DER THEOLOGE
Nr. 23


Deutschland: Staat und Kirche sind nicht getrennt

Das Staatsross
und sein kirchlicher Reiter

Staat und Kirche sind in Deutschland nicht wirklich getrennt. Die Kirche kann mit einem Reiter verglichen werden, der auf dem Ross, dem Staat sitzt, und diesen lenkt. Nahezu alle einflussreichen Politiker fallen vor der Kirche auf die Knie und bringen als Geschenke ganze Säcke voller Euro aus den Staatseinnahmen mit. So wird die Kirche z. B. trotz knapper Kassen pro Jahr mit ca. 14 Milliarden Euro aus den allgemeinen Steuermitteln subventioniert, soziale Subventionen (noch einmal ca. 10 Milliarden jährlich) noch gar nicht mitgerechnet (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de). Bischofsgehälter, Priesterausbildung, konfessioneller Religionsunterricht und vieles mehr zahlt in Deutschland der Staat. Und die reiche Kirche (Vermögen lt. Carsten Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland, Aschaffenburg 2002, ca. 500 Milliarden Euro) ist zudem von allen Steuern befreit. Und da die Lobby der Kirche nahezu in jeder politischen Gemeinde oder Stadt die Mehrheit hat, werden auf diese Weise kaum mehr vorstellbare Leistungen an die Kirchen zusätzlich erbracht. Doch der deutsche Staat-und-Kirche-Verbund ist nicht nur in finanzieller Hinsicht eine Goldgrube für die Großkirchen. Die Politiker sind mehrheitlich auch auf anderen Gebieten Gehilfen der katholischen und der evangelischen Kirche und fangen sofort an zu "laufen", wenn der Bischof oder seine Beauftragten anrufen. Vor allem bei der modernen Inquisition, der grundgesetzwidrigen Bekämpfung religiöser Minderheiten, lassen sich der Staat und seine Vertreter (auch in vielen Behörden) immer wieder von der Kirche für deren Zwecke einspannen.
Nachfolgend eine Zusammenstellung von Kurzmeldungen aus der Rubrik
Der Theologe aktuell, ergänzt um einige weitere Informationen. Lesen Sie diese Meldungen und Sie wissen, was in diesem Land geschieht und wer noch die Zügel in seinen Händen hält.

"Deutschland muss einmal das Schwert der katholischen Kirche werden."
(Papst Leo XIII. im Jahr 1888 zu Kaiser Wilhelm II. in Rom - zit. nach
Walter Löhde, "Das päpstliche Rom und das deutsche Reich")


Ein Minister bekommt sein Gehalt vom Staat und heißt deshalb Staatsminister. Auch ein Bischof bekommt sein Gehalt vom Staat und ist deshalb Staatsbischof. Wenn er befördert wird, ist er ein Staatskardinal. Sein Dienstwagen ist folglich eine Staatskarosse. Und die Wohnung ist eine Staatsvilla, wenn nicht gar ein Staatspalast.
Der Papst bekommt eine Apanage vom italienischen Staat in Millionenhöhe. Auch hier müsste man fragen, ob er ein Staatspapst ist?
Ist das alles rechtens? Und gibt es nicht einen Rechnungshof, der über die richtige Verwendung von Steuermitteln wacht?
 


Jesus von Nazareth sprach: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gott gebührt". Von einer religiösen Institution, die von den Kaisern ernährt werden soll und welche diese lenkt, sprach er nicht.
 


Die Staaten sind mit einem Ross zu vergleichen. An seiner Mähne und seinem Schweif hängen die Völker. Die Völker füttern das Ross. Doch auf dem Ross sitzt auch ein Reiter mit einer Maske, der Einfluss auf das Ross nimmt und es zu lenken versucht. Die Völker füttern auch diesen Reiter, so dass es dem Reiter gut geht. Immer weniger jedoch den Völkern. Und wie geht es für sie weiter? Wohin werden sie vom Reiter mit der Maske gelenkt? Die nahe Zukunft wird es zeigen. Wenn das Ross und die Völker in seiner Mähne und in seinem Schweif den Reiter nicht abschütteln, werden sie in Kürze dorthin fallen, wohin der Reiter sie unmerklich lenkt. Schütteln sie den Reiter jedoch ab, dann müsste dieser lernen, zu Fuß zu gehen und von seiner Substanz zu leben. Und das ist immer noch mehr als genug. Und das Ross und die Völker hätten vielleicht noch eine Chance.
 


"Die CDU sei nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet worden und auch aus der Erkenntnis entstanden, dass die christlichen Konfessionen in einer Partei zusammenarbeiten müssten".
(Mit diesen Worten in indirekter Rede zitiert idea-spektrum Nr. 38/2009 den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder. Mittlerweile arbeiten die "christlichen" (gemeint sind die katholische und die evangelische) Konfessionen auch in den anderen Parteien zusammen. Nahezu alle Parteien betreiben die Politik der Kirche.)

2005
60 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Kirchliche Mitverantwortung ignoriert

Philipp Melanchthon war kein Vorläufer der Gewissensfreiheit - im Gegenteil

Kirchliche Diskriminierung der Zeugen Jehovas - Oberverwaltungsgericht Berlin macht nicht mit

Von Präsident George W. Bush bis Islamischer Dschihad: Alle huldigen dem Papst

Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls

Regierung und Volk - Spart Euch die Kirche: Überfüllte Veranstaltung in Erfurt

Aussteiger suchen unabhängigen Politiker: Wer fällt nicht vor den Kirchen auf die Knie?

Zugriff auf das Volk wird immer fester, Reiche und Privilegierte bekommen immer mehr

Religionsunfreiheit in Deutschland

"Kluge Bayern" überwiegend ewig verdammt - trotz zwischenzeitlichem vollständigen Ablass

Sparen Sie sich die Kirche: Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln

Kanzlerkandidatin Angela Merkel: Papst sei für viele die Erfüllung der religiösen Sehnsucht

Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest gegen Gipfel-Kruzifixe

Kirchliche Medienlobby contra Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche Verführung?

2006

Evangelische Inquisition: Steht die SPD-Politikerin Carla Bregenzer noch auf dem Boden des Grundgesetzes?

Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr den ewig verdammenden Kirchen aus

Bundestagsabgeordnete: Der Reiter auf dem Ross

"Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten für die Bürger" - nur Milliardengeschenke für Kirchen bleiben

Nahost: Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche

Keine öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Vorgeschmack auf Polizeistaat?

Ministerpräsident Edmund Stoiber: "Symbiose" von Staat und Kirche. Zutreffender wäre: "Parasitäres Verhältnis"

USA: Sorge um Religionsfreiheit in Deutschland

Evangelischer CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt die Verantwortung
des kirchlichen Christentums


Über eine halbe Milliarde Euro mehr Kirchensteuereinnahmen im Jahr 2006

Am Pranger: Kirche will Andersgläubige in der Gesellschaft überall aufspüren

Jäger in Richtergewand lehnen Antrag auf 10 Jahre "Ruhen der Eigenjagd" ab

Inquisitionsprozess in Würzburg: Soll Kirchenopfer eingeschüchtert werden?



2007

Kampf gegen Klimakatastrophe und Intoleranz - Wird in Deutschland der Bock zum Gärtner gemacht?

Sexualverbrechen an Kindern: Kirchliche Vertuschung von Staatsanwaltschaft gedeckt?

Kampf der Kulturen in Deutschland: Katholische Politiker wollen Islam klein halten

2008

Gewalt und Massenmord mit evangelisch-lutherischer Rechtfertigungslehre entschuldigt

NS-Debatte: Warum so viele Deutsche zu Mördern wurden

Ist eine millionenschwere Kirchenorgel "Volkswohlfahrt" unter besonderer Berücksichtigung des Sozialen?

CSU will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen lassen - Kräftige Wahlniederlage

CSU/FDP-Koalition in Bayern: "Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den Kirchen ein

2009

CDU-Politiker verneigen sich weiter vor Joseph Ratzinger / Staat als Ross, Kirche als Reiter

2010: Kommt der Papst schon wieder oder fahren die Abgeordneten mit der Bahn nach Rom?

Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach

Der Reiter tadelt sein Ross: Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin auf, sich beim Papst zu entschuldigen / Der Co-Reiter: Evangelische Kirche beruft Politiker in Kirchen-Synode


Volksbegehren über die Macht der Kirche in Deutschland / Kirche schleicht jetzt durch Hintertür

27.Mai: Kreuzzug der Kirche gegen die Stedinger Bauern vor 775 Jahren

Staatssubventionen - Wie lange kann sich die Kirche noch an den Milliarden festkrallen?

Protest der GRÜNEN gegen Gleichstellung der Zeugen Jehovas mit den Kirchen in Bremen

Steigbügelhalter der modernen Inquisition: Der tiefe Fall der Bundes-SPD

Welcher Politiker kriecht der Kirche am besten in den Schoß? CDU/CSU will SPD schlagen

Bundeskanzlerin Merkel wünscht Gespräche mit dem Papst

Skandal in Nordrhein-Westfalen: Ablehnung nicht kirchlich getaufter Kinder in Staatsschulen

Es ist genug: Erfüllung des Grundgesetzes statt Pfarrhausrenovierungen auf Staatskosten

Heute-Moderator wurde römisch-katholisch

Ein Staatsbischof im Bayerischen Landtag


Das katholische Kruzifix in staatlichen Einrichtungen ist nicht rechtmäßig

Die deutschen Politiker klammern sich immer mehr an die Kirche

Kirchen-Lobbyist fordert neue Ethik-Steuer und Steuerbefreiung für Kirchenmitglieder

2010
Arbeitgeber Kirche - "von Nächstenliebe keine Spur"

Kirche will CDU noch mehr auf Kirchenkurs bringen

Die "Langlebigkeit alter Privilegien" - "Wie der Staat der Kirche dient"

Angela Merkel, Sigmar Gabriel, Guido Westerwelle - alles Lutheraner

Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Welcher Politiker ist am kirchlichsten?

FDP wird immer mehr zur Kirchenpartei

SPD-Generalsekretärin: Papst ist "der Chef vom Ganzen"

"Ende des demokratischen Sektors" in Deutschland: Kirche beansprucht faktisch eigene Justiz

Sexueller Missbrauch: Staat bezahlt die Gehälter der Leiter und Erzieher von bischöflichen Knabenseminaren

Wegen Kirchenaustritt von der Schule gefeuert? Der Gegenangriff der Kirche gegen ein Mädchen mit Zivilcourage

Bischof Mixa - neue Vorwürfe

Wie lange leben wir noch in einer "Bundeskirchenrepublik"?


Wie lange noch "alimentieren" die Politiker die kirchliche Parallelwelt?

Die schier unendlichen Staatsmilliarden für die Kirche

Kardinal-Höffner-Kreis der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten

Bundespräsidentenwahl: Wen auch immer Sie wählen, Sie wählen die Kirche





28.1.2005 / 11.9.2009 - 60 Jahre Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz - Damit sich solche Grauen nicht wiederholen können, ist es nötig, die Wurzeln der Verbrechen zu finden und den Anfängen zu wehren. Eine wesentliche Wurzel wird jedoch beim Gedenken an die Millionen Opfer meist ignoriert bzw. verschwiegen. Adolf Hitler rechtfertigte sich nämlich damit, "dass er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirchen in 1500 Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1986, S. 406). Vor allem Martin Luther tat sich mit seiner Forderung nach Judenpogromen hervor: Man soll ihre "Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken", ihre Häuser zerbrechen. "Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder einen Stall tun". Aller Besitz soll ihnen weggenommen werden und den "jungen und starken Juden" soll man in die Hand geben "Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken und Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen". Wer auf jüdische Art Gott öffentlich lobt, soll, so Luther, hingerichtet werden (Belege bei: Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, Jena 1542; zitiert nach der im Dritten Reich heraus gegebenen Volksausgabe von H. L. Parisius; im einzelnen auch nachzulesen in "Der Theologe Nr. 4" - siehe unten; sowie ausführlich in "Der Theologe Nr. 28", Martin Luther und die Juden).
Wie verträgt sich aber das notwendige Gedenken an Auschwitz und die gleichzeitige Ehrung Martin Luthers?
Die Kirchen forderten in der Weimarer Republik und im Dritten Reich den Staat auf, gegen religiöse Minderheiten vorzugehen und sie bekämpften sowohl "Juden" als auch "Sekten". Heute verschweigen sie am liebsten ihre Verantwortung am Judenmord, verleumden aber wie eh und je wieder andere Minderheiten (Lesen Sie dazu "Der Theologe 4": Die evangelische Kirche und der Holocaust - Dokumentation sowie den Anhang Die katholische Kirche und der Holocaust).

Aktualisierung: Im Mai 2006 besucht Papst Benedikt XVI. Auschwitz. Am 11.9.2009 erscheint darüber eine Dokumentation der Zeitung Die Welt mit dem Titel: Der Versuch, aus Tätern Opfer zu machen.
 



9.2.2005 - Philipp Melanchthon war kein Vorläufer für Gewissensfreiheit - im Gegenteil - Bei der Suche nach Vorläufern des modernen Europa versuchen die Kirchen immer wieder, ihre alten Inquisitoren unterzubringen. Ein Beispiel: Ein epd-Artikel über die Europäische Melanchthon-Akademie in Bretten/Baden, der von mehreren Tageszeitungen kritiklos übernommen wurde, so auch von der Würzburger Main-Post am 11.1.2005. Das sollte nicht unwidersprochen bleiben. Lesen Sie hier eine Entgegnung, die von der Main-Post auch in gekürzter Form übernommen wurde.
 



24.3.2005 / 18.11.2006 - Kirchliche Diskriminierung der Zeugen Jehovas - Das Oberverwaltungsgericht Berlin macht nicht mit - Ekklesiogene Neurosen in den Kirchen - Was ist, wenn ein Staat auch einer kleineren Religionsgemeinschaft ähnliche Rechte verleihen könnte wie sie die beiden großen Quasi-Staatskirchen "Evangelisch" und "Katholisch" seit Jahrhunderten in immer neuen Formen genießen! So entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin, dass das Land Berlin auch den Zeugen Jehovas den Status einer "Körperschaft des Öffentlichen Rechts" verleihen muss, was z. B. mit einigen Steuerbefreiungen verbunden ist. Der Aufschrei und der Protest der Kirchen folgte sofort. So verwies die Evangelische Kirche sogleich auf kritische Berichte von einzelnen Aussteigern bei den Zeugen Jehovas. Wörtlich erklärte z. B. der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber: "Man muss ja auch fragen, wer sonst Auskunft geben soll, wenn nicht diejenigen Menschen, die tatsächlich unter Druck geraten" (Spiegel online, 24.3.2005). Als Außenstehender kann man aber zurückfragen: Warum sollen nur Abtrünnige befragt werden und aus Gründen der Ausgewogenheit nicht auch diejenigen, die sich bei dieser Gemeinschaft wohl fühlen? Wendet man nämlich denselben Maßstab, den Bischof Huber hier einfordert, einmal bei der evangelischen und der katholischen Kirche an, hätte dies schon lange dazu führen müssen, dass die beiden Großkirchen ihre maßlosen Privilegien (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de) verlieren. So berichten nämlich Aussteiger aus den beiden Amtskirchen seit Jahren z. B. von Einschüchterungen der Menschen mit Höllendrohungen. Oft finden diese Einschüchterungen nicht direkt statt, sondern werden sehr subtil eingesetzt. Die Folgen sind vielfach so genannte "ekklesiogene" Neurosen oder Psychosen, durch welche kirchlich Gläubige bereits zu Hunderten aus der Bahn geworfen wurden. Davon betroffen sind meist Menschen, die sich trotz schwerwiegender Probleme mit der kirchlichen oder biblischen Lehre oder bestimmten kirchlichen Moralvorstellungen nicht von diesen lösen können. Erst Anfang März 2005 nahm in Groitzsch bei Leipzig eine engagierte lutherische Kirchenvorständin ihre drei minderjährigen Kinder mit den Tod. Sie warteten mit zwei Bibeln in eisiger Kälte auf den Tod durch Erfrieren. Hinzu kommen sexueller Missbrauch von Kindern durch kirchliche Amtsträger und vieles mehr.
Man stelle sich vor, wie das Urteil des Oberverwaltungsgerichts womöglich ausgefallen wäre, wenn auch nur eines dieser Vergehen, die in den Kirchen an der Tagesordnung sind, bei den Zeugen Jehovas passiert wäre. Außerdem wurde gerade diese Gemeinschaft auf unmittelbare oder mittelbare Veranlassung der Kirchen von den Nationalsozialisten verfolgt, was über 1.000 der "Zeugen" nicht überlebten. Ein Auszug aus der Schrift Der Theologe Nr. 4, Die evangelische Kirche und der Holocaust, der dies dokumentiert, ist hier einsehbar. Schon aus diesem Grund hätten die Kirchenvertreter allen Grund, freiwillig vom hohen Ross zu steigen und ihr Inquisitionsgebaren nach ca. 1800 Jahren endlich zu beenden.

Lesen Sie dazu auch Ein Kirchenaussteiger berichtet.
 



3.4.2005 - Von Präsident Bush bis Islamischer Dschihad - alle huldigen dem Papst - Das Geschehen in Rom nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. und die weltweiten Reaktionen erinnern in diesen Tagen viele Christen an die biblische Prophezeiung des Matthäusevangeliums, wo der "Versucher" Jesus von Nazareth "alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht" anbietet und ihm verheißt: "Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest" (Matthäus 5, 9).
 



10.4. / 12.6.2005 - Beerdigung des Papstes: Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
- Wem das Wort "Diktatur" zu hart erscheinen mag oder wer es nicht annehmen will, der lese das offizielle Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche von Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und ihren Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger, 12. Auflage, Regensburg 1986 ...
Die Kirche will zudem, "dass alle Völker in die Kirche eintreten" (Nr. 370). Was könnte das bedeuten? Z. B. für Europa, das nach dem Willen der Kirche demnach ein römisch-katholischer Kontinent werden soll? Der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte eindringlich: Der "biblisch fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Doch die Staatsmänner dieser Erde, welche eigentlich die Werte der gegen die Kirche erkämpften Demokratie verteidigen sollen, werfen sich der Diktatur des Heiligen Stuhls an den Hals oder vor die Füße. Hier stellt sich gerade in diesen Tagen die Frage: Wo sind noch wahrhafte Demokraten, welche noch für die Ideen von Freiheit, Gleichheit, Einheit, Menschenrechten und Toleranz einstehen? Und gibt es in Europa wenigstens einen Politiker, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt?
 



12.5.2005 - "Regierung und Volk - Spart Euch die Kirche!" - Überfüllte Veranstaltung der Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" am 25.4.2005 in Erfurt - Obwohl sich manche Zeitungen geweigert hatten, Anzeigen zu drucken, die auf die Veranstaltung hinweisen sollten, mussten immer wieder Stühle geholt werden, bis schließlich ca. 250 Besucher in einem Saal im Radisson-Hotel Platz fanden. Auch das Hotel machte Schwierigkeiten und teilte dem Veranstalter vorab mit, dass es eine Spende an eine kirchliche Einrichtung überweisen würde, die doppelt so hoch sein soll wie der Betrag, der durch die kirchenkritische Veranstaltung eingenommen werde - sozusagen eine freiwillige moderne Ablasszahlung. Was die Besucher der so umkämpften und überfüllten Veranstaltung an dem Abend dann zu hören bekamen, waren überwiegend Fakten über die staatliche Finanzierung der Großkirchen auch in den ostdeutschen Bundesländern sowie aufschlussreiche Hintergründe über den Einfluss der Kirche im Raum Erfurt im Lauf der Geschichte. Auf dem Podium saß neben Professor Dr. Hubertus Mynarek, dem Ex-Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, auch Dieter Potzel, ehemaliger evangelischer Pfarrer und Herausgeber von Der Theologe. Sein Redebeitrag in Erfurt ist hier einsehbar.
Die Eingangsreferate aller Podiumsteilnehmer sind einsehbar unter
http://www.kirchenopfer.de/downloads/erfurtbroschuere5.pdf.

 



25.5.2005 - Wahlen in Deutschland - die "überlegene" katholische Religion / Aussteiger suchen unabhängigen Politiker - wer fällt nicht vor der Kirche auf die Knie? - Ist es ein Zufall, dass die derzeitigen politischen Umwälzungen in Deutschland ausgerechnet vom Wahlsieg von CDU-Politiker Jürgen Rüttgers in Nordrhein-Westfalen ausgelöst wurden, der kurz zuvor noch erklärte: Die katholische Kirche und ihr Menschenbild sei allen anderen Religionen "überlegen" (Spiegel online, 22.4.2005)? Rein optisch wurde dazu in der Nähe von Köln für den Weltjugendtag im August 2005 ein riesiger Hügel aufgeschüttet. Von dort aus wird Benedikt XVI. vor Hunderttausenden von "unten liegenden" und zu ihm aufblickenden Jugendlichen die Messe zelebrieren. Und wer die ausgefeilten Bedeutungen von Symbolen, Ritualen und Zeremonien in der Kirche kennt, weiß genau, dass es hier nicht nur darum geht, dass man den Papst besser sieht.
Durch die Winkelzüge der Politik fällt dieses Ereignis nun auch mitten in den Bundestagswahlkampf. Zu diesem Anlass suchen viele besorgte Aussteiger aus den Kirchen einen wählbaren Politiker, der weder in Köln noch vor dem Fernsehgerät niederkniet und der nicht huldvoll zu Papst Benedikt XVI. auf den Hügel emporschaut. Bitte schicken Sie uns eine E-Mail, wenn Sie selbst dieser Politiker sind oder wenn Sie einen kennen, der diese Bedingungen erfüllt. Ansonsten siehe auch hier.
 



29.5. /  18.11.2006 - Mehrwertsteuererhöhung von CDU und CSU geplant - der Zugriff auf das Volk wird immer fester, die Reichen und Privilegierten bekommen immer mehr - 77 % der Bürger wollten einer Umfrage Ende Mai zufolge CDU, CSU oder SPD wählen. Offenbar genug, so dass deren Politiker sich getrauen, nach der Wahl eine Mehrwertsteuererhöhung durchzudrücken, was "insbesondere die Bezieher niedriger Einkommen und die Familien mit Kindern vergleichsweise stark belasten" wird (Prof. Peffekoven, Universität Mainz lt. Monitor, 9.6.2005). Die Reichen und Privilegierten werden anderweitig mehrfach entschädigt, während der Mittelständler immer mehr unter Wasser gedrückt wird. Konkret heißt das z. B.: 31 Millionen Bürger mit durchschnittlichem bzw. geringem Einkommen müssen bei einer Erhöhung der Umsatzsteuer um 3 % einer Hochrechnung zufolge auf diese Weise 4,5 Milliarden € pro Jahr mehr zahlen (der einzelne ca. 300 € mehr). Besserverdienende würden dafür nach dem CDU-Plan "Konzept 21" zur Reform der Lohn- und Einkommensteuer um ca. 4 Milliarden € pro Jahr steuerlich entlastet (Monitor vom 9.6.2005 rechnete noch mit 4 % Erhöhung und kam daher auf 6 Milliarden Mehreinnahmen bzw. 400 € mehr Last für den geringer Verdienenden).
Grundsätzlich kann man beobachten: Die verantwortlichen Politiker überlegen hauptsächlich, wie man die einfache Bevölkerung noch mehr beschneiden und ihnen noch mehr wegnehmen kann und wie man möglichst viel in den eigenen Schlund und den seiner Günstlinge und Vasallen stecken kann, die man als Lobby vertritt (Wenn es Ausnahmen gibt, bitte melden!).
So sollen alleine im Gesundheits- und Sozialministerium kurz vor der Abwahl der SPD/Grünen-Regierung noch schnell 126 Beförderungen durch gewunken werden. Denn warum sollen nur die Krankenkassen-Bosse die Bürger abzocken, die sich das, was man v. a. durch Leistungseinsparung bei den Bürgern holte, in die eigenen Taschen steckten und ihre Spitzengehälter noch einmal kräftig erhöhten? Auch die Pressesprecherin von SPD-Minister Clement bekommt schnell noch 1.300,00 € mehr im Monat. Ob es für ihre Verdienste bei der Ideenfindung ist, wie man die Bezüge von Arbeitslosengeld-Empfänger noch weiter stutzen kann?
Demnächst soll man nun auch noch Fernsehgebühren auf den Internet-Anschluss bezahlen, auch wenn man den Computer gar nicht zum Fernsehen verwendet. Und, und, und ...
Die Reichen und Privilegierten werden immer reicher, und wer sich heute noch im Mittelstand wähnt, dem droht das Schicksal, Schritt für Schritt in Richtung Armut gedrückt zu werden. Mit den Bürgern kann man es ja machen. Die Reichen und Privilegierten sichern sich derweil ihre Pfründe und Zusatzeinnahmen mehrfach ab. Zu ihnen gehören auch die Kirchenoberen und ihre sogar von Steuern befreiten Institutionen. Die maßlosen Subventionen (14-20 Milliarden € jährlich für rein innerkirchliche Zwecke, nicht für Soziales) für die Großkirchen werden wieder einmal nicht angetastet, sondern sollen ebenfalls noch ausgeweitet werden, damit die Kirche ihr Milliarden-Vermögen (lt. Experten alleine in Deutschland ca. 500 Milliarden €) nicht antasten muss. Die Kirchenoberen bedanken sich mit ihrem "Segen". Staat und Kirche kungeln wie immer auf Kosten der Bevölkerung. Nebenbei fallen dabei z. B. weitere 15 Millionen € ab, die man dem Bürger aus der Tasche zieht, damit er beim Weltjugendtag in Köln im Angesicht von Papst Benedikt XVI. leichter auf die Knie fallen kann, und vermutlich ist ein großer Teil der Kosten hier (wieder einmal) noch gar nicht eingerechnet. Deshalb: Nicht länger schweigen und ertragen! Stoppt die Umverteilung der Euros vom Volk zu den Privilegierten! Und: "Stoppt die Abzocker" - eine Petition an den Bundestag, die deutlich macht, dass man nicht alles mit sich machen lässt.
 



11.6.2005 - Religionsunfreiheit in Deutschland - Ein erschütternder Bericht über die berufliche Laufbahn eines EDV-Spezialisten, der einmal beim Verlag der Zeugen Jehovas gearbeitet hatte. Lesen Sie Religionsunfreiheit in Deutschland - ein Land im Griff der modernen Inquisition!
 



15.8.2005 - "Kluge Bayern" überwiegend ewig verdammt - und die Teilnehmer am Weltjugendtag auch, trotz zwischenzeitlichem vollständigem Ablass - Der CSU-Chef und überzeugte Katholik und Ministerpräsident Edmund Stoiber bescheinigt seinen politischen und kirchlichen Gefolgsleuten Klugheit. 59 % der Bayern gehören der römisch-katholischen Kirche an, und etwa genauso viele wählten bisher CSU. "Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern", so Ministerpräsident Stoiber im Hinblick auf die weniger kirchliche und CDU/CSU-freundliche Bevölkerung in Ostdeutschland. Und auf deren Wahlverhalten (über 20 % wählen Linkspartei) angesprochen behauptete er: "Nur die dummen Kälber wählen ihren Metzger selber."
Doch wahrscheinlich weiß weder Edmund Stoiber noch sein überwiegend katholisches Wahlvolk in Bayern, dass der römisch-katholische "Metzger" unter den Kirchenmitgliedern längst vorsortiert hat, wer trotz seiner Kirchenmitgliedschaft und "klugen" politischen Wahl in die ewige Verdammnis muss. Nämlich alle, die aufgrund der verbindlichen Kirchenlehre "ausgeschlossen" sind. Und wer ist alles davon betroffen? Überzeugen Sie sich selbst und machen Sie den Glaubenstest!
Und was Edmund Stoiber vermutlich auch nicht weiß: Die Mehrheit der Bayern, die römisch-katholisch ist und CSU wählt, wird den Test nicht bestehen. Und auch die Mehrheit der Jugendlichen nicht, die in Köln dem Papst zujubelt und fälschlicherweise glaubt, sie können in wesentlichen Lehrfragen auch eigene abweichende Ansichten haben. Diese Jugendlichen werden in den kirchenfreundlichen Medien als selbstbewusst vorgestellt, um die angebliche Offenheit der Kirche zu demonstrieren. Bleiben sie jedoch bei ihren Ansichten oder entfernen sie sich sogar noch weiter von den kirchlichen Lehren, müssen sie nach katholischem Glauben später ebenfalls in die Hölle. Der Papst macht derweil gute Miene zum bösen Spiel, da er "hofft", dass sich die jungen Menschen irgendwann noch vollständig unterwerfen. Wer es nicht tut, dem nützt auch der vollkommene Sündenablass in Köln und dereinst die letzte Ölung nichts. Und wem das jetzt schon klar ist, der kann sich ja schon heute überlegen, ob er noch weiterhin Kirchensteuer bezahlen möchte.
 



12.8 / 20.8.2005 - "Sparen Sie sich die Kirche" - Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln - Am Donnerstag, den 18.8.2005, fand parallel zur Ankunft des Papstes das Podiumsgespräch zum Papstbesuch mit Professor Dr. Hubertus Mynarek im Theaterhaus in Köln statt, zu dem ca. 150 Besucher kamen, obwohl die Presse keine Veranstaltungshinweise veröffentlichte. Der bekannte Kirchenkritiker und Buchautor war früher Professor für Katholische Theologie und Dekan an der Universität Wien. Unter der Überschrift Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal berichtete später immerhin der Kölner Stadtanzeiger über den Abend (20.8.2005), der von der Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" veranstaltet wurde. So heißt es dort: "´Ist die halbe Welt verrückt geworden`, fragte der Religionswissenschaftler zu Beginn seiner Ausführungen. ´Da kommt der Großinquisitor nach Köln, und die Politiker liegen auf dem Bauch.`"
Hubertus Mynarek berichtete weiterhin u. a. über seine Begegnungen und Erfahrungen mit Joseph Ratzinger. Z. B. hatte dieser als Theologieprofessor bei einem Vortrag in Bamberg einst eingeräumt, dass Jesus keine Priester eingesetzt habe, womit er zumindest einen Widerspruch zwischen Jesus und Kirche zugegeben hatte. Zum Ereignis "Weltjugendtag" sagte Mynarek wörtlich: "Warum kommen so viele Jugendliche zum Weltjugendtag? Sie haben Defizite an Aufklärung und viele Ehen sind kaputt. Viele haben Sehnsucht nach dem Vater. Da kommt nun einer und nennt sich Stellvertreter Gottes. Die Leute glauben einfach, sie brauchen keine Beweise mehr. Obwohl der Ratzinger-Papst 140 Theologen suspendiert hat und seine Organisation Millionen Morde auf dem Gewissen hat. Die Leute glauben an einen gütigen Papst. Doch die Begeisterung hat keine Basis."
Mit auf dem Podium war auch der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter Potzel, der u. a. erklärte: "Den Jugendlichen in Köln wird die Wahrheit über die römisch-katholische Lehre verschwiegen." Und die Versöhnungsgeste des Papstes gegenüber den Juden sei scheinheilig, denn sie gelten nach römisch-katholischer Lehre als ewig verdammt, wenn sie nicht vor ihrem Tod katholisch würden. Und die evangelische Kirche habe sowohl Christus als auch ihren Gründervater Luther verraten, der im Gegensatz zu seinen Nachfolgern einst heftige Kritik an der katholischen Kirche geübt hatte. Potzels Beitrag ist hier stichpunktartig einsehbar. Ein Aufsatz von Professor Mynarek über Benedikt XVI. siehe unter http://www.kirchenopfer.de/53498897771297d4c/5349889827123bc01.php. Die "Initiative Mahnmal" fordert ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche gerade in Köln, der reichsten Diözese der Welt mit einer der blutigsten Vergangenheiten.
 



25.8. / 28.8.2005 - Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die Erfüllung religiöser Sehnsucht - Obwohl die römisch-katholische Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel offiziell ewig verdammt (siehe dazu Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381), lobt diese den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden" (zit. nach "Päpstliche Insignien" auf der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html *) mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin nach diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau die Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem religiösen Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen" (idea-spektrum Nr. 35/2005), so Frau Angela Merkel. Während sich die CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin freute, dass sie Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurde keine der drei amtierenden evangelischen Bischöfinnen (Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter) zum Treffen mit dem Papst eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gerne wenigstens eine der drei Frauen dem Papst vorgestellt hätte. Doch die römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie sie ihre Delegation zusammensetzen muss und nur namentliche Einladungen für die "Begegnung" verschickt. Auch darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische Kirche scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein.

PS: Die Beurteilung der Frau durch "große" Katholiken lesen Sie bei
http://www.jubeljahr2000.de/frauen.html.

* Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri standen jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Papst Johannes Paul I. im Jahr 1978 die Krönung abschaffte (eine seiner ganz wenigen Entscheidungen vor seinem plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der Inhalt der Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.
 



12.10.2005 - Buddha-Statue auf dem Piz Badile als Protest gegen Gipfel-Kruzifixe - Verschiedene Südtiroler Bergsteigergruppen (PS: Südtirol gehört zu Italien) wehren sich dagegen, dass die römisch-katholische Kirche auf jedem Berggipfel in den Alpen ein Kruzifix mit dem geschundenen Leichnam von Jesus, irgendein anderes Kreuz oder Statuen angeblich Heiliger aufstellt. Als sichtbares Zeichen des Protests transportierten die Bergfreunde eine Buddha-Statue auf den 3.000 Meter hohen Piz Badile. "Die 20 Kilogramm schwere Figur soll erst wieder ins Tal gebracht werden, wenn am Berg keine Heiligenbilder mehr zu sehen seien, sondern nur noch Fels und Eis", so die Initiative (idea-spektrum Nr. 41/2005), die sich gegen die Vereinnahmung der Natur durch die Kirche wendet. Die katholische Kirche reagierte prompt, und ein Zusammenschluss von Priestern hat sich die Entfernung des Buddha zum Ziel gesetzt. Durch ihren österreichischen Informationsdienst kath.net ließ man hierzu die Stellungnahme des Theologen Don Augusto Azzalini verbreiten, in der es unter anderem heißt: "Unsere Berge dürfen nicht von anderen Religionen verunreinigt werden, die nicht zu unserer Kultur gehören".

Auch in anderen Zusammenhängen wird von Katholiken und Protestanten die Bedeutung von Europa als eines angeblich kirchlichen Kontinents hervorgehoben und als Argument gegen einen möglichen Beitritt der Türkei angeführt. Der Kampf um einen Rückschritt ins Mittelalter oder um einen Schritt vorwärts zu mehr Religionsfreiheit und -gleichheit in Europa entbrennt derzeit an vielen Fronten.
 



24.10.2005 - Kirchliche Medienlobby protestiert gegen Esoterik-Sender - Wer protestiert gegen kirchliche Verführung? Weil die Satelliten-Betreibergesellschaft Astra jeden Abend ab 21 Uhr einen esoterischen Beratungsdienst ausstrahlt, "protestieren nun Eltern und kirchliche Medienexperten" (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 23.10.2005). Da die Sendezeit bis 21 Uhr an den Kinderkanal KI.KA vermietet ist, befürchten die kirchlichen Glaubenswächter und die von ihnen instrumentalisierten "Eltern", dass Kinder, die das Programm um 21 Uhr nicht wechseln, "krassem Aberglauben und schlimmster Scharlatanerie ausgesetzt" würden.
Obwohl der Staat die beiden Großkirchen jährlich mit Milliardenbeträgen subventioniert und dabei gegenüber anderen Gemeinschaften massiv privilegiert, ist das den Kirchen nicht genug. Unverhohlen verstärkt man auch in unserer Zeit auf vielen Ebenen die moderne Inquisition gegen Andersgläubige. Doch ist jetzt Zeit, dass der Spieß herumgedreht wird und sich Proteste zunächst gegen die staatliche Subventionierung kirchlicher Programme in den Medien richtet. Weiterhin sollen alle Sender und Anbieter prüfen, ob sich die Ausstrahlung von Sendungen einer bestimmten Religion mit den eigenen Programmgrundsätzen vereinbaren lässt, wenn diese Religion z. B. die Unterwerfung aller Menschen und Völker unter ihren Glauben fordert und die ewige Hölle für Abweichler, Aussteiger und Andersgläubige lehrt. Diese Prüfung soll vor allem dem Schutz der Kinder vor seelischer Grausamkeit und religiösem Fanatismus dienen.
Lesen Sie dazu den Theologen Nr. 18 über den Glauben der römisch-katholischen Kirche (z. B. über die Unterwerfung unter den Papst oder die ewige Hölle) oder den Theologen Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche (z. B. dass niemand aus freiem Willen der ewigen Verdammnis entrinnen könne) und fragen Sie sich: Soll mein Kind in diesem Geist erzogen oder durch Fernsehen, Radio usw. in diese Richtung beeinflusst werden?
Dazu eine weitere Frage: Soll der Staat, d. h. wir, alle Bürger, weiterhin jährlich 2.500.000.000 (2,5 Milliarden) € für den konfessionellen Religionsunterricht bezahlen. Dort werden bereits Kinder und Jugendliche gegen religiöse Minderheiten in Deutschland aufgehetzt (v. a. in den Lehrplänen des 9. Schuljahres) und in die Schablonen katholischer oder evangelischer Kirchenmeinungen hineinmanipuliert.
Deshalb fordern wir als Sofort-Maßnahme: "Für Religionsfreiheit und Toleranz an unseren Schulen! Stoppt die staatliche Finanzierung des konfessionellen Religionsunterrichts! Verwendet 50 % des Geldes für einen konfessionsfreien Werteunterricht, in dem die Achtung vor dem Nächsten, auch des Andersdenkenden, im Mittelpunkt steht. Und die anderen 50 % (da es in Deutschland zwei Großkonfessionen gibt, muss der Staat hier immer doppelt bezahlen, was bei einem überkonfessionellen Werteunterricht nicht notwendig ist) investiert für den Schutz unserer Umwelt, damit unsere Kinder auch morgen noch auf diesem Planeten leben können."
Zum Thema "Moderne Inquisition der Kirche" lesen Sie auch das Buch des Religionswissenschaftlers Hubertus Mynarek, Die neue Inquisition.
 



31.1.2006 - Steht die Politikerin Carla Bregenzer (SPD) noch auf dem Boden des Grundgesetzes? - Aufklärung über evangelische Inquisition - Was ist nur in diese Frau gefahren? Wenn Menschen mit urchristlicher Gesinnung aus ihrer religiösen Überzeugung heraus für vegetarische Ernährung eintreten, dann sorgt sich die baden-württembergische Landtagsabgeordnete und selbsternannte "Sektenexpertin" Carla Bregenzer (SPD) gleich um das geistige Wohlergehen der Bürger und nimmt dies zum Anlass für eine Landtagsanfrage.
Nicht nur in dieser Anfrage, sondern immer wieder weckt die überzeugt evangelische Politikerin in der Bevölkerung gezielt Ängste vor religiösen Minderheiten. Diese Ängste und Vorurteile werden von den großen Kirchen seit Jahrhunderten geschürt. Viele der von der Kirche verfolgten Minderheiten wie z. B. die Katharer oder die Bogumilen achteten die Natur und lebten vegetarisch. Das war der Kirche schon immer ein Dorn im Auge. Heute werden solche Ängste und Vorurteile von der Kirche willfährigen Politikern wie Carla Bregenzer in der Bevölkerung verbreitet. Will sie damit Mitglieder für die SPD oder für die evangelisch-lutherische Kirche werben, der sie angehört?
Schon Martin Luther forderte die Obrigkeiten auf, alle Prediger, die nicht von ihm ordiniert waren, dem "Meister Hans“, dem Henker, zu übergeben. Und nicht nur das: Er forderte die Landesherren zum brutalen Hinrichten der rebellischen Bauern auf. Er hetzte in hasserfüllter Weise gegen die Juden, deren Synagogen man anzünden und deren Talmude man verbrennen solle, die man zur Zwangsarbeit schicken solle usw. Er ließ im lutherischen Gebiet ebenso grausam Hexen foltern und verbrennen, wie es in katholischen Gebieten geschah. Und: Martin Luther leugnete den freien Willen des Menschen, der die Grundlage jeglicher demokratischen Gesellschaft ist. Wer aber den Bürger nicht für mündig hält und ihm kein Selbstbestimmungsrecht zugesteht, wie kann der eine demokratische Gesellschaft aufbauen? Steht also die evangelisch-lutherische Kirche wirklich auf dem Boden des Grundgesetzes – und mit ihr die Politikerin Carla Bregenzer, ein Mitglied dieser Kirche, das in der Öffentlichkeit kleinere Glaubensgemeinschaften bekämpft?
Würde Martin Luther heute seine Rundumschläge gegen religiöse und soziale Minderheiten öffentlich verkünden, so müsste sich umgehend der Verfassungsschutz mit ihm beschäftigen. Doch Martin Luther muss gar nicht wiedergeboren werden. Es gibt ja Politiker, die sein Ungeist auch heute noch umzutreiben scheint. Politiker, die glauben, sie müssten die "unmündigen Bürger" davor bewahren, eigene Entscheidungen zu treffen – und sei es auch nur in Bezug auf ihre Ernährung ...
Das Verhalten der protestantischen SPD-Inquisitorin Carla Bregenzer gibt in dieser Hinsicht zu denken. Denn es weist ohne Zweifel Merkmale einer totalitären Denkweise auf. Deshalb: Seien Sie wachsam! Denn wie sagt schon ein bulgarisches Sprichwort: "Hast du den Bären heute in Nachbars Weinberg gesehen? Erwarte ihn morgen in deinem!“


PS
: Mehrere Bürger wehren sich jetzt gegen das Gebaren der Inquisitorin unter dem Deckmantel der SPD. Lesen Sie dazu einen Handzettel, der über die "Arbeit" der Politikerin aufklärt unter
http://www.aussteiger.cc/gefaehrlichesekten/index.html.
 



20.4. / 9.5.2006 - Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr den ewig verdammenden Kirchen aus - Die evangelisch-lutherische Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) praktiziert die exklusive Umarmung mit den beiden Großkirchen. Bereits jetzt ist jeder zweite (überwiegend staatlich finanzierte) Kindergartenplatz in Deutschland in Kirchenhand. Viele Kommunen haben schon lange kapituliert und sich für die Finanzierung kirchlicher anstelle von gemeindeeigenen oder städtischen Kindergärten entschieden. Andere Bewerber um die Trägerschaft eines Kindergartens haben gegenüber den Kirchen im Ernstfall keine Chance. Diese Entwicklung könnte durch das neu gegründete "Bündnis für Erziehung" weiter forciert werden, wozu der zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Staat nur die katholische und die evangelische Kirche als Gründungsmitglieder hinzu gebeten hat. Damit wirft sich der Staat einmal mehr den beiden Institutionen an den Hals, die Aussteiger und Andersgläubige in die ewige Hölle verdammen wollen (der Beweis dafür - siehe z. B. bei Der Theologe Nr. 19), auch wenn das offiziell lieber unter den Teppich gekehrt wird. Damit wird unseren Kindern ein sehr schlechter Dienst erwiesen. Viele Eltern haben mangels Angeboten schon jetzt keine Möglichkeit, ihr Kind in einen nichtkirchlichen Kindergarten zu schicken, um es vor den seelisch vielfach krank machenden Kirchenlehren zu schützen. Und um stattdessen einen Platz in einem kirchlichen Kindergarten zu bekommen, sehen sich viele Eltern gezwungen, in die Kirche einzutreten. Auch viele Erzieher müssen kirchlich fest gebunden sein, um überhaupt eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu haben.

Welche weiteren Werte werden nun durch die Kirchen vermittelt? Lesen Sie dazu z. B. Der Theologe Nr. 18: Der Glaube der römisch-katholischen Kirche und Der Theologe Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche und darin z. B. das Kapitel Als Kind in der evangelischen Kirche. Was einer jungen Frau widerfuhr, die eine besonders gute Katholikin sein wollte, lesen Sie in Der Theologe Nr. 9. Vermutlich ist die Familienministerin über die kirchlichen Werte nicht umfassend informiert, denn die "Zehn Gebote" und andere positive Werte*, an die sie z. B. denkt, spielen dort nur eine nebensächliche Rolle und werden vielfach verwässert bzw. gebrochen.
Doch die CDU-Ministerin sieht Staat und Kirche auf engste verbunden und setzt staatliche und kirchliche "Werte" offenbar gleich, wenn sie z. B. erklärt: "Auf christlichen [Anmerkung: zutreffender wäre "kirchlichen"] Werten basiert unsere gesamte Kultur" (ARD-Tagesschau, 20.4.2006).
Und entlarvend fügt sie hinzu: "So wie man die eigene Muttersprache lernt, müssen wir erst unsere eigene Position klären, damit wir uns später für andere Religionen öffnen können" (Spiegel online, 20.4.2006). Doch vielleicht hat die Ministerin in ihrem kirchlichen Eifer auch einfach vergessen, dass der Staat nach dem deutschen Grundgesetz keine kirchliche "Position" vertritt und nicht auf dem Schoß der "Mutter Kirche" sitzt, sondern dass er dem gleichberechtigten Miteinander aller Religionen verpflichtet ist - einem Wert, der in der Geschichte gegen den massiven Widerstand der Kirche erkämpft wurde und geschützt werden muss. Doch die evangelische Ministerin bevorzugt einmal mehr die Institutionen, die Andersgläubigen und möglichen Aussteigern mit grausamen Höllenstrafen für alle Ewigkeiten droht (siehe z. B. den "unfehlbaren" katholischen Lehrsatz Nr. 381). Und an anderer Stelle sagt sie einmal über die Aufgabe der Pfarrer: "Man muss Pastorinnen und Pastoren gestatten, dass sie Spiegelbild unserer Gesellschaft sind." Das erinnert an die Lehre einer gegenseitigen Durchdringung von Staat und Kirche, die den Schülern auf Staatskosten z. B. auch im konfessionellen Religionsunterricht beigebracht wird - dort heißt das dann auf evangelischer Seite "Zwei-Reiche-Lehre" (nach Martin Luther) oder "Lehre von der Königsherrschaft Christi" (nach dem bekannten evangelischen Theologen Karl Barth), wonach die "Christengemeinde" die "Bürgergemeinde" immer wieder an die kirchliche "Wahrheit" erinnern soll, bis der Staat irgendwann zum "Spiegelbild" der kirchlichen Staatsvorstellungen geworden sei. Persönlich bekennt die Ministerin dabei: "Ich habe mich in der Kirche immer aufgehoben gefühlt" (Marktkirche Hannover, 18.11.2003).

Andersgläubige und Gewerkschafter sehen sich beim "Bündnis für Erziehung" nun ausgeschlossen. "Wir sind vor die Tür gesetzt", es ist eine "Missachtung", erklärte z. B. der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ARD-Tagesschau, 20.4.2006). Im Herbst 2006 möchte die Ministerin das Bündnis zwar "erweitern", doch die jetzt Ausgeschlossenen sehen das vielfach nur als eine "Einladung zweiter Klasse". Das jetzt geschlossene "Bündnis für christliche [kirchliche] Erziehung" (Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft GEW, Marianne Demmer) sei ein "Affront gegen andere Religionen" (FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann). Und die Grünen fordern die Ministerin auf, das Bündnis zurückzuziehen. Deren Geschäftsführerin Steffi Lemke sprach von einem "christlichen [kirchlichen] Erziehungsdogma", das offenbar installiert werden soll, und Marianne Demmer von der GEW wehrt sich dagegen mit den Worten, Deutschland sei kein Gottesstaat (dpa, 20.4.2006). Und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J. Kramer, warnte vor einem "Rückschritt ins Mittelalter" (Netzeitung, 21.4.2006). Zu den Reaktionen auf die erneute Bevorzugung der massiv privilegierten Großkirchen durch den Staat, siehe auch:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5449146,00.html
http://www.netzeitung.de/deutschland/393418.html

http://www.netzeitung.de/spezial/judenindeutschland/393829.html

* Anmerkung: Die Ministerin meint "Verantwortung". Doch ihre evangelische Kirche leugnet die Verantwortung der Menschen und einen freien Willen für ihr Seelenheil. Die Geretteten werden von Gott dafür vorherbestimmt, und wer ewige verdammt wird, würde Gott vorhersehen. Keine Vergangenheit, sondern gültiger Glauben bis heute! (Siehe dazu Das evangelisch-lutherische Bekenntnis in Der Theologe Nr. 1). Sie meint "Respekt", doch die katholische Kirche respektiert z. B. keine anderen Glaubensrichtungen, sondern fordert von allen die Unterwerfung unter den Papst. Dies ist eine "unfehlbare" kirchliche Glaubenswahrheit bis heute! Ursula von der Leyen meint "Aufrichtigkeit", doch Papst Innozenz III. erklärte im Jahr 1199 für die Zukunft Richtung weisend bis in die Gegenwart: "Treu und Glauben braucht einem Ketzer [gegenüber] nicht gehalten zu werden, und der Betrug, gegen ihn geübt, wird geheiligt." Unzählige Andersgläubige mussten dies auch so erleben. Dazu gehört Jan Hus, der sich beim Konzil von Konstanz auf die Zusicherung freien Geleits verlassen hatte und aufgrund dieser Gutgläubigkeit 1415 dort auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Ursula von der Leyen meint schließlich "Zivilcourage", doch ihre Kirche passte sich bis zur totalen Unterwürfigkeit den Machthabern des Dritten Reiches an und war sogar eine der treibenden Kräfte der Entwicklung, die in den Holocaust mündete. Lesen Sie dazu Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust. Die Geschichte der Kirche im Dritten Reich eignet sich z. B. auch, um aufzuzeigen, wie fehlende Zivilcourage oder gar der Kampf gegen couragierte Bürger das Leid noch erheblich steigerte. So wehrte sich der z. B. der evangelische Landesbischof Meiser (siehe Der Theologe Nr. 11) aus München mit Vehemenz gegen die Behandlung der "Judenfrage" auf einer kirchlichen Synode oder duldete aus Staatshörigkeit und Opportunismus die Abholung behinderter Mitbürger zur Vergasung, während andernorts (in Bethel) ein einfacher Protest dies verhindert hatte. Dies sind nur wenige Beispiele aus einer unübersehbaren Fülle. Ganze Bücher ließen sich dazu schreiben. Alle Freiheitswerte des deutschen Grundgesetzes, auf denen unsere Demokratie beruht, mussten im Laufe der Geschichte gegen den Widerstand der Kirchen durchgesetzt werden. Man hat den Eindruck: Um den Teufel auszutreiben, hat sich die Familienministerin Ursula von der Leyen mit dem Beelzebub verbündet.
 



9.5.2006 - Aktueller Bundestag - Der Reiter auf dem Ross - Alle im Bundestag vertretenen Fraktionen haben einen Experten berufen, der in ihrer Partei bzw. Fraktion für "Kirchen und Religionsgemeinschaften" zuständig ist, also z. B. auch bei Fragen der Kürzung oder Streichung von Kirchensubventionen. Das Amt heißt "Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften". Die Lobby der Amtskirchen besetzt diese Stellen in allen Parteien zu 100 %, wie aus einem Bericht der Zeitschrift idea-spektrum vom 22.3.2006 hervorgeht. Im einzelnen sind dies folgende Politiker.

SPD
Kerstin Griese (39), MdB seit 2000. Frau Griese ist Tochter eines evangelischen Pfarrers, "jeden Sonntag leitete sie den Kindergottesdienst". "Ich gehe gerne in die Kirche", sagt sie. Und: "´Ich bin doch in der Kirche mehr verwurzelt als in meiner Partei`". Seit 2003 ist Kerstin Griese auch Mitglied der EKD-Synode. Frau "Griese beobachtet, dass in ihrer eigenen Partei die Haltung gegenüber den Kirchen freundlicher geworden sei." Und sie weist darauf hin: "´In unserer Fraktion gibt es sogar mehr Theologen als in den anderen Parteien.`" Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber gebe nach der Überzeugung von Frau Griese "unserer Kirche auf großartige Weise Stimme und Gesicht". So weit die SPD zur Kirche.

CDU
Ingrid Fischbach (48), MdB seit 1998, gehört dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. "Als ´Tischmutter` traf sie sich in ihrer Heimatstadt Wanne-Eickel alle 14 Tage mit Kindern ihrer Gemeinde und bereitete sie auf die Kommunion vor." "Wenn sie in ihrem Wahlkreis unterwegs ist, besucht sie fast jede Woche die Messe." Sie bekennt: Die Kraft für ihre Arbeit als Politikerin "schöpfe ich aus dem [römisch-katholischen] Glauben". Und sie betont: "In keiner Partei spielt der christliche Glaube eine so große Rolle wie bei uns." Neben ihrer Tätigkeit als Parlamentarierin ist Frau Fischbach auch Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Das ist also die Ansprechpartnerin der Kirche in der CDU. Und was ist mit der Opposition?

Bündnis 90 / Die Grünen
Josef Winkler (31), MdB seit 2002, ist der Sohn einer indischen Katholikin. "Als Kind sang Winkler im Kirchenchor der St.-Martins-Gemeinde in Bad Ems, seit einem Jahr ist er Mitglied im Pfarrgemeinderat" der römisch-katholischen Kirchengemeinde. "Mir liegt viel daran, dass bei den Grünen das Verständnis für Entscheidungen der katholischen Kirche wächst", beschreibt Winkler seine Position. Das zu dem maßgeblichen Mann der Grünen. Vielleicht ist es ja bei der FDP anders.

FDP
Hans-Michael Goldmann (59), MdB seit 1998, ist katholisch aufgewachsen, war Messdiener und katholischer Pfadfinder. Goldmann beschreibt die Position der FDP so: "In unserer Partei gibt es zwei Lager: ein konfessionelles und eines, das die Kirchen ablehnt. Die Kirchenkritiker äußern sich offensiver, so dass manchmal der Eindruck entsteht, die FDP sei kirchenfeindlich." Diesem Eindruck will Goldmann entgegenwirken. Er gehört wie die Beauftragte von der CDU, Frau Fischbach, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. "Etwa jeden zweiten Sonntag geht er in die Kirche, manchmal auch unter der Woche." Er ist allerdings auch gegenüber moslemischen und humanistischen Werten offen. „Wir können uns alle unter einem Gott vereinen“, so sein Glaube. Das christliche Abendland sei gefährdet, "weil es zuwenig Christen gibt, die ihren Glauben im Alltag sichtbar machen." Was immer das für den Kirchen-Lobbyisten in der FDP heißt. Und was ist mit der Linkspartei?

PDS / Linkspartei
Bodo Ramelow (50) ist im Jahr 2000 wieder bewusst in die evangelische Kirche eingetreten. "Ich hatte mich schon lange mit dem Gedanken beschäftigt, mich mit der Amtskirche zu versöhnen", so der PDS-Abgeordnete aus Thüringen. "Im Bundestag ist er nach Gregor Gysi und Oskar Lafontaine als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der drittwichtigste Mann der Fraktion." DDR bedeute für ihn "40 Jahre Kirchenfeindlichkeit". Die Linkspartei müsse die Politik der früheren SED auch als eigene Schuld anerkennen. Sein Wunsch für einen der nächsten Parteitage der PDS bzw. der Linkspartei: "Ich wünsche mir, dass uns eines Tages auf dem Parteitag ein Bischof die Bibel als Maßstab gesellschaftlicher Verantwortung auslegt." (PS: Wir empfehlen der Linkspartei Kardinal Meissner aus Köln, der ja auch schlechte Erfahrungen in der DDR machte.) So weit also unsere Politiker.
 



11.5.2006 - "Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten" für die Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch verschlingt weitere Millionen - Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der Pendlerpauschale, Erhöhung der Versicherungssteuer, Kürzung der Sparerfreibeträge, Erhöhung der Steuern auf Benzin und sehr vieles mehr sind ab 1.1.2007 schon beschlossen.  Und jetzt wird auch schon über PKW-Maut und über Gesundheits-Solidaritätsbeitrag zusätzlich zur Krankenversicherung nachgedacht und über noch einiges mehr. Die deutsche Boulevard-Zeitung Bild spricht von der "schlimmsten Steuererhöhung aller Zeiten" (11.5.2006). Während in den Nachbarländern die Abgabenlast für die Bürger überwiegend gesenkt wird, werden sie in Deutschland kräftig angehoben. Im Unterschied zu den Nachbarn hat Deutschland aber auch den teuren Klotz "Kirche" am Bein. Dieser schlägt jährlich mit ca. 14,15 Milliarden Euro Subventionen für Priesterausbildung, Bischofsgehälter, Kirchen- und Pfarrhausrenovierung usw. zu Buche, bzw. er führt wegen der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer (eine von der Steuer abzugsfähige Steuer ist ohnehin ein deutsches Phänomen) zu hohen Einnahmeverlusten (vgl. dazu www.stop-kirchensubventionen.de).

"Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.2006). Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts wissen. Im Gegenteil. Allein die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur Hauptgeschäftszeit) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger dort bejubeln kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft Harald Schneider in der Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006).

Auch bekommen die Kirchen weiter von fast jeder Kommune freiwillige Zuschüsse in Höhe von Zig-Tausenden von Euro. Das Paradoxe dabei: Städte und Gemeinden müssen Grundstücke und Immobilien verkaufen, um ihren Haushalt zu decken und der Kirche weiterhin Geschenke machen zu können. Die Großkirchen tasten jedoch bei Finanzbedarf ihr immenses Vermögen (in Deutschland nach Der Spiegel Nr. 49/2001 derzeit ca. 500 Milliarden Euro) in der Regel nicht an, weil es natürlich für sie vorteilhafter ist, wenn der Staat für sie bezahlt.
»Sag mir wo die Gelder sind, wo sind Sie geblieben...?«Und Steuererhöhungen berühren sie ohnehin kaum. Die Kirche muss weder Mehrwertsteuer abführen noch Schenkungs- oder Erbschaftssteuer noch Grundsteuer, Körperschaftssteuer, Kapitalertragssteuer noch sonst welche Steuern zahlen. Dies alles und vieles mehr wird ihnen in Deutschland geschenkt. Der Hintergrund: Die meisten namhaften Politiker sind in ihrem Amt gleichzeitig Lobby der beiden Großkirchen. So wird das Geld den Kirchen wohl weiter sprichwörtlich "vorne und hinten rein gesteckt". Und die Bürger müssen es bezahlen.

Und gehen kirchliche Betriebe trotz dieser beispiellosen Geschenke pleite, springt unter Umständen wieder der Staat ein - wie im Falle des Deutschen Ordens, dessen Schulden der bayerische Staat beglich, nachdem er ihm zuvor entgegen den gängigen Richtlinien den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts verliehen hatte. Zum tieferen Verständnis: Ministerpräsident Edmund Stoiber ist gleichzeitig "Laienbruder" dieses Ordens (mehr dazu hier).


* PS: Eine Petition für die Einstellung der Milliardenzahlungen finden Sie bei http://www.spart-euch-die-kirche.de/stopptdieabzocker/index.html.
 



19.7.2006 - Nahost - Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche - siehe die Meldungen in "Der Theologe Nr. 6 - Die evangelische Kirche - immer für den Krieg"
 



8.9. / 14.9.2006 - Keine öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? - "Die Münchner Polizei will beim Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer "Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.2006; siehe unten) hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte. Der Verfasser des "Theologen" war damals zufällig Augenzeuge des Geschehens in Mainz. In der Presse wurde damals kaum etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Anders der Umgang des Staates mit möglichen Straftätern: Freies Geleit vom deutschen Staat gab es nämlich für einen Großspender an die römisch-katholische Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder die Steuern erhöhen ...
 



14.9. / 15.11.2006 - Ministerpräsident Edmund Stoiber: "Symbiose" von Staat und Kirche - Zutreffender wäre jedoch die Bezeichnung "parasitäres Verhältnis" - "Wenn der größte Sohn Bayerns als Papst zurückkehrt in seine Heimat, dann ist das eben ein schöner Moment, den man nie vergessen wird", so Ministerpräsident Edmund Stoiber in der Sendung Benedikt Backstage (HR, 13.9.2006) über den weit über 100 Millionen Euro teuren Papstbesuch in Bayern. Es ist ein "Jahrhundertereignis, wenn nicht ein Jahrtausendereignis", so der CSU-Vorsitzende (Spiegel online, 14.9.2006). Und: „Natürlich, Trennung von Staat und Kirche, das ist ja auch der große Schritt nach der Aufklärung gewesen. Aber wir haben eine gute Zusammenarbeit und Symbiose, und sicherlich ist in Bayern die Zusammenarbeit von Staat und Kirche vielleicht besser als woanders, und ich glaube, das bekommt allen ganz gut“ (HR, 13.9.2006). Laut Duden bedeutet "Symbiose": "´Zusammenleben` ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen." Schon der Sachverhalt der "Symbiose" hätte nichts mit dem deutschen Grundgesetz zu tun, das die Religionsfreiheit für einander gleichberechtigte Religionsgemeinschaften in einem religiös neutralen Staat vorsieht, der keine Religion bevorzugen oder benachteiligen darf. Doch ist es überhaupt eine Symbiose von Staat und Kirche, wie Edmund Stoiber sagt? Haben also beide einen offensichtlichen Vorteil? Der Nutzen für die Kirche ist offensichtlich. Der Staat jedoch wird von der Kirche finanziell ausgesaugt ohne dass er davon einen nachweisbaren Nutzen hat. So wäre das Wort "parasitäres Verhältnis" zwischen Kirche und Staat wohl zutreffender. Laut Duden bedeutet "parasitär" "schmarotzerhaft". Und "schmarotzen" bedeutet wiederum "auf Kosten anderer leben". In Deutschland lebt die Kirche mindestens zu 14-15 Milliarden Euro jährlich auf Staatskosten (für Gehälter, Priesterausbildung, Baumaßnahmen, Steuerbefreiungen usw.). Die Subventionen für soziale Dienste der Kirche in Höhe von weiteren ca. Milliarden Euro jährlich sind dabei nicht mitgerechnet. (Die Kirche verwendet dieses Geld zwar zum großen Teil sinnvoll, erntet dafür jedoch zu Unrecht die Lorbeeren, die der Staat bekommen müsste. Viele Bürger sind nur noch deshalb Kirchenmitglieder, weil sie irrtümlich glauben, die Kirche würde soziale Dienste überwiegend selbst finanzieren.)
 



17.9.2006 - Außenministerium der USA besorgt über Religionsfreiheit in Deutschland - Als die USA nach dem 2. Weltkrieg die Bundesrepublik Deutschland mit aufbauten, war die Religionsfreiheit dabei ein wesentlicher Baustein. Auch im Grundgesetz wurde die Religionsfreiheit verankert. Über 50 Jahre später sieht die Wirklichkeit leider anders aus. So kritisierte das US-Außenministerium unter Führung von Condoleeza Rice in seinem am 15.9.2006 in Washington veröffentlichten Bericht über die weltweite Lage der Religionsfreiheit erneut und mit Recht die "anhaltende Diskriminierung von religiösen Minderheiten in Deutschland" (siehe z. B.
http://www.merkur-online.de/nachrichten/vermischtes/weltspiegel/art85,711666.html)
. In kaum einen Land der westlichen Welt werden religiöse Minderheiten so massiv als "Sekten" beschimpft, ausgegrenzt, rufermordet und in ihrer Existenz bedroht wie in der Bundesrepublik Deutschland. Dahinter stecken die beiden privilegierten Großkirchen, die römisch-katholische und die evangelische, welche die staatlichen Behörden und die Medien unterwandert haben und für die Verleumdung kleinerer Gemeinschaften missbrauchen. So sind z. B. einflussreiche Stellen mit Anhängern der Kirche besetzt, die von dort gegen Andersgläubige vorgehen (z. B. in Berlin; siehe z. B. Berlin-Hauptstadt der Intoleranz in http://www.das-weisse-pferd.com/99_16/berlin.html und http://www.das-weisse-pferd.com/99_20/arier_paragraph.html). Gleichzeitig lassen die Kirchen selbst sich großzügig vom Staat finanzieren (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de). Der Bericht aus den USA hat dabei allerdings nur die Spitze des Eisbergs aufgezeigt.
Deutschland und seine Kirche war früher ein Zentrum von Inquisition, Hexen- und Kreuzzugswahn. Und die sich im 16. Jahrhundert vom Katholizismus abspaltende lutherische Kirche ließ Andersdenkende einst genauso brutal verfolgen wie ihre Mutterkirche und ist bei der Diskriminierung im 21. Jahrhundert sogar gegenüber der katholischen Kirche deutlich führend.
Lesen Sie dazu:
  Der Theologe Nr. 12 - Der "Sektenbeauftragte": der neue Inquisitor
                             Der Theologe Nr. 4   - Die evangelische Kirche und der Holocaust
                             Religionsunfreiheit in Deutschland heute - zwei Erfahrungsberichte
                             Die Verfolgung der Zeugen Jehovas durch die Kirchen in der Weimarer Republik und im Dritten Reich
                             Der Theologe Nr. 23 - Das Staatsross und sein kirchlicher Reiter
                             Der Theologe Nr. 1 - Luther oder Christus? Woran glaubt ein "Sektenbeauftragter"?
                             Der Theologe Nr. 10 - Die Zwickauer Propheten - von Martin Luther verfolgt
Und die Bücher: Hubertus Mynarek, Die neue Inquisition, Marktheidenfeld 1999
                            Gerhard Besier / Erwin Scheuch, Die neuen Inquisitoren, Zürich - Osnabrück 1999
                            Matthias Holzbauer, Der Steinadler und sein Schwefelgeruch, Das neue Mittelalter
                                                         (aktualisiert unter www.steinadler-schwefelgeruch.de)
 



30.9. / 13.10.2006 - Evangelischer CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt die Verantwortung des kirchlichen Christentums - "Das Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem des Islam", so der neue Vorwurf des evangelischen CDU-Spitzenpolitikers. Außerdem fühle er sich von den Moslems beleidigt, wenn er ihnen als "Ungläubiger" gilt (Netzeitung, 30.9.2006). Nicht beleidigt ist er allerdings, dass ihm die katholische Kirche nicht einmal zugesteht, einer "Kirche" anzugehören, da der Vatikan die Evangelischen nicht als Kirche anerkennt (siehe hier). Auch geht der Generalsekretär der CDU in seiner Frontstellung gegen den Islam darüber hinweg, dass die Kriege der USA gegen Länder der islamischen Welt zu einem großen Teil religiös motiviert sind. So hat der evangelische Präsident George W. Bush z. B. vor dem Irak-Krieg angeblich von Gott den Auftrag dazu erhalten, und die meisten Mitglieder der US-Regierung bekennen sich zu ihrem überzeugten protestantischen Glauben. Ca. eine halbe Million Tote soll dieser Krieg und seine Folgen bisher gefordert haben (nach Angaben des US-"Verteidigungsministeriums" Pentagon sind es höchstens 50.000), der mit Lügen begründet wurde (siehe http://www.netzeitung.de/spezial/irak/445891.html). Viele moslemische Zivilisten wurden dabei in Einzelfällen von kirchenchristlichen Eroberern kaltblütig ermordet (Siehe z. B.
http://focus.msn.de/politik/ausland/irak_nid_36983.html)
. Und auch die CDU-Bundestagsabgeordneten in Deutschland stimmten 1999 einstimmig für die Bombardierung Jugoslawiens und holten sich dabei den Segen ihrer Kirche (vgl. dazu den Artikel "Weg mit dem scheinheiligen ´C`! - CDU soll sich nicht christlich nennen"; http://www.das-weisse-pferd.com/99_12/cdu_scheinheilig.html). Ebenso war es 2002 bei dem Angriff auf Afghanistan, wo man mithalf, die islamistische Taliban-Regierung weg zu bomben. Jetzt wies die Entwicklungshilfe-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul darauf hin, dass die Taliban durch das teilweise brutale Verhalten der kirchengläubigen Besatzer in der Bevölkerung immer mehr Zulauf gewinnen (bild.de, 30.09.2006).


Und schließlich ist es das Vorbild von Ronald Pofallas Glauben, Martin Luther, der wie kaum ein anderer zur Gewalt im Namen der Religion aufrief (siehe dazu Der Theologe Nr. 3). So forderte Martin Luther z. B. wörtlich: "... weil die Christen
... ein jeglicher von seiner Obrigkeit, zum Streit wider die Türken gefordert und berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen, weil sie eine Ader regen können ... werden sie darüber erschlagen, wohlan, so sind sie nicht allein Christen, sondern auch gehorsame, treue Untertanen gewesen, die Leib und Gut in Gottes Gehorsam bei ihren Oberherrn zugesetzt haben. Selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos 4, S. 494 b-496). Bis heute hat sich die evangelische Kirche z. B. nicht von Martin Luther distanziert, der zudem die Todesstrafe für  Juden (wenn sie ihren Glauben in der Öffentlichkeit praktizieren) und Andersgläubige forderte und vielfach durchsetzte. Die Kirche ehrt ihn aber wie eh und je als "großen Deutschen" und "Vorbild im Glauben".

Hinzu kommt die subtile Gewalt der Diskriminierung und Ausgrenzung religiöser Minderheiten in Deutschland, die überwiegend "religiös motiviert" ist (Konkurrenz für die Kirchen), denn die Betroffenen stehen oftmals oder gar meistens loyal zum Staat und haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Siehe dazu Der Theologe Nr. 12 und den zutreffenden Bericht des US-Außenministeriums über die Einschränkung der Religionsfreiheit in Deutschland.

Schließlich unterschlägt der evangelische CDU-Spitzenpolitiker auch die Praxis von einzelnen israelischen Siedlergruppen im Nahen Osten, die sich mit Gewalt bestimmte Landstriche von den Moslems holen wollen, weil es ihnen im Alten Testament so versprochen wurde (siehe dazu Der Theologe Nr. 26). Nicht erwähnt von Roland Pofalla wird in diesem Zusammenhang auch, dass in gemischt-religiösen Ländern wie Indonesien die Gewalt gegen den Andersgläubigen gleichermaßen von Moslems und Kirchenchristen ausgeht (siehe hier). Und es gäbe noch viele Beispiele mehr. Doch es passt natürlich einfacher in ein Schwarz-Weiß-Weltbild, wenn man wie der CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagt: "Das Problem religiös motivierter Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem des Islam." So wird mit der Zeit ein immer explosiveres Szenario herauf beschworen, begleitet von der Melodie: "Wir können nichts dafür, schuldig sind die Moslems."

PS: Mittlerweile haben Anhänger der regierungstreuen dänischen Volkspartei DVP, deren Mitglieder überwiegend auch Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche sind, den Propheten Mohammed als urinierendes Kamel dargestellt. Zur Erinnerung: Für Moslems gilt bereits eine einfache bildhafte Darstellung oder eine Film, in dem Mohammed durch einen seriösen Schauspieler dargestellt wird, als eine Verletzung des religiösen Empfindens. Die DVP beschimpfte die Moslems im obigen Zusammenhang als "Menschen, die sich ganz offensichtlich auf einem zivilisatorischen, kulturellen und geistigen Niveau des Jahres 1005 statt 2005 befinden" (Netzeitung, 8.10.2006). Und in Deutschland soll ab Dezember 2006 in der Deutschen Oper wieder der Kopf Mohammeds abgeschlagen werden. Im kirchenchristlichen Abendland wird gerade getestet, wie weit man mit seiner Arroganz und Dekadenz noch gehen kann. Mittlerweile hat sich der dänische Ministerpräsident Rasmussen jedoch scharf von der Mohammed-Darstellung aus den Reihen der DVP distanziert.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Die Kreuzzüge sind noch lebendig (http://www.das-weisse-pferd.com/01_11/kreuzzuege.html).

 



26.10. / 21.12.2006 - 565 Millionen Euro mehr Kirchensteuereinnahmen - Kirchen jubeln - Jubel in den Kirchen: Gegenüber dem Jahr 2005 steigen die Kirchensteuereinnahmen wegen der guten Konjunktur im Jahr 2006 für beide Großkirchen zusammen um 7,3 % =  565.000.000 Euro an (dpa, 20.12.2006). Bereits aus einer Statistik der laufenden Kirchensteuereinnahmen in der Zeitschrift idea-spektrum (Nr. 43/2006) im Herbst ließen sich ca. 400 Millionen mehr hochrechnen, die jetzt noch deutlich übertroffen werden. Hinzu kommen die ungebrochenen Staatssubventionen von ca. 14,15 Milliarden Euro für innerkirchliche Zwecke plus außerordentliche Millionenzahlungen wie für die Papstbesuche 2005, 2006 und jetzt wieder 2007 (die kirchlichen Sozialdienste werden mit ca. 10 Milliarden Euro übrigens zusätzlich auch  überwiegend vom Staat bezahlt). Allein die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern nimmt im laufenden Jahr 30.000.000 Euro mehr ein als erwartet, nachdem man schon im Jahr zuvor 6.400.000 Euro mehr eingenommen hatte als 2004 (Fränkischer Tag, 23.11.2006) - und das, obwohl die Zahl der Mitglieder deutlich gesunken ist. Und auch für 2007 wird eine weitere Steigerung der Kirchensteuereinnahmen erwartet (dpa, 20.12.2006).
Während in Deutschland allmählich trotz "Aufschwung" (für wen?) die neue Armut um sich greift und mancher Normalverdiener nicht mehr weiß, was er noch einsparen soll, um über die Runden zu kommen (als nächstes werden die Krankenkassenbeiträge z. B. schon wieder drastisch erhöht; siehe dazu http://www.bild.t-online.de/BTO/tipps-trends/geld-job/aktuell/2006/12/21/krankenkassen-schock/krankenkassen-schock.html), überlegen die Kirchenführer derzeit, wie sie die Mehreinnahmen anlegen. "Am rigorosen Sparkurs soll aber festgehalten" werden, schreibt idea. Die Kirchen sind bekannt für ihre üppigen Rücklagen, frei nach dem der Bibel entlehnten Motto: "Ihr sollt euch Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost nicht fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen", also z. B. Wertpapiere.
Experten haben einmal errechnet, dass ein Kirchensteuerzahler ein Jahr seiner Lebensarbeitszeit  nur für die Kirche arbeitet und dabei Kirchensteuern bis zur Höhe des Wertes einer Eigentumswohnung zahlt (siehe auch www.stop-kirchensubventionen.de).

 



11.12. / 13.12.2006 - Moderne "Judensterne" - Kirche will Andersgläubige in der Gesellschaft überall aufspüren und an den Pranger stellen - Nun ist es amtlich: Das Landgericht München hat unter dem Aktenzeichen Az 15 0 135511/05 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern erlaubt, einen "rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Betrieb mit einer als Sekte diffamierten Religionsgemeinschaft in Verbindung" zu bringen. Obwohl die kirchlichen Diskriminierungen das Grundrecht auf Religionsfreiheit anderer aushöhlen und praktisch immer wieder außer Kraft setzen (wenn sich die Kirche anschließend mit staatlichen oder privatrechtlichen Boykotten gegen die von ihr bekämpfte Gruppierung durchsetzt), erklärten die drei Richterinnen ausgerechnet unter Berufung auf die Religionsfreiheit (!) das kirchliche Verhalten für rechtens. Um nämlich "die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit wahrnehmen zu können, sei es zwingend notwendig zu erfahren, ´wer mit wem in Verbindung steht`" (Main-Post, 11.12.2006). Das Gericht betonte hierbei, "dass mittlerweile viele Menschen Kontakte zu Glaubensgemeinschaften jeglicher Art und deren Aktivitäten kategorisch ablehnten". Und daraus zog es dann die sinngemäße Schlussfolgerung: Um ihre "Religionsfreiheit" leben zu können, sei es für die evangelische Kirche und ihre Sympathisanten "zwingend notwendig" zu wissen, in welchen Firmen, Vereinen, Institutionen usw. sich Angehörige oder Sympathisanten religiöser Minderheiten befinden. Praktisch ging es um ein Einkaufsland in Marktheidenfeld, in dem rund 360 Mitarbeiter beschäftigt seien, von denen nur etwas weniger als zwei Drittel der Beschäftigten Mitglieder der Großkirchen seien. "Etwa ein Drittel" stünden demgegenüber "dem Universellen Leben ´nahe`". Dass diese von den Kirchen angeprangerte urchristliche Gemeinschaft nur deshalb von einigen Menschen "abgelehnt" wird, weil sie von der Evangelisch-Lutherischen Kirche auf das Niederträchtigste verleumdet und verhetzt wird (was von evangelischen Richtern wiederum seit Jahren gedeckt wird; 77 Strafanzeigen wurden von der Justiz abgeschmettert), davon spricht das Gericht jedoch nicht. So entstand einer untadeligen Firma im konkreten Fall wegen der kirchlichen Schmutzkampagne ein nachweisbarer Schaden von 1,3 Millionen Euro. Und erst 1998 gelang es der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, nur mit einer völlig haltlosen Verdächtigung eine ganze Firma kaputt zu machen.
Leider haben die drei Richterinnen vor Urteilsverkündung versäumt, ihre eigene Konfessionszugehörigkeit bekannt zu geben, was ihr Urteil vermutlich vollends zur Farce gemacht hätte (wenn sie evangelisch oder katholisch sind und ihrem Bischof z. B. mit ihrem Urteil "dienen" möchten. Lesen Sie dazu auch: Neutrale Richter gesucht: also nicht katholisch und nicht evangelisch, wo z. B. auf die evangelische Lehre Bezug genommen wird, dass Richter in ihrem Amt ihrer Kirche zu "dienen" haben).

Doch durch das Skandal-Urteil von München müsste jetzt auch offen gelegt werden, wo die Kirche und ihre Lobby überall ihre Finger im Spiel hat. Und so müsste eigentlich jede Firma und jede Institution, jede Behörde und jedes Gericht von nun an öffentlich machen, welcher ihrer Vertreter mit der Kirche und ihren modernen Inquisitoren "in Verbindung steht". Auch bei verurteilten Straftätern müsste folglich öffentlich gemacht wird, welcher Verbrecher mit der Kirche "in Verbindung steht" und z. B. gleichzeitig zu seinen Verbrechen die Kirche durch Zahlung von Kirchensteuern unterstützt.
Ein Urteil, das von den Priestern und Pfarrern als weiterer Triumph der modernen Verfolgung Andersgläubiger gefeiert wird, könnte sich so womöglich zum Bumerang für die letztlich totalitären Großsekten "Evangelische und Katholische Kirche" entwickeln. Denn immer mehr Menschen lehnen die zu einem großen Teil staatsfinanzierten Kirchen und ihr scheinheiliges und machthungriges Getue mittlerweile ab und wollen nichts unterstützen, was mit ihnen in irgendeiner Verbindung steht.

 



11.12.2006 - Tierfreundliche Landwirte wollen auf eigenem Grund und Boden 10 Jahre nicht jagen - von Jägern im Richtergewand abgelehnt. Lesen Sie den Bericht zu einem denkwürdigen Prozess.
 



14.12.2006 /  23.1.2007 - Inquisitionsprozess in Würzburg: Soll Kirchenopfer eingeschüchtert werden? - Unter den Augen von internationaler Presse und Fernsehen ist Deutschland seit Donnerstag, den 14.12.2006, um einen Justizskandal reicher: "Was die evangelische Kirche über mich und meine Freunde auf bösartige Weise, zu Unrecht und mit schlimmen Folgen seit Jahren verbreitet ("Sekte", "totalitär", "Antisemitismus" usw.), das gebe ich der Kirche zurück", dachte sich der Journalist Matthias Holzbauer, der sich zu den Urchristen im Universellen Leben zählt. Er tat es mit einigen Exemplaren eines Flugblatts, das er in der Nähe seines Marktstands in München verteilen ließ, wo er als Verkäufer nebenberuflich tätig war. Tags zuvor hatte die Kirche mithilfe einer riesigen Bild-Zeitungs-Schlagzeile einmal mehr versucht, den seit 15 Jahren tadellosen und auf hohem Niveau geführten Lebensmittelstand letztlich zu vernichten. An allen Bild-Verkaufskästen Münchens waren die Verleumdungen des evangelisch-lutherischen Kirchenrats Dr. Wolfgang Behnk über die "dubiose Sekte" auf dem Viktualienmarkt die Top-Meldung des Tages. Und weil der Kirche ihre falschen Beschuldigungen von allen deutschen Gerichten als zulässige Meinungsäußerungen erlaubt werden, ahnte Holzbauer nichts Böses, als er den kirchlichen Verleumdern im Flugblatt einmal den Spiegel vorgehalten hatte. Vor allem, weil seine Charakterisierungen der Kirche der Wahrheit entsprechen bzw. weil sie durch entsprechend dargelegte "Sachbezüge" zumindest zulässige Meinungsäußerungen waren. Außerdem wurde bereits mehrfach nachgewiesen, wie die evangelische Kirche ihre eigenen Abgründe auf religiöse Minderheiten projiziert (z. B. in Der Theologe Nr. 1).

Doch nun erhielten die kirchlichen Inquisitoren wieder einmal Schützenhilfe von der Justiz, dieses Mal aus dem Amtsgericht Würzburg. Zwar darf die Kirche aufgrund der besagten "Meinungsfreiheit" religiöse Minderheiten in Deutschland nahezu grenzenlos verleumden, diskriminieren und in ihrer Existenz zu vernichten suchen, was der ehemalige Katholik Holzbauer am Beispiel seiner Glaubensgemeinschaft sogar in einem Buch anhand zahlloser Beispiele dokumentierte (www.steinadler-schwefelgeruch.de). Bei seinem Versuch, sich zu wehren, hätte der Journalist aber angeblich eine Grenze überschritten und die Kirche beleidigt bzw. geschmäht; obwohl er sogar mehrfach von seinem Handzettel als einem "Hilferuf" auch an die Adresse der Justiz sprach, um ihn und die Urchristen vor kirchlicher Verleumdung und Volksverhetzung besser zu schützen (vgl. dazu www.theologe.de/theologe12.htm). Doch dies interessierte den Richter Dr. Stühler wenig. Der betrachtete ihn als den "Täter" und nicht die Kirche und ihre "Verleumdungsbeauftragten".

Während die meisten Besucher den Schuldspruch und die Verurteilung Holzbauers zu einer deftigen Geldstrafe und zur Übernahme der Gerichtskosten mit Empörung und lautstarkem Protest quittierten, war der evangelisch-lutherische "Verleumdungsbeauftragte" Dr. Wolfgang Behnk umgekehrt natürlich erfreut über die uneingeschränkte Unterstützung, die die Kirche einmal mehr durch die deutsche Justiz erfahren durfte. Er ging auf den Richter zu und drückte ihm nach Abschluss der Verhandlung einen Zettel in die Hand. Einige Zuschauer beobachteten den Vorgang (siehe Foto links), und einer rief: "Herr Behnk gratuliert dem Richter zu seinem Urteil". Und wer weiß, was zudem auf dem Zettel zu lesen war.

Der kirchliche Beauftragte Behnk (rechts hinten, verdeckt von einem Mann im Vordergrund) versucht seit 14 Jahren, die urchristliche Glaubensgemeinschaft, welcher der "Angeklagte" Matthias Holzbauer angehört, mit Rufmord nieder zu machen (siehe www.steinadler-schwefelgeruch.de). Nach der Verurteilung des Kirchenkritikers Holzbauer durch Richter Hubert Stühler (links) überreichte Kirchenrat Wolfgang Behnk dem Richter eine unbekannte Nachricht.


Immerhin verfügt Dr. Behnk über einen Ausweis, wonach ihn alle Behörden bei seiner Verleumdungsarbeit unterstützen sollen. Und schließlich lehrt die Evangelisch-Lutherische Kirche unter Berufung auf Martin Luther bis in die heutige Zeit sogar unverhohlen, dass Kirchenmitglieder in Staat, Justiz oder Medien der Kirche auch in ihrem Beruf dienen sollen (Dies wird beschrieben in der so genannten "Zwei-Reiche-Lehre", die Martin Luther für einen von ihm angestrebten totalitären Obrigkeitsstaat kirchlicher Prägung entwickelte; mehr dazu hier). Diese Lehre müssen sogar die Schüler im staatlich finanzierten evangelischen Religionsunterricht in Deutschland lernen.
Auch dem Verfasser des Theologen (der früher auch Abiturprüfer im Fach Evangelische Religionslehre war) wurde bereits von einem deutschen Gericht das "Unrecht" zugesprochen, als ein Pfarrer gegen ihn geklagt hatte. Siehe dazu: Neutrale Richter gesucht - also nicht katholisch und nicht evangelisch.

Auf die Frage, welcher Konfession der Richter selbst angehört, was bereits einiges erklären könnte, gab dieser keine Antwort. Eine besondere Ohrfeige für den Angeklagten war das vordergründige richterliche Lippenbekenntnis, angeblich "weltanschaulich neutral" urteilen zu wollen, während er sich aber bei seiner Entscheidung nicht einmal ansatzweise bemühte, die Rechtsauffassungen von Kläger und Beklagtem gegeneinander abzuwägen. So wäre es z. B. ohne weiteres möglich gewesen, die einzelnen begründeten Vorhaltungen Holzbauers an die Kirche ("Inquisitionssekte", "antisemitisch", "totalitär") unterschiedlich zu bewerten. Auch wurde bei dem Urteil nicht berücksichtigt, wie massiv und Existenz bedrohend Holzbauer und seine Freunde zuvor von der Kirche "beleidigt" und "geschmäht" worden waren (Außerdem: Was sind eine Handvoll Flugblätter gegen die Schlagzeile der Bild-Zeitung! Und was sind einige Hundert Urchristen gegen die mit Milliarden an Steuergeldern staatlich subventionierte evangelische Amtskirche!). Stattdessen lächelte der Richter dem klagenden Ober-"Staatsanwalt" Dr. Dietrich Geuder nicht nur vertraut zu, sondern entschied auch ohne Wenn und Aber in dessem Sinne. Für den Richter, der sein Glaubensbekenntnis nicht verraten wollte (damit der Prozess nicht von vorneherein im Verdacht steht, zur Farce zu werden), war der von der Kirche verleumdete Journalist "ohne Zweifel" schuldig.
Entsprechend geschockt reagierten einige Zuschauer, vor allem aus dem Ausland: "Wie in einem Inquisitionsprozess". Und: "Wie früher unter dem Zeichen des Kruzifix." Und mancher fühlte sich auch daran erinnert, wie es vor allem die evangelische Kirche war, die vor ca. 70-80 Jahren durch Boykottaufrufe und Schmähungen zuerst viele Jahre lang die berufliche Existenz einer anderen religiösen Minderheit in Deutschland ruinierte. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt wurden - wie aus der Geschichte bekannt ist - auch die Personen selbst grausam verfolgt und umgebracht - weil die Eskalation der Verleumdung und des Rufmords zu keinem Zeitpunkt gestoppt wurde, sondern v. a. von der evangelisch-lutherischen Kirche pausenlos geschürt wurde.
Die Fülle an Beweisen dafür siehe bei www.theologe.de/theologe4.htm, vgl. dazu auch
www.theologe.de/martin_luther_juden.htm;   www.theologe.de/theologe4.htm#Antisemitismus_im_NT
.

Mehr zum Justizskandal in Würzburg lesen Sie hier in der Presseerklärung der Freien Christen und in der Aktualisierung des Buches Der Steinadler und sein Schwefelgeruch - das neue Mittelalter.
Eine ausführliche Beschreibung dieses Prozesses und des Prozesses für das Ruhen der Eigenjagd lesen Sie in der Broschüre Wie in Würzburg das Recht verbogen wird.
Das Skandal-Urteil von Würzburg ermutigt die kirchlichen Inquisitoren, noch schärfer als bisher gegen Andersgläubige vorzugehen und die Religionsfreiheit des deutschen Grundgesetzes weiter auszuhöhlen, weil ihnen das Urteil signalisieren könnte: Wenn sich jemand wehrt, kümmern wir von der Justiz uns schon darum.

Kuriosität am Rande: Matthias Holzbauer las während des Prozesses u. a. folgende Erklärung vor: "In den letzten 20 Jahren wurde in 77 Fällen Strafanzeige gegen Kirchenvertreter und deren Handlanger erstattet, und zwar wegen Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede, Geschäftsschädigung, Volksverhetzung, Falschaussage vor Gericht, Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses, Nötigung, Erpressung und Anstiftung zur Sachbeschädigung. Keine einzige dieser Strafanzeigen führte je zu einer Anklage. Der jetzige Anklagevertreter, Herr Dr. Dietrich Geuder, war immer besonders großzügig, wenn es darum ging, solche Strafanzeigen einzustellen ..." Auch die Konfessionszugehörigkeit des "Staatsanwalts" kann man nur erahnen.
Allgemein gesprochen: Bereits jetzt die Folge der jahrelangen Ignorierung der kirchlichen Volksverhetzung durch die Justiz: Die Täter konnten immer skrupelloser vorgehen. Und nun kann man an manchen Beispielen auch noch aufzeigen: Was die Kirche über andere ungestraft behaupten darf, dürfen diese jedoch nicht ungestraft über die Kirche sagen. Obwohl es im ersten Fall falsch ist, sich im zweiten jedoch vielfach nachweisen lässt. 
So also wird in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen und jedem Bürger einmal mehr zu bedenken gegeben, wer womöglich der "Reiter" ist, der in Deutschland auf dem "Staatsross" sitzt und es lenkt.

 

Da die Konfessionszugehörigkeit von Staatsanwaltschaft und Richter in dem Prozess vor dem Amtsgericht Würzburg nicht genau geklärt werden konnten, hier noch zur Vollständigkeit ein Auszug aus der bis heute gültigen Lehre der katholischen Kirche (PS: Immerhin gibt es in Würzburg auch einen bekannten Domvikar mit Namen "Stühler"). So heißt es dort z. B.: "Deshalb muss sie [die katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr ... übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern" (Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, Regensburg 1992, Lehrsatz Nr. 382). Jeder Katholik ist zudem bei Androhung ewiger Hölle verpflichtet, die gesamte kirchliche Überlieferung anzunehmen. Der Beleg dazu findet sich in dem in der Kirche als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 85.
Urteilen Sie selbst! Kann z. B. ein Richter, der in diesem Glauben indoktriniert wurde, "weltanschaulich neutral" entscheiden? Oder werden die religiösen Minderheiten in ähnlichen Verfahren wie dem obigen nicht schon seit Jahrzehnten zum Narren gehalten? 

 



8.7. / 11.7.2007 - Kampf gegen Klimakatastrophe und Intoleranz: Wird in Deutschland der Bock zum Gärtner gemacht? - Während über eine Milliarde Menschen weltweit Rock-Konzerte besuchten oder teilweise über Fernsehen verfolgten, die auf die drohende Klimakatastrophe hinwiesen, feierte das Erzbistum Bamberg zu Ehren seines Gründers Heinrich II. das Heinrichsfest (siehe Meldung hier). Der Kirche ging es anlässlich der Bistumsgründung vor 1000 Jahren um die Vernichtung des "Heidentums" in Europa. Und die beiden Themen haben miteinander zu tun, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint.

Das geistesgeschichtliche symbolkräftigste Datum im Zusammenhang der "Vernichtung des Heidentums" ist nämlich die Fällung der großen Donars-Eiche in Geismar bei Kassel durch den römisch-katholischen Missionar und späteren "Heiligen" Bonifatius im Jahr 724 (siehe hier). Den "Heiden" sollte von der Kirche der Glaube an das Göttliche in der Natur und an deren Beseeltheit ausgetrieben werden. Dies war ein Glaube, der auch mit großem Respekt, Achtung und Ehrfurcht vor der Natur verbunden war. Und wären die Naturreligionen vom Katholizismus nicht ausgemerzt worden (vgl. hier), würde es heute anders auf unserem Planeten aussehen. Und die Menschen in Europa wären nicht so abgestumpft gegenüber der Schöpfung Gottes.

In vielen Jahrhunderten hat die Kirche dabei immer auch versucht, nicht nur andere Glaubensrichtungen zu bekämpfen, sondern die Andersdenkenden selbst zu verfolgen und auszurotten, was auch Martin Luther und seine Nachfolger vielfach so hielten (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 1 und Nr. 3). Von daher hat man den Eindruck, dass die evangelische Bundeskanzlerin Angela Merkel den Bock zum Gärtner macht, wenn sie ausgerechnet die Kirchen dazu auffordert, ihr "Wächteramt" in Sachen Toleranz in Europa wahrzunehmen. "Toleranz ist für mich die Seele Europas", so die Kanzlerin (Netzeitung, 8.7.2007) - ein hoher Wert, der im Laufe der Geschichte allerdings gegen die Kirchen erkämpft werden musste und bis heute muss. Von daher macht man in der Tat den Bock zum Gärtner, wenn ausgerechnet die Kirchen radikalen intoleranten Islamisten die Stirn bieten sollen, wie sich das Angela Merkel wünscht.

Jüngstes Beispiel: Die massive Behinderung der Hollywood-Verfilmung des Lebens des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg durch den deutschen Staat. Der Grund: der persönlichen Glaube des Hauptdarstellers Tom Cruise. Aus diesem Grund nehmen einmal mehr die Medien in den USA ihr "Wächteramt" gegen die religiöse Intoleranz staatlicher und anderer Stellen in Deutschland wahr, wo viele kleinere Gemeinschaften seit je her über einen negativen Kamm geschoren und pauschal und vielfach ungeprüft verleumdet und diskriminiert werden (Dies geschieht auch im staatsfinanzierten konfessionellen Religionsunterricht, wo bereits die Kinder in Deutschland in diesem Sinne indoktriniert werden). So heißt es z. B. in einem Kommentar der US-amerikanischen Tageszeitung Philadelphia Daily News über die Verbote, den Stauffenberg-Film an Original-Schauplätzen zu drehen: "Wie könnte man besser an die Nazi-Zeit erinnern als dadurch, dass man einen Mann wegen seines Glaubens an seiner Arbeit behindert" (mehr dazu bei http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,491982,00.html).

Die Verursacher dieser Kampagnen früher und heute sind die Kirchen und ihre Büttel in Staat, Politik, Medien und Justiz (siehe dazu Der Theologe Nr. 12). Tatsächlich haben diese in der Nazi-Zeit sowohl gegen Juden als auch gegen so genannte "Sekten" massiv gekämpft (siehe dazu eine Fülle von Belegen und Quellen in Der Theologe Nr. 4). Und nach 1945 blieben aus bekannten Gründen nur noch die "Sekten" übrig, gegen die man seither weiter mit "bewährten" Methoden der Intoleranz oder des Rufmords vorgeht (siehe hier). Schon der Begriff "Sekte" ist eine Rufmord, weil die Kirche alleine schon dadurch die Existenz des Angegriffenen ruinieren kann. Deshalb sollte man das Wort "Sekte" eine Zeitlang nur noch für die beiden Großsekten "Katholische und Evangelische ´Kirche`" verwenden. Schließlich sind beide Institutionen auch "Abspaltungen" ("Sekte" kommt von lateinisch "secare" = abspalten) vom Urchristentum. Auf diese Weise würden die "Herren der Kirche" und geheimen "Reiter des Staats-Rosses" (vgl. dazu Der Theologe Nr. 23) am eigenen Leib zu erfahren beginnen, was sie seit Jahrhunderten anderen antun, so dass vielleicht doch noch der eine oder andere zur Besinnung kommt.
(PS: Die römisch-katholische Kirche erkennt die evangelische sowieso nicht als "Kirche" an (siehe z. B. http://www.mainpost.de/aaw/brennpunkte/art112,4043940), so dass es auch den überzeugten Katholiken nicht schwer fallen sollte, zumindest die Evangelischen schon einmal als "Sekte" zu bezeichnen. Der nächste Schritt wäre dann die Selbsterkenntnis über die "Sekte", der man selber angehört.)

Und auch beim Klimaschutz sind die "Kirchen-Sekten" - wenn überhaupt - nur Trittbrettfahrer, wenn sie sich in dieser Richtung äußern oder gar - wie in Bayern - in ein "Bündnis für Umwelt" mit dem Staat einbezogen werden. Hier wird der Bock mit zum Gärtner gemacht. Geht man nämlich den geistesgeschichtlichen Wurzeln für die sich anbahnende Katastrophe auf den Grund, stößt man auf die kirchliche Christenheit als den Hauptverantwortlichen für die zunehmend apokalyptischeren Ereignisse. Lesen Sie die Gründe dafür in der Meldung: Die Erde schüttelt allmählich die menschliche Zivilisation ab: Menschen haben sich ihren besten Freund zum Feind gemacht.
 



31.8. / 6.9.2007 - Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Priester von Kirche wieder in Gemeinde eingesetzt - Vertuschungspolitik der Kirche von Staatsanwaltschaft gedeckt? - Siehe dazu nachfolgende erste Agenturmeldung: "Ein wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter katholischer Pfarrer aus dem Landkreis Regensburg soll sich erneut an einem Kind vergangen haben. Gegen den 39-Jährigen sei wegen Fluchtgefahr ein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Nürnberger Justizpressestelle mit. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich mehrere Jahre lang an einem Ministranten vergangen zu haben. Erst im Juli war bekannt geworden, dass das Bistum Regensburg den Mann trotz seiner einschlägigen Vorstrafe wieder in der Gemeindeseelsorge einsetzt hat. Bereits vor acht Jahren hatte er sich als Kaplan im niederbayerischen Viechtach an mindestens einem Jungen vergangen" (Bild online, 31.8.2007; Aktualisierung am 1.9.2007: http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/01/pfarrer-missbrauch/haft-ministranten-regensburg,geo=2422192.html).
Mittlerweile stellte sich heraus, dass der im Jahr 2000 verurteilte Priester sich seither "mehrere Jahre" erneut an einem Ministranten an seinem neuen Dienstort vergangen habe.
Deutliche Kritik übte der Sozialpädagoge Johannes Heibel, der Leiter der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern, sowohl an der Kirchenleitung als auch an der Staatsanwaltschaft: "Der Priester kam im Jahr 2000 mit einem Strafbefehl ohne öffentliche Verhandlung davon. Für mich sieht das so aus, dass die Vertuschungspolitik der Kirche von der Staatsanwaltschaft gedeckt wurde. Wäre der Täter zum Beispiel ein einfacher Arbeiter gewesen und kein Pfarrer, dann wäre die Justiz sicher anders vorgegangen." Und: "Die Macht der Kirche in Bezug auf unser Rechtssystem ist nicht von der Hand zu weisen. Dafür gibt es auch Beispiele aus anderen Bundesländern. Aber so ein Fall ist doch kein Kavaliersdelikt, den man unter der Hand regeln kann" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und weiter: "Sexueller Missbrauch, begangen von einem Pfarrer, richtet oft noch einen größeren seelischen Schaden an als sexuelle Gewalt vom eigenen Vater."
Doch die Justiz ist oftmals von der Kirche unterwandert. So hängt sogar in jedem Gerichtssaal in Bayern ein Kreuz, meist ein Kreuz mit dem gekrümmten Corpus des sterbenden Jesus, so wie es vor allem in der katholischen Kirche verwendet wird (zur Bedeutung siehe hier). Auch dies kann als Symbol dafür gedeutet werden, welcher Macht sich die Richter - oft unterschwellig - verpflichtet fühlen, auch wenn sie vordergründig weltanschauliche Neutralität vorgeben. Und wenn es nach CDU-Generalsekretär Roland Pofalla geht, dann sollen demnächst deutschlandweit Kruzifixe in Gerichtssälen hängen.

 



21.9.2007 - Kampf der Kulturen in Deutschland: Katholische Politiker wollen Islam klein halten - Der künftige CSU-Vorsitzende Erwin Huber ist als bekennender Katholik ein Gegner von großen Moscheen in Deutschland. Wörtlich erklärt er: "Wir lassen uns den christlichen Charakter unseres Landes nicht durch monströse Moscheebauten verschandeln" (Netzeitung, 3.9.2007). Mit Christus und "christlich" hat eine solche Einstellung jedoch nicht das Geringste zu tun.
Nun
hat der scheidende CSU-Vorsitzende und ebenfalls bekennende Katholik Edmund Stoiber noch einmal nachgelegt und präzisiert: "Es gibt eine in Jahrhunderten gewachsene Leitkultur in Deutschland. Also: Bei aller Toleranz - Kathedralen müssen größer sein als Moscheen" (Bild, 21.9.2007).
Worte sind schnell ausgesprochen. Doch in diesem Fall lohnt es sich, einmal in die Worte hinein zu empfinden. Welcher Inhalt wurde in die Worte hineingelegt?
Jesus von Nazareth wollte keine Kirchen und Kathedralen, da jeder Mensch selbst ein "Tempel" Gottes sein soll. Lesen Sie dazu "Freie Christen Nr. 1" - Es braucht keine Kirchen aus Stein: Darum treten Sie aus. Sie sind nicht allein.

Mehr zu der "in Jahrhunderten gewachsenen Leitkultur" lesen Sie z. B. unter www.kirchenopfer.de
Lesen Sie auch den Artikel: Sie galten als "Fremdkörper" im kirchliche geprägten "Volksleben": "Die Juden passten nicht in die deutsche Leitkultur der 30er-Jahre",
http://www.das-weisse-pferd.com/00_23/leitkultur.html
Siehe auch oben: Evangelischer CDU-Generalsekretär macht Islam für Gewalt verantwortlich und verschweigt Verantwortung des kirchlichen Christentums
Sowie mehr zu Papst Benedikt XVI. und der Islam
Und: Kardinal Lehmann möchte in Riad/Saudi-Arabien eine Messen lesen - Hintergründe

 



13.1.2008 - Gewalt und Massenmord mit evangelisch-lutherischer Rechtfertigungslehre "entschuldigt" - In die Verbrechen der NS-Zeit waren zu Hunderttausenden evangelische Bürger und Amtsträger als Täter verstrickt. Siehe dazu "Der Theologe Nr. 4", Die evangelische Kirche und der Holocaust. Nun hat auch die Theologin Katharina von Kellenbach in einem Vortrag in der Evangelischen Akademie in Arnoldshain dargelegt, dass NS-Täter "die evangelische Lehre von der Rechtfertigung des Sünders zur eigenen Entschuldigung genutzt" haben (epd, 27.11.2007). Die evangelische Lehre, wonach die Rechtfertigung "dem Menschen ohne eigenes Zutun und ohne gute Werke zuteil" würde, "hätten die Täter als Einladung zu einer ´Schwamm-drüber`-Haltung verstanden, die ein Vergessen ohne Reue und Lebensänderung gestatte". So haben viele der NS-Täter "ihre Entschuldigung mit der theologischen Rechtfertigungslehre gestützt".
Anlass für den Vortrag in Arnoldshain war die Aufdeckung des Sachverhalts, dass die Evangelische Kirche in Hessen-Nassau (EKHN) den rechtskräftig verurteilten NS-Verbrecher Matthes Ziegler 1949 in den Pfarrdienst übernommen hatte.
Zum Vergleich: In Bayern rechtfertigte der damalige Landesbischof Hans Meiser das Verhalten aller Pfarrer während der NS-Diktatur. Die damalige US-Militärregierung für Deutschland stufte damals 156 evangelische Pfarrer wegen Verbrechen bzw. Vergehen in die "höchste Entlassungskategorie", doch Meiser stellte sich hinter alle 156 (siehe hier). Nicht einmal bei den zehn "schlimmsten" Fälle war er bereit, diese auch innerkirchlich irgendwie zu ahnden (siehe hier). Die Kirche rechtfertigte alle. Darunter auch Pfarrer Friedrich Wilhelm Auer, der während des Krieges die Ermordung aller jüdischer Mitbürger in einer Nacht forderte, wenn die Alliierten weiter Luftangriffe fliegen würden (siehe hier).
Die von Martin Luther entwickelte evangelische Rechtfertigungslehre hat nichts mit Jesus von Nazareth tun. Sie ist also evangelisch, aber nicht christlich. Siehe dazu "Der Theologe Nr. 36", Gefährliche Rechtfertigungslehre, Allein der Glaube führt in den Abgrund. Zwar hatte Luther gedacht, dass die Anhänger seiner Lehre aus der "Freude" über die "Rechtfertigung" heraus "gute Werke" tun. Doch nicht nur das Beispiel der NS-Zeit in Deutschland zeigt, welche Früchte seine Lehre trägt. Auch er selbst hatte bereits Hinrichtungs- und Ermordungsaufrufe damit gerechtfertigt.
Siehe dazu
"Der Theologe Nr. 3", So spricht Martin Luther - So spricht Jesus von Nazareth über den Gegensatz zwischen Luther und Jesus.

 



9.3.2008 - NS-Debatte und kirchliche Tötungserlaubnis: Warum so viele Deutsche zu Mördern wurden - Das Magazin Der Spiegel berichtet in seinem Titel in der Ausgabe Nr. 11/2008 über Die Täter - Warum so viele Deutsche zu Mördern wurden. Hierzu enthüllt Der Theologe Nr. 4 geistesgeschichtliche Hintergründe. Die Kirchen als selbsternannte moralische Instanzen des Landes haben zwar dem Einzelnen das Morden untersagt - nicht jedoch, wenn dieser im staatlichen Auftrag handele. In diesem Zusammenhang wurde auch das 5. Gebot "Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht morden" abgeschwächt (zuletzt wieder in der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung des Neuen Testaments), um z. B. das Töten im Krieg oder Todesstrafen zu rechtfertigen. Dies sei dann kein "Morden", sondern "nur" "Töten". Damit wird dann scheinbar das "Morden" untersagt, doch für das Opfer ist es einerlei, ob es "ermordet" oder "nur" "getötet" wurde, denn tot ist nun mal tot. Und wer mag gerade im Rückblick auf die Verbrechen der NS-Zeit diese kirchliche Unterscheidung anwenden und bei den NS-Verbrechen z. B. nur von "Töten" sprechen? Und hier lehren vor allem Martin Luther und die evangelische Kirche den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit einschließlich des Tötens und des Mordens, das man in diesem Zusammenhang dann als "nur" "Töten" kaschiert. Die Kirche begründet es mit Paulus, der in der Bibel lehrt: "Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam ... Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes ... Denn nicht ohne Grund trägt sie [die staatliche Gewalt] das Schwert. Sie steht im Dienst Gottes und vollstreckt das Urteil an dem, der Böses tut" (Römerbrief, Kapitel 13, 1-5, Einheitsübersetzung). U. a. aufgrund dieser Bibelstelle wurden Tausende von Kirchenmitgliedern und Bibelgläubigen zu Mördern im staatlichen Auftrag. Die Bischöfe und Kirchenobrigkeiten haben es ihnen so gelehrt. So trägt also letztlich die Kirche einen Großteil der Verantwortung für die Enthemmung in der Bevölkerung, im Auftrag der jeweiligen Regierung bzw. Obrigkeit morden zu dürfen, das man dann als "nur" "töten" verbrämt. Der Theologe Nr. 4 zeigt am Beispiel der evangelischen Kirche, wie sie die Menschen in den NS-Staat hineinführte und den Soldaten wie selbstverständlich das Töten befahl. Und einzelne Pfarrer konnten sogar die Hinrichtung von jüdischen Mitbürgern fordern, ohne je dafür belangt zu werden.
 



28.4.2008 - Ist eine millionenschwere Kirchenorgel "Volkswohlfahrt" unter besonderer Berücksichtigung des Sozialen? Am 27.4.2008 wurde in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bamberg-St.Stephan die neue Orgel eingeweiht, die nach Information des Evangelischen Sonntagsblattes ca. eine Million Euro gekostet hatte, wovon die staatliche Oberfrankenstiftung 500.000,00 € bezahlte. Doch hat Jesus, der Christus gesagt: "Kauft euch von euren Schätzen teuerste Musikinstrumente und Kunstschätze, um mich damit zu ehren"? Es hat stattdessen gesagt: "Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten [mit euren Säcken voller Euros], das habt ihr mir auch nicht getan" (Matthäus 25, 45). Das ist Christus. Das andere ist Kirche. Beides zusammen geht nicht.

Lesen Sie dazu auch: "Freie Christen Nr. 1" - Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein
"Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern

PS
: In der Satzung der 1927 gegründeten Oberfrankenstiftung wird der Stiftungszwecke in § 2 (1) wie folgt formuliert: "Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Zwecke auf dem Gebiet der Volkswohlfahrt unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse der Bevölkerung" - wobei allgemein auch "Kunst und Kultur" sowie "Denkmalschutz" gefördert werden können (§ 2 (2.1.)), obwohl nicht verständlich ist, wie dies mit dem Stiftungszweck in Einklang stehen soll. Schließlich bedeutet "Volkswohlfahrt" z. B. "Volksgesundheit, Wohnungs- und Siedlungswesen, Jugendwohlfahrt und Allgemeine Fürsorge" (siehe den Wikipedia-Eintrag über das "Preußische Ministerium für Volkswohlfahrt"). Und wie im Einzelfall gar die Teilfinanzierung einer millionenschweren Kirchenorgel als "Volkswohlfahrt unter besonderer Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse der Bevölkerung" interpretiert werden kann, mag jeder selbst beurteilen. Vor allem, wenn man bedenkt, wie das Volk immer ärmer wird, währen die Kirchen in Deutschland über ein Vermögen von ca. 500 Milliarden Euro verfügen (siehe z. B. Der Spiegel Nr. 49/2001; oder; oder http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/abzocker.html).

 



25.9. / 28.10.2008 - CSU will Bischöfe weiter vom Staat bezahlen / Kräftige Wahlniederlage - Die CSU wehrt sich vehement dagegen, die Bischofsgehälter nicht mehr wie bisher vom Staat bezahlen zu lassen, wie es die Grünen fordern (http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/konkordat-csu-gruene-ID1219491609336.xml). Sie maßt sich sogar an, die Grünen deshalb mit der SED zu vergleichen. Dann müsste man aber auch Jesus von Nazareth mit der SED vergleichen. Denn Jesus wollte weder eine Institution Kirche mit Pfarrern, Priestern und Bischöfen geschweige denn eine staatliche Finanzierung dieser modernen "Schriftgelehrten". Im Gegenteil. Er rief aus: "Weh euch ihr Schriftgelehrten ..." (Matthäusevangelium, Kapitel 23).
In Bayern stehen alleine 290 römisch-katholische Würdenträger auf den staatlichen Gehaltslisten, nicht nur Bischöfe, sondern auch die Hierarchie-Bereiche darunter. Und auch die Evangelischen dürfen proportional dazu Säcke voller Geld aus der Staatskasse entwenden. Für die CSU ist es selbstverständlich, dass auch Humanisten, Atheisten, Freidenker, Urchristen, Moslems und Juden das Zeremonien-Brimborium und die Drohungen mit der ewigen Verdammnis (siehe Der Theologe Nr. 18) mit finanzieren müssen. Es ist Zeit, diese absurde "Selbstverständlichkeit" zu beenden.
Ein erster Schritt hierzu ist die Landtagswahl gewesen, die der kirchlichen Partei CSU Verluste von ca. 18 % bescherte.
Und wenn der CSU-Koalitionspartner FDP einmal zu sich selber stehen würde und tatsächlich "liberal" wäre, könnte endlich an der skandalösen staatlichen Kirchenfinanzierung gerüttelt werden. Doch die FDP ist vor CSU und Kirchen eingeknickt (siehe nachfolgende Meldung).

PS: Zum CSU-Wahl-Desaster hinzu kommt, dass der evangelische Ministerpräsident Günther Beckstein nach römisch-katholischer Lehre ernsthaft auch noch von der ewigen Verdammnis bedroht ist, obwohl er als Innenminister zum Papstbesuch 2006 bei Regensburg eigens die Autobahn A 3 sperren ließ. Das ist leider keine Satire, sondern gerne verschwiegener, aber doch bitterer römisch-katholischer Ernst. Siehe dazu dieses angeblich "unfehlbare" Dogma. Und auch die viel beschworene Ökumene ist in Wirklichkeit eine Augenwischerei. Die Fakten u. a. hier.
 



28.10.2008 - CSU/FDP-Koalition in Bayern: "Chamäleon" FDP knickt vor der CSU und den Kirchen ein - Einst gab es einmal das FDP-Papier von 1974 Freie Kirche im freien Staat, das vom damaligen FDP-Bundesparteitag beschlossen wurde. Darin heißt es unter anderem: "Die bestehenden Staatsverträge mit den Kirchen (Kirchenverträge und Konkordate) sind wegen ihres Sonderrechtscharakters kein geeignetes Mittel, die Beziehungen zwischen Kirche und Staat zu regeln. Deshalb dürfen solche Verträge nicht neu abgeschlossen werden. Die bestehenden Kirchenverträge und Konkordate sind, soweit sie noch gültig sind, in gemeinsamer Übereinkunft aufzuheben. Ihre Gegenstände sind, soweit erforderlich, durch Gesetz oder Einzelvereinbarungen neu zu regeln" (http://www.payer.de/religionskritik/FDP1974.htm). Diese Verträge sichern den Kirchen jährlich staatliche Subventionen in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro, zusätzlich zu den sozialen Subventionen (nochmals ca. 10 Milliarden). Geht es jedoch darum, die Privilegien der Kirche auch nur zu einem Bruchteil von dem in Frage zu stellen, was man hier großmundig verkündete, knickt die FDP rückgratlos ein.
Was nützt es da, dass man die FDP in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl noch 1994 erklärte: "Deshalb muss der Staat sich, gebunden an das Grundgesetz, weltanschaulich-religiös neutral verhalten"? (http://ibka.org/artikel/miz94/fdp.html)
Wie die Wirklichkeit in Bayern trotz FDP-Regierungsbeteiligung weiterhin aussieht, beschreibt der evangelische Nachrichtendienst idea wie folgt: "´Die bayerische FDP hat sich hier der sehr viel stärkeren CSU gefügt`, sagte der evangelische Politiker [Günther Beckstein] der in Würzburg erscheinenden katholischen Zeitung ´Die Tagespost` (Ausgabe 28. Oktober). So sei es gelungen, ein Bekenntnis zu den christlichen Symbolen in den Koalitionsvertrag aufzunehmen ... Zur Frage, ob mit der FDP-Beteiligung an der Landesregierung das traditionell gute Verhältnis zu den Kirchen in Bayern belastet sein könnte, sagte Beckstein, das zu verhindern, werde Aufgabe des neuen Ministerpräsidenten Horst Seehofer sein" (idea, 28.10.2008).
So spielt also die Musik. Von wegen Konkordate aufgeben oder auch nur einen einzigen Krümel der Staatsmillionen für die Kirchen antasten, die diese Jahr für Jahr einstreicht. So stehen alleine in Bayern 290 römisch-katholische Würdenträger auf den staatlichen (!) Gehaltslisten, nicht etwa den kirchlichen. Dafür wird dann auch die evangelisch-lutherische Großkirche in dieser Größenordnung proportional "finanziert" und, und, und ...
Und die FDP-Politiker können erleichtert den Beichtstuhl verlassen, frei nach dem Motto: Politiker zum Priester: "Eure Privilegien bleiben euch erhalten". Darauf hin der Priester zum Politiker: "Dann sind dir deine Sünden vergeben." [PS: Ein Priester kann überhaupt keine Sünden vergeben, doch noch immer lassen sich die Gläubigen bluffen und in die Irre führen; vgl. dazu hier]

 



5.2.2009 - CDU-Politiker verneigen sich weiter vor Joseph Ratzinger / "Fast symbiotisches" oder "parasitäres" Verhältnis von Staat und Kirche? / Staat als Ross, Kirche als Reiter - Der Staat ist in Deutschland vergleichbar einem Ross, auf dem ein Reiter sitzt. Und der Reiter ist die Kirche. Das heißt auch: Nicht das Ross entscheidet, wo es lang geht, sondern der Reiter. Das es so ist, bestätigte einmal auch der Chef der CDU-Landesgruppe im Bundestag in Berlin, Georg Brunnhuber. Er sagte im Hinblick auf die Kritik der evangelisch-lutherischen Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Papst: "Öffentliche Aufforderungen an den Heiligen Vater führen garantiert ins Leere" (Spiegel online, 5.2.2009). Der Papst ist nach dieser Sichtweise immer der Absender von öffentlichen Aufforderungen, niemals der Empfänger. Und so soll es nach dem Willen der meisten Politiker auch bleiben. Denn schließlich gilt der Papst den Katholiken auch als einziger Mensch auf der Erde bei Lehrentscheidungen als "unfehlbar".
Rückenwind für Kritik an der evangelischen Kanzlerin kommt auch von den von Benedikt XVI. rehabilitierten Piusbrüdern. So sagte z. B. Richard Williamson wörtlich: "Protestanten bekommen ihre Befehle vom Teufel" (Spiegel online, 3.2.2009). Dieser Rückenwind ist zwar für die Politiker nicht willkommen, aber die Piusbrüder-Bischöfe gehören eben seit der Aufhebung ihrer Exkommunikation wieder zur Kirche dazu.

Erst vor wenigen Tagen sprach der CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer davon, dass das Verhältnis von römisch-katholischer Kirche und Staat in Bayern "fast symbiotisch" ist (Süddeutsche Zeitung, 23.1.2009). Damit knüpft er nahtlos an seinen Vorvorgänger Edmund Stoiber an, der im Jahr 2006 als Ministerpräsident von einer "Symbiose" zwischen Staat und Kirche sprach (siehe oben). Und sowohl Edmund Stoiber als auch Horst Seehofer missachten so auf krasse Weise die Verfassung des Freistaates Bayern, in welcher die Freiheit und Gleichheit der Religionen festgeschrieben ist. Zudem verteilen sie eine Ohrfeige an 43 % der Bürger Bayerns, welche nicht der römisch-katholischen Kirche angehören. Zudem eine falsche Umschreibung: Denn bei einer Symbiose kann der eine nicht ohne den anderen leben. Das gilt zwar für den Reiter, der ein Ross braucht, um zu reiten. Nicht aber für das Ross, das den Reiter abschütteln muss, um frei zu sein, um seinen eigenen Weg zu finden.
Der Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek bezeichnet das Verhältnis von Kirche und Staat deshalb auch nicht als "fast symbiotisch", sondern in Vorträgen vielfach als "parasitär".
Dies gilt mehr und mehr auch für Italien, wo der Vatikan von allen Vorteilen des benachbarten italienischen Staates profitiert, jedoch keine Pflichten hat - weder zahlt er Steuern noch Kosten für die zur Verfügung gestellte Infra-Struktur und alle Leistungen des Staates Italien an den Vatikan, noch gilt für den Vatikan in Zukunft die italienische Gesetzgebung
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7.2.2009 - 1900-2010: 20 Jahre "Wiedervereinigung" in Deutschland. Dazu soll der Papst wieder nach Deutschland kommen / Riesige Kosten für den Steuerzahler. Unser Alternativvorschlag: Der Bundestag fährt mit der Bahn nach Rom - Im Jahr 2005 war Papst Benedikt XVI. das erste Mal als Inhaber des "Stuhles Petri" in Deutschland, vor allem beim Weltjugendtag in Köln. Im Jahr 2006 folgte dann bereits der zweite Besuch, vor allem in München, Regensburg und Altötting. Jetzt ist der dritte Besuch geplant, 2010 in Berlin. Ein Papstbesuch ist jedes Mal mit allerhöchsten Sicherheitsmaßnahmen und riesigen Kosten verbunden. Der Anlass soll dieses Mal das 20jährige Jubiläum der Wiedervereinigung Deutschlands sein. So kann vermutet werden, dass auf diese Weise der Staat alles zahlt, während sich sonst die Kirche wenigstens beteiligte. Deshalb unser Alternativvorschlag: Alle Bundestagsabgeordneten, die dies wollen, fahren mit der Bahn nach Rom und zurück und sprechen dort mit dem Papst und können, wenn sie dies möchten, sich vom ihm segnen lassen. Das kommt viel kostengünstiger.
 



25.2.2009 - Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach / Integrationsbemühungen in Berlin gefährdet - In Berlin besuchen Schüler aller Nationen, Kulturen und Religionen ab der 7. Klasse einen gemeinsamen Ethik-Unterricht. Darüber hinaus können die Schüler freiwillig einen Religionsunterricht ihrer Konfession besuchen. Das soll nach dem Willen der beiden deutschen Großkirchen und der CDU ab dem kommenden Schuljahr anders werden. Die Schüler sollen sich dann aus dem Ethikunterricht für alle abmelden können und stattdessen einen konfessionellen Unterricht der evangelischen oder römisch-katholischen Kirche erhalten können - doch nicht etwa auf Kosten der betreffenden Kirche, sondern auf Staatskosten. Über das "Volksbegehren" "Pro Reli" wird nun am 26.4.2009 entschieden. Die Parteien SPD, Linke und DIE GRÜNEN riefen die Bürger jedoch dazu auf, die bisherige Regelung beizubehalten: "Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sprach sogar davon, dass der Erfolg des Volksentscheides die Integration in der Hauptstadt gefährde. Schule habe die Aufgabe, die Gesellschaft zusammenzuführen. Das sei nicht möglich, wenn sich Schüler zwischen ihrer Religion und einer gemeinsamen Wertevermittlung entschieden müssten" (idea-spektrum Nr. 9/2009).
So ist es. Schon viel zu lange finanzieren die meisten anderen Bundesländer den Konfessionskirchen eine "Kindermission" in der Schule auf Staatskosten. Doch das ist nicht die Aufgabe der staatlichen Schulen. Und schon gar nicht ist es gerechtfertigt, wenn die Steuerzahler pro Jahr fast drei Milliarden Euro für diesen kirchlichen Unterricht an staatlichen Schulen ausgeben müssen. Für eine konfessionelle Erziehung sind gegebenenfalls Eltern, Konfirmanden- und Firmunterricht zuständig, nicht jedoch der weltanschaulich neutrale Staat.
 



27.3.2009 - Der Reiter tadelt sein Ross: Kardinal Meisner fordert Bundeskanzlerin auf, sich beim Papst zu entschuldigen / Der Co-Reiter: Evangelische Kirche beruft Politiker in Kirchen-Synode - In Deutschland ist der Staat das Ross und die Kirche der Reiter, der das Ross letztlich lenkt. Und dies, solange sich das Ross das gefallen lässt (siehe dazu Der Theologe Nr. 23). Daran erinnert in diesen Tagen auch Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Kardinal Meisner über Bundeskanzlerin Merkel: "Ich finde, dass eine der größten Fehlleistungen die öffentliche Papstschelte der Bundeskanzlerin war ... Auch der Ton war völlig unangemessen ... Ich kann da nur sagen: Zeigen Sie Größe und entschuldigen Sie sich, Frau Bundeskanzlerin!" (Bild, 27.3.2009)

Der unausgesprochene Hintergrund: Nach römisch-katholischer Lehre gilt: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(Bulle Papst Bonifaz VIII. (Foto links) "Unam Sanctam", 1302; zählt zu den angeblich unfehlbaren Lehrentscheidungen der Päpste). Und dies gilt natürlich aus katholischer Sicht auch für eine evangelische Pfarrerstochter aus Mecklenburg.
Im Jahr 2005 hatte die damalige Kanzlerkandidatin Angela Merkel Joseph Ratzinger noch mit den Worten gehuldigt, er sei für viele die "Erfüllung der religiösen Sehnsucht" (siehe hier).

PS
: Glauben Sie, dass Sie sich diesem Mann (Foto links; es ist ein Porträt des Papstes, der diese "unfehlbare" Lehre "verkündet" hatte) und seinen Nachfolgern unterwerfen müssen, um nach Ihrem Tod in den Himmel zu kommen? Tun Sie es, wenn Sie es möchten. Wenn jedoch nicht, raten wir zum Kirchenaustritt. Denn dann wären Sie nach katholischer Lehre ohnehin schon verdammt.

Derweil stärkt die evangelische Kirche ihre Position als Co-Reiter auf dem Staatsross. Sie beruft bekannte Politiker aller Parteien in ihre neue EKD-Synode, die sich dann natürlich in ihren Parteien wiederum für die Kirche einsetzen. "
Berufen wurden Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), der Staatsminister im Kanzleramt und Mitglied des Rates der EKD, Hermann Gröhe (CDU), die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Kerstin Griese (SPD), sowie der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP). Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wird von der bayerischen Landeskirche in die EKD-Synode entsandt" (idea-spektrum, 27.3.3009). Kerstin Griese ist bereits die "Beauftragte" der SPD für "Kirchen und Religionsgemeinschaften" und gab zu, in der Kirche "mehr verwurzelt" zu sein als in der SPD (siehe hier).
Bezeichnend: Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben den Posten des "Beauftragten für Religionsgemeinschaften" ausschließlich mit aktiven Mitgliedern der Großkirchen besetzt. Und diese wiederum gehen bekanntlich massiv gegen kleinere Gemeinschaften vor, die sie vielfach als "Sekten" verleumden. Von einem weltanschaulich neutralen Staat ist man in der Praxis weit entfernt, was auch dieses Beispiel veranschaulicht.
 



23.4./26.4.2009 - Volksbegehren über die Macht der Kirche in Deutschland - Pro Ethik gewinnt gegen Pro Reli / Jetzt schleichen sich dafür die Herren der Kirche in den Ethikunterricht - Es ging am Sonntag in Berlin nicht nur darum, dass die Kirche in Berlin einen staatlich finanzierten konfessionellen Religionsunterricht als Wahlpflichtfach an den Schulen einführen wollte - statt eines verbindlichen Ethik-Unterricht für alle wie bisher, gleich welcher Religion oder Konfession jemand ist. Es ging bei diesem kirchlichen Ansinnen nach "Kindermission" auf Staatskosten um die Macht des kirchlichen "Reiters" über das "Staatsross" - auch in der nächsten Generation (siehe dazu Der Theologe Nr. 23). Auch werden in einem konfessionellen Religionsunterricht religiöse Minderheiten vielfach als "Sekten" verteufelt (vor allem in den Lehrplänen der 9. Klassen) und schon Kinder und Jugendliche auf schlimme Art und Weise indoktriniert und zur Diskriminierung erzogen - hierfür gibt es erschreckende Beispiele aus den anderen Bundesländern. Die kirchliche Initiative hatte die ganze Millionenstadt Berlin flächendeckend plakatiert und setzte dabei auf prominente Unterstützer wie den Moderator Günther Jauch oder den Fußball-Bundesliga-Profi Arne Friedrich. Ob die Berliner der Kirche standhalten oder "geschluckt" werden, wie bereits 13 der übrigen deutschen Bundesländer (alle bis auf Bremen und Brandenburg), hatten sie letztlich selbst in der Hand. Und sie haben sich erfolgreich gewehrt - 51,3 % der Wähler lehnten den konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach ab. Und, auf alle Wahlberechtigten bezogen, stimmten nur 14,2 % der Wahlberechtigten für das kirchliche Begehren.

Doch die Indoktrination des Staates durch die Kirchen kennt viele Wege. So versucht man zu Schuljahresbeginn 2009, die Kinder im Ethikunterricht gegen religiöse Minderheiten in Position zu bringen. Die dem kirchlichen Interesse entsprechende "staatliche" "Leitstelle für Sektenfragen" (die Konfession des Leiters, des SPD-Politikers Stefan Barthel, wird nicht bekannt gegeben) stellt dazu für die Ethik-Lehrer neue Medien über "konflitktträchtige Anbieter auf dem Lebenshilfemarkt" zur Verfügung, was nichts anderes ist als neues Inquisitions-Material der Großkirchen oder unmittelbar von dort inspiriert (Newsletter der
Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 28.8.2009). Denn als "konfliktträchtig" gelten alle Gemeinschaften, die den Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche nicht Honig um den Mund schmieren und die beiden Großkirchen deshalb ein Dorn im Auge sind. Und fast immer leiten Mitglieder und Interessenvertreter der Kirchen solche offiziell staatlichen Stellen.

Mehr zum Thema:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-kirche-in-der-schule/
Berlin: Kirche will konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten als Wahlpflichtfach
Sind die Werte, die die Kirchen vertreten, christlich?
 



24.4.2009 - 27.Mai - Kreuzzug der Kirche gegen die Stedinger Bauern vor 775 Jahren: Bis zu 11.000 Bauern getötet - Schlacht bei Altenesch wird jetzt nachgespielt - Am 27.5.2009 jährt sich zum 775. Mal die Schlacht bei Altenesch westlich von Bremen (1234), bei der das Kreuzzugsheer von Erzbischof Gerhard II. die Stedinger Bauern niedermetzelte und auf Scheiterhaufen verbrennen ließ. Die Gründe: Die Bauern hätten nicht den richtigen Glauben und seien "Ketzer". Aufgrund des Religionsedikts von Kaiser Friedrich II. von 1224 seien sie deshalb auszurotten. Zudem wollten sie dem Erzbischof keine Abgaben zahlen, so wie Ihnen das zunächst versprochen worden war, da sie im Gegenzug die Wesermarsch urbar machen. Darauf hin wurden die Bauern und ihre Familien zuerst von der Kirche exkommuniziert. Dann wurden die Männer brutal ermordet. Die Täter bekamen von der Kirche als Belohnung denselben "Ablass von Sündenstrafen" wie die Kreuzfahrer nach Palästina. Das von Papst Gregor IX. angeordnete Massaker wird jetzt am 775. Jahrestag in der Nähe des Schlachtdenkmals von 100 Schauspielern nachgespielt (Nordwestzeitung, 24.4.2009).
Zum Sachverhalt: http://de.wikipedia.org/wiki/Stedingerkrieg

Hintergrund: Das Edikt von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen gegen Nichtkatholiken aus dem Jahr 1224, zit. nach http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-1.html#Die%20%E2%80%9ES%C3%A4uberungen%E2%80%9C%20beginnen

"Wer der Ketzerei überführt war, sollte entweder auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, oder man sollte ihm die Zunge herausreißen, „da sie mit dieser Gott gelästert hätten“. Das Haus des Ketzers wurde zerstört. Wer aus Todesangst seine „Irrlehren“ widerrief, sollte „begnadigt“ werden – zu lebenslangem Kerker. Unter den damaligen Bedingungen – Kälte, Ratten, Feuchtigkeit – war dies ein Todesurteil auf andere Art, das viele dazu brachte, ihre Glaubensüberzeugung wieder zu bekunden, um lieber schnell auf dem Scheiterhaufen zu sterben.
Das Edikt Friedrichs II. enthielt auch die Sippenhaft: Die Nachkommen der Häretiker bis in die zweite Generation hinein durften keine öffentlichen Ämter ausüben. „Eine Ausnahme wurde nur für Kinder gestattet, die ihre Eltern selbst angezeigt hatten.“ „Die Obrigkeit wurde durch Eid verpflichtet, alles nur Mögliche zur Aufspürung der Ketzer zu tun. Ein Magistrat, der sich dabei saumselig zeigte, verwirkte sein Amt.“ Wenige Jahre später, 1229, beschloss die Synode von Toulouse: „Die Herren der verschiedenen Distrikte sollen in Villen, Häusern und Wäldern den Häretikern fleißig nachforschen lassen und ihre Schlupfwinkel zerstören. Wer künftig noch auf seinem Gebiet einen Häretiker weilen lässt, sei es gegen Geld oder aus sonst einem Grunde, der verliert ... dies Besitztum auf immer und sein Leib ist seinem Obern zu gebührender Strafe verfallen.“"

 



11.6.2009 - Staatssubventionen an die Großkirchen - Wie lange kann sich die Kirche noch an den Milliarden festkrallen? In Deutschland werden die beiden Großkirchen zu einem großen Teil vom Staat, das heißt, von allen Steuerzahlern finanziert. Ca. 15 Milliarden Euro jährlich müssen die Steuerzahler für die Kirchenhierarchie u. ä. aufbringen. Für die sozialen Dienste der Kirche (Altenheime, Kindergärten, Krankenhäuser) zahlt der Staat noch einmal extra, noch mal ca. 10 Milliarden Euro jährlich.
Siehe dazu zwei Filmbeiträge des Magazins Panorama von 2009 und 2002. In der Zwischenzeit hat sich leider nichts geändert.

2009:
http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama260.html
2002: http://daserste.ndr.de/panorama/media/kirchen100.html
 



28.6.2009 - Zeugen Jehovas in Bremen den Großkirchen gleich gestellt? - Protest der GRÜNEN - Unter dem Einfluss der GRÜNEN-Spitzenpolitikerin, evangelischen Theologin und Präses der Synode der EKD, und anderer Kirchenmänner und Frauen (z. B. der bayerischen Kirchensynodalen und Finanzexpertin Christine Scheel) mausern sich die GRÜNEN noch mehr zu einer Partei der kirchlichen Interessen. So sind es ausgerechnet die GRÜNEN, die gemeinsam mit der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche in Bremen gemeinsame Sache machen, um die Gleichstellung der Zeugen Jehovas mit den Großkirchen als Körperschaften öffentlichen Rechts verhindern zu wollen.
Siehe dazu: http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/bremen-will-die-insel-loesung/
 



14.8.2009 - Steigbügelhalter der modernen Inquisition: Der tiefe Fall der Bundes-SPD - Kurz vor den Bundestagswahlen versinkt die Bundestagsfraktion der SPD, eine Partei mit einer teilweise positiven Geschichte, immer mehr in Würde- und Niveaulosigkeit. Nachdem man sich in der Partei in der jüngeren Vergangenheit vielfach den kirchlich orientierten "C"-Parteien angedient hat, versucht man jetzt sogar, CDU und CSU bei der Anbiederung an die beiden Großkirchen zu übertreffen. So hat die SPD-Bundestagsfraktion unter der heuchlerischen Unterüberschrift "Solidarische Bürgergemeinschaft und demokratischer Staat" vor kurzem eine eigene Broschüre mit dem Titel Ansprechpartner für Sekten- und Weltanschauungsfragen veröffentlicht
(http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_datei/0,,10653,00.pdf). Die "Ansprechpartner" sind dabei vollständig die offiziellen modernen Inquisitoren der Kirchen und einige wenige (wahrscheinlich ebenfalls fast alle Kirchenmitglieder), die mit diesen zusammen arbeiten. Diese Leute betrachten die beiden Großkirchen als "normal" und religiöse Minderheiten je nach Kirchennähe als weniger oder sehr gefährlich, wobei sie letztere mit niederträchtigen Verleumdungen und Rufmord überziehen (siehe dazu
http://www.theologe.de/theologe12.htm)
.
 
Das unfreiwillige Eigentor der so genannten Genossen von der "SPD"-Bundestagsfraktion ist dabei eine Checkliste, um diese angeblich gefährlichen Sekten zu erkennen.
Darin heißt es u. a.: "Die Gruppe hat einen Meister, ein Medium, einen Führer, einen Guru, der allein im Besitz der ganzen Wahrheit ist." Das passt eigentlich ziemlich gut auf den angeblich unfehlbaren Lehrsatz der römisch-katholischen Kirche, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig" (mehr dazu siehe bei Der Theologe Nr. 18, Der Glaube der Kirche; hier die Lehrsatz-Nr. 430).
Oder: "Die Lehre der Gruppe gilt als einzig echtes, ewig wahres Wissen." Das erinnert an den ebenfalls angeblich unfehlbaren Lehrsatz Nr. 375: "Es gibt nur  e i n e  allgemeine Kirche der Gläubigen. Außer ihr wird keiner gerettet".
Oder an Nr. 391: "
Die Kirche ... ist eine immerwährende und unvergängliche Gesellschaft. Auf dieser Welt ist nach ihr keine andere Heilsordnung zu erwarten, die vollständiger und vollkommener wäre."
Oder an Nr. 392: "Kirche ... ist die Säule und Grundfeste der Wahrheit, also frei und unberührt von jeder Gefahr des Irrtums und der Falschheit."
Und noch ein dritter Punkt dieser Checkliste der "SPD": Gewarnt wird von Sätzen wie: "Meine Gruppe ist die Elite und die übrige Menschheit ist krank und verloren, solange sie nicht mitmacht bzw. sich retten lässt." Das passt prima zum ebenfalls als "unfehlbar" geltenden nachfolgenden Lehrsatz der römisch-katholischen Kirche: "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (Nr. 381).

Usw. usf. Diese Gegenüberstellung könnte endlos erweitert werden und ließe sich auch mit der lutherischen Kirche durchführen.
Also, liebe Freunde der "SPD": Hört auf die Warnungen eurer Bundestagsfraktion und macht den "Check" Eurer Bundestagsfraktion und tretet dann massenhaft aus den beiden Großsekten Katholisch und Evangelisch aus!
 



25.8.2009 - Wahlen: Welcher Politiker kriecht der Kirche am besten in den Schoß? CDU/CSU will SPD schlagen - Nachdem die SPD rechtzeitig vor den Wahlen vor allen kleineren Glaubensgemeinschaften warnte, die nicht katholisch oder evangelisch-lutherisch sind oder von den Großkirchen als bequeme Mitläufer anerkannt werden (nächste Meldung), legen CDU und CSU jetzt nach.

So lobte Kanzleramtsminister Thomas de Maiziere von der CDU bei einem Kirchentreffen in Dresden die Kirchentage und verriet: "Jeder Politiker ist beleidigt, wenn er dazu nicht eingeladen wird."

Und der adlige CSU-Katholik und "Hoffnungsträger" Deutschlands, Wirtschaftsminister Karl Theodor von Guttenberg, huldigt dem Papst und dessen "Sozialenzyklika" Caritas in Veritate. Unter anderem schreibt der Baron, der Papst "macht ... auf ein wichtiges Charakteristikum unserer Gesellschaftsordnung und insbesondere der Marktwirtschaft aufmerksam: Unsere Ordnung braucht Glauben, Zuversicht und ist keinesfalls beliebig."

Doch es ist auch nicht beliebig, wer so etwas sagt und was dieser dann in diese Worte hinein legt! So können die gleichen Worte, von unterschiedlichen Menschen gesprochen, gerade das Gegenteil aussagen. Deshalb: Hört, hört!

Zwar nennt der Wirtschaftsminister neben den Werten des von ihm kirchlich verstandenen "Christentums" auch Aufklärung und Humanismus, doch am Ende wird der CSU-Minister selbst zum kirchlichen "ökumenischen" Prediger und schreibt: "Die Enzyklika schließt zutreffend mit der Feststellung, der Mensch wisse ohne Gott nicht, wohin er gehen soll. Oder, um es in den Worten von Martin Niemöller [einem ehemaligen evangelischen Kirchenführer] auszudrücken: Die Kirche soll wieder dafür sorgen, dass die Gemeinde versteht, was Glauben ist, und dass sie den Glauben lebt"  (Cicero, Nr. 8/2009).
Was diese salbungsvollen Worte bedeuten sollen, bleibt unkonkret. Verständlich ist jedoch, wenn es anderweitig heißt "Guttenberg gegen staatliche Boni-Begrenzung" (Focus.de, 22.8.2009), womit der führende Katholik an den evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich anknüpft, der sich gegen die Begrenzung von Managergehältern aussprach und die einfachen Leute vor dem Neid warnte (siehe hier).

Und wie soll nun die Kirche dafür sorgen, dass sie den Glauben lebt? Tatsächlich hat die Kirche das Abendland und die ganze Welt in ca. 1.700 Jahren zu dem Abgrund geführt, in den die Zivilisation bereits gefallen ist, auch wenn äußerlich noch vieles funktioniert. Die Kirche hat die Welt mit Glaubenskriegen, Intoleranz und Egomanie überzogen, die sich hinter festlichen Gewändern versteckt, und sie hat durch die Trennung des Menschen (als angebliches alleiniges "Ebenbild Gottes") von den Tieren und der Natur die Einheit der Schöpfung zerstört, was früher oder später den Kollaps bringt. Gleichzeitig oktroyierte sie den Menschen haarsträubende Glaubenssätze auf, deren Nichtbefolgung angeblich eine ewige Verdammnis nach sich ziehe, was unzählige natürlich denkende, aber eingeschüchterte Menschen in seelisches Elend und Not stürzte.

Und wie wird es wohl weiter gehen, wenn dieselben Leute anfangen, eine Erneuerung zu versprechen? Der Philosoph Karl Jaspers warnte schon vor Jahren massiv davor, die Kirche wieder "dafür sorgen" zu lassen, dass es besser werde mit der Welt.
Denn nach wie vor steht der „biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch“ der Kirchen „ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen“ (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).

Wenn also der Papst
in seiner so genannten Enzyklika von einer neuen "Weltautorität" spricht, und seine Untertanen wie Karl Theodor von Guttenberg und die anderen Politiker stimmen zu, dann sollte man genau hinhören, was zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber vielleicht durchaus auch gemeint sein könnte. Wir alle haben ja schon ca. 1.900 Jahre Erfahrung mit der Kirche ...

 



30.8.2009 -
"Kanzlerin hofft auf Gespräche mit dem Papst" - Was kathnews.de am 28.8.2009 kurz vor den Bundestagswahlen so formulierte, läuft letzten Endes darauf hinaus: Der Staat ist das Ross, die Kirche der Reiter. Er lenkt das Ross so, wie es ihm eingeflüstert wird - von den Mächten, die hinter ihm stehen. Und die Politiker gehorchen - bis zur Hörigkeit, auch wenn man vordergründig manchmal ein wenig Schaum schlägt, damit die vom Reiter erzwungene bzw. indoktrinierte Identität von Ross und Reiter nicht gleich jedem auffällt. Und wohin lenkt der Reiter das Ross und die Völker, die an seiner Mähne und an seinem Schweif hängen? Wer erkennt, wohin die Reise geht, der springt ab, frei nach dem Motto: "Rette sich, wer sich retten möchte."
 



31.8.2009 - Es ist genug: Der Ablehnung ungetaufter Kinder an staatlichen (!) Schulen in kirchlicher Oberhoheit - Es ist ein Skandal, der bislang kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es ca. 2.000 (!) staatliche (!) Grundschulen, bei denen der Staat aber die Trägerschaft großzügig an die Kirche abgegeben hat, obwohl er weltanschaulich neutral sein müsste (Politiker sprechen oft vollmundig von einer "Partnerschaft" zwischen Staat und Kirche, bei genauerem Hinsehen ist es jedoch ein parasitäres Verhältnis zwischen dem Wirt, dem Staat, und dem "Saugtier", der Kirche).

Auf diese Weise sind von den 3.500 staatlichen Grundschulen in Nordrhein-Westfalen 1.100 in römisch-katholischer und 100 in evangelischer Trägerschaft. Wohlgemerkt: Diese sind nicht etwa kirchliche Bekenntnisschulen konfessioneller Träger, die es nebenbei auch noch zu Hunderten gibt. Es sind rein staatliche bzw. kommunale Schulen, die auch ausschließlich vom Staat, das heißt, von allen Steuerzahlern, finanziert werden. Nur aufgrund der Verträge und Konkordate der Bundesländer mit den Großkirchen darf die Kirche in diesen Schulen nach ihrer konfessionellen Willkür schalten und walten - eine Besonderheit der beiden bevölkerungsreichen Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Das heißt praktisch z. B.: Die sechsjährige Fee B. aus dem katholisch indoktrinierten Bonn darf nicht mit ihren Freundinnen in der Schule in der Nachbarschaft einschulen. Der Grund: Sie ist nicht kirchlich getauft. Denn die Kirche hat die Trägerschaft dieser staatlichen Schule und will das ungetaufte Kind dort nicht haben, weil sie die Plätze an der Schule zunächst mit getauften Kindern auffüllt und es genügend getaufte Interessenten gab, zum Teil aus völlig anderen Stadtteilen. Dass Fee B. und ihre Eltern Zaun an Zaun neben dieser Schule wohnen, nutzt nichts. "Das Bekenntnis hat Vorrang vor dem Wohnort", sagt dazu lapidar ein Vertreter der kirchennahen und teilweise wohl sogar kirchenhörigen CDU/FDP-Landesregierung. Und dies, obwohl auch Fees Eltern diese Schule mit ihren Steuergeldern finanzieren müssen.

Die Mutter klagt: "´Ich konnte unserer Fee nicht erklären, warum sie an der Donatus-Schule nicht genommen wurde.` Immer wieder habe sich das Mädchen eingeredet: ´Ich bin nicht gut genug. Ich hab' irgendwas Schlimmes, dass ich wegbleiben muss`"
(http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,645731,00.html).

Doch die Kirche kommt sich schon "gnädig" vor, da sie im April 2007 nach dreijähriger Beratung (!) erklärte, "dass es theologische Grundlagen und ernst zu nehmende Liturgien gibt, die hoffen lassen, dass ungetaufte Säuglinge erlöst werden, wenn sie sterben" (zit. nach Spiegel online, 20.4.2007). Bis April 2007 wurde in der katholischen Kirche gelehrt, dass diese den Rest ihres ewigen Lebens in einer so genannten Vorhölle verbringen müssen, während die gestorbenen pädophilen Priester nach Beichte und Absolution ewig den Himmel genießen dürfen. Doch seit April 2007 dürfen die ungetauft verstorbenen Kinder vielleicht auch dorthin, und sie wären nach katholischem Glauben dort auch nicht mehr von Pädophilen bedroht. Doch wer weiß, ob sie der Vorhölle wirklich entronnen sind, in die sie bis 2007 verbannt worden sind? Denn es heißt im Kirchendokument im Hinblick auf die Erlösung bzw. den Himmelseintritt weiter: "Von sicherem Wissen könne jedoch keineswegs gesprochen werden" (mehr dazu siehe hier).

Es ist ein Skandal, dass der Staat und die Gesellschaft solchen geistigen Eltern- und Kindsverführern ihre Schulen komplett anvertraut und finanziert und dann auch noch zulässt, wie die Kirche diese Privilegien schamlos und dreist ausnutzt. Es gibt nur eine wirksame Antwort: "Eltern, lasst Eure Kinder nicht mehr taufen und macht diesem Spuk ein Ende! Lasst Ihnen die Freiheit, später selbst über ihren Glauben zu entscheiden, wie es Jesus, der Christus wollte! Und tretet selbst aus! Denn Jesus wollte niemals eine Institution Kirche." Vielleicht merken dann endlich einmal die Politiker, an welche Kräfte sie den Staat und seine Einrichtungen abgetreten haben und täglich weiter abtreten. Und vielleicht wird dann noch aus so manchem kirchlich gebeugten Politiker-Bückling sogar ein aufrichtiger Politiker, dem die Werte des Grundgesetzes noch etwas bedeuten.
 



5.9.2009 - Es ist genug: Erfüllung des Grundgesetzes statt Pfarrhausrenovierungen auf Staatskosten - Es ist in seiner Art ein beispielloser Skandal, der in Deutschland tagaus tagein praktiziert wird. Obwohl die Weimarer Verfassung schon 1919 die Beendigung der Staatsfinanzierung für die Großkirchen forderte und das Grundgesetz der Bundesrepublik dies 1949 wiederholte, streichen die Kirchen weiter schamlos die Milliarden ein, die sich aus unzähligen Beträgen von Millionen und Hunderttausenden zusammen addieren. Und dies geht bis ins kleinste deutsche Dorf hinein und wird seit den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts durch die Politik der CDU-Regierungen auch in den ostdeutschen Bundesländern praktiziert, obwohl dort höchstens 20 % der Bewohner Kirchenmitglieder sind, meist deutlich weniger.

Ein aktuelles Beispiel dazu aus dem Westen: So wurde z. B. anlässlich der Zusammenlegung von römisch-katholischen Kirchengemeinden in der Diözese Würzburg beiläufig berichtet, dass die politische Gemeinde "Birkenfeld großzügig, mit Unterstützung der Finanzkammer ihrer Baulast stets nachkam und ein ordentliches Pfarrhaus vorzeigen kann" (zit. nach Mainpost, 5.9.2009). Interessant ist die Sprache: Eine politische Gemeinde könne ein ordentliches katholisches Pfarrhaus "vorzeigen". Doch das Haus gehört selbstverständlich nicht ihr, sondern der Kirche. Der Hintergrund: Der Staat hat sich vor zwei Jahrhunderten dazu verpflichtet, die "Baulast" für das Pfarrhaus zu tragen. Das heißt: Das Haus gehört zwar der Kirche, einschließlich aller Wertsteigerungen. Zahlen für alles muss jedoch der Staat, also alle Bürger, in diesem Fall die politische Gemeinde. Und diese tat es, wie der Bürgermeister betonte, sogar "großzügig". Und dies ist kein Einzelfall. Das ist in Deutschland hunderttausendfache Realität.
Zum Konflikt kam es vor Ort, als es der Nachbargemeinde Urspringen gelang, den Sitz der Pfarreiengemeinschaft in ihr Dorf zu ziehen. Ein Problem dabei: Das dortige Pfarrhaus ist nicht in einem Zustand, dass der Priester dort eine Top-Qualität vorfindet. Deshalb wurde
"klar gelegt, dass in Urspringen mit Steuer- und Kirchensteuermitteln (staatliche Baulast) ein Pfarrhaus generalsaniert werden muss" (zit. nach Mainpost, 5.9.2009). Normalerweise bedeutet "staatliche Baulast" eine komplette Staatsfinanzierung. Es wären also keine Mittel aus der Kirchensteuer nötig. Es sei denn für Schönheitsarbeiten, die nicht unter die "staatliche Baulast" fallen. Ist die politische Gemeinde jedoch "großzügig", wie man das der Kirche gegenüber gewöhnlich ist, während man anderswo die Daumenschrauben anzieht, zahlt auch das der Staat. Hunderttausendfach.

Doch es ist endlich genug damit, dass die Kirche den Staat und die Kommunen Tag für Tag ausnimmt wie eine gequälte Weihnachtsgans (hier addieren sich im Jahr 14-20 Milliarden Euro; vgl. www.stop-kirchensubventionen.de), während man das kirchliche Milliardenvermögen in Immobilien, Fonds, Konzernbeteiligungen, Goldreserven usw. nicht antastet.
Deshalb: Zur Bundestagswahl nur Politiker wählen, welche die Milliardenverträge zwischen Staat und Kirche kündigen und die Kirche behandeln wie andere eingetragene Vereine und Institutionen auch (falls es solche Politiker gibt). Das fordert auch das Grundgesetz. Schon seit 1949. Doch die meisten deutschen Politiker leben, was die Kirche betrifft, immer noch in der Gedankenwelt des Mittelalters und lassen sich von den Priestern gängeln, bevormunden und letztlich beherrschen.
 



16.9.2009 - Heute-Moderator tritt in römisch-katholische Kirche ein - Politiker und Journalisten arbeiten meist zum Wohle der Kirche und zum Schaden derer, die von der Kirche bekämpft werden, Hand in Hand. Eines der neuesten Mitglieder der römisch-katholischen Kirche: Heute-Moderator Steffen Seibert. "Da war einfach eine große Sehnsucht nach Religion und nach einem Aufgehobensein im Glauben", so der einflussreiche ZDF-Moderator (zit. nach idea-spektrum Nr. 38/2009). Zum 80. Geburtstag gratulierte er dem Papst mit folgenden Worten: "Heiliger Vater, wir sind uns nie begegnet, dennoch sind Sie mir nah". Auch huldigte ihm der Medien-Profi, "dass Sie mir ein Lehrer und Hirte sein würden" (http://www.kbwn.de/html/glaube___leben.html). Kein Wunder, dass unter solchen Umständen bisher noch nicht über die Klage der Freien Christen gegenüber der Römisch-Katholischen Kirche berichtet wurde (Verhandlungstermin ist der 10.2.2010; näheres unter www.christus-oder-kirche.de). Doch ob der Nachrichten-Experte auch weiß, worauf er sich da eingelassen hat und wem er jetzt dient? Lesen Sie hier.
Jesus von Nazareth hat der bekannte Nachrichten-Schreiber und -Sprecher damit auf jeden Fall den Rücken gekehrt, denn Jesus sprach: "Ihr sollt euch nicht Rabbi (= Lehrer) nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist (Matthäus 23, 8-9). Auch soll niemand "Hirte" genannt werden, denn er, Christus, ist der gute Hirte (Johannes 10).
Doch der Heute-Moderator hat sich lieber für den Papst entschieden.

 



16.9.2009 -
Ein Staatsbischof im Bayerischen Landtag - (Gastbeitrag von Leser C.S.) - Reinhard Marx ist Erzbischof der römisch-katholischen Kirche, doch bezahlt wird er vom Staat – in Höhe von 11.000 Euro pro Monat. Vielleicht war das der Grund, warum er von der bayerischen Parlamentspräsidentin Barbara Stamm (CSU) eingeladen wurde, die neue Reihe „Landtag im Gespräch“ als erster Gastredner zu eröffnen. Wenn sich der Staat schon eigene Bischöfe hält (in Bayern insgesamt 7), dann gestattet er ihnen auch, dass sie ihm sagen, wo’s langgeht – z. B. im Verhältnis von Staat und Kirche, zu dem sich Marx vor den bayerischen Abgeordneten äußern durfte. Er begrüßte vollmundig die weltanschauliche Neutralität des Staates; auch die Kirche trete für „die Religionsfreiheit anderer Religionen ein“, indem sie z.B. den „Bau von würdigen Moscheen“ bejahe. Was er verschwieg, war der Glaubenskampf, den die Kirchen mit Hilfe ganzer Heerscharen von Sektenbeauftragten gegen neue religiöse Bewegungen im eigenen Land führen. Und dies unter tatkräftiger Mithilfe des Staates, der die kirchlichen Kampfparolen willfährig übernimmt und in „Sektenberichten“ weiterverbreitet. Wie sehr die Kirche für die Religionsfreiheit eintritt, kann man in dem Buch Des Satans alte Kleider, 2009, Verlag DAS WORT, nachlesen. Noch kühner war die These des Bischofs, dass die „verschiedenen Religionsgemeinschaften an ihrem konstruktiven Beitrag zu Staat und Gesellschaft zu messen“ seien. Ob seine Kirche dem gerecht wird? Beiträge fließen hierbei vor allem in umgekehrter Richtung, in Höhe von jährlich 15 Milliarden Euro staatlicher Subventionen zugunsten der Kirchen. Obwohl die Schuldenlast des Staates erdrückend ist, denkt niemand daran, die vom Steuerzahler finanzierte Mastkur der Kirchen zu beenden. Deren Sozialeinrichtungen sind keineswegs die viel gerühmte Gegenleistung: Sie werden 95 % ebenfalls vom Steuerzahler bzw. der Kundschaft kirchlicher Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser finanziert. Und was den kirchlichen Beitrag zur „Gesellschaft“ anbelangt, steht gegenwärtig vor allem die verbrecherische Behandlung von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen zur Diskussion. Foltermethoden wurden zum System kirchlicher Erziehung, und sexueller Missbrauch war an der Tagesordnung. Letztere ist es bis heute. Eltern müssen Angst haben, wenn sie ihre Kinder als Ministranten oder Schüler Priestern anvertrauen. Der Bischof beklagt sich über das „intellektuelle Niveau der zunehmenden Kritik am Staatskirchenrecht“. Misstöne mögen Exzellenzen nicht. Das Schicksal der Opfer kirchlicher Misshandlungen, die Ausbeutung des Staates durch den Klerus, die Nazi-Vergangenheit der Kirchen – all das sind unbequeme Wahrheiten, die die Kirchen in den Augen Vieler höchst unchristlich erscheinen lassen. Deshalb haben die Freien Christen gegen den kirchlichen Missbrauch der Bezeichnung „christlich“ vor kurzem Klage erhoben. Es wird Zeit, dass diese Wahrheiten ins öffentliche Bewusstsein treten. Dann erledigt sich die Einrichtung von Staatsbischöfen von selbst. Nähere Informationen hier.
 



6.11. / 12.11.2009 - Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Das katholische Kruzifix in staatlichen Einrichtungen ist nicht rechtmäßig / Bischof ruft offen zum Rechtsbruch auf - Nachfolgend dokumentieren wir die Pressemeldung der Freien Christen für den Christus der Bergpredigt über das Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg. Die Pressemeldung trägt den Titel: Das Kreuz mit Korpus - ein zutiefst unchristliches Symbol und lautet wie folgt:

„Ein wegweisendes Urteil für alle Länder Europas!“ Mit diesen Worten begrüßte Alfred Schulte, Sprecher der Freien Christen für den Christus der Bergpredigt in allen Kulturen weltweit das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Kruzifixstreit in Italien. Der Gerichtshof hatte einer Italienerin recht gegeben, die ihre Kinder davor bewahren möchte, im Schulzimmer mit einem Kruzifix konfrontiert zu sein. Eine strikte Trennung von Kirche und Staat ist nach den Worten Schultes ein Gebot im Sinne des Jesus von Nazareth, der sagte: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gott gebührt!“
„Gerade als Christen, die das geistige Erbe des Nazareners ernst nehmen, haben wir großes Verständnis für die Mitbürger in vielen Ländern Europas, die Anstoß nehmen an einer gewaltverherrlichenden Darstellung eines gefolterten und grausam getöteten Menschen – gerade, wenn Kinder damit konfrontiert werden“, so Schulte. „Den ersten Christen waren solche Darstellungen völlig unbekannt. Und noch im 3. Jahrhundert schrieb ein Frühchrist namens Minucius Felix: »Auch Kreuze beten wir nicht an und wünschen sie nicht anzubeten«. Würde man statt dessen nur das urchristliche Symbol schlichter Holzkreuze verwenden, wäre der Konflikt vermutlich gar nicht entstanden.“
Die bildhafte Darstellung des gekreuzigten Körpers symbolisiere gerade nicht den Sieg des Jesus, des Christus, über Leid und Tod, sondern verewige auf makabre Weise Seine angebliche Niederlage gegen die Mächte der Finsternis. „Der tote Mann am Kreuz kann nichts mehr sagen – und das kommt den Priestermännern sehr gelegen, die Ihn nicht nur ans Kreuz gebracht haben, sondern bis heute unter Seinem Namen Seine Lehre in ihr Gegenteil verkehren. Deshalb haben wir die Vatikankirche und die Lutherkirche auf Unterlassung verklagt: Sie sollen sich nicht mehr ‚christlich’ nennen!“
In der 36-seitigen Klageschrift der Freien Christen gegen die deutsche Vatikankirche (nachzulesen unter www.christus-oder-kirche.de) werden an die deutschen Bischöfe unter anderem die Worte gerichtet: „Täglich nageln Sie Jesus, den Christus, erneut ans Kreuz, weil Sie das Gegenteil dessen tun, was Er wollte. Und dann schleppen Sie Ihn, der doch auferstanden ist, als toten Mann am Kreuz im Triumphzug durch die Straßen wie eine Trophäe, die Sie zur Strecke gebracht haben.“ Nähere Informationen: www.christus-oder-kirche.de, Telefon 09391-50 42 13.

Mittlerweile rief Walter Mixa, Bischof von Augsburg, "die politisch Verantwortlichen dazu auf, ´das Urteil schlichtweg zu ignorieren`" (tz, 12.11.2009). Da das Urteil jedoch auch für Deutschland verbindlich ist, stellt der Aufruf des Bischofs eine Aufforderung zum Rechtsbruch dar, womit der Bischof einmal mehr die wahre Gesinnung des Katholizismus gegenüber der Demokratie entlarvt, sobald die Kirche den Staat einmal nicht in ihrem Sinne lenken kann.

Lesen Sie dazu auch einen Kommentar in der Badischen Zeitung:
http://www.badische-zeitung.de/meinung/kommentare/christlich-neutral
 



20.11.2009 - Die deutschen Politiker klammern sich immer mehr an die blinden Blindenführer in den Kirchen - Quer durch alle im Bundestag vertretenen Parteien sind die Politiker Erfüllungsgehilfen kirchlicher Interessen. Das bekommen auf vielfältige negative Art z. B. die heutigen Urchristen zu spüren, welche von den Kirchen bekämpft werden wie zu allen Zeiten (siehe dazu Der Theologe Nr. 12, die Zusammenstellung in Der Theologe Nr. 4 oder die Seite http://www.satans-alte-kleider.de/) und die aufgrund der kirchlichen Verleumdungen und anderen Bösartigkeiten auch von staatlichen Stellen aufs Übelste diskriminiert werden. Dies gilt auch bereits für Sympathisanten. Sie alle zählen auf vielfache Art zu den stillen Opfern der fortschreitenden Verkirchlichung (siehe z. B. die obige Zusammenstellung in Der Theologe Nr. 4, hinter der sich unzählige Einzelschicksale verbergen) der deutschen Politik, wo jedoch in dieser Zeitenwende mehr und mehr das Abhängigkeits- und teilweise sogar Hörigkeitsverhältnis zwischen Ross (Staat) und Reiter (Kirche) entlarvt wird.
Und nahezu zeitgleich kam es z. B. dazu, dass mit Ausnahme der Kanzlerin in der neuen Bundesregierung kein Vertreter mehr mit ostdeutscher Biografie sitzt. Und in den neuen Rat der EKD wurde ebenfalls niemand mit ostdeutscher Biografie gewählt (mit Ausnahme des Präses der Synode, die Theologin Katrin Göring-Eckart, die dem Rat automatisch angehört) Und kommen ostdeutsche Politiker zu gewissem Einfluss, wie die beiden genannten Frauen, so sind es fast ausschließlich Theologen, Pfarrfrauen, Pfarrkinder oder andere Vertreter der Kirche wie z. B. die Pfarrerin Christine Lieberknecht als neue CDU-Ministerpräsidentin von Thüringen.
Auch alle ostdeutschen Bundesländer zahlen mittlerweile Milliarden an "Entschädigungen" für die Großkirchen für Enteignungen aus der Zeit Napoleons, und zwar ohne Ende, Jahr für Jahr immer weiter ... (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de)
Der Tagesspiegel in Berlin veröffentlichte zur Kirchenbindung der Politiker viele neue Details (http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/auf-den-punkt/art15890,2953253, 18.11.2009). Er spricht von einer "neuen Frömmigkeit" und erwähnt u. a.:

Gregor Gysi, Linke: "Ohne die Kirchen gäbe es keine Grundlage für allgemein verbindliche Moralnormen gegenwärtig in unserer Gesellschaft".
Fast die Hälfe der neuen FDP-Bundestagfraktion gründet die Gruppe "Christen in der FDP-Bundestagsfraktion", wobei hier ein kirchliches Christentum gemeint ist. Erstmals gab es in der Geschichte des Bundestages in diesem Haus eine kirchliche Andacht nur für die FDP-Abgeordneten.
Guido Westerwelle, Außenminister, FDP: "Ich bin aus Glauben und Überzeugung in der (evangelischen) Kirche" (Und: Die katholische Kirche sei eine "ganz tragende Säule der liberalen Bürgergesellschaft
" (zit. nach domradio.de, 14.10.2006))
Philipp Rösler, Gesundheitsminister, FDP, Mitglied des Zentralkomitees der der Deutschen Katholiken
Hermann Gröhe, CDU-Generalsekretär, bis 2009 im Rat der EKD, weiterhin Mitherausgeber des evangelischen Magazins Chrismon.
Karl-Theodor zu Guttenberg, CSU-Verteidigungsminister stammt aus einer erzkonservativ-katholischen Familie. Sein Vater Enoch zu Guttenberg ist ein Gegner der Liturgiereform von Papst Paul VI. und sah dadurch "die
bald tausendjährigen ehrwürdigen Liturgie" gefährdet, wie man sie z. B. früher auch vor den Scheiterhaufen praktiziert hatte.
Thomas de Maiziere, CDU-Innenminister, ist Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentags.
Annette Schavan, CDU-Forschungsministerin, ist Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken.
Roland Pofalla, CDU-Minister im Kanzleramt (und evangelische Kirchenchrist), streitet für das Kreuz in öffentlichen Räumen.
Wolfgang Schäuble, CDU-Finanzminister, ist kirchlich engagiert (er ist u. a. Vorstandsmitglied des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Baden e.V.).
Ursula von der Leyen, CDU-Familienministerin, setzt sich für eine kirchliche Erziehung ein (und ist vielfach engagiert und war z. B. Schirmherrin des evangelischen Jugendkongresses Christival).
Die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel (CDU-Bundeskanzlerin) hat nur Minister um sich geschart, die den Eid auf "Gott" geschworen haben, so wie ihn die Kirche versteht.
Ein Arbeitskreis "Engagierte Katholiken in der CDU/CSU" (EAK) wurde neu gegründet.
Andrea Nahles, stellvertretende SPD-Vorsitzende, ist "tief gläubige Katholikin" und setzte sich Berlin für den staatlich finanzierten konfessionellen Religionsunterricht ein, das Begehren "Pro Reli".
Katrin Göring-Eckart, GRÜNEN-Bundestagsvizepräsidentin, Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Mitglied des Rats der EKD, Präsidentin des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dresden 2011.
Bodo Ramelow, Linke-Spitzenpolitiker: "
Ich warne meine Partei davor, antireligiös zu agieren. Wir haben Bündnispartner, die in Kirchen gebunden sind. Die dürfen wir nicht verlieren."

"Kirche, Kirche über alles ...", könnte man angesichts dessen eine Hymne zu singen beginnen. Diese Zusammenstellung des Tagesspiegel, ergänzt um einige weitere Informationen (in Klammern), ist nicht annähernd vollständig und ließe sich endlos erweitern (vgl. oben ein kurzer Steckbrief der Kirchenbeauftragten der Parteien im letzten Bundestag).
Nach wie vor suchen wir wenigstens einen einflussreichen Politiker, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt. Wir haben noch keinen gefunden. Die Kirchen sind die eigentlichen Lenker des Staates durch ihre engagierten Mitglieder, die fast alle wesentlichen Ämter in Politik und Justiz in Deutschland besetzen. Kein Wunder, dass unter diesen Umständen die Steuerzahler weiterhin pro Jahr über 14 Milliarden Euro an Subventionen für den kirchlichen Apparat bezahlen müssen, obwohl der Staat auf dem Papier weltanschaulich neutral zu sein hat. Die Umkehr vom verkappten Kirchenstaat hin zu einem rechtschaffenen und weltanschaulich neutralen Staat kommt immer mehr durch Menschen aus dem Volk und durch einzelne Journalisten und Behördenvertreter, die unerschrocken und redlich ihre Arbeit tun und sich um Gerechtigkeit bemühen und nicht aufgrund des Taufscheins und auf Druck der Kirchenlobby und ihrer Seilschaften religiöse Minderheiten diskriminieren und die Pfründen der Kirche vermehren.

PS: Gemäß des Glaubens der Kirche genüge letztlich der richtige Glaube für das spätere Seelenheil. Was der Mensch tut, ist nicht entscheidend (siehe dazu Der Theologe Nr. 35). Auch von daher kein Wunder, dass fast alle Politiker hier zustimmen. Dann würden sie nämlich einst nicht an ihren Taten beurteilt, sondern nach ihrem Gebetbuch (vielleicht auch der tiefere Grund, warum Adolf Hitler bis an sein Lebensende römisch-katholisch blieb und immer pünktlich seinen Kirchenbeitrag bezahlte, im Unterschied zu den anderen Steuern, die er unterschlug, wo er nur konnte). Und wohin die Kirche die Menschheit in den letzten 1700 Jahre geführt hat, zeigt sich am Zustand dieser Welt. Und wo das alles noch hinführt, zeigt auch bereits. Vgl. auch "Gott hat rechtzeitig gewarnt" bei
http://www.das-wort.com/deutsch/zeitkritisches/katastrophen-erdumwaelzungen-sterben.php

 



25.12.2009 -
Frechheit zum Weihnachtsfest: Kirchen-Lobbyist fordert neue Ethik-Steuer und Steuerbefreiung für alle Kirchenmitglieder - Die Kirchenlobby wird immer dreister. Pünktlich zum Weihnachtsfest forderte der evangelisch-lutherische Doktor der Wirtschaft Ulrich Blum vom "Institut für Wirtschaftsforschung" aus Halle eine so genannte Ethik-Steuer, "um die Austrittswelle aus der Kirche zu bremsen" (zit. nach taz, 24.12.2009).
Wie ist die "Logik" dabei? Durch eine Ethik-Steuer sollen zunächst die Bürger zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Doch der Hammer ist: Kirchenmitglieder sollen davon befreit werden, da sie schon Kirchensteuer zahlen. Dann die nächste Unverschämtheit: Nur 8-10 % der Kirchensteuer fließen überhaupt in öffentlich-soziale Zwecke der Kirchen (welche diese zudem zur Image-Pflege und zur Erweiterung ihres Macht- und Einflussbereichs (z. B. bei Stellenbesetzungen) nutzt). Das heißt: Mit der Kirchensteuer werden zu ca. 90 % überhaupt keine ethischen Aufgaben finanziert, sondern vor allem der Kirchenapparat.
Dann weiter: Die kirchlichen Sozialausgaben werden sowieso zu fast 100 % vom Staat bezahlt, also von allen Bürgern, auch den Ausgetretenen, Muslimen usw., was schätzungsweise weit über 10 Milliarden Euro jährlich ausmacht. Und zusätzlich zahlt der Staat nochmals 14-20 Milliarden Euro Subventionen pro Jahr für die Großkirchen. Wieder Geld von uns allen für Bischofsgehälter, Priesterausbildung usw. (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de). Zusätzlich sind kirchliche Einrichtungen von den meisten Steuern befreit, wodurch dem Staat weitere Milliarden über Milliarden Euro entgehen.
 
Der evangelische Lobbyist kalkuliert bei seinem Vorschlag, dass dann weniger Leute aus der Kirche austreten, wofür er natürlich das Lob der Kirchenführer erhalten würde. Die Menschen würden sich dann zwar wie bisher die Kirchensteuer sparen, würden dafür aber dann mit der Ethik-Steuer bestraft. Und dies ist genauso unverschämt wie der Umstand, dass einmal mehr der Staat herhalten soll, um sich um den Mitgliederbestand der Großkirchen zu kümmern.
In einer Umfrage der taz erklärten deshalb auch 73,2 % der Befragten: "Eine Frechheit. Ich kann doch nicht dafür bestraft werden, dass ich aus der Kirche austrete." Und 15 % erklärten: "Wenn das Geld für soziale Ausgaben nicht reicht, müssen die Steuern erhöht werden. Eine Extra-Steuer ist Quatsch." Nur der Rest von 11,8 % ist für diese vorgeschlagene "Ethik"-Steuer. Doch stellte die taz die Frage überhaupt nicht
zur Auswahl, ob diese Minderheit es dann auch für richtig halten würde, dass Mitglieder der römisch-katholischen oder evangelischen Kirche von dieser Steuer befreit werden sollen. Dann wären es mit Sicherheit nämlich noch weit weniger Befürworter gewesen. Und es ist moralisch auch hier "unterste Schublade", eine Steuer zu fordern, welche man dann selbst bzw. der eigene Verein nicht bezahlen müssen, sondern wieder "die anderen".
 



12.1.2010 - "Focus online": "Arbeitgeber Kirche - von Nächstenliebe keine Spur" - Am 7.1.2010 meldet Focus online, wie die beiden Großkirchen mit ihren Arbeitnehmern umgehen. Unter der Überschrift Arbeitgeber Kirche - von Nächstenliebe keine Spur berichtet das Magazin z. B. über  eigene staatlich garantierte Sonderrechte bei Kündigungen im Gegensatz zur staatlichen Gesetzgebung. Oder über massive Eingriffe in das Privatleben der Angestellten. So wurde z. B. eine Lehrerin von der Kirche gefeuert,  nur weil sie einen geschiedenen Mann geheiratet hatte, obwohl sie sich nichts hatte zuschulden kommen lassen. Auch wird von allen 1,3 Millionen Beschäftigten ein bestimmter konfessioneller kirchlicher Glaube verlangt.
Der Öffentlichkeit hat man bislang noch mit frommen Worten Sand in die Augen gestreut und lieber anderen den eigenen Unrat oder die Missstände zugesprochen, den man vor der eigenen Tür hätte beseitigen sollen. Die eigene Unmoral wird anderen angehängt, die sich um Anstand, Benehmen, Ethik, Moral und Stil bemühen, wie zum Beispiel die Urchristen im Universellen Leben aller Kulturen weltweit. Einige der Urchristen haben unter diesen Vorzeichen auch eigene Betriebe gegründet, in denen Menschen völlig unterschiedlicher Glaubensrichtungen (z. B. Moslems, evangelische und katholische Christen, Urchristen) zusammen arbeiten. Diese Betriebe werden seit Jahren ausgerechnet von den kirchlichen Wirtschaftskonzernen (allein in Deutschland 50.000 Betriebe) verleumdet, deren eigene brutale und zwielichtige Machenschaften jetzt wieder ein Stück aufgedeckt wurden.
 



14.1.2010 - Kirche will CDU noch mehr auf Kirchenkurs bringen - "Sorge um das ´C`" - Verklagte Kirchenführer reisen zur CDU-Klausurtagung an - Die Kirche ist unzufrieden mit der CDU und hat Angst, die Regierungspartei könnte die großen Staatskirchen-Konzerne nicht wie bisher massiv privilegieren und deren Vorstellungen und Interessen in der Politik zu wenig berücksichtigen. Erzbischof Reinhard Marx aus München-Freising redet dabei Klartext: "Was mir fehlt, ist ein dezidiertes Bekenntnis zum christlichen Glauben und zur Kirche. Im CDU-Grundsatzprogramm ist ganz allgemein von ´christlichen Werten` die Rede. Das ist mir viel zu wolkig"
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,671064,00.html).
Die Werte, wozu Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Einheit oder Gerechtigkeit gehören, sind dem Bischof demnach zu "wolkig". Und diese Sicht ist verständlich, da seine Kirche diese Werte auch nicht praktiziert. Anstatt also die christlichen Werte mit konkreten politisch-ethischen Inhalten im Sinne des Jesus, des Christus, zu füllen, verlangt Erzbischof Reinhard Marx also ein "dezidiertes Bekenntnis" der CDU "zur Kirche", als ob die CDU zusammen mit FDP, SPD, GRÜNEN und teilweise Linken die Kirche nicht schon sowieso mit Privilegien und Milliarden-Subventionen regelrecht überschüttet.

Doch in der Bevölkerung wird das kirchliche Gehabe und Tun mehr und mehr als "unchristlich" entlarvt. Und deshalb klagen die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt aller Kulturen weltweit auch die römisch-katholische und die evangelische Staats-Großkirche an, sich nicht mehr "christlich" zu nennen, sondern nur noch katholisch oder evangelisch.
Die beiden Beklagten, die Vorsitzenden der beiden kirchlichen Großinstitutionen, Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg, und Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende Dr. Margot Käßmann aus Hannover, rücken nun noch einmal enger mit der CDU zusammen. Denn beide sind bei der CDU-Klausurtagung in Berlin dabei - in "Sorge um das ´C`" (für "christlich"), wie das Main-Echo (14.1.2010) schreibt. Sie merken also, was die Stunde geschlagen hat.
 



17.1.2010 - "Wie der Staat der Kirche dient" - "Gerhard Czermaks Religions-Lexikon enthüllt die Langlebigkeit alter Privilegien" - Die bekannte Politikerin Ingrid Matthäus-Meier (SPD, früher FDP) schreibt in der Frankfurter Rundschau vom 2.1.2010 einen Artikel mit dem Titel Wie der Staat der Kirche dient. Es handelt sich um eine Besprechung des Buches des Juristen Gerhard Czermak, Religion und Weltanschauung in Gesellschaft und Recht, Aschaffenburg 2009. Dabei erinnert die Autorin u. a. an folgendes:
- "Trotz allerhöchster Staatsverschuldung verstößt die Politik gegen das seit 90 (!) Jahren bestehende Verfassungsgebot (Artikel 138 Weimarer Reichsverfassung in Verbindung mit Grundgesetz Artikel 140), die Staatsleistungen etwa für die Besoldung von Bischöfen abzulösen, die den Kirchen für Enteignungen im Jahr 1803 (!) zugesprochen wurden."
- Verfassung: "Von einem Kirchensteuereinzug durch den Staat über die Arbeitgeber steht da nichts."
Vielleicht wollen die deutschen Politiker die Umsetzung der Gebote der Verfassung bis zum "Jüngsten Tag" hinaus schieben - in der Hoffnung, für diese verfassungswidrige Haltung dann von den jenseitigen kirchenfreundlichen Instanzen belohnt zu werden. Doch das böse Erwachen kommt dann bestimmt.
 



20.1.2010 - SPD-Chef Sigmar Gabriel ist ein "bewusster Lutheraner" - Er sei ein "bewusster Lutheraner", so zitierte der Kirchenbote Osnabrück den damaligen SPD-Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Sigmar Gabriel (26.1.2003). Nachdem die Katholiken jedoch immer sauerer werden, dass alle Parteiführer von CDU, SPD und FDP Lutheraner sind (auch CDU-Chefin Angela Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle), kommt ihnen nun SPD-Chef Sigmar Gabriel entgegen und sagte gegenüber der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung: "Ich bin Lutheraner und gehöre damit zu den Katholiken unter den Protestanten" (zit. nach idea-spektrum Nr. 3/2010, 20.1.2001). Was es genau bedeutet, was die drei führenden deutschen Politiker glauben, das lesen Sie in "Der Theologe Nr. 1" - Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach?
 



28.1.2010 -
Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen / Welcher Politiker ist am kirchlichsten? / FDP-Spitzenkandidat steigt auf die Kanzel / Linke möchte Ethik statt konfessionellen Kirchenunterricht an den staatlichen Schulen - Am 9. Mai 2010 sind im bevölkerungsreichsten Bundesland in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen, Landtagswahlen. Der stramm römisch-katholische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers von der CDU hatte sich vor den letzten Wahlen noch damit in Szene gesetzt, dass die römisch-katholische Kirche und ihr Menschenbild allen anderen Religionen überlegen sei (Spiegel online, 22.4.2005). Jubel in Rom. Und dies denkt er wahrscheinlich immer noch. Die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft ist vor Jahren zwar aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten, dafür aber kurze Zeit später in die evangelische Kirche eingetreten (http://www.ekir.de/an-der-ruhr/kirchenkreis_52076.php). Die Spitzenkandidatin der GRÜNEN, Daniela Schneckenburger, ist evangelische Theologin. Und der evangelische FDP-Vorsitzende Andreas Pinkwart stieg erst kürzlich in Bonn auf die Kanzel der Kreuzkirche in Bonn, um Flagge zu zeigen (idea-spektrum Nr. 4/2010, 27.1.2010).
 
Es sieht also alles danach aus, dass auch hier aus kirchlicher Sicht wieder gilt: "Wen auch immer sie wählen, Sie wählen uns". Immerhin ist bei den Linken die Rolle der Kirche umstritten und neben dem klerikalen Schmusekurs mancher Genossen (Bodo Ramelow, Gregor Gysi und andere) möchte die nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Katharina Schwabedissen immerhin den aus dem allgemeinen staatlichen Steueraufkommen mit zig-Milliarden bezahlten konfessionellen Kirchen- und Dogmenunterricht nicht mehr in den staatlichen Schulen haben, stattdessen Ethik für alle: "Religion ist Privatsache und hat an staalichen Schulen nichts zu suchen", wird sie zitiert (http://www.derwesten.de/staedte/witten/Linke-Die-Haelfte-fliegt-raus-id285998.html). Ihre eigene Konfession ist nicht bekannt. Doch wird es vermutlich noch nicht für eine Umsetzung dieses Zieles reichen, so dass die Kirche auch in Nordrhein-Westfalen auch über 2010 hinaus weiter auf die grundgesetzwidrigen Millionen- und Milliardenzahlungen spekuliert, die schon seit 1919 abgeschafft werden sollten.
 
Und dieses Gebot der Weimarer Reichsverfassung wurde in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich übernommen. Doch wer weiß, wie viele Millionen Euro von der reichsten Diözese der Welt, der Erzdiözese Köln, alle Jahre wieder zur Finanzierung der schwarzen und purpurnen Männer in Rom fließt? Es ist fast wie zu Zeiten Martin Luthers, mit dem Unterschied, dass die evangelische Kirche heute genauso abschöpft. Der Bürger, auch der konfessionslose, atheistische und muslimische, muss also nicht nur einen Großkirchen-Konzern bezahlen, sondern parallel dazu auch noch einen zweiten (vgl. dazu www.stop-kirchensubventionen.de). Kein Wunder also, dass die beiden Kirchen auch von daher kein ernstes Interesse haben, sich zu vereinigen. Denn dann fielen ja die Hälfte der Pfründen weg.
Und die kirchlichen Sozialdienste zahlt der Bürger aus dem allgemeinen Staatshaushalt mit weiteren zig-Milliarden zusätzlich obendrein, obwohl dort ausschließlich die Kirche das Sagen hat und nicht der Staat. Und kein einflussreicher Politiker wollte bisher die Unsummen an Geld an die Kirchenkonzerne zum Wohl der Bürger umleiten, was sich am ehesten damit erklären lässt, dass er, der Politiker, ja vor allem auch ein Lobbyist der Kirche ist. Dies haben ihm seine Kirchen in ihren Lehraussagen ja sogar zur Pflicht gemacht (vgl. die evangelische Zwei-Reiche-Lehre und die entsprechenden Lehraussagen für katholische Politiker z. B. im Katholischen Katechismus). Warum sollte er dann das tun, was das Grundgesetz vom ihm verlangt? Die Kirche steht für ihn dann ja höher. Doch zur Erinnerung an die Politiker: Wir sind immerhin schon im 21. Jahrhundert und die kirchliche Einschüchterung an unbotmäßige Zeitgenossen mit dem angeblichen Verlust des Seelenheils wird mehr und mehr als Betrug entlarvt (z. B. auch in Der Theologe Nr. 19). Oder wollen dann im Jahr 2019 Kirchenführer und Politiker das hundertjährige Jubiläum des erfolgreichen Widerstands gegen das Verfassungsgebot feiern?
 



28.1.2010 - Konkurrenz für CDU/CSU, SPD und GRÜNE - Die FDP wird immer mehr zur Kirchenpartei / Bald FDP-Ehrenmitgliedschaft für Joseph Ratzinger? - Ob in Bayern als Juniorpartner der CSU oder sonstwo. Die meisten profilierten FDP-Politiker in Deutschland sind mittlerweile stramme Kirchenanhänger (wie z. B. der engagierte Katholik Philipp Rösler im Gesundheitsministerium, gleichzeitig Mitglied beim ZdK, dem Zentralkomitee der Katholiken, oder der konservative EKD-Mann und Beinahe-Minister Otto Fricke, der parlamentarische Geschäftsführer der FDP, oder der katholische FDP-Kirchenbeauftragte Otto Goldmann, der auf jeden Fall verhindern will, dass jemand den Eindruck hat, die FDP könnte kirchenkritisch sein (idea-spektrum, 22.3.2006)).
Alte FDP-Papiere aus dem 20. Jahrhundert über die Trennung von Kirche und Staat sind spätestens seit dem Todessprung von Jürgen Möllemann im Jahr 2002 nur noch folkloristische Restbestände aus einer vergangenen Zeit. Auch der Chef Guido Westerwelle fühlt sich wohl in seiner evangelischen Haut und in seiner evangelischen Kirche. Dazu passt es dann, dass der Chef der nordrhein-westfälischen FDP, der Protestant Andreas Pinkwart, im Wahlkampf auch noch in Bonn auf die Kirchenkanzel steigt, um ebenfalls die 3 % Kirchgänger unter den Protestanten zu umwerben, deren Interessen ja bereits durch die meisten anderen Parteien vertreten werden. Und da fällt dann auch der "gute alte" Wirtschaftsminister Rainer Brüderle als Mitglied der evangelischen Kirche nicht aus der Reihe.
Zuletzt verteidigte der FDP-Bundestagsabgeordnete Pascal Kober sogar das feudale Staatskirchenrecht in Deutschland als "beste denkbare Lösung", wobei es jedem aufrechten Demokraten eiskalt den Rücken hinunter lief. Und gleichzeitig kritisierte MdB Pascal Kober die Humanistische Union, die sich im Sinne des deutschen Grundgesetzes für eine Trennung von Kirche und Staat einsetzt. Der führende FDP-Politiker habe den Eindruck, dass sie den Kirchen "bestimmte Dinge nicht gönnt" (KNA, 24.1.2010). Frei nach dem Motto: "Reden Sie doch nicht dauernd von Haiti oder Afrika. Gönnen Sie doch dem Papst einmal seine Tonne Gold auf der Vatikanbank! Und Ihnen wird es gleich besser ergehen."
Die Humanistische Union hat z. B. 38 Privilegien der Kirche in Deutschland aufgezählt, die dem Neutralitätsgebot des Staates in konfessionellen Angelegenheiten widersprechen bzw. nicht mit dem staatlichen Gleichheits-. und Gleichbehandlungsgrundsatz gegenüber allen seinen Bürgern vereinbar ist. Doch damit ist sie bei der FDP ("Fürstbischöfliche Deutsche Partei?") schon seit langem an der falschen Adresse. Es scheint, die FDP habe die SPD und die GRÜNEN im Hinblick auf die Vertretung kirchlicher Interessen bereits überholt und kommt diesbezüglich nun langsam auf Augenhöhe mit CDU und CSU. Es fehlt nur noch die FDP-Ehrenmitgliedschaft für Joseph Ratzinger.
 



4.2.2010 -
CDU/CSU, SPD, FDP und GRÜNE im Bundestag machen Kirchen-Lobbyisten zu Religionsbeauftragten - Die Bedeutung der beiden kirchlichen Großinstitutionen in Deutschland nimmt in der Bevölkerung immer mehr ab. Weit mehr als ein Drittel der Bevölkerung gehört keiner Großkonfession an, und von den Mitgliedern ist der größte Teil auch nur aufgrund der kirchlichen "Einschüchterungs-Taufen für Säuglinge" einst Mitglied geworden. Freiwillig wären sie später nie eingetreten. Dennoch setzen die etablierten Bundestagsparteien bei Religionsfragen weiterhin auf die Kirchen-Lobby.
Hier die Religionsbeauftragten (nach idea-spektrum Nr. 5 von 3.2.2010), die auch für religiöse Minderheiten zuständig sind, die von der Kirche diskriminiert werden:
Maria Flachsbarth, Religionsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, gehört dem rechtskatholischen Kardinal-Höffner-Kreis an.
Siegmund Ehrmann von der SPD war früher Vorsitzender des konservativ protestantisch ausgerichteten CVJM ("Christlicher Verein Junger Männer") und ist im Aufsichtsrat des Neukirchener Erziehungsvereins, der dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche angehört.
Stefan Ruppert von der FDP, der Partei mit dem zuletzt stärksten Umarmungskurs gegenüber der Kirche, stammt aus der Jugendarbeit der evangelischen Christuskirche in Oberursel und promovierte zu dem Thema "Kirchenrecht und Kulturkampf"
Josef Philip Winkler von den GRÜNEN war bereits Religionsbeauftragter. Das Mitglied eines römisch-katholischen Pfarrgemeinderates will um Verständnis für Vatikan und Kirche werben.
Damit ist der althergebrachte Proporz zwischen evangelisch und katholisch hergestellt. Bleibt noch
Raju Sharma von den Linken. Er ist konfessionslos.
 



18.2.2010 -
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles: Papst ist der "Chef vom Ganzen" - Gerät die SPD noch mehr unter die Fittiche "seiner Heiligkeit"? SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles antworte auf die Frage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, ob sie den Papst ernst nehme: "Aber selbstverständlich. Er ist der Chef vom Ganzen" (zit. nach Passauer Neue Presse, 25.1.2010).
 



26.2.2010 - "Arroganz der Macht": Kirche beansprucht eigene interne Justiz in Deutschland / Bischof hält Gesetz der Bundesrepublik für "lächerlich" - Nachfolgend ein Auszug aus dem Artikel Hier endet der demokratische Sektor aus der Frankfurter Rundschau (25.2.2010). Der Kirche wird vorgeworfen, eine Parallelgesellschaft in der Gesellschaft aufgebaut zu haben und dem Hamburger Weihbischof Hans-Joachim Jäschke wird zudem ein Verstoß gegen das 8. Gebot vorgeworfen. Seine Lüge wurde jedoch in der Sendung entlarvt, worauf hin Bischof Jäschke nur lächelte. Weiterhin heißt es:
"Der Bischof geht nicht auf das Opfer zu, stellt sich auf seine Seite sondern er schlägt noch einmal auf den Mann ein. Schlimmer als Jaschke hätte kein Gegner die katholische Kirche darstellen können. Aber es gab noch etwas. Als Bischof Jaschke darauf angesprochen wurde, dass die katholische Kirche sich weigere, die Staatsanwaltschaft zu informieren, leugnete er das heftigst, nur um zwei Sätze später zu sagen, dass es ´keinen Automatismus` gebe, der von einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch zu einer Meldung bei der Staatsanwaltschaft führe. Die Kirche behält sich das Recht vor, selbst zu entscheiden, ob ein Verdacht bestätigt oder widerlegt wird. Erst wenn er von den entsprechenden Gremien als bestätigt betrachtet wird, wird die Staatsanwaltschaft informiert. Jaschke sagte das im Brustton der Überzeugung. Er verstand noch nicht einmal, was für ein Affront in diesen Sätzen steckt.
Die Kirche hält es für selbstverständlich, dass sie über einen eigenen [illegalen] Rechtsraum verfügt. Herr Jaschke sah darin kein Problem, sondern hielt die Vorstellung - die doch Gesetz der Bundesrepublik ist -, dass Kindesmissbrauch immer der Staatsanwaltschaft gemeldet werden muss, für lächerlich ... Angesprochen auf das Gesetz, wedelte der Bischof - wieder lächelnd - mit einem Memorandum der Bischöfe aus dem Jahr 2002. Eine Demonstration der Arroganz der Macht war das."
Hier der ganze Artikel:
http://www.fr-online.de/top_news/2353306_TV-Kritik-Hart-aber-fair-Hier-endet-der-demokratische-Sektor.html

 



28.2.2010 -
Sexueller Missbrauch: Staat bezahlt die Gehälter der Leiter und Erzieher von bischöflichen Knabenseminaren - Unzählige Kinder wurden in den römisch-katholischen Erziehungseinrichtungen in den letzten Jahrzehnten geschändet. Doch das ist nicht der einzige Skandal. Der Staat zahlt dieses Erziehungssystem. Allein in Bayern finanziert das Bundesland bis heute 15 Leiter und 33 Erzieher an den bischöflichen Priester- und Knabenseminaren durch Subventionen aus dem Staatshaushalt (Carsten Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Aschaffenburg 2002, S.104). Vergleichbar ist es in den anderen Bundesländern. Doch werden die staatsfinanzierten Priester oder ihre Untergebenen kriminell, betrachtet es die Kirche immer noch als eine Art "innerkirchliche Angelegenheit", bei der - im Widerspruch zur staatlichen Gesetzgebung - erst der Bischof den Kriminalfall prüft und innerkirchlich selbstherrlich entschieden wird, ob man auch die staatlichen Gesetze anwenden möchte oder anstelle der weltlichen Richter vorab entscheidet, dass das Verbrechen oder Vergehen nicht verfolgt wird. Die staatlichen Gelder werden aber ungeniert weiter eingesteckt.
 



1.5. / 6.5.2010 -
Ein Mädchen wegen Kirchenaustritt beinahe vom Gymnasium gefeuert? Der Gegenangriff der Kirche gegen ein 17jähriges Mädchen mit Ethik und Zivilcourage / Zum Vergleich: Der Bischof und das Mädchen - Die 17-jährige Schülerin aus Illertissen bei Ulm hat keinen Amoklauf geplant, hat nicht mit Drogen gehandelt, hat keine Mitschülerin geschlagen, keine jüngere Schülerin sexuell missbraucht oder eine Geldbörse gestohlen. Nein, sie hat Charakter gezeigt und ist angesichts der unzähligen Kinderschänder-Verbrechen von Priestern aus der Kirche ausgetreten, wie Hunderttausende andere Mitbürger auch. Das wäre ihr nun beinahe zum Verhängnis geworden und ihr drohte der Schulausschluss ab dem kommenden Schuljahr. Dann stimmte der Einsatz des CSU-Landrats, der Druck der Öffentlichkeit und ihr eigenes Einlenken die Kirche und den römisch-katholischen Schulträger "milde". Die Schülerin will sich "nach eigener Aussage nämlich weiterhin mit den Wertvorstellungen und den Erziehungs- und Bildungszielen der Schule identifizieren" (z.B. abendzeitung.de, 6.5.2010).
Was den Skandal der Schulausschlussdrohung möglich macht: Das römisch-katholische "Kolleg der Schulbrüder" in Illertissen ist das einzige Gymnasium am Ort, so dass die Schüler im Ort selbst keine Wahlmöglichkeit haben, und es wird trotz dieser Praktiken zu 100 % vom Staat, das heißt komplett von unseren Steuergeldern, finanziert. Dies hindert die Kirche aber nicht daran, allen Schülern bei Kirchenaustritt grundsätzlich mit dem Schulausschluss zu drohen, auch wenn in diesem Fall jetzt doch nicht davon Gebrauch gemacht wurde. Was für eine Pädagogik! "
Die ´Augsburger Allgemeine Zeitung` meldete, in jüngster Zeit hätten mehrere Schüler des Illertissener Gymnasiums über einen Kirchenaustritt nachgedacht, seien dann aber wieder davon abgerückt" (focus.de, 30.4.2010). Verständlich. Durch die Drohung der Kirche an die Jugendlichen mit ewiger Verdammnis im Jenseits und mit Schulausschluss auf Erden geht natürlich die Angst bei Jugendlichen um, die Worte des Propheten Johannes in die Tat umzusetzen, welcher in seiner Apokalypse schreibt: "Tretet aus von ihr, mein Volk", gemeint ist die "Hure Babylon", ein Symbol für die endzeitliche Kirche (Offenbarung 18, 4). Durch Einschüchterung werden auch viele Jugendliche weiter in der Kirche gehalten.
Doch nun wurde die Welt der Priestermänner auch in Illertissen erschüttert: "
Eine Zehntklässlerin machte ernst." Die Erzdiözese Augsburg unter Bischof Walter Mixa sitzt dabei wie gewohnt auf dem hohen Ross, wie einst Bischof Walter Mixa selbst gegenüber den von ihm geschlagenen Kinder, bis er, unter Druck gesetzt, sich plötzlich doch an seine Untaten zu "erinnern" begann, die er zunächst vehement geleugnet hatte
Und nun? Der Bischof schlug, log, veruntreute Presseberichten zufolge Gelder und versuchte, die Öffentlichkeit auszutricksen. Und in Schrobenhausen auf der Straße haben wir noch anderes gehört, was bisher nicht berichtet wurde ... Doch Walter Mixa wird schlimmstenfalls nach gewisser Aussitz-Zeit ins Kloster versetzt und soll dann nach dem Tod den Himmel betreten.
 

   Neue Vorwürfe gegen Bischof "Monsi" Mixa

Zunächst: "Priester berichten, dass Geistliche aus dem Bistum an den Generalvikar Karlheinz Knebel Vorwürfe gegen Mixa herangetragen haben, die alle bisherigen Beschuldigungen (Prügel für Heimkinder, Veruntreuung von Stiftungsgeld) noch übertreffen" (Süddeutsche Zeitung, 30.4.2010). Eingestellt wurden jedoch bald die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hinsichtlich der Vorwürfe, der Bischof hätte auf einer Freizeit mit einem Jungen Sex gehabt. Doch dieser steht "loyal" zu seinem damaligen vermeintlichen Sex-Partner und bestreitet die Vorhaltungen. Unter den Religionslehrern in der Diözese sorgt allerdings eine Personalentscheidung des Bischofs für großen Unmut: Offenbar hat Mixa im Ordinariat den Chefposten der Schulabteilung per Alleingang mit einer ihm genehmen Kandidatin besetzt" (Süddeutsche Zeitung, 30.4.2010). Der damalige Leiter des Priesterseminars in Eichstätt, Pfarrer Josef Mederer, ging schon 1997 an die Öffentlichkeit: "Öffentlich beschrieb Mederer das Verhältnis Mixas zu seinen Seminaristen: Er bezichtigte den Bischof der Lüge und warf ihm vor, sie ´abhängig` zu machen, und eine ´irrationale Solidarität` zu Kandidaten aufzubauen, ´welche sogar das Kirchenrecht als nicht tragbar bezeichnet.` Die Anschuldigungen wurden ignoriert. Weder die Bischofskonferenz noch der Vatikan reagierten" (abendzeitung.de, 7.5.2010). Im Gegenteil: Mixa wurde 2005 vom Papst zum Bischof von Augsburg befördert.
Unabhängig davon ist der Bischof in der Schwulen-Szene offenbar unter dem Decknamen "Monsi" für Monsignore bekannt. Zwischenzeitlich befand er sich nach Informationen aus Kirchenkreisen in der Schweiz in einer Klinik "für Alkoholiker", auch die Süddeutsche Zeitung schrieb noch einmal am 14.6.2010 von einem "akuten Alkoholproblem". Kritiker sprechen von einem "Realitätsverlust". Und in Schrobenhausen auf der Straße kann man noch einiges weitere mehr hören, was noch nirgends in der Presse stand und was weit über die bisherigen Vorwürfe hinaus geht.
Unabhängig davon, wo sich der Bischof nun schuldig machte und wo Vorwürfe eventuell fehlerhaft sind, stellt sich jedoch für den Normalbürger immer mehr auch die Frage: Wie lange müssen wir alle von unseren Steuergeldern die "Mixas" bezahlen? Denn Bischof Mixa und seine Kollegen werden nicht etwa von der römisch-katholischen Kirche bezahlt, sondern von den deutschen Bundesländern, im konkreten Fall vom Freistaat Bayern.
Wie Bischof Mixa sein Rücktrittsgesuch widerrief und sich zurück in den Bischofpalais putschte, lesen Sie hier.


Das Mädchen trat aus der Kirche aus, in welche sie nicht freiwillig eingetreten war - ihr drohte der Schulverweis, was schlimme Folgen haben kann, wenn sie später einen Ausbildungsplatz sucht. Und später drohen ihr nach römisch-katholischer Lehre weiterhin die ewigen Höllenqualen, auch wenn man sie jetzt doch auf der Schule belässt.
Jeder der sich, wie schon zuvor die Opfer von Bischof Mixa, von der Macht der Kirche nicht einschüchtern lässt, löst in der Kirche Irritationen aus. Denn das ist man dort nicht gewohnt: "Wir haben vorgegebene Wege, die man hätte gehen können. Die Mutter hat einen anderen Weg beschritten. Sie hat mit der Zeitung geredet, nicht mit uns", erklärt Friedrich Haas von der Diözese Augsburg (focus.de, 30.4.2010).
Trotz des Kompromisses zwischen Kirche und Mädchen fordern wir: Entweder die Kirche gesteht den Schülern die volle Religionsmündigkeit zu, und zwar ohne Wenn und Aber, oder die staatlichen Milliarden werden gestrichen. Durch den nun entstandenen zusätzlichen öffentlichen Druck auf die Kirche hat sich die "Schlange" in diesem Fall zwar zurück gezogen, doch keineswegs geändert. Und etwas anderes als die Erschütterung ihrer Arroganz und das Zurückdrehen beim staatlichen Geldhahn hilft leider bei der Kirche nicht.
Mehr z.B. bei
http://www.focus.de/schule/schule/unterricht/religion/schulverweis-wegen-kirchenaustritt-die-vertrauensfrage_aid_503506.html
 



4.5.2010 -
Wie lange leben wir noch in einer "Bundeskirchenrepublik"? - Lesen Sie dazu:
http://www.taz.de/1/debatte/sonntazstreit/artikel/1/regiert-gott-in-deutschland-mit/
Lediglich die Überschrift Regiert Gott in Deutschland mit? ist irreführend. Denn die Kirchen führen den Namen "Gott" zwar im Munde, haben aber nicht viel mit Ihm zu tun.
 



8.5.2010 -
Wie lange "alimentieren" Politiker noch die kirchliche Parallelwelt? - Vielen Bürgern war es gar nicht bewusst. Das fürstliche Gehalt von Bischof Walter Mixa (über 10.000 Euro monatlich) wurde vom Staat bezahlt, also auch von den Steuergeldern aller Nichtkatholiken. Spiegel online schreibt am 8.5.2010: "Die Gesellschaft und der Staat aber sollten sich fragen, warum sie einem wie Mixa aus Steuergeldern eigentlich das Gehalt bezahlt haben und wie lange man noch die Parallelwelt der katholischen Kirche alimentieren will - eine Institution, in der es nach eigenem Selbstverständnis keine Demokratie gibt, keine Frauen in Leitungsämtern, keine wirkliche finanzielle Transparenz ..."
Der Katholik finanziert seine Amtskirche damit dreifach: Über die Kirchensteuer, die staatlichen Subventionen und seine Spenden. Der Kirchenaussteiger finanziert die Kirche demgegenüber immerhin noch einfach, nämlich über die Milliarden-Subventionen.
 



10.6.2010 -
Die schier unendlichen staatlichen Milliardenzahlungen für die Wölfe im Schafspelz -
Aktuell siehe: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,699422,00.html
Wer bezahlt die katholischen Kanoniker und Erzieher an den bischöflichen Knabenseminaren? Die Kirche? Nein: Der Staat. Und warum werden diese Unsummen, welche die Großkirchen seit 1803 jährlich bekommen, auch von der Merkel/Westerwelle-Regierung schon wieder nicht angetastet, obwohl sich der deutsche Staat schon 1919 und dann neu 1949 dazu verpflichtet hatte? Doch im Interview erklärt Prof. Dr. Horst Herrmann:
"Das Kaiserreich hat gezahlt, die Weimarer Republik hat gezahlt, Hitler hat gezahlt und die Bundesrepublik zahlt immer noch." Lediglich die DDR erfüllte in diesem Fall das Verfassungsgebot und beendete die Zahlungen, weswegen die neuen Bundesländer sich seit 1991 beeilten, ab jetzt ebenfalls wieder zahlen zu dürfen, was seit den 90er-Jahren in ganz Ostdeutschland vertraglich verankert und von den neuen Regierungen zusammen mit den Kirchenmännern gefeiert wurde.
Die Kirche versucht, der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen, indem sie oft so tut, als würden damit ihre sozialen Dienstleistungen bezahlt. Das stimmt aber nicht. Diese zahlt natürlich auch der Staat, aber extra: Über 50 Milliarden Euro Staatsgelder jährlich gibt es alleine für die beiden Hauptwerke Caritas und Diakonisches Werk (spiegel.de, 8.6.2010), während die Kirche dort jedoch alleine das Sagen hat, z. B., was das Personal betrifft. Und ca. 20 Milliarden Euro für die Kirche gibt es jährlich nochmals extra und das alles nochmals extra zur Kirchensteuer. Und in keinem Land der Welt ist es bequemer, Priester (ca. 4.000 bis 5.000 Euro Monatsgehalt) oder Bischof (8.000 bis 12.000 Euro Monatsgehalt) zu sein als in Deutschland.
 



12.6.2010 -
Kardinal-Höffner-Kreis der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten - In der Bundestagsfraktion der CDU/CSU gibt es neben Mitgliedern des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU z. B. auch einen römisch-katholischen Kardinal-Höffner-Kreis. Am 20.5.2010 erklärten die Bundestagsabgeordneten des Kardinal-Höffner-Kreises ihre "Soldiarität mit Papst Benedikt XVI. und der katholischen Kirche". Darunter waren:
- Peter Aumer, MdB;
- Norbert Barthle, MdB, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Haushalt;
- Dr. Ralf Brauksiepe, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales;
- Thomas Dörflinger, MdB;
- Marie-Luise Dött, MdB, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit;
- Ingrid Fischbach, MdB, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Dr. Maria Flachsbarth, MdB, Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Norbert Geis, MdB;
- Markus Grübel, MdB, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend;
- Dr. Hermann Kues, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend;
- Dr. Michael Luther, MdB, Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen;
- Dr. Heinz Riesenhuber, MdB, Bundesminister a. D.;
- Karl Schiewerling, MdB, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales;
- Dr. Andreas Schockenhoff, MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Johannes Singhammer, MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion;
- Peter Weiß, MdB, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe;
- Willi Zylajew, MdB
Kein Wunder also, dass die Kirche Jahr für Jahr Milliarden über Milliarden aus dem Staatstopf bekommt. Auf diese Weise zahlt sich für die Kirche die "Solidarität" = Lobbyarbeit in harten Euros aus. Zahlen müssen allerdings wir alle, auch wenn wir Kardinal Höffner für einen verblendeten Religionsführer halten.

 



12.6.2010 -
Bundespräsidentenwahl am 30.6.2010: Wen auch immer Sie wählen, Sie wählen die Kirche - Die Wahlmänner der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien wählen am 30.6.2010 den neuen deutschen Bundespräsidenten, der Horst Köhler, einen überzeugten Protestanten, ablöst, der kurz zuvor noch behauptet hatte, die Kirchen hätten angeblich einen "Auftrag von Gott", was Unsinn ist, in Deutschland jedoch noch oppurtun. Die Kirchen haben sich aus antiken heidnischen Götzenkulten heraus entwickelt und sich das Mäntelchen "christlich umgehängt, haben aber mit Gott und Christus nichts zu tun. Der Nachfolger von Horst Köhler wird nun entweder der evangelische Theologe und Pfarrer Joachim Gauck. Oder der Katholik Christian Wulff, Mitglied des Kuratoriums von ProChrist, einer Missionsbewegung der Kirche unter maßgeblicher Beteiligung evangelischer Freikirchen. Und warum war die evangelische Politikerin Ursula von der Leyen nicht möglich? "Eine evangelische Bundespräsidentin neben einer evangelischen Kanzlerin, das sei den beiden katholischen Ministerpräsidenten Roland Koch und Stefan Mappus zu viel gewesen, verlautete aus politischen Kreisen in Berlin" (Evangelisches Sonntagsblatt, 13.6.2010). Doch Hauptsache evangelisch oder katholisch hat die Macht, so weiter das Denken der politisch Mächtigen, auch wenn weit über 40 % der Deutschen gar nicht mehr evangelisch oder katholisch sind und die Konfessionslosen längst die stärkste Kraft im Land sind. Die Hydra mit ihren beiden großen Köpfen (dem katholischen und dem evangelischen) will aber weiter die Zügel in der Hand behalten und über ihre Politiker z. B. weiter ihre Kirchen finanzieren.

 


 

Die bis heute gültige römisch-katholische Zwei-Schwerter-Lehre

"Es gehört sich aber, dass die zeitliche Autorität sich der geistlichen Gewalt unterwirft"

Lehrbuch Denzinger/Hünermann, Nr. 873 - "Durch die Aussagen der Evangelien werden wir belehrt, dass in dieser ihrer [der Kirche] Gewalt zwei Schwerter sind, nämlich das geistliche und das zeitliche*  ... Beide sind also in der Gewalt der Kirche, nämlich das geistliche Schwert und das materielle. Jedoch ist dieses  f ü r  die Kirche, jenes aber  v o n  der Kirche zu handhaben. Jenes in der Hand des Priesters, dieses in der Hand der Könige und Soldaten, aber auf die Zustimmung und Duldung des Priesters hin. Es gehört sich aber, dass ein Schwert unter dem anderen ist und die zeitliche Autorität sich der geistlichen Gewalt unterwirft ... Denn wie die Wahrheit bezeugt, muss die geistliche Gewalt die irdische Gewalt einsetzen und richten, wenn sie nicht gut war ..."

Nr. 874 - "Diese Autorität ist aber, auch wenn sie einem Menschen verliehen wurde und durch einen Menschen ausgeübt wird, keine menschliche, sondern vielmehr eine göttliche Gewalt, die Petrus aus göttlichem Munde verliehen und ihm und seinen Nachfolgern in Christus selbst, den er als Fels bekannt hat, bestätigt wurde, als der Herr zu Petrus selbst sagte: ´Alles, was du gebunden hast?` usw. Wer immer sich also dieser von Gott so angeordneten Gewalt ´widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes` (Röm. 13, 2)."**

Nr. 875 - "Wir erklären, sagen und definierten nun aber, dass es für jedes menschliche Geschöpf unbedingt notwendig zum Heil ist, dem Römischen Bischof unterworfen zu sein."***


(Aus der Bulle "Unam Sanctam" von Papst Bonifatius VIII. vom 18. November 1302, zitiert nach Heinrich Denzinger/Peter Hünermann, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, 42. Auflage, Freiburg/Basel/Wien 2009)

* Der Papst bezieht sich u. a. auf das Jesuswort "Zwei Schwerter sind genug", was vermutlich als Abschreckung gegenüber möglichen Straßenräubern gedacht war, ohne dass die Jünger es aber einsetzen sollten. Siehe dazu hier.

** Was wirklich damit gemeint war, siehe z. B. hier.

*** Dieser Satz hat sogar "dogmatische Verpflichtung" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, S. 289). und gilt somit als "unfehlbar".

 

Links:
Staatliche Inquisition gegen eine Religionsgemeinschaft an einem Beispiel ausgeführt in:
http://ww3.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-3-14.html

Einige weitere Meldungen zum Thema "Kirche, Staat und Geld" finden Sie auch in Der Theologe Nr. 38 - Der Gott Mammon und seine Kinder
 

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 23: Das Staatsross und sein kirchlicher Reiter, zit. nach http://www.theologe.de/kirche_staat.htm, Fassung vom 18.6.2010

 

Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite [ www.theologe.de ]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei [ Inhaltsverzeichnis ]

[ 1 - Luther-Evangelische Lehre ]  [ 2 - Reinkarnation ]  [ 3 - Luther-Christus ]  [ 4 - Kirche-Holocaust ]
[
5 - Paulus ]  [ 7 - Urchristentum-Tiere ]  [ 8 - Bibel ]  [ 9 - Anneliese Michel-Exorzismus ] 
 
[ 11 - Bischof Meiser ]  [ 12 - Sektenbeauftragte ]  [ 14 - Hieronymus-Bibel ]  [ 15 - Qumran ]
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