DER THEOLOGE
Nr. 44


"Innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat"

Schwarzbuch Evangelische Kirche

Der Theologe Nr. 43 (Schwarzbuch "Römisch-Katholische Kirche": "Innen sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung") und Der Theologe Nr. 44 (Schwarzbuch "Evangelische Kirche": "Innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat") sind die Fortsetzung der drei Ausgaben Der Theologe Nr. 24 (Die Kirche und die Hölle auf Erden), Der Theologe Nr. 24a (Sex-Verbrechen und -Vergehen in der Kirche) und Der Theologe Nr. 24b (Verbrechen, Vergehen, Skandale und Verharmlosung von Grausamkeiten in der Kirche). Der Hintergrund und die Entstehungsgeschichte dieser Studien sowie grundsätzliche Hinweise lesen Sie in diesen Ausgaben. Es geht vor allem darum, dass die Kirche sich nicht mehr "christlich" nennt, um den Namen des Jesus, des Christus nicht mehr zu missbrauchen und in den Schmutz zu ziehen. Denn weder die Lehre stimmt mit Christus überein (siehe dazu Der Theologe Nr. 25) noch zigtausendfach das Tun. Vielmehr sind die Großkirchen und ihre Amtsträger heute vergleichbar den Gegenspielern von Jesus von Nazareth vor ca. 2000 Jahren.
Die Titel der Theologen-Ausgaben stammen aus den Wehe-Rufen von Jesus von Nazareth über die Theologen und Schriftgelehrten seiner Zeit (Matthäus 23, 27). Bei der Ausgabe Nr. 43 über die römisch-katholische Kirche wurde die Übersetzung aus der in der katholischen Kirche verwendeten evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung gewählt, bei der Ausgabe Nr. 44 über die evangelischen Kirche die Übersetzung aus der Lutherbibel (siehe oben). Und was bei den heutigen Theologen und Schriftgelehrten mehr und mehr ans Tageslicht kommt, übertrifft vielfach die negativen Taten der Theologen zur Zeit von Jesus. Die Meldungen werden im Folgenden nach Aktenzeichen aneinander gereiht, ohne dass die zugrunde liegenden Sachverhalte nach Thema und Schwere gewichtet werden. Wir urteilen hier also nicht. Auch ist die Dokumentation nicht vollständig, sondern nur beispielhaft. Die Dokumentation kann dabei sowohl Informationen über Theologen als auch andere kirchliche Mitarbeiter oder Mitglieder enthalten.

"Über das evangelische Machtsystem wird noch einiges aufzuklären sein: Wie auch hier Missbraucher mit den Vertuschern eine unheilige Allianz bildeten." (DIE ZEIT Nr. 30 vom 22.7.2010)

 


Inhaltsangabe

Nr. E   1 / 2010 - Ehemals führender Erziehungs-Theologe der EKD: Opfer enthüllt Details des Missbrauchs
Nr. E   2 / 2010 - Evangelischer Pfarrer wurde gegenüber Jungen aus seiner Gemeinde "sexuell übergriffig"
Nr. E   3 / 2010 - EKD ließ ihren Theologen gewähren, obwohl Opfer ihn bereits des Missbrauchs beschuldigte
Nr. E   4 / 2010 - Mehrere Selbstmorde nach Schändung durch perversen evangelischen Diakon
Nr. E   5 / 2010 - Evangelischer Religionslehrer und Päderast mit Billigung der Kirche "davon gekommen"
Nr. E   6 / 2010 - 17 Mitarbeiter der evangelischen Diakonie quälten behinderte Kinder
Nr. E   7 / 2010 - Privilegien: Unversetzbarkeit des evangelischen Pfarrers als Ärgernis für die Gläubigen
Nr. E   8 / 2010 - Seelischer Missbrauch bei einem todkranken Patienten durch Krankenhausseelsorgerin
Nr. E   9 / 2010 - Folter bei Windsbacher Knabenchor: Buben hinter schalldichter Türe ausgepeitscht
Nr. E 10 / 2010 - Sexueller Missbrauch im Johannesstift / Ex-EKD-Ratsvorsitzender Bischof Huber im Kuratorium
Nr. E 11 / 2010 - "Jetzt stehen auch evangelische Pfarrer unter Verdacht"
Nr. E 12 / 2010 - Neue Internetseite für missbrauchte Pfarrerskinder in evangelischen Pfarrhäusern
Nr. E 13 / 2010 - Evangelischer Pfarrer vergeht sich an 14-jährigem Jungen
Nr. E 14 / 2010 - Als Vorschulkind im Martin-Luther-Haus missbraucht, bis heute traumatisiert
                              Bischof Friedrich wurde nach Opferaussagen informiert, doch er kann sich nicht erinnern
Nr. E 15 / 2010 -
Evangelischer Pfarrer vergewaltigte Konfirmandin mehrfach / Kollege missbrauchte 12-Jährige
Nr. E 16 / 2010 - Windsbacher Knabenchor: "Kinder-KZ" in der evangelischen Kirche
Nr. E 17 / 2010 -
Evangelischer Pfarrer: Sexueller Missbrauch mehrerer Jugendlicher
Nr. E 18 / 2010 - Opfer-Vertreter durften beim Kirchentag nicht aufs Podium
Nr. E 19 / 2010 -
Tochter eines evangelischen Pfarrers klagt an: Mein Vater hat mich 10 Jahre lang vergewaltigt
Nr. E 20 / 2010 - Sieben Missbrauchsfälle in Hannoverscher Landeskirche
Nr. E 21 / 2010 - Protestanten als selbsternannte "Racheengel" der Apokalypse. Sie verwandeln das Meer in Blut
Nr. E 22 / 2010 - Pfarrer deckt Kinderschänder-Kollegen. Auch weiterer Pfarrer missbrauchte Minderjährige
Nr. E 23 / 2010 - Oberkirchenrat missbrauchte Konfirmandin
Nr. E 24 / 2010 -
Bischöfin soll schon seit Jahren von Kinderschändung durch evangelischen Pfarrer gewusst haben
Nr. E 25 / 2010 - Evangelischer Pfarrer verging sich an vielen Jungen, einem Mädchen und an den eigenen Söhnen
Nr. E 26 / 2010 - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weiteren evangelischen Pfarrer wegen Kindsmissbrauchs "im privaten Bereich des Pastors"
 

Die heftigen Auseinandersetzungen zwischen Jesus, dem Christus und den Theologen (= den Schriftgelehrten)  und Priestern seiner Zeit eskalierten in der Hinrichtung des unerschrockenen Mannes aus Nazareth. Immer wieder und solange er noch dazu in der Lage war, warnte er die Bevölkerung vor seinen späteren Henkern. So heißt es z.B. im Evangelium nach Markus:
"Und alles Volk hörte ihn gern. Und er lehrte sie und sprach zu ihnen: ´Nehmt euch in acht vor den Schriftgelehrten, die gern in langen Gewändern gehen und lassen sich auf dem Markt grüßen und sitzen gern obenan in den Synagogen und am Tisch beim Mahl ... und verrichten zum Schein lange Gebete. Die werden ein umso härteres Urteil empfangen.`" (Markusevangelium 12, 37-40; Lutherübersetzung)

 


Nr. E 26 / 2010 - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weiteren evangelischen Pfarrer wegen Kindsmissbrauchs "im privaten Bereich des Pastors" - Dem Pfarrer T. F. aus Bünsdorf wird Kindsmissbrauch im privaten Umfeld vorgeworfen. Mehr dazu unter:
http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//schlimmer-verdacht-gegen-pastor-f.html
 

Nr. E 25 / 2010 - Evangelischer Pfarrer verging sich an vielen Jungen, einem Mädchen und an den eigenen Söhnen / Kirche vertuschte jahrzehntelang bis zur Verjährung / 30-40 Opfer? Viele seelisch zerstört, mit Selbstmordversuchen oder haltlos und früh gestorben / Täter wurde nur von der Gemeinde weg als Seelsorger für junge Gefangene versetzt und durfte weiter Religionsunterricht halten / Von Kollegen gedeckt / Schwerste "Erinnerungslücken" bei allen Verantwortlichen - Der Spiegel deckt in Nr. 28/2010 jetzt neue Kinderschänderverbrechen durch einen evangelischen Gemeindepfarrer auf. Pastor Gert Dietrich K. konnte bis zu seinem Ruhestand unbehelligt im Amt wüten, obwohl es zahllose Versuche von Opfern und Mitwissern gab, die Verbrechen zu beenden. Da der Artikel nicht im Internet einsehbar ist, hier einige Auszüge:

- "Irgendwann hatte man den Eindruck, es handle sich um Abgründe ausschließlich aus katholisch-bürgerlichem Milieu. Nun zeigt sich, dass die evangelische Kirche nach sehr ähnlichen Mechanismen funktioniert. Auch sie verheimlichte solche Fälle unter dem Vorwand seelsorgerlicher Schweigepflicht, vernachlässigte die Aufklärung und riskierte so weitere Missbrauchsfälle."
- Ein Opfer: Der Pfarrer "spielte den perfekten Kümmerer, um dann zuzuschlagen".
- Der Kollege des Verbrechers, dem Eltern von den Taten erzählten: "Die seelsorgerliche Schweigepflicht habe ihn abgehalten, so etwas weiterzumelden."
Der Kollege zu einem Opfer zu dem ebenfalls missbrauchten Sohn des Täters: "Wie kannst du es wagen, so ein Gerücht in die Welt zu setzen? Und denk an deine Mutter, welche Chance es für sie ist, mit Pastor K. verheiratet zu sein."
- Der Täter zu einem schutzbefohlenen Mädchen, mit dem er darauf hin fünf Jahre lang Sex hat. "Er beteuert, einzig sie könne ihn von seiner Neigung zu Jungs heilen."
- Die vorgesetzte Pröpstin: "´Ich wollte ihm seine Existenz nicht kaputtmachen.` Ihr lag es daran, ´zu unterscheiden zwischen Tätern und Taten." Dazu der Kommentar: "Von dem pastoralen Phrasendeutsch abgesehen - müsste man nicht vor allem unterscheiden zwischen Tätern und Opfern? Und müsste man nicht alles, wirklich alles unternehmen, um heraauszufinden, ob es noch mehr Opfer gab?"
- "Im Fall von Pastor K. gibt es aber angeblich keine Unterlagen. Und es gab nie ein Disziplinarverfahren ... Alles ist unergründlich, unbegreiflich, keine Akten, nur allumfassende Vergesslichkeit. Begreiflicher wird der Fall, wenn man ihn aus dem System der Kirche heraus nachvollzieht. Kein Aufhebens! Keine schwiemeligen Details. ´Ich war nicht traurig darüber, dass das hier nicht öffentlich wurde ... Das wäre ja ganz schön blöde`". So die Pröpstin.
- "Angeblich sind es bereits 30, 40 Hinweise, Fälle. Immer mehr Opfer melden sich."
- Einer vom Pfarrer und Vater missbrauchten Stiefsöhne unternahm einen Selbstmordversuch, und über zwei andere (von fünf) heißt es: "Zwei der fünf K.-Brüder sind gestorben. Der eine an Aids, der andere an Drogen., sie hatten nie einen festen Boden in ihr Leben bekommen."
Während Bischöfin Maria Jepsen mittlerweile zurück getreten ist, erschüttert bereits die nächste mutmaßliche Kinderschändung durch einenn lutherischen Pfarrer die Nordelbische evangelisch-lutherische Kirche.


Nr. E 24 / 2010 - Hamburger Bischöfin soll schon seit Jahren von Kinderschändung durch evangelischen Pfarrer gewusst haben. Mehr dazu unter:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,705769,00.html und
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,706557,00.html

Sowie oben unter E 25.


Nr. E 23 / 2010 - Oberkirchenrat missbrauchte Konfirmandin - Einem ehemaligen Mitglied der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird "von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, mehrfach ´sexuelle Handlungen an einem Kind begangen zu haben`. Die Vorwürfe hätten sich im Zug der Ermittlungen bestätigt" (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 25, 20.6.2010). Der Oberkirchenrat erhält mittlerweile jedoch schon seine Pension und das Verbrechen ist verjährt.


Nr. E 22 / 2010 - Pfarrer deckt Kinderschänder-Kollegen - Heftige Vorwürfe gegen einen evangelisch-lutherischen Pfarrer aus Hamburg. "Der Pfarrer habe seinen Amtskollegen, der Ende der 70er bis Mitte der 80er Jahre Mädchen und Jungen sexuell missbraucht haben soll, weder angezeigt, noch die kirchliche Dienstaufsicht ifnromiert. Der pensionierte Pfarrer hatte eingeräumt, ... nicht reagiert zu haben". Der pädophile Pfarrerverbrecher wurde 2001 in den vorgezogenen Ruhestand versetzt. Und der damals schweigende Kollege wird von seinem Kirchenvorstand jetzt nicht mehr zu kirchlichen Handlungen zugelassen. Und: "Ein weiterer evangelischer Pfarrer aus Hamburg soll Kinderpornografie besessen und Minderjährige sexuell missbraucht haben" (idea-spektrum Nr. 26, 30.6.2010)


Nr. E 21 / 2010 - Protestanten als selbsternannte "Racheengel" der Apokalypse. Sie verwandeln das Meer in Blut. Mehr dazu hier.


Nr. E 20 / 2010 - Auch bei den Verbrechen liegt die evangelische Kirche zwar im Windschatten der katholischen. Doch auch dort werden jetzt immer mehr Verbrechen aufgedeckt. "Sieben Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt" von Pfarrern bzw. Kirchenmitarbeitern der Hannoverschen Landeskirche (focus.de, 18.5.2010).


Nr. E 19 / 2010 - Tochter eines evangelischen Pfarrers klagt an: Mein Vater hat mich 10 Jahre lang vergewaltigt.
Mehr dazu unter http://www.a-z.ch/news/vermischtes/hat-der-pfarrer-seine-tochter-missbraucht-und-vergewaltigt-8934242


Nr. E 18 / 2010 - Opfer-Vertreter durften beim Kirchentag nicht aufs Podium - mehr dazu hier


Nr. E 17 / 2010 - Evangelischer Pfarrer: Sexueller Missbrauch mehrerer Jugendlicher - Der evangelische Pastor von Hamburg-Ahrensburg hat gleich mehrere Jugendliche in den 70er- und 80er-Jahren sexuell missbraucht. Mehr dazu siehe:
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article7710732/Evangelischer-Pastor-soll-sich-in-80er-Jahren-an-Jugendlichen-vergangen-haben.html?print=yes#reqdrucken

 

Nr. E 16 / 2010 - Windsbacher Knabenchor: "Kinder-KZ" der evangelischen Kirche - Der Spiegel veröffentlichte am 20.3.2010 erstmals Details aus den "Dokumenten des Grauens", welche der Journalist und Musiker Klaus Kirschner bereits 2004 im Angesicht seines Todes über das "Kinder-KZ" in Windsbach schrieb. Kirschner verfolgten die Schrecken von Windsbach ein Leben lang, andere Mitschüler brachten sich bereits nach einigen Jahren um, "weil sie die Demütigungen von Windsbach nie verkraften konnten" (20.3.2010; siehe auch unten).

Nun gibt auch der Pfarrer Andreas Ebert in einem Interview mit dem Evangelischen Sonntagsblatt zu, welcher dauernden brachialen Gewalt die Buben damals durch Chorleiter Hans Thamm und Internatsleiter, Pfarrer Friedrich Höfer, ausgesetzt waren (11.4.2010). Pfarrer Friedrich Höfer hätte die Anwendung von roher Gewalt dem Spiegel-Bericht zufolge auch "sexuell erregt". Hier einige Passagen aus dem Interview mit Pfarrer Andreas Ebert:

- "Ein Mitschüler wurde beispielsweise einmal von Chorleiter Hans Thamm heftig ins Gesicht geschlagen, weil er wegen seines Stimmbruchs beim Auftritt den Einsatz verpatze ... aber er konnte ja nichts dafür."
- "Als ich einmal falsch gesungen hatte, musste ich 53 Mal dieselbe Stelle singen. Ich war so verängstigt, dass ich zitterte und immer schlimmer versagte."
PS: Im Wikipedia-Lexikon heißt es: "Thamms künstlerische Persönlichkeit, seine mit fachlichem Können gepaarte Musikalität im Dienste der evangelischen Verkündigung etablierten den jungen Klangkörper bereits in den frühen 50er Jahren in der Reihe der großen deutschsprachigen Knabenchöre" (Stand: 20.4.2010).
Pfarrer Andreas Ebert berichtet weiter:
- "Fehler und Schwächen waren nicht erlaubt. In den Schlafsaalgruppen gab es Obergruppenführer und Untergruppenführer wie bei der HJ." (= Hitlerjugend)
- "Auch bei kleineren Vergehen mussten wir manchmal abends im Schlafanzug in Reihe antreten ... die Augen geschlossen. Dann hat der Gruppenführer zugeschlagen. Wen es traf, wussten wir vorher nicht: ´Exekution` nannte sich das."
- "Die Aussage, dass Schläge und psychische Gewalt damals eben zum Erziehungssystem dazu gehörten, lasse ich nicht gelten. Es gab auch damals Erwachsene ... die uns mit Respekt behandelten. Das hat mich gerettet."

Erziehung nach Martin Luther:
Gehorsam oder Hunger, Vertreibung, Tod

Das Vorbild der Lutheraner, Martin Luther, lehrte brachiale Erziehungsmethoden. Das 4. Gebot "Achte Vater und Mutter" bezog Luther auch auf weitere "Väter" wie Pfarrherren, Erzieher und Obrigkeit, es gilt also auch gegenüber Internatsleitern und ähnlichen Autoritätspersonen. Martin Luther setzte sie zu Herren über Leben und Tod für die Kinder ein. So schreibt Martin Luther z. B. in seinem Großen Katechismus vom "Vateramt" (z. B. Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche, Göttingen 1980, S. 596) und schrieb wörtlich: "Willst Du nicht Vater und Mutter gehorchen und Dich lassen ziehen, so gehorche dem Henker, gehorchest Du dem nicht, so gehorche dem Streckebein, das ist der Tod" (Auslegung des 4. Gebots, S. 594).
Zum Vergleich: Das Opfer Klaus Kirschner schreibt, man habe dem Windsbacher Knabenchor "nur durch Abitur oder Tod entrinnen können" (Spiegel online, 20.3.2010).
Und in seinem Vorwort zum Kleinen Katechismus schreibt Martin Luther den Jugendlichen das Auswendiglernen von kirchlichen Glaubenssätzen vor, bei Androhung von Nahrungsentzug und Vertreibung. Wörtlich: "Welche es aber nicht lernen wollen, dass man denselbigen sagen, wie sie Christum verleugnen ... Dazu sollen ihn die Eltern und Hausherrn [also z. B. Heimleiter] Essen und Trinken versagen und ihn anzeigen, dass solche rohe Leute der Fürst aus dem Land jagen wolle" (S. 503).

Doch die Kirchenleitung unter Landesbischof Hermann Dietzfelbinger stellte sich in einem aus der Gewalt resultierenden Konflikt voll hinter Hans Thamm, der auch sein Schwiegersohn war. Ebert wörtlich: "Aus München reiste der damalige Landesbischof Hermann Dietzfelbinger an und stellte sich letztlich hinter seinen Schwiegersohn Thamm ..."
Und auch noch im Jahr 2007 wurde Hans Thamm bei seinem Tod kirchlich gewürdigt. So hieß es damals: "Erst allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, welche Bedeutung der Chor als klingender Botschafter für seine Landeskirche hat" (zit. nach Tagesspiegel, 20.3.2007).

Der Horror setzte sich fort, als Internatsleiter Pfarrer Friedrich Höfer durch Pfarrer Friedrich Wilhelm Schott ersetzt wurde.
- "Er hat einmal auf einem Schüler regelrecht herumgetrampelt". Ein andermal schlug Pfarrer Schott einen Schüler krankenhausreif. Da es allerdings ausgerechnet der Sohn von Chorleiter Thamm war, musste Schott darauf hin auf Betreiben Thamms gehen.
Interessant ist die Verteidigung der Täter durch Pfarrer Andreas Ebert: "Sie waren ja auch Opfer; ihnen hatten die Nazis und das Militär die Seelen geschändet."

Laut Bischof Walter Mixa waren es also angeblich die liberalen "68-er", die die Priester zu Kinderschändern machten. Und laut Pfarrer Andreas Ebert waren es die Nazis, welche Pfarrer zu Gewalttätern machten. Doch wer waren die "Nazis"? Es waren überwiegend evangelische oder katholische Kirchenchristen. Und ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich die Nationalsozialisten bei ihrer Gewaltanwendung vielfach auf Martin Luther berufen haben, bzw. von damaligen Bischöfen dazu ermuntert worden waren.
Interessant ist weiter: Das damaligen "Pfarrwaisenhaus" (= Pfarrkinderhaus) und das lutherische Gymnasium in Windsbach, aus deren Mitte später der Windsbacher Knabenchor gegründet wurde, war schon in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts ein "Nährboden" für Nationalsozialismus und Antisemitismus. Es war also umgekehrt: Nicht die Pfarrer waren die "Opfer" der Nazis. Sondern kirchliche Einrichtungen mit ihren Pfarrern waren vielfach der Nährboden für die Nazis.
 


Nr. E 15 / 2010 - Evangelischer Pfarrer hat offenbar Konfirmandin mehrfach vergewaltigt / Anderer evangelischer Pfarrer hatte intimes Verhältnis mit 12-jährigem Mädchen - Zwei Anklagen gegenüber evangelischen Pfarrern erschüttern die Stadt und den Landkreis Hof. In Hof hat der Pfarrer eine 13jährige Konfirmandin mehrfach vergewaltigt
(http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1233185). Der Pfarrer leugnet die Vorwürfe. Sein Kollege aus Sparneck gibt jedoch zu, an einem seiner vorherigen Dienstort ein sexuelles Verhältnis zu einem 12-jährigen Mädchen gehabt zu haben
(http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/ofrbay/art2389,1234037). Angeblich habe aber die Kirchenleitung von nichts gewusst und die damalige Versetzung solle wegen "Eheproblemen" erfolgt sein. Die Dorfbewohner am damaligen Dienstort wussten überwiegend Bescheid, doch
"in den Akten stand nichts", so die lapidare Erklärung und die "gravierndsten Vorkommnisse" seien erst nach der Versetzung erfolgt. Das damalige Opfer sei heute "dankbar, dass durch die Anzeige die ganze Sache an die Öffentlichkeit kam". Es sei ihr eine Last genommen worden (Frankenpost, 22.4.2010).
Der evangelische Kirchenvorstand kämpft jedoch unter dem Motto "Pfarrer W. ist unser Hirte und wir sind seine Herde" gegen seine Suspendierung (http://www.kirchengemeinde-sparneck.de/pages/startseite.php) - ein weiterer Widerspruch zu Jesus von Nazareth. Denn Jesus sagte: "Ich bin der gute Hirte" (Johannes 10, 11), nicht: Der Pfarrer oder der Priester ist Euer Hirte. Pfarrer hat Jesus nie gewollt. Doch die Kirche ersetzte faktisch den "guten Hirten" Christus durch ihre menschlichen Hirten, ihre Pfarrer und Priester, und muss nun erleben, wie nach und nach die Geheimnisse der menschlichen Hirten aufgedeckt werden.



Nr. E 14 / 2010 - Als Vorschulkind im Martin-Luther-Haus missbraucht, bis heute traumatisiert / "Regelrechtes System der Gewalt" / Bischof Friedrich unter Druck: Hat er es als laufen lassen? - Der Heimleiter des Martin-Luther-Hauses in Nürnberg sperrte sie - nach Angaben der heute 42jährigen Frau - als Vorschulkind manchmal tagelang in ein Zimmer ein. Dort versuchte er Zungenküsse und unternahm Berührungen im Intimbereich. Auch gab es heftige Schläge und Demütigungen vor allen anderen und vieles mehr. "Beim Gottesdienst in der nahen Kapelle hätten sie dann fromm singen müssen. ´Wenn jemand nicht mitsang, setzte es wieder Strafen.`". Das Mädchen hat die Zeit im Martin-Luther-Haus "schwer gezeichnet" und nicht verkraftet, es warf sie immer wieder aus der Bahn. Nach über 30 Jahren wird ihr jetzt der Aufenthalt in einer Trauma-Klinik möglich. Der Direktor gibt nur die Schläge zu (http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1202588&kat=120&man=3).
Mittlerweile meldeten sich immer mehr Zeugen und Opfer, die von einem "regelrechten System der Gewalt" sprechen (nn-online.de, 10.4.2010). Eine andere Zeugin wurde bei einem "Ausflug" von einer Kirche in die nächste geschleift und wollte zwischenzeitlich wenigstens nur einmal ein Eis essen. Unter Tränen erzählt sie, wie sie daraufhin vor 150 Leuten bloß gestellt wurde. Berüchtigt waren die Streichel-Attacken des Direktors. Die Mädchen mussten sich dazu in seinem Büro nackt ausziehen und überall berühren lassen. Nun hat ein Opfer berichtet, sie habe Dekan Johannes Friedrich damals von der "Streichel-Therapie" des Leiters erzählt. Der Bischof verteidigt sich damit, er könne sich nicht mehr daran erinnern.



Nr. E 13 / 2010 - Evangelischer Pfarrer vergeht sich an 14-jährigem Jungen - Neun Monate lang habe ein früherer Pfarrer der evangelisch-reformierten Gemeinde in Stuttgart sich an einem 14-jährigem Jungen vergangen. Der Bericht des Opfers ist "absolut glaubwürdig", der Pfarrer jedoch mittlerweile verstorben.
 


Nr. E 12 / 2010 - Neue Internetseite für missbrauchte Pfarrerskinder in evangelischen Pfarrhäusern. Auf der Seite www.pfarrerskinder.net heißt es: "Pädokriminelle katholische Geistliche misshandeln Ministranten/Schüler, pädokriminelle evangelische Geistliche misshandeln ihre eigenen Kinder ... Es wird Zeit, dass wir Pfarrerskinder uns zu Wort melden. Gewalt gegenüber Kindern, ob psychischer, körperlicher oder sexualisierter Art ist in (evangelischen) Pfarrrhäusern Alltag. Der Volksmund weiß das schon lange: ´Pfarrers Kinder, Müllers Vieh gedeihen selten oder nie`. Die Schweigemauer ist in Pfarrhäusern besonders hoch und dick. Ein hoher moralischer Anspruch gepaart mit protestantischer Körperfeindlichkeit ergibt ein Klima, in dem Kindesmisshandlung ausgeübt, geduldet und gedeckt wird. Bis heute. Das Tabu, darüber zu sprechen, muss endgültig gebrochen werden. In diesem Fall betrifft es auch das Tabu des 4. Gebots ("Du sollst Vater und Mutter ehren"), was insbesondere erwachsenen Pfarrerskindern, die sich nach wie vor im religiösen Milieu bewegen schwer fällt. Daher gibt es diese Website. Hier können erwachsene Pfarrerskinder anonym ihre Erlebnisse schildern und damit ihre oft jahrelang  gehüteten bedrückenden Geheimnisse lüften."
 


Nr. E 11 / 2010 - "Jetzt stehen auch evangelische Pfarrer unter Verdacht". Das Hamburger Abendblatt berichtet am 16.3.2010 von drei Pfarrern und einem evangelischen Religionslehrer, die der Kinderschändung verdächtigt sind. Hinzu kommt ein mittlerweile pensionierter Pfarrer und ein weiterer Pfarrer, der Kinder per SMS "sexuell belästigt" habe. "Als Kirche sind wir erschüttert, welche ungeahnten negativen Energien sich hier offensichtlich entladen haben", erklärt Probst Sigurd Rink von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: "Zugetraut hätten wir das den Seelsorgern und den Mitarbeitern niemals".



Nr. E 10 / 2010 - Sexueller Missbrauch auch im evangelischen Johannesstift in Berlin (bz, 15.3.2010; 16.3.2010). Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Bischof Dr. Wolfgang Huber sitzt im Kuratorium des Stifts. Die Verbrechen werden jetzt untersucht.



Nr. E 9 / 2010 - Spiegel online enthüllt die "Hölle" beim renommierten evangelisch-lutherischen Windsbacher Knabenchor (20.3.2010). Klaus Kirschner schreibt sich die erlittenen Qualen in dem "Kinder-KZ" "Windsbacher Knabenchor" kurz vor seinem Tod von der Seele. Das Magazin berichtet: "Kirschner schildert in seinen Briefen, wie er und seine Klassenkameraden von dem Lehrer und dem damaligen Internatsleiter, einem evangelischen Pfarrer, regelmäßig geschlagen wurden. So habe der Internatsleiter vornehmlich nach dem Mittagessen einzelne Jungen in sein Büro geholt, dessen Tür doppelt gepolstert gewesen seien - ´damit die Schreie der Gepeinigten nicht an die Öffentlichkeit drangen`. Dort habe er ihnen die Wahl zwischen Nilpferdpeitsche und Rohrstock gelassen und die Kinder anschließend verprügelt. Die Schläge hätten ihn offensichtlich sexuell erregt." Auch Peter Lemberg, ehemaliger Windsbacher Knabensänger, packt aus: "Zwei seiner Schulkameraden hätten später Selbstmord begangen, weil sie die Demütigungen in Windsbach nie verkraften konnten. Von einem Präfekt sei ein Mitschüler so geschlagen worden, dass ihm das Trommelfell platzte. Als sie älter wurden, seien sie tatsächlich angewiesen worden, kleinere Schüler zu verprügeln: ´Es wurde nicht gelegentlich geschlagen, sondern systematisch.`"
Die jüngsten Vorwürfe liegen nur weniger Jahre zurück: "2004 gab es in Windsbach zwischen Eltern und Chorleitung einen heftigen Streit um den Dirigenten Karl-Friedrich Beringer. Beringer war vorgeworfen worden, er habe Kinder angebrüllt, gedemütigt, gewürgt und misshandelt. Der Dirigent hatte das zurückgewiesen. Hinreichende Beweise für Gewalttätigkeiten gab es nicht - Beringer konnte seine Arbeit fortsetzen. Eltern berichten, in den Proberäumen seien nun auch auf Wunsch Beringers Kameras installiert worden. Seither habe man von Übergriffen nichts mehr gehört."
Lesen Sie mehr bei: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,684604,00.html



Nr. E 8 / 2010 - "Missbrauch und Umgang damit von Seiten der Kirche als Institution gibt es auch in der ev. Kirche. In der ev. Landeskirche Rheinland gibt es ein eigenes Verfahren unter dem Motto ´Zeit heilt keineswegs Wunden`. Eine von ´grenzüberschreitender Seelsorge` Betroffene hat einen Missbrauch durch eine ev. Pfarrerin in der Krankenhausseelsorge dort angezeigt. Diese hatte bei einem schwer an Hirntumor erkrankten Mann so intensive Seelsorge betrieben, dass körperliche "Maßnahmen", Küssen und Streicheln und Umarmen dazu gehörten. Die Beerdigungsansprache hatte bei den Zuhörern einzig die Frage provoziert: "War da was?" Bei rein internen Ermittlungen ohne Aufarbeitung des Beweismaterials hat man nach 700 Tagen der Pfarrerin lediglich eine Missbilligung gegeben und niemand aus der ev. Kirche (kein Vorgesetzter, keiner der Mitarbeiter in der Landeskirche innerhalb des Verfahrens) hat dem Opfer gegenüber das geringste Bedauern zum Ausdruck gebracht, von einer Entschuldigung ganz zu schweigen. Ein rein juristisches Schreiben wurde der Betroffenen nach 700 Tagen ungewissen Wartens nach Anzeige übermittelt, das kein einziges persönliches Wort beinhaltete. Die Krankenhausseelsorgerin arbeitet unverändert am gleichen Arbeitsplatz" (Leserbeitrag von Frau Dr. med. habil. Ruth Bodden-Heidrich, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Meerbusch).
 


Nr. E 7 / 2010 - "Unversetzbarkeit" des evangelischen Pfarrers als schweres Ärgernis für die Gläubigen - Ein Pfarrer hat nicht nur die gleichen Rechte wie ein Staatsbeamter, er hat noch mehr Rechte. Während die Regierung einen Beamten auch gegen dessen Willen versetzen kann, können die Pfarrer nicht ohne ihre Zustimmung versetzt werden. Sie können sich also an ihr Amt klammern und volles Gehalt beziehen, auch wenn sie niemand mehr (außer sie selbst) in diesem Amt will. Es sei denn, dem Pfarrer-Beamten kann in einem langwierigen Verfahren "ungedeihliches Wirken" nachgewiesen werden. Dieses Privileg der Unversetzbarkeit demonstrierte zuletzt der evangelisch-lutherische Dekan von Neustadt an der Aisch, Sieghart Schneider, weswegen jetzt ein Posaunenchorleiter die Änderung dieses Gesetzes verlangt. Doch die Pfarrer-Lobby wehrt sich bereits. "Die Unversetzbarkeit von Pfarrern sei ein ´reformatorisches Vermächtnis`, mit dem die Freiheit der Verkündigung geschützt werde" (Main-Post, 16.3.2010; http://www.mainpost.de/lokales/franken/Angriff-auf-Pfarrer-Privileg;art1727,5503701), so der Vorsitzende des Pfarrervereins, Klaus Weber.

 

Nr. E 6 / 2010 - Nachfolgend eine Pressemeldung der Freien Christen vom 15.3.2010: Im Vorfeld des Prozesses der Freien Christen für den Christus der Bergpredigt gegen die Evangelische Kirche vor dem Verwaltungsgericht Hannover am 16.3.2010 (mehr dazu siehe z. B. http://www.christus-oder-kirche.de) wird auch die evangelische Kirche zunehmend von Verbrechen und Skandalen erschüttert. Die Freien Christen fordern sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche auf, sich nicht mehr "christlich" zu nennen. Zur Begründung verweisen sie sowohl auf die kirchliche Lehre als auch auf die Taten: "Wie kann es z. B. sein, dass 17 Mitarbeiter der renommierten Graf-Recke-Stiftung, eine der ältesten Einrichtungen der evangelischen Diakonie, über einen längeren Zeitraum ihnen anvertraute autistische Kinder so schwer körperlich misshandeln konnten?", so Dr. Peter Thurneysen, Kinder- und Jugendpsychiater und einer der Kläger.
Laut eines Berichts von Spiegel online vom 9.3.2010 werde den 17 Tatverdächtigen "körperliche Misshandlung von Schutzbefohlenen, Freiheitsberaubung und Nötigung zur Last gelegt". "Die Kinder, die körperlichen Kontakt nur schwer ertragen können, seien ´teilweise stundenlang umklammert` oder an Stühlen festgebunden und damit in Panik versetzt worden. Bei Gegenwehr entzogen die Tatverdächtigen den Patienten das Essen. Zum Teil seien Kinder über mehrere Tage eingesperrt worden", so der Bericht. "Es kann nicht angehen, dass die Kirche bei jedem neuen Verbrechensbericht die Schuld auf die einzelnen Gläubigen oder Angestellten schiebt. Hier stimmt auch etwas Grundsätzliches nicht", so Dieter Potzel, Ex-Pfarrer und Kläger. "Allzu locker beruft man sich auf Luthers Ausspruch ´Sündige tapfer` und für das Seelenheil ist angeblich eh nur der Glaube ausschlaggebend, nicht die Taten. Schlimm ist, dass bei jedem neuen Verbrechen auch das Gedenken von Jesus, dem Christus, mit in den Schmutz gezogen wird, solange sich die Kirche nach ihm benennt", so der Ex-Pfarrer.
Aus diesem Grund erwarten die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt von der Kirche, dass sie angesichts der aktuellen Entwicklungen von sich aus auf den Namen "christlich" verzichtet. Zumal die Kirche die Tatsache, dass sie nicht christlich ist, im Prozess bis jetzt überhaupt nicht bestritten hat. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der schwerer Sexualverbrechen beschuldigte ehemalige Rektor der Odenwaldschule ein bekannter evangelischer Theologe ist. Der mittlerweile pensionierte Täter stieg in den 90er-Jahren sogar bis in die höchsten Gremien der Kirche auf, in diesem Fall in die Kammer für Bildung und Erziehung der EKD, und er verfasste im Namen der Kirche viele Studien und Berichte zu Erziehungsthemen. Eine Reaktion von dort steht jedoch noch aus. Der Kinder- und Jugendpsychiater Peter Thurneysen: "Die EKD sitzt das einfach aus, weil es in ihrer Lehre letztlich eben nur auf den ´Glauben` ankommt. Jesus von Nazareth hingegen betonte immer wieder das rechte Tun. Und in diesem Zusammenhang vergisst man in der Gesellschaft auch immer wieder, dass Luther ein Despot und ein Demagoge war."

 

Nr. E 5 / 2010 -  Der Schriftsteller Bodo Kirchhoff "wurde als zwölfjähriger Schüler 1960 im evangelischen Internat Gaienhofen am Bodensee von einem Lehrer wiederholt missbraucht. Das beschreibt der Autor im "Spiegel" ... Der Mann, der auch sein Religionslehrer war, habe ihn ´unter immer neuen Vorwänden auf sein Zimmer` geholt. Kirchhoff musste ´Doktorspiele, Ferkeleien, unausgegorenen Sex` über sich ergehen lassen. Wie der "Spiegel" berichtet, habe der Pädagoge Kirchhoff auch ´oral befriedigt.` Jahrelang habe er versuchte, den Missbrauch in Worte zu fassen: ´Ich musste über etwas sprechen, zu dem es keine Sprache gab, ich musste mir eine erfinden.` Trotz der sexuellen Liberalisierung sei ihm dies bis heute nicht wirklich gelungen: ´Der ganze Sex-Sprachmüll hat die Sprachnot der Betroffenen nicht gelindert, im Gegenteil: Für die schlichte Wahrheit gab es jetzt gar keine Worte mehr ...` Der Lehrer sei ´mit Billigung der evangelischen Landeskirche davongekommen`" (bild.de, 14.3.2010).



Nr. E 4 / 2010 - "Denn als ich dreizehn war, begannen die schlimmsten Jahre meines Lebens. Ich wurde tatsächlich in ein anderes Heim verlegt, nämlich in das evangelische Knabenheim Westuffeln im westfälischen Werl. Heute heißt die Einrichtung ´Von Mellin'sche Stiftung Kinder- und Jugendhilfe Westuffeln`, und es gibt inzwischen eine Liste mit den Namen von mehreren Mitschülern, die sich dort gemeldet haben und die das Gleiche mitgemacht haben wie ich ... [Der Erzieher] war Diakon, also ein Mitarbeiter der evangelischen Kirche mit theologischer Qualifikation, und von den Von-Bodelschwinghschen Anstalten Bethel ähnlich einem Leiharbeiter zum Dienst nach Werl entsendet worden ... In den ersten Wochen meines Aufenthaltes in dem Heim beobachtete ich, wie jede Nacht ein anderer Junge in das Zimmer des Erziehers gerufen wurde. Sie blieben etwa eine halbe Stunde drinnen, und viele weinten, wenn sie herauskamen. Unser Jüngster, Wolfgang, war erst elf, er kam eines Nachts vor Schmerzen schreiend und mit blutendem Penis heraus. Wir alle eilten an sein Bett, um ihn zu trösten. Ich hatte keine Ahnung, was mit ihm passiert sein könnte, aber ich spürte eine große Angst in mir. Wolfgang ist später Polizist geworden, und als ich letztes Jahr zu Besuch in dem Heim war, hat mir der neue Heimleiter erzählt, dass er sich umgebracht hat. Mehrere meiner Mitschüler haben Selbstmord begangen. Ich glaube, dass es wegen des Missbrauchs war ... Von nun an musste ich also jeden Tag zu ihm kommen, und immer fand ich unter seinem Bett mehrere Limonadenflaschen, die ich ausleeren musste. Schnell bemerkte ich, dass sich keine Limonade, sondern Urin darin befand ... Als ich ... sein Zimmer trat, sagte er: ´Du musst beim Arbeiten im Garten besser werden, aber wir werden darüber hinwegsehen.` Dabei nahm er meine Hand und legte sie auf sein Genital. Er selbst legte seine Hand dann auf mein Genital, und etwas später musste ich mich auf die Bettkante setzen und ihn manuell befriedigen. Er stand dabei mit heruntergelassener Hose vor mir. Danach urinierte er in eine der Limonadenflaschen. Bei anderen Gelegenheiten musste ich mich vor ihn stellen, und er saß auf der Bettkante und versuchte, mich manuell zu befriedigen. Ich musste auch in diese Flaschen pinkeln"
(Auszug aus: faz.net, 14.3.2010;
http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/
Doc~EF6E8DC47A8584B51B7A979E7403D0486~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
.

 

Nr. E 3 / 2010 - Der ehemalige Leiter der Odenwaldschule Gerold Becker konnte weiter Karriere machen, obwohl er bereits 1998 und 1999 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde. Ein Grund dafür war, dass er zwischenzeitlich zu einem der höchsten Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland in Sachen Erziehung aufgestiegen war. Die EKD ließ ihn auch noch gewähren, obwohl ein erstes Opfer bereits auspackte. Die Frankfurter Rundschau schreibt: "Mit der Aufklärung war es überhaupt so eine Sache. Denn Becker hatte es seit seinem Abschied von der OSO [Odenwaldschule in Oberhambach] 1985 zu allerlei prestigeträchtigen Posten gebracht: Er war Vorstandschef der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime, leitender Mitarbeiter am Institut für Bildungsplanung und Schulentwicklung des Hessischen Kultusministeriums, vertrat als Theologe bei schulischen Fachgesprächen mit dem Land die evangelische Kirche (EKD). Noch 1998, als eins seiner Opfer ihn erfolglos konfrontiert und bereits die OSO um Hilfe gebeten hatte, trat Becker als Mitglied der EKD-Kammer für Bildung und Erziehung auf. Diejenigen, die von den Vorwürfen wussten, schwiegen derweil (13.3.2010).



Nr. E 2 / 2010 - Der damalige evangelische Pfarrer von Friedrichsdorf bei Bad Homburg hat gestanden, Anfang der 80er-Jahre, mit einem Jungen seiner Gemeinde Kontakte gehabt zu haben, "die sexuell übergriffig und mit dem Dienst eines Pfarrers nicht vereinbar waren". Der Pfarrer sei anschließend nach Idstein gewechselt und erhält mittlerweile seine Pension (Frankfurter Rundschau, 13.3.2010).

 

Nr. E 1 / 2010 - Ein Opfer von Ex-Rektor Gerold Becker enthüllt Details des Missbrauchs. Die heutige Direktorin der Odenwald-Eliteschule berichtet: "B. nahm ihn in den Arm und tröstete ihn. Dann legte er den Jungen aufs Bett und zog ihn aus. Er streichelte ihn im Intimbereich und befriedigte sich dabei selbst" (bild.de, 12.3.2010). Der Rektor machte nach seiner Zeit an der Odenwald-Eliteschule Karriere in der EKD. So schrieb der pädophile Ex-Rektor der Odenwaldschule später in der bekannten EKD-Studie Aufwachsen in schwieriger Zeit etwa den Aufsatz Kindsein 1994 - zur Lage der Kinder (mehr dazu hier).
 


 

Weitere Literatur:
Ausgabe Nr. 3: Was Martin Luther lehrte - Zitate eines Despoten und Demagogen
Ausgabe Nr. 24: Die Kirche und die Hölle auf Erden
Ausgabe Nr. 24 a: Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 24 b: Nichtsexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche

Ausgabe Nr. 43: Schwarzbuch Katholische Kirche
Ausgabe Nr. 21: Pastor Geyer und die evangelische Lehre vom grausamen Gott


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Weitere Dokumentationen bei
http://www.gottes-suche.de/12.3.10.Missbrauch%202010.html und
http://www.sgipt.org/politpsy/krimi/kirche/sexmiskk.htm

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 44:
"Innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat" - Schwarzbuch "Evangelische Kirche", zit. nach http://www.theologe.de/schwarzbuch_evangelisch-kirche.htm, Fassung vom 5.8.2010

 

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