsere Meldung vom 6.3.2009.

PS
: Unabhängig von den hier geschilderten Umständen sind wir grundsätzlich keine Befürworter von Abtreibungen. Doch schweigen wir nicht, wenn sich eine Institution, die wie keine andere mit schlimmsten Verbrechen belastet ist, hier anmaßt, ewiger und gnadenloser Scharfrichter über Menschen zu sein, die sich in schlimmsten Notsituationen anders verhalten haben als das kirchliche Dogma es fordert. Vielleicht könnte das Mädchen damit getröstet werden, dass man in der Hölle für Exkommunizierte schneller zur Liebe Gottes finden kann als im kirchlichen Himmel.



28.8. / 14.9.2006 - Fünf Katholikinnen wollten während Papstmesse auf dem Islinger Feld gebären - Personen-Kult um den Mann auf dem "Stuhl Petri" in vielen Varianten - Am 9.9.2006 wurde Benedikt XVI. in München "mit militärischen Ehren" empfangen (Jesus lehrte, "Wer das Schwert nimmt, wird durchs Schwert sterben"): "... Abordnungen des Heeres, der Marine und der Luftwaffe. Im Gleichschritt geht es übers Rollfeld, ´Links um`, die Stiefel knallen auf den Sekundenbruchteil genau. ´Gewehr ab` - die Kolben der Karabiner klacken genauso präzise auf den Asphalt ..." (Main-Post, 11.9.2006) Von einigen Hunderttausend Gläubigen lässt er sich seither in München, Altötting, Marktl am Inn, Regensburg und Freising als "Heiliger Vater" huldigen (Jesus lehrte seinen Nachfolgern, sie sollten niemanden auf der Erde als "Vater" ehren, sondern sich einzig zu dem "Vater im Himmel" bekennen). Fragen von Journalisten beantwortete Joseph Ratzinger vor einigen Tagen auf einem thronartig erhöhten goldenen Sessel (Jesus saß mit seinen Jüngern ganz normal am Tisch). Und seine körperliche Erscheinung ist eingepackt in Kultgewänder und Mützen, welche die Kirche aus antiken Götzenkulten übernommen hat (Jesus war gekleidet wie das Volk). Anhänger von Benedikt XVI. wenden ein, der Papst wäre in Wirklichkeit "bescheiden". Doch dann würde er sich diesem Kult nicht fügen und das ganze Brimborium mitsamt der angeblichen Unfehlbarkeit beenden. Die Kosten für die "Papst-Show" belaufen sich allein für den Staat auf vermutlich mehrere Hundert Millionen Euro, und der Aufwand (siehe oben) ist gegenüber der Fußball-Weltmeisterschaft deutlich höher. Da sich während der Papstmessen auch das medizinische Angebot auf ein Höchstmaß auf die Veranstaltungen konzentriert, ist nicht auszuschließen, dass andernorts die medizinische Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigt ist, Bürger evtl. nicht bis zu den Krankenhäusern durchkommen. Ein "Höhepunkt" hätte fast eine Art inoffizielle Weihe von neugeborenen Säuglingen an den Gott der Kirche werden können, was so ähnlich auch aus antiken Götzenkulten bekannt ist. Fünf hochschwangere Frauen halten sich auf dem Islinger Feld bei Regensburg bereit. Es kann sogar vermutet werden, dass der Zeugungstermin von den Gläubigen bewusst so gelegt wurde, dass eine Geburt während der Papstmesse möglich sei. Wegen der Totalversorgung der Gläubigen gibt auch Peter Kittel von der Koordinationsstelle für die Papst-Show zu: "Da ist jede Hausgeburt gefährlicher." Die Kirche selbst nährt zahlreiche abstruse Vorstellungen ihrer Gläubigen, indem sie z. B. lehrt, dass ein ungetauft verstorbener Säugling nicht den Himmel betreten kann. So braucht sich niemand zu wundern, wenn Eltern es umgekehrt als eine besondere Gnade erachten, wenn ihr Neugeborenes dem Papst fast auf den Schoß fallen kann. Doch die neuen Säuglinge legten dann ihren Ankunftstermin offenbar doch anders. Dafür versuchte ein junger Mann, auf dem Islinger Feld ganz in die Nähe seines "Heiligen Vaters" zu kommen. 15 Meter vor dem Altar wurde er von Polizei und Sicherheitskräften überwältigt und soll nun wegen "Hausfriedensbruchs" angeklagt werden (http://www.merkur-online.de/nachrichten/specials/papst/besuch/art7886,710764.html). Mehr Glück hatte ein junger Vater, der seinen Säugling mit Namen Antonia einem Bodyguard überreichte, der ihn wiederum durch die geöffnete Seitenscheibe des Papamobils kurz an Joseph Ratzinger weiterreichte. Eventuell entsteht aus dieser Begegnung ein neuer Gegenstand der Verehrung, denn der Vater sagte danach, er wolle jetzt "die Windel aufbewahren, die seine Antonia trug" (Main-Post, 14.9.2006). Und im Unterschied zu zahllosen anderen Reliquien wäre die "Windel der Antonia" wenigstens nicht gefälscht.
Zähneknirschend registriert derweil die evangelische Kirche, dass ihnen die katholische Kirche einmal mehr die öffentliche Show stiehlt und sich die Politiker vor dem Papst eindeutig tiefer verbeugen als vor den evangelischen Amtsträgern. Landesbischof Johannes Friedrich durfte immerhin am 12.9.2006 im Regensburger Dom ein paar lyrische Worte sagen ("Wer glaubt, ist nie allein, wer liebt, ist nie allein. Wer hofft, ist nie allein" ...). Mit Joseph Ratzinger persönlich sprechen ließ man ihn aber nicht, obwohl man ihm 3-4 Minuten zugesichert hatte. Er gehört zu jenen Amtsträgern, die im Gegensatz zu Martin Luther verkündeten, ein "kollegiales" Papsttum sei auch für Lutheraner denkbar (siehe dazu hier).

Lesen Sie dazu auch Der Theologe Nr. 25 - Die Kirche ein totalitärer heidnischer Götzenkult

Zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie www.freie-christen.com/papst-show.html

 

     

Der Papst und sein Vorläufer, der babylonische Fischgott Dagon. Vom antiken Mysterienkult um Dagon hat die römisch-katholische Kirche die Mitra übernommen. In Regensburg sollten dem Papst sogar während der Messe geborene Säuglinge geweiht werden, doch die Babies wollten nicht während der Messe aus dem Mutterleib kommen.

Der Papst wird auf seiner Sänfte getragen (hier Paul VI.) wie sein Vorbild, der ägyptische Pharao. Beide bezeichnen sich als "Stellvertreter Gottes" und lassen sich entsprechend huldigen. Aus praktischen Gründen wurde die Sänfte seit Johannes Paul II. und jetzt Benedikt XVI. motorisiert. In München und Regensburg ersetzt das "Papamobil" die früheren Träger.

 

27.8. / 31.8.2006 - Soll das vereinigte Europa katholisch werden? Europäische Regierungschefs unterzeichneten Verfassung vor zwei Papst-Statuen - Es hätte in Europa und auch in Rom zahllose angemessene Räume gegeben, an denen die Staatsoberhäupter am 29.10.2004 die Verfassung Europas hätten unterzeichnen können. Als feierlichen Rahmen wählte man schließlich den Sala degli Orazi e Curiazi im römischen Kapitol. Dazu setzten sich die Regierungschefs vor die Statue von Papst Innozenz X. und blickten auf die gegenüber stehende Statue von Papst Urban VIII. Da eine solche Symbolik ja kein Zufall ist, hier einige Daten aus dem Leben der beiden Päpste, die man faktisch als "stumme Zeugen" bzw. monumentale Paten des neuen Europa wählte.

PS: Die Verfassung ist wegen des Widerstands bzw. ablehnender Volksabstimmungen in einigen Ländern noch nicht in Kraft.

Innozenz X. (1644-1655)

Er verweigerte die Unterschrift unter den Westfälischen Frieden von 1648, der den 30jährigen Krieg beendete. Der Einfluss des Protestantismus wurde darin anerkannt. Der Papst protestierte jedoch eindringlich gegen den Friedensschluss mit dem Schreiben Zelo Dominus Deo. 1649 eroberten seine Truppen die Stadt Castro und ließen sie dem Erdboden gleichmachen. Grund und Boden wurden dem Kirchenstaat einverleibt und ein Gedenkstein mit der Inschrift aufgestellt Qui fu castro ("Hier stand Castro"). Unterhalb seiner Statue nahmen die Regierungsvertreter Europas am 29.10.2004 Platz. 

Papst Innozenz X. - Er wollte den Dreißigjährigen Krieg fortsetzen und wehrte sich bis zuletzt gegen den Westfälischen Frieden. Europa sollte katholisch bleiben und nicht unter teilweise unter protestantische Herrschaft geraten. Vor seiner Säule in Rom nahmen die Regierungschefs Europas im Jahr 2004 Platz, um die neue europäische Verfassung zu unterzeichnen.

Urban VIII. (1623-1644)

Er weihte 1626 den Petersdom ein und richtete Castelgandolfo als Sommerresidenz der Päpste ein. Er schändete viele antike Heiligtümer, so das von Kaiser Hadrian allen Göttern geweihte Pantheon, ein Symbol für Religionsvielfalt und Toleranz. So riss er dort die Bronzeverkleidung ab und verwendete sie nach eigenen Angaben für das Petrusgrab. Nach Einschätzung von Historikern ließ er jedoch daraus Kanonen herstellen. Mit Kanonen rüstete er z. B. seine Engelsburg in Rom auf. Unter Urban VIII. erreichte die Inquisition einen Höhepunkt. Galileo Galilei wurde verurteilt. Papstfreundliche Historiker stellen es so dar, dass es dem "wissenschaftsfreundlichen" Papst nicht gelungen sei, der Inquisition "Einhalt zu gebieten". Am 29.7.1644 soll bei seinem Tod in Rom ein Freudentaumel ausgebrochen sein. Urban VIII. lebte in Prunk und Luxus. Er bekam ein pompöses Grabmal im Petersdom.
 


15.8. / 22.8.2006 / 12.9.2008 - Mondlandung vielleicht nur eine Täuschung? Jetzt sind die "Original-Aufnahmen" verschwunden - Wenn Wichtiges "aus Versehen" verschwindet, so ist das mit großer Wahrscheinlichkeit Absicht. So seien die Film-Dokumente über den "riesigen Schritt für die Menschheit" (Neil Armstrong, der vermeintlich erste Mann auf dem Mond) bei der NASA plötzlich weg. In der Regel verschwinden immer irgendwelche "Beweismittel" auf diese Art. Schon seit längerer Zeit gibt es starke Indizien und Zeugenaussagen dafür, dass die Filmaufnahmen von der "ersten Mondlandung" in Wirklichkeit in einem Filmstudio auf der Erde gedreht worden sind. Angeblich hätte die Mondlandung von Apollo 11 am 20.7.1969 zwar tatsächlich stattgefunden, doch die Aufnahmen darüber wären völlig unbrauchbar gewesen, weswegen man aussagekräftige Bilder anderweitig gedreht haben soll.
Zum Thema: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,282031,00.html übernahm im Jahr 2004 eine Artikel der Zeitschrift GEOSpecial, der zwar einen Vertreter dieser These unglaubwürdig zu machen versucht, viele Indizien jedoch nicht verleugnen kann. Allerdings haben offiziell noch fünf weitere Mondlandungen stattgefunden, die letzte mit Apollo 17 am 14.12.1972. Dann war plötzlich Schluss, was wiederum sehr ungewöhnlich ist. Wer weiß, wie alles genau gewesen ist. Im Jahr 2002 erschien dann eine gefälschte Dokumentation über die angeblich gefälschten Bilder (http://de.wikipedia.org/wiki/Kubrick,_Nixon_und_der_Mann_im_Mond), welche die Skeptiker der Mondlandung unglaubwürdig machen sollte. Ein Filmteam von Arte France hatte angeblich nachgewiesen, dass die Bilder von der Mondlandung gefälscht waren. Doch man hatte bewusst gelogen, getäuscht und manipuliert, um aufzuzeigen, wie Skeptiker manipulieren könnten. Die Zweifel an den Mondlandungen bzw. an den diesbezüglichen Filmaufnahmen konnten jedoch nie wirklich ausgeräumt werden.


  

21.7. / 26.10.2006 / 25.1.2007 - Umbenennung der Bischof-Meiser-Straße in Spitalgasse: Stadtrat zögerte vor der Entscheidung - Die Fakten über Landesbischof Meiser liegen seit längerem auf dem Tisch. So veröffentlichten die Nürnberger Nachrichten am 30.6.2006 auch einen Leserbrief des Autors des Theologen und plädieren - wie viele andere Zeitgenossen auch - für die Umbenennung. Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit Landesbischof Johannes Friedrich an der Spitze und das Evangelische Dekanat Nürnberg wollten jedoch "ihre" Bischof-Meiser-Straße an der römisch-katholischen Frauenkirche lange behalten. Dort stand früher einmal eine Synagoge, die bei einer Judenverfolgung der Kirche im Mittelalter niedergebrannt wurde. Die Kirche hätte Hans Meiser gerne weiter durch eine Straße geehrt, obwohl er rassischer Antisemit war und die Nürnberger Rassengesetze von 1935 geistig mit vorbereitete und obwohl er sich erfolgreich gegen die Überlegung wehrte, dass die Kirche eventuell gegen die Judenvernichtung protestieren könnte. Weiter trieb der Altlandesbischof zahllose Menschen voller Begeisterung und unter der Vorgaukelung von "Gottes Beistand" in den 2. Weltkrieg. Und er duldete schweigend die Wegführung der behinderten Menschen aus der evangelischen Diakonie in die Gaskammern (Lesen Sie dazu Der Theologe Nr. 11 - Der Antisemit Hans Meiser als erster evangelischer Landesbischof Bayerns). Dabei kann man der Evangelischen Kirche ohne weiteres zugestehen, dass ein Mann wie Landesbischof Hans Meiser neben den zahllosen Opfern, die er zu verantworten hat, wie jeder Mensch natürlich auch gute Seiten hatte. Doch deswegen braucht man ihn doch nicht gleich so zu ehren, dass man eine ganze Straße im Zentrum der Stadt nach ihm benennt. Eine solche Straße setzt eine Vorbildwirkung für die allgemeine Öffentlichkeit voraus, und hier würden sich gewiss Tausende von anderen Namenspaten finden, an deren Lebenslauf kein Blut klebt. Wenn die Evangelisch-Lutherische Kirche z. B. eine Gruft in der zentralen Nürnberger Lorenzkirche nach Landesbischof Meiser benennt, würde sich sicher der Protest der Kritiker Meisers in Grenzen halten. Zudem könnte man ohne weiteres eine frühere Entscheidung, die man heute nicht mehr treffen würde, rückgängig machen. Wenigstens dieses Minimum an gesundem Menschenverstand und die Fähigkeit, etwas abzuwägen, hatten sich viele von den Kirche erhofft.
Und da auch im Nürnberger Stadtrat die Lobby der Kirche offenbar sehr einflussreich ist, hat sich dieses Entscheidungsgremium nicht getraut, Hans Meiser ohne Zustimmung der evangelischen Kirche vom Sockel zu heben. Denn leider glauben immer noch manche Bürger, eine fügsame Haltung gegenüber der Kirche wäre gut für ihr Seelenheil. Die Kirche selbst hat die Menschen ja fast zwei Jahrtausende so indoktriniert.
Nach zähem Ringen hat Anfang 2007 nun aber auch die evangelische Kirche ihre Einwände gegen eine Umbenennung zurückgezogen und die frühere Bischof-Meiser-Straße heißt jetzt Spitalgasse.  
Weitere Kurzmeldungen zu Landesbischof Meiser finden Sie bei Der Theologe aktuell - 2006-1 bzw. bei Der Theologe aktuell - 2007-1.



19.7. /  31.8. / 17.9. / 27.10. / 28.11.2006 - Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg? War es ein gerechter Krieg? Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche - "Pünktlich" drei Tage nach der Fußball-Weltmeisterschaft begann am 12.7. der von vielen voraus geahnte neue Nahost-Krieg. Im Zusammenhang des Weihnachts-Urbi-et-Orbi von Benedikt XVI. war verschiedentlich gemutmaßt worden, dass die derzeitige Regierung der USA das Fußball-Großereignis in Deutschland noch abwartet, um dann in irgendeiner Form gegen den Iran loszuschlagen (siehe dazu unsere Meldung vom 25.12.2005). Am 19.7., 2006 eine Woche nach Beginn des neuen Krieges, verbreiteten die New York Times in den USA und The Guardian in Großbritannien die Meldung, dass Israel anscheinend in enger Absprache mit der Regierung Bush handele. "Washington habe Israel ein Zeitfenster von einer Woche eingeräumt, um die Infrastruktur der militanten Hisbollah zu zerstören", die bekanntlich vom Iran unterstützt wird (Focus online, 19.7.2006; siehe dazu auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427836,00.html). "Israels Militäroffensive im Libanon sei lange geplant gewesen", glaubt auch der israelische Historiker Tom Segev (Spiegel online, 19.7.2006). "Israel habe von den USA eine ´carte blanche` (= Freibrief, Blanko-Vollmacht) für eine Ausweitung der Angriffe gegen Hisbollahziele im Libanon", sagte zudem ein Armeesprecher Israels, der anonym bleiben möchte (Spiegel online, 21.7.2006). Und vielleicht hat der gläubige protestantische US-Präsident George W. Bush (er wurde einst vom "Evangelisten" Billy Graham für den kirchlichen Glauben bekehrt) auf eine Art "Wunschzettel" für mögliche Entwicklungen zurück gegriffen, als er Syrien am 19.7.2006 scharf attackierte und in diesem Zusammenhang erklärte: "Mir kommt´s so vor, als wollten die Syrer wieder in den Libanon" (Focus online, 20.7.2006). Zum Zeitpunkt des etwas überraschenden Wortbeitrags des Präsidenten waren allerdings die Israelis wieder dort eingedrungen und nicht die Syrer, die 2005 als bisherige "Schutzmacht" ihre Truppen unter dem Jubel der libanesischen Bevölkerung zurückgezogen hatten. Mittlerweile hat auch der US-amerikanische Journalist Seymour Hersh Indizien dafür zusammengetragen, dass der Libanon-Krieg für die Bush-Regierung ein "Testlauf für einen Iran-Krieg" gewesen sein soll
(siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431774,00.html)
.


Ganz selbstverständlich können die Kirchenchristen bei ihrer Beurteilung des Krieges die in ihrem Glaubensbekenntnis verankerte "Lehre vom gerechten Krieg" anwenden, der auch für die evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland bis heute verbindliche Glaubenslehre ist. So wird in der Augsburger Konfession gelehrt, "dass Christen mögen ... Übeltäter mit dem Schwert strafen [und](,) rechte Kriege führen" (CA XV), und jeder Pfarrer wird darauf vereidigt. Am direktesten sprach bisher der bekannte Politologe, Buchautor und häufige Referent auf Kirchentagen und in kirchlichen Kreisen, Dr. Matthias Küntzel, von einem "gerechten Krieg" (Spiegel online, 23.7.2006) - im Gegensatz zur UNO, deren Vertreter in diesem Krieg z. B. "Verstöße gegen internationales Recht" beklagte (25.7.2006). Zwar hatten sich der Papst und der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber während des Krieges der UN-Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand angeschlossen, doch vor allem innerhalb der evangelischen Kirche griff vielfach unverhohlene Kriegsstimmung um sich. So heißt es z. B. im Leitartikel von Johannes Gerloff in dem angesehenen evangelischen Wochenmagazin idea-spektrum (Nr. 29/2006): "´Israel muss die Hisbollah total vernichten.` Darin sind sich die messianische Jüdin Alice aus Naharija und der arabische Christ Nabil aus Mrar einig." Und: "Die größte Angst der Israelis kommt immer wieder zur Sprache: dass der Druck der Weltöffentlichkeit Israel einmal mehr zwingen könnte, eine Militäraktion vorzeitig und unvollendet abbrechen zu müssen." Dies klingt wie eine Drohung gegenüber europäischen Vermittlern wie Javier Solana oder der französischen Regierung oder Joschka Fischer, die sich um einen sofortigen Waffenstillstand bemühen, um weiteres furchtbares Leid zu verhindern. Und dann lässt die evangelische Zeitung am Ende ihres Kommentars eine vielleicht versteckte Aufforderung zum Krieg gegen den Iran folgen: "Wer dem mörderischen Ungetüm das Genick brechen will, muss sich nach Teheran wenden."
 
PS: Auch der bekannte römisch-katholische Fernsehkorrespondent Ulrich W. Sahm (ntv), gleichzeitig Mitarbeiter der römisch-katholischen Nachrichtenagentur KNA, stand hinter den Angriffen der israelischen Armee. Sein Argument: "Die Kriegserklärung ging vom Libanon aus." (idea spektrum Nr. 31/2006)

Einmal mehr wird der große Friedensstifter Jesus von Nazareth damit von den Kirchenchristen auf böse Art und Weise verhöhnt
. Denn Jesus sprach niemals von totaler militärischer Vernichtung eines Gegners oder einer Angst, einen Krieg vorzeitig abbrechen zu müssen oder davon, einem Gegner das Genick zu brechen. Nicht einmal von einem "gerechtfertigten" "Verteidigungskrieg". Jesus lehrte in der Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5 - 7): "Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen." Wem dies ethisch zu anspruchsvoll erscheint oder aus einer Betroffenheit heraus augenblicklich unannehmbar, der sollte sein Denken und Empfinden dann aber nicht "christlich" nennen. Und Jesus lehrte auch ganz schlicht und für jeden sofort verständlich: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!" Dies ist gleichbedeutend dem bekannten Sprichwort "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Oder Jesus weiter: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge." Oder: "Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen." Das also ist der christliche Beitrag zum Nahost-Krieg im Gegensatz zu vielen anti-christlichen evangelischen Beiträgen. Auffällig ist, dass sich viele Nachfolger Martin Luthers nicht einmal mehr die Mühe machen, Jesus zu widerlegen. Auch jammern sie gar nicht mehr herum, dass es doch so "schwer" sei, seine Lehre zu befolgen und man leider "notgedrungen" das Gegenteil von dem tun müsse, was er lehrte. Jesus von Nazareth wird immer häufiger einfach ignoriert.

Selbst das Alte Testament, gleichermaßen die Glaubensgrundlage des Judentums und der Kirche, wird vielfach ignoriert und damit stellenweise praktisch für bedeutungslos erklärt. Denn das Alte Testament lehrt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21, 24). Bekanntlich hat Jesus auch diesem Satz, der einem Geschädigten erlauben soll, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, deutlich widersprochen (siehe dazu Matthäus 5, 38 ff.). Doch dessen Lehre hat man ja eh´ schon über Bord geworfen. Nun stünde aber auch im Alten Testament geschrieben: Vergeltung mit Gleichem, nicht mit Unverhältnismäßigem. Doch man hielt sich in diesem Krieg auch nicht an dieses Gebot im Alten Testament, sondern riss sinngemäß für ein Auge Hunderte von Augen aus und für einen Zahn Hunderte von Zähnen. Wäre man stattdessen nach dem alttestamentlichen Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (bzw. "Auge für Auge, Zahn für Zahn") vorgegangen, so wäre also auf eine Entführung oder einen Terror-Anschlag eine Vergeltung gleichen Ausmaßes erfolgt.

Für die Kirchenchristen in der US-Regierung und ihre Gesinnungsfreunde in den deutschen Kirchen zählt es jedoch zum legitimen Recht, ein Unrecht x-fach vergelten zu dürfen bis zur Ausrottung eines Verursachers, was auch mit der Ausmerzung zahlloser Unbeteiligter verbunden ist. Und im Alten Testament gibt es andere Stellen, an denen ein solches Verhalten auch religiös gerechtfertigt wird. Zudem glauben Millionen von Bibelanhängern, v. a. in den USA, dass ihr evangelischer bzw. kirchlicher Gott in der so genannten "Endzeit" der Armee Israels den militärischen Sieg schenkt und alle ihre Gegner vernichtet, und dass sich die Israelis anschließend zum kirchlichen Glauben bekehren. In diesem Sinne biegt man sich teilweise gefälschte Bibelstellen aus dem Alten Testament (so z. B. in Hesekiel 38 und 39) oder der Offenbarung des Johannes (z. B. 14, 20) zurecht. Siehe dazu:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5782498_TYP_THE_NAV_REF3,00.html.
Im Gegensatz dazu ist auch die Verheißung an den Propheten Abraham zu bedenken, in der es heißt: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden" (1. Mose 12, 3). Wie aber müsste eine Politik aussehen, die zum "Segen" auch für die anderen "Geschlechter" bzw. Völker würde? Zudem heißt es sowohl im Alten als auch im Neuen Testament: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Wenn diese geistige "Gesetzmäßigkeit" zutreffend ist, kann sich jeder selbst ausrechnen, was bald auf diejenigen zukommt, die in den letzten Wochen anderen großes Leid zufügten, gleich, auf welcher Seite sie stehen. "Es wurde so viel Hass gesät", berichten Menschen vor Ort (siehe http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,432616,00.html) und dies gilt wohl für Menschen in Israel und im Libanon. "F
ast der ganze Südlibanon ist eine Ruinenlandschaft", schreibt z. B. Spiegel online (15.8.2006), und was werden wohl die Flüchtlinge denken, die in ihre Häuser zurückkehren wollten und dort jetzt nur noch eine Ruine finden (siehe dazu auch http://focus.msn.de/politik/nahost/beirut_nid_33705.html über die Situation in Beirut). Noch wenige Stunden vor Kriegsende wurden die Angriffe mit auch in militärischen Kreisen heftig kritisierten Streubomben intensiviert, von denen 100.000 noch nicht explodiert seien und in der "Nachkriegszeit" weiter täglich Menschen töten (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,434435,00.html). Während des Krieges wurden zudem Phosphorbomben abgeworfen, die demnächst als chemische Waffen geächtet werden sollen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,443964,00.html). Und schließlich hat die israelische Armee auch die im Jahr 1997 von 152 Staaten geächteten Landminen eingesetzt (http://www.focus.de/politik/nahost/un_nid_40121.html). Und ein Krieg zieht auch weitere Kreise: Bei einem Angriff soll z. B. auch der Bruder eines libanesischen Studenten aus Kiel ums Leben gekommen sein. Und dieser versuchte später wiederum, zwei Bomben in deutschen Regionalzügen zu zünden. Nach Ansicht von Experten sind solche privaten Tragödien oft der Auslöser dafür, dass sich jemand dem Terrorismus zuwendet. Wie also könnte man demnach den Terrorismus wirksam bekämpfen?

Anmerkung
: Im Jahr 1982 kam es im Libanon sogar zu einer massiven Kriegshandlung einer angeblich "christlichen" Armee: Damals verübte die so genannte Phalangisten-Armee der kirchenchristlichen Maroniten das Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila nahe Beirut. Die israelischen Besatzer hielten den Maroniten dabei den Rücken frei. 2.500 Palästinenser wurden wahllos ermordet, nachdem zuvor der maronitische libanesischen Präsidenten Baschir Gemayel ermordet wurde und man Palästinenser als Drahtzieher vermutete. Die Maroniten erkennen den römisch-katholischen Papst im Rom als ihr Oberhaupt an (Näheres dazu bei http://de.wikipedia.org/wiki/Sabra_und_Schatila).

Zum Kriegsverlauf
: Während drei bekannte israelische Schriftsteller (David Grossmann, A. B. Yehoshua, Amoz Oz) in der letzten Kriegsphase ein sofortiges beidseitiges Ende der Angriffe forderten (Haaretz, 6.8.2006) und auch Rolf Verleger vom Zentralrat der Juden in Deutschland die Fortsetzung des Kriegs kritisierte (siehe http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/430907.html), meldete sich zu diesem Thema in Deutschland auch der außenpolitische Sprecher der CDU, das Vorstandsmitglied Eckart von Klaeden, zugleich Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, zu Wort. Er warf der Hisbollah vor, möglichst "viele Tote unter der Zivilbevölkerung beider Seiten" herbeiführen zu wollen (Bild, 5.8.2006). "Wir dürfen auf diese menschenverachtende Strategie nicht hereinfallen", so der führende evangelisch-lutherische Politiker. Was sollte das nun praktisch heißen? Es war offenbar eine weitere Rechtfertigung dafür, dass der Krieg erst einmal weitergehen müsse. Eine andere Rechtfertigung lautete seit dem 1.8.2006, der Krieg sei eine notwendige "Vorbereitung für die internationale Friedensmission" im Libanon, die seither vorbereitet wurde.
Dabei könnten folgende Entwicklungen allerdings eine Warnung sein: Nach dem Irak-Krieg der USA wurde das Land zur Operationsbasis für Terroristen (ca. 6.500 Todesopfer seit "Kriegsende", davon ca. 40 getötete US-Soldaten monatlich, tägliche Selbstmordattentate). Und auch seit dem Afghanistan-Krieg der NATO verfällt dieses Land zunehmend in Terror und Chaos und die im Krieg scheinbar besiegten Taliban kommen wieder. Im Libanon kommen zu den Todesopfern und Verletzten momentan auch wirtschaftliche Schäden in Höhe von ca. acht Milliarden Euro hinzu, das Ausmaß der Ölpest noch nicht mit eingerechnet. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,432293,00.html). Der Krieg hat solche "ökologischen Schäden" verursacht, dass auch die Landwirtschaft, die Lebensgrundlage der Bevölkerung, auf lange Sicht zerstört ist. "So hätten etwa die israelischen Luftangriffe auf den Süden des Libanons so schwere Umweltschäden angerichtet, dass dort die nächsten Jahre nicht mehr an Landwirtschaft ... zu denken sei" (dpa, 27.10.2006).
PS: Wer soll dafür aufkommen und wie genau soll denn die "internationale Friedensmission" die Friedens- und Versöhnungsbereitschaft der Bevölkerung fördern?

Im Nachbarland Syrien war in den letzten Kriegstagen "die Wut kaum noch kontrollierbar", so der Imam Muhammad al-Habash. Spiegel online schreibt: "´Das Volk glaubt, es habe die religiöse Pflicht, den Besatzern Widerstand zu leisten`, sagt er und erzählt von Familien in seinem Bekanntenkreis, deren Söhne sich in den letzten Tagen in den Dschihad verabschiedet haben. Vermutlich in den Libanon, da Syrien der Frustration noch kein Ventil bietet. Al-Habash ist ein Geistlicher, der für seine Weltoffenheit und Toleranz bekannt ist. ´Aber jedes Mal, wenn die Menschen hier Opfer von Israel werden, wird die Stimme der Gemäßigten immer leiser. Wir verlieren an Glaubwürdigkeit`, beklagt er. ´Wenn der Krieg weiter eskaliert, wird sich unser Volk von nichts mehr aufhalten lassen`" (10.8.2006).
Nun ist der Krieg tatsächlich kurzzeitig eskaliert, doch mittlerweile haben alle Seiten der UN-Resolution für eine Waffenruhe zugestimmt. Doch werden sich nun z. B. alle Kämpfer, die gerade erst in den Dschihad gezogen waren, der Führung der Hisbollah beugen, wenn diese die Waffen niederlegt? Oder ist das Leid des gerade gestoppten Krieges und der akuten Kriegsfolgen nicht schon der Keim für den nächsten Krieg? Auch die israelische Regierung hat bereits die Fortsetzung des Krieges angekündigt, wenn die Hisbollah sich nicht entwaffnen lässt. Währenddessen bauen jüdische Siedler im besetzten Westjordanland weiter illegal Häuser auf Grundstücken von Palästinensern, was von der Regierung geduldet wird. (http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/448497.html). Man hört jedoch auch von einem jüdischen Rabbi, der palästinensischen Opfern beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern oder bei der Ernte hilft.
Die deutsche Regierung hat sich ebenfalls in den Konflikt hineinziehen lassen und schickte 2.500 Soldaten im Rahmen der UN in den Libanon, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden.
(siehe dazu z. B. http://www.netzeitung.de/deutschland/433054.html).

Lesen Sie dazu auch:
Der Theologe Nr. 6 - Die evangelische Kirche, immer für den Krieg
Der Theologe Nr. 3 - So spricht Martin Luther - so spricht Jesus von Nazareth


 

Aus den Texten kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Der Theologe aktuell - 2. Halbjahr 2006, Wertheim 2006, zit. nach http://www.theologe.de/2006-2.htm,
erweiterte Fassung vom 6.3.2009

Der Theologe aktuell:      
Hier die Meldungen von  2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil2006 - 1. Teil / 2006 - 2. Teil
                                         2007 - 1. Teil / 2007 - 2. Teil / 2008 - 1. Teil / 2008 - 2. Teil
                                             2009 - 1. Teil / 2009 - 2. Teil / 2010 - 1. Teil / 2010 - 2. Teil
                                             2011     2012      2013      Wordpress ab 2014      Startseite 
                                                                                 
Impressum