DER THEOLOGE
Nr. 25


Der Betrug an Jesus, dem Christus

Die Kirche -
ein "totalitärer" Götzenkult

Obwohl The Da Vinci Code nur eine Verfilmung des Romans Sakrileg ist, reagierte die Kirche aufgeregt. Denn auch wenn die Einzelheiten nur fiktiv sind (z. B. die Existenz eines leiblichen Nachkommens von Jesus), trifft der Kern der Handlung ins Schwarze: Die Kirche verwaltet ein Lügengebäude und ist letztlich verantwortlich für den größten Betrug der Menschheitsgeschichte. Dieser besteht darin, dass sie sich als Stellvertreterin der Sache von Jesus ausgibt, während sie in Wirklichkeit vielfach im Gegensatz zu dem Mann aus Nazareth steht. Die Kirche  ist religionsgeschichtlich eine "synkretistische Mischreligion", die sich aus Elementen antiker Mysterienreligionen, der archaischen "Vielgötterei" und Voodoo-ähnlicher Blut-Kulte zusammensetzt, in die man (auch noch teilweise gefälschte) Elemente der Lehre von Jesus von Nazareth hinein gewoben hat. In ihrer Organisationsstruktur übernahm man die Verwaltungseinheiten des Imperium Romanum, und man übertrug den totalen Herrschaftsanspruch römischer Kaiser auf den Papst und die kirchliche Hierarchie. Zusammenfassend könnte man die Kirche als einen "totalitären" Götzenkult" bezeichnen.

"Die Kirche ist exakt das, wogegen Jesus gepredigt hat."
(Der Philosoph Friedrich Nietzsche in Tolstoj-Exzerpte, Nachlass November 1887-März 1888 VIII 11 [257] und [244])

Gelegentlich wird die Kirche auch als "heidnisch" bezeichnet. Hier ist zu bedenken, dass es andere heidnische Bewegungen gibt, die aufgrund einer positiven Ethik mehr mit Jesus von Nazareth gemeinsam haben als die Kirche. Diese Bewegungen dürfen aber bei einer Einordnung der Kirche in das "Heidentum" ausdrücklich nicht mit deren Verbrechen und negativen Lehrinhalten in Verbindung gebracht werden, weswegen die Bezeichnung der Kirche als "heidnisch" auch vielfach unterbleibt.

Obwohl es in den letzten 2000 Jahren immer wieder gelungen ist, den Betrug der Kirche nachzuweisen, haben sich der Stuhl Petri und die zu seinem "Anhängsel" verkommenen Protestanten dennoch im Bewusstsein der Weltöffentlichkeit als Vertreter des Christentums behaupten können. Auch der Versuch der Redaktion des Theologen aus dem Jahr 1999, den beiden Großkirchen die Verwendung des Prädikats "christlich" zu untersagen, hatte keinen juristischen Erfolg. Uns ging es hierbei darum, mitzuhelfen, Jesus von Nazareth zu rehabilitieren: Denn nahezu 2000 Jahre haben die Kirchen in seinem Namen gemordet, Kriege geführt, mit der ewigen Verdammnis bedroht, ehrliche Gottsucher irregeführt und zahllose Menschen um die Chancen ihres Lebens gebracht. Zu allen Zeiten richtete sich die Abscheu vieler Menschen deswegen leider auch gegen Jesus, den Christus, obwohl er unschuldig ist und mit der Kirche und ihren Lehren, Praktiken und Verbrechen nichts zu tun hat.

Dazu ein Vergleich: Man stelle sich vor, ein naher Verwandter von Ihnen hat eine einzigartige und großartige Idee in diese Welt gebracht, die allen Menschen zugute kommt. Jahre später tritt eine Institution auf und behauptet, sie würde jetzt für die Verwirklichung dieser Idee zuständig sein. Tatsächlich hat sie diese aber bis zur Unkenntlichkeit entstellt, und ihre positiven Wirkungen werden ins Gegenteil verkehrt. Dennoch behauptet sie, dass es sich um das Werk handle, das Ihr Verwandter einst in die Welt gebracht hat, und sie verwendet dafür immer wieder seinen angesehenen Namen und benützt seinen guten Ruf. Würden Sie nun einfach hinnehmen, dass das Andenken und der Ruf Ihres Verwandten auf diese Weise ruiniert werden?

"Die Kirche gleicht dem Großinquisitor bei Dostojewski [der dem wieder gekommenen Christus ins Gesicht sagte: ´Warum bist du denn jetzt gekommen, uns zu stören? ... Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde, sondern mit ihm.`]. Aber der Großinquisitor wird von Christus auf seine blutleeren neunzigjährigen Lippen geküsst. Dostojewski schreibt: ´Das war seine ganze Antwort.`"

(Die Sichtweise des evangelischen Theologen Karl Barth; in: Heinz Zahrnt, Die Sache mit Gott. Die protestantische Theologie im 20. Jahrhundert, München 1966, S. 38)
 

Der Theologe Nr. 25 dient vor diesem Hintergrund der Beweisaufnahme. Wenn es, vielleicht am "Ende unserer Tage", zu einer Art "Welt-Tribunal" kommt, von dem Jesus selbst in einem Gleichnis einmal sprach, dann werden alle Fakten ans Licht kommen: Geständnisse, Beweise, Indizien, Zeugenaussagen ...

Nachfolgende Übersicht ist ein einfacher Beginn, einige Ergebnisse zusammen zu stellen. In anderen Ausgaben sind Fakten bereits ausführlicher dargelegt, z. B. in Bezug auf Martin Luther und die evangelische Kirche die Ausgaben Nr. 1 und Nr. 3. Weniger auf die Hauptsache konzentriert, dafür mit vielen Details versehen, sind die beiden Ausgaben Nr. 9 und Nr. 16, wo es um die römisch-katholische Kirche geht. Am intensivsten mit der Lehre der katholischen Kirche setzt sich die Ausgabe Nr. 18 auseinander, wobei die offiziellen Lehrsätze überwiegend nur zitiert sind. In der Schrift der "Freien Christen" Nr. 1 wird über beide Kirchen informiert und ansatzweise ein alternativer Weg skizziert. Mit dem Theologen Nr. 25 wird also einmal mehr ein kleiner Anfang gemacht, den Verrat der Kirche an Jesus verständlich darzulegen. Nachfolgende Bausteine können fortlaufend ergänzt und präzisiert werden, und für Anregungen bedanken wir uns.

"Es ist kontrovers, ob das Christentum von der Mithrasreligion oder von der Isisreligion oder vom Attismysterium mehr beeinflusst oder geprägt wurde ... Nach unserer Auffassung hat das Christentum bei allen diesen Kulten Entlehnungen gemacht, bei der einen mehr, bei der anderen weniger, bei der einen dies, bei den anderen anderes. Uns scheint im besonderen, es habe vom Attiskult vor allem die Bluterlösungslehre, vom Mithraskult die Sakramente und vom Isiskult, abgesehen von der Marienverehrung, die allgemeine Liturgie und z. B. die Tempelgestaltung, aber auch die Spiritualität und die Devotion, bewusst oder unbewusst, zum Vorbild genommen."

(Der Historiker Dr. Robert Kehl in: Die Geheimnisse der Kirche, Zürich 1977, S. 1975)

 

Das lehrte Jesus von Nazareth

Das lehrt der totalitäre Götzen-, Blut- und Herrscherkult
der Kirche

1.) "Liebet Eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen!" "Du sollst nicht töten!" "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen." Bereits der Zorn ist eine gefährliche Vorstufe des Tötens (Matthäus 5, 21 ff.44; 26, 52).


Wie in den antiken Kultreligionen entscheiden die Kirche und ihre Priester über Leben und Tod. Dazu schwächten sie z. B. das Gebots "Du sollst nicht töten" ab in "Du sollst nicht morden" (so geschehen in der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung; vgl. dazu http://www.das-weisse-pferd.com/99_08/holocaust-mahnmal.html). So ist etwa das Töten im gerechtfertigten Krieg (Katholischer Katechismus, Nr. 2309) erlaubt und auch die Todesstrafe unter bestimmten Umständen (Nr. 2266). Hier ist auch Martin Luther hervor zu heben. Er forderte z. B. die Hinrichtung von Andersgläubigen, "Hexen", Prostituierten, aufständischen Bauern und vielen mehr. Die Kirche ließ millionenfach töten, und der Historiker Karlheinz Deschner schrieb den mittlerweile schon fast "legendären" Satz: "Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die ... Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
 

2.) Jesus setzte keinen Heiligen Vater als seinen Stellvertreter ein. Im Gegenteil: Er lehrte: "Ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist" (Matthäus 23, 9). Und er hielt es mit den Propheten (z. B. Jesaja 6, 3) und dem Seher Johannes (Offenbarung 15, 4), wonach Gott allein "heilig" ist und nicht ein Mensch. Wenn Jesus vom "Heiligen Vater" sprach, dann meinte er seinen Vater im Himmel (Johannes 17, 11). Auch setzte er keine Hierarchie der Amtsträger ein, sondern hob hervor: "Ihr sollte euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder [und Schwestern]" (Matthäus 23, 8). Eine Unterwerfung unter einen Menschen lehnt Jesus deshalb strikt ab.


Der Papst ist der angeblich "Heilige Vater" auf Erden. Er gilt als Stellvertreter Gottes - eine Übernahme aus dem totalitären antiken Heroen-, Herrscher- und Götterkult.  An der Spitze der Hierarchie des Mithras-Kultes stand in damaliger Zeit der sanctus pater ("der heilige Vater"), der als Insignien seiner Macht einen bestimmten Ring und eine Stab trug wie später der katholische Papst. Der Herrscher galt in vielen Systemen und Kulten als unmittelbarer Vertreter Gottes. Römische Kaiser wurden nach ihrem Tod zu "Göttern" erhoben und auch der vorletzte Papst soll so bald wie möglich "heilig gesprochen" werden. Auch den Titel "Pontifex" hat der Kirchenführer nicht von Jesus, sondern von den römischen Kaisern übernommen.
Und für den Pontifex der Kirche gilt der "unfehlbare" römisch-katholische Lehrsatz: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430). Auch das hat die Kirche von den Imperatoren des römischen Weltreichs übernommen, denen sich alle Untertanen unterwerfen mussten.
Während die Christen Gott schlicht als "lieber Vater" anrufen (Römer 8, 15; vgl. Markus 14, 36), wird der Papst als "Eure Heiligkeit" betitelt und der obere Klerus der Kirche als "Eminenzen" (die Kardinäle) und "Exzellenzen" (die Bischöfe).
 

3.) Jesus lehrte "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" (Johannes 18, 36) und: "Das Reich Gottes ist in euch" (Lukas 17, 21). Jesus widerstand der Versuchung, dass ihm alle Reiche dieser Welt hätten zu Füßen liegen können (Matthäus 4, 8-11).


Der Kirchenstaat ist von "dieser Welt", und seine Souveränität wird von den Armeen der Großmächte dieser Welt und von ihren Waffen garantiert. Der Papst ist einer der am intensivsten bewachten Staatsmänner der Welt (u. a. durch viele Scharfschützen) und er genießt es, dass sich alle anderen Mächtigen dieser Welt huldvoll vor ihm verbeugen. Damit hat die Kirche das Angebot angenommen, das Jesus zurückgewiesen hatte, dass nämlich "alle Reiche der Welt" ihr zu Füßen liegen (siehe links und siehe u. a. das Geschehen beim Tod von Papst Johannes Paul II.). Der bekannte russische Literat Fjodor Dostojewski lässt deshalb den Großinquisitor im Roman Die Brüder Karamasov zu Jesus sagen, "dass wir von ihm das annahmen, was du unwillig zurückwiesest, jene letzte Gabe, die er dir anbot, indem er dir alle Reiche der Erde zeigte." Die äußere sichtbare Kirche gilt - ähnlich antiken Herrschaftssystemen - als Abbild bzw. Vertreterin der himmlischen unsichtbaren Herrschaft des jeweiligen Gottes.
 

4.) Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein bzw.: "Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln die mit Händen gemacht sind" (Apostelgeschichte 7, 48). Jeder Mensch, der ja das "Reich Gottes" in sich trägt, gilt auch als "Tempel" des "Heiligen Geistes" (Paulus, 1. Korinther 3, 16). Gott lebt in Seiner ganzen Schöpfung, denn: "Richte den Stein auf und du wirst mich dort finden; spalte das Holz und ich bin dort" (Authentisches Jesuswort auf dem antiken Papyrus Grenfell & Hunt, Logion I, 5. Der Papyrus ist älter als die neutestamentlichen Handschriften). Die ersten Christen trafen sich in freier Natur oder in schönen, aber schlichten Räumen.


Steinerne Prachtbauten
und goldverbrämte Kirchen werden wie im Heidentum als Häuser bzw. Dome Gottes verehrt. Die Gegenwart Gottes in allen Lebensformen wird abgelehnt. Denn um diese Gegenwart zu erleben, bräuchte es keinen Kult, keine Zeremonien und keine Priester. Deshalb wird die Kirche diesen Glauben immer ablehnen. Stattdessen soll Gott in einer von einem Priester "verwandelten" Hostie dingfest gemacht werden. Und er wird als solcher in einem "heiligen Gefäß", dem "Tabernakel", aufbewahrt bzw. von kirchlichen Amtsträgern in einer so genannten "Monstranz" durch die Gegend getragen. Ein vergleichbarer magischer Brimborium wurde auch durch heidnische Priester veranstaltet.Hostienverehrung

Eine Hostie wird verehrt. In Wirklichkeit ist der Geist Gottes schon vor der katholischen
"Wandlung" in ihr, weil er allgegenwärtig in allen Lebensformen ist.

Ein solches Brimborium wäre Jesus ein Gräuel. Denn er ist ein natürlich denkender Mann des Volkes, und nicht ein Mann der Kirche.
 

5.) Jesus lehrte kein rituelles Messopfer, sondern ein schlichtes, aber feierliches Liebesmahl mit Brot und Wein zu seinem "Gedächtnis", auch Agape-Mahl genannt. So hielten es auch die ersten Christen, die  dankbar miteinander speisten und im Bewusstsein der stärkenden Gegenwart Gottes die Gaben der "Mutter Erde" aufnahmen. Bei dem Mahl konnten sich gleichzeitig auch viele Arme einmal satt essen.


Ein rituelles “Heiliges Mahl”, im Katholizismus "Eucharistie" genannt, mit Altären, Messdienern, rituellen Gewändern, Hostien, Weihwasser, Weihrauch und einem "ewigen Licht" gab es demgegenüber im Mithraskult und anderen antiken Mysterienkulten. Von dort hat es die Kirche übernommen und mit Inhalten aus der Jesus-Überlieferung versetzt. Ähnlich wie später die Katholiken haben die Heiden im rituellen Mahl ihren "Gott" aufgegessen und sich auf diese Weise im Kult magisch mit ihm vereint. Bekannt ist dies vor allem aus dem  Dionysos-, Attis- und im Mithraskult. Und wie später vom Katholizismus übernommen, glaubten die Anhänger des Gottes Osiris, beim "heiligen Mahl" tatsächlich das "Fleisch" des für sie geopferten Gottes zu essen (zum Hintergrund der Eucharistie siehe hier). Auch die äußere Form der katholischen Messe wurde bis in Einzelheiten hinein aus antiken Mysterienkulten übernommen: Altar, Ministranten, Händefalten, Hinknien, Glöckchen usw. sind heidnisch. Jesus kannte kein solches Brimborium.
Der Mithras-Kult kannte hingegen insgesamt sieben Sakramente, die allein durch den äußeren Vollzug wirken sollen - wie später die katholische Kirche. Taufe und Mahl galten im Mithras-Kult als Hauptsakramente - was sich später in der evangelischen Kirche wieder findet, die nur diese beiden Kulthandlungen als Sakramente beibehalten hat. Die Handlungen von Jesus sind demgegenüber keine rituellen Sakramente.
 

6.) "Lehret die Menschen und macht sie zu Schülern" [so die wörtliche Übersetzung], bevor ihr sie eines Tages tauft (Matthäus 28, 19). Jesus dachte dabei an eine Geisttaufe, was z. B. Johannes der "Täufer" klar ausspricht. Jesus "wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen" (Matthäus 3, 11), so Johannes. Wasser galt nur als ergänzendes Symbol und wurde v. a. von ihm, Johannes, als Symbol der inneren Reinigung verwendet. Niemals lehrte Jesus einen Einweihungsritus oder ein Sakrament, das eine Mitgliedschaft in einer Institution begründet. Auch die Taufen von Säuglingen sind eindeutig gegen seinen Willen, denn Jesus sprach klar: Erst lehret, dann tauft!


Durch den Einweihungsritus der Säuglingstaufe wird schon den gerade erst Geborenen ein angeblich unzerstörbares Siegel eingebrannt, genau wie bei den Mysterienreligionen. Gleichzeitig werden die Säuglinge bzw. Kinder für alle Zeiten zu Mitgliedern der Kirche gemacht (ein Kirchenaustritt soll später nur von der Kirchensteuerpflicht befreien können, nicht von der eigentlichen Mitgliedschaft; siehe dazu die Aussagen von zwei Kirchenführern in "Freie Christen Nr. 1"). Erst nach der Taufe werden - im Gegensatz zur Weisung von Jesus - die bereits bei der Taufe der Kirche übereigneten Kinder gelehrt. Der Initiations-Ritus (bzw. das Aufnahme-Sakrament) stammt dabei aus den hellenistischen Mysterienreligionen und wurde auch im Kult des Gottes Mithras praktiziert, der nach dem kirchlichen Kult die zweitstärkste Religion im antiken Mittelmeerraum war; dort allerdings noch nicht für Säuglinge. Diesen heidnischen Ritus hat die Kirche schließlich totalitär perfektioniert: Innerlich dadurch, dass er zur "Heilsnotwendigkeit" erklärt wurde. (Ein in seiner Echtheit umstrittenes Jesuswort zur Geisttaufe (Markus 16, 16) bezieht man dazu fälschlicherweise auf den eigenen Wasser-Ritus). Und äußerlich z. B. durch Einführung einer "Nottaufe" eines Kindes auch gegen den Willen seiner Eltern. Wer sein Kind noch nicht taufen lassen möchte (sondern den Menschen später selbst entscheiden lassen will), wurde früher auf Veranlassung der katholischen und der evangelischen Kirche hingerichtet. Heute droht ihm bei beiden großen Kirchen z. B. der Verlust seines Arbeitsplatzes. Beispiele dafür sind dokumentiert.

Zur Taufe selbst: Taufkleid, Taufkerze, Taufpaten und Taufgelöbnis stammen auch nicht von Jesus, sondern wurden ebenfalls aus den okkulten Mysterienreligionen übernommen. Der dabei vorgenommene "kleine Exorzismus" (die stellvertretende Widersagung an Satan z. B. durch die Paten des Kindes; heute oft abgemildert) stammt aus archaischen Voodoo-ähnlichen Kulten und hat ebenfalls mit Jesus nicht das Geringste zu tun.

Siehe dazu auch: "Der Theologe Nr. 40" - Die kirchliche Taufe: Angelhaken der dunklen Macht
 

7.) Jesus lehrt den barmherzigen Gott, der jedem Seiner Kinder nachgeht wie dem "verlorenen Schaf" bis es gefunden ist (vgl. Lukas 15). Er lehrte auch das Gesetz von Saat und Ernte (z. B. Matthäus 7, 1-2; Johannes 5, 14), das gerecht abwägt (z. B. Matthäus 5, 26). Wörtlich spricht Paulus davon in Galater 6, 6-7. Dieses Gesetz war selbstverständliches Gedankengut in der Zeit des Alten und Neuen Testaments. Eine ewige Hölle lehrte Jesus nicht, und sie lässt sich auch nicht biblisch belegen (siehe dazu Der Theologe Nr. 19 - Es gibt keine ewige Verdammnis; auch nicht in der Bibel).


Wer sich nicht zu Lebzeiten zum kirchlichen Glauben bekehrt, obwohl er die Kirche kennt oder wer austritt, wird angeblich später ewig verdammt (Belege siehe bei Der Theologe Nr. 18, darin v. a. den Lehrsatz Nr. 381). Gott sehe im einzelnen voraus, wer später ewig gequält werde (Kirchliche Prädestinationslehre). Die evangelischen Gründerväter Martin Luther und Johannes Calvin lehren sogar, Gott bestimme die davon betroffenen Menschen bereits als Säuglinge zur ewigen Verdammnis voraus. So wie die Heiden ihren Göttern vielfach auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren, so sind es auch die Kirchenchristen ihrem Gott. Die evangelische Kirche leugnet in diesem Zusammenhang sogar den freien Willen. Die Menschen sind nach Luther ohne eigene Wahl- bzw. Entscheidungs-Möglichkeit dem Streit zwischen Gott und Teufel ausgeliefert. Alle Menschen seien zudem mit einer tödlichen Erbsünde behaftet (für die sie auch noch voll verantwortlich gemacht werden, obwohl sie es nicht verursacht haben). Und Leid und Verdammnis liegen nach kirchlicher Lehre letztlich im angeblich "unausforschlichen Willen Gottes" begründet.
 

8.) Jesus betonte immer wieder das Tun seiner Lehre! Es kommt also darauf an, sie in die Tat umzusetzen (z. B. Matthäus 7, 12.21.24, Lukas 10, 25-27).


Die Kirche verfälschte diese Lehre dahingehend, dass der Glaube und die kirchlichen Sakramente für das "Heil" notwendig seien, nicht das rechte Tun. Dies haben vor allem die evangelischen Kirchen betont. Und die katholische Kirche hat sich mehr oder weniger diesem Glauben angeschlossen (vgl. die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre beider Großkirchen). Für den "Empfang" der Sakramente brauche es wiederum den kirchlichen Kult.
 

9.) Das Gebot "Du sollst nicht töten" gilt nach Jesus auch für die Tiere, wie z. B. aus apokryphen Schriften außerhalb der Bibel deutlich wird (siehe "Der Theologe Nr. 7", Teil 1, Jesus war ein Freund der Tiere). Mit ihm, Jesus, soll die Jesaja-Prophezeiung wahr werden, wo selbst die bisherigen "Raubtiere" kein Fleisch mehr fressen (11, 6-9). Und auch die Hosea-Prophezeiung vom neuen Bund Gottes mit den Tieren soll sich erfüllen, wonach Mensch und Tier "sicher wohnen" können (2, 20). Es gibt kein gegenseitiges Jagen und Töten mehr.


Die Kirche führt die Tradition der grausamen Opferkulte fort, wo Tausende von Tieren zur Besänftigung der zornigen Götter massakriert wurden. Zwar sei der "Zorn Gottes" im kirchlichen Kult durch das "Opfer des Gottessohnes" angeblich "besänftigt" worden, doch für die Tiere bedeutet das keine Erleichterung. Im Gegenteil: Ihnen wird von der Kirche die unsterbliche Seele und die Fähigkeit zu leiden abgesprochen (Die "Heiligen" Augustinus und Thomas von Aquin; vgl. Der Theologe Nr. 7, Teil 4). Tiere dürfen jetzt praktisch schrankenlos gejagt, gegessen und zu allen möglichen Zwecken verwendet werden, z. B. für grausame Tierversuche. In der Massentierhaltung dürfen die Geschöpfe notfalls auch zur Regulierung der Preise vernichtet werden, so dass sie unter der Herrschaft des kirchlichen Kults heute zu Milliarden rücksichtslos "geopfert" werden (Siehe dazu die entsprechenden Erlaubnisse im Katholischen Katechismus, Nr. 2417, Nr. 2418, Nr. 2456 und Nr. 2457). Der Mensch sei nach kirchlicher Lehre dazu beauftragt, durch Töten der Tiere auch ihre Anzahl auf der Erde festzulegen, wie aus entsprechenden Verlautbarungen zur Jagd hervorgeht.
Nach ihrem milliardenfachen grässlichen Tod kommen die Tiere auch nicht in den von der Kirche geglaubten "Himmel", der ausschließlich Menschen vorbehalten ist. (Wie erbärmlich muss es dann dort zugehen und wie herzlos muss es dort sein!)
 

10.) Jesus warnte vor den Schriftgelehrten und Theologen. Er rief: "Weh euch, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat" (Matthäus 23, 27). Jesus wollte niemals Pfarrer und Priester, geschweige denn Exzellenzen (Bischöfe), Eminenzen (Kardinäle) und dergleichen. Keiner ist nach seiner Lehre höher gestellt als der andere.


In der Kirche übernahmen die schriftgelehrten Theologen und Priester die Herrschaft. Sie schufen eine Trennung zwischen dem bestimmenden Klerus und den gehorsamen Laien. Wie in den heidnischen Kulten geben sich die Priester faktisch als Mittler zu Gott aus (im katholischen Kult gelten die Bischöfe offiziell als Stellvertreter des Mittlers "Christus"; vgl. "Der Theologe Nr. 2" über die angebliche Mittlerschaft der Priester). Im Mithraskult nannte man den Leiter der Gemeinde z. B. "Pater", wie später den Pfarrer im kirchlichen Christentum. Nach kirchlicher Lehre ist die Unterwerfung unter den obersten Priester, den Papst, zudem für alle Menschen heilsnotwendig (siehe oben).
 

11.) Jesus hatte ein natürliches Verhältnis zu seinen leiblichen Eltern Maria und Josef. Die geistige Verwandtschaft war ihm aber wichtiger als die Blutsverwandtschaft. So lehrte er: "Wer ist meine Mutter und meine Brüder? ... Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter" (Markus 3, 33.35).


Die Kirche übernahm die heidnischen Legenden von den Jungfrauengeburten antiker Heroen und übertrug sie auf Jesus und Maria. Im Gegensatz zu Jesus führte die Kirche zudem eine Marienverehrung ein. Der Autor Ralph Woodrow schreibt dazu: "Die Erfindung der Marienverehrung der Römischen Kirche als Ersatz für die antike Verehrung der Mutter-Gottheit, ist eines der herausragenden Beispiele, wie das babylonische Heidentum in unsere Tage hineinreicht. Die Tatsache, dass in heidnischen Religionen die Mutter genauso (oder noch mehr) angebetet wird wie ihr Sohn, ist vielleicht der größte Beweis dafür, dass sich Marienanbetung aus der früheren Anbetung der heidnischen Mutter-Gottheit heraus entwickelte!" (Die Römische Kirche - Mysterien-Religion aus Babylon, Marienheide 1992, S. 19; Buch leider vergriffen) Der katholische Marienkult hat mehrere heidnische Vorbilder, z. B. auch die Legenden von Isis und Horus in Ägypten. Und Isis-Statuen wurden in Prozessionen genau so herum getragen wie später die katholischen Marienstatuen.
 

Babylonische GottheitBabylonische Gottheit mit Kind      Isis und Horus Isis mit Horus in Ägypten

12.) Jesus verdiente seinen Lebensunterhalt als Zimmermann, und auch seine Jünger waren überwiegend als Handwerker tätig. Selbst der Kirchenlehrer Paulus lebte noch von seiner Tätigkeit als Zeltmacher (siehe 1. Thessalonicher 2, 9). Alle lebten nach dem Gebot "Bete und arbeite".


Die Kirche verlangt für ihre Hierarchie und für ihren Beamten- und Verwaltungsapparat Abgaben und Steuern vom Volk. In allen Kulturkreisen musste das einfache Volk die jeweiligen Kulte, die mit den Herrschenden im Bunde waren, finanzieren. In der Kirche brauchen die Amtsträger bis heute keiner normalen Arbeit nachzugehen und sie werden auch reichlich für das Beten bezahlt. Die staatlichen Milliardensubventionen (ca. 14,15 Milliarden Euro jährlich aus dem allgemeinen Steueraufkommen) für innerkirchliche Zwecke in Deutschland sind ein Höhepunkt dieser Entwicklung (Näheres dazu in www.stop-kirchensubventionen.de).
 

13.) Jesus lehrte, nicht auf das Verwesliche zu blicken, sondern auf das Unvergängliche, den Geist. Er lehrte einen lebendigen Gott und keine Verehrung von Leichenteilen.


Wie die antiken Götzenkulte entwickelte die Kirche einen aufwändigen und teuren Bestattungs-, Toten- und Reliquienkult, v. a. nach ägyptischem Vorbild. Dort gab es zahllose Grabstätten von getöteten Göttern mit einzelnen Gliedern wie Beinen, Armen oder auch dem Schädel der Verehrten. Für deren angebliche Echtheit wurde gebürgt, so dass die Gläubigen sie verehren konnten (Lies dazu z. B. Alexander Hislop, The Two Babylons, New Jersey 1959, S. 179). Auch im Katholizismus werden an zahllosen Orten vermoderte Leichenteile bzw. blanke Knochen geschmückt, z. B. in Samt eingewickelt und als Reliquien verehrt. Die kirchliche Lehre ist wie die heidnischen Kulte sehr materiebezogen und man lehrt dort auch die Auferstehung des "Fleisches". Die evangelische Kirche leugnet in diesem Zusammenhang sogar die Unsterblichkeit der Seele, sondern ihre Theologen vertreten überwiegend eine so genannte "Ganztod-Theorie" mit späterer Auferweckung (siehe dazu Freie Christen Nr. 6).
 

14.) Auch Jesus lehrte das Gebot "Du sollst nicht ehebrechen".


Beim Gebot "Du sollst nicht ehebrechen" werden in der Kirche viele Ausnahmen gemacht. So werden bei einflussreichen Politikern z. B. auch mehrere Ehen gesegnet und gegebenenfalls wieder für ungültig erklärt.

Eine zweite Form des Ehebruchs ist der Zwangszölibat für Priester, Kleriker und Ordensleute. Diese müssen sich - ähnlich manchen Priestern in heidnischen Kulten - verpflichten, niemals eine Ehe einzugehen. Dies ist ein Bruch der Schöpfungsordnung Gottes. Denn der Schöpfergott hat die Verbindung von Mann und Frau, die einander selbstlos lieben, eine Familie gründen und anderen gemeinsam dienen, gewollt, und er setzte keine Priester ein, die nicht heiraten dürfen.

Kirchliche Amtsträger im Zölibat sehen sich vielfach genötigt, ihre Körperlichkeit zu verdrängen, was hinterrücks zu hetero- und homosexuellen Entladungen in Orgien, Exzessen und Sexualverbrechen z. B. an Kindern führen kann.
 

15.) Im Arbeitsleben soll das Gemeinwohl angestrebt werden. "Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam", heißt es in der Apostelgeschichte über das Urchristentum (2, 44).


Die unbegrenzte Anhäufung von Privatbesitz gilt im kirchlichen Christentum als das Normale. Gemeinwohl-Gedanken werden demgegenüber als gefährliche Ideologien verdächtigt. Bischöfe verdienen ca. 10.000 € monatlich plus zahlreiche weitere Vergünstigungen, und sie werden in Deutschland vom Staat bezahlt. Auch im Einflussbereich der Kirchen geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf. So verdienen einzelne "wiedergeborene" "Jesus-gläubige" Manager in den USA mittlerweile bis zu ca. 1,2 Milliarden € jährlich, mehr als die Volkswirtschaft ganzer Staaten. Währenddessen werden die Arbeitslosen und Armen weltweit immer mehr.
 

16.) Jesus lehrte die Vergebung der Menschen untereinander. Im Vaterunser heißt es dazu: "Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern". In der Bergpredigt mahnt Jesus eindringlich zur Aussöhnung, weil wir sonst für unsere Schuld bezahlen müssen. (Matthäus 5, 23-26). Priester oder Pfarrer braucht es dafür nicht.


Wie in allen Kulten muss nach kirchlicher Lehre der Priester oder Pfarrer im Namen Gottes "vergeben". Ob sich die Menschen untereinander vergeben, ist für den kirchlichen Vergebungs-Kult nicht entscheidend. Vergebung und Um-Vergebung-Bitten ist nicht mehr, wie bei Jesus, ein Friedensschluss zwischen den Menschen, sondern ein kultisches Geschehen zwischen Menschen, Priestern und der Gottheit. Das Sakrament der Beichte bzw. die Ohrenbeichte kann vom Priester auch als ein Machtinstrument gegenüber den Gläubigen eingesetzt werden, was in der Geschichte der Kirche auch vielfach so genutzt wurde.
 


17.) Jesus erklärte den Sinn der Lebensschule Erde: "Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel [gemeint ist hier das Jenseits] gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein" (Matthäus 18, 18). Hier geht es um die innere Freiheit: Alle Schuld und alle Belastungen, die auf der Erde z. B. durch Reue, Vergebung und Wiedergutmachung gelöst werden, werden die Seele auch im Jenseits nicht mehr belasten. Es ist gelöst, und die Betroffenen sind diesbezüglich wieder frei. Wovon sich der Mensch jedoch abhängig macht, daran wird er auch im Jenseits "gebunden" sein, d. h. weiter davon abhängig sein. In Matthäus 16, 19 spricht Jesus davon, dass die Anwendung dieser geistigen Regel der "Schlüssel des Himmelreichs" ist. Der Tod gibt dem Menschen demnach nichts und nimmt ihm nichts. Es geht für die Seele im Jenseits an der Stelle weiter, an dem das Leben im Diesseits beendet wird (vgl. Der Theologe Nr. 2 über den urchristlichen Glauben an Reinkarnation).
 

Die Kirche unterschlägt, dass Jesus mit dem Wort in Matthäus 18 (siehe links) alle Christen angesprochen hat. Sie greift nur die Parallelstelle in Matthäus 16, 19 heraus, wo Jesus diese Gesetzmäßigkeit beispielhaft seinem Jünger Petrus erklärt. In diesem Zusammenhang konstruiert sich die Kirche nun selbst als angebliche "Nachfolgerin" des Petrus und phantasiert, mit diesem Satz hätte Jesus der Kirche als der Nachfolgerin des Petrus eine "Schlüsselgewalt" verliehen. Und diese so genannte Schlüsselgewalt dürften wiederum - wie in allen heidnischen Kulten - ausschließlich die Priester im "Sakrament der Beichte" ausüben.
Die Kirche vertraut dabei darauf, dass die Leute zu dumm sind, um das kirchliche Lügengebäude zu durchschauen und dass sie aus Unkenntnis auf die kirchlichen Manipulationen hereinfallen. So ist nicht einmal sicher, dass Petrus überhaupt in Rom war. Und das angebliche Petrusgrab unter dem Petersdom ist bereits als Legende entlarvt. Doch selbst wenn die angeblichen Knochen des Petrus dort echt wären, würde das den Betrug kaum mildern.

18.) Jesus und seine Jünger waren gekleidet wie das Volk. Sie begründeten auch keine Feste, Bräuche und Traditionen, sondern lebten nach dem Gebot der Nächstenliebe unabhängig von kultischen Vorschriften und Gebräuchen.
Jesus warnte auch vor den Heuchlern, "die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden" (Matthäus 6, 5).


Die Kirche hebt ihre Amtsträger durch besondere Gewänder vom Volk ab.
Kleriker tragen eine Art Frauengewänder, und der Papst zu bestimmten Anlässen z. B. ochsenblutfarbige Schuhe. Ordensleute tragen Kutten und Hauben, womit ihre Frömmigkeit vor allen Leuten dargestellt wird. Auch kann die Verkleidung als ein Symbol dafür gesehen werden, dass diese Menschen etwas zu verbergen haben. Eine spezielle Frisur der Mönche, die Tonsur, hatte die Kirche ursprünglich von den Isis-Priestern übernommen. Praktiken und Gebräuche wie z. B. die Fastenzeit oder andere rituelle Zeiten (wie sie z. B. in Klöstern und kirchlichen Bruderschaften gepflegt werden) stammen ebenfalls überwiegend aus heidnischen Mysterienreligionen. In seinem Buch Salz der Erde (München 2004) schreibt Papst Benedikt XVI. über seine Jugend: "Als später einmal Kardinal Faulhaber in unsere Gegend kam, mit seinem gewaltigen Purpur, hat der mir natürlich ... imponiert, so dass ich gesagt habe, sowas möchte ich werden" (S. 56).
 

19.) Jesus und seine Nachfolger trugen auch keine bestimmten Hüte und Mützen.


Die Kirche hat aus heidnischen Kulten das Tragen von bestimmten Hüten und Mützen übernommen. Z. B. gebraucht man die Tiara und Mitra des babylonischen Fischgottes Dagon für Papst, Kardinäle und Bischöfe.
 

Babylonischer Fischgott        Papst mit Tiara                       Fischgott Dagon mit Mitra         Papst mit Fischgott-Tiara

Links die Tiara von Fischgott Dagon und Papst Innozenz III. mit der Tiara. Rechts Dagon mit seiner Mitra. Und daneben Papst Paul VI. mit der alten Fischgott-Mitra.


20.) Jesus lehrte, alleine Gott die Ehre zu geben. Zu den anderen Göttern sagte schon der Prophet Jeremia: "Man fällt im Walde einen Baum und der Bildhauer macht daraus mit dem Schnitzmesser ein Werk von Menschenhänden, und er schmückt es mit Silber und Gold und befestigt es mit Nagel und Hammer, dass es nicht umfalle. Sie sind ja nichts als Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht reden; auch muss man sie tragen; denn sie können nicht gehen ..." (Jeremia 10, 3-5)
 

Die Heiligenverehrung mit Statuen, Prozessionen, Wallfahrten, Rosenkranz und Reliquienverehrung pflegte man im Isis-, Dionysos- oder Attiskult ganz ähnlich wie später im Katholizismus. Ähnlich den heidnischen Götterstatuen fertigte man in der Kirche-, Christus-, Marien oder "Heiligen"-Statuen, die man z. B. an kirchlichen Feiertagen durch die Straßen trägt. Wie für die "heidnischen Vogelscheuchen im Gurkenfeld" (Der Prophet Jeremia, siehe links) gilt auch für sie: "Sie können nicht reden; auch muss man sie tragen; denn sie können nicht gehen" (Jeremia 10, 5). Und so wie von den kirchlichen Statuen einzelne "Wunder" ausgegangen sein sollen, so war es auch schon bei den Isis-Statuen im Altertum.


21.) Jesus lehrte: "Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft" (Matthäus 6, 7).
 

Die Kirche übernahm demgegenüber ihre Gebete und Litaneien aus entsprechenden heidnischen Religionen, z. B. den Rosenkranz und andere Wiederholungsgebete (ähnlich beim Dionysos-, Isis- und Attis-Kult). Im bekannten Lexikon der religiösen Gegenstände und Gebräuche von Charles Panati heißt es dazu: "In vielen früheren Religionen glaubte man, die häufige Wiederholung eines Gebets würde seine Wirksamkeit steigern. Hundertmal gemurmelt, hatte ... eine Bitte ... bei Gott bessere Chancen auf Erhörung als eine, die nur einmal vorgetragen wurde" (S. 56 f.). Die Kirche hat hier nahtlos angeknüpft.

22.) Für die ersten Christen war Christus ein großer Prophet und der Sohn Gottes, der mit seinem Leben ein Vorbild für uns alle war. Er war ein mächtiger Freidenker, der sich nicht in Institutionen und Traditionen einfangen ließ.

Ein Kruzifix ist ihnen unbekannt, wie der christliche Zeitzeuge Minucius Felix noch 150 n. Chr. bestätigt.


Die Kirche sieht Jesus nicht als Vorbild, sondern als Sühnopfer in einem Opferkult, das mit allerlei Rankenwerk geschmückt wird. So verehrt man v. a. das "Kindlein Jesus" in der Krippe. Dazu übernimmt man am 25.12. das Geburtsfest des Gottes Mithras für den katholischen Weihnachtskult. Weiterhin verehrt man das Kruzifix, vergleichbar dem Attiskult, wo der Gott ebenfalls an einen Pfahl geheftet und umher getragen wird.
Verhöhnung von Christus Nach Ansicht von Religionssoziologen symbolisiert der Gekreuzigte (Foto: Eine Darstellung aus dem Vatikan) tiefenpsychologisch die Botschaft: "Wir haben diesen Mann besiegt" - ähnlich archaischen Kriegerstämmen, wo z. B. im Kult die getöteten Gegner aufgespießt wurden bzw. ihre Köpfe bei Prozessionen triumphierend herum getragen wurden.
 


23.) Jesus stieg niemals auf eine Kanzel, um zu den Menschen zu sprechen.
 

Die Kirchen übernahm die Kanzeln aus dem Heidentum. Eine Kanzel war vor allem in der Isisreligion üblich. Die Isis-Priester predigten von dort zum Volk.

24.) Jesus benötigte niemals einen Altar.


Die Altäre übernahm die Kirche aus dem Judentum und den antiken Heidenkulten. Dort wurden z. B. die Tiere bestialisch geschlachtet und dem jeweiligen Gott geweiht. In einem gültigen katholischen Altar muss z. B. eine Reliquie eingearbeitet sein, die den heidnischen Fetischen (Amulette, die mit der Gegenwart der Gottheit in Verbindung gebracht werden) gleicht. Die bis heute bedeutsame katholische Tradition der Altarbilder stammt aus dem Mithraskult.
 


25.) Jesus sprach: "Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht" (Matthäus 23, 12). Er warnte vor den Priestern und Theologen. "Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen" (Vers 4). Und: "Sie sitzen gern obenan bei Tisch ... und haben´s gern, dass sie auf dem Markt gegrüßt werden" (Vers 6).
 

Die katholischen Würdenträger fordern die Menschen gerne zum Verzicht und zum "Gürtel-Enger-Schnallen" auf. Die staatlichen Subventionen an die Kirchen lassen sie jedoch nicht antasten. Bei Hilfsaktionen ruft man dann die Menschen zum Geben auf und schmückt sich dann mit den Gaben ihrer Mitglieder. Das milliardenschwere Kirchenvermögen lässt man aber immer unangetastet, und so mancher Papst hinterließ auch privat ein Millionenvermögen (z. B. Pius XII., 80 Millionen DM).
Bei öffentlichen Veranstaltungen sitzen die Priester auf dem vordersten Platz und bei der Begrüßung der Gäste bei öffentlichen Veranstaltungen in Deutschland müssen die "hochwürdigen" Priester immer zuerst genannt werden. In ganz Deutschland gilt als gesellschaftliche Gepflogenheit bei den Begrüßungen: Kirchenvertreter zuerst, dann die Politiker, dann die anderen. (Man könnte deshalb vermuten: Offenbar erst die "Schlimmsten", dann würde es von Stufe zu Stufe etwas besser.)

26.) Jesus warnte vor den Herrschern: "Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener" (Matthäus 20, 25-26).


Die Kirche hängt sich meist an die Herrscher
. Es begann damit, dass der bis heute kirchlich verehrte Kaiser Konstantin (+ 337) der Kirche den Weg zur einzigen Staatsreligion ebnete (ab 380). Das Konzil von Nizäa, das z. B. die bis heute verbindliche kirchliche Lehre über die angebliche Dreieinigkeit festlegte, wurde von ihm geleitet und stand unter seinem direkten Einfluss. Der bekannte Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek erklärt dazu: "Auf der Synode von Nizäa im Jahre 325 erschien der Kaiser im Sonnenkleid der Mithras-Religion, frenetisch gefeiert von den Bischöfen (in Augsburg am 1.3.2004 während einer Veranstaltung zum Thema "Spart euch die Kirche"). Konstantin war ein kriegerischer Gewaltherrscher und brachte auch Konkurrenten sowie seine Frau Fausta und seinen Sohn Crispus um.

Auch die Päpste selbst lassen sich z. B. - vergleichbar den ägyptischen Pharaonen - als "Stellvertreter Gottes" huldigen und wie diese auf Sänften umhertragen. Die Papst-Sänfte wurde seit Johannes Paul II. aus praktischen Gründen motorisiert. Seither werden die früheren Sänften und ihre Träger durch das "Papamobil" mit schusssicherem Panzerglas und mitlaufende Leibwächter ersetzt.

Papst und Pharao

Links Papst Paul VI. auf der Sänfte und seine Träger,
rechts der Pharao auf der Sänfte und seine Träger
 

27.) Jesus von Nazareth über die Klarheit: "Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen" (Matthäus 5, 37).


Um keine gesellschaftliche Lobby zu verärgern und damit weitere Kirchenaustritte zu riskieren, macht die Kirche meist viele Worte im "Wenn und Aber", oder sie redet von zeitbedingten "Entwicklungen". Dazu ein Beispiel: Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, zur Haltung der Kirche zur praktizierten Homosexualität: "Wir haben eine Wegstrecke zurückzulegen, und die Stationen sind: vom 'Nein' über das 'Nein, aber' zum 'Ja, aber' bis zum 'Ja" (Bild, 22.5.2009). Zwar klingt das nach einem "Ja", doch der Kirchenführer sagt offenbar nicht, an welchem Ort der "Wegstrecke" sich die Kirche befinde. Tatsächlich gibt es in der Kirche massive Befürworter und massive Gegner einer praktizierten Homosexualität, welche der Kirchenführer als Mitglieder halten will.
 

28.) Jesus ist auferstanden. Es gibt kein Grab, zu dem man pilgern könnte und keine Reste seines Körpers mehr auf der Erde.


Die Kirche klammert sich  - vergleichbar den heidnischen Kulten und ihren Göttern - an angebliche Reste der körperlichen Erscheinung von Jesus
und damit in Zusammenhang stehende Kultgegenstände. Im Urchristentum verehrte man bewusst keine Bilder, um sich vom Heidentum abzugrenzen. Anders die Kirche: So soll auf dem Turiner Grabtuch, einer Fälschung aus dem Mittelalter, das Gesicht von Jesus abgebildet sein. Ebenfalls auf dem genauso gefälschten Schweißtuch der Veronika, mit dem der Schweiß des sterbenden Jesus abgewischt worden sein soll und das 400 Jahre später plötzlich "gefunden" wurde (von diesem Schweißtuch gibt es sehr viele: eines im Vatikan, eines im Dorf Manopello (es wurde von Benedikt XVI. am 31.8.2006 deshalb besucht) usw.; ein angeblicher Teil des Tuches gehört auch zum Aachener Domschatz usw. Und nachdem man im 4. Jahrhundert plötzlich auch das Kreuz "gefunden" hatte, an dem Jesus hingerichtet wurde und es in Splittern auf der ganzen Welt verteilte, könnte man heute durch die Zusammensetzung dieser Splitter "mindestens ein großes Schiff" bauen (Der Historiker Horst Herrmann in: Spiegel online, 1.9.2006).
 


wird fortgesetzt
 
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Nachwort

Der "wiederkommende Christus" -
 der größte Feind der Kirche?

„Jesus kommt wieder“, heißt es im Bekenntnis der Kirchen. Doch wehe, er käme wirklich! Es reicht der gesunde Menschenverstand, um sich klar darüber zu werden, dass er die kirchlichen Dogmen, Bekenntnisse, Riten und Zeremonien nicht segnen oder befürworten würde. Auch würde er nicht in den Vatikan reisen, um sich bei seinem angeblichen Stellvertreter zu bedanken, dass der Papst und seine Vorgänger so „tapfer“ die Stellung in den letzten 2000 Jahren gehalten hätten.
 
Wenn er auf leisen Sohlen kommen würde, würde er vielleicht als erstes freundlich darauf hinweisen, dass man sein Leben als Jesus von Nazareth ganz falsch verstanden hat. Und er würde um entsprechende Korrekturen der kirchlichen Lehre bitten. Doch schon mit dieser Bitte würde er sich sogleich zum Gegner dieser Kirche machen. Denn die kirchliche Lehre ist nun mal in ihren wesentlichen Grundlagen „unfehlbar“ und keiner Korrektur mehr zugänglich (vgl. das Unfehlbarkeitsdogma von 1870; siehe dazu Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 85). Dies gilt für die römisch-katholische Lehre, doch im Kern auch für die evangelische. Beide Kirchen lehren, dass sich Gott in der Bibel abschließend und letztverbindlich geäußert haben soll. Ein wiederkommender Christus darf also nicht mehr sagen als das, was nicht schon sowieso in der Bibel steht. Ein Mann, der fortlaufend Bibelstellen zitiert. Das könnte man vielleicht durchgehen lassen.  Aber nicht mehr. Sonst hätte sich die Kirche ja seit 1.700 Jahren geirrt. Und das darf niemals sein.

Wenn Jesus also wiederkommen würde, selbst wenn er am Anfang sehr vorsichtig ist, dann wäre der Konflikt mit den Großkirchen unausweichlich. Denn diese müssten auf ihn hören, wenn sie wirklich die Kirche „Jesu Christi“ wären, wie sie immer wieder behaupten. Doch sie werden mit Sicherheit nicht auf ihn hören. Zu vieles haben die Kirchen im Laufe ihrer Geschichte schon aufgebaut, was zu Jesus von Nazareth im Gegensatz steht (siehe oben und die weiteren Themen in der Schriftenreihe des "Theologen"): Die ganzen Lehre vom gerechten Krieg bis hin zur Seligkeit durch Glauben, obwohl Jesus immer wieder vom rechten Tun sprach. Dann die Dogmen, von denen Jesus nie sprach und die Sakramente, die er nie einsetzte. Die Kirchenhierarchie und den Beamtenapparat, die Konkordate und Staatsverträge, die Schatzkammern und die vielen Reliquien, die riesigen kirchlichen Rechtssammlungen, viele tausend Seiten von Kirchenjuristen aller Generationen geschrieben; dann die Tradition, das Schaugepränge und Brimborium, das „Gehabe“ und „Getue“ der Amtsträger, die Weltjugendtreffen und Kirchentage für die Jugend usw. usf. Doch was hat das alles mit Christus und mit Gott zu tun? Gott sei geheimnisvoll, so die Herren der Kirche. Und die Kirche rechtfertigt ihr ganzes Treiben mit diesem angeblichen „Geheimnis Gottes“, das niemand lüften könne, dem sie aber, die Theologen der Kirche am nähesten kämen. Doch man müsse dieses Geheimnis ja auch gar nicht lüften. Denn es genüge der Glauben der Menschen, dass die Kirche durch ihre Predigten und Sakramente ihnen, den Gläubigen, den Himmeln vermitteln könne, auch wenn sie vieles davon gar nicht verstehen (vgl. dazu Der Theologe Nr. 32).
Doch was wird sein, wenn Jesus wiederkommt und das „Geheimnis Gottes“ endlich lüftet? Was ist, wenn er den Menschen alles Wichtige erklärt? Schon kleine Widersprüche zur kirchlichen Lehre würde ihn zum „Irrlehrer“ machen, vor dem man warnt. Denn würden ihm die Leute glauben, wäre mit seinem Wiederkommen auch das Ende der kirchlichen Macht gekommen. Das weiß die Kirche, und deshalb hat sie Angst vor ihm. Doch so schnell würden sich die Herren der Kirche und ihre Helfer nicht geschlagen geben. Mit Zähnen und Klauen würden sie um ihre Institution kämpfen, um ihre Macht und um ihre Privilegien; wie immer in den letzten 2000 Jahren. Jesus kommt wieder. Wo käme denn die Kirche da hin, wenn da plötzlich einer wäre, der ihr widerspricht!

So würde Jesus, wenn er nicht mehr vorsichtig wäre, wohl dem Papst in Rom die Maske vom Gesicht ziehen. Und er würde wohl wieder seine „Wehe-Rufe“ aussprechen, wie gegenüber den Theologen und Schriftgelehrten seiner Zeit. „Weh euch, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen“ (Matthäus 23, 13). Und die Heuchler mit ihrem Stehkragen und dem Kreuz um ihren Hals und an ihren Jacken würden sich wieder zusammensetzen und beratschlagen, wie sie ihn beseitigen können: den „Sektenführer“, den „selbsternannten Christus“, den „falschen Propheten“, den „falschen Christus“, den „totalitären Guru“, den „Scharlatan“, den „falschen Heilsversprecher“.  Sogar einen untrüglichen „Beweis“ würde man führen, um Christus zu „entlarven“. Der Beweis wäre: Christus hält sich nicht an die kirchlichen Dogmen und Bekenntnisschriften. Diese aber enthalten die bewährte Tradition zahlloser Generationen. Und, was noch schlimmer sei: Dieser vielleicht sogar „Verrückte“ hält sich nicht einmal an ihre Bibel. Er würde sich dort nur die Stellen herauspicken, die ihm genehm sind. So wie er es schon als Jesus von Nazareth gemacht hatte, als er damals der heiligen Überlieferung widersprochen hatte, und als er den damaligen Theologen seine Worte entgegen rief: „Ich aber sage euch ...“
Sollte er sich das noch einmal getrauen? Die Bibel gelte doch in allen Konfessionen als weltweit unbestrittene „Grundlage der gesamten Weltchristenheit“, so die Experten der Kirche. Und die Dogmen und Bekenntnisschriften der Konfessionen seien doch die einzig rechtmäßigen Auslegungen der Bibel. Dagegen kommt der wieder gekommene Christus nicht an: Ein „Wichtigtuer“ sei er, vermutlich psychisch sehr krank und von „wahnhaften Größenphantasien“ getrieben. „Ich aber sage euch ...“ - Wo käme die Kirche denn da hin, wenn einfach einer aufsteht und sagt: „Ich aber sage euch“? Einfach nicht Ernst nehmen, gerade gut genug für das unterhaltsame Kaffeegespräch bei einem Stück Kuchen nach der Kirchenkonferenz. Ja, viel zu viel habe man sich schon mit diesem „armen Schwein“ beschäftigt. Viel zu viel Aufmerksamkeit habe er schon bekommen. Wir beten noch kurz für ihn, und wenn der dann nicht Ruhe gibt, wird die Polizei geholt. Zum Wohl allerseits.

Sollte er aber trotz dieser Verleumdungen in der Bevölkerung gut ankommen, würde die Kirche das nicht einfach hinnehmen. Denn sie verfügt über viele Mittel und Wege. Falls er also wieder als erfolgreicher und beliebter Zimmermann arbeiten würde, würde man dazu aufrufen, diesem „Sektenbetrieb“ keine Aufträge zu geben. Auch die Verantwortlichen der Handwerkermesse würde man „warnen“, so dass er dort gar keinen Stand bekommt. Keine Zeitung soll Werbeanzeigen von ihm veröffentlichen. Man könne die Absage ja damit begründen, seine Lehre sei nicht mit den Geschäftsgrundlagen des jeweiligen Verlags vereinbar.
 
Die Kirche hat überall ihre Leute sitzen, das würde auch ein wiederkommender Christus zu spüren bekommen. Und so könnte sie an allen Stellen versuchen, über ihren Kritiker, den Christus, entsprechend „aufzuklären“ oder, wo man das als notwendig erachten würde, politisch oder juristisch gegen ihn vorzugehen oder eben einfach die Polizei anzurufen. Und die maßgeblichen Politiker würden wieder respektvoll vor der Macht der Kirche buckeln. Denn wie sagte doch einer der Kirchenführer unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Seine Worte lauteten wie folgt: „Dass die Kirche sich nicht umzustellen braucht, empfinden sicherlich die meisten als einen Abglanz der Ewigkeit“ (Dekan Georg März aus Würzburg, zit. nach C. Vollnhals, Evangelische Kirche und Entnazifizierung, München 1989, S. 134). Tief durchatmen. So war es, und so ist es, und so würde es immer sein. Die Kirche ist der Abglanz der Ewigkeit. So denken die Herren der Kirche und glauben, dass sie ewig so weitermachen können.

Nahezu 2000 Jahre sind die Herrschenden und Regierenden gekommen und wieder gegangen. Die Kirche aber blieb - an der Seite der gegenwärtigen oder - klug vorausschauend - der künftigen Machthaber. Und immer wieder ließ sie sich mit Reichtum, Privilegien und Vergünstigungen beschenken. Doch immer wenn sich durch einen Propheten der Himmel ein Stück weit auf die Erde neigte, begann der Stuhl Petri in Rom unmerklich ins Wanken zu kommen, und seine vielen kleinen evangelischen Schemel würden erzittern. Doch wenn Christus käme, würde der Stuhl vielleicht für alle sichtbar wanken, und die einzelnen Schemel würden der Reihe nach umfallen! Welche Gefahr könnte von dem wiederkommenden Christus ausgehen? Es gibt keine größere Gefahr für die real existierenden Kirchen. Wehe, er käme. Wehe, er käme wirklich noch ein zweites Mal! Wehe, wehe! Wurde er nicht ans Kreuz genagelt? Hat er nicht freundlicherweise nach seiner Auferstehung weitgehend geschwiegen? Hat man nicht die „ketzerischen“ Christus- und Gottespropheten in den letzten Jahrhunderten erfolgreich zum Schweigen gebracht? Hat sich die Kirche nicht immer erfolgreich gegen „Häresien“, „Ketzereien“ und „Sekten“ gewehrt und diese immer „unschädlich“ gemacht? Würde er jetzt selber tatsächlich wiederkommen? Will er die Kirche gar zum „Endkampf“ provozieren?

Die Kirche braucht keinen wiederkommenden Christus. Die Kirche ist eine mächtige Institution geworden, die mächtigste Institution des gesamten Erdkreises. Sie ist kein Tummelplatz mehr für versponnene Wanderprediger. Die Kirche hat die Bibel. Die Kirche hat die Dogmen, und ihre Gläubigen sprechen Woche für Woche das apostolische Glaubensbekenntnis. Und die Kirche hat den Papst. Sein „Urbi et Orbi“ dringt machtvoll in alle Paläste dieser Erde und auch in die letzte Hütte am Rande der Zivilisation. Und wie die Menschen ihm zujubeln, wenn er wieder und wieder zu ihnen kommt. Kein Geld ist ihnen für den Papst und seinen Hofstaat zu schade. Dieser Mann gibt ihnen Hoffnung. Er ist ihnen Vorbild. Und er gibt ihnen Kraft, auch den Evangelischen. Und natürlich nimmt die Kirche auch ihn, den Christus, liebevoll in ihre Obhut. Sie hat ihn sich genommen als schweigenden Gott. Hilflos lallend in der Krippe oder zum Schweigen gebracht am Kruzifix. Dort habe er uns erlöst. Das muss reichen. Wehe, er würde sich tatsächlich getrauen, noch einmal zu kommen ... 

                                 
 Literatur u. a.:
- Karlheinz Deschner, Abermals krähte der Hahn, 1962, btb-Taschenbuch im Goldmann-Verlag 1996
- Robert Kehl, Die Geheimnisse der Kirche, Zürich 1977
- Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?, Verlag Das Wort, Band 1, Marktheidenfeld 2005, Bände 2 und 3, 2006 (je Band für nur 5,00 € + Versand; 09391/504-135)

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 25: "Die Kirche - ein totalitärer Götzenkult", Wertheim 2006, zit. nach www.theologe.de/kirche_verrat-an-jesus-christus.htm, Fassung vom 25.1.2010

 

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