DER THEOLOGE  - 2007-2

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Klarstellung:
Wir haben nichts gegen katholische oder evangelische Christen oder ihre Kirchen. Wir sagen jedoch:
Die beiden Großkirchen sollen sich nicht "christlich" nennen, da dort anders gelehrt und gelebt wird als Jesus, der Christus, das wollte (vgl. dazu Der Theologe Nr. 25 oder die Einleitung von "Der Theologe Nr. 24a"). Würden sich die Kirchen nur noch "römisch-katholisch" nennen oder "evangelisch", aber nicht mehr "christlich", wäre manche der hier dargebotenen Informationen nicht nötig. So aber weisen wir immer wieder auf den Verrat an der Botschaft von Jesus hin. Hinweise zu einem Leben im christlichen Glauben finden Sie u. a. hier.

 

23.12. - Verhöhnung von Christus - 10.000 sterbende Kinder pochen jeden Tag an die Tore des Vatikan

18.12. - Ratsvorsitzender des Diakonischen Werkes wegen sexueller Vergehen an Diakonen-Schülern angezeigt

10.12. - Wann lässt der deutsche Innenminister die katholische und die evangelische Kirche verbieten?

29.10. - Katholik als "einer der kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte"

27.10. - Riekofen: Kindsmissbrauch - Bischof Müller lehnt Entschuldigung weiter ab und beruft sich auf Papst

27.10. - Vom Dienst entbunden - verspielte stellvertretender Dekan Spendengelder in Spielcasinos?

22.10. - Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte wahrscheinlich über 200 Kinder

21.10. - Islamische Schulbücher: Mehr Toleranz als vermutet

18.10. - Vergewaltigung von Kindern im evangelischen Dorf Eschenau - Aktualisierung

  22.9. - Pädophile Priester: Eltern können ihre Kinder nur selbst schützen

  22.9. - Fotos von SS-Personal in Auschwitz veröffentlicht - Kirche verhalf Kriegsverbrechern zur Flucht

  21.9. - Riekofen: Verhöhnung - Bischof Müller vergleicht verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth

  21.9. - Kampf der Kulturen in Deutschland: Katholische Politiker wollen Islam klein halten
  
  19.9. - Streng gläubige Katholikin warf ihr Neugeborenes aus dem 10. Stock

  17.9. - Riekofen: "Schweigegelder" der Kirche als Deckung für einen pädophilen Priester. Und dieser macht weiter  

  15.9. - Unser Planet geht zugrunde - und die Kirche warnt vor den Warnenden

  13.9. - Was steckt hinter der "Maske" von "Mutter Theresa"?

  13.9. - "Euthanasie" im Dritten Reich - Die Unterstützung der Ermordung Behinderter durch die Kirche

   8.9. -  Papst in Österreich: Der symbolische und der reale Niedergang des Papsttums
  
   6.9. -  Papstbesuch in Österreich - Informationen für die Bevölkerung

   4.9. -  Riekofen: Katholischer Priester wegen Sexualverbrechen verhaftet / Ein Ministrant sollte mindestens 18 sein

  24.8. - "Haftpflichtschaden" - Versicherungen zahlen für Sexualverbrechen von Priestern

  24.8. -  EKD-Repräsentant: Antisemitismus Anfang des 20. Jahrhunderts mit islamkritischer Stimmung
               von
Juden heute verglichen

  17.8. -  Ministrant von Dekan zu sexuellen Handlungen gezwungen?
 
  15.8. -  Afghanistan, Irak: Kriege geraten immer mehr außer Kontrolle

  30.7.  - Israelitische Kultusgemeinde möchte Umbenennung der Hans-Meiser-Straße in Bayreuth

  26.7./14.8. -  Kater ahnt Tod von Heimpatienten voraus / Tierversuche und seelische Krankheitsursachen

  21.7. -  Römisch-katholische Exorzisten: Harry Potter "öffnet dem Teufel einen Weg"

  19.7. -  Ehemalige Meiserstraße: Aufklärung statt kirchliche Verlogenheit

  18.7. -  Gegen den erbitterten Widerstand der evangelischen Kirche: Meiserstraße in München wird umbenannt

  15.7. -  Sexualverbrechen von Priestern: 660 Millionen Dollar für 500 Opfer in der Diözese Los Angeles

  14.7. -  Bei Anschluss der Evangelischen an den Vatikan - Staat könnte viel Geld sparen

   8.7.  -  Gegen Klimakatastrophe und Intoleranz: Wird in Deutschland der Bock zum Gärtner gemacht?

   7.7. -   Heinrichsfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher  

   7.7.  -  Katholischer Priester wegen Beteiligung an sieben Morden und 31 Folterungen angeklagt

   6.7.  -  Meiserstraße in München - Einzelne Kirchenvertreter immer unverfrorener
 

 



23.12.2007 / 5.1.2008 - Verhöhnung von Christus - 10.000 sterbende Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des Vatikan - Maria und Josef (der leibliche Vater von Jesus) reisten einst unter schwierigsten Umständen nach Bethlehem zur angeordneten Eintragung in die Steuerlisten. Maria war in großer Sorge um ihr Kind, denn sie stand kurz vor der Entbindung. In Bethlehem angekommen, fand die Familie in klirrender Kälte schließlich keine Unterkunft, wo Maria ihr Kind hätte zur Welt bringen können. Auch hatten sie kaum etwas zu essen. Liebe Mütter, die Sie das jetzt lesen: Erinnern Sie sich, als Sie ihr erstes Kind zur Welt brachten, um vielleicht zu ahnen, wie es wohl Maria ergangen ist!
Doch eine Frau erbarmte sich und gab ihnen wenigstens ein Dach über den Kopf, den Stall, wo die Körper der Tiere den Menschen wenigstens ein klein wenig Wärme in der eisigen Nacht spendeten. Die Kirche hat aus diesem dramatischen Ereignis ein Götzen-Kitsch-Fest gemacht: mit Wachsfigürlein in der Krippe (anstatt auf den späteren erwachsenen Jesus zu hören), mit Leben zerstörenden Kulten (z. B. abgeschlagenen Bäumen*) und mit Abermillionen brutal hingemetzelter Tiere für den Gaumengenuss (dem alljährlichen Massaker an "Ochs und Eselein" zum Wohle der menschlichen Leiber).

Auch heute sind Maria und Josef wieder auf Herbergssuche. Und jeden Tag mit ihnen Tausende verhungernde und erfrierende Menschen. Und so pochen jeden Tag auch 10.000 verhungernde Kinder an die schweren Tore des Vatikan. Doch die Goldschätze der Priester sind für sie unerreichbar. Die Priester rufen immer nur ihre Gläubigen zum Spenden auf. Sie selbst tasten das Milliardenvermögen ihrer Institution mit ihren goldverbrämten Kirchenschätzen nicht an. Sie schwenken ihr Weihrauchfass über ihre kulinarischen Feste und verkünden dabei haarsträubende Dogmen und Lehren, die sie aus dem antiken Heidentum übernommen hat - wie z. B. eine angebliche Jungfrauengeburt Marias. Was soll denn so schlimm daran gewesen sein, wenn sich Maria und Josef ein Kind wünschten und dies in gegenseitiger Liebe zeugten? Schlimm ist das nur für die Geheimniskrämer im Vatikan, die den natürlichen Zeugungsakt verteufeln (er soll angeblich eine Erbsünde übertragen, die ohne kirchliche "Vergebung" in die ewige Verdammnis führen soll), während Tausende von Pädophilen in ihren Reihen sich an Kindern sexuell vergehen.
Vielleicht könnte man zum Thema "Liebe" noch sagen: Gott liebt natürlich auch die Priester. Aber Er liebt sie nicht als Priester. Er hat nie Priester gewollt. Und wenn diese nicht umkehren, werden sie spätestens als Seelen im Jenseits erleiden, was sie anderen angetan haben, weil die angebliche kirchliche Absolution von Sünden bzw. die angebliche Minderung von Sündenstrafen ein weiterer Unsinn ist, den die Kirche ebenfalls aus Götzenkulten hergeleitet hat. Denn kein Priester kann so etwas. Weder ein römisch-katholischer noch ein anderer. Die Menschen können sich immer nur gegenseitig vergeben, und überall, wo dies geschieht, kommt ein Segen über die Menschen. Dazu braucht es jedoch keine Priester und Pfarrer. Denn Priester können natürlich auch nicht segnen. (Sie tun nur so.)
Hier eine kleine Geschichte für ein Weihnachtsfest ohne Kirche:
http://www.theologe.de/weihnachtsgeschichte.htm
Und hier eine Erzählung über die Geburt von Jesus ohne die kirchlichen Verfälschungen:
http://www.theologe.de/jesus_geburt.htm


* Der Brauch, einen Baum zu schmücken, stammt aus der Wintersonnenwende des antiken Mithras-Kults. Dort wurden die Bäume jedoch nicht abgehackt. Und die Römer oder Menschen in nordischen Ländern begnügten sich mit einigen Zweigen, mit denen sie ihre Wohnungen schmückten. Erst im kirchenchristlichen Abendland im Mittelalter begann man dann mit der Barbarei, im Saft stehende Bäume zu Hunderten und heute gar zu Millionen (alleine 16 Millionen in Deutschland) abzuhacken und dann geschmückt langsam sterben zu lassen. Zwar sprach die offizielle Kirche zunächst noch von einem "heidnischen" Brauch und befürwortete als "Waldbesitzerin" verständlicherweise die Plünderung "ihres" Waldes nicht. Doch ist es kein Zufall, dass die Barbarei an der Natur sich in ihrem Umfeld entwickelte. Denn die Kirche lehrt, dass Tiere und Pflanzen unbeseelte sterbliche Wesen bzw. Objekte sind, die keinen oder kaum Schmerz empfinden und mit ihrem Tod zugrunde gehen (siehe dazu Der Theologe Nr. 7). Nur der Mensch sei voll schmerzempfindlich und habe angeblich eine unsterbliche Seele. (PS: Doch wie ärmlich müsste es in einem "Himmel" zugehen, wo man zwar auf über 200 ehemalige Päpste treffen würde, jedoch auf kein einziges Tier?) So hatten zuerst die evangelische und dann auch die römisch-katholische Kirche bald den größten abgeschlagenen Baum in einem Dorf oder einer Stadt.
Lesen Sie dazu auch Was der große sterbende Baum im Vatikan uns sagen möchte

 



18.12. / 23.12.2007 -
Ratsvorsitzender des Diakonischen Werkes angezeigt - Er soll sich an Diakonen und Diakonie-Schülern sexuell vergangen haben - Das Diakonische Werk der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern kommt nicht zur Ruhe. Erst im Oktober wurde ein ranghoher Pfarrer vom Dienst suspendiert, da er Spendengelder veruntreut hat (siehe hier). Es wird vermutet, dass diese in tschechischen Casinos verspielt wurden. Nun ist einer der Obersten, der Ratsvorsitzende des Diakonischen Werkes in Bayern, Karl Heinz Bierlein von allen Ämtern zurückgetreten. Ihm werden sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Untergebenen zur Last gelegt. Die Betroffenen werden psychologisch betreut. Die Süddeutsche Zeitung schreibt am 15.12.2007: "
Bierlein gehört zu den wichtigsten Sozialmanagern in Bayern, ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Die Rummelsberger Anstalten der Diakonie beschäftigen 6100 Mitarbeiter in 170 Sozialeinrichtungen - darunter Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Behinderteneinrichtungen. Auch ein geschlossenes Heim für verhaltensauffällige Jugendliche gehört dazu. Für 2006 meldete das Unternehmen eine Bilanzsumme von 522 Millionen Euro. Bierlein stand seit 1997 an der Spitze der Rummelsberger Anstalten" (http://www.sueddeutsche.de/,ra13l1/bayern/artikel/815/148463/).
Unser Vorschlag: Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist seit Ende der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland führend in der Bekämpfung religiöser Minderheiten. In dieser Kirche gab es z. B. den ersten deutschen Sektenbeauftragten, Pfarrer Friedrich Wilhelm Haack (siehe hier), und er und sein Nachfolger Wolfgang Behnk (seit 1992; siehe auch hier) gingen mit besonderer Schärfe und Gemeinheiten gegen Andersdenkende vor. Die skandalgeschüttelte evangelische Kirche in Bayern könnte hier ab sofort etwas ändern: Anstatt Lügen, Verleumdungen und haarsträubende Spekulationen über Andersgläubige zu verbreiten, soll sich ein Beauftragter in Zukunft um die Verbesserung von Ethik und Moral in der eigenen Kirche kümmern. Sollte die Kirche jedoch einen solchen Beauftragten für unnötig halten, sollten die Gläubigen auch nichts mehr spenden.
Die weitere Entwicklung: Psycho-Experimente: Diakonie-Chef soll Studenten auch mit Metallklammern und Stockschlägen traktiert haben.
Siehe dazu:
http://mobil.sueddeutsche.de/inm/sz/dqgxei307nd9;jsessionid=67A2515B36F1CBAACCAF91C18B290CA3.app102A2

 



10.12.2007 -
Wann lässt der deutsche Innenminister die katholische und die evangelische Kirche verbieten? - Pünktlich zur Vorweihnachtszeit geben sich die Politiker meist besonders scheinheilig und kirchenhörig. So will der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble (evangelisch-lutherisch, CDU) die umstrittene Scientology-Organisation verbieten lassen und alle Innenminister der Bundesländer seien sich darin einig "
dass wir Scientology für eine nicht mit der Verfassung vereinbare Organisation halten". "Die Scientology-Organisation weist die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück" (Die Welt, 8.12.2007). Hierzu ist anzumerken: Die Innenminister sind entweder alle oder nahezu alle Mitglieder der römisch-katholischen bzw. der evangelisch-lutherischen Kirche.
Ob die Vorwürfe gegenüber Scientology zutreffen, haben wir nicht geprüft. Wir können jedoch nachweisen, dass diese zumindest auf die beiden Großkirchen zutreffen. So heißt es z. B. in der Welt: "
In einem Urteil stellte das Verwaltungsgericht Köln ´tatsächliche Anhaltspunkte` dafür fest, dass Scientology Bestrebungen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung verfolge. Wichtige Grund- und Menschenrechte wie die Menschenwürde oder das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit werden bei Scientology außer Kraft gesetzt oder eingeschränkt. Außerdem strebe die Organisation eine Gesellschaft ohne freie Wahlen an.
" Tatsächlich gibt es in der katholischen Kirche eine Hierarchie ohne demokratische freie Wahlen, und die Machtverhältnisse werden dort von der Spitze her bestimmt. Außerdem müssen nach kirchlichen Lehren die meisten Menschen nach deren Tod in eine grausame nie mehr endende Verdammnis (siehe Der Theologe Nr. 19), was nichts mehr mit Menschenwürde zu tun hat - und vieles andere mehr (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 18). Die evangelisch-lutherische Lehre leugnet zudem einen freien Willen in Glaubensdingen (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 1 und Der Theologe Nr. 35). Der Mensch sei entweder vom kirchlichen Gott zum "Heil" vorherbestimmt oder die "andere Macht" würde dies verhindern. Hinzu kommen unzählige Verstöße beider Großkirchen gegen freiheitlich-demokratische Prinzipien (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 12 und Der Theologe Nr. 23). Und wenn Scientology vorgehalten wird, dass man dort "die obersten Ebenen der deutschen Regierung erreichen" wolle, dann haben das die beiden Kirchen längst geschafft. Und auch, was den Vorwurf der "Expansionsbestrebungen für die ganze EU" betrifft, so ist das ein zentrales Interesse des Vatikan. Und die Kirchen haben diese "obersten Ebenen der deutschen Regierung" nicht nur erreicht, sondern der Staat wird mehr oder weniger von der Kirche und ihren Interessen kontrolliert (siehe Der Theologe Nr. 23). Kein Wunder also, dass man hier keine Konkurrenz möchte. Würden es also die Politiker ehrlich meinen und nicht nur als scheinheilige Büttel ihrer Kirche handeln, dann müssten sie dieselben Maßstäbe wie an Scientology auch an ihre eigene Kirche anlegen. Und dann könnte man auch fragen: Wann möchte der deutschen Innenminister die katholische und die evangelische Kirche verbieten lassen?
 



29.10.2007 -
Katholik als "einer der kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte" - Ronny Rieken brachte in den 90er-Jahren zwei Mädchen um, vergewaltigte mindestens 14 weitere. Er war Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die ARD bringt um 21 Uhr eine Dokumentation. Welche Bedeutung hat die Konfessionszugehörigkeit? Um die konfessionellen Weltanschauungsbeauftragten zu fragen: Wie hätten sie reagiert, wenn Rieken keiner der "Söhne und Töchter der Kirche" gewesen wäre, sondern einer religiösen Minderheit angehört hätte?
Siehe http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,513506,00.html.
 



27.10.2007 / 18.3.2008 -
Kindsmissbrauch: Bischof Müller lehnt Entschuldigung weiter ab und beruft sich auf den Papst - Obwohl er einen wegen Kindsmissbrauchs vorbestraften Priester wieder im Gemeindedienst einsetzte, wo dieser erneut Kinder missbrauchte, lehnt Bischof Gerhard Ludwig Müller aus Regensburg weiter eine Entschuldigung kategorisch ab und weist alle Kritik von sich. Der Bischof wörtlich:
Der einzige Vorgesetzte eines Bischofs sei der Papst, "und von dieser Seite habe ich noch keine Kritik gehört" (Süddeutsche Zeitung, 27.10.2007).
Bischof Müller hat in der Tat Recht. Was in der Kirche zählt, ist, was der Papst sagt, und ansonsten, was der Bischof sagt. Die Kirchenschafe müssen den Kirchenherrschern in Regensburg, Rom und anderswo nur ihr üppiges Leben aus Predigen, Repräsentieren und Anderen-sagen-wo-es-lang-geht bezahlen, und sie haben ansonsten im Konfliktfall zu gehorchen. Und solange sie weiter gehorchen und zahlen, werden sie von ihren Oberhirten auch weiter so gedemütigt. Sie haben es vermutlich nicht anders verdient.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom  21.9.   17.9.   4.9.
Lesen Sie dazu auch die Informationsschrift der Freien Christen Nr. 1:
Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein - Darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein.

Aktualisierung: Priester zu drei Jahren Haft verurteilt / Justiz und Bischof kritisieren sich gegenseitig; siehe z. B.
http://www.br-online.de/bayern1/mittags-in-niederbayern-und-der-oberpfalz/riekofen-regionalnews-prozess-ID1205232408718.xml?_requestid=135428.
http://www.haz.de/newsroom/weltimspiegel/zentral/weltimspiegel/art699,547814,2
http://www.stern.de/panorama/:Sexueller-Missbrauch-Drei-Jahre-Haft-Psychiatrie-Pfarrer/614099.html
 



27.10.2007 -
Mindestens 25.000 Euro fehlen - Stellvertretender Dekan wegen Verdachts der Veruntreuung vom Dienst entbunden - verspielte der Spendengelder in Spielcasinos? - Lesen Sie die Meldung hier.
 



22.10.2007 -
Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte wahrscheinlich über 200 Kinder - Der gläubige Katholik Christopher Paul Neil (32) aus Maple Rich/Kanada soll "Hunderte Kinder" vergewaltigt haben - offenbar allesamt Jungen, die jüngsten sechs Jahre alt (Bild, 20.10./22.10.2007). Neil wollte ursprünglich Priester werden und ließ sich von 1995-1999 im Priesterseminar zum katholischen Würdenträger ausbilden. Kurz vor Ende der Ausbildung brach er diese jedoch ab und arbeitete als Englischlehrer und Jugendbetreuer in Südkorea, Vietnam und Thailand. Dort wurde er jetzt verhaftet.
Lesen Sie dazu auch "Der Theologe Nr. 24 a" - Sex-Verbrechen - und Vergehen in der Kirche
 



21.10.2007 - Islamische Schulbücher: Mehr Toleranz als vermutet - Während in deutschen Schulbüchern auch friedfertige kleinere Religionsgemeinschaften als "gefährliche Sekten" verhetzt und verleumdet werden, rechtfertigen Vertreter der großen Kirchen die Verleumdungen manchmal mit dem Hinweis: Diese seien harmlos im Verhältnis zur religiösen Intoleranz in islamischen Ländern. In diesem Zusammenhang überraschte eine Studie des Erlanger Religionspädagogen Johannes Lähnemann, wonach islamische Schulbücher toleranter seien als von kirchlichen "Fachleuten" vermutet. Siehe dazu
http://www.tagesspiegel.de/kultur/Islam-Christentum;art772,2404114


Neu: Eine Zusammenstellung der Meldungen über Kirche, Christentum, Islam und Islamismus finden Sie in Der Theologe Nr. 36
 



18.10.2007 - Vergewaltigung von Kindern im evangelischen Dorf Eschenau - Eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse und eine Aktualisierung siehe hier.
 



23.9.2007 - Eltern können ihre Kinder nur selbst vor der Gefahr pädophiler Priester schützen - Der Regensburger Bischof Ludwig Müller hat seine Entscheidung, einen wegen pädophiler Vergehen in Viechtach verurteilten Priester in Riekofen wieder in der Gemeinde- und Kinderseelsorge einzusetzen und niemanden vor Ort darüber zu informieren, noch einmal als "wohlbegründet" gerechtfertigt (Fränkische Nachrichten, 22.9.2007; siehe dazu unsere weiteren Meldungen, z. B. hier). Der betroffene Pfarrgemeinderat klagte zuvor, das Bistum habe sich auf ein "grausames Experiment mit der Seele von Kindern eingelassen" (Main-Post, 7.9.2007), doch der Bischof gibt alleine dem Täter die Schuld.

"Es geht ihnen nicht um die Opfer, sondern vor allem darum, dass nichts an die Öffentlichkeit kommt. Das tut weh." (Einer der missbrauchten Jugendlichen im Bistum Regensburg über das Verhalten der Kirchenmänner; Der Spiegel Nr. 38/07)
 

Diese Selbstrechtfertigung der Kirchenoberen darf niemanden verwundern. In den USA schaffte es ein krimineller Kinderschänder im Priestertalar sogar, dass er vom zuständigen Kardinal und der Kirchenobrigkeit der Reihe nach auf insgesamt 17 Pfarrstellen versetzt wurde, wo er jedes Mal wieder Kinder missbrauchte (siehe hier). Erst die weltlichen Gerichte machten dann dem kriminellen Treiben an Kindern und Jugendlichen in der Kirche ein Ende.
Erst vor einigen Monaten kam heraus, dass ein fränkischer Dekan, der auch in der Leitung des Bistums Würzburg tätig war, mit einem 16jährigen Ministranten ein sexuelles Abhängigkeitsverhältnis aufgebaut hatte und dies über Jahre pflegte (siehe hier). Da sich der Dekan darauf hin offenbar freiwillig vor einen Güterzug warf, wurden alle weiteren Untersuchungen gestoppt und gegenüber dem Toten wurde offiziell die "Unschuldsvermutung" ausgesprochen.
Und auf einer Pressekonferenz in Riekofen beklagte jetzt die Mutter eines von einem Priester in Georgenberg im Bistum Regensburg 2002 missbrauchten Kindes: "
Es wurde uns vorgeworfen, dass unsere Kinder lügen" (Spiegel online, 23.9.2007). Und auch der Priester von Falkenberg im Bistum Regensburg hat 2005 ein Kind sexuell missbraucht (PS: Das Bistum hatte es nicht an die Staatsanwaltschaft gemeldet).

Da in Deutschland vermutlich erst die Spitze eines Eisbergs freigelegt ist und von der Kirche kaum ein wirkungsvolles Interesse an Aufklärung und ausreichendem Opferschutz besteht, können sich Eltern nur selber helfen.
Hierzu können sie sich folgendes bewusst machen: Zwar sind viele Priester nicht pädophil, doch handelt es sich bei Priestern um eine Haupt-Risikogruppe für pädophile Straftaten, in deren Reihen diese Verbrechen massenhaft vorgekommen sind und vorkommen. In der Diözese Los Angeles waren in nachweislich 75 % aller römisch-katholischen Pfarrgemeinden Kinderschänder aktiv, meist die Priester selbst (siehe hier). Aus Deutschland gibt es zwar noch keine Hochrechnungen über die Wahrscheinlichkeit einer konkreten Gefahr. Doch Eltern, denen das seelische Wohl ihrer Kinder ein Anliegen ist, müssten zumindest Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Diese könnten z. B. sein:


Das Kind niemals unbeaufsichtigt in die Kirche oder zu einem Priester gehen lassen. Ein Erwachsener sollte immer in unmittelbarer Nähe sein. Auch eine kirchliche Kinderbetreuung sollte ein Priester niemals alleine durchführen dürfen. Es sollte auf jeden Fall eine seriöse Frau dabei sein. Und wenn nicht, sollten die Eltern lieber ein solches Angebot nicht wahrnehmen.
Dem Kind erklären, dass es bei "Verstecken" oder ähnlichen Spielen, z. B. in der Dunkelheit, nicht mitspielen soll, wenn ein Priester mitspielt. Und bringt der Kirchenmann das Gespräch auf den menschlichen Körper oder auf Sex, könne das Kind antworten: "Ich möchte jetzt nicht darüber reden. Ich bespreche das alles mit meinen Eltern bzw. mit Geschwistern und Freunden." Auch könnte das Kind oder der Jugendliche darauf achten, dass er möglichst auf einem eigenen Stuhl und dem Priester gegenüber sitzt, nicht auf einer Couch oder Bank, wo sich die Körper berühren können. Auch wäre es gut, wenn immer ein Tisch dazwischen steht. Segnungen mit Handauflegung oder dergleichen sollte das Kind oder der Jugendliche auf jeden Fall dankend ablehnen.
Vorsicht auch bei so genannten Gebetsgemeinschaften, bei denen ebenfalls gefährliche körperliche Annäherungsversuche oder seelische Grenzüberschreitungen vorkommen können. Bringen Sie dem Kind bei, in der Stille zum Gott der Liebe zu beten, der im eigenen Herzen wohnt, so dass es dazu keinen betenden Priester oder eine äußere Kirche braucht.
Das Kind nicht alleine auf Fahrten oder Reisen schicken, bei denen ein Priester die Verantwortung trägt. Das Risiko ist dort noch größer als im Alltag.
Solange der Ministrantendienst vom Gesetzgeber noch nicht auf mindestens 18-Jährige beschränkt ist, Kindern und Jugendlichen diese Aufgabe nicht erlauben. Als kleine "Entschädigung" dem Kind lieber etwas Gutes tun oder anderweitige Engagements fördern, am besten außerhalb der Kirche.
Den Säugling nicht durch Taufe bereits zum Kirchenmitglied machen und ihn dadurch bereits in eine seelische Erst-Abhängigkeit zur Kirche und zu Priestern bringen. Auch Jesus hat niemals eine Säuglingstaufe gewollt (siehe hier). Das Kind soll später selbst entscheiden, ob es dort Mitglied werden möchte.*

Zudem kann jeder aus der Kirche austreten. Ehrliche Gottsucher finden Gott ohnehin nicht in einer Kirche aus Stein, über die es schon in der Bibel heißt: "Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind" (Apostelgeschichte 7, 48). Sondern sie können Gott durch ein aufrichtiges Leben nach den Zehn Geboten (vgl. hier) und durch die Achtung vor allem Leben finden. Ein Leitmotiv könnte dabei die "Goldene Regel" von Jesus von Nazareth aus der Bergpredigt sein: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst" (Matthäus 7, 12). Die kirchlichen Einschüchterungsversuche, ein Aussteiger würde sein Seelenheil verlieren (siehe z. B. Der Theologe Nr. 18), sind zudem erfunden und erlogen.

* Wenn die Eltern darauf hin eingeschüchtert werden, sie würden einem ungetauften Säugling die "unschätzbare Gnade Gottes vorenthalten" (Katechismus Nr. 1250) oder dergleichen, dann könnten sie sich auch fragen, ob sie selbst weiter Kirchensteuer bezahlen und auch dadurch einen solchen Unsinn unterstützen wollen.
PS: Eine Teilnahme am konfessionellen Religionsunterricht ist für Kinder auch ohne Mitgliedschaft möglich, wenn die Eltern bzw. das Kind oder der Jugendliche das möchten.


Lesen Sie auch: Neue Pfarrer, alte Schmerzen in http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,507340-2,00.html
Sowie unsere Meldung: Die kirchliche Vertuschung geht weiter. Bischof Müller vergleicht seine verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth.
 



22.9.2007 - Freizeit-Fotos von SS-Personal in Auschwitz aufgetaucht - Die Kirche verhalf zahllosen NS-Kriegsverbrechern zur Flucht - Aus dem privaten Nachlass des ehemaligen SS-Offiziers Karl Höcker sind jetzt Fotos in die Öffentlichkeit gelangt, die überwiegend das "unbeschwerte" Freizeit-Leben des SS-Personals zeigte, das die Zwangsarbeit und die Vergasung von Hunderttausenden von Menschen organisierte. Bekannt wurden z. B. die grausamen Menschenversuche der Arztes Josef Mengele, der auch auf einigen der Fotos zu sehen ist. "Mengele führte perverse, pseudowissenschaftliche Versuche an Häftlingen durch. Sie reichten von sinnlosen, ohne Betäubung durchgeführten ´Übungsoperationen` über Erfrierungen bis zur bewussten Ansteckung mit tödlichen Krankheiten" (Bild, 22.9.2007).
Anlässlich der Veröffentlichung der Fotos wird derzeit an Dr. Mengele und viele andere Kriegsverbrecher erinnert, der größte Teil von ihnen katholisch oder evangelisch. Dr. Mengele wanderte nach dem Krieg mit "gefälschten italienischen Papieren" über die katholische Rattenlinie (von Kloster zu Kloster) nach Lateinamerika aus und kam in Brasilien als freier Mann 1979 bei einem Badeunfall ums Leben.
Verschwiegen wird von vielen Medien jedoch, was sich meist hinter den "gefälschten italienischen Papieren" verbarg - nämlich der Vatikan bzw. Vertreter der römisch-katholischen Kirche, die zahllosen deutschen Kriegsverbrechern zur Flucht verhalfen, nachdem es auch der Vatikan war, der als erster Staat Nazi-Deutschland 1933 diplomatisch anerkannt hatte (vgl. hier).
Mehr dazu siehe z. B. http://www.ila-web.de/artikel/ila301/rattenlinie.htm.

PS:  Dr. Josef Mengele stammte aus dem bayerischen Günzburg, wurde als Kind "sehr streng katholisch erzogen"
(http://psypost.psych.nat.tu-bs.de/download/%DCbung%20Zwillingsforschung/Die%20Zwillinge%20des%20Dr%20Mengele.pdf) und gab sich auch unter seiner falschen Identität "Helmut Gregor", unter der er nach dem Krieg in Argentinien einreiste, als "Katholik" aus. Seine grausamen Taten in Auschwitz hat er bis zuletzt gerechtfertigt.

Mehr zu diesem Thema, unter anderem zum KZ-Arzt Aribert Heim, in Der Theologe Nr. 4

 



21.9.2007 - Riekofen: Priester missbrauchte Ministranten - Die kirchliche Vertuschung geht weiter - Verhöhnung: Bischof Gerhard Ludwig Müller vergleicht seine verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth
Lesen Sie dazu Hilflose Vertuschungsmanöver im Bistum Regensburg z. B. unter
http://www.fnweb.de/nachrichten/politik/20070921_srv0000001490516.html
Bischof Gerhard Ludwig Müller, der gegen die "Leitlinie" der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen hatte und entgegen dieser "Linie" einen verurteilten Sexualstraftäter an Kindern wieder im Gemeindedienst mit Kindern eingesetzt hatte, wäscht seine Hände in Unschuld und ist sich [wie nahezu alle Bischöfe zu allen Zeiten] "keiner Schuld bewusst" (z. B. Main-Echo, 22.9.2007; vgl. auch www.kirchenopfer.de). Mehr noch: Er vergleicht sich mit Jesus von Nazareth. Der Bischof wörtlich: "Wenn Jesus auch den schlimmsten Sündern verziehen hat, wie konnte man dem Pfarrer da eine zweite Chance versagen?" (Spiegel online, 21.9.2007)
Hier wird Jesus, der Christus, einmal mehr verhöhnt. Denn:

Grundsätzlich: Die Kirche kann sich gerne römisch-katholisch nennen. Doch sie sollte bei all´ ihrem Treiben und Tun wenigstens Jesus von Nazareth aus dem Spiel lassen. Denn nicht nur das Fehlverhalten ihrer Würdenträger widerspricht Jesus, dem Christus. Auch die offizielle römisch-katholische Lehre (siehe z. B. Der Theologe Nr. 18) hat nichts mit Jesus zu tun. Außerdem hatte Jesus niemals Priester gewollt, die sich mit speziellen Gewändern vom Volk abheben, auf Kanzeln stehen oder hinter einem Altar ihr Ego zelebrieren. Jesus war ein Mann des Volkes und nicht der Kirche. Das kirchliche Brimborium und Schaugepränge stammt demgegenüber aus den antiken Götzenkulten.
 



21.9.2007 - Kampf der Kulturen in Deutschland: Katholische Politiker wollen Islam klein halten - Der künftige CSU-Vorsitzende Erwin Huber ist als bekennender Katholik ein Gegner von großen Moscheen in Deutschland. Wörtlich erklärt er: "Wir lassen uns den christlichen Charakter unseres Landes nicht durch monströse Moscheebauten verschandeln" (Netzeitung, 3.9.2007). Mit Christus und "christlich" hat eine solche Einstellung jedoch nicht das Geringste zu tun.
Nun
hat der scheidende CSU-Vorsitzende und ebenfalls bekennende Katholik Edmund Stoiber noch einmal nachgelegt und präzisiert: "Es gibt eine in Jahrhunderten gewachsene Leitkultur in Deutschland. Also: Bei aller Toleranz - Kathedralen müssen größer sein als Moscheen" (Bild, 21.9.2007).
Worte sind schnell ausgesprochen. Doch in diesem Fall lohnt es sich, einmal in die Worte hinein zu empfinden. Welcher Inhalt wurde in die Worte hineingelegt?
Jesus von Nazareth wollte keine Kirchen und Kathedralen, da jeder Mensch selbst ein "Tempel" Gottes sein soll. Lesen Sie dazu "Freie Christen Nr. 1" - Es braucht keine Kirchen aus Stein: Darum treten Sie aus. Sie sind nicht allein.

Mehr zu der "in Jahrhunderten gewachsenen Leitkultur" lesen Sie z. B. unter www.kirchenopfer.de
Lesen Sie auch den Artikel: Sie galten als "Fremdkörper" im kirchliche geprägten "Volksleben": "Die Juden passten nicht in die deutsche Leitkultur der 30er-Jahre",
http://www.das-weisse-pferd.com/00_23/leitkultur.html
Siehe auch: Evangelischer CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt Verantwortung des kirchlichen Christentums
Sowie mehr zu Papst Benedikt XVI. und der Islam
Und: Kardinal Lehmann möchte in Riad/Saudi-Arabien eine Messen lesen - Hintergründe

 



18.9. / 20.9.2007 - Streng gläubige Katholikin warf ihr Neugeborenes aus dem 10. Stock - Die Mutter (Monika K. aus Hamburg, 27 Jahre alt, "streng gläubige Katholikin"), die ihr Neugeborenes 30 Minuten nach der Geburt in eine Plastiktüte steckte und von einem Hochhausbalkon warf, kommt mit einer milden Strafe davon: drei Jahre und neun Monate Haft für Totschlag wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit (http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/18/urteil-mutter-hamburg/baby-10-stock,geo=2514186.html). Bevor sie das Verbrechen gestand, hatte sie noch ihren islamischen Freund der Tat bezichtigt: Er habe "das Baby in eine Tüte gestopft und vom Balkon geworfen" (Bild, 5.9.2007). Die Polizei glaubte ihr und verfolgte zunächst den Freund. Die Frau machte ihm zudem Vorwürfe, sie nicht heiraten zu wollen. Außerdem hätte er sie mit anderen Frauen betrogen und viele Nächte in Spielsalons verbracht. Der Mann erklärte hingegen: "Sie hatte Angst vor ihren katholischen Eltern. Sie wollten keinen Moslem als Schwiegersohn. Aber das ist keine Entschuldigung. Ich wäre für das Kind da gewesen." Und: "Sie ist so eiskalt." Der erste Polizist am Tatort sagte vor Gericht aus: "´Es war schrecklich, das Kind in der Folie. Ich fasste einen Knöchel an, sah das Blut.` Kurz nach seiner Aussage brach der erfahrene Polizist zusammen, schlug sich die Hände vors Gericht – und weinte" (Bild, 5.9.2007).

Zum Hintergrund: Ein Katholik muss nach der Lehre seiner Kirche bei einer Eheschließung auch katholisch heiraten. Von dieser "Formpflicht" einer katholischen Trauung kann der einzelne Katholik jedoch unter bestimmten Bedingungen befreit werden, z. B. wenn ein islamischer oder evangelischer Partner keine katholische Trauung möchte. In diesem Fall ist diese "Befreiung von der Formpflicht" (= Dispens) nur möglich, wenn die Frau der Kirche versprochen hätte, das von ihrem islamischen Freund gezeugte Kind katholisch zu taufen und zu erziehen. Dies ist die Bedingung der Kirche. Andernfalls macht sich die Frau nach katholischem Kirchenrecht strafbar (siehe hier)
. Die Folge: Ihr droht der Ausschluss von den katholischen Sakramenten, und sie gefährdet damit nach katholischer Lehre ihr Seelenheil und das Seelenheil des Kindes - ein furchtbares Droh- und Druckmittel gegenüber gläubigen Katholiken. Deshalb die Frage: Hat der Glaube der sogar "streng" katholischen Frau sie deshalb möglicherweise zu dieser Verzweiflungstat getrieben? Hat sie das Kind vielleicht unbewusst lieber getötet als zuzulassen, dass es vielleicht zu einem kleinen Moslem wird?

Denn die römisch-katholische Lehre sieht vor:
Bei einem ungetauft gestorbenen oder ermordeten Säugling: Die "Internationale Theologische Kommission" des Vatikan kam im April 2007 nach dreijähriger Beratung zu der Schlussfolgerung, "dass es theologische Grundlagen und ernst zu nehmende Liturgien gibt, die hoffen lassen, dass ungetaufte Säuglinge erlöst werden, wenn sie sterben" (zit. nach Spiegel online, 20.4.2007). Die bisherige Vorstellung einer Art leidensfreien ewigen "Vorhölle" als endgültiger Bestimmungsort dieser Kinder sei "zu streng" gewesen.
Bei einem Moslem: Hier gilt weiterhin folgender "unfehlbare" Lehrsatz: [Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] "glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381, siehe hier).


Konkret: Hätte der moslemische Vater also einer katholischen Taufe des Säuglings nicht zugestimmt und seinen Sohn stattdessen islamisch erzogen, wäre das Kind nach römisch-katholischem Dogma von der ewigen Verdammnis bedroht gewesen. Denn es hätte durch seine Mutter diesen Glauben zunächst kennen gelernt. Und es hätte sich nach "unfehlbarer" katholischer Lehre später von seiner islamischen Erziehung distanzieren und in die Kirche eintreten müssen, um dem angeblichen Schicksal grässlicher ewiger Höllenqualen zu entgehen (PS: Auch wenn diese Lehrentscheidung heute in der katholischen Kirche nicht besonders hervorgehoben wird, so wurde es eben doch als "unfehlbare" "irrtumslose" Entscheidung des päpstlichen Lehramtes so festgelegt, und die Gläubigen werden bewusst oder unbewusst damit geängstigt und innerlich gebunden).
Von daher sollte geprüft werden, ob im Zusammenhang des Säuglingsmords bzw. -totschlags auch ein Verfahren gegen den Papst bzw. gegen seinen Stellvertreter vor Ort, dem Bischof von Hamburg, eröffnet werden muss, dass diese die Garanten und Verantwortlichen für die fortgesetzte Gültigkeit der römisch-katholischen Verdammnis-Lehre sind.
 



17.9. / 18.9.2007 - Schweigegelder der Kirche, um pädophilen Priester zu decken. Dieser nutzt die Deckung für neue Verbrechen - Die Sexualverbrechen an Kindern in Riekofen in Bayern hätten leicht verhindert werden können. Doch das Bistum Regensburg startete stattdessen ein "grausames Experiment mit den Seelen von Kindern" (Pfarrgemeinderat Riekofen) (siehe hier) und drehte seither an der Wahrheit, dass sich die Balken biegen.

Die Fakten
:
Mittlerweile scheint klar, dass der Priester die Ministranten "einzeln eingeladen und aus einem Sexualkundebuch vorgelesen" habe (Der Spiegel Nr. 38/2007). "Dann habe der Priester die Jungs oft gefragt, ob sie schon einmal Sex hatten. Anschließend soll er zudringlich geworden sein. ´Die Übergriffe`, mutmaßt der Vater [eines Jungen], ´waren wohl wesentlicher schlimmer als das Geschehen in Viechtach` [wo der Priester einem Neunjährigen an das Geschlechtsteil fasste und einen Zwölfjährigen dazu brachte, sich vor ihm nackt auszuziehen]. 100 Kinder sind jetzt Zeugen und sollen das Ausmaß der "Übergriffe" in Riekofen bzw. mögliche Versuche dazu jetzt genauer schildern.

"Es könnte einer der schlimmsten Sex-Skandale in der deutschen Katholischen Kirche werden" (Spiegel online, 17.9.2007). Und so mancher sagt jetzt: "Es ist genug".

Vertuschungen, Schweigegelder, Verdrehungen der Wahrheit (= Lügen) der Kirchenoberen:
Die Opfer des Priesters in Viechtach [dem vorausgehenden Dienstort des Priesters] bekamen insgesamt 6.500 DM Schweigegeld vom Bistum.
Dafür gehen die Eltern nicht zur Polizei, sondern lassen das Bistum die Vergehen "intern regeln".
Eine schriftliche Zusicherung, dass der Priester nicht wieder mit Jugendlichen arbeiten wird, bekamen die Eltern der Opfer ausdrücklich nicht: Eine solche Zusicherung könne "nicht gutgeheißen werden", doch der künftige Einsatz werde "erst aufgrund einer sorgfältigen Entscheidung erfolgen," so die Erklärung des Bistums an die Eltern (Der Spiegel Nr. 38/2007).
Auch einen Vorbehalt einer evtl. späteren Anzeige bügelte das Bistum ab: "Da der künftige seelsorgerliche Einsatz von Herrn K. allein im Kompetenzbereich des Bischöflichen Ordinariats verbleiben soll, wobei bei Art und Zeitpunkt des Einsatzes die Vorfälle berücksichtigt werden, können wir es nicht akzeptieren, dass ... eine Anzeige vorbehalten bleibt." Das heißt: Die 6.500 DM gab es nur nach Unterschrift der Eltern unter diese Bedingung. Da der Priester dann aber von einem Mitwisser angezeigt wurde, kam es zu einer Bewährungsstrafe (siehe hier), welche die Kirche im Lebenslauf des Würdenträgers dann allerdings wieder vertuschte, indem man einfach den Dienstort, an dem es passierte, aus dem Lebenslauf strich.
"Die Kirche habe erst eine vierjährige Therapie abgewartet, bevor K. wieder in die Nähe von Kindern eingesetzt wurde, sagte Bistumssprecher Jakob Schötz noch vergangene Woche" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Doch Tatsache ist: Zwar setzte man ihn sogleich schwerpunktmäßig im Altenheim ein, doch nur wenige Monate (!) nach Beginn der dreijährigen "Bewährungszeit" firmte der Priester im Frühjahr 2001 bereits aushilfsweise die Kinder in Riekofen und segnete "dabei mindestens einen Jungen, der laut Zeugenaussagen zu seinen späteren Opfern zählen sollte. Und bereits von hier an, also ab 2001, hatte der pädophile Priester in Riekofen wieder die Kinder im Visier und begann mit der "Ministrantenarbeit". Schließlich wurde der Priester von Bischof Gerhard Ludwig Müller nach der "Bewährungszeit" als ordentlicher Priester von Riekofen eingesetzt, obwohl die Deutsche Bischofskonferenz den Gläubigen und der Gesellschaft versprochen hatte, verurteilte Sexualstraftäter nicht mehr als Seelsorger für Kinder einzusetzen. Der Bischof von Regensburg hielt sich jedoch nicht daran. Und so wurde es dem pädophilen Priester leicht gemacht, wieder seinen sexuellen Vorlieben nachzugehen: "Überhaupt bemühte sich der junge Kirchenmann rührend um die Jugend ... schaffte es, rund 100 Schüler aus der Gemeinde als Ministranten zu werben" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Und auch bei dem Gutachten, das nach kirchlicher Rechtfertigung angeblich die "Heilung" des Priesters behauptete, handelte es sich nur um eine Stellungnahme des persönlichen Therapeuten des Priesters.
Die Mutter der in Viechtach missbrauchten Jungen hat "die Kirche in Regensburg" "mehrfach" "vor so etwas gewarnt", nachdem sie die Schweigevereinbarung unterzeichnet hatte. Doch die Kirche vertuschte und verharmloste, was das Zeug hielt und setzte sich nach Zahlung der 6.500 DM selbstherrlich über alle Warnungen hinweg.

Man wird sehen, wie sich der Bischof und seine Leute diesmal wieder aus der Situation herauszuwinden versuchen. Zu bedenken ist hierbei auch, dass die Kirchenmitglieder ja Kirchensteuer zahlen und obendrein Spenden an die Kirche geben. "Für wo am Nötigsten" heißt es oft bei der Zweckbestimmung von Spenden an die Kirche. Damit hätte man wohl im Ernstfall genügend Spielraum für weitere Schweigegelder oder Schmerzensgelder.

PS: Erst im Sommer 2004 wurde bekannt, "dass ein Pfarrer in Falkenberg [im Bistum Regensburg] über einen Jungen hergefallen war. Die Eltern des Opfers wandten sich an das Bistum, wurden aber nach eigenen Aussagen hingehalten. Erst als sie dann doch zur Polizei gingen, wurde der Priester aus dem Verkehr gezogen" (Der Spiegel Nr. 38/2007).
Deshalb der Aufruf: Sofort zur Polizei gehen und sich nicht mitschuldig an den Vertuschungspraktiken der Kirche machen (auch nicht gegen Schweigegeld). In der Diözese Los Angeles/USA waren zuletzt in 75 % aller Kirchengemeinden Sexualstraftäter tätig, meist die Priester selbst.
Deshalb die weiteren Aufrufe: Ministrieren soll vom Gesetzgeber im Jugendschutzgesetz erst ab 18 Jahren erlaubt werden. Und: Kinder sollten gar keinen unmittelbaren Kontakt zu Priestern haben oder nur in Begleitung Erwachsener.

Aktualisierung hier
 



15.9.2007 -
Unser Planet geht zugrunde - und die Kirchen warnen vor den Warnern - Man kann davon ausgehen, dass den Bürgern das wahre Ausmaß des dramatischen Sterbens auf unserem ursprünglich herrlichen Wohnplaneten weitgehend verschwiegen wird. Nur manchmal sickert es durch - wie in dem Artikel Friedhof Regenwald - So kämpfen die letzten Gorillas um ihr Überleben (http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/14/gorilla-ueberleben/tiere-ueberlebenskampf,geo=2490284.html). Und es zählt zu den allgemeinen Wahrheiten, wenn man sagt: Erst sterben die Tiere, dann der Mensch. Denn der Mensch hat einen Naturkörper und kann letztlich ohne die Einheit der Natur nicht leben.

Wer in der Vergangenheit rechtzeitig gewarnt und Alternativen aufgezeigt oder gar vorgelebt hat, wurde immer wieder verleumdet und lächerlich gemacht. Handelte jemand dabei aus christlicher Überzeugung, traf ihn der kirchliche Bannstrahl, er sei ein "Sektierer" oder "Endzeit-Apostel", der in der Bevölkerung "Ängste schüre".
In dem Buch Der Schattenwelt neue Kleider - Die Inquisition der Jetztzeit - Klimawandel: Gott hat rechtzeitig gewarnt (http://www.das-wort.com/deutsch/kirchenkritisches/der-schattenwelt-neue-kleider.php) beschreibt der Journalist und Soziologe Matthias Holzbauer z. B., wie die Kirche gegen prophetische Warnungen über die Entwicklungen auf dem Planeten Erde (z. B. aus den Reihen der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben) vorging.

Einige Beispiele:
"[Kirchliche] Sektenspezialisten warnen, dass die einseitige Konzentration auf apokalyptische Entwicklungen und die Endzeitverzögerung zu Todessehnsüchten führen können" (Tagesanzeiger Zürich, 13.10.1998).
"Das Geschrei um die Apokalypse", das die "apokalyptischen Brandstifter" machten, sei "ein von Menschen gemachtes Phänomen ..., aus der Erfahrung der Unvollkommenheit, aus Sehnsucht nach Reinigung und Erlösung" (Der evangelische "Sektenbeauftragte" Hugo Stamm; Aargauer Zeitung, 12.12.1998).
"Begierig greifen ... obskure Sekten ... solche Vorhersagen auf und wollen damit Endzeitstimmung und Ängste schüren - im Namen Jesu" (Der evangelische "Sektenbeauftragte" Bernhard Wolf, zit. nach Holzbauer, S. 143); vgl. die Schlagzeile: "Will die Angst vor der Apokalypse nehmen: Pfarrer Bernhard Wolf" (Abendzeitung Nürnberg, 20.4.1999).
und viele Beispiele mehr

Der Soziologe Holzbauer fasst zusammen: "Das Problem ist [für die kirchlichen angeblichen "Experten"] nicht die Lage der Welt - das Problem erzeugen diejenigen, die darüber reden. Und Hinweise und Warnungen, die für alle hätten gelten sollen, werden schlicht zu einem egoistischen "Überlebenstraining" einer "Sekte" umgedeutet. Die Rechnung der kirchlichen Verleumder geht auf" (S. 144).
Doch allmählich werden andere Rechnungen präsentiert ...
Siehe auch unsere Meldung vom 8.7.2007.
 



13.9.2007 -
"Missbrauchs-Pfarrer: Jetzt sprechen die Eltern" - Donnerstag, 13.9., 20.15 Uhr, Bayerisches Fernsehen: "Die Wellen im Missbrauchsfall durch einen vorbestraften Gemeindepfarrer in Riekofen schlagen immer höher ... Jetzt erzählen zum ersten Mal Eltern, wie sich der Pfarrer systematisch und über lange Zeit das Vertrauen der Ministranten erschlich. Hätte man in der Gemeinde gewusst, dass der Pfarrer einschlägig vorbestraft war, hätte man viel früher einschreiten können ..." (http://www.br-online.de/kultur-szene/quer/aktuell/). Mehr dazu siehe unter Priester verhaftet sowie neu unter Schweigegelder und Vertuschung.
 



13.9.2007 - Was steckt hinter der Maske von "Mutter Theresa"? Anlässlich ihres 10. Todestages (5.9.1997 - 5.9.2007) mehr dazu in der Zeitschrift Das Weisse Pferd. Mutter Theresa ist nach katholischer Lehre "selig" und steht kurz vor der "Heiligsprechung". Aus urchristlicher Sicht ist jedoch allein Gott "heilig". Doch welche Menschen versucht uns die Kirche als "heilig" hinzustellen? Lesen Sie dazu auch z. B. Der Theologe Nr. 30 über die deutsche "Nationalheilige" Elisabeth von Thüringen.
 



13.9.2007 -
Drittes Reich: Die Ermordung der Behinderten und diese Unterstützung und Vorbereitung dieser "Euthanasie" durch die Kirche - Siehe unter www.theologe.de/euthanasie.htm
 


 
8.9. / 13.9.2007 -
Benedikt XVI. in Österreich: Der symbolische und der reale Niedergang des Papsttums - Während im Jahr 2005 verheerende Überflutungen in den Alpen erst begannen, nachdem der Papst - im Flugzeug vom Weltjugendtag aus Köln kommend - im Sinkflug seinen Geburtsort Marktl und die Region gesegnet hatte (siehe hier), sind die Überschwemmungen dieses Mal schon vorher eingetreten. Zwei vorbereitete Pilgerwege nach Mariazell wurden zum Papstbesuch überflutet und der eigens für den Papst umgebaute Hubschrauber konnte wegen des Wetters nicht starten. Auf dem dritten vorbereiteten Pilgerweg starben zudem zwei ältere Pilger an Kreislaufversagen. Der Papst flüchtete sich angesichts dieser tragischen Ereignisse in Spekulationen über das Jenseits und behauptete, die "Muttergottes" habe die Pilger "direkt zum Herrn hingeführt" (Spiegel online, 8.9.2007).

Zum Glück für das Kirchenoberhaupt kann dies niemand nachprüfen. Doch im Diesseits hat jedenfalls nachweisbar die Klimakatastrophe nun auch den Papst unmittelbar erreicht. Das ist insofern von Bedeutung, da das Oberhaupt der Kirche sich in den letzten Jahrhunderten auch als "Lenker des Erdkreises" krönen ließ - offensichtlich nur eine "leere Worthülse", denn der Papst ist den Naturgewalten des Erdkreises genauso hilflos ausgeliefert wie die meisten anderen Menschen auch. Hinzu kommt die kirchliche Verantwortung für den verheerenden Klimawandel (vgl. hier).
In Wien konnte Benedikt XVI. dann auch seine Rede über die Bedeutung "Marias" für Österreich nicht beenden (Netzeitung 7.9.2007). Im Dauerregen setzte er mehrfach an: "Schon vor der Erschaffung der Welt ..." Stromausfall. Auch auf der Großleinwand wurde alles schwarz. Benedikt trat schließlich stumm segnend ab (Spiegel online, 7.9.2007) - ein starkes Symbol dafür, dass der Papst besser schweigen sollte als weiterhin Unwahrheiten über die Mutter von Jesus zu verbreiten.
Von den erwarteten 30.000 Besuchern kamen zudem nur ca. 7.000, die Hälfte davon Schüler, die vor die Wahl gestellt wurden: Entweder zum Schulunterricht oder zum Papst
! Die meisten blieben in der Schule. Und von denen, die zum Papst gingen, erregten viele den Unwillen der wenigen Gläubigen: "Die rauchen, trinken Bier, keiner hört zu und die Lieder singen sie auch nicht mit" (Die Gläubige Ingrid Wallner, Main-Post, 8.9.2007).

Wer zu einem Menschen "Heiliger Vater" sagt, verhöhnt damit den Vater im Himmel, der einzig heilig ist und der auch in unseren Herzen wohnen möchte. Jesus von Nazareth nannte einzig Gott "Heiliger Vater" (Johannes 17, 11). Die Kirche jedoch übertrug den Namen Gottes auf ihren Papst.

Kritiker deuten die Überflutungen während des Papstbesuchs in Österreich auch als mögliche symbolische Vorboten neuer Überflutungen mit Skandalen. Und ausgerechnet zum Auftakt des katholischen Pilgerzugs nach Mariazell verbreiten die Nachrichtenagenturen weltweit, dass die Diözese San Diego in den USA akzeptiert hat, 200 Millionen Dollar an Entschädigung für insgesamt 144 Opfer von Sexualverbrechen von römisch-katholischen Priestern zu zahlen. Damit erhöhen sich die Entschädigungssummen alleine in den USA auf drei Milliarden Dollar, wohinter sich unermessliches Leid verbirgt. Fünf Diözesen gingen in den USA auf diese Weise bereits an den eigenen Sünden bankrott, und zahlreiche Priester sind in Haft bzw. vorbestraft (z. B. Bild.T-Online, Newsticker, 8.9.2007). Und nachdem die österreichische Kirche bereits in den 90-er Jahren von Sexualverbrechens-Skandalen geschüttelt wurde, fürchten viele demnächst auch dort eine neue Aufklärungswelle. Erst im Mai 2007 wurde enthüllt, dass der Bischofsvikar von Kloster Heiligenkreuz und Stellvertreter von Christoph Kardinal Schönborn sich an einem Frater sexuell vergangen hatte, den es daraufhin aus der Bahn warf (siehe unsere Meldung hier). Jetzt kam Benedikt XVI. nach Heiligenkreuz, und wer weiß, was alles hinter den Kulissen lief.

Und nicht nur in Österreich steht dem Papst das Wasser bis zum Hals. Vgl. zuletzt den Bericht über die Papstreise nach Brasilien. Derweil versucht er zwar, die bestimmende Rolle des Vatikan wenigstens auf die Entwicklung Europas zu halten - einen Kontinent, den die Kirche seit Jahrhunderten faktisch beherrscht wie ein Reiter, der das Ross (= den Staat und die Staaten) lenkt (vgl. dazu Der Theologe Nr. 23) und der es wie in früheren Jahrhunderten Richtung Abgrund lenkt. Doch seinen Niedergang kann das Papsttum damit nicht aufhalten, und es ist die Entscheidung der Staaten, einem blinden "Lenker" zu folgen oder echte demokratische Werte zu fördern, die auch den Prinzipien des großen Menschheitslehrers Jesus von Nazareth entsprechen (vgl. dazu Der Theologe Nr. 34).
Siehe dazu auch u. a. unsere Meldungen:
Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV. fort?
Soll das vereinigte Europa katholisch werden?

PS: Die Hauptaussage des Papstbesuchs in Österreich (7.-9.9.2007) soll nach ersten Resümees von Journalisten gewesen sein, den Sonntag mehr zu heiligen. Durch Kirchgang ist dies jedoch nicht möglich. Siehe dazu unsere Artikel: Zum 3. Gebot: Sich besinnen auf die große Einheit und zu den "Kirchen aus Stein".
 



6.9.2007 - Papstbesuch in Österreich - Informationen für die Bevölkerung - Lesen Sie hier unter www.papst-besuch.net.
 



31.8. / 7.9.2007 - Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Priester von Kirche wieder in Gemeinde eingesetzt / "Grausames Experiment mit der Seele unserer Kinder" / Priester nach erneutem Sexualverbrechen verhaftet / Vertuschungspolitik der Kirche von Staatsanwaltschaft gedeckt? / "Der Bischof muss hart bestraft werden" / Ministranten sollten mindestens 18 Jahre alt sein - Die erste Agenturmeldung zum Thema lautete wie folgt: "Ein wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter katholischer Pfarrer aus dem Landkreis Regensburg soll sich erneut an einem Kind vergangen haben. Gegen den 39-Jährigen sei wegen Fluchtgefahr ein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Nürnberger Justizpressestelle mit. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich mehrere Jahre lang an einem Ministranten vergangen zu haben. Erst im Juli war bekannt geworden, dass das Bistum Regensburg den Mann trotz seiner einschlägigen Vorstrafe wieder in der Gemeindeseelsorge einsetzt hat. Bereits vor acht Jahren hatte er sich als Kaplan im niederbayerischen Viechtach an mindestens einem Jungen vergangen" (Bild online, 31.8.2007; Aktualisierung am 1.9.2007:
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/01/pfarrer-missbrauch/haft-ministranten-regensburg,geo=2422192.html).

Nach kurzer Zeit stellte sich dann heraus, dass der im Jahr 2000 verurteilte Priester sich seither "mehrere Jahre" erneut an einem Ministranten an seinem neuen Dienstort vergangen habe. In einer dpa-Meldung heißt es dazu: "Der Bürgermeister von Riekofen, Armin Gerl, warf der Kirchenleitung Versagen vor. Sie hätte die Gläubigen schon vor Jahren über die kriminelle Vergangenheit des Priesters aufklären müssen ... Der Rathauschef kritisierte weiter, das Bistum hätte dem vorbestraften Geistlichen ´auf die Finger schauen` müssen. ´Die Schuld muss man dem Ordinariat geben`", das sich seinerseits damit verteidigte, der Priester sei  "laut einem Gutachten geheilt" gewesen (3.9.2007). Dem widerspricht der Leiter der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern", der Sozialpädagoge Johannes Heibel: "Unter Fachleuten ist es unumstritten, dass Pädophilie eine Neigung ist, die sich nicht therapieren lässt" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Doch noch vor fünf Wochen, als die Passauer Neue Presse erstmals von den neuen Vorwürfen gegen Pfarrer Peter K. berichtete (Quelle siehe auch http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/07/kath-kirche-und-der-umgang-mit/), wiegelte der Generalvikar des Bistums Regensburg, Michael Fuchs, ab. "Von dem Pfarrer gehe keine Gefahr für Kinder mehr aus, hieß es" (PNP, 3.9.2007). Mittlerweile stellte sich zudem heraus, dass das angebliche "Gutachten" nur eine Stellungnahme des persönlichen Therapeuten des Priesters ist (Der Spiegel Nr. 38/2007).

Deutliche Kritik übt Johannes Heibel sowohl an der Kirchenleitung als auch an der Staatsanwaltschaft: "Der Priester kam im Jahr 2000 mit einem Strafbefehl ohne öffentliche Verhandlung davon. Für mich sieht das so aus, dass die Vertuschungspolitik der Kirche von der Staatsanwaltschaft gedeckt wurde. Wäre der Täter zum Beispiel ein einfacher Arbeiter gewesen und kein Pfarrer, dann wäre die Justiz sicher anders vorgegangen." Und: "Die Macht der Kirche in Bezug auf unser Rechtssystem ist nicht von der Hand zu weisen. Dafür gibt es auch Beispiele aus anderen Bundesländern. Aber so ein Fall ist doch kein Kavaliersdelikt, den man unter der Hand regeln kann" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und weiter: "Sexueller Missbrauch, begangen von einem Pfarrer, richtet oft noch einen größeren seelischen Schaden an als sexuelle Gewalt vom eigenen Vater."

Aktualisierungen am 6.9. und 7.9.2007: Nach Recherchen des Magazins quer (Bayerischer Rundfunk, 6.9.2007) gingen die Verbrechen des Pfarrers in Riekofen über seinen einstigen Missbrauch in Viechtach hinaus. Und Opfer seien diesmal nicht nur ein Ministrant, sondern mehrere, denen der Amtsträger in Einzelgesprächen offenbar zunächst aus einem sexuellen Aufklärungsbuch vorlas, bevor er zum Praktischen überging bzw. übergehen wollte. In einer Erklärung des Pfarrgemeinderats Riekofen vom 6.9.2007 heißt es, es hätten zudem "zahlreiche versuchte sexuelle Übergriffe stattgefunden" (z. B. Main-Post, 7.9.2007). Und mittlerweile ist auch bekannt, dass der Regensburger Bischof Ludwig Müller bei der Verleihung der Pfarrstelle an den pädophilen Priester gegen einen Beschluss der deutschen Bischöfe verstieß, verurteilte Sexualstraftäter im Talar nicht mehr im Gemeindedienst einzusetzen. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, wenn Johannes Heibel von der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern" fordert: "Der Bischof muss hart bestraft werden" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und mehr noch: Der Pfarrgemeinderat Riekofen beklagt, dass der Priester auch während seiner juristischen Bewährungszeit keineswegs nur im "Altenheim" eingesetzt wurde, sondern auch bereits in dieser Zeit im Gemeindedienst. Das Bistum habe sich auf ein "grausames Experiment mit den Seelen unserer Kinder" eingelassen (z. B. Main-Post, 7.9.2007). Dafür sollte der Bischof zumindest zurück treten.
Mehr dazu z. B. in der Passauer Neuen Presse:
http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-17207669&Ressort=bay&Ausgabe=&RessLang=bay&BNR=0


Doch leider ist es immer dasselbe, hundertfach, tausend- und zehntausendfach, Ausnahmen nicht bekannt: Die Kirche fordert von ihren Priestern sexuelle Enthaltsamkeit. Und während diese dann vordergründig immer wieder mit Worten wohlgeformte und hohle Predigten halten, werden hinter den Kulissen sexuelle Ausschreitungen und Verbrechen in unübersehbarem Ausmaß praktiziert. Dabei verstecken sich die kirchlichen Würdenträger in der Öffentlichkeit hinter ihren festlichen Gewändern. Und was wird darunter und dahinter nicht alles verborgen? Und hierzu schweigt die Kirche, vertuscht und spielt herunter, so weit das irgendwie möglich ist. "Die Kirche arbeitet mit allen Tricks", so der Leiter der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch, Johannes Heibel (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Deshalb kann sich der Bürger nur noch selbst helfen, was z. B. auch bedeutet: Die Kinder schützen und nicht mehr in die Kirche schicken und auf jeden Fall von Priestern fernhalten. In der Diözese Los Angeles waren die Kinder z. B. in 75 % aller Pfarreien in mittelbarem oder unmittelbarem Kontakt mit Sexualverbrechern, meist den Priestern selbst (siehe unten). In Deutschland gibt es noch keine so detaillierten Zahlen. Doch auch hier müsste einiges geschehen, z. B. ein Handeln des Gesetzgebers. So könnte z. B. das Jugendschutzgesetz dahin gehend erweitert werden, dass der römisch-katholischen Kirche grundsätzlich untersagt wird, Ministranten unter 18 Jahren zu beschäftigen, weil die Gefahr für die Jugendlichen und Kinder, sexuell missbraucht zu werden, einfach zu groß ist.
Doch auch wenn von einer bestimmten Anzahl von Priestern keine sexuelle Bedrohung für Kinder ausgeht, so droht ihnen durch den Priester auf jeden Fall eine Gottesvergiftung durch die kirchlichen Lehren (siehe dazu auch Der Theologe Nr. 18).


Siehe dazu auch die nachfolgende Meldung sowie die Meldungen vom 17.8. und 15.7.2007 
Weitere Aktualisierungen: Schweigegelder der Kirche, um pädophilen Priester zu decken. Dieser nutzt die Deckung für neue Verbrechen  sowie Die Vertuschung geht weiter.
 



24.8.2007 -
"Haftpflichtschaden" - Versicherungen zahlen für Sexualverbrechen von Priestern / Auch Münchner Rück muss 10 Millionen zahlen - Der Bürger muss nicht nur jährliche staatliche Milliarden-Subventionen an die Kirchen finanzieren (siehe www.stop-kirchensubventionen.de). Auch für die Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern wird der Bürger jetzt indirekt zur Kasse gebeten. So werden z. B. von den 660 Millionen Dollar, welche die Diözese Los Angeles Missbrauchs-Opfern bezahlt (siehe unten), 227 Millionen Dollar durch die Haftpflichtversicherungen der Kirche übernommen. Von den Zahlungen sind auch zwei deutsche Gesellschaften betroffen. Während die Allianz-Versicherung den Schaden durch die klerikalen Sex-Verbrechen noch nicht bezifferte, geht die Münchner Rück von "mehr als 10 Millionen Euro" aus (Financial Times Deutschland, 17.7.2007).
 


 
24.8.2007 -
Evangelische Kirchenführer immer schamloser: Antisemitismus Anfang des 20. Jahrhunderts mit islamkritischer Stimmung von Juden heute verglichen - Um ihren antisemitischen Landesbischof Hans Meiser (siehe dazu Der Theologe Nr. 11) und die nach ihm benannten Straßen zu rechtfertigen, dachte sich jetzt der Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prof. Dr. Axel Freiherr von Campenhausen, ein neues Argument aus. Im Europa der 20er-Jahre habe "generell" eine "Stimmung gegen die Juden geherrscht. Doch habe dabei niemand Vertreibung und Massenmord im Blick gehabt" (Warum schützt die Kirche Meiser nicht? in: idea-spektrum Nr. 33/2007).
Axel Freiherr von Campenhausen wörtlich: "Vielleicht wird man den Menschen von damals eher gerecht, wenn man ihre Stimmung mit den Äußerungen des heutigen Schriftstellers Ralph Giordano über Muslime vergleicht. Ihm ist der Gedanke an eine große Moschee in Köln eklig. An Vertreibung oder Ermordung denkt er deshalb nicht" (zit. nach idea-spektrum Nr. 33/2007).
Der EKD-Jurist unterschlägt dabei jedoch, dass die "generelle" "Stimmung gegen die Juden" von der Kirche über Jahrhunderte immer wieder angefacht und vor allem in der Weimarer Republik in Deutschland massiv geschürt wurde.
Falsch ist auch von Campenhausens Behauptung, niemand habe dabei an Vertreibung und Massenmord gedacht. Der spätere Landesbischof Hans Meiser in seinem Gutachten Die evangelische Gemeinde und die Judenfrage von 1926 wörtlich:
"Radikal gesinnte Antisemiten empfehlen Bekämpfung des Judentums mit allen Mitteln, Zurückverweisung der Juden ins Ghetto, Ausmerzung der Juden aus dem Volkskörper - das ist der einzig mögliche Weg zur Lösung der Judenfrage. Vor allem sind es rassehygienische Gesichtspunkte, die stark in den Vordergrund gestellt werden. Von der antisemitischen Bewegung stark beeinflusst, sieht auch die völkische Bewegung [mit der sich Meiser im selben Gutachten "weithin einverstanden" erklärt] in der Rassenfrage den Kernpunkt der Judenfrage und steht hier mit der antisemitischen Bewegung in einer Front" (siehe hier).
Zudem hatte vor allem Martin Luther als eine Art Vermächtnis für die Zukunft das Niederbrennen der Synagogen und der jüdischen Wohnhäuser und die Vertreibung der Juden gefordert (siehe dazu Der Theologe Nr. 28)
. Und Kirchenmänner haben wiederum betont, "dass man in der evangelischen Kirche Jahrhunderte lang immer wieder auf Luthers antijüdische Schriften hingewiesen hat" (z. B. Kirchenrat D. Hermann Steinlein im Januar 1933, noch vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten; siehe hier).
 




17.8.2007 -
Ministrant von Dekan zu sexuellen Handlungen gezwungen? - Die Familie des ehemaligen Ministranten, der in einem homosexuellen Verhältnis mit dem Dekan von Lohr/Main-Spessart lebte, hat laut Panorama (ARD, 16.8.2007) schwere Vorwürfe gegen den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erhoben. Dieser "habe den Missbrauch unter der Decke halten wollen. Der damals 17-Jährige ... sei ein Jahr lang von K. [dem Dekan] zu sexuellen Handlungen gezwungen worden" (Main-Echo, 17.8.2007). Die katholische Kirche wies durch ihren Generalvikar Karl Hillebrand die Vorwürfe jedoch zurück. Dekan K. hatte sich im November 2006 durch Selbstmord der Verantwortung entzogen. Dem ehemaligen Ministranten habe er anscheinend zuvor mit Selbstmord gedroht, wenn dieser die sexuellen Wünsche des Dekans nicht mehr erfülle (mehr dazu hier). Deswegen wurden die Ermittlungen und Nachforschungen seinerzeit eingestellt - es gelte weiter die "Unschuldsvermutung" für den katholischen Amtsträger, so der Abschlussbericht. Der Dekan hatte auch Bischof Friedhelm Hofmann bei der Leitung des Bistums Würzburg unterstützt.
Erst kürzlich schockte ein Untersuchungsbericht aus der römisch-katholischen Diözese Los Angeles die Katholiken. Demnach waren in 75 % der 288 Pfarreien der Diözese einer der Priester oder kirchlichen Mitarbeiter aktiv, die an Sexualverbrechen bzw. Missbrauch an Kindern beteiligt waren (siehe unten). Und selbst wenn in deutschen Diözesen der Anteil der betroffenen Pfarreien deutlich unter 50 % liegen sollte, so ist das Risiko für Kinder, die sich in ihrer Freizeit dort aufhalten, doch überdurchschnittlich hoch, vergleicht man es etwa mit dem Engagement in einem Sportverein, mit anderen Freizeitbeschäftigungen oder mit anderen ehrenamtlichen Diensten Der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hubertus Mynarek rät Eltern in diesem Zusammenhang deshalb auch: "Kinder sollten am besten gar keinen Kontakt zu Priestern haben" (Das Weisse Pferd Nr. 6/2002).

 



15.8. / 16.8.2007 - Afghanistan, Irak - Kriege geraten immer mehr außer Kontrolle - Trotz immer neuer "Erfolgsmeldungen" über im Krieg getötete Taliban (25.7.2007: "Mehr als 70" http://www.focus.de/politik/ausland/koalitionstruppen_aid_67837.html; 10.8.2007: "Dutzende" http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,498739,00.html) geraten die beiden von der US-Regierung entfesselten Kriege in Afghanistan und Irak immer mehr außer Kontrolle. Es scheint, dass trotz der andauernden Tötungen von Taliban, die bis zum NATO-Angriff im Oktober 2001 die afghanische Regierung stellten, immer mehr Taliban "nachwachsen". Diese oder andere gewaltbereite Gruppen töten nun ihrerseits z. B. Deutsche, wie z. B. am 15.8.2007 die drei Sicherheitsbeamten.
Im Irak kamen am selben Tag gar mindestens 500 Menschen bei Anschlägen um (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,499961,00.html). Dennoch gibt es weiter Bestrebungen, zusätzlich zu den beiden Fronten am Hindukusch und im Zweistromland noch einen dritten Krieg gegen den Iran zu beginnen. Doch man kann Islamisten nicht einfach von der Erdoberfläche wegbomben, und dies hat auch nicht das Geringste mit Jesus von Nazareth zu tun, der die Goldene Regel lehrte ("Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst"; Matthäus 7, 12). Und einen Frieden wird es auch nie geben, solange man glaubt, man hätte ja ein "Recht", einen Krieg zu führen und solange man zudem glaubt, die "Goldene Regel" könne man nicht auf die Politik anwenden.
Mehr zum Afghanistan-Krieg lesen Sie z. B. hier

 



30.7.2007 -
Bayreuth: Israelitische Kultusgemeinde möchte Umbenennung von Hans-Meiser-Straße in Dietrich-Bonhoeffer-Straße - Evangelische Kirche sträubt sich wieder - Lesen Sie dazu die Meldung unter Der Theologe Nr. 11.
 



26.7. / 14.8.2007 -
Kater ahnt Tod von Heimpatienten voraus / Tierversuche und seelische Krankheitsursachen - Als Hospizhelfer engagiert sich ein kleiner Kater in Providence/USA. Lesen Sie dazu  http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,496608,00.html - ein Beispiel mehr, dass Tiere Freunde des Menschen sein wollen. Die Kirche hat sie aber zu seelen- und gefühllosen Objekten ohne volle Leidensfähigkeit degradiert (vgl. http://www.das-weisse-pferd.com/03_04/tiere_seele.html), denen auf der Erde unvorstellbar grässliche Qualen zugefügt werden dürfen (http://www.theologe.de/theologe7.htm#4). Katzen sind z. B. "beliebte" "Versuchstiere", gemäß katholischem Katechismus-Lehrsatz Nr. 2417: "Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten," wobei das augenblickliche Grauen der Versuchstiere offenbar innerhalb dieser "vernünftigen Grenzen" stattfindet, denn etwas Anderes ist von der Kirche nicht bekannt. Die Irreführungen der Kirche sind im wahrsten Sinne des Wortes "teuflisch" (siehe z.B. http://www.universelles-leben.org/cms/?id=816&type=98, http://www.animalprotection.de/tierversuche1.htm, http://www.3sat.de/3sat.php? http://www.3sat.de/nano/news/44926/index.html u. a. ).

Nach der Lehre des Jesus von Nazareth ist bei einer körperlichen Krankheit auch von einer Krankheit in der Seele auszugehen, die sich dann auch im menschlichen Körper bemerkbar macht. Aus diesem Grund sagte er immer wieder: "Dein Glaube hat dich gesund gemacht" (Markus 5, 34 und viele vergleichbare Stellen). In ihrer Aussagekraft sinnlose, fehlerhafte bzw. zweifelhafte Tierversuche stehen im Gegensatz zum Geist des Heilers aus Nazareth und seinem Hauptanliegen, zu den seelischen Wurzeln von Krankheiten und zu den inneren Heilkräften im Menschen vorzudringen
(vgl. auch http://www.das-weisse-pferd.com/01_02/gesundheit.html).
Auch gibt es keine Zufälle, so dass auch Unfälle mit der Lebensgeschichte eines Menschen in Verbindung stehen (Mehr zum Thema "Saat und Ernte" und "Reinkarnation" z. B. in Der Theologe Nr. 2). Während Menschen Warnungen des Schicksals oft überhören, sind Tiefe sensibel und haben viel feinere Antennen als der Mensch. Sie nehmen vieles wahr, was der abgestumpfte Mensch nicht mehr sieht, hört oder fühlt; z. B. der Kater in Providence/USA, der erspürt, wann die Seele eines Menschen dabei ist, ihren Körper zu verlassen.
Doch die bornierten Amtskirchen lassen lieber unschuldige Tiere für einen angeblichen Fortschritt in Pharmazie und Kosmetik bestialisch zugrunde gehen. Dies bringt dem Menschen aber auf keinen Fall einen Segen, sondern sein Schuldkonto steigt ins Unermessliche. Nur für den "Gott der Unterwelt" sind Tierversuche "in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig", und nur er gibt dazu seinen Segen.
 



22.7.2007 / 1.6.2011 -
Exorzisten der römisch-katholische Kirche: Harry Potter-Bücher und -Filme seien "Machwerk des Teufels". Sie würden "dem Teufel einen Weg" öffnen / Heutiger Papst im Jahr 2003: Sie "zersetzen" "Christentum in der Seele" der Kinder - Während der katholische "Sektenbeauftragte" des Bistums Essen, Gary Albrecht, lobend auf Parallelen zwischen Harry Potter und dem Christentum hinweist (z. B. Basler Zeitung, 20.7.2007), sehen das der Papst und die Exorzismus-Verantwortlichen seiner Kirche anders. Erst vor kurzem bezeichnete Papst Benedikt XVI. die Harry-Potter-Bücher als "antichristlich" (Spiegel online, 21.7.2007). Wörtlich schrieb er z. B. als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation (früher "Großinquisitor" genannt) in einem Brief vom 7.3.2003: "Dies sind subtile Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das Christentum in der Seele zersetzen, ehe es überhaupt recht wachsen konnte" (zum Konflikt um dieses Thema siehe http://www.kath.net/detail.php?id=11066).
Und jetzt legte der Exorzismus-Experte Padre Pedro Mendoza nach. Zum Abschluss einer katholischen Exorzismus-Konferenz bezeichnete der mexikanische Haupt-Teufelsaustreiber die Harry-Potter-Bücher als "schädlich für Kinder" (AP, 21.7.2007). "Die Buchserie interessiere die Kirche nicht". Doch "die Geschichten von Zauberei könnten dem Teufel den Weg in die Seelen junger Menschen öffnen". Pedro Mendoza ist "Exorzismus-Koordinator" in der Erzdiözese Mexiko-Stadt, wo die römisch-katholische Kirche den Exorzismus - wie auch sonst überall auf der Welt - erheblich forciert und ausgeweitet hat (siehe auch hier). Wörtlich sagte der Exorzismus-Koordinator: "Wenn man alle diese Ideen in den Kopf von Kindern steckt, dass man ein Zauberer werden kann, das Kind glaubt das und das öffnet dem Teufel einen Weg, über den er eintreten kann".
Bereits im Jahr 2006 hatte sich der Haupt-Exorzist der römisch-katholischen Kirche in Europa, Pater Gabriele Amorth, gemäß eines Berichts des australischen Daily Telegraph vom 28.2.2006 ähnlich geäußert:  Die Sache ende demnach beim "Teufel". Der Mann des Vatikan, der bereits mehrere Tausende Exorzismen vollzogen hat, wörtlich: "Es gibt keinen Zweifel, dass in den Harry Potter Büchern die Unterschrift des Fürsten der Finsternis klar enthalten ist." Damit wiederholte der Exorzist seine Warnung aus dem Jahr 2001, als er bereits behauptete, dass die Harry-Potter-Bücher und -Filme "Machwerke des Teufels" seien (zit. nach http://www.kreuz.net/article.2798.html).

Zwar ist es in der Tat keine christliche Botschaft, wenn Harry Potter am Ende des Romans den "dunklen" Lord und mehrfachen Mörder Voldemort tötet [nach urchristlicher Lehre würde dieser eines Tages Opfer seiner eigenen bösen Taten], doch werden auch viele positive Werte vermittelt. Und die Stellungnahme von Joseph Ratzinger und die Warnungen der profilierten katholischen Haupt-Exorzisten sind in diesem Zusammenhang vor allem ein Ablenkungsmanöver, um die Hintergründe und Abgründe der eigenen Kirche verborgen zu halten. Wie "dem Teufel" der Weg "in die Seelen junger Menschen" z. B. tatsächlich geöffnet wurde, lesen Sie hier: "Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben?

Und siehe dazu auch neu die Parallelen zwischen dem Papst und dem Lord Voldemort aus der Harry-Potter-Saga!
 


 
19.7.2007 -
Ehemalige Meiserstraße - Aufklärung statt kirchliche Verlogenheit - Seit 1.700 Jahren indoktriniert die Kirche Europa und spricht viele ihrer finsteren Gestalten "heilig" oder ehrt sie bis heute mit Straßen, Plätzen, Gebäuden, Jubiläen, Preisen usw. Von "falschen Vorbildern" für die Jugendlichen zu sprechen, ist noch sehr zurückhaltend formuliert. Hinzu kommen die unsäglichen Fälschungen und Verdrehungen, mit denen die Kirche bis heute ihre Dunkelmänner in ein besseres Licht zu stellen versucht. So verbrämt man ihre Untaten häufig mit der Ausrede, sie waren aber doch "Kinder ihrer Zeit", und man unterschlägt dabei, dass ihre Opfer genauso "Kinder ihrer Zeit" waren - nur eben in "ihrer Zeit" ganz anders dachten und lebten, was ihnen dann den Missmut der Kirche und deshalb vielfach den Galgen einbrachte.

Markantestes Beispiel für diese unseligen Prozeduren ist derzeit Landesbischof Hans Meiser in München. Die evangelische Landeskirche "verteidigt Meiser wie einen Heiligen", schreibt die Süddeutsche Zeitung (19.7.2007). Wie eine Schlange dreht und windet sich die Kirche dabei in jede noch so kleine Lücke hinein, um von dort heraus zu holen, was vielleicht zur Ehre für ihren früheren "Führer" dienen könnte. Dabei spekuliert man offenbar darauf, dass man aufgrund eines Wissensvorsprungs bei einzelnen Details den Durchschnittsbürger immer wieder für die kirchliche Sache einwickeln kann. All´ dies nährt aber auch die Befürchtung des großen deutschen Philosophen Karl Jaspers, dass die Kirche sich nicht wirklich geändert habe. Sondern dass auch die Verhaltensweisen früherer Päpste, Bischöfe und Inquisitoren, die heute weiterhin geehrt werden, morgen wieder praktiziert werden. Oder, wie es Karl Jaspers sagte: Der Absolutheitsanspruch der Kirche stehe "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). So war es übrigens auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, die als erste in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wieder an die "Sektenbekämpfung" der 30er-Jahre anknüpfte und einen "Weltanschauungsbeauftragten" einführte.
  
Aus diesem Grund wird hier auf die Waage der Gerechtigkeit verwiesen und - auch wenn es manchmal mühsam ist - nicht zugelassen, dass die Kirche - wie seit Jahrhunderten - Mücken aussiebt und Kamele verschluckt (vgl. Matthäus 23, 24), um dann, wenn es veränderte Zeitumstände wieder erlauben, die alten Gespenster der Vergangenheit wieder auf die Menschen loszulassen.

Die jüngsten Details sind folgende:

Das Lob der Kirche

Was die Kirche lieber unter dem Teppich hält /
Die Waage der Gerechtigkeit


1

"Man muss aber für das Gesamtbild dazu sagen, dass Hans Meiser vor 1945 mehr als 120 verfolgten Menschen das Leben gerettet hat. Das hebt seine Verfehlungen nicht auf. Aber er war eben auch der einzige Bischof, der die Fluchthilfe durch das Büro des Propstes Grüber in Berlin unterstützt und sich um Verfolgte gekümmert hat, meist um getaufte Juden, aber auch um nichtgetaufte. Das war mehr, als viele andere Menschen gewagt haben. Es gibt ein jüdisches Sprichwort: ´Wer eine Seele rettet, rettet die ganze Welt.`"


(Landesbischof Johannes Friedrich, Süddeutsche Zeitung, 12.7.2007)

 


Dass Hans Meiser "mehr als 120 verfolgten Menschen das Leben gerettet" haben soll, ist eine legendenhafte Umdeutung der Fakten. Tatsache ist, dass die bayerische Landeskirche in Nürnberg und München das besagte "Büro Grüber" (siehe links) durch je einen Pfarrer unterstützte, was zunächst innerkirchliche Irritationen auslöste. So fühlte sich z. B. der in Nürnberg bis dahin für diese Arbeit verantwortliche Pfarrer "aus dieser Arbeit gedrängt" (Helmut Baier, Kirche in Not, S. 227 f.). Zudem denkt man bei "Fluchthilfe" für "Verfolgte" unwillkürlich an heldenhaftes illegales Tun. In Wirklichkeit unterstützte die evangelische Kirche durch dieses Tun ausreisewillige Mitglieder jüdischer Herkunft ganz legal und in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden und mit Wissen und Duldung der Gestapo. Die Arbeit der beiden Pfarrer "gestaltete sich der geringen Befugnisse wegen, mit denen sie ausgestattet waren", zudem "sehr schwierig" (Baier, a.a.O.). Dabei wurde die Kirche auf diese Weise einige Leute los, die in ihren Gemeinden nicht mehr gerne gesehen waren. So hat Landesbischof Meiser einmal einem treuen Kirchenmitglied ohne Not und nur wegen dessen jüdischer Herkunft 1937 den Besuch der Männerabende in seiner Gemeinde verboten (siehe hier).
Deshalb sollte man es nicht hinnehmen, wenn die Kirche nun eine Art "Heiligenlegende" um den Altlandesbischof Meiser konstruiert. Zumal die Kirche nichts dagegen unternahm, dass der allergrößte Teil ihrer eigenen jüdischstämmigen Mitglieder in den Gaskammern hingerichtet wurde (wie die übrigen Juden auch; siehe hier). Außerdem war Bischof Meiser keineswegs der einzige Bischof, der in seiner Kirche eine solche bescheidene Anlaufstelle für jüdischstämmige Mitglieder einrichtete, wie Landesbischof Friedrich fälschlicherweise sagte. Andere Bischöfe haben dies auch getan.
Tatsache ist jedoch, dass sich Landesbischof Meiser am heftigsten von allen Bischöfen der "Bekennenden Kirche" dagegen wehrte, die Judenverfolgungen in Deutschland 1935 zum Thema einer kirchlichen Synode zu machen. Meiser wörtlich: "Ich möchte meine Stimme erheben gegen ein selbstverschuldetes Martyrium. Ich sehe mit einiger Sorge auf die kommende preußische Synode, wenn sie solche Dinge anschneiden will wie z. B. die Judenfrage" (Quelle und weitere Informationen hier). Meiser setzte sich mit seiner Sicht durch, und die Kirche nahm das Thema wieder von der Tagesordnung. Aus anderen Zusammenhängen (z. B. der Vergasung Behinderter) ist jedoch bekannt, dass kirchlicher Widerspruch bei den Nationalsozialisten einiges bewirken konnte. Auch hier führte das beharrliche Schweigen des bayerischen Landesbischofs dazu, dass die seiner Kirche anvertrauten Behinderten ohne Widerstand ermordet werden konnten (mehr dazu siehe hier). Und später deckt Meiser seine darin verwickelten Leute vor Recherchen der Amerikaner (siehe hier).
Im Dezember 1938, am Beginn der Judenvernichtungen, ein ähnliches Szenario: Der von der Kirche zugunsten von Bischof Meiser ins Feld geführte Propst Grüber (siehe links) wurde von den evangelischen Bischöfen, darunter der "Hardliner" Meiser, mit "Gottes Segen" wieder weggeschickt, ohne dass man weiter auf ihn einging oder ihm irgendetwas zusagte, und Grüber reagierte verzweifelt: "Das war eine der ganz großen Enttäuschungen, die ich erlebt hatte" (Quelle und weitere Informationen hier). Also keine Freude des Gewährsmannes Grüber über den als "Lebensretter" gelobten Meiser, sondern "große Enttäuschung" über den schweigenden Meiser. Grüber hatte den Bischöfen der Bekennenden Kirche zuvor berichtet, was in den Konzentrationslagern des Reiches passiert.
1940 lässt Meiser in allen Kirchengemeinden dann öffentlich für den "baldigen Endsieg" beten (siehe hier), was die Situation der Juden dann in ganz Europa und weltweit noch weiter verschärft hätte.

Eine Ehrung für Meiser würde demzufolge die sinngemäße Botschaft beinhalten: "Halte den Mund, auch wenn es Tausenden (oder gar Millionen) von Menschen das Leben kostet. Nur nicht das Geringste riskieren. Im Gegenteil: Die Täter unterstützen, sie ermuntern und mit ihnen zusammen arbeiten, wo immer es möglich ist. So rettest du auf jeden Fall deinen eigenen Kopf, und, wenn es gut geht, noch den einen oder anderen. Und du bleibst immer ein angesehener Mann." Dieses Denken wäre zwar menschlich teilweise verständlich, hat aber nichts mit Jesus von Nazareth zu tun. Außerdem ist es das falsche Signal für die nachfolgenden Generationen, wenn Menschen, die sich so verhalten haben, geehrt werden, während viele Opfer in der Namenlosigkeit verschwunden sind.

Allerdings sollen Meiser bzw. seine Kirche - unbestätigten "Zeugnissen" seiner Anhänger (oder bereits Legenden) zufolge - "im Verborgenen" einige Juden versteckt oder ihnen bei der Flucht geholfen haben. Nachweisbar ist, dass er protestiert hatte, als einige Nationalsozialisten sich in Ansbach verpflichten wollten, sofort aus der Partei ausgeschlossen werden zu wollen, wenn sie jemals ein jüdisches Geschäft betreten sollten oder wenn sie nicht dafür sorgen sollten, dass auch ihre Verwandten und Bekannten niemals zu einem Juden gehen. Dies bringe, so Meiser, "gerade die besten Teile der Bevölkerung, die sich aus voller Überzeugung dem Nationalsozialismus und dem Dritten Reich erschlossen haben, in einen unerträglichen Gewissenskonflikt." Meiser fürchtete also um den guten Ruf der Nazis unter der Bevölkerung, wenn einzelne Parteimitglieder den Antisemitismus auf diese Weise pflegen.
Und was im einzelnen auch hier und da geschah. Die große Linie war: Landesbischof Meiser und seine Kirche haben zu den Judenvernichtungen nicht nur geschwiegen. Sie haben dieses Verbrechen über Jahrhunderte bis ins Dritte Reich hinein geistig auch mit vorbereitet (siehe dazu Der Theologe Nr. 4).

Mehr dazu:
Martin Luther: Siehe z. B. hier   /   Landesbischof Meiser:
Siehe z. B. unten

 


2

"Was ist mit Ludwig Thoma, Richard Wagner, Heinrich von Treitschke? Sie alle haben sich antisemitisch geäußert, nach ihnen sind Straßen benannt. Da sagen nicht nur Protestanten in München: Warum immer wir?"

(Landesbischof Johannes Friedrich, Süddeutsche Zeitung, 12.7.2007)
 


Wenn man die Waage der Gerechtigkeit ansetzt, darf man durchaus unterscheiden zwischen einzelnen privaten Stimmen einerseits und programmatischen Meinungsführern andererseits, die ihre Meinung auch noch als den "Willen Gottes" ausgeben, die ihre Lehre als den "Weg zur Seligkeit" lehren, und die weiter behaupten: Wer sich ihnen nicht anschließen würde, der käme später in eine ewige Hölle.
Landesbischof Meiser hat seine antisemitischen Meinungen z. B. in Gutachten und Stellungnahmen hinein geschrieben, die mit zum Nährboden späterer Verfolgung wurden. Und er ließ auch während der Verfolgungen seine Meinungen weiter verbreiten. Von Ludwig Thomas antisemitischen Äußerungen sollte man sich natürlich ebenfalls distanzieren. Doch Thoma hat nicht im Auftrag "Gottes" gesprochen und auch keine antisemitischen Gutachten geschrieben.

Hinzu kommt: Adolf Hitler selbst rechtfertigt in einem Gespräch mit Bischof Berning von Osnabrück vom 26.4.1933 die beginnende Judenverfolgung damit, "dass er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirchen in 1500 Jahren gegen sie getan habe" (zit. nach Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1981, S. 406). Hitler weist hier auf die Wurzeln bzw. den Nährboden für seine Politik hin.

Es steht der Evangelisch-Lutherischen Kirche selbstverständlich frei, nun z. B. ihrerseits die Umbenennung der Thoma-, Wagner-, und Treitschkestraßen zu fordern. Aber bevor die Kirche wieder mit dem "Mückensieben" anfängt, sollte sie erst einmal mit dem "Kameleschlucken" aufhören (vgl. Matthäus 23, 24). Vergleicht man nämlich die antisemitischen Äußerungen von Richard Wagner mit denen von Martin Luther, dann dürfte klar sein, welche Straße eher umbenannt werden müsste ...
 


3

"Mehrmals hat er [Meiser] öffentlich die Mitschuld der Kirchen eingestanden, so etwas bei der Weihe des Friedhofs für die KZ-Opfer in Dachau, als er am 16.12.1949 im Beisein von Weihbischof Neuhäusler und Oberrabbiner Dr. Ohrenstein sagte: ´Wir denken daran, dass wir alle durch den Ungeist der Zeit, der zu diesen Gräbern geführt hat, mitschuldig geworden sind.`"

(Oberkirchenrat i. R. Martin Bogdahn, Süddeutsche Zeitung, 18.7.2007)

 


Landesbischof Meiser wählte seine Worte in der Regel bewusst. Er sprach zu diesem Thema immer nur unverbindlich und allgemein und benannte unseres Wissens niemals irgendeine konkrete Schuld oder Verfehlung. Und wenn er "wir alle" sagte, dann kann dies sogar ein Hinweis dafür sein, dass Meiser bei solchen und ähnlichen "Schuldbekenntnissen" auch das Verhalten der jüdischen Mitbürger mit einbezog [Im unmittelbaren Zusammenhang des Zitats müsste dies - wenn möglich - geprüft werden]. Schließlich hat er sein Gutachten Die evangelische Gemeinde und die Judenfrage von 1926 auch im Dritten Reich weiter verteilen lassen und auch nach dem Krieg nicht widerrufen. Und darin heißt es u. a. über den jüdischen "Geist": "Es ist oft betont worden, dass der jüdische Verstand etwas Zerfressendes, Ätzendes, Auflösendes an sich hat. Er ist kritisch zersetzend, nicht kontemplativ, konstruierend, produktiv ... Was dieser Geist schon gesündigt hat an unserem Volk, welch furchtbares Unwesen er ... treibt, ist kaum auszusagen. Nur mit tiefen Schmerz können alle wahren Freunde unseres Volkes an alle diese Dinge denken."

Nach 1945 hat zuerst die US-Militärregierung innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern die Aufarbeitung der Schuld in Gang setzen wollen. Man verurteilt in diesem Zusammenhang 156 Pfarrer zur Entlassung aus dem Dienst (und stuft sie dazu in die "höchste Entlassungskategorie" ein), weil sie sich bei Verbrechen oder Untaten im Dritten Reich mitschuldig gemacht hatten. Doch Landesbischof Meiser rechtfertigt alle 156 und stellt sich schützend vor sie, bis die Amerikaner entnervt aufgeben müssen (mehr dazu siehe hier). Kein einziger wird bei den Evangelischen entlassen und auch eine interne Aufarbeitung wird von Meiser verhindert. (Im Unterschied dazu akzeptiert die römisch-katholische Kirche die Urteile der US-Militärregierung gegenüber katholischen Priestern). Dazu gehört z. B. auch Pfarrer Friedrich Wilhelm Auer, der bereits 1921 öffentlich zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen hatte.

Friedrich Wilhelm Auer, der Gemeindepfarrer von Larrieden bei Feuchtwangen, wollte 1942 z. B. die noch nicht vergasten jüdischen Mitbürger als Geiseln gegenüber den Alliierten nehmen. Würden diese ihre Bombardements auf Deutschland nicht einstellen, sollten alle noch in Deutschland lebenden Juden innerhalb einer Nacht ermordet werden. "Schade ist es um keinen", so die Überzeugung des evangelischen Amtsträgers (Quellen und weitere Informationen hier). Die Nationalsozialisten gingen auf diesen Vorschlag aus den Reihen der bayerischen Landeskirche jedoch nicht ein und ließen sich mit der "Endlösung" etwas mehr Zeit.
Ob und, wenn ja, wann das Tun Auers Landesbischof Meisers bekannt wurde und ob er unter den 156 von der Militärregierung verurteilten bayerischen evangelischen Pfarrern war, müsste weiter erforscht werden. Pfarrer Auer lebte auf jeden Fall - ohne dass uns eine Beanstandung bekannt geworden wäre - nach dem Krieg als Ruhestandspfarrer mit allen Rechten und "dicker" Pfarrer-Pension. Er starb im Jahr 1970.
 


4

"Der Oberrabbiner [Dr. Ohrenstein] schrieb an Meiser zu dessen 65. Geburtstag im Februar 1950: ´In einer Zeit, in der die Welt so arm ist an wirklichen Persönlichkeiten, empfindet man es ganz besonders, wenn man einer solchen Persönlichkeit wie Ihnen begegnet. Ich hatte nun das Glück und bin dem Schicksal für diese Fügung besonders dankbar.`"

(Oberkirchenrat i. R. Martin Bogdahn, Süddeutsche Zeitung, 18.7.2007)
 


Man kann davon ausgehen, dass der Oberrabbiner den Antisemitismus von Landesbischof Meiser und seine Rolle vor und während des Holocaust nicht kannte.

Unter Theologen kursierte einmal humorvoll die Frage: Gibt es auch eine evangelische Transsubstantiationslehre? [die katholische Transsubstantiationslehre bedeutet die angebliche reale "Verwandlung" einer Backoblate in den Körper von Jesus Christus beim so genannten "Messopfer"]. Die Antwort: Ja. Bei den Evangelischen ist das aber nur eine einmalige Angelegenheit gewesen. Unmittelbar nach dem 8.5.1945 (der Kapitulation Deutschlands) wurden alle Nationalsozialisten, Kollaborateure, Opportunisten und Mitläufer im Pfarrertalar in "Widerstandskämpfer" und "Gegner des NS-Regimes" verwandelt (zum Sachverhalt siehe oben).
 
PS: Bischof Meiser wurde am 16.2.1950 nicht 65 Jahre alt, sondern 69. Aber dieser Irrtum sei der Kirche nachgesehen. Es ist aber vielleicht auch kein Zufall, dass bei der kirchlichen "Aufarbeitung" der Geschehnisse um Landesbischof Meiser noch nicht einmal der Geburtstag richtig wieder gegeben wird. Kirchenunabhängige Historiker sollten jedenfalls alle Verlautbarungen der Kirche zu wesentlichen Themen überprüfen, damit die Öffentlichkeit nicht weiter eingelullt und getäuscht werden kann.


 
18.7.2007 - Gegen den erbitterten Widerstand der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern: Meiserstraße in München wird umbenannt - Gegen den massiven Widerstand der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (bzw. der Evangelisch-Lutherischen kirchlichen Gemeinschaft; siehe dazu unten) entschied sich die Mehrheit des Münchner Stadtrats jetzt für eine Umbenennung der Straße, die bis jetzt den Namen des antisemitischen und kriegsverherrlichenden Bischofs trug. Auch der letzte "Rettungsversuch" von Landesbischof Johannes Friedrich nutzte nichts. Er hatte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung seinem Vorgänger zugute gehalten: "Es war nicht der Rassenantisemitismus der Nazis. Der theologische Antisemitismus zielte - was ich keineswegs verharmlosen möchte - auf Bekehrung [der Juden zum evangelisch-lutherischen Glauben], nicht auf Vernichtung" (12.7.2007). Dieses Ziel hatte Landesbischof Hans Meiser von Martin Luther übernommen, der allerdings zum schlimmsten Antisemiten seiner Zeit und zu einem Vordenker einer möglichen "Endlösung" (= Vernichtung der Juden) wurde, als er merkte, dass die Mehrheit der jüdischen Mitbürger sich keineswegs zum kirchlichen Glauben bekehren wolle (Begründung: siehe hier; zum Thema "Luthers Antisemitismus" siehe "Der Theologe Nr. 28" - Martin Luther und die Juden).
Und gerade an dieser zusätzlichen Variante des Antisemitismus nahm Münchens Oberbürgermeister Christian Ude nun Anstoß: "Ude sagte in der rund dreistündigen Debatte im Münchner Rathaus, Meisers theologisch begründeter Antisemitismus sei schlimmer gewesen als der rassistische, da er eine zusätzliche Legitimation gegen die jüdische Bevölkerung geliefert habe" (ddp, 18.7.2007).
Außerdem hatte Landesbischof Johannes Friedrich den Sachverhalt wieder einmal zugunsten seiner Kirche zurecht gebogen. So hat Landesbischof Meiser in seinem Gutachten Die evangelische Kirche und die Judenfrage im Jahr 1926 u. a. geschrieben: "Es liegt etwas durchaus Berechtigtes in der Forderung nach Reinhaltung des Blutes. So wenig wir Mischehen etwa mit naturalisierten Slaven gutheißen können, so wenig können wir Mischehen zwischen Deutsch-Stämmigen mit Juden billigen." Und weiter: "Gott hat jedem Volk seine völkische Eigenart und seine rassischen Besonderheiten doch nicht dazu gegeben, damit es seine völkische Prägung in rassisch unterwertige Mischlingsbildungen auflösen lässt ... Darum können wir uns mit den völkischen Idealen weithin einverstanden erklären". Zählt das auch zum "theologischen Antisemitismus“, von dem Landesbischof Friedrich sprach? Oder ist das auch "rassisch"? Das Infame ist dabei der Missbrauch des Namens "Gottes" für Meisers Ideen von der "Reinhaltung des Blutes". Es wurde von Meiser also "Gott" und der Jude Jesus von Nazareth mit in diesen Schmutz hinein gezogen, was die Nazis nicht getan hatten und weswegen die Empörung des Münchner Oberbürgermeisters über Meisers Variante des Antisemitismus verständlich ist.
(PS: Nach Bischof Meiser wäre folglich auch eine Ehe zwischen Jesus von Nazareth und einer germanischen Frau aufgrund der Gene des Mannes eine "rassisch unterwertige Mischlingsbildung" gewesen.)

Was hinzu kommt: Meiser war sich bereits im Jahr 1926 bewusst, dass "die völkische Bewegung", mit deren Idealen er sich in seinem Gutachten "einverstanden" erklärte, "in einer Front" mit den damals aufstrebenden Nazis stand. Meiser wörtlich:
"Radikal gesinnte Antisemiten empfehlen … Bekämpfung des Judentums mit allen Mitteln, Zurückverweisung der Juden ins Ghetto, Ausmerzung der Juden aus dem Volkskörper - das ist der einzig mögliche Weg zur Lösung der Judenfrage. Vor allem sind es rassehygienische Gesichtspunkte, die stark in den Vordergrund gestellt werden. Von der antisemitischen Bewegung stark beeinflusst, sieht auch die völkische Bewegung in der Rassenfrage den Kernpunkt der Judenfrage und steht hier mit der antisemitischen Bewegung in einer Front."

Der spätere erste Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern kritisiert also nicht etwa, dass die "Juden ins Ghetto" sollen und "aus dem Volkskörper" "ausgemerzt" werden sollen.* Dabei wäre es in der Weimarer Republik notwendig und leicht möglich gewesen, gegen solches zu protestieren. Auch warnt Meiser nicht vor dem, was sich hier bald in Deutschland zusammenbrauen könnte. Sondern er erklärt sich im Gegenteil sogar einverstanden mit denen, die "hier mit der antisemitischen Bewegung in einer Front" stehen
(Mehr zu Landesbischof Meiser in Der Theologe Nr. 11).
Nichtsdestotrotz will die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ihren Alt-Landesbischof wegen seiner sonstigen "Verdienste" weiter kritisch ehren, auch mit Straßennamen, und sie erwägt eine Klage gegen die Umbenennung. Wegen der kirchlichen "Verdienste" Meiser haben wir bereits am 5.6.2007 vorgeschlagen, doch eine evangelische Kirche in München anstelle der öffentlichen Straße nach Landesbischof Meiser zu benennen.
Vielleicht merkt aber bald auch so mancher Protestant, dass dies alles nicht mehr seine Wellenlänge ist und tritt aus. Mehr zu den geheimen Hintergründen und Abgründen des evangelisch-lutherischen Glaubens siehe auch in Der Theologe Nr. 1.

PS: Lesen Sie dazu auch unsere Meldung: Evangelische Kirchenvertreter immer unverfrorener

* Wie ist das zu verstehen? Eine Ghettoisierung ist zunächst eine Isolierung innerhalb des Volkes, während die "Ausmerzung aus dem Volkskörper" als spätere Tötung gedeutet werden kann, was ja dann genauso auch geschehen ist. Die Maßnahmen könnten also hier in Form einer Steigerung aneinandergereiht sein: Erst Bekämpfung, dann Gettoisierung, dann Ausmerzung. Eine genauere Untersuchung wäre einmal eine Aufgabe für einen kirchenunabhängigen Historiker.
 



15.7. / 25.7.2007 - Sexualverbrechen von Priestern in der Diözese Los Angeles: Ca. 600 Millionen Dollar Entschädigung für 500 Opfer - die Spitze eines Eisbergs. Bereits 10.000 Kirchen-Opfer haben in den USA geklagt. Der jetzige Vergleich mit den 500 Opfern erspart der römisch-katholischen Kirche zunächst weitere Prozesse. Trotz der finanziellen Entschädigung bleiben oft tiefe Wunden. Ein Mann, der den Tränen nahe ist, erklärt im Fernsehen: Die Summe könne ihm seine Kindheit "nicht zurück geben" (ZDF, Heute, 16.7.2007). Und das Opfer Mary Ferell erklärt: "Das Geld zeigt nur die ungeheuerliche Schuld. Ich würde es zurückgeben, könnte ich dafür meine Kindheit wiederhaben" (Süddeutsche Zeitung, 16.7.2007). Der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hubertus Mynarek rät in diesem Zusammenhang deshalb: "Kinder sollten am besten gar keinen Kontakt zu Priestern haben" (Das Weisse Pferd Nr. 6/2002). Denn das Risiko ist überdurchschnittlich groß, und Eltern handeln mittlerweile verantwortungslos, wenn sie ihren Kindern noch gestatten, sich im Umfeld eines Priesters zu bewegen bzw. wenn sie sie ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten in die katholische Kirchengemeinde gehen lassen. In der Diözese Los Angeles waren z. B. in 75 % aller katholischen Kirchengemeinden Sexualverbrecher an Kindern tätig. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: "Es stellte sich heraus, dass in drei Vierteln der 288 Pfarreien der Diözese im Laufe der Jahre mindestens einer der 221 Priester, Mönche oder Laienlehrer Dienst getan hatte, denen Kindsmissbrauch vorgeworfen wurde. Und es stellte sich ebenso heraus, dass die Kirche in vielen Fällen Bescheid wusste und, wenn überhaupt - nur Täter versetzte - und sie einfach weitergewähren ließ" (16.7.2007). Dabei wurde einer der Priester vom zuständigen Kardinal Mahoney immer wieder in eine andere Kirchengemeinde versetzt, nachdem er in der jeweils vorherigen Kinder missbrauchte. Auf diese Weise brachte er es auf 17 Pfarrstellen (El pais, 16.7.2007).
Wer jedoch glaubt, die Kirche würde jetzt reinen Tisch machen, der irrt. "Die Erzdiözese veröffentlichte mehrere Schuldbekenntnisse, gab zu, die Täter und nicht die Opfer geschützt zu haben, und weigerte sich dennoch, Unterlagen heraus zu geben, in denen Missbrauchsfälle dokumentiert waren - und die Fehlreaktion der Kirchenhierarchie. Am Ende kommt die Einigung die Kirche in Los Angeles vielleicht tatsächlich noch vergleichsweise billig" (Süddeutsche Zeitung, 16.7.2007).
Lesen Sie zur aktuellen gerichtlichen Einigung in den USA auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,494499,00.html

PS
: Die Entschädigungssumme wird übrigens teilweise von den Haftpflichtversicherungen der Kirche übernommen, auch von den deutschen Gesellschaft Allianz und Münchner Rück (siehe oben).
 



14.7.2007 -
Römisch-katholische Kirche verweigert Evangelischen weiter die Bezeichnung "Kirche" - Bei Anschluss der Evangelischen an Rom könnte der deutsche Staat viel Geld sparen - "Für Benedikt XVI. bedeutet Ökumene, dass die anderen die Führungsrolle Roms zu akzeptieren haben", schreibt einmal mehr zu Recht die deutsche Presse (z. B. Main-Echo, 14.7.2007). Denn zwischenzeitlich hat der Vatikan wieder bekräftigt, dass die Evangelischen keine richtige "Kirche" seien (siehe z. B. http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/866/122698/). Sie sei allenfalls eine "kirchliche Gemeinschaft", aber keine "Kirche". Und ein Leserbriefschreiber drückt aus, was viele Katholiken denken: "Sicherlich hat damals Luther zu Recht Missstände in der katholischen Kirche verurteilt; aber das ist längst Vergangenheit ... Deshalb muss jetzt nach Jahrhunderten des Protestes endlich Schluss sein" (E. Balling, Hösbach; Main-Echo, 14.7.2007).
Für einen Außenstehenden ist es nicht sehr sinnvoll zu beurteilen, welche Kirche jeweils noch weniger mit Jesus von Nazareth zu tun hat als die andere - die katholische oder die evangelische Kirche. Denn "christlich" sind sie beide nicht und sie stehen beide aufs Ganze gesehen im Gegensatz zu Jesus, dem Christus (siehe Der Theologe Nr. 25). Ein Anschluss der evangelischen Kirchen an den Vatikan hätte für den Bürger in Deutschland aber zumindest einen finanziellen Vorteil: Der deutsche Staat würde dann unter Umständen nur noch eine Großkirche subventionieren statt bisher zwei. So könnte er Milliarden einsparen und anderweitig sinnvoll verwenden, z. B. für Steuersenkungen zu Gunsten des einfachen Bürgers. Als nächsten Schritt könnte er dann auch die Subventionen für die eine verbliebene Großkirche streichen, denn sie sind grundsätzlich an der falschen Stelle eingesetzt (Mehr dazu unter www.stop-kirchensubventionen.de). Zum Thema "Evangelische sind keine richtige Kirche" lesen Sie auch unsere Meldung hier.
 



8.7. / 11.7.2007 -
Kampf gegen Klimakatastrophe und Intoleranz: Wird in Deutschland der Bock zum Gärtner gemacht? - Während über eine Milliarde Menschen weltweit Rock-Konzerte besuchten oder teilweise über Fernsehen verfolgten, die auf die drohende Klimakatastrophe hinwiesen, feierte das Erzbistum Bamberg zu Ehren seines Gründers Heinrich II. das Heinrichsfest (siehe nächste Meldung). Der Kirche ging es anlässlich der Bistumsgründung vor 1000 Jahren um die Vernichtung des "Heidentums" in Europa. Und die beiden Themen haben miteinander zu tun, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint.

Das geistesgeschichtliche symbolkräftigste Datum im Zusammenhang der "Vernichtung des Heidentums" ist nämlich die Fällung der großen Donars-Eiche in Geismar bei Kassel durch den römisch-katholischen Missionar und späteren "Heiligen" Bonifatius im Jahr 724 (siehe hier). Den "Heiden" sollte von der Kirche der Glaube an das Göttliche in der Natur und an deren Beseeltheit ausgetrieben werden. Dies war ein Glaube, der auch mit großem Respekt, Achtung und Ehrfurcht vor der Natur verbunden war. Und wären die Naturreligionen vom Katholizismus nicht ausgemerzt worden (vgl. hier), würde es heute anders auf unserem Planeten aussehen. Und die Menschen in Europa wären nicht so abgestumpft gegenüber der Schöpfung Gottes.

In vielen Jahrhunderten hat die Kirche dabei immer auch versucht, nicht nur andere Glaubensrichtungen zu bekämpfen, sondern die Andersdenkenden selbst zu verfolgen und auszurotten, was auch Martin Luther und seine Nachfolger vielfach so hielten (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 1 und Nr. 3). Von daher hat man den Eindruck, dass die evangelische Bundeskanzlerin Angela Merkel den Bock zum Gärtner macht, wenn sie ausgerechnet die Kirchen dazu auffordert, ihr "Wächteramt" in Sachen Toleranz in Europa wahrzunehmen. "Toleranz ist für mich die Seele Europas", so die Kanzlerin (Netzeitung, 8.7.2007) - ein hoher Wert, der im Laufe der Geschichte allerdings gegen die Kirchen erkämpft werden musste und bis heute muss. Von daher macht man in der Tat den Bock zum Gärtner, wenn ausgerechnet die Kirchen radikalen intoleranten Islamisten die Stirn bieten sollen, wie sich das Angela Merkel wünscht.

Jüngstes Beispiel: Die massive Behinderung der Hollywood-Verfilmung des Lebens des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg durch den deutschen Staat. Der Grund: der persönlichen Glaube des Hauptdarstellers Tom Cruise. Aus diesem Grund nehmen einmal mehr die Medien in den USA ihr "Wächteramt" gegen die religiöse Intoleranz staatlicher und anderer Stellen in Deutschland wahr, wo viele kleinere Gemeinschaften seit je her über einen negativen Kamm geschoren und pauschal und vielfach ungeprüft verleumdet und diskriminiert werden (Dies geschieht auch im staatsfinanzierten konfessionellen Religionsunterricht, wo bereits die Kinder in Deutschland in diesem Sinne indoktriniert werden). So heißt es z. B. in einem Kommentar der US-amerikanischen Tageszeitung Philadelphia Daily News über die Verbote, den Stauffenberg-Film an Original-Schauplätzen zu drehen: "Wie könnte man besser an die Nazi-Zeit erinnern als dadurch, dass man einen Mann wegen seines Glaubens an seiner Arbeit behindert" (mehr dazu bei http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,491982,00.html).

Die Verursacher dieser Kampagnen früher und heute sind die Kirchen und ihre Büttel in Staat, Politik, Medien und Justiz (siehe dazu Der Theologe Nr. 12). Tatsächlich haben diese in der Nazi-Zeit sowohl gegen Juden als auch gegen so genannte "Sekten" massiv gekämpft (siehe dazu eine Fülle von Belegen und Quellen in Der Theologe Nr. 4). Und nach 1945 blieben aus bekannten Gründen nur noch die "Sekten" übrig, gegen die man seither weiter mit "bewährten" Methoden der Intoleranz oder des Rufmords vorgeht (siehe hier). Schon der Begriff "Sekte" ist eine Rufmord, weil die Kirche alleine schon dadurch die Existenz des Angegriffenen ruinieren kann. Deshalb sollte man das Wort "Sekte" eine Zeitlang nur noch für die beiden Großsekten "Katholische und Evangelische ´Kirche`" verwenden. Schließlich sind beide Institutionen auch "Abspaltungen" ("Sekte" kommt von lateinisch "secare" = abspalten) vom Urchristentum. Auf diese Weise würden die "Herren der Kirche" und geheimen "Reiter des Staats-Rosses" (vgl. dazu Der Theologe Nr. 23) am eigenen Leib zu erfahren beginnen, was sie seit Jahrhunderten anderen antun, so dass vielleicht doch noch der eine oder andere zur Besinnung kommt.
(PS: Die römisch-katholische Kirche erkennt die evangelische sowieso nicht als "Kirche" an (siehe z. B. http://www.mainpost.de/aaw/brennpunkte/art112,4043940), so dass es auch den überzeugten Katholiken nicht schwer fallen sollte, zumindest die Evangelischen schon einmal als "Sekte" zu bezeichnen. Der nächste Schritt wäre dann die Selbsterkenntnis über die "Sekte", der man selber angehört.)

Und auch beim Klimaschutz sind die "Kirchen-Sekten" - wenn überhaupt - nur Trittbrettfahrer, wenn sie sich in dieser Richtung äußern oder gar - wie in Bayern - in ein "Bündnis für Umwelt" mit dem Staat einbezogen werden. Hier wird der Bock mit zum Gärtner gemacht. Geht man nämlich den geistesgeschichtlichen Wurzeln für die sich anbahnende Katastrophe auf den Grund, stößt man auf die kirchliche Christenheit als den Hauptverantwortlichen für die zunehmend apokalyptischeren Ereignisse. Lesen Sie die Gründe dafür in der Meldung: Die Erde schüttelt allmählich die menschliche Zivilisation ab: Menschen haben sich ihren besten Freund zum Feind gemacht.

 



7.7. / 8.7.2007 -
Heinrichsfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher - Nicht nur in Argentinien stehen derzeit Verbrechen mit kirchlicher Beteiligung oder unter kirchlicher Anleitung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses (siehe dazu die nachfolgende Meldung). Auch in Deutschland ist dies - wenn auch weit gehend unausgesprochen - der Fall. So feiert z. B. das Erzbistum Bamberg im Jahr 2007 sein 1000jähriges Jubiläum. Bistumsgründer ist der König und spätere Kaiser Heinrich II., der in unzähligen Kriegen immer wieder unschuldiges Menschenblut vergossen hat (mehr dazu hier). Nach ihm ist auch das Heinrichsfest benannt, das am 7.7. und 8.7.2007 in Bamberg gefeiert wurde. Das Bistum Bamberg wurde mit dem Ziel gegründet, Andersgläubige wirkungsvoller vernichten zu können. Wörtlich heißt es in einem Dokument aus dem Jahr 1146 anlässlich der Heiligsprechung Heinrichs: "... dass das Heidentum der Slawen [die z. B. im angrenzenden Fichtelgebirge lebten] vernichtet werde." Dies lief auf die Zwangsbekehrung bzw. Ermordung der Menschen hinaus. Ein schlimmes Kriegsverbrechen war auch das grausame Massaker Heinrichs an den Einwohnern der italienischen Stadt Pavia in der Nacht vom 14. auf den 15.5.1004. Die Bevölkerung hatte zuvor die Krönung Heinrichs zum König der Langobarden missbilligt, die seiner späteren Kaiserkrönung im Jahr 1014 voraus ging. Die Kinder auf dem Heinrichsfest in Bamberg ließ man deshalb Heinrichs-Kronen basteln. Mehr zum Gründer des Bamberger Bistums und zu seiner Geschichte lesen Sie in "Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern.

Zum Vergleich: Auch die Protestanten in Bayern feiern ihren "Kriegsherren". Anlässlich des 50. Todestages von Landesbischof Hans Meiser hatte man das Jahr 2006 zum "Meiserjahr" erklärt. Der Landesbischof bejubelte z. B. den Überfall Nazi-Deutschlands auf Belgien, die Niederlande und Frankreich und die Besetzung dieser Länder im Jahr 1940 als einen Sieg, "wie er ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden wird." Doch bei der Ehre für Bischof Meiser regt sich allmählich Widerstand. So geht es seit 2006 in der öffentlichen Diskussion auch um die Umbenennung von Meiserstraßen. Ausführlich in Der Theologe Nr. 11. Siehe dazu auch unsere Meldung unten.

Unsere Bitte: Die Kirchen können ihre Antisemiten, Inquisitoren, Kriegsherren und Menschenschlächter gerne feiern oder "bedenken" wie sie wollen, solange sie nicht gegen geltende Gesetze verstoßen (solches wird in begrenztem Umfang ja z. B. auch bei Neonazis nicht geahndet). Und das werden die Kirchen auch im 21. Jahrhundert weiter tun, denn sie haben sich in ihrem Wesen nicht geändert, sondern nur dem demokratischen Zeitgeist angepasst (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 12). Aber sie sollen dies tun als römisch-katholische oder z. B. evangelisch-lutherische Kirche. Mit Jesus, dem Christus, hat das alles jedoch nicht das Geringste zu tun, denn er lehrte und verkörperte das Gegenteil von dem, was die Kirche aufs Ganze gesehen lehrt und tut. Deshalb sollten die Kirchen endlich so ehrlich sein und sich nicht mehr "christlich" nennen. Siehe dazu auch Der Theologe Nr. 25.
 



7.7. / 8.7.2007 -
Im Namen der Kirche: Katholischer Priester wegen Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen angeklagt - Am 5.7.2007 begann in La Plata in Argentinien der Prozess gegen den deutschstämmigen römisch-katholischen Priester Christian von Wernich (69). Der Seelsorger war Polizeipfarrer und galt als einer der engsten Vertrauten von Ramón Camps, dem Sicherheitschef von Buenos Aires in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983), während der mehrere Tausend Bürger spurlos und für immer verschwanden. Die Verbrechen des Würdenträgers von Wernich sind kein Einzelfall. Römisch-katholische Bischöfe haben Politiker und Militärs z. B. beraten, wie sie Andersdenkende möglichst unauffällig hinrichten können (mit Drogen voll pumpen und aus dem Flugzeug werfen), und sie haben verantwortlichen Politikern und Militärs die Vergebung ihrer Sünden und den späteren Eintritt in den "Himmel" zugesprochen (mehr dazu siehe hier).

Nach römisch-katholischer Lehre behält Hochwürden (wörtlich: H.H. = "Hochwürdiger Herr") Christian von Wernich auch beim Nachweis seiner Beteiligungen an den Morden und Folterungen das Recht, stellvertretend für "Gott" den Menschen die Vergebung zusprechen zu können, selbst wenn die eigenen Sünden des Würdenträgers als "Todsünden" beurteilt werden (mehr dazu hier; und wer hier nicht zustimmt, muss nach katholischer Lehre in die ewige Hölle). Doch möglicherweise werden die Untaten von der Kirche ja auch gerechtfertigt, denn der Priester hatte sie ja als Seelsorger im Dienst des Staates ausgeübt.

Der Historiker Karlheinz Deschner schrieb im Jahr 1986: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
 



6.7.2007 -
Meiserstraße in München - Einzelne Kirchenvertreter immer unverfrorener - Mit aller Macht möchte die evangelische Kirche die nach dem antisemitischen und "kriegstreiberischen" Landesbischof Hans Meiser benannte Meiserstraße in München erhalten. Neben der Kirchenleitung unter Führung von Landesbischof Johannes Friedrich meldet sich jetzt auch die Kirchliche Sammlung für Bibel und Bekenntnis (KSSB) in Bayern zu Wort. Mit einer Umbenennung "würde den Nationalsozialisten noch nachträglich ein Triumph gewährt", behaupten die Kirchenvertreter (idea, 5.7.2007).
Der Hintergrund
: Im Spätsommer 1934 legte sich Landesbischof Meiser kurzfristig mit den Nazis an, weil er der beabsichtigten Eingliederung der Landeskirche in die Reichskirche widersprach. Darauf hin hieß es einmal in der lokalen Fränkischen Tageszeitung: "Fort mit Landesbischof D. Meiser!" Doch Julius Streicher, der Herausgeber des antisemitischen Kampfblattes Der Stürmer, war letztlich sehr "gerührt" vom "Widerstand" des Bischofs, und Adolf Hitler hat in dem Konflikt schließlich nachgegeben. Hitler rehabilitierte Meiser nach einem persönlichen Gespräch mit ihm, und er erfüllte den Wunsch des Bischofs - der sonst nahezu in jeder Hinsicht mit den Nationalsozialisten kooperierte -, dass die Landeskirche selbstständig bleiben könne und nicht in eine Reichskirche eingegliedert werde.

Heute nun werfen Kirchenvertreter aufrechten Demokraten vor, im Sinne der Nationalsozialisten zu handeln, wenn sie Landesbischof Meiser nicht mehr als Paten für eine öffentliche Straße möchten, in der auch Leute wohnen, die mit den kirchlichen Untaten nichts zu tun haben wollen.
Doch was hat Landesbischof Meiser genau getan? Und wieso kann er für aufrichtige Gottsucher kein Vorbild sein? Mehr dazu lesen Sie in Der Theologe Nr. 11. Dort finden Sie im Anhang auch weitere Meldungen zum Thema Meiserstraße. Die letzte Meldung zu diesem Thema: Unser Vorschlag, dass die Kirche der Umbenennung der Meiserstraße zustimmt und als Ausgleich eines ihrer eigenen Kirchengebäude Hans-Meiser-Kirche benennt. 

Einer der führenden Köpfe der Kirchlichen Sammlung für Bibel und Bekenntnis (KSSB) ist übrigens bis heute der Theologieprofessor Dr. Walter Künneth (1901-1997), ähnlich wie sein Bischof Hans Meiser ein Antisemit und Kriegsverherrlicher. Dr. Künneth wusste sich "in der Ausschaltung des jüdischen Einflusses im Volksleben" "einig" mit Adolf Hitler, und er forderte in einem offiziellen kirchlichen Gutachten aus dem Jahr 1933 "die Ausschaltung der Juden als Fremdkörper im Volksleben". Dies solle jedoch in einer Weise geschehen, die "dem christlichen Ethos" nicht widerspreche - ein Widerspruch in sich selbst, denn eine solche Forderung ist eine Verhöhnung des Jesus von Nazareth und von vorneherein antichristlich.
Ende 1933 berichtete Künneth offenbar mit einem gewissen Stolz von einer Arbeitsverbindung der Apologetischen Centrale der Kirche mit der Gestapo, wo es auch um die "Ausschaltung" anderer religiöser Minderheiten ging (wie der Zeugen Jehovas, die dann zu Hunderten hingerichtet wurden).
Und 1934 schrieb der Theologe Walter Künneth weiter: "Die Kirche weiß, dass der Staat das Schwertamt zu führen hat. Dieses Amt bedeutet Härte und Strenge. Die Kirche kann und will dem Staat in der Ausübung dieses Amtes nicht in den Arm fallen".
Wegen eines weltanschaulichen und kirchenpolitischen Konflikts mit dem auch in der NSDAP umstrittenen Alfred Rosenberg im Jahr 1937 wurde Künneth nach 1945 irrtümlich dem "Widerstand" gegen das Dritte Reich zugeordnet. Und seit dem Jahr 2004 verleiht die
KSSB einen Walter-Künneth-Preis. Doch selbst der Katholik Adolf Hitler widersprach den germanisch-heidnischen Religionstheorien Rosenbergs und erklärte sie zu dessen Privatmeinung. (Mehr zu den hier nur stichpunktartig angesprochenen Themenkreisen sowie die Quellenangabe zu den Zitaten des Kirchenmannes Künneth siehe in: Der Theologe Nr. 4)
.

Die Kirchliche Sammlung für Bibel und Bekenntnis, die ihren eigenen "Walter-Künneth-Preis" also auch nach einem bekannten Antisemiten und Kriegsverherrlicher benannt hat, spottet zudem über die Demokraten, welche die Meiserstraße umbenennen wollen, wie folgt: "Wenn wir alle historisch problematischen Vorgänge und Personen aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit streichen, Geschichte exorzieren, werden wir nur noch Gänseblümchen-Wege, Edelweiß-Straßen und Distel-Plätze haben können"
(idea, 5.7.2007). Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Denn es brauchen ja nur bestimmte Straßen nach Opfern der Kirche benannt werden anstatt nach Tätern im Pfarrertalar bzw. nach Mitläufern oder schweigenden Amtsträgern, wie dies bisher sehr oft üblich war. Alleine der evangelisch-lutherische Landesbischof Meiser hat sehr viele Menschenleben mit auf dem Gewissen. Mit den Namen der Opfer könnte man Straßen eines ganzen Stadtteils in München benennen und darüber hinaus.

 


 

Aus den Texten kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Der Theologe aktuell, 2.Halbjahr 2007, Wertheim 2007, zit. nach http://www.theologe.de/2007-2.htm,
erweiterte Fassung vom 1.6.2011

Der Theologe aktuell:      
Hier die Meldungen von  2005 - 1. Teil / 2005 - 2. Teil2006 - 1. Teil / 2006 - 2. Teil
                                         2007 - 1. Teil / 2007 - 2. Teil / 2008 - 1. Teil / 2008 - 2. Teil
                                             2009 - 1. Teil / 2009 - 2. Teil / 2010 - 1. Teil / 2010 - 2. Teil
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