29.6. -
Die grausamen Kriege in Afghanistan und Vietnam /
Distanzierung von Christus wäre hilfreich
24.6./11.7.- Der Schaden durch die
"Mission" / Nachfolger von Jesus missionieren nicht / Mord-Drama in Jemen
19.6. -
"Krieg" der Jäger gegen eine Tierfreundin: In 2 1/2
Jahren sechs Katzen erschossen
17.6. - Die
"heilig" gesprochenen Päpste
11.6./18.6.- Irland: 15.000 Menschen demonstrieren für Opfer der Kirche
/ Deutschland: Zahlenkosmetik
11.6. -
Rennfahrer Niki Lauda: Unwürdige "letzte Ölung" machte ihn wütend
11.6./27.6.- Kommen Scheiterhaufen wieder? "Religionsfreiheit"
nicht höchst lehramtlich
11.6./17.6.- Schleichende Vernichtung des Mittelstands - Entwicklung
in Richtung Sklavenhaltung?
11.6. -
Evangelische Kirche in Oldenburg: Komplette
Mitarbeitervertretung zurück getreten
9.6. - Nur 1,4
Milliarden Euro oder zig Billionen? Neue Überlegungen über Reichtum von Vatikan
und Kirche
7.6./15.6. - Weitere Besiedlung
von Palästinensergebieten - Israel schert
sich nicht um Obama und den Rest der Welt
6.6. - Menschheit stürzt
immer tiefer: Sklaverei auf riesigen Rinderfarmen in Brasilien
1.6. - Behörde fragt nach
Mitgliedschaft in extremistischer Organisation - Muss man Kirche angeben?
30.5. - "Jagd löst keine ökologischen Probleme, sondern
schafft sie erst ..."
30.5. -
Abtreibung: Innerkirchliche Kämpfe um Leben und Tod
27.5./2.6. -
Praktizierte Homosexualität: In den Kirchen geht es
drunter und drüber
24./26.5.
- Evangelischer Kirchentag: "Dinge durchgedacht"
20.5. -
Viel schlimmer als gedacht: Tausendfacher
Kindsmissbrauch in katholischen Heimen
19.5.
-
Der Zustand des Abendlandes:
Begründung für Irak-Krieg mit Wasserfolter erpresst
13.5.
-
Italien:
Gottesdienstbesuch aus falschem Mitleid mit dem Pfarrer
27./29.4.- Kanada: Ureinwohner in kirchlichen Internaten
umerzogen und missbraucht
23./26.4.-
Volksbegehren über die Macht der Kirche in
Deutschland - Pro Ethik gewinnt gegen Pro Reli
24.4. -
27.Mai - Kreuzzug der Kirche gegen die Stedinger
Bauern vor 775 Jahren: Bis zu 11.000 Tote
22.4. -
Pädophiler Priester immer wieder nur versetzt - jetzt
schickte er Detektive zu ehemaligen Opfern
12.4./4.11.-
Gläubiger junger Mann hat in
Nacht zum
Karfreitag seine Familie erschossen
20.4. -
Neues Kochbuch in der evangelischen Kirche: "Von allen
guten Geister verlassen"?
12.4. -
Osterpredigt: Bischof Walter Mixa lenkt von den
Verbrechen der Kirche ab und beschuldigt Atheismus
10.4. -
Karfreitag: Jesus starb keinen Sühnetod - Die Irrlehre und
das Ende des kirchlichen Christentums
6.4. -
Strafuntersuchung wegen "falschen Alarms" - Forscher sagte
Erdbeben in Italien voraus
Hilft den Menschen der katholischer
Schutzpatron und das vom Papst geweihte Öl?
27.3./5.4. -
Die vom Papst gesegneten Lämmchen wurden
an Karfreitag von einer
Nonne erschlagen
Lammfleisch beim G20-Gipfel
/ Kirchliche Feste wie Ostern als grausame
Schlachtfeste
11.3./4.8.
-
17-jähriger Amokläufer
in Winnenden tötete
15 Menschen /
Hintergründe zur Tat
/
Gedenkfeier für die Opfer
ausgerechnet in nach
blutigem Inquisitor benannter Kirche
Der Tod
bei Gewaltverbrechen oder Unfällen - was kommt danach im Jenseits?
3.4. -
Alle Anträge zum
Tierschutz von der CSU abgelehnt - Barbara Rütting
(GRÜNE) legt
Landtagsmandat nieder
31.3. -
Jägerpräsident verharmlost Amok-Morde von Winnenden - Waffe ein "Symbol für
Freiheit"
17-Jähriger kündigte Amoklauf an - vorläufig verhaftet /
Vater hat Schrank voller Waffen
27.3. -
Reiter tadelt Ross - Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin zur Entschuldigung
beim Papst auf
26.3. -
Die Tiere wehren sich: Stier verletzt Metzger - von
Jäger erschossen
25.3. -
2008 - Fast 10 Milliarden Euro: Rekordergebnis bei
Kirchensteuern
24.3. -
Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in kirchlichen
Heimen
25.3. -
Streng gläubige Katholikin erschlägt Mutter mit
Kruzifix
24.3. -
Kirche lehnt segnende Christus-Statue ab -
Kruzifixe als Verhöhnung von Christus
22.3. -
In Kanada werden wieder die Robben erschlagen -
Inwiefern das Töten von Tieren die Hemmschwelle zum Menschenmord
senkt
19.3. -
Forstwirt schoss Amok - 3 Tote, 3 Schwerverletzte /
Mehr Friedfertigkeit durch Abschaffung der Jagd
18.3. - Papst in Afrika: Kondome "verschlimmern" AIDS-Problem
8.3. -
Irland: Verbrechen pädophiler Priester nicht
genügend gestoppt - Bischof tritt zurück
8.3. - Wie Großkonzerne den deutschen
Steuerzahler legal übers Ohr hauen
Die Ethik-Krise hinter der Wirtschafts- und
Finanzkrise / Sonderboni für Postbank-Vorstände
6.3. -
Mutter von vergewaltigtem 9-jährigen Kind von
katholischer Kirche in spätere Hölle geschickt
Kirche: Wenn
auf Abtreibung die Exkommunikation folgt und auf Töten im Krieg angeblich der
Himmel
6.3. -
Pius-Bruderschaft: "Unterschwellige Ablehnung der
päpstlichen Autorität" durch deutsche Bischöfe
2.3. -
Katholische Kirche in der
Krise
/ 30 Marienkinder wieder in die Kirche aufgenommen
25.2. -
Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach
24.2. -
Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits über 7.000:
Jetzt zehn neue "Heilige"
Zur Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust
22.2. -
Die Verbrechen der römisch-katholischen Kirche während
der Militärdiktatur in Argentinien
17.2. -
Kritik am Vatikan: Drei Theologen droht Lehrverbot
Im Wortlaut: Die
Unterwerfungsforderung des Bischofs
12.2. -
Teilweiser Fleischverzicht spart 20 Billionen Dollar
Kosten für Kampf gegen Klimakatastrophe
11.2. - Der "Raubzug" geht weiter: Bank-Bosse kassieren Zusatz-Millionen
10.2. - So
ruinieren die Politiker das Klima auf unserem Planeten
7.2. -
"Austrittswelle": Notwendige Informationen für
Kirchenaustritt
7.2. -
Der Papst soll wieder nach Deutschland kommen - Riesige
Kosten für den Steuerzahler
6.2. -
Kardinal verteidigt die Wiederaufnahme der
Pius-Bischöfe in die
römisch-katholische Kirche
5.2. -
Oberster Pius-Bruder: Muslime bekehren, Kritik an Mohammed
/ Absurder Hochmut in der Kirche
5.2. -
CDU-Politiker verneigen sich weiter vor Joseph Ratzinger /
Staat als Ross, Kirche als Reiter
3.2. - Piusbruderschaft: Juden können sich durch
katholische Taufe von historischer Schuld befreien
Wieder in Kirche integrierte Piusbruder-Bischöfe lehnen offenbar auch
Religionsfreiheit ab
2.2. -
Bischofseinsetzung: Papst ignoriert einmal mehr alle
Vorschläge der Betroffenen
29.1. -
Muslimischer Ministerpräsident der Türkei verweist Christen und Juden
auf deren 5. Gebot
29.1. -
Bankraub - früher illegal, heute legal? Die Herrschaft
des Gottes Mammon auch in Deutschland
27.1. -
Pius-Brüder-Bischöfe von
Papst wieder in Kirche aufgenommen -
Hintergründe der kirchlichen
Verantwortung
27.1. -
Katholische Kirche: Vollständiger Ablass für die
Drogenmafia? Schuld der Kirche an Verbrechen?
24.1. -
Papst segnet Lämmchen für Pallien der Erzbischöfe - am Karfreitag werden sie
dann umgebracht
Papst tauft Säuglinge - Treten Sie später aus, kommen sie
nach katholischer Lehre in die Hölle
u.a., z. B. Ehe, "Euthanasie"
23.1. -
Präsident des Umweltbundesamtes plädiert: Nur noch
sonntags Fleisch essen
21.1. -
Lutherischer
Landeskirchenmusikdirektor
ersticht Frau und musiziert danach
bei kirchlicher Trauung
20.1. -
Vom Tiermord zum Menschenmord
ist nur ein Schritt
(Tolstoi):
Metzger und Jäger zielte mit Waffe
auf Sohn
Anderer Metzger verspeist Fleisch eines Mädchens /
Koch zerstückelt Kollegen
16.1. -
Evangelischer Pastor: Sexuelle Nötigung einer Jugendlichen
15.1. -
Atommüll-Fässern in Asse droht Zerstörung / Was macht
diese Generation mit der Erde?
14.1. -
Pfadfinderarbeit: Evangelisch-lutherischer Diakon verging sich an Kindern
12.1. - Zum
Abschied einen
Militärschlag
verhindert: George W. Bush untersagte Israel
Überflugsrechte für Angriff auf Iran
10.1. -
Jäger verwechselt
Kollegen mit Wildschwein -
erschossen /
Mensch zerstört
ökologisches Gleichgewicht
10.1. -
Nobel-Restaurant schenkt 140 Jahre alten Hummer die Freiheit
Kain, wo ist Dein Bruder Abel?
Klarstellung zu unserer Berichterstattung über den Gaza-Krieg
9.1. -
10.000 Menschen auf der Straße: "Israel geht hart
gegen Verweigerer
und Demonstranten
vor"
9.1. -
"Uno legt schockierenden Gaza-Bericht vor" /
Hunderttausende Moslems demonstrieren gegen
Israels Regierung
9.1. -
Gläubige Juden protestieren gegen den Krieg / Israel
brachte Flüchtlinge in ein Haus
und beschoss es dann
8.1. - Zur Neutralität verpflichtetes Internationales Rotes Kreuz macht Israel schwere Vorwürfe
8.1. -
Bibelgläubiger Unternehmer kapitulierte und
ließ sich von Zug überrollen
7.1. -
Gaza-Krieg: Flucht oder Tod im Süden / Katholik
Joschka Fischer "solidarisch mit Israel"
7.1. -
Keine Tiere erlaubt: Priester verweist blinde Frau mit
Blindenhund aus der Kirche
7.1. -
HIV-positiver Jugendpfarrer missbrauchte Jugendlichen und Tiere
7.1. - Priester beim Diebstahl ertappt - Porno-DVDs in Klosterzelle
in Maria Laach sicher gestellt
6.1. - Waffenstillstand oder Vernichtung?
/ Neue
Waffen und neue israelische Siedlungen in Palästina
George W. Bush gab
grünes Licht
für Gaza-Krieg / Kriegsbefürworter
sollen sich von
Christus
distanzieren
3.1. -
Israelische Regierung hält sich nicht an "Auge um Auge, Zahn um Zahn"
/ Unendlicher Krieg
2.1. -
Die Beduinen im Negev / Die Goldene Regel für Menschen aller
Religionen und Kulturen
1.1. -
Neujahr 2009: Fühlen wir uns in die Opfer in Kriegsgebieten hinein
1.1. -
Silvester 2008
/ Neujahr 2009: Kein Grund zum Feiern: Countdown der
Naturkatastrophen
29.6. / 30.6. / 5.9.2009 -
Die grausamen Kriege in
Afghanistan und Vietnam / Klare Distanzierung des Westens von Christus wäre
hilfreich - Manchmal sagt ein Bild mehr
als viele Worte. Z. B.
http://www.stern.de/wissenschaft/medizin/:Phosphorbomben-Afghanistan-Razia%2C-Leben/704459.html?cp=4.
Woche für Woche werden unschuldige Zivilisten von den westlichen Truppen
getötet, welche dort gegen die einheimischen islamistischen Taliban kämpfen.
Der Westen setzt in Afghanistan auch die besonders grausamen
Weiße-Phosphor-Bomben ein, wie zuletzt auch Israel gegen Gaza. Mehr zum
Wahnsinn des Afghanistan-Krieges und seinen bislang vielen Tausend zivilen
Opfern siehe hier.
Im Verlauf des Krieges werden die Taliban bis jetzt von Jahr zu Jahr stärker.
George W. Bush hat den Krieg nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New
York am 11.9.2001 begonnen, und Deutschland zog als NATO-Partner gleich mit.
George W. Bush verwies damals auf eine Querverbindung zwischen der
Taliban-Regierung Afghanistans und den Terroristen, die dort offenbar
unbehelligt "Ausbildungslager" besuchen konnten. Die damalige deutsche Regierung Schröder/Fischer interpretierte die
Anschläge in New York zur Rechtfertigung des Krieges auch als Angriff auf
Deutschland, der mittels der Terroristen in New York auch in gewisser passiver Weise von
der Regierung in Afghanistan
ausgegangen sein soll. Bis heute ist jedoch verblüffend, wie nahezu spielend
leicht die Terroristen mit ihren Waffen an Bord der Flugzeuge kommen konnten.
Klar ist jedoch: Zwei Jahre später, im Jahr 2003, hat ein Großteil des Westens den
Krieg gegen den Irak im Wesentlichen mit derselben Begründung begonnen wie den
Afghanistan-Krieg: nämlich einer Verbindung
zwischen den Terroristen des 11.9.2001 und der Regierung des Irak - eine Lüge westlicher
Geheimdienste, welche diese z. B. unter Folter erpresst hatten (siehe
hier).
PS: Auch der Krieg der USA gegen
Vietnam "geht weiter". Seit Kriegsende wurden 42.000 Vietnamesen durch herum
liegende Bomben getötet, 62.000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und erlitten
bleibende Schäden. 20 % der gesamten Staatsgebietes Vietnams sind bis heute durch 800.000
Tonnen noch nicht gezündeter US-Bomben verseucht. Das heißt: Die Detonationen
gehen weiter, und zwar leider nahezu täglich
(tagesschau.sf.tv, 29.6.2009).
Mit seinen Kriegen verhöhnt der
kirchenchristliche Westen seit je her den großen Friedenslehrer Jesus von
Nazareth (der die Kriege niemals befürwortet hätte), und er schürt damit
weltweit auch den Hass auf das Christentum. So wie früher die vom Papst
ausgerufenen bestialischen Kreuzzüge gegen die islamische Welt den Hass auf das
Christentum schürten (vgl. dazu z. B.
http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html).
Jesus von Nazareth war nie parteiisch und hat zu Unrecht nie geschwiegen,
gleich von wem es ausging. Er hat den Finger auf die Wunde gelegt, aber niemals
einen Krieg als Lösung eines Problems gelehrt.
Auch hat er keine "Geheimdienste"
beauftragt, mögliche Kriegsgründe zu erfinden oder "Geständnisse" unter
Folter zu erpressen wie es später manche katholische "Heilige" getan haben
(siehe dazu hier).
Eine weltweite Distanzierung der
westlichen Regierungen gegenüber Jesus von Nazareth könnte deshalb helfen, den
Hass bzw. die Abneigung gegenüber dem Christentum in Teilen der islamischen Welt zu verkleinern.
Wenn die westlichen Regierungen unmissverständlich und weltweit bekennen, dass
ihr Handeln überwiegend dem katholischen oder evangelischen Glauben
entspringt, jedoch nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun hat, dann könnten die
Opfer der Kriegspolitik die Schuld auch nicht mehr der christlichen Lehre geben.
24.6. /
27.10.2009 / 3.4.2011 -
Der unsägliche Schaden
durch Mission - Nachfolger des Jesus von Nazareth bemühen sich, Vorbilder zu
sein. Sie missionieren nicht / Verbrechen an Missionsschülerinnen in Jemen: Hintergründe / Mord an
Muslimin in Dresden führt zu Aufruhr in der islamischen Welt - Anlässlich der furchtbaren Ermordung
von Rita Stumpp und Anita Grünwald in Jemen ist in kirchlichen Kreisen das Thema "Mission"
wieder zur Sprache gekommen.
Mörderische
Kreuzfahrer werden bis heue als "Selige" verehrt
Drohung mit einer angeblich ewigen Hölle als
Mittel der Mission
Nachfolge Jesu: Vorbild statt Mission
Entführter Missionar in Jemen: "Betet, dass
Moslem zum Glauben kommt"
Hilfe mit oder ohne Hintergedanken?
Die "evangelikale" Jesusfigur ist nicht der Mann, der
einst in Nazareth lebte
"Man darf in diese Region nicht reisen"
Irak: Hunderte von Bibeln bereits im Kriegsgepäck?
Umgekehrte Vorzeichen: Der heimtückische Mord an
einer Muslimin in Dresden
Deutschland: Kaum Einfühlungsvermögen in die
arabische Seele
Staat sollte sich von Missionaren
distanzieren und Kirche auffordern, Höllenlehre zu ändern
Mörderische Kreuzfahrer werden bis heute als "Selige" verehrt
In früheren Zeiten ging die Mission einher mit brutalen Kreuzzügen gegen islamische Länder, mit Zwangsbekehrungen, Verbrennungen Andersgläubiger und vielem Horror mehr. Zwar ist dies heute nicht mehr der Fall, und Ermordungen aus Glaubensgründen gibt es heute umgekehrt nicht selten durch fanatische Islamisten. Doch werden brutale kirchliche Gewalttäter aus früheren Zeiten bis heute teilweise als "Heilige" oder "Selige" verehrt (siehe dazu hier). Und anstelle von Mord ist in der Kirche heute vielfach der Rufmord gegenüber religiösen Minderheiten getreten (siehe Der Theologe Nr. 12). Und auch die Grundhaltung eines kirchlich Missionierenden trägt einen schwerwiegenden negativen Aspekt in sich, auch wenn die Person sonst positiv und hilfsbereit auftritt: Wer missioniert, versucht den Nächsten von seinem Glauben zu überzeugen, ihn womöglich durch extremistische Höllen-Warnungen zu bedrängen. "Nächstenliebe" mit missionarischen Hintergedanken ist deshalb nicht selbstlos, sondern hat immer zumindest den faden oder bitteren Beigeschmack, letztlich doch nur Mittel zum Zweck zu sein. Zudem gilt: Wer überzeugen möchte, ist tiefer in seinem Inneren in Wirklichkeit selbst nicht von dem überzeugt, was er anbietet, sondern verdrängt die eigenen Zweifel durch den Missions-"Erfolg" an anderen.
Drohung vor einer angeblich ewigen Hölle als Mittel der Mission
Und
dies kann im Hinblick auf das kirchliche Christentum und seine Lehre auch gar nicht anders sein,
denn die Seele spürt intuitiv, dass dort vieles nicht stimmt. Kirchliche und vor
allem so genannte "evangelikale" (= überzeugt evangelische) Missionare
versuchen etwa, die Lehre von einem "Gott" zu
verbreiten, dessen Zorn auf die sündigen Menschen erst durch ein angebliches "Sühneopfer"
seines Sohnes Christus gesühnt
worden sein soll (siehe dazu Starb
Jesus einen Sühnetod?). Dies wäre nun seine "Liebe". Doch wer dieses angebliche "Geschenk" nicht
annehmen möchte, obwohl er es kennt, sich also nicht auf diese Weise "retten"
bzw. bekehren lassen möchte, der müsse nach seinem Tod in
eine ewige Hölle, so diese Lehre, die man einer bestimmten Interpretation
biblischer Aussagen entnimmt
(vgl. "Der Theologe Nr. 19" - Es gibt keine ewige
Verdammnis - auch nicht in der Bibel). Diese vordergründig als liebevoll
dargelegte aber letztlich doch furchtbare Lehre erklärt auch den Druck oder gar
inneren Zwang,
missionieren zu müssen, den viele "evangelikale" Christen
verspüren. Was oft als besonders starker "Glaube" erscheint, ist in
Wirklichkeit eine sehr persönlich geprägte Gottesvorstellung, die auf einer
bestimmten Art der Bibelauslegung und der Frömmigkeit beruht. In ihrer
inhaltlichen Enge und in ihren
Abgründen hat sie zwar kaum etwas mit dem Schöpfergott und mit Christus zu tun,
aber der einzelne verspürt durch die ständige Verknüpfung seiner
Alltagserfahrungen mit diesem "Gott" oft ein hohes Maß an Lebensenergie, die er
gemäß seiner Vorstellungen mit dem "Heiligen Geist" identifiziert. Dadurch, dass der
einzelne alle seine Lebenserfahrungen so darlegt, als habe "Gott" dies
oder jenes getan, dies oder jenes gewollt bzw. dies oder jenes gesagt, geht
diese Art zu glauben oft mit einer gewissen Hartnäckigkeit und Uneinsichtigkeit daher,
und man stellt sich oft uneingestanden über seine Nächsten, die eben nicht so
glauben. Und wie man so locker mit "Gott" auf Du und Du verbunden scheint, ist
in Wirklichkeit eine Kommunikation mit einem "Gegenüber", das ein Gemisch aus
Gottesvorstellungen der Bibel und aus dem eigenen Ego mit seinem
Unterbewusstsein und seinen Sehnsüchten ist. Ist man sich dann gewiss, was
"Gott" wolle, dann ist dies nur die Vergewisserung, mit seinen eigenen
augenblicklichen Gottesvorstellungen im Reinen zu sein. Und dazu gehören nun mal
auch die grausamen Höllenvorstellungen. Und was
durch diese Höllenlehren schon für Schäden in den Seelen von Menschen
entstanden sind, kann kaum in Worte gefasst werden. Und auch die beiden
getöteten jungen Frauen haben dies wahrscheinlich geglaubt.
So heißt es etwa im Bekenntnis ihrer
Bibelschule in Brake bzw. Lemgo z. B.: Wir glauben, "dass die Ungläubigen zur
ewigen Verdammnis" "auferstehen werden" (http://www.heise.de/tp,
25.6.2009) - man muss sich das einmal nur ansatzweise vorzustellen
versuchen: ewige unendliche Qualen ohne Linderung. Was für ein "Gott"! Dem
schlimmsten Feind kann man solches nicht wünschen, und es ist zum Glück auch nur
die grässliche Phantasie kranker Kirchengehirne. Und damit natürlich auch keine
"Verbesserung" für die islamische Welt, die Jesus ja als einen Propheten
anerkennt, im Gegenteil.
Nachfolge Jesu: Vorbild anstatt von Mission
Denn die Nachfolge des Jesus von Nazareth ist
etwas anderes, nämlich in erster Linie das Leben nach den Zehn Geboten und der
Bergpredigt, also etwas sehr Praktisches. Und Nachfolger des Jesus von Nazareth
missionieren nicht. Sie bemühen sich
stattdessen, in ihrem Alltag Vorbilder im praktischen Leben zu sein. Sie glauben nicht, dass ihre
Nächsten ebenso denken oder glauben müssen wie sie, und sie achten deren
Freiheit. Wenn darauf hin Menschen auf sie zukommen und nach ihrem Glauben
fragen, dann geben sie Auskunft. Doch sie achten darauf, wenn möglich nur so viel mitzuteilen,
wie sie selbst schon an Positivem verwirklicht haben. Und sie sagen nur das, von dem sie
glauben, dass der Nächste es auch verstehen kann. An den satanischen Unsinn einer
ewigen Verdammnis und an das angebliche "Seelenheil" durch einen "richtigen"
Glauben glauben sie nicht. Und auch nicht an einen Gott, der seinen
Sohn als angeblich blutiges menschliches "Sühnopfer" für die Sünden der Menschen
bestimmt haben soll - ein Glaube, der von der Kirche aus grausamen antiken
"Götzenkulten" übernommen wurde.
Deshalb sind manche Moslems, die Jesus als Propheten anerkennen und einiges von
dem tun, was er lehrte, ihm unter Umständen auch viel näher als Kirchenchristen,
welche die Botschaft des Christus mit dem "heidnisch-katholischen"
Sühnopfer-Blutkult vermischen und dabei letzteres auch noch als angeblich
wichtiger erachten (im Gegensatz z. B. zum Gleichnis vom Weltgericht in
Matthäus, Kapitel 25). Deshalb führt diese Art der Mission weg
von Jesus, dem Christus, nicht zu ihm hin.
Siehe dazu auch den TV-Beitrag von frontal21 unter
http://www.youtube.com/watch?v=GGC7rqaNwE0&feature=related
Entführter Missionar im Jemen: "Betet, dass Moslem zum Glauben kommt"
Zum aktuellen Anlass: Über einen Missionsversuch des in
Jemen entführten deutschen Familienvaters berichtet Spiegel online wie
folgt: "Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes hat Erkenntnisse, wonach
aufgebrachte Muslime den deutschen Techniker Johannes H. bedrohten und
aufforderten, seine Missionierungsversuche einzustellen. Der Mann aus Sachsen
schilderte den Zwischenfall in einem Rundbrief an Freunde in Deutschland. Er
habe in einem Teehaus in Saada einen Muslim kennen gelernt und mit ihm
spirituelle Gespräche geführt. ´Außerdem`, berichtete Johannes H., ´ermutigte
ich ihn, die Bibel zu lesen.` Nach einiger Zeit sei allerdings der Bruder des
Mannes in dem Krankenhaus in Saada erschienen, in dem Johannes H. und seine Frau
Sabine arbeiteten, und habe ihm gedroht, ihn bei den geistlichen Autoritäten
anzuzeigen. Der Missionsversuch, habe der Mann zu H. gesagt, sei bereits
Diskussionsthema in den Moscheen. Offenbar schenkte der Vater von drei kleinen
Kindern der Warnung aber wenig Beachtung. ´Betet für seinen Glauben`, bat
Johannes H., ´und dass er tatsächlich zum Glauben kommt und Jesus als seinen
Herren annimmt`" (20.6.2009). Würde also Johannes Henschel tatsächlich
einen Moslem aus der Männergemeinschaft in der Moschee in Saada
heraus missionieren können?
Mit dieser Familie aus der
Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen waren nun die
beiden russlanddeutschen Frauen unterwegs, als sie
ermordet wurden. Beide hatten in demselben christlichen Krankenhaus als Praktikantinnen
gearbeitet, in dem auch Johannes Henschel (oder: Hentschel) angestellt war. Und vermutlich wussten Rita Stumpp und Anita Grünwald nicht, dass Johannes Henschel schon massiv von strengen
Moslems beargwöhnt wurde. Und auch über die beiden
Frauen heißt es weiter bei Spiegel
online: "Auch in den Hinterlassenschaften der von den Entführern
erschossenen deutschen Frauen Rita S. und Anita G. aus dem westfälischen Lemgo
fanden die Ermittler Missionsschriften."
Hilfe mit oder ohne Hintergedanken?
Und während bei den Angehörigen der beiden
getöteten Frauen wohl noch der sehr große Schmerz im Vordergrund steht, werden sie
von Außenstehenden schon annähernd zu Märtyrerinnen erklärt. So
heißt es z. B. in einem evangelischen Leitartikel: "Hier fallen einem nur noch
die Worte Jesu ein: ´Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen`"
(idea-spektrum Nr. 26/2009). Zwar haben die jungen Frauen nur "helfen" und
niemandem "schaden" wollen, wie es heißt. Doch grundsätzlich gefragt: Was ist wirkliche Hilfe und wo wird
vielleicht sogar mehr Schaden angerichtet? Und ob das Verteilen oder das Liebäugeln mit
dem Weitergeben von evangelischen Bibel- oder
Missionstraktaten im Jemen dem Willen von Jesus entspricht? Dies sollte auch im
"evangelikalen" Umfeld zumindest einmal angezweifelt werden. Aus
urchristlicher Sicht sind diese Traktakte eine Verfälschung der Botschaft Jesu. Und ob in solchen
Ländern das "Helfen" von angeblich "tiefgläubigen" Christen
schließlich
selbstlos im Sinne des Jesus von Nazareth erfolgt, oder ob eben doch gezielte missionarische Hintergedanken,
gespeist aus abstrusen Höllenängsten,
die eigentliche Motivation sind,
sei einmal dahin gestellt. Dies hängt natürlich auch vom Einzelnen ab, und darüber wird hier
auch nicht geurteilt. Sicher scheint jedenfalls, dass die
einheimischen Demonstranten bei der Kundgebung gegen die Mörder im Jemen deren praktisches Tun im
Krankenhaus schätzten, nicht eventuelle missionarische Hintergedanken der dort Beschäftigten.
Und nahe liegend ist auch, dass durch die westlich-evangelische Mission in
arabischen Ländern auch die Sicherheitslage für alle westlichen Ausländer
verschlechtert wird, die mit Missionierung nicht das Geringste zu tun haben. Und
dass das Krankenhaus, das offenbar hauptsächlich aus missionarischen Gründen
betrieben wurde, jetzt aus Sicherheitsgründen geschlossen hat, ist besonders
tragisch für die Menschen, die dort dankbar medizinische Hilfe erfahren haben
ohne dass sie sich missionarisch bedrängt fühlten.
Aktualisierung: Die Töchter des entführten sächsischen Ehepaares
Henschel, Lydia und Anna, wurden im Mai 2010 an
der Grenze zu Saudi-Arabien von saudischen Sicherheitskräften befreit bzw.
diesen übergeben und mit
der deutschen Luftwaffe zu den Verwandten nach Deutschland zurück geschickt. Die
beiden Mädchen (6 und 4 Jahre alt) sprachen untereinander Arabisch, die jüngere
verstand kein Deutsch mehr, die ältere noch ein bisschen. Sie wurden zuletzt
Fatima und Sarah genannt, trugen festliche jemenitische Stammesgewänder. Jetzt
wird ihnen vermutlich wieder aus der Bibel vorgelesen. Ihre Eltern sind,
Presseberichten vom März 2011 zufolge, wahrscheinlich tot.
Die "evangelikale" Jesusfigur ist nicht der Mann, der einst in Nazareth lebte
Eine deutliche Antwort auf die Frage nach
Motiven für angebotene Hilfe gibt die "evangelikale" Missionsgemeinschaft
Weltweiter Einsatz für Christus (WEC), die wiederum mit dem
Hilfswerk Worldwide Services zusammenarbeitet, welches das betreffende Krankenhaus in
Jemen betrieb (idea-spektrum Nr. 26/2009), welches nach den Morden jetzt
geschlossen hat und seine weiteren Mitarbeiter evakuierte. Als Ziele sind hier
unter anderem formuliert: "Das Evangelium von Jesus
Christus zu den noch verbleibenden unerreichten Volksgruppen bringen, und zwar
mit äußerster Dringlichkeit" und: "Menschen zu kulturübergreifender Mission
inspirieren, mobilisieren und trainieren" (http://www.wec-int.de).
Nur: Ist diese Art von "Evangelium" denn wirklich das, was Jesus, der Christus
wollte? In der Regel nein. Stattdessen hat man im kirchlichen Umfeld die Botschaft
von Jesus durch die Lehre des Paulus (siehe dazu Der
Theologe Nr. 5) und vor allem durch heidnische Sühnopfer-Blutkulte und die darauf aufbauenden kirchlichen Lehren (siehe
dazu Der Theologe Nr. 25)
unterwandert, verfälscht und letztlich ersetzt.
In einem Leserbrief in der Zeitschrift
idea-spektrum interpretiert ein "Missionsarzt in einem islamischen Gebiet"
die Tat der beiden jungen russlanddeutschen Frauen wie folgt: Sie hätten "aus
Liebe zu Jesus und den Menschen im Jemen ihr Leben riskiert" (idea-spektrum
Nr. 28/2009). Damit spricht er aus, dass die beiden bewusst ihr Leben aufs
Spiel gesetzt haben. Allerdings leider für den falschen Jesus der Institutionen
Kirche.
Dass die Wirklichkeit anders sein könnte als die eigenen Vorstellungen, dafür
werden auch im Dokumentarfilm Anita und Rita. Vom Leben und Sterben zweier
Bibelschülerinnen auf bibel.tv Indizien berichtet. Verwandte
berichten, dass ihnen Anita bzw. Rita einige Male "erschienen" seien; im Traum,
aber auch "real". Dies sind keine Halluzinationen, sondern in der Tat
reale Begegnungen. Dies weist darauf hin, dass ihre Seelen nicht im "Himmel"
sind, sondern "erdgebunden" und weiterhin überwiegend in ihrer bisherigen
Vorstellungswelt; und dass sie sich auch nach ihren Verwandten sehnen und ihnen
Botschaften zu übermitteln versuchen, wie aufzuwachen aus der "Traumwelt"
(siehe dazu auch Der Tod bei Gewaltverbrechen oder Unfällen -
Was kommt danach?). Diese Erlebnisse sind also keine Halluzinationen
oder nur Spiegelungen der eigenen Sehnsüchte, sondern es sind meist reale
Begegnungen, in diesem Fall mit den beiden jungen Frauen. Aus jenseitiger Sicht ist das Diesseits in der Tat
nur eine "Traumwelt", wobei auch die Seele im Jenseits - die dort keinen
menschlichen Körper mehr hat, während sich sonst jedoch wenig ändert - noch sehr
lange traumwandlerisch weiterleben kann und wieder in eine neue Inkarnation auf
der Erde drängt (mehr dazu in Der Theologe Nr. 2).
"Man darf in diese Region nicht reisen"
In Jemen ist der Islam Staatsreligion, und kirchliche Mission ist
zudem verboten. Sind kirchliche oder "evangelikale" Missionare bzw. Helfer dennoch
hier und da "erfolgreich", was Johannes H. gemäß Spiegel online im
Hinblick auf seinen islamischen Gesprächspartner ja erhoffte (siehe
oben), würden sie vermutlich
in ihren Ursprungskirchen oder -gemeinden deswegen hoch angesehen.
Denn sie hätten eben dafür zuvor sehr große Risiken und Gefahren, ja sogar
Lebensgefahren auf sich genommen. Und so sagte der frühere deutsche
Staatssekretär Jürgen Chrobog auch zum Ort der brutalen Ermordungen: "Man darf
in diese Region nicht reisen, man darf sich in dieser Region nicht aufhalten.
Das ist hier schlicht ignoriert worden" (idea-spektrum Nr. 26/2009).
Doch sind alle Reisewarnungen der Bundesregierung wohl wirkungslos, wenn sich der Betroffene von "Gott"
in das Land gesandt fühlt und alle seine Vorstellungen und Gefühle, warum er
dort hinreist, "Gott" zuschiebt. So schreibt idea-spektrum z. B. von einer
18jährigen Abiturientin, die zu einem Hilfseinsatz nach Myanmar, wo eine
Militärdiktatur herrscht, aufbricht. Sie wäre angeblich von "Gott" auf dieses Land
aufmerksam gemacht worden (Nr. 27/2009). Und auch der "evangelikale" Ex-US-Präsident
George W. Bush wurde angeblich
von "Gott" gebeten, die Kriege gegen in Afghanistan und den Irak zu
beginnen. Haben wir heute also wirklich eine so völlig andere Zeit als in
früheren Jahrhunderten?
Doch was heißt "von Gott"? Rita Stumpp und Anita Grünwald wurden in ihrer
Bibelschule Brake e.V. in Lemgo für das Krankenhaus in der Krisenregion Jemen
begeistert. Und wer trägt dann die Verantwortung, wenn ein Vertreter dieser
Einrichtung in der Bibelschule Brake e.V. einen solch motivierenden Vortrag
hält, dass zwei Studentinnen im Anschluss daran sagen: "Da möchten wir hin"? Die
Bibelschule Brake e.V. hatte also anerkannte Praktikumsplätze in einer Region in
ihrem Ausbildungsprogramm, für welche die Regierung massive Reisewarnungen
ausgesprochen hat. Dann kann man hinterher nicht "Gott" dafür in die
Verantwortung nehmen. Man hat - aus besagten Gründen - bewusst mit seinem
eigenen irdischen Leben gespielt.
Irak: Hunderte von Bibeln bereits im Kriegsgepäck?
PS:
Zum Thema Mission im Irak: Bereits wenige Tage nach dem
gewaltsamen Sturz des sunnitischen Moslems Saddam Husseins durch die überwiegend von Kirchenchristen
regierten USA verfrachteten westliche Bibelgesellschaften gleich Tausende von
Bibeln ins Land, so dass man den Eindruck erhielt, die ersten Bibeln gehörten
gar zum "Kriegsgepäck". Doch die gefeierte "Befreiung" wurde zum Bumerang.
Der Krieg und die nachfolgende Gewalt forderten Tausende von Opfern. Und Christen und
Kirchenmitglieder fliehen mittlerweile zu Tausenden aus dem Irak.
Siehe dazu unsere Meldungen vom 19.5.2009 und
vom 14.12.2008.
Doch die Missionsbestrebungen gehen weiter: Bei der Trauerfeier für Rita Stumpp und Anita Grünwald in ihrer
Heimatgemeinde, der baptistischen Immanuelgemeinde in Wolfsburg, nahm auch die
Generalsekretärin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinde, Regina Claas,
Stellung zur Mission. Im Evangelischen Sonntagsblatt heißt es dazu: "Der
kirchliche Missionsauftrag werde nicht hinterfragt. Die Frage nach der
Sicherheit in Krisengebieten sei allerdings zu stellen" (28.6.2009).
Über Hardliner schreibt dabei der Humanistische Pressedienst am
17.12.2009: "Ein Newsweek-Artikel
[http://www.newsweek.com/id/202734] zeigt, wie wichtig dieses Vorhaben
[Missionierung] weiterhin
ist. US-Militärs hatten im Krieg gegen den Terror christliche Missionierung
betrieben. Der höchste Militärgeistliche in Afghanistan gab die Parole ´Hunt
People for Jesus` [= Jagt Leute für Jesus] aus" (http://hpd.de/node/8478).
Wobei der Militärpfarrer eben für den gefälschten evangelischen Jesus "jagt" und
nicht für Jesus von Nazareth, wie er wirklich war.
Kein westlicher Politiker kann sich also beschweren, wenn islamische Politiker
sich in diesem Zusammenhang über einen neuen "Kreuzzug" beklagen, der zwar
nicht offiziell ist, der jedoch praktisch einen Teil-Aspekt dieses Kriegsgeschehens
darstellt.
Und wenn mittlerweile in evangelikalen Gemeinden der USA Korane verbrannt werden
und der Islam als "dämonisch" bezeichnet wird, dann ist auch verständlich, wenn
manche Muslime befürchten, die Not in ihren Ländern werde von solchen Christen
ausgenützt, um durch Hilfsbereitschaft Menschen vom Islam zum Christentum zu
bekehren.
Umgekehrte Vorzeichen: Der heimtückische Mord an einer Muslimin in Dresden
PS:
Und während manche deutsche Medien noch die fehlende Religionsfreiheit im Jemen
kritisierten und darauf hinwiesen, dass bekennende Muslime umgekehrt in
Deutschland angeblich gefahrenlos missionieren dürften, passierte in Dresden ausgerechnet
ein Mord mit fast umgekehrten Vorzeichen. Der 28-jährige russlanddeutsche
Alex W. hat die schwangere Ägypterin Marwa El Sherbini vor den Augen ihres dreijährigen
Kindes im Gerichtsgebäude erstochen und ihren Ehemann lebensgefährlich verletzt.
Im Vorjahr hatte er sie wegen ihres Kopftuchs bereits als "Islamistin" und
"Terroristin" beschimpft, die in Deutschland kein Lebensrecht hätte. Darauf hin
wurde er wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt, über die nun in
Berufung verhandelt wurde. Dabei hatte Alex W. vor seinem geplanten Mord sein
späteres Opfer im Gerichtssaal offenbar zunächst weiter beleidigt,
ohne dass jemand die drohende Gefahr erkannte und darauf hin die
Sicherheitsmaßnahmen für die Bedrohten verstärken ließ: "Ich
finde es nicht in Ordnung, dass diese Monster nach dem 11. September nicht
rausgeschmissen wurden",
so drohte der Täter, den man zuvor auch nicht auf mögliche Waffen durchsucht
hatte, schon während der Verhandlung, an deren Ende er dann den brutalen Mord an
der Frau beging, die er für eines der "Monster" hielt (Focus online, 11.7.2009).
Auch andere Frauen mit Kopftuch berichten vielfach
von Anfeindungen in der Öffentlichkeit. Für muslimische Frauen im
öffentlichen Dienst ist in
acht vom kirchlichen Christentum geprägten westdeutschen Bundesländern das Kopftuch
verboten (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, Saarland, Berlin und Bremen), während kirchliche Nonnen in Amtstracht willkommen sind, obwohl diese
das Erscheinungsbild der Frau viel extremer verändert als das muslimische
Kopftuch. Und die Mutter der Ermordeten
"erklärte, ihre Tochter habe Schwierigkeiten
gehabt, in Deutschland einen Job zu finden, weil sie die traditionelle
Kopfbedeckung trug"
(Spiegel online, 7.7.2009).
Deutschland: Kaum Einfühlungsvermögen in die arabische Seele
In Alexandria in Ägypten wurde die Ermordete, eine ehemalige
Handball-Nationalspielerin, zunächst mit einem Protestzug
von weit über 1.000 Menschen beigesetzt, die teilweise "Nieder mit Deutschland"
riefen und "Vergeltung" forderten (Sächsische Zeitung, 6.7.2009).
"Es gibt keinen Gott außer Gott, und
die Deutschen sind die Feinde Gottes", sangen die Menschen (Spiegel
online, 7.7.2009).
Es ist nicht klar, wie vielen Trauernden in diesen Momenten bewusst war, dass
der deutsche Staat den
heimtückischen Mord ebenfalls verurteilt. Auf der anderen Seite wird der Mord auch von
fanatischen Islamisten ausgenützt, die selbst vor bestialischen angeblichen
"Ehrenmorden" an Familienmitgliedern nicht zurückschrecken würden.
Doch so wie die beiden in Jemen ermordeten russlanddeutschen Missionsschülerinnen verschiedentlich
als "Märtyrerinnen" gelten (siehe oben), so
gilt auch die Muslimin Marwa El-Sherbini bereits in allen Schichten des Islam als "Märtyrerin",
"denn sie wurde wegen ihrer Religion getötet"
(Welt, 6.7.2009).
Die Empörung führte zu Kettenreaktionen und zur Aufruhr-Stimmung gegen
Deutschland, vor allem wegen der anfänglich und teilweise auch späteren mangelnden Anteilnahme der deutschen
Politiker und deren Versuch, die Tragweite des Mordes zu ignorieren, indem man
von einem Verbrechen eines "Einzeltäters" sprach. So haben die deutschen
Politiker nicht annähernd erfasst, was es bedeutet, dass der Mord im geschützten
staatlichen Rahmen, in einem Justizsaal passierte. Damit ist die
Verantwortung Deutschlands gegeben und auch eine Schutzpflicht. Und wenn man den
Mord schon nicht habe verhindern können, weil man die Aggressivität des Täters
völlig falsch einschätzte, dann hätten die Politiker anschließend die Tragweite
wenigstens nicht klein reden dürfen. Und dass der Schuss des Polizisten auch noch den Ehemann traf statt den
Täter, auch darauf hätten die Politiker nicht so Achsel zuckend reagieren
dürfen. Es war ein Symbol dafür, dass hier offenbar einiges grundsätzlich
verkehrt läuft, und
dies wurde in der arabischen Welt auch so gesehen. So folgten immer wieder Demonstrationen und
anti-deutsche Unruhen in Ägypten und anderen arabischen Ländern oder auch im Iran.
Und in Pakistan brannten sogar schwarz-rot-goldene Fahnen.
Aktualisierung [November 2009] - Die Frage ist, was gar passiert wäre,
wenn der Mörder mildernde "Umstände" bekommen hätte wegen von
Psychologen diagnostizierter "frühkindlicher Defizite" oder weil er
vielleicht kurz zuvor Alkohol getrunken hatte. Tatsächlich versuchten seine
Anwälte später, eine anscheinend einst in Russland diagnostizierte schizophrene Störung strafmindernd geltend zu machen. Doch
die Richter verurteilten den uneinsichtigen Täter dennoch zu lebenslanger Haft.
Staat
sollte sich von Missionaren distanzieren
und Kirchen auffordern,
ihre
Höllenlehre zu ändern
Das muslimische Ehepaar wollte während der
Zeit ihres Stipendiums in Deutschland nur in Frieden ihrer
Arbeit nachgehen und hatte keine islamisch-missionarischen Motive gegenüber
Deutschen.
Über die Konfession des Mörders bewahren die Medien Stillschweigen, doch ist ein
fanatischer kirchlich geprägter Glaube nahe liegend. So schrieb er dem Gericht,
der Islam sei "eine gefährliche Religion" und das muslimische Kopftuch eine
"Unterwerfung ... vor Satan" (Bild, 27.10.2009). Wer so redet,
ist seinerseits religiös, geprägt, und er zündelt
vor einem Pulverfass.
Auch deshalb sollten kirchliche deutsche Missionare in islamischen Ländern, die
den Islam ebenfalls teilweise mit Satan in Verbindung bringen, in
keiner Weise von der deutschen Regierung unterstützt werden und die deutsche
Regierungen sollte sich von solche Gruppen auch im eigenen Land distanzieren.
Und wer kann schon garantieren, ob nicht auch die Presseberichterstattung über
die Morde an den beiden russlanddeutschen Frauen in Jemen und die Entführung des
Ehepaares Henschel und seiner Kinder
beim Mörder Alex W. ein zusätzlicher großer
Tropfen Öl ins Feuer
waren, der seine Aggressionen gegenüber dem Islam noch einmal steigerte. Das in Jemen noch immer nicht
zweifelsfrei gefundene entführte Missionarsehepaar Johannes und Sabine Henschel und seine drei Kinder stammen ja ebenfalls aus
Sachsen, aus Lauske bei Bautzen, und sie erfahren gerade in Sachsen, wo auch der
Täter lebte, sehr große öffentliche Anteilnahme.
Auch sollte die Bundesregierung die beiden Institutionen Kirche im Sinne der
Völkerverständigung zu einer Änderung ihrer Lehre auffordern, so dass in Zukunft auch
Muslime, welche die Kirche gut kennen, später wegen ihres Glaubens nicht mehr
angeblich in eine ewige Hölle müssen (siehe dazu z. B.
hier). Denn wenn sich die deutsche Bevölkerung
zurecht darüber empört, dass der Mörder Alex W. dem Opfer und seiner Familie das
Lebensrecht in Deutschland absprach, dann sollte es genauso empörend sein, dass
die beiden moralischen Großinstitutionen Kirche den "Himmel"
später nur für ihresgleichen beanspruchen, während
die anderen angeblich ewig grausam leiden müssen. Denn hier liegen wesentliche
geistesgeschichtliche Wurzeln für jede Art von Ausgrenzung. Außerdem würde
auch der "Missionsdruck" bei überzeugten Kirchenanhängern wegfallen, wenn auch
überzeugte Moslems nach kirchlicher Lehre in den "Himmel" kommen können, so wie
es umgekehrt auch möglich ist: Nach islamischer Lehre könne nämlich auch ein Christ
aufgrund seiner guten Taten später ins Paradies eintreten (PS: Bei den
Übeltätern werden Moslems gemäß islamischer Lehre jedoch bevorzugt - ein Glaube, der in einem
weltanschaulich neutralen Staat ebenfalls nicht gefördert werden darf, auch wenn
die Kirchenlehren um einiges schlimmer sind: Denn demnach kommen Verbrecher mit
"korrekt" kirchlichem Glauben sogar allein aus Glauben in den Himmel, während
moralisch tadellose Andersgläubige mit vorbildlichem Charakter in die Hölle
müssen; siehe dazu Der Theologe Nr. 19).
Geht die Kirche jedoch nicht auf diese Aufforderung
ein, sollte die Regierung - als Zeichen des guten Willens gegenüber allen
gesetzestreuen
Religionen und als Zeichen der Völkerverständigung - der Kirche sofort alle
Privilegien und Subventionen streichen.
19.6. / 23.6.2009 -
"Krieg" der Jäger gegen eine Tierfreundin: In 2 1/2 Jahren sechs Katzen erschossen
/ Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): Auf Tiere sind "die für Sachen geltenden
Vorschriften entsprechend anzuwenden"
- Aufgrund des deutschen Jagdgesetzes, welches das
von Reichsjägermeister Hermann Göring erlassene Reichsjagdgesetz von 1934
weitgehend übernommen hat, musste es eine Bürgerin hinnehmen, dass in den
vergangenen 2 1/2 Jahren bereits sechs ihrer Hauskatzen von den Jägern
erschossen wurde - und
zwar völlig legal. Die Katzen hatten sich jeweils über den von Hermann Göring
festgelegten Abstand vom letzten Wohnhaus hinaus gewagt. Jetzt wurde die
Bürgerin sogar zwischenzeitlich zu einer Geldstrafe verurteilt - wegen angeblicher "Störung" der
Jagd, da sie manchmal im Wald klatschte und pfiff - nach eigenen Angaben, um ihre
lebende Katze bzw. lebenden Katzen jeweils vor einer Erschießung zu schützen.
Mehr zum Filz von Politik, Jägern und Justiz und den alten Seilschaften siehe
(http://www.mediendenk.com/index.php?AID=0000018425). In letzter Instanz
wurde sie schließlich frei gesprochen, musste jedoch ihren Anwalt selbst
bezahlen.
Siehe auch den Artikel Vom Widersinn der Jagd in:
http://www.evana.org/index.php?id=26625&lang=de.
Im kirchenchristlichen Abendland wird den Tieren die unsterbliche Seele
abgesprochen. Und bis 1990 galten Tiere für die deutsche Justiz als Sachen.
Dies wurde zwar in diesem Jahr formal geändert, jedoch kaum praktisch. Und so
heißt es nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, § 90a, hinsichtlich der Tiere
weiterhin: "Auf sie sind die für
Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas
anderes bestimmt ist."
Dass uns durch die Augen eines Tiere auch eine
Seele anspricht, wird von den Kirchen verleugnet. Siehe dazu der 4. Teil des in
Der Theologe Nr. 7: Absturz in die Barbarei
durch das kirchliche Christentum.
Vgl. auch unsere Meldungen vom
19.3. und
20.1.
17.6.2009 -
Die "heilig"
gesprochenen Päpste - Neu in
Der Theologe Nr. 16.
11.6. / 18.6.2009 -
Irland: Bis 15.000
Menschen gehen wegen Verbrechen in der Kirche auf die Straße / Deutschland:
Kirche versuchte, Umfang der Verbrechen herunter zu spielen -
Es war möglicherweise die größte Demonstration
für die Opfer der Kirche und gegen die Bagatellisierung der Verbrechen. Aus
Solidarität mit Tausenden von geschlagenen, missbrauchten und vergewaltigten
Kindern durch katholische Priester und Erzieher nahmen bis zu 15.000 Menschen an
einem Schweigemarsch durch die Straßen der irischen Hauptstadt Dublin teil.
Mehr dazu siehe
http://www.irishtimes.com/newspaper/breaking/2009/0610/breaking2.htm
Siehe dazu auch unsere Meldung über den
tausendfachen Missbrauch von Kindern in katholischen Heimen in Irland.
PS: Bis heute gibt es noch kein Mahnmal für die Millionen Opfer der
Kirche. Doch das Bewusstsein der Menschen wird dafür zunehmend wach. Und
immer mehr befolgen auch den Rat des Sehers Johannes, der lautet: "Tretet aus
von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts
empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 3-4; für viele ist die "Hure
Babylon", über die der Prophet spricht, die endzeitliche Kirche).
Lesen Sie dazu die Reportage:
Wir waren Sklaven unter
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,628939,00.html
In Deutschland versuchte der Vorsitzende
der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, den Umfang der
Verbrechen herunter zu spielen. Lesen Sie dazu Runder Tisch Heimerziehung:
Katholische Kirche gesteht Fehler - Zahl missbrauchter Kinder wohl wesentlich
höher:
http://www.welt.de/die-welt/article3939766/Runder-Tisch-Heimerziehung-Katholische-Kirche-gesteht-Fehler.html
Der Verband Ehemaliger Heimkinder (VEH)
forderte inzwischen einen Entschädigungsfonds in Höhe von 25 Milliarden Euro,
"in den vor allem die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände einzahlen müssten".
Wenn die Kirche ihren unermesslichen
Reichtum (siehe auch hier) dafür
einsetzt, ihre Millionen Opfer (vgl. dazu
www.kirchenopfer.de) bzw. deren
Nachkommen weltweit wenigstens symbolisch mit Wiedergutmachungszahlungen zu
entschädigen, dann wäre das zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
Vgl. dazu auch die Broschüre
Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld.
11.6.2009 -
Rennfahrer Niki Lauda
- Unwürdige "letzte Ölung" machte ihn wütend, und diese Wut stärkte seinen Lebensmut
- Nach seinem schweren Rennunfall auf dem Nürburgring am 1. August 1976 erhielt
der Formel-1-Pilot Niki Lauda auf der Intensivstation der Klinik bereits die
"letzte Ölung" der katholischen Kirche. Doch das Verhalten des Priesters, der
nur wortlos mit etwas Öl am Finger seine Schulter berührt hat und dann wieder
verschwunden ist, hat ihn "närrisch" gemacht. Er hatte gehofft, dass der
Priester mit ihm redet, ihn vielleicht tröstet. Lauda wörtlich: "Ich
spürte eine riesige Wut und dachte: Jetzt erst recht, ich lasse mich nicht
hängen, ich gebe mich nicht auf!" (Die Zeit, 10.6.2009)
Aus seiner Lebenserfahrung findet er auch anderweitig deutliche Worte gegenüber
den
Praktiken der Kirche. Niki Lauda wörtlich: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass
man sonntags in die Kirche geht, seine Sünden beichtet und dann alles wieder gut
ist. So einfach funktioniert das nicht. Wenn ich beichte, befreit mich das nicht
von den Blödheiten, die ich gemacht habe. Jeder muss seine Schwierigkeiten
selber lösen."
Vgl. dazu auch: "Der Theologe Nr. 32" -
Die Sakramente und Rituale der Kirche,
darin v.a. die Kapitel über Beichte und "Letzte Ölung".
"Der Theologe Nr. 2" - Was der Mensch sät, das wird
er ernten - Reinkarnation
11.6. / 27.6.2009 -
Kommen die
Scheiterhaufen wieder? Vatikanische Aussagen zur Religionsfreiheit haben nicht
"höchsten lehramtlichen Stellenwert" / Setzen sich Gegner der
Religionsfreiheit in der katholischen Kirche durch? / Vor 1.200 Anhängern drei
neue Pius-Priester in Zaitzkofen geweiht / Priester als Gegenspieler des Jesus
von Nazareth -
Die
Piusbrüder entlarven die römisch-katholische Mutterkirche. Anlässlich neuer
Priesterweihen der Bruderschaft, die von Papst Benedikt XVI. teilweise
rehabilitiert wurde, erneuerte die katholische Gruppierung ihre
Positionen. Hierüber schreibt das Main-Echo: "Die Piusbruderschaft hält
unterdessen an ihrer Grundsatzkritik an den Lehraussagen des Zweiten
Vatikanischen Konzils fest. Texte wie jene zur Religionsfreiheit besäßen nicht
höchsten lehramtlichen Stellenwert und dürften daher kritisch in Frage gestellt
werden, sagte der Dialogbeauftragte des deutschen Distrikts der Bruderschaft,
Pater Matthias Gaudron, in Freiburg" (11.6.2009). Deutlicher
formuliert es der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers, der schreibt:
Der "biblisch fundierte
Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, von
neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische
Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). Und so könnte man fragen:
Rüsten sich Kräfte in der Kirche schon für eine neue Führungsrolle in der Zeit
nach einem möglichen Ende des Mittelstands?
(siehe nächste Meldung)
Derweil scheint der Vatikan den Vormarsch der totalitären Bruderschaft, die
z. B. die katholischen Lehraussagen über "Religionsfreiheit" ablehnt, still bewusst zu dulden.
Und vielleicht ist es sogar im Sinne des Vatikan, wenn man für die Bevölkerung
"unangenehme" Aussagen nicht selber formulieren muss, sondern eine Bruderschaft
vorschieben kann - da kann man dann auch mal schnell wieder etwas abrücken, wenn
der Protest aus dem Volk zu laut würde. Die Pius-Bruderschaft hat
die Wegweiser für die römisch-katholische Kirche zumindest bereits zurück ins
Mittelalter gestellt.
Am
27.6.2009 fand nun eine Open-Air-Priesterweihe von drei neuen Priestern der
Bruderschaft St.Pius X. in Zaitzkofen bei Regensburg statt. Der oberste Chef der
Bruderschaft, Bernard Fellay, erklärte dazu: Wir weihen die Priester "für die
katholische Kirche" (www.abendzeitung.de, 27.6.2009). Bei seinem Besuch im Vatikan [am 5.6.2009] hätte er
"keinerlei Signale bekommen, dass die Weihen gegen Kirchenrecht verstoßen
würden" (Der Spiegel, zitiert nach Münchner Merkur, 15.6.2009).
Zwar verlautete aus dem Vatikan müde, die Weihe sei "nicht zulässig". Doch "Benedikt XVI. habe in Gesprächen mit ihnen Verständnis für sie ausgedrückt",
so Pius-Chef Bernard Fellay
(www.abendzeitung.de, 27.6.2009). So
wächst die extremistische Unter- bzw. Parallelorganisation der Rom-Kirche
ständig weiter. Am
20.6.2009 wurden in Winona/Minnesota bereits 13 weitere Männer zu
römisch-katholischen Priestern im Sinne der Bruderschaft St.Pius X. geweiht
(Spiegel online, 23.6.2009) und bereits am 28.6.2009 in Econe in der
Schweiz vor über 2.500 fanatisch Gläubigen erneut acht Priester. Focus online
schreibt dazu:
Vatikan machtlos (Focus online, 29.6.2009). "Die Kirche blutet aus", so die Warnung der
Ultrakonservativen an Rom
(www.abendzeitung.de, 27.6.2009).
Und tatsächlich gibt es immer weniger Priester,
und unter den immer weniger werdenden "geweihten" Männern haben sich schon
Tausende pädophiler Verbrechen schuldig gemacht.
PS: Jesus von Nazareth weihte keine Priester, und er hatte auch
keine Mesner und Messdiener an seiner Seite. Und er hat keinem seiner Nachfolger gesagt, dass er
Priester werden soll oder Priester weihen soll. Somit haben Priesterweihen
nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun, egal von wem und mit welchen Motiven sie vollzogen werden. Die
Priester seiner Zeit waren viel mehr die erbittertsten Gegner des Jesus von
Nazareth. Sie vollziehen Kulte und Rituale und projizieren ihr eigenes
geheimniskrämerisches Leben auf Gott, dem sie angebliche "Geheimnisse"
unterstellen. Im wissenschaftlichen Lehrbuch Kompendium der Kirchengeschichte
des bekannten Kirchenhistorikers Karl Heussi heißt es dazu: Ab dem Jahr 200
"bildet sich die unüberbrückbare Kluft zwischen Klerus und Laien und der
hierarchische Zug des neuen christlichen Priesterstandes" (Karl Heussi,
Kompendium der Kirchengeschichte, Tübingen 1991, S. 58). "Grundlegend war
die Ausgestaltung des bischöflichen Amtes. Sie stand im engsten Zusammenhang mit
der Entwicklung des Dogmas, der Kirchenzucht und des Kultus; besonders das
Aufkommen des Opferbegriffs, der den Priesterbegriff nach sich zog, wandelte die
Stellung des Bischofs ... Aus dem Dienst derer ´die sich solche Mühe geben, euch
im Namen des Herrn zu leiten` wurde die volle, uneingeschränkte Herrschaft über
die Gläubigen" (S. 79). Das ist römisch-katholisch. Doch mit Jesus von Nazareth hat das
alles nichts zu
tun.
Vgl. dazu auch
"Der Theologe Nr. 13" - Wie die Priester die Herrschaft
über das Volk erlangten
11.6. / 17.6.2009 -
Die schleichende
Vernichtung des Mittelstands - Geht die Entwicklung in Richtung auf eine neue
Sklavenhaltergesellschaft? / Wie Superreiche Karstadt/Arcandor in die Pleite
trieben - In Deutschland
merkt es eigentlich schon jeder: Die Großbanken und Großkonzerne mit
Milliardären und Millionären an der Spitze werden mit Milliarden und Billionen
von Euro Staatsgeldern subventioniert oder in Form von Bürgschaften abgestützt.
Damit die vielen Arbeitsplätze erhalten bleiben, so das ehrenwerte Anliegen. Doch
Eigentümer, Manager und
private Geldgeber schöpfen weltweit weiter die Millionen ab, welche ihre Firmen
gar nicht erwirtschaften, sondern welche nur durch Finanzpoker, knallharte
Profitkalkulation und neuerdings Staatshilfen zur Verfügung stehen. Was also,
wenn Staatshilfen nicht oder nur teilweise für den Erhalt von Arbeitsplätzen für
die Bevölkerung verwendet werden, wie dies meistens der Fall ist?
Mittelständische Betriebe gehen demgegenüber meist von vorne herein leer aus und gehen zu
Tausenden in die Insolvenz. Ein kleines Beispiel aus Mainfranken: Das
Main-Echo zitiert den Inhaber eines mittelständischen Familienunternehmens:
"... Was Schröder sein Holzmann gewesen sei [vor einigen Jahren mit
Staatsgeldern vor der Insolvenz "geretteter" Baukonzern], sei der heutigen
Regierung Opel ... Fahren die hoch bezahlten Manager ihre Großunternehmen an die
Wand, bekommen sie Milliardenhilfen. Geht ein kleiner Betrieb an der
Wirtschaftskrise zugrunde, soll er die Verantwortung selber tragen"
(11.6.2009; vgl. dazu den Artikel "Opel ist nicht gerettet, aber das Geld ist
weg" (focus.de, 3.6.2009).
Besonders infam ist, wenn Superreiche
durch maßlose Forderungen oder Geld-Entnahmen einen Betrieb oder Konzern in den
Tod treiben. Hinsichtlich Karstadt bzw. Arcandor schreibt z. B.
jetzt Spiegel online:
"Sie
[die namentlich genannten Superreichen] alle gewannen auf Kosten des
KarstadtQuelle-Konzerns, der heute Arcandor heißt und insolvent ist. In München
betrug die Garantiemiete 23,2 Prozent vom Umsatz, in Leipzig 19,6
Prozent, in Potsdam 16,4 Prozent und in Karlsruhe 14,5. [Doch] Schon bei einem
Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent, so Einzelhandelsexperten, beginne
die so genannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr
erwirtschaften könne" (14.6.2009). Die Infamie wird gesteigert, wenn man
dann nach Staatshilfen ruft, um die "Arbeitsplätze" zu retten, während man
selbst gewaltig absahnt. Auch so funktioniert die Umverteilung nach oben.
Das ist das Prinzip
des Gottes Mammon.
Andere "Große" haben jedoch mehr Glück und
bekommen Staatsgelder. Und wo das gelingt, würden in absehbarer Zeit immer mehr mittelständische
und kleinere Betriebe zugrunde gehen, während diese Konzerne mit ihren
hierarchischen Strukturen und Milliardären und Millionären vielfach von den
Staaten erhalten werden. Doch womit?
Das evangelische Magazin idea-spektrum zitiert hierzu den Leiter der
"Stiftung für kulturelle Erneuerung - Denkwerk Zukunft", Meinhard Miegel:
"Allein die großen Länder haben für Kredite, Bürgschaften, Rettungsschirme
etwa sieben Billionen Dollar Steuergelder in Aussicht gestellt. Diese
Mittel sind doch gar nicht vorhanden. In der ersten Krise dieses Jahrzehnts
wackelten Unternehmen. In dieser Krise wackeln Unternehmen und Banken. Und in
der nächsten, die jetzt vorbereitet wird, werden Unternehmen, Banken und Staaten
wackeln ..." (idea-spektrum Nr. 24/2009).
Und derweil "wackelt" vor allem der Planet Erde. Er schüttelt sich mehr und
mehr wie im Fieber. Weil er gnadenlos und brutal ausgeplündert wird ohne
Rücksicht auf kommende Generationen und einzig für den Milliarden-Profit der
mächtigsten und reichsten Menschen. Aus Sicht des Planeten ist der Krankheitsherd
deshalb der Erdbewohner
"Mensch", über den nun mehr und mehr auch herein bricht, was der
Planet tut, um seine Krankheit abzuschütteln zu können. Nach einem
UN-Bericht zur UN-Klimakonferenz im Juni 2009 in Bonn werden es bis zum
Jahr 2050 allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge geben - wenn sich das
Tempo des weltweiten Umsturzes nicht noch erhöht. In einem dpa-Bericht
dazu heißt es: "Viele Milliarden Euro jährlich sind für Maßnahmen zur Anpassung
an die Klimaveränderungen und Katastrophenvorsorge nötig. Die reichen
Industrieländer halten aber noch die Hände auf ihre Geldbeutel" (zit. nach
Main-Echo, 11.6.2009). Richtig ist: Das Geld wird überwiegend nicht in den
Erhalt des Planeten investiert, sondern in den Erhalt des desaströsen Finanz-
und Wirtschaftssystems, das von den Mächtigen überwiegend nach dem Motto gesteuert wird: "Nach
uns die Sintflut."
Und was sich im Vorfeld noch anbahnt, zeigt sich jetzt schon in vielen Ländern der
Dritten Welt. Abseits vom Einfluss der Regierungen und ihren Gesetzgebungen
unterhalten immer mehr Konzerne z. B. autonome Wirtschaftszonen, die nach eigenen
Gesetzen regiert werden. Die sklavenähnlichen Zustände auf Fleischfarmen
in Brasilien, über die vor wenigen Tagen berichtet wurden (siehe
hier), sind nur ein kleines Beispiel für eine
weltweite Entwicklung.* Die Schere geht immer weiter und immer schneller
auseinander - auf der einen Seite die Mächtigen, deren Milliardenquellen so weit
wie möglich von den Staaten abgesichert werden, auf der anderen Seite die
Völker, deren Mittelstand weg bricht. Übrig bleiben schon heute in zahllosen
Ländern Arbeiter, die weitgehend rechtlos unter schwersten Bedingungen für ein
Taschengeld schuften müssen, um wenigstens zu überleben. Tendenzen in diese
Richtung gibt es auch in allen Staaten - wenn z. B. in Dubai in den Vereinigten
Arabischen Emiraten die reichen Amerikaner, Europäer und Asiaten Luxus ohne Ende
konsumieren und die einfachen Arbeiter am Rande in Wellblechhütten hausen
müssen. Oder wenn in einem deutschen Hotel die Suite 349 Euro die Nacht kostet,
während das Zimmermädchen 3,56 € die Stunde verdient (spiegel.de, 15.6.2009). Doch das ist
ja erst der Anfang der Entwicklung.
Würde man demgegenüber die Bergpredigt des Jesus von Nazareth mit ihrer
Goldenen Regel der Ethik zugrunde legen ("Alles was ihr wollt, dass euch die
Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst!" Bzw. "Was du nicht willst, das man dir tu,
das füg´ auch keinem andern zu"), so könnte man Schritte auf eine wahre
Gleichheit, Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit und Freiheit hin zugehen. Doch
die beiden westlichen Großkirchen (katholisch und evangelisch), die die Lehre
von Jesus vereinnahmen, verhalten sich analog den Großkonzernen. Sie
streichen Jahr für Jahr staatlichen Milliardensubventionen ein, während man
kleinere Gemeinschaften abwertet und diskriminiert und behauptet, die
Mitgliedschaft in der eigenen Institution und der Glauben an ihre eigene Lehre
wäre sogar heilsnotwendig.
* Anmerkung: Vgl. hierzu
folgenden Ausschnitt aus einer Erörterung im Rahmen der
Universität Wien über die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung:
"Heute gebe es mehr Sklaven als zur Zeit des transatlantischen
Sklavenhandels in Afrika gefangen genommen und verschifft wurden [man geht
von über 200 Millionen aus]; die Zahl der heute versklavten Menschen übersteige
die Einwohnerzahl Kanadas und sei sechsmal größer als die Israels. Die meisten
der heutigen Sklaven würden in der Landwirtschaft arbeiten. Ein großer Teil
arbeite aber auch in anderen Bereichen: Ziegelherstellung, Bergbau, Steinbruch,
Prostitution, Verarbeitung von Edelsteinen und Schmuckherstellung, Stoff- und
Teppichweberei, Haushalt, Rodung von Wäldern, das Brennen von Holzkohle und
verschiedenste Arbeit in Werkstätten (Sweatshops). Von Sklaven angefertigte
Waren und produzierte Lebensmittel würden in alle Teile der Welt exportiert,
auch nach Europa und in die USA. Außerdem würden große internationale
Unternehmen über Tochtergesellschaften in den Entwicklungsländern Sklavenarbeit
nutzen, um ihre Rendite zu verbessern und die Dividenden ihrer Anteilseigner zu
erhöhen. In unserer globalen Wirtschaft verweise eine der
Standarderklärungen, warum multinationale Gesellschaften Fabriken in der ´ersten
Welt` schließen und sie in die ´dritte Welt` verlegen, auf die geringeren
Lohnkosten. Auch Sklaverei trage beträchtlich zu solchen Einsparungen bei"
(http://homepage.univie.ac.at/Karl.Anton.Froeschl/current/Mattl_SE01/magagnawalter.htm).
11.6.2009 -
Evangelische Kirche in
Oldenburg: Komplette Mitarbeitervertretung zurückgetreten -
Zu einem in der jüngeren Kirchengeschichte bisher
beispiellosen Eklat kam es in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg:
Nach lange schwelendem Streit trat die komplette neunköpfige
Mitarbeitervertretung, die für 400 dort angestellte Nicht-Theologen der Kirche
zuständig ist, zurück. Die Nordwestzeitung schreibt: "Öffentlich wollte
das Gremium nichts sagen, nachdem Bischof Jan Janssen bereits vor Monaten allen
Beschäftigten arbeitsrechtliche Konsequenzen angedroht hatte, wenn sie sich zu
Problemen am Arbeitsplatz öffentlich äußern" (10.6.2009). Die
Beschäftigten fühlen sich von der Kirchenleitung übergangen bzw. hinsichtlich
der Zukunft ihrer Arbeitsplätze nicht ausreichend informiert - ein Problem der
Kirchenhierarchie, die in der katholischen Kirche sogar noch extremer ist. Zum
Vergleich: Jesus
von Nazareth wollte keine Hierarchie und schon gar keine von Theologen und
Juristen geführten Institutionen Kirchen, wie das in den Großkirchen in der Fall
ist, sondern er lehrte die Gleichheit aller
seiner Nachfolger.
9.6.2009 -
Nur 1,4 Milliarden
Euro oder zig Billionen? - Neue Überlegungen zum Reichtum des Vatikan und der
römisch-katholischen Kirche - Eine neue Enzyklika ("Caritas in veritate"
= "Liebe in Wahrheit") zu Wirtschaftsfragen und das Bekannt werden von einem
Defizit von 9 Millionen Euro im Vatikanhaushalt lassen derzeit erneut
Fragen nach dem Vermögen der römisch-katholischen Kirche aufkommen. Die Verluste
seien unter anderem durch Fonds bei der US-Pleitebank Goldman Sachs bzw. durch
Verluste im US-Immobiliengeschäft entstanden. Doch, so heute.at: "Um den
Vatikan muss man sich - Finanzkrise hin oder her - keine Sorgen machen: Der
Zwergstaat verfügt nach wie vor über ein Vermögen von 1,4 Milliarden Euro"
(heute.at, 9.6.2009).
Wobei hier offenbar nur das Geldvermögen gerechnet wird und auch hier wohl nur
das unmittelbare Vermögen des Staates, nicht das der zahlreichen
römisch-katholischen Diözesen, Orden, Organisationen usw.
Allein in Deutschland verfügen beide Großkirchen zusammen nämlich über
ein Gesamtvermögen von ca. 500 Milliarden Euro (http://www.stop-kirchensubventionen.de/steinreich.html).
Doch auch hinsichtlich der Kirche in Rom dürften die 1,4 Milliarden nur
eine winzige Spitze eines unermesslichen Vermögensberges sein. So wurde bereits
vor über 50 Jahren der vatikanische Goldschatz nach dem der USA als
zweitgrößter der Welt bezeichnet (Zeitung Oggi Nr. 42/1952). Und der
Journalist Paolo Ojetti recherchierte in den 70-er Jahren, dass Rom zu ca. einem
Viertel in den Hände des Vatikan sei. "Seitenweise listete er Tausende von
Palästen auf, die z. T. den 325 katholischen Nonnen- und 87 Mönchsorden gehören"
(Zeitung L´Europeo, 7.1.1977, zit. nach
http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html#L%C3%A4ndereien).
Ca. 20 Jahre später legte der Journalist Max Parisi nach. Jetzt seien bereits
1/3 aller Häuser Roms im Besitz des Vatikan (Zeitung La Padania, 21.6.1998).
Parisi schätze diesen Immobilienwert damals auf 160.000 Milliarden Euro,
also auf 160 Billionen.
Wenn sich also in unserer Gesellschaft die Schere zwischen Superreich und
Bettelarm immer weiter auftut, und im Boot der Reichen immer weniger sitzen
und im Boot der Armen immer mehr, und wenn der Mittelstand allmählich stirbt,
dann ist die Kirche gegenüber diesem Abwärtssog wohl hundertfach und mehr
abgesichert. Doch ein Sprichwort kennt keine Ausnahme: Das Totenhemd hat keine
Taschen.
PS: In Deutschland werden die
beiden Großkirchen zu einem großen Teil vom Staat, das heißt, von allen
Steuerzahlern finanziert. Ca. 15 Milliarden Euro jährlich müssen die
Steuerzahler für innerkirchliche Zwecke wie Bischofsgehälter, Priesterausbildung
u. ä. aufbringen. Für die sozialen
Dienste der Kirche (Altenheime, Kindergärten, Krankenhäuser) zahlt der Staat
noch einmal extra, nämlich noch mal ca. 10 Milliarden Euro jährlich.
Siehe dazu zwei Filmbeiträge des Magazins Panorama von 2009 und 2002. In der
Zwischenzeit hat sich leider nichts geändert. Die maßgeblichen Politiker der mit
den Kirchen verfilzten Parteien trauen sich nicht, Übereinkünfte aus dem 19.
Jahrhundert oder noch älteren Datums in Frage zu stellen und leiten Staatsgelder
deshalb an die Kirchen weiter. Nur einzelne Lokalpolitiker, denen die Last zu
groß wird, protestieren hier und da, werde aber in ihren Parteien im Stich
gelassen.
2009:
http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama260.html
2002:
http://daserste.ndr.de/panorama/media/kirchen100.html
7.6. / 15.6.2009 -
Weitere Besiedlung von
Palästinensergebieten: Israel schert sich nicht um Barack Obama und den Rest der
Welt - Der Staat Israel setzt die
völkerrechtswidrige Besiedlung von palästinensischem Land mit jüdischen
Staatsbürgern unverdrossen fort. Damit geht die Vertreibung von Palästinensern
auf eine schleichende Art weiter, und die Fläche für einen eventuell späteren
souveränen Palästinenserstaat wird immer kleiner. Alle UNO-Beschlüsse zur
Aufteilung von Palästina zwischen Juden und Arabern werden vom Staat Israel ja
schon seit je her ignoriert. Und auch ein Appell von US-Präsident Barack Obama
wird jetzt schlicht abgewiesen (focus.de, 31.5., 7.6.2009).
Israel wurde von den USA zu einer Atommacht hochgerüstet, die auch sonst über
die modernsten Waffen der Welt verfügt. Und die westlichen befreundeten Ländern
geben dem Staat sei je her einen Blanko-Scheck für jede Art von Politik ohne
dass es irgendwelche Sanktionen befürchten müsste. Im Gegensatz dazu werden
islamisch geprägte Länder der Region mit massiven Sanktionen und Kriegen
bedroht, wenn sie sich nicht an UNO-Beschlüsse oder andere Forderungen des
Westens halten. Mit Jesus, dem Christus und dem christlichen Glauben hat eine
solche Ungleichbehandlung nichts zu tun, und erst recht nicht eine Befürwortung
von Gewalt und Kriegen. Doch vielleicht steckt den westlichen
Politikern weiterhin die Angst vor dem Gott ihrer Bibel in den Gliedern, der vor
über 3000 Jahren angeblich die gewaltsame Eroberung und Besiedlung Palästinas
durch israelische Stämme gefordert haben soll und den Nachbarvölkern bei
Widerstand angeblich den Tod angedroht haben soll.
Aktualisierung [15.6.] -
Ein Staat ohne Armee - prima;
nur leider tut man es nicht selbst, sondern verlangt es vom
"bösen"
Nachbarn - Eigentlich wäre ein Staat ohne Armee schon fast
paradiesisch; wenn man selbst schrittweise mit einer Abrüstung beginnen würde,
statt sie von seinem Nachbarn zu verlangen, während man selbst unbeirrt weiter
hochrüstet. Und so erinnert das Angebot von Israels Regierungschef Benjamin
Netanjahu für einen eigenen Palästinenserstaat eher an die früheren
südafrikanischen Homelands, wo Menschen schwarzer Hautfarbe mit begrenzter
Autonomie innerhalb eines von Weißen regierten Landes lebten. Mit Gleichheit und
Gerechtigkeit hat das leider nicht viel zu tun. Folglich braucht sich auch
niemand zu wundern, wenn das "Angebot" nicht angenommen wird, das beinhaltet:
"Keine Armee, keine Kontrolle über die Außengrenzen, keine Lufthoheit, keine
Bündnisfreiheit" und kein Teil Jerusalems als Hauptstadt (Spiegel online,
15.6.2009).
Jesus aus Palästina lehrte einst die Goldene Regel für alle Völker und
Kulturen, welche lautet: "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das
tut ihr ihnen auch". Oder zugespitzt formuliert: "Das tut ihr ihnen zuerst." Und
Politiker im Amt hat er davon nicht ausgeschlossen, wie in den so genannten
christlichen Kirchen behauptet wird. Doch offenbar haben die Menschen und in
ihre Politiker immer noch nicht genug davon, es anders zu versuchen und die
Ratschläge des weisen Mannes aus Palästina weiter zu ignorieren.
6.6.2009 -
Menschheit stürzt
immer tiefer: Sklaverei auf riesigen Fleischfarmen in Brasilien / Theologe
empfiehlt Kreuzzeichen über Schweinebraten -
Dass der mit Tierquälerei verbundene Fleischkonsum
der Menschheit der Hauptgrund für die Zerstörung der Mutter Erde und ihres
Gleichgewichts ist, haben wir bereits mehrfach angedeutet (siehe auch
hier). Nun zeigt sich in Brasilien einmal
mehr, dass das bestialische Verhalten gegenüber den Tieren in nächster
Konsequenz auch den Menschen selbst unmittelbar trifft: "Allein im vergangenen
Jahr befreiten engagierte Staatsanwälte und Polizisten rund 1.600 moderne Sklaven"
(taz.de, 2.6.2009).
Das Fleisch gibt es auch in Deutschland günstig im Handel. Dort entsteht also
die Nachfrage.
Und die Beiträge des bürgerlichen kirchlichen Christentums zur Problematik sind
erwartungsgemäß verheerend. Symptomatisch dafür sind die Gedanken zum Tag,
gesendet am 3.6.2009 auf dem Radiosender Bayern 2 in Verantwortung
der römisch-katholischen Kirche. Der Diplom-Theologe Benedikt Anzeneder blickt
bei seiner Andacht zurück auf die Festtags- und Sonntagsausflüge der Bürger zu
Pfingsten und empfiehlt:
"Wir Christen sind dazu aufgefordert, Farbe zu
bekennen. Zu bekennen, dass der Geist Jesu auch heute noch unser Leben
aufmischen möchte. Und dieses Bekenntnis lässt sich ganz einfach zeigen - in
einer Wirtschaft vor einem frisch servierten Schweinebraten durch ein einfaches
Kreuzzeichen."
Vgl. dazu auch: "Der Theologe Nr. 7" - Jesus
und die ersten Christen waren Freunde der Tiere
1.6.2009 -
Behörde fragt Bewerber
für Anstellung nach Mitgliedschaft in extremistischer Organisation - Muss man
römisch-katholische Kirche angeben? -
Siehe dazu unter
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/29440
30.5.2009 - "Jagd löst keine
ökologischen Probleme, sondern schafft sie erst" -
Allmählich wird das Jägerlatein entlarvt - auch in
den deutschen Medien.
Siehe z. B.
http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=4745794/r92hvw/index.html
Und hier der Film:
http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/did=4745794/pv=video/gp1=4911384/nid=1046894/ohxo92/index.html
Siehe dazu auch:
http://www.abschaffung-der-jagd.de,
www.brennglas.com
2.6.2009 -
Abtreibung: Innerkirchliche Kämpfe um Leben und Tod
-
Auch der innerkirchliche
Konflikt um Abtreibungen wird immer brutaler. In den USA wurde jetzt der
bekannte Arzt und ehrenamtliche Kirchendiener George Tiller (67) von einem Mann
namens Scott Roeder, vermutlich einem streng kirchlichen
Abtreibungsgegner, während des Pfingstgottesdienstes in der
evangelisch-lutherischen Kirche (Reformation Lutheran Church) in Wichita/Kansas erschossen
(spiegel.de, 31.5.2009).
Stern online
schreibt:
"Jahrelang hatten christliche ´Pro
Life`-Aktivisten gegen den Mediziner gehetzt", der im
Rahmen der Gesetze Abtreibungen durchführt. So überlebte Tiller bereits ein
Attentat und einen Bombenanschlag auf seine Klinik. Die ethische Orientierungslosigkeit in der Kirche führt vielfach zur
Radikalisierung der gegensätzlichen Flügel. Und so heißt es zum Mord an George
Tiller bei Stern online weiter: "Der prominente Katholik Randall
Terry, Gründer von ´Operation Rescue` und Anführer von Protesten und Mahnwachen
gegen den Arzt, formulierte seinen Nachruf auf den ´Massenmörder` so: ´Wir
trauern, weil ihm nicht die Zeit blieb, seine Seele ordentlich darauf
vorzubereiten, vor das Angesicht Gottes zu treten`
(stern.de, 2.6.2009).
Siehe auch unsere Meldung:
Mutter von vergewaltigtem 9-jährigen Kind von
katholischer Kirche in spätere Hölle geschickt
PS: Unsere Sichtweise findet sich am ehesten hier wieder:
http://www.das-weisse-pferd.com/00_02/abtreibung.html
27.5. / 30.5.2009 -
Ausgelebte
Homosexualität: In der Kirche geht es drunter und drüber / Zerstören die
zahllosen homosexuellen Priester das "Werk Gottes"? / Zieht Zölibat
Homosexuelle magnetisch an? / Bibel fordert Steinigung für praktizierende
Homosexuelle und für "Sodomisten" -
In den
Großkirchen geht es wegen der praktizierten Homosexualität drunter und drüber.
Pater John Owen, der Pressesprecher des Bischofs von Cardiff in Wales, machte
jetzt vor allem die starke Homosexuellen-Fraktion unter den Priestern für die
pädophilen Verbrechen verantwortlich, da eben die Mehrzahl der Opfer
Jungen und keine Mädchen sind (queer.de, 26.5.2009).
In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurden Zehntausende von Kindern
Vergewaltigungs- und Missbrauchsopfer von römisch-katholischen Priestern
(siehe dazu auch unsere voran gegangene Meldung über die
Sexualverbrechen in kirchlichen Heimen in Irland). Rückendeckung bekommt
der Sprecher der walisischen Kirche indirekt von Papst Benedikt XVI., der zur Jahreswende erklärte,
dass homosexuelles Verhalten "eine Zerstörung des Werks Gottes" seien
(derstandard.at, 23.12.2008).
Demnach ist allerdings auch der Vatikan besonders von dieser "Zerstörung" betroffen,
insofern
dort anscheinend ein besonders hoher Prozentsatz von Homosexuellen lebt.
Die Theologin Uta Ranke-Heinemann sagte in diesem Zusammenhang: "Durch
die [kirchliche] Begünstigung der homosexuell Veranlagten [da für sie das
Zwangszölibat, also die Pflicht zur Ehelosigkeit für Priester, keine
Einschränkung bedeutet] verwechselt mancher junge Mann - in
aller Unschuld - seine homosexuelle Veranlagung mit göttlicher Berufung. In
keinem Beruf ist der Anteil der Homosexuellen so hoch wie im katholischen Klerus
- und da wiederum: je höher in der Hierarchie, desto größer der Prozentsatz. 60
% des Vatikans sind homosexuell ... Die Homosexuellen im Vatikan würden mit
Abschaffung des Zölibats ihr ideales Biotop verlieren, darum halten sie mit
Zähnen und Klauen an ihm fest. Wenn nämlich jetzt plötzlich die First Lady
des Papstes den Kardinälen die Schau stehlen würde, dann käme dieses frauenlose,
monosexuelle Terrarium durcheinander. Bisher ist es doch so: Alle Hirten sind
Männer, alle Frauen sind Schafe. Dieses klare Oben und Unten wäre gefährdet"
(http://www.das-weisse-pferd.com/02_06/sexualverbrechen_von_priestern.html).
Der Priesterberuf und eine Karriere im Vatikan wären von daher vor allem für
homosexuell veranlagte Männer eine attraktive Berufsperspektive, was der Papst
aber natürlich nicht zugeben würde.
Zwar ist es ein erheblicher Unterschied, ob ein
homosexueller Priester seine Neigungen mit erwachsenen Partnern auslebt oder an
Kindern und Jugendlichen abreagiert - das eine ist ein innerkirchliches Problem,
das andere ein Verbrechen -, doch begünstigt die kirchliche Struktur, dass
mancher Priester in der Gefahr steht, in die Pädophilie abgleiten zu können. Da
nämlich die Homosexualität der Priester von der römisch-katholischen Kirchenhierarchie
in Rom offiziell
verworfen wird, können sich ihre Würdenträger vor allem in kleineren Städten nicht zwanglos z. B. in den
Schwulen- und Lesbentreffs bzw. Homosexuellen-Saunen usw. vergnügen. Und in den ländlichen
Strukturen, die von einem Großteil der Priester betreut werden, gibt es gar
keine entsprechende "Szene". Der Priester wohnt in der Dorfmitte in seinem
Pfarrhaus, und es ist von den Nachbarn leicht einsehbar, wer dort ein und aus
geht. Doch kommt der Priester von Berufs wegen leicht und permanent mit Kindern
und Jugendlichen in Kontakt (Kommunion, Firmung, Ministranten,
Religionsunterricht, Jugendarbeit usw.), ohne dass daran jemand Anstoß nehmen
würde.
In der evangelisch-lutherischen
Kirche wird anders als in der römisch-katholischen Kirche die Homosexualität als Alternative offen
befürwortet. So erklärt z. B. die bayerische Oberkirchenrätin und
Regionalbischöfin von München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, man dürfe
Homosexualität nicht für "abnorm" erklären (idea-spektrum Nr. 22/2009).
In den evangelisch-lutherischen Kirchen selbst ist die Problematik dabei etwas
anders gelagert. Dort müssen sich die Gläubigen in Schweden jetzt z. B. an eine
Bischöfin gewöhnen, die einen dreijährigen Sohn hat. Außergewöhnlich ist, dass
sie, Eva Brunne, die Bischöfin von Stockholm, das Kind weder selbst geboren noch
z. B. mit einem Mann zusammen adoptiert hat. Es verhält sich stattdessen so,
dass der Sohn von der lesbischen Lebensgefährtin der Bischöfin, der
evangelisch-lutherischen Pfarrerin Gunilla Lindén, geboren wurde. Da diese
jedoch nicht mit dem biologischen Vater des Kindes zusammen lebt, sondern in
einer registrierten Partnerschaft mit der 55-jährigen Bischöfin, hat diese, die
Führerin der schwedischen Lutheraner, die
offizielle "Vater"-Rolle für das Kind übernommen (fr-online.de,
25.5.2009).
Welche Rolle der biologische Vater für das Kind noch spielt, ist nicht bekannt.
Die
Lebenspartnerin der Bischöfin organisierte zuletzt im Jahr 2008 z. B. den "Stockholm
Euro Pride", ein lesbisches Festival, bei dem die Kinder "in den Fokus gerückt"
wurden (l-talk.de, 21.9.2009), was immer das bedeutet.
Einzelne innerkirchliche kirchliche Gegner der kirchlichen Schwulen- und
Lesbenaktivitäten haben dabei Übergriffe gegen Festivalteilnehmer durchgeführt
(queer.de, 31.7.2009).
Bei solchen Attacken tun sich vor
allem jene Kirchenmitglieder hervor, welche die Lehre ihrer Kirche auch
praktisch umsetzen möchten. Das sind Menschen, welche die Bibel ernst nehmen und
sich nicht nur mit hohlen Worten zu diesem Buch bekennen, während man heimlich ganz anders
lebt, wie das sonst vielfach in der Kirche geschieht. So gilt in beiden
Großkirchen das Wort im Alten Testament in 3. Mose 20, 13 als
verbindliches Wort ihres Gottes:
"Wenn jemand bei einem Mann liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was
ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben". Und auch im Neuen
Testament werde "Gottes Zorn ... vom Himmel her offenbart" über diejenigen,
über die es heißt: "Ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht
mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen
Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und
haben Mann mit Mann Schande getrieben ..." (Römer 1, 18.26-27),
womit ganz offenbar der homosexuelle Oral- und Analverkehr gemeint ist.
Die Kirche ist ihren Gläubigen damit eine
Entscheidung schuldig. Entweder bekennt sie sich zu den Praktiken der
homosexuellen Bischöfe, Priester und Pfarrer. Oder zu ihrer Bibel. Beides zusammen geht nicht.
Anmerkung:
In der Bibel der Kirchen wird in diesem Zusammenhang nur zwei Verse neben dem
Thema "Homosexualität"
auch das Thema "Sodomie"
besprochen, das heißt Sex
mit Tieren. In Deutschland wurde dazu bekannt, dass z. B. ein
evangelischer Pfarrer vor
einigen Jahren Zeit seinen Hund, sowie Pferde, Esel, Kühe und Hühner in
Sexualpraktiken im Rahmen der Jugendarbeit mit einbezog. Auch hier fordert
die Bibel die Todesstrafe, auch für das vergewaltigte Tier: "Wenn jemand bei
einem Tier liegt, der soll des Todes sterben und auch das Tier soll man töten.
Wenn eine Frau sich irgendeinem Tier naht, um mit ihm Umgang zu haben, so sollst
du sie töten und das Tier auch" (3. Mose 20, 15-16). Ein
katholischer Priester in
den USA ist vor einiger Zeit während des Analverkehrs mit einem Pferd ohne Fremdeinwirkung ums
Leben gekommen. Zur Sodomie sind unseres Wissens nach keine kirchlichen Stellungnahmen oder
offizielle Aussagen einzelner Amtsträger der Kirche bekannt. Zum Beispiel
darüber, ob man Tiere hier in gewisser Abstufung zu Kindern auch als leidensfähige Opfer krimineller Sex-Täter betrachtet. Oder ob man die Sex-Handlungen an
Tieren außerhalb des kriminellen Bereichs ansiedelt.
20.5. / 22.5.2009 -
Irland: Noch
viel schlimmer als gedacht: Zig-tausendfache Qualen und Kindsmissbrauch in
römisch-katholischen Heimen - und alles vom Staat bezahlt -
"Sie wurden geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt:
In Irland ist nun erstmals offiziell bestätigt worden, dass in katholischen
Institutionen bis in die neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts (!) Tausende Minderjährige missbraucht
wurden. Dem Untersuchungsbericht zufolge wurden die Opfer ´wie Sklaven?`
behandelt" (Spiegel online, 20.5.2009). Vor allem in den
Jungeneinrichtungen sei z. B. die Vergewaltigung der Kinder durch pädophile
Priester, Mönche und Erzieher "an der Tagesordnung" gewesen. Die Schulleitungen hätten die
pädophilen Straftäter jeweils vor Strafverfolgung geschützt und auch die intern
aufgedeckten Verbrechen nach außen systematisch verschwiegen, die Täter
schlimmstenfalls "versetzt", was weitere Verbrechen massiv begünstigte: Denn die Täter
konnten an den neuen Orten auch wieder neu mit Vergewaltigungen beginnen. Die
Heimkinder sind bis heute
tausendfach traumatisiert und überwiegend in psychotherapeutischer Behandlung,
um mit dem Leben wenigstens einigermaßen klar zu kommen.
Lesen Sie mehr z. B. unter
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,626068,00.html.
Dem Untersuchungsbericht zufolge wurden die Kinder
auch bei "kleinsten Vergehen" mit "so viel Qual wie möglich" bestraft
(de.news.yahoo.com, 21.5.2009) - vielleicht vom Unterbewusstsein her ein Versuch, die katholische Lehre
einer angeblich "ewigen Hölle" bereits in diesem Leben an den Opfern ein Stück
weit in die Tat umzusetzen. Ein Opfer sprach von der kirchlichen Einrichtung, in
der es misshandelt wurde, von einem "bösen und grausamen Ort" (ARD,
20.5.2009). Dabei sind die Vergewaltigungen nur ein Aspekt. Wegen
ungenießbarem Essen hätten dem Bericht zufolge Kinder z. B. auch in Müll
nach Essbarem gesucht oder Tierfutter gegessen.
Und möglicherweise ist der
Untersuchungsbericht aus Irland, der von Opfern noch als "zu unverbindlich"
kritisiert wurde, nur die Spitze eines Eisbergs. Bis zu 500 katholische Priester sollen
zwar allein in die
Verbrechen in diesem kleinen Land verstrickt sein. Für manchen ist es jedoch schwer
vorstellbar, dass die Verbrechen an den Kindern in diesem Ausmaß nur in Irland
stattgefunden haben sollen.
In diesem Zusammenhang ist auch zu bedenken: In vielen Ländern werden die
Erziehungseinrichtungen der Kirche seit je her ganz oder weit gehend vom Staat
bezahlt. Vor allem in Deutschland zahlt der Staat jährlich zwischen 70 % und
100 % der Kosten, was in der Summe in die Milliarden geht. Damit übernimmt der
Staat auch einen
großen Teil der Verantwortung für das, was mit dort mit den Menschen oder mit deren
"Seelen" geschieht.
Auch in Irland zahlte und zahlt der Staat. Spiegel online schreibt: "Der irische Staat,
vertreten durch sein Bildungsministerium, finanzierte diesen Missbrauch der
Kinder. Die katholischen Orden erhielten eine Kopf-Prämie pro Kind und bemühten
sich regelrecht um zusätzliche Kinder, denn das Geschäft lohnte sich. Aber
das Ministerium griff aus Angst oder Respekt vor der katholischen Kirche nie
ein, wenn Klagen über Missbrauch bekannt wurden. Der Staat wurde so zum
schweigenden Komplizen des Unrechts, denn offiziell blieb die Sorgepflicht ja
beim Staat, die Orden handelten im Auftrag der Öffentlichkeit"
(spiegel.de, 20.5.2009).
Die italienische Zeitung La repubblica
schreibt zu den Hintergründen:
"Die
Ehrerbietung gegenüber dem irischen Klerus hat sich als perfekte Brutstätte
entpuppt, in der Kinderschänder und Verbrecher ungestört gedeihen konnten. In
der Mehrheit der Fälle hat man den Kindern, die Opfer von Missbrauch und Gewalt
waren, nicht geglaubt. Und als reichste und mächtigste Organisation Irlands hat
die katholische Kirche alles nur mögliche getan, um ihre Opfer zum Schweigen zu
bringen" (22.05.2009).
Doch wie sagte der Kardinal am Ende des
Kinofilms
Illuminati?
"Seien Sie gnädig mit uns." Und diese "Gnade", welche die Kirche ihren Gegnern
gegenüber nie kannte und kennt (sie müssen sogar in eine angebliche ewige Hölle), wird seit
Jahrzehnten bis zur Unterwürfigkeit den Tätern gegenüber und zur Leugnung ihrer
Verbrechen getrieben. Dabei wäre es schon längst allerhöchste Zeit, die
Kirchenmänner endlich gleich wie alle anderen Menschen auch zu behandeln und sie
nicht mehr länger durch "besondere Gnaden" zu bevorzugen, zu privilegieren
und sie von den schlimmen Folgen ihres Tuns abschirmen zu wollen
Und man sollte sich auch nicht mehr durch ihr "frommes" Gesäusel ins Bockshorn jagen lassen.
Zu bisherigen Untersuchungen in Deutschland siehe:
Der Missbrauch von Kindern und
Jugendlichen in kirchlichen Heimen
Evangelische und katholische Heime: Ein Ort von Leiden und Qualen
Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen in
kirchlichen Heimen
Lesen Sie dazu auch:
Kanada - Ureinwohner in kirchlichen Internaten
umerzogen und missbraucht
Aktualisierung:
15.000 Menschen gehen in Dublin auf die Straße
20.5 / 26.5.2009 -
"Dinge durchgedacht"
-
Der 32. Evangelische Kirchentag ging ohne konkrete Ergebnisse zu Ende
- Der Evangelische Kirchentag war nur dank der
ungerechtfertigten staatlichen
Millionen-Subventionen
überhaupt finanzierbar (andere Gemeinschaften bekommen für ihre "Events" auch
keine Staats-Millionen). Doch was hat er gebracht? Kirchentagspräsidentin Karin
von Welcks Worte beim Abschlussgottesdienst klangen wie ein Offenbarungseid der
Kirche: "Wir alle haben erkannt, dass der, der Dinge durchdenkt, mehr erreicht
als jemand, der lautstark nach schnellen Veränderungen ruft" (heute.de,
24.5.2009).
Das klingt philosophisch und hätte vielleicht vor 50 Jahren
noch manchmal passen können. In der gegenwärtigen Situation der Erde und der
Welt ist es jedoch fahrlässiger Unsinn. Denn jeder, der nur einigermaßen noch
denken kann, sieht die Welt allmählich in den Abgrund stürzen, sofern sie nicht
schon in anderen Teilen der Erde dort liegt.
Doch die Kirche hatte auch nicht mehr zu bieten als die nahezu vollständig
angereisten deutschen Spitzenpolitiker der etablierten Parteien. Und so forderte
die Kirchentagspräsidentin Karin von Welck die Menschen schließlich allgemein
auf: "Lasst und die Probleme anpacken."
ohne dabei irgendjemandem nahe zu treten.
Wäre die Kirche ein abstiegsbedrohter
Fußball-Bundesliga-Verein, würde ihr Trainer bei solchen unverbindlichen Statements
entlassen.
Dabei nahmen auch an diesem Kirchentag viele Menschen guten Willens
teil,
deren im Einzelfall vielleicht zukunftsweisende Projekte oder Glaubensansätze im
"Markt der Möglichkeiten" aber "gezähmt" werden und damit letztlich untergingen.
Denn die Kirche als Institution sitzt immer mit den Mächtigen im Boot und
hat seit je her alle prophetischen Stimmen für eine wirkliche Umkehr zum
Schweigen gebracht. Deshalb lehrte auch der prophetische Seher Johannes
im letzten Buch der Bibel: "Tretet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig
werdet ihrer Sünden und empfanget von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4).
Dies ist im Hinblick auf das Sammelsurium der endzeitlichen Kirche
gesagt - mit ihrem Hochmut und ihren vielfachen Aggressionen gegen religiöse
Minderheiten
(siehe
hier).
Und mehr dazu
hier.
19.5.2009 -
Der Zustand des
kirchenchristlichen Abendlandes - Begründung der USA für den Irak-Krieg von der
US-Regierung unter Wasserfolter erpresst / Kriegserfolge anschließend mit
Bibelstellen untermauert -
Im Jahr 2003 rückte die "Koalition der Willigen" der Westens unter Führung der
USA (und einmal mehr mit dem Segen Billy Grahams)
zum Krieg gegen den Irak aus. Dass der hauptsächliche Kriegsgrund, nämlich eine
Verbindung zwischen der Regierung des Irak und den Terroristen von El Kaida erlogen war, ist schon lange
klar. Nun stellte sich zudem heraus: Die falschen Zeugen wurden durch
bestialische Wasserfolter zu ihren Falschaussagen erpresst.
Der Krieg konnte beginnen ...
Mehr dazu unter
https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0518/politik/0052/index.html
Den Verlauf des Krieges hat die US-Regierung dann immer wieder mit
Bibelzitaten gerechtfertigt, wie ein AFP-Bericht vom 18.5.2009 darlegt. Zur
Rechtfertigung des Irak-Krieges wurde von den Krieg führenden Politikern z. B.
Epheser 6,13, Sprüche 16,3, 1. Petrus 2,15, Jesaja 5,28 zitiert. Wie in den "alten Zeiten" der Kreuzzüge
(de.news.yahoo.com, 18.5.2009).
13.5. / 15.5.2009 -
Italien:
Gottesdienstbesuch aus falschem Mitleid mit dem Pfarrer -
Der
Priester Don Eros Pellizzari (42) aus Venetien in Italien hatte seine Kirche
weitgehend "leer" gepredigt. Kaum mehr jemand wollte ihn hören und zelebrieren
sehen. Da trat der Priester in einen Hungerstreik, die Venetier fürchteten um
sein Leben. Darauf entschlossen sich viele, am Sonntag wieder in die Kirche zu
gehen. Der Pfarrer begann darauf hin wieder mit dem Essen, und die Bankrotterklärung der
Kirche vor Ort ist erst einmal abgewendet. Vorerst (Bild, 12.5.2009).
Damit ist in dem italienischen Dorf auch eine historische Chance erst einmal
vertan. Denn Jesus von Nazareth wollte keine Priester, keine Kirchen aus Stein
und keine Messen. Wären die Dorfbewohner standhaft geblieben und hätten sich
nicht von falschem Mitleid leiten lassen, wäre noch deutlicher geworden:
Priester haben keine Zukunft. Don Eros Pellizari hätte auf eine ehrliche Arbeit
umschulen können, und der freie Wille der Dorfbewohner wäre gewahrt geblieben.
Aber was durch den Hungerstreik des Würdenträgers zunächst abgewendet worden
ist, ist letztlich nur aufgeschoben.
27.4. / 28.4.2009 - Kanada: Ureinwohner in kirchlichen
Internaten katholisch umerzogen und misshandelt -
Kanadas Ureinwohner haben in Kanada im 20.
Jahrhundert bis ca. 1986 ein schlimmes Schicksal erlitten. Ihnen wurden
zwangsweise ihre Kinder für immer entrissen, und diese wurden in überwiegend
römisch-katholischen Heimen "umerzogen". Noch heute leiden die Kinder an den
"Misshandlungen, die sie [dann dort] durch katholische Geistliche erlitten
haben". Unter der Obhut der katholischen Kirche wurden sie "über Jahrzehnte
hinweg physisch, psychisch und sexuell gequält". Dies geschah bis in die
Amtszeit von Papst Johannes Paul II. hinein. Jetzt erklärte Papst Benedikt XVI.,
"einige Mitglieder
der katholischen Kirche hätten sich eines ´beklagenswerten Verhaltens` schuldig
gemacht ... Solche Vergehen dürften nicht toleriert werden"
(Bild, 29.4.2009). Ob dieses Bedauern mit echter Reue verbunden ist, sei
jedoch dahin gestellt. Von einer Wiedergutmachung sprach der Papst zumindest
nicht.
Mehr dazu bei:
http://www.zeit.de/news/artikel/2009/04/26/2783011.xml
Siehe dazu auch:
http://www.das-weisse-pferd.com/00_17/indianer.html
Vgl. dazu auch: Das
Schuldbekenntnis des Papstes - eine ungültige Beichte
23.4. / 11.5.2009 - Volksbegehren
über die Macht der Kirche in Deutschland: Pro Ethik gewinnt gegen
Pro Reli / Kirche schleicht sich jetzt in Ethik-Unterricht -
Es ging am Sonntag in Berlin
nicht nur darum, dass die Kirche in Berlin einen staatlich finanzierten
konfessionellen Religionsunterricht als Wahlpflichtfach an den Schulen einführen
wollte - statt eines verbindlichen Ethik-Unterricht für alle wie bisher, gleich
welcher Religion oder Konfession jemand ist. Es ging bei diesem kirchlichen
Ansinnen nach "Kindermission" auf Staatskosten um die Macht des kirchlichen
"Reiters" über das "Staatsross" - auch in der nächsten Generation (siehe
dazu Der Theologe Nr. 23). Auch werden in
einem konfessionellen Religionsunterricht religiöse Minderheiten vielfach
als "Sekten" verteufelt (vor allem in den Lehrplänen der 9. Klassen) und
schon Kinder und Jugendliche auf schlimme Art und Weise indoktriniert und
zur Diskriminierung erzogen - hierfür gibt es erschreckende Beispiele aus
den anderen Bundesländern.
Die kirchliche Initiative hatte die ganze
Millionenstadt Berlin flächendeckend plakatiert und setzte dabei auf
prominente Unterstützer wie den Moderator Günther Jauch oder den
Fußball-Bundesliga-Profi Arne Friedrich. Ob die Berliner der Kirche
standhalten oder "geschluckt" werden, wie bereits 13 der übrigen deutschen
Bundesländer (alle bis auf Bremen und Brandenburg), hatten sie letztlich
selbst in der Hand. Und sie haben sich fürs erste erfolgreich gewehrt - 51,3 % der
Wähler lehnten den konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach ab. Und, auf alle Wahlberechtigten bezogen, stimmten sogar nur
14,2 % der Wahlberechtigten für das kirchliche Begehren.
Doch die Indoktrination des Staates durch
die Kirchen kennt viele Wege. So
versucht man zu Schuljahresbeginn 2009, die Kinder im Ethikunterricht gegen
religiöse Minderheiten in Position zu bringen. Die dem kirchlichen Interesse
entsprechende "staatliche" "Leitstelle für Sektenfragen" (die Konfession
des Leiters, des SPD-Politikers Stefan Barthel, wird nicht bekannt gegeben)
stellt dazu für die Ethik-Lehrer neue Medien über "konfliktträchtige Anbieter
auf dem Lebenshilfemarkt" zur Verfügung, was nichts anderes ist als neues
Inquisitions-Material der Großkirchen oder unmittelbar von dort inspiriert (Newsletter
der
Senatsverwaltung für Bildung,
Wissenschaft und Forschung, 28.8.2009). Denn als "konfliktträchtig" gelten
alle Gemeinschaften, die den Vertretern der evangelischen und katholischen
Kirche nicht Honig um den Mund schmieren und die beiden Großkirchen deshalb ein
Dorn im Auge sind. Und fast immer leiten Mitglieder und Interessenvertreter der
Kirchen solche offiziell staatlichen Stellen.
Mehr zum Thema:
Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach
"Der Theologe Nr. 23" - Das Staatsross und sein
kirchlicher Reiter
Sind die Werte, die die Kirchen vertreten, christlich?
24.4.2009 - 27.Mai - Kreuzzug
der Kirche gegen die Stedinger Bauern vor 775 Jahren: Bis zu 11.000 Bauern getötet -
Schlacht bei Altenesch wird jetzt nachgespielt
- Am 27.5.2009 jährt sich zum 775. Mal die Schlacht bei Altenesch westlich
von Bremen (1234), bei der das Kreuzzugsheer von Erzbischof Gerhard II. die Stedinger
Bauern niedermetzelte und auf Scheiterhaufen verbrennen ließ. Die Gründe: Die Bauern hätten nicht den richtigen Glauben und seien "Ketzer".
Aufgrund des Religionsedikts von Kaiser Friedrich II. von 1224 seien sie deshalb
auszurotten. Zudem wollten sie dem Erzbischof keine Abgaben zahlen, so wie
Ihnen das zunächst versprochen worden war, da sie im Gegenzug die Wesermarsch
urbar machen. Darauf hin wurden die Bauern und ihre
Familien zuerst von der Kirche exkommuniziert. Dann wurden die Männer brutal ermordet.
Die Täter bekamen von der Kirche als Belohnung denselben "Ablass von
Sündenstrafen" wie die Kreuzfahrer nach Palästina. Das von Papst Gregor IX. angeordnete Massaker wird jetzt
am 775. Jahrestag in der Nähe des Schlachtdenkmals von 100 Schauspielern
nachgespielt (Nordwestzeitung, 24.4.2009).
Zum Sachverhalt: http://de.wikipedia.org/wiki/Stedingerkrieg
Hintergrund: Das Edikt von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen
gegen Nichtkatholiken aus dem Jahr 1224, zit. nach
http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-1.html#Die%20%E2%80%9ES%C3%A4uberungen%E2%80%9C%20beginnen:
Wer der Ketzerei überführt war, sollte
entweder auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, oder man sollte ihm die Zunge
herausreißen, „da sie mit dieser Gott gelästert hätten“. Das Haus des Ketzers
wurde zerstört. Wer aus Todesangst seine „Irrlehren“ widerrief, sollte
„begnadigt“ werden – zu lebenslangem Kerker. Unter den damaligen Bedingungen –
Kälte, Ratten, Feuchtigkeit – war dies ein Todesurteil auf andere Art, das viele
dazu brachte, ihre Glaubensüberzeugung wieder zu bekunden, um lieber schnell auf
dem Scheiterhaufen zu sterben.
Das Edikt Friedrichs II. enthielt auch die Sippenhaft: Die Nachkommen der
Häretiker bis in die zweite Generation hinein durften keine öffentlichen Ämter
ausüben. „Eine Ausnahme wurde nur für Kinder gestattet, die ihre Eltern selbst
angezeigt hatten.“ „Die Obrigkeit wurde durch Eid verpflichtet, alles nur
Mögliche zur Aufspürung der Ketzer zu tun. Ein Magistrat, der sich dabei
saumselig zeigte, verwirkte sein Amt.“ Wenige Jahre später, 1229, beschloss die
Synode von Toulouse: „Die Herren der verschiedenen Distrikte sollen in Villen,
Häusern und Wäldern den Häretikern fleißig nachforschen lassen und ihre
Schlupfwinkel zerstören. Wer künftig noch auf seinem Gebiet einen Häretiker
weilen lässt, sei es gegen Geld oder aus sonst einem Grunde, der verliert ...
dies Besitztum auf immer und sein Leib ist seinem Obern zu gebührender Strafe
verfallen.“
22.4.2009 -
Pädophiler Priester immer wieder nur versetzt
- jetzt schickte er
Opfern Detektive ins Haus -
Lesen Sie dazu
unsere
Meldung in "Der Theologe Nr. 24 a" -
Sex-Verbrechen und Vergehen in der Kirche.
12.4. / 11.11.2009 / 2.4.2010 - 18-Jähriger
und sein Freund in Haft: Gläubiger junger Mann hat in der Nacht zum Karfreitag
offenbar seine
ganze Familie erschossen / Kirchliche Hintergründe des Verbrechens
/ Anklage: Er wollte an das Geld seiner Familie / Konflikt um Homosexualität /
Lebenslange Haft bzw. 10 Jahre für den Freund des Täters / Sie übten das
Massaker mit grausame Tierquälereien -
Am Karfreitag wurde der überregional durch Vorträge bekannte Heilpraktiker
Hansjürgen Häussler (57) (swp.de, 13.4.2009), seine Frau,
die Lehrerin Else Häussler
(55; zunächst war von "Ilse Häussler" die Rede), und deren beide erwachsene
Töchter Ann-Christin Häussler (24) und Annemarie Häussler
(22) erschossen aufgefunden. Am 12.10.2009 begann der Prozess gegen den Sohn
Andreas Häussler und seinen Freund Frederik Begenat vor dem Landgericht in Ulm. Ein Urteil soll
im Jahr 2010
gesprochen werden.
Hinrichtungen mit 32 Schüssen
"Durchschossene Herzen,
aufgesprengte Schädel, durchtrennte Wirbelsäulen"
Für das Pilgern auf dem Jakobsweg "habe auch ihr Glaube
eine Rolle gespielt"
Der "heilige" Jakobus - er wird für Morde, Tötungen und
Kriegsverbrechen verehrt
Streng evangelischer Patriarch, "homoerotischer" Sohn
Wollten die jungen Männer nur an das Geld von Andreas
Familie?
Die möglichen evangelischen
Wurzeln des Verbrechens
Verehrung Martin Luthers und
katholischer Jakobus-Kult: eine Zeitbombe
Einen Igel lebend auf den
Grill gelegt: Täter haben für das Massaker geübt
Der Waffendiebstahl aus dem eigenen Schützenverein
Gefängnis statt Kirchenwanderung und
Pilgerreise nach Rom
Fünf Studentinnen bzw. Absolventinnen der
Hochschule Schwäbisch Gmünd ermordet
Ungeklärtes Erbe
Das
Gerichtsurteil: Lebenslang bzw. 10 Jahre Jugendstrafe
Die vier Familienmitglieder wurden in ihrem Haus in der Friedhofstraße in der baden-württembergischen Kleinstadt Eislingen (20.000 Einwohner) bei Göppingen mit insgesamt 32 gezielten Schüssen hingerichtet. "Die Killer waren eiskalt: Sie müssen ihre Pistolen der Marken Hämmerli und Ruger (Kaliber 22) mehrmals nachgeladen haben" (Bild, 17.4.2009). Und: "Die Killer sollen auffallend oft in die Gesichter der Opfer geschossen haben" (Bild, 21.1.2010). Als "dringend tatverdächtig" (Spiegel online, 11.4.2009) wurden bereits am darauf folgenden Tag der 18-jährige Sohn Andreas und sein Freund Frederik Begenat (19) festgenommen. Beide haben die Ermordeten "gefunden", und Frederik Begenat gab dem Hauptverdächtigen Andreas Häussler zunächst ein Alibi. Bei der späteren Gerichtsverhandlung bezeichnete Frederik Begenat die Inszenierung ihres Entsetzens über die Leichenfunde als "Wir-haben-sie-tot-gefunden-Schau". Doch die Polizei entdeckte Schmauchspuren und unter der Last der Indizien legte Frederik B. schließlich sein Geständnis ab. Bei den jungen Frauen gingen die Mörder auf Nummer sicher: Begenat erklärte einmal: "Nach einer Pause kamen wir wieder. Ich habe noch mal geschossen, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich tot sind." Der Sohn der Ermordeten schwieg jedoch zunächst weiter und hatte die Tat lange "bestritten". Dem Geständnis zufolge hatten die beiden jungen Männer den Opfern in deren Wohnung aufgelauert und hatten mit Schalldämpfern geschossen, so dass niemand die Schüsse hörte. Ein Kriminaltechniker beschrieb vor Gericht, "welche Fingerfertigkeit und Präzision erforderlich ist, um funktionstüchtige Schalldämpfer anzufertigen. Und wie viel Zeit. Vermutlich hatten die beiden Freunde schon Wochen vor der Tat mit der aufwendigen Bastelei der Schalldämpfer begonnen. Ein Hinweis darauf, dass der Vierfach-Mord keine Kurzschlussreaktion war, sondern von langer Hand geplant" (stern.de, 20.1.2010), während die Täter gegenüber ihren geplanten späteren Mordopfern Normalität vortäuschten. In der Nacht am Gründonnerstag war es dann so weit. Zuerst wurden erst die beiden jungen Frauen durch zehn bzw. neun Schüsse in Gesicht, Hals und Oberkörper ermordet. Dann trafen sich Andreas Häussler und Frederik B. mit den Eltern von Andreas in einer benachbarten Gastwirtschaft und heuchelten unbeschwerte Normalität vor. Dann gingen sie früher nach Hause. Andreas Häussler hat sich nach Zeugenaussagen mit einer "engen kräftigen Umarmung" von seinen Eltern verabschiedet (Main-Echo, 21.12.2009). Dann warteten die beiden jungen Männer in der Wohnung auf die Eltern, wo nun bereits deren tote Töchter lagen - vor dem noch laufenden Fernseher, wo sie gerade einen Film schauten, als sie hingerichtet worden waren. Die Eltern ahnten offenbar nichts. Als diese nach Mitternacht am Karfreitag nach Hause kamen, wurden auch sie hingerichtet - sofort, nachdem sie ihre Wohnung betraten (stern.de, 17.4.2009). "Der Gerichtsmediziner: ´Er lebte noch maximal eine Stunde.` Sah der Heilpraktiker seine Frau sterben, während er selbst verblutete?" (Bild, 21.1.2010)
"Durchschossene Herzen, aufgesprengte Schädel, durchtrennte Wirbelsäulen"
Die beiden Täter behaupten später zunächst, dass Frederik Begenat
aus zwei Pistolen auf Verlangen von Andreas Häussler alle 32 Schüsse alleine
abgegeben habe. Begenat habe getan, was Häussler wollte, weil er diesem
"gefallen" wollte.
Dem widersprach jedoch der Gutachter, ein
erfahrener Ballistiker. Der Täter könne "keinesfalls gleichzeitig aus den beiden
Tatwaffen geschossen haben" (bild.de, 20.1.2010). Bei einer anderen
Vernehmung erklärte Begenat dann auch, Andreas Häussler habe im Wesentlichen
alleine geschossen, und er habe auf Häusslers Aufforderung dann auch "zwei- oder
dreimal geschossen" (bild.de, 28.1.2010).
Die Morde wurden offenbar
von langer Hand geplant. "Frederik
B. hatte die Tat damit erklärt, dass Andreas H. sich in seiner Familie nicht
wohl gefühlt und schon 2008 solche Tötungsabsichten entwickelt habe ...
Der 19-Jährige habe sich irgendwann vor der Frage gesehen: entweder die oder ich"
(Stuttgarter Nachrichten, 21.12.2009).
Nachdem Andreas Häussler erfahren hatte, dass seine
beiden Schwestern am Gründonnerstag allein zu Hause sein würden, ging er mit
Frederik Begenat am Tag zuvor in den Wald, um an Tierschädeln die
"Durchschlagskraft" der für die geplanten Morde gestohlenen Waffen noch einmal
zu testen (bild.de, 13.10.2009). Nachdem Ann-Christin Häussler nach dem
ersten Schuss noch rufen konnte "Hey, was soll der Scheiß?" habe ihr
Bruder geantwortet: "Ja, so ist sie, arrogant bis zum Schluss" (stern.de,
16.12.2009). Dann wurden die beiden jungen Frauen mit 18 weiteren Schüsse
brachial und gezielt exekutiert. Der Gerichtsmediziner
sprach "von
durchschossenen Herzen, aufgesprengten Schädeln und durchtrennten Wirbelsäulen.
Andreas Häussler und Frederik Begenat verfolgten regungslos die detaillierten
Schilderungen des Mediziners. Selbst als die Leichen der toten Schwestern auf
einer großen Leinwand gezeigt wurden, zeigten sie keine Reaktion" (stern.de,
20.1.2010).
Für das Pilgern auf dem Jakobsweg "habe auch ihr Glaube eine Rolle gespielt"
Dass der Sohn und Bruder der Toten einer der Täter dieses kaltblütigen Massakers sein soll, konnten sich manche
zunächst nur schwer vorstellen. Bei seinem Realschlussabschluss an der Dr.-Engel-Realschule in Eislingen
war Andreas H. 2007 einer der drei Klassenbesten unter 31 Absolventen seiner
Klasse, bekam dafür eine Preis (http://www.dr-engel-realschule.de/Archiv/2006/20070719-abschlusspruefung/20070719-abschlusspruefung_2007.html).
Danach wechselte er an das Wirtschaftsgymnasium, die Kaufmännische Schule, nach Göppingen,
wo auch sein Freund Frederik Begenat bis zu seiner Verhaftung zur Schule ging. Und bei der
Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, wo es um die Rettung von Leben geht, war
er sogar Beisitzer im Vorstand - sein Bild und sein Name wurden jedoch am
17.4.2009 von der Homepage der DLRG entfernt. "Wie kam das Dunkle in seine
Seele?", fragt die Passauer Neue Presse am 13.10.2009.
Eine Spur führt einmal mehr in die Kirche. Im Luthergemeindehaus in
Eislingen hielt Andreas Häussler am 29.10.2008 einen Dia-Vortrag über seine
Pilgerreise auf dem so genannten
Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien, den er in
den Sommerferien 2008
zusammen mit einem anderen Freund gelaufen ist. Im Wallfahrtsort Santiago de Compostela
liegt angeblich das kopflose Skelett des Jesus-Bruders Jakobus, und es wird dort als
Reliquie verehrt.
Laut Südwest-Presse haben die
Schüler über diese "Wanderung auf dem alten Wallfahrtsweg" unter
anderem berichtet, es wäre
eine "entspannte Atmosphäre unter den Pilgern auf der ganzen Welt" gewesen.
Und der
Pilgergottesdienst am Zielort in Santiago de Compostela sei "sehr schön" gewesen und "für
das Pilgern auf dem Jakobsweg habe auch ihr Glaube eine Rolle gespielt"
(19.11.2008; http://www.suedwest-aktiv.de/region/nwz/goeppinger_kreisnachrichten/3974856/artikel.php;
sowie
http://www.ks-goeppingen.de/site/jakobsweg.html). Zielpunkt war, wie
gesagt, ein kopfloses Skelett gewesen, und Andreas Häussler habe dabei
auch über "die Tiefe seines Glaubens gesprochen" und er gilt allgemein als "sehr
gläubig" (Bild am Sonntag, 19.4.2009). Nähere Details über diesen
Glauben von Andreas Häussler wurden jedoch nicht berichtet, und es steht auch
nicht fest, welche Rolle er genau bei dem Verbrechen spielte (PS: Der
Pilgerfreund hieß Tobias H. und war demnach ein anderer junger Mann als der
spätere Mittäter). Wäre Andreas Häussler Mitglied einer von den Kirchen
als "Sekte" beschimpften Minderheit, hätten die kirchlichen "Sekten-
und Weltanschauungsbeauftragten"
nach der Tat ein "besorgtes" Interview nach dem anderen geben und die Gemeinschaft des Täters
pausenlos an den Pranger gestellt. So aber
sagen sie
einmal mehr nichts. Warum wir jedoch darüber berichten,
siehe
hier.
Der "heilige" Jakobus
-
er wird für Morde,
Tötungen und Kriegsverbrechen verehrt
Und so viel kann man auf jeden Fall sagen:
Der "heilige Jakobus", zu dessen Grab der Täter im Jahr 2008 pilgerte, gilt in der römisch-katholischen Kirche
fälschlicherweise als
Krieger, der die "Feinde des Glaubens" auf dem Schlachtfeld
umgebracht hatte bzw. der die römisch-katholischen Täter dabei angestiftet,
inspiriert und im Geiste
unterstützt hatte (mehr dazu bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobus_der_%C3%84ltere). So soll St. Jakobus,
der "Schutzpatron der Krieger", laut katholischem Glauben mit seiner Kraft
z. B. die
muslimischen Mauren in Spanien getötet haben (daher der Ruf von Sankt Jakob, dem "Maurentöter").
Auch soll der "Heilige" die Eroberung Amerikas durch spanische Heere im 15.
Jahrhundert und deren
Kriegsverbrechen zum "Erfolg" geführt haben; und zudem
als Schutzpatron auf Seiten des späteren Diktators General Francisco Franco im
20. Jahrhundert im Bürgerkrieg gegen
die spanische Republik gekämpft haben (siehe auch
hier). Mancher mag vielleicht gar nicht glauben, dass dies so
ist. Doch genauso ist es. Hinter dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela
steckt ein riesiges brutales und extrem gewalttätiges "Energiefeld", auch wenn
dies vielen Pilgern gar nicht bewusst sein mag und wenn es nicht notwendigerweise zeitnah aufbricht. Doch da Gedanken reale Kräfte und
Energien sind, dann könnte man - auf die Gegenwart bezogen - auch fragen: Besteht nicht
die Gefahr,
dass Pilger zum vermeintlichen Jakobusgrab auch von diesem mörderischen Geist
erfasst werden, den die Kirche bis heute dem Jakobus unterstellt?
Und besteht diese Gefahr nicht vor allem für jüngere Menschen? Denn während
mancher alteingesessene Gläubige eine solche Frömmigkeit bzw. einen solchen Kult
einfach als "normal" hinnimmt und den damit verbundenen Horror weder hinterfragt noch
darauf aufmerksam gemacht werden möchte, wollen gerade Jugendliche und junge Menschen in der Regel
wissen: Wie ist ein bestimmter Kult oder eine bestimmte Wallfahrt entstanden, und was steckt eigentlich dahinter? Und gerade
von Andreas Häussler berichtet sein Schulleiter: Er sei "ein unglaublich
reflektierter Mensch für seine 18 Jahre" (Welt am Sonntag, 10.4.2009).
Bei der Gerichtsverhandlung sagte dann Häusslers Freund Frederik B. tatsächlich
aus, Andreas Häussler "habe bereits 2008 den Gedanken zur Tötung seiner Familie
entwickelt" (Fränkischer Tag, 11.11.2009), also möglicherweise während
der Wallfahrt. So ist es sogar denkbar, dass das mörderische Energiefeld,
das die katholische Kirche um den Heiligenkult des Jakobus entwickelt hat,
vielleicht gar den Ausschlag für die Umsetzung der Mordpläne gegeben hat; in einer Zeit, wo
Andreas Häussler sich dessen eventuell noch nicht sicher war. Zumindest wäre es
nachvollziehbar, dass die Kräfte hinter mörderischen Gedanken, die in einen
weltweit anerkannten Kult integriert und damit praktisch anerkannt wurden, das
Denken und Empfinden von dafür anfälligen Menschen stark in eine ähnliche
Richtung beeinflussen oder gar lenken können.
Und selbst
wer solche Zusammenhänge zwischen Geschichte und Gegenwart vielleicht vorschnell als "skurril" abtun möchte, der
müsste zumindest eine Antwort auf die Frage geben: Warum nimmt man eigentlich in
einer "aufgeklärten Demokratie" einen Kult um solche Gewalttaten herum als ganz selbstverständlich und
angeblich "normal" hin? Und warum pilgern pro Jahr ca. 10 Millionen Menschen zum
angeblichen St.-Jakobs-Grab, wenn der Tote für so viel unsägliches Blutvergießen verantwortlich sein
soll? Und glaubt jemand im Ernst, dass die negativen Kräfte, die für diese
Jakobus-Vorstellung verantwortlich sind,
heute überwunden sind? Oder können sich die Großkirchen einfach immer noch jede
Art von Frömmigkeit erlauben (und vom Staat subventionieren lassen), gleich wie
viele Menschen ihr im Laufe der Geschichte schon zum Opfer gefallen sind? Und
vielleicht in Zukunft erneut zum Opfer fallen werden, wenn das Energiefeld
hier und da massiv aufbricht und eines Tages noch mehr Gläubige erfassen würde. Doch
zurück zu den Morden von Eislingen: Was war bei diesem Familiendrama der konkrete Anlass, der die
Mord-Maschinerie in Gang brachte?
Streng evangelischer Patriarch, "homoerotischer" Sohn
Von Andreas Häussler wird weiter berichtet, dass er sich jahrelang kirchlich
engagierte und "sich in der evangelischen
Kirchengemeinde um Kinder kümmerte"
(Bild, 12.4.2009). Die ganze Familie ist seit Jahren im Kirchenchor bzw. in der
evangelischen Kirche tätig, der Vater, der auch CDU-Mitglied ist (Stern Nr. 20/2009), bereits seit 20 Jahren (Focus online, 12.4.2009,
Welt am Sonntag, 19.4.2009). So arbeitete Hansjürgen Häussler
ehrenamtlich im Pfarramt mit und ebenfalls in der "Kinderkirche",
wo er während des Singens immer "die Kleinsten in die Luft" hob, "bis sie
jauchzen" (http://www.lutherkirche-eislingen.de/predigt.pdf). Ein
"Zeuge schilderte, wie der Vater seinen Sohn öffentlich bloßstellte – in der
Kirche. Obwohl Andreas nicht singen konnte, musste er auftreten. Dreimal habe er
singen müssen, so der Zeuge, ´mit Tränen in den Augen`. Und sich dreimal
blamiert ..." Anderen Zeugen erschien das fromme Mordopfer als "ein dominanter,
jähzorniger Mann, der immer Recht behalten wollte und seine Familie
drangsalierte" (bild.de, 3.2.2010). Und was die beiden ermordeten
Schwestern des Täters betrifft, erzählen Nachbarn: "Die haben auf ihm rumgehackt
wie die Hühner" (stern.de, 3.2.2010).
In seinem Weihnachtsrundbrief 2008 an Verwandte
und Freunde schreibt Hansjürgen Häussler: "Mit unseren Kindern sind wir sehr
gesegnet". Für den 22.4.2009 hatte der Heilpraktiker in der Lutherkirche
dann ehrenamtlich einen Gesprächsabend zum
Thema "Durst nach Leben" angeboten (Welt am Sonntag, 19.4.2009), doch am 13.4.2009 wurde er nun
zuvor ermordet.
Seit Jahren leitete Hansjürgen Häussler in der Lutherkirche auch "die
Jugendgruppen und war für Aufführungen verantwortlich. Und auch dort soll er es
verstanden haben, seinen Willen durchzudrücken" (stern.de, 3.2.2010).
Doch der Sohn suchte offenbar mit Hilfe seines Freundes einen "Fluchtweg". Dem Wirt der Eislinger Szene-Kneipe "Marstall" "fiel auf, dass da
zwei Jungs zusammen saßen, die mehr waren als nur Kumpel. ´Hier war allen klar,
dass die beiden homosexuell sind`" (Stern Nr. 20/2009). Anders jedoch die Eltern von Frederik, Manfred und Suse Begenat: Es sei
höchstens ein "zartes homoerotisches Verhältnis" gewesen" (Stern Nr. 42/2009).
Als Motiv für die Morde gab Frederik Begenat allerdings "Liebe zum Andreas"
an, und er gab in einer Vernehmung auch "intime" körperliche Kontakte zu
(bild.de, 27.1.2010). Zudem stellte Andreas H. deren Kompetenz in Frage. Nach seiner Aussage
wären die Eltern von Frederik Begenat als nächste ermordet worden, weil sich
Frederik "mit seinen Problemen" von ihnen "allein gelassen" fühlte (Bild,
13.10.2009). Doch das erscheint sehr zweifelhaft. Denn hinsichtlich der
Eltern hatte er selbst offenbar die größeren Probleme. Und:
"Beziehungen mit Mädchen habe Andreas lediglich als Alibi geführt, berichtete
der Polizist aus der Vernehmung von Frederik B. ´Er wollte nicht, dass es
[die homoerotische Beziehung] jemand erfährt`, habe Frederik erklärt" (bild.de, 27.1.2010). Dies
macht einiges verständlicher: Denn hätte der strenge Kirchenmann Hansjürgen Häussler
im Umfeld des bigotten kleinstädtischen Protestantismus
dann stolz davon schreiben können, mit einem homosexuellen Sohn "gesegnet" zu sein?
Auf jeden Fall hätte er allen Grund gehabt, Verständnis zu üben. Denn er selbst
betrieb in früherer Zeit im Nachbarort Geislingen einen Sex-Shop und wurde in dieser Zeit,
wie in der Presse zu lesen war, "Sex-Paule"
oder "Porno-Hansi" (stern.de, 3.2.2010) genannt. Doch in Eislingen wandelte er sich dann vom "Hippie" zum streng
protestantischen Familienpatriarchen, und er wurde von Freunden der Familie auch als
"wilder Choleriker" und "rücksichtslos" erlebt (Stern Nr. 20/2009).
So soll er auch von seinem Sohn die Befolgung "strenger" kirchlicher Werte
verlangt haben (Bild, 12.10.2009). Doch dieser soll - anders als die übrigen Familienmitglieder - zuletzt
immer später nach Hause gekommen sein und mehr Alkohol als früher getrunken haben,
was dem Vater ebenfalls missfiel (Bild, 21.4.2009).
Hierzu formulierte die Pfarrerin
Kathinka Korn in typisch kirchlicher Vernebelungs-Sprache,
"dass Eltern mit ihrer Kraft zur Liebe an Grenzen
stoßen können" (Bild, 20.4.2009).
Der Heilpraktiker "sei ein
schlimmer Patriarch gewesen, der zu Hause den Ton angab. Andreas sei der Einzige
gewesen, der den Choleriker immer wieder zur Rede gestellt habe",
so der Gutachter über den Täter später beim Mordprozess (bild.de, 12.3.2010).
Und: "Seine Mutter und seine
Schwestern hätten ihn nicht mehr akzeptiert, hätte er nur den Vater erschossen".
Deshalb beschloss er, alle zu töten.
Wollten die jungen Männer vor allem an das Geld von Andreas Familie?
Allerdings glaubte die Staatanwaltschaft an ein
anderes Mordmotiv:
"Schwerwiegende innerfamiliäre Konflikte sind als Motiv für die Auslöschung der
Familie nicht plausibel", so der ermittelnde Staatsanwalt gegenüber der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung (1.8.2009).
Und weiter: "Es war kein
Tyrannenmord, und es war auch keine Affekttat, das Motiv war Habgier".
Andreas Häussler hatte sich von seiner Mutter vor den Morden
zunächst eine Vollmacht über ein Schweizer Konto, auf dem 256.000,00 Euro deponiert waren, geben lassen. Diese Vollmacht hätte dann offenbar seine Gier
nach dem ganzen Besitz geweckt. Mit der Vollmacht hätte er allerdings nur zusammen mit
seinen Schwestern an das Geld kommen können. Doch seien seine Eltern und Schwestern tot, wäre er
der sofortige Alleinerbe von allem. Bei seinem Freund Frederik Begenat wurde eine Wunschliste gefunden, was er sich alles
mit dem vielen Geld kaufen würde, das er von Andreas Häussler als Anteil von den
256.000 Euro für seine Mithilfe
bei den Morden bzw. für seine Ausführung der Hinrichtungen als "Killer" bekommen würde.
"Dass es Andreas H. vor allem um das Erbe ging, lässt ein Zettelblock vermuten,
den die Polizei in seinem Zimmer fand: ´Finanzcheck`, ´Vermietung
Wohnung/Praxis`, ´Oma anrufen wegen Beerdigung`, ´Leasing/Verkauf/Kauf Autos`,
´Wohnung aufpimpern`, hatte der Gymnasiast auf diesen Zetteln notiert, um nach
dem Mord an alles Wichtige zu denken. Auf anderen Wunschzetteln hatten die Täter
festgehalten, welche Konsumträume sie sich nun endlich erfüllen wollten" (faz.net,
2.4.2010).
Die Anwälte der beiden Killer deuten die Tat
jedoch als Beziehungstat, die "in den innerfamiliären Verhältnissen der Häusslers und der Freundschaft der beiden jungen Männer" begründet
war, was
wieder auf die spezielle Problematik des konservativen Protestantismus und
seiner Anhänger verweisen würde.
Auch Frederik Begenat stammt aus einem bewusst evangelischen
bürgerlichen Elternhaus, der Vater leitet eine Bodelschwingh-Schule,
benannt nach einem Kirchenmann der Inneren Mission (vgl.
hier). Und auch der Täter
selbst ließ sich in der der Lutherkirche benachbarten
Christuskirchengemeinde zum evangelischen Kindergruppen-Leiter ausbilden, wäre jedoch
anschließend nicht in der Kinderkirche aktiv gewesen.
. Und im Einklang mit der Lehre seiner Kirche hat
der Täter seiner 18 Jahre alten Urlaubsbekanntschaft kurz vor seiner Tat auch
geschrieben, er sei kein Pazifist. Und er glaube auch nicht an eine gerechte
Welt (Spiegel online, 21.12.2009). Auch die Kirche streitet das ja ab. Sie
spricht dann immer von einem angeblichen "Geheimnis" Gottes.
Die möglichen evangelischen Wurzeln des Verbrechens
Zwar hat die evangelisch-lutherische Kirche die
furchtbare Tat natürlich ebenfalls nicht gebilligt. Doch ihre Lehre
könnte den jungen Männern letztlich den vermeintlichen Freibrief für das
Verbrechen gegeben haben. Denn nach evangelisch-lutherischer Lehre könnte
die "Rechnung" der beiden Täter, so makaber das klingen mag, sogar "aufgehen": Da die Ermordeten alle
bewusst evangelisch gläubig und dementsprechend auch getauft waren, kommen
sie gemäß dieses Glaubens jetzt zu Gott in die ewige Herrlichkeit bzw. in
den Himmel,
was nach dieser Lehre ja nichts Schlimmes wäre, im Gegenteil. Wem dieser
Gedanke in diesem Zusammenhang allerdings als geschmacklos oder ganz zynisch erscheint, dem
pflichten wir bei. Es ist so. Doch es ist nicht unser Gedanke, und Beschwerden
müssten an die Adresse der evangelischen Kirche gerichtet werden. Denn so ist es
nun einmal: Es ist deren Lehre, nicht unsere (vgl. dazu die Rechtfertigung des
Einsatzes von Massenvernichtungswaffen durch den früheren EKD-Ratsvorsitzenden
und Landesbischof Otto Dibelius mit dem
Hinweis, die auf diese Weise Getöteten erreichten dadurch "umso schneller das
ewige Leben").
Und auch Andreas Häussler und Frederik Begenat
kämen demnach später "allein durch Glauben" an ihren "Erlöser Christus" in den
Himmel (siehe dazu Der Theologe Nr.
35). Denn gute oder böse Taten seien für das spätere Heil nach
evangelisch-lutherischem Glauben nicht maßgebend (siehe dazu die Erklärung
dafür in
Der Theologe Nr. 1). Und auch
Tierquälerei, womit sich die Täter auf
das Massaker einstimmten, wird im evangelischen "Himmel" nicht bestraft. Zwar wären gute Taten als
"Früchte" des Glaubens nach lutherischer Lehre "geboten" bzw. wünschenswert, doch letztlich zähle
ausschließlich (!) der Glaube in Verbindung mit der Taufe.
Der Mensch könne nämlich nach evangelischer Lehre durch sein Tun nicht zu Gott
finden, ganz gleich, wie gut oder böse dieses ist. Nur der Glaube in Verbindung
mit der Taufe zähle, und den
Glauben haben die beiden jungen Männer ja nachgewiesen. Und evangelisch getauft
sind sie auch. Und natürlich auch alle Opfer. Und bis zu ihrem Tod hätten die
Täter mit dem vielen Geld auf der Erde
noch ein üppiges und wohlhabendes Leben führen können, wenn die Tat nicht
aufgeklärt worden wäre, während die Opfer schon näher
dran an der "ewigen Herrlichkeit" gewesen wären. Nach der
evangelisch-lutherischen Lehre würde es bei
dieser Familien-Mord-Tragödie also letztendlich keinen Verlierer geben. Doch wir möchten
noch einmal ganz deutlich sagen: Das sind nicht unsere Gedanken. Sondern es ist -
und so ist es nun mal - die
logische Konsequenz aus der evangelischen Lehre, ob das die Gläubigen nun
wahrhaben wollen oder nicht. Und ein evangelisch Gläubiger, kann, wenn er seine
Lehre ernst nimmt, eben solche Schlussfolgerungen daraus ziehen und entsprechend
handeln.
Sollte jedoch kirchlicherseits irgendetwas an dieser Darlegung kritisiert werden, dann kann die evangelische
Kirche ja gerne ihre Lehre ändern. Doch auch die Predigt der
Pfarrerin Kathinka Korn von der Lutherkirche im "Familiengottesdienst" mit
Kindern in Eislingen liegt ganz auf dieser evangelischen Linie: Die Mörder seien
"zwei geliebte Kinder", auch sie werde Gott "nie vergessen. Was für ein Segen,
dass Gott so große Hände hat!" (http://www.lutherkirche-eislingen.de/predigt.pdf)
Das wäre zwar - für sich betrachtet - nicht falsch, doch dient es in diesem
Zusammenhang der Verniedlichung des Verbrechens, während die Kirche in anderen
Zusammenhängen brutalste Geschütze auffährt. So werden diejenigen, die nicht ins
evangelisch-lutherische Glaubens- und Seelenheil-Schema passen, nach
verbindlicher lutherischer Lehre ewig verdammt (siehe
http://www.theologe.de/theologe19.htm#Verdammte_aus_evangelischer_Sicht).
Nicht jedoch diese beiden jungen Killer, die im Sinne des Lutherworts "Sündige tapfer,
aber glaube noch tapferer" die Seligkeit am Jüngsten Tag erwerben würden,
wenn sie diesen Leitspruch weiter befolgen.
Umgekehrt: Hätte die Kirche stattdessen die beiden jungen Männer darüber
aufgeklärt, dass jede böse Tat auf den Verursacher zurückfällt und der Täter am eigenen
Seelenleib die Wirkung tragen muss, dann hätte womöglich der Vierfachmord
von Eislingen gar nicht stattgefunden.
Verehrung Martin Luthers und der katholische Jakobus-Kult: eine Zeitbombe
Die lutherische Lehre könnte also das
Verbrechen massiv begünstigt oder vom Unterbewusstsein her überhaupt erst ermöglicht haben. Und
sie gehört eben zum Milieu, in dem Täter und Opfer lebten. In Häusslers evangelischer Kirchengemeinde sind alle zentralen Einrichtungen nach
Martin Luther benannt: Lutherkirche, Martin-Luther-Kindergarten,
Luthergemeindehaus. Was dabei nur wenigen bekannt ist: Der vielfach geehrte Martin Luther trank
auch sehr
große Mengen von Alkohol, und er neigte zu
furchtbaren cholerischen Gewaltausbrüchen, was mit dazu beitrug, dass die Opferzahlen
unter seinen Gegnern in die
Höhe getrieben wurden, z. B. bei
Kriegen gegen die Bauern oder gegen die
moslemischen Türken oder gegenüber
Andersdenkenden in Deutschland. Und
auch dieses Verhalten wird oft
mit einem von Martin Luthers Leitsprüchen, nämlich seinem "Sündige tapfer, aber
glaube noch tapferer", in Verbindung gebracht.
Zwischen Martin Luther und der
katholischen Vorstellung vom "heiligen Jakobus" (siehe
oben) gibt es hier also beim Thema Gewalt eine Parallele. Und es ist vor allem die
Kopflastigkeit des evangelischen Glaubens, weswegen die katholischen Pilgerwege
zunehmend auch von evangelisch Gläubigen wie Andreas H. gegangen werden, und
dies gilt eben vor allem für den so genannten Jakobsweg nach Spanien.
So könnten dem
Verbrechen also sowohl evangelische als auch katholische Wurzeln zugrunde
liegen - nicht oberflächlich und nicht vordergründig, aber von den etwas tiefer
liegenden Schichten der Seele her und aufgrund der Jahrhunderte langen Indoktrination im
evangelisch bzw. katholisch konfessionellen Geist. Und solange die evangelische Kirche ihre Lehre der Verharmlosung von
Gewalt nicht ändert und solange die
katholische
Kirche mit einem solchen Kult wie der Jakobus-Wallfahrt, der von seinen Hintergründen her mit Krieg, Mord und Gewalt verbunden ist,
nicht aufhört und solange sie den dafür tatsächlich oder angeblich
verantwortlichen "Heiligen" weiterhin ungeniert Kriegstreiberei und
Gewalttaten zuschreibt, solange tickt hier unterschwellig
eine Zeitbombe, die vielfach unterschätzt wird
(vgl. dazu auch unser
Offener Brief - Das Schuldbekenntnis des Papstes - eine ungültige Beichte).
Vordergründig gibt man sich "entspannt" und "friedfertig", doch was
kocht alles
"unter der Oberfläche" wie das Magma in einem aktiven Vulkan? Und
ähnlich ist es dann vielfach beim einzelnen Gläubigen.
In unserer Studie über den Amoklauf von Winnenden haben wir bereits erörtert, welche falschen "Vorbilder"
sowohl Martin Luther als auch ein großer Teil der katholischen Heiligen sind.
Und wir haben dafür plädiert, dass es notwendig ist,
sich diese gewalttätigen und teilweise blutrünstigen Männer nicht mehr zum Vorbild zu nehmen und die gesellschaftlichen
Ehrungen für sie endlich zu beenden. Auch sollten die Lehrpläne in den Schulen
nun im 21. Jahrhundert der traurigen Wahrheit entsprechend korrigiert werden. Denn geraten
Nachfolger Martin Luthers oder der katholischen Heiligen in massive persönliche
Konflikte - wie z. B. einen Autoritätskonflikt in Verbindung mit Sexualität oder
z. B. der Gier nach mehr Geld -
besteht die Gefahr, dass sich das Verdrängte einen mörderischen Weg bahnt und der Vulkan ausbricht bzw. die versteckten Bomben zur Explosion gebracht werden.
Der Waffendiebstahl aus dem eigenen Schützenverein
Sicher ist: Als Andreas Häussler am 29.10.2008 im Luthergemeindehaus der
Lutherkirche Eislingen seinen Vortrag über den Pilgerweg
nach Santiago de Compostela hielt und dort auch über seinen evangelischen Glauben sprach, da hatte
er gerade ein Verbrechen hinter sich - nämlich den Einbruch in das Schützenhaus der Schützengilde SGi Eislingen
zwischen dem 3. und dem 8.10.2008. Der inhaftierte Schüler
ist selbst Mitglied im Schützenverein SGi
Eislingen und schoss dort in mehreren Gewehrklassen, auch mit den späteren Tatwaffen,
zwei Kleinkaliberpistolen.
Die Schützengilde Eislingen e.V. entfernte sein Bild und seinen Namen allerdings
kurz nach der Tat
von ihrer Homepage. Und auch Frederik Begenat war bis vor kurzem Mitglied und
Sportschütze dort gewesen. Die Vorstandschaft der Schützengilde zeigte
sich "entsetzt und fassungslos, dass unser ´Sunnyboy` uns monatelang den
netten und hilfsbereiten Kameraden vorgespielt haben soll und nun zu so einer
bestialischen Tat fähig sein soll" (http://www.schuetzengilde-eislingen.de/)
- wenigstens ehrliche und klare Worte im Unterschied zu manch scheinheiligen
Phrasen von der Kanzel.
Der Sportschütze "Andi H." hatte dann Anfang Oktober zusammen mit Begenat aus
seinem Vereinsheim zunächst 16 Sportpistolen und Munition entwendet, worauf der
Schützenverein sein "Sicherungssystem" überarbeitet hatte. Woher die beiden
Täter die Schalldämpfer hatten, war zuletzt noch ungeklärt. Zwei der gestohlenen Waffen
kamen dann in der Nacht vom 9. auf den 10.4.2009 zum Einsatz gegen Menschen. Die
beiden jungen Männer ermordeten damit die Familie des einen Täters. Und Frederik Begenat verriet der Polizei
bald das Versteck der übrigen Waffen. Hatten Andreas Häussler
und Frederik B. schon damals im Oktober entschieden, Andreas Häusslers Mutter, seinen Vater und seine beiden Schwestern
zu ermorden? (Die Lokalzeitung veröffentlichte ein Familienfoto, das zeigt, wie
Andreas Häussler an Weihnachten 2008 freundschaftlich den Arm um die Schulter
seines Vater legt;
http://www.suedwest-aktiv.de/region/geislingerzeitung/aus_stadt_und_kreis/4280952/artikel.php?SWAID=33c08b5b286131570a66674a8f8e3a28). Und was hatten die beiden Schüler mit den anderen Waffen noch
vor?
Ein Igel lebend auf den Grill gelegt: Die Täter haben für das Massaker geübt
Wie Menschen zu einer solchen "bestialischen Tat"
fähig werden, kann auch dadurch erklärt werden, wie sich die beiden jungen
Männer auf das Massaker vorbereiteten. Vor der Tat hatten Häussler und Begenat
nämlich zuvor mehrfach an Tieren "geübt". Nach der Lehre ihrer Kirche
haben die Tiere keine unsterbliche Seele und sind auch nicht in dem Maße
leidensfähig wie ein Mensch, was bei vielen Kirchenmitgliedern ohnehin die
Hemmschwelle für Tierquälerei und Tiermord senkt. Dennoch weiß jeder, der ein
Gespür für Tiere hat, dass die Kirche auch hier die Menschen in die Irre führt.
Mit Luftdruckgewehren
erschossen die beiden jungen Männer zunächst Schnecken (Stern Nr. 20/2009).
Dann wurde die Dosierung der Grausamkeit offenbar erhöht. "Erst töteten sie eine
Katze des Nachbarn im Sack, dann schlugen sie eine Gans tot und legten einen
lebenden Igel auf den Grill. Irgendwann waren sie dann brutal genug für den
ungeheuerlichen Vierfachmord," (faz.net, 2.4.2010). Zunächst haben die
Täter also versucht, mit Grausamkeiten gegen Tiere ihr Gewissen abzutöten, was
ihnen offenbar "gelungen" ist. Auf diese Weise bewahrheitete sich auch das Wort
des russischen Schriftstellers Leo Tolstoj: "Vom Tiermord zum Menschenmord ist
nur ein Schritt". Das Ergebnis: "Der Vorsitzende Richter sagte, die jungen
Männer hätten mit ´extremer Gefühlskälte` gehandelt" (faz.net, 2.4.2010).
Gefängnis statt Kirchenwanderung und Pilgerreise nach Rom
Andreas Häussler plante als
nächstes, nach Rom zu pilgern (Bild, 12.4.2009) bzw. in den Vatikan.
Und gibt es hier vielleicht auch eine Querverbindung zum persönlich sexuellen
bzw. erotischen Bereich. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann sagte in einem Interview
z. B.:
"In keinem Beruf ist der Anteil der Homosexuellen so hoch wie im katholischen
Klerus - und da wiederum: je höher in der Hierarchie, desto größer der
Prozentsatz. 60 % des Vatikans sind homosexuell" (http://www.das-weisse-pferd.com/02_06/sexualverbrechen_von_priestern.html).
So könnte durchaus gefragt werden: War es vielleicht auch dieses Milieu in Rom, das den jungen Protestanten Andreas H. womöglich mit angezogen hat?
Was schon zuvor auf ihn Einfluss nahm, als er sich für einen
römisch-katholischen Pilgerweg entschied? Denn im puritanischen schwäbischen Pietismus haben "homoerotische Neigungen" demgegenüber
nicht annähernd diesen Platz wie im Umfeld des Stuhles Petri im Vatikan.
Zuvor war in der Festschrift 100 Jahre Kaufmännische Schule Göppingen
noch eine von Andreas Häussler angebotene "Wanderung auf dem Göppinger Jakobusweg" für
den 4.7.2009 angekündigt, "vorbei an Kirchen und schöner Landschaft. Der Weg
geht von der Kirche in Hohenstaufen bis zur Stiftskirche in Faundrau"
(ks-goeppingen.de). Doch
beides kann er jetzt erst einmal nicht tun, denn so schnell wird er das Gefängnis
nicht verlassen können.
Am Samstag,
den 18.4.2009, fand in der Lutherkirche in Eislingen zunächst der
evangelisch-lutherische Trauergottesdienst für Hansjürgen, Else, Ann-Christin und
Annemarie Häusler statt. Pfarrerin Kathinka Korn sprach dabei auch von einem
"gespenstischen Ausbruch blindwütiger Gewalt" (Bild, 18.4.2009). Die
Indizien sprechen demgegenüber allerdings eher von einer gezielten langfristigen Planung
des Massakers. Und warum? Die lutherische Pfarrerin predigte hierzu, "der Unbeantwortbarkeit solcher Fragen standzuhalten" (Spiegel online, 21.4.2009).
Ja mehr noch: Antworten auf die Fragen zu suchen und auch welche zu finden
hieße, "sich zu versündigen an dem Gott, dessen Namen wir in diesem
Trauergottesdienst anrufen". Und ihr Kirchengründer Martin Luther lehrte gar: "Die schwersten Anfechtungen
sind, wenn der Teufel uns dahin bringt, dass wir nach den Ursachen des
Wohlergehens und des Unglücks forschen" (Tischreden, Luther Deutsch,
Stuttgart 1960, Nr. 678). Doch Wahrheitssucher und auch der Wahrheit
verpflichtete Journalisten lassen
sich von solchen kirchlichen Irreführungs-Strategien nicht einschüchtern. Es ist
nämlich genau umgekehrt: Wer, wie die evangelischen Theologen, ein "Geheimnis
Gottes" lehrt, der versündigt sich an dem Schöpfergott, der nämlich
überhaupt kein Geheimnis
kennt. Nur die Kirche verbrämt ihre eigene Ignoranz und ihren geistigen Tod als
ein "Geheimnis" und geht aggressiv gegen alle vor, welche dieses ihr Geheimnis
lüften könnten. Die Zeitung Bild schreibt z. B.:
"Wollte Andreas mit Hilfe seines Freundes aus
dem strengen Familienleben ausbrechen?"
In der Kirche wird man dieser Frage vielleicht nicht bis auf den Grund gehen.
Denn dort hält man es eben lieber mit den eigenen "Geheimnissen" statt mit der
Aufklärung.
Nach dem Trauergottesdienst war die Beisetzung der Toten auf dem Friedhof
Eislingen-Süd. Der Sohn und Bruder Andreas war nicht dabei.
Sein Antrag, teilnehmen zu können, wurde von der Haftrichterin abgelehnt.
Winnenden und Eislingen: Fünf Studentinnen bzw.
Absolventinnen
der Pädagogischen Hochschule ermordet
PS: Erst am 7.4.2009 hatte ein 60-Jähriger Sportschütze in
Landshut im Gericht seine Schwägerin und sich selbst erschossen.
Und: Nach dem Mord an den Lehrerinnen Nina Mayer,
Michaela Köhler und Sabrina Schüle in Winnenden sind erneut zwei Studentinnen der
Pädagogischen Hochschule, der PH Schwäbisch Gmünd erschossen worden. Denn auch
die beide Schwestern des jungen Mörders, die von ihren Freunden "Chrissi" und
"Mimi" genannt wurden, studierten dort. Nina Mayer, Michaela Köhler
und Sabrina Schüle hatten die Pädagogische Hochschule bereits erfolgreich absolviert. Am
22.4.2009 fand dort eine Trauerfeier für die fünf in Winnenden bzw. Eislingen Ermordeten statt.
Eine weitere Parallele: Der Rechtsanwalt von Andreas Häussler soll auch die Eltern von Tim Kretschmer
vertreten.
Eventuell noch weitere Querverbindungen zum
Amoklauf in Winnenden und Wendlingen sind zum Teil spekulativ (siehe z.
B. hier) (Eislingen liegt ca. 20
km östlich von Wendlingen). Allerdings stößt die Tat des einen oft die Tat eines
anderen an. Massiv unterschätzt werden dabei in der Regel hasserfüllte Gedanken
oder Gefühle, denen man freien Lauf lässt. Diese sind geistige Energien, und
man könnte sich fragen, ob diese bei einem labilen Menschen über Telepathie
nicht auch eine hasserfüllte Tat
anstoßen können? Der Täter lädt dann zwar unermessliche Schuld auf sich. Doch wer ist
alles noch beteiligt gewesen, eventuell als Anstifter?
Offen ist zudem die Überlegung, ob es eine religiöse Bedeutung haben
könnte, dass die Morde von Eislingen am Gründonnerstag und am Karfreitag durchgeführt wurden,
direkt am Beginn der Passions- und Osterfeierlichkeiten der Kirche.
War es nur der "günstige" Zeitpunkt, da die Eltern am Abend zunächst außer Haus
waren? Oder wurde der Termin auch "passend" zum Kirchenjahr gewählt?
PS: Vgl. zu dieser Studie auch den preisgekrönten Kinofilm Das weiße
Band über die äußere und subtile Gewalt in einem evangelischen Pfarrhaus des
letzten Jahrhunderts.
Ungeklärtes Erbe - Wer erhält das Vermögen?
Im Jahr 2010, während der Prozess gegen den Sohn und seinen Freund noch andauert, ist nun ein "bizzarer Erbschaftsstreit" um die Million entstanden, welche Familie Häussler hinterlässt, darunter zwei Häuser, eine Eigentumswohnung, zwei Bankdepots, eine Lebensversicherung, sowie Grundstücke in Thüringen und Texas/USA. Andreas Häussler, der Sohn und Mörder, wurde vom Landgericht für "erbunwürdig" erklärt. Entscheidend für die Nachlassfragen ist jetzt, wer von den Eltern zuerst starb. Starb Else Häussler zuerst, ging das Vermögen rein rechtlich zunächst an ihren Mann und dann wenige Augenblicke, Minuten oder Stunden später, als auch dieser starb, an die Verwandten des Mannes. Starb Hansjürgen Häussler zuerst, ging das Vermögen rein rechtlich zunächst an seine Frau und dann wenige Augenblicke, Minuten oder Stunden später, als auch diese starb, an die Verwandten der Frau. Auch eine Einigung beider Parteien auf einen gleichzeitigen Tod ist möglich, was zur Folge hätte, dass das Erbe aufgeteilt wird. Zwar wurde auf den Mann zuerst geschossen, doch könnte er, wenn er langsam verblutet wäre, auch erst nach seiner Frau gestorben sein. Beide Seiten haben sich Anwälte genommen (Bild, 25.3.2010).
Das Gerichtsurteil: Lebenslange bzw. 10 Jahre Haft
Am 31.3.2010 erging das Urteil gegen das Duo. Lebenslang mit Feststellung der "besonderen Schwere der Schuld" für Andreas Häussler und 10 Jahre Jugendstrafe für Frederik Begenat. Bei ihm wurde strafmildernd gewertet, dass er offenbar an dem "Asperger-Syndrom", eine Art Autismus leide. Vor den Morden hatten die beiden auch mehrere Einbrüche in einen Supermarkt und in einen Tennisclub verübt. Außerdem waren sie in der Eislinger Schützengilde eingebrochen und hatten die Tatwaffen sowie 15 weitere Waffen gestohlen.
20.4.2009 -
Neues Kochbuch in der evangelischen Kirche: "Von allen guten Geister
verlassen"? - Im Auftrag des Lutherischen Weltbunds (LWB) erschien
jetzt im evangelischen Kreuz-Verlag in Stuttgart das Kochbuch
Unser
tägliches Brot – Rezepte, Gebete und Geschichten zum Grundrecht auf Nahrung.
Eines der vielen dort vorgeschlagenen Fleisch-Rezepte: "Christlich gebratenes
Meerschweinchen" - mit detaillierten Anweisungen, wie man das getötete Tier
dafür auseinander nimmt; vom "Häuten" über das Herausnehmen der Organe bis hin
zum Zerschneiden des Tieres. Nur: Wie genau man das Tier zuvor umbringt, überlassen
die Lutheraner der Phantasie der Gläubigen.
Tierschützer hatten protestiert und "fürchten, dass gerade jugendliche
Meerschweinchenbesitzer das Rezept nachkochen könnten" (Bild, 20.4.2009).
Anlass für das Buch sei die Vollversammlung des Lutherische Weltbundes,
ein geplantes Treffen von 400 evangelisch-lutherischen Kirchenführern vom
20.-27.7.2010 in Stuttgart. Das Thema des Kirchentreffens: "Unser täglich Brot
gib´ uns heute" (vgl. dazu auch unseren Artikel zum
Vaterunser). Die Kirche verteidigt in diesem Zusammenhang ihre
Fleischrezepte, und man kann jetzt schon davon ausgehen, dass viele Tiere für
den Gaumengenuss der Kirchenführer ihr Leben lassen müssen, darunter vielleicht
auch erstmals Meerschweinchen. "Meerschweinchen-Braten" ist z. B. in den Anden
"ein ganz wichtiges Lebensmittel", so die Vize-Generalsekretärin des
Lutherischen Weltbundes. In der Schweiz ist der Verzehr jedoch verboten, in
Deutschland allerdings erlaubt.
Die kirchlich empfohlenen Fleisch-Rezepte sind auch deshalb Stein des Anstoßes,
da der weltweite Fleischkonsum nachweislich und maßgeblich mitverantwortlich für
die weltweiten Hungersnöte sind.
Zu diesem Thema einige Links aus dem Verlag Das Weisse Pferd:
Mehr zum neuen Kochbuch aus den Reihen der Kirche siehe
http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/aktuell/2009/04/18/meerschweinchen-braten/zoff-um-ekel-kochbuch-der-stuttgarter-kirchen.html.
Die Boulevardzeitung Bild kommentiert: "Sind die denn von allen
guten
Geistern verlassen?" (18.4.2009)
Und weiter zum Hintergrund: Jesus und die ersten Christen
beendeten einst den "selbstverständlichen" gewordenen Fleischkonsum (siehe
dazu Der Theologe Nr. 7). Und der Kirchenvater
Hieronymus, von der katholischen Kirche "heilig" gesprochen, erklärte im 4.
Jahrhundert:
"Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut
unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden
Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft; wie man in der Wüste dem
murrenden, sinnlichen Volk Wachteln vorwarf. Jesus Christus, welcher erschien,
als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass
es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen" (Adversus Jovinianum
I, 18).
Die Kirche jedoch sprach den Tieren die unsterbliche Seele und die
Leidensfähigkeit ab und schuf die geistigen Voraussetzungen für die heutige
Massentierhaltung und den hemmungslosen weltweiten Fleischkonsum. Das neue
Kochbuch ist nur ein weiteres Glied in der Kette dieses Schreckens.
Eine Alternative: Das Kochbuch Tiere leben lassen - vegetarisch
und vegan kochen; siehe
http://www.das-wort.com/deutsch/vegetarische-ernaehrung/index.php
12.4. / 13.4.2009 -
Osterpredigt: Bischof Walter Mixa lenkt von den Verbrechen der
Kirche ab und beschuldigt Atheismus - Mit einer faustdicken
Geschichtslüge wartete Bischof Walter Mixa aus Augsburg am Ostersonntag auf. Die
Nazi-Verbrechen seien ein Beweis dafür, dass "praktizierender Atheismus"
unmenschlich sei. Der Katholik Adolf Hitler jedoch, der übrigens bis zu
seinem Selbstmord am 30.4.1945 immer pünktlich Kirchensteuer zahlte
(siehe
hier),
rechtfertigt in einem Gespräch mit Bischof Hermann Wilhelm Berning von Osnabrück
vom 26.4.1933 die Judenverfolgung damit,
"dass er gegen die
Juden nichts anderes tue als das, was die Kirche in 1500 Jahren
gegen sie getan habe"
(zit. nach Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1981, S. 406).
Der Bischof führte seinerseits einige Beispiele für
Verbrechen aus atheistischer Gesinnung an, doch der Kirchenhistoriker Karlheinz
Deschner schreibt zusammenfassend:
"Nach intensiver Beschäftigung mit
der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit ...
keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so
scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz
besonders die römisch-katholische Kirche" (in:
Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
Zu den "Nazi-Verbrechen", die Bischof Walter Mixa als Aufhänger für
seine Atheismus-Beschimpfung diente, im einzelnen:
Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust
Daraus ein Auszug der
Fakten, welche die römisch-katholische Kirche betreffen:
Die katholische Kirche und der
Holocaust
Siehe dazu auch ausführlicher:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,618696,00.html
Wie sehr die Kirche das gesellschaftliche Klima seit Jahrhunderten vergiftet hat,
dafür gibt z. B. auch ein Forumsbeitrag bei Spiegel online (13.4.2009),
einen Hinweis. Der Beitrag kritisiert Bischof Walter Mixa mit den Worten: "Nicht jeder Atheist
ist ein potenzieller Massenmörder. Umgekehrt ist nicht jeder Katholik ein
Widerstandskämpfer. Was maßt sich dieser Mensch [Mixa] eigentlich an?"
Dennoch
spiegelt sich in diesem sicher gut gemeinten Beitrag auch unbewusst die Jahrhunderte lange
Indoktrination durch die Kirche. Denn was eigentlich den Bischof kritisieren
soll und
zugunsten der Atheisten gedacht war (nicht jeder sei "ein potenzieller
Massenmörder"), trägt immer noch unterbewusst die katholische Handschrift.
Wieso? Man
braucht nur einmal probeweise den Spieß umzudrehen und angesichts der Verbrechen
der Kirche und zugunsten der kirchlich
Gläubigen den Standpunkt vertreten: "Nicht jeder Katholik ist ein
potenzieller Massenmörder". Wäre das wirklich ein Satz zugunsten der
Katholiken?
10.4.2009 - Karfreitag: Jesus starb keinen Sühnetod
-
Die Irrlehre und das Ende des kirchlichen Christentums:
Jesus starb keinen Sühnetod
-
Geistige Hintergründe der
Kreuzigung von Jesus
Die evangelische
Nachrichtenmagazin idea schreibt über den zum Katholizismus zurück
gekehrten ehemaligen evangelischen Theologieprofessor Dr. Klaus Berger: "Wenn
sich die Vorstellung durchsetze, dass Jesus Christus nicht für die Sünden der
Menschen gestorben sei, gerate das Christentum an sein Ende, erklärt der
Katholik in einem Interview mit der in Berlin erscheinenden Wochenzeitung ´Junge
Freiheit`" (10.4.2009).
So ist es. Das kirchliche Christentum besteht im Kern aus "geistig Toten",
welche
die heidnische Sühnopfervorstellung, dass man angeblich durch ein blutiges Opfer einen
"Zorn Gottes" sühnen könne, auf Jesus von Nazareth übertragen haben. Dagegen
hatten auch schon die großen Propheten Israels ihre Stimme erhoben. Und heute
ist dieses Sühnopfer-Christentum faktisch am Ende und wird vor allem noch
durch staatliche Milliarden-Subventionen am Leben erhalten, auch wenn es sich im
Einzelfall noch wehrt.
Hierzu noch eine weitere Überlegung zum Nachdenken:
Wenn Jesus die Sünden der Menschen "gesühnt" und auf sich genommen hätte, wie
behauptet wird, dann müsste es doch heute in der Welt anders aussehen. Wenn also
Jesus am Kreuz die Sünden am Kreuz angeblich weg genommen habe, dann müssten die
Menschen doch frei davon sein. Doch in Wirklichkeit tragen die Menschen, auch die "wiedergeborenen" Christen, schwer an
ihren Sünden. Und sie tragen vielfach dazu bei, den Planeten Erde in den Abgrund zu
stürzen. Und manche andere, die sagen, mir sind die Sünden wirklich weg
genommen, sind oft nur gewissenlos, d. h. ihr Gefühlsleben ist blockiert. Doch das hat
alles Jesus, der Christus, nicht gewollt. Die Gewissenlosigkeit zeigt sich z. B.
auch im Umgang der kirchlichen Christen mit den Tieren. Deshalb abschließend:
Eine nachdenkliche Osterbotschaft
6.4. / 11.4.2009 -
Strafuntersuchung gegen "Schwachkopf" wegen "falschen Alarms"
- Forscher sagte Erdbeben in Italien voraus / Es ist wie in den Tagen Noahs /
Hilft den Menschen der katholische "Schutzheilige"? / Papst schickt
"heiliges" Öl
-
Weil seine Vorhersage eines schweren Erdbebens
voraussichtlich am 29.3.2009 in den Abruzzen an eben diesem vergangenen Sonntag
nicht eintraf, wurde gegen den Physiker und Erdbebenforscher Giampaolo Giuliani eine
Strafuntersuchung eingeleitet.
Der Erdbebenforscher hatte beobachtet, dass aus dem Erdinneren in der
Region vermehrt das radioaktive Gas Radon freigesetzt wurde - für ihn ein klares Zeichen für ein
bevorstehendes Erdbeben - und er hatte sofort Alarm geschlagen. Doch er hatte
sich beim möglichen Datum um acht Tage
vertan und beim Ort um ca. 60 km.
Als am 29.3.2009 dann das von ihm befürchtete Erdbeben nicht
eintrat, wurde der Erdbebenforscher
deshalb wegen "Verbreitung
eines völlig überflüssigen ´Fehlalarms`" (spiegel.de, 6.4.2009)
von Behördenvertretern beschimpft.
Zeichen und Warnungen
Der Leiter des italienischen "Zivilschutzes", Guido Bertolaso,
drohte gar mit einer "exemplarischen Bestrafung" und war zornig auf "diese Schwachköpfe, die sich damit amüsieren, Falschmeldungen zu
verbreiten" (zit. nach Bild, 6.4.2009). Doch man hätte die
Zeit auch nützen können, um zumindest vorsorglich zur erhöhten Wachsamkeit
aufzufordern und vorbeugende Zivilschutzmaßnahmen zu aktivieren. Oder
wenigstens die Anzeichen für ein mögliches Beben zu prüfen. Spätestens bei den
ersten kleineren Beben wenige Stunden vor dem großen, hätte man normalerweise
reagieren müssen, wenn man den erfahrenen Physiker nicht als "Schwachkopf"
betrachtet hätte. Doch es geschah
nichts.
Und so gibt es immer "Zeichen", durch die auch
die geistige Welt die Menschen warnen möchte. Die Einschätzung von
Giampaolo
Giuliani sei "nicht wissenschaftlich fundiert
gewesen", so verteidigen sich jetzt die italienischen Behörden (Münchner
Merkur, 6.4.2009). Anders der Wissenschaftler: "´Es ist nicht wahr, dass man
Erdebeben nicht vorhersagen kann`, meint er. Seit zehn Jahren können wir
Ereignisse im Umkreis von 150 km unserer Sensoren prognostizieren. Auch die
klassische Technik hätte das Beben vorhersagen können, wenn jemand vor Ort
gearbeitet und sich entsprechende Sorgen gemacht hätte." "Mit seinem
Verfahren habe er bereits das letzte schwere Beben in Italien vor sieben Jahren
vorhergesagt wie auch das Seebeben, das 2004 den asiatischen Tsunami auslöste" (Spiegel online,
6.4.2009).
Wie in den Zeiten des "Endzeitjüngers" Noah
Doch auch wenn die Methoden des Erdbebenforschers noch nicht von allen
Wissenschaftlern anerkannt ist: Bis jetzt ist auch noch nicht zu 100 %
"wissenschaftlich fundiert", dass z. B. die Klimakatastrophe hauptsächlich
menschliche Ursachen hat. Dies wird nämlich von ein paar Lobby-"Wissenschaftlern"
der Hauptverursacher bestritten. Das ist immer so. Und das wäre auch in 500
Jahren noch nicht anders, wenn es noch so lange gehen würde ...
Es ist wie in den Tagen Noahs oder wie zu den Zeiten des
Untergangs von Pompeji. Damals nahmen die Menschen z. B. die Warnung vor
einer drohenden Flutkatastrophe nicht ernst. Und auch wer heute vor einem
apokalyptischen Szenario in naher Zukunft warnt, wird immer noch als
"Endzeitjünger", "Sektierer", "Panikmacher" oder
"Schwachkopf" verspottet. So, wie auch Noah
einer war (vgl. unsere Meldung
hier).
Das Skelett des Schutzpatrons wurde unversehrt geborgen
Hintergründe zur Region L´Aquila: Schrecken und Verzweiflung in
Mittelitalien über 289 Tote und zahlreiche Schwerverletzte nach dem schweren
Erdbeben von L´Aquila. Das Leid ist riesengroß, Mitgefühl und Hilfe unbedingt
notwendig. Am Freitag, den 10.4.2009, fand eine große Staatstrauerfeier in L´Aquila statt. Diese
war verbunden mit einem römisch-katholischen Gottesdienst.
Der römisch-katholische Schutzpatron der Stadt ist der "heilige" Papst Cölestin
V. (1215-1296). Seine Leiche bzw. die "Reliquien" liegen in der Basilika Santa
Maria di Collemaggio auf einem Hügel vor L´Aquila. Doch bei der Basilika brachen
durch das Erdbeben die Mauern zusammen und begruben auch die Knochen Cölestins
unter sich.
Am 9.4.2009 wurde dann das Skelett unversehrt "geborgen" (http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-41476-10.html#backToArticle=618629).
Cölestin hatte die Basilika
Santa Maria di Collemaggio vor
seiner Papst-Zeit, damals noch als "Einsiedler" Pietro da Murrone, im 13.
Jahrhundert bauen lassen. Und auch die Kathedrale aus der Renaissancezeit (16.
Jahrhundert) stürzte teilweise ein.
Bereits wenige Monate nach seiner Wahl zum Papst
"dankte" Cölestin V. unter nicht ganz geklärten Umständen wieder ab (1294).
Sicher ist: Er wurde darauf hin von seinem Nachfolger, Papst Bonifatius VIII. (Papst von
1294-1303), verfolgt und verhaftet und starb schließlich streng bewacht hinter
den Mauern einer engen Gefängniszelle - so die Geschichtsschreibung.
Der Beginn eines "neuen Zeitalters"
Für viele ist der "heilige" Cölestin, der Schutzpatron von L´Aquila, identisch mit einem so genannten
"Engelpapst", der nach den Verheißungen des katholischen Sehers Joachim von Fiore (ca. 1130-1202) ein neues Zeitalter einleiten sollte, das vom Heiligen
Geist erfüllt sei.
Und wenn es sich tatsächlich um den "Heiligen Geist" handeln sollte, der ein
neues Zeitalter nach dieser Vorhersage erfüllen würde, dann würden in einem
solchen Zeitalter keine äußeren Kirchen aus Stein mehr aufgesucht werden. Auch
würde man die "Schutzheiligen" bzw. "Schutzpatrone" (die Nachfahren der antiken
Götzen) von ihrer "Aufgabe" entbinden, da sie ohnehin niemanden schützen können, und da immer mehr
Menschen beginnen, sich einzig auf Christus in ihrem Inneren auszurichten.
In L´Aquila wäre es in den Tagen vor dem Erdbeben lebensrettend gewesen, wenn die
Verantwortlichen auf den Erdbebenforscher Giampaolo Giuliani gehört hätten. Der
"Schutzpatron" nützte nichts.
Übrigens: Bereits zwei Generationen nach dem Tod von Cölestin V., im Jahr 1349,
gab es in Italien ein sehr schweres Erdbeben, wie es in den nachfolgenden 660
Jahren keines dieser Größe mehr geben sollte. Es war damals auch in L´Aquila - und
nun eben im Jahr 2009 erneut ein Erdbeben dieses Ausmaßes und wieder in L´Aquila.
Papst wünscht "Ewige Ruhe" für die Opfer
Aktualisierung: Papst Benedikt "hilft" der katholischen
Bevölkerung vor allem mit der Übersendung von angeblich "heiligem"
Kult-Öl, das
im Petersdom in Rom "geweiht" wurde. Das Öl soll u. a. die "Hoffnung stärken"
(kathweb.at, 9.4.2009). Doch etwas Geld für alle betroffenen ärmeren
Familien würde die Hoffnung wahrscheinlich sehr viel mehr stärken. Das sahen die
Betroffene und Außenstehende auch so. Und so schrieb auch Spiegel online:
"Die bisherigen Reaktionen des Kirchenstaats auf die Erdbebenkatastrophe hatten
zum Teil Befremden ausgelöst: Am Donnerstag teilte der Vatikan mit, Papst
Benedikt XVI. wolle den unter nächtlicher Kälte, Wassermangel und Stromausfall
leidenden Menschen in den Abruzzen ´so bald wie möglich` Trost spenden - aber
erst nach Ostern" (11.4.2009). Der Vatikan musste früher nachlegen, und
nicht nur mit wohlklingenden Worten: Er tat es schließlich mit einer
"Geldspende", Messbechern und 500 Ostereiern. Gleichzeitig appellierte er an
entsprechende Stellen, die beschädigten Kunstschätze in den Kirchen zu
"adoptieren" und damit offenbar die Kosten für die Restauration zu übernehmen,
so dass am Ende der Vatikan womöglich wieder mehr nimmt als er gibt.
Den Opfern wünschte der Papst durch seinen Privatsekretär Georg Gänswein die "ewige Ruhe".
Nach römisch-katholische Lehre kommen sie im Jenseits jetzt entweder in
den Himmel oder in die Hölle oder über den Umweg des Fegefeuers in den Himmel.
Das Urwissen der Menschen ist jedoch ein ganz anderes (siehe
hier).
27.3. / 11.4.2009 -
Die vom Papst gesegneten beiden
Lämmchen wurden am Karfreitag von einer Nonne erschlagen / Lammfleisch als Hauptgericht beim G-20-Gipfel in London
/ Kirchliche Feste wie Ostern als grausame Schlachtfeste
- Alle Jahre wieder lässt der Vatikan am Gedenktag
der "heiligen" Agnes, dem 21. Januar, zwei neu geborene Lämmchen neckisch
präparieren (z. B. mit geflochtenen Kränzen auf dem Kopf) und anschließend vom
Papst im Petersdom segnen. Aus deren Wolle webt man anschließend Schals für die
Kardinäle. Dann lässt man sie am Freitag vor Ostern von einer Nonne erschlagen.
Hier sehen sie die kleinen Tiere, die man für das Jahr 2009 auswählte, noch
lebend:
http://de.youtube.com/watch?v=p14wopYN1cQ&feature=channel_page
Die Nonne Emanuela aus dem Kloster Santa Cecilia schildert, was dann alle Jahre
wieder passiert. Die Nonnen haben Gewissensbisse. Doch der
Vatikan verlangt es: "Am Karfreitag muss
eine der Nonnen in den Keller steigen, ein scharfes Beil holen
und in den Klostergarten gehen. Keine der Nonnen mag die Lämmer töten, ... also
wechseln sich die Nonnen ab" (Hamburger Abendblatt, 29.6.1995; mehr dazu
hier).
Und so begann nach der Segnung die Galgenfrist für die Tiere. Und
mittlerweile war es wieder so weit: Eine Nonne hat auch 2009 die vom Papst
gesegneten Lämmchen mit einem Beil erschlagen.
Doch die beiden am Karfreitag
erschlagenen Lämmer sind nicht die einzigen Opfer des
kirchlichen Brauchtums. Obwohl Gott durch den Propheten Jeremia das Gegenteil
lehrte (Jeremia 7, 22: "Ich habe euren
Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch
geboten von Brandopfern und Schlachtopfern"), wurden bereits im Judentum auf Anweisung der
alttestamentlichen Priester alljährlich zum Passahfest, zum Gedenken an dem
Auszug aus Ägypten, die Lämmer geschlachtet.
Daran anknüpfend schlachtete die Kirche im Altertum ebenfalls
Lämmer und die
Kirchenchristen brachten das Fleisch an den Altar zur Segnung. Jetzt sollte das
geschlachtete Tier den hingerichteten Jesus symbolisieren. Obwohl auch Jesus
niemals lehrte: "Bringt alle Jahre wieder ein blutiges Lamm zu meinem Gedenken". Vom
Altar holten
sich die Kirchenchristen den "gesegneten" Lammbraten dann wieder ab und verspeisten
ihn am Ostersonntag zum
Wohlgeschmack für ihren Gaumen. Ab dem 16.
Jahrhundert wurden dann vielfach ersatzweise
junge Hasen erschossen, so dass
heute sowohl Lamm- als auch Hasenbraten "traditionelle" Ostermenüs sind.
Im Judentum war der Fleischkonsum immerhin noch gezügelt
und war mit religiösen Schlachtopfern verbunden. Im kirchlichen Christentum
wurden die Schlachtopferaltäre durch die Schlachthöfe ersetzt, wo täglich
Tausende unschuldiger Tiere rücksichtslos und ohne ausreichende Betäubung für
den menschlichen Gaumen und zum Schaden der menschlichen Gesundheit geopfert
werden.
Was Jesus, der Christus damit zu tun hat oder angeblich damit zu tun haben soll, lesen Sie
hier.
Das bevorstehende Osterfest ist neben Weihnachten das
grausamste Schlachtfest des Jahres, das in den nächsten Tagen auch wieder Millionen
zusätzlichen Tieren das Leben kostet, wobei das Sterben meist mit folterähnlichen Qualen
verbunden ist.
Auch der G-20-Gipfel der mächtigsten Staats- und
Regierungschefs der Welt in London wurde von der Speisekarte her schon kirchlich
"vorösterlich" garniert. Hauptspeise am 1.4.2009 war Lammschulter. Erstmals wird
jedoch erwähnt, dass eine vegetarische Alternative angeboten wurde, "Liebstöckel-
und Kartoffelknödel (Bild, 1.4.2009).
Als weitere Alternativen hier eine große Auswahl vegetarischer
Rezepte:
http://www.gzl.com/rezepte/index.html
Und hier "erzählt" einmal ein Lamm, das vor dem Schlachten gerettet
wurde:
http://www.gabriele-stiftung.de/cms/de/aktuelles-tiergeschichten/brief-des-kleinen-schaefchens-elchine-an-die-menschen.html
11.3.2009 / 3.2.2011 -
17-jähriger Amokläufer ermordete 15 Menschen und sich selbst /
Kirche verharmlost Gewalttaten ihrer "Vorbilder" / Wie viele ehemalige Mitschüler wollte der jugendliche
Amok-Schütze
töten? / Hintergründe zur Tat / Ökumenischer Gottesdienst und Gemeinsame Gedenkfeier
ausgerechnet in einer nach einem "blutigem" Inquisitor benannten Kirche -
Angehörige und Freunde der Opfer des furchtbaren Blutbades in der
Albertville-Realschule in Winnenden, sowie in einer benachbarten psychiatrischen
Klinik und im Autohaus Hahn in Wendlingen, machten und machen schlimme Stunden durch. Tim Kretschmer,
ein
17-jährige Schüler einer kaufmännischen Privatschule in Waiblingen, erschoss
acht Schülerinnen, einen Schüler, drei Lehrerinnen, einen Handwerker, einen
Autoverkäufer und einen Kunden eines Autohauses, zuletzt sich selbst. Im Jahr
2008 hatte der Jugendliche aus dem Leutenbacher Ortsteil Weiler zum Stein an der Albertville-Realschule seinen Realschulabschluss
erfolgreich absolviert. Geplant
war offenbar der Mord an weiteren Schülerinnen, eventuell Schülern. Doch wegen der
schnellen Ankunft der Polizei, bereits drei Minuten nach dem Alarm, musste der
Täter fliehen, bevor er Munition auf
weitere Schüler und Lehrer abfeuern konnte.
Mehr zu den Hintergründen:
Fragen, die man sonst nicht stellt
"Fit für´s Leben"?
Der Kindertraum von "Weltmeister"
... und das Mittelmaß des
praktischen Lebens
Martin Luther, der frustrierte "Befreier" und die Gegenwart
Das falsche Geschichtsbild
des konfessionellen Religionsunterrichts
Wie automatisch gehen fast alle in die Kirche
Massaker aus der Sicht der
Opfer und der Täter
Falsche Vorbilder und nicht aufgearbeitete
Geschichte
Killer-Spiele und reale
Grausamkeiten der Geschichte
Eine Gedenkfeier, bei der vieles nicht gesagt wird
Kirche projiziert eigenes Unvermögen auf Gott
Eine Verbrechen bahnt sich an: Die verharmloste Macht der
Gedanken
Der 11. März und die
Gleichzeitigkeit von Ereignissen
Der mögliche Anlass für den Amoklauf
Was tun bei persönlichen
Niederlagen und nicht erwiderter "Liebe"?
Die unmittelbare Vorgeschichte
der Amok-Morde
"Abfolge gezielter Exekutionen"
Der positive oder negative Einfluss der Religion
15 Kerzen und das Schicksal - Lebensaufgaben auf der Erde
Genügt allein der Glaube oder wird jeder
Täter seine "Früchte" ernten?
Tim Kretschmer: Menschen umbringen für die Berühmtheit
und zum "Spaß"
Ein Massenmörder an Frauen als Tim
Kretschmers Vorbild
Nackte gefesselte Frauen im Internet und auf
dem Scheiterhaufen
Verschwörungstheorien und kirchliche Ignoranz
Hochmut und Demut
Beerdigungen, Trauerarbeit und weitere Folgen
Die Gefahr weiterer Taten
Die Sinnkrise hinter den Verbrechen
Der Tod bei Gewaltverbrechen oder Unfällen
Ein "Engel" mit dem
"Strafschwert" und der helfende Gott
Fragen, die man sonst nicht stellt
Gleich am Abend nach dem Massaker fand ein ökumenischer Gottesdienst
statt. Dieser war jedoch ausgerechnet in der römisch-katholischen Kirche St. Borromäus
bzw. St. Karl Borromäus Winnenden, benannt nach dem bekannten Inquisitor und "Hexenschlächter" Karl Borromäus, der
im 16. Jahrhundert furchtbare Massaker durchführen ließ*.
Die meisten der Opfer waren evangelisch-lutherisch oder römisch-katholisch, und
auch der Amokläufer, Tim Kretschmer aus Weiler zum Stein, Gemeinde Leutenbach, war
evangelisch-lutherisch.
Das mag für manchen bedeutungslos erscheinen. Was allerdings anders wäre gewesen, wenn
der Täter bzw. seine Eltern einer religiösen Minderheit angehört hätten, was
sofort die kirchlichen "Sektenbeauftragten" auf den Plan gerufen hätte, die ja
schon immer vor dieser "Sekte" gewarnt hätten. Deshalb möchten wir auch nicht
abwinken, wenn es um das tatsächliche religiöse Umfeld geht, in dem der
Täter aufgewachsen ist. Und deswegen enthält die folgende Studie zum Amoklauf in Winnenden auch einige
Gedanken zu "heilig" gesprochenen "Inquisitoren" oder zum
lutherischen Glauben. Damit möchten wir jedoch nicht den Angehörigen und Freunden der
Getöteten in ihrer Trauer und ihrem Schmerz zu nahe treten. Was braucht sie in
ihrer jetzigen Lebenssituation schon der Namenspatron einer Kirche (Borromäus) zu kümmern oder
das gesellschaftliche "Vorbild" Martin Luther? Doch vielleicht ist es gerade ein
solches furchtbares Ereignis, das in seiner gesellschaftlichen Aufarbeitung in
den nächsten Wochen, Monaten und Jahren einmal weiter gehende Fragen aufwirft, die man sich
sonst nicht gestellt hätte.
Die "Taufe" sei nach kirchlicher Lehre notwendig zum Heil, so
lernen die Jugendlichen in ihrem konfessionellen Religionsunterricht. Doch spielt es
angesichts dieser Katastrophe wirklich irgendeine Rolle, ob der Täter und seine Opfer als Säuglinge
einst kirchlich getauft wurden oder nicht? Die Kirche, die wie immer anbietet, bei der Bewältigung
der Tragödie zu helfen, sagt Ja. War der Täter denn getauft? Ja. Pfarrer Wolfgang Peter hatte Tim Kretschmer
(* 26.7.1991 in Waiblingen) vermutlich noch im Jahr 1991 evangelisch-lutherisch getauft. Und bei seiner Konfirmation am
26.3.2006 in der evangelischen Kirche in Weiler zum Stein versprach Tim
Kretschmer gegenüber Pfarrer Wolfgang Peter, dass er
der evangelischen Kirche lebenslang die Treue halten wird. Unter der Überschrift "Fit fürs Leben" stand sein Name
darauf hin im
Gemeindebrief seiner Kirchengemeinde (http://www.elkw.de/gemeinde_assets/25405.pdf).
Und die spontane Reaktion des evangelischen Pfarrers nach dem Massaker
war: "´An
ihn hätte ich eigentlich zuletzt gedacht.` Der [damals] 14-Jährige sei kein
Einzelgänger gewesen, integriert" (nicht-jugendfrei-online.de).
Der Täter war z. B. in mehreren Vereinen aktiv. Als sehr guter Tischtennis-Spieler
spielte er zuletzt in der
Bezirksliga beim TV Oeffingen (Der Verein drückte sein Mitgefühl mit den
Angehörigen der Opfer aus unter tischtennis-oeffingen.de). Lange Zeit hatte er sogar einen eigenen
Privat-Trainer, den kroatischen Spitzenmann Marko Habijanec, den der Vater für
Tims sportliche Weiterentwicklung finanzierte. Zu seinem 11. Geburtstag
arrangierte ihm sein Vater sogar ein Spiel mit dem damaligen Tischtennis-Europameister
Timo Boll, und ein großes Vorbild war für ihn damals der deutsche
Tischtennis-Meister und spätere Europa-Meister Jörg Roßkopf (Stern Nr.
13/2009). Und in den folgenden Monaten hatte es Tim Kretschmer sogar bis auf
Platz 2 der Tischtennis-Jugend-Rangliste in Baden-Württemberg geschafft. Auch spielte er Fußball und war sportlich auch beim KSV Ispringen beim
Armdrücken engagiert. Und zu seinem bevorstehenden 18. Geburtstag (dem 26. Juli
2009) stand schon ein Auto für ihn bereit, und
auch am Steuer des Porsche durfte er mit väterlicher Begleitung schon fahren
(Sunday Times, 15.3.2009,
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article5908602.ece).
Der Kindertraum vom "Weltmeister" ...
Der Jugendliche führte mit seinen Eltern insgesamt
also ein wohlhabendes Leben, und er hatte auch schon einen zugesagten
Ausbildungsplatz im Betrieb des Vaters, den er ja später übernehmen sollte,
wovon er auch in seiner Schule offenbar ohne negativen Beigeschmack erzählt habe
(Focus, 16.3.2009).
Allerdings: "Welche Idee vom Leben, welche Pläne hatte er selbst?" so fragt
unter anderem der Redakteur der Bild am
Sonntag (15.3.2009). Doch: Hatte er überhaupt welche? Als Kind
träumte er immerhin davon, "Weltmeister" im Tischtennis zu werden. Das
ist für ein Kind nichts Ungewöhnliches, auch wenn es später nur "Kreismeister"
wird oder noch nicht mal das. Die meisten werden deshalb nicht zu Verbrechern.
Doch der Amoktäter hatte hier ganz offensichtlich ein riesiges Problem.
Und weiter wird jetzt gefragt: Hatte er Freunde, und wenn nein, wie es jetzt
verschiedentlich heißt, warum nicht? Sein ehemaliger Tischtennis-Trainer
beobachtete an ihm bereits Star-Allüren. Er "kritisierte Mitspieler, die auch
zum Zuge kommen wollten oder mit ihm ein Team bilden sollen" (Stern Nr.
13/2009). Und andere Mitspieler erinnern sich, dass er nicht verlieren
konnte: "Er warf seinen Schläger hin, brach in Tränen aus, die ganze Welt war
für ihn kaputt." Alles nicht sehr angenehm für andere. Inwiefern war der
Jugendliche also auch nur annähernd "fit für´s Leben", was ihm die lutherische
Kirchengemeinde drei Jahre zuvor zugesprochen hatte? Aber hat ihm jemand bei
diesem "Fitness"-Ereignis auch beigebracht, wie man mit der Erkenntnis umgeht, dass die eigenen Leistungen auch
bei großer Anstrengung eben meist nicht "spitze" sind und dass es meistens andere
gibt, die einfach noch besser sind? Was hat er denn dort gehört? Zum Beispiel
die Lehre von der angeblichen "Heilsnotwendigkeit" seiner einstigen Taufe, bei
der er als Säugling - wie andere auch - gar nicht gefragt wurde. Oder die
angebliche Wichtigkeit seiner Konfirmation, deren theoretischen Inhalten
sich die meisten Jugendlichen zwar "notgedrungen" beugen, die für sie praktisch aber ohne
große Bedeutung sind. Oder er lernt die teilweise abstrusen kirchlichen Theorien
über das Abendmahl, bei der die Oblate entweder "real" in den Körper von Jesus
verwandelt würde (römisch-katholisch) oder nur während der Feier "real" der
Körper von Jesus sein soll (evangelisch-lutherisch). Aber er lernt nicht, woher
z. B. sein weit übersteigerter Drang kommt, der "Beste" sein zu wollen. Und
welche massive Schwäche zugrunde liegt, dass er dies offenbar mehr als andere
braucht. Und wie er dieses extreme Defizit mildern oder gar beheben kann, damit
er nicht eines Tages zu einer lebensgefährlichen Bedrohung für sich und andere
wird.
... und das "Mittelmaß" des praktischen Lebens
Tim Kretschmer suchte Bestätigung z. B. im Sport. Doch zwischen ihm und der einst erträumten
"Weltspitze" lagen auch nach einigen Jahren intensivem Training noch Welten.
So wie bei den meisten Jugendlichen, die einmal Weltmeister werden wollen. Und so reichte es eben zu ein paar Urkunden im Tischtennis und
im Armdrücken - was ihm keine dauerhafte Befriedigung verschaffte und auch andere nicht
übermäßig beeindruckte. Und auch in der Schule
waren seine Leistungen "mittelmäßig", und das alles brachte ihm ganz
offensichtlich nicht den "Spaß" und den großen "Kick",
den er vom Leben wollte, sondern die Frustration. Stolz war er jedoch
offenbar auf die private Waffensammlung seines Vaters:
neun Groß- und
Kleinkalibergewehre sowie vier Revolver. Dazu 4.900
Schuss Munition im Stahlschrank plus weitere Munitionspackungen in anderen
Schränken. Hinzu kamen noch 11 Schreckschuss- bzw. Softair-Waffen (Focus
online, 10.4.2009). Und über die Waffen
schaffte Tim Kretschmer letztlich auch den Zugang, um doch noch - und zwar in wenigen
Minuten - eine Art "Champion" im negativen Sinne zu werden - nämlich, wenn man es so
sehen will, der brutalste Massenmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte, der
in wenigen Minuten unsägliches Leid über unzählige Menschen bringt und der ein ganzes Land in Schockstarre versetzt.
Es war, so grausam dies klingt, der schnellste, aber eben auch bestialischste
Weg, auf einem Gebiet der "Größte" zu sein. Der Erfurter Amok-Mörder Robert
Steinhäuser hatte sich im Jahr 2002 an der Lehrerschaft seiner ehemaligen Schule für sein schulisches
Versagen "gerächt"; Kretschmer tötete hingegen Schüler und Lehrer, die ihm nichts
angetan haben und Außenstehende - noch einmal eine Steigerung der Bestialität beim Motiv im
Vergleich zum Amoklauf in Erfurt.
Als er im Fluchtauto saß und die vielen Polizeiwagen mit Blaulicht ihm entgegen kamen
und auf die
Albertville-Realschule zurasten, sagte er zu seiner Geisel: "Verdammt, die
sind aber schnell, noch nicht mal fünf Minuten, und die sind schon da. Aber ich
war auch schnell" (Stern Nr. 13/2009). Für einige
Minuten konnte er sich als "Sieger" fühlen. Er war jetzt
zumindest europaweit die Nr. 1 auf der "Rangliste" der Grausamkeit.
Martin Luther, der frustrierte "Befreier", und die Gegenwart
Dass es einen Zusammenhang zwischen der furchtbaren Tat und dem offiziellen Glauben des Täters geben könnte, ist nicht bekannt. Jedoch trug er eben auch den Namen "lutherisch" seit der Taufe als seine Konfessionsbezeichnung - was für die meisten Jugendlichen zwar nicht viel besagt, was für die Theoretiker des angeblichen "Seelenheils" in der Kirche jedoch von großer Bedeutung ist. Und nun ist ausgerechnet Martin Luther, der Namensgeber der evangelischen Konfession in Württemberg (die Evangelisch-Lutherische Kirche in Württemberg) auch als Anstifter für Gewaltexzesse bekannt - wenn auch nicht für Privattäter, sondern für Täter in Kriegen und in staatlich angeordneten Massakern und für Hinrichtungen unter fürstlicher Gewalt (siehe dazu Der Theologe Nr. 3, vor allem Luthers Aufruf zum Massaker an den Bauern, der in einer schlimmen Gewaltorgie mündete mit über 70.000 Toten, darunter unzählige Unschuldige). Schon deshalb ist er für Jugendliche nicht als Vorbild geeignet, denn auch in der Politik sind andere Wege der Konfliktlösung absolut notwendig. Aber die Pädagogik an den Schulen geht im Hinblick auf Martin Luther weitgehend über diesen Sachverhalt hinweg und zeigt den Schülern Filme wie den 2003 produzierten Luther-Spielfilm, in denen der geschichtliche Sachverhalt einfach in sein Gegenteil verdreht wird - im Film ist Luther entsetzt über das Massaker, das er in Wirklichkeit selbst angezettelt hat und später auch nachträglich rechtfertigt (mehr dazu siehe hier). Zudem war Martin Luther extrem frustriert. Er nannte sich ein Jahr lang "eleutherius" = Befreier (siehe hier), rechnete sich also den Ruhm, der sich allmählich um ihn herum aufbaute, auf diese Weise selbst zu, und er litt womöglich ebenfalls an übersteigerten "Weltmeister"-Phantasien, in diesem Fall "Welterlösungs-Phantasien". Doch manche gesellschaftliche Gruppen sahen ihn keineswegs als den "Befreier", und sie bekamen deshalb Luthers Aggressionen voll zu spüren. So forderte er Hinrichtungen für viele Andersgläubige (z. B. Eltern, die ihre Kinder nicht taufen lassen, Frauen mit geistigen oder magischen Fähigkeiten oder anders denkende Christen mit Ausnahme der Katholiken). Auch spielte Martin Luther gar mit dem Gedanken eines Massakers an einigen Juden, damit sich die übrigen zu seiner Lehre bekehren (siehe sein Aufruf in Der Theologe Nr. 28).
Das falsche Geschichtsbild des konfessionellen Religionsunterrichts
Doch die
geistige Verantwortung für viele Blutbäder, die Martin Luther zu verantworten hat, wird im
Evangelischen Religionsunterricht, den auch Tim Kretschmer jahrelang besuchte, entweder ganz verschwiegen oder massivst
verharmlost. Und was der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Christoph Kähler
aus Eisenach, im Hinblick auf Tim Kretschmer formulierte, könnte man das nicht
auch über Martin Luther sagen? Der Landesbischof erklärte: Name und Bild der Täter
"sollten nicht verewigt werden und künftigen Gewalttätern als Vorbild für
tödlichen, aber lang anhaltenden ´Ruhm` dienen" (zit. nach idea-spektrum Nr.
12/2009). Wann also distanziert sich die Evangelische Kirche aus eben
demselben Grund von ihrem "Vorbild
Luther"?
Über den Amokläufer von Winnenden sagte der Diplom-Psychologe Dr.
Siegfried Bäuerle: "Wer sich mit Amokläufern beschäftigt, weiß, wie sie
sich im Laufe der Zeit aus einer tiefen Verzweiflung und Angst heraus immer mehr
an Todes-Fantasien berauschen. Hass und Gewalt werden geradezu aufgesogen"
(zit. nach Niederlausitz aktuell, 28.3.2009). Doch auch wenn Martin Luther kein
"Amokläufer" im privaten Sinne war: Die Verbindung von Verzweiflung und Hass
findet sich auch bei Luther. Einer seiner Biografen, der Theologe Michael
Meisner, schreibt z. B.: "Vielleicht, dass dieser
Judenhass ihm als ein Halteseil dient in seiner Verzweiflung ..."
(Michael Meisner, Martin
Luther, Lübeck 1981, S. 278). Im konfessionellen Religionsunterricht erfährt
man dies jedoch nicht. Doch es wirkt unterschwellig natürlich immer mit.
Wie automatisch gehen fast allen in die Kirche
Mancher mag vielleicht einwenden, angesichts von ermordeten
Jugendlichen und Erwachsenen in Winnenden und Wendlingen ist nicht die Zeit, über Luther
nachzudenken. Und außerdem hat der "Befreier" Luther ja kaum etwas mit dem zu
tun, was für die evangelischen Jugendlichen heute "Befreiung" bedeuten könnte.
Doch in Krisensituationen wie nach diesem Amoklauf wenden sich fast alle
wieder wie automatisch an die Kirche und an deren "Heilige" und "Vorbilder"
-
als ob man von einem automatisch ablaufenden Programm dorthin gesteuert würde
(vgl. dazu auch den Hinweis auf das
Massaker in Erfurt bei einem Vortrag in Erfurt). Und auch der Staatsakt
vom 21.3.2009 mit Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Angela Merkel und
Ministerpräsident Gerhard Oettinger fand im Anschluss an die kirchliche Feier -
wie selbstverständlich - in einer römisch-katholischen Kirche statt. Zwar waren
zwei der Opfer sogar Religionslehrerinnen (Michaela Köhler war u. a. katholische Religionslehrerin, Nina Mayer
evangelische Religionslehrerin), doch es waren auch
Angehörige anderen Glaubens unter den Opfern (die Lehrerin Sabrina Schüle war z.
B. neuapostolisch, der ermordete Schüler Ibrahim Halilaj war Moslem).
An dieser Stelle noch einmal eine Rückblende: Wie war das z. B.
vor 500 Jahren, als Eltern in Deutschland auch Kinder durch Gewalt verloren haben
oder Kinder ihre Eltern, z. B. durch Glaubenskriege oder durch die Inquisition? Oder
als unschuldige Menschen Opfer eines brutalen Massakers wurden, nur weil man z. B. Bauer
war, sich aber gar nicht am Aufstand beteiligt hatte? Oder als man als "Hexe"
oder "Hexer" hingerichtet wurde, weil man z. B. um naturheilkundliche
Zusammenhänge wusste und diese angewandt hatte? Damals war vor allem die kirchliche Täterschaft
gefürchtet, ob als Anstifterin für Kriege oder für Hinrichtungen aus
Glaubensgründen.
Massaker aus der Sicht der Opfer und der Täter
Geachtet oder in würdevollem
Gedenken bedacht werden seit Hunderten von Jahren aber kaum die Opfer, wie man
das nach dem Amoklauf von Winnenden heute mit den Opfern dieses Blutbads zurecht tut. Sondern man hält hier
stattdessen überwiegend die Täter in Ehren. Und wenn man diese
Geschichtsschau nach 500 Jahren noch
nicht angemessen aufgearbeitet hat, würde man es wohl auch in den nächsten 500 Jahren
nicht tun. Es sei denn, man hält nach der Zeit des inneren Aufgewühlt-Seins
bei der späteren Aufarbeitung einmal inne und macht sich bewusst: Es geht um jedes einzelne der Opfer heute. Doch es geht auch um die, die früher umgebracht wurden,
und deren Ermordung bis heute noch nicht gesühnt ist. Denn es soll ja irgendwann Schluss sein mit den
Massakern und Morden - gleich aus welchen Motiven sie begangen werden und
gleich, ob sie obrigkeitlich legitimiert waren oder nur privater Grausamkeit
entsprangen. Denn ist
dies aus der Sicht der Opfer am Ende entscheidend?
Karl Borromäus ließ Menschen
auf dem Scheiterhaufen verbrennen, weil sie nicht römisch-katholisch waren.
Martin Luther ließ Menschen hinrichten, weil sie weder römisch-katholisch waren
noch seiner Reformation zustimmen. Beide verfolgten mit den Hinrichtungen Ziele
- alle Menschen sollten im wesentlichen dasselbe glauben. Tim Kretschmer hatte
keine solchen Ziele. Er wollte anscheinend nur "Spaß". Das ist ein sehr großer
Unterschied bei den Motiven. Doch aus der Sicht der Opfer ist es im
schrecklichen Ergebnis gleich. Gleich ob die Morde bzw. Hinrichtungen aus angeblich religiösen Gründen
verübt wurden oder aus psychopathischen oder weswegen auch immer. Ermordet ist
ermordet.
Und aus der Sicht der Täter kann es auch gemeinsame Berührungspunkte geben.
Auch wenn Martin Luther und Karl Borromäus vordergründig nicht aus persönlichen Gründen,
sondern als religiöse Fanatiker morden ließen und Tim Kretschmer demgegenüber
als
persönlich frustrierter Einzeltäter - letztlich ist es immer die Psyche des
Einzelnen, in der die Hemmschwelle aus welchen Gründen auch immer durchbrochen
wird - vielleicht in einem anderen Umfeld, in einer anderen Situation, mit anderen
vordergründigen Motiven, in einem anderen Zeitalter - doch vom Kern seiner
Bestialität ist es immer wieder ähnlich. Zudem wäre es nicht schwer, auch einen
katholischen "Heiligen" wie Karl Borromäus als persönlich schwer psychisch gestört darzustellen.
Und bei Martin Luther, der schwere psychische Probleme hatte und z. B. ein Tintenfass nach dem "Teufel" geworfen haben soll,
würde eine solche Deutung ebenfalls möglich sein. Würde
jedenfalls eine ehrliche Aufarbeitung der Verbrechen der Vergangenheit erfolgen,
würde die große Mehrheit der Bürger bei der Verehrung eines "Heiligen" wie
Karl Borromäus oder eines "großen Deutschen" wie Martin Luther nicht mehr mitmachen.
Falsche Vorbilder und nicht aufgearbeitete Geschichte
Deshalb sollten bei den
Maßnahmen, die in den kommenden Monaten und Jahren nach dem grausamen Amoklauf von Winnenden
ergriffen werden, diese hier angesprochenen Aspekte nicht wieder unter den Tisch gekehrt werden:
Denn Menschen wie Martin Luther oder Karl Borromäus, die ihre Aggressionen und Blutbäder nie bereut haben, sollten in den Schulen nicht mehr als "große
Deutsche" oder "Heilige" verklärt werden, die man gar um Hilfe
anrufen könne. Sondern als Menschen, deren Verhalten man in
keiner Weise billigt. Denn solange man dies nicht tut, sind auch deren Verbrechen
nicht wirklich aufgearbeitet und in der geistigen Atmosphäre der Erde weiterhin aktiv
und sie können damit auf andere Einfluss nehmen - eben als
Taten von Menschen, die man als "Vorbilder" weiterhin verehrt.
Und so könnte die römisch-katholische Kirche auch von sich aus ihre St. Borromäus-Kirchen in
Winnenden und anderswo so bald wie möglich umbenennen. Und sie könnte im
Laufe des Jahres 2009 alle geplanten Borromäus-Feierlichkeiten für das Jahr 2010
anlässlich des 500-jährigen Jubiläums seiner Heiligsprechung absagen. Und sie
könnte wenigstens in einer kurzen Stellungnahme bedauern, dass der Staatsakt vom 21.3.2009
aus praktischen Gründen leider
in einem Haus stattgefunden hat, das nach einem Mann benannt wurde, der wie Tim Kretschmer unermessliches Leid über
sehr viele Menschen gebracht hat. Denn der Namenspatron der Kirche ließ seine Opfer, vor
allem weibliche, bei lebendigem Leib verbrennen.** Er wird
als Täter in dieser
nach ihm benannten Kirche aber leider noch als "Heiliger" verehrt, während man dort nun
gleichzeitig der Opfer
gedachte, die Tim Kretschmer per Kopfschuss tötete, ebenfalls vor allem Frauen
und Mädchen.
Doch vermutlich wird die Kirche einmal mehr gar nichts in diese Richtung tun. Bzw. nur
dann, wenn sie von einflussreichen Stellen genötigt würde. Und selbst dann würde sie ihren
"Heiligen" wohl im Großen und Ganzen verteidigen - mit dem Hinweis auf das "Gute",
das er ja auch getan habe. Denn selbstverständlich
hatte Karl Borromäus auch seine guten Seiten. So wurde er offenbar vor allem deshalb "heilig"
gesprochen, weil er römisch-katholischen Pestkranken geholfen hat***.
Die Evangelischen ließ er jedoch umbringen, auch wenn sie gesund waren. Und
Martin Luther
hatte auch gute Seiten. Und
Tim Kretschmer natürlich auch. Alle haben auch ihre guten
Seiten.
Killer-Spiele und reale Grausamkeiten der Geschichte
Man kann es den geschockten Menschen vor Ort in
ihrer Lebenssituation nicht zum Vorwurf machen, wenn ihnen die schlimmen kirchlichen
Traditionen derzeit nicht oder kaum bewusst sind. Das ist anderswo aber leider auch nicht
anders. Und die meisten Leute werden von diesen Hintergründen gar
noch nicht gehört haben. Und gerade in den ersten Tagen nach dem Massaker wurden die Menschen eben vor allem von
dem Leid der heutigen Opfer und ihrer Angehörigen bewegt. Doch gerade die Außenstehenden,
mit etwas mehr Abstand zu dem Verbrechen,
könnten darüber hinaus auch einmal über die Frage nachdenken: Wie haben wohl die Opfer von Karl Borromäus
gelitten, während sie z. B. lebendig verbrannten?
Fühlt man sich nur ansatzweise auch in diesen Schmerz hinein, kann man dieses
Wissen
wenigstens für
die Zukunft nicht einfach mehr so ignorieren. Dann wird man auch eine Borromäus-Kirche
nicht mehr als unabänderbar und normal hinnehmen.
Man vermutet heute bei Amok-Tötern wie Tim Kretschmer aus Weiler am
Stein allerdings kaum den negativen Einfluss
geschichtlicher oder kirchlicher "Größen" wie von Martin Luther oder von "Heiligen",
die der Jugendliche wohl kaum gekannt hat, sondern, unserer Zeit entsprechend, mehr den negativen Einfluss von Video-Gewaltspielen.
Eine zeitgemäßere Beeinflussung also. Denn es ist heute eine ganz andere Zeit, sagt man. Doch hier liegen nicht die Ursachen. Die Boulevardzeitung Bild schreibt dazu:
"Medieneinflüsse seien zwar keine vorrangigen Einflussfaktoren, sie
begünstigten aber solche Gewalttaten"
(12.3.2009). Und ähnlich ist es nun auch beim Umgang mit der Geschichte. Die
Würdigungen von Menschen, die Blutbäder angerichtet haben, im kirchlichen
Religionsunterricht sind
demnach keine "vorrangigen Einflussfaktoren, sie begünstigen aber solche Gewalttaten".
Und diesen
Umgang mit der Geschichte sollte man auch nicht zu gering einschätzen. Und im
Unterschied zu Baller- und Killer-Spielen im Internet sind diese Grausamkeiten
der Geschichte real geschehen,
und sie sind im Bewusstsein der Menschheit und vor allem der einzelnen Täter und
Opfer weiterhin gespeichert, auch wenn es erscheint, als sei dies lange her. Und was
hat das für Folgen, so könnte man weiter fragen, wenn man diese Grausamkeiten nie
wirklich von der Wurzel her aufarbeitet und sich gar weigert, die Verbrechen
einmal klar beim Namen zu nennen und die Konsequenzen daraus zu ziehen? Besteht dann nicht
auch von daher die große Gefahr, dass sich ähnlich Schreckliches wiederholt?
Auch und gerade, weil in der Kirche die persönlichen Defizite ihrer "Heiligen"
und Kirchengründer nicht aufgearbeitet werden; genauso wenig wie man Konfirmanden
heute hilft, mit ihren Schwächen richtig umzugehen und wirklich "fit für´s
Leben" zu werden. Stattdessen werden sie mit unsinnigen Dogmen- und
Sakramentenlehren angeödet.
Eine Gedenkfeier, bei der vieles nicht gesagt wurde
Doch die Kirche hat nicht
nur Probleme durch den
verharmlosenden Umgang mit ihrer Vergangenheit und durch die Weltfremdheit ihrer
Rituale. Es gibt auch ein weiteres Dilemma in der
Gegenwart, was die kirchlichen Lehren betrifft. Denn auch
jetzt ist es wieder so, dass Priester und Pfarrer den trauernden und geschockten
Menschen
den wahren und erschütternden Inhalt der kirchlichen Lehren, die hinter den
Sakramenten und Ritualen stehen, verschweigen. Denn gemäß der
verbindlichen kirchlichen Dogmen bzw. Bekenntnisschriften kämen viele der Opfer
wohl kaum in den "Himmel", so wie ihn die Kirche lehrt - weder nach katholischer (siehe dazu
hier) noch nach evangelischen Definitionen
(siehe dazu hier). Nur: Das
gibt man öffentlich nicht zu. Im Gegenteil. Bei der kirchlichen Feier am 21.3.2009 sagte der
römisch-katholische Bischof Gebhard Fürst zu den Trauernden: "Wir dürfen glauben
und hoffen, dass Ihre lieben Angehörigen bei ihm [Gott] sind." Ein solcher Satz
liegt menschlich zwar nahe, und Gott ist ja immer zu allem Positiven bereit. Doch
dieser Satz aus der Predigt hat nichts mit der römisch-katholischen Lehre zu
tun, wonach eben Opfer von Katastrophen und Verbrechen keinesfalls nach
dem Tod quasi "automatisch" "bei Gott" seien. Sondern nach
kirchlicher Lehre gilt, was auch für die übrigen Verstorbenen gilt: Nur
diejenigen seien angeblich bei Gott, die sich zuvor an die katholische Lehre gehalten haben (siehe dazu
Der Theologe Nr. 18). Doch wehe, der Bischof sagt
in dieser Situation, wozu
ihn sein Lehramt verpflichten würde! Also sagt er es nicht. Und angesichts einer solchen Tragödie
bei einer Gedenkfeier oder einem Gottesdienst sagt er erst recht nicht, wozu er
gemäß seiner Lehre verpflichtet wäre! Das würde man
für "pietätlos" halten. Und hier ist der Kirche dann doch eine
vermeintliche "Pietät" wichtiger
als die Ehrlichkeit im Umgang mit den eigenen kirchlichen Lehren. Oder anders
gesagt: Die Ehrlichkeit wird einer letztlich scheinheiligen "Pietät" geopfert. Würde man den
Gläubigen nämlich reinen Wein über die verbindlichen Inhalte der kirchlichen Lehren
einschenken (die allerdings nicht viel mit der Wirklichkeit bzw. Wahrheit zu tun haben;
vgl. hierzu unten), würden sich immer mehr Menschen davon distanzieren und
konsequenterweise aus der Kirche austreten (zur
evangelisch-lutherischen Lehre siehe z. B. http://www.theologe.de/theologe1.htm). Und was die Pfarrer und Priester als Menschen selber
glauben oder nicht, sei ohnehin einmal dahin gestellt. Sie werden wie immer
versuchen, mit dem angeblichen "Geheimnis Gottes" allen unbequemen Sachverhalten
auszuweichen - auch, um zu verbergen, dass man im Prinzip nichts weiß. Und wie es
im Herzen ausschaut? Das ist noch einmal eine andere Sache.
Vorsichtiger predigte bereits am 13.3.2009 der für Weiler zum Stein zuständige
evangelische Dekan Eberhard Gröner aus Waiblingen: "Es
sei verständlich, dass viele Gläubige sich nun fragten: ´Wo
war Gott?`"
Und: "Wir
stellen nun viele Fragen, auf die es keine Antwort gibt"
(Netzeitung, 14.3.2009).
Und:
"In moments like this it is difficult to understand
God" (Sunday
Times, 15.3.2009
= "In
Augenblicken
wie diesen ist es schwer, Gott zu verstehen").
Doch was steckt wirklich hinter diesen kirchlichen
Aussagen? Und warum gibt die Kirche keine Antwort, wenn sie doch die Sache
eines "allwissenden und allmächtigen Gottes" repräsentiert, wie sie behauptet?
Kirche projiziert eigenes Unvermögen auf Gott
Letztlich verhält es
sich so: Die eigene Unwissenheit
oder die eigenen Geheimnisse werden von kirchlichen Theologen regelmäßig auf Gott
projiziert, wie es z. B. auch der Rundfunkbeauftragte der
Evangelischen Kirche am Südwestrundfunk
SWR, Pfarrer Wolf-Dieter Steinmann,
im Vorfeld der Gedenkfeier andeutete, als er z. B. live erklärte: Man "beklage,
dass die Frage ´Warum` auch vor Gott nicht beantwortet wird". Was immer er
damit genau meint: Dass Gott schon
um Hintergründe wüsste, sagt die Kirche jedenfalls nicht. Stattdessen lässt man die Gläubigen
dann im Wechsel-Chor den 77. Psalm beten, darunter die Worte: "Hat Gott
vergessen, gnädig zu sein oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen?" Der "Zorn
Gottes" oder der Zweifel an seiner "Gnade" sind jedoch eine Erfindung der
Priester (V.10; zum Umgang der Theologen mit Katastrophen und Unglücksfällen
siehe Freie Christen Nr. 6). Doch gibt es
nicht auch
Positives? Der evangelische Landesbischof Frank Otfried July predigte z. B. von
einem "neuen Himmel" und einer "neuen Erde", fügte jedoch
einschränkend hinzu: "Gottes
Versprechen gilt einer neuen Welt". Doch man bräuchte als Mensch ja ein
"Versprechen" oder eine Hilfe Gottes für hier und jetzt und nicht einen Trost
auf eine vielleicht "neue Welt".
Zu dieser Vertröstung passt dann das furchtbare Kruzifix an der Wand der
Borromäus-Kirche in Winnenden - mit einem ausgemergelten Jesus-Körper
hinter einem Stück Stoff
und einer priesterähnlichen Kopfbedeckung, was tiefenpsychologisch eher eine
Verhöhnung von Jesus ist als eine Verehrung (mehr dazu
hier). Von einer "neuen Welt" ist
erst einmal nichts zu spüren.
Dass die Schulkameraden der
Opfer in einer bewegenden Zeremonie eine Kerze für jedes Opfer anzündeten
und eine Blume dazu legten, war jedoch für jeden Fernsehzuschauer, der im Leid und in der Trauer
mittragen und mitfühlen oder vielleicht auch mitbeten wollte, gut. Es war eine Einladung, dies in jenen Momenten der
Stille auch zu tun. Und alle diese Gedanken und Empfindungen kommen auch in der
Seele derer, an die man dabei positiv denkt, an. Hier fügten sich dann auch die Worte des
Bundespräsidenten gut an, der den Angehörigen am Ende seiner Ansprache versicherte: "Wir
wünschen Ihnen die Zeit, die Sie brauchen, und Menschen, die in echter
Anteilnahme bei Ihnen sind. Ganz Deutschland trauert mit Ihnen. Sie sind nicht
allein".
Ein Verbrechen bahnt sich an: Die verharmloste Macht der Gedanken
Die Kirche
unterschätzt dabei grundsätzlich die große Macht und Kraft
positiver
menschlicher Gedanken und Empfindungen. Bzw. sie verharmlost die Macht und Kraft von negativen Gedanken.
Während sie den Jugendlichen also vielfach unsinnige Lehren (siehe z. B.
Der Theologe Nr. 18) und nutzlose "Sakramente"
nahe zu bringen versucht, lehrt man sie auch nicht, dass die Gedanken eines
Menschen Kräfte sind, die immer zur Verwirklichung drängen - sowohl positive als
auch negative.
Wer also in seiner Gedankenwelt z. B. immer wieder das Thema
"Töten" und "Begeisterung für Waffen" bewegt, der nimmt z. B. auch Kommunikation mit entsprechenden
geistigen "Energiefeldern" auf. Es ist wie ein unsichtbares Band, das alle
Menschen verbindet, die sich gleiche oder ähnliche Gedanken machen - z. B., wie
es wäre, andere zu töten. Oder das
alle Menschen eint, die von Waffen fasziniert sind. Steigt jemand jetzt
gedanklich hier voll in ein solches Thema ein, und dies über längere Zeit, werden die Gedanken - nach dem Prinzip "Wohin du
sendest, von dort empfängst du" - durch diese Energiefelder verstärkt. Das kann so weit
gehen, dass jemand seine Gedanken teilweise nicht mehr im Griff hat. Das
Unterbewusstsein hat sich dann teilweise oder schlimmstenfalls sogar ganz
verselbstständigt. Und der Mensch würde dann im Extremfall von diesen "Geistern" beherrscht, die er
einst selbst rief - frei nach dem Zauberlehrling von Johann Wolfgang
von Goethe: "Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los."
Begünstigt wird eine solche negative Entwicklung durch andere Identitäten, die
man sich im Internet geben kann - so hat Tim Kretschmer dort z. B. unter dem
Namen JawsPredator1 geschrieben. Und
natürlich wird die negative Entwicklung auch durch Killerspiele begünstigt, wo man die Identität eines Killers ganz legal
einüben und sowie im Ober- als auch im eigenen Unterbewusstsein immer mehr
verankern an. Und so kann sich auch ein Verbrechen lange in der Gefühls- und Gedankenwelt eines
Täters anbahnen, vor allem, wenn sich dieser verstärkt von der Außenwelt zurück
zieht und mehr und mehr von seinem lange Zeit noch unsichtbaren Innenleben
beherrscht wird.
Der 11. März und die "Gleichzeitigkeit" von Ereignissen
Am 11. März 2009 war es dann so weit, und mancher spekuliert, ob das Datum zufällig gewählt worden ist oder vielleicht nicht. Denn am 11. März 2004 wurden bei einem Massaker auf Bahnhöfen und in Eisenbahnzügen in Madrid in Spanien 191 Menschen umgebracht (exakt 1/2 Jahr später als der 11. September, dem Datum des Attentats auf das World Trade Center in New York im Jahr 2001) - und für den 11. März 2009 wurden Gedenkfeiern anlässlich des 5. Jahrestages vorbereitet. Doch dass der Amokläufer sich nun den 11. März 2009 als Zeitpunkt gezielt ausgewählt habe, um sich vielleicht auch gesellschaftspolitisch ein Denkmal des Horrors zu setzen, dafür gibt es keine weiteren Anhaltspunkte. Letztlich kann es sowohl gezielte als auch ungezielte Planung des Täters gewesen sein bzw. "Steuerung" aus dem Unterbewusstsein oder bedingt durch Einflüsse aus jenseitigen Bereichen. Denn auffällig ist zumindest: An eben demselben 11. März 2009 richtete unmittelbar kurz zuvor in den USA ein anderer Amokläufer elf Menschen hin. In der Wissenschaft spricht man bei solchen Gleichzeitigkeiten von der "Synchronizität" (= Gleichzeitigkeit) von Ereignissen - die sich womöglich alle aus demselben negativen Energiefeld speisen.
Möglicher Anlass für den Amoklauf
Doch das
unter Umständen lebenswichtige Wissen um solche möglichen unsichtbaren Zusammenhänge spielt im kirchlichen Christentum
überhaupt keine Rolle. Und wenn der Vater (der Inhaber und Geschäftsführer einer Verpackungs-Firma in
Affalterbach, die der Täter später übernehmen sollte) dem Kind dann auch noch das Schießen beibringt und im
Schlafzimmer seiner Eltern in der Kleiststraße in Weiler zum Stein eine geladene Waffe bereit
liegt (und im Waffenschrank, zu dem der Jugendliche vielleicht den Code kannte, noch ein
paar Tausend Schuss Munition dazu), bedarf es womöglich nur noch eines Anlasses für den großen
"Coup", wodurch man dann nicht durch Anstrengung oder Fleiß "berühmt" würde
bzw. die Aufmerksamkeit anderer erhält,
sondern durch die Anzahl der unschuldigen Menschen, die man gewissenlos ermordet.
Nach Recherchen der britischen Times und des Stern habe eines der
Opfer einen Annäherungsversuch Kretschmers bei der Silvesterparty zurückgewiesen.
Anschließend hätte das Mädchen auch die "gelegentliche Freundschaft" beendet
(http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article5908602.ece).
Tim
Kretschmer hatte dem Mädchen dem Stern zufolge "Ich liebe dich"
gesagt (19.3.2009), doch es war eben nicht beidseitig, was täglich,
gerade bei Jugendlichen, unzählige Male immer wieder passiert.
War dies dann in diesem Fall der Anlass für die konkrete Planung der Tat?
Der Vater eines der Mädchen, Dieter K., erklärt einige Monate später: "Steffi
war an Silvester 2008, also drei Monate vor der Tat, mit ihrer Freundin bei K.s,
um Tims Schwester zu besuchen. Sie hatten noch miteinander auf ein gutes neues
Jahr angestoßen, auch mit Tim. Wir wissen nicht, ob es da irgendeine Art von
Verletzung gab. Die Mädels nahmen ihn nicht wahr, weil er so ein Bubi war. Das
hatte uns Steffi gesagt. Er war für sie uninteressant. Es reichte möglicherweise
ein Blick, um einen Hass aufzubauen.
Ich denke, das war eine Aktion gegen Mädchen.
Hätte er wahllos gemordet, hätte er auch auf die Jungs gezielt
..." (stern.de, 27.1.2011). Offenbar war es jedoch ein anderes
seiner Opfer, das von Tim K. begehrt wurde. Bild.de schreibt: "Tim
soll Selina in einer Silvesternacht mehrmals angerufen haben. Die Schülerin soll
den Verehrer am Telefon abgewimmelt haben, weil sie gerade eine Party mit
Freundinnen feierte" (3.2.2011).
Selina M. wurde wie Steffi K. gleich mit mehreren
Schüssen hingerichtet.
Was tun bei persönlichen Niederlagen und nicht erwiderter "Liebe"?
Doch angeblich sei der Jugendliche durch seine Konfirmation
ja "fit fürs Leben"
gemacht worden (siehe oben). Doch hat man ihn
dort gelehrt, wie man damit umgeht, wenn man ein Mädchen oder einen Jungen
begehrt und dieser das Begehren nicht erwidert? Hat man darüber gesprochen, wie man
also ethisch verantwortbar
damit umgeht, wenn eine Liebeserklärung eben nicht erwidert wird, was zu
jedem Alltag eines Menschen dazugehören kann? Oder was man bei Liebesentzug durch andere
tun kann?
Und wie man mit
persönlichen "Niederlagen" umgeht, die nun mal im Leben bei jedem
Menschen immer wieder
passieren? Hatte der Jugendliche eventuell die Ermordung eines oder
mehrerer Mädchen geplant, durch die er einige Wochen zuvor frustriert wurde; und
auch das Massaker an einigen Mitschülerinnen (und vielleicht -schülern und
Lehrern), weil er genau das alles nicht konnte oder nicht lernen wollte?
Auch Niederlagen beim Sport hätte Tim
Kretschmer Sportkollegen zufolge
nicht gut verdaut und hätte dafür meist Ausreden gehabt oder anderen die Schuld
dafür gegeben. Nach Niederlagen beim
Tischtennis "hätten sich Vater und Sohn oft angeschrien" (Bild am Sonntag,
15.3.2009).
(PS: In dieser Zeit spielte Tim Kretschmer noch beim TTV
Erdmannshausen, sein Vater Jörg war im Vorstand, seine Mutter Ute die
Kassiererin.)
Der Vater eines der ermordeten Kinder, Dieter Kleisch, sagt über den Vater von
Tim Kretschmer, dieser "hat immer nur
versucht - das hat sich im Prozess [gegen den Vater wegen der unerlaubten
Aufbewahrung der Tatwaffe im Schlafzimmer] rauskristallisiert - dem Sohn eine
Plattform zu geben, damit er als Sieger dasteht. Ob beim Tischtennis, beim Poker
oder beim Armdrücken" (stern.de, 27.1.2911). Der Vater hätte demnach -
offenbar in bester Absicht - vieles versucht, um die tickende Zeitbombe, die
sein Sohn war, zu entschärfen. Doch mit einer zwischenzeitlichen "Beruhigung"
der Situation, z. B. durch einen Sieg im Tischtennis, konnten die massivsten
Minderwertigkeitskomplexe eben nicht an der Wurzeln gepackt werden. Und was
hätte der Vater denn tun sollen, wenn ein Mädchen die Begehrwünsche seines
Sohnes nicht erwidert? Ihm eine junge Prostituierte beschaffen, die dem Sohn
gegen Bezahlung durch den Vater immer wieder ins Ohr haucht, wie toll er doch
sei?
Jetzt war beim späteren Massenmörder ein Komplex aufgebrochen, in den der
Vater kaum eingreifen konnte.
Seit April 2008 war Tim Kretschmer gemäß Der Spiegel zur "psychologischen Behandlung"
"im Klinikum am Weissenhof bei Heilbronn" (Nr. 12/2009), hätte
die Behandlung dann aber abgebrochen. Und in einem Brief
an das Kreiswehrersatzamt Schwäbisch Gmünd schreibt Tim Kretschmer selbst von
Depressionen.
Die unmittelbare Vorgeschichte der Amok-Morde
Vater Jörg Kretschmer hat mittlerweile zugegeben, dass er seinem Sohn
auch den
Umgang mit der späteren Tatwaffe Beretta 92 mit 9 mm Groß-Kaliber - zuletzt drei Wochen vor der Tat - im
Schützenverein des SSV Leutenbach erklärte (Spiegel online, 14.3.2009;
vgl. dazu auch den Artikel Prima Stimmung trotz Amoklauf über die am
13.3.2009 begonnene weltgrößte Internationale Waffenmesse IWA 2009 in Nürnberg;
http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/genug-der-einkehr/). Tim
Kretschmer hätte seinen Vater regelrecht zu dem Waffentraining "gedrängt". Und paradoxerweise soll
ausgerechnet der spätere Täter
sich in einem Aufsatz vom Januar 2009 für schärfere Waffengesetze ausgesprochen
haben (Sunday Times, 15.3.2009). Hatte er dabei nur geschrieben, was der
Lehrer hören wollte und sich dazu ganz etwas anderes gedacht?
Jahrelang schoss er
zuvor nur mit Softair-Waffen. Dabei schoss er im Keller der Wohnung auf eine menschliche
Silhouette und "grundsätzlich in den Kopf" (ein Zeuge in Der Spiegel Nr.
12/2009) - wie später den Opfern in der Albertville-Realschule. Und weiter:
"Tim schoss mit diesen Softair-Waffen auch auf Freunde! Einer sagt: ´Das
tat echt weh. Er hat nicht aufgehört, deswegen hatten wir alle irgendwann keinen
Bock mehr auf das Spiel.` Tim auch nicht" (Bild, 11.3.2009).
Doch was brütet der psychisch schwer angeschlagene Jugendliche, der bei Mädchen
nicht gut ankam und der gegenüber
dem Kreiswehrersatzamt der Bundeswehr "Depressionen" beklagte, als nächstes aus?
Wenige Stunden vor der Tat startete Kretschmer auf
seinem Computer dann das Killerspiel Far Cry 2 (= "Entfernter Schrei 2"), das er
neben den Killerspielen Counter-Strike und Tactical Ops auf seinem PC
installiert hatte.
"Abfolge gezielter Exekutionen"
Dann machte er Ernst. Zunächst war er dem
amtlichen Polizeibericht zufolge in der 9 c, anschließend in der 10 d.
In der der 9 c drückte er zuerst Chantal Schill ohne Vorwarnung die Beretta 92
an den Hinterkopf und schoss sofort. Sie wohnte in demselben Ort wie Tim
Kretschmer, genauso wie die 14-jährige Jana Schober. Der Amokläufer schoss
anschließend auch Jana Schober in den Kopf. Das Mädchen starb später an den
Folgen des Kopfschusses im Krankenhaus. In der 10 d tötete er anschließend fünf Schülerinnen und
einen Schüler, darunter womöglich als erste Steffi Kleisch, ebenfalls aus seiner
Nachbarschaft in Weiler zum Stein, nur 200 m entfernt, mit der er an Silvester
2008/2009 noch auf ein gutes neues Jahr angestoßen hatte. Ihr Vater sagt über
den Mord an seiner Tochter: "Wir
erfuhren auch, dass sie die erste Attacke von Tim K. überlebte. Aber er kehrte
noch einmal in das Klassenzimmer zurück und schoss auf Steffi ...
Es sieht so aus, als ob er Steffi gezielt
erschossen hätte"
(stern.de, 27.1.2011). Anschließend tötete Kretschmer zwei Lehrerinnen auf
dem Flur und zuletzt im Chemiesaal die Lehrerin Sabrina Schüle, die vor
einem
Schüler stand und diesen schützte. Hatte er sich die Opfer teilweise gezielt
ausgesucht? "Das war kein Amoklauf, sondern die
Abfolge gezielter Exekutionen eines erfahrenen Schützen", sagt Ludwig
Fischer, lizenzierter Schießausbilder (Der Spiegel Nr. 12/2009) - und
unter den Opfern waren alle drei Mädchen aus seiner Nachbarschaft, die ihn
nicht begehrten. "Clean
head shot kill" nennt man in den US-amerikanischen Polizeischulen die von
Tim Kretschmer durchgeführte
Art der gezielten
Todesschüsse in den Kopf. Nach
Meinung des Experten Ludwig Fischer muss Tim Kretschmer "eine regelrechte Schulung durchlaufen haben".
Eine weitere tödliche Variante der Heimtücke dann bei Tim Kretschmers
Mordrausch in Wendlingen: Die Polizei schoss ihm in den rechten Knöchel und in
die linke Wade und forderte ihn darauf hin auf, sich zu ergeben. Doch Tim Kretschmer
war noch nicht bewegungsunfähig. Spiegel
online schreibt: "Auf Aufforderung der Polizei habe er seine Pistole,
eine Beretta, Kaliber 9 Millimeter, neben sich auf die Straße gelegt und die
Hände über den Kopf erhoben. Daraufhin verließ einer der Beamten seine Deckung
und näherte sich dem Amokläufer. ´In dem Moment nahm der Täter seine Waffe
wieder auf und schoss erneut auf den Polizeibeamten`, heißt es im
Ermittlungsbericht". Danach ging er, trotz der Schussverletzung in Knöchel
und Wade, in das Autohaus Hahn und brachte dort den
Verkäufer Denis Puljic und den Kunden Sigurd Wilk um.
Die Eltern von sechs getöteten Mädchen schreiben in einem Offenen Brief: "Die derzeitige
gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole
bereits ab dem 14. Lebensjahr. Bedenkt man, dass ein junger Mensch gerade in
dieser Zeit durch die Pubertät mit sich selbst beschäftigt und häufig im
Unreinen ist, so ist die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre
unerlässlich" (Offener Brief, zit. nach Bild am Sonntag, 22.3.2009).
Dem ist zum Thema "Schießausbildung" nichts hinzuzufügen. Nachdem die Politiker
von CDU, CSU und SPD aber lediglich eine "Prüfung" dieser Frage angekündigt
hatten, legten die Eltern nach. "Wir erwarten aber, dass die Fraktionen
nach der Prüfung unserer Forderungen auch als Gesetzgeber tätig werden"
(Winnender Zeitung, 30.3.2009). Doch die Lobby der Schützen und der
Jäger scheint in Deutschland unbezwingbar.
Der positive oder negative Einfluss der Religion
Es kommt jedoch noch weiteres
hinzu. So könnte man auch fragen: Wäre es angesichts dieses
furchtbaren Massakers und der vielen Gedanken, die einem solchen Tun voraus
gehen, nicht lebensnotwendig, wenn eine Religion oder
Weltanschauung ihre Anhänger oder Mitglieder vor allem lehrt, wie man das
Positive im eigenen Leben aufbaut anstatt das Böse? Oder: Was man tun kann, wenn
man frustriert ist. Oder auch, wie man lernt,
etwas zu geben ohne von anderen dafür eine Gegenleistung zu
erwarten. Oder zumindest: Wie man positiv damit umgeht, wenn sich die Nächsten
mir gegenüber nicht so verhalten, wie ich mir das wünsche, was nahezu täglich
vorkommen kann. Oder: Was ein Gewissen ist, und was man tun muss, um es wach zu
halten und nicht abzutöten.
Vieles Positive haben die Schüler der Albertville-Realschule mit ihrer
Schulleiterin Astrid Hahn in den Staatsakt am 21.3.2009 eingebracht. Dabei
trugen sie T-Shirts mit dem Logo ihrer Schule und der Aufschrift "Ich habe einen
Traum". Und dazu gehört natürlich, wie man auch als Jugendlicher
verantwortlich mit Frustration umgeht, wenn andere es einem schwer machen, dass
sich dieser "Traum" erfüllt. Oder wenn es gar umständehalber nicht
möglich ist. Wenn also die eigenen Erwartungen
und Wünsche an die Umgebung hier und da nicht erfüllt werden. Eine Antwort wird
z. B. in der Goldenen Regel für alle Völker,
Religionen und Kulturen gegeben, von der auch Jesus von Nazareth spricht: "Alles, was ihr wollt,
das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst." Oder als Sprichwort
anders formuliert: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg´ auch keinem andern
zu." Dass man auf diese Weise oft wie automatisch Freunde findet,
die es ähnlich versuchen, gehört z. B. zu der Erfahrung von Jugendlichen, die
dies in ihrem Leben umsetzen. Hier wird dann wirklich ein Traum wahr.
Und wenn es einem nicht gelingt, das Gute zu tun? Welchen Rat gibt z. B. Martin Luther, wenn jemand nicht die
Kraft verspürt, das "Sündigen" zu lassen? Einer der Glaubenssätze Luthers ist
mittlerweile weltweit bekannt. Er lautet: "Sündige tapfer, aber glaube noch
tapferer" (siehe hier) -
eine makabre Lehre, wenn man bedenkt, dass Martin Luther selbst privat
wahrscheinlich einen anderen
Mann im Duell getötet hat (siehe hier)
und offenbar keine Gewissenbisse bei Hinrichtungen und Massentötungen im Krieg
hatte. Im Gegenteil: Sein Gewissen war zuletzt so pervertiert, dass er
Gewissenbisse bekommen hätte, wenn er nicht zu Judenverfolgungen aufgerufen
hätte (siehe hier). Hinzu kommt, dass solche Lehr-Sprüche
Martin Luthers
wie die vom "Tapfer Sündigen", die mit Jesus, dem
Christus, nichts zu tun haben, verheerende Auswirkungen vor allem auf labile und gewaltbereite
Menschen haben könnten. Was ist, wenn dem angeschossenen Tim Kretschmer, der
sich ergeben wollte, in diesem Augenblick das "Sündige tapfer" durch den Kopf
geschossen wäre? Niemand weiß, was ihm wirklich durch den Kopf ging. Er hat auf
jeden Fall noch einmal zur Waffe gegriffen, die er schon nieder gelegt hatte und
hat zwei weitere Menschen ermordet.
15 Kerzen und das Schicksal - Lebensaufgaben auf der Erde
Und gemäß des lutherischen Glaubens predigte der evangelische Dekan Eberhard Gröner anschließend in Weiler am Stein: "An Vergebung wagen wir nicht zu denken, die müssen wir Gott überlassen" (idea-spektrum Nr. 12/2009) - eine weitere Irreführung. Denn es kommt hierbei doch nicht auf Gott an (der immer das Gute will), sondern auf uns Menschen (siehe dazu z. B. hier). Zwar ist es nachvollziehbar, wenn die Angehörigen oder Freunde nicht bzw. noch nicht an Vergebung denken können (siehe z. B. spiegel.de, 18.3.2009). Genauso klar und verständlich ist es, dass die Trauernden bei einem Gottesdienst am 14.3.2009 und bei der ökumenischen Gedenkfeier am 21.3.2009 nur 15 Kerzen anzündeten und keine 16. Kerze für den Täter. Aber letztlich sind wir Menschen - allgemein gesprochen - ja hier auf der Erde, um einander zu vergeben und um Vergebung zu bitten, und das falsche Verhalten nicht mehr zu tun - mit Gottes Hilfe und gleich, welcher Religion man angehört. Und so hat es auch Jesus, der Christus, z. B. in der Bergpredigt erklärt (z.B. Matthäus 5, 23-26). Und dazu gehört es natürlich auch, seinen eigenen Hass oder seine Rachewünsche nicht zu verdrängen, sondern ehrlich anzuschauen und aufarbeiten zu wollen. Wie lange das dann dauert und welches eigene Schicksal damit verbunden ist, ist natürlich eine andere Sache. Doch was der Dekan sagt, die Vergebung angeblich Gott überlassen zu müssen, ist eben einmal mehr lutherisch, aber eben nicht christlich.
Genügt "allein der Glaube" oder wird jeder Täter seine "Früchte" ernten?
Und es passt dazu, dass die evangelisch-lutherische Kirche ja auch lehrt, dass angeblich "allein der Glaube" in den Himmel führe, und dass das Tun - wie gut oder schlecht es auch immer ist - dafür angeblich keinerlei Rolle spiele (siehe dazu Der Theologe Nr. 35) - obwohl Jesus von Nazareth das Gegenteil lehrte (siehe z. B. hier). So ist es eben auch laut lutherischer Lehre nicht entscheidend, ob man eines Tages vergeben könne oder nicht. Aber die Lehre vom Heil "allein durch den Glauben" hat auch noch andere schwer wiegende negative Folgen: Wer weiß, ob ein Jugendlicher nicht von einem Amoklauf abgehalten werden könnte, wenn ihm von seiner Religion stattdessen gelehrt würde, dass jeder Mensch das Leid, das er anderen zufügt, einst am eigenen Seelenkörper verspüren wird? Das sind vor allem seine Opfer und deren Angehörige und Freunde. Aber auch seine eigenen Eltern, seine Schwester und seine Großeltern. Der 15-fache Mörder erlebte z. B. gemäß der Sunday Times vom 15.3.2009 den Kampf seiner Mutter gegen eine schwere Erkrankung mit und tut ihr jetzt an, Mutter eines Amokläufers sein zu müssen. Offenbar glaubte der jugendliche Massenmörder nicht daran, dass das Leid von jedem seiner Morde früher oder später auf ihn selbst, auf seine Seele, zurück fällt. Und er missbrauchte stattdessen andere Jugendliche und Kinder auf bestialische Weise dazu, um anscheinend seine Frustration abzureagieren und um damit in die Geschichtsbücher einzugehen.
Tim Kretschmer: Menschen umbringen für Berühmtheit und zum "Spaß"
Zunächst
hieß es, der Amok-Schütze habe im
Internet den Massenmord mit folgenden Worten angekündigt: "Ich werde morgen an meine Schule gehen und so
richtig gepflegt grillen" - eine Fälschung,
wie sich bald herausstellt. Allerdings hat Tim Kretschmer im Klassenzimmer der
10 d ("Seid ihr immer noch nicht alle tot?") und im Fluchtauto gegenüber seiner
Geisel Igor Wolf andere "flotte" Sprüche über seine grässlichen Taten gemacht:
"Soll ich mal ´nen Spaß machen, ein paar Autofahrer abknallen?" Und auf die
Frage von Igor Wolf, warum er bereits so viele Menschen umgebracht hat: "Aus Spaß, weil es
Spaß macht". Auch in Tim Kretschmers Zimmer fand
man einen Zettel mit der Aufschrift "Tod aus Spaß". Und, so Tim
Kretschmer weiter im Fluchtauto:
"Meinst du, wir finden noch eine andere Schule?"
(Spiegel online, 18.3.2009) Offenbar war Tim Kretschmer fest entschlossen für
das nächste Massaker, vielleicht um seinen "Ruhm", der grausamste
Killer zu sein, noch weiter zu steigern.
Doch von wem immer der
Internet-Beitrag mit dem "gepflegt grillen" auch stammt. Sie ist
durchaus vergleichbar mit den authentischen Sprüchen Tim Kretschmers. Und diese Wortwahl kann einen
auch wieder an die Taten des "Heiligen"
Karl Borromäus erinnern, der unschuldige Menschen auf den Scheiterhaufen im wahrsten
Sinne des Wortes "grillen" ließ
(ein Zeitgenosse sprach wörtlich vom "braten"*).
Und so könnte man auch fragen: Wurde der Forumsbeitrag mit der Formulierung
"gepflegt grillen" am Ende gar telepathisch inspiriert? Vielleicht von dem "heiligen" Borromäus selbst oder von einem von Seinesgleichen? Denn nach kirchlicher Lehre
können die "Heiligen" aus dem Jenseits auch Einfluss auf die Menschen auf der
Erde und auf deren Tun nehmen. Und so lange die Kirche bis heute Massenmörder
ungeniert weiter als "Heilige" oder "Vorbilder" verehrt, muss sie sich auch
solche provokativen Fragen gefallen lassen. Dass Tim Kretschmer schlicht psychisch
schwer krank
war, wird z. B. von seiner Mutter bestritten:
"´Tim war nicht in stationärer Behandlung, es
handelte sich nur um Gespräche.` Später sei man nur auf das Klinikum
zurückgekommen, um sich eines ´Tricks` zu bedienen. Mit einer diagnostizierten
Depression habe man das Kreiswehrersatzamt täuschen wollen, damit Tim weder zum
Bund gehen noch Zivildienst leisten müsse" (Stuttgarter Zeitung, 19.1.2011).
Ein Massenmörder an Frauen als sein
Vorbild - Tim Kretschmer gibt vor dem Massaker zu:
"Den Angehörigen der Opfer würde es weniger ´Spaß` machen"
Acht Wochen nach dem Massaker konnten dann
dem Stern zufolge einige
Interneteinträge eindeutig Tim Kretschmer zugeordnet werden. Unter dem Namen
JawsPredator1 beteiligte er sich demzufolge auf der Internet-Plattform kwick.de
an dem Thema, was man tun würde, wenn man nur noch eine Woche zu leben hätte.
Und Tim Kretschmer schreibt dort in zum Teil schlechten Deutsch wörtlich: "... Alle
umbringen, die hass und so das würden bestimmt voll viele machen ... Also ich
meine nur man wird noch berühmt und bleibt anderen Menschen im Gedächtnis ...
Das würde bestimmt voll Spaß machen. Den Angehörigen der Opfer würde es weniger
Spaß machen".
Der Massenmörder machte sich also durchaus vorab Gedanken,
was dadurch auch den Angehörigen von Mordopfern angetan würde. Als sein Vorbild nennt Tim Kretschmer auf dieser Internet-Plattform
dann den Amokmörder Ted Bundy, "einen amerikanischen Serientäter, der in den 70er
Jahren mindestens 28 Frauen ermordete" (Stern Nr. 20/2009) und der oft
anschließend am Tatort masturbierte. Tatsächlich könnte Bundy bis zu 60 Frauen
ermordet haben (http://de.wikipedia.org/wiki/Ted_Bundy).
Da Ted Bundy im Jahr 1989 hingerichtet worden war, ist es - nur (!) allgemein gesprochen
- auch denkbar, dass
seine Seele anschließend wieder inkarniert ist, eventuell, um mit den Morden
weiter zu machen.
Lesen Sie hier einen erschütternden Augenzeugen-Bericht und einen anderen
Bericht - beispielhaft
für das, was der Täter
bewusst und gezielt anrichtete:
http://www.bild.de/BILD/news/2009/03/13/winnenden/augenzeugenbericht/der-schuelerin-selina.html.
Und ähnlich war es wiederum im 16. Jahrhundert - als der "Heilige"
Karl Borromäus oder der
"große Deutsche" Martin Luther oder andere Inquisitoren ihre Opfer "grillen" (siehe
unten) oder ihnen den Kopf abschlagen
ließ. "Man
muss die Schreie der Unglücklichen hören! Muss lesen, was manche aus den Kerkern schrieben,
Frauen an ihre Männer, Väter und Mütter an ihre Kinder: die Beteuerungen der
Unschuld, die Abschiede für immer", schrieb dazu der Historiker Karlheinz
Deschner (Kirche
des Unheils, München 1979, S.28). Deshalb noch einmal unser Appell:
Unsere Gesellschaft braucht andere Vorbilder!
Nackte gefesselte Frauen -
im Internet und auf dem realen Scheiterhaufen
Namenspatron der
Winnender Kirche
ließ Opfer bei lebendigem Leibe verbrennen
Deshalb an dieser Stelle noch einige weitere Details zu Hintergründen: Der "Heilige"
Karl Borromäus (1538-1584) war Kardinal von Mailand und ein gefürchteter
Inquisitor. So ließ er 1583 im schweizerischen Misoxertal zehn Frauen und einen Mann bei
lebendigem Leib verbrennen. Die
Opfer waren also überwiegend weiblich. Bei Tim Kretschmer waren es in der
Albertville-Realschule elf Frauen und ein junger Mann.
Eine weitere schreckliche Parallele: Auf Tim Kretschmers PC fand die
Polizei neben Pornobildern 120 Fotos von nackten gefesselten Frauen (Spiegel online, 14.3.2009)
- nachgestellte Bilder. Doch sie erinnern ebenfalls an die furchtbaren Ereignisse aus
der Zeit der "Hexen"-Verfolgungen: Den gefesselten unschuldigen Frauen rissen
die Inquisitoren der Kirche und ihre Helfer oft auch die Kleider vom Leib, um
sich an ihrem Anblick sexuell zu erregen (zur Inquisition siehe auch
hier).
"Heiliger
St. Karl, bitt´ für uns." In der Borromäuskirche in Winnenden beten die
Gläubigen, dass der Folterer und Scharfrichter (Foto links)
bei "Gott" für die Gläubigen
eintreten soll. Nach römisch-katholischer Lehre darf der auch für Massaker
an Andersdenkenden verantwortliche Kardinal
weltweit um Hilfe angerufen werden.
Zurück in die
Schweiz, zum "heiligen" Karl Borromäus:
Andere Abweichler vom katholischen Glauben im Misoxertal im 16.
Jahrhundert - neben den elf von der Kirche Verbrannten - kehrten nach der Folter in den Schoß der Kirche zurück. Und auch im
benachbarten Calancatal führte der "Heilige" grausame Massaker durch:
"Von
den 50 protestantischen Familien des Tales soll, als Borromäus nach einem Monat
die Gegend verließ, keine mehr übrig geblieben sein [Anmerkung: was mancher
vielleicht
auch als eine Art "Amoklauf" von Borromäus bezeichnen könnte].
Über die Verbrennungen in
jenem November 1583 berichtete der Priester, der den gequälten Opfern die
Absolution erteilte: "Rings herum auf dem Platze stand eine unabsehbare Menge,
zu Tränen gerührt und schrie mit lauter Stimme: Jesus! und auch von dem
Scheiterhaufen her, wo diese Elenden brieten, vernahm man derartige Rufe,
vermischt mit dem Knistern des Feuers" (Carl
Camenisch: Carlo Borromeo und die Gegenreformation im Veltlin. Chur 1901,
S. 135, zitiert bei Wikipedia, Stand 12.3.2009;
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Borrom%C3%A4us). Parallel dazu versetzte
ein solcher Foltertod wohl so manchen anwesenden perversen Priester in extreme
sexuelle Erregung.
Karl Borromäus wurde
1610 von Papst Paul V. (der selbst 1712 "heilig" gesprochen wurde) "heilig"
gesprochen. Im Jahr 2010 jährt sich seine
"Heiligsprechung" demnach zum 400. Mal, was die Kirche möglicherweise dazu
veranlasst, ein
"Borromäus-Jahr" auszurufen. Zu den "Heiligen" der Kirche siehe auch
hier.
Doch wie gesagt: Man sollte die Schreie der Opfer von Karl Borromäus hören in der Borromäus-Kirche in
Winnenden.
Schon seit es diese Kirche gibt, hätte man diese
Schreie dort hören sollen. Und sie vermischen sich in diesen Tagen mit den
Schreien der Opfer des Massakers in Winnenden und Wendlingen.
Verschwörungstheorien und kirchliche Ignoranz
Mittlerweile gibt es
auch zu diesem Verbrechen so genannte Verschwörungstheorien, wonach der Amoklauf von Winnenden
und Wendlingen - wie manche andere Ereignisse auch (wie z. B. die Morde von
Eislingen; siehe hier) - von vermuteten
menschlichen Hintermännern angeblich gezielt geplant worden wäre. Tim Kretschmer solle in
diesem Fall "nur" -
wenn überhaupt - der Ausführende gewesen sein. Hierzu werden dann eine Fülle von
tatsächlichen oder angeblichen Details
und Einzelüberlegungen vorgetragen, die aber dort, wo sie im Einzelfall
einmal verblüffend sein mögen, auch anders erklärt werden können. Auf der
anderen Seite kann man natürlich allem, auch wenn es keiner
"Verschwörung" entstammt und diese Theorien haarsträubender Unsinn
sind, einem Bedeutung geben. Dass etwa der "Heilige" Karl Borromäus im
Schweizerischen Misoxertal zehn Frauen und einen Mann ermorden ließ (im
Vergleich zu den elf Frauen und dem einen jungen Mann, den Kretschmer in der
Albertville-Realschule ermordet hatte), das schreibt sogar die Winnender Zeitung
am 23.9.2009. In der nach dem Inquisitor bzw. Mordanstifter benannten
Borromäus-Kirche fanden ja der Staatsakt und der Ökumenische Gottesdienst für die
Opfer statt.
Bestimmte Verschwörungstheoretiker glauben in diesem Zusammenhang
gar, die Anzahl der Opfer wäre gezielt so ausgewählt worden, wogegen jedoch klar die
Ermittlungen sprechen. Auch spielen bei Verschwörungstheorien Beobachtungen eine Rolle, wie
z. B., dass der Name "Hahn" dreimal vorkomme (das Opfer Jacqueline Hahn, die
Schulleiterin Astrid Hahn und das Autohaus Hahn in Wendlingen, wo zwei Opfer
erschossen wurden), was von
angeblichen "Drahtziehern" so inszeniert gewesen sein soll. Hier
werden dann u. a. absurde Spekulationen angeführt, wie eine Verbindung zu dem
Jesuswort an Petrus "Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verraten". Das
ist zwar Unsinn. Doch welchem Außenstehenden auffällt, dass dieser Name in der
Tat dreimal vorkommt (Betroffene haben sicher andere Sorgen) und wer dem
eine Bedeutung beimessen möchte, der kann auch das ja als einen Impuls bzw. Anstoß
betrachten, um einmal darüber nachzudenken, was ihm diese Auffälligkeit
sagen möchte.
Denn der "Zufall" könnte
anderweitig schon einen gewissen Sinn machen, wenn man sich schon mit solchen
Überlegungen beschäftigen möchte. Denn um einen "Verrat" an der Botschaft von
Jesus geht es hier tatsächlich auch - z. B. im Hinblick auf die immer wieder
kehrenden Fragen nach dem Warum, die von der Kirche regelmäßig mit einem angeblichen "unausforschlichen
Geheimnis Gottes" beantwortet wird. Doch so etwas gibt es nicht, und es
führt in letzter
Konsequenz dazu, dass sich die Menschen von einem solchen Gott
früher oder später mit Grauen abwenden. Und die Kirchen gehen nun sogar noch einen Schritt weiter und bedrohen durch
ihre "Sektenbeauftragten" alle, die sich mit der kirchlichen Unwissenheit nicht
abspeisen lassen. So z. B. der schweizerische "Sektenbeauftragte" Hugo Stamm
anlässlich eines Unglücks mit Todesopfern. Der moderne Inquisitor aus der
Schweiz schrieb bei diesem Anlass wörtlich: "Mit
Gott lässt sich das Unglück nicht erklären. Mit dem Satan auch nicht. Ich
schlage deshalb vor, dass die Vertreter der verschiedenen Religionen in Zukunft
vornehm schweigen, wenn sie Katastrophen und Unglücke erklären wollen. Alles
andere ist eine Demütigung der Opfer."
Verschwörungstheorien sind nun das
krasse Gegenstück bzw. das andere Extrem im Vergleich zu solchen kirchlichen
Weigerungen, nach menschlichen oder geistigen Hintergründen zu fragen oder
suchen zu wollen. Während die Kirche ihre Weigerung, Fragen auf den Grund zu
gehen, in aggressiver Weise als "normal" erklärt, ist es bei den Verschwörungstheorien
genau umgekehrt: Hier soll nun alles einem geheimen
menschlichen Plan entspringen, der ein politisches Ziel haben soll und den die
Vertreter dieser Theorien bis ins Detail zu enthüllen vorgeben.
Beides ist jedoch eine
Form von Hochmut. Die Kirche fordert von anderen, dass diese genauso unwissend
bleiben, wie sie, die Kirche, es zu sein vorgibt. Und die Verschwörungstheoretiker
basteln sich einzelne Menschen und Situationen in dem Geschehen so zurecht,
dass diese eben in ihre Konstruktionen hinein passen. Und in beiden Extremfällen
wird weit gehend ausgeblendet, dass es in der jenseitigen bzw. unsichtbaren Welt
durchaus Kräfte gibt, welche die Ereignisse auf der Erde maßgeblich beeinflussen
und welche dem menschlichen Intellekt weit überlegen sind.
Die Rede des evangelischen "Sektenbeauftragten" Hugo Stamm von einer angeblichen
"Demütigung der Opfer" ist dabei eine schon bösartige Scheinheiligkeit, wie sie
allerdings typisch für die Kirche ist. Demgegenüber gibt es aber auch eine echte
Demut. Zur Demut gehört z. B. die Einsicht bzw. der Glaube, dass es im gesamten Universum keinen Zufall gibt,
auch wenn man die Zusammenhänge nicht weiß.
Und Demut ist auch das Wissen, dass die Kurzschlüsse des menschlichen bzw.
kirchlichen Intellekts nicht erfassen, was alles
dabei eine Rolle spielt. Auch, dass vieles unbewusst geschieht bzw. getan wird bzw. aufgrund von
dem, was z. B. in einer menschlichen Seele an Inhalten gespeichert ist, dem
Menschen jedoch oft nicht bewusst ist. Und dass es auch
Wechselbeziehungen zwischen Mächten und Seelen im Jenseits und den Menschen im
Diesseits gibt. Und dass letztlich nur der
Einzelne selbst in der Lage ist, seinem Schicksal und den Hintergründen für sein
Tun auf die Spur zu kommen - mit dem Ziel, sein Leben im Diesseits oder im Jenseits
selbst in eine positive
Richtung lenken zu können. Kein zweiter oder dritter kann dies für einen
anderen tun und schon gar kein Kirchenmann oder Verschwörungs-Spekulant. Und schließlich gilt für den aufrichtigen Gottsucher: Er
kann immer vertrauen, dass Gott ein liebender und gütiger Gott ist, der einem auch
immer dabei hilft, Ihn zu finden bzw. Antwort auf seine Lebens- und
Schicksalsfragen zu finden.
Noch ein Detail zu dem Amoklauf: Im Internet gibt es auch
einen Bericht, wonach die Mutter von Tim Kretschmer vom
Heilpraktiker Hansjürgen Häussler beraten worden wäre, der genau einen Monat nach
dem Amoklauf in Winnenden von seinem Sohn bzw. von dessen Freund
erschossen worden ist (siehe hier). Auch hier
wird dann im Sinne von Verschwörungstheorien ein "okkulter" Hintergrund der Tat mit
entsprechenden Hintermännern vermutet. Der Heilpraktiker aus Eislingen soll die
offizielle Version des Amoklaufes von Winnenden bezweifelt haben
(infokrieg.nine.ch).
Das alles kann natürlich ebenfalls bodenloser Unsinn sein. Oder auch im Sinne
des "Zufalls" stimmen. Doch selbst wenn es diese
Bekanntschaft tatsächlich
gab, belegt das noch lange nicht eine
"Verschwörungstheorie".
Und dass Amokläufe bzw. Morde wie in Winnenden und Wendlingen
und vier Wochen später in Eislingen von Interessengruppen für
eine bestimmte politische und gesellschaftliche Entwicklung benützt bzw.
missbraucht werden können, dazu braucht es keine
Verschwörungstheorien.
Beerdigungen, Trauerarbeit und weitere Folgen
Zurück zu der
grausamen Tat: Was ist nach den
Morden mit den Opfern geschehen? Am Samstag, den 14.3.2009, wurde als erstes Opfer Nicole Nalepa,
die lebenslustige Oberministrantin von St. Karl Borromäus, mit einer
römisch-katholischen Feier beerdigt.
"Die 16-
Die Leiche Tim Kretschmers wurde mittlerweile ohne Gehirn verbrannt und auf einem
Waldfriedhof anonym beigesetzt. Das Gehirn Kretschmers wurde für die wissenschaftliche
Forschung frei gegeben und liegt an einem unbekannten Ort in Formalinlösung
eingelegt (Bild, 21.3., 14.9.2009). Man sucht in dem Gehirn nach
möglichen Anhaltspunkten für das Massaker. Dem Obduktionsbericht zufolge schoss
sich Tim Kretschmer selbst durch einen "Nahschuss" in die Stirn. Die Mord- und Selbstmordwaffe
war anschließend blutverschmiert. Das anonyme Grab soll "Wallfahrten" von
Bewunderern seiner Tat verhindern. Die Eltern von sechs getöteten Mädchen wollen
darüber hinaus, "dass der Name des Amokläufers nicht mehr genannt und seine
Bilder nicht mehr gezeigt werden ... Eine Heroisierung des Täters ist die Folge"
(Offener Brief, zit. nach Bild am Sonntag, 22.3.2009).
Bereits am 14.3.2009 veröffentlichte das Land Baden-Württemberg auch folgende
ganzseitige Traueranzeige in der Südwest-Presse: "Baden-Württemberg trauert um
Jaqueline Hahn
Ibrahim
Halilaj
Franz Josef Just
Stefanie Tanja Kleisch
Michaela Köhler
Selina
Marx
Nina Denise Mayer
Viktorija Minasenko
Nicole
Elisabeth Nalepa
Denis
Puljik
Chantal Schill
Jana Natascha Schober
Sabrina Schüle
Kristina
Strobel
Sigurt Peter
Gustav Wilk, die durch das entsetzliche und unfassbare Ereignis am 11. März in
Winnenden und Wendlingen aus dem Leben gerissen wurden. Wir trauern mit den
Eltern, Familien und Freunden der Opfer. Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl
gelten den Angehörigen. Günther H. Oettinger, Ministerpräsident".
Dem schließen wir uns an.
Von ihren Freunden wurden die Getöteten
unter anderem Jacky, Steffi, Selli, Vicky oder Vica, Lil, Krissi genannt.
Einige der Eltern haben nach der Tat auch ein "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden"
gegründet. Siehe
http://www.aktionsbuendnis-amoklaufwinnenden.de/
In einem ersten Offenen
Brief vom 17.3.2009 sprachen auch die Eltern und die Schwester des Täters den Angehörigen der Opfer ihr "tiefstes
Mitgefühl" aus (spiegel.de, 17.3.2009).
Ende April 2009 sind sie dann aus dem Leutenbacher Ortsteil Weiler am Stein
weggezogen. Im Juli 2009 folgte ein weiterer Brief an die Hinterbliebenen der
Opfer ihres Sohnes (focus.de, 1.8.2009), welchen diese jedoch als "politische Taktiererei" ohne "persönliche Note"
empfinden, um einen Verhandlung vor Gericht zu vermeiden (spiegel.de,
3.8.2009).
"Die an mich
adressierte Kopie war nicht mal unterschrieben", so Hardy Schober, der Vater der
von Tim Kretschmer ermordeten Jana Schober (Bild, 4.8.2009).
Die Mutter von Viktorija Minasenko hat ein Lied für ihre ermordete Tochter
komponiert. Stern.de. zeigt dazu Bilder aus dem Familienalbum (http://www.stern.de/panorama/gedenken-an-winnenden-opfer-fuer-viktorija-1532150.html).
In den Jahren 2010 und 2011 läuft seither eine Gerichtsverhandlung gegen Jörg Kretschmer, den Vater des
jugendlichen Massenmörders; wegen der damals gesetzwidrig frei in der
Wohnung zugänglichen Tatwaffe. Die Zeugenaussagen gestalten sich jedoch als
schwierig: Die neun angeschossenen Schüler der Albertville-Realschule seien
"auch noch knapp ein Jahr nach der Tat des 17-jährigen Tim K. schwer
traumatisiert" (Focus online, 23.1.2010). Die Mutter des Täters, Ute Kretschmer und
seine Schwester Jasmin Kretschmer haben
mittlerweile andere Namen angenommen. Die Familie wohnt auch an einem
unbekannten Ort.
Im Raum Ehingen im Alb-Donau-Kreis wurde kurz darauf, am 17.3.2009, ein anderer 17-Jähriger
in die Psychiatrie gebracht. Er hat im Internet einen weiteren Amoklauf
angedroht und gilt als gefährlich. Die Staatsanwaltschaft: "Das ist kein
Trittbrettfahrer" (Bild, 17.3.2009). Wie anscheinend Tim Kretschmer hat
auch dieser Jugendliche bereits psychiatrische bzw. psychotherapeutische
Behandlungen bekommen.
Und in Spreenhagen in Brandenburg wurde am 19.3.2009 ein Sportschütze mit geladener Waffe am
Hosenbund auf der Straße verhaftet und ebenfalls in die Psychiatrie gebracht.
Der Mann hatte eine Alkoholspiegel von 1,9 Promille und noch weitere sechs
Waffen und viel Munition in seinem Waffenschrank (Welt, 19.3.2009);
vgl. auch nachstehende Meldungen:
Forstwirt
lief Amok; Verwirrter Jäger mit Waffen im Auto von Polizei gestoppt.
Und im oberfränkischen Naila drohte ein Gymnasiast am 31.3.2009 seinen
Mitschülern einen Amok-Lauf an. Sein Vater besaß Waffen. Siehe dazu unsere
Meldung hier.
Weitere Androhungen von Amokläufen folgten, auch weitere Amokläufe wie durch den
18-jährigen lutherischen Gymnasiasten Georg R. im Ansbacher Gymnasium Carolinum am 17.9.2009.
Die Sinnkrise hinter den Verbrechen
Bei alledem wird oft die tiefer liegende Sinnkrise
bei den Tätern zu wenig hinterfragt. Aufschluss darüber gab z. B. der im
Internet vielfach verbreitete authentische Abschiedsbrief von Sebastian Bosse,
dem Amokläufer von Emsdetten, der fünf Schüler seiner ehemaligen
Geschwister-Scholl-Realschule verletzte, ehe er sich selbst erschoss.
Mitgebrachte Sprengsätze waren glücklicherweise nicht detoniert. Man könnte dessen Motive
vielleicht zusammenfassen als massiver Lebensfrust aufgrund negativer
Erfahrungen und dann frei nach dem Motto: "Was soll das alles hier, wenn man
sowieso irgendwann stirbt?" Weil es keinen erkennbaren Sinn dieses kurzen Lebens
gebe, könne man, statt sich zu verleugnen, anzupassen und mitzuheucheln, genauso
gut seinen Rachegedanken gegen die "scheinheiligen" Mitmenschen freien Lauf
lassen ..., so der verbrecherische junge Mann.
Der Tod bei
Gewaltverbrechen oder Unfällen -
Im Augenblick des Todes trennt sich die
unsterbliche Seele von ihrer sterblichen Hülle, dem Leib.
Dies zählt zum Urwissen der Menschheit.
Lebens- und Todesspanne - Der
Tod kommt nicht willkürlich
Doch kann man auch sagen: Der so genannte Tod kommt nicht willkürlich,
so wie die Geburt auch kein Zufall war. Denn wie
ist es, wenn eine Seele "inkarniert"? Sie sucht sich bei der Zeugung des
Embryos das Elternpaar aus, um dann nach ca. neun Monaten den neugeborenen
Körper in "Besitz" zu nehmen, also dort zu "inkarnieren". Dabei gab sie sich für
das nun beginnende zeitlich befristete Erdenleben eine Lebensspanne und eine Todesspanne vor,
innerhalb welcher der spätere Tod eintreten wird. Der Todeszeitpunkt ist also
nicht exakt vorher bestimmt. Aber es gibt eine Todesspanne - die z. B.
bereits einige Minuten nach der Geburt beginnen kann und nur eine sehr kurze
Zeit umfasst (z. B. bei einem gestorbenen Säugling). Sie kann aber auch erst
viel später beginnen und z. B. mehr als ein oder zwei Jahrzehnte
umfassen,
innerhalb derer die Seele den Körper verlässt. Und dies ist bei jedem Menschen anders. Doch jede Seele wurde
im Jenseits auch ungefähr darüber
aufgeklärt, was im - von uns aus gesehenen - Diesseits auf sie zukommen kann,
wenn sie diese Aufklärung annehmen wollte. Deshalb ahnen viele Menschen auch,
wenn der Todeszeitpunkt naht.
Liebevolle Gedanken helfen der
Seele bei der Lösung vom Leib
Ist der Tod eingetreten, muss sich die Seele erst auf
die völlig neue Situation einstellen, die einer Geburt in die jenseitige
Welt hinein entspricht. Wenn sie in dieser Zeit noch sehr stark am ehemaligen irdischen
Körper hängt und sich weiterhin damit identifiziert, also weiterhin sehr
körperbezogen ist und ihr Bewusstsein noch in der so genannten
"Körperstrahlung" verhaftet ist, könnte jetzt eine zu frühe Einäscherung
oder Beisetzung des Körpers für sie sehr schmerzhaft sein.
Nämlich dann, wenn
sich die Seele bis dahin noch nicht richtig vom ehemaligen Körper hat lösen können.
Deshalb wird in vielen Weltanschauungen von mindestens drei Tagen
gesprochen, die man auf jeden Fall abwarten solle. Zudem gibt es auch keine Sterbezeitpunkt, wie er von der Schulmedizin
angeblich minuntengenau bestimmt wird, sondern einen Sterbezeitraum,
innerhalb dessen sich die Seele vom Körper löst. Und deshalb ist ein
hirntoter Mensch, der für eine Organspende vorbereitet wird, auch noch nicht
tot, sondern er ist ein Sterbender mit noch weit gehend vollem
Schmerzempfinden, der entsetzt darauf reagiert, wenn man ihn wie einen
"Toten" auseinander nimmt.
Der Tod gibt uns nichts und
er nimmt uns nichts
Und wie geht es drüben weiter?
Grundsätzlich gilt: So wie jemand hier gegangen
ist - mit seinen derzeitig aktiven Gefühlen, seinem Bewusstsein, seinem Charakter - so setzt er
seinen Weg drüben fort. Der Körper ist nicht mehr da. Doch sonst hat sich
nichts
geändert. Letztlich ist
es so: Der Tod gibt uns nichts und er nimmt uns nichts. Neu ist jedoch, dass
man keine Hülle, kein Gefährt mehr zur Fortbewegung auf der Erde hat. Und
das kann schmerzhaft sein - vor allem im Hinblick auf die Menschen, die man liebt
und die als inkarnierte Seelen auf der Erde noch ihren Körper besitzen. Dieser Abschied, der
letztlich nur ein vorübergehender ist, kann eine ziemlich schmerzhafte und
lange Zeit in Anspruch
nehmen. Erst ganz allmählich kann die Seele sich im Jenseits ihrem
Bewusstsein gemäß orientieren
und sie wird dann verstärkt - wie magnetisch - von den jenseitigen Bereichen
angezogen, die am ehesten zu ihr passen. Dabei gilt das eherne Gesetz, das
auch in der Bibel enthalten ist: "Was der Mensch sät, das wird er ernten".
Man könnte sagen: Keine Energie geht verloren. Und entsprechend dem
bisherigen Leben geht es drüben weiter. Wobei man alles Gute, das man getan
hat, in seiner Seele als Kraft verspürt; alles Böse jedoch, das man anderen
angetan hat, wird man früher oder später ebenfalls als Leid am eigenen Seelenleib
verspüren, um wenigstens im Jenseits unter Schmerzen zur Einsicht zu gelangen, wenn man
die Erdenzeit, die eine Gnadenzeit ist, um Frieden mit seinem Nächsten zu
schließen, dafür nicht genutzt hat.
Der lange Weg zurück in die
Heimat
Das Ziel aus christlicher Sicht wäre, wieder
in die ewige Heimat zurück zu kehren, die man einst verlassen hat - gleich,
ob man im
Diesseits oder im Jenseits lebt. Den Weg für die Erde haben z. B. die Propheten und
Jesus von Nazareth gelehrt: Z. B. die Zehn Gebote wie "Du sollst nicht
töten". Oder die Goldene Regel: "Was du willst, das andere dir tun, das tue
du ihnen auch." Im Jenseits erntet man spätestens, was man im Diesseits in allen
bisherigen irdischen Leben gesät hat, z. B. den Schmerz, den man anderen
zufügte, auch Tieren. Das kann für die Seele unter Umständen sehr
schmerzvoll sein. Doch sowohl im Diesseits als auch im Jenseits ist es die
Aufgabe, zu vergeben oder um Vergebung zu bitten und im Inneren umzukehren,
um auf diese Weise Gott bzw. der "ewigen Heimat" näher zu kommen.
Dass vor allem einzelne junge Menschen so denken,
wer trägt dafür letztlich die Verantwortung? Wenn man bedenkt, dass in
Deutschland die beiden Großkirchen Meinungsführer beim Thema "Sinn des Lebens"
sind und dann aber einmal nachfragt, worauf es aus kirchlicher Sicht letztlich
ankommt, dann kommt Bedenkliches zutage. Denn
die Kirchen lehren, man müsse an die kirchliche Lehre glauben, dann warte nach
dem Tod das Paradies. Wenn nicht, dann die Hölle. So steht es, zusammengefasst,
in den bis heute gültigen offiziellen Dokumenten (siehe z. B.
Der Theologe Nr. 18 oder
Der Theologe Nr. 19). Darauf würde also das ganze
irdische Leben hinaus laufen. Der Sinn des Lebens bestünde dann letztlich im
Annehmen des kirchlichen Glaubens, alles andere sei weniger wichtig, weil nicht
"heilsbedeutend" bzw. nicht "heilsnotwendig". Doch mit diesem Humbug werden gerade junge kritische Menschen
für dumm verkauft. Und die daraus folgende Orientierungslosigkeit trägt zur
Gewalttätigkeit bei*.
Deshalb im Anschluss noch einige
Hintergründe aus dem
geistigen Urwissen der Menschheit, die von den
Kirchen verschwiegen werden. Hier geht es zunächst darum, was mit den Opfern von
Gewaltverbrechen geschieht. Für manchen Betroffenen waren solche Überlegungen
schon eine wichtige Hilfestellung für das weitere Leben.
*
Ist es völlig unerheblich, dass drei der bekanntesten Mehrfachmörder bzw.
Gewalttäter des Jahres 2009 evangelisch-lutherisch sind bzw. waren? Neben Tim
Kretschmer und Andreas Häussler auch Sebastian L. aus München (Süddeutsche
Zeitung, 19.9.2009, wo er als Konfirmand abgebildet ist), der den
Geschäftsmann Dominik Brunner am S-Bahnsteig in München-Solln mit zu Tode trat und erst eine Woche
zuvor einen Rentner überfallen hattet. Die Konfession des Haupttäters Markus S.
ist noch nicht bekannt. Und Georg R., der Amokläufer
von Ansbach, einer der protestantischen Hochburgen Bayerns, ist sehr
wahrscheinlich auch evangelisch-lutherisch. Dafür spricht auch die Reaktion
seiner Verwandten, die in der evangelisch-lutherischen St. Johannis-Kirche in
Ansbach sich über das Gebet des lutherischen Dekans an Gott wenden und bitten
"um Deinen Beistand für alle Verletzten und Getroffenen". Damit, so der
Evangelische Sonntagsblatt, "reihen sich die Angehörigen des Täters in die
christliche Gemeinde ein" (Nr. 39, 27.9.2009). Es ist nicht
unerheblich, da ausgerechnet Martin
Luther bekanntlich das
"Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer" lehrte, was gewiss nicht zur Eindämmung von
Gewalt beiträgt - weder einst bei ihm (siehe dazu Der
Theologe Nr. 3) noch heute bei jugendlichen
Straftätern. Jesus von Nazareth lehrte im
Gegensatz dazu: "Sündige hinfort nicht mehr!"
was kommt danach?
Geschieht dies plötzlich, wie z. B. nach einem Mord oder einem
sofort tödlichen Verkehrsunfall, wird die Seele demnach regelrecht aus dem Leib heraus geschleudert
oder gerissen.
Und in der ersten Zeit danach ist ihr womöglich gar nicht bewusst, dass sie "tot" ist,
denn sie nimmt ihre unmittelbare irdische Umgebung weiterhin voll wahr. Wenn
sie dann aber mehr und mehr merkt, dass ihre Mitmenschen umgekehrt offenbar
sie nicht mehr
wahrnehmen, folgt manchmal ein Schock. Auch wenn sie realisiert, dass sie unter
Umständen jetzt neben ihrem noch blutenden Körper steht und die Umstehenden
sich eben verzweifelt um den Körper kümmern, aber
sie, die Seele, gar
nicht wahrnehmen. Kommen
mehrere Menschen an einem Ort annähernd gleichzeitig ums Leben, können sich
diese allerdings weiterhin untereinander verständigen, was die Erkenntnis des
leiblichen Todes hinauszögern kann. Denn sie sind alle von einem bestimmten
Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Diesseits ins Jenseits gewechselt. Doch stellt sich mit der Zeit eventuell
eine gemeinsame Orientierungslosigkeit ein. Hinzu kommen Schmerzen, wenn
man schließlich voll realisiert, was mit den Verwandten und Freunden los ist, die um
einen weinen und trauern. Manche Seelen könnten deshalb auch verzweifelt
versuchen,
noch einmal den getöteten früheren Leib zu durchdringen und ihn wieder zu
beleben, um sich über diesen Körper noch einmal bemerkbar machen zu können.
Dies ist aber durch den Tod
des Körpers nicht mehr möglich. Es
hat von einer auf die andere Minute ein völlig neuer Lebensabschnitt
begonnen. Es
gibt aber keinen Tod und auf den letzten Atemzug im Diesseits folgte sogleich der
erste Atemzug im Jenseits, in der für die irdischen Augen unsichtbaren Welt, in der man sich
nun erst einmal zurecht finden muss.
Tritt der Tod bei einem Unfall oder Gewaltverbrechen
abrupt ein, hatte die Seele in der Regel keine Zeit, sich darauf
vorzubereiten. Und die notwendige Loslösung von ihrem Leib wird zudem
erschwert,
wenn sich Angehörige verzweifelt an den getöteten Leib klammern und ihn
weiterhin voll mit der Person identifizieren, die sie lieben. Deshalb sollte man sich bewusst
machen: Der Körper im Leichenschauhaus, im Krematorium oder im Sarg auf dem
Friedhof ist nicht mehr das Kind, der Partner, der Vater, die Mutter.
Es ist nur die ehemalige sterbliche Hülle, der Naturkörper, für den für jeden von uns eines
Tages gilt: "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube." Doch es gilt
auch sinngemäß: "Geist zum Geiste". Und die Person, die in diesem Körper lebte, die Seele,
sie hat diesen Körper beim Sterben verlassen und sie lebt
nun in der für die irdischen Augen der Menschen unsichtbaren Welt weiter. Es hilft
deshalb der Seele im Jenseits sehr, wenn die Angehörigen und Freunde auf der
Erde sich nicht mehr an die körperliche Hülle klammern, sondern stattdessen der Seele
liebevolle Gedanken und Empfindungen schicken und mit ihr in herzlicher
innerer Verbindung bleiben. Das ist eine Freude für den "Gestorbenen"
und gibt ihm Kraft auf seinem weiteren Weg in der jenseitigen Welt.
Und so kann man grundsätzlich sagen:
Die
Seelen von
"Verstorbenen" im Jenseits bekommen mit, was mit ihren Angehörigen und Freunden auf
der Erde weiterhin geschieht. Aber eben nicht umgekehrt.
Deshalb wünschen sich die "Gestorbenen" oft sehnlichst, dass ihre Verwandten
auf der Erde jetzt nicht verzweifeln, sondern dass diese wissen, dass man
gar nicht tot ist. Denn wie gesagt: Auf den letzten Atemzug im Diesseits folgte zugleich
der erste Atemzug im Jenseits. Das Leben kennt keine Unterbrechung. So sind
die "Verstorbenen" oft bei ihrer "eigenen" Beerdigung anwesend, und versuchen
z. B., die
Trauernden zu trösten und ihnen über die Gefühls- und Empfindungswelt begreiflich zu machen, dass sie gar nicht
tot sind, sondern dass sie leben und eben nicht im Sarg liegen, und dass sie alles
mitbekommen, was ihre geliebten Angehörigen jetzt denken, empfinden und tun.
Doch es ist klar, dass sie jetzt Abschied von diesem Erdenleben nehmen
müssen, und es wird leichter, wenn dies auch den Angehörigen bewusst ist und
wenn diese die Seele, die gehen muss, nicht durch ihre Verzweiflung auf der Erde halten.
Auf diesem Weg kann
die Seele des "Verstorbenen" auch ihm nahe stehende oder bekannte Seelen treffen, die als Menschen
vor ihm gestorben sind, eventuell auch die Teilseelen von Tieren - was bei einem
Tierfreund sicher völlig anders sein wird als bei einem Schlächter, Jäger
oder Fleischesser, auf den auch das Leid zukommt, das er den Tieren auf der Erde
zugefügt hat oder wozu er durch sein Verlangen nach Fleisch andere
beauftragt hat. Was
die Seele nun im
Jenseits erlebt, entspricht auch hier dem, wie sie bisher
im Diesseits gelebt hat. Und welchen Weg sie nun
jeweils genau nimmt,
liegt wieder in ihren Entscheidungen in
einzelnen Situationen. Ob sie ihren Weg
z. B. in der jenseitigen Welt weiter geht oder ob sie eine neue Inkarnation in einem
neuen Menschenkörper anstrebt, vielleicht so schnell wie nur irgendwie möglich.
Oder: Ob sie sich positive Ziele vorgibt oder
ob es negative oder problematische Ziele sind.
Die Kirche verschweigt dieses hier nur kurz gefasste Urwissen der Menschheit und seine
Zusammenhänge, und sie lehrt stattdessen die Hölle für die Ungläubigen und
den Himmel für die Gläubigen, wozu diese angeblich die Kirche als
Vermittlerin dorthin brauchen. Nur bei Katastrophen erklären die Priester
und Pfarrer oft, alle Opfer seien jetzt bei Gott. Dies tun sie dabei oft auf
theatralische oder besonders salbungsvolle Weise, um die Angehörigen
vordergründig beruhigen zu wollen. Doch es entspricht nicht ihrer wahren
Lehre. Summa summarum lehren sie einen "geheimnisvollen" Gott für
alle Situationen, in denen sie lieber nichts anderes sagen. Doch
Gott hat keine Geheimnisse
und Er tut nichts Böses. Er liebt alle Seine Kinder gleich und hilft ihnen pausenlos,
z. B. die Gebote zu
halten und von innen her glückliche Menschen zu werden - im Diesseits und im
Jenseits. So ist Seine Hand auch - symbolisch gesprochen - in jedem
Augenblick und an jedem Ort als Hilfe ausgestreckt.
Lesen Sie mehr zu diesem Urwissen der Menschheit
in:
Freie Christen Nr. 6 -
Sterben und Tod und was dann? Das
Geheimnis der Kirche und ein Blick hinter die Nebelwand.
Darin auch das Thema: "Gott, wo
warst Du?"
Bzw.
Wie kann Gott das zulassen?
Hinweis: Wenn wir hier vom
"Urwissen der Menschheit" sprechen, dann braucht das selbstverständlich
niemand zu glauben. Auch wird niemand verdammt - wie bei den kirchlichen
Lehren - wenn er das nicht glaubt oder es gar schroff ablehnt, weil er
stattdessen etwas anderes
glaubt.
Wir sehen allerdings unsere Aufgabe darin, zu widersprechen, wenn die Kirche sinngemäß von sich sagt: "Wir sind die
Vermittler zu Gott". Das ist gelogen. Und sinngemäß geben die kirchlichen Amtsträger ja auch
selbst zu: "Wir kennen nur unsere Dogmen und ansonsten sehen wir nur ´Geheimnisse`
und Fragen ohne Antworten". Den Weg zu Gott kennen sie nicht.
***
Anmerkung: Ein
"Engel" mit dem "Strafschwert" und der helfende Gott
Auf der Außenfassade der St. Karl
Borromäus-Kirche in Winnenden sah man bei den Fernsehbildern über die
Gedenkfeier schwarz auf weiß auf dem Mauerwerk folgende Darstellung:
Wahrscheinlich links den Namenspatron und rechts oben von ihm einen Engel mit
Schwert. Eine ähnliche Darstellung findet sich in der ebenfalls nach Karl
Borromäus benannten römisch-katholischen Karlskirche in Wien. Dort soll ein "Engel"
mit dem "Strafschwert" den Erzengel Michael darstellen,
der - symbolisiert durch das Schwert - offenbar die Pest als "Strafgericht" zu
den Menschen brachte, jedoch auf Bitten des Kardinals und Inquisitors
Karl Borromäus und angeblich der Jungfrau Maria dieses nun zurück
nehmen würde (art4life.at).
Möglicherweise hat die Gravur auf der Kirche in Winnenden dieselbe Bedeutung. So
zumindest das katholische Denken, das letztlich eine Verhöhnung Gottes und
seiner Engel darstellt, denn nicht Gott war es, der die Menschen mit der Pest
bestrafte. Und folglich brauchte er sich auch nicht durch die Bitten des
Inquisitors in diesem Tun besänftigen lassen.
In Wirklichkeit ist es nämlich genau umgekehrt: Nicht Gott straft die
Menschen, sondern die Menschen tragen über Jahrtausende ihre eigenen Lasten
im Gesetz von Saat und Ernte von Inkarnation zu Inkarnation. Der Zusammenhang
von Saat und Ernte oder "Tun und Ergehen" durchzieht so auch fast das ganze Alte
Testament, und so lehrten es auch Jesus und Paulus im Neuen. Z. B.: "Irret euch
nicht. Gott lässt seiner nicht spotten. Denn was der Mensch, das wird er ernten"
(Paulus, Galater 6, 7). Wobei z. B. ein "früher" Tod gar keine "negative"
Ernte sein muss, sondern auch im Lebensplan der Seele angelegt sein könnte, den
sie sich zu Beginn ihrer Inkarnation aus bestimmten Gründen selbst vorgegeben
hätte. So das Urwissen der Menschheit. Gott ist demgegenüber immer der Helfende,
der die Menschen zur Umkehr mahnt, damit sie keine neuen negativen Taten "säen",
die sie dann irgendwann wieder ernten müssten - und sei es im Jenseits oder in
einer weiteren irdischen Inkarnation (näheres dazu in http://www.theologe.de/theologe2.htm).
In Wirklichkeit ist der Kirchenheilige Karl Borromäus der Gewalttäter, der -
symbolisch gesprochen - ein "Massaker-Schwert" trug und alle Abweichler vom
römisch-katholischen Glauben foltern und hinrichten ließ, wenn sie nicht zuvor
durch die Folter wieder zur Kirche zurückkehrten.
Anmerkung [30.8.2009] - In der weltbekannten römisch-katholischen
Barockkirche Karl Borromäus in Antwerpen in Belgien ist am Sonntag, den
30.8.2009 ein Feuer ausgebrochen. Die
St.-Karl-Borromäuskirche war 1621
als Jesuitenkirche gebaut
worden und trägt bis heute ihren Namen zu Ehren des brutalen Inquisitors und
Folterherren, dessen Ehrung im Jahr 2010 anlässlich des 400. Jahrestages seiner
Heiligsprechung im Jahr 1610 ansteht.
3.4.2009 -
Alle Anträge zum besseren
Tierschutz von der CSU abgelehnt - Barbara Rütting (GRÜNE) legt Landtagsmandat
nieder -
Die bekannte Schauspielerin Barbara Rütting (Die Grünen) legt ihr Mandat im
Bayerischen Landtag aus gesundheitlichen Gründen nieder. Mit entscheidend dafür
war auch, dass die regierende CSU ausnahmslos alle von ihr und ihrer Fraktion
eingebrachten Anträge zur Verbesserung der Situation der gequälten Tiere
ablehnte. Im Wortlaut ihrer Erklärung heißt es:
"Alle, aber auch alle meine von der
grünen Fraktion eingebrachten Anträge für besseren Tierschutz wurden in der
letzten Legislaturperiode von der CSU abgelehnt. Die Normenkontrollklage gegen
Käfighaltung von Legehennen – abgelehnt; eine verbesserte Haltung der Masthühner
– abgelegt; eine Verbesserung der Haltung von Puten – abgelehnt; eine
verbesserte Nutztierhaltung – abgelehnt; eine Verbandsklage für
Tierschutzverbände – abgelehnt; eine Novellierung des bayerischen Jagdgesetzes
mit dem Verbot, Hunde und Katzen abzuschießen – abgelehnt; ein Importverbot für
Wildvögel – abgelehnt; ein Importverbot von Hunde-
Und weiter:
"Wäre die Erde eine Bank, man würde fieberhaft an ihrer Rettung arbeiten. Unsere
Kinder werden uns aber einmal nicht danach beurteilen, wie hoch die Börsenkurse
gestiegen und die Wertpapiere geklettert sind, sondern wie wir ihnen diese Erde
hinterlassen haben. Die Erkenntnis, wie wenig selbst wir hier im Landtag
tatsächlich für die Bewahrung der Schöpfung tun, macht mich sehr traurig. Denn
es ginge auch anders: ,Die Erde hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht
für jedermanns Gier‘ - ein Satz von Gandhi" (zit. nach tz, 3.4.2009
http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/tz-ruetting-politik-krank-gemacht-131762.html).
Auch die Freie Christen hatten im Jahr 2000 eine Aktion zur Haltung der
kirchenfreundlichen bzw. "christlichen" Parteien gegenüber Tieren gestartet.
Damals ging es um die Aufnahme des Tierschutzes ins deutsche Grundgesetz. Es
entstand ein Wahlplakat mit dem Titel: "Wer gegen Tiere ist, wählt CDU und
CSU" (siehe hier). Kurze Zeit später wehrten
sich CDU und CSU nicht mehr gegen dieses spezielle Anliegen, und der Tierschutz
wurde 2002 aufgenommen. Doch praktisch hat sich dadurch kaum etwas für die
geschundenen Mitgeschöpfe der Menschen geändert. Im Unterschied zu den angeblich
"christlichen" Parteien war Jesus, der Christus, nicht nur ein Freund der
Menschen, sondern auch der Tiere (siehe
dazu Der Theologe Nr. 7).
31.3. / 1.4.2009 - Jägerpräsident verharmlost
Amok-Morde von Winnenden - Waffe sei ein "Symbol" für Freiheit
- Gegen
unangekündigte Waffenkontrollen / 17-jähriger Schüler kündigte Amoklauf an
-
Vater hat Schrank voller Waffen - vorläufig festgenommen
- Der Jägerpräsident des Saarlandes, Andreas Schober, wehrt sich in einem
Brief an alle Landtagsabgeordnete gegen eine Verschärfung des Waffenrechts. In
dem Brief heißt es: "Stellen Sie sich vor, ...
ein verrückter Jugendlicher wäre ohne Führerschein in eine Menschenmenge gerast
... Wäre auch gefordert worden, die Aufbewahrung des Pkw in der Garage zu
verschärfen?" Hier versucht der Jäger, den Tatbestand zu manipulieren. Während
nämlich ein PKW in der Regel nicht für den Zweck benutzt wird, um damit Menschen
zu töten oder zu verletzen, dient der aktive Gebrauch von Waffen nun mal dazu,
Menschen oder Tiere zu töten oder zu verletzen. Mit Ausnahme der so genannten
Sport-Schützen. Doch um z. B. ein Loch zielgenau in
eine Scheibe zu bekommen, könnten die Sportschützen ja auch auf Wurfpfeile umstellen. Oder, wenn sie
unter gar keinen Umständen auf ein Gewehr verzichten wollen, dann könnten sie harmlosere Luftgewehre
umstellen. Dazu braucht es
keine großkalibrigen Pistolen wie eine Beretta 92, die Tatwaffe von Winnenden.
Der Jägerpräsident weiter: "Eine Waffe ist ein Symbol für
Freiheit"
(Bild, 31.3.2009).
Die Tiere, die auch ihre Freiheit lieben, allerdings ohne dazu Waffen zu
benötigen, sehen das mit Sicherheit
anders. In Wirklichkeit richten die Jäger als "Herren über Leben und Tod"
in
Wald und Flur Chaos und Leid ohnegleichen an, und
sie zerstören zudem den
Selbstregulierungsmechanismus der Natur, was sich immer mehr heraus stellt, auch
wenn es natürlich von den Jägern noch bestritten wird. Und der Hinweis von Jägern, hier und da für ein ökologisches
Gleichgewicht sorgen zu wollen, dient wohl oft als Vorwand, um zu verschleiern,
dass man Gefallen am Töten hat. Zudem werden auch immer mehr Jäger-Waffen dazu
missbraucht, Menschen zu töten bzw. werden bei Jagdunfällen Menschen damit
getötet.
Deshalb würde auch eine schrittweise Abschaffung der Jagd dazu führen, dass
Menschen gar nicht erst in Versuchung kommen, die Waffen gegen Menschen zu
richten. Und das Leid unzähliger Tiere würde gemindert bzw. beendet. Denn
selten ist der
erste Schuss gleich tödlich. Die Tiere leiden unsäglich (vgl. dazu
http://www.abschaffung-der-jagd.de).
Auch gegen unangekündigte Kontrollen,
um nachzuprüfen, ob Waffenbesitzer die Waffen vorschriftsmäßig aufbewahren,
stellt sich der Jägerpräsident. Dies seien "DDR-Methoden". Durch eine voraus gehende unangekündigte Kontrolle
hätte jedoch das Massaker von Winnenden unter Umständen verhindert
werden können. Nämlich dann, wenn der
Vater von Tim Kretschmer, Jörg Kretschmer, danach seine Beretta 92 hätte
verschließen und sicherstellen müssen, dass der minderjährige Sohn den Code für
den Waffenschrank nicht kennt.
Insgesamt könnten unzählige Waffen eingezogen werden oder Waffenbesitzkarten
nicht mehr ausgestellt werden.
Unsere Studie zum Amoklauf in Winnenden siehe hier.
Aktualisierung [1.4.2009] - In Naila in
Oberfranken kündigte ein 17-jähriger frustrierter Schüler einen Amoklauf in
seiner Schule an. "Ich stech´ dich ab", mailte er zunächst einem Mitschüler.
Dann erweiterte er in einem Internet-Chatroom seine Morddrohungen: Seine
Mitschüler müssten "alle sterben". Der Schüler, der auch Tischtennis
spielt, fühlte sich bei der Notengebung "benachteiligt". Er wurde
zwischenzeitlich festgenommen und beginnt mit einer therapeutischen Behandlung. Sein Vater
besitzt viele Waffen. Der Waffenschrank des Vaters war beim Eintreffen der
Polizei allerdings ordnungsgemäß
verschlossen. Es sei nur ein "Spaß" gewesen, so der Gymnasiast, der
die Drohungen mittlerweile sehr bedauerte (Frankenpost,
1.4.2009;
2.4.2009).
27.3.2009 -
Der Reiter tadelt sein Ross: Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin
auf, sich beim Papst zu entschuldigen / Der Co-Reiter: Evangelische Kirche
beruft Politiker in Kirchen-Synode - In Deutschland ist der
Staat das Ross und die Kirche der Reiter, der das Ross letztlich lenkt. Und
dies, solange sich das Ross das gefallen lässt (siehe dazu
Der Theologe Nr. 23). Daran erinnert in
diesen Tagen auch Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Kardinal Meisner
über Bundeskanzlerin Merkel: "Ich finde, dass eine der größten
Fehlleistungen die öffentliche Papstschelte der Bundeskanzlerin war
... Auch der Ton war völlig unangemessen ...
Ich kann da nur sagen: Zeigen Sie Größe und entschuldigen Sie sich, Frau
Bundeskanzlerin!"
(Bild, 27.3.2009)
Der unausgesprochene Hintergrund: Nach römisch-katholischer Lehre gilt: "Dem römischen Papst sich zu
unterwerfen, ist für alle Menschen
unbedingt zum Heile notwendig. Das
erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(Bulle Papst Bonifaz
VIII. (Foto links) "Unam Sanctam", 1302;
zählt zu den angeblich unfehlbaren
Lehrentscheidungen der Päpste). Und dies gilt natürlich aus katholischer
Sicht auch für eine evangelische Pfarrerstochter aus Mecklenburg.
Im Jahr 2005 hatte die damalige
Kanzlerkandidatin Angela Merkel Joseph Ratzinger noch mit den Worten gehuldigt,
er sei für viele die "Erfüllung der religiösen Sehnsucht" (siehe
hier).
PS: Glauben Sie, dass Sie sich diesem
Mann (Foto links; es ist ein Porträt des Papstes, der diese "unfehlbare" Lehre
"verkündet"
hatte) und seinen Nachfolgern unterwerfen müssen, um nach Ihrem Tod in den Himmel zu kommen? Tun
Sie es, wenn Sie es möchten. Wenn jedoch nicht, raten wir zum Kirchenaustritt.
Denn dann wären Sie nach katholischer Lehre ohnehin schon verdammt. Wozu dann
also noch Kirchensteuer zahlen?
Derweil stärkt die evangelische Kirche ihre Position als Co-Reiter auf
dem Staatsross. Sie beruft bekannte Politiker aller Parteien in ihre neue
EKD-Synode, die sich dann natürlich in ihren Parteien wiederum für die Kirche
einsetzen. "Berufen wurden Bundestagsvizepräsidentin Katrin
Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), der Staatsminister im Kanzleramt und
Mitglied des Rates der EKD, Hermann Gröhe (CDU), die Vorsitzende des
Familienausschusses im Bundestag, Kerstin Griese (SPD), sowie der Vorsitzende
des Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP). Der frühere bayerische
Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wird von der bayerischen Landeskirche
in die EKD-Synode entsandt" (idea-spektrum, 27.3.3009).
Kerstin Griese ist bereits die "Beauftragte" der
SPD für "Kirchen und Religionsgemeinschaften" und gab zu, in der Kirche "mehr
verwurzelt" zu sein als in der SPD (siehe
hier).
Bezeichnend: Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben den Posten des
"Beauftragten für Religionsgemeinschaften" ausschließlich mit aktiven
Mitgliedern der Großkirchen besetzt. Und diese wiederum gehen bekanntlich massiv
gegen kleinere Gemeinschaften vor, die sie vielfach als "Sekten" verleumden. Von
einem weltanschaulich neutralen Staat ist man in der Praxis weit entfernt, was
auch dieses Beispiel veranschaulicht.
26.3.2009 - Die Tiere wehren
sich: Stier verletzt Metzger - von Jäger erschossen -
Ein wütender
Stier kämpfte in Österreich gegen seine bevorstehende Ermordung im Schlachthof
und verletzte seinerseits den Metzger schwer. Dann wurde er von einem Jäger
erschossen (salzburg.orf.at, 23.3.2009).
Papst Benedikt XVI. sagte noch als Theologieprofessor Josef Ratzinger, "es könne dem Reh
oder Hasen gar nichts Besseres passieren, als geschossen zu werden und auf dem
Teller des Menschen zu landen, denn damit erfülle das Tier seine Bestimmung, die
der Schöpfergott ihm zugeteilt habe" (Der ehemalige katholische
Theologieprofessor Hubertus Mynarek in: Papst ohne Heiligenschein, Sonderdruck,
Odernheim 2006, S. 4).
Doch ganz offensichtlich war der Stier mit dieser "Bestimmung", wie sie ihm
angeblich der Schöpfergott "zugeteilt habe", nicht einverstanden. Mehr dazu in
"Der Theologe Nr. 7" - Jesus und die Urchristen waren
Freunde der Tiere.
25.3.2009 -
2008 - Fast 10
Milliarden Euro: Rekordergebnis bei Kirchensteuern / Das "besondere Kirchgeld":
eine weitere Einnahmequelle der Kirche -
Der Wirtschafts-
und Finanzkrise zum Trotz erzielten die beiden deutschen Großkirchen im Jahr
2008 ein
Rekordergebnis bei den Kirchensteuereinnahmen mit deutlichen auch prozentualen Steigerungen
gegenüber 2007. Im Klartext: Bei den evangelischen Kirchen nahmen die Einnahmen
um 9,5 % zu auf jetzt 4,7 Milliarden Euro. Und bei der römisch-katholischen
Kirche betrug die Steigerungsrate 8,8 %, was zu Kirchensteuereinnahmen von 5,1
Milliarden Euro führte, ergibt
zusammen 9,8 Milliarden Euro (idea-spektrum Nr. 13/2009). Hinzu kommen
staatliche Subventionen z. B. für Personal, Theologenausbildung und
konfessionellen Religionsunterricht in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro (siehe
http://www.stop-kirchensubventionen.de) sowie zusätzlich ca. 10
Milliarden Staatssubventionen für kirchliche Sozialdienste, die auf diese
Weise überwiegend vom Staat bezahlt werden, obwohl eine kirchliche Einrichtung
nach außen hin der Träger ist und die Kirche die Personalentscheidungen trifft.
Bei der Finanzierung der Kirche sind die konfessionellen Politiker auch
sonst sehr
einfallsreich. Tritt bei einem Ehepaar z. B. der
Besserverdienende oder Alleinverdienende aus, wird bei der Gemeinsamen
Einkommensteuererklärung des Ehepaares dessen Einkommen jedoch trotzdem
zugunsten der Kirche mit heran gezogen. Dies geschieht, indem beim nicht oder gering
verdienenden Ehepartner zusätzlich zur Kirchensteuer und dem "allgemeinen
Kirchgeld" für die Ortskirchengemeinde (das allerdings nicht in allen
Landeskirchen bzw. Diözesen erhoben wird) noch ein "besonderes
Kirchgeld" eingezogen wird. Und dieses "besondere Kirchgeld" richtet sich in
seiner Höhe eben nach dem Verdienst des Ausgetretenen. Dies ist vielen Ehepaaren,
die ihre Steuererklärung nicht im Detail durchdringen,
noch kaum bewusst, wird jedoch bereits seit 2001 praktiziert. Auf der Homepage
der Evangelischen Kirche im Rheinland (www.ekir.de)
ist dazu z. B. zu lesen:
Das besondere Kirchgeld "wird von solchen Kirchenmitgliedern erhoben,
deren Ehegatte keiner Steuer erhebenden Religionsgemeinschaft angehört – und
zwar dann, wenn der Partner, der in der Kirche ist, kein oder nur ein geringes
Einkommen bezieht (gering jedenfalls im Verhältnis zum Familieneinkommen
insgesamt). Ausgangspunkt ist dabei das gemeinsame Familieneinkommen beider
Ehegatten: Das besondere Kirchgeld richtet sich nach dem
´Lebensführungsaufwand`, also dem Teil des gemeinsamen Einkommens, das dem
Kirchen angehörenden Ehepartner rechtlich zusteht, über das er also
selbstständig verfügen kann".
Hier ist also an das Geld gedacht, dass eine nicht
verdienende Ehefrau von ihrem verdienenden Ehemann erhält, um für sich selbst
oder für den Haushalt Einkäufe zu tätigen.
Das bedeutet: Erst wenn beide austreten, kann die Kirche nicht mehr
zugreifen. Dann muss man die Kirche zwar immer noch aus dem allgemeinen Steuertopf
über die Subventionen mit finanzieren, jeder Steuerzahler mit durchschnittlich
ca. 450 Euro im Jahr (plus dem Anteil für Sozial-Subventionen von etwa 300 Euro
im Jahr durchschnittlich), braucht jedoch nicht mehr direkt zu zahlen.
24.3.2009 -
Bundestag untersucht Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in kirchlichen
Heimen -
Die Angst ging um in der jungen Bundesrepublik
Deutschland: Kindern und Jugendlichen, die von 1945 bis in die 70er-Jahre hinein
nicht ins Schema passten, drohte das Heim, zu 75 % ein evangelisches oder
römisch-katholisches Heim, die übrigen Heime waren staatlich. Bereits wenn ein
Kind unehelich war, konnte es der Mutter weg genommen werden, wenn ein
"besorgter" Nachbar die Mutter bei den Behörden wegen ihres
Lebenswandels denunzierte. Initiativen
ehemalige Heimkinder möchten jetzt, dass die Opfer für die
Menschenrechtsverletzungen entschädigt werden. Betroffen sind ca. eine halbe
Million ehemalige Heimkinder. Ein Runder Tisch des Deutschen Bundestags sammelt
zunächst Fakten. Worum es geht, dokumentiert u. a. auch ein Artikel des
Evangelischen Sonntagsblattes aus München, Nr. 10/2009:
- "Betroffene sprechen von Freiheitsentzug, Demütigung, gar Misshandlung, was
ihnen widerfuhr".
Ein Beispiel: Das ehemalige Heimkind Sonja Djurovic, heute 59 Jahre alt,
damals im Mädchenheim "Ruth", das das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe in
Neuenmarkt-Wirsberg in Oberfranken führte. Der heutige Rektor der Hensoltshöhe
entschuldigte sich nach Bekanntwerden der damaligen Situation bei der
Betroffenen.
- "´Wir wurden gequält, tagein, tagaus.` Sechs Tage in der Woche eingesperrt,
nähte sie, Damenkleidung - und zwar im Akkord, schon als 15-jähriges Mädchen.
Die jungen Schneiderinnen erhielten für ihre Tätigkeit 15 Mark Taschengeld im
Monat. Doch zum Ausgeben blieb nicht viel: Shampoo und Seife mussten sie davon
selbst kaufen - und zwar im Heim."
Sozialbeiträge wurden in der Regel nicht bezahlt. Die Kinder wurden als
Arbeitssklaven missbraucht.
- "Nur sonntags zum Kirchgang durften die Mädchen raus, aber ´... in
Zweierreihen und im Gänsemarsch`".
- "Briefe wurden zensiert, Radiohören war verboten ... Selbst bei den wenigen
erlaubten Fernsehsendungen durfte nicht gesprochen werden, und die Mädchen
tauschten sich über Zettel aus. Wer das Redeverbot brach, musste zur Strafe eine
Zeit lang einfach zusammengeflickte Hauskleider tragen, in denen man wie eine
´Vogelscheuche` aussah."
- "Immer wieder hätten die jungen Schneiderinnen, damit sie aus diesem
Heimgefängnis wenigstens ins Krankenhaus gelangen konnten - oder weil sie
Selbstmord begehen wollten? - Stecknadeln geschluckt! Aber die Diakonissen
wussten ein probates Gegenmittel: Sauerkraut zum Abführen mussten die Mädchen
essen, und also blieben sie eingesperrt im Heim."
Das Sonntagsblatt schreibt allgemein:
"´Die Kirchen müssen sich entschuldigen, wir Opfer wollen vor allem Genugtuung`,
fordert ein Sprecher des Vereins [ehemaliger Heimkinder]. Die Kirchen müssten
das Geschehene aufarbeiten, den Opfern psychologische und therapeutische Hilfen
bieten, aber auch finanzielle Entschädigungen gewähren. Auch finanziell machen
sich die Jahre im Heim bemerkbar. So ist in jedem konkreten Fall zu klären, ob
´Ehemalige` eine niedrige Rente bekommen, da die Heimbetreiber keine
Sozialversicherungsbeiträge abführten, obwohl die Jugendlichen ja gearbeitet
haben."
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom
20.2.2006 und
4.10.2006
25.3.2009 - Streng gläubige
Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix -
Im weltberühmten
katholischen Wallfahrtsort Lourdes in Frankreich erschlug eine 34-jährige streng
gläubige Katholikin ihre 81 Jahre alte ebenfalls streng gläubige Mutter im
Schlaf. Die Tatwaffe: Ein Kruzifix (siehe dazu auch
hier).
Die Täterin hatte sich eigenen Angaben zufolge zuvor in einer "Vision" "als
Teufel gesehen" (Abendzeitung, 25.3.3009). Nach dem Mord hatte sie selbst
die Polizei alarmiert. Die ganze Wohnung war voller katholischer
Kultgegenstände.
Warum wir solche Meldungen dokumentieren, siehe
hier.
24.3. / 3.4. / 23.5.2009 -
Kirche lehnt 55 m hohe segnende Christusstatue ab
- Kruzifixe als
Verhöhnung von Christus? / Auch 25 m hohe Christusstatue in Unterfranken
abgelehnt -
Nach Bad Reichenhall lehnte nun auf Antrag der CSU auch der Stadtrat von
Wassertrüdingen im Mittelfranken den geplanten Bau einer 55 m hohen
Christusstatue mit 17 gegen vier Stimmen ab, nachdem der Stadtrat ursprünglich
dafür war. Doch: "Entscheidend für den Meinungsumschwung im Rat sei die immer
deutlicher zutage getretene Ablehnung des Projekts durch die Kirche gewesen"
(Evangelisches Sonntagsblatt, 15.3.2009). Der Künstler Harry Vossberg hatte
damit eine "unübersehbares Zeichen des christlichen Glaubens in apokalyptischen
Zeiten setzen wollen." Bezeichnend die Stellungnahme des Vorsitzenden für
Christliche Kunst in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Professor
Dr. Klaus Raschzok: "Hier werde der Glaube ... der Lächerlichkeit preisgegeben".
Und in einer offiziellen Stellungnahme des Landeskirchenrates wurden die "stark
esoterischen Elemente" der geplanten Statue kritisiert
(Evangelisches Sonntagsblatt, 29.3.2009).
Doch was machen die römisch-katholische und die evangelische Kirche? Obwohl sie
vordergründig lehren, dass Jesus auferstanden sei, übertreffen sie sich in
grausamen Darstellungen des furchtbar leidenden Christus am Kreuz. Zuletzt z. B.
sichtbar bei der ökumenischen Gedenkfeier für die Amok-Opfer in der
St.-Karl-Borromäus-Kirche in Winnenden - an der Wand ein hässliches Kruzifix -
der sterbende Jesus bzw. seine Leiche, wo der abgemagerte nackte Körper hinter einem
Stück Stoff durchscheint; hinzu
kommt ein komischer Hut (auf nachfolgendem Foto ansatzweise im Hintergrund links
zu sehen;
http://www.katholische-kirche-winnenden.de/content/gruppen/krippen/00/09.jpg).
Zwar sagt man in der Kirche vordergründig, ihre Kruzifixe
sollen die Erlösung symbolisieren. Doch wird nicht auf diese Weise Christus der
Lächerlichkeit preisgegeben? Denn tiefenpsychologisch kommt es einer Verhöhnung
des großen Menschheitslehrers gleich. So stellen z. B. Krieger die Leichen ihrer
getöteten Feinde zur Schau - zum Hohn und zum Spott und mit der Botschaft: "Wir
haben sie besiegt" (mehr dazu siehe z. B. in
Freie Christen Nr. 6 und in
Der Theologe Nr. 2). Und so hängt Jesus, der
Christus, in den Kirchen nach 2000 Jahren immer noch am Kreuz - obwohl er doch
auch nach deren Glauben auferstanden sein soll. Doch stattdessen, hängt er in
den Kirchen weiter am Kreuz - was man auch als Symbol dafür sehen könnte, dass
er dort täglich neu gekreuzigt wird, indem man nicht tut, was er einst lehrte.
Und auch wenn man über die
Höhe und die Ausgestaltung der geplanten segnenden Christus-Statue und den Sinn eines
solchen Projekts natürlich völlig unterschiedlicher Meinung sein kann, so gilt
doch auch: Ein "unübersehbares Zeichen" des lebendigen Christus, wie es der
Künstler geplant hatte, ist auf jeden Fall eine Bedrohung für die Kirche und
ihren Kruzifix-Kult und für ihre Lehre von einem ohnmächtigen geheimnisvollen Gott,
der letztlich nichts anderes ist als eine Symbol für eine ohnmächtige Kirche,
die ihre Geheimnisse vor den Menschen verborgen hält.
Vergleichen Sie selbst: Hier ein Entwurf der geplanten Statue:
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Christus-Statue-soll-nun-nach-Franken_19022009-_arid,1490677_regid,2_puid,2_pageid,4289.html
Und hier, zwei von zahllosen kirchlichen Kruzifixen in deutschen
Kirchengemeinden
http://www.gueglingen.de/wDeutsch/img/stadtrundgang/gross1_45/002_mauritiuskirche_kruzifix.jpg
http://www.thomasgemeinde.de/upload/bildergalerie/kruzifix.jpg
Wodurch wird Christus der Lächerlichkeit preis gegeben? Durch die Statue oder
durch die kirchlichen Kruzifixe?
Aktualisierung: Der aus
Katholiken und Protestanten bestehende Gemeinderat im unterfränkischen
Greußenheim im Landkreis Würzburg lehnte den Antrag der Urchristen von Gut
Terra Nova ab, dort auf eigenem Gelände ebenfalls eine Christusstatue
errichten zu dürfen. Die geplante Höhe war dort 30 m niedriger als in
Wassertrüdingen, nämlich 25 m.
Vielleicht kann man aus der Sicht der
Tiefenpsychologie auch sagen. Die Kirche ließ überall Kruzifixe mit dem toten
Jesus am Kreuz aufstellen. Ein Symbol für einen lebenden Christus macht ihr
jedoch Angst und ist nicht erwünscht.
22.3. / 26.3.2009 -
In Kanada wurden wieder die Robben erschlagen - Inwiefern das Tiertöten die
Hemmschwelle zum Menschenmord senkt - "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt",
sagte der bekannte russische Philosoph Leo Tolstoi (1828-1910). Beim Tiermord
kann der Mensch z. B. lernen, seine Gefühle abzustumpfen und sein Gewissen zu
blockieren oder ganz auszuschalten. Hat dies auch weitere Folgen? Wie wäre es einmal mit einer Langzeitstudie
mit den berufsmäßigen Robben-Totschläger? Könnte sich nicht einmal eine
Universität dieses Themas annehmen? Welche Rolle spielt z. B. Gewalt im weiteren
Leben der Totschläger?
Eines der Zehn Gebote heißt "Du sollst nicht töten". Dies war ursprünglich auch
gegenüber Tieren gemeint, die ebenso Leid und Schmerzen empfinden können wie
Menschen (was von der Kirche jedoch bestritten wird; vgl. dazu
Der Theologe Nr. 7). Zudem: Kein Mensch kann
einem Tier den Atem geben. Darf er ihm dann den Atem nehmen?
Doch bald hatten einst die Priester mit der Festlegung der Ausnahmen von diesem Gebot
begonnen: Tiere ermorden sei erlaubt, Hinrichtungen, Tötungen im Krieg seien
erlaubt, wenn der Krieg "gerecht" sei usw. usw.
Heute heuchelt der Mensch zudem, er müsse durch Massentötungen für ein
"ökologisches Gleichgewicht" sorgen. Dabei ist es einzig der Mensch, der dieses
Gleichgewicht zerstört. Ohne seine maßlosen und vernunftwidrigen Eingriffe würde
sich die Natur immer selbst regulieren. Die Regierung Kanadas rechtfertigt die
Massaker an den Robben (30 % der Population wurden erschlagen), hauptsächlich
Babies ab dem Alter von 21 Tagen, auch damit, dass die Tiermörder ja bezahlt
würden und durch das zig-tausendfache Morden ihren Lebensunterhalt verdienen
können.
Im Jenseits hat sich bereits das Tribunal formiert, in dem den
Verantwortlichen die bestialischen Grausamkeiten an den Robben und zahllosen
anderen Tieren weltweit (auch in den zahllosen Schlachthöfen) vorgehalten
werden. Sie werden nach dem Gesetz von Saat und Ernte an ihrem eigenen
Seelenleib erleiden, was sie den Mitgeschöpfen angetan haben. Die Hauptschuld
tragen jedoch die Institutionen Kirche, die den Menschen diese Gesetzmäßigkeit
vorenthalten und sie nicht darüber aufklären, was auf sie zukommt.
Lesen Sie dazu auch "Nachruhm", die bekannte "Totenfeier"
für einen Anatom von Manfred Kyber:
www.etika.com/dxrtf/9x6tkymnr.rtf
19.3. / 27.3.2009 -
Forstwirt schoss Amok
- "Menschenjagd auf die Familie" / Drei Tote, drei Schwerverletzte / Abschaffung der Jagd würde auch für Menschen
friedfertigere Zukunft bedeuten /
Verwirrter Jäger
mit Schusswaffen im Auto von Polizei gestoppt -
Genau eine Woche nach dem Drama von Winnenden und
Wendlingen drehte ein Waffenbesitzer in Hornsen im Landkreis Hildesheim durch.
Aus Eifersucht erschoss er seine Lebensgefährtin, ein gemeinsames Kind und sich
selbst. Zwei Kinder der Frau und ein Freund der Kinder sind schwer verletzt
(Berliner Morgenpost, 19.3.2009).
Bei dem Massaker in Hornsen machte der Forstwirt mit einem Jagdgewehr eine "Menschenjagd auf die
eigene Familie" (Bild, 20.3.2009). Die Kinder "rannten um ihr Leben", die
Frau hatte es vor dem tödlichen Schuss sogar noch in ihr Auto geschafft. 13 mal
hat der Täter geschossen,
ein Kind ringt noch um sein Leben. Nur seine 6-jährige Tochter und die Mutter
des mit den Kindern der Familie befreundeten Jungen konnten körperlich
unverletzt fliehen. Neuesten Ermittlungen zufolge war der Täter jedoch kein
Jäger, zumindest nicht offiziell, sondern illegaler Waffenbesitzer bzw.
-benutzer.
Dies ist insofern interessant, da viele Mörder und Töter haben ihre Hemmungen vor dem Morden und Töten zuerst
durch das Töten von Tieren verloren. Manche üben das Töten sogar durch Tiertötungen
(siehe unsere Meldung vom 20.1.2009).
Und auch die Forstwirtschaft geht meist einher mit dem Töten von Tieren im Wald.
Entweder ist der Förster selbst Jäger oder er ruft nach dem Jäger.
Die Abschaffung der Jagd (welche nach Überzeugung von unabhängigen Experten
Chaos in der Natur anrichtet; vgl. dazu
www.abschaffung-der-jagd.de)
und der allmähliche Verzicht auf Fleischnahrung wären damit ein wichtiger
Schritt in eine friedfertigere Zukunft auch unter den Menschen.
Doch die Politiker in den einzelnen Ländern sind meist selbst Jäger und haben
bislang fast nichts gegen die Jäger-Lobby unternommen - obwohl es der Mensch ist
(und nicht die Tiere), der das Gleichgewicht in der Natur zerstört und immer
mehr Tiere auf dem Planeten Erde in rasantem Tempo aussterben.
Aktualisierung: Verwirrter Jäger fuhr mit Schusswaffen in Auto in
Polizeikontrolle - Polizei beschlagnahmt die Waffen (tz-online, 26.3.2009).
18.3.2009 - Papst in Afrika:
Benutzung von Kondomen "verschlimmert" AIDS-Problem / Nonne, die Kondome
verteilte, wurde in den 90er-Jahren entlassen / Stern: "Kirche braucht
eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu den Dogmen steht" /
Finanzierung des Besuches unklar - Während man in Deutschland noch um
die Dramatik des Amoklaufes von Winnenden sprach, hat der Papst in Afrika eine
andere Problematik: "Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung
von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem",
so Papst Benedikt XVI. (tagesschau.de, 17.3.2009). "Vielmehr sei eine
spirituelle und menschliche Erneuerung der einzige Weg aus der auf dem Schwarzen
Kontinent grassierenden Seuche" (stern.de, 17.3.2009).
Der Papst besucht Kamerun und Angola.
Über die Finanzierung des Besuches ist wenig bekannt. Als Papst Johannes Paul II.
im Jahr 1990 Tansania besuchte, haben sich viele arme Familien verschuldet -
in eine Dorf brachten die Bewohner z. B. einen ganzen Monatslohn für die polizeilichen
Sicherheitsvorkehrungen für den Papst auf (Bild, 4.2.2000). Und um ihr Gesicht
nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser Aufforderung auch
nachgekommen. So berichtete die Nonne Maria Lauda. Als in den 90er-Jahren
bekannt wurde, dass die Nonne Kondome gegen die AIDS-Seuche verteilt hatte, sei sie
von ihrem Orden entlassen worden.
Über die Politik des Papstes in Afrika schreibt stern.de: "Angesichts
des weltweit schwindenden Einflusses der katholischen Kirche, die sich immer
weniger auf die Glaubensfestigkeit ihrer mitteleuropäischen Schäfchen verlassen
kann, ist der Papst geradezu gezwungen, schnellstmöglich starke Allianzen zu
schmieden. II. Vatikanisches Konzil hin oder her. Nur so kann er verhindern,
dass die jahrhundertlange Macht und der finanzielle und politische Einfluss des
Vatikans in der Gesellschaft irgendwann verschwinden. Die Kirche braucht ihre
ultrakonservativen Anhänger. Eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu
den Dogmen der Mutter Kirche und gegen die Säkularisierung der westlichen Welt
steht [zum Glauben der römisch-katholischen Kirche siehe
Der Theologe Nr. 18]. Benedikt XVI will in die
Kirchengeschichte als ein Papst eingehen, der als Heerführer des christlichen
Abendlandes den Kampf konsequent geführt hat (18.3.2009).
9.3. / 14.3.2009 -
Irland: Verbrechen pädophiler Priester nicht genügend gestoppt:
Bischof tritt zurück / Kirche zahlte bereits an 10.800 missbrauchte Kinder
Schadenersatz / Vatikanische "Geheimschreiben" zur Geheimhaltung von
Kindsmissbrauch in der Kirche - Es ist immer wieder einmal ein Einzelschicksal, das in der
Öffentlichkeit bekannt wird. Doch dies ist dann nur eine Spitze vom Eisberg. Denn
die Verbrechen geschehen zehntausendfach, ja hunderttausendfach*. Alleine die römisch-katholische Kirche
im eher überschaubaren Irland hat bisher an 10.800 Missbrauchsopfer von
römisch-katholischen Priestern symbolischen "Schadenersatz" von 825.000.000 Euro gezahlt. Jetzt trat der Bischof der Diözese Cloyn, John Magee,
zurück. "Eine kircheninterne
Untersuchungskommission in seinem Bistum prangerte an, durch unpassende
Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch durch Geistliche seien
die ´jungen Menschen` weiterer Gefahr ausgesetzt worden" (Salzburger
Nachrichten, 7.3.2009).
Aktualisierung [14.3.] - Deutschland: "Nach mehreren Fällen von
sexuellem Kindesmissbrauch durch Geistliche müssen Religionslehrer in Bayern
künftig ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen" (Münchner Merkur,
14.3.3009).
Grundsätzliche Anmerkung:
Dass die Öffentlichkeit nicht noch mehr erfährt, liegt auch an einer
innerkirchlichen Geheimhaltungspflicht der pädophilen Verbrechen für Bischöfe.
"Die absolute Geheimhaltung von Pädophiliefällen sei allen Bischöfen in
den beiden Geheimschreiben
Crimen
Sollicitationis von Kardinal Alfredo Ottaviani im Jahr 1962 und erneut und verstärkt in De Delictis Gravioribus
(unter http://anticristiano.altervista.org/popup.php?a=2&q=20070526181510
ist eine englische Übersetzung einsehbar) von Kardinal Joseph Ratzinger 2001 unter Strafe der
Exkommunikation befohlen worden. Die Geheimschreiben beinhalten nichts
über Hilfe für die Betroffenen."
Dazu die Theologin Ute Ranke-Heinemann: "Das Geheimschreiben Kardinal Ratzingers
von 2001 bedeutet auch weiterhin großen Schaden für die betroffenen Kinder und
Jugendlichen in aller Welt, bis er es als Papst
Benedikt XVI. hoffentlich zurücknimmt" (Wikipedia, Stand: 14.3.2009).
Dies ist bis heute nicht geschehen.
8.3. / 11.3. / 29.3.2009 -
Wie Großkonzerne den deutschen
Steuerzahler legal übers Ohr hauen / Die Ethik-Krise hinter der Wirtschafts- und
Finanzkrise / Banken-Manager: Ein Insider packt aus / USA: Vier
Hegde-Fonds-Manager genehmigten sich Vergütungen und Boni in Höhe von über einer
Milliarde Dollar im Jahr / Deutschland: Bettler wegen 7,40 € Betteleinnahme die Sozialhilfe gekürzt -
Die Wirtschafts- und
Finanzkrise wird immer härter. Und es wurde bereits in der Vergangenheit mit
Tricks gezockt, die erst allmählich ans Tageslicht kommen. Einer der Tricks ist
ganz einfach: Der Mutter-Konzern in den USA zieht alle Gewinne und noch weit
mehr in die USA ab, wo niedrigere Steuern zu bezahlen sind. Dadurch hat dann der
Tochter-Konzern in Deutschland keinen Gewinn mehr. Und um sogar hohe Verluste zu
erreichen, könnte man z. B. die Lizenzgebühren für Patente, die in Deutschland
bezahlt werden müssen, beliebig hoch ansetzen, je nachdem, wie hohe Verluste man
dort möchte. Um diese dann zu kompensieren, "muss" die Tochterfirma, von der man
den Gewinn abgezogen hat, nun Kredite aufnehmen. Und dafür kassiert man dann den
deutschen Steuerzahler ab, indem man z. B. Gewinn mindernde "Schuldzinsen"
steuerlich geltend macht. So weit der legale Trick zu Lasten des deutschen
Staates. Doch jetzt bittet man diesen Staat, also die Steuerzahler, sogar um
Milliardenhilfen. So ungefähr geschehen z. B. bei Opel/General Motors. Und wer
weiß, ob diese Gelder nicht auch ganz legal in die Taschen des Mutter-Konzerns
geschmuggelt werden können. Man bräuchte dort ja bloß irgendwelche Forderungen
bzw. Kosten erhöhen. Und der einfache Bürger steht ohnmächtig daneben (siehe
z.B. bild.de, 5.6.2009).
Und die Manager der Konzerne und Großbanken
nehmen die staatlichen Milliardengeschenke ja in der Regel auch als
Rettungspakete für ihre Privat-Millionen in Anspruch, die sie dank der
staatlichen Hilfszahlungen weiter dem Betrieb entnehmen können, wenn der Staat
das nicht unterbindet. Oder es sind die
Ex-Bosse wie Gerhard Funke von der Hypo Real Estate (HRE), die sich Gelder über Gelder privat
von der Firma erklagen wollen - was gar nicht
möglich wäre, wenn der Staat nicht mit 102 Milliarden Euro die Pleite verhindert hätte
(siehe z. B.
hier). Doch das reicht hinten und vorne nicht. Während Ex-Top-Manager Funke privat
eine Million nach der anderen bis an sein Lebensende von der Bank verlangt,
braucht die Hypo Real Estate die nächsten 10 Milliarden vom Staat (focus.de,
11.3.2009; zur maßlosen Misswirtschaft spiegel.de, 27.5.2009).
Und während der Staat in der Regel keinen mittelständischen oder kleinen Betrieb vor dem
Bankrott rettet, besteht die Tendenz, dass er die Konzerne und Großbetriebe mit
Milliardenzahlungen rettet, weil dort mehr Leute beschäftigt sind und bzw. mit verwickelt sind. Doch
auch auf diese Weise geht letztlich der
Mittelstand zunehmend mit unter, und die Schere zwischen Reich und Arm
öffnet sich immer weiter.
Und steckt
hinter dieser globalen Wirtschafts- und Finanzkrise nicht eine fehlende Ethik?
Mit dem urchristlichen "Üb´ immer Treu und
Redlichkeit" hat das weltweite Wirtschafts- und Finanzgebaren schon längst nichts mehr zu tun.
Was lernen die Schüler dazu in den Schulen? Z. B. auch in den so genannten "Elite"-Schulen?
Welche Werte werden ihnen dort beigebracht? So verzichtet man in Deutschland in
fast allen Bundesländern auf einen überkonfessionellen Ethik-Unterricht im Sinne
der positiven Werte des deutschen Grundgesetzes. Stattdessen überlässt man das
Feld lieber dem speziellen Konfessionsunterricht der Kirchen (den auch die
meisten Verantwortlichen für die Krise durchlaufen haben), bietet Ethik nur
als Alternative für diejenigen an, die nicht in den - vom Staat finanzierten - kirchlichen Unterricht wollen
und das auch nicht überall (PS: Was die
römisch-katholische Kirche z. B. lehrt, siehe hier).
Anders in Berlin. Doch auch dort versuchen die Kirchen, auf Staatskosten ihren
speziellen Konfessionsunterricht als Alternative zu einem Ethik-Unterricht für alle,
den es dort seit 2006 gibt, durchzusetzen. So dass die bestehende Regelung - welche bei guten bzw. deutlich
verbesserten Lehrinhalten und guten Lehrern sehr gute Voraussetzungen für eine positive Wertevermittlung
bietet - erst in einem Volksentscheid am 26.4.2009 bestätigt werden muss (siehe dazu
hier).
Ein lesenswerter Ansatz zur Wertevermittlung siehe z. B.
hier.
Aktualisierungen
und weitere Artikel siehe hier
in Der Theologe Nr. 38
Dazu Finanzminister Peer Steinbrück: Sie
[abkassierende Manager] fügen "unserem
Gesellschaftssystem schweren Schaden zu". Der Gott Mammon, dem sich das
System teilweise verschrieben hat, ist eben der
krasse Gegensatz zu "Treu und Redlichkeit" und zu den positiven ethischen
Werten, auf die ein Gesellschaftssystem aufbauen sollte. Es zeigt auch das Versagen des Bildungssystems. Denn die Manager sind
gleichzeitig die hofierte "Elite" dieses Systems. Auch
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nannte das Verhalten der Bosse
"unanständig" und "maßlos". "Ich habe kein Verständnis für maßlose Forderungen
von Managern, deren Unternehmen ohne die Hilfe der Steuerzahler heute keine
Gehälter und schon gar keine Boni mehr zahlen könnten" (Spiegel online,
28.3.2009). Mit anderen Worten: Die einfachen Bürger müssen die
Millionen-Boni für die Bosse aufbringen. Doch wer macht eigentlich diese
Politik? Doch was bedeutet hier "kein Verständnis"? "Wir leben immer noch in
einer Gesellschaft, in der das Klauen von Milliarden nicht als Straftat gilt",
so der Politiker Oskar Lafontaine (Spiegel online, 29.3.2009). Offensichtlich haben die Politiker den Gott Mammon schon lange nicht mehr im
Griff, und allmählich zeigt sich, wer eigentlich wirklich regiert.
Aktualisierung: Der ehemalige Chef der Dresdner-Bank, Herbert Walter,
einer der neun, verzichtete nach der Kritik auf 3,6 Bonus-Millionen
(28.3.2009).
Und hier die andere Seite der Medaille: Sozialamt contra Bettler:
Einmal 1,40 € und einmal 6 € erbettelt: Sozialamt kürzt darauf hin Bettler die Sozialhilfe
(taz.de, 27.3.2009):
Die Schere zwischen Super-mega-Reich und Bettel-Arm geht immer weiter
auseinander, der Mittelstand bricht allmählich zusammen. Denn der Staat
"rettet" - falls er es tut - offenbar die Pleite-Konzerne und nicht etwa
insolvente mittelständische Betriebe. So pumpt auch er immer mehr Geld auf die Seite der Reichen,
die dann auch weiter kräftig die Millionen aus den Konzernen für ihre
astronomischen bzw. bereits apokalyptischen Gehälter entnehmen können (siehe
oben; vgl. dazu auch die
Stellungnahme des evangelischen Landesbischofs Friedrich, der sich Anfang
2008 gegen die "Begrenzung der Managergehälter ausgesprochen hatte).
6.3. / 26.3.2009 -
Vergewaltigtes 9-jähriges Kind und seine Mutter von
römisch-katholischer Kirche in die spätere ewige Hölle geschickt? Oder nur die Mutter? / Sind die Hexenjäger
wieder unter uns? - Was muss
eigentlich noch passieren, dass weltanschaulich-neutrale Staaten endlich die "Kirchen-Staatsverträge"
kündigen, die in Deutschland die Amtskirchen gegenüber den meisten anderen
Religionen bevorzugen und ihnen z. B. pro Jahr über 14 Milliarden
Euro an Subventionen durch den Steuerzahler sichern?
Hat in Brasilien
Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho am Ende gar ein neunjähriges Mädchen
exkommuniziert? So lauteten zumindest die Pressemeldungen vom 4. und 5.3.2009. Dies würde für
das Mädchen nach römisch-katholischem Glauben zunächst den Ausschluss aus der
Kirchengemeinschaft bedeuten und das Verbot, die kirchlichen Sakramente zu
empfangen. Und nach dem Tod würde für den Exkommunizierten die ewige Hölle
folgen. Das Kind war von seinem Stiefvater vergewaltigt worden und wurde mit Zwillingen in
der 15. Woche schwanger. Bereits als 6-Jährige wurde sie von ihrem Stiefvater
vergewaltigt. Nun hat die Zwillingsschwangerschaft auch das Leben des zierlichen,
1,30 m großen und 36 kg schweren Kindes ernsthaft bedroht. "Sie ist sehr klein. Ihre Gebärmutter kann kein
Kind halten, geschweige denn zwei Kinder,"
so die Klinikdirektorin einer Universitätsklinik.
Weil man also davon ausging, dass das Kind die Geburt der Zwillinge mit einer
gewissen Wahrscheinlichkeit nicht überleben würde, wurde eine Abtreibung vorgenommen. Dann korrigierte u. a. Spiegel online
die Meldung. Nicht das Kind selbst, sondern seine Mutter und das Ärzteteam
seien von der Kirche exkommuniziert worden
(http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,611654,00.html).
Wenn das nun so stimmt, könnte man fragen: Ob sich das Kind wohl jetzt freut,
wenn es nicht mehr selbst, sondern "nur" noch seine Mutter aus der Kirche
gestoßen würde und im Todesfall angeblich später in die ewige Hölle müsste? Die
Widerspruch in Brasilien gegenüber dem Bischof ist auch groß. Und: "Noch
empörter wurde die Reaktion, als der Bischof in einem Interview eiskalt erklärte,
der Vergewaltiger, der ja verantwortlich war, werde nicht exkommuniziert, denn
auf die Vergewaltigung kleiner Kinder stünde nicht Exkommunikation, sehr wohl
aber auf Abtreibung" (Berliner Umschau, 17.3.2009).
Der Vergewaltiger käme
demgegenüber nach
römisch-katholischer Lehre jedoch über die Zwischenstation eines kurzen
Fegfeuers in die ewige Seligkeit, wenn er Katholik wäre und von einem Priester
später die Absolution bekommt - so wie die vielen pädophilen Priester, die sich nach
ihren Sexualverbrechen an Kindern später die Absolution geholt haben. Doch der
Vergewaltiger ist konservativer Protestant, "ein Evangelikaler,
und nach Medienberichten ein sehr gläubiger noch dazu. Und außerdem hätte sich
der Mann auch kirchenrechtlich nicht schuldig gemacht. Denn er war an der Tötung
werdenden Lebens nicht beteiligt, im Gegenteil, er war dagegen. Anders offenbar
als die Vergewaltigung einer Neunjährigen konnte er einen
Schwangerschaftsabbruch nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. Hat der Mann
gesagt" (Spiegel online, 10.3.2009).
Doch
Zweifel sind angebracht, ob die Kirche wirklich das Mädchen von der
Exkommunikation "verschont" hat, vielleicht aus
Furcht vor
Protesten. Denn das brutalst mögliche innerkirchliche Vorgehen
bei Abtreibungen auch in solchen Situationen ist kein Einzelfall. Im Jahr 2006 wurde z. B. ein 11-jähriges vergewaltigtes Mädchen
nach einer Abtreibung von Kardinal Alfonso Lopez Trujillo aus Kolumbien exkommuniziert.
Auch bei diesem Mädchen bestand durch die Schwangerschaft ein sehr hohes gesundheitliches Risiko (siehe
hier).
Niemand braucht sich jedoch über dieses Handeln der Kirche zu wundern. Im
Mittelalter wurden auch Kinder auf den Scheiterhaufen der
Kirche als Hexen verbrannt (im Erzbistum Bamberg z. B. eine
Zwölfjährige), bevor man deren Seele für immer beim Teufel wähnte.
Und es wäre durchaus im Rahmen der Logik der mittelalterlichen Kirche,
wenigstens eine Neunjährige zu "begnadigen", während man dafür seine Mutter bei
lebendigem Leib verbrennen lässt.
Und treffen die Gesetzmäßigkeiten der Reinkarnation zu
(vgl. Der Theologe Nr. 2), dann inkarnieren Täter und Opfer meist wieder und
machen dort weiter, wo sie einst ein früheres Leben beendet haben.
PS: Unabhängig von den hier geschilderten Umständen
sind wir grundsätzlich keine Befürworter von Abtreibungen. Doch schweigen
wir nicht, wenn sich eine Institution, die wie keine andere mit schlimmsten Verbrechen belastet
ist, hier anmaßt, ewiger und gnadenloser Scharfrichter
über Menschen zu sein, die sich in schlimmen Notsituationen anders verhalten
haben als es die kirchliche Lehre fordert.
Vielleicht könnte das Mädchen damit getröstet werden, dass
seine Mutter in der Hölle für Exkommunizierte schneller zur Liebe Gottes finden kann als im
kirchlichen Himmel.
Anmerkung:
Schizophrenie in der Kirche: Auf Töten im Mutterleib folgt
Exkommunikation - Töten im Krieg wird gesegnet -
Während alle an
einem Schwangerschaftsabbruch (gleich aus welchen Gründen und unter welchen
Umständen) Beteiligten von der Kirche exkommuniziert werden (siehe unsere
Meldung oben), was nach
römisch-katholischer Lehre später die ewige Verdammnis nach sich zieht, ist es
beim Krieg gegenteilig. Dort werden die Soldaten von den Militärgeistlichen
gesegnet, und zwar auf allen Seiten. Kommen sie dabei ums Leben, gelten sie
vielfach sogar als Märtyrer, welche sich jetzt im Himmel befinden sollen (das
wurde z. B. Teilnehmern an den Kreuzzügen von der Kirche versprochen und so
übrigens auch Martin Luther, z. B.
hier). Und sie werden
bis heute auf Kriegerdenkmälern geehrt. Es ist nicht bekannt, dass ein
Kriegsherr, Mörder, Töter, Schlächter oder Anstifter im Krieg wegen dieser Taten von der Kirche
exkommuniziert wurde. Und auch der Katholik Adolf Hitler wurde nie exkommuniziert
und zahlte sogar bis zu seinem Selbstmord im April 1945 Kirchensteuer. Im Gegenteil: Viele Töter
oder Anstifter wurden selig oder heilig gesprochen:
Wie z. B. der "heilige" Kreuzzugsprediger Albertus Magnus. Seine blutigen
Aufrufe gelten seit seiner Heiligsprechung sogar als "verehrungswürdige"
Reliquien, sind
jedoch jetzt, im März 2009, beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs möglicherweise in die U-Bahn-Baugrube gekippt. Zu den Kreuzzügen
siehe auch
hier.
Oder der "heilige" Papst Damasus I., der z. B. 137 Katholiken in der Kirche
erschlagen ließ, weil diese wollten, dass nicht er, Damasus, sondern ein
anderer, Ursinus, Papst werden sollte. In dem nach Papst Damasus I. benannten Damasushof werden heute
die Schweizergardisten im Vatikan vereidigt (mehr dazu siehe
hier). Oder der selige Kardinal von Galen, der zwar gegen die Ermordung von Behinderten
im Dritten Reich protestierte, die gesunden jungen Männer jedoch desto massiver
in den 2. Weltkrieg trieb (siehe dazu Der
Theologe Nr. 27). Oder der "heilige" Karl Borromäus, der als Kardinal
von Mailand die Protestanten grausam ausrottete (siehe
hier).
Siehe dazu auch die Unterstützung der Militärjunta
in Argentinien durch die Kirche.
Mit Gott oder Christus hat das alles nichts zu tun. Es ist eben das Katholische.
6.3.2009 - Pius-Bruderschaft wirft deutschen
Bischöfen "unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" vor -
Die Pius-Brüder stärken den Papst und werfen den deutschen Bischöfen
"unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" und sogar "Lügen" vor.
Mehr dazu siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,611852,00.html
2.3. /
6.3.2009
- Kirche in der Krise - Angeblich "Selig"
oder
"verdammt": Auf welcher Seite stehen Sie? / Antidemokratische
"Marienkinder" auf dem Weg "zurück in die Kirche" -
"Mit
der Wiederaufnahme der Bruderschaft St. Pius X. habe Papst Benedikt XVI. die Kirche in
Deutschland und der Welt gespalten". Mit diesen Worten gibt Spiegel online den
Sprecher der römisch-katholischen Laienbewegung "Wir sind Kirche", Christian
Wiesner, wieder (spiegel.de, 2.3.2009).
Während die Menschheit des 21. Jahrhunderts mit den schwerwiegendsten
Problemen seit ihres Bestehens ringt (Klimakollaps auf dem Planeten Erde, drohender
Zusammenbruch des weltweiten Wirtschafts- und Finanzsystems), dreht die mit
jährlichen Milliardenzahlungen vom Staat subventionierte römisch-katholische
Kirche das Rad um 45 Jahren zurück und streitet um die Ergebnisse des 2.
Vatikanischen Konzils (Vaticanum II, 1962-1965). Die von Papst Benedikt XVI.
teilweise rehabilitierten und wieder in die römisch-katholische Kirche
aufgenommenen Piusbrüder lehnen die Ergebnisse des
Konzils ab. Das für die Piusbrüder letzte gültige Konzil ist das 1.
Vatikanische Konzil (Vaticanum I, 1869-1870), bei dem im Jahr 1870 unter
Papst Pius IX. die
Unfehlbarkeit des Papstes rückwirkend und für alle Zeiten beschlossen wurde. Die
Laienbewegung "Wir sind Kirche" tritt demgegenüber für die vollständige
Anerkennung des 2. Vatikanischen Konzils ein und kritisierte die Entscheidung
des Vatikan, die "antimodernistischen"* Piusbrüder
(Papst Pius X. auf den sich die Pius-Brüder berufen, verlangte seit 1910 von
allen Klerikern das Schwören eines "Antimodernisteneids"; siehe
http://www.payer.de/religionskritik/antimodernisteneid.htm) ohne Zugeständnisse wieder in die Kirche zu
integrieren. 30.000 Katholiken haben die so genannte Petition Vaticanum II
zu diesem Thema bereits unterzeichnet, darunter die Theologieprofessoren
Sabine Demel, Burkhard Porzelt und Heinz-Günther Schöttler aus Regensburg. Deren
Bischof Ludwig Müller forderte die drei nun bis 2.3.2009 ultimativ zur
Entschuldigung beim Papst und zur Unterwerfung unter die Kirchenhierarchie in
seiner, Bischof Ludwig Müllers, Gegenwart, auf (zum Wortlaut seiner Erklärung u.
a. siehe hier). Dabei hat Bischof Ludwig Müller auf der
Freisinger Bischofskonferenz vom 26.2.2009 nun Unterstützung von allen
römisch-katholischen Bischöfen Bayerns erhalten. Zudem stand bis zum
28.2.2009 "auf der Internetseite seines Bistums ein Text, in dem sein
Bischofskollege Kardinal Lehmann als ´Karnevalist` verspottet wurde, der ´nicht
kapiert` habe, welche Autorität der Papst habe (Tagesspiegel, 2.3.2009).
Und was sind für die Hierarchie im Vatikan schon 30.000 Unterschriften von
Katholiken, die zum großen Teil gar nicht wissen, was sie glauben müssen (siehe dazu
Der Theologe Nr. 18)? Und die
vielleicht getreu dem Motto "Wir sind Kirche" wirklich glauben, dass
sie
Kirche seien? Doch das ist ein Irrtum. Wer oder was Kirche ist, wird in Rom
entschieden und nicht an "Info-Ständen" in Deutschland. Und schmerzhaft würde es für die, welche nach
römisch-katholischer Lehre wahrhaft "Kirche" sind, erst, wenn die anderen
austreten und dann das wahre Wesen der Kirche deutlicher zutage tritt.
Parallel dazu untersagte Bischof Ludwig Müller den
Piusbrüdern weitere Priesterweihen in dem Priesterseminar in Zaitzkofen bei Regensburg.
Doch die Pius-Brüder haben bereits die nächsten beiden Priesterweihen in
Zaitzkofen angekündigt. Denn sie wissen: Selbst wenn sich Rom erneut mit ihnen
überwirft, geben sie die Richtung vor, in die sich auch der Koloss Kirche wieder
zurück entwickeln wird. Denn auch kein "Obama als Papst" (so der Wunsch des
Theologieprofessors Hans Küng) könnte letztlich am tonnenschweren "unfehlbaren"
Dogmen- und Ritenkult des Katholizismus etwas verändern, so dass die vergangenen
Jahrhunderte der Kirche wieder zunehmend zu "neuem" Leben erwachen.
Dazu passt auch der Kurs des Augsburger Bischofs Walter Mixa. "Mixa
holt Marienkinder zurück in die Kirche", so der Titel der
Augsburger
Allgemeinen vom 5.3.2009. Mixa hat 30 abtrünnige "Marienkinder" gefirmt und
damit wieder in die römisch-katholische Kirche integriert. Wörtlich heißt es u. a.: "Die
Demokratie
gilt ihnen als ´Prinzip des Teufels`, Menschenrechte werden ´als satanisch`
angesehen. Noch im Jahr 2000 hat das Bischöfliche Seelsorgeamt Augsburg die
´apokalyptische Gruppierung` der Marienkinder so beschrieben". Doch mittlerweile
bewegen sie sich "auf die Kirche zu" und erkennen "die Gültigkeit der Konzilien
an"
(http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Mixa-holt-Marienkinder-zurueck-in-die-Kirche-_arid,1505701_regid,2_puid,2_pageid,4289.html).
Dies hat mit dem Tod des Gründers Josef Zanker im Jahr 2001 zu tun. "Immer
wieder berichteten Aussteiger, wie Anführer Zanker sich absoluten Gehorsam
sicherte: durch Schlafentzug, brutale Prügelstrafen, Beichtzwang, finanzielle
Ausbeutung. Mehrfach wurde gegen ihn wegen gefährlicher und lebensbedrohlicher
Körperverletzung ermittelt, 1996 verurteilte ihn das Amtsgericht Memmingen zu
drei Jahren Haft." Bereits 1993 hat Zanker den Mitbegründer der
Marienkinder (auch "Kreuzträger der Jungfrau Mariens" genannt), den Ex-Pfarrer
Johannes Maria Bauer so zusammengeschlagen, dass dieser fast an seinen
Verletzungen gestorben wäre (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,611398,00.html).
Kritik am Kuschelkurs der Amtskirche gegenüber den ultraerzkonservativen
Marienkindern übte unter anderem der Kirchenrechtler Prof. Dr. Hermann Häring:
"Die Kirchenoberen seien so froh, dass sie ´mehr Schäfchen` hätten, dass sie
nicht kritisch fragten. Viele Kirchenführer versuchten vor allem, ´Leute ins
Boot` zu holen, von denen sie nichts zu befürchten hätten und die sie
stabilisierten. Es sei eine ´himmelschreiende Naivität` zu glauben, dass sich
eine demokratische Gesinnung von selbst einstelle, sobald die Menschen offiziell
Mitglied der Kirche seien (Spiegel online, 6.3.2009).
Ab dem 2. März trafen sich nun
alle römisch-katholischen Bischöfe Deutschlands in Hamburg zu ihrer
alljährlichen "Frühjahrstagung" - Thema war zwar offiziell die Wirtschafts- und
Finanzkrise, doch stand die innerkirchliche Krise im Mittelpunkt. Faktisch ist die römisch-katholische Kirche
gespalten in die angeblich "Seligen", welche alle Dogmen halten und sich dem
Papst unterwerfen und die "Verdammten", die zwar Kirchensteuer bezahlen, denen
man aber ihre lehrmäßige Verdammnis verschweigt. Wozu gehören Sie? Machen Sie am
besten den Glaubenstest! Und die Pius-Brüder,
Petrus-Brüder, Legionäre Christi, Marienkinder und andere Extrem-"Konservative" sind
aus römisch-katholischer Sicht dabei viel näher am "Heil" als fast alle
Alltags-Katholiken. Das weiß auch der Papst.
Zum Ergebnis der Bischofskonferenz:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,611590,00.html
Aktualisierung
[14.3.] - Neuer Ärger: Der Papst ließ noch als
Josef Kardinal Ratzinger einen seiner Aufsätze in einer rechtsextremen
Publikation nachdrucken, von der sich selbst Jörg Haiders FPÖ damals
distanzierte (spiegel.de, 14.3.2009).
25.2.2009 -
Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als
Wahlpflichtfach / Integrationsbemühungen in Berlin gefährdet -
In
Berlin besuchen Schüler aller Nationen, Kulturen und Religionen ab der 7. Klasse
einen gemeinsamen Ethik-Unterricht. Darüber hinaus können die Schüler freiwillig
einen Religionsunterricht ihrer Konfession besuchen. Das soll nach dem Willen
der beiden deutschen Großkirchen und der CDU ab dem kommenden Schuljahr anders
werden. Die Schüler sollen sich dann aus dem Ethikunterricht für alle abmelden
können und stattdessen einen konfessionellen Unterricht der evangelischen oder
römisch-katholischen Kirche erhalten können - doch nicht etwa auf Kosten der
betreffenden Kirche, sondern auf Staatskosten.
Über das "Volksbegehren" "Pro Reli" wird nun am 26.4.2009 entschieden.
Die Parteien SPD, Linke und
DIE GRÜNEN riefen die Bürger jedoch dazu auf, die bisherige Regelung
beizubehalten: "Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sprach sogar davon, dass
der Erfolg des Volksentscheides die Integration in der Hauptstadt gefährde.
Schule habe die Aufgabe, die Gesellschaft zusammenzuführen. Das sei nicht
möglich, wenn sich Schüler zwischen ihrer Religion und einer gemeinsamen
Wertevermittlung entschieden müssten" (idea-spektrum Nr. 9/2009).
So ist es. Schon viel zu lange finanzieren die meisten anderen Bundesländer den
Konfessionskirchen eine "Kindermission" in der Schule auf Staatskosten. Doch das
ist nicht die Aufgabe der staatlichen Schulen. Und schon gar nicht ist es
gerechtfertigt, wenn die Steuerzahler pro Jahr fast drei Milliarden Euro für
diesen kirchlichen Unterricht an staatlichen Schulen ausgeben müssen. Für eine
konfessionelle Erziehung sind gegebenenfalls Eltern, Konfirmanden- und
Firmunterricht zuständig, nicht jedoch der weltanschaulich neutrale Staat.
Und so hat sich jetzt auch ein Bündnis Pro Ethik für die Beibehaltung eines
Ethik-Unterrichts für Kinder aller Nationen und Kulturen gebildet.
Lesen Sie dazu auch die
Gedanken eines Berliner Bürgers - Sind die Werte, die
die Kirchen vertreten, christlich?
24.2. / 25.2.2009 -
Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits
über 7.000 - Jetzt
zehn neue "Heilige" / Die Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust -
Zu den "Heiligsprechungen" siehe dazu unsere Hintergrundinformationen und
aktuelle Kommentierung auf
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Heiligsprechungen
Zur Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust, der in Kirche und
Gesellschaft zuletzt immer wieder thematisiert wurde,
siehe
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Holocaust
Siehe dazu auch: Die "heilig" und "selig"
gesprochenen Päpste
http://www.theologe.de/theologe16.htm#Heiligsprechungen
Hier finden Sie eine
Zusammenstellung der "heiligen" und
"seligen" Päpste!
22.2. /
24.2.2009
-
Die Verbrechen der
römisch-katholischen Kirche während der Militärdiktatur in Argentinien -
"Argentinien bricht mit seiner Vergangenheit",
schreibt Spiegel online am 21.2.2009, nachdem die argentinische
Regierung den Pius-Bruder-Bischof Richard Williamson des Landes verwiesen hat
(spiegel.de, 21.2.2009).
Die von Papst Johannes Paul II. verhängte Exkommunikation des erzkonservativen
Bischofs war erst vor einigen Wochen von Papst Benedikt XVI. aufgehoben wurde.
Das Magazin erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die im Volksmund "Rattenlinie"
genannten Fluchtwege hochrangiger NS-Kriegsverbrecher über den Vatikan nach
Argentinien. Wo Williamson nun untertauchte, gilt als nicht sicher. Weiterhin wird
in dem Bericht darauf hingewiesen, dass der Gründer der Pius-Bruderschaft, Erzbischof Marcel
Lefebvre, dem Diktator General Jorge Videla (Diktator Argentiniens von
1976-1983) persönlich verbunden war und ihn jährlich besuchte. Videla und seine
Regierung ließen Zehntausende von Menschen foltern und hinrichten. Und
Erzbischof Marcel Lefebvre lobte die Diktatur als "Regierung der Ordnung und
festen Prinzipien". Doch nicht nur die Pius-Brüder waren in bestem Einvernehmen
mit der Diktatur, auch die offizielle römisch-katholische Kirche. Aus gegebenem
Anlass wiederholen wir hier deshalb noch einmal unsere früheren Meldungen zur
Rolle der römisch-katholischen Kirche in Argentinien. Richard Williamson ist
derweil von Buenos Aires nach London geflogen.
4.4.2005 / 7.7.2007 -
Unterstützung des Vatikan für die
Militärjunta in Argentinien - Nach dem Tod von Johannes Paul
II. kamen im Rückblick die Verwicklungen der Vatikanbank in den
gesellschaftlichen Umsturz in Polen wieder zur Sprache. Ein Zeuge sagte in diesem Zusammenhang
im August 2002 auch zu
Hintergründen des Falkland-Krieges bzw. zu vatikanischen bzw.
kirchlichen Verbindungen zum argentinischen Militär (1976-1983) aus. Es
handelt sich hierbei um Roberto Rosone, dem stellvertretenden Direktor der Banco
Ambrosiano, deren Chef Roberto Calvi ermordet wurde (zu den Hintergründen
siehe hier). Rosone
erklärte, man sei "an einem
Maxi-Kredit für die argentinischen Militärs zur Vorbereitung des
Falkland-Krieges beteiligt gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem
Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell
behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand`" (Spiegel
special Nr. 3/2005).
Kurz nach
seinem Geständnis überlebte Roberto Rosone ein Schusswaffen-Attentat nur
knapp.
Seitdem ist nicht bekannt, dass er deutlicher wurde, doch auch seine
Aussage und das darauf folgende Attentat waren ja bereits deutlich genug.
Diese Allianz zwischen römisch-katholischer Kirche und argentinischer
Militärdiktatur ist mittlerweile mehrfach dokumentiert: Die Zeitung Die Woche
berichtete bereits am 5.5.1995, dass die argentinische Militärjunta
Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte und aus dem Flugzeug ins
offene Meer kippte. Den Segen dazu gab die römisch-katholische Kirche
z. B. durch ihren Militärkaplan. Er tröstete nach dem Flug die ausführenden
Soldaten mit den Worten, "es sei ein christlicher Tod, weil sie nicht
leiden". Und er versuchte ihr Gewissen auch damit zu beruhigen, indem er
sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, dass die Spreu vom
Weizen getrennt werden muss". Und die Empfehlungen für diese Hinrichtungen
kamen sogar von weit höherer römisch-katholischer Stelle. Der Menschrechtler Esteban Cuya erklärt: "Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob
sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in
einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so:
Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie
sie übers Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001).
Und der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den
Mördern sozusagen die
Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan
voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR
2). Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt,
ist davon überzeugt: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur
gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner
Missionszentrale der Franziskaner, der diese Zeit intensiv untersuchte, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat
zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche
als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das
so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete
dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als
"Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der
Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land,
Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah.
Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes verlassen
hatten."
Am 5.7.2007 begann in La Plata in
Argentinien zudem der Prozess gegen den deutschstämmigen römisch-katholischen
Priester Christian von Wernich (69). Der Würdenträger wurde wegen der
unmittelbaren Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen
verurteilt. Der Seelsorger war Polizeipfarrer und galt als einer der engsten
Vertrauten von Ramón Camps, dem Sicherheitschef von Buenos Aires in der Zeit der
Militärdiktatur (1976-1983), während der mehrere Tausend Bürger spurlos und für
immer verschwanden. Die Verbrechen des Würdenträgers von Wernich sind kein
Einzelfall, wie obige Darlegungen belegen.
Nach römisch-katholischer Lehre behält
Hochwürden H.H. Christian von Wernich (wörtlich: H.H. = "Hochwürdiger Herr") trotz seiner Beteiligungen an den Morden und Folterungen das Recht,
stellvertretend für "Gott" den Menschen die Vergebung zusprechen zu können,
selbst wenn die eigenen Sünden des Würdenträgers als "Todsünden" beurteilt werden (mehr dazu
hier; und wer hier nicht zustimmt, muss
nach katholischer Lehre in die ewige Hölle). Doch möglicherweise
werden die Untaten von der Kirche ja auch gerechtfertigt, denn der Priester
hatte sie ja als Seelsorger im Staatsdienst ausgeführt.
Mit Jesus von Nazareth haben die Lehre und die Praktiken der Kirche nicht das
Geringste zu tun. Sondern dies steht im direkten Widerspruch zu seiner
Botschaft.
17.2. / 25.2.2009 -
Der eiserne Besen: Wegen Kritik an Aufhebung der Exkommunikation
für Pius-Brüder: Drei Theologen droht Lehrverbot / Ist das der Anfang von einem
Zerreißen der römisch-katholischen Kirche? -
Menschenfreundliche
oder liberale Theologen dienen der Kirche weltweit als Feigenblatt, um ihr
totalitäres Wesen zu verschleiern. Und die Theologen lassen sich umgekehrt auch
als Alibi für die Amtskirche missbrauchen, womit diese vorgeben möchte, dass es
doch nicht so schlimm sei mit ihr. Bei dreien von ihnen hat Bischof Ludwig
Müller jedoch einmal mehr den eisernen Besen angesetzt: Sabine Demel,
Professorin für katholisches Kirchenrecht in Regensburg, sowie der Professor für Religionspädagogik
Burkard Porzelt und der Professor für Pastoraltheologie Heinz-Günther
Schöttler hatten sich in einer Petition für das 2. Vatikanische Konzil von
1962-1965 eingesetzt und die Wiederaufnahme der vier Pius-Brüder-Bischöfe durch den Vatikan kritisiert. Durch
diese Entscheidung "werde zugelassen,
dass Teile der Kirche offen Geist
und Buchstaben bedeutender Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen
dürften" (Main-Echo, 21.2.2009). Doch die
drei römisch-katholischen Professoren hatten offenbar die "Unfehlbarkeit" des
Papstes bei Lehrentscheidungen zu wenig berücksichtigt. So hat Bischof
Ludwig Müller die drei nun ultimativ aufgefordert, sich von der Petition
zu distanzieren, sich beim Papst zu entschuldigen und sich wieder vollständig zu unterwerfen. Andernfalls drohen
ihnen Strafmaßnamen bis hin zum Entzug der Lehrerlaubnis.
Die römisch-katholische Kirche fordert in ihrem Dogma die vollständige
Unterwerfung unter den Papst als Voraussetzung für die ewige Seligkeit. Das
Dogma siehe hier. Nach ersten
Reaktionen sehen die drei Professoren "keinen Anlass", sich beim Papst zu
entschuldigen, da sie ihn "nicht beleidigt" hätten. "Auch für die Wiederholung
von Treueeid und Glaubensbekenntnis bestehe kein Grund, weil sie von beidem
nicht abgewichen seien" (Main-Echo, 21.2.2009) - anders als der Papst
selbst. Es ist noch völlig offen, wie die römisch-katholische Kirche diese
absurde Situation aussitzt.
|
Bischof Ludwig Müller fordert Unterwerfung der Professoren
“Wie aus der Internetseite www.petition-vaticanum2.org (Stand vom 08.02.2009) hervorgeht, wurde
mit Datum vom 28. Januar 2009 eine Petition mit dem Titel ,Uneingeschränkte
Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils gefordert`
veröffentlicht, zu deren Erstunterzeichnenden Sie gehören. Darin findet sich
die Passage: ,Die Unterzeichnenden werten es als klare Richtungsanzeige,
dass Papst Benedikt XVI. diese Aufhebung in direkter zeitlicher Nähe zum
symbolträchtigen 50. Jahrestag der Ankündigung der Einberufung eines Konzils
durch Papst Johannes XXIII. vollzogen hat. Diese Rückwärtswendung lässt die
Rückkehr von Teilen der römisch-katholischen Kirche in eine
antimodernistische Exklave befürchten. Durch diese Rückwärtswendung wird es
zugelassen, dass Teile der römisch-katholischen Kirche – neben vielem
anderen – offen Geist und Buchstaben bedeutender Dokumente des II.
Vatikanischen Konzils ablehnen dürfen (...).` |
Aktualisierung [25.2./20.3.] -
Der eiserne Besen in der
römisch-katholischen Kirche kehrt: Bischof Ludwig Müller erneuerte seine
Forderung nach einer Entschuldigung der drei Theologieprofessoren beim Papst und
das erneute Ablegen eines Treue-Eides auf die römisch-katholische Kirche und den
Papst - erstes zur Weiterleitung nach Rom über ihn persönlich, zweites direkt
vor ihm, dem Bischof persönlich (taz.de, 25.2.2009).
Die drei Theologen hatten eine Petition zugunsten der römisch-katholisch
verbindlichen Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils unterzeichnet und gegen
eine Relativierung des Konzils durch Papst Benedikt XVI., der jedoch in
Lehrfragen als "unfehlbar" gilt.
Bereits weit 30.000 Katholiken haben diese Petition
unterzeichnet. Droht am Ende allen Unterzeichnern eine Exkommunikation, wenn sie
Ihre Unterschrift nicht widerrufen? Oder schreckt man sie lieber nicht auf, weil
die meisten von Ihnen ja viel Kirchensteuer bezahlen?
* Die Frist lief am 2.3.2009 ab.
Die Theologen haben eine schriftliche Erklärung abgelegt, die von der
Diözese an den Vatikan weiter geleitet werde. So eine Stellungnahme vom
9.3.2009. Offensichtlich versucht man, den Konflikt mehr oder weniger
unspektakulär auszusitzen, damit nicht noch mehr Katholiken austreten.
12.2.2009
-
Teilweiser Fleischverzicht würde 20 Billionen Dollar Kosten für Bekämpfung des
Klimawandels bis 2050 einsparen
-
Ganz allmählich wird deutlich, dass vor allem der riesige Fleischkonsum in den
reichen Ländern der Hauptverursacher der Klimakatastrophe ist. Die Kirchen
erklären dazu, dass das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") nicht gegenüber
Tieren gilt: Demnach dürfen die Menschen den Tieren angeblich den Atem nehmen,
obwohl sie ihnen nicht den Atem geben können. Und die Folgen werden immer
bestialischer (vgl. dazu Der Theologe Nr. 7).
Erst kürzlich erklärte der CDU-Landwirtschaftsexperte Peter Bleser, man solle
uns nicht die "Lust am Essen" von Fleisch nehmen (siehe
hier). Doch der massenhafte Mord an den Tieren weltweit ist auch der Tod
der Menschen. Dass es auch anders gehen könnte, zeigt eine Studie der
Netherlands Environmental Assessment Agency. Die Einzelheiten lesen Sie bei
http://www.pressetext.de/pteprint.mc?pte=090211012.
11.2. / 25.2. / 6.3.2009
-
Der "Raubzug" geht weiter: Bank-Bosse kassieren dank staatlicher Hilfen
immer weiter Zusatz-Millionen /
"Unvertretbare Risiken" wegen
"exzessiver Bonus-Zahlungen" /
Wie Großbanken Staaten missbrauchen / Großbritannien: Top-Banker verhöhnt das
ganze Land / Die Weherufe der Propheten hallen in der
Atmosphäre
-
So demontieren sich
die westlichen Gesellschaften von innen: Die Banker entnehmen sich weiterhin
grandiose Bonus-Belohnungen (Summen, welche die meisten ehrlichen Arbeiter in
Jahren nicht verdienen) bei gleichzeitigen staatlichen Milliardenhilfen, um die
Pleiten ihrer Bankrott-Banken zu verhindern.
Wesentlich dabei ist: Die Banker belohnen sich mit
den Bonus-Zahlungen vor allem für ihre riskanten und hochspekulativen
Finanzpokergeschäfte. Anders ausgedrückt: "Exzessive
Bonuszahlungen verleiten Finanzmanager dazu, unvertretbare Risiken einzugehen.
Die Folgen sehen wir jetzt in der Finanzkrise", sagt EU-Kommissionspräsident
José Manuel Barroso (Bild, 21.2.2009). Das
ist eine Eigenschaft des Gottes Mammon: Es wird nicht mithilfe der Vernunft entschieden, sondern
die Gier nach Bonus-Millionen treibt die Banker vielfach in Bankrott- und
Ruin-Geschäfte zum Schaden der ganzen Zivilisation. Und die Politiker
pumpen Steuergelder über Steuergelder in das desaströse System, um noch größeren
Schaden abzuwenden, wie sie bekunden. Doch hat man die Probleme an der Wurzel
gepackt oder schaufelt man letztlich nur Milliarden oder bald gar Billionen in
Fässer ohne jeden Boden?
Ein besonders brutales Beispiel für die Verhöhnung der Staaten und ihrer
Bürger durch die Großbanken gibt die US-Großbank Merrill Lynch. Die
Financial Times schreiben: "Die US-Investmentbank Merrill
Lynch hat der New Yorker Staatsanwaltschaft zufolge ungeachtet von
Milliardenverlusten und Staatshilfen heimlich die Auszahlung von Millionen-Boni
beschleunigt ...
Insgesamt habe
Merrill
Lynch seinen gescheiterten Managern absichtlich zulasten der Steuerzahler
´heimlich und verfrüht` großzügige Boni über insgesamt 3,6 Milliarden $
ausgezahlt, schreibt Cuomo [der Oberstaatsanwalt von New York] weiter. Mitte Januar vermeldete Merrill für das
vierte Quartal einen Verlust von 15,3 Milliarden $" (Financial Times,
25.2.2009).
Und in Großbritannien
ist es dem Top-Banker der Royal Bank of
Scotland, Fred Goodwin, der die Bank in den Ruin führte, sogar gelungen,
kurz vor seinem Abschied seine Staatsrente (die er jetzt bereits mit 50 bekommt)
noch schnell zu verdoppeln Die Politiker haben womöglich das
Kleingedruckte nicht gelesen, und die Sun schreibt: "Goodwin zeigt uns
zwei Finger" (spiegel.de, 27.2.2009).
Zum Vergleich: Während 20
Milliarden Euro reichen würden, um alle Hungersnöte auf der Welt für ein Jahr
zu beenden - was aber die Politiker weltweit nicht aufbringen wollten und wollen -
bekommt allein die
Münchner Bank Hypo Real Estate schon über 120 Milliarden Euro an Geschenken bzw.
Bürgschafts-Garantien, und es sollen weitere
Zeitbomben in Höhe von ca. 600 Milliarden Euro außerhalb der offiziellen Bilanz dort ticken, die aber angeblich
"sicher" seien*. Auch daran zeigt sich der Gott Mammon: Einerseits
Hungertote, die man im Elend sterben lässt, andererseits Manager, Bosse, Chefs,
Vorstände, Vorstandsvorsitzende, Kapitalgeber und viele mehr, deren
Spitzengehälter in immer astronomischere Höhen galoppieren - abseits jeder
wirtschaftlichen Vernunft und Realität - und für deren Praktiken die Bürger
aller Länder mit ihren Steuern zahlen, wenn sie weltweites Chaos anrichten.
So fordert z. B. der entlassene Chef der Münchner Pleite-Bank, Georg Funke, noch
vier Jahre sein Top-Gehalt von der Bank, außerdem eine riesige Betriebspension
bis ans Lebensende (bild.de, 5.6.2009
oder focus.de, 6.3.2009).
Aktualisierung
[29.3.] - Jetzt kommt
das nächste kleine Stück der Wahrheit ans Licht. 120 Milliarden Euro
Staatsgelder reichen der Münchner Bank Hypo Real Estate nicht. Sie
braucht jetzt die nächsten 10 Milliarden Euro, um nicht pleite zu gehen. Es ist
aber nicht sicher, ob 10 weitere Milliarden Euro wirklich reichen (Spiegel
online, 29.3.2009). Wie wäre es gleich mit den nächsten 100 Milliarden Euro?
Oder wenn man gleich eine halbe Billion Euro gäbe, um den "Zeitbomben" von 600
weiteren Milliarden Euro (siehe oben) entgegen
zu wirken, die dort noch ticken. Oder man gibt der Hypo Real Estate 650
Milliarden Euro, wovon die Bank dann einen "Bonus" von 20 Milliarden Euro
abgibt, um damit für ein Jahr die Hungersnöte auf der Welt zu stoppen. 30
Milliarden Euro hätte sie dann noch an Reserve für die nächsten "Zeitbomben",
die man noch nicht entdeckt hat.
Aktualisierung
[27.5.] - Wieder ein Stück der schier
unbegreiflichen Bankrottwirtschaft und Maßlosigkeit bei der HRE:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,627127,00.html
Die Maßlosigkeit, Irrealität und Anti-Ethik
im Bereich der Banken und Wirtschaft ist schier grenzenlos. Die verantwortlichen Millionäre scheinen
nicht zu begreifen oder wollen offenbar nicht begreifen, was passiert ist: Ihre
Läden sind pleite und zudem gigantisch verschuldet. Kein Unternehmer kann seinen
Betrieb an die Wand fahren, vom Staat im Anschluss daran Milliarden über
Milliarden für das Unternehmen kassieren und für sich privat noch bis ans
Lebensende Millionen über Millionen aus dem Pleite-Betrieb heraus ziehen, obwohl
dieser nichts anderes mehr ist als ein gigantischer Sozialhilfeempfänger auf
Kosten aller Bürger.
Siehe auch unsere Meldung unten über die moderne
Form des "Bankraubs".
Und auch die Weherufe der Propheten über die Reichen und Gierigen hallen
wieder in der Atmosphäre: Siehe hier.
10.2.2009 -
So ruinieren die Politiker das Klima auf unserem Planeten -
Politiker
und Lobbyisten großer Konzerne sind oft ein und dieselben Leute - zum Schaden
aller. Nachfolgend dokumentieren wir einen Ausschnitt aus einem Artikel in
Spiegel online vom 10.2.2009. Es beweist, dass viele engagierte Menschen,
auch in der Wirtschaft, etwas für eine Umkehr tun, doch dass sie an der Lobby-Politik der
Alteingesessenen scheitern. Hier der Sachverhalt:
"Windräder
und Solaranlagen revolutionieren den deutschen Strommix, sie schaffen
Arbeitsplätze und machen das Land unabhängiger von Importen. Doch sie ändern
nichts am Klimawandel. Im schlimmsten Fall schadet der Zubau der Ökoenergien dem
Klima sogar. Denn je mehr Windräder ans Netz gehen, desto weniger Strom können
Kohlekraftwerke absetzen - an sich eine wünschenswerte Entwicklung. Das Problem
ist jedoch, dass die Menge der insgesamt zur Verfügung stehenden CO2-Zertifikate
gleich bleibt. Mit anderen Worten: Pro Kilowattstunde Kohlestrom stehen auf
einmal mehr Zertifikate zur Verfügung als bisher - der Preis der
Verschmutzungsrechte fällt. In der vergangenen Handelsperiode ist genau dies
geschehen: Eine Tonne CO2 kostete zeitweise nur knapp mehr als null Euro. Die
großen Energiekonzerne haben damit keinerlei Anreiz, in Klima schonende
Technologien zu investieren. Im Gegenteil: Ihre überschüssigen Zertifikate
verkaufen die Unternehmen im europaweiten Handel, zum Beispiel an polnische oder
slowakische Kohlekraftwerke. Diese dürfen dann mehr CO2 emittieren als
eigentlich geplant - dank der deutschen Windräder. Angesichts der geringen
Effizienzgrade in osteuropäischen Kraftwerken ist das alles andere als
klimafreundlich. Besonders krass macht sich der Effekt bemerkbar, wenn die
Ökobranche schneller wächst als angenommen. In den vergangenen Jahren war dies
stets der Fall - die CO2-Planungen der EU-Kommission wurden damit von der
Realität überholt."
Lesen Sie dazu auch unsere Meldung:
Die Menschen haben ihren besten Freund zum
Feind gemacht. Erde schüttelt ihren Peiniger ab
7.2.2009 -
"Austrittswelle": Notwendige Informationen für Kirchenaustritt /
Experte: Piusbrüder ein "Fall für den Verfassungsschutz" / Demokratieverständnis
auch der Gesamtkirche prüfen - Eine
"Austrittswelle hat bereits eingesetzt",
so Eberhard von
Gemmingen, Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan (Spiegel
online, 7.2.2009). Hintergrund ist die Aufhebung der von Papst Johannes Paul II.
verfügten Exkommunikation von vier Pius-Brüder-Bischöfen durch Papst Benedikt
XVI. Seither sind die Piusbrüder im Aufwind.
Der Bonner Politikwissenschaftler Gerd Langguth hält die Piusbruderschaft
jedoch für einen "Fall für den Verfassungsschutz". "Es ist eine Frage des
Verhältnisses dieser Organisation zur freiheitlichen und demokratischen
Grundordnung. Und dieses sehe ich hier infragegestellt" (Bild,
7.2.2009).
Dieses wäre jedoch auch im Hinblick auf die römisch-katholische Kirche
insgesamt zu prüfen. So verlangt sie in einem ihrer Dogmen eine "Unterwerfung"
aller Menschen unter den Papst als "Heilsnotwendigkeit" (siehe
hier) und geht zusammen mit der
evangelischen Kirche massiv gegen Andersgläubige vor, die ihr ein Dorn im Auge
sind (siehe dazu Der Theologe Nr. 12).
Hier nun ein Link, wo alle wichtigen Informationen
zum Kirchenaustritt einsehbar sind. Je nach deutschem Bundesland, gibt es ein paar Unterschiede. Mehr dazu
unter
http://www.kirchenaustritt.de/
Dort finden Sie auch die entsprechenden Bestimmungen für Österreich und die
Schweiz.
Zum geistigen Hintergrund siehe die
Informationsschrift der Freien Christen Nr. 1, Gott wohnt nicht in Kirchen aus
Stein - darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein.
7.2.2009 -
1900-2010: 20 Jahre "Wiedervereinigung" in Deutschland. Dazu
soll der Papst wieder nach Deutschland kommen / Riesige Kosten für den Steuerzahler.
Unser Alternativvorschlag: Der Bundestag fährt mit der Bahn nach Rom
- Im Jahr 2005 war Papst Benedikt XVI. das erste Mal als Inhaber des "Stuhles
Petri" in Deutschland, vor allem beim Weltjugendtag in Köln. Im Jahr 2006 folgte
dann bereits der zweite Besuch, vor allem in München, Regensburg und Altötting.
Jetzt ist der dritte Besuch geplant, 2010 in Berlin. Ein Papstbesuch ist jedes
Mal mit allerhöchsten Sicherheitsmaßnahmen und riesigen Kosten verbunden. Der
Anlass soll dieses Mal das 20jährige Jubiläum der Wiedervereinigung Deutschlands
sein.
So kann vermutet werden, dass auf diese Weise der Staat alles zahlt, während
sich sonst die Kirche wenigstens beteiligte. Deshalb unser
Alternativvorschlag: Alle Bundestagsabgeordneten, die dies wollen, fahren mit
der Bahn nach Rom und zurück und sprechen dort mit dem Papst und können, wenn
sie dies möchten, sich vom ihm segnen lassen. Das kommt viel kostengünstiger.
Siehe dazu hier unsere Meldungen zu den früheren Papstbesuchen in Deutschland
6.2. / 26.2. / 3.3.2009
-
Kardinal verteidigt die Wiederaufnahme von Bischof Richard
Williamson / Williamson kritisiert auch Menschenrechte / "Entschuldigung" von
Richard Williamson reicht dem Vatikan nicht. Dabei "entschuldigt" sich der Papst
nicht besser / Beschönigungen und Umdeutungen der Verbrechen der Kirche durch
die Päpste - Der Vatikan geht in die Gegenoffensive.
Kardinal Javier Lozano Barragán erklärt:
"Williamson habe zwar eine ´Dummheit` begangen, dafür müsse aber
niemand exkommuniziert werden, so der 76-jährige Mexikaner. Außerdem werde
niemand wegen einer Sünde aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, sondern
wegen schwerer Verstöße gegen deren Lehren" (spiegel.de, 6.2.2009).
Und die Leugnung des Holocaust ist folglich kein schwerer Verstoß gegen die katholischen
Lehren, auch wenn diese zunächst von Bischof Richard Williamson vorgetragene
Position z. B. von den
argentinischen Bischöfen "energisch abgelehnt" werde (Bild, 6.2.2009). Kritisch steht der Bischof auch zu den universellen
Menschenrechten: ´Wo die Menschenrechte als eine objektive Ordnung verstanden
werden, die der Staat durchsetzen soll, da kommt es immer zu einer
antichristlichen Politik`" (Spiegel online, 7.2.2009). Doch auch die
"Menschenrechte" gehören nicht zum römisch-katholischen Glaubensbekenntnis. Schwere Verstöße gegen katholische Lehren, welche die Exkommunikation
nach sich ziehen lesen Sie in "Der Theologe Nr. 18"
- Der Glaube der Kirche. Das Fluchwort "Der sei ausgeschlossen" bedeutet
nach römisch-katholischer Lehre die Exkommunikation und im Jenseits später die
Verdammnis.
Außerdem ist für die katholische Kirche nicht maßgeblich was die argentinischen
Bischöfe sagen (Williamson leitet in Argentinien in Priesterseminar der
Piusbruderschaft), sondern, was in den Dogmen steht, und was der Papst
entscheidet.
Und dieser hat die Exkommunikation von Richard Williamson aufgehoben, ihn jedoch
unabhängig davon aufgefordert, den Holocaust nicht mehr zu leugnen.
"Richard Williamson sagt dem SPIEGEL, er wolle zunächst
die historischen Beweise prüfen - ´das wird Zeit brauchen`". Am 26.2.2009
erklärte er schließlich, seine diesbezüglichen Äußerungen gäben die Meinung
eines "Nicht-Historikers" wieder, die sich auf "Erkenntnisse von vor 20 Jahren"
gestützt hätten (Focus online, 26.2.2009)
und die seither "selten in der Öffentlichkeit geäußert worden
ist" (Spiegel online, 26.2.2009).
Wörtlich schrieb Richard Williamson an den
Vatikan: "Der Heilige Vater und
mein Oberer, Bischof Bernard Fellay, haben mich ersucht, die Bemerkungen, die
ich vor vier Monaten gegenüber dem schwedischen Fernsehen gemacht habe, neu zu
überdenken, da deren Folgen sehr schwerwiegend gewesen sind. In Anbetracht
dieser Folgen [der Leugnung des Holocaust] kann ich wahrheitsgemäß sagen, dass
es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu haben, und dass ich sie nicht
gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den ganzen Schaden und den Schmerz
gewusst hätte, die diese verursachen würden, besonders der Kirche, aber ebenso
den Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem
Dritten Reich" (Spiegel online, 26.2.2009). Dies Erklärung sei nach für
den Vatikan jedoch "vage" und "unzureichend" (Spiegel online, 27.2.2009).
Dazu kann man sagen: Natürlich sind Bischof Williamsons Worte "vage" und "unzureichend".
Doch sollte sich der Vatikan hier vor allem an die eigene Nase fassen.
Denn verglichen mit den bisherigen Entschuldigungen der Päpste Johannes Paul II.
und Benedikt XVI. sind die Worte eher
weitgehend. So hat sich Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 in einem vom
damaligen Kardinal Joseph Ratzinger maßgeblich verfassten Bekenntnis "Mea
Culpa" für die Verbrechen der Kirche so "vage" "entschuldigt", dass man gar
nicht mehr von einer Entschuldigung sprechen kann.
Siehe dazu unser Offener Brief:
Das Schuldbekenntnis des Papstes
- eine ungültige Beichte?
Und als der Präsident Venezuelas Hugo Chavez im Jahr 2007 eine
Entschuldigung des Papstes für dessen Umdeutung des Völkermordes an den
Indianern forderte, hat Benedikt XVI. noch nicht einmal mehr öffentlich
reagiert. Papst Joseph Ratzinger hatte in Brasilien tatsächlich behauptet, die
Indianer, die zu Hunderttausenden von den katholischen Eroberern massakriert
wurden, hätten ihre Katholisierung "still herbei gesehnt" (siehe z. B.
http://www.netzeitung.de/spezial/derpapst/648359.html). Kann Benedikt
XVI. angesichts dieses Tuns der Päpste im Ernst erwarten, dass sich der
Pius-Bruder-Bischof deutlicher von seiner Leugnung des Holocaust distanziert?
Oder hat Williamson nur von den Päpsten gelernt, wie man geschickt formuliert,
was man aber am liebsten gar nicht sagen möchte?
5.2. / 6.2.2009
-
Piusbrüder: Muslime bekehren /
Kritik an Mohammeds Ehe mit einem Mädchen / Absurder Hochmut: Papst darf keinen
lehrmäßigen Fehler zugeben - Der oberste Piusbruder
Deutschlands, Pater Franz Schmidberger, Distriktoberer der Piusbruderschaft Pius
X. in Deutschland, legte im "Kampf der Kulturen" zwischenzeitlich kräftig nach. Nachdem Papst
Benedikt XVI. bei vier Piusbruder-Bischöfen die Exkommunikation rückgängig
gemacht hat, ist die erzkonservative Bruderschaft weltweit im Aufwind, plant bereits neue,
vom Vatikan nicht erlaubte, Priesterweihen. So plädierte Schmidberger auch für die Bekehrung der Moslems zur katholischen Kirche und sagte im
Südwestfernsehen zunächst wörtlich über Mohammed:
"Also, das ist nachweislich, dass er mit
einem Kind, mit einem Mädchen geschlechtlichen Umgang gepflegt hat, mit acht
oder neun Jahren. Das bezeichnet man nach der heutigen Terminologie tatsächlich
als Kinderschänder. Aber ich möchte mich darauf nicht festlegen. Ich habe das
nicht speziell studiert" (stern.de, 5.2.2009).
Anschließend nahm er jedoch den Ausdruck "Kinderschänder" "mit großem Bedauern"
zurück (Bild, 5.2.2009).
Der deutsche "Pius-Boss" bezog sich dabei ursprünglich auf das Verhältnis von
Mohammed und seiner Frau Aisha.
Im Internet-Lexikon Wikipedia ist dazu zu lesen: "Den Überlieferungen
(hadīth) folgend in den beiden von orthodoxen Muslimen als am
zuverlässigsten angesehenen Sammlungen von
Buchārī
und
Muslim ibn al-Haddschādsch war Aischa bei ihrer Heirat mit Mohammed
sechs und beim ´Vollzug der Ehe` neun Jahre alt. Sie soll Mohammed bis in seine
letzte Stunde begleitet haben" (Stand: 5.2.2009).
Wir kommentieren die Ehegesetze aus einer anderen Zeit und aus einem
anderen Kulturkreis nicht. Doch wenn dem römisch-katholischen Distriktoberen
hier in Unkenntnis näherer Umstände zunächst das Wort von einem
möglichen "Kinderschänder" heraus rutschte, dann hatte er
möglicherweise unbewusst die Verbrechen pädophiler katholischer Priester in
der Gegenwart auf Andersgläubige zu projizieren versucht, was in der Kirche
leider immer wieder geschieht. Siehe dazu "Der Theologe
Nr. 24 a" - Sex-Verbrechen und -Vergehen in der Kirche. Doch beide
Sachverhalte lassen sich nicht vergleichen. Und was bei den katholischen
"Kinderschändern" hinzu kommt: Sie geben vor, Christus nachzufolgen.
Doch missbrauchen sie mit ihrem Tun den Mann aus Nazareth und vergiften die ehrliche
Gottsuche viele ihrer Opfer.
Und was die Korrektur der Aussagen von Pater Schmidberger betrifft: Immerhin ist der
oberste Pius-Bruder Deutschland nicht "unfehlbar" und kann einen Fehler zugeben.
Damit hat er dem Papst etwas voraus. Denn diesem wird in Lehrfragen - wie der Aufhebung einer Exkommunikation -
ein Fehler nicht zugestanden. Mit diesem lehrmäßigen nicht mehr steigerungsfähigen
Hochmut einer päpstlichen Unfehlbarkeit (Dogma seit 1870) führt sich die katholische Kirche jedoch
mit der Zeit immer mehr ad absurdum.
5.2.2009 -
CDU-Politiker verneigen sich weiter vor Joseph
Ratzinger / "Fast symbiotisches" oder "parasitäres" Verhältnis von Staat und
Kirche? / Staat als Ross, Kirche als Reiter - Der Staat ist in Deutschland vergleichbar
einem Ross, auf dem ein Reiter sitzt. Und der Reiter ist die Kirche. Das heißt
auch: Nicht das Ross entscheidet, wo es lang geht, sondern der Reiter. Das es so
ist, bestätigte einmal auch der römisch-katholische Chef der CDU-Landesgruppe im Bundestag in
Berlin, Georg Brunnhuber. Er sagte im Hinblick auf die Kritik der
evangelisch-lutherischen Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel an
den Entscheidungen des Papstes: "Öffentliche Aufforderungen an den Heiligen Vater führen garantiert
ins Leere" (Spiegel online, 5.2.2009). So ist es. Der Papst ist
nach dieser katholischen Sichtweise immer
der Absender von öffentlichen Aufforderungen, niemals ein Empfänger. Und so soll
es nach dem Willen der meisten Politiker auch bleiben. Denn schließlich gilt der
Papst nach dem römisch-katholischen Dogma auch als einziger Mensch auf der Erde bei Lehrentscheidungen
als "unfehlbar".
Ganz anders als die Protestantin Angela Merkel. So sagte der von Benedikt XVI.
wieder in die Kirche aufgenommene Bischof Richard Williamson von der Bruderschaft
Pius X. z. B.
wörtlich: "Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel" (Spiegel online,
3.2.2009).
Und erst vor wenigen Tagen sprach der
römisch-katholische
CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer davon, dass das Verhältnis von
römisch-katholischer Kirche und Staat in Bayern "fast symbiotisch"
ist (Süddeutsche Zeitung, 23.1.2009). Damit knüpft er nahtlos an
seinen Vorvorgänger Edmund Stoiber an, der im Jahr 2006 als Ministerpräsident
von einer "Symbiose" zwischen Staat und Kirche sprach (siehe
hier). Und sowohl Edmund Stoiber als
auch Horst Seehofer missachten so auf krasse Weise die
Verfassung des Freistaates Bayern, in welcher die Freiheit und Gleichheit der Religionen
festgeschrieben ist. Zudem verteilen sie eine Ohrfeige an 43 % der Bürger Bayerns, welche
nicht der römisch-katholischen Kirche angehören. Zudem eine falsche
Umschreibung: Denn bei einer Symbiose kann der eine nicht ohne den anderen
leben. Das gilt zwar für den Reiter, der ein Ross braucht, um zu reiten. Nicht
aber für das Ross, das den Reiter abschütteln muss, um frei zu sein, um seinen
eigenen Weg zu finden.
Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek bezeichnet das Verhältnis
von Kirche und Staat deshalb auch nicht als "fast symbiotisch", sondern in
Vorträgen vielfach als "parasitär".
Dies gilt mehr und mehr auch für Italien, wo der Vatikan von allen
Vorteilen des benachbarten italienischen Staates profitiert, jedoch keine
Pflichten hat - weder zahlt er Steuern noch Kosten für die zur Verfügung
gestellte Infra-Struktur und alle Leistungen des Staates Italien an den Vatikan,
noch gilt für den Vatikan in Zukunft die italienische Gesetzgebung.
3.2. / 13.2.2009 -
Antisemitismus-Diskussion in der Kirche: Deutscher Distriktoberer der
katholischen Piusbruderschaft fordert Juden auf, sich römisch-katholisch
taufen zu lassen, um sich von der "Schuld ihrer Vorväter" zu distanzieren
/ Lehnen Piusbruder-Bischöfe auch Religionsfreiheit ab?
-
Die von Papst Benedikt XVI. ohne Widerruf wieder in den Schoß der
Kirche integrierte ultrakonservative Piusbruderschaft widerspricht dem Vorwurf,
sie sei antisemitisch und verweist z. B. auf Papstäußerungen, wonach Christen
und Juden "Brüder" seien. Allerdings ist es erst einige Wochen her,
dass der
deutsche Distriktobere der Piusbruderschaft, Franz Schmidberger, in seinem
unwidersprochen gebliebenen Rundbrief an alle 27 Pius-Bischöfe vor Weihnachten 2008 schrieb: "Die
Juden unserer Tage […] sind des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht
durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer
Vorväter distanzieren"
(Spiegel online, 19.1.2009).
Wenn man sich in diesem Zusammenhang jedoch einmal bewusst macht, welche
unermessliche und überwiegend noch ungesühnte Schuld sich die
römisch-katholische Kirche in ihrer Geschichte auflud durch Kreuzzüge,
Inquisition, Hexenverbrennungen, Judenverfolgungen, Aufstachelung zu Kriegen
usw. (vgl. www.kirchenopfer.de),
ist es ein Hohn, dass ausgerechnet die römisch-katholische Taufe Andersgläubige
angeblich von
einer Schuld befreien soll, die sie noch nicht einmal selbst begangen haben. Und wer
eine "Gottheit Christi" oder was auch immer bekennt, jedoch nicht tut, was
dieser als Mensch lehrte, der verhöhnt Jesus, den Christus auch auf diese Weise - gleich,
wer nun das Geistwesen Christus vor seiner Inkarnation in den Menschen Jesus von
Nazareth gewesen ist.
Zudem zeigen die Erfahrungen aus dem Dritten Reich, dass es den Juden z.
B. damals wenig half, sich in Deutschland evangelisch oder katholisch taufen zu
lassen. Sie wurden trotzdem ausgegrenzt und
schließlich mit den anderen vergast, die nicht in die Kirche überwechselten.
Mehr dazu in: Der Theologe Nr. 4 - Die
evangelische Kirche und der Holocaust
daraus der Auszug, die katholische Kirche betreffen:
Die katholische Kirche und der
Holocaust
Zum Schicksal evangelisch getaufter Juden im Dritten Reich siehe z. B.
vier Absätze aus Der Theologe Nr. 4:
1934
1939
Büro Grüber
1941
Vergleichbare Dokumente aus der römisch-katholischen Kirche liegen uns derzeit
noch nicht vor. Es dürfte dort jedoch nicht grundsätzlich anders gewesen sein. Für Hinweise sind wir dankbar.
PS:
Die katholische Piusbruderschaft in Deutschland macht auch Stimmung gegen die
Türken in Deutschland. "Die Türken,
so Schmidbergers Schreiben (siehe oben), würden
Deutschland mehr und mehr als Kolonie betrachten. ´Erster Punkt: Eroberung von
ganzen Stadtvierteln! Zweiter Punkt: Eindringen in die Stadtverwaltungen!
Dritter Punkt: Kinder! Einer von den Moslems sagte: Wir werden die Deutschen im
Wochenbett überwinden!` Schmidberger stachelt zum Handeln an: ´Ja, sollen wir da
weiter die Hände in den Schoß legen, oder sollen wir reagieren? Oder was sollen
wir tun?`" (Spiegel online, 3.2.2009)
Und weiter:
Über die von
Benedikt XVI. wieder in die volle Kirchengemeinschaft aufgenommenen vier Piusbruder-Bischöfe schreibt Gernot Facius,
katholischer Journalist bei der Zeitung Die Welt: "Alle vier
Traditionalistenbischöfe sperren sich, wie ihr Vorbild Marcel Lefebvre, gegen
die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils - manche ihrer
Äußerungen lassen den Schluss zu, sie lehnen es zur Gänze ab. Das betrifft die
Beschlüsse über die Religionsfreiheit, über das neue Verhältnis zu den
Juden und die positiven Aussagen zur Ökumene" (idea-spektrum Nr. 6/2009).
Wer Ohren hat zu hören, der höre. Nach römisch-katholischer Lehre müssen
Andersgläubige, welche die katholische Kirche kennen, aber nicht in sie
eintreten oder in ihr ausharren, ohnehin später in eine ewige Hölle (siehe z.
B.
hier).
Die Linie von Papst Benedikt XVI:
Öffnung zu den Ultrakonservativen, Verbote für katholische "Befreiungstheologie"
- Während Papst Benedikt XVI. vier Piusbruder-Bischöfe, welche die Ergebnisse
des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) ablehnen, wieder in die
römisch-katholische Kirche aufnimmt, haben nahezu zeitgleich zwei Theologen des
anderen kirchlichen Flügels Lehrverbot und Publikationsverbot erhalten: der
"Befreiungstheologe" Jon Sobrino aus El Salvador und der Jesuitenpater Roger
Haight aus den USA. Der römisch-katholische Theologieprofessor Hans Küng sagt: "Wir brauchen
eine Obama als Papst" (Kölner Stadtanzeiger, 31.1.2009). Wer weiß, wie
lange angesichts dieser Kritik Joseph Ratzinger in Rom sein Weißbier noch
schmeckt?
2.2. / 17.2.2009 -
Bischofseinsetzung:
Vatikan ignorierte einmal mehr alle Vorschläge der Betroffenen / Stellen sich
katholische Amtsträger nicht über Gott?
-
Im
Jahr 1953 schrieb der Dichter Bertolt Brecht nach dem gescheiterten
Aufstand in der DDR am 17. Juni: "Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung
löste das Volk auf und wählte ein anderes?" (Gedicht: Die Lösung)
Diesen Rat könnte sich vielleicht bald auch einmal der Vatikan zu Herzen nehmen.
Denn die Katholiken wünschen sich meist andere "Hirten" als die, welche man
ihnen schließlich vorsetzt, so dass man mehr und mehr den Eindruck gewinnt: Das
Kirchenvolk passt schon lange nicht mehr zu den Vorstellungen der oberen
Hierarchie. Und so zeigte sich jetzt in Österreich einmal mehr, wie das letzte
"totalitäre" System Europas mit seinen Gläubigen umgeht: Kein Vorschlag aus den
Reihen der Diözese Linz in Österreich für die Besetzung des Amtes
des Weihbischofs war dem Papst gut genug, und er setzte von oben ohne jede
Rücksprache einfach einen ganz anderen ein: Gerhard Maria Wagner gilt als
erzkonservativ und als harter Kritiker der Harry-Potter-Bücher und -Filme
(siehe dazu unsere Meldung hier).
Doch die Katholiken sind selbst schuld an ihrer
Entmündigung. Solange sie sich von unchristlichen Verdammnisdrohungen einschüchtern lassen,
ihren Führern absolutistische Macht zugestehen, und sie in einem fast beispiellosen Personenkult
auch noch huldigen, kriegen sie die Leute vorgesetzt, die sie noch mehr
einschüchtern. Dieses Mal zog sich allerdings zwei Wochen nach seiner
Ernennung der "Günstling" des Papstes wieder zurück und verzichtete auf sein Amt.
Nach dem häufig auf "sehr unbarmherzige und lieblose Weise" erfolgten
Widerstand, so der vom Papst gewollte Gerhard Wagner (orf, 15.2.2009),
habe er den Auftrag an den Papst "zurück gegeben". Wären die Untergebenen
folglich barmherziger und liebevoller gewesen, hätten sie einmal mehr wieder
nichts bewirkt. Nun darf der Papst erneut alleine entscheiden und sich einen
anderen suchen.
Mit Jesus von Nazareth hat das alles sowieso nichts zu tun. Er setzte
weder Priester noch Bischöfe ein noch wollte er, dass Anführer im Glauben andere
bevormunden. Auch kostümierte er seine Jünger nicht mit
Kleidern, die wie Frauenkleider aussehen und auch nicht mit speziellen Mützen,
Hüten, Stäben, Schals, Ketten, Wappen und mit weiterem Brimborium und Klunker. Jesus war ein
Mann des Volkes, nicht der Kirche, und er lehrte die Menschen, dass sie zu Gott
einfach "Vater" sagen können. Die katholischen Obrigkeiten jedoch werden mit
"Exzellenzen",
"Eminenzen" oder gar "Heiliger Vater"
tituliert und als angebliche Mittler zu Gott hingestellt. Doch zu dem Gott,
den uns Jesus lehrte, kann man
schlicht und einfach "Vater" sagen - nicht etwa "Heiliger Vater",
obwohl der Schöpfergott der einzige wirkliche heilige Vater wäre. So wie es u.
a. in der Offenbarung des Johannes heißt: "Denn du allein bist heilig" (15,
4). Und um Ihm näher zu kommen, braucht man ein ehrlich suchendes Herz, aber
keinen mit Titeln und Kritteln behangenen Mittler. Deshalb auch die Frage: Stellen sich die katholischen Würdenträger mit ihren Titeln nicht
über Gott? Und: Wenn ich zum Schöpfergott "Vater" sagen kann, wozu brauche ich
dann noch eine Eminenz? Oder einen Weihbischof? Oder einen Papst?
Siehe auch unsere Seite:
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm
29.1. / 31.1.2009 -
Muslimischer Ministerpräsident verweist Christen- und Judentum auf
das 5. Gebot "Du sollst nicht töten" -
Israels Präsident
Schimon Peres hatte beim Weltwirtschaftsforum in Davos/Schweiz seine Redezeit
deutlich überschreiten dürfen und dabei den Gaza-Krieg Israels verteidigt. Als
dann der Moderator von der Zeitung Washington Post dem türkischen Premier
Erdogan deutlich weniger Zeit einräumte als Peres und den Muslim zu stoppen
versuchte, platze diesem der Kragen. Er verließ schließlich den Saal, und mit
ihm noch einige andere Besucher. Erdogan erinnerte die Vertreter des kirchlichen
Christentums und des Judentums zuvor noch kurz an ihr eigenes 5. Gebot, das der
Schöpfergott über Mose offenbarte und das ursprünglich schlicht und ausnahmslos
lautete "Du sollst nicht töten" (spiegel.de, 29.1.2009). Im
durch Mose gegebenen 5. Gebot gilt also ursprünglich "Du sollst nicht töten"
ohne Wenn und Aber und ohne Ausnahme.
Doch die Priester der beiden Weltreligionen, des kirchlichen Christentums und des Judentums, haben das
Gottesgebot verfälscht und es sich so zurecht gezimmert, dass das Töten im Krieg
erlaubt ist, was z. B. bis heute zu unzähligen Opfern in Kriegen führt, z. B. im
Irak-Krieg der USA oder dem Afghanistan-Krieg der NATO oder dem Gaza-Krieg
Israels. Während jedoch die gefälschten Ausnahmen für das Judentum bereits im
Alten Testament stehen, haben die Kirchenchristen keine faule Ausrede. Jesus,
der Christus, auf den sich das kirchliche Christentum zu Unrecht beruft, ließ
nicht nur keine Ausnahmen vom Tötungsverbot zu, sondern verschärfte das Gebot
sogar noch und sagte: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: ´Du
sollst nicht töten`; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich
aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig"
(Matthäus 5, 21-22).
Die Opfer der Kriege in Gaza, zuletzt im Irak oder in Afghanistan sind überwiegend Moslems - davon viele, die ebenfalls getötet
haben, jedoch auch zahllose unbeteiligte Zivilisten. Und jetzt ist es
ein islamischer Präsident, der einmal mehr den Finger in diese
Wunde legt und schlicht aufzeigt, dass sich die kriegerischen Vertreter von Christen-
und Judentum nicht an ihr eigenes Gebot halten. Damit soll das Töten im Islam
jedoch nicht verharmlost werden. Denn dort gibt es ebenso Ausnahmen
vom Tötungsverbot, doch dort gelten diese von vorneherein.
29.1. / 5.2.2009 -
Bankräuber - früher
illegal,
heute legal? / Die Herrschaft des Gottes Mammon auch in Deutschland -
Der SPD-Chef Franz Müntefering geißelte kürzlich "Manager als
moderne Raubritter" (Spiegel online, 4.1.2009). Könnte man z. B. im Hinblick
auf die Bank-Manager nicht auch oftmals eher von Bank-Räubern sprechen? Denn
beginnt nicht schon dort der "Raub", wenn ein Manager, der Bank, der er
vorsteht, Millionen für sein privates Wohlleben entnimmt - und zwar ohne ein
ethisch verantwortbares Maß und vor allem, wie jetzt weltweit deutlich wird,
ohne dass das Unternehmen dies erwirtschaftet hätte? Auch auf Unkenntnis können
sie sich nicht berufen, denn sie sind die Manager mit den Einblicken in den
betriebswirtschaftlichen Schrott und in die unseriösen und zerstörerischen
Machenschaften. Und wird es nicht offensichtlich zum "Raub", wenn sie diese
Entnahmen fortsetzen, obwohl ihre Banken vom Steuerzahler mit Milliarden
subventioniert werden?
Während jedoch
ein gefasster Bankräuber früher immer vor Gericht gestellt wurde, üben diese
Arten von Bankräubern heute, welche also vielfach ihre vom Steuerzahler mit Milliarden
subventionierten Banken z. B. neben ihren Top-Gehältern auch durch Milliarden-Bonus-Entnahmen plündern, ihr Handwerk legal aus,
was vor allem in den USA, aber auch in anderen Ländern geschieht.
Faktisch nehmen dabei die Politiker dem Steuerzahler das Geld weg, um über die
staatlichen Bankenhilfen auch die Milliarden und Millionen für die Top-Bankmanager
aufzubringen. Riesige Gehälter und
Erfolgsprämien für Bankrottwirtschaft heute statt Banküberfällen früher - das ist der
Unterschied. Die Gemeinsamkeit: Das Geld ist in beiden Fällen weg, und es hat
jemand an sich genommen, der es nicht verdient hat. Die gesellschaftliche Ethik
gerät durch die üblichen Praktiken solcher "Führungskräfte" völlig aus dem Ruder. Und die Politiker
schauen vielfach nur mit großen Augen und offenen Mündern zu. Vielleicht müsste
man für dieses Tun den Ausdruck "legale Verbrechen" erfinden, d. h.,
"Verbrechen", die der Gesetzgeber erlaubt. Doch sind es nicht
nur die Bank-Manager, sondern es sind wohl die meisten Konzerne mehr oder
weniger betroffen.
Ein weiteres
Problem: Wie will der Staat in den Schulen an die nächste Generation glaubwürdig vermitteln,
dass Spitzengehälter und Milliarden-Erfolgs-Entnahmen bei gleichzeitiger staatlicher
Subventionierung legal sind und dass diejenigen, die dies praktizieren, die erfolgreichsten Menschen der
Gesellschaft sind? Und wie will das Bildungssystem angesichts dessen den
Jugendlichen noch ethisch glaubwürdige Werte vermitteln? Schlimme Folgen werden
wohl schon bald spürbar sein.
Zwar verzichten immerhin viele "Bankrott-Manager" auch auf ihre "Boni", doch
ändert das nichts daran, dass die Schere zwischen Superreich und Bettelarm
sowohl in den Industrieländern als auch weltweit überall immer weiter
auseinander geht. Und auch ohne Bonus-Zahlungen beziehen viele Manager bankrotter
Systeme und Betriebe noch Spitzengehälter bisher unbekannten Ausmaßes. Und viele Verantwortliche dieser Entwicklung nennen sich auch noch
"Christen", doch Jesus, der Christus, hat das alles nicht gewollt.
Aktualisierung - Jetzt will US-Präsident Barack Obama den US-Zocker-Banken
für zwei Billionen Dollar ("Billionen" ist kein Schreibfehler) ihre wertlosen
Schrott-Papiere abkaufen (spiegel.de, 29.1.2009).
Woher er das Geld letztlich nimmt, sagt er jedoch nicht. Vielleicht denkt er
sich: Da mir meine Vorgänger durch Misswirtschaft und Kriege (PS: Bomben
und Raketen explodieren auch bei Bankrott) sowieso schon 10 Billionen Dollar
Staatschulden hinterlassen haben, kommt es auf diese zwei auch nicht mehr an.
Aktualisierung [5.2.]
- Während die Meldung "Krise trifft Industrie
immer härter" verbreitet wurde (z. B. Bild, 5.2.2009), wurde
gleichzeitig folgende Meldung verbreitet "Dax-Konzerne wollen
Milliarden-Dividende ausschütten" (spiegel.de, 5.2.2009).
Während immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren oder notgedrungen kurzarbeiten
und ihre Firmen vielfach vor dem Kollaps stehen, zahlen die 30 größten an der
Börse notierten Konzerne Gewinnausschüttungen an Aktionäre "gemessen am
Börsenwert der Firmen" "so hoch wie nie" zuvor in der Geschichte. Das ist
die Herrschaft des Gottes Mammon auch in Deutschland: Die Arbeiter und
Angestellten werden zunehmend überflüssig und werden ganz allmählich in Richtung
Verarmung abgeschoben. Die Geldgeber kassieren jedoch satte Gewinne, obwohl die
Aufträge für die Industrie einbrechen. Das ist auch das Prinzip der Schere, nach
dem derzeit im Westen die Wirtschaft überwiegend funktioniert: Reiche werden
immer reicher, Arme immer ärmer und der Mittelstand bricht weg und die Politiker
haben die Aufgabe, solange immer neue Flicken auf dem maroden Gebilde
anzubringen, wie ihnen noch etwas einfällt.
Aktualisierung
[10.2.] -
Riesenskandal in der
Schweiz: UBS-Bankrott-Bank macht 19,7 Milliarden Schweizer Franken an Verlust
und bekommt 66 Milliarden Schweizer Franken an Staatshilfe! Und zahlt
2,2 Milliarden Schweizer Franken zusätzliche Bonus-Zahlungen an die Manager.
Das ist der Gott Mammon. Er nimmt selbst dort, wo er verliert. Und er nimmt von
den einfachen Leuten. Und auch in der Schweiz: Staatliche Unterstützung fließt
in die privaten Taschen der Millionäre. Und das alles hat
nichts, aber auch gar nichts mehr mit irgendeiner Ethik zu tun (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,606674,00.html).
Lesen Sie dazu auch:
http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/milliardenpraemien-banker-in-den-usa-kennen-keine-skrupel_aid_365995.html
sowie unsere Meldung Die Herrschaft des Gottes
Mammon und Die Schere
öffnet sich weiter
27.1. / 26.2.2009 -
Vier exkommunizierte Pius-Brüder-Bischöfe wieder in
katholische Kirche aufgenommen - Hintergründe der kirchlichen Verantwortung des
Mordes an den Juden - Papst Benedikt XVI. nimmt vier exkommunizierte
Bischöfe der extremistischen Piusbruderschaft wieder in die römisch-katholische Kirche auf.
Darunter Bischof Richard Williamson aus Großbritannien, der den Holocaust
leugnete, dies jedoch nach weltweiten Protesten und einer ultimativen
Aufforderung des Papstes später relativierte (siehe
hier). Dieses Vorgehen führt auch zu der
Frage: Welche Verantwortung trägt die Kirche selbst am
Holocaust? Wir weisen dazu auf unsere ausführliche Studie hin:
"Der Theologe Nr. 4" - Die evangelische Kirche und
der Holocaust
Diese Studie enthält auch Querverweise zur katholischen Kirche. Diese sind
zusammengefasst in:
Die katholische Kirche und der
Holocaust
27.1.2009
-
Katholische Kirche in
Mexiko: Vollständiger Ablass
für die Drogenmafia? / Welche Schuld hat die Kirche an der Ausbreitung von
Verbrechen? -
Allein 5.600 Menschen wurden in Mexiko im
Jahr 2008 von der Drogenmafia ermordet, weil sie dieser irgendwie in die Quere
gekommen sind. 300 davon ließ der Katholik Santiago Meza Lopez als Angestellter der Mafia
verschwinden, indem er sie in Natronlauge auflöste. Nachdem er nach seiner
Festnahme die Angehörigen der Opfer um Verzeihung bat, stellte ihm der
römisch-katholische Erzbischof Rafael Romo Munoz den vollständigen "Ablass" des
"Allmächtigen" in Aussicht, wenn er "von Herzen" bereue. "Gott verzeiht immer,
die Art der Sünde ist nicht wichtig", sagte der Geistliche (Spiegel online,
27.1.2009). Dies gilt dann aus Sicht der Erzbischofs und der Kirche
natürlich auch für die übrigen Mitglieder und Angestellten der Drogenmafia. Und
es zählt zu den brutalen Irreführungen der Menschheit durch die
römisch-katholische Kirche.
Denn zum einen kann ein Priester, der sich anmaßt, die "Vergebung Gottes"
zuzusprechen (was überhaupt nicht möglich ist) dem Bittenden nicht ins Herz
schauen. Schon von daher ist die kirchliche Absolution vielfach nur ein
scheinheiliges Ritual. Hinzu kommt: Gott könnte zwar bei echter Herzensreue
sofort vergeben, doch es kommt auf den Nächsten an, dem man Schaden zugefügt
hat. Denn Gott ist auch gegenwärtig in unserem Nächsten und auch im Opfer des Täters,
und die Kraft Gottes kann diesen immer wieder berühren, damit er dem Täter
verzeiht.
Tut er dies jedoch nicht, erfüllt sich das Gesetz von Saat und Ernte, wonach
jemand dasjenige früher oder später erleiden muss, was er anderen angetan hat (mehr
zum Sachverhalt aus geistiger Sicht siehe
hier). Es nützt der
Drogenmafia (vermutlich überwiegend überzeugte Katholiken) und anderen
katholischen Verbrechern also überhaupt nichts, vor einem Priester oder Bischof
Reue "von Herzen" vorzugeben. Schon in der Bibel heißt es: "Irret Euch nicht.
Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten"
(Galater 6, 7).
Hätte die römisch-katholische Kirche jedoch die christliche Botschaft nicht
verfälscht und würde sie den Menschen die Wahrheit über das Gesetz von Saat und
Ernte sagen, würden die Verbrechen und Kriege weltweit schlagartig zurückgehen.
Welchen Anteil der Schuld trägt also die Kirche?
24.1.2009 -
Papst segnet Lämmchen für Pallien der
Erzbischöfe - am Karfreitag werden sie dann mit einem Beil geschlachtet
-
Lesen Sie dazu die Hintergrundinformationen auf
unserer neuen Seite
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm
Lesen Sie dort z. B, auch:
Papst tauft Säuglinge - Treten Sie als Erwachsene aus, müssen
sie nach römisch-katholischer Lehre in die ewige Hölle.
- Papst über die Bedrohung der Ehe - Doch auch das Zölibat ist
eine Form von Ehebruch / Die Erfahrungen der Priester
- Papst predigt über Euthanasie - Vatikan wirft Angehörigen
einer italienischen Komapatientin, die keine künstlichen lebensverlängernden
Maßnahmen mehr wollen, "scheußliches Verbrechen" vor
...und vieles mehr.
23.1.2009 - Präsident des Umweltbundesamtes
erklärt: Nur noch
sonntags Fleisch essen - Andreas Troge (58), Präsident des
Umweltbundesamtes in Berlin, plädierte anlässlich der Grünen Woche, der
weltgrößten Agrarmesse in Berlin, für ein Überdenken des "hohen Fleischkonsums"
und eine "Rückkehr zum Sonntagsbraten". "Das tue nicht nur der
Gesundheit gut, sondern nütze auch dem Klima",
so Troge gegenüber der Berliner Zeitung
(http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0122/politik/0053/index.html).
Die Fakten liegen schon lange auf den Tisch und sind allgemein zugänglich:
In der durch künstliche Befruchtung hochgezogenen Massentierhaltung für das Fleisch der Reichen wird das Getreide
verfüttert, das die Hungernden bräuchten, um zu überleben. Zudem werden
Regenwälder und andere Flächen z. B. für Viehhaltung oder Viehfutter gerodet,
auf denen man Getreide und Gemüse für die Armen anbauen könnte.
Durch den vermehrten Methanausstoß
aufgrund der ausschließlich für den Fleischkonsum
gezüchteten Tiere wird das Klima massiv geschädigt, von anderen
Schäden durch die industrialisierte Massentierhaltung gar nicht zu reden (siehe
z. B. oben den Artikel aus der Berliner Zeitung). Der
Fleischkonsum schädigt das Klima insgesamt mehr als der Straßenverkehr.
Tiere sind empfindsame und schmerzempfindliche Wesen und spüren, was mit ihnen
geschieht. In ihnen steckt ebenso der Wunsch nach Freiheit wie im Menschen.
Fleischkonsum ist massiv gesundheitsschädlich.
Und, und, und ...
Doch einmal mehr die Partei, die den Namen "christlich" missbraucht,
wehrt sich gegen den Vorschlag des
Präsidenten: "Herr Troge soll uns mit seinen
Verboten verschonen und uns nicht die Lust am Essen nehmen", so der
Katholik und CDU-Lobbyist
für Fleischkonsum im Bundestag, Peter Bleser (Bild,
23.1.2009). Jesus, der Christus, war demgegenüber kein
Lusttieresser, sondern ein Freund der
Tiere - siehe hier sowie
Der Theologe Nr. 7; dazu eine Antwort auf die Frage:
Hat Jesus nicht auf Fleisch gegessen? ab
hier.
Für uns geht der Vorschlag von Präsident Andreas Troge zwar in die richtige
Richtung, aber noch nicht weit genug. Wir schlagen vor: "Hört endlich auf mit
dem Fleischverzehr: Um der Menschen willen, um der Tiere willen, der eigenen
Gesundheit zuliebe und um des ganzen Planeten Erde willen!" Und: Metzger,
Schlachter und Schlachttierzüchter, bitte umschulen! - Eine kleine Milliarde
weniger für die Großbanken und ihre Boni-Empfänger, dafür diese Milliarde für
Eure Umschulung!
Hier einige
Links aus dem Verlag "Das Weisse Pferd":
21.1.
/ 5.2.2009 -
Er hat sie
gebeten, sich nicht umzudrehen, und sie glaubte an eine Überraschung:
Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor a.D.
ersticht seine Frau / Kurz darauf "besuchte er seine Lieblingskirchen" und
musizierte bei evangelischer Trauung / Täter "schiebt die Schuld indirekt auf Gott" /
Lebenslängliche Haftstrafe - Professor Hans-Martin Rauch (63) aus
Gmund am Tegernsee hat seine Frau erstochen und wurde dafür zu einer
lebenslänglichen Haftstraße verurteilt.
"Durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten"
Zu den Hintergründen: Professor Rauch bekleidete das "höchste Musikfunktionärs- und das profilierteste künstlerische Amt, das die bayerischen Protestanten zu vergeben haben" (Sonntagsblatt Nr. 51 vom 19.12.2004). Neben seinem Amt als Landeskirchenmusikdirektor (LKMD) war er auch Professor für Kirchenmusik an der Universität Bayreuth. Sein Lied "Die Sonne geht auf. Christ ist erstanden" steht im Evangelischen Kirchengesangbuch. Er hatte u.a. die "die hoch gerühmte Kantorenstellung an St. Sebald" in Nürnberg inne (Nürnberger Nachrichten, 21.1.2009), und er führte vor allem in Coburg-St.Moriz und später in Nürnberg und München große Oratorien auf (siehe z. B. http://www.bachchor-coburg.de/chor/geschichte.htm), und es gibt auch Musik von ihm zu kaufen. "Ohne Leidenschaft geht´s nicht", so der oberste evangelische Kirchenmusiker Bayerns bei seiner Verabschiedung im Jahr 2004. Und das Sonntagsblatt schreibt weiter, Rauch sei "durchaus in der Lage, auch mal mit dem Säbel zu streiten". Am 19.5.2008 hatte er dann seine Ehefrau Barbara Rauch (59), eine Pfarrerstochter, in der gemeinsamen Wohnung in Gmund-St.Quirin am Tegernsee mit einem Küchenmesser erstochen. "Die evangelische Pfarrerin von Bad Wiessee, Irene Geiger-Schaller, erklärte, die Gemeinde sei ´völlig fassungslos`. Rauch habe sich als Mitglied des Kirchenvorstands und nebenamtlicher Organist sehr im Gemeindeleben engagiert" (Neue Presse, 27.5.2008). Und nach Bekanntwerden der Tat hat auch die ehemalige Kirchengemeinde des Ehepaares in Coburg einen Konzertgottesdienst "für Familie Rauch" gehalten.
"Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen"
Am 20.1.2009 begann der Prozess. "Das Paar führte ein wohlhabendes Leben" (Abendzeitung, 21.1.2009). Doch Professor Rauch war hoch verschuldet, hatte nach seinen Angaben Angst, seiner Frau die Wahrheit über die Finanzen zu sagen. "Ich hatte das Gefühl, dass uns die finanzielle Last erschlägt. Das hätte sie nicht verkraftet", so gibt der Kirchenmusikdirektor an (Altmühlbote, 21.1.2009). "´Da habe ich den Plan gefasst, uns zu töten`, sagt Rauch. Seine Frau habe er nicht zurücklassen wollen ´mit dem ganzen Mist`" (Fränkischer Tag, 21.1.2009). Doch ob sich seine Frau für so viel "Rücksicht" einst im Jenseits bei ihrem Mann bedanken wird? Auf Bitten seiner Tochter habe er dann nach dem Mord den Selbstmord nicht ausgeführt. So "könne es ihm niemand vorwerfen, dass er den Wunsch der Tochter erfüllt und auf den Selbstmord verzichtet habe" (Altmühlbote, 22.1.2009). Doch die Aussagen des Ex-Kantors über seine Selbstmordpläne sind "nach den Worten des Sachverständigen" "zweifelhaft" (Süddeutsche Zeitung, 22.1.2009). Auch das Gericht sieht es anders als der Angeklagte: "´Die Tat ist die Kumulierung Ihres vorherigen Verhaltens. Ihres Charakters`, sagt der Vorsitzende Richter Weitmann zum Angeklagten. Ein ernsthafter Suizidversuch sei nicht festzustellen gewesen ... ´Das Leben der Frau ist vernichtet worden, damit sie bis zum Tod den Eindruck hatte, mit einem Strahlemann verheiratet zu sein`" (Nürnberger Nachrichten, 23.1.2009).
Ein Versuch, "Gott" mit in Verbrechen hinein zu ziehen
Anders der Kirchenmusiker: Er
"schiebt die Schuld indirekt auf den lieben Gott",
so die tz vom 21.1.2009.
Die tz
begründet ihren Satz mit Rauchs Worten: "Ich habe Gott gebeten, mir einen Weg zu zeigen. Es
kam nichts." Und in der ZEIT werden seine Worte wie folgt dargelegt: "Gott ... habe sich in Schweigen gehüllt. Sein Leben lang habe er selbst für Gott
musiziert und den Menschen musikalische Brücken gebaut, auf denen sie zum
Christentum gefunden hätten, schreibt R. sinngemäß in einem Brief, und in der
dunkelsten Stunde habe Gott ihn, Hans-Martin R., im Stich gelassen. ´Gott kann
grausam sein und ungnädig`" (29.1.2009). Auf diese Weise versucht
er, "Gott" mit in sein Verbrechen hinein zu ziehen. Hierzu merkt DIE
ZEIT
jedoch an, "dass auf R. eine Pension im höheren Verwaltungstarif wartete, dass
seine Frau Barbara ebenfalls verdiente, dass er eine 74.000 Euro-Abfindung von
der Landeskirche kassiert hatte und wohlhabende Freunde und Verwandte besaß".
Und zum angeblichen Schweigen Gottes kann gesagt werden: Der Gott, den Jesus
lehrte, tat Seinen Willen z. B. durch die Zehn Gebote kund. Nach evangelisch-lutherischer Lehre sind
jedoch die Zehn
Gebote ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht ehebrechen", "Du
sollst nicht lügen" u. a.) anders als bei Jesus von Nazareth (z. B. Matthäus
19, 17) kein Weg zu Gott bzw. zum Seelenheil (näheres dazu siehe
hier). Es komme dafür stattdessen auf den Glauben an.
"Die Ehefrauen dieser Leute leben noch"
Und es gibt weitere Hintergründe: Der Landeskirchenmusikdirektor a.D. hatte
"während seiner
35-jährigen Ehe fast ständig verschiedene Geliebte gehabt"
(Altmühlbote, 22.1.2009). Hinzu kamen zwei außereheliche Kinder. "´Es entsteht der Eindruck, dass Sie während der
Ehe permanent zwei-
Messerstich in den Rücken, in das Herz und in den Bauch
Die Nürnberger Nachrichten schreiben über den Tathergang: "Den Ermittlungen zufolge wandte ihm die
Frau am Tatabend den Rücken zu, als er die Küche betrat. Er soll sie gebeten
haben, sich nicht umzudrehen - und sie soll in dem Glauben gehorcht haben,
er wolle sie mit den Unterlagen für die geplante Andalusien-Reise
überraschen" (18.1.2009). In Wirklichkeit hielt er ein 15 cm langes Küchenmesser in seiner Hand und stach zu
- nach Angaben seines Verteidigers, "um ihr den Schrecken des Todes" zu
"ersparen" (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009).
Und in der Abendzeitung heißt es weiter: "Barbara drehte sich um,
fragte: ´Was ist denn los?` Rauch: ´Sie hat das gesagt, als ob sie Mitleid mit
mir hätte oder mit mir reden wollte`"
(21.1.2009). Da
hielt ihr der Kirchenmusikdirektor a.D. den Mund zu und stach noch zweimal zu, einmal
ins Herz, dann in den Bauch.
Danach nahm er Schmuck, offenbar von seiner Frau, an sich und fuhr bis
nach Ostdeutschland, "besuchte seine Lieblingskirchen",
zündete Kerzen für seine Frau an (Weißenburger Tagblatt, 22.1.2009). Die
Neue Presse Coburg schreibt, dass er am folgenden Tag zunächst
"ein paar Schmuckstücke in München" verkauft hatte, "um seine ´Gedächtnisfahrt`
zu finanzieren. Zuvor hatte er an der Frühmesse teilgenommen"
(21.1.2009). Und nach seiner Rückkehr
musizierte bei einer
evangelischen Hochzeit (Münchner Merkur, 21.1.2009).
Die Leiche seiner
Frau ließ er die ganze Zeit über in der Wohnung liegen. Es dauerte sechs Tage, bis die Vermieterin
sie fand. Danach floh der Musiker, stellte sich jedoch schließlich der Polizei
und gestand. Das Landgericht München II verurteilte ihn am 22.1.2009 zu
lebenslänglicher Haft.
Trägt Martin Luthers Lehre zur Enthemmung beim Sündigen bei?
Versucht man das Geschehen mithilfe der Lehre
Martin Luthers zu begreifen, dann kann man zunächst sagen:
Laut der Lehre Martin Luthers besitzt der Mensch keinen freien Willen,
sondern wird entweder von Gott oder vom Teufel "geritten" (siehe
hier). Zudem lehren
die beiden Großkirchen, dass Jesus bei seiner Kreuzigung angeblich alle
Sünden der Menschen weg genommen habe.
Und so textete auch Hans-Martin
Rauch in seinem Lied: "Mit unseren Sünden ist Christus gestorben und hat für
uns dadurch Freiheit erworben". Diese Lehre hat sowohl bei Martin Luther (siehe
Der Theologe Nr. 3) als auch bei vielen
seiner Nachfolger (vgl. auch Der Theologe
Nr. 21 über Pastor Klaus Geyer) offenbar mit zu einer Enthemmung
beim Sündigen beigetragen, da nach diesem Glauben ja alle Sünden von
Christus hinterher weggenommen würde (zum Sachverhalt siehe jedoch
Der Theologe Nr. 35 über die
evangelische Rechtfertigungslehre). Und auch der protestantische
Musikdirektor hatte ja zunächst zu seinem Gott gebetet, bevor er darauf hin den
Mord plante (siehe
hier).
Und Martin Luther
lehrte im Zusammenhang seines Glaubens sogar weiter: "Pecca fortiter, sed
fortius fide" (= Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer). So kann
man fragen: Wie ist das nun,
wenn sich ein Nachfolger Luthers diese bekannte Aussage zum Leitsatz macht, wie
das vielfach geschieht? Sticht er dann im Konfliktfall nicht vielleicht
schneller zu oder drückt schneller ab oder schlägt schneller zu als jemand, den
sein Gewissen vielleicht im letzten Moment noch davon abhält?
"Unheilige Allianz" von "Beamtentum und Metaphysik"
Die erneute
furchtbare Familientragödie in der evangelisch-lutherischen Kirche sollte
deshalb dazu führen, die Lehre Martin Luthers einmal darauf hin zu prüfen, inwieweit
sie bei solchen Verbrechen mit eine Rolle spielten könnte, z. B. die
angebliche Wegnahme aller Sünden nur durch Glauben (siehe oben), der
Lehrsatz Luthers vom "tapfer Sündigen" (siehe oben) und die Leugnung
eines freien Willens des Menschen. Wie bereits erwähnt, werde nämlich der Mensch
nach der Lehre Martin Luthers entweder von Gott oder vom Teufel "geritten". Der
Mensch könne sich jedoch nicht für den einen oder anderen entscheiden, sondern
Gott und der Teufel machen das unter sich aus, wer jeweils gewinnt. Das
glaubt man kaum, doch so ist die Lehre Luthers tatsächlich, dokumentiert in der
"reformatorischen Grundschrift" Vom unfreien Willen, nach namhaften
Lutheranern auch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Katholizismus
(siehe z. B. hier). Was könnte also der
lutherische Musikdirektor dann dafür, falls sich der Teufel hier nach
lutherischer Lehre gegen Gott durchgesetzt hat? (zum Sachverhalt allgemein aus
evangelisch-lutherischer Sicht siehe
hier)
Und DIE ZEIT schreibt: "Was ist das
für eine Kirche, in der Beamtentum und Metaphysik eine so unheilige Allianz
eingehen, dass ein leitender Kirchenmusiker kein Verantwortung mehr auf sich
nimmt?" (29.1.2009)
So sollte auch einmal geprüft werden, wie weit
diese Lehre überhaupt mit den ethischen Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft
im Einklang steht und ob sich Martin Luther als Vorbild z. B. für Schüler im
Religionsunterricht überhaupt eignet (vgl. dazu auch
Der Theologe Nr. 3). Wäre der Täter Mitglied
einer kleineren
Glaubensgemeinschaft, würde man eine solche Prüfung sicher vornehmen. Doch wann
wird einmal Martin Luther hinterfragt und der lutherische Glauben? Zu den
Hintergründen siehe auch Der Theologe Nr. 1.
PS:
Wir urteilen nicht über Landeskirchenmusikdirektor a.D. (LKMD a.D.) Hans-Martin Rauch. Sondern er steht für
uns hier als Vertreter einer Institution, die eine hochproblematische
Ethik vertritt und die Denkweisen in den eigenen Reihen oftmals auf andersgläubige
Minderheiten projiziert und diese dann bekämpft statt sich einmal selbst zu
hinterfragen (siehe dazu Der Theologe Nr. 12).
Einige
weitere grundsätzliche Hinweise dazu, warum wir
deshalb solche Meldungen aus den Reihen der Kirche veröffentlichen, lesen Sie
hier.
20.1. /
4.2. / 19.6.2009 -
"Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt" (Leo Tolstoi)
- Metzger und Jäger zielt mit Waffe auf Sohn / Britische Soldaten beißen
lebenden Hühnern Kopf ab / Anderer Metzger verspeist Fleischstücke eines von ihm
ermordeten Mädchens / Und ein Koch zerstückelt den Körper seines Ex-Kollegen /
Soldaten trinken Schlangenblut - Der Satz des
russischen Schriftstellers Leo Tolstoi "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur
ein Schritt" hätte sich vielleicht einmal mehr beinahe
bei einem Familiendrama in München bewahrheitet. Der Metzger und
leidenschaftliche Jäger Jakob K. muss sich vor Gericht wegen versuchten Mordes
verantworten. Der sowohl berufs- als auch hobbymäßige Tiertöter erklärte
demgegenüber, er wollte seinen Sohn nur erschrecken (tz-online.de, 19.1.2009;
bild.de, 20.1.2009).
Vgl. dazu auch die Filmaufnahmen Britische Soldaten beißen lebenden Hühnern den
Kopf ab unter
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2009/01/21/soldaten-beissen-lebendigen-huehnern-kopf-ab/brutales-training-in-britischer-armee.html
sowie den Artikel über das Trinken von Schlangenblut durch thailändische und
US-Soldaten:
http://www.bild.de/BILD/news/2009/02/14/usa-soldaten-im-ueberlebenscamp/trinken-kobra-blut.html
Ein weiteres Verbrechen: In St. Petersburg in Russland hat sich der
Satz von Tolstoi dann kurz bewahrheitet. Ein Metzger ermordete mit seinem Freund
ein ihm bekanntes Mädchen, verspeiste danach "den linken Wadenmuskel und Teile
der linken Hüfte". Das Fleisch wurde zusammen mit Kartoffeln im Ofen gebacken.
Der Grund: Die beiden waren hungrig (Bild, 4.2.2009). Gegen den Metzger
wurde früher auch wegen Tierquälerei ermittelt.
Und ein furchtbares Verbrechen in Deutschland: Leichenteile eines Kochs
wurden in der Isar gefunden, zuerst die Arme ohne Fingerkuppen. Der Kopf soll im
Inn liegen, irgendwo in Tschechien Rumpf und Beine. Der Mann wurde zerstückelt.
Wie sich herausstellte ebenfalls von einem Koch, dem ehemaligen Chef eines
Wirtshauses "Jägerwirt", der sonst das Fleisch von Tieren zerstückelte
(bild.de, 5.2.2009).
Untersuchungen darüber, wie das Schlachten und Zerlegen von Tieren die
Hemmschwelle senkt, Menschen zu schlachten und zu zerlegen, sind längst
überfällig.
Hintergrund: Das Gebot "Du sollst nicht töten" gilt auch gegenüber
Tieren.
16.1.2009 -
Evangelischer Pastor:
Sexuelle Nötigung einer Jugendlichen -
Idea schreibt: "Wegen
des Verdachts der sexuellen Nötigung einer Minderjährigen ermittelt die
Staatsanwaltschaft Aurich (Ostfriesland) seit Mitte Dezember gegen einen
evangelisch-lutherischen Pfarrer aus Gnarrenburg bei Rotenburg (Wümme)"
(16.1.2009). Der 52-jährige Geistliche ist verheiratet, sechsfacher
Familienvater (kkbz.de) und wurde zunächst vom Dienst suspendiert.
PS: Warum wir
solche Meldungen veröffentlichen, lesen Sie
hier.
15.1. / 16.1.2009 -
Atommüll-Fässern in Asse droht Zerstörung / Was macht diese
Generation mit der Erde? - Der
radioaktive Müll aus Atomkraftwerken braucht teilweise 200.000 Jahre, bis seine
tödliche verseuchende Strahlung abgebaut ist, teilweise auch nur 24.000 Jahre
usw. Und die Politiker und Wirtschaftsführer dieser Generation maßen sich
trotzdem an, solchen Müll tonnenweise zu produzieren, und die Kirchenführer geben vielfach
ihren Segen dazu. Es wird schon nichts passieren, so das Geheuchel. Doch jetzt
steht gerade eine Kammer mit 6.000 Fässern radioaktivem Müll im Lager Asse in
Wolfenbüttel vor dem Einsturz. "Es besteht die Gefahr, dass die Fässer
zerstört werden", so Joachim Bluth vom
niedersächsischen Umweltministerium (Bild, 15.1.2009). Kein Erdbeben,
keine andere Naturkatastrophe, kein Land mit bestochener Regierung (davon geht
man zumindest aus) und ohne Sicherheitsmaßnahmen, kein Angriff im Krieg, einfach so
- und das inmitten des Landes mit den weltweit höchsten Sicherheitsstandards. Die Gefahr der
einstürzenden Kammer im Atommülllager Asse mag vielleicht mit 2,2 Milliarden
Euro Sanierungskosten (wer zahlt?) gebannt werden (Wikipedia, Stand:
16.1.2009). Doch ist das Lager ja nur ein kleiner Baustein im Riesenkomplex
der Atomindustrie. Und wie sieht es woanders aus oder wie wird es aussehen z. B.
in 100 Jahren, wenn z. B. 0,5 Promille der tödlichen Strahlung abgebaut ist. So ist das Atommülllager in Asse ein Symbol oder gar
ein Vorbote für das Ganze.
Und wie
werden wohl nachfolgende Generationen einmal die vielfach selbstzerstörerische
und gleichzeitig selbstgerechte Politik dieser
Generation und ihre Religion beurteilen? Vermutlich würden irgendwann alle
Geschichtsbücher umgeschrieben, falls es dann überhaupt noch geht. Denn wohin
führen die derzeitigen Politiker die Menschheit?
Im Schöpfungsbericht in der Bibel vor langer Zeit hieß es einmal, dass
die Menschen auch die Aufgabe haben, die Erde zu "bewahren" (1. Mose 2, 15).
Damals ahnte keiner, wozu die heutige Generation einmal fähig sein könnte und
was sie aus Gründen des maximalen Profits und für höchste Gehälter, Boni,
Sonderzahlungen und Dividenden auch tut. Doch auch in unserer Generation gab
und gibt es Propheten und weise Menschen, die schon vor Jahrzehnten Lösungswege
aufgezeigt haben, doch ausgerechnet die Kirche warnte einst - als noch Zeit zur
Umkehr war - vor den warnenden Stimmen (vgl.
hier).
Aktualisierung [10.2.2009] - "Atom-Sauhaufen" Asse bei
netzeitung.de
14.1.2009 - Pfadfinderarbeit:
Evangelisch-lutherischer Diakon verging sich an Kindern -
Nach
Bekannt werden wurde der evangelisch-lutherische Diakon der Kirchengemeinde Apensen bei Stade vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis
Buxtehude entlassen (Bild, 14.1.2009, idea, 16.1.2009). Dem Diakon waren
80 Kinder anvertraut. "In Apensen galt der 40-Jährige vielen als unauffällig und
liebenswürdig. Als ein gläubiger Mann, der nicht trinkt, fleißig und tiefgläubig
ist" (Hamburger Abendblatt, 15.1.2009). Die Eltern der
Kinder wurden zu einem Elternabend eingeladen.
PS: Warum wir
solche Meldungen veröffentlichen, lesen Sie
hier.
12.1. / 16.1.2009 -
Zum Abschied wenigstens einen Militärschlag verhindert - George W. Bush
untersagte Israel Überflugsrechte für Angriff auf den Iran und stellte keine
Spezialbomben bereit / Dennoch: Anmaßung von Göttlichkeit -
Zum Sachverhalt siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F01%2F12%2Fa0070&cHash=ab1cb7f3e4.
Demnach habe Bush Israel weder die nötigen Spezialbomben zur Verfügung gestellt noch
den israelischen Kampfbombern Überflugrechte über den Irak gewährt. Darauf hin ließ die israelische Regierung
zumindest vorerst von den Angriffsplänen auf die iranischen Nuklearanlagen ab.
Wird Barack Obama nun im Gegensatz dazu die Angriffspläne unterstützen?
(vgl. dazu
hier)
Wer jedoch bei George W. Bush eine grundsätzlich andere Einstellung als in den
vergangenen acht Jahren vermutet hatte, wurde eines anderen belehrt. Bei seiner
Abschiedsrede sagte er:
"Ich habe oft über Gut und Böse gesprochen, was
vielen unangenehm war. Aber Gut und Böse gibt es in der Welt, und dazwischen
gibt es keinen Kompromiss" (Spiegel online, 16.1.2009). Dieser Satz ist
zwar aus der Sicht des Schöpfergottes richtig. Doch hat ihn der US-Präsident
sinngemäß umgepolt in: "Wir sind die Guten, unsere Gegner die Bösen", womit er
sich faktisch göttliche Fähigkeiten zusprach. Vgl. dazu auch unsere Meldung
Die Philosophie im Westens über die Guten und die
Bösen. Und so z. B. auch Bushs Schüler Michail Saakaschwili aus Georgien
(siehe hier).
Normalerweise traut man etwa 7-jährigen Kindern zu, einigermaßen
nachvollziehbar wägen zu können zwischen gut und böse, wobei jedem klar sein
dürfte, dass das menschliche Abwägen immer fehlerhaft sein kann, je nach Prägung
des Gewissens. Bei dem protestantischen US-Präsidenten scheint diese Einsicht bisher
leider jedoch nicht in Erscheinung getreten.
10.1. / 12.10.2009 -
Jäger verwechselt Jäger
mit Wildschwein - erschossen / Mensch zerstört weltweit ökologisches Gleichgewicht - Ist uns bewusst,
wie gerade die
genauso wie die Menschen schmerzempfindlichen Tiere
in Wald und Flur derzeit unter der klirrenden Kälte leiden? Das Winterfell
schützt meist nicht mehr ausreichend, da sich die Tiere durch die immer
schlechteren Umweltbedingungen (z. B. Gift, minderwertige Nahrung) nicht mehr
optimal auf den Winter vorbereiten können. Und dann kommen die Jäger und tragen
auch bei - 15° noch den Krieg in den Wald, wo die Tiere äußerste Ruhe brauchen,
um ihre Kräfte nicht zu erschöpfen.
Ein Jäger in Baden-Württemberg sah bei einer solchen barbarischen Jagd 80 m vor sich
im Gebüsch vermeintlich ein Wildschwein. Doch Jäger sehen oft altersbedingt nicht mehr so
gut, sind manchmal auch nicht nüchtern. In diesem Fall ist der Schütze
allerdings erst 44, und ob Alkohol im Spiel war, ist nicht bekannt. Der Schuss traf einen
anderen Jäger in
den Rücken. Er war im Unterschied zu den meisten Wildschweinen - die sich schwer verletzt oft noch tagelang durch den Wald schleppen, ehe sie furchtbar
verenden - sofort tot. Ein tragisches Ende: Während er Tiere töten wollte,
wurde er selbst für ein Tier gehalten und wurde getötet (Bild, 10.1.2009).
Der Jäger könnte noch leben, wenn die Jagd endlich verboten würde
(siehe dazu
http://www.abschaffung-der-jagd.de). Die
Bestie Mensch nimmt den Tieren Zug um Zug den Lebensraum und schreit dann auf,
wenn die noch übrigen Tiere etwas zu essen suchen. Für den Ego-Protz Mensch gilt
ein essendes Tier vielfach als "Schädling", denn er will die Erde nur für sich
ausplündern. Und ein Tier, das nicht mehr als seinen täglichen Bedarf an Nahrung decken
möchte, schmälert nur seinen Profit. Und ausgerechnet der Mensch, der es
schaffte, nicht nur seinesgleichen immer wieder zu zerbomben und zu erschießen
(siehe z. B. unsere Meldungen zum Gaza-Krieg), sondern die ganze Erde aus dem ökologischen Gleichgewicht zu werfen, maßt sich
an, in Wald und Flur für ein "Gleichgewicht" sorgen zu wollen. Und er
glaubt, dazu Tiere massenhaft erschießen zu müssen. Die Tiere sollen also schuld sein, wenn das
"Gleichgewicht" in der Natur "gestört" sei. Dabei zerstört der Jäger z. B. durch den Abschuss
von Leitbachen die Struktur ganzer Wildschwein-Rotten, die sich darauf hin
unkontrolliert vermehren. Würden die Tiere nicht blutig gejagt, würde der
Schöpfergeist in den Tieren die Vermehrung steuern, und ein ökologisches
Gleichgewicht würde sich ohne die Gewehre der Menschen mit der Zeit von selbst
einstellen, wie alle Erfahrungen auf diesem Gebiet
zeigen.
PS: In
Brandenburg haben Jäger z. B. Todesboxen für kleine Wildschweine entwickelt
(Bild, 5.9.2008). Man stellt die Boxen im Wald auf und legt Futter hinein,
z. B. Mais. Freut sich ein Frischling über das gefundene Futter und läuft in die Box, fällt sie zu. Dann
wartet der Frischling so lange, bis der Jäger vorbei kommt. Dann wird der
gefangene Frischling vom Jäger aus der Todesbox heraus genommen und in die
Hinrichtungsbox gesteckt und dort mit einem Kleinkalibergewehr erschossen. Würde man
ihn gleich in der Falle erschießen, könnten wohl die Blutspritzer andere Tiere
abschrecken.
Gemäß einem Evangelium, das nicht in die Bibel aufgenommen wurde, sagt Jesus von
Nazareth: "Siehe die Felder, wie sie wachsen
und fruchtbar sind, und die fruchttragenden Bäume und die Kräuter! Was willst du
noch mehr als das, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt? Wehe den
Starken, die ihre Stärke missbrauchen! Wehe dem Schlauen, der die Geschöpfe
Gottes verwundet! Wehe den Jägern! Denn sie sollen selbst gejagt werden" (Das
Evangelium Jesu 14, 7;
http://www.theologe.de/jesus_freund-der-tiere.htm).
Vgl. dazu auch http://www.theologe.de/theologe7.htm, Jesus und die
ersten Christen waren Freunde der Tiere.
10.1.2009 -
Nobel-Restaurant schenkt 140 Jahre altem Hummer die Freiheit - Ein besonders "toller Fang" gelang
Hummerjägern in den USA, als sie einen zehn Kilo schwerer Hummer gefangen
hatten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Hummer um 1870 geboren wurde,
also ca. 140 Jahre alt sein muss. Kurz vor seiner geplanten Ermordung durch
Hineinwerfen in kochendes Wasser hatte der Besitzer des Restaurant in New York,
der den Hummer gekauft hatte, aber Gewissensbisse. Er entschied, den Hummer frei
zu lassen und in einer Gegend wieder auszusetzen, in welcher der Hummerfang
verboten ist (Bild, 10.1.2009). Dies ist ein guter Jahresbeginn. Doch
auch alle anderen Hummer möchten die Freiheit. Und letztlich alle Tiere, die
nicht dazu geschaffen wurden, um geschlachtet zu werden und in den Kochtöpfen
der Menschen zu enden.
Im Schöpfungsbericht der Bibel heißt es ursprünglich: "Sehet da, ich [Gott] habe
euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle
Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf
Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt,
habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah
an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut" (1. Mose 1,
29-31). Erst später hat man Gott die Erlaubnis zum Fleischverzehr
unterschoben (vgl. dazu hier). Die
Umkehr erfolgt, wenn immer mehr Menschen auf das Verzehren der Tiere verzichten.
Gute vegetarische Rezepte finden Sie z. B. bei
www.lebegesund.de
9.1. / 12.1. / 24.1. / 30.8.2009 -
"Israel geht hart
gegen Verweigerer und Demonstranten vor" / Israelische Friedensbewegung: 10.000
Menschen protestierten in Tel Aviv / Vom Westen moralisch im Stich gelassen /
Nach Kriegsende: Über 1.400 Tote, 22.000 zerstörte Häuser / "Evangelikale"
Kriegsbefürworter sollten sich von Jesus distanzieren /
Sieben Monate nach Kriegsende: Wachsender Hass in Gaza auf Israel
- Bei einer Großdemonstration in Tel Aviv griff die Polizei durch, verhaftete
mehrere Hundert Demonstranten. Auch Kriegsdienstverweigerer bekommen
Haftstrafen.
Spiegel online schreibt unter der Überschrift "Israel geht hart gegen
Verweigerer und Demonstranten vor" z. B. über eine Demonstration von 250
jungen Männern, die ihrer Einberufung in den Gaza-Krieg nicht nachgekommen sind: "´Wir weigern uns, in Gaza zu kämpfen`, ´Gaza zu
zerstören produziert Terror` steht auf Schildern, die die Demonstranten
hochhalten. Am Vortag hat die Reservisten-Organisation ´Mut, sich zu verweigern`
eine Anzeige auf Seite eins der israelischen Tageszeitung ´Haaretz` geschaltet
und zum Protest aufgerufen. ´Es ist wichtig, dass unsere Stimme gehört wird`,
sagt Arik Diamant von der Reservisten-Gruppe. ´Wir sind die Leute, die wissen,
was es heißt, zu kämpfen.` Die meisten hier sind Mitte 30, fast alle haben in
den besetzten Gebieten gedient, sagt Diamant. ´Wir wissen, dass ein Krieg in
einem dicht besiedelten Landstrich wie Gaza unmoralisch ist.` Am ersten Tag des
Krieges gingen tausend Menschen in Tel Aviv gegen den israelischen Waffengang
auf die Straße. Eine Woche später waren es zehntausend" (spiegel.de,
9.1.2009).
Obwohl auf der anderen Seite 91 % der Bevölkerung in Israel den Krieg
befürworten, zeigt der Widerstand doch, dass der Wahnsinn des Krieges auch im
eigenen Land nicht unwidersprochen hingenommen wird. Doch der
"kirchenchristliche" Westen spricht immer nur von "Solidarität" mit der Krieg
führenden Regierung. Dabei müsste er, wenn die Politiker wirklich
"christlich" wären, die Friedensbewegung in Israel stärken. Denn Jesus, der
Christus, hätte niemals und unter gar keinen Umständen einen Krieg befürwortet.
So aber wird die Friedensbewegung moralisch im Stich gelassen.
Doch nicht nur: Vor allem so genannte "Evangelikale", konservative
Protestanten, die sich als "wiedergeborene" Christen mit angeblich "persönlicher
Beziehung" zu Jesus betrachten, gleichzeitig aber den Krieg der israelischen
Regierung und gegebenenfalls auch andere Kriege befürworten, verhöhnen auf diese
Weise den großen Friedenslehrer aus Nazareth (vgl. dazu auch
hier).
Sie sollten sich deshalb ehrlicherweise von Jesus, dem Christus distanzieren und öffentlich
bekennen, dass er nicht der Messias ist und dass stattdessen andere Aussagen der
Bibel über den Krieg für sie gültig sind.
In eigener Sache:
Die Berichterstattung über den Gaza-Krieg wird mit den Meldungen vom 9.1.2009
eingestellt. Alles Wesentliche und Grundsätzliche ist gesagt. Die Eskalation von
Gewalt und Gegengewalt wird sowohl aktuell als auch langfristig zu neuem
Leid und Chaos führen, auch wenn zwischenzeitlich ein Waffenstillstand möglich
ist. Ältere Meldungen
werden jedoch gegebenenfalls aktualisiert. Wir verweisen an dieser
Stelle noch einmal auf unsere Meldung Fühlen wir uns
in die Opfer in Kriegsgebieten hinein, die bewusst allgemein formuliert
ist und Opfer auf allen Seiten einschließt.
Die Toten-Bilanz
[18.1.2009] -
Drei tote israelische Zivilisten durch
Raketen der Hamas, zehn weitere tote israelische Soldaten, davon fünf Tote durch Beschuss
von
den eigenen Truppen; ca. 1.400 tote Palästinenser durch israelische Angriffe,
davon ca. die Hälfte Zivilisten, davon
laut UNICEF über 300 Kinder; über
5.500 Schwerverletzte.
[20.1./24.1.2009] - Zudem: 22.000 Häuser wurden zerstört, das sind 14 % aller Häuser, dazu
ein großer Teil der Infra-Struktur. Der Wiederaufbau kostet Milliarden. Auch die
Länder der EU wollen mit bezahlen (spiegel.de, 20.1.2009). Die
Verwüstungen in den Seelen von vielen Menschen und die unmittelbaren und
langfristigen Folgen kann man allerdings nicht mit Milliarden reparieren.
Berichte aus Gaza nach dem Krieg siehe z. B. unter:
http://www.fr-online.de/top_news/1664608_Schwaerende-Wunden.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,603293,00.html
Darin die Aussage einer von einer Phosphorbombe
schwer verletzten Zivilistin. Ihrem Mann und ihrem Sohn hat eine israelische Bombe den
Kopf abgerissen. Ihre 15-monatige Tochter verglühte im Feuer einer
Phosphorbombe: Die Frau selbst ist schwer verletzt. Sie "liegt zusammengekrümmt auf der Seite, sie hat nur
einen Wunsch: ´Ich will mich unter den Israelis in die Luft jagen.` Ali, ihr
Vierjähriger, steht verstört neben dem Bett seiner Mutter. ´Er muss wachsen, der
Hamas beitreten und unsere Familie rächen`", sagt sie.
[19.3.2009]
- "Gaza-Veteranen schockieren mit Aussagen über wahllose Morde"
- Furchtbare Enthüllungen über Kriegsverbrechen der israelischen Armee unter
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,614286,00.html. Die
Armeeführung versprach eine Prüfung der Anschuldigungen.
[23.3.2009] - Vorwurf an israelische Armeeeinheit:
11-jähriges palästinensisches Kind als menschliches "Schutzschild" missbraucht?
(netzeitung.de, 23.3.2009)
PS:
Wer an Reinkarnation glaubt (siehe Der Theologe Nr. 2),
also an die Möglichkeit, dass wir uns mehrmals auf Erden inkarnieren können, in
immer wieder neuen Gestalten, aber mit alten Seelenprogrammen und Belastungen,
der könnte daran denken, dass sich in Palästina heute erneut jene begegnen, die
sich schon vor über 3.000 Jahren bekämpften, damals als Israeliten und Philister
(vgl. hier). Es ist ihnen und uns allen zu wünschen,
dass sie ihre scheinbar endlose und durch den Gaza-Krieg weiter eskalierte
Gewaltgeschichte (vgl. dazu
unten) in naher Zukunft endlich
beenden. Denn auch die übrigen Länder dieser Welt ließen sich in der
Vergangenheit in diesen Konflikt mit hinein ziehen.
Aktualisierung [30.8.2009]: "Sie
hausen in Zeltstädten, leiden an den physischen und seelischen Wunden des
Krieges: Sieben Monate nach dem Waffenstillstand im Gaza-Streifen leben viele
Menschen nach wie vor im Elend. Manche fügen sich apathisch in ihr Schicksal -
andere brennen vor Hass auf Israel" (Spiegel online, 30.8.2009). Die
weitere Blockade des Gaza-Streifens durch Israel verhindert meist einen
Neuaufbau. So darf z. B. weiterhin kein Baumaterial nach Gaza eingeführt werden.
Aktualisierung
[28.12.2009] - Auch nach dem Krieg blockiert Israel weiterhin den Gaza-Streifen,
was die Hamas mit dem verstärkten Abfeuern von Kassam-Raketen im Jahr 2008
beenden wollte. "Trotz gegenteiliger Abmachungen hält Israel die Grenzen zum
Gaza-Streifen immer noch weitgehend geschlossen" (Spiegel online, 28.12.2009).
Die dreijährige Blockade hatte die Wirtschaft des autonomen
Palästinenser-Gebietes damals praktisch vernichtet, jetzt dauert die Blockade
schon vier Jahre. Und von einer Anerkennung Israels in den Grenzen von 1967, wie
es die UNO 1948 entschieden hat, ist die Hamas umgekehrt jetzt wieder weiter weg
als je zuvor. Sie will wieder ein "islamisches" Palästina, und sie sucht nach
Möglichkeiten, sich wieder militärisch aufzurüsten. Auch Israel lehnt den
UNO-Beschluss ab und will deutlich mehr Land als ihm völkerrechtlich zugestanden
wurde. Droht also schon wieder der nächste Krieg?
Derweil lässt Israel 700 neue Wohnungen für jüdische Familien im arabischen
Ost-Jerusalem bauen, um auch den Osten der Stadt Zug um Zug ein weiteres Stück
einzunehmen. Während für die Palästinenser klar ist, dass der arabische Osten
Jerusalems mit dem Felsendom, eines der größten Heiligtümer des Islam weltweit,
neue Hauptstadt ihres Staates wird, lehnt Israel dies ab und schafft weitere
"vollendete" Tatsachen dagegen.
9.1.2009 / 10.1.2009 -
"Uno legt schockierenden
Gaza-Bericht vor" / Großdemonstrationen gegen Israels
Regierung - "Es gibt keinen sicheren Ort im Gaza-Streifen,
keine Zufluchtsorte, keine Bunker, die Grenzen sind geschlossen und die Menschen
haben keinen Ort, an den sie sich flüchten können", so der Bericht der UNO über
die Lage im Gaza-Streifen (spiegel.de, 9.1.2009).
Das Kriegsgebiet wird seit Tagen aus der Luft, von der See und von Land
beschossen, und die Menschen sind dort eingeschlossen. Die jüdische
Friedensaktivistin Paula Abrams-Hourani aus Wien beklagt derweil, dass man den
kriegskritischen Stimmen von Juden weltweit zu wenig Beachtung schenkt
(kurier.at/nachrichten/284403.php).
Die Stimme gegen den Krieg gehört auch zur Tradition der großen jüdischen Propheten des Alten
Testaments, die wie Jesaja, Jeremia oder Amos immer auch gegen den Krieg waren,
der von den Priestern und Königen als notwendig angesehen wurde, jedoch regelmäßig
in einem Desaster endete
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 20).
Hunderttausende Menschen verschiedener Religionen, vor allem Moslems, demonstrierten
mittlerweile gegen Israels Regierung (spiegel.de, 9.1.2009). Und am 10.1.2009 allein ca. 50.000 Menschen in Paris.
9.1.2009 - Gläubige Juden gehen auf die Straße:
Anti-Kriegsdemonstration in Mea Schearim in Jerusalem / Haus mit
Flüchtlingen beschossen: 30 Tote / Israel lehnt UN-Resolution Nr.
1860 offiziell ab / Hamas offenbar gespalten / Israel warf Phosphorbomben ab
-
Von der
Weltöffentlichkeit kaum beachtet demonstrierten die orthodoxen gläubigen Juden
in ihrem Viertel Mea Schearim in Jerusalem gegen den Gaza-Krieg der Regierung
Olmert/Livni/Barak. Sowohl Zipi Livni als auch Ehud Barak wollen am 14.2.2009
zum Regierungschef Israels gewählt werden. Dritter Kandidat ist der "Hardliner"
Benjamin "Bibi" Netanjahu, der schon immer für ein hartes Vorgehen gegen die
Palästinenser war.
Die gläubigen Juden in Mea Schearim warten demgegenüber auf den verheißenen Messias und glauben nicht
daran, dass man religiöse Verheißungen für das Judentum, z. B. in einem eigenen
Land in Frieden zu wohnen, herbei bomben kann. Der "zionistische" Staat Israel
steht für sie deshalb im Widerspruch zu den Prophezeiungen ihrer "heiligen"
Schriften.
Erst vor wenigen Tagen protestierte die jüdische Gemeinde Australiens - die
im Unterschied zu den Gläubigen in Mea Schearim vor allem aus liberalen Juden
besteht,
darunter viele Prominente - heftig
gegen den Krieg (siehe hier).
Brutale Versehen?
Unterdessen erhob das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) eine weitere Anklage. Die Armee evakuierte Hilfe suchende palästinensische Zivilisten in ein Haus nach Gaza. Dann befahl sie diesen Flüchtlingen, das Haus nicht zu verlassen. Und am nächsten Tag, dem 4.1.2009, nahmen israelische Militäreinheiten das Haus dann offenbar unter Feuer, 30 Flüchtlinge wurden getötet, andere schwer verletzt (focus.de, 9.1.2009). Israel bestreitet diesen Angriff. Vielleicht war es aber auch ein weiteres brutales "Versehen". "Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte forderte unterdessen unabhängige Ermittlungen wegen möglicher Kriegsverbrechen in dem Konflikt. Das Leid israelischer Zivilpersonen durch Raketenangriffe der Hamas sei inakzeptabel, aber Israel müsse sich ungeachtet der Angriffe an internationale humanitäre Regelungen halten, sagte Navi Pillay in Genf" (Focus online, 9.1.2009). Das israelische Militär griff zuletzt auch Schulen, Krankenwagen und Hilfstransporte an (siehe hier).
Gegen die "Goldene Regel"
[Aktualisierung]: Am 9.1.2009 hat die Regierung Israels die
UN-Resolution Nr. 1860 offiziell abgelehnt: Die "nächste
Phase" des Krieges habe nun begonnen ...
Die Hamas hatte die Resolution ebenfalls abgelehnt, sich aber vielleicht
faktisch bis dahin daran gehalten. Verhältnismäßig wenige abgefeuerte selbstgebaute Raketen wären
demnach nicht von der Hamas gekommen, wie in einigen Internet-Blogs zu
lesen war. Immerhin sprach auch Israel selbst nicht mehr nur von der Hamas,
sondern auf einmal im Plural von "radikalen Palästinenserorganisationen", welche
die UN-Resolution nicht einhalten (Spiegel online, 9.1.2009), weshalb sie
Israel angeblich auch nicht einhalten könne.
Nach dieser Logik braucht allerdings nur der eine oder andere traumatisierte
Einzeltäter, dessen Familie z. B. bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen
ist, eine Rakete basteln und mit einer Regenrinne als "Abschussrampe" in Richtung Israel auf ein freies Feld abfeuern,
damit Israel darauf hin die Fortsetzung der Bombenangriffe legitimieren könnte
(vgl. zur Kriegsbegründung auch hier).
Von einer "Verhältnismäßigkeit" von Angriff und Gegenangriff gar nicht zu reden
(vgl. hier).
Zudem: Die Infra-Struktur in Gaza ist vielfach zerstört, und immer mehr
Zivilisten sind verelendet oder massivst
traumatisiert. Sie harren wehrlos in oft zerbombten Häusern zwischen Tod und Leben
aus, und jeder neue Angriff treibt die Opferzahlen nach oben. Die Angriffe Israels
werden demgegenüber generalstabsmäßig in warmen Stuben und bei gutem Essen geplant,
und jeder Soldat ist fest eingebunden in ein militärisches Kommunikationsnetz. Diese
beiden Strukturen sind
also nicht so ohne weiteres
vergleichbar.
Und nebenbei gesprochen heißt die "Goldene Regel" des Juden Jesus von Nazareth: "Alles,
was ihr wollt, dass euch die Leute tun, dass tut ihr ihnen zuerst." Da dessen
Lehre ja zum christlichen Glauben gehört, sollten sich zumindest jetzt alle diejenigen
von diesem Krieg und den Kriegführenden distanzieren, die den
Namen von Jesus, dem Christus, im Mund führen, wenn sie seinen Namen nicht weiter schmählich
missbrauchen wollen.
Die Wirkung der Phosphorbomben
Nach Berichten des Nachrichtensenders Al Jazeera-TV zufolge warf
Israel auch geächtete Streubomben mit weißem Phosphor auf die
Palästinenser-Stadt Dschabaljah ab. Israel erklärte dagegen, seine
Bombenabwürfen erfolgen "im Rahmen der legalen Grenzen des internationalen
Rechts" (Focus online, 12.1.2009). "Amnesty International" erklärte,
der Einsatz von Phosphor in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Gaza sei ´ein
Kriegsverbrechen` (Bild, 22.1.2009). Die Organisation hat nun auch diesen
Einsatz bewiesen. Und Israel hat den Abwurf von Phosphorbomben mittlerweile auch
zugegeben (Frankfurter Rundschau, 24.1.2009).
Zur Wirkung einer Phosphorbombe: "Eine mit Phosphor in
Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen.
Da der Phosphor jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt ist, bleibt die
zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so
weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige
Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist
großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie
nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder
Intoxikation zu Tode gekommen sind"
(Wikipedia, 9.1.2009).
Zu den abgeworfenen Phosphorbomben heißt es in
Spiegel online (24.1.2009):
"´Am Anfang wussten wir [die Ärzte] nicht,
womit wir es zu tun hatten, und haben die Patienten nach der Erstversorgung nach
Hause geschickt`, sagt Abu Schaban. Stunden später seien die Verletzten wieder
da gewesen, mit rauchenden Wunden. ´Der Phosphor hatte weiter gebrannt, riesige
Löcher, teils bis auf den Knochen.` Die Ärzte passten sich an: Alles Fleisch,
dass mit Phosphor in Berührung gekommen war, schnitten sie heraus. Der
Anästhesist der Station hat selbst Brandnarben am Hals: Während einer Operation
sprang ein Bröckchen des Brandmittels aus der Wunde eines Patienten und
verbrannte ihn."
Doch auch die
übrigen Bomben haben Elend, Tod und neue Konflikte
gebracht und kein
einziges Problem gelöst.
Nach dem Waffenstillstand
Aktualisierung
[18.1. / 23.1. / 31.1.2009] - Inzwischen haben sowohl
die israelische Regierung als auch die Hamas einen Waffenstillstand erklärt.
Doch Israel weigert sich weiterhin, die Grenzen zu öffnen, solange die Hamas in
Gaza regiert und weigert sich auch weiterhin, mit Vertretern der Hamas-Regierung auch nur zu reden,
obwohl die Hamas in der jetzigen Situation Friedensgespräche angeboten hat. Doch auch auf Hamas-Seite wollen viele nicht bzw. nicht mehr mit
Regierungsvertretern Israels reden. Auch will Israel verhindern, dass Vertreter der Hamas wieder auf
der Gaza-Seite der Grenze Posten beziehen - wie, ist allerdings unklar. Nur das zum Überleben Allernotwendigste werde durchgelassen,
Baumaterial für den Wiederaufbau bleibt z. B. ausgeschlossen.
Zum Hintergrund: In Gaza und im Westjordanland holte die Hamas bei der
demokratischen Wahl 2006 die Mehrheit der Stimmen, wurde aber von der
konkurrierenden Fatah, die in der Bevölkerung überwiegend als korrupt gilt,
jedoch teilweise vom Westen unterstützt wird, nicht an die Macht gelassen. In
der Folgezeit erkämpfte sich die Hamas die Macht in Gaza und soll auch während des
Krieges dort Fatah-Leute getötet haben. Der türkische Ministerpräsident Recep
Tayyip Erdogan bezeichnete den Gaza-Streifen als "Freiluftgefängnis". Erdogan
weiter: "Hamas ist als politische Partei bei den Wahlen angetreten. Hätte die
ganze Welt ihnen die Chance gegeben, ein politischer Akteur zu werden, wären sie
nach dem Wahlsieg vielleicht nicht in diese Situation gekommen. Die Welt hat
den politischen Willen des palästinensischen Volkes nicht respektiert",
sagte Erdogan (Abendzeitung, 31.1.2009). Die Hamas-Regierung
begründete ihre Raketenabschüsse mit der voraus gegangen Blockade und einer
allmählichen Strangulierung von Gaza durch Israel. Nun wird also wieder blockiert.
Aktualisierung [26.1.2009] - Wegen der israelischen Grenzblockaden
können täglich nur ein Bruchteil der LKWs die Grenze nach Gaza passieren als
notwendig wären (Bild, 26.1.2009).
[2.2.2009] - Nachdem wieder vier Kassam-Raketen aus dem blockierten Gaza von
Unbekannten abgefeuert wurden, hat Israels Regierungschef Ehud Olmert Vergeltung angekündigt (Bild, 1.2.2009).
Auch hat Israel willkürlich die Hamas
für die Raketen verantwortlich gemacht und im Anschluss daran wieder eine
Polizeistation der Hamas zerstört, obwohl sie von den Al-Aksa-Brigaden, die
der konkurrierenden Fatah nahe stehen, abgefeuert wurden (Focus online,
2.2.2009).
[17.2.2009] - Und Israel setzt seine schleichenden teilweisen Eroberungen im
palästinensischen Westjordanland weiter fort. Das Land gehört laut
UN-Beschlüssen völkerrechtlich zu dem noch zu gründenden Staat Palästina. In der
jüdischen Siedlung Efrat werden 2.500 neue Häuser gebaut, die palästinensischen
Eigentümer des Landes wurden bereits enteignet (Bild, 17.2.2009).
8.1. / 9.1. / 15.1.2009 -
Israel zeigt sich "unbeeindruckt" von "humanitären Tragödien"
-
Zur Neutralität verpflichtetes Internationales Rotes Kreuz erhebt schwere Vorwürfe
/ UNO mehrfach Ziel von israelischen Angriffen -
Während
der dreistündigen Waffenruhe am 8.1.2009 konnten Mitarbeiter des Internationalen
Roten Kreuzes (IKRK) kurz nach Gaza fahren und waren schockiert. "Die
israelische Armee habe ihre völkerrechtliche Verpflichtung nicht eingehalten,
Verwundete bergen und versorgen zu lassen, kritisierte das IKRK. Ein Beamter des
israelischen Verteidigungsministeriums zeigte sich unbeeindruckt: ´Es ist Krieg,
und unser Hauptanliegen sind die eigenen Soldaten und nicht in jedem Fall die
(palästinensischen) Zivilisten`, sagte er." Und "die
Einschätzung eines der Ärzte, der schon viele Kriege gesehen hat, ist eindeutig:
Noch nie habe er eine so schlechte Versorgung gesehen"
(Spiegel online, 8.1.2009).
Einzelschicksale
Ein Beispiel: Ein Familienvater "gehe zwar jeden Tag auf die Suche
nach Wasser und riskiere dabei sein Leben, aber es sei vergeblich" - die Familie
ist seit sieben Tagen ohne einen Tropfen Wasser. Noch brutaler ist die
Situationen in Familien, wo Schwerverletzte in ihren zerbombten Häusern ohne
Versorgung vor sich hin schreien oder wimmern und Rettungswagen vom israelischen
Militär nicht
zugelassen wurden oder den Weg dorthin nicht fanden.
"Nach einem Angriff auf Gazas Stadtteil Seitun habe die israelische Armee
tagelang palästinensischen Sanitätern und IKRK-Vertretern den Zugang zu den
Verletzten verwehrt. In einem Haus seien dort schließlich vier hungernde Kinder
bei ihrer toten Mutter und mindestens elf weitere Leichen gefunden worden. ´Sie
waren zu schwach, um aus eigener Kraft aufzustehen`, berichtete das zur
Neutralität verpflichtete IKRK am Donnerstag. ´Das ist ein schockierender
Vorfall`, sagte der für Israel und die Palästinensergebiete zuständige
Verantwortliche des Komitees, Pierre Wettach" (stern.de, 8.1.2009).
"Das
Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte schon in den vergangenen
Tagen intern darüber geklagt, dass es praktisch nicht möglich sei,
Ambulanzfahrten mit dem israelischen Militär zu koordinieren. Nun wandte sich
die sonst eher diskret agierende Organisation mit ungewöhnlich scharfen Worten
an die Öffentlichkeit"
(Spiegel online, 8.1.2009).
Auch die Hamas feuerte offenbar während der Feuerpause wieder einige
Raketen in Richtung Israel, wobei man allerdings fragen kann, ob man hier alle
Krieger überhaupt von einer Feuerpause verständigen kann.
Glaubt tatsächlich jemand, damit dem Frieden näher zu kommen?
Das wahre Ausmaß der Tragödie wird sich erst nach dem Ende des Krieges allmählich heraus stellen, falls man dann neutrale Helfer und Journalisten in die Ruinen hinein lässt. Und glaubt der Westen wirklich, nach diesem Krieg würden immer mehr gewaltbereite Palästinenser und Muslims weltweit sagen: "Jetzt nie mehr eine Rakete, nie mehr ein Anschlag, nie mehr ein Selbstmordattentat, jetzt kommen wir einfach mal Israels Forderungen entgegen und geben nach"? Und glaubt tatsächlich irgendein Politiker, durch einen solchen Krieg dem Frieden näher kommen zu können? Oder werden Hunderttausende gewaltbereite Islamisten weltweit neu hinzu kommen? Und wird der "Dschihad" (der "heilige" Krieg) der Islamisten als Antwort auf den Gaza-Krieg Israels bald mit einer Gewalt um sich greifen, wie man es bisher noch nie gekannt hatte? Und sind wir vielleicht schon jetzt durch den Gaza-Krieg dem Weltenbrand ein großes Stück näher gerückt? Was tut z. B. die Bundeskanzlerin, um den "Dschihad" von Deutschland fernzuhalten und Schaden von diesem Land abzuwehren, wie sie es bei ihrem Amtseid versprochen hat?
Die Goldene Regel
Natürlich können die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre
Parteifreunde von der CDU der Hamas-Regierung in Gaza für diese Eskalation
"eindeutig" und "ausschließlich" die "Alleinschuld" geben (siehe
hier; anders der israelische Journalist Ury
Avnery; siehe hier) und die
israelische Regierung weiterhin mit keinem Wort kritisieren. Es ist dann eben die
Politik, die sie verantworten, auch mit ihren Folgen.
Doch sie sollten sich dann auch von Jesus von Nazareth, dem Christus,
distanzieren, der die Nächsten- und Feindesliebe, die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit
lehrte und vorlebte, und der für Menschen aller Religionen und Kulturen die
Goldene Regel lehrte, welche lautet: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute
tun, das tut ihr ihnen zuerst". Oder anders gesprochen: "Was du nicht willst,
dass man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Und auch alle Kirchenführer,
welche Kriege verständnisvoll tolerieren, einseitig für die Kriegführung einer
Seite Partei ergreifen oder gar das Führen von Kriegen gelegentlich selbst
fordern (vgl. dazu Der Theologe Nr. 6),
sollten sich sobald wie möglich von Christus distanzieren.
Mehr zur Situation in Gaza unter:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,600126,00.html.
Israel und die UNO
Aktualisierung
[8.1./ 9.1./17.1.2009] -
Israel contra UNO
"Die UN-Hilfsorganisation UNRWA
habe entschieden, ´alle ihre Operationen im Gazastreifen zu stoppen, weil ihre
Einrichtungen und Mitarbeiter immer mehr Angriffen ausgesetzt sind`, sagte ein
Sprecher der United Nations Relief and Works Agency am Donnerstag in Gaza"
(Focus online, 8.1.2009). Von den Lebensmittellieferungen der UNRWA waren
vor dem Krieg bereits 750.000 Palästinenser abhängig, die dort in Gaza in
großer Armut lebten.
Zuletzt griff Israel vier
UN-Schulen an und mehrfach Krankenwagen und Kliniken
und erst Stunden zuvor einen UN-Hilfstransport.
Zwar bestreitet Israel den Beschuss des Transports, doch die anderen Fahrer "hätten
keine Zweifel [an der Urheberschaft] gehabt" (stern.de, 10.1.2009).
Steht hinter solchen Angriffen vielleicht irgendeine Absicht? Auch das Gebäude der wenigen arabischen Journalisten vor
Ort wurde ja von Israel am 15.1.2009 beschossen. Zur Abschreckung?
"UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den israelischen Beschuss eines
Konvois des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA im nördlichen Gazastreifen mit
scharfen Worten verurteilt ... Dass die Vereinten Nationen in der immer größeren
humanitären Krise keine Hilfe leisten können, sei einfach inakzeptabel, sagte
Ban." Nach Zusicherungen Israels, die Arbeit
der UN-Hilfsorganisationen zu respektieren, nahm diese allerdings am 9.1.2009 ihre Arbeit
wieder auf. Doch bereits am 15.1.2009 wurde neben einem weiteren Krankenhaus
auch das UN-Hauptgebäude von Israel offenbar mit geächteten Phosphorbomben beschossen,
UN-Mitarbeiter wurden verletzt und 100 Tonnen Lebensmittellieferungen
gingen in Flammen auf. Dass israelische Soldaten zuvor aus diesem Gebäude
beschossen worden sein sollen, wiesen die UN-Mitarbeiter vor Ort zurück, und
Israels Minister Ehud Barak hat sich darauf hin für den Angriff "entschuldigt".
Doch werden sich die UN-Mitarbeiter nach dieser "Entschuldigung" "sicherer" fühlen? "Der Sprecher des
UN-Hilfswerks UNRWA betonte im israelischen Radio, dass zum Zeitpunkt des
Granantenbeschusses keine militanten Aktivitäten im Umfeld des UN-Hauptquartiers
zu beobachten gewesen seien" (Focus online,
15.1.2009).
[9.1.]
Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits in seiner Resolution Nr. 1860 beide Kriegsparteien zu einer sofortigen
Waffenruhe aufgefordert. Die USA enthielten sich zwar als einziges Land der
Stimme, weil sie nach eigenen Worten erst die Ergebnisse der
Vermittlungsbemühungen des ägyptischen Präsidenten abwarten wollten,
unterstützen jedoch die Resolution ebenfalls. Israel jedoch hält sich wie
immer bisher nicht an Aufforderungen der "Weltgemeinschaft". Und die USA verlangt von Israel
wegen der "schrecklichen" humanitären Lage zumindest "längere Feuerpausen"
(Spiegel online, 9.1.2009). Die Hamas
scheint derweil gespalten in einen Teil,
der zum Märtyrertod und zur "Entscheidungsschlacht" bereit ist und einen
anderen, der Waffenruhe und Verhandlungen möchte (Spiegel online, 9.1.2009).
[16.1.]
"Die Vereinten Nationen haben Israel in deutlichen Worten
Rechtsbruch vorgeworfen"
(stern.de, 16.1.2009).
8.1./ 1.4.2009 -
Bibelgläubiger Unternehmer und Spekulant kapitulierte und ließ sich von Zug
überrollen -
Der grausame Selbstmord des evangelisch-lutherischen Milliardärs Adolf Merckle
(74) hat
viele Menschen erschüttert. Nach dem Forbes-Magazin (3/2008) war Adolf
Merckle mit einem Vermögen vom umgerechnet 9,2 Milliarden Dollar der fünfreichste Deutsche.
Im Jahr 2006 erhielt er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, war zudem
Träger des Sächsischen Verdienstordens und Ehrendoktor sowie Ehrensenator
der Universitäten Tübingen und Ulm. Doch seine Arbeit war umstritten. So hat z. B. das Manager-Magazin unter dem Titel Der Pate von
Blaubeuren im Jahr 2003 einen kritischen Artikel über ihn und seine Firmen
veröffentlichte (manager-magazin.de; Heft Nr. 11/2003; 14.1. 2004).
Dort wird jedoch nicht berücksichtigt, was Merckle dann mit den Gewinnen
tat.
Schließlich hatte sich Adolf Merckle vor allem mit VW-Aktien
verzockt, denn er hatte mit so genannten Put-Options-Risiko-Papieren auf den Kursverfall
dieser Aktie spekuliert. Doch die Aktie schoss aufgrund des Verhaltens der
Porsche-Manager stattdessen in die Höhe,
erreichte in kurzer Zeit Wertsteigerungen von bis zu 300 % (stern.de,
29.10.2008). Adolf Merckle hatte
nun an der Börse seinen "Meister" gefunden und dort nun ein Vermögen verloren.
Insgesamt war von ca.
eine Milliarde Euro die Rede. Und hier kennt der Gott Mammon nun einmal keine
Gnade. Die Folge: Merckles Unternehmens-Imperium geriet ins Wanken
(weltweit 100.000 Angestellte), die
Pharmazie-Firma "ratiopharm" musste jetzt von seinen Söhnen verkauft werden.
Adolf
Merckle sorgte auch für Aufsehen, als er z. B. zu Jahresbeginn 2004 allen 2.200
Mitarbeitern von "ratiopharm" in Ulm ein Buch schenkte, in dem für jeden Tag zwei Bibelverse abgedruckt
sind, so genannte "Losungen". Und bei anderer Gelegenheit hatte er auch ein Buch mit evangelischen Inhalten
des Journalisten und EKD-Synodalen Peter Hahne verschenkt.
Die "Losungen", so das Anschreiben
zum Geschenk im Jahr 2004, "helfen gegen Angst und
Hoffnungslosigkeit und geben Halt in der Unbeständigkeit des Alltags" (epd,
10.1.2004). Doch es gab keinen Bibelvers, der den evangelischen Milliardär
von seiner furchtbaren Tat abbringen konnte. Seine Leiche war "völlig
verstümmelt" (Bild, 8.1.2009). Vielleicht hätte es Adolf
Merckle geholfen,
wenn die Kirche nicht die Lehre von der Reinkarnation, vom Sinn der Lebensschule
Erde und das Wissen, dass es keine Zufälle gibt, aus der christlichen
Botschaft heraus gestrichen hätte (siehe dazu Der
Theologe Nr. 2; vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 8"
- Wie der Teufel in der Bibel hauste).
7.1. / 8.1.2009 -
Bewohner von
Süd-Gaza: Flucht oder Tod? / Katholik Joschka Fischer (Die Grünen)
"solidarisch mit Israel" / Wir fordern: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt
Euch nicht christlich" - Der Gaza-Krieg tritt in die nächste Phase. "Wer
im Grenzbereich zu Ägypten lebe, müsse ´sein Haus verlassen`" (Spiegel
online, 7.1.2009) - bis 20 Uhr, so die
Information für die Menschen vor Ort, die aus Flugzeugen abgeworfen wurde.
Israel will das Gebiet bombardieren und warnte deshalb die Bevölkerung. Dabei
sollen die
Tunnel an der Grenze zerstört werden, da durch die Tunnel auch Waffen ins Landesinnere gekommen seien. Die Grenze nach Ägypten halten
die Ägypter ohnehin geschlossen. Es gibt also für ca. 5.000 Flüchtlinge nur
einen Fluchtweg nach Norden, wo ebenfalls
Krieg ist. Kriegsbefürworter betrachten die Aufforderung zur Flucht als
humanitären Aspekt einer Kriegspartei. Das ist in der Tat das Positive im
Negativen. Doch, lieber Leser! Wie würde es Ihnen
ergehen, wenn man Sie auffordert: "Verlassen Sie innerhalb von wenigen Stunden
Ihr Haus, Ihren Handwerksbetrieb, Ihr Dorf und rennen Sie mit ihren
Familienangehörigen einfach weg. Es wird aus strategischen Gründen in Schutt und
Asche gelegt"?
Unterdessen lobte der katholische deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer (Die
Grünen) die evangelische Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre einseitige
Parteinahme zugunsten der derzeitigen israelischen Regierung: "Wir sind
parteiübergreifend solidarisch mit Israel".
Gleichzeitig lästerte Fischer über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und
wenige andere europäische Politiker, die sich um Vermittlung bemühten
("Flohzirkus", "lächerlich", "chaotisch"; Focus online, 7.1.2009).
Joschka Fischer hatte 1999 als GRÜNEN-Außenminister maßgeblich den Kosovo-Krieg gegen
Jugoslawien mit begonnen und Deutschland erstmals seit 1945 in einen
Krieg hinein gezogen.*
Viele Kriegsgegner sind damals bei den GRÜNEN
ausgetreten bzw. warfen der Partei "Wählerbetrug" vor, da sie in ihrem
Wahlprogramm zuvor eine Kriegsteilnahme ausschloss. Und wir forderten damals wie
heute die Politiker auf, die sich als "Christen" ausgeben: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht
christlich" (siehe dazu unser Anschreiben an die
Abgeordneten von CDU und CSU). Und wenn sich die Politiker nicht vom
Krieg distanzieren wollen, könnten sie ja gerne sagen:
"Unsere Solidarität mit einer der Kriegsparteien betrachten wir als
römisch-katholisch. Oder als evangelisch-lutherisch." Aber den Namen
des Juden Jesus, des
Christus, der niemals den Krieg befürwortet hätte, sollten sie endlich aufhören
zu missbrauchen.
Aktualisierung [8.1.2009] - "Jordanier wenden sich Hamas zu"
(focus.de, 8.1.2009) - Dazu die Frage: Haben Angela Merkel, Eckart von Klaeden (CDU), Joschka Fischer und alle
kirchenchristlichen Politiker, die "Seite an Seite" mit einer der Kriegsparteien
stehen, etwa etwas anderes erwartet?
*
PS:
Im Jahr
2001 zog Joschka Fischer dann Deutschland in den bis heute andauernden
Afghanistan-Krieg hinein. Die beiden Militäreinsätze bzw. Kriege auf
dem Balkan und in Afghanistan kosten den deutschen
Steuerzahler Milliarden. Doch keiner der zugrunde liegenden Konflikte wurde
durch den Krieg entspannt oder gar gelöst. Im Gegenteil: Am 18.1.2009 drohte
Al-Qaida erstmals Deutschland, sie könnten den Krieg in Afghanistan "niemals"
gewinnen. Zudem wären die Deutschen "leichtgläubig und naiv", wenn sie meinten,
als "drittgrößter Truppensteller ungeschoren davon zu kommen"
(Bild, 18.1.2009).
Erst zwei Tage zuvor waren bei einem
Selbstmordanschlag vor den Deutschen Botschaft in Kabul acht Menschen ums Leben
gekommen.
Siehe dazu auch unsere Meldungen zum
Afghanistan-Krieg hier.
7.1.2009 - Keine Tiere erlaubt!
Priester verweist blinde Frau mit Blindenhund aus dem "Gottesdienst"
- "Tiere seien in einem christlichen Haus nicht gestattet" - Mit dieser
Begründung forderte der katholische Pfarrer einer Pfarrei in Verona/Italien eine
blinde Frau auf, "ihren Hund umgehend aus der Kirche zu entfernen" (Bild,
7.1.2009). Die blinde Katholikin versuchte zu erklären. Sie brauche ihren
Hund, er zeige ihr den Weg. Doch der Priester blieb hart. "Hund und Halterin
mussten den Gottesdienst verlassen."
Hintergrund: Vielleicht hat dieses Erlebnis der blinden Frau innerlich
die Augen geöffnet. Selbst wenn ein anderer Priester vielleicht "gnädiger"
gewesen wäre: Die Kirche hat den Tieren die unsterbliche Seele
abgesprochen und hat auch in ihrem "Himmel" keinen Platz für ein Tier (vgl.
dazu "Der Theologe Nr. 7" - Jesus und die Urchristen
waren Freunde der Tiere).
Unser Vorschlag: Tierfreunde und ehrliche Gottsucher sollten in der Regel
keine Kirche aus Stein mehr betreten. Die Natur ist der schönste Dom und der
Himmel ist seine Kuppel. Oder, wie schon der Urchrist Stephanus oder der große
jüdische Gottesprophet Jesaja sagten: "Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln,
die mit Händen gemacht sind" (Apostelgeschichte 7, 48; vgl.
"Freie Christen Nr. 1" - Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein).
7.1.2009 - HIV-positiver römisch-katholischer Jugendpfarrer
missbraucht 15-Jährigen / Priester vergewaltigte auch Tiere -
Ein
weiterer schwerer Skandal erschüttert die römisch-katholische Kirche in den USA. Der
Jugendpfarrer von Shelbyville in Kentucky (47) missbrauchte regelmäßig einen
15-jährigen Jugendlichen, der ihm anvertraut war. Der Priester ist zudem
HIV-positiv und verschwieg offenbar seinem Sex-Opfer die Infizierung. In diesem
Zusammenhang kam auch heraus. Der
Würdenträger vergewaltigte auch Tiere und wird jetzt auch wegen "Sodomie"
angeklagt (Bild, 7.1.2009).
PS: Warum wir
solche Meldungen veröffentlichen lesen Sie
hier.
7.1.2009 -
Römisch-katholischer Priester beim Diebstahl von
Porno-DVDs mit Messer in der Hosentasche ertappt / Polizei stellt 230 Porno-DVDs
in Klosterzelle in Maria Laach sicher / Priester von seinem Besitz "überrascht" -
Sieben Monate auf Bewährung und 300 € Strafe, so das Strafmaß für Pater
Ambrosius aus dem renommierten Benediktiner-Kloster in Maria Laach in der Eifel, nachdem er beim Diebstahl von vier Porno-DVDs
gefasst wurde.
Erschwerend kam hinzu: Bei der Tat hatte er auch ein Taschenmesser in
seiner Hosentasche. Das Gericht wertete die genauen Umstände als "Diebstahl mit
Waffen". Nachdem der Priester Einspruch erhob, kommt es jetzt in
Würzburg zur öffentlichen Verhandlung. Die Main-Post schrieb: "Der
Besitzer des Sex-Shops glaubt, dass der DVD-Diebstahl des 51-Jährigen nicht sein
einziger war. Offenbar hat der Pater, der mehrmals jährlich beruflich in
Würzburg zu tun hatte, den Laden regelmäßig besucht. Auf jeden Fall fanden
Polizeibeamte, die das Zimmer des Priesters in einem Kloster durchsuchten, 230 Porno-DVDs für Schwule. 42 davon stammen nach Angaben des Würzburger
Oberstaatsanwalts Erik Ohlenschlager aus dem Würzburger Sex-Shop. Ihr Wert soll
rund 1.900 Euro betragen. Bei der Durchsuchung sei der Pater ´selbst überrascht
gewesen, dass er so viele Porno-DVDs hat?`, sagte Ohlenschlager" (7.1.2009).
Das Volksempfinden ist ja überwiegend so, dass man vermutet, dass
Priester, die sich in eine Klosterzelle zurückziehen, dort vor allem beten. Doch
wer kennt schon die Gedanken und die Träume dieser Männer? Und wer weiß, was
alles getan wird, wenn sich Menschen unbeobachtet fühlen? Darüber soll hier
nicht geurteilt werden. Doch Jesus von Nazareth lehrte weder ein Priester- noch
ein Pfarramt noch den Rückzug in Traumwelten oder in abgeschiedene
Klosterzellen. Er war ein Mann des Volkes und stand mitten im Leben. Und die
Menschen, vor allem die Gläubigen, sollten sich nicht mehr täuschen lassen von
Amt, Würden, Talaren und Kutten und angeblichen Berufungen zu kirchlichen
Ämtern. Von Gott kommen solche Berufungen nicht. Hinter den kirchlichen
Gewändern kommt der nackte Mensch zum Vorschein, und in dem Menschen ist eine
einfache Seele inkarniert. So wie bei dir und mir. Nicht mehr und nicht weniger.
PS: Warum wir
solche Meldungen veröffentlichen lesen Sie
hier.
Zum Vergleich:
Zweierlei
Maß? - "In einem Umfang, der nicht unerheblich war", lud der
Domkapellmeister der Münchner Frauenkirche legal Pornobilder auf seinen Laptop
(Abendzeitung, 12.1.2009). Während Priester selbst bei Straftaten
manchmal nicht einmal versetzt werden (siehe z. B.
oben), wurde der
Domkapellmeister aufgrund hausinterner Richtlinien vom Erzbistum München und
Freising entlassen.
6.1.2009 -
Israel geht es um die Vernichtung der Hamas-Regierung / USA mit neuen
hochmodernen
Waffenpaketen für Israel / George W. Bush gab bereits im Mai 2008 grünes
Licht für den Gaza-Krieg / Neue israelische Siedlungen im palästinensischen
Westjordanland / Krieg gegen Iran in Vorbereitung? / Kriegsbefürworter sollen
sich von Christus distanzieren - Den Appellen der westlichen Politiker,
die Hamas müsse für einen Waffenstillstand mit dem Abschießen ihrer selbst
gebastelten Kassam-Raketen aufhören (z. B. der evangelische CDU-Sprecher
Eckart von Klaeden:
"Es liege ´allein in der Hand der Hamas`, ein Ende der
Kampfhandlungen herbeizuführen"; siehe unten),
erteilte Israels Ministerpräsident Ehud Olmert eine Absage.
Spiegel
online schreibt: "Die Hamas müsse nicht nur aufhören, Raketen
abzufeuern, sondern dürfe auch gar nicht mehr in der Lage dazu sein, sagte Olmert am Montagabend bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten
Nicolas Sarkozy" (Spiegel
online, 6.1.2009). Das heißt: Selbst wenn die Hamas aufhören würde zu
schießen, was sie allerdings nicht vorhat, würde das derzeit zu keinem Ende des Krieges von
Seiten Israels führen.
Eine andere Stimme aus Israel
Mittlerweile kritisierte auch der bekannte israelische Schriftsteller Uri Avnery seine Regierung und zeichnete vor Ort ein etwas anderes Bild von der Entstehung des Krieges als die meisten westlichen Medien. Sein Artikel, der nachfolgend auszugsweise dokumentiert wird, wurde aus dem Englischen übersetzt und erschien in der taz vom 5.1.2009. Inwieweit der Inhalt stimmt, können wir nicht beurteilen. Der Artikel könnte jedoch zumindest all jene ins Nachdenken bringen, die sich "Christen" nennen und die in diesem Krieg einseitig für eine Seite Partei ergreifen, was Jesus, der Christus, niemals tun würde.
"Was den Zusammenbruch der Feuerpause [im Dezember]
betrifft, so gab es nie eine wirkliche Feuerpause. Das Wichtigste an der
Feuerpause im Gazastreifen hätte die Öffnung der Grenzübergänge sein müssen. Die
Blockade des Landes vom Meer her und dem Luftraum gegenüber einer
Anderthalbmillionen-Bevölkerung ist ein Kriegsakt, genauso, wie wenn Bomben
fallen und Raketen abgefeuert werden. Sie lähmt das Leben im Gazastreifen: Sie
zerstört die Verdienstmöglichkeiten und bringt Hunderttausende an den Rand des
Hungers; Krankenhäuser hören auf zu funktionieren; Strom und Wasserzufuhr sind
unterbrochen.
Diejenigen, die die Schließung entschieden haben, wussten, dass es so keine
wirkliche Feuerpause geben kann. Dann kamen die kleinen Provokationen. Nach
mehreren Monaten, während deren kaum Kassam-Raketen abgefeuert worden waren,
wurde eine israelische Armeeeinheit in den Gazastreifen gesandt, um einen Tunnel
zu zerstören, der nah an den Grenzzaun herankam. Vom rein militärischen
Standpunkt aus gesehen wäre es viel sinnvoller gewesen, auf der israelischen
Seite des Zauns einen Hinterhalt zu legen. Aber das Ziel war, einen Vorwand für
die Beendigung der Feuerpause zu finden, und zwar in einer Weise, die es
ermöglichte, den Palästinensern die Schuld dafür zu geben. Und tatsächlich: Nach
mehreren solchen kleinen Aktionen, bei denen Hamas-Kämpfer getötet wurden,
rächte sich die Hamas mit einem massiven Raketenbeschuss, und - siehe da - die
Feuerpause war beendet. Alle gaben der Hamas die Schuld.
Und was war das Ziel? Außenministerin Zipi Livni verkündete es offen: die
Hamas-Herrschaft im Gazastreifen zu vernichten. Die Kassams dienten nur als
Vorwand."
George W. Bush versprach
Israel im Mai 2008
Unterstützung für geplanten Gaza-Krieg
Zum weiteren Verständnis der
politischen Hintergründe: Der evangelische US-Präsident
George W. Bush hatte offenbar bereits im Mai 2008 grünes Licht für diesen
Krieg gegeben. So verkündete er vor Israels Parlament, der Knesseth, im Hinblick
auf eine Bodenoffensive in Gaza mit pathetischen Worten:
"Israels Bevölkerung mag nur knapp über sieben Millionen
betragen. Doch wenn Sie gegen den Terror und das Böse angehen, sind Sie 307
Millionen stark, weil die USA ihnen beistehen"
(Der Tagesspiegel, 16.5.2008).
Es ist maßgeblich mit das Verdienst von US-Präsident George W. Bush (2001-2009),
dass man im Westen immer weniger diplomatisch Gut und Böse auf allen Seiten
abwägt und das Gute in allem versucht, heraus zu arbeiten. Stattdessen glaubt
man zunehmend, dass - wie in den platten
Video- und DVD-Kriegsspielen - eine "gute" Partei gegen eine "böse" kämpft
und man nur eine Gebrauchsanweisung dafür brauche, wie die "Guten" gewinnen.
Und als der Weltsicherheitsrat der UNO nun am 3.1.2009
eine Resolution für einen sofortigen Waffenstillstand verabschieden wollte,
legte die US-Regierung zunächst mit verblüffenden Worten ihr Veto ein und legte die UNO
damit einmal mehr lahm: "Eine neuerliche Forderung nach einem sofortigen
Waffenstillstand würde von der Hamas nicht befolgt und wäre daher der
Glaubwürdigkeit des Weltsicherheitsrats abträglich, sagte der stellvertretende
amerikanische Uno-Botschafter Alejandro Wolff am Samstag in New York".
Und weiter: "Der amerikanische UN-Vertreter Alejandro Wolff betonte
dagegen, es schade dem Ansehen der Sicherheitsrats, Forderungen zu stellen, die
nachher nicht befolgt würden"
(Tagesanzeiger, 4.1.2009). Wolff gehört zur Lobby der israelischen
Regierung in den
USA. Immerhin: Bei dem nächsten Resolutionsentwurf für einen sofortigen
Waffenstillstand enthielten sich die USA zumindest der Stimme (siehe
hier), wodurch die Resolution völkerrechtlich verbindlich wurde.
Dabei verfolgen die USA und Israel längst weiter gehende Ziele. So
erklärte George W. Bush in Israel auch: "Um des Friedens willen
darf die Welt es nicht zulassen, dass der Iran nukleare Waffen besitzt"
(Der Tagesspiegel, 16.5.2008). Diese Aussage kann jeder selbst
interpretieren. Und jeder mag selbst bedenken, wie nahe oder wie weit entfernt
die Menschheit bereits vor der Gefahr eines Weltenbrandes steht. Und wie wäre
es, wenn man sich als "wiedergeborener Christ" wenigstens manchmal an die Lehre
von Jesus von Nazareth hält (siehe z. B. hier)
und selbst Zug um Zug auf seine nuklearen Waffen verzichtet? Dann könnte man dem
Iran ein Vorbild sein. Und man könnte ja mal ganz vorsichtig damit
beginnen ...
Neue hochmoderne Waffen aus den USA für Israel
Parallel dazu wird Israel derzeit jedoch massivst von den USA weiter hochgerüstet. "Israel soll den Angaben zufolge unter anderem Zugriff auf ein globales Frühwarnsystem erhalten, das jede ballistische Rakete identifiziert, die an irgendeinem Punkt der Welt abgefeuert wird. Zudem seien eine Lieferung von Marschflugkörpern, Hilfe bei einem Abwehrsystem gegen Kurzstreckenraketen sowie ein Ausbau der strategischen Zusammenarbeit vorgesehen, schrieb das Blatt" [die israelische Zeitung Jediot Achronot]. "Die USA hätten bislang noch kein anderes Land der Welt mit dieser Technologie ausgerüstet". Und: "Olmert, der in der Nacht zum Dienstag in die USA geflogen war, wolle außerdem um Kampfflugzeuge des Typs F-22 bitten, die ebenfalls noch an kein anderes Land geliefert wurden. Dieses Flugzeug, das etwa 150 Millionen Dollar kostet, können Radarsysteme kaum identifizieren. Die israelische Luftwaffe habe bereits alle Informationen über den Kampfjet erhalten und sei ´begeistert`" (Der Tagesspiegel, 4.6.2008).
Neue israelische Siedlungen im palästinensischen Westjordanland
Und weiterhin werden völkerrechtswidrig auch immer mehr Siedlungen
in dem von Israel besetzten palästinensischen Westjordanland gebaut, so dass
viele Palästinenser den Eindruck haben, sie würden nach der gewaltsamen ersten
Vertreibung 1948 jetzt Zug um Zug schleichend weiter vertrieben. Wörtlich
schreibt Der Tagesspiegel:
"Olmert bestätigte vor seinem Abflug in die USA trotz aller internationalen
Bedenken auch die umstrittenen Pläne für rund 900 Wohnungen im arabischen
Ostteil Jerusalems. Israel hat den arabischen Ostteil Jerusalems 1967 während
des Sechstagekrieges besetzt und 1980 zur ´unteilbaren und ewigen Hauptstadt`
erklärt" (4.6.2008). Das
wäre einmal mehr ein Bruch des Völkerrechts, doch um das Völkerrecht und um die
UNO hat sich im Konfliktfall Israel seit 1948 nicht mehr geschert. Und auch die USA spätestens seit dem Krieg gegen den Irak im Jahr 2003 nicht
mehr. Die UNO wurde für die USA nur insofern eingebunden, als sie das
tat, was die Regierung der USA wollte.
Appell: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich!"
Doch was immer der Westen hier also im Jahr 2009 und darüber hinaus plant, mag evangelisch oder römisch-katholisch gerechtfertigt werden können. Mit dem großen Friedenslehrer und Pazifisten Jesus, dem Christus, hat das alles nichts zu tun. Deshalb unser erneuter Aufruf für das Jahr 2009: "Alle Politiker, die für den Krieg sind, sollen sich in einer öffentlichen Erklärung von Jesus, dem Christus distanzieren." So könnten z. B. die Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU damit beginnen, oder die Kongressabgeordneten in den USA. Und dann könnten andere folgen. So dass auf diese Weise der islamischen Welt klar gemacht wird: Was immer hier geschieht, mag so oder so begründet werden. Mit Jesus, dem Christus, der auch von den Moslems als großer Prophet verehrt wird, hat es nichts zu tun.
Was der Krieg unter anderem schon anrichtete
Aktualisierungen [6.1. / 7.1. / 12.1.
/ 17.1.2009]
Bombenangriff auf Notarzt / Hamas-Gegner wird zu Befürworter - Das Rote Kreuz berichtet von der "bisher
schrecklichsten Nacht" im Krieg. Wieder wurden viele Kinder getötet.
Besonders tragisch dabei auch die Bombardierung eines Notarztes. "Sie
haben uns plötzlich angegriffen. Dann eilten wir mit den Opfern zum Krankenhaus
und sie bombardierten uns wieder", sagte der Onkel des Arztes, der
verzweifelt über den Tod seines Neffen ist, der
beschossen wurde, als er als Arzt helfen wollte (focus.de, 6.1.2009).
Hamas-Gegner unter den Palästinensern scheinen verschiedentlich jetzt zu
Befürwortern zu werden. Focus online zitiert z. B. einen Palästinenser: "´Ich
habe die Raketen immer verurteilt. Jetzt sehe ich das nicht mehr so kritisch.`
Nun wünsche er sich auch, dass in Israel Busse in Luft gejagt würden."
Dies ist die Spirale von Gewalt und Gegengewalt.
Israelische Armee
bombardierte Schulen der UNO / Korridore in Kliniken sind "voll von Verstümmelten" /
"Gezielte" Angriffe auf Krankenpfleger und mobile Krankenstationen? -
Wie bereits im
Libanon-Krieg greift das israelische Militär jetzt auch Einrichtungen der UNO an. "Auch
Schulen der Vereinten Nationen geraten unter Beschuss. Laut UN starben bei
einer Attacke auf eine Schule im Flüchtlingslager Tschati drei Menschen"
hieß es zunächst bei Focus online (6.1.2009). Die israelische Armee
griff später zwei weitere Schulen an
- für insgesamt ca. 40 weitere Hilfe suchende Zivilisten eine Todesfalle
(spiegel.de, 6.1.2009),
obwohl die blaue UN-Fahne über dem Gebäude wehte. Es stellte sich schließlich
heraus, dass die israelischen Soldaten zuvor aus einem Gebäude in der Nähe der
UN-Schule beschossen wurden. Der Gegenangriff traf jedoch nach israelischen
Angaben versehentlich auch die Schule mit den
Flüchtlingen. Und das ist eben Krieg, und die
Verantwortung für die Tötungen tragen die, welche den Krieg befürworten. [Aktualisierung:
Auch am 17.1.2009 wurde wieder eine UN-Schule vom israelischen Militär beschossen, eine Frau und zwei
Kinder, fünf und sieben Jahre alt, wurden getötet, 25 Menschen verletzt. In der
Schule drängten sich 1.800 Hilfe suchende Flüchtlinge (Focus online, 17.1.2009).
Chris Gunness, Sprecher der Regierung der USA, verurteilte den Einschlag. "Gunness erklärte, in der
Schule hätten ... Menschen Schutz vor den israelischen Angriffen gesucht. Israel
kenne die Koordinaten der Schule und wisse, dass das Gebäude als Schutzraum
genutzt werde."]
Die Situation
in den Krankenstationen wurde derweil immer schlimmer: "´Die Korridore sind voll von
Verstümmelten`, berichtet ein Arzt" (Spiegel online, 6.1.2009).
Beim offenbar gezielten Angriff auf zwei Ambulanzen wurden zwei Pfleger getötet. Und "die dänische
Hilfsorganisation DanChurchAid beklagte, dass drei ihrer mobilen Kliniken von
der israelischen Armee bombardiert und zerstört wurden. Sie seien in der Nacht
zu Montag in Gaza angegriffen worden, obwohl sie deutlich die Aufschrift ´mobile
Klinik` trugen, hieß es in einer Erklärung" (Focus online, 7.1.2009).
Dass
sich die Spirale von Gewalt und Gegengewalt jetzt langfristig noch schneller dreht, ist
vorhersehbar. Und: "Der Hass, der aus den Ruinen dieses Krieges wächst, wird
die Welt weiter in Atem halten" (taz, 5.1.2009). Denn die Bevölkerung Gazas gibt
- anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Kriegsbeginn - für das nun weiter anschwellende Leid
wohl nicht der Hamas die
Alleinschuld. Und was könnte bald Deutschland treffen, da die deutsche Regierung so
einseitig Partei ergriff (siehe hier)?
Wirft
Israel geächtete Phosphorbomben in Gaza ab?
- Die Sachlage siehe unter
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,599555,00.html und
http://www.focus.de/politik/ausland/nahost/gazastreifen-israel-bestreitet-einsatz-von-phosphorbomben_aid_361523.html.
Im Libanonkrieg 2006 hat Israel zuletzt solche Bomben abgeworfen.
Palästinensischer Arzt berichtete für israelische Medien "neutral" aus Gaza -
Nach Bombardierung seines Hauses starben drei seiner Töchter /
Von Kriegsbefürworterin anschließend verhöhnt
- siehe unter
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=953425&kat=29
Protest der jüdischen Gemeinde Australiens
Jüdische
Gemeinde Australiens protestiert heftig gegen Regierung Israels -
"Die jüdische Gemeinde Australiens übte heftige Kritik. Der derzeitige Krieg sei
´unmenschlich, nutzlos und verabscheuenswert`, heißt es in einer in Sydney
veröffentlichten Erklärung, die rund hundert australische Juden, darunter
zahlreiche Prominente, unterschrieben. Die Unterzeichner erkennen zwar Israels
Recht auf Selbstverteidigung an, bezeichneten den Militärangriff aber als
´völlig unverhältnismäßig`" (Focus online, 6.1.2009).
Ägypten verweigert 73 arabischen Ärzten die
Einreise nach Gaza
(Spiegel online, 7.1.2009) - Die Wut in der arabischen Welt richtet sich
auch gegen die Regierung Ägyptens.
3.1. / 8.4.2009 -
Israelische Regierung hält sich nicht an das Gebot "Auge um Auge, Zahn um Zahn"
/ Unendlicher Krieg?
- Dass der große jüdische Menschheitslehrer Jesus von Nazareth das
Gebot "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ablehnte, ist bekannt. Er lehrte stattdessen
die Feindesliebe, was weder seine damaligen Zeitgenossen befolgten noch die
großen Kirchen, die sich seit Jahrhunderten zu Unrecht auf ihn berufen.
Die heutige israelische Regierung hält sich demgegenüber aus anderen Gründen
nicht an das "Auge um Auge, Zahn um Zahn" aus 2. Mose 21. Sie scheint es
für den Krieg sinngemäß verschärft zu haben in "x Augen für ein Auge, x Zähne
für einen Zahn".
Doch bereits vor Kriegsausbruch gab es auf palästinensischer Seite deutlich mehr
Opfer. So schrieb schon am 16.5.2008 Der Tagesspiegel in Berlin:
"Israel und der Hamas ist klar, dass eine große israelische
Bodenoffensive zahlreiche Opfer auf beiden Seiten, vor allem aber auch unter der
palästinensischen Zivilbevölkerung, kosten wird. Seit dem israelischen Abzug aus
dem Gazastreifen vor fast zwei Jahren und der anschließenden, von der Hamas
ausgelösten und intensivierten Eskalation der Gewalt kommen laut offiziösen
israelischen Angaben auf jeden israelischen Toten nicht weniger als 36
palästinensische. Doch unabhängige israelische Experten erklären, dass das wahre
Verhältnis näher bei 1:100 liege."
Am achten Kriegstag verkündete der Präsident Israels, Schimon Peres, siegessicher und mit
dem Vertrauen in die militärische Übermacht der USA im Rücken (vgl. dazu
hier): "Die
Hamas braucht eine echte und ernsthafte Lektion und die bekommt sie jetzt"
(Bild, 4.1.2009; siehe auch
hier). Und was ja auch bereits zu Kriegsbeginn klar gemacht wurde: Der Krieg werde "bis zum
bitteren Ende" geführt, was immer das bedeutet. Außerdem werden sowohl die Hamas als auch
die Muslime weltweit dem Krieg wohl eine
andere Lektion entnehmen als sich das Schimon Peres wünscht.
Der Krieg und das Völkerrecht
Die Hamas-Regierung von Gaza hatte mit dem Abschuss von selbstgebauten
Raketen Israel zur Aufhebung der Blockade von Gaza zwingen wollen. Letztlich
möchte die islamistische Miliz die gewaltsame Eroberung des Landes durch israelische Milizen
(bzw. der daraus sich entwickelnden israelischen Armee) in den Jahren 1947 und 1948 und die damit
verbundene Vertreibung von Hunderttausenden von Palästinensern aus Palästina
rückgängig machen.
Stattdessen strebt die Hamas einen islamischen Staat an, die mit ihr
konkurrierende Palästinenser-Bewegung Fatah demgegenüber einen säkularen Staat. Teilweise wollen Palästinenser, dass
der palästinensische Staat neben dem jüdischen existiert, teilweise sollen nun
umgekehrt die vielfach gewaltsam eingedrungenen Juden wieder vertrieben werden, und
teilweise wünscht man einen Staat Palästina, in dem alle Bevölkerungsgruppen
gleichberechtigt neben- und miteinander leben. Die Vereinten Nationen hatten Israel
1948 als Staat anerkannt und ihm 1967 und 1973 das Existenzrecht in den Grenzen von 1967
zugesprochen,
was die Grundlage für die Verhandlungen sein müsste und was ja friedlichen
jüdischen Siedlern auch Wohnrecht im palästinensischen Staat ermöglichen könnte,
so wie ja auch viele Palästinenser heute im jüdischen Staat wohnen.
Doch beide Kriegsparteien teilen weiter aus, jeder nach seinen zerstörerischen
Möglichkeiten, die einen mehr, die anderen weniger (siehe auch
hier). Und mit jedem weiteren
Toten, mit jedem weiteren Verletzten, läuft nach ehernen und unbestechlichen
Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung die Sanduhr für den jeweiligen Verursacher immer
weiter ab, gleich wie dieser sein Verhalten rechtfertigt. Und ist die
Sanduhr, die man auch als eine "Gnadenuhr" bezeichnen könnte,
schließlich abgelaufen, wird jeder das ernten, was er gesät hat, wenn zuvor
nicht innegehalten und umgekehrt wird. Dies kann unter Umständen länger dauern oder auch nicht. Das
Sprichwort heißt: "Gottes Mühlen mahlen langsam". Die großen Gottespropheten
Israels wie Jesaja, Jeremia oder Amos waren immer gegen den Krieg (wobei die Priester ihre Botschaft
teilweise nachträglich verändert hatten). Und sie hatten einst die Zeichen der Zeit für das Volk
in diesem Sinne gedeutet. Doch nur wenige
wollten damals auf die Propheten hören. So wie man auch heute nicht auf sie
hört.
"Wir
besitzen die Fähigkeit, die Welt mit uns untergehen zu lassen,
alle mitzunehmen"
Welche Dimension dabei die Kriege Israels annehmen könnten, dafür gibt der israelische Militärhistoriker Prof. Dr. Martin von Creveld ein schockierendes Beispiel. Er sagte der Zeitung Haaretz unter anderem: "Unsere bewaffneten Streitkräfte stehen nicht an 30. Stelle der Weltrangliste bezüglich ihrer Schlagkraft, sondern an zweiter oder dritter. Wir besitzen die Fähigkeit, die Welt mit uns untergehen zu lassen, alle mitzunehmen. Und ich versichere Ihnen, dass genau das geschehen wird, bevor Israel untergeht" (zit. nach idea-spektrum Nr. 15/2009).
Unendlicher Krieg? Kriegsparteien und Kirchen entlarven sich
Aktualisierung zum Krieg "Israelische Regierung gegen Hamas"
[3.1.2009]
/ Hamas gegen Israel [16.12.2009]
- Ein israelischer Pilot hat in
den Himmel über Gaza ein Unendlichkeitszeichen gemalt, nämlich die
quer stehende Acht, was als ein Zeichen gedeutet wird, dass der Krieg
(unendlich?) weiter geht (ntv.de, 3.1.2009).
Israel kündigte ja zu Kriegsbeginn an, dies werde "ohne Gnade" und "bis zum
bitteren Ende" geschehen. Parallel dazu werden wohl aber auch immer mehr Muslime
weltweit "keine Gnade" mehr für den Staat Israel wollen. So die Logik in diesem Krieg, der
den Hass vor allem in der islamischen Welt langfristig noch einmal in neue Dimensionen hochtreibt.
Und ein knappes Jahr nach Ende des Krieges [Dezember 2009] tönt auch die Hamas
wieder wie in schlimmsten Zeiten: "Palästina
vom Mittelmeer bis zum Fluss Jordan ist ein islamisches Gebiet, das nicht
Gegenstand von Konzessionen ist" (Netzeitung, 16.12.2009). Doch seit wann
sind eigentlich Landschaften islamisch oder jüdisch oder was auch immer?
Die Kirchen entlarven sich dabei, da sie den Menschen verschweigen, dass Jesus,
der Christus, niemals irgendeinen Krieg befürworten würde. Mit ihrem
Verschweigen verschleiern sie auch ihre eigene kriegerische Vergangenheit und
kaschieren ihre teilweise Befürwortung von Kriegen in der Gegenwart (z. B.
viele Kriege der USA), mit der sie Jesus, den Christus, erneut ans Kreuz
schlagen.
Wie eine Deutsche diesen Krieg vor Ort erlebt, lesen Sie unter
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599215,00.html
Der Wahnsinn eines Krieges
Aktualisierung [4.1.2009]
"Sie habe so etwas noch nie erlebt, erklärte die
Gaza-Koordinatorin der Hilfsorganisation Medical Aid for Palestinians (MAP),
Fikr Shalltoot, am Sonntag im Fernsehsender CNN. ´Es ist Wahnsinn.` In ganz Gaza
gebe es in den Krankenhäusern nur 2.500 Betten. Wegen des Stromausfalls in der
Stadt Gaza müsse das größte Krankenhaus mit Generatoren arbeiten. Es sei kaum
vorstellbar, was mit den Patienten geschehe, wenn auch diese ausfallen würden.
Sie warf Israel vor, keine Unterschiede zwischen Zivilisten und Hamas-Kämpfern
zu machen. Jeder habe das Gefühl, er könne ein Ziel sein." Doch selbst wenn
die Verantwortlichen des Staates Israel dem Eindruck der medizinischen Helferin deutlich widersprechen und immer
wieder betonen, keine Zivilisten treffen zu wollen: Es
werden immer mehr Zivilisten getötet und schwer verletzt. "Allein in Beit Lahija
wurden demnach acht Bewohner bei einem Artillerieangriff getötet, als sie ihre
Häuser verließen, um Zuflucht in einer Schule zu suchen" (Spiegel online,
4.1.2009). Wie wollen die israelische Regierung und die Soldaten auch
treffsicher entscheiden, wie viel oder wie wenig "Hamas" in einem
Menschen steckt?
Drei Millionen Euro
Nothilfe stellt die Europäische Kommission für die Menschen im Gaza-Streifen
bereit. Damit sollen Lebensmittel, Notunterkünfte und Medikamente geliefert
werden. EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel rief Israel in einer Erklärung einmal mehr dazu auf, die Versorgung der
palästinensischen Bevölkerung zu ermöglichen. "Deren Situation wird mit
jedem Tag verzweifelter", erklärte Michel. "Den Zugang zu Menschen zu
blockieren, die leiden und sterben, ist ein Bruch von Menschenrecht", sagte
Michel
(Spiegel online, 5.1.2009).
Aktualisierung
[5.1.2009]
Menschen in Gaza haben nichts mehr zu essen / Katastrophale
Verhältnisse in Krankenhäusern
-
"Die Nahost-Expertin der Organisation [Amnesty International], Donatella
Rovera, sagte der ´Berliner Zeitung`: ´Die allgemeine Lage hat sich seit zwei
Jahren kontinuierlich verschlechtert [vor allem durch die Blockaden Israels], aber dass die Menschen nichts zu essen
haben, das gab es noch nie.` Reis, Zucker und Brot seien im Gaza-Streifen kaum
aufzutreiben" (Spiegel online, 5.1.2009).
"In den Krankenhäusern mangele es an Arzneien und medizinischem Gerät, sagte
Rovera. ´Es ist zurzeit kalt in Gaza, es gibt keinen Strom – und damit auch kein
Wasser, weil die elektrischen Pumpen nicht funktionieren`, betonte die
Nahostexpertin" (Focus online, 5.1.2009).
"Ein norwegischer Arzt berichtete im Nachrichtensender CNN, dass sich seit
Beginn der Bodenoffensive die Zahl der im Krankenhaus eintreffenden Verletzten
verdreifacht habe. Ein Drittel der Verletzten seien Kinder und Frauen. Bereits
am Vortag hatten Helfer von katastrophalen Verhältnissen in den überfüllten
Krankenhäusern im Gazastreifen berichtet" (stern.de 5.1.2009).
Zur möglichen Ursache der Eskalation des Konflikts im Dezember 2008 siehe den
Artikel des angesehenen israelischen Friedensaktivisten Ury Avnery
(http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/hamas-hoch-zehn/), der vor
Ort die Dinge anders beurteilt als fast alle westlichen Medien.
2.1.2009 - Die Behandlung der
Beduinen im Negev / Die "Goldene Regel" für Menschen aller Religionen und
Kulturen - Durch den Gaza-Krieg ist Israel wieder ins Zentrum der
weltweiten Aufmerksamkeit gerückt. Was Medien - allgemein gesprochen - nur
selten berichten, ist die oft jahrelange Bedrückung von Menschen anderer
Kulturen, die auch ein Nährboden für allmähliches Aufkeimen von Hass und Gewalt
sind und die eines Tages auch dazu führen kann, dass ein Mensch z. B. einen
Stein wirft oder eine Bombe.
Eine solche Entwicklung könnte verhindert werden, wenn Menschen aller
Religionen und Kulturen rechtzeitig die Goldene Regel des Jesus von Nazareth
beachten würden: "Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut ihnen
auch", was z. B. auch bedeutet: "Das tut ihr Ihnen zuerst." Oder, als Sprichwort
formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem andern
zu."
So erschien erst wenige Tage vor Beginn des Gaza-Krieges
(17.12.2008) folgender Bericht über die Zerstörung eines Beduinendorfes durch
Israel:
http://www.ism-germany.net/2008/12/17/israelische-armee-zerstrt-bedouinendorf-im-negev
Die Beduinen leben schon seit Jahrhunderten in der Wüste Negev. Und der
"moderne" Staat Israel, dem im Jahr 1948 dort von der UNO die staatlichen
Hoheitsrechte zugesprochen wurde, zerstört hier oft leichtfertig die Lebensräume von
Menschen anstatt mit ihnen zu verhandeln und sich wohlwollend um Einigung zu
bemühen.
Siehe dazu auch:
http://www.ism-germany.net/2008/04/03/hrw-anklagender-bericht-zum-status-der-beduinen-im-negev
Oder ein Bericht, der auf der jüdischen Seite hagalil.com im Jahr 2004
veröffentlicht wurde:
http://www.hagalil.com/archiv/2004/07/beduinen.htm
Aus diesem Bericht, verglichen mit dem vom 17.12.2008, wird deutlich,
dass sich auch hier die Situation immer weiter verschärft hat.
1.1. / 2.1.2009 -
Neujahr 2009 - Fühlen wir uns in die
Opfer in Kriegsgebieten hinein - Lieber Leser, wie würden Sie sich
fühlen, wenn plötzlich eine Bombe oder eine Rakete, die ihr eigentliches Ziel verfehlt,
stattdessen ein Riesenloch in Ihr Haus reißt? Und wenn das Haus kurz darauf in
sich zusammenfällt, nachdem sie es viele Jahre mühsam aufgebaut hatten, Ihre
ganzen Ersparnisse hinein gesteckt haben? Und wie würden Sie sich fühlen, wenn die
Fabrik, in der Sie für Ihren Lebensunterhalt arbeiten, plötzlich nur noch
ein rauchendes Trümmerfeld ist? Und es gibt weder eine Arbeitslosenunterstützung
noch eine andere Arbeit.
Und wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihr Vater oder Ihre Mutter,
die Sie lieben, von einem herabstürzenden Mauerwerk begraben wurden,
nachdem die Bombe oder die Rakete eingeschlagen hat?
Oder wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie hören, dass Ihr Mann oder Ihre Frau im
Leichenhaus liegt? Es sei gerade passiert, als er oder sie etwas zu essen und
ein paar warme Decken holen wollte für die Familie und ihr Ehepartner sei dem
Angreifer verdächtig vorgekommen. Oder wie ist es für Sie, wenn Sie nach einer
schweren Explosion auf einmal
mit Entsetzen einen leblosen blutüberströmten Körper auf dem Fußboden liegen sehen? Und Sie sehen ihn an und
weichen vor Schreck zurück: Es ist ihr Kind.
Und was wird sein, wenn Ihnen ohne Vorwarnung plötzlich der Arm abgerissen wird?
Und wenn Sie in Panik sind und zu verbluten drohen? Oder wenn sich plötzlich ein großer Splitter
z. B. in Ihren Unterkiefer bohrt? Und Sie
nur noch mit Mühe atmen können. Und es kann Ihnen keiner
helfen. Und es gibt kein Verbandsmaterial, kein Medikament. Und Sie schreien wie
am Spieß. Sie bestehen fast nur noch aus grässlichem Schmerz. Und Sie bekommen
vielleicht auch noch mit, wie Soldaten verhindern, dass ein Arzt zu Ihnen
vorgelassen wird.
Was würden Sie also fühlen, wenn Sie und Ihre Familie von Bomben getroffen
werden, die, wie die verantwortlichen Politiker im Fernsehen sagen, gar nicht für Sie persönlich bestimmt waren, sondern für
Ihren "bösen" Nachbarn oder für Ihre "böse" Regierung oder für die Durchsetzung eines
politischen Ziels? Doch Bomben und Raketen sind nun mal nicht so genau.
Doch das ist eben der Krieg. Und er ist überall gleich. Und was müsste wohl
passieren, dass diejenigen, die den Krieg heute noch befürworten, ihn morgen
nicht mehr befürworten?
Jeder Krieg beginnt mit dem Vorwurf "Der andere ist schuld". Jesus von
Nazareth jedoch lehrte: "Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge;
danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst" (Matthäus
7, 5). Oder: "Tut wohl denen, die Euch hassen" (Lukas 6, 27). Und
vieles mehr in dieser Art. Würden einige Menschen damit beginnen, diese Lehre
allmählich zu verwirklichen, gäbe es immer
weniger
Kriege, und die Menschen würden Schritt für Schritt von Christus in die Richtung
geführt, die gut für sie ist.
Doch jeder Krieg und jede Befürwortung eines Krieges haben mit Jesus, dem Christus,
nichts zu tun. Und jeder, der sich heute noch "Christ" nennt
oder "christlich", aber einen Krieg bejaht, wenn auch nur als
"letztes Mittel", und auch jeder, der einem Krieger seine "Solidarität"
für seinen Krieg vermittelt, der sollte sich sofort von Christus distanzieren
und auf diese Weise den Namen "Christus" nicht mehr missbrauchen.
1.1. / 13.11.2009
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Neujahr:
Kein Grund zum Feiern / Katastrophen 2009-2012: Der Countdown der Wirtschafts-, Naturkatastrophen und Kriege hat
begonnen / Kinofilm "2012" von Roland Emmerich: Ende der materialistischen
Zivilisation - Der Kalender der Maya endet im Jahr 2012. Dann folgt
wieder ein Jahr 0 (zu den Details:
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/12/23/maya-kalender/endet-geht-welt-in-vier-jahren-unter.html).
Zufall? Der Mensch hat sich durch eine weltweite barbarische Profit-Wirtschaft
mit immer höheren Gewinnen, Dividenden und "Boni" für die Superreichen die Natur
allmählich zum Feind gemacht, so dass die Erde im
Fieber liegt und sich schüttelt. Und immer mehr brechen deshalb die Naturkatastrophen über den Menschen und seine Zivilisation herein.
Diese wiederum betrachtet zunehmend wieder den Krieg als angebliche Lösung ihrer
Probleme (nach dem nicht funktionierenden Motto "Bringe ich meinen Feind um, ist
er weg"). Jeder, der mit offenen Augen und Ohren die Berichte liest, sieht und
hört, was geschieht. Und wir erfahren wohl längst nicht alles, was sich schon zusammengebraut
hat. Derweil ereignen sich auch zunehmend Wirtschaftskatastrophen, denn das
brutale Ego-System von Immer-mehr-superreich und Immer-mehr-bettelarm hat auch
in sich keinen Bestand.
Der Kinofilm "2012" von Roland Emmerich zeigt das Ende der
materialistischen Zivilisation. Ein Kommentar zum Film
siehe hier.
Mehr zum Thema der Naturkatastrophen aus geistiger Sicht:
Die
Erde schüttelt allmählich die menschliche Zivilisation ab: Menschen haben sich
ihren besten Freund zum Feind gemacht -
siehe
hier.
Sowie: Katastrophen, Erdumwälzungen,
Sterben: Gott hat rechtzeitig gewarnt
http://www.das-wort.com/deutsch/zeitkritisches/katastrophen-erdumwaelzungen-sterben.php
Und: Der Schattenwelt neuer Kleider
http://www.das-wort.com/deutsch/kirchenkritisches/der-schattenwelt-neue-kleider.php
Vgl. dazu auch einen interessanten Artikel zur Jahreswende von
1998 auf 1999:
http://www.das-weisse-pferd.com/99_02/weissagung.html
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Aus den Texten kann wie folgt zitiert werden: |
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Der Theologe aktuell:
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