DER THEOLOGE
Nr. 65
Esst kein Fleisch, hört auf damit!
Die Hungerkatastrophen der Menschen und das Leid der Tiere
Eine der
größten Sünden kosmischen Ausmaßes in dieser Generation ist der immer
brutalere Umgang der Menschen mit den Tieren, die Entwicklung der Massentierhaltung und
die Steigerung des Fleischkonsums der reichen Menschen ins
Unermessliche. Der Aufbau der Fleischindustrie für die Reichen ist
gleichzeitig hauptverantwortlich für die Hungersnöte der Armen, da z. B.
Nahrungsmittel als Futtermittel zur Mästung von
"Vieh"
in den staatlich subventionierten Massentierhaltungen eingesetzt wird.
Gleichzeitig ist die Fleischindustrie der Hauptwasserverschwender der Erde und
der Hauptgrund für die nicht mehr abwendbare Klimakatastrophe, z. B. durch
Abholzung der Regenwälder für die Schlachtviehzüchtung und deren Ernährung.
Welt.de
schreibt am 25.5.2012:
"Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch
in Brasilien erzeugt genauso viel klimaschädliches Kohlendioxid wie eine
1.600 Kilometer lange Autofahrt."
Demgegenüber verursacht die Produktion von 1 kg Tofu Kohlendioxid einer
Autofahrt von 19 km. Doch das ist nur ein einzelner Aspekt. Es gibt noch viele Gründe
mehr, die belegen, dass es nicht nur heißt
"Fleisch
frisst Tiere",
sondern auch
"Fleisch
frisst Menschen",
so auch der Titel einer interessanten
ARD-Dokumentation
aus den
80er-Jahren. Und es heißt weiter:
"Fleisch
zerstört den ganzen Planeten".
Mehr Details dazu z. B. in den unten vorgeschlagenen
Links.
Dabei wird das
"produzierte"
Fleisch nur teilweise von den Reichen und dem noch existierenden Mittelstand
gegessen. Millionen
Tonnen können nicht fristgerecht verkauft werden und
landen auf dem Müll. Die unermessliche Qual der dafür getöteten Tiere kommt
dann also nicht einmal dem Gaumen und der Ernährung von Menschen zugute,
sondern verschlingt nur Steuergelder. Beispiele dafür finden sich
mittlerweile im Internet vielfach. Hinzu kommt, dass große Nahrungsmittel-,
Pestizid-, und Genmanipulations-Konzerne weltweit Ernährungsgrundlagen von
einfachen Bauern zerstören, z. B. durch legalisierte Vertreibungen, um immer
mehr Menschen von ihrem mit Gift behandelten und genveränderten
"Massen-Food"
abhängig machen zu können. Dies nennt sich dann vielfach
"Bekämpfung
des Hungers".
In
Der Theologe Nr. 31
haben wir auf die kirchliche Verantwortung dieser verheerenden Entwicklung
hingewiesen, die auf den Kollaps dieser Zivilisation hinaus läuft. Letzteres sagen nicht wir, sondern anerkannte
Wissenschaftler. Obwohl eines der Zehn Gebote heißt
"Du
sollst nicht töten"
und Tiere davon nicht ausgenommen sind, und obwohl die Schöpfungsordnung
Gottes, von der es heißt, sie sei
"sehr
gut",
Pflanzennahrung für Mensch und Tier vorsah
(1. Mose 1, 29),
lehren die institutionellen Großkirchen den Fleischkonsum und berufen sich
dazu bis heute unter anderem auf den so genannten
"Fluch
der Urzeit"
(1. Mose 9, 2)
- einem Fluch
also, den die damaligen Priester ebenfalls
"Gott"
unterschoben haben, obwohl dieser ganz andere Gebote für das Leben auf der
Erde gegeben hat. Die Folgen dieses Fluches werden nun von Jahr zu Jahr
deutlicher und schlimmer.
Foto rechts: GNU-Lízenz für freie Dokumentation, Jens Jäpel, 2006
Die eiskalten
Theologen der Kirche verneinen dabei auch, dass Tiere genauso Schmerzen und
Ängste empfinden können wie der Mensch, weil sie unfähig sind, sich in Tiere
einzufühlen. Dies führte und führt dann zu einer der vielen Unwahrheiten der
kirchlichen Lehren mit schlimmen Folgen. Die Fakten und Argumente dazu sind in
Fachartikeln vielfach dargelegt und werden in dieser Ausgabe des
Theologen nicht wiederholt.
Die zu Beginn genannten Links zu Artikeln aus dem Verlag Das Weisse Pferd enthalten in
der Summe jedoch einen guten vorläufigen Überblick über die Thematik.
In dieser Theologen-Ausgabe veröffentlichen wir in Teil 1 in
Nachrichtenform beispielhaft weitere Fakten zu dem Thema, die in den
dringenden Aufruf münden:
"Esst
kein Fleisch, hört auf damit!"
In Teil 2 der Ausgabe legen wir das Desaster in einigen Artikeln dar: Zunächst
etwas ausführlicher am Beispiel des so genannten
Sojabooms Anfang des 21. Jahrhunderts. Im Anschluss
daran beleuchten wir die verfehlte europäische Agrarindustrie am Beispiel
einer so genannten "Mäuseplage".
Und schließlich geht es um die Plünderung der Wasserreserven der Erde durch
den Fleischkonsum und eine Presseveröffentlichung mit der Überschrift Nur
Vegetarier können die Welt noch retten.
TEIL 1
Links
Nachrichten
Amokläufer aus Emsdetten ging schon als Jugendlicher
auf die Jagd
Friedlicher kleiner Bulle auf Suche nach
geschlachteter Mutter von Jägern abgeschossen
Schlachter ersticht Freundin,
Jäger
erschießt Nachbarn
Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt
(Tolstoi): Metzger und Jäger zielte mit Waffe
auf Sohn
Anderer Metzger verspeist Fleisch eines Mädchens /
Koch zerstückelt Kollegen
Wissenschaftler
contra Fleischkonsum
2012 - Das Jahr der Tiere
Luxusprodukt Fleisch
verschlingt Wasserreserven der Erde
"Fehlbetäubte" Rinder und Schweine sterben unter
entsetzlichsten Qualen
Massentierhaltung und zusätzliche
Gülleeinfuhren vergiften Wasser in Niedersachsen
450 Hühner pro Minute: Besuch auf dem
größten Tier-Exekutions-Hof in Niedersachsen
"Fleisch und Spiele" - SV Werder Bremen,
Fußball und Tiermast in der endzeitlichen Zivilisation
USA: Ein Luxus-Dinner für die Armen?
Massentierhalter weitgehend von
Kosten für Energiewende befreit
Es treibt auf den Kipppunkt zu: Noch
nie verzehrten die Menschen mehr Fleisch als 2012
CDU-Politiker verhöhnt
Vegetarier-Tag / CDU-Wahlkampf in Niedersachsen gegen Tiere
Gibt es tiergerecht erzeugtes
Schweinefleisch? - Besuch bei "glücklichen Schweinen"
Der industrielle Massenmord an
Tieren wird auf die Spitze betrieben
Verbesserung der Natur? Auch das
Saatgut wird korrumpiert
TEIL 2
2.1.
Der Sojaboom und seine Folgen
2.2.
Die zerstörerische Agrarindustrie und die Feldmäuse
2.3.
"Nur Vegetarier können die Welt noch retten"
2.4.
Kinder als Kriegsopfer und an Hunger und Durst sterbende Kinder
Hier einige Links aus dem Verlag "Das Weisse Pferd":
http://www.das-weisse-pferd.com/00_19/toeten_fuer_gaumenlust.html
http://www.das-weisse-pferd.com/01_03/welternaehrung.html
http://www.das-weisse-pferd.com/01_03/welternaehrung2.html
http://www.das-weisse-pferd.com/01_04/vegetarier.html
http://www.das-weisse-pferd.com/02_10/krank_durch_fleisch.html
http://www.das-weisse-pferd.com/03_11/fleisch_gefaehrliche_ernaehrung.html
http://www.das-weisse-pferd.com/04_06/fleisch_regenwald.html
21.11.2006
-
Amokläufer von
Emsdetten ging schon als Jugendlicher auf die Jagd
- Einmal mehr
scheint sich das Wort von Leo Tolstoi zu bestätigen: "Vom Tiermord zum
Menschenmord ist nur ein Schritt". Spiegel online berichtet, dass
Sebastian B., der Amokläufer von Emsdetten,
früher von Erwachsenen oft "zur Jagd" mit genommen wurde (21.11.2006). Zudem
tauchte er in eine Gewalt-Welt im Computer ab. Wie durch ein Wunder gab es bei
dem Amoklauf des 18-Jährigen in seiner ehemaligen Schule, der
Geschwister-Scholl-Realschule, außer dem Täter selbst
keine Toten. Menschen- und Tierrechtler
fordern seit langem die Abschaffung der Jagd, weil dafür angebliche "ökologische" Gründe nur
vorgeschoben werden und es letztlich um die Lust am Töten geht. Vgl. dazu auch
"Der Theologe Nr. 7", Teil 4: Mensch und Tier:
Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum.
25.3.2008 -
Kleiner Bulle suchte
verzweifelt nach seiner geschlachteten Mutter: Jäger knallen das friedlich
grasende Jungtier ab
- Ein Ereignis aus Sachsen-Anhalt mit
Bildern siehe bei
http://www.bild.de/BILD/news/t/2008/03/25/bulle-erschossen/galloway,geo=4098400.html#
- es macht an einem Beispiel den Wahnsinn von Massentierhaltung und Jagd
deutlich. Wie sich dies alles im kirchenchristlichen Abendland entwickelte,
siehe in
Der Theologe
Nr. 7.
18.6.2008 -
Schlachter
ersticht Freundin und deren Mutter / Jäger erschießt Nachbarn -
Jeden Werktag schnitt ein Mann im
Schlachthof unschuldigen Tieren die Gurgel durch. Am 17.6.2008 stach er dann
mit dem Messer auf Hals und Kopf seiner Freundin ein und auf deren Mutter
und deren Lebensgefährten. Der Mann überlebte schwer verletzt. Die beiden
Frauen verbluteten (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,560176,00.html).
Erst vor einigen Tagen richtete in Gründau im Main-Kinzig-Kreis in
Unterfranken ein 37-jähriger Jäger seinen Jagd-Revolver im Streit auf seinen
Nachbarn. Der Nachbar wurde mit den gleichen Kugeln erschossen wie zuvor die
unschuldigen Tiere in Wald und Flur (http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=15662&key=standard_document_34460252).
PS: Auch der Nachbar war Jäger.
20.1. / 4.2.2009 -
"Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt" (Leo Tolstoi)
- Metzger und Jäger zielt mit Waffe auf Sohn / Britische Soldaten beißen
lebenden Hühnern Kopf ab / Anderer Metzger verspeist Fleischstücke eines von ihm
ermordeten Mädchens / Und ein Koch zerstückelt den Körper seines Ex-Kollegen /
Soldaten trinken Schlangenblut - Der Satz des
russischen Schriftstellers Leo Tolstoi "Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur
ein Schritt" hätte sich einmal mehr beinahe
bei einem Familiendrama in München bewahrheitet. Der Metzger und
leidenschaftliche Jäger Jakob K. muss sich vor Gericht wegen versuchten Mordes
verantworten. Der sowohl berufs- als auch hobbymäßige Tiertöter erklärte
demgegenüber, er wollte seinen Sohn nur erschrecken.
Siehe dazu
http://www.tz-online.de/de/aktuelles/muenchen/artikel_56663.html
Vgl. dazu auch die Filmaufnahmen Britische Soldaten beißen lebenden Hühnern den
Kopf ab unter
http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2009/01/21/soldaten-beissen-lebendigen-huehnern-kopf-ab/brutales-training-in-britischer-armee.html
sowie den Artikel über das Trinken von Schlangenblut durch thailändische und
US-Soldaten:
http://www.bild.de/BILD/news/2009/02/14/usa-soldaten-im-ueberlebenscamp/trinken-kobra-blut.html
Ein weiteres Verbrechen: In St. Petersburg in Russland hat sich der
Satz von Tolstoi dann bewahrheitet. Ein Metzger ermordete mit seinem Freund
ein ihm bekanntes Mädchen, verspeiste danach "den linken Wadenmuskel und Teile
der linken Hüfte". Das Fleisch wurde zusammen mit Kartoffeln im Ofen gebacken.
Der Grund: Die beiden waren hungrig (Bild, 4.2.2009). Gegen den Metzger
wurde früher auch wegen Tierquälerei ermittelt.
Und ein weiteres furchtbares Verbrechen in Deutschland: Leichenteile eines Kochs
wurden in der Isar gefunden, zuerst die Arme ohne Fingerkuppen. Der Kopf soll im
Inn liegen, irgendwo in Tschechien Rumpf und Beine. Der Mann wurde zerstückelt.
Wie sich herausstellte ebenfalls von einem Koch, dem ehemaligen Chef eines
Wirtshauses "Jägerwirt", der sonst das Fleisch von Tieren zerstückelte
(http://www.bild.de/BILD/muenchen/aktuell/2009/02/05/grusel-moerder/der-taeter-ist-gefasst.html).
Untersuchungen darüber, wie das Schlachten und Zerlegen von Tieren die
Hemmschwelle senkt, Menschen zu schlachten und zu zerlegen, sind längst
überfällig.
22.11.2009 -
Wissenschaftler
contra Fleischkonsum -
http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/wissenschaftler-gegen-fleisch
28.11.2011 -
2012: Das Jahr der
Tiere - Nach dem chinesischen
Kalender steht jedes Jahr im Zeichen eines Tieres. 2011 war das Jahr des
Hasen, 2012 gilt als Jahr des Drachen, in dem visionäre Veränderungen
erfolgen sollen. Dies ist am dringendsten notwendig beim Umgang der Menschen mit
den Tieren. Eine Hilfe dazu ist für manchen, einmal einzelne Tiere speziell zu beachten (wie z.
B. die Dohle als Vogel des Jahres 2012, den Hirschkäfer als Insekt des
Jahres 2012, das Neunauge als Fisch des Jahres 2012 und die Fledermaus als
"das Internationale Tier des Jahres 2012, nachdem sie bei der UN bereits
"Tier des Jahres" 2011 war). Dabei muss die grundsätzliche Haltung eine völlig
andere werden - auch im Interesse des Ego-Menschen selbst. Denn auch was der Mensch
den Tieren antut, fällt früher oder später auf ihn selbst zurück.
22.3.2012 -
Todbringendes Luxusprodukt "Fleisch"
verschlingt Wasserreserven der Erde. Zigtausende von Menschen verhungern und
verdursten
- Focus.de schreibt anlässlich des so genannten
"Weltwassertags" am 22.3.2012: "Ein Westeuropäer verbrauche im Schnitt nicht
nur die 130 ´greifbaren` Liter pro Tag, sondern satte 4000 Liter.
Besonders groß sei der Wasserbedarf für ein Kilogramm Rindfleisch mit etwa
15.000 Litern, die etwa für Futter und die Schlachtung der Tiere sowie
die Reinigung in der Lebensmittelindustrie gebraucht würden."
Dabei gilt das Gebot "Du sollst nicht töten" gilt auch gegenüber Tieren.
Würde es in dieser Weise befolgt, würden sich die Lebensbedingungen auf dem
Planeten Erde grundlegend verbessern.
Ebenfalls am 22.3.2012 ist in bild.de zu lesen: "Dürren,
Überschwemmungen und Mangel an Trinkwasser könnten in den kommenden
Jahrzehnten nach Ansicht von US-Geheimdiensten Instabilität und Konflikte
schüren. Vor allem Entwicklungsländer bekommen angesichts des
Klimawandels Probleme mit der Versorgung ihrer wachsenden Bevölkerung mit
Trinkwasser."
Siehe dazu auch die ntv-Präsentation Weltweit wird das Wasser knapp
unter
http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/politik/Wenn-das-Wasser-knapp-wird-article13668.html
Nur ein Beispiel aus der ntv-Dokumentation über die
apokalyptische Zuspitzung: "So standen
vor gut 20 Jahren im Nahen und Mittleren Osten pro Person 17.000 Kubikmeter
Trinkwasser zu Verfügung. Heute ist es nur noch die Hälfte, bis 2050 dürfte
sich der Wert abermals halbieren."
Hauptgrund für die Wasserkatastrophe: Fleisch!
Ein weiteres Beispiel: Für den Fleischbedarf eines einzigen Hamburgers
wurden 2400 Liter Wasser verbraucht.
Siehe auch den Artikel zum Wasserverbrauch
unten: "Nur Vegetarier können die Welt noch retten".
21.6. / 22.6.2012 -
Nur für den
Gaumengenuss: Rinder und Schweine werden vielfach "fehlbetäubt" und
unter schwersten Qualen
in den deutschen Schlachthöfen abgestochen
- "Die Fehlerquote beim Schlachten von Rindern liege teils bei über neun
Prozent", so eine Untersuchung der Bundesregierung. "Bei Schweinen liege die
Fehlbetäubungsrate bei handgeführten elektrischen Anlagen bei bis zu 12,5
Prozent. Selbst bei automatischen Anlagen betrage sie noch 3,3 Prozent."
"Bis zu 750 Schweine durchlaufen pro Stunde die Betäubungsanlagen eines
Schlachthofes. Damit blieben fünf Sekunden für das fachgerechte Töten der
Tiere, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf die Grünen-Anfrage.
Bei Rindern seien es 80 Tiere pro Stunde, womit rund 45 Sekunden je Tier für
das Töten blieben" (spiegel.de, 21.6.2012) - Leid, Leid, Leid ohne
Ende. Schmerz, Schmerz, Schmerz ohne Ende. Auch für die betäubten Tiere.
Doch erst recht für die "fehlbetäubten". Nur für den Gaumengenuss und mit
kirchlichem Segen. Die meisten Schlächter halten die Qualen, die im Akkord
den Tieren zufügen müssen, Insiderberichten zufolge nur mit reichliche
Alkohol aus.
Die Angst und das unfassbare entsetzliche Leid geht auch in den Körper der
Tiere ein und wird von dem Genießer Mensch mitgegessen. Und die Angst der
Menschen nimmt immer mehr zu. Aus guten Grund. Denn die Verantwortlichen
könnten schon bald am eigenen Leib verspüren, was sie sekündlich den Tieren
antun.
Siehe dazu auch http://www.youtube.com/watch?v=JI2BwU9UMqo
10.7.2012 - Der Mord an den Tieren ist der allmähliche Tod der Menschen - Massentierhaltung und zusätzliche Gülle-Einfuhren vergiften das Trinkwasser in Niedersachsen - und alles nur für den Gaumengenuss "Fleisch" - Lesen Sie dazu den Artikel über die Politik der CDU/FDP-Regierung in Niedersachsen, die das ermöglicht, bei http://www.taz.de/!94987/
10.7.2012 -
In der Minute
werden 450 Hühner massakriert - Besuch auf einem der größten europäischen
Tier-Exekutionshöfe in Niedersachsen
- 432.000 getötete Hühner im
niedersächsischen Wietze pro Tag ergibt 450 getötete Hühner pro Minute bei
Schlachtbetrieb. "So wollen es die Konsumenten",
verteidigen sich die
Betreiber. Denn die Konsumenten verlangen nach billigem Fleisch. Und die
deutsche Regierung gibt Millionen und Abermillionen an Steuereinnahmen als
"Fördergeldern" dazu, um die Mast- und Hinrichtungsstätten zu
subventionieren. Vor den Exekutionen bedeutet das: Ein Leben von 15
ausgewachsenen Hühnern auf einer Fläche so groß wie ein Badehandtuch. Lesen
Sie http://www.sueddeutsche.de/wissen/massentierhaltung-huehnchen-am-tag-1.1404714
16.8. / 21.8.2012 -
"Fleisch und
Spiele" - Auswüchse einer niedergehenden Zivilisation - Die "Priester in den
Kirchen aus Stein" und die "Priester in den Arenen" reichen sich die Hand
- Der Fußball-Bundesliga-Verein
SV Werder Bremen wirbt jetzt für den Schlachtkonzern Wiesenhof in
Visbeck in Niedersachsen, wo die Rekordanzahl von 4,5 Millionen Hühnern in der Woche (!) exekutiert wird, womit
auch der
Massenfleischkonsum der Bevölkerung angetrieben wird. Chef von Wiesenhof und
damit "Herr der Hühner" ist der
überzeugte Katholik Paul-Heinz Wesjohann.
Der "Herr der Schweine"
(bild.de, 29.10.2006) ist demgegenüber mit einem anderen Fußballverein
verbunden: Clemens Tönnies
ist Aufsichtsratsvorsitzender (Katholik?) und starker Mann des
Fußball-Bundesliga-Vereins FC Schalke 04. Acht Millionen Schweine
ließ Clemens Tönnies laut des Bild-Berichts aus dem Jahr 2006 pro
Jahr exekutieren, bei einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro pro Jahr. Das
Tönnies-Fleischwerk ist zudem Sponsor des FSV Gütersloh 2009, welcher seine
Fußball-Spiele auch in der Tönnies-Arena austrägt. Was über diese Betriebe
kritisch berichtet wird, siehe z. B. bei
http://www.provieh.de/downloads/PROMA-04_07_internet.pdf
Clemens Tönnies baute das Schlacht-Imperium in Rheda in Nordrhein-Westfalen
zunächst zusammen mit seinem
Bruder Bernd Tönnies auf, der im Alter von 42 Jahren verstorben ist. Der Spiegel schrieb am 1.7.1994 im "Nachruf"
- ohne die bei einem solchen tragischen Anlass normalerweise üblichen
Beschönigungen - von einem "raubeinigen
Aufsteiger", "der billige Leiharbeiter beschäftigte und Schweinen vor dem
Wiegen gelegentlich die Ohren abschneiden ließ, um ostdeutschen Züchtern
weniger bezahlen zu müssen" (4.7.1994).
Dass der Fleischkonsum bei der
"Herstellung" nicht nur unsägliches qualvolles Leid für die Tiere verursacht, sondern
nach dem Verzehr auch die Gesundheit der Menschen schädigt und zerstört, wird in der
Gesellschaft erst allmählich anerkannt und von einflussreichen
Fleisch-Lobbyisten noch vielfach unterdrückt. Viele
kaputte Organe werden in unserer Gesellschaft dann per Transplantation durch neue ersetzt, und auch hier
setzt sich die Kenntnis von dem Leid für
Organspender und Organempfänger erst allmählich durch. Bernd Tönnies,
der Massentierhalter und
Ex-Vorstandsvorsitzende von FC Schalke 04, war auch davon betroffen. Er starb
nach vorheriger
Nierentransplantation, da sein Immunsystem das fremde Organ abgestoßen hatte.
Doch auch der FC Bayern München
ist intensiv mit dem Fleischkonsum verbunden. Der Seniorchef von
Houdek-Wurstwaren war langjähriger Unterstützer des Vereins, und der
renommierte Präsident
und Katholik Uli Hoeneß ist selbst Mitgründer und Mitinhaber der
Fleischfabrik HoWe-Wurstwaren in Nürnberg.
Und auch beim 1. FC Nürnberg
gab der Haupt-Sponsor bis 2012, der auch auf den Trikots der Spieler warb, einen
Hinweis auf den Zustand unserer Zivilisation. Der
französische Atomkonzern Areva ist Weltmarktführer bei Atomenergie,
die keine Zukunft hat. Zuletzt
wurden in der Öffentlichkeit mutierte Schmetterlinge aus dem Raum Fukushima
gezeigt.
Und prüft man weitere Vereine auf ihre
Sponsoren, wer weiß, was man noch alles findet. Das
offensive Eintreten des SV Werder Bremen und seines Managers Klaus Allofs
(der in der katholischen Grundschule mit dem Fußballspielen begann) für
die Massentierhaltung ist jedoch der vorläufige Höhepunkt in der
endzeitlichen Entwicklung des Prinzips "Fleisch und Spiele"
mit seinen grausamen Begleiterscheinungen, die den allmählichen Niedergang
der Zivilisation markieren.
Früher, im alten Rom, nannte man es "Brot und Spiele". Der Manager
des SV Werder Bremen betonte, "dass es keine
Entscheidung ist, bei der es nur ums Geld geht" (bild.de, 11.8.2012).
Es spielt also auch die Überzeugung eine Rolle. Und die Fußball-Spieler bzw.
Fußball-Söldner wurden kurz darauf auch zur Besichtigung der riesigen
Hühner-Exekutionsanlagen nach Visbek gefahren, um selbst sehen zu können,
für wen sie mit ihrer Spielerpersönlichkeit werben. Oder sollte man
sagen: An wen sie ihre Gladiatoren-Leistung verkaufen?
Über all dem wird das Weihrauchfass der
Kirche geschwenkt, die den Tieren die
Leidensfähigkeit und unsterbliche Seele abspricht (siehe "Der Theologe
Nr. 7") und die bei Androhung ewiger
Hölle alle diejenigen Menschen verflucht, welche den Tiermord zum Zwecke des
Fleischkonsums verabscheuen. So schaukelt sich die Zivilisation weiter
in Richtung des Kipppunktes hoch.
In gewisser Weise reichen sich die
Priester in den Kirchen aus Stein und die Priester in den Sport-Arenen
die Hand, und beide zelebrieren auf ihre Art einen neuzeitlichen Baals-Kult. Und in dem bekannten
deutschen Zunftlied der Fleischer und Metzger wird der Beruf der Metzger
auch ausdrücklich von den
alttestamentlichen Priestern abgeleitet. In diesem Lied heißt es:
Wenn eine Innung ist, der Ruhm und Lob geziemt,
so ist’s die Fleischer-Zunft, die an sich hochberühmt,
und auch dem Ursprung nach; denn wie erwiesen worden,
entspringet sie ja selbst aus dem Leviten-Orden,
die da im alten Bund das Opfer-Vieh geschlacht’t,
so man auf dem Altar dem Höchsten dargebracht
In diesem Sinne könnte man die Metzger in der
Fußball-Branche - Clemens und Bernd Tönnies oder Uli Hoeneß oder auch Klaus
Allofs als Unterstützer der Massentierhaltung - zusammen mit den kirchlichen
Theologen die modernen Baals-Priester der
"Fleisch-und-Spiele-Zivilisation" bezeichnen.
20.10. / 21.10.2012 -
Luxus-Dinner der Kirche im Präsidentschaftswahlkampf in den USA: "Wen auch immer Sie wählen, Sie wählen U n s" - ?? / Politik für "Arme" ist Blendwerk
- Ein aufschlussreiches Foto der Zeitung Bild vom 20.10.2012 zeigt
den Erzbischof von New York, Kardinal Timothy Dolan, mit Präsident Barack
Obama an seiner "Linken" und mit dem Multimillionär und Präsidentschaftskandidaten
Mitt Romney an seiner "Rechten" (leider nicht online). In
der Mitte - sich deutlich von den beiden Kandidaten unterscheidend durch
sein Kardinalsgewand und seinen markanten Körperumfang mit
entsprechenden Gesichtszügen - der
Kirchenführer und Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz.
Er lud die beiden US-Präsidentschafts-Kandidaten am 18.10.2012
zum
Luxus-Dinner in das
Waldorf-Astoria Hotel in New York ein.
Welche Fleischspeisen in welchen Mengen bei diesem Luxus-Dinner alles verzehrt wurden, war
leider nirgends zu lesen. Es seien Dollars für eine
katholische Stiftung gesammelt worden, die sich um "Arme" in der
Diözese New York kümmert.
Ein Luxus-Spenden-Dinner
der Kirche: Hat man überhaupt Mitgefühl für das Elend von armen Menschen, oder geht es
auch bei diesem Thema vor allem um das eigene Wohl? Für das Leid der Tiere
hat man schon einmal kein Mitgefühl. Denn wie das Tier auf dem Teller zuvor
leiden musste, will bei einem solchen Luxus-Dinner keiner wissen -
Foto rechts:
Creative Commons Lizenz, Jürgen Howaldt 2004
Das Benefiz-Luxus-Dinner der "Reichen
und Schönen" steht vor allem im Dienst der Gewissensabstumpfung, denn über 800
Millionen Menschen weltweit lässt das Kartell von Kirche und Staat
weitgehend regungslos hungern oder gar verhungern. Kommt dennoch hier und da
deswegen das berechtigte schlechte Gewissen durch, lässt es sich mit einer
Spende, die einem nicht weh tut, wieder etwas abstumpfen. Oder man ergreift in der
Politik nur
vordergründige "Gegenmaßnahmen", die den Hunger sogar vergrößern, da sie in
erster Linie den eigenen wirtschaftlichen Interessen dienen und eben nicht
den Armen. Hat man dann aber überhaupt ein Gefühl für das Elend und
ein Mitgefühl für die, die furchtbar darunter leiden? Oder verhält man sich
gegenüber dem betroffenen Menschen ähnlich wie gegenüber den Tieren, die man
für gefühlsarm oder gar gefühllos hält und laut Lehre der Katholischen
Kirche einzig dem menschlichen "Nutzen" - z. B. als Braten auf dem Teller -
bzw. dem Profit unterworfen.
Ein Beispiel für diese Politik ist die neue weltweite "Allianz für Ernährungssicherheit",
"durchgesetzt von Präsident Barack Obama", die darauf hinaus läuft,
dass z.
B. die großen Lebensmittel-, Pestizid- und Kunstdünger-Konzerne ein Monopol
für den Saatgutvertrieb in den krisengeplagten Ländern bekommen sollen und
für ihre genmanipulierten Produkte entsprechende Lizenzgebühren kassieren. Und
parallel dazu geschieht dann oft folgendes:
"Anleger aus reicheren Staaten kaufen oder
pachten in Entwicklungsländern Agrarflächen, von denen Kleinbauern
vertrieben werden und deshalb hungern müssen" (http://www.taz.de/!103616/).
4.11.2012 -
Riesenskandal in
Deutschland - Massentierhalter Wiesenhof und andere Konzerne weitgehend von
Kosten für die Energiewende befreit - Auf den einfachen Bürger in
Deutschland kommen enorme Mehrkosten für Strom zu. "Privatverbraucher
zahlen im Moment 3,59 Cent – ab nächstem Jahr sind es voraussichtlich knapp
5,3 Cent" (focus.de, 11.10.2012). Nicht annähernd so viel die Konzerne, die auf
Antrag von 99 % (!) der Öko-Strom-Umlage und teilweise sogar von mehr (!) befreit
werden. "Firmen, die mehr als 100 Gigawatt verbrauchen, zahlen einen
Fixpreis von 0,05 Cent pro Kilowattstunde". Mit anderen Worten. Der
Privatmann zahlt das mehr als Tausendfache. In diesem Verhältnis ist das
kein einsehbares Opfer für die Energiewende mehr, das ist knallharte
Lobby-Politik.
Einen Antrag gestellt hat z. B. der Massentierhalter "Wiesenhof-Geflügel
Möckern GmbH in Sachsen-Anhalt". Von der Öko-Umlage in diesem Ausmaß
befreit, kann der Konzern dann dafür einige Millionen in den
Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen investieren (siehe
oben).
Doch dies ist nicht die einzige Subvention für die desaströse tier- und
schöpfungsvernichtende Agrarindustrie. Und dies ist wiederum ein eigenes Thema, über das
es sich sicher zu informieren lohnt. Doch man kann an dieser Stelle schon
einmal so viel sagen: Müsste der so genannte "Verbraucher" wirklich den
Preis zahlen, den 1 kg Fleisch kostet, würde alleine schon deshalb der
Anteil an Vegetariern sprunghaft in die Höhe gehen. Man könnte also sagen:
Die Regierung will den Fleischkonsum. Sie will es ausdrücklich so. Preise werden durch
Subventionen künstlich gedrückt, damit Tiere weiter gewinnbringend und
äußerst leidvoll ermordet werden können und der Gaumengenuss stimmt.
Doch irgendwann werden die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen
...
10.1.2013 -
Rekord-Fleischverzehr 2012 - Die weltweiten unsäglich leidvollen Massaker an den Tieren
treiben mehr und mehr dem Kipppunkt zu
- Noch niemals in der Geschichte der
Menschheit verzehrten die Menschen mehr Fleisch als 2012, obwohl es verstärkt
seit dem Jahr 2000 Warnungen über Warnungen gibt - von unzähligen Medizinern und
Wissenschaftlern, aber auch aus
geistiger Sicht.
Spiegel.de schreibt: "Der
Fleischhunger der Menschheit ist gigantisch. 2012 erreichte er laut einer neuen
Studie einen Spitzenwert. Besonders schnell steigt der Konsum von Rind, Schwein
und Geflügel in den Entwicklungsländern - und sorgt dort für enorme Probleme."
Doch nicht nur dort. Überall. Noch immer verzehrt der Mensch in den
Industrieländern ein Vielfaches. "Dieser
maßlose Konsum hinterlässt Schäden in der ganzen Welt".
Ein "Durchschnittsdeutscher" lässt in seinem Leben für seinen Gaumengenuss "vier
ausgewachsene Rinder, vier Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und
945 Hühner" töten, wobei Fleischesser deutlich mehr Tiere verzehren, da die
mittlerweile schon in die Millionen gehenden Vegetarier natürlich den
"Durchschnitt erheblich senken (fr-online.de, 10.1.2013). So mancher
Fleischesser verschlingt eine ganze Viehherde.
Der neue Fleischatlas "enthält
zahlreiche Grafiken und Daten, die sich zu einem teils erschreckenden Bild der
globalen Lebensmittelindustrie verdichten". Und er entlarvt eine Legende über
den Fleischkonsum nach der anderen. Wussten Sie z. B. schon dies? "Scheinbar
billiges Fleisch sei tatsächlich das teurere, sagte [Hubert] Weiger [vom Bund
Naturschutz]. Der Verbraucher müsse dreimal zahlen: ´Einmal beim Kauf des
Fleisches, dann mit Steuergeld für neue Ställe und Schlachthöfe und drittens für
die Umwelt- und Gesundheitsschäden.`"
Außerdem: Das Leid, das der Mensch auf diese Weise den Tieren antut, wird
ihn nach dem ehernen Gesetz von Saat und Ernte eines Tages selbst treffen.
Danach werden die Kirchenführer wie bei einem weltweiten Tribunal auf der
Anklagebank sitzen. Denn sie unterschlagen den Menschen das eherne Gesetz von Saat und Ernte, dessen Kenntnis sie davon abhalten
würde, die Tierwelt zu quälen und
mehr und mehr auszurotten, obwohl es selbst in ihren Bibeln zu lesen wäre
(siehe z. B. hier).
15.1.2013 -
CDU-Abgeordneter verhöhnt "Vegetarier-Tag" - CDU-Niedersachsen macht
Wahlkampf gegen Tiere
- Fleischkonsum verursacht nicht nur entsetzliches Tierleid, es ist auch ein
zunehmender Amok-Lauf gegen den Planeten Erde. So ist er z. B. verantwortlich
für Hungerkatastrophen, da mit den vorhandenen Nahrungsmitteln lieber Tiere für
den Gaumengenuss der Reichen gezüchtet und gemästet werden. Außerdem ist der Verzehr von 1 kg
Rindfleisch aus Brasilien in der Klimabilanz genauso schädlich wie eine
Autofahrt über 1600 km (http://www.welt.de/wissenschaft/article106376212/Ein-Kilo-Rindfleisch-so-mies-wie-1600-Kilometer-Autofahren.html). Vor allem die Massentierhaltung
mit ihrer gigantischen Wasserverschwendung trägt also einen Großteil der
Verantwortung für die zunehmend sichtbare Klimakatastrophe, wie immer mehr
wissenschaftliche Studien beweisen (siehe die Informationen auf dieser Seite).
Ein
Mini-Tröpfchen auf den heißen Stein sind deshalb "Vegetarier-Tage", die meist
von Städten einmal im Jahr ausgerufen werden, um den Bürgern wenigstens hin und
wieder ein Angebot zu machen, daran zu denken, dass eine bewusstere und weniger
lebensfeindliche Ernährung möglich sei. Die CDU im Landkreis Münster in
Nordrhein-Westfalen ignorierte den "Veggie Day" jedoch bewusst und inszenierte
für ihre Senioren-Union an diesem Tag ein Eisbein-Essen in Hiltrup. Bei diesem Anlass
verhöhnte der führende römisch-katholische CDU-Politiker des Wahlkreises Münster
und frühere Landtagsabgeordnete Josef Rickfelder diesen Tag. Er verglich ihn mit
dem "Eintopftag" der NSDAP. Nach heftiger Kritik wegen des Nazi-Vergleichs
hob
er den "ähnlichen" Stil hervor, den er mit diesem Vergleich ansprechen wollte
und hielt an seiner Vegetarier-Kritik fest: "Der
Veggie-Day ist in einer Reihe mit den ständigen Versuchen rot-grüner Politiker
auf allen Ebene zu sehen, mündigen Bürgern bis in ihre private Lebensführung
hinein Vorschriften machen zu wollen",
so Rickfelder in seiner Rechtfertigung des CDU-Tierleichenteil-Gelages am
einzigen "Vegetarier-Tag" des Jahres. Eisbein ist auch als Schweinshaxe bekannt
und ist "Teil des Beins vom Schwein,
der
sich zwischen Knie- oder Ellenbogengelenk und den Fußwurzelgelenken befindet"
(Wikipedia: 15.1.2013).
Die CDU hat die
Rückendeckung der katholischen Kirche, die sich zuletzt ausdrücklich für die
Fortsetzung der Massentierhaltung mit allen bestialischen Auswüchsen aussprach.
Weiterhin rechtfertigte der CDU-Mann sein Vorgehen mit den Worten: "Der
Vergleich sollte auch Wirkung erzielen" (Westfälische Nachrichten, 15.1.2013).
Vgl. dazu unser Plakat: Wer gegen Tiere ist, wählt CDU und CSU.
Das der Satz auf dem Plakat leider immer noch stimmt, beweist der
Landtagswahlkampf in Niedersachsen. Dort macht die CDU Wahlkampf gegen
Bemühungen, die für Tiere furchtbare Jagd in Wald und Flur zugunsten der Tiere
zu begrenzen, z. B., indem Grundstückseigentümer laut einem Urteil des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2012 nicht mehr
gezwungen werden dürfen, auf ihrem Grundstück jagen zu lassen. Dagegen hält die
CDU mit ihrem Noch-Ministerpräsidenten David McAllister lachend dagegen:
"Reviersystem erhalten - Flächendeckende Jagd sicherstellen - Katalog jagdbarer
Wildarten verteidigen - So machen wir das. CDU Niedersachsen (siehe z. B.
http://stefan-sander.eu/wir-schuetzen-ihr-revier/). Die Tiere leiden
unsäglich, denn sehr selten ist der "Treffer" tödlich. Es ist der Beginn eines
grausamen Todeskampfes des flüchtenden Tieres. So genannte Deformationsgeschosse
schlagen dabei Eingeweide aus dem lebenden Tier heraus, die dem Jäger später
helfen sollen, den Kadaver zu finden. "So machen wir das. CDU."
Das Foto rechts (lusttoeter.de)
zeigt ein getötetes Wildschwein, dem ein Jäger den Unterkiefer weggeschossen
hatte, so dass es nichts mehr essen konnte. Es ist elendiglich verstorben.
17.1.2013 -
Gibt es "tiergerecht" erzeugtes Schweinefleisch - Besuch bei "glücklichen"
Schweinen
- Die Bundesregierung hat zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund ein
Gütesiegel für "tiergerecht erzeugtes Schweine- und Hühnerfleisch"
entwickelt (bild.de, 16.1.2013). Was allerdings "tiergerecht" ist,
darüber gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Dass es z. B. "tiergerecht" sein
soll, Tiere nur für den menschlichen Gaumengenuss zu mästen und zu töten,
glauben manche. Doch tiergerecht wäre, wenn man auch Tieren wieder Freiheit und
Lebensraum gewähren würde, den Menschen auch für ihresgleichen beanspruchen.
Unterschiedliche Vorstellungen gibt es auch über "glückliche Schweine" bis zur
Schlachtung.
Darüber war in der Berliner Zeitung vom 3.12.2012 in einem
Kommentar z. B. folgendes zu lesen: "Kürzlich
habe ich so glückliche Schweine besucht. ´Die brauchen keine Antibiotika`,
sagte der Bauer. ´Die haben ein richtig gutes Leben.` Okay, als erstes machte
der Bauer im Stall mal das Licht an. Anscheinend stehen die Schweine den ganzen
Tag im Dunkeln ... Der Stall wird erst, wenn alle geschlachtet sind, sauber
gemacht. 30 Tiere teilen sich einen Nippel fürs Wasser. Eine Futterraufe von
zwei Metern, die wird zwei Mal am Tag befüllt. ´Und die haben auch keinen Stress
beim Schlachten, die gehen freiwillig auf den Transporter.` Wie das, fragte ich.
´In dem Transporter ist nämlich Stroh, das macht die so neugierig.` Weil sie
während ihres kurzen Lebens nämlich kein Stroh hatten, keine Wiese, nichts zum
Wühlen. Weil sie im Dunkeln durch die Scheiße liefen. Zwei Stunden vorm
Schlachten können sie ihren Rüssel dann noch einmal zu dem einsetzen, wozu Natur
ihn gedacht hat. Da höre ich die Engel weinen."
Ob dieser Bauer auch das "Gütesiegel" bekommt, wissen wir nicht. Doch
spätestens im Schlachthof ist ohnehin Schluss mit "bio". Dann ist
Schwein = Schwein, und alle Tiere spüren mit Weh, was auf sie zukommt und
erleben bei ihrer Hinrichtung qualvolle Schmerzen.
Anders lehrt es die Kirche. So
lud die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. auf eine
ihrer Jahreshauptversammlungen z. B. auch einen Kirchenvertreter und Priester
als "Schweineexperten" und Hauptredner ein.
Siehe dazu auch eine
Pressemitteilung des Vereins Leben bewahren e.V.
14.2.2013 -
Der industrielle Massenmord an den Tieren wird immer mehr auf die
Spitze getrieben - Die blutige Maschinerie des Grauens, das Niedermetzeln,
Ausschlachten empfindsamer wehrloser Wesen und das Verzehren ihrer Leichenteile
wird immer weiter vergrößert und perfektioniert und die Erde wird dazu gnadenlos
ausgebeutet, und einige wenige machen damit ihren Profit.
Focus.de schreibt am 14.2.2013: "Fleisch und Wurst sind ein
Milliardengeschäft. Mit bäuerlicher Landwirtschaft hat das nichts mehr zu tun:
Wenige Fleischbarone beherrschen den Markt. Ihre Macht wird immer größer ... Die
Branche wird von einer immer kleineren Zahl immer größerer Betriebe beherrscht
... Die Verbraucher wollen billiges Fleisch – die Industrie liefert .... Die
bäuerliche Landwirtschaft, wie sie gerne in der Fleisch- und Wurstwerbung
gezeigt wird, ist längst Vergangenheit. Statt Strohdächern und grünen Wiesen
dominieren gigantische Zucht- und Schlachtanlagen das Bild."
Man könnte sagen: Noch nie in der Geschichte der Menschheit wurde in
solchen Mengen und so grausam Tiere gemordet wie in der Fleischproduktion
unserer Tage, die Fleisch- = Tiervernichtungs-Fabriken und die so genannten noch
übrigen "kleinen" Handwerksbetriebe zusammen genommen. Gleichzeitig sterben in
rasanter Geschwindigkeit auch immer mehr Tierarten aus.
Die vor allem von 2000 Jahre Papsttum geprägte Menschheit baut weiter an der
Entwicklung ihres Planeten hin zur leibhaftigen Hölle, auf dem schon jetzt nur
sie selbst als "Ebenbilder Gottes" sich das Recht auf einen Lebensraum
zusprechen, und wo immer mehr Milliardäre immer mehr sklavenähnlich lebende
Menschen beherrschen. Die Gewissen der Menschen werden aufs Ganze gesehen dabei
immer kälter und stumpfer. Doch der "Klimawandel" kommt gewiss.
7.5.2013 -
"Verbesserung der
Natur"? Auch das Saatgut wird korrumpiert -
Saatgutpatente in den
Händen der Multis sind nicht nur "schlecht für Hobbygärtner", sondern ein
weiterer unmerklicher Schritt in Richtung "Ende der göttlichen
Schöpfungsordnung" und einer "neuen Erde" nach dem Willen der Reichen und
Mächtigen. Doch wie heißt es schon in der Bibel der Kirche: "Irret Euch nicht,
Gott lässt Seiner nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten"?
Wer die High-Tech-Sorten sät (statt dankbar zu kultivieren, was die Mutter Erde
uns noch schenkt) und sich von ihnen abhängig macht, wird auch die Folgen mit
ernten, die sich mehr und mehr auftun: Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, Gift,
Genmanipulation mit allen diabolischen
Folgen, und letztlich der Ruin der Landwirtschaft. Allmählich wird die
Erde zum Armenhaus für immer mehr Menschen. Die Zeit wird es erweisen. Siehe
aktuell
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/saatgutverordnung-der-eu-tiefschlag-fuer-hobbygaertner-1.1666512
2.1.
Der Sojaboom und
seine Folgen
Wussten Sie schon, dass der Kauf eines Schnitzels aus der Kühltheke eines europäischen Supermarkts Auswirkungen bis nach Argentinien oder Paraguay haben kann? Dass diese Kaufentscheidung z. B. mit dafür sorgen kann, dass in diesen fernen Ländern viele Kleinbauern zu leiden haben und möglicherweise sogar vergiftet oder von ihrem Land vertrieben werden?
Dokumentarfilm "Raising Resistance"
Sojaanbau -
ein Riesengeschäft auf Kosten der Erde
Ein
Totalherbizid vergiftet alles - bis auf den genmanipulierten Soja
"Wir essen
Amazonien auf"
Immer
mehr Nahrung für das Vieh der Reichen. Die Armen gehen auf die Müllkippe
Dokumentarfilm "Raising Resistance"
Wir leben in einer globalisierten Welt, in der
alles mit allem in Verbindung steht. Doch was bedeutet das konkret? Dass
übermäßiger Fleischkonsum ungesund ist, dass er durch den hohen Energieverbrauch
bei der Massentierhaltung die Klimakatastrophe weiter anheizt und den Tieren
unermessliches Leid bringt – all das gehört mittlerweile längst zur
Allgemeinbildung. Auch dass durch die Verwendung von Getreide oder Soja als
Tierfutter wertvolle pflanzliche Energie verschwendet wird, die dann hungernden
Menschen fehlt, ist bekannt. Eine bisher weniger beachtete Folge des Heißhungers
der Europäer auf Fleisch hat nun der empfehlenswerte Dokumentarfilm Raising
Resistance (= "Sich steigernder Widerstand") ins Bewusstsein gebracht. Es
geht dabei um die Vertreibung von Kleinbauern in Paraguay aufgrund des
industrialisierten Anbaus von Sojabohnen.
Was hat nun, so könnte man fragen, die Sojabohne in Paraguay mit dem Schnitzel
in einer deutschen Kühltheke zu tun? Ganz einfach: Ehe z. B. Rinder oder
Schweine geschlachtet werden können, werden sie gemästet. Und das geschieht in
der Massentierhaltung schon lange nicht mehr mit Weidegras im Sommer und Heu im
Winter, sondern mit so genanntem Kraftfutter – und dazu gehört an erster Stelle
die Sojabohne. Die wächst aber kaum bei uns – die wächst vor allem in
Amerika. Inzwischen werden vier Fünftel, 80 Prozent, der in der europäischen
Union an Tiere verfütterten Lebensmittel aus Übersee eingeführt – vor allem
aus Südamerika, aus Argentinien, Brasilien und neuerdings auch Paraguay.
Sojaanbau - ein Riesengeschäft auf Kosten der Erde
Soja ist eine der weltweit wichtigsten
Nutzpflanzen, mit gigantischen Zuwachsraten. In den letzten fünf Jahrzehnten
ist die Sojaproduktion um das fast Zehnfache gestiegen, von ca. 27 Mio. t auf
knapp 230 Mio. t. Die weltweite Anbaufläche hat sich seither auf fast 100 Mio.
ha vervierfacht. Die Ausweitung der heutigen Anbaufläche bei Soja ist vor allem
auf die zunehmende Nachfrage als Futtermittel für die Viehhaltung
zurückzuführen, vor allem für die Schweine- und Geflügelhaltung.
Nun ist die industrialisierte Landwirtschaft ohnehin schon ein Riesen-Geschäft
für alle Beteiligten: nicht nur für die Massentierhalter mit ihren immer
größeren Ställen, sondern auch für die Bauindustrie, für Landmaschinenkonzerne,
für die Hersteller von Düngemitteln und Pestiziden, für die
Lebensmittelverarbeiter und die Supermärkte. Ein Geschäft auf Kosten der
Ressourcen unserer Erde, auf Kosten der Tiere, der oft ausgebeuteten Arbeiter
und auf Kosten oft genug auch der Konsumenten, die in regelmäßigen Abständen
unter Lebensmittelskandalen zu leiden haben. Zu einem besonders großen Geschäft
hat sich aber in den letzten Jahren der Sojaanbau entwickelt, bei dem sich
Großgrundbesitzer, Grundstücksmakler, Gentechnikkonzerne, Fondsmanager und sogar
Aktienbesitzer eine goldene Nase verdienen können.
In der Tat. Um den Faktor vier bis fünf sind in den letzten Jahren die Preise
für Ackerland angestiegen. Die Sojabohne zum Beispiel ist nicht nur als
Futtermittel gefragt, sondern sie wandert immer mehr auch in die Tanks von
Fahrzeugen, man macht also so genannten Biosprit aus ihr. Oder man setzt sie in
der Lebensmittelherstellung ein, wo sie mittlerweile in rund 80 Prozent aller
Lebensmittel zumindest in Spuren zu finden ist. Weil in diesem Geschäft große
Renditen winken, sind längst auch die großen Geldanleger und Spekulanten mit
eingestiegen. Im April 2012 war es der Milliardär Warren Buffet, der Ackerland
als Investitionsobjekt anpries mit den Worten, dies sei mittlerweile "besser als
Gold". Man nennt den Aufkauf von Ackerland als lukrative Geldanlage auch "land
grabbing", zu Deutsch: "Land grapschen".
Ein Totalherbizid vergiftet alles - bis auf das genmanipulierte Soja
Dieser hemmungslose Sojaboom zeitigt zum Teil
skurrile Folgen. In Argentinien zum Beispiel, wo von Haus aus eigentlich die
Rinderzucht die größte Rolle spielt, verdient ein Grundstücksbesitzer auf dem
gleichen Land mittlerweile drei- bis zehnmal mehr an Sojaanbau als an Rindern.
Es hätte nicht viel gefehlt, und das Land mit dem traditionell größten
Fleischkonsum der Welt hätte zwischenzeitlich sogar Steaks einführen müssen. Wer
eine genügend große Fläche, etwa ab 100 Hektar aufwärts, sein eigen nennt und
mit Soja bebaut, der hat in der Regel ausgesorgt. Einmal drei Tage lang mit
großen Maschinen drüberfahren und pflanzen, dreimal in regelmäßigen Abständen
mit Gift bespritzen und dann nach einem halben Jahr drei Tage lang ernten –
ansonsten kann der Landwirt Golf spielen oder ins Casino gehen. Der Soja-Preis
steigt, auch ohne dass er etwas dafür tut. Landwirtschaft ohne Landwirte – ist
das die Zukunft? In Argentinien wächst mittlerweile auf zwei Dritteln der
Anbaufläche Soja – in Paraguay sogar auf drei Vierteln.
Dreimal spritzen, hast du gesagt. Dazu muss man wissen: Die Sojabohne in
Argentinien und Paraguay ist fast ausschließlich genmanipuliert. Das heißt, es
wird ein so genanntes Totalherbizid gespritzt, meist Glyphosat, dass alle
Kräuter auf dem Riesenfeld vernichtet, bis auf die Sojabohne, der man mit Hilfe
der Gentechnik ein so genanntes Resistenz-Gen eingebaut hat. Doch die Natur lässt
sich nicht so einfach auf Knopfdruck beherrschen und manipulieren, wie der
Mensch sich das vorstellt. Daran ändert auch die Absegnung der Gentechnik durch
den Vatikan nichts, dessen päpstliche Akademie sich im Herbst 2010 grundsätzlich
positiv zu den Möglichkeiten der Genmanipulation äußerte. Im Laufe weniger Jahre
haben sich nämlich Unkräuter entwickelt, die auch gegen das Totalherbizid
resistent, also widerstandsfähig sind. Die Folgen sind verheerend: Wurde bei
konventionellem Soja zuvor gut ein Liter Glyphosat pro Hektar verwendet, sind es
nun bis zu 20 Liter. 20 Liter Gift. Bedingt durch das Aufkommen von Resistenzen
bei Insekten und Unkraut werden zunehmend noch stärkere Gifte wie das in der EU
verbotene Herbizid Atrazin oder das ebenfalls verbotene Pestizid Endosulfan
verwendet. Menschen, die in unmittelbarer Nähe von Sojafeldern leben, sind
gesundheitlich akut gefährdet. Die Folgen des flächendeckenden Pestizideinsatzes
sind unter anderem Erbrechen, Durchfall, Allergien, ja sogar Krebsleiden und
Missbildungen.
Und damit sind wir schon bei der Kehrseite der
Medaille. Viel Soja braucht viel Land – neues Land. Unaufhaltsam fressen sich
die Felder in die Urwälder Südamerikas hinein: in Brasilien in den
Amazonas-Regenwald, in Argentinien in das riesige Feuchtgebiet Pantanal, in
Paraguay in den Gran Chaco, ein riesiges, artenreiches Savannengebiet. "Wir
essen Amazonien auf", sagt die Umweltorganisation Greenpeace dazu. Das ist noch
vornehm ausgedrückt. Wir fressen es auf, müsste man sagen. Europäische
Fleischkonsumenten sind also erheblich daran beteiligt, dass nicht nur die Tiere
in den Massenställen unsäglich leiden, sondern zudem Millionen von frei lebenden
Tieren und Pflanzen z. B. in Südamerika regelrecht ermordet werden.
Und eine andere Kehrseite, das sind die Menschen, die dort leben: Ureinwohner,
also Indios, die die Wälder und Savannen seit Jahrtausenden bewohnen, aber keine
Besitzurkunden haben und auch keine Fürsprecher in der Verwaltung. Oder
Kleinbauern, die seit vielen Generationen dort ihr kärgliches Auskommen fristen.
Und damit sind wir bei dem erwähnten Film Raising Resistance, wachsender
Widerstand, der die Zustände in Paraguay dokumentiert. Gezeigt werden
Kleinbauern, die bis vor kurzem noch selber ohne Gift anbauten, was sie zum
Leben benötigten: Mais, Bohnen, Erdnüsse. Doch nun wehen die Giftschwaden von
den benachbarten Sojafeldern auf ihre kleinen Äcker, ihre Nahrung geht zugrunde,
sie nehmen das Gift auf und müssen das Land schließlich verlassen. Ein kleiner
Junge wurde blind, weil er in einem Fluss gebadet hatte, in den Reste des
Gentechnik-Spritzmittels gelangt waren. Der Film zeigt, wie die Kleinbauern sich
dagegen wehren, von ihrem Land vertrieben zu werden, sei es durch Gift sprühende
Flugzeuge, durch korrupte Behörden oder durch blanke Gewalt. "Die Leute sind
aufgestanden, weil sie nicht mehr anders können", sagt der Regisseur David
Bernet.
Doch gegen die geballte Macht der Agroindustrie, der Gentechnik-Konzerne, der
Pensionsfonds und der meist korrupten Politiker können sie nur wenig ausrichten.
Hunderttausende Kleinbauern verlieren durch das Vorrücken der Sojafront ihre
Existenzgrundlage. An den Straßenrändern vervielfachen sich die Landlosencamps.
Viele wandern auch in die Städte ab, wo sie das Heer der Armen vergrößern. Wir
werden Zeugen einer regelrechten Völkerwanderung in die Städte. In Brasilien
leben ohnehin bereits 86 Prozent der Menschen in Städten, in Argentinien gar
90 Prozent.
Immer mehr Nahrung für das Vieh der Reichen. Die Armen gehen auf die Müllkippe
Felix Diaz, ein Indio vom Stamme der Toba, lebt in
einer kleinen Hütte in einem Elendsviertel am Rande einer Stadt im
nordargentinischen Chaco, er musste wie die meisten sein Land verlassen, weil
auch dort inzwischen Soja angebaut wird. So ein erschütternder Bericht im
Deutschlandradio vom 24. Mai 2012. Er schilderte: "Wir kommen vom
Land. Aber das war einmal. Jetzt ist alles anders, es gibt kaum noch Wald in
unserer Heimat. Und alles ist in Privatbesitz, gehört meist Unternehmern. Sie
kommen auch aus dem Ausland und kaufen das Land auf, und ab diesem Zeitpunkt ist
alles verboten. Also müssen wir immer häufiger in die Städte gehen. Dort
brauchst du Geld. Viele von uns sind zum Betteln verdammt. Hier ganz in der Nähe
ist die Müllkippe. Viele unserer Kinder gehen jeden Tag auf die Müllkippe und
suchen nach den Brosamen, die uns die Städte übriglassen. Das ist alles
furchtbar und sehr traurig."
Und obwohl in Paraguay noch 40 Prozent der Bewohner auf dem Land leben, muss das
Land inzwischen Nahrungsmittel einführen. Vor zwei Jahren wuchs in diesem Land
die landwirtschaftliche Produktion um unglaubliche 50 Prozent, aber die Menschen
haben nichts davon. Denn es werden kaum noch Lebensmittel für das Land selbst
angebaut – sondern statt dessen Soja für den Export, Futter für das Vieh der
Reichen, an dem wiederum nur wenige verdienen. Und was geschieht, wenn die
Preise für die Importlebensmittel weiter steigen? Dann sind die steigenden
Preise im Grunde schon die Vorboten der nächsten Hungersnot. Und diese kommt
nicht aus der Natur. Sie ist vom Menschen gemacht.
Wir leben in einer globalen Welt. Was in einem Teil der Welt geschieht, hat oft
gravierende Auswirkungen in einer ganz anderen Weltgegend. Was wir Ihnen heute
geschildert haben, war nur ein kleiner Ausschnitt aus dieser tagtäglichen
Realität. Und auch wenn die Kleinbauern in Paraguay, wie gesagt, nur wenig
selbst bewirken können, so zeigen sie uns doch, dass die menschen- und
naturverachtenden Mechanismen dieser globalen Finanzwelt auch mit uns zu tun
haben. Eine einfache Maßnahme dagegen steht uns allerdings allen offen: Je
weniger Fleisch bei uns verzehrt wird, desto mehr geht die Nachfrage nach Soja
zurück, desto weniger Gewinn lässt sich damit erzielen und desto geringer ist
der Druck auf die Menschen und die Natur vor Ort. Jeder von uns kann also
Solidarität zeigen – mit seinen Mitmenschen und auch mit unseren Mitgeschöpfen,
den Tieren, und sei es nur durch unsere Kaufentscheidung, wenn wir das nächste
Mal an einer Kühltheke vorbeigehen (mh)
2.2.
Die zerstörerische Agrarindustrie und die Feldmäuse
Wer seinen Fleischkonsum beendet und gegen die Züchtung von Tieren zum Zwecke
ihrer Schlachtung und gegen die Massentierhaltung seine Stimme erhebt, der kann
nicht automatisch auf sinnvolle Alternativen zurück greifen. Die gesamte
europäische Landwirtschaft, nicht nur der Bereich der Tierzucht, hat sich in
eine furchtbare Sackgasse hinein manövriert, wo Landschaftszerstörung,
Vergiftung und neuerdings immer mehr Gentechnik Einzug halten (siehe dazu
"Der Theologe Nr.50" - Gentechnik: Der
letzte Frevel an der Schöpfung Gottes). Diese Entwicklung führt nicht
nur zur Qual und zum Artensterben bei Tieren, sondern auch zur
Gesundheitsschädigung bei Menschen und letztlich zur Vernichtung des Lebensraums
der "Mutter Erde" durch die
Profitinteressen von Menschen und den kirchlichen Inspiratoren, die mit ihrem
Prinzip "Macht euch die Erde untertan!" die allmähliche Zerstörung
des Wohnplaneten Erde über Jahrhunderte legitimierten und noch heute
legitimieren.
Das Schlimme daran ist, dass die oft besonders fest im konfessionellen
Christentum befangenen Agrarpolitiker europaweit diesen zerstörerischen Kurs
auch weiterhin mit Milliarden an Euro subventionieren anstatt mit den
Steuergeldern die überlebensnotwendige Umkehr zu einer Landwirtschaft im
Einklang mit der Natur ausreichend zu fördern. Die Folgen sind immer mehr so
genannte "Naturkatastrophen", denn die Erde wehrt sich immer
heftiger gegen ihren Peiniger "Mensch". Leidtragende sind jedoch
immer auch Tiere. Dabei sind es gerade die Tiere, die den Menschen mit Nachdruck
auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen, die der dringenden Korrektur bedürften,
wie z. B. die Feldmäuse in Ostdeutschland. Doch anstatt ihre Botschaft zu
verstehen und richtig zu deuten, kennt der Mensch meist nur eine Reaktion: Gift.
Der Ruf nach Gift
Monokulturen in Lebensräume zurück verwandeln
Warum kam es auf der Autobahn vor Rostock zu einer
Massenkarambolage mit zehn Toten?
Konventionelle Landwirtschaft nimmt dem Boden die
Möglichkeit zur Selbstregulation - Neue Pestizid-Errungenschaft: Gift verbreitet
sich von selbst
Wie wurde Berlin die "Hauptstadt der Nachtigallen"? Die
Vergiftung der ländlichen Regionen
EU-Milliarden für Vergiftung der ländlichen Regionen
Mäuseplage oder Menschenplage?
Wussten Sie schon, dass im Sommer 2012 die Landwirte in bestimmten Teilen Deutschlands unter einer verheerenden Mäuseplage zu leiden hatten? Von Ernteausfällen bis zu 50 Prozent ist die Rede. Manche der geschädigten Bauern fordern sogar Ausnahmegenehmigungen für den flächendeckenden Einsatz von Giftködern mittels Streutechnik. "Halt!", sagen demgegenüber die Naturschützer: die Plage ist ja hausgemacht!
Anfang Juli 2012 schlugen die ersten Landwirte
Alarm. Vor allem im Süden Sachsen-Anhalts und in Teilen Thüringens, aber auch in
Teilen Bayerns und Hessens hätten sich aufgrund des warmen und trockenen
Frühjahrs die Feldmäuse stark vermehrt und machten sich nun über die
Getreidefelder her. Die Tiere gehen dabei sehr schlau vor: Sie fällen die Ähren
erst, um sie anschließend in Ruhe zu verzehren. "Zu so einer Massenvermehrung
kommt es alle drei bis fünf Jahre, doch derzeit ist das besonders verschärft",
sagte der Biologe Jens Jacob vom Braunschweiger Julius Kühn-Institut. "Auf
manchen Feldern ist der Boden durchlöchert wie ein Schweizer Käse." Es werden
bis zu 2.000 Feldmäuse pro Hektar gezählt - verkraftbar wären etwa 200. Helmut
Gumpert, der Präsident des Thüringer Bauernverbandes sagte im Zusammenhang mit
der Mäuseplage: "Der Boden ist unser wertvollstes Gut, denn er ist unsere
Produktionsgrundlage. Deshalb liegt es im ureigenen Interesse eines jeden
Bauern, nachhaltig und sorgsam mit ihm umzugehen."
Doch wie regiert der konventionell wirtschaftende Landwirt, wenn etwas schief
läuft? Er ruft nach Gift. Manche Landwirte fordern nun, flächendeckend Giftköder
auf die Felder verteilen zu dürfen. Doch nach dem Gesetz ist lediglich erlaubt,
Gift gezielt in die Eingänge der Mäusebehausungen zu schütten. Unter den hohen
Halmen waren die jedoch kaum noch zu entdecken. Und solche Gifte führen zur
inneren Verblutung der vergifteten Tiere, sie verursachen schweres und einige
Tage dauerndes Tierleid. Vergiftete Körner sind auch für Ringeltauben,
Sperlingsvögel, Rebhühner und anderen Tiere eine tödliche Gefahr und auch
Greifvögel und Eulen werden gleich mit vergiftet, indem sie halbtote Mäuse essen.
Monokulturen in Lebensräume zurück verwandeln
Merkwürdig ist, dass die baden-württembergischen
Bauern etwa, anders als ihre Kollegen in Ostdeutschland, von einer Mäuseplage
verschont blieben. Das sagte ein Sprecher des Stuttgarter Agrarministeriums
Mitte Juli der Nachrichtenagentur dpa. "Die kleinstrukturierte
Landwirtschaft mit ihren Sträuchern und Bäumen an den Feldrändern", so der
Sprecher, "biete Schutz für Greifvögel und andere natürliche Feinde der Mäuse."
In Thüringen und Sachsen-Anhalt hingegen, wo die Mäuse für Schlagzeilen sorgten,
dominieren große, vielfach sogar riesige Felder, wie sie in der ehemaligen
DDR-Landwirtschaft üblich waren. Julian Heiermann vom Naturschutzbund NABU z.B.
erklärte daher auch am 9. Juli 2012 gegenüber der taz, die Plage sei
teilweise hausgemacht. "Agrarflächen seien durch riesige Monokulturen
vielerorts zu reinen Produktionsflächen verkommen. Den natürlichen Feinden der
Mäuse fehlten dadurch natürliche Rückzugsräume wie beispielsweise Sträucher und
Hecken an Feldrändern. Auch der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden
machten Greifvögeln, aber auch Eulen und Mauswieseln zu schaffen. ... Statt
die Feldmaus zu bekämpfen, müsste man vielmehr vorsorgen: etwa, indem man
landwirtschaftliche Flächen wieder stärker in Lebensräume umwandle."
Monokulturen als mögliche Ursache für die Mäuseplage sind jedoch keineswegs nur
eine Hinterlassenschaft der DDR-Wirtschaft. Dort sind sie nur besonders
ausgeprägt. Die Technokraten des kapitalistischen Westens wurden zwar
durch die Eigentumsverhältnisse gebremst, doch sie waren ihren Ost-Kollegen
dicht auf den Fersen. Auch sie räumten in den 60er und 70er Jahren des 20.
Jahrhunderts im Zuge der so genannten "Flurbereinigung" fast alles
aus, was der Ertragssteigerung im Wege stand: Hecken, Bauminseln, Feldgehölze,
frei fließende Bäche und vieles mehr wurden beseitigt. Über das offizielle
Ziel, die Zersplitterung der Flur in winzige Felder zu überwinden, was ja nicht
unvernünftig ist, schoss man dabei weit hinaus.
Warum kam es auf der Autobahn vor Rostock zu einer Massenkarambolage mit zehn Toten?
Wer die Augen offen hält, kann die Auswirkungen
von Monokulturen gerade im Osten Deutschlands wie in einem Frühwarnsystem
wahrnehmen. Ein Menetekel war z.B. die Massenkarambolage am 8. April 2010 auf
der Autobahn A 19 bei Rostock im Mecklenburg. Kurz nach Mittag blies ein Wind
mit 80 bis 100 Kilometer pro Stunde in einen staubtrockenen Acker. Es erhob sich
eine riesige Wolke aus Erde und Sand, die die Sicht auf der benachbarten
Autobahn urplötzlich auf weniger als zehn Meter verringerte. Die Folge war die
größte Massenkarambolage seit 20 Jahren. Zehn Menschen starben, 130 wurden
verletzt. Weshalb waren die Folgen so dramatisch? Weil es sich um ein
Riesen-Feld von sage und schreibe 80 Hektar handelte, auf dem kein Baum, keine
Hecke, kein einziger Busch das Verhängnis aufhalten oder wenigstens bremsen
konnte.
Wenn Menschen auf diese Weise sterben, ist das tragisch. Aber es geht keineswegs
nur um Einzelschicksale. Es geht um nichts weniger als die Grundlage des
Lebens von uns Menschen auf dieser Erde: Es geht um den Ackerboden. Nicht
umsonst trägt unser Planet den Namen "Erde". Und nicht umsonst
spricht Man spricht auch von der "Mutter Erde", die uns Menschen und alle
Lebewesen ernährt. Der fruchtbare Ackerboden ist Millimeter für Millimeter in
Hunderten, ja Tausenden von Jahren entstanden. Doch jedes Jahr geht –
aufgrund der Methoden der modernen Agrarindustrie – allein in Europa soviel
Humus verloren, wie erst in 5000 Jahren neu entstehen kann. Diese
verhängnisvolle Bodenerosion wird nicht nur durch Stürme, sondern z.B. auch
durch Überschwemmungen verursacht. Wenn der Boden z.B. durch schwere
Landmaschinen so verdichtet ist, dass er kaum noch Wasser aufnehmen kann, dann
reißt der nächste Platzregen alles mit sich. Oder Flüsse und Bäche treten über
die Ufer, weil der Mensch sie begradigt und die Wiesen und Wälder, die das
Hochwasser zurückhalten könnten, trockengelegt hat.
Konventionelle Landwirtschaft nimmt dem Boden die Möglichkeit zur Selbstregulation - Neue Pestizid-Errungenschaft: Gift verbreitet sich von selbst
Die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt aber auch dadurch ab, dass der Mensch durch chemische Düngemittel den Boden und die darauf lebenden Pflanzen sozusagen zwangsernährt und ihnen so die Möglichkeit zur Selbstregulation und Selbstheilung nimmt. In einer Handvoll gesunder Erde tummeln sich mehr Organismen als Menschen auf der Welt leben. Doch in überdüngter und verdichteter Erde geht ihre Anzahl enorm zurück. Überdies belastet der künstliche Stickstoff das Grundwasser. Hinzu kommen die mehr als 30.000 Tonnen Agrargifte, die allein in Deutschland Jahr für Jahr versprüht werden. Der niederländische Toxikologe Henk Tennekes weist in diesem Zusammenhang auf die besondere Gefährlichkeit einer neuartigen Pestizid-Generation hin, die so genannten Neo-Nicotinoide. Diese müssen gar nicht mehr versprüht werden, es genügt, sie z.B. auszustreuen – und sie verbreiten sich von selbst. Womit die Chemieriesen ihre Millionengewinne einfahren, das kommt für die Insektenwelt einem Keulenschlag gleich – der mit voller Wucht auch die Vögel der Feldflur trifft. Soweit diese das Gift nicht direkt aufnehmen, verringert es auf jeden Fall drastisch ihre Nahrung und die ihrer Jungen.
Wie wurde Berlin die "Hauptstadt der Nachtigallen"? Die Vergiftung der ländlichen Regionen
Gerade die Vögel der Felder und Wiesen sind in ihrem Bestand in den letzten Jahren und Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Das deutsche Bundesamt für Naturschutz schlug Ende Juli 2012 Alarm: Es gebe in Deutschland nur noch zwei Drittel so viele Feldsperlinge wie vor 30 Jahren, nur noch halb so viele Feldlerchen, nur noch ein Drittel so viele Kiebitze und weniger als ein Zehntel so viele Rebhühner. Ihre Lebensräume wurden vergiftet und zerstört, nicht zuletzt auch durch den zunehmenden Maisanbau in weiten Teilen Deutschlands. Mit dem umweltschädlich angebauten Mais werden dann Biogasanlagen betrieben, vom Staat auch noch großzügig subventioniert. Die industrialisierte Intensiv-Landwirtschaft ist schon lange zum Artenkiller Nummer eins geworden. Das bestätigt auch der renommierte Evolutionsbiologe Prof. Josef Reichholf aus München. Er weist darauf hin, dass die Tiere inzwischen längst notgedrungen von den ausgeräumten Feldern in die Großstädte abgewandert sind. Nirgendwo in Deutschland, so Reichholf, gibt es eine reichhaltigere Vogelwelt als in den Großstädten Berlin, Hamburg und München. Berlin ist längst nicht mehr nur die Metropole Deutschlands, sondern auch die Hauptstadt der Nachtigallen.
EU-Milliarden für Vergiftung der ländlichen Regionen
Schön für Berlin. Doch ist dies nicht ein Armutszeugnis für die Agrarpolitik der Europäischen Union, die diesen fortgesetzten Ausverkauf der Lebensgrundlangen in den ländlichen Regionen Jahr für Jahr mit sage und schreibe 60 Milliarden Euro subventioniert? An Reformvorschlägen fehlt es nicht. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos aus Rumänien fordert zum Beispiel, dass Grünland nicht mehr für den Maisanbau umgepflügt werden darf. Er fordert weiter, dass mindestens 7 Prozent der Agrarfläche nicht mehr intensiv bewirtschaftet werden sollen, also ohne Pestizide und ohne Kunstdünger. Nur wer sich daran halte, solle weiter Subventionen erhalten. Vernünftige Schritte in die richtige Richtung – doch die mächtige Agrarlobby ist längst dabei, diese Vorschläge, so wie alle ähnlichen davor, nach Kräften zu verwässern. Den Termin für das Verbot weiteren Wiesenumbruchs hat man kurzerhand auf den 1. Januar 2014 verschoben, sodass bis dahin noch beliebig viele weitere Flächen zu Monokulturen gemacht werden können. Und die erwähnte 7-Prozent-Regel wird als geplante "Flächenstilllegung" verleumdet, was sie gar nicht ist. Denn es darf auf dieser Fläche durchaus etwas angebaut werden, nur eben nicht mit Gift und Kunstdünger. Politiker der so genannten christlichen Parteien tun sich besonders hervor, wenn es gilt, weiterhin die Steuermilliarden der Bürger auf Kosten der Natur sprudeln zu lassen.
Mäuseplage oder Menschenplage?
Doch was sagte der Naturschützer Heiermann zur
Mäuseplage? "Statt die Feldmaus zu bekämpfen, müsste man vielmehr vorsorgen:
etwa, indem man landwirtschaftliche Flächen wieder stärker in Lebensräume
umwandle." Wo dies umgesetzt wird, zeigt sich sehr rasch, dass sich
zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wieder einstellen – und zwar ohne dass die
Erträge der angrenzenden Felder zurückgehen, im Gegenteil.
Vielleicht würden uns das die Mäuse sagen wollen, die jetzt in manchen Gegenden
vermehrt unterwegs sind – wenn sie nur reden könnten: "Wenn ihr Menschen uns aus
der unendlichen Fülle der Natur weit und breit nur eine
einzige Nahrungsquelle übrig lasst, das Getreide, dann müssen wir uns eben an
dieses halten. Wenn eine Tierart in der Natur, in diesem Falle der Mensch,
alles nur für sich haben will, dann kann das in der Natur nicht funktionieren,
denn diese ist auf Miteinander und Kooperation ausgelegt. Und wo der Mensch
nicht mit der Natur zusammenarbeitet, wird er irgendwann Hunger leiden. Ihr sagt
zu uns, wir seien eine Mäuseplage: Doch wir fragen euch: Leidet nicht in
Wirklichkeit der Planet Erde unter einer riesigen Menschenplage?"
Insofern müssten wir den Mäusen vielleicht sogar dankbar sein. Denn sie zeigen
uns auf, was in unserem Verhältnis zur Natur schief läuft – und wie wir es
besser machen können. In diesem Sinne: auf Wiedersehen! (mh)
Foto rechts: Feldmaus ernährt sich von frischen
Kräutern. Wo der Mensch das Grün beseitigte und den Mäusen nur das Getreide
übrig ließ, gingen die Mäuse notgedrungen in die Felder
(GNU-Lizenz für freie Dokumentation; Wikimedia-Commons)
2.3.
Ein Kilo Schweinefleisch verschlingt 10.000 Liter
Wasser - Fleischkonsum macht Wasserreserven zunichte
"Nur Vegetarier können die Welt noch retten"
"Nur Vegetarier könne die Welt noch retten". So lautete Ende August 2012 eine Überschrift der schweizerischen Online-Zeitung 20 Minuten (27.8.2012) Die italienische Tageszeitung La Repubblica (28.8.2012) schrieb sogar: "Innerhalb von 40 Jahren werden wir alle Vegetarier werden." Etwas nüchterner, aber nicht weniger deutlich drückte sich Spiegel online aus: "Wassermangel – Forscher prophezeien Ende der Fleischkultur" (27.8.2012).
Für den Fleischkonsum reicht das Wasser nicht mehr
"Hört auf, eure
Tiergeschwister zu verzehren!"
Größte
Trockenheit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen
Das
subventionierte Riesengeschäft mit Biogas aus Mais
Börse: Rendite durch Wetten auf den
Hungertod der Armen
Führende Politiker und Kirchenleute weigern sich,
gegen die Katastrophe vorzugehen
Anlässlich der jährlich stattfindenden Welt-Wasserkonferenz in Stockholm veröffentlichten die Wissenschaftler des International Water Institute um ihren Direktor Anders Jägerskog einen Aufsehen erregenden Bericht. Sie wiesen darauf hin, dass in der Landwirtschaft doppelt soviel Wasser verbraucht wird, wie bei allen anderen Aktivitäten der Menschheit zusammen – und dass in der Landwirtschaft wiederum die Fleischproduktion mit Abstand am meisten Wasser benötigt. Die Herstellung eines einzigen Kilogramms Schweinefleisch verschlingt unvorstellbare 10.000 Liter Wasser.
Für den Fleischkonsum reicht das Wasser nicht mehr
Diese Zahlen waren zwar schon bekannt. Doch die
Stockholmer Forscher zogen nun daraus äußerst dramatische Schlussfolgerungen
für die Zukunft. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung nach Vorhersagen der
Vereinten Nationen nämlich von derzeit sieben auf neun Milliarden Menschen
anwachsen. Doch nicht nur das: Immer mehr Menschen weltweit orientieren sich in
ihren Ernährungsgewohnheiten an den westlichen Industrienationen, und die
bedeuten: Zwanzig Prozent der Kalorien bestehen aus tierischen Proteinen,
hauptsächlich aus Fleisch. Und nun kommt das Problem: Wenn im Jahr 2050 noch
mehr Menschen als bisher noch mehr Fleisch als bisher essen wollen, dann wird
das nicht funktionieren. Es gibt auf den derzeit verfügbaren Ackerflächen
schlicht nicht genug Wasser, um Milliarden von Menschen mit dermaßen viel
Fleisch zu ernähren.
Was folgt daraus? Die einzige Möglichkeit sei, den
Fleischkonsum drastisch zu reduzieren, so sagen selbst Fleischesser. Die
Forscher des Internationalen Wasser-Instituts haben errechnet, dass das
verfügbare Wasser im Jahr 2050 allenfalls gerade dann noch reichen würde, wenn
der Anteil der tierischen Proteine an der Welternährung nicht zwanzig, sondern
höchstens fünf Prozent betragen würde. Diese massive Einschränkung des heutigen
Verbrauchs würde allerdings nur dann funktionieren, wenn es bis dahin ein "gut
organisiertes und verlässliches System des Lebensmittelhandels" gebe.
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Gott, der Ewige, spricht durch Prophetenmund: |
Ein solches System gibt es allerdings nicht. Die
Nahrungsmittel der Erde sind schon jetzt völlig ungerecht verteilt. Während eine
Milliarde Menschen hungert, leidet eine andere Milliarde unter Überernährung.
Die Hälfte des Getreides wird an Tiere verfüttert, man macht Biosprit für Autos
daraus oder lässt es in Biogasanlagen verrotten, um Strom daraus zu gewinnen.
Und von der anderen Hälfte, die eigentlich für den Menschen bestimmt wäre, gehen
noch einmal 30 bis 40 Prozent verloren – durch fehlende Transportmöglichkeiten,
schlechte Lagerung, Schädlingsbefall – oder die Nahrung wird schlicht
weggeworfen und landet auf dem Müll. Außerdem ist in dieser Berechnung die
Klimakatastrophe noch nicht berücksichtigt: Steigende Temperaturen sorgen für
mehr Wüsten auf der Erde, für mehr Dürre und Stürme und Überschwemmungen – und
damit für massive Ernteausfälle.
Größte Trockenheit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen
Es führt also kein Weg daran vorbei: Um die
Menschheit langfristig ernähren zu können, müssen wir den Fleischkonsum nicht
nur einschränken, sondern am besten ganz aufgeben. Daher die Überschrift, die
eingangs zitiert wurde: "Nur Vegetarier können die Welt noch retten." Oder sie
können es zumindest noch versuchen, müsste man hinzufügen. Denn die Zeichen der
Zeit stehen längst auf Sturm, und die von Menschen erzeugten Katastrophen haben
längst begonnen. Das zeigten die Ereignisse des August 2012: Die
Vereinigten Staaten erlebten die größte Trockenheit seit Beginn der
Wetteraufzeichnungen. Die Hälfte der Mais-Ernte ist verdorrt. In den
ausgetrockneten Flüssen des Mittleren Westens verendeten bei Wassertemperaturen
um die 36 Grad zehntausende von Fischen. Der breite Mississippi, die wichtigste
Lebensader des nordamerikanischen Kontinents, schrumpfte zeitweise auf eine
schmale Fahrrinne. Doch auf anderen Kontinenten sieht es nicht viel besser aus:
Sowohl Simbabwe als auch das weit entfernte Australien litten 2012 unter einer
entsetzlichen Dürre, und in Indien brachte der Monsun wesentlich weniger Regen
als gewöhnlich. Auch in Russland und der Ukraine fiel die Ernte aufgrund
anhaltender Dürre schlechter aus als sonst.
Quellwasser
im Wald - Wegen des massiven Fleischkonsums wird dies immer mehr zur Seltenheit.
Die Aufzucht- und Exekutionsindustrie für den Fleischkonsum verschlingt
unvorstellbare Mengen an Wasser
Und als ob das an schlechten Nachrichten noch
nicht genügt hätte, brachte die Süddeutsche Zeitung am 29. August auf
Seite 1 den Klimawandel auch noch mit folgender Schlagzeile in Erinnerung:
"Polareis schmilzt so stark wie nie." Ein Forscherteam um den Meteorologen James
Hansen von der Columbia-Universität verglich die Temperaturdaten der letzten
dreißig Jahre mit denen der 30 Jahre zuvor. Das Ergebnis erklärte Professor
Hansen mit einem Wahrscheinlichkeits-Würfel. Vor mehr als 30 Jahren hatte dieser
Würfel für die Frage, wie der Sommer werden würde, noch je zwei blaue Seiten für
kalte, zwei rote für heiße und zwei grüne für durchschnittliche Temperaturen.
Doch das war einmal. Heute hat der Würfel vier rote Seiten und nur jeweils eine
blaue und eine grüne.
Dieser extrem heiße und trockene Sommer war also
mit großer Wahrscheinlichkeit kein Zufall. Die extremen Sommer
werden noch zunehmen oder gar zum Normalfall werden. Und das hat natürlich
Folgen. Aufgrund der schlechten Ernten warnte nun die Welternährungsorganisation
FAO vor einer neue Hungerkrise ähnlich der von 2008, als es in mehreren Ländern
zu regelrechten Hunger-Aufständen kam. Und die FAO machte auch gleich eine
Vorschlag, wie man schnell gegensteuern könnte. Der Generalsekretär der
UNO-Organisation, José Graziano da Silva, forderte die
US-Regierung auf, die staatliche Förderung der Herstellung von Biosprit aus Mais
vorübergehend auszusetzen. Einen ähnlichen Vorschlag machte auch der deutsche
Entwicklungsminister Dirk Niebel in Bezug auf Deutschland: Dort solle man die
Herstellung der Benzinsorte E 10 einstellen, die zehn Prozent Biosprit enthält.
In Zeiten einer drohenden Hungerkrise dürfe der Tank nicht in Konkurrenz zum
Teller treten, so der Minister. Er erhielt zwar zustimmende Kommentare von
Naturschutzverbänden, doch die Bundesregierung will vorerst an den Regelungen
festhalten: Die Menge, um die es gehe, sei viel zu klein, um einen Effekt gegen
den Hunger zu erzielen.
Das subventionierte Riesengeschäft mit Biogas aus Mais
In Wahrheit dürfte es darum gehen, die deutsche Automobilindustrie zu schonen, denn die wehrt sich seit Jahren dagegen, ihre Sprit fressenden Fahrzeuge durch sparsamere zu ersetzen, und zwar mit dem Argument, man könne ja statt dessen Benzin tanken, das das Klima schone. Dass diese Rechung nicht aufgeht, ist allerdings schon lange klar, denn Biosprit hat mit "bio", also Leben, überhaupt nichts zu tun. Die Pflanzen für den Tank werden mit Kunstdünger und Agrargiften angebaut zum großen Teil sogar aus Ländern eingeführt, in denen dafür Regenwälder abgeholzt werden. Die Mais-Monokulturen sind auch in Deutschland äußerst erosionsgefährdet und vermindern die Lebensräume von Feldvögeln drastisch. Ähnlich verheerend ist auch die Bilanz für die Umwandlung von so genannten Energiepflanzen in Strom in Biogasanlagen. Auch das ist ein Etikettenschwindel, denn es hat mit "bio" nicht das geringste zu tun. Inzwischen sind in Deutschland ganze Regionen mit Mais-Plantagen zugepflanzt, mit deren Ernte dann die Anlagen gefüttert werden – vom Staat hochsubventioniert. Dabei wurde in einer Studie der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften in Halle, erst kürzlich dringend empfohlen, denn Ausbau der Bioenergie nicht weiter voranzutreiben. Und zwar, weil sie erstens mit dem Anbau von Nahrungsmitteln konkurriere und zweitens viel zu ineffektiv sei. Bezogen auf die eingesetzt Energie sei Strom aus Sonnenenergie (Photopholtaik) fünfmal, der aus Windkraftanlagen sogar zehnmal effektiver als der aus Maisbiogas (Der Spiegel, 27.8.2012). China, so die Leopoldina, habe die Ethanolproduktion aus essbaren Pflanzen bereits verboten (Die Zeit, 23.8.2012).
Börse: Rendite durch Wetten auf den Hungertod der Armen
Und weshalb steigt Deutschland nicht aus? Weil mit
Biogas-Anlagen ein Riesen-Geschäft zu machen ist. Die Subventionierung hat dazu
geführt, dass der Anbau von Bioenergie-Pflanzen andere Landnutzungen verdrängt.
Es wurde ein regelrechter "Pacht-Krieg" vom Zaun gebrochen, die Politik habe ein
"Nachfrage-Monster" geschaffen, kritisiert die Investment-Gesellschaft Lupus
Alpha (Der Spiegel, 20.8.2012). Doch die drohende Hungerkrise ist auch
für andere Geschäftemacher ein großer Anreiz. Sie spekulieren an der Börse mit
Nahrungsmitteln und schließen mit Millionenbeträgen Wetten darüber ab, wie groß
die Ernteausfälle sein werden. Dadurch verstärken sie die ohnehin vorhandenen
Preisschwankungen.
Biosprit, Bioenergie, Klimawandel, Spekulation –
all das verstärkt die drohende Hungerkrise. Und doch ist es noch nicht der
Hauptfaktor. Prof. Gernot Klepper, Leiter des Forschungsbereichs "Umwelt und
natürliche Ressourcen" am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, erklärte
gegenüber der deutschen Tagesschau (22.8.2012), die gegenwärtigen
Preissteigerungen für Getreide auf dem Weltmarkt seien zwar durch
Dürreereignisse ausgelöst worden, doch: "Fleischkonsum ist der zentrale Faktor."
Der Futtermittelanbau beanspruche immer größere Flächen. Klepper sieht hier die
Verantwortung Deutschlands, "... dass wir über die Futtermittelnachfrage
weltweit bestimmte Flächen in Anspruch nehmen, auf denen auch Getreide angebaut
werden könnte. Wenn wir das moralisch betrachten wollten, wäre hier der Hebel.
Deutschland verbraucht etwa die doppelte Agrarfläche durch Importe, als es
selbst produzieren kann."
Führende Politiker und Kirchenleute weigern sich, gegen die Katastrophe vorzugehen
Nicht die so genannte Bioenergie ist also das
größte "Nachfrage-Monster", sondern es ist der Mensch mit seinem
unersättlichen Hunger auf Fleisch. Das heißt: Ob auf den Feldern angebaute Pflanzen zu Benzin
oder Strom umgewandelt werden, ist von der Größenordnung zweitrangig. Am
schlimmsten ist der Anbau von Viehfutter, um die Nachfrage nach Fleisch zu
befriedigen.
Diese unangenehme Wahrheit wird aber meist verschämt verschwiegen. Auch dem
Vertreter des Vatikans bei den Vereinten Nationen in Genf, Kardinal Tommasi, ist
es in seiner Stellungnahme zu drohenden Hungerkrise keine Silbe wert, und die
kirchlich beeinflussten Politiker schweigen ebenfalls. Dabei hätten die
westlichen Industrienationen die Verantwortung und die Chance, ein Beispiel zu
geben. Anstatt dem Trend zu immer mehr Fleischnahrung in der Welt Einhalt zu
gebieten, subventionieren sie noch immer die Massentierhaltung mit
Milliardenbeträgen. Weshalb werben die Regierungen der Industriestaaten nicht
für eine gesunde und schmackhafte vegetarische Ernährung und richten
entsprechende Kochkurse ein? Weshalb greifen sie nicht einen Vorschlag auf, den
die Welternährungsorganisation FAO bereits vor zwei Jahren machte: die
Fleischproduktion zu besteuern? Auch der Deutsche Umweltrat forderte im Juni
2012, zu prüfen, ob man nicht den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf tierische
Produkte abschaffen könnte. Denn "der hohe Fleischkonsum, der gleichermaßen für
Umwelt und Gesundheit negative Folgen hat", sollte "deutlich reduziert werden,"
so der Deutsche Umweltrat.
Die Tatsachen liegen also auf der Hand.
Verantwortungsvolle Entscheidungen in Politik und Wirtschaft sind somit dringend
geboten. Doch auch jeder einzelne Bürger ist gefragt, zumindest in seinem
persönlichen Leben und in seinem Umfeld den Hebel umzulegen.
Siehe auch unsere Meldung:
Fleisch verschlingt Wasserreserven
der Erde
2.4.
Zweierlei Maß:
Kinder als Kriegsopfer und an
Hunger und Durst sterbende Kinder
Seit vielen Jahren schon verhungert
irgendwo auf dieser Welt ungefähr alle fünf Sekunden ein Kind unter 10 Jahren.
Das sind ca. 17.000 Kinder, die täglich weltweit an den Folgen von
Unterernährung sterben. So berichtet es Jean Ziegler, der
UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung.
Dieser Sachverhalt ist kaum vorstellbar. Doch gehen wir nicht so schnell darüber
hinweg. Im Takt von fünf Sekunden stirbt also weltweit ein Kind an Hunger. Und
rechnet man die Erwachsenen dazu, sind es mehr als doppelt so viele Hungertote,
ca. 37.000 Toten jeden Tag. Wohlgemerkt: Nicht jährlich, sondern täglich, und
zwar auch jetzt, in diesen Augenblicken.
Wir informieren Sie über diese
furchtbare Tragödie, weil man fast nichts darüber in den Medien hört. Der
Sekundentakt dieser Katastrophe ist schon zum schrecklichen Alltag geworden und
wird in den Alltagsberichten in der Regel ausgeblendet. Es sind immer nur
bestimmte Krisenherde, über die berichtet wird. Zu Beginn des Jahres 2012
war dies vor allem der Aufstand von Islamisten und westlich orientierten
Rebellen und der daraus entstandene Bürgerkrieg in Syrien.
Zum Vergleich: Der Aufstand hatte bis
gegen Ende Februar 2012 ca. 400 Kindern insgesamt das Leben gekostete. Das heißt: Pro
Tag ist in Syrien bei der Gewalt ein Kind gestorben, manchmal zwei. So beklagte auch der Papst am 12. Februar 2012
besonders den Tod von Kindern in Syrien auf.
Natürlich ist es furchtbar, was dort geschieht oder gar noch schlimmer wird, wenn die
Kriegsparteien - die Regierung unter Präsident Assad und die Rebellen - den Krieg und den Missbrauch von
Kindern für die Interessen der jeweiligen Kriegspartei nicht beenden. Aber warum
wird hier ständig daran erinnert? Um das eine und das andere Kind, das zuletzt
täglich in Syrien ums Leben kam, sorgte sich im Februar 2012 also bereits der Papst im Angesicht
der Massenmedien in aller Öffentlichkeit. Aber von den ca. 17.000 Kindern, die
täglich verhungern oder an den Folgen von Unterernährung sterben, hört man auch in der Kirche selten etwas.
Als die US-amerikanischen Abgeordneten 1991 erstmals über einen Krieg gegen den
Irak nachdachten, ging plötzlich folgende Meldung durch die Weltpresse:
Irakische Soldaten hätten kuwaitische Säuglinge in einem Krankenhaus aus den
Brutkästen gerissen und auf den Boden geworfen - eine Propaganda-Lüge durch eine
gefälschte Zeugenaussage, wie sich später heraus stellte. Aber viele Abgeordnete
waren erschüttert und weinten und entschieden sich aufgrund dieser Lüge für den
Krieg.
Doch selbst wenn die Meldungen über die getöteten Kinder in Syrien alle stimmen
sollten:
Warum wird hier offenbar zweierlei Maß
angewandt? Sind die Opfer der Gewalt von Aufständischen und Regierungstruppen in
Syrien besonders erwähnenswert, die Opfer des Hungers jedoch weniger?
Warum zuletzt immer und immer wieder Syrien? Was könnten hier die
Hintergedanken sein? Sind es politisch-strategische Überlegungen, die hier
eine Rolle spielen? Eventuell auch hier das Zündeln mit der Flamme eines
größeren Krieges, womit
bestimmte machtpolitische Interessen verfolgt werden? Spiegel.de
veröffentlichte am 26.7.2012 einen Artikel mit der Überschrift Wie der
Westen heimlich Krieg in Syrien führt (http://www.spiegel.de/politik/ausland/krieg-in-syrien-wie-der-westen-hilfe-leistet-a-846531.html)
Wer also trägt alles die Verantwortung für die im Krieg getöteten Kinder? Nur
der Kriegsgegner? Oder auch derjenige, der gegen ihn den Krieg führt? Und werden die grässlichen
Meldungen über Kinder in Syrien, die im Westen dem dortigen Regime angelastet
werden, solange
zunehmen, bis ein noch unbeteiligtes Land nach dem anderen hier ebenfalls
entscheidet: "Krieg!"?
Und dass eine solche Ausweitung des Kriegs zu noch weit mehr furchtbaren Opfern
unter Kinder führen würde, wird ebenfalls ausgeblendet - wie die 17.000 Kinder,
die derzeit täglich weltweit an Hunger oder den Folgen von Unterernährung
sterben.
Und warum so wenig Informationen über den
Tod durch Mangel an Nahrungsmitteln? Und warum so wenig Informationen über die
Hintergründe, warum das so ist? Wer will diese Informationen verhindern? Oder
wollen viele Menschen gar nicht damit konfrontiert werden, dass auch der
tägliche Hungertod von Menschen das Ergebnis eines Krieges ist?
Es handelt sich dabei um einen Krieg der
Menschen um die Verteilung der Nahrungsmittel auf dieser Erde. Denn die Mutter
Erde würde genug Nahrung für alle Menschen geben, so dass niemand verhungern
müsste. Aber es wird nicht an alle verteilt.
Der "UN-Sonderberichterstatter für das
Recht auf Nahrung", der Schweizer Jean Ziegler, erklärt:
"Keiner kann normal und glücklich leben in einer Welt, wo alle fünf Sekunden
ein Kind verhungert." (z. B.
http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,5eq1sijemhhcs8q3~cm.asp)
Und der UN-Mitarbeiter sagt auch, warum das so ist. Er nennt den weltweiten
"Raubtierkapitalismus" oder die Börsen-Spekulation auf Grundnahrungsmittel und
Wasserreserven auf den internationalen Finanzmärkten. Er nennt die Politik der
Industrieländer, die ihre eigene Landwirtschaft mit einer Milliarde Dollar pro
Tag subventionieren, so dass die dadurch erzeugten Billig-Produkte weltweit
exportiert werden können und damit auch die Existenz der Bauern in den ärmeren
Ländern zerstören, die keine Subventionen bekommen. Und diese können dann bei
diesen Dumping-Preisen nicht mithalten und gehen kaputt.
Der UN-Sonderberichterstatter nennt die von den Industrieländern beherrschten
Einrichtungen wie Internationaler Währungsfonds und Welthandelsorganisation WTO,
welche armen Ländern z. B. schon verboten haben, Lebensmittelreserven für die
Bevölkerung anzulegen oder manche Lebensmittel gratis zu verteilen, damit die
Bedingungen für die Spekulanten an den Finanzmärkten nicht verzerrt würden und damit die Profite von
Anlegern dort nicht gefährdet würden.
Und man könnte noch die unzähligen Kriege nennen, für die weltweit mit
Billionensummen militärisch aufgerüstet wird.
Wussten Sie z. B., dass Deutschland weltweit der drittgrößte Exporteur und
Kriegswaffen ist und der zweitgrößte Exporteur von Jagdwaffen zum Töten von
Tieren? Hier werden Milliarden umgesetzt und - nebenbei gesagt - auch sehr viele
Kirchensteuern erwirtschaftet.
Jean Ziegler von den Vereinten Nationen
fasste alles zusammen mit den Worten:
"Alles wird dem Prinzip der Profitmaximierung unterworfen. Diese kannibalische
Weltordnung von heute ist das Ende sämtlicher Werte und Institutionen der
Aufklärung, unter denen wir bisher gelebt haben, das Ende der Grundwerte, der
Menschenrechte." (http://germanwatch.org/zeitung/2005-4-ziegler.htm)
Und er zieht daraus folgende Schlussfolgerung: "Ein Kind, das heute an Hunger
stirbt, wird ermordet".
Einem Kind, das an Hunger stirbt, wird also von
Menschen das täglich Brot nicht gegeben, das die Christenheit im Vaterunser von
"Gott" erbittet. Daran ist also nicht Gott schuld, der über die Mutter Erde
immer reichlich geben möchte.
Doch was machen diejenigen, die Seinen
Namen so oft im Munde führen? Wer hortet Reichtümer anstatt ihn zum Wohle seines
Nächsten einzusetzen?
Oder eine weitere ganz konkrete Frage: Wer setzt die Ressourcen der Erde - wie
z. B. Getreideernten - für die Mästung von Vieh ein, um die Tiere später zu
töten und ihr Fleisch an reiche Menschen zu verkaufen?
Auch die Institution Kirche mit ihren
Goldschätzen, ihrem Milliardenvermögen, ihren Banken und Kapitalanlagen und
dem kirchlichen Segen für die Fleischproduktion weltweit steckt mittendrin in
diesem Verbrechen an den Hungernden.
Klar ist es angesichts dieses himmelschreienden
Unrechts leichter, den Tod von Kindern in Syrien zu beklagen, zuletzt ca. 400
Kinder in einem Jahr, nach Zeugenaussagen in den Wochen seither mehr. Weil man sich hier nur wenig oder gar nicht selbst bewegen muss. Der
tägliche Mord wegen unterlassener Verteilung der Nahrungsmittel, ist
vieltausendfach umfangreicher, wiegt schwerer und wird deshalb auch meist
verschwiegen. In Syrien jedoch wird aufgrund der Meldungen von getöteten Kindern
versucht, andere Länder in den Krieg mit hinein zu ziehen, der von allen Seiten
mit entsprechenden Kriegs-Gräueln geführt wird. Denn im Krieg getötete
Kinder lassen sich leider auch dafür missbrauchen, bestimmte machtpolitische
Interessen einzelner Kriegsparteien damit zu kaschieren. Verhungernde Kinder
lassen sich jedoch machtpolitisch nicht in dieser Weise missbrauchen. Sie sind
eine Anklage an die gesamte Weltgemeinschaft und ihrem Wirtschafts-, Finanz-,
und Nahrungsmittelverteilungssystem.
Natürlich sind die Zusammenhänge
komplexer, als dass man in wenigen Minuten einer gute Lösung für alle finden
könnte. Doch die Gründe, die zum zigtausendfachen Hungertod führen sind auch
kein Geheimnis, sondern sie sind bekannt. Und man könnte einiges einleiten, um
diesen Mord durch Verhungern lassen, wie es der UN-Sonderberichterstatter Jean
Ziegler nennt, zu beenden.
- Indem man z. B. nicht Reichtümer für sich hortet. Und dies gilt vor allem auch
für Institutionen, die immer nur ihre Gläubigen zum Spenden auffordern, aber
nichts selbstlos aus dem eigenen unermesslichen Vermögen gibt.
- Indem diejenigen, die sich auf Christus berufen, endlich das eindeutige Gebot
des Jesus von Nazareth, keinen Krieg zu führen, in die Tat umsetzen.
- Oder indem man damit aufhört, durch die Nachfrage nach Fleisch dafür zu
sorgen, dass das Getreide, das die Hungersnot der Armen beenden könnten,
weiterhin an das Vieh der Reichen verfüttert wird.
- Oder manches mehr.
Auch hier bietet die Goldene Regel aus
der Bergpredigt des Jesus von Nazareth den Weg zur Lösung an. "Alles, was ihr
wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst."
Das heißt: Wenn wir wollen, dass uns die Leute alles Notwendige für unser
täglich Brot zur Verfügung stellen, dann sollten wir auch mithelfen, dass es
andere bekommen.
Und was das für jeden Einzelnen bedeuten
kann, da findet sicher jeder einen Ansatzpunkt in seinem persönlichen Leben.
Zur Erinnerung: Alle fünf Sekunden verhungert irgendwo in der Welt ein Kind
unter 10 Jahren. Und rechnet man die Erwachsenen hinzu, so sind es nur gut zwei
Sekunden, die vergehen, bis erneut ein Opfer zu beklagen ist.
Wie sagte der ehemalige
UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, der Schweizer Jean Ziegler:
"Keiner kann normal und glücklich leben in einer Welt, wo alle fünf Sekunden
ein Kind verhungert."
Was könnte dann "normal" sein und was könnten Menschen tun, dass sie nicht
Millionen ihrer Nächsten vom "Glück" ausschließen?
Dem Menschen wurde von Gott ein Gewissen und ein Verstand geschenkt. Setzen wir
Sie also ein!
Lesen Sie die beiden Ausgaben des "Theologen"
zum Thema:
Nr. 7 - Jesus und die ersten Christen waren
Freunde der Tiere - Der Absturz in die Barbarei durch das kirchlichen
Christentum
Nr. 31 - Die Klimakatastrophe und das Leid von Natur
und Tieren im kirchenchristlichen Abendland
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Vegetarier - gottlose Ketzer? |
Hier finden Sie Brötchen und Brote aus einer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur
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Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
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