DER THEOLOGE
Nr. 16
Die Päpste Johannes Paul
II.,
Benedikt XVI.
und das
Papsttum im Vatikan
Hintergründe zur Bedeutung des Stuhles Petri im Weltgeschehen
|
"Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern." (Aus: Josef Neuner, Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung (offizielles Lehrbuch der bis heute gültigen Glaubenssätze der römisch-katholischen Kirche), 13. Auflage, Regensburg 1992, Glaubenssatz Nr. 382)
Der Großinquisitor spricht zu Christus:
"Wir haben deine Tat verbessert, und sie auf das Wunder, auf das Geheimnis und auf
die Autorität gegründet. Und die Menschen freuten sich, dass sie wieder
wie eine Herde geleitet wurden ... Warum bist du denn jetzt gekommen,
uns zu stören? ... Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im
Bunde, sondern mit
ihm,
schon acht Jahrhunderte lang. Acht Jahrhunderte ist es her, dass wir von
ihm das
annahmen, was du unwillig zurückwiesest, jene letzte Gabe, die er dir
anbot, indem er dir alle Reiche der Erde zeigte: Wir haben von
ihm Rom
empfangen und das Schwert des Kaisers und haben uns selbst als die
Herren der Erde, als ihre einzigen Herren erklärt."
(Aus: Fjodor M. Dostojewski (1821-1881), Der Großinquisitor
in: Brüder Karamasov) |
Der Theologe Nr. 16
ist eine Zusammenstellung der Meldungen zum Thema "Papst und
Vatikan" aus
Der
Theologe aktuell,
ergänzt um weitere Nachrichten. Zudem wurden jeweils
Aktualisierungen vorgenommen oder neue Fakten ergänzt, z. B.
in dem Abschnitt Wie führt Benedikt XVI.
das Werk Benedikts XV. fort?
oder bei: Mit welchen
Mitteln die Vatikanbank und die Banco Ambrosiano den Umsturz in
Polen ermöglichten?
Am Schluss der Zusammenstellung werden immer wieder neue
Meldungen ergänzt, zuletzt am 18.3.2009.
Lesen Sie auch:
Offener
Brief der Freien Christen:
Das Schuldbekenntnis des Papstes im Jahr 2000 - eine ungültige Beichte?
Der Papst ab
2009 im Internet auf Youtube:
Kommentare zu aktuellen
Video-Clips aus dem Vatikan
Die Angst geht um
im Vatikan: Bewaffnete Einheiten schützen den Papst
sowie im Anhang an diese Ausgabe von Der Theologe:
Die "heilig" gesprochenen Päpste
/ Die "selig" gesprochenen Päpste
/
Weitere "Heilige" und "Selige"
Inhalt (chronologisch geordnet; bitte anklicken):
2005
Osterfeiern:
Katholisches Schauspiel mit todkrankem Papst
Nachruf:
Sterbender Papst - Irreführung bis zum letzten Atemzug
Gebet für den
Papst oder Anbetung des Papstes?
Was der
Papst nicht sehen durfte: Erinnerungen an das Kirchenoberhaupt in Mainz
im Jahr 1980
Jenseits: Papst
unter Seinesgleichen. Er muss sich umstellen
Von
Präsident George W. Bush bis Islamischer Dschihad: Alle huldigen dem
Papst
Rückblick auf
sein Leben: Hatte Papst Johannes Paul II. als Bischof eine Geliebte?
Ermordung des
Bankiers Roberto Calvi: Welche Schuld hat der Papst?
Mit welchen Mitteln der Vatikan den
Umsturz in Polen ermöglichte?
Die Unterstützung
des Vatikan für die Militärjunta in Argentinien (1976-1983)
Ehrentitel für den
Papst: "666-Prophezeiung in der Bibel"
Konservierung des Fleisches für die Auferstehung?
Demokratien einträchtig zu Füßen der
Diktatur des Heiligen Stuhles / Katholischer Glaube und Diktatur
Die ruhmvoll
hervorragenden unsterblichen Päpste
Wie führt
Benedikt XVI. das Werk Benedikt XV. fort?
Hintergründige
Gemeinsamkeiten zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus
"Unsere"
Benedikts
Die
Achse Washington - Vatikan
Papst-Golf und Papst-Ford: Entgleitet dem Vatikan der Handel mit
modernen Reliquien?
Papst Benedikt
XVI. und die Wiederbelebung des Exorzismus
Wann unterwerfen sich die evangelischen Bischöfe dem Papst?
Führt die
Kommunität von Taizé die evangelischen Jugendlichen dem Papst zu?
Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg: Ökumene soll aus Protestanten
Katholiken machen
"Sparen
Sie sich die Kirche": Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag
in Köln
Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für viele die Erfüllung
der religiöser Sehnsucht
Papst im
Sinkflug über den Alpen: Nach dem Segen kam die Flut
Clemens August Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers
Katholischer Professor: "Verheißungen des damaligen Papstes gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens."
Naturkatastrophen, "neue
Weltordnung"
und mögliche Folgen des "Urbi
et Orbi"
2006
Trotz Urbi et
Orbi: Das Sündenfass quillt über
Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten /
Milliardengeschenke für die Kirche / Papstbesuch kostet Millionen
Papst
ruft andere zum Kampf gegen Hunger auf. Vom eigenen
Milliardenvermögen wird kein Cent gegeben
Soll Europa katholisch werden?
Regierungschefs unterzeichneten Verfassung vor zwei
Papst-Statuen
Katholikinnen wollten während der Papstmesse auf dem Islinger Feld
gebären. Papstkult in vielen Varianten
Höchste Sicherheitsstufe - Kosten für Papstbesuch astronomisch - Polizei
konfiszierte Fahrräder
Tod
einer Studentin und Lüge des Bischofs - Was wusste Joseph Ratzinger?
Keine
öffentliche Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Vorgeschmack auf
eine Polizeistaat?
Papstbesuch - Test
für Gleichschaltung von Medien?
Gammelfleisch für die Pilger?
Erster
erstarrter Politiker bewegt sich: GRÜNEN-Chefin Claudia
Roth traut sich
Monologe eines
liebenswerten Seniors - und viele werden verschaukelt
Größtes
Ereignis der deutschen Fernsehgeschichte und zeitgleich: ARD verlangt
mehr Gebühren
Sturm der
Entrüstung in der islamischen Welt über Benedikt XVI.
Papst verweigert Evangelischen die
Bezeichnung "Kirche"
Katholische
Kirche verlangt Unterwerfung aller Menschen unter den Papst zur
Erlangung des Heils
George W.
Bush und Benedikt XVI. - Ökumenische politische Doppelstrategie?
2007
Opus Dei -
einflussreicher Motor in der katholischen Kirche. Tugend durch Abtötung?
Brasilien:
Lutherischer Beauftragter Behnk hilft dem Papst
/ "Papierkugel-Priester" Frei Galvao heilig gesprochen
Kardinal Karl
Lehmann möchte katholische Messe in Saudi-Arabien lesen - praktische
Schritte dorthin
US-Präsident Bush
- im Dienst der katholischen Interessen auf dem Balkan?
Heutiger Papst im Jahr 2003: Harry Potter "zersetzt"
"Christentum in der Seele" der Kinder
Papstbesuch
in Österreich - Informationen für die Bevölkerung
Papst in Österreich: Der symbolische
und der reale Niedergang des Papsttums
2008
Karfreitag: Kirche lässt indirekt beten, dass Juden Katholiken werden
Medien-Inszenierung - Taufe in der Osternacht: Papst macht prominenten
Muslim zum Kirchenmitglied
Vatikanischer Totenkult - Leiche von
Papst Johannes Paul II. soll mit Wachsmaske in Glassarg
Bat George W. Bush den Papst um
Segen für einen Iran-Krieg?
5.000
pädophile Priester in den USA - Papst "schämt" sich
Wird US-Präsident George W. Bush römisch-katholisch?
Die Angst geht
um im Vatikan: Verstärkte Bewaffnung
10.000 sterbende
Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des Vatikan
2009
Bischofseinsetzung: Papst ignoriert einmal mehr alle
Vorschläge der Betroffenen
Piusbruderschaft: Juden können sich durch
katholische Taufe von historischer Schuld befreien
Wieder in Kirche integrierte Piusbruder-Bischöfe lehnen offenbar auch
Religionsfreiheit ab
Zweierlei Maß - Die "Entschuldigung" von
Pius-Bruder Williamson und die Entschuldigungen der Päpste
Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits über 7.000:
Jetzt zehn neue "Heilige"
Pius-Bruderschaft: "Unterschwellige Ablehnung der
päpstlichen Autorität" durch deutsche Bischöfe
Papst in Afrika: Kondome "verschlimmern" AIDS-Problem
Kommen die Scheiterhaufen
wieder?
Vatikanische Aussagen zur
Religionsfreiheit haben nicht "höchsten lehramtlichen Stellenwert"
La
Santa Alianza - der Geheimdienst des Papstes
Die Päpstin
"Die dunklen Geheimnisse des
Vatikan"
Korruption, Mafia, Geldwäsche - Vatikan außer Rand
und Band
2010
Papst Johannes Paul II. peitschte
sich mit seinem Hosengürtel
Kirche ließt urchristliche Katharer
ausrotten. Papst spricht jetzt von der "Liebe" ihrer Mörder
Die Vergöttlichung von Joseph
Ratzinger als neuer Christus
2005
27.3.2005 -
Osterfeiern: Katholisches Schauspiel mit todkrankem Papst
-
Schon im Vollbesitz seiner körperlichen Kräfte galt Johannes Paul II. als
einer der "Großen" unter den Päpsten. Sein derzeit weltweit in den Medien
sichtbares
Leiden treibt sein Ansehen in noch größere Höhen. Vielen scheint Mitleid mit
dem Mann das Gebot der Stunde. Andere entlarven gerade jetzt das Schauspiel
der katholischen Kirche als eine Verhöhnung von Christus. So
erklärte der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hubertus Mynarek im
Rahmen einer Veranstaltung in Ingolstadt am 21.2.2005: "Der Papst will ja nicht
abtreten. Schauen Sie, er ist so krank, er wirkt manchmal nur noch wie eine
Mumie, mit Spritzen aufrechterhalten. Aber die Macht will er nicht abgeben,
und deswegen sagt er die wirklich gotteslästerlichen Worte: ´Jesus ist auch
nicht vom Kreuz gestiegen`. Nun, Jesus konnte nicht. Er war angenagelt.
E r aber, der Papst, kann. Er will aber nicht. Das ist der große
Unterschied."
Mit anderen Worten: Jesus war nicht schwerkrank wie
der Papst heute. Jesus litt, weil er von den Menschen gequält wurde, und
sein Leiden wurde ihm von den damaligen Priestern und religiösen
Obrigkeiten und der römischen Besatzungsmacht zugefügt. Johannes
Paul II. jedoch wird heute weltweit verehrt und fast vergöttert, und
alle Priester liegen ihm zu Füßen. Doch auch vieles andere, was beide
Personen charakterisiert, lässt sich nicht vergleichen. Jesus wollte z.
B. keine Kirchen aus Stein, und er lehrte die Gottes- und Nächstenliebe
und keine Heilsnotwendigkeit von Sakramenten. Auch befürwortete er
niemals Krieg und Gewalt, auch nicht als "letzte Mittel", wie es die
Kirche tut und auch Johannes Paul II. im Balkan befürwortete und vieles
mehr.
Zudem: Auch wenn es durchaus in der Macht von Jesus gelegen
hätte, seine Kreuzigung zu verhindern, woran viele Christen glauben: Das
Friedensreich von Christus ist nicht von dieser Welt, und weltliche
Macht und Herrschaft wies der Mann aus Nazareth stets zurück. Die Kirche
jedoch schuf ein weltliches Reich, das mit allen Mächtigen und Reichen
dieser Erde verbündet ist.
Und weiter: Jesus hat auch nie einen Stellvertreter ernannt,
der spezielle Kleider, Hüte, Stäbe, Kreuze und Schals trägt und sich von Menschen verehren
lassen soll. Er lehrte, wie es auch im Lied des Propheten Mose heißt, dass alleine Gott "heilig" sei
(Offenbarung 15, 4), und er mahnte die
Menschen, sie sollen auf Erden keinen ihrer Lehrer "Vater" (Matthäus 23, 9)
nennen. Wenn Jesus vom "Heiligen Vater" sprach, dann meinte er
damit seinen
"Vater im Himmel" (Johannes 17, 11). Die Kirche aber nennt ihr
menschliches Oberhaupt "Heiliger Vater".
1.4. / 3.4.2005 -
Nachruf: Sterbender Papst - Irreführung bis zum
letzten Atemzug
- Wenn das Sterben beginnt, sieht der Mensch oft
seinen Lebensfilm ablaufen mit all´ dem
Für und Wider des zu Ende gehenden irdischen Lebens. So bezeugen es viele Erfahrungsberichte.
Ehemals Sterbende berichten auch, dass vor ihnen verstorbene Personen im
Jenseits auf sie warteten, um sie abzuholen. Wer würde demnach die Seele des Papstes abholen? Der Kardinalvikar von Rom
mit (dem symbolisch interessanten) Namen Ruini behauptete am Abend des 1.4.2005, in diesen Stunden des Leidens "sehe und
berühre" der Heilige Vater bereits Christus (Bild online, 1.4.2005).
Wirklich? Denn
Christus wollte, dass alle Menschen, einschließlich Karol Wojtyla, Brüder
und Schwestern unter Geschwistern werden; dass sie in ihrem Leben allen
Dünkel, allen Habitus, allen personenbezogenen Popanz und alles kirchliche
Schaugepränge ablegen und schlicht das Gebot "Bete und arbeite" erfüllen.
Christus, so der christliche Glaube, will allen Menschen im Leben und im
Sterben nahe sein und einen speziellen
"Stellvertreter" wollte er nie. Denn er lehrte auch die
Gleichheit aller Menschen. Wenn der Mann, der für sich und sein Amt aber in Anspruch
nahm, dieser "Stellvertreter" gewesen zu sein, aber in
wesentlichen Dingen nicht tat, was Christus
wollte - wessen Willen erfüllte er dann? Und wen "sieht und berührt" er
dann in
seinen letzten "Stunden des Leidens" auf der Erde?
2.4. / 5.4.2005 -
Gebete für den Papst oder Anbetung des Papstes?
- Während das öffentlich gemachte Sterben von Johannes Paul II. andauert,
nimmt seine Verehrung und der damit verbundene Papstkult zunehmend
apokalyptische Züge an. Ein Reporter des Bayerischen Rundfunks hat sich
heute morgen wohl versprochen, als er erklärte, die Menschen hätten sich
versammelt, um den Papst anzubeten. Doch unterschwellig hat er womöglich ins
Schwarze getroffen. So ist zwar vordergründig Christus genannt, wenn es auch
im Motto des katholischen Weltjugendtreffens im August in Köln
heißt: "Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten." Doch von ihren Gefühlen liegt
vielen Jugendlichen der Papst wohl näher, und zwischen einer in der
katholischen Kirche praktizierten Anrufung eines "Heiligen" und einer
Anbetung sind die Übergänge fließend (auch wenn beides unterschieden
wird). Und Außenstehende bekamen zuletzt
den Eindruck, dass es auch bei diesem geplanten Großereignis vor allem um
die Huldigung des Papstes geht. Weiterhin stehen in Köln die "sterblichen
Überreste" der Sterndeuter aus dem "Morgenland" im
Mittelpunkt, die den neu geborenen Jesus in Bethlehem besucht hatten und
deren Knochen angeblich in dem goldenen Schrein im Kölner Dom als
"Reliquien" aufbewahrt werden. Und wie es den Anschein hat, könnte
die Mumie bzw. das Skelett oder einzelne Körperteile des derzeit sterbenden Papstes nach der
offiziellen "Totenruhe" ebenfalls bald bedeutsame Reliquien werden.
Ergänzung der Meldung: Es
verging kein halber Tag nach dem Tod Karol Wojtylas, da wurde bekannt, dass evtl.
sein Herz separat vom übrigen Körper in Polen bestattet werden soll. "Sein zentrales
Lebensorgan könnte, verehrt wie eine Reliquie Jesu, zu einem neuen Zentrum des
Glaubens der Polen werden", heißt es bei
Spiegel online (3.4.2005).
Der
Papstkult würde auf diese Weise noch makabrer. Da es aber keine entsprechende
Verfügung des verstorbenen Papstes darüber gibt, bleibt der Leichnam als eine
Art "Ganzkörper-Reliquie" in Rom erhalten.
2.4.2005 -
Was der Papst nicht sehen durfte - Erinnerungen an
das Kirchenoberhaupt in Mainz im Jahr 1980; von Dieter Potzel, Theologe
- "Mit einigen
Dutzend Passanten stand ich 1980 am Straßenrand in Mainz neben dem Studentenwohnheim, in dem ich damals wohnte. Wir warteten auf den Papst, der hier
auf der vierspurigen Schnellstraße mit seinem "Papamobil" vorbeifahren sollte. Alle waren neugierig und
friedlich, auch eine Gruppe engagierter Katholiken, die zwei Transparente mit sich
führten, auf denen zu lesen war ´Geschieden - ausgeschieden?` und ´Ökumene -
nur ein leeres Wort?` Als sich uns zunächst ein gepanzerter Mannschaftswagen
der Polizei langsam näherte, dachte ich an nichts Schlimmes.
Wahrscheinlich eine normale Sicherheitsvorkehrung! Was dann aber folgte, hatte
ich in dieser Schnelligkeit so ähnlich nur noch einmal erlebt - bei einem Einsatz der gefürchteten
rumänischen "Securitate" unter Regierungschef Ceausescu. Dabei wurde eine Passantin aus einem
belebten Kaufhaus heraus in einer Geschwindigkeit gekidnappt, dass es einem
als Unbeteiligten schier den Atem verschlug. Der Polizeiwagen in Mainz
stoppte damals direkt vor den Transparenten. Plötzlich wurden die Türen
von innen aufgestoßen, und mit Knüppeln bewaffnete und mit Helmen geschützte Polizisten
in Kampfanzügen stürzten sich ohne Vorwarnung auf die entsetzt
schreienden Katholiken. Das Einsatzkommando riss die Transparente an sich,
und die Staatsmacht war so schnell wieder verschwunden wie
sie gekommen war. Erst jetzt war der "Frieden" eingekehrt, so wie er für
den Papstbesuch erwünscht war. Wenig später fuhr Johannes Paul II. etwa
mit Tempo 60 vorbei. Der Empfang in Mainz sei herzlich für das
Kirchenoberhaupt gewesen, hieß es wohl so oder so ähnlich später in den
Nachrichten.
2.4.2005 -
Jenseits: Papst unter
Seinegleichen. Er muss sich umstellen
-
Es könnte schwierig werden für Johannes Paul II. nach seinem Tod. Anstelle
von einer Million Jugendlicher, die beim Weltjugendtag in Köln im August an seinen Lippen
gehangen wären und von einer Milliarde Anhänger weltweit, die sich ihm
kirchlich unterordnen, erwarten ihn jetzt dort womöglich die nach
kirchlicher Lehre "verwandelten" Leiber von 263 anderen Päpsten.
Sie alle waren gewohnt, den Kurs der Kirche zu bestimmen, und 23 von ihnen
ließen in ihrem Erdenleben sogar ihren Vorgänger umbringen, um selbst an die
Macht zu kommen (PS: Literatur zum Thema:
Strafsache Vatikan - Jesus klagt an).
3.4.2005 -
Von Präsident George W. Bush bis Islamischer Dschihad -
alle huldigen dem Papst - Das erinnert in diesen Tagen viele
Christen an die Versuchung von Jesus, wo der Versucher im
Blick auf "alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht" spricht: "Das alles
will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest"
(Matthäusevangelium 5, 9).
4.4. / 30.4.2005 -
Rückblick auf sein Leben - Hatte Papst
Johannes Paul II. als
Bischof eine Geliebte?
- Ist der Bericht der polnischen Zeitung
Fakty i Mity Nr. 37 vom 19.9.2002 glaubwürdig? Demnach wurde Karol
Wojtyla als Weihbischof von Krakau vom damaligen polnischen Geheimdienst
überwacht, was die Agenten auch auf die Treffen mit seiner Vertrauten und Geliebten Irena
K. brachte. Ihr Sohn Adam, dessen Vater allem Anschein nach ihr Mann war, von dem sie
getrennt lebte, sagte zum späteren Papst "Onkel". Das ist insofern
auffällig, da viele Kinder von Priestern und Bischöfen ihre leiblichen Väter
"Onkel" nennen, was aber nicht heißen soll, dass Adam
der Sohn des späteren Papstes ist. Doch unabhängig davon, ob Johannes Paul
II. als Weihbischof tatsächlich eine Geliebte hatte oder nicht: Bei
vielen Päpsten vor Johannes Paul II. ist dies nachweislich zutreffend,
wobei einer sogar ein sexuelles Verhältnis mit seiner Tochter hatte (nachzulesen
z. B. in den Kriminalgeschichten des Christentums von Karlheinz
Deschner, Rowohlt-Verlag), während man offiziell Enthaltsamkeit und den Zölibat
predigt. Und auch andere hohe Würdenträger führen ein sexuelles
Doppelleben (vgl. das Buch von Prof. Hubertus Mynarek, Casanovas in
Schwarz) und pflegen heimliche homo- oder heterosexuelle
Beziehungen. Die heutige Situation ist zudem geprägt von dem Thema "Priesterkinder" und den
Sexualverbrechen an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker (siehe z.
B. hier). Das alles passt nicht zu dem moralischen Bild, das die Kirche von sich
selbst bzw. den oberen Vertretern in der Hierarchie zeichnet.
Wenn nun der
verstorbene Papst - wie andere Amtsträger auch - eine Zeitlang seine Heimlichkeiten
pflegte, wäre das zumindest für viele Polen ernüchternd, die Karol
Wojtyla im Sinne der katholischen Morallehre idealisieren und ihm gerade in diesen Tagen nahe sein möchten, als wäre er ihr Vater oder
innigster Verwandter. Sie müssten sich
dann vielleicht eingestehen, dass sie im Grunde genommen ihre ungestillten Sehnsüchte
nach Nähe und Geborgenheit auf den ehemaligen Bischof von Krakau
projizieren.
Nachforschungen in dieser Sache werden jedenfalls zunehmend schwieriger.
Irena
K. soll zur Trinkerin geworden sein, nachdem Weihbischof Wojtyla befördert
worden war, schließlich sogar zum Kardinal ernannt wurde und ihre Treffen mit ihm immer
seltener wurden. Nach seiner Papstwahl sei sie in tiefe Depressionen
gefallen und kurze Zeit später gestorben. Der für die Aufzeichnungen zuständige
Geheimdienstgeneral habe Mitte der 80er-Jahre ein Giftattentat nur knapp
überlebt (und ist womöglich mittlerweile verstorben), sein Nachfolger sei
kurz nach seinem Amtsantritt plötzlich an Herzversagen gestorben. Bleibt
der damalige Agent "M.", der Weihbischof Wojtyla beschattete und die
Informationen über den späteren Papst an Fakty i Mity weitergab.
4.4. / 30.7.2005 / 18.4.2007 / 4.3.2009 -
Ermordung des Bankiers Roberto Calvi:
Welche Schuld hat der Papst? Mit
welchen Mitteln die Vatikanbank den gesellschaftlichen Umsturz in Polen
ermöglichte - Seinen letzten Hilferuf richtete der Finanzberater
des Vatikan und Bankier der renommierten Mailänder Banco Ambrosiano,
Roberto Calvi, 1982 an den Papst. Calvi verschaffte damals Firmen, die
der Vatikanbank IOR ("Institut für religiöse Werke") gehörten, einen
Kredit von 1,3 Milliarden Dollar. Die Vatikanbank ihrerseits ließ einen
Betrag in dieser Größenordnung wiederum der polnischen Gewerkschaft
Solidarnosc und antikommunistischen Gruppen zugute kommen, die damals in
Opposition zur polnischen Regierung standen. Gleichzeitig stellte die
Vatikanbank ihrem Gläubiger, also Calvi bzw. der Banco Ambrosiano, so
genannte "Patronagebriefe" aus, in denen bezeugt wurde, dass der Vatikan
für die Kredit- und Glaubwürdigkeit dieser Bank gerade stehe. Am Ende ging die Banco Ambrosiano jedoch trotz
der vatikanischen Patronagebriefe Bankrott. Ihr fehlten zuletzt 1,3
Milliarden Dollar - genau die Summe, welche ihr wiederum die der
Vatikanbank gehörenden Firmen schuldeten, wie die
ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", ausgestrahlt am 8.12.1991,
aufzeigte. Doch diese wollten die Schulden nicht zurückzahlen.
Der Hilferuf Roberto Calvis an den Papst, doch bitte die Kredite zurück zu
zahlen und die Bank zu retten, blieb mehr oder weniger unerhört.
Und eine Rechtsverbindlichkeit ihrer Patronagebriefe lehnte die Kirche ab.
Nach einem gerichtlichen Vergleich aus dem Jahr 1984 musste die Vatikanbank
die geprellten Gläubiger der Banco Ambrosiano dennoch mit 250.000 Dollar
entschädigen. Über eine Milliarde Dollar wurden dem Vatikan auf diese Weise
also summa summarum "geschenkt", und es ist ja bekannt, in welcher Größenordnung dieser
zuvor in die polnische Politik investiert hatte. Wörtlich schreibt Der
Spiegel: "Die
wiederholten, hohen Zuwendungen an die polnische Solidarnosc-Bewegung
für ihren Kampf gegen den Kommunismus etwa kamen nach Aussage von Calvis
ehemaligem Referenten Francesco Pazienza direkt aus dem Vatikan, von
Marcinkus [Anmerkung: dem Direktor der Vatikanbank IOR]. Im Kirchenstaat regierte inzwischen ein Pole: Johannes Paul
II" (Spiegel special Nr.
3/2005). Und auf den Vatikan hat die
italienische Justiz keinen Zugriff. So wurden im Zusammenhang des
Ambrosiano-Bankrotts zwar 33 an Transaktionen beteiligte
Personen schuldig gesprochen und teilweise zu langen Haftstrafen verurteilt.
Einer der Hauptangeklagten wäre jedoch auch Erzbischof Paul Marcinkus gewesen, der Leiter der
Vatikanbank IOR, und er wurde auch mit Haftbefehl gesucht. Doch der
US-amerikanische Würdenträger stand im Vatikan unter dem Schutz von
Papst Johannes Paul II., und er wurde trotz des Haftbefehls nicht an die italienischen Behörden
ausgeliefert.
Zu diesem Zeitpunkt war Roberto Calvi, der Geschäftspartner des
Erzbischofs, längst
tot. Sein Hilferuf wurde anders erhört als
er es sich vorstellte. Es kam noch zu einem letzten Geschäft, dessen genaue Abwicklung
bis heute im Dunkeln liegt, aber sich mittlerweile mit hoher
Wahrscheinlichkeit rekonstruieren lässt. Bischof
Pavel Hnilica aus der
damaligen
Tschechoslowakei kaufte von Calvi für ca. 10 Millionen Dollar (andere Quellen sprechen
"nur" von 1,7 bzw. von 1,2 Millionen DM) über einen Mittelsmann
Material, das den Vatikan schwer belastet hätte und mit dem der Mailänder Bankier
die Vatikanbank und die Kurie unter Druck gesetzt hatte. Wie gefährlich
das Wissen Calvis für den Stuhl Petri war, lassen dessen Worte an seine
Tochter Anna erahnen: "Wenn ich auspacke, dann werden die Priester den
Petersdom verkaufen müssen." Kein Stein werde dann mehr auf dem anderen
bleiben (Spiegel special
Nr. 3/2005).
Ein Geldbote der
Mafia sagte später vor Gericht aus, er habe 1982 zwei Geldkoffer mit 10
Milliarden Lire (ca. 10 Millionen Dollar) von der Mafia an Erzbischof
Marcinkus (!) und an einen Notar übergeben (Spiegel special Nr. 3/2005). War
es das Schweigegeld, das man angeblich Roberto Calvi zukommen lassen wollte?
Und hat es sich letztlich der Erzbischof genommen? Denn Roberto Calvi hat nie Geld bekommen, sondern nur einen - wie
sich später herausstellte - ungedeckten Scheck der Vatikanbank. Und wenige Stunden nach dem entscheidenden Treffen am 18.6.1982
wurde er unter der Brücke der
Schwarzen Brüder (Blackfriar´s Bridge) in London erhängt aufgefunden.
Seine nicht wasserdichte Armbanduhr hing im Wasser und blieb um 1:52 Uhr
stehen: Angeblich Selbstmord,
seit 2002 laut italienischer Gerichtsakten mit 160.000 Seiten Beweismitteln
eindeutig Mord (Spiegel special
Nr. 3/2005). Laut
Anklageschrift von Staatsanwalt Tescaroli wurde Roberto Calvi ermordet wegen Veruntreuung von
Mafia-Geldern und "um zu verhindern, dass Roberto Calvi seine Drohung wahr
machte, führende Politiker und hohe Vatikan-Würdenträger zu erpressen"
(Spiegel special Nr. 3/2005). "Wenn mir etwas zustößt, muss
der Papst zurücktreten", sagte Calvi zuvor seiner Frau Clara Canetti
(Die Zeit Nr. 45/2001,
http://zeus.zeit.de/text/archiv/2001/45/200145_gs-vatikanbank.xml).
Roberto Calvis
Körper
hing, aufgehängt an einem Baugerüst, in die Themse, die Taschen seines Anzugs waren voll schwerer Steine. "Es waren mit
Sicherheit die Priester des Vatikans", sagte seine Witwe später
(ARD-Dokumentation "Im Namen des Papstes", 8.12.1991). "Das hatte uns Roberto schon vorher gesagt."
Doch der Papst blieb im Amt.
Im März
1993 werden stattdessen Bischof Hnilica und ein Mittelsmann, der Bauunternehmer Flavio Carboni, wegen Unterschlagung der
Aktentasche Calvis vor einem italienischen Gericht zu Haftstrafen
verurteilt. Die Tasche bzw. deren Inhalt gaben sie trotzdem nicht heraus und
das für den Vatikan brisante Material ist deshalb bis heute
unbekannt, und der Mord an Calvi bleibt offiziell unaufgeklärt. Zudem sei der Scheck des Bischofs
für Calvi (nach Angaben von Informanten zunächst zwei Blankoschecks der
Vatikanbank, in denen Flavio Carboni dann den mit Calvi ausgehandelten
Betrag (siehe oben) eingesetzt hätte) nicht gedeckt gewesen, obwohl Erzbischof Paul Marcinkus zumindest einen Teil der
dort ausgewiesenen Summe über Mittelsmänner von der
Mafia erhalten habe. So zumindest deren Informant, der vor Gericht
aussagte (siehe oben). Ob der ungedeckte Scheck ein Indiz dafür ist, dass auch Bischof
Pavel Hnilica gewusst
haben könnte, dass Calvi den Scheck ohnehin nicht mehr würde zur Bank
bringen
können, sei dahingestellt. Bischof Hnilica wurde von Kardinal Agostino
Casaroli schließlich zur der Aussage aufgefordert, im "Alleingang"
gehandelt zu haben, was er auch tat. Über den Grad der Freiwilligkeit
und der Wahrheit seiner Darstellung kann nur spekuliert werden. Im Jahr
2006 ist Bischof Hnilica schließlich in Rom verstorben.
Offen bleibt die
Frage, wer in diesem Fall noch zu den Mitwissern gehört. Einer davon war vermutlich
Sergio Vaccari, der offenbar
im Auftrag der Mafia stand und auch als unmittelbar tatverdächtig für
den Mord an Calvi galt. Man fand ihn
im September 1982 mit erschlagenem Schädel und zerstochenem Körper in
seiner Wohnung in London, nur drei Monate nach Calvis Tod. Und der zweite
unmittelbar Tatverdächtige, Vincenzo Casillo,
wurde kurz nach dem Mord an Vaccari in Rom von einer Autobombe zerfetzt.
Beide wären jedoch nur die Ausführenden gewesen, die ihren
Killer-Auftrag von höherer Stelle erhalten hatten. Und von wem? Dieses
Wissen nahmen sie mit ins Grab bzw. ins Jenseits.
An dieser Stelle ein kurzer
Rückblick über bekannt gewordene Finanzgeschäfte des Vatikan:
Zu seinen Lebzeiten Roberto Calvi wegen seiner Geschäfte zum Wohle des Vatikan auch
"Bankier Gottes" genannt.
Als Calvis Vorgänger für heikle Finanzgeschäfte
zugunsten der römischen Kurie galt in den 70er-Jahren Michele Sindona.
Seine Aufgabe bestand u. a. darin, den Wunsch von Papst Paul VI. zu
erfüllen, Einnahmen des Vatikan ins Ausland zu schaffen, was "gegen das
italienische Devisenrecht verstieß". Auf diese Weise wollte der Vatikan
die italienische Steuergesetzgebung umgehen (Spiegel special Nr. 3/2005).
Michele Sindona, der Finanzmakler der Kirche für solche
Angelegenheiten, kam unmittelbar vor dem Bankrott der Banco Ambrosiano ums Leben. Am
21.3.1982 trank er im Gefängnis unwissend einen mit Zyankali vergifteten Espresso, nachdem er
zuvor damit gedroht hatte,
alles auszusagen, was er über verschiedene Geschäfte, in die er
verwickelt ist, weiß.
Eines dieser Geschäfte deutete Roberto Rosone, Roberto Calvis
Stellvertreter, im August 2002 vor Gericht an. Man sei "an einem
Maxi-Kredit für die argentinischen Militärs zur Vorbereitung des
Falkland-Krieges beteiligt gewesen. Ob auch diese Geldspritze für die Latino-Diktatoren aus dem
Kirchenreich kam, wusste der Zeuge nicht zu sagen, nur ganz generell
behauptete er: ´Der Vatikan hat praktisch alles in der Hand`" (Spiegel
special Nr. 3/2005;
mehr dazu siehe nächste Meldung).
Kurz nach
seinem Geständnis überlebte Roberto Rosone ein Schusswaffen-Attentat nur
knapp.
Seitdem ist nicht bekannt, dass er deutlicher wurde, doch auch seine
Aussage und das darauf folgende Attentat waren ja bereits deutlich genug.
Im Vatikan setzte Johannes Paul II. derweil eine eigene
vatikanische "Untersuchungskommission" zu den Ereignissen um die bankrotte Banco
Ambrosiano ein. Sie kam erwartungsgemäß zu dem Ergebnis, dass Roberto
Calvi der Schuldige war und der Vatikan, die Vatikanbank IOR und deren
Leiter, Erzbischof Paul Marcinkus, als Calvis Opfer anzusehen sind.
Roberto Calvi hat das allerdings anders gesehen. Außerdem wurde ja er umgebracht, und
nicht einer der vielen vom Vatikan frei Gesprochenen. Eines ist Calvi auf jeden Fall anzulasten. Was für einen Dienst an der
Wahrheit hätte er leisten können, wenn er einfach ausgepackt und sein
Wissen nicht für eine Erpressung der Kirche missbraucht hätte! Kein
Stein wäre dann beim Petersdom auf dem anderen geblieben, so seine
Ankündigung.
Das alles ist der katholischen Kirche erst einmal erspart geblieben, und
Calvi hat obendrein keinen Cent bekommen. Die katholische Kirche müsste
ihn fast selig dafür sprechen, dass er bis zu seiner Ermordung (durch
welchen Auftraggeber?) den Mund hielt.
4.4.2005 / 7.7.2007 -
Unterstützung des Vatikan für die
Militärjunta in Argentinien - Nach dem Tod von Johannes Paul
II. kamen im Rückblick die Verwicklungen der Vatikanbank in den
gesellschaftlichen Umsturz in Polen wieder zur Sprache. Ein
Zeuge (siehe oben vorige Meldung; Roberto Rosone) sagte in diesem Zusammenhang auch zu
Hintergründen des Falkland-Krieges bzw. zu vatikanischen bzw.
kirchlichen Verbindungen zum argentinischen Militär (1976-1983) aus.
Diese Allianz ist mittlerweile mehrfach dokumentiert: Die Zeitung Die Woche
berichtete bereits am 5.5.1995, dass die argentinische Militärjunta
Regimekritiker und Menschenrechtler betäubte und aus dem Flugzeug ins
offene Meer kippte. Den Segen dazu gab die römisch-katholische Kirche
z. B. durch ihren Militärkaplan. Er tröstete nach dem Flug die ausführenden
Soldaten mit den Worten, "es sei ein christlicher Tod, weil sie nicht
leiden". Und er versuchte ihr Gewissen auch damit zu beruhigen, indem er
sagte, "dass Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, dass die Spreu vom
Weizen getrennt werden muss". Und die Empfehlungen für diese Hinrichtungen
kamen sogar von weit höherer römisch-katholischer Stelle. Der Menschrechtler Esteban Cuya erklärt: "Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob
sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: Die Ermordung in
einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so:
Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen und dann fliegen Sie
sie übers Meer - Todesflug" (Glaubensfragen, SWR 2, 14.6.2001).
Und der römisch-katholische Militärbischof Victorio Bonamin gab den
Mördern sozusagen die
Generalabsolution, indem er sagte: "Das Militär ist gereinigt im Jordan
voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen" (SWR
2). Der Student Alcides Chiesa, damals irrtümlich verfolgt,
ist davon überzeugt: "Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur
gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen". Und Stefan Herbst, der Argentinien-Experte der Bonner
Missionszentrale der Franziskaner, der diese Zeit intensiv untersuchte, ergänzt sogar: "Die katholische Kirche hat
zum Militärputsch angestachelt. Man muss sagen: Die katholische Kirche
als Institution, weil der damalige Präsident der Bischofskonferenz das
so erklärte" (SWR 2).
Die katholische Kirche betrachtete
dabei - wie übrigens sonst v. a. Martin Luther - Andersgläubige als
"Unruhestifter". Der Argentinien-Experte Herbst: "Die Rede ist von der
Reinigung der argentinischen Gesellschaft, von den Unruhestiftern im Land,
Menschen, die man nicht mehr als katholisch, sondern als Häretiker ansah.
Leute, die das neokoloniale Modell des christlichen Abendlandes
verlassen hatten." Aufgrund dieser Fakten und Überzeugungen wäre es
nicht verwunderlich, wenn der Vatikan der argentinischen Militärjunta
Geld für den Falkland-Krieg zukommen lassen wollte,
wie ein Zeuge im Umfeld des Mordes an Bankier Robert
Calvi aussagte.
Aktualisierung: Ab dem 5.7.2007 stand der
römisch-katholische Priester Christian von Wernich (69) in La Plata
wegen der Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42
Entführungen vor Gericht. Er wurde verurteilt. Mehr dazu
hier.
5.4. / 6.4.2005 -
Ehrentitel für den Papst - "666-Prophezeiung in
der Bibel"
- Der Gegensatz zwischen Christus und Papst bzw.
zwischen Christus und der Kirche ist vielfältig. Darüber hinaus gibt es
Spekulationen, dass dieser Gegensatz schon in der Offenbarung des Propheten
Johannes in der Bibel vorher gesagt ist.
Der Hintergrund: In der offiziellen römisch-lateinischen
Schreibweise werden die Zahlen mithilfe von Buchstaben dargestellt, von
denen einige gleichzeitig einen Zahlenwert besitzen ( I = 1, V bzw. U =
5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500, M = 1000). Das ist allgemein
bekannt. Weniger bekannt sind die Titel, die der Papst trägt. Einer
davon ist "Vicarius
Filii Dei" ("Stellvertreter des Sohnes Gottes"). Addiert man bei diesem Titel die Zahlenwerte
der Buchstaben, die einen
solchen Zahlenwert besitzen, ergibt sich
ausgerechnet die Zahl "666". Zu dieser Zahl heißt es in der Bibel:
"Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist
die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist 666" (Offenbarung 13, 18). Zwar
weist die katholische Kirche darauf hin, dass der offizielle Papsttitel
"Vicarius Christi" ("Stellvertreter Christi") ist
und nicht "Vicarius Filii
Dei". Doch dieser ist immerhin ein Synonym zum offiziellen Titel. Und Versuche, auch aus anderen "Menschennamen" (z. B. Nero, Hitler, Bill Gates) diesen Zahlenwert zu
"berechnen",
sind weniger treffend und wirken weit hergeholt.
Stattdessen wird im Vatikan manches getan, um die Spekulation eher zu
bekräftigen. "Das Totenhemd hat keine Taschen", heißt es im Volksmund. Doch im
Gegensatz dazu wurde Papst Johannes Paul II. ein Beutel mit Geld mit ins Grab gegeben -
allesamt Münzen, die während seines Pontifikats
geprägt wurden. Und dieses Symbol kann mit der voraus gehenden Prophezeiung in Offenbarung 13, 16
in Verbindung gebracht werden, in der es heißt: "Kaufen oder
verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres
oder die Zahl seines Namens,"
eben die 666 (weswegen diese Zahl ja auch verschlüsselt im Strichcode auf
gängigen Warenverpackungen enthalten sein soll, was aber nur
eine kühne Interpretation ist; ebenso wie die Deutung von "666" als "www"
gemäß dem hebräischen Zahlenwert des Buchstabens W). Doch unabhängig von diesen
- wie gesagt - spekulativen Gedanken: Ein Sack mit Geld im Papstgrab
- ein deutlicheres Zeichen der Verbindung zwischen dem Papsttum
einerseits und der Macht zu kaufen oder zu verkaufen andererseits ist
eigentlich kaum vorstellbar. Die Verbindung ist auch insofern real, da Kirche und
Vatikan ja auf die Finanzierung durch Staaten, Wirtschaft und
zahlungskräftige Gläubige
angewiesen sind. Und mit Jesus, der von seiner Arbeit als Zimmermann lebte
und der lehrte "Ihr könnt nicht Gott dienen und
dem Mammon", hat diese Grab-Beigabe sowieso nichts zu tun.
Manche Bibelleser überlegen darüber hinaus, ob auch noch andere Verse der
biblischen Prophezeiung mit den gegenwärtigen Ereignissen in Zusammenhang
stehen könnten. So wird in der Offenbarung die "Anbetung" des "Standbildes"
vorhergesagt, und es gibt
derzeit wohl keinen anderen Menschen auf der Erde, bei dem die Grenze
zwischen Verehrung und anbetungsähnlichem Verhalten so fließend ist wie beim
Papst, auch wenn bekennende Katholiken
auf Nachfrage natürlich bestreiten, dass diese Verehrung in Richtung
"Anbetung" gehe. Doch eine "Anrufung" des Papstes (eine
Vorstufe einer Anbetung) vor einem "Wunder" (z. B. einer Heilung) ist
sogar
nötig für eine spätere Selig- bzw. Heiligsprechung. Und für
einen Außenstehenden ist der Unterschied zwischen "Anrufung" und
"Anbetung" nicht so groß wie dies Katholiken darstellen.
Und
wenn in der Bibel im Zusammenhang der Endzeit zudem von der "Macht" geschrieben
steht, "dem Standbild des
Tieres Lebensgeist zu verleihen, so dass es auch sprechen konnte", dann
stellt sich die Frage: Hatte der Prophet Johannes im 2. Jahrhundert in
seiner Zukunftsvision vielleicht Fernsehbilder gesehen? Für ihn hätte es
sich dann so dargestellt, dass in diesen Bildern sogar "tödliche Wunden"
wieder "heil" werden konnten
(Offenbarung 13, 14-15).
Bemerkenswert in
diesen Tagen ist vor allem der Aufwand insgesamt, der in Rom und weltweit bedingt durch den Tod
dieses einen Menschen betrieben wird. Mit Recht kann man sagen: Noch nie in
der Geschichte der Menschheit und der Erde war er größer. Und wohl noch nie
waren so viele Große und Mächtige dieser Welt und so viele Scharfschützen
und Luftabwehrraketen bei einer Feier vereinigt wie
dies bei der Bestattung des Papstes am 9. April 2005 der Fall sein wird. Somit kann man
wohl von einem zweifelhaften Höhepunkt der menschlichen
Zivilisation und ihrer Kultur sprechen.
Die Macht des Papstes wird auch durch die Tiara, die Papstkrone, zum
Ausdruck gebracht, welche den Haupt-Titel des Papstes symbolisiert:
"Vater der Fürsten und der Könige, Rektor der Welt und
Stellvertreter Christi auf Erden" (Quelle: Deutsche Bischofskonferenz
auf
http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html). Vielleicht kann man
diesen Titel etwas straffen bzw. zusammenziehen zu dem Hoheitstitel "Fürst dieser Welt",
der ja auch in der Bibel bezeugt ist (Johannes 12, 31; 24, 30; 16, 11).
PS.: Der erste Papst, der auf eine Krönung
verzichtete, war Johannes Paul I. Einige Tage später war er tot. Sein
Nachfolger Johannes Paul II. konnte die Krönung nun schwerlich wieder
einführen. Die Tiara hatte Paul VI. 1964 zudem schon medienwirksam zugunsten
der "Armen der Welt" "verkauft". Sie wird seither in der Kathedrale von
Washington in den USA in der Nähe des Weißen Hauses präsentiert. Gemessen am
Reichtum des Vatikan und der Kirche, welcher den "Armen der Welt"
vorenthalten wird, ist diese Geste von 1964 allerdings nicht mehr als ein
Brosamen. Eine Verbindung zwischen dem Vatikan und der USA, die seither
durch den Lageort der Tiara in Washington symbolisiert wird, ist
jedoch sehr aussagekräftig (vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 22" über die
Verbindung zwischen Papst Johannes Paul II. und dem US-Präsidentenberater
Billy Graham).
6.4.2005 -
Konservierung des "Fleisches" für die
Auferstehung?
- Aus Anlass des Todes von Johannes Paul II.
beschäftigen sich viele Menschen mit der kirchlichen Lehre vom Tod. Siehe
dazu auch die Information der Freien Christen,
Ausgabe Nr. 6, zum Thema "Kirche und Tod" und den
"Theologen", Ausgabe Nr. 2, Reinkarnation - Urwissen
der Menschheit und urchristlicher Glaube. Da die Kirche im Gegensatz zu
Christus großen Wert auf das "Fleisch" bzw. die Materie legt (vgl. z. B.
den Reliquienkult)*, stellt sich auch die Frage der Konservierung
der Körper der Päpste und ihrer Erhaltung zum Zwecke der Ehrung. Bzw. für
die von der Kirche gelehrte Wiedervereinigung von "Fleisch" und "Seele" am
"Jüngsten Tag", weswegen die katholische Kirche z. B. große Vorbehalte gegenüber
einer Feuerbestattung hat und Päpste, Kardinäle und Bischöfe meist auch
keine Organspender sind. So wurden
die letzten drei verstorbenen Päpste z. B. mit einer 15 %-igen Formalinlösung
anstelle des Blutes konserviert. "Johannes XXIII. war nach 37 Jahren noch
erhalten wie am ersten Tag", freute sich der Präparator Massimo Signoracci
(Spiegel online, 5.4.2005). Viele Gläubige erklärten dies als "Wunder". Für den
Bestatter war allerdings klar, dass er einfach nur sehr gut gearbeitet
hatte. Bei Paul VI. sei jedoch das Formalin nicht
genügend in einen Beinbereich vorgedrungen. "Ein Bein begann, sich zu
zersetzen", was jedoch nicht Schuld des Bestatters war. Was wird die Kirche
letztlich mit dem Körper von Karol Wojtyla tun? Wie wäre es, wenn man
wie bei den anderen Menschen einfach nach dem Wort "Erde zu
Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube" handelt? Auch wenn dadurch Reliquien verloren gehen - die Seele würde ja
auch nach offizieller katholischer Lehre weiterleben. Oder hat man intern
Zweifel und hält sich deswegen so an den materiellen Überresten fest?
Inzwischen ist auch die Präparatorenfamilie Signoracci nicht mehr einhellig
von der Einbalsamierung überzeugt, die oft in Verbindung mit einer
vorherigen "Ausstopfung" vorgenommen wird. Eine Ehefrau ist nämlich den Zeugen
Jehovas beigetreten und der Papst sei ihr egal. Am Telefon sagte sie: "Das
Ende ist nah" (Spiegel online).
*
Kritiker wie der ehemalige katholische
Theologieprofessor und Dekan der römisch-katholischen Fakultät der
Universität von Wien, Hubertus Mynarek, halten die katholische Lehre im Kern
für materialistisch: "Den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele hat
sie [die Kirche] z. B. im frühen Mittelalter von den Griechen übernommen",
schreibt Mynarek in der Broschüre Voodoo auf Katholisch
(Freie
Christen, Information Nr. 5, siehe
www.freie-christen.com). "Doch sie vertraut nicht wirklich auf
die Unsterblichkeit der Seele, wenn sie lehrt, dass am Jüngsten Tag die
Leiber der Verstorbenen wieder auferweckt werden" und, wie es im
katholischen Glaubensbekenntnis heißt, "wieder mit unserer Seelen vereint"
werden (Katholischer Katechismus Nr. 1016). Denn wozu braucht
eine unsterbliche Seele wieder eine Vereinigung mit ihrem Leib, der doch
mittlerweile nachweisbar verwest ist oder eingeäschert wurde? Dieser Leib
würde zuvor "verwandelt", so versucht die Kirche zu erklären
(Nr. 1016). Professor Mynarek wies nun mehrfach darauf hin, dass manche hohe kirchliche
Amtsträger daran in Wirklichkeit gar nicht glauben und stattdessen große
Angst vor dem Tod und einer drohenden Auflösung ihres "Ich"
haben.
10.4. / 12.6.2005 -
Beerdigung des Papstes: Die Vertreter der
Demokratien lagen einträchtig zu Füßen der Diktatur des Heiligen Stuhls
- Wem das Wort "Diktatur" in diesem
Zusammenhang zu hart erscheinen mag oder wer es nicht glauben
will, der lese das offizielle Lehrbuch der römisch-katholischen Kirche von
Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und
ihren Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz
Weger, 13. Auflage, Regensburg 1991. Darin lässt das
kirchliche Lehramt u. a. wörtlich verlauten [Hervorhebungen von Der Theologe]:
Glaubenswahrheit Nr. 367: "Im Glauben müssen wir festhalten, dass
außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand gerettet werden kann;
sie ist die einzige Arche des Heils und jeder, der nicht in sie eintritt,
muss in der Flut untergehen. Aber ebenso müssen wir sicher daran
festhalten, dass von dieser Schuld vor den Augen des Herrn niemand betroffen
wird, der da lebt in unüberwindlicher Unkenntnis der wahren Religion."*
(S. 234)
* Mit dem zweiten Satz wird
anscheinend eine kleine Hintertüre aus der Hölle offen gelassen. Allerdings ist
dieser Lehrsatz - wie auch Abmilderungen zugunsten
Andersgläubiger an anderen Stellen - vom Herausgeber "nur" als wahr, jedoch nicht als "unfehlbar"
gekennzeichnet. Unfehlbar seien dafür die nachfolgenden ähnlichen "Wahrheiten" Nr.
381, Nr.
430 und Nr.
434, die von der Kirche nicht nur als wahr erklärt
wurden, sondern denen sie zudem das Gewicht absoluter Irrtumslosigkeit in
Zeit und Ewigkeit verliehen hat.
Glaubenswahrheit Nr. 381 (= unfehlbar): "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt.* So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche,
dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr
bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der
Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so
viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so
kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der
Einheit der katholischen Kirche bleibt.` (Fulgentius)"
(S. 256)
* Mit anderen Worten heißt das z. B.: Juden kommen nach unfehlbarer
römisch-katholischer Lehre in das "ewige Feuer"; zumindest die europäischen
Juden, welche die römisch-katholische Religion kennen lernen konnten und
sich nicht auf die mildernden Umständen der "unüberwindlichen Unkenntnis"
lt. Nr. 367 (siehe oben) berufen können. Hier
kann man auch einmal vergleichen: Was würde es jeweils für die Opfer
bedeuten? Zum einen die
Verbrennungsöfen von Auschwitz, in denen Menschen jüdischen Glaubens
verbrannten, die kurz zuvor mit Gas ermordet worden waren? Und zum anderen der
Verbrennungsofen für die nach kirchlicher Lehre vom Heil Ausgeschlossenen
(Juden und andere Nichtkatholiken),
in dem diese Menschen angeblich ewig ohne Aussicht auf eine Ende unter
grausamen Qualen lebendig brennen müssen? Und wer hat sich das eine
ausgedacht? Und wer das andere?
Glaubenswahrheit Nr. 430 (= unfehlbar): "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir." (S. 290)
Glaubenswahrheit Nr. 434 (= unfehlbar): "Wir bestimmen,
dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang
über den ganzen Erdkreis innehat." (S. 292)
Nachfolgend weitere heute gültige Lehr- und Glaubenssätze der
römisch-katholischen Kirche, denen bisher nicht durch "höherwertige"
Lehrsätze widersprochen wurde:
Glaubenswahrheit Nr. 369: "So verwerfen und verabscheuen Wir die
gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller Religionen, die auch der
menschlichen Vernunft widerstreitet."
Glaubenswahrheit Nr. 370: "Darum kann nicht das Heil erlangen, der
trotz seines Wissens, dass die Kirche von Christus in göttlicher Weise
gestiftet wurde, sich weigert, sich der Kirche zu unterwerfen, oder
dem römischen Papst, dem Stellvertreter Christi auf Erden, den
Gehorsam verweigert. Doch gab der Erlöser nicht nur das Gebot, dass
alle Völker in die Kirche eintreten sollen*, sondern er bestimmte auch,
dass die Kirche ein Heilsmittel sei, ohne dass niemand in das Reich der
himmlischen Glorie eintreten kann."
(S. 237)
* In Glaubenswahrheit Nr. 368 heißt es sogar,
der Erlöser habe "allen
Völkern den Eintritt in seine Kirche vorgeschrieben".
Glaubenswahrheit Nr. 382: "Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen
Einsetzung die Pflicht, auf das gewissenhafteste das Gut des göttlichen
Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem
Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muss sie mit peinlicher
Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder
dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche aus der ihr
vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das
Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht
nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu
verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der
Seelen fordern." (S. 256)
"Einheit des Leibes" und "Leibeigenschaft":
Diese
und viele andere römisch-katholische Glaubenswahrheiten lassen ahnen, was
wieder auf uns zukommt, wenn es dem "Heiligen Stuhl" gelingen
würde, die
europäischen Demokratien weiter auszuhöhlen und allmählich in seinem Sinn
umzugestalten. Zwar gibt es auch wenige Lehrsätze, die versöhnlicher
gegenüber Andersdenkenden klingen. Doch darin zeigt sich ja gerade die Kunst
der Kirche: Um möglichst viele Menschen einzuverleiben, passt sie sich
vielen Zeitgeistern an, lehrt hier und da sogar Widersprüchliches, um dann
je nach Situation das gerade Passende für den eigenen Machterhalt in den
Vordergrund zu stellen.
Und um leicht an immer neuen Nachwuchs zu kommen, ist die Säuglingstaufe
das zentrale Instrument der Kirche. Vordergründig
benützt man so genannte "liberale" menschenfreundliche Priester, welche den
Gläubigen vorgaukeln, hier ginge es um Schutz und Segen für das Kind. In
Wirklichkeit werden in erster Linie Mitglieder rekrutiert. Schon der
Säugling wird dabei ungefragt der "Einheit des Leibes" der Kirche
unterstellt, wie es oben unter Nr. 381 heißt, und zwar, indem ihm
angeblich ein "unauslöschliches Merkmal" eingeprägt wird (z. B. Nr. 504, 514, 526,
542, 709, 722, 932), das man auch durch den späteren Kirchenaustritt
nicht ablegen könne. So kann man fragen: Erinnert diese "Einheit des
Leibes" nicht an die "Leibeigenschaft"? Auch den
Sklaven wurde vielfach ein Sklavenmal in die Haut gebrannt, das sich nicht
mehr entfernen ließ. Und so wie der Leibeigene
und seine Kinder früher zeitlebens Sklaven ihrer Herren waren, es sei denn,
sie wurden von diesen frei gelassen, so beansprucht die Kirche auch heute
zeitlebens den Anspruch auf diesen Menschen. Nur - die Kirche lässt nie
jemanden frei (weswegen Eltern nur gewarnt werden können, ihr Kind taufen zu
lassen und damit dem
"Leib" der Kirche "eigen" zu machen).
So passierte es z. B. auch, dass der
von Johannes Paul II. am 3.9.2000 selig gesprochene Papst Pius IX.
(1792-1878) ein siebenjähriges Kind jüdischer Eltern in der Stadt Bologna
(die offiziell zum Kirchenstaat gehörte), kidnappen und in den Vatikan entführen
ließ. Davon kann man zumindest ausgehen. Denn die offizielle Version lautet
immerhin: Der Papst hätte von der Entführung durch die Polizei "gewusst".
Was war geschehen?
Als es dem Säugling Edgardo Mortara (bzw. Edgar Mortara) (geboren 1852) einmal nicht so gut zu gehen
schien, hatte das römisch-katholische Kindermädchen an ihm die
katholische Nottaufe vollzogen. Einige Jahre später meldete die
Kirchenbehörde in Bologna diese Nottaufe an den Vatikan, und die
Kirchenjuristen im Vatikan begannen zu denken: Durch die Nottaufe des
Kindermädchens gehörte das Kind nach römisch-katholischer Auffassung zum
"Leib" der Kirche, und seine jüdischen Eltern waren für
seine Erziehung nach Ansicht der Kleriker deshalb nicht mehr geeignet. Alle oben angeführten Glaubenswahrheiten fanden nun ihre
praktische Anwendung:
Die Polizei nahm den
entsetzten und verzweifelten Eltern das Kind weg und verschleppte es in den
Vatikan. Die Eltern haben das Kind nie wieder zurück bekommen. Stattdessen
wurde es von Papst Pius IX. adoptiert, streng katholisch erzogen und zu
einem
gehorsamen und unterwürfigen Priester gemacht. Und wehe, es wäre zu seinen Wurzeln
zurück gekehrt!
Kein Hitler und kein Stalin konnten einem Abtrünnigen je so drohen wie die Kirche.
Die weltlichen Diktaturen nahmen ihnen nur das irdische Leben. Die Kirche
jedoch drohte und droht bis heute auch für diesen Fall mit unendlichen
Qualen für alle Ewigkeiten, und sie droht mit einem Gott, dessen
Höllenstrafen für diesen Fall an Grausamkeiten nicht zu überbieten sind
und deren Bestialität jegliches menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt. Dies ergibt sich
allein schon dadurch, dass diese Hölle nie endet und auch keine Pausen kennt,
auch wenn man sich heute in der geglaubten Intensität des dauernden Leidens
aus Gründen des Zeitgeistes zurückhaltender gibt. Es handelt sich um einen Gott, der gemäß Glaubenswahrheit Nr. 381 selbst Glaubenszeugen, die ihr
"Blut für den Namen Christi vergießen", unendlich quält, wenn sie nicht als Katholiken
gestorben sind.
Die Kirche will zudem, "dass alle Völker in die Kirche eintreten"
(Nr. 370). Was
könnte das bedeuten? Z. B. für Europa, das nach dem Willen der Kirche
römisch-katholisch werden soll? Der
bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte eindringlich, der "biblisch
fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf
dem Sprung, die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der
philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Doch die Staatsmänner
dieser Erde, welche eigentlich die Werte der gegen die Kirche erkämpften
Demokratie verteidigen sollen, werfen sich der Diktatur des Heiligen Stuhls
an den Hals. Hier stellt sich gerade in diesen Tagen die Frage: Wo sind noch
wahrhafte Demokraten, welche noch für die Ideen von Freiheit,
Menschenrechten und Toleranz einstehen? Und gibt es wenigstens einen
Politiker in Europa, der nicht vor der Kirche auf die Knie fällt?
18.4. / 19.4.2005 -
Die ruhmvoll
hervorragenden unsterblichen
Päpste
- "Mögest du viele Jahre des
irdischen Lebens lang ruhmvoll hervorragen", so der offizielle
Zuspruch bei der Amtseinführung eines neuen Papstes, auf den sich gerade die
Kardinäle zu einigen versuchen. Und was soll nach diesen vielen Jahren
kommen? "... bis du, von deinem Herrn gerufen, beim Eintritt ins
Himmlische Reich mit der Unsterblichkeit bekleidet wirst," so der Zuspruch
weiter
(http://dbk.de/vatican/in_vatican_17.html).
Das klingt fast so, als sei die Unsterblichkeit nach katholischer Lehre ein
Vorzug der Päpste. Vielleicht kommt es bei diesem Zuspruch aber auch mehr
auf den ersten Teil an, auf das "ruhmvolle Hervorragen" in den Jahren zuvor,
das - wie so vieles andere auch - im Widerspruch zu Jesus steht, der die
Demut lehrte und die Gleichheit aller Menschen.
19.4. / 5.7.2005. -
Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV.
fort? - Benedikt XV. starb 1922, Benedikt XVI. wurde 1927 geboren.
Der XV. wurde im Jahr 1914 Papst, am Beginn des 1. Weltkrieges - nicht gerade ein
gutes Omen im Hinblick auf den Beginn der Amtszeit des XVI.
Anhänger feierten den XV. als Friedenspapst, Kritiker sahen in ihm einen
gewieften Diplomaten bzw. Schaukelpolitiker, der vielfach als "Sieger" aus dem Krieg hervorging - siehe
dazu das Kapitel Der Vatikan als Kriegsgewinnler in dem
Geschichtsbuch von Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im
20. Jahrhundert, Rowohlt Verlag 1991. So rief er z. B. in den
Anfangsjahren des Krieges einmal zum Frieden auf, als Deutschland und die
Achsenmächte noch im militärischen Vorteil waren. Als sich das Blatt
wendete, tat er es nicht mehr. Der Papst fand sich rechtzeitig im Lager der
Sieger, nachdem er sich zu Kriegsbeginn noch nicht öffentlich auf eine
Partei fest gelegt hatte. "Kardinal Gasquet bekannte
auf dem Katholikenkongress in Liverpool geradezu: ´Man ist zu der Überzeugung
gekommen, dass der am besten aus dem Krieg herausgekommene Mann der Papst
war!`" (zit. nach Deschner, Opus Diaboli, 1988, S. 151 f.) Der
Historiker Karlheinz Deschner prangert vor allem an,
dass der XV. Benedikt den Nationen "seine schönen biblischen Sprüche zurief", während
"er selber für eine Militärseelsorge verantwortlich" war, "die den
katholischen Soldaten das gegenseitige Abmurksen als höchstes
Pflichterfüllung befahl - die mörderischste Heuchelei der Weltgeschichte."*
Diese deftigen Worte sind verständlich. Denn warum rief Benedikt XV. nicht
die Katholiken beider Seiten auf, die Waffen niederzulegen, wenn es ihm
wirklich um den Frieden gegangen wäre? Die ihm unterstehende
Militärseelsorge auf allen Seiten tat genau das Gegenteil.
Bekannt wurde später Benedikts viel sagender Spruch
im Hinblick auf die Niederlage Deutschlands: "Diesen Krieg hat Luther
verloren!" (zit. nach Deschner, Opus Diaboli, S. 151) Protestanten, nehmt euch also vor den Benedikts in Acht!
Erst im Jahr 2000
betonte auch Benedikt XVI. in seinem Buch Dominus Iesus noch einmal
den Vorrang der römisch-katholischen Kirche vor allen anderen Kirchen
und nannte die evangelischen Kirchen "defizitär". Gefahr auch für die
Ostkirche! Wenn der XVI. Benedikt dort weitermacht, wo der XV. und auch
Johannes Paul II. aufgehört haben, dann steht womöglich die Katholisierung der
orthodoxen slawischen Welt bevor. Karlheinz Deschner schreibt
wörtlich: "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen]
Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und
der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum
gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152). Der
Sturz des Kommunismus wäre Stufe 1 gewesen (siehe dazu die
Informationen über die Finanzierung
antikommunistischer Gruppen durch den
Vatikan). Nun käme Stufe 2. Parallel dazu hat es der XVI. Benedikt
womöglich auch
auf einen Sieg gegenüber dem Protestantismus abgesehen, wie viele
Kenner der Vatikanpolitik mutmaßen. Denn ein Papst-Boom, der auch nur
annähernd das Ausmaß des Kultes um Johannes Paul II. erreichte, würde die
religiöse Stimmung in Deutschland, dem "Stammland der Reformation",
entscheidend verändern. Die augenfälligen Versuche evangelischer
Kirchenführer, von der katholischen Hierarchie eingeladen bzw. hofiert zu
werden, sind ein Indiz dafür, dass diese sich wieder verstärkt an
den Katholizismus anhängen möchten, um so ebenfalls von den
Popularitätsschüben des Papstes zu profitieren. Oder man möchte zumindest bei den für
die staatlichen Subventionen verantwortlichen Politikern auf Augenhöhe mit der
Rom-Kirche zu bleiben.
Mit dem Ziel, "die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum" zu gewinnen,
wie der Historiker Deschner ein Ziel Benedikts XV. formulierte, hat auch
Benedikt XVI. seine Amtszeit eingeleitet, indem er sogleich die "Ökumene"-Bemühungen
im Hinblick auf die Orthodoxen verstärkte. Der Vatikanische "Ökumene-Minister",
der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärte dazu dem Focus in einem
Interview, dass das "allgemeine Interesse Russlands an Europa" dafür eine
günstige Rahmenbedingung ist. Und weiter: "Ich habe eine neue Offenheit
[Benedikt XVI.] entdeckt, in erster Linie gegenüber den orthodoxen Kirchen
... Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen
etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz
bringen." (Nr. 33/2005) Noch scheinheiliger kann man den eigenen
Herrschaftsspruch wohl gar nicht in Worte fassen.
Dahinter steckt letztlich die Idee eines geeinten römisch-katholischen
Europa unter der Oberhoheit des Papstes in Rom und wohl darüber hinaus die
alten Weltherrschaftspläne der Kurie in Rom, zu denen man sich z. B.
im Mittelalter auch unverhohlen bekannte.
Zurück zu den Benedikts: Eine
Gemeinsamkeit zwischen dem XV. und dem XVI. ist weiterhin der Versuch, das
Leben der Menschen bis in Einzelheiten zu regeln und mit entsprechenden
Maßnahmen auch auf Verstöße reagieren zu können. Der XV. schuf im Jahr 1917 den
Corpus Iuris Canonici, kurz CIC, das kirchliche
Gesetzwerk, das bis 1987 unverändert gültig blieb. Der XVI. gilt als
Schreiber bzw. Endkorrektor des römisch-katholischen Weltkatechismus, und er war
jahrelang als Vorsitzender der "Glaubenskongregation" der oberste
"Inquisitor" der Kirche und zuständig für die Anwendung des CIC. Das
"sanfte" Strafrecht des CIC ist nach Uli Weyland, Autor von
Strafsache Vatikan,
ein listiger "Vorbehalt, eventuell auf mittelalterliche Bestrafungsformen
zurückkehren zu können, wenn sich die Zeitläufe im Sinne Roms wieder
´günstiger` verändern sollten."
(S. 426 f.)
*
Der Historiker E. Winter bringt Benedikt XV. in seinem Buch
Russland
und das Papsttum, Teil 2 (II), Von der Aufklärung bis zur großen
sozialistischen Oktoberrevolution, Berlin 1961
sogar mit dem mutmaßlichen
Mord an Nuntius Tarnassi im Jahr 1901 in Verbindung und beruft sich dabei
auf den internen vatikanischen "Klatsch", wo der spätere Papst als
Täter genannt wurde, "denn Tarnassi starb zu sehr erwünscht, als dass es
dabei mit rechten Dingen zugegangen sein konnte"
(S. 487). Benedikt XV.
soll hier ausdrücklich nicht beschuldigt werden und es gilt - wie am Anfang
von Ermittlungen - die Unschuldsvermutung. Es ist jedoch auch von
einem Dementi nichts bekannt. Tatsache ist jedoch, dass zahllose Päpste
Mörder waren (nachzulesen in den Bänden der Kriminalgeschichte des
Christentums von Karlheinz Deschner) und alleine 23 Päpste
nachgewiesenermaßen oder vermutlich auf Veranlassung ihrer Nachfolger
umgebracht wurden.
23.4. / 7.5.2005 - Vordergründige Diskussionen um den Flakhelfer und Soldaten
Ratzinger - Hintergründige Gemeinsamkeiten zwischen
Katholizismus und Nationalsozialismus - Die britische Presse
äußert derzeit "tiefe Bedenken", was die Haltung des jugendlichen Joseph
Ratzinger (1927 geboren) gegenüber den Nazis betrifft (z. B. nur "bizarr
technische Begründung" für dessen Ablehnung; The Independent, 22.4.2005).
Das ist jedoch weit weniger bedeutsam als die Frage, wo sich die Anliegen
von Katholizismus und Nationalsozialismus grundsätzlich vereinten.
So lehrt die Kirche bis heute, sie müsse "mit
peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist"
(Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, siehe oben 10.4. /
17.4., Nr. 382). Dieser Lehrsatz der römisch-katholischen Kirche richtete sich im 20. Jahrhundert
vor allem
1.) gegen die Kommunisten
2.) gegen die Juden
3.) gegen religiöse Minderheiten, so genannte "Sekten"
Gegen diese drei Geistesrichtungen, deren Ausmerzung die katholische Kirche
forderte, richtete sich auch der Vernichtungswille der Nationalsozialisten.
Deren Anführer Adolf Hitler hielt bis ans Lebensende der
römisch-katholischen Kirche die Treue und zählt damit zu den "Söhnen und
Töchtern der Kirche", für deren Tun im Laufe der Jahrhundert sich der Papst
im Jahr 2002 halbherzig entschuldigte. Man könnte diese "Söhne" (denn meist
waren es "Söhne") auch als "Männer fürs Grobe" bezeichnen, die mit Wissen,
Billigung oder gar im Auftrag der Kirche etwas tun, womit die Kirche aus
diplomatischen Gründen nicht direkt in Verbindung gebracht werden möchte.
Zu Adolf Hitler noch zwei Details am Rande: Während er
immer wieder Steuern hinterzog und bis zum Jahr 1933 eine nicht bezahlte
Steuerschuld von 400.000 Reichsmark anhäufte, zahlte er seinen Kirchenbeitrag stets
korrekt und pünktlich, wie ein umfassender Untersuchungsbericht über Hitlers
Steuerakte feststellte (so die Historikerin Anna Maria Sigmund und der
Notar Klaus-Dieter Dubon bei Prüfung von Hitlers Steuerakte Nr. 13/2548 beim
Finanzamt München III; Spiegel online, 16.12.2004; Bild, 17.12.2004). Und während Papst Pius XII.
im Jahr 1945 alle
Italiener, die Mitglied der Kommunistischen Partei waren, exkommunizierte,
wurde Adolf Hitler nie exkommuniziert.
Zum "Ausmerzen" der Kommunisten, Juden und "Sekten" im Einzelnen:
1.) Kommunisten: Hitler und die Nationalsozialisten wurden von der
Kirche vor allem wegen ihres Feldzugs gegen den "Bolschewismus" in Russland
gepriesen. Bis 1945 reichen die Huldigungen der Kirchenführer für diesen
"gottgesegneten" Krieg gegen den Kommunismus. Die Fortsetzung dieses Kampfes
führte die Kirche nach 1945 in Allianz mit den Westmächten durch (siehe auch
oben, 4.4.2005).
2.) Juden: Was die Juden betrifft, rechtfertigte Adolf Hitler in
einem Gespräch mit katholischen Würdenträgern deren Verfolgung damit, "dass
er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirchen in 1500
Jahren gegen sie getan habe" (Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin
1981, S. 406). Eine Fülle von Fakten dazu auch in dem Buch von Daniel
Goldhagen, "Die katholische Kirche und der Holocaust" bzw. in der
Ausgabe "Der Theologe Nr. 4", Die evangelische
Kirche und der Holocaust. Nachdem das europäische Judentum als
einflussreiche gesellschaftliche Größe weitgehend vernichtet war und der
Zeitgeist sich nach 1945 entscheidend wandelte, hat auch die Kirche
in der Folgezeit ihre Position geändert.
3.) Andere religiöse Gemeinschaften: Hier richtete sich die
Ausmerzungs-Allianz von katholischer und evangelischer Kirche und Nazis zunächst
gegen die Zeugen Jehovas als damals
bedeutsamste Minderheit. Gemeinsam beschloss man deren Verbot. Eine typische
Stimme war damals der Kommentar in Das Evangelische Deutschland vom
10.9.1933: "Die Kirche wird dankbar anerkennen, dass durch dieses Verbot
eine Entartungserscheinung des Glaubens beseitigt worden ist ... Damit ist
jedoch noch keine vollständige Bereinigung der Sekten erreicht. Erwähnt
seien nur die Neuapostolischen." Die Kirche gibt dem Staat den Takt vor. Und
die Vertreter von Kirche und Staat arbeiten vielfach bei den Verhaftungen
Hand in Hand. So kommen in den KZs 1200 Zeugen
Jehovas ums Leben, weitere 250 werden anderweitig "erhängt, erschossen oder
geköpft" (Frankenpost, 15.1.1999).
1945 wechselten die weltlichen Herrscher. Die geistlichen aber blieben. Und
mit ihnen ihre Ziele.
Vor allem seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden erneut viele religiöse Bewegungen, die nicht ins katholische bzw.
evangelische Welt- und Menschenbild passen. Deshalb ist auch das "Wüten
der Kirche" neu entbrannt, wie z. B. Prof. Dr. Hubertus Mynarek
in seinem Buch
Die neue Inquisition
bzw. Prof. Erwin K. Scheuch und Prof. Gerhard Besiér in ihrem
Buch
Die neuen Inquisitoren
nachweisen. Zwar bieten die gegen die Kirche erkämpften
Rechtsgrundlagen der freiheitlichen Demokratie diesen Minderheiten noch
einen gewissen Schutz. Doch ist es ein Zufall, dass gerade in unserer Zeit
wieder vermehrt der Ruf von Politikern erklingt, die katholische Kirche und
ihr Menschenbild sei allen anderen Religionen "überlegen" (wie z.
B. zuletzt von CDU-Spitzenpolitiker Jürgen Rüttgers, Spiegel online, 22.4.2005)?
Und der neue Papst Benedikt XVI. erinnerte erst jüngst in einem Interview
daran, die Inquisition sei ja ein "Fortschritt" gewesen, da man die Menschen
vor ihrer Hinrichtung im Unterschied zu früher noch "anhörte" (wobei viele
allerdings schon bei den Anhörungen ums Leben kamen). Wer Ohren hat zu hören,
der hört den langen eiskalten Atem der Kirche und fühlt ihn vielleicht schon wieder
in seinem Nacken ...
25.4. / 7.5.2005 -
"Unsere" Benedikts
- Joseph Ratzinger
stellt sich als Benedikt XVI. bewusst in die Reihe der anderen Benedikts,
die wie er diesen Namen trugen bzw. wählten. Mögliche
Verbindungen zu Benedikt XV. sind oben bereits genannt.
Hier einige Informationen zu Benedikt III., VI., VIII., IX., XII., XIII. und XIV.:
Benedikt XIV. (1740-1758) war ein ausgesprochener "Hüter der
Glaubenswahrheiten" = Inquisitor. Im Jahr 1744 bestätigte er mit der Bulle
"Ab Augustissimo" die Verordnungen seiner Vorgänger, worin die Todesstrafe
für Hostienmissbrauch zu magischen Zwecken schon bei einem Erst-Täter
vorgeschrieben wurde. Die Möglichkeit des Angeklagten, sich zu verteidigen,
wurden eingeschränkt.
Benedikt XIII. (1724-1730) war weniger ein Inquisitor. Dafür waren seine
engsten Mitarbeiter vielfach korrupt. So setzte der Papst
z. B. seinen Vertrauten Niccolo Coscia als Kardinal und Papst-Koadjutor ein.
Damit war dieser als Stellvertreter des "Stellvertreters Christi" wohl der
heimliche Herrscher der Kirche. Während Benedikt XIII. im Verhältnis eher
bescheiden gelebt haben soll, regierte sein Koadjutor den Vatikan mit Bestechungen,
Ämterhandel, Korruption bzw. Umleitung von kirchlichen Einnahmen in die eigene Tasche. Der Bevölkerung wurde auf diese Weise deutlicher als sonst
vor Augen geführt, wie sich Kirchenfürsten auf Kosten
des Volkes einem Luxusleben hingeben. Erst nach dem Tod Benedikts XIII., der
das verbrecherische Treiben seines Günstlings und von den Günstlingen seines
Günstlings schützte und verteidigte,
konnte der Papst-Koadjutor verhaftet werden.
Benedikt XII. (1334-1342) war wiederum ein brutaler Inquisitor. Vor
seiner Wahl zum Papst war sein Hauptanliegen als Bischof Jacques Fournier von Parmiers/Südfrankreich die
Verfolgung und Ausrottung der letzten noch nicht
hingerichteten urchristlichen Katharer. Er führte selbst die Verhöre (nach
Benedikt XVI. waren diese "Untersuchungen" ein Fortschritt gegenüber dem
sofortigen Ermorden; siehe hier) und ließ die Scheiterhaufen anzünden.
Benedikt Caetani nannte sich als Papst Bonifatius VIII.
(1294-1303) und verfasste die bedeutendste Lehramtsschrift der
römisch-katholischen Kirche im Mittelalter, die Bulle Unam Sanctam (1302).
Darin heißt es: "Wer immer sich also dieser von Gott so angeordneten Gewalt
[der Kirche] widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes". Und: "Dem
römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum
Heile notwendig: Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(zit. nach Neuner/Roos, a. a. O.,
siehe oben 10.4. / 17.4.2005, Nr. 430).
Dieser Lehrsatz ist seit 1870 eine nach katholischem Glauben unfehlbare Lehrentscheidung von
Benedikt Caetani, der sich als Papst
Bonifatius VIII. nannte. In der Wikipedia-Biografie
heißt es über ihn: "Doch war der stattliche, etwas schwergewichtige, aber
wohlgestaltete Papst mit den sonderbar sensiblen Händen bei all seinen
unangenehmen, oft scharf verletzenden Eigenheiten, seinem pathologischen
Ehrgeiz, überzogenen Stolz, seiner unersättlichen Habgier, Fressgier (er
konnte seinen Oberkoch gewaltig abkanzeln, weil er ihm an einem Fasttag nur
sechs Fleischgerichte vorsetzen ließ), von seinen Bluttaten, seiner
Grausamkeit zu schweigen, auch mutig, gebildet, ein versierter
Jurist". In
manchen seiner inoffiziellen Aussagen lässt Bonifatius VIII. nämlich
durchblicken, dass er an vieles selbst nicht glaubt, was die
römisch-katholische Kirche lehrt, z. B. die Jungfrauengeburt. Auch ist von
ihm der Satz überliefert, "die Toten würden so wenig auferstehn wie sein
vorgestern krepiertes Pferd".
Der Benedikt, der sich Bonifatius nannte, rief auch das Jahr 1300 zum ersten
Heiligen Jahr aus, um durch das Geld der Pilger die Kreuzzüge zu
finanzieren. Das
Vermögen vieler Andersgläubiger ließ er sowieso konfiszieren.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_VIII.)
Benedikt IX. (1032-1048), Theophylakt Graf von Tusculum, hat nach dem
Historiker Ferdinand Gregorovius zusammen mit seiner Familie "in Rom gemordet und geplündert" (zit. nach Uli Weyland,
Strafsache Vatikan, S. 95). Einer nicht exakt zuzuordnenden Quelle zufolge
sollen Benedikt IX. und seine Anhänger z. B. "Pilger auf dem Weg nach Rom
ausgeraubt haben und das Geld, das diese für den Ablass von Sünden mit sich
führten, auf solche Weise schon vorher in den eigenen Beutel haben fließen
lassen." (S. 95) Ein weiteres Verbrechen des Papstes war eine Vergewaltigung. Benedikt
IX. wurde übrigens schon mit 11, 14 oder 18 Jahren als "Seine Heiligkeit" gekrönt und
er verkaufte im Jahr 1045 schließlich das Papstamt an Gregor VI., weil er
seine Cousine heiraten wollte. Nachdem ihn jedoch seine Cousine nicht mehr
heiraten wollte, blieb er als Papst Benedikt IX bis 1048 parallel zu Gregor
VI. im Amt.
Benedikt VIII. (1012-1020) weihte 1020 in Bamberg die Kirche St. Stephan,
als er sich dort mit dem Kaiser traf. Die zwischenzeitlich zerstörte und neu
aufgebaute Kirche ist heute die
evangelische Hauptkirche der Stadt, die im Volksmund als "fränkisches Rom"
gilt. St. Stephan in Bamberg ist in Deutschland bis heute die
einzige von einem Papst eingeweihte Kirche. Auf der Synode von
Pavia im Jahr 1020 führt Benedikt VIII. auch den Zölibat bzw.
Zwangszölibat für Priester ein, die von nun an nicht mehr heiraten
durften (im Jahr 1139 auf dem 2. Laterankonzil als "unabdingbare
Zugangsvoraussetzung" für den Priesterberuf bestätigt). Dadurch sollte das
Vermögen der Kirchenmänner nicht mehr an ihre Kinder vererbt werden, sondern
der Institution Kirche zufallen. Offizieller Grund für den Zölibat war allerdings die
geforderte sexuelle "Reinheit" der Priester. Dafür durften Mengen
an Blut an ihren Händen kleben, auch wenn die kirchlichen Amtsträger das
Blut von unliebsamen Zeitgenossen durch andere vergießen lassen sollten. So
ließ Benedikt VIII. im Jahr 1017
in Rom viele Juden bei einem Pogrom köpfen. Und im Jahr 1020 (dem Jahr der
Synode von Pavia und der Kirchenweihe in Bamberg) inszeniert der Papst erneut ein Pogrom in
Rom und lässt die jüdischen Mitbürger dieses Mal verbrennen. Der Grund:
Ihr falscher Glaube sei der Grund für einen Orkan bzw. ein Erdbeben
gewesen.
Benedikt VI. (973-974) gehört zu den vielen Päpsten, die auf
Betreiben ihrer Nachfolger ermordet wurden. Sein Nachfolger Bonifatius VII.
regierte 974 erst als "Gegenpapst", von 984-985 dann als anerkannter Papst.
Das also sind
"unsere" Benedikts. Über
die anderen ist meist nur wenig bekannt. Die Existenz von Benedikt III.
(855-858) ist sogar umstritten. Er gilt manchen als Erfindung der Kirche, um
die Amtszeit der als Mann "Johannes" verkleideten Päpstin Johanna (ab
853 oder 855) zu ersetzen. Andere bestreiten demgegenüber die Existenz Johannas.
Eventuell folgte Benedikt III. auf Johanna alias Papst "Johannes Anglicus
I." Dieser soll bei einer Prozession
ein Kind als Totgeburt zur Welt gebracht haben und darauf hin von den
"entsetzten" Katholiken (weil "er" eine Frau war) am Straßenrand gesteinigt
worden sein, bzw. "er" starb an den Geburtskomplikationen.
Bleibt noch der Ordensgründer Benedikt von Nursia (um 480-547), auf
den sich Joseph Ratzinger bzw. Benedikt XVI. besonders beruft. Benedikt von
Nursia lehrte u. a. das Motto "Bete und arbeite" - ein Widerspruch zu den
Priestern und Amtsträgern der Kirche, die sich auch für das Beten bezahlen
und vom Staat subventionieren lassen und nicht auf diese Weise arbeiten, wie
Benedikt von Nursia sich das gedacht hatte. Die Gründung des
Benediktiner-Ordens auf dem Monte Cassino bei Neapel im Jahr 529 gilt als
geistesgeschichtlicher Beginn des Mittelalters. Gleichzeitig gilt
Benedikt von Nursia der römisch-katholischen Kirche als "Patron
Europas". Vielleicht hat
Joseph Kardinal Ratzinger bei seinem Amtsantritt auch deshalb
Benedikt von Nursia so hervorgehoben. Und vielleicht verbinden
spätere Geschichtsschreibern einmal das Jahr 2005 mit dem Beginn einer
Epoche in Europa, in welcher die Neuzeit beendet und das Mittelalter wieder
auferstehen sollte.
Mai 2005 - Anmerkung zur
Achse Washington -
Vatikan - Seit den 60er Jahren ist Billy Graham Berater und
Beichtvater aller US-Präsidenten und damit neben dem Papst wohl der
einflussreichste Kirchenmann der Welt. Während es über die "geistige
Achse" Washington-Vatikan manche Spekulationen gibt, enthüllt die
US-amerikanische Zeitschrift Christianity Today in ihrer Ausgabe
Nr. 5/2005 bemerkenswerte Fakten. Demnach sperrt sich die
römisch-katholische Kirche in Polen im Jahr 1977 gegen einen geplanten "Kreuzzug"
von Billy Graham im Land. Ein Kardinal jedoch bewertet die Lage
grundsätzlich anders und erteilt dem evangelischen US-Prediger die
notwendige offizielle Einladung für seine "Großevangelisation":
Karol Wojtyla aus Krakau. Ein Jahr später überschlagen sich die Ereignisse.
Und wer darin mehr als den "Zufall" am Werk sehen möchte, kann manches
bedenken.
Während der Vorbereitungen zu Grahams Polen-Kreuzzug wird Papst Johannes
Paul I. tot in seinem Bett gefunden, evtl. vergiftet durch eine Überdosis
des Herzmittels Digitalis (z. B. Stern, 4.5.2005). Der Vatikan
verweigert eine Obduktion und die Leiche des Papstes wird schnell zur "Reliquie".
Sein Nachfolger im Rom als neuer "Lenker des Erdkreises" wird
Karol Wojtyla, der sich eigentlich in diesem Zeitraum mit Billy Graham in
Polen treffen will. Doch die beiden nun mächtigsten Kirchenführer der Welt
arrangieren es jetzt anders: Während sich Johannes Paul II. am 16.10.1978 in
Rom zum ersten Mal der jubelnden Menge präsentiert, steht auf seiner
Heimatkanzel in der Bischofskirche von Krakau zeitgleich Billy Graham ...
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 22)
10.5. / 30.10.2005 -
Papst-Golf und Papst-Ford -
Entgleitet der katholischen
Kirche der Handel mit modernen Reliquien? -
Bekanntlich wurde der
ehemalige VW-Golf von Benedikt XVI. von dem kanadischen
Internet-Unternehmen GoldenPalace.com für fast 190.000 € ersteigert. Der
ehemalige Ford Escort GL, Baujahr 1975, von Johannes Paul II. brachte bei
einer Auktion im Oktober in Las Vegas sogar 680.000 Dollar ein. Ein Anwalt
aus Texas stellt den PKW jetzt in seinem privaten Automuseum aus. Ob der im Escort
befindliche Rosenkranz mit versteigert wurde, ist nicht bekannt. Die neuen
Eigentümer des ehemaligen Benedikt-Golfs ließen durch ihren Pressesprecher
mittlerweile erklären: "Wir wollen ... Menschen, die in dem Auto
sitzen oder damit eine Runde drehen wollen, die Möglichkeit einer
spirituellen Erfahrung bieten" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,
8.5.2005). Das Unternehmen könne jedoch nicht garantieren, dass die Fahrt im
Golf "zu einem geistlich erhebenden Erlebnis wird. Benedikt XVI. solle "verstimmt" auf den Wirbel um seinen
ehemaligen VW-Golf reagiert haben. Das ist verständlich, denn der PKW ist -
wenn man so will - die erste öffentlich bedeutsame Reliquie, welche in
Verbindung mit seiner Person steht. Und deren Vermarktung hatte in der
Vergangenheit immer die Kirche selbst in der Hand, während sie an dem Golf
und dem Escort keine Rechte mehr hat. Kirchliche Kritik an GoldenPalace.com
wäre auch völlig unangebracht, denn das kanadische Unternehmen hat nur von
dem Vorbild der Kirche gelernt. So lockte der Vatikan z. B. um die
Jahrtausendwende 1999/2000 Hunderttausende von Pilgern nach Rom, um sie dort
durch die "Heilige Pforte" zu schleusen. Und beim Weltjugendtag
bzw. Weltjugendtreffen in Köln
gingen wiederum Hunderttausende an den vermeintlichen Leichen-Resten der "Heiligen
Drei Könige" vorbei, und an manchen Wallfahrtsorten werden
Gegenstände ehemaliger hoher Amtsträger angeboten, die man sogar kurz berühren
darf. Diese Handlungen haben nach kirchlicher Lehre eine positive Wirkung
auf das eigene Seelenheil. So hieß es 1999, nachdem der Papst ein bestimmtes
Tor in den Vatikanmauern geöffnet hatte, wer durch dieses Tor ginge, der
würde einen Ablass seiner Sündenstrafen erhalten (das heißt, das im
Jenseits noch zu erwartende Leid für noch nicht vollkommene Katholiken würde
dadurch angeblich getilgt). Kritische Rückfragen (z.
B. "Ist man nach dem Gang durch die Pforte ein anderer Mensch?") blieben wie
immer unbeantwortet. Manche Pilger berichteten immerhin von einer
"spirituellen Erfahrung". Und so könnte man fragen: Warum sollte derjenige,
der mit dem ehemaligen VW-Golf von Benedikt XVI. eine Runde dreht (oder auf
dem Beifahrersitz Platz nimmt, auf dem Kardinal Ratzinger immer gesessen war),
nicht dieselbe oder eine ähnliche "spirituelle Erfahrung" machen
(oder nicht machen) können wie
derjenige, der in Rom durch eine bestimmte Türe geht?
16.6. / 17.7.2005 / 11.3.2008 -
Katholische Kirche bietet vermehrt
Exorzismus-Kurse an - Unter der Überschrift "Benedikts neuer
Kurs" weist Focus online (1.7.2005) darauf hin, dass zwei italienische
Bischöfe und ein Dominikaner-Priester in Rom einen neuen Exorzismus-Kurs
anbieten. Der Kurs findet im Oktober am Priesterseminar Regina Apostolorum
statt, wie die vom Vatikan anerkannte Hochschule des Ordens "Legionäre
Christi" bekannt gab.
Teufelsaustreibungen gibt es in vielen Kirchen weltweit und vor allem im
Voodoo-Kult. Was ist der Hintergrund der Ausweitung dieser Praktiken in der
Kirche? Da nach katholischer Lehre auch Kirchenaussteiger und Kritiker aus den
eigenen Reihen, welche nicht die ganze römisch-katholische Lehre
akzeptieren, das Heil verloren haben und auf der Seite des Teufels stehen, stellt sich die Frage, ob
der Exorzismus demnächst auch wieder auf diese Bereiche ausgedehnt werden soll.
Im Mittelalter und in der Neuzeit (16.-18. Jahrhundert) wurde der
Exorzismus gezielt auch gegen Andersgläubige eingesetzt.
Anstatt sich mit deren Glauben auseinanderzusetzen, hieß es einfach, sie
seien mit dem "Bösen" im Bunde und damit ein Fall für den Exorzisten.
Und da
Papst Benedikt XVI. spiritueller und juristischer Nachfolger der früheren
Großinquisitoren ist, wäre es kein Wunder, wenn der Exorzismus demnächst
auch wieder in den Dienst der Inquisition gestellt würde.
Manche Exorzismen enden tödlich, so auch der letzte von einem Bischof genehmigte Exorzismus der
römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Lesen Sie dazu
"Der
Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche - Warum musste Anneliese Michel sterben?
Trotz der Todesfälle im Zusammenhang mit Teufelsaustreibungen wird
noch in keiner staatlichen "Sektenbroschüre" in Deutschland vor dem
Exorzismus-Ritual der Kirche gewarnt, während man viele kleinere
Gemeinschaften dort aus Prinzip mit maßloser und vielfach ungerechtfertigter
Kritik überzieht. Wenn der Staat schon glaubt, er müsse die Bürger über
Religionen informieren, dann sollte er zumindest zum katholischen Exorzismus
nicht schweigen! (siehe dazu auch hier).
Aktualisierung: Der Vatikan plant, 3.000 neue Exorzisten
einzusetzen (Bild, 10.3.2008 u. a.). So soll in Zukunft in jeder
römisch-katholischen Diözese ein eigener Exorzist tätig sein.
29.7.2005
-
Wann unterwerfen sich die evangelischen Bischöfe dem Papst? -
Führt die
Kommunität von Taizé die evangelischen Jugendlichen dem Papst zu?
- Der evangelische Theologieprofessor Klaus Berger
aus Heidelberg* (siehe auch
Meldung vom 9.2.2005) hat
in der
FAZ vom 13.7.2005 das entscheidende Wort zum gegenwärtigen Stand der
Ökumene genannt:
Unterwerfung. Wörtlich schrieb der Theologe: "Die nichtkatholischen Bischöfe
unterwerfen sich dem Papst - und der Papst unterwirft sich ihnen." Verschiedene
Zeitungen haben das Wort von der "Unterwerfungsökumene" geprägt
(z. B.
idea-spektrum Nr. 29/2005). Was den Anschein haben könnte, als ginge es hier um
ein gegenseitiges Sich-Unterwerfen, ist jedoch Augenwischerei. Tatsächlich geht
es um die Unterwerfung aller Konfessionen unter den Papst und die
römisch-katholische Kirche, so wie es nach "unfehlbarem" katholischen Glauben
auch für alle Menschen heilsnotwendig sein soll (siehe
Neuner-Roos, Der Glaube der
Kirche, Lehrsatz Nr. 430). Die Unterwerfung des Papstes im Gegenzug dazu ist rhetorische Kosmetik
und kirchenamtlich bzw. juristisch belanglos. Sie bezieht sich gemäß Professor Klaus Berger darauf,
den Inhaber des "Stuhles Petri" theologisch auch als "Sklaven der Sklaven
Gottes" betrachten zu können.
Die Idee der Unterwerfung der Protestanten ist nicht neu. Mit
Martin Luther hat
sie jedoch nichts zu tun. Für Luther war noch klar, dass der Stuhl Petri nichts
mit Christus zu tun hat, und er lehrte deshalb: "Das Papsttum ... besteht aus
Lügen. Darum muss es allein mit dem Wort der Wahrheit vernichtet werden ...
Gottes Wort muss dem Papste Abbruch tun, sonst tut´s ihm keine Waffe; denn er
ist der Teufel" (Luther Deutsch.
Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart. Band 9: Tischreden,
3. Auflage, Stuttgart 1960, Nr. 296 und Nr. 297). Die Nachfolger Luthers möchten davon jedoch nichts mehr wissen. So
wünschten sich z. B. im Jahr 1998 evangelische Kommunitäten (darunter die Jesusbruderschaft in Gnadenthal, die
Christusbruderschaft Selbitz und die Evangelische Michaelsbruderschaft) den Papst als Sprecher aller Christen
(idea-spektrum Nr. 11/1998).
Und im Jahr 2000 erklärte der evangelisch-lutherische Landesbischof Johannes Friedrich aus München,
das Papsttum sei für Lutheraner denkbar
(Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 17.12.2000), allerdings eingebunden in
"Kollegialität" usw. usf. Die Anbiederung ging in der Folge so weit, dass im Jahr
2001 die Schlagzeile zu lesen war: "Folgen die Protestanten bald dem Papst?"
(Bild, 9.3.2001) Doch in der Vergangenheit sah man z. B. im römisch-katholischen Dogma der
Unfehlbarkeit des Papstes ein unüberwindliches Hindernis. Davon ist in neueren
Stellungnahmen kaum mehr die Rede. Der Theologieprofessor Klaus Berger will immerhin noch die
Ordination der Frauen zu Pfarrerinnen retten, indem er z. B.
ein lutherisches
Patriarchat innerhalb der katholischen Kirche einrichten möchte,
in dem
Frauen weiter geweiht werden dürfen.
Auffällig ist der ausdrückliche Verweis von Professor Klaus Berger auf das Beispiel der
ökumenischen bzw. evangelischen
Bruderschaft von Taizé und ihren Gründer
Roger Schutz, der am 16.8.2005 einem Messer-Attentat einer
Anhängerin zum Opfer fiel, die sich offenbar mehr Zuwendung erzwingen wollte.
Schütz gehörte eigentlich der evangelisch-reformierten Konfession
an, praktizierte aber in Taizé die
Einheit mit der katholischen Kirche so, "dass gerade auch Päpste dem
freudig zustimmen" (FAZ, 13.7.2005;
Anmerkung: z. B. mit getrenntem
Abendmahl innerhalb einer gemeinsamen Veranstaltung bzw. in einem gemeinsamen Raum).
Und es war wohl kein
Zufall, dass der spätere Papst Benedikt XVI. Roger Schutz bei den
Beerdigungsfeierlichkeiten zum Tod von Johannes Paul II. die katholische Hostie
austeilte, obwohl die römisch-katholische Kirche dies für Evangelische ablehnt. Vatikan-Sprecher
Joaquin Navarro-Valls teilte dazu mit, dass Schutz gerade in einer
Gruppe von katholischen Amtsträgern stand, welche die Hostie erhielten und ließ
verlauten: "In dieser Situation erschien es unmöglich, ihm das Allerheiligste
Sakrament zu verweigern, zumal sein katholischer
(Anmerkung der Redaktion: "!")
Glaube wohl bekannt ist." Und als ob ihm ein entlarvender Versprecher
passiert sei, fügte Joaquin Navarro-Valls dann "präzisierend" hinzu,
Schutz bejahe "voll den Glauben der katholischen Kirche an die Eucharistie"
(Evangelisches
Sonntagsblatt Bayern, 17.7.2005) ...
Bereits in der Ausgabe Nr. 12 der
Zeitschrift Zeugendienst und Bibelaktion vom Dezember 1964, die vom
Zürcher Verlag "Haus der Bibel" (welcher der Genfer Bibelgesellschaft
angeschlossen ist) herausgegeben wurde, stand einiges zu diesem Thema zu lesen,
was am 26.1.1994 in einem Leserbrief in idea-spektrum
von Thomas
Mayer, M. A., aus Nürnberg, aufgegriffen wurde.
Darin heißt es: "Weiß man nicht, oder hat man
vergessen, 1) dass der Gründer und Leiter von Taizé, Frère Roger, dem
afrikanischen Bischof Dupont von Bobo Doulasso einmal wissen ließ, dass er jetzt
noch nicht in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zurückkehre, weil er
sonst allein käme; wenn er aber warte, bis er seinen Auftrag ausgeführt habe,
mit einem Teil der Protestanten Frankreichs kommen könne? 2) dass Frère
Roger Beobachter des II. Vaticanums gewesen ist? 3) dass die Taizé-Bewegung
folglich eine Zurück-nach-Rom-Bewegung ist? ..."
Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, erklärte auch Papst Benedikt XVI. bei
einer Generalaudienz in Castelgandolfo am 17.8.2005, einen Tag nach Frère Rogers
Tod. Joseph Ratzinger teilte mit, dass Roger ihm schrieb, "dass
er sich danach sehnt, möglichst bald nach Rom zu kommen, um mich zu treffen und
mir zu sagen, dass ´unsere Gemeinschaft von Taizé ihren Weg in Gemeinschaft mit
dem Heiligen Vater gehen möchte`" (http://www.taize.fr/de_article2652.html).
Die Gemeinschaft von Taizé veranstaltet regelmäßig um die Jahreswende große Jugendtreffen in
einer europäischen Stadt, und in vielen Orten treffen sich weltweit v. a.
Jugendliche, um die Spiritualität von Taizé zu pflegen. Und vielleicht war der
Prior von Taizé, Frère Roger
Schutz, in Rom längst als Beauftragter des Vatikan in besonderer Mission bekannt. Immerhin
"wurde auch vermutet, Schutz sei formell zur katholischen Kirche konvertiert"
(Evangelisches Sonntagsblatt
in Bayern, 17.7.2005).
So bestätigte nach dem Mord an Roger Schutz auch der Leiter des
Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten, gegenüber dem
ZDF
Morgenmagazin (17.8.2005), Schutz soll "mit dem Gedanken gespielt haben,
katholisch zu werden". Sehr
wahrscheinlich blieb er aber - zumindest offiziell - evangelisch. Doch der bereits von Roger Schutz zu seinem
Nachfolger in der Leitung der Kommunität bestimmte deutsche "Bruder" Alois ist nun ein
römisch-katholischer Mönch. Er reiste sofort nach der Mordnachricht vom Weltjugendtag
in Köln zurück nach Frankreich. Beim Weltjugendtag stellte die
römisch-katholische Kirche der Taizé-Gemeinschaft zwei als offizielle
"Geistliche Zentren" bestimmte katholische Kirchen zur Verfügung, damit die
Kommunität dort mit den Pilgern Andachten feiert. Auch dies deutliche Indizien,
wohin von Taizé aus die
Reise führt ...
Währenddessen verkommen die evangelischen Kirchen ohnehin mehr und mehr zum "Anhängsel"
der katholischen. Nachdem die evangelischen Bischöfe in Deutschland z. B. zunächst beklagten, nicht
zum katholischen Weltjugendtag in Köln eingeladen worden zu sein, hat der
Vatikan jetzt am Rande ein Gespräch mit Benedikt XVI. arrangiert. Daran nehmen
jedoch auch die Vertreter der in Deutschland zahlenmäßig unbedeutenden orthodoxen
Kirchen teil - also keine besondere Beachtung der evangelischen Vertreter und
keine entsprechende Berücksichtigung des Sachverhalts, dass es in Deutschland etwa
gleich so viele Protestanten wie Katholiken gibt.
Doch die evangelischen Kirchenvertreter freuen sich offenbar schon wie die Kinder,
wenn sie dem Papst wenigstens die Hand geben dürfen.
Und was ist aus dem evangelischen
Selbstbewusstsein geworden? Noch vor weniger als 100 Jahren haben selbst "große"
Katholiken wie Adolf Hitler (der bis zu seinem Selbstmord 1945 immer pünktlich
Kirchensteuer bezahlte) die evangelische Kirche noch mit ganz anderen Augen
betrachtet. So heißt es bei Brigitte Hamann in ihrer Biografie Hitlers Wien
(1996) über den späteren Diktator im Jahr 1912:
"Laut Hanisch meinte
H. [Hitler] im Männerheim, die wahre deutsche Religion sei der Protestantismus"
(S. 358).
*
Der evangelische Theologieprofessor Klaus Berger hat sich im Oktober 2005 als
Katholik enttarnt, der nie aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten war.
Den evangelischen Lehrstuhl bekam er, weil die evangelische Fakultät der
Universität Heidelberg aufgrund seiner Qualifikationen in "Evangelischer
Theologie" fälschlicherweise davon ausging, er sei evangelisch. Tatsächlich
legte er auch ein Kircheneintrittsdokument in die evangelische Kirche vor, bei
dessen Ausstellung die evangelische Behörde jedoch Bergers Austritt aus der
katholischen Kirche nach Treu und Glauben voraussetzte. Eine mögliche
Doppelmitgliedschaft in beiden Amtskirchen lehnen beiden Großkirchen ab.
1.8.2005 -
Erzbischof Ludwig Schick aus
Bamberg: Ökumene soll aus Protestanten Katholiken machen
- In der Sendung "100 Tage Papst Benedikt XVI." (ZDF, 31.7.2005) sagte
Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg sinngemäß: "Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die
Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden
sein." Wie hat er das gemeint? Tatsache ist: Es gibt derzeit noch
ca. eine Milliarde Protestanten.
Hierzu ein Rat an die Noch-Protestanten: Machen Sie den
Glaubenstest! Damit Sie schon einmal
wissen, was im
Bauch der "großen Mutter" auf Sie zukommt ...
12.8 / 20.8.2005 -
"Sparen Sie sich die Kirche"
- Kirchenkritische Veranstaltung zum Weltjugendtag in Köln -
Am Donnerstag, den 18. August 2005 fand parallel zum
Papstbesuch in Köln im Theaterhaus ein Podiumsgespräch zu diesem
Ereignis mit Professor Dr.
Hubertus Mynarek statt, zu dem ca. 150 Besucher kamen, obwohl die Presse keine
Veranstaltungshinweise veröffentlichte. Der bekannte Kirchenkritiker und Buchautor war früher
Professor für Katholische Theologie und Dekan an der Universität Wien. Unter
der Überschrift Angriff auf Kirche, Papst und Kardinal berichtete
der Kölner Stadtanzeiger über den Abend (20.8.2005), der von der
Initiative "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" veranstaltet
wurde. "´Ist die
halbe Welt verrückt geworden`, fragte der Religionswissenschaftler zu
Beginn seiner Ausführungen. ´Da kommt der Großinquisitor nach Köln, und die
Politiker liegen auf dem Bauch.`" Hubertus Mynarek berichtete u. a. über
seine Begegnungen und Erfahrungen mit Joseph Ratzinger.
Z. B. hatte dieser als
Theologieprofessor bei einem Vortrag in Bamberg einst eingeräumt, dass Jesus keine
Priester eingesetzt habe, womit er zumindest einen Widerspruch zwischen
Jesus und Kirche zugegeben hatte. Zum Ereignis "Weltjugendtag" sagte Mynarek wörtlich: "Warum kommen so viele
Jugendliche zum Weltjugendtag? Sie haben Defizite an Aufklärung und viele
Ehen sind kaputt. Viele haben Sehnsucht nach dem Vater. Da kommt nun einer
und nennt sich Stellvertreter Gottes. Die Leute glauben einfach, sie
brauchen keine Beweise mehr. Obwohl der Ratzinger-Papst 140 Theologen
suspendiert hat und seine Organisation Millionen Morde auf dem Gewissen hat.
Die Leute glauben an einen gütigen Papst. Doch die Begeisterung hat keine
Basis."
Mit auf dem Podium war auch der ehemalige evangelische Pfarrer Dieter
Potzel, der u. a. erklärte: "Den Jugendlichen in Köln wird die Wahrheit über
die römisch-katholische Lehre verschwiegen." Und die Versöhnungsgeste des
Papstes gegenüber den Juden sei scheinheilig, denn sie gelten nach
römisch-katholischer Lehre als ewig verdammt, wenn sie nicht vor ihrem Tod
katholisch würden. Und die evangelische Kirche habe sowohl Christus als auch
ihren Gründervater Luther
verraten, der im Gegensatz zu seinen Nachfolgern noch heftige Kritik an der
katholischen Kirche übte. Sein Beitrag ist hier
stichpunktartig einsehbar. Die Initiative Mahnmal fordert ein Mahnmal für die Millionen
Opfer der Kirche gerade in Köln, der reichsten Diözese der Welt mit einer
der blutigsten Vergangenheiten.
25.8.2005 -
Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU): Papst sei für
viele die
Erfüllung religiöser Sehnsucht - Obwohl die römisch-katholische
Kirche die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel offiziell ewig verdammt
(siehe dazu Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche,
Lehrsatz Nr. 381), lobt diese den von der Kirche so genannten "Vater der Fürsten
und der Könige, Rektor der Welt und Stellvertreter Christi auf Erden" (zit.
nach "Päpstliche Insignien" auf der Web-Seite der Deutschen Bischofskonferenz
http://www.dbk.de/vatican/in_vatican_17.html
*)
mit monumentalen und kritiklosen Worten: "Ich bin nach
diesem Treffen mehr denn je überzeugt: Papst Benedikt XVI. ist genau die
Persönlichkeit, um die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach einem religiösen
Bekenntnis und einem festen Wertefundament zu erfüllen"
(idea-spektrum Nr. 35/2005). Während Frau Merkel sich freute, dass sie
Joseph Ratzinger in Köln die Hand schütteln durfte, wurden die amtierenden evangelischen
Bischöfinnen Margot Käßmann, Maria Jepsen und Bärbel Wartenberg-Potter von der katholischen Kirche zum
Treffen mit dem Papst nicht eingeladen, obwohl die Evangelische Kirche in
Deutschland (EKD) gerne wenigstens eine der Bischöfinnen dem Papst vorgestellt hätte. Doch
die römisch-katholische Kirche hat der EKD vorgeschrieben, wie die evangelische
Delegation zusammengesetzt wird und nur namentliche Einladungen verschickt. Auch
darin zeigt sich, was Experten schon lange beobachten: Die evangelische Kirche
scheint nur noch ein Anhängsel der katholischen zu sein.
Die Beurteilung der
Frau durch "große" Katholiken lesen Sie bei
http://www.jubeljahr2000.de/frauen.html.
*
Diese Ehrentitel für den Inhaber des Stuhles Petri
standen jeweils im Zentrum der Papstkrönung, bis Johannes Paul I. im Jahr 1978
die Krönung abschaffte (eine seiner wenigen Entscheidungen vor seinem
plötzlichen und nicht für alle überraschenden Tod). Dennoch gilt der Inhalt der
Huldigung natürlich für die nachfolgenden Päpste weiter.
21.8. / 17.9.2005 -
Papst im Sinkflug über den Alpen -
Nach dem Segen kam die Flut - Am Donnerstag, den 18.8.2005 setzte der
Papst in Köln mit einem Boot über den Rhein, um daran zu erinnern, wie Jesus aus
einem Boot heraus den Elementen der Erde gebot und einen Sturm lenkte. Drei Tage
später, am Sonntagabend, den 21.8.2005, setzte das Flugzeug mit Benedikt XVI. vor
der Alpenüberquerung zum Sinkflug an. Der Papst, der nach römisch-katholischem
Glauben gemäß dem Liber Ponitficalis zur Papstkrönung von 1596 als "Rektor der Welt"
bzw. "Lenker des Erdkreises" gilt, segnete aus dem
Flugzeug heraus die zahlreichen Menschen, die sich vor seinem Geburtshaus in Marktl am Inn versammelt hatten. Und gläubige Katholiken waren an diesem Abend
überzeugt, dass der Segen der ganzen Region zugute kommt.
Wenige Stunden später begannen in Marktl am Inn und andernorts in der Alpen- und
Voralpenregion jedoch die heftigen Regenfälle, die sich im Laufe des Montag zu einem
verheerenden Unwetter ausweiteten, das wiederum die Hochwasserfluten an Loisach,
Inn, Isar und Donau auslöste. Der Papst betete nun trockenen Fußes aus
Rom für die Opfer. Daraus ergibt sich jedoch auch die Frage: Hat am Ende der Segen des
"Rektors der Welt" den Regen ausgelöst? Oder sind die Segnungen und Gebete des
Papstes ganz oder weitgehend nutz- und wirkungslos? Bzw. haben sie weder in den
Alpen noch in New Orleans etwas genützt? Doch wozu braucht man sie dann noch und
vieles dergleichen und zahlt Kirchensteuern, um die katholischen Zeremonien zu
finanzieren?
9.10.2005 -
Clemens August Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers
- Das unter Johannes Paul II. eingeleitete Seligsprechungsverfahren wurde unter
Benedikt XVI. beendet. Mit Kardinal von Galen wird einer der eindringlichsten
Kriegstreiber des 2. Weltkriegs selig gesprochen. Für den Würdenträger war der
Krieg ein neuer Kreuzzug und die gefallenen deutschen Soldaten würden im
Jenseits in die "ewige Herrlichkeit" einziehen.
Ausführlich siehe dazu
www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm
30.10.2005
-
Römisch-katholischer Professor erklärt: "Die Verheißungen durch den
damaligen Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens"
- "Bin Laden in der Tradition von Papst Urban II."
lautete die Überschrift in zahlreichen Tageszeitungen
(z. B. Main-Echo
29./30.10.2005), welche eine Meldung der
Katholischen Nachrichtenagentur KNA
verbreiteten. Darin heißt es wörtlich: "Nach Meinung des katholischen Augsburger
Theologen Klaus Kienzler ´wurzelt die fundamentalistisch-islamische
Dschihad-Idee in den christlichen Kreuzzügen`. Die arabischen Kriegsherren
hätten zur Zeit Saladins (1138 bis 1193) den ´heiligen Krieg` der römischen
Westkirche übernommen, um muslimische Kämpfer für die Rückeroberung Jerusalems
zu motivieren, sagt Kienzler bei einem Vortrag in der Münchner
Ludwig-Maximilians-Universität. Der Hass zwischen Christen, Juden und Muslimen
sei erst durch die Kreuzzüge entstanden. Der Fundamentaltheologe zitierte einen
Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. (1088 bis 1099) und erklärte dazu: ´Die
Verheißungen des Paradieses für die christlichen Märtyrer durch den damaligen
Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens.`"
Dies wiegt umso schwerer, da sich die römisch-katholische Kirche bis heute nicht
von ihrem "Heiligen Vater" Urban II. distanziert hat, obwohl zeitgleich
zu Urban II. mit
Clemens III. ein zweiter Papst regierte (1080 bis 1100), den z. B. die damalige
deutsche Bischofskonferenz als den rechtmäßigen betrachtete und dessen
"moralische Integrität" auch von seinen Gegnern "anerkannt" wurde
(Wikipedia-Internet-Enzyklopädie zu Clemens III.). Doch der Vatikan
entschied sich für den Mordbrenner Urban II., der die Kreuzzüge ins Leben rief,
als rechtmäßigen "Heiligen Vater".
2006
25.12.2005 / 26.12.2006 / 14.1.2010 -
Naturkatastrophen, "neue Weltordnung" und mögliche Folgen des
"Urbi et Orbi"
- Dass der Weihnachts- und Ostersegen des Papstes "Urbi et Orbi" (= "Der Stadt
und dem Erdkreis") mehr oder weniger nutzlos ist und der damit verbundene "Ablass" von
"Sündenstrafen" eine Scharlatanerie, darin stimmen wohl viele auf Anhieb überein.
Darüber hinaus kann man jedoch auch noch fragen: Wirkt der Segen vielleicht hier
und da wie ein Fluch? Immerhin gilt der Papst den Katholiken in seiner
Eigenschaft als angeblicher "Stellvertreter Gottes" auch als "Lenker
des Erdkreises" (einer der Titel bei der Papstkrönung; zit. nach
Liber Pontificalis von 1596). Und mancher Gläubige denkt dabei daran, wie Jesus laut dem Zeugnis
der Bibel den Naturelementen "geboten" hatte und z. B. einen Sturm stillte. Und
gibt es von seinem so genannten "Stellvertreter" nun Ähnliches zu berichten? Wohl eher nein. Denn Tatsache ist
auf jeden Fall: Unmittelbar nach dem "Urbi et Orbi" 2003 bebte in
den frühen Morgenstunden des 26.12. in der iranischen Stadt Bam die Erde und die
Hälfte der Einwohner kam ums Leben. Dem "Urbi et Orbi" im Jahr 2004 folgte am
Morgen des 26.12. die verheerende Tsunami-Welle im Indischen Ozean, die über
220.000 Menschen das Leben kostete. Und nach dem letzten "Urbi et Orbi" von
Johannes Paul II. zu Ostern 2005 folgte gleich am Ostermontag ein schweres
Seebeben im Indischen Ozean (Stärke 8,7), das mehreren Hundert Küstenbewohnern
den Tod brachte.
Und auch der Segen des neuen Papstes Benedikt XVI. steht bereits in bedenklichen
zeitlichen Zusammenhängen. So begannen am 22.8.2005 in den Alpen die
schweren Regenfälle, die eine Hochwasser-Katastrophe auslösten. Unmittelbar
zuvor, am Abend des 21.8., hatte der Papst - im Flugzeug von Köln nach Rom reisend -
das Gebirge im
Sinkflug segnend überquert. In dieser Zeit schauten in seinem Geburtsort Marktl
Gläubige mit
brennenden Kerzen in den Händen andächtig nach oben in Richtung Flugzeug (Lesen Sie dazu die
Meldung vom 22.8.2005). Wenige Stunden später kam das Wasser ...
Für manchen mag schon die Frage "ungeheuerlich" sein, ob das "Urbi et
Orbi" vielleicht zu den negativen Ereignissen beitragen könnte.
Doch die zeitliche Nähe zu einigen Katastrophen ist nun einmal unbestritten. Und
bei positiven Ereignissen nach einem Kirchengebet oder Segen werden diese kirchlicherseits auch ungeniert auf das Handeln der Kirchenmänner zurückgeführt. Ganze Wallfahrtsorte sind auf diese Weise entstanden. Deshalb ist es berechtigt, bei negativen Ereignissen nach kirchlichen
Gebeten oder Segenshandlungen ebenfalls nach einem möglichen Zusammenhang zu
fragen.
Zur aktuellen Situation 2005, 2006 und 2010: Nach dem ersten "Urbi et Orbi"
von Benedikt XVI. an Weihnachten
2005 blieben die Naturelemente zumindest einigermaßen ruhig, abgesehen von einem
schweren Erdbeben in Pakistan, das sich aber schon einige Stunden vor dem "Urbi
et Orbi" am 25.12.2005 ereignet hatte.
Die schreckliche Erdbeben-Tragödie in Haiti vom 13.1.2010 trifft
schließlich ein Land, in dem die römisch-katholische Kirche Staatsreligion ist
und der größte Teil der Bewohner Katholiken. Einige Jahre lang (1996; 2001-2004)
wurde das Land bis zu dessen Vertreibung sogar vom katholischen Priester Jean-Betrand Aristide regiert. Das päpstliche Urbi et Orbi zweieinhalb Wochen
vor der Jahrhundert-Katastrophe hatte für die Menschen dort also weit größere Bedeutung als in den meisten
anderen Ländern. Doch hat es die größte Tragödie seit über 200 Jahren
mit Hunderttausenden von Toten nicht verhindert und auch nicht, dass die größte
Kathedrale des Landes in Porte-Au-Prince und zahllose andere katholische Kirchen in sich zusammen gefallen ist.
Auch gibt es noch anderweitige Überlegungen zu möglichen Spätfolgen des
Segens. Der Papst sprach im Zusammenhang des weihnachtlichen "Urbi et Orbi" nämlich auch auf vom
"Aufbau einer neuen Weltordnung", "die auf gerechte
ethische und wirtschaftliche Beziehungen gegründet ist", was zunächst sehr
positive Worte sind. Doch der Wortgebrauch
"neue Weltordnung" lässt dabei manchen inne halten. Wenn jemand von
einer "neuen Weltordnung" spricht, dann wird darunter in erster Linie
eine "neue Weltordnung" unter der politischen Führung der USA verstanden. So
heißt es z. B. im Internet-Lexikon
Wikipedia (25.12.2005):
"Geprägt
wurde der Begriff nach dem Ende des
Ersten Weltkriegs
durch den amerikanischen Präsidenten
Woodrow Wilson
... Die Bezeichnung wurde erneut populär in der Verwendung durch den
damaligen Präsidenten der
USA
George H. W. Bush
nach dem Zusammenbruch der
kommunistischen
Diktaturen
in Osteuropa Ende des 20. Jahrhunderts und der damit kurzfristig einhergehenden
Hoffnung auf den Anbruch eines neuen, friedlicheren Zeitalters für die
Menschheit unter amerikanischer Führung. Die
Idee einer Neuen Weltordnung wird am Beginn des 21. Jahrhunderts in den
USA unter dem Gesichtspunkt des Führungsanspruchs als einzig verbliebene
Weltmacht diskutiert; sie wird kritisiert von allen, die mit den entsprechenden
Vorstellungen der amerikanischen Regierungspolitik nicht einverstanden sind
..."
So wäre es kein Wunder, wenn der Aufruf zu einer "neuen Weltordnung" im weihnachtlichen "Urbi et Orbi"
2005 von der
US-Regierung auch als Ermunterung für eine aggressive Politik gegenüber dem Iran im kommenden
Jahr (nach der Fußball-Weltmeisterschaft) aufgefasst würde. Und es ist vielleicht kein Zufall, dass
ausgerechnet drei Tage vor dem Oster-Urbi-et-Orbi 2006 die
evangelische US-Außenministerin Condoleeza Rice, Tochter eines
Predigers, vom
UN-Sicherheitsrat die Legitimation eines Kriegs gegen den Iran fordert und nach
Ostern hinzufügt, diese Legitimation wäre aber gar nicht nötig. In der Zwischenzeit
hatte der protestantische US-Präsident Bush bereits mit dem Abwurf
einer Atombombe über dem Iran gedroht. Tatsächlich begann dann am
12.7.2006, "pünktlich"
drei Tage nach der Fußball-WM, der mit den USA abgesprochene Krieg
Israels gegen die von Iran unterstützte Hisbollah-Armee und den Libanon.
Zu Weihnachten 2006 erfolgt dann unmittelbar nach dem Urbi et Orbi wie
schon 2003 und 2004 eine schwere Katastrophe: In Lagos/Nigeria kommen bei der
Explosion einer Pipeline mindestens ca. 850 Menschen ums Leben. Und in
Indonesien nehmen nach dem Urbi et Orbi die schweren Regenfälle,
Überschwemmungen und Erdrutsche weiter zu, so dass ca. eine halbe Million
Menschen auf der Flucht sind.
Unser Vorschlag: Einmal fünf Jahre lang auf das Urbi et Orbi verzichten
und in dieser Zeit beobachten, ob sich nicht manches bessert. Danach neu
entscheiden, ob der vermeintliche Segen wieder gesprochen wird oder nicht.
Anmerkung: Das "Urbi et Orbi" hat der Vatikan übrigens von den
heidnischen Priestern des Imperium Romanum übernommen. Damals brachte der "Segen" Roms den Völkern viel Leid
und Verzweiflung, z. B. durch die vielen Kriege oder durch die Gewaltherrschaft einzelner
Statthalter. Auch das Ritual, eine "Heilige Pforte" zu öffnen (wie durch
Johannes Paul II. zu Weihnachten 1999), stammt aus dem antiken Rom. Stand dem
Reich ein Krieg bevor, öffneten die Kaiser damals das Janustor ...
PS: Wenn das "Urbi et Orbi" nicht der Segen Gottes ist, gibt es dann
überhaupt einen solchen Segen, der von Gott kommt? Wir glauben und haben
erfahren: Wer sich aufmacht, nach den Geboten Gottes (z. B. den Zehn Geboten) zu
leben und nach der Lehre des Jesus von Nazareth, der wird von Gott gesegnet.
7.4.
/ 20.4.2006 -
Trotz
Urbi et Orbi - das
Sündenfass quillt über
- Jahrelang hangelten sich die gläubigen
Katholiken vom Weihnachts- zum Oster-Urbi-et-Orbi und wieder zum
Weihnachts-Urbi-et-Orbi usw. Mit diesem Segen wird nach katholischer Lehre
allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener
Ablass ihrer Sünden gewährt. Seit 1967 soll das auch über Radio oder Fernsehen
möglich sein und
Gläubige müssen nicht mehr persönlich nach Rom pilgern. Mit dieser Lehre
wird den Menschen die Aufklärung über das Gesetz von Saat und Ernte
vorenthalten, das in vielen Religionen bekannt ist und wonach jeder früher oder
später erntet, was er gesät hat - es sei denn, es wurde rechtzeitig bereut,
bereinigt und wieder gut gemacht; vgl. dazu
Der Theologe Nr. 2. Bereits unter Johannes Paul
II. konnte man zuletzt den Eindruck gewinnen, der Segen wirke eher wie ein
Fluch, da sich in unmittelbarer zeitlicher Nähe mehrfach schwere Katastrophen
ereigneten. Siehe dazu unsere Meldung zum Urbi et Orbi vom
25.12.2005. Beim Segen durch Papst Benedikt XVI. spielte sowohl zu
Weihnachten 2005 als auch jetzt zu Ostern 2006 der Konflikt Iran - USA eine
Rolle. Hier kann man auch einmal zwischen den Zeilen hören und lesen: Wenn der
Papst auf eine "für alle ehrenvolle Schlichtung" ohne konkrete
Hinweise plädiert, dann läuft das vermutlich auf
eine Durchsetzung des Willens der USA hinaus, die mit einigen offiziellen
Zugeständnissen dem Iran gegenüber verbunden sein würden
(siehe auch die Überlegungen des
Papstes zur "Neuen Weltordnung" im Zusammenhang des letzten Urbi et Orbi).
Christlich wäre die Anwendung der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth,
die lautet: "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!"
(Matthäus 7, 12) Oder sinngemäß und als Sprichwort formuliert: "Was du nicht
willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Lehrt der Papst
etwas anderes, dann sollte er sich nicht "christlich" nennen. Die
mit dem Vatikan verbündeten Politiker in den USA und anderswo handeln zumindest
nach einer ganz anderen Regel. Ihr Verhalten könnte man z. B. unter dem Motto
zusammenfassen: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das braucht ihr
selbst nicht zu tun." Oder: "Was du nicht willst, das man dir tu,
das füg zuvor dem andern zu." Die Folgen dieser Ethik, die in vielen
Staaten praktiziert wird, sind weltweit spürbar. Die politischen Ordnungen
geraten aus den Fugen. Das "Sündenfass" quillt über, da man als Täter offenbar immer schneller und
immer spürbarer erntet, was man gesät hat. Dies gilt auch für viele Einzelne
in ihrem persönlichen Leben. Wenn das Maß voll ist, dann läuft es über, und der
Mensch erntet dadurch viel schneller als sonst, was er selbst gesät hat. Einmal mehr hat
der Papst zu Ostern diese Gesetzmäßigkeit geleugnet und so getan, als hätten die
Katholiken durch seinen Segen alles Negative tilgen können, was sie bis dahin
gesät haben, so dass man offenbar wieder fortfahren könne, "tapfer zu sündigen"
(wie es Martin Luther einmal sagte), ohne schwerwiegende negative
Konsequenzen befürchten zu müssen - bis zum nächsten Urbi et Orbi ... Ein besonders schlimmes Beispiel: Der römisch-katholische Priester
aus Mexiko, der seine
schwangere Geliebte nach der Ostermesse erwürgte und in Stücke schnitt;
(siehe
http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html). Die
ermordete Frau schloss
bereits als Kind die Bekanntschaft mit dem Amtsträger, der nach
römisch-katholischer Lehre trotz des Verbrechens weiter anderen Menschen die
Sünden vergeben kann.
11.5.2006 -
"Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten" für die
Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch
verschlingt weitere Millionen
-
...
"Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt
kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.2006).
Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts
wissen. Im Gegenteil. Allein
die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September
sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen
für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in
Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur
Hauptgeschäftszeit am letzten Samstag der Ferien) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme
demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen
Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger
dort bejubeln
kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft in der
Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006) ...
Die komplette Meldung lesen Sie hier.
21.5.2006 -
Papst ruft wieder andere zum
Kampf gegen den Hunger auf. Vom eigenen Milliardenvermögen wird aber kein Cent
heraus gerückt - Der Papst ist der prominenteste
Trittbrettfahrer bei den weltweiten Märschen gegen den Hunger. Und der
dreisteste. Denn man tastet die eigenen Schätze nie an. So wurde schon vor über
50 Jahren der Goldschatz des Vatikan als der zweitgrößte der Welt (nach dem der
USA) bezeichnet (z. B. in der Zeitschrift Oggi, Nr. 42/1952). Und der
Goldpreis ist in den letzten Jahren wieder kräftig angezogen. Auch die
Beteiligungen des Vatikan z. B. an weltweiten Konzernen sind bekannt. Im Vatikan
wird ein Finanzimperium verwaltet. Lesen Sie dazu auch die Broschüre der
"Freien
Christen", Ausgabe Nr. 3, Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld.
31.8.2006 -
Soll das vereinigte Europa katholisch werden? Europäische Regierungschefs
unterzeichneten Verfassung vor zwei Papst-Statuen
- Es
hätte in Europa und auch in Rom zahllose angemessene Räume gegeben, an denen
die Staatsoberhäupter am 29.10.2004 die Verfassung Europas hätten
unterzeichnen können. Als feierlichen Rahmen wählte man schließlich den Sala
degli Orazi e Curiazi im römischen Kapitol. Dazu setzten sich die
Regierungschefs vor die Statue von Papst Innozenz X. und blickten auf die
gegenüber stehende Statue von Papst Urban VIII. Da eine solche Symbolik ja
kein Zufall ist, hier einige Daten aus dem Leben der beiden Päpste, die man
faktisch als "stumme Zeugen" bzw. monumentale Paten des neuen Europa wählte.
PS: Die Verfassung ist wegen des Widerstands bzw. ablehnender
Volksabstimmungen in einigen Ländern noch nicht in Kraft.
Innozenz X. (1644-1655)
Er verweigerte die Unterschrift unter den Westfälischen Frieden von
1648, der den 30jährigen Krieg beendete. Der Einfluss des
Protestantismus wurde darin anerkannt. Der Papst protestierte jedoch
eindringlich gegen den Friedensschluss mit dem Schreiben Zelo Dominus
Deo. 1649 eroberten seine Truppen die Stadt Castro und ließen sie
dem Erdboden gleichmachen. Grund und Boden wurden dem Kirchenstaat
einverleibt und ein Gedenkstein mit der Inschrift aufgestellt Qui fu
castro (Hier stand Castro). Unterhalb seiner Statue nahmen die
Regierungsvertreter Europas am 29.10.2004 Platz.
Papst Innozenz X. - Er wollte den Dreißigjährigen
Krieg fortsetzen und wehrte sich bis zuletzt gegen den Westfälischen
Frieden. Europa sollte katholisch bleiben und nicht unter teilweise
unter protestantische Herrschaft geraten. Vor seiner Säule in Rom nahmen
die Regierungschefs Europas im Jahr 2004 Platz, um die neue europäische
Verfassung zu unterzeichnen.
Urban VIII. (1623-1644)
Er weihte 1626 den Petersdom ein und richtete Castelgandolfo als
Sommerresidenz der Päpste ein. Er schändete viele antike Heiligtümer, so
das von Kaiser Hadrian allen Göttern geweihte Pantheon, ein Symbol für
Religionsvielfalt und Toleranz. So riss er dort die Bronzeverkleidung ab
und verwendete sie nach eigenen Angaben für das Petrusgrab. Nach
Einschätzung von Historikern ließ er jedoch daraus Kanonen herstellen.
Mit Kanonen rüstete er z. B. seine Engelsburg in Rom auf. Unter Urban
VIII. erreichte die Inquisition einen Höhepunkt. Galileo Galilei wurde
verurteilt. Papstfreundliche Historiker stellen es so dar, dass es dem "wissenschaftsfreundlichen"
Papst nicht gelungen sei, der Inquisition "Einhalt zu gebieten". Am 29.7.1644 soll bei seinem Tod in Rom ein
Freudentaumel ausgebrochen sein. Urban VIII. lebte in Prunk und Luxus.
Er bekam ein pompöses Grabmal im Petersdom.
28.8. / 14.9.2006 -
Fünf Katholikinnen wollten
während Papstmesse auf dem Islinger Feld gebären - Personen-Kult um den Mann
auf dem "Stuhl Petri" in vielen Varianten - Am 9.9.2006 wurde Benedikt XVI. in
München "mit militärischen Ehren" empfangen (Jesus lehrte, "Wer das
Schwert nimmt, wird durchs Schwert sterben"): "... Abordnungen
des Heeres, der Marine und der Luftwaffe. Im Gleichschritt geht es übers
Rollfeld, "Links um", die Stiefel knallen auf den
Sekundenbruchteil genau. "Gewehr ab" - die Kolben der
Karabiner klacken genauso präzise auf den Asphalt ..." (Main-Post,
11.9.2006) Von einigen Hunderttausend
Gläubigen lässt er sich seither in München, Altötting, Marktl
bei Braunau am Inn,
Regensburg und Freising als "Heiliger Vater" huldigen
(Jesus lehrte seinen Nachfolgern, sie sollten niemanden auf der Erde als
"Vater" ehren, sondern sich einzig zu dem "Vater im Himmel" bekennen).
Fragen von Journalisten beantwortete Joseph Ratzinger vor einigen Tagen auf
einem thronartig erhöhten goldenen Sessel (Jesus saß mit seinen Jüngern
ganz normal am Tisch). Und seine körperliche Erscheinung ist eingepackt
in Kultgewänder und Mützen, welche die Kirche aus antiken Götzenkulten
übernommen hat (Jesus war gekleidet wie das Volk). Anhänger von
Benedikt XVI. wenden ein, der Papst wäre in Wirklichkeit "bescheiden". Doch
dann würde er sich diesem Kult nicht fügen und das ganze Brimborium mitsamt
der angeblichen Unfehlbarkeit beenden. Die Kosten für die "Papst-Show"
belaufen sich allein für den Staat auf vermutlich mehrere Hundert Millionen Euro, und der
Aufwand (siehe unten) ist gegenüber
der Fußball-Weltmeisterschaft deutlich höher. Da sich während der
Papstmessen auch das medizinische Angebot auf ein Höchstmaß auf die
Veranstaltungen konzentriert, ist nicht auszuschließen, dass andernorts die
medizinische Versorgung der Bevölkerung beeinträchtigt ist, Bürger evtl.
nicht bis zu den Krankenhäusern durchkommen. Ein "Höhepunkt" hätte
fast eine Art
inoffizielle Weihe von neugeborenen Säuglingen an den Gott der Kirche werden
können, was
so ähnlich auch aus antiken Götzenkulten bekannt ist. Fünf hochschwangere
Frauen sollen sich auf dem Islinger Feld bei Regensburg bereit halten. Es
kann sogar vermutet werden, dass der Zeugungstermin von den Gläubigen
bewusst so gelegt wurde, dass eine Geburt während der Papstmesse möglich
sei. Wegen der Totalversorgung der Gläubigen gibt auch Peter Kittel von der
Koordinationsstelle für die Papst-Show zu: "Da ist jede Hausgeburt
gefährlicher." Die Kirche selbst nährt zahlreiche abstruse
Vorstellungen ihrer Gläubigen, indem sie z. B. lehrt,
dass ein ungetauft verstorbener Säugling
nicht den Himmel betreten kann. So braucht sich niemand zu wundern, wenn
Eltern es umgekehrt als eine besondere Gnade erachten, wenn ihr Neugeborenes
dem Papst fast auf den Schoß fallen kann. Doch die neuen Säuglinge legten
dann ihren Ankunftstermin offenbar doch anders. Dafür versuchte ein junger
Mann, auf dem Islinger Feld ganz in die Nähe seines "Heiligen Vaters" zu
kommen. 15 Meter vor dem Altar wurde er von Polizei und Sicherheitskräften
überwältigt und soll nun wegen "Hausfriedensbruchs" angeklagt werden (http://www.merkur-online.de/nachrichten/specials/papst/besuch/art7886,710764.html).
Mehr Glück hatte ein junger Vater, der seinen Säugling mit Namen Antonia
einem Bodyguard überreichte, der ihn wiederum durch die geöffnete
Seitenscheibe des Papamobils kurz an Joseph Ratzinger weiterreichte.
Eventuell entsteht aus dieser Begegnung ein neuer Gegenstand der Verehrung,
denn der Vater sagte danach, er wolle jetzt "die Windel aufbewahren, die
seine Antonia trug" (Main-Post, 14.9.2006). Im Unterschied zu zahllosen
anderen Reliquien wäre die "Windel der Antonia" wenigstens nicht gefälscht.
Zähneknirschend registriert derweil die evangelische Kirche,
dass ihnen die katholische Kirche einmal mehr die öffentliche Show stiehlt
und sich die Politiker vor dem Papst tiefer verbeugen als vor den
evangelischen Amtsträgern. Landesbischof Johannes Friedrich durfte immerhin am 12.9.2006 im
Regensburger Dom ein paar lyrische Worte sagen ("Wer glaubt, ist nie allein,
wer liebt, ist nie allein. Wer hofft, ist nie allein ..."). Mit Joseph
Ratzinger persönlich
sprechen ließ man ihn aber nicht, obwohl man ihm 3-4 Minuten zugesichert hatte. Er gehört zu jenen Amtsträgern, die im
Gegensatz zu Martin Luther verkündeten, ein "kollegiales" Papsttum sei auch für Lutheraner
denkbar (siehe dazu
hier).
Lesen Sie dazu auch
Der Theologe Nr. 25 - Die Kirche ein
totalitärer heidnischer Götzenkult
Zu den Kosten des Papstbesuches lesen Sie
www.freie-christen.com/papst-show.html

Der Papst und sein Vorläufer, der babylonische Fischgott Dagon. Vom antiken Mysterienkult um Dagon hat die römisch-katholische Kirche die Mitra übernommen. In Regensburg sollten dem Papst sogar während der Messe geborene Säuglinge geweiht werden, doch die Babies wollten nicht während der Messe aus dem Mutterleib kommen.

Der Papst wird auf seiner Sänfte getragen (hier
Paul VI.) wie sein Vorbild, der ägyptische Pharao. Beide bezeichnen sich als
"Stellvertreter Gottes" und lassen sich entsprechend huldigen. Aus
praktischen Gründen wurde die Sänfte seit Johannes Paul II. motorisiert. In
München und Regensburg ersetzt das "Papamobil" die früheren Träger.
4.9. / 14.9.2006 -
Sicherheitsalarm für Benedikt XVI. - Aufwand
einzigartig, Kosten astronomisch - Polizei konfiszierte alle Fahrräder in der
Münchner Innenstadt - Auf den Dächer der Städte waren Scharfschützen
postiert. Der gesperrte Luftraum wurde von AWACS-Aufklärungsflugzeugen der
Bundeswehr überwacht, Luftabwehrraketen sind in Stellung gebracht. Der "Fürst
dieser Welt" und die Seinen wurden von den Machthabern "dieser Welt" und den
Objekten ihrer Stärke empfangen: mit militärischen Mitteln. Jeweils 5.000
Polizisten waren in München und Regensburg für die persönliche "Sicherheit" von
Joseph Ratzinger im Einsatz und spezielle Bodyguards des Landeskriminalamtes
Bayern. Allein in München kam es zu einer Viertelmillion Überstunden für die
Polizei, die aus der Staatskasse beglichen werden müssen. Hinzu kamen 7.000 Feuerwehrleute, Bahn-Bedienstete und Mitarbeiter von
verschiedenen Hilfsorganisationen. In Regensburg wurden z. B. alle Fernzüge, die
normalerweise die Stadt passieren müssten (Güter- und Personenverkehr), für einen Tag angehalten.
Der Nahverkehr fand sowieso nicht statt. Auch sperrte man die Autobahn A 3
komplett, und es wurde eine eigene Autobahn-Abfahrt für Joseph Ratzinger gebaut.
Der Freistaat Bayern hatte allerschärfste
Sicherheitsvorkehrungen nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden angeordnet.
Jeder einzelne Meter der Fahrt- und Flugrouten mit Hubschraubern und Autokonvois
stand unter besonderer Überwachung.
Entlang der Routen waren alle Gullies versiegelt, Pflanzentröge, Mülleimer und
Vitrinen abmontiert. Polizei mit Hundestaffeln durchkämmten einzelne Häuser.
Jedes Fahrrad stellte in München in der Stadtmitte ein Sicherheitsrisiko dar und
musste für den Schutz von Joseph Ratzinger von den Haltern entfernt werden, auch
Kinderfahrräder. Oder die Polizei griff bereits durch und entfernte jedes Rad. Während
der Papst am Marienplatz sein Gebet ablas, wurde jedes einzelne Fenster der
umliegenden Häuser von bewaffneten Sicherheitskräften bewacht, Hotel- und
Pensionsgäste werden in ihren Zimmern von der Polizei beobachtet. Der
Einzelhandel vor Ort brach zusammen, die Schulen waren geschlossen, und fast alle
Betriebe mussten dicht machen. In Regensburg wurden im Umfeld des Islinger
Feldes sogar die Hochspannungsmasten abgebaut und die Starkstromleitungen
unterirdisch verlegt, ein gigantisches Unterfangen - doch die gute Sicht der
Katholiken auf ihren Altar war dem Staat dies wert. Allein der Rückbau des Islinger
Feldes in den vorherigen Zustand wird mehrere Jahre dauern. Die
"Papst-Show" kostet den Staat und somit die Steuerzahler über 100 Millionen Euro,
wenn nicht sogar mehrere Hunderte Millionen (siehe z. B. Main-Post, 8.9.2006).
Darüber spricht die Kirche aber nicht gern, und der Generalvikar des Bistums
Regensburg, Michael Fuchs, sagt über die Kosten: "Eigentlich kostet der
Papstbesuch nichts. Denn der Heilige Vater verlangt nichts. Er gibt uns sehr
viel. Er wird uns sehr reich beschenken mit dem, was er sagt. Auch einfach
mit seiner Präsenz" (Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Dabei kamen weit
weniger Pilger als erwartet. Riesige Parkplätze z. B. in Regensburg blieben
gähnend leer und in viele mit hohem Aufwand hergerichtete große Quartiere kam
kein einziger Gast. Und in Altötting sagte ein Rundfunk-Journalist: "Ich glaube,
es sind fast mehr Polizisten als Pilger, etwas überspitzt gesagt."
Die Kirche erwartet dabei
auch von den Atheisten, Protestanten, Muslimen und Agnostikern, dass sie
mitbezahlen, obwohl diese nach katholischer Lehre später überwiegend in
die "ewige Hölle" müssen (siehe "Der Theologe Nr. 18" - Der
Glaube der Kirche) - trotz ihres finanziellen Anteils, den sie für
den Papstbesuch leisten. "Wenn ich einen Gast empfange, interessiert mich nicht, was das
kostet. Das sind doch die primitiven Regeln von Gastfreundschaft", so Prälat
Heinrich Wachter, der den Papst-Auftritt in Regensburg koordiniert
(Wochenblatt, 30.8.2006). Es braucht die Kirche auch nicht zu interessieren,
solange sie als Gastgeber es nicht zahlen muss, sondern die Bürger dazu
gezwungen werden.
Die Kosten gehen ins Astronomische, und diejenigen, die "Opfer" bringen müssen,
wurden vorher nicht gefragt. Ihre Zustimmung wird erwartet. So ist z. B. auch
dem Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (SPD) bewusst, was dieser
Gast und seine Freude über seinen Glauben den Leuten alles abverlangt. So schreibt er: "Gemeinsam
schaffen wir alles ... Dazu gehört auch die Bereitschaft, das eine oder andere
persönliche Opfer zu bringen." (www.regensburg.de)
In München verdarb Benedikt XVI. den Einzelhändlern in der Innenstadt z. B. die
normalerweise sehr guten Einnahmen zum Ferienschluss-Wochenende. Der Verzehr der Pilger wog dies nicht
annähernd auf. Lediglich einzelne profitieren: Wie eine Schneiderei außerhalb
Münchens, die für 100 Priester spezielle Gewänder nur für die Messen mit dem
Papst nähte (PS: Jesus und seinen Jüngern wäre alleine schon dieser Pomp zuwider
gewesen. Sie waren einfach gekleidet wie das Volk).
Niemand hat dabei etwas dagegen, wenn ein 79-jähriger Mann noch einmal seine
frühere Heimat sehen will. Es sei ihm von Herzen gegönnt. Bei einem älteren
Menschen läuft hierbei der Lebensfilm zurück: Die Erfolge aber auch die Fehler
der Vergangenheit kommen verstärkt ins Bewusstsein, damit noch so manches wieder
gut gemacht werden kann, bevor der Mensch ins Jenseits hinüber geht und dort
erntet, was er gesät hat. Doch es ist nicht einzusehen, dass wir alle die Millionenkosten
für diesen Besuch aufbringen müssen, die anderweitig schmerzhaft gekürzt werden, so dass man zugespitzt
formulieren könnte: Wer für den Papst-Besuch Geld ausgibt, bestiehlt den
Mittelstand und die Geringverdienenden! Und: Wollen Sie, dass Ihr hart
verdientes Geld für den Chef eines Milliarden-Imperiums (allein in
Deutschland ca. 250 Milliarden Euro Vermögen)
ausgegeben wird? (siehe dazu
www.freie-christen.com/papst-show.html). Es wäre für den Vatikan ein
leichtes, ein kleines Stück seines Milliarden-Vermögens dafür zu verwenden, dass
Josef Ratzinger München, Regensburg und die anderen Orte besuchen konnte, und der Bundesrepublik
Deutschland die astronomischen Kosten zu ersetzen. Doch daran wird offenbar gar
nicht einmal gedacht.
Ein schwacher Trost für die Deutschen: Auch die zahllosen
Papstbesuche von Johannes Paul II. weltweit mussten jeweils von den Menschen vor
Ort bezahlt werden. Und in Tansania und anderen ärmeren Ländern mussten die
Menschen noch weit höhere Opfer bringen als jetzt in Deutschland, in Tansania z.
B. beim Papstbesuch im Jahr 1990 einen ganzen
Monatslohn für die "Sicherheit" des Papstes abgeben. Ganze Familien haben sich
dort wegen des Papstes verschuldet (siehe z. B. Bild, 4.2.2000). So
berichtete die ehemalige Nonne Maria Lauda.
Um ihr Gesicht nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser
Aufforderung auch nachgekommen.
PS: Die Papstbesuche in München hatten sich zuletzt gehäuft. Als Johannes Paul
II. 1980 kam, war es der erste Besuch eines Papstes nach 198 Jahren. Nach sieben
Jahren (1987) kam er bereits wieder und jetzt nach 19 Jahren Benedikt XVI., der
früher Erzbischof von München und Freising war. Und auch er hat schon gesagt,
dass er bald wieder kommen möchte, weil er Berlin und andere Städte noch
besuchen möchte. Die Finanzminister dürfen also weiter überlegen, wo sie
dann die Kosten beim Bürger wieder einsparen. Der Papst ist "eine Person, die
Kraft ihres Amtes immer in Gefahr ist", sagt Michael Ziegler, Sprecher des
bayerischen Innenministeriums (Welt am Sonntag, 3.9.2006).
Dies ergibt sich auch aus
der Geschichte, da der Papst eine Institution verkörpert, die wie keine andere
"zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet
ist.“ (Der Historiker Karlheinz Deschner, in:
Die beleidigte Kirche, S. 42 f.)
6.9.2006 -
Studentin stirbt nach Exorzismus, und ihr Bischof lügt. Was wusste
Erzbischof Joseph Ratzinger?
- Die Main-Post in Würzburg enthüllt am 6.9.2006 die "tiefe Beziehung" von
Joseph Ratzinger zur Diözese Würzburg und ihrem Bischof Josef Stangl. Stangl
hatte Ratzinger 1977 zum Erzbischof geweiht, und Ratzinger würdigte Stangl nach
seinem Tod 1979 "als großen Seelsorger, der sein Bistum durch das Beispiel
seines Glaubens und seine überzeugende Güte gelenkt hatte" (6.9.2006). Der
spätere Papst hielt im Würzburger Dom das Requiem für seinen Weggefährten. Joseph Stangl
hatte 1975 den Großen Exorzismus an der Studentin
Anneliese Michel genehmigt, in dessen Zusammenhang sie auf nur noch 31 kg abmagerte und
1976 starb. Der Bischof bestritt darauf hin seine Genehmigung, wurde jedoch später der Lüge
überführt. Die "tiefe Beziehung" von Joseph Ratzinger zu Bischof Stangl und zur
Diözese Würzburg wirft dabei die Frage auf, ob auch Joseph Ratzinger in die
Tragödie der gläubigen Studentin und in das Verhalten der Kirche zumindest
eingeweiht war. Lesen Sie eine ausführlichere Darlegung des Sachverhalts in
"Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche: Warum
musste Anneliese Michel sterben? Dies ist auch insofern bedeutsam, als
Benedikt XVI. seit seinem Amtsantritt im Jahr 2005 den Exorzismus wieder intensiviert und neue
Exorzismus-Kurse für Priester in Rom eingerichtet wurden (siehe dazu unsere
Meldung oben).
8.9. / 14.9.2006 -
Keine öffentliche
Meinungsfreiheit in Gegenwart des Papstes - Erleben wir einen
Vorgeschmack auf einen Polizeistaat? - "Die Münchner Polizei will beim
Besuch von Papst Benedikt XVI. ... energisch gegen papstkritische Demonstranten
vorgehen", so Polizeipräsident Schmidbauer (Süddeutsche Zeitung, zit. nach
Würzburger katholisches Sonntagsblatt Nr. 37/2006). Die mit der Kirche
verfilzte Staatsmacht (Ministerpräsident Edmund Stoiber spricht von einer
"Symbiose"; Hessischer Rundfunk, 13.9.2006) hatte schon 1980 brutal zuschlagen lassen, als sich
behutsame und vorsichtige Kritik in der Öffentlichkeit zeigte.
Der Verfasser des "Theologen" war damals
zufällig Augenzeuge des Geschehens in Mainz. In der Presse wurde damals kaum
etwas Kritisches berichtet. Und heute auch nicht.
Zudem: Freies Geleit vom
deutschen Staat gab es für einen Großspender an die römisch-katholische
Kirche aus Liechtenstein, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur
Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe ermittelt. Die
Staatsmacht sicherte ihm zu, ihn nicht zu verhaften, damit er Benedikt XVI. in
Regensburg persönlich treffen und wieder unbehelligt nach Liechtenstein flüchten
kann. Vielleicht denken sich die Kirchenmitglieder in der deutschen Justiz: Den
Staat und seine Bürger zu bestehlen und das Geld der Kirche zu geben - das kann
doch nicht wirklich ein Verbrechen sein. Der Staat kann doch hinterher wieder
die Steuern erhöhen ...
11.9. / 6.10.2006 -
Papstbesuch - Test für
Gleichschaltung von Medien? Pakt der Kirche mit den Journalisten - Die Medien in Deutschland, die von den
Kirchen noch weitgehend dominiert sind, probierten den neuen einstimmigen Gesang.
Anstatt umfassend über das zu berichten, was wirklich passierte, wurde fast
ausschließlich geschrieben
und im Fernsehen gezeigt, was die katholische Kirche sich wünschte. So wurde z.
B. in Regensburg die Veranstaltung Wohin geht die Reise der Kirche?
am 4.9.2006 mit dem ehemaligen katholischen Theologieprofessor Hubertus Mynarek
totgeschwiegen. Als ehemaliger Weggefährte von Joseph Ratzinger berichtete
Mynarek in einem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, wie der
jetzige Papst es als Professor z. B. nirgends lange aushielt und sich mit Kollegen
überwarf. Auch die umfangreichen Veranstaltungen des Komitees Heidenspaß
statt Höllenqual in München und Regensburg mit namhaften Referenten
blieb weitgehend unbeachtet - ein Skandal. Und während der Handzettel
Was kostet Sie der
Papst? den Freien Christen in München und Regensburg von
zustimmenden Passanten fast aus den Händen gerissen wurde, gab es allenfalls im
weiteren Vorfeld des Papstbesuchs einige Medien, welche diese Fakten zur
Kenntnis nahmen. Doch je näher der Papst rückte, je kindlicher wurden die
Gesichtszüge von Journalisten und je mehr gingen sie
in die Knie. Offenbar sollten sich die Ereignisse von Köln, wo im Umfeld des
Weltjugendtages 2005 auch über das alternative Programm berichtet wurde, in
Bayern nicht wiederholen. So hat die römisch-katholische Kirche dieses Mal
das internationale Pressezentrum in München und alle Journalisten in deren
Anwesenheit "gesegnet". Zudem hat Erzbischof Kardinal Wetter während der
Pressekonferenz mit den Medienvertretern gebetet und ihnen ihren Auftrag erklärt:
"Die Menschen sollen durch ihre Vermittlung weltweit erfahren: ´Wer glaubt, ist
nicht allein`." Zur Bekräftigung bedankte sich der Kardinal auch gleich bei der
Presse "für Ihre Bereitschaft, hier Ihren Dienst auszuüben und mitzuhelfen, die
Botschaft des Heiligen Vaters zur Wirkung zu bringen". Kein Journalist hat
widersprochen, und entsprechend war später die Berichterstattung (Benedikt
Backstage, Hessischer Rundfunk, 13.9.2006). Und so mancher Schreiber hätte wohl
noch einiges mehr dafür gegeben, wenn er sich beim Empfang neben Josef Ratzinger und Angela Merkel den
Kalbs-Tafelspitz-Braten und den Fisch aus dem Chiemsee hätte munden lassen
können, der am 10.9.2006 in München serviert wurde.*
Von einem gewissen Höhepunkt der journalistischen Unterwürfigkeit berichtet der evangelisch-lutherische Pfarrer Bernd Töpfer, der
in einer "überregionalen" "Tageszeitung" folgenden Kommentar einer "Redakteurin"
las: "Mein größter Wunsch wäre, dem Heiligen Vater einmal die Hand zu schütteln,
aber das ist utopisch. Inzwischen würde es mir schon reichen, den Saum seines
Gewandes zu berühren, wie die Frau in der Bibel" (zit. nach Bröstler
Anzeigenblatt, 16.9.2006). Kuriosum am Rande: Der evangelische Amtsträger wollte
auf Rückfrage seine genaue Quelle nicht nennen, weil er die Berichterstattung des
"Theologen" über die katholische Kirche nicht unterstützen will.
So konnten die zum Papstbesuch versammelten Medien noch nicht einmal über
evangelische Kritik berichten, weil es sie so gut wie nicht gab. Und auch der
evangelische Pfarrer Bernd Töpfer schrieb - sich fast für seine "Entdeckung"
entschuldigend - weiter: "Ich frage mich, ob Benedikt XVI. überhaupt als
´Heiliger Vater` angesprochen werden will?"
Noch weiter in seinem ökumenischen "Verbundenheit" ging ein einsamer evangelischer
Pfarrer aus dem Landkreis Magdeburg, der nach Altötting gepilgert ist, um
dort "vielleicht den wahren Glauben zu erleben", wie Focus online
am 11.9.2006
berichtete. Er passte ins Bild des Jubel-Berichterstattung, während ein kritischer Leserbeitrag des Verfassers des "Theologen"
folgerichtig ignoriert wurde. Focus online schreibt sogar einen eigenen
Artikel über die Bemühungen des evangelischen Pfarrers aus Ostdeutschland. Auch
er will Benedikt ganz nahe sein, doch man lässt ihn nicht
hinter die Absperrung, wo die einzeln registrierten Katholiken applaudieren dürfen.
Und deshalb versucht er, über die katholische Männerkongregation von Altötting noch einen
Platz zu bekommen, von wo aus er wenigstens die große Leinwand sehen darf. Am
12.9.2006 wollte dann auch der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich
den Papst demütig bitten, die
katholische Hostie auch Evangelischen zu geben, die mit Katholiken verheiratet
sind. 3-4 Minuten hatte man ihm zugesichert. Als Einstimmung auf das Vortragen seiner Bitte hat Johannes Friedrich
schon einmal die Maria-Predigt des Papstes in Altötting gelobt. Doch die
zugesicherten
Minuten wurden Friedrich nicht gewährt, so dass er dem Papst jetzt schreiben
will (ARD-Tagesthemen, 12.9.2006). Am schlimmsten erging es jedoch den fünf
eingeladenen evangelischen Freikirchen. Sie wurden sogar bei der Begrüßung
ausgelassen (idea-spektrum Nr. 38/2006). Während Martin Luther noch
über den "Antichristen" auf dem Stuhl
Petri und die antichristlichen katholischen Kulte (Wallfahrten, Reliquien,
Ablass usw.) Klartext sprach, sind seine Nachfolger heute zum Anhängsel der Katholiken
verkommen. Sie biedern sich immer wieder an und betteln letztlich um die Liebe ihrer römisch-katholischen Mutterkirche. Doch
mit Hoffnung. So sagte kürzlich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick: "Wir
sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was
ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein." (100 Tage Papst
Benedikt XVI., ZDF, 31.7.2005).
Lesen Sie dazu auch:
Der wiederkommende
Christus - der größte Feind der Kirche?
in
Der Theologe Nr. 25
*
Gammelfleisch für die
Pilger?
Vgl. dazu in
Der Theologe Nr. 7
das Thema
Kirche und Tiere: Absturz in die Barbarei;
PS: Am 11.9.2006 in Altötting gab´s Schweinebraten. Welche Tiere an den anderen
Tagen "geopfert" wurden, ist nicht bekannt. Doch die Bewirtung
der Journalisten im Pressezentrum war auch "vom Feinsten".
Währenddessen ist nicht auszuschließen, dass für das einfache katholische
Fußvolk von einem katholischen Betrieb u. a. "Gammelfleisch" serviert wurde. Bei einer Firma, die 7.000 Pilger
auf dem Islinger Feld versorgte, wurden nämlich "Anfang der Woche" 660 kg verdorbenes Fleisch
gefunden. "Wie die Polizei und das Veterinäramt Ansbach am Mittwoch mitteilten,
waren die Spanferkelhälften, Haxen, Wurstwaren, Grillhähnchen und Rollmöpse auf
einem Volksfest in der Oberpfalz übrig geblieben und sollten auf einem Fest in
Baden-Württemberg verkauft werden. Der Leiter des Veterinäramts Ansbach, Hans
Moser, sagte, das Fleisch sei während der Fahrt in Plastikwannen gelagert und
nicht gekühlt worden. Es habe bereits gestunken und sei zum Teil ´verfärbt und
schmierig` gewesen"
(Focus online,
14.9.2006).
Hinweise, ob auch auf dem
Islinger Feld dabei "verdorbenes Fleisch serviert wurde, gebe es bislang aber
nicht, teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit."
PS:
Erster erstarrter Politiker bewegt
sich: GRÜNEN-Chefin Roth traut sich -
Im Laufe des 3. Besuchstages wagte tatsächlich eine Politikerin eine Kritik am Papst
und traf gleich den Nagel auf den Kopf. Hinter den süßen und
verklausulierten Wortes Benedikts in München steckte nämlich eine Kampfansage an
Andersgläubige. Es sei nun nicht akzeptabel, so Claudia Roths Reaktion, wenn "Benedikt die
Kritik an Religion aus der Meinungsfreiheit herausnehmen will."
Jahrhunderte lang ließ Benedikts Kirche Andersdenkende diskriminieren,
verfolgen, foltern und hinrichten. Da diese Verbrechen bisher weder bereut und
gesühnt noch wieder gut gemacht wurden, heißt es wohl für die Kirche auf lange Sicht: "Was der
Mensch sät, das wird er ernten." Jetzt zeigen sich nun erste Anzeichen der Ernte
dieser schlimmen Saat, und der Täter sieht sich in unserer Gesellschaft vermehrt
der Kritik und der Aufklärung ausgesetzt.
Und das ist Benedikt und seiner Kirche natürlich ein Dorn im Auge.
(Siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,436445,00.html)
12.9. / 14.9.2006 -
Monologe eines
liebenswerten Seniors ... und viele werden verschaukelt - Die Regensburger
Mittelbayerische Zeitung schrieb am 12.9.2006, dass die Universität Regensburg lieber einen Dialog des Papstes
mit anderen Theologen gewollt hätte als einen Monolog von Benedikt. Siehe dazu:
http://www.mittelbayerische.de/SID_57d439070a059497e173ad9871766763/nachrichten/kurzzeitung/
meldung.shtml?rubrik=mz&id=74738) Die Kirche wollte jedoch nur einen
Monolog. Darin äußerte sich der Papst negativ über den Islam und bezog mit einem
liebenswerten Lächeln dabei seine angestammte Position im "Kampf der Kulturen".
Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html).
Und auch dem evangelischen Landesbischof Johannes Friedrich wurden
seine drei Minuten gestrichen, in denen er Joseph Ratzinger im Umfeld der Begegnung in
Regensburg eine Bitte vortragen wollte. Doch der Papst "strahlt so viel Liebe
aus", so eine Bewunderin, was braucht es da Gespräche oder unbequeme Rückfragen?
Auch der Glaube sei "kein Druck mehr", nur noch ein "Angebot", so der
begeisterte Kommentar der ARD-Tagesthemen (12.9.2006). Dass ein
freundliches "Nein, danke" zu diesem Angebot nach römisch-katholischer Lehre für
den Betroffenen ewige Höllenqualen bedeutet, wird verschwiegen. Lesen Sie dazu
"Der Theologe Nr. 18" - Der Glaube der Kirche.
Dort ist die reine römisch-katholische Lehre nachzulesen. Möchte die Kirche
einzelne dieser dort aufgeführten teils unfehlbaren Glaubenssätze ändern, dann
braucht Benedikt XVI. nur kraft seines Amtes öffentlich zu sagen, was davon
nicht mehr gelten soll. Doch er sagt solches nicht, und er wird dies auch in Zukunft
nicht tun. Und deshalb gilt alles weiter, und es soll auch so sein. Und kaum
ein Katholik besteht deshalb den Glaubenstest für
das spätere "Heil". Von den Hunderttausenden, die dem Papst jetzt in
Bayern zujubelten, müssten aus diesem Grund die meisten nach ihrem Tod in die
ewige Verdammnis, wenn der römisch-katholische Glaube stimmen würde. Nicht nur
die Moslems hätten also einen Grund zur Klage. Doch wenn der
Papst mit seinem Auto an den vielen Menschen vorbeifährt, dann könnte man
deren Haltung mit den Worten umschreiben: "Willkommen Benedikt XVI. Die ewig
Verdammten grüßen dich." Nur: Man sagt ihnen nicht, was sie angeblich im
Jenseits erwartet. Es ist eben auch eine Show, ein "Event". Und eine Show
braucht gute Stimmung. Doch werden die Zuschauer und Statisten dabei
verschaukelt. Es ist eben auch eine Irreführung.
13.9.2006 -
Benedikt in Bayern: "Größtes deutsches Ereignis der Fernsehgeschichte" und
zeitgleich: ARD verlangt mehr Gebühren - Während vor allem der
Bayerische Rundfunk weiter in dem "größten" und vermutlich teuersten
"Ereignis in der deutschen Fernsehgeschichte" schwelgt, verkünden die
Intendanten der ARD heute zeitgleich neue Gebühren. Spiegel online
schreibt: "Die klammen öffentlich-rechtlichen Sender wollen jetzt Internet-User
abkassieren. Besitzer von webfähigen Computern oder UMTS-Handies sollen ab Januar
2007 GEZ-Gebühren bezahlen. Das sieht ein Beschluss von ARD-Intendanten vor"
(13.9.2006). Die Sender haben also nicht genügend Geld. Doch für die katholische
Kirche "zaubert" man es herbei. Bzw.: Man holt es sich wieder einmal beim
Bürger, der in Zukunft auch für Handies und PCs bezahlen soll. Ausgegeben werden
die Einnahmen beim Bayerischen Rundfunk unter anderem wie folgt:
Allein "das Produktionshandbuch zum Papst in Bayern hat mit 442 Seiten
Telefonbuchformat" (Mittelbayerische Zeitung, 13.9.2006). Derzeit sind "weit
über 300 Kameras im Einsatz. Allein zwischen der Galgenbergbrücke und dem
Priesterseminar waren gestern Abend, als Benedikt XVI. in Regensburg empfangen
wurde, 28 Kameras aufgestellt." "Wir sind zwei Wochen lang durch die Altstadt
gegangen und haben bei den Regensburger Hausbesitzern angefragt, ob wir bei
ihnen die Kabel legen dürfen", so Roland Weese, Produktionsleiter beim
BR.
"Was für eine Wahnsinnsarbeit das alles war, lässt sich nur erahnen", schreibt
die Regensburger Lokalpresse. "Seit 5. September ist Roland Weese hier in
Regensburg pausenlos im Einsatz. Mit einem Acht-Stunden-Tag kommen weder er noch
seine rund 1.000 Mitarbeiter über die Runden. Allein um die verschiedenen
Kamerapositionen - auch die ursprünglich geplanten - zu überprüfen, ist Weese
dem Weg von der Innenstadt bis zum Islinger Feld vier Mal zu Fuß abgegangen."
"Und schließlich stehen noch überall vor den einzelnen Kameras und dem
technischen Gerät des BR dunkel gekleidete (und zumeist recht muskulöse) Männer
von einem angemieteten Sicherheitsdienst herum, die das ganze Equipment
bewachen." Die Kosten für diesen "Wahnsinn" laufen völlig aus dem Ruder. Und in
München, Altötting, Marktl und Freising ist es genauso. Doch es gibt ja den
deutschen Bürger. Er freut sich und darf mehrfach dafür bezahlen. Mehrere
Hunderte Millionen an Steuern und jetzt auch noch die Erhöhung der Fernsehgebühren.
Trotzdem nützt es den meisten später nichts, und sie würden nach
römisch-katholische Lehre nach ihrem Tod ewig verdammt (siehe
Der Theologe Nr. 18).
Eine weitere Meldung zu den Kosten des
Papstbesuches lesen Sie hier.
15.9. / 27.9.2006 -
Papst beleidigt Islam - Sturm der Entrüstung in der
islamischen Welt über Papst Benedikt XVI. - Es ist kaum
vorstellbar, dass Joseph Ratzinger, der seine Reden Wochen im Voraus penibel
plant, nicht wusste, was er tat. Seine Rede in der Universität Regensburg war
dann eine hintergründige Kampfansage an den Islam, nachdem er am 10.9.2006 in
München ebenso hintergründig die Toleranz gegenüber Kritikern ablehnte, welche
die Lehre des Katholizismus aufdecken (Wörtlich warf er ihnen "Zynismus" vor,
"der die Verspottung des Heiligen als Freiheitsrecht ansieht" und er ergänzte,
dies sei nicht
"die Art von
Toleranz und von kultureller Offenheit, auf die die Völker warten und die wir
alle wünschen"). Im nächsten Absatz lesen Sie zunächst, was der
Papst am 12.9.2006 in Regensburg wörtlich sagte (zit. nach der Mittelbayerischen
Zeitung Regensburg, mittelbayerische.de). Die fett markierten Stelle sind
dabei der Anlass für die Entrüstung, wobei sich der Papst das Zitat von Kaiser
Manuel II. durch die Art und Weise der Darlegung unmissverständlich zu eigen
machte:
"Eminenzen, Magnifizenzen, Exzellenzen,
verehrte Damen und Herren! Es ist für mich ein bewegender Augenblick, noch
einmal in der Universität zu sein und noch einmal eine Vorlesung halten zu
dürfen ...
Dass es auch solch radikaler Skepsis gegenüber notwendig und vernünftig bleibt,
mit der Vernunft nach Gott zu fragen und es im Zusammenhang der Überlieferung
des christlichen Glaubens zu tun, war im Ganzen der Universität unbestritten.
All dies ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich kürzlich den von Professor
Theodore Khoury (Münster) herausgegebenen Teil des Dialogs las, den der
gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos wohl 1391 im
Winterlager zu Ankara mit einem gebildeten Perser über Christentum und Islam und
beider Wahrheit führte. Der Kaiser hat wohl während der Belagerung von
Konstantinopel zwischen 1394 und 1402 den Dialog aufgezeichnet; so versteht man
auch, dass seine eigenen Ausführungen sehr viel ausführlicher wiedergegeben sind
als die Antworten des persischen Gelehrten. Der Dialog erstreckt sich über den
ganzen Bereich des von Bibel und Koran umschriebenen Glaubensgefüges und kreist
besonders um das Gottes- und das Menschenbild, aber auch immer wieder
notwendigerweise um das Verhältnis der ´drei Gesetze`: Altes Testament - Neues
Testament - Koran. In dieser Vorlesung möchte ich nur einen - im Aufbau des
Dialogs eher marginalen - Punkt behandeln, der mich im Zusammenhang des Themas
Glaube und Vernunft fasziniert hat und der mir als Ausgangspunkt für meine
Überlegungen zu diesem Thema dient.
|
"Ich halte die Regensburger Rede, so wie sie gehalten
wurde, für prophetisch." |
In der von Professor Khoury herausgegebenen siebten Gesprächsrunde (Dialexis-Kontroverse)
kommt der Kaiser auf das Thema des Djihad (heiliger Krieg) zu sprechen. Der
Kaiser wusste sicher, dass in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glaubenssachen -
es ist eine der frühen Suren aus der Zeit, in der Mohammed selbst noch machtlos
und bedroht war. Aber der Kaiser kannte natürlich auch die im Koran
niedergelegten - später entstandenen - Bestimmungen über den heiligen Krieg.
Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von
´Schriftbesitzern` und ´Ungläubigen` einzulassen, wendet er sich in erstaunlich
schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von
Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ´Zeig mir
doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und
Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er
predigte, durch das Schwert zu verbreiten`. Der Kaiser
begründet dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig
ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ´Gott
hat kein Gefallen am Blut, und nicht vernunftgemäß (´syn logo`) zu handeln, ist
dem Wesen Gottes zuwider. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers.
Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede
und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung … Um eine vernünftige Seele
zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst
eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann …`.
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt
lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der
Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in
griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für
die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an
keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury
zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez,
der darauf hinweist, dass Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, dass Gott auch
nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und dass nichts ihn dazu verpflichte,
uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch
Idolatrie [= Götzendienst] treiben."
Auf diese Weise konstruierte
Benedikt XVI. also auch eine an Geschichtsfälschung grenzende Verbindung von
"Vernunft" und Katholizismus und rückte den Islam in Richtung "Idolatrie" ( =
Götzendienst). Joseph Ratzinger ist wie kein anderer die Verkörperung des
Katholizismus, und er kennt natürlich auch den "unfehlbaren"
römisch-katholischen Lehrsatz: "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt" (zit. nach Josef Neuner, Heinrich Roos, Der
Glaube der Kirche, Regensburg 1971, Nr. 381; siehe dazu
Der Theologe Nr. 18). Moslems müssen also nach römisch-katholischer
Lehre nach ihrem Tod in die Hölle, wenn sie nicht rechtzeitig katholisch werden.
Demgegenüber ist es noch maßvoll, was Benedikt XVI. in Regensburg tatsächlich
sagte. Doch in jeder Zeile ist die unter bescheidenem Auftreten verborgene
Überheblichkeit des "Lenkers des Erdkreises" (Liber Pontificalis,
1596) spürbar, der nicht die geringsten
Zweifel daran hat, auf welcher Seite angeblich das "Heil" zu finden ist und auf
welcher das "Unheil". Natürlich ist es positiv, wenn er darauf
hinweist, dass eine Religion nicht mit Gewalt verbreitet werden darf. Doch hätte
er es vor allem im Hinblick auf seine eigene Kirche sagen können. So erklärt
die römisch-katholische Kirche z. B. die Bibel als "wahres Wort Gottes"
und legitimiert damit auch die biblische Aufforderung zu Krieg und Völkermord als "wahres
Wort Gottes". Siehe dazu einen Auszug aus der kirchlichen Bibel in
Der Theologe Nr. 26. Zudem sind kirchliche Drohungen mit der Hölle, z. B. Kindern gegenüber, auch eine Form der
"Gewalt" sind, nämlich psychischer Gewalt, die auch heute noch
angewandt wird.
Nach den weltweiten Unruhen aufgrund Benedikts Regensburger Rede rudert der
Papst aber etappenweise zurück.
Das Zitat von Kaiser Manuel II. drücke "in keiner Weise" seine "persönliche Haltung dem Islam
gegenüber" aus (Spiegel online, 17.9.2006), so der Papst fünf Tage
später. Doch Benedikt bleibt wortkarg,
vermeidet jetzt bewusst Näheres über seine "Haltung dem Islam gegenüber".
Und schweigt auch über offizielle römisch-katholische Lehrsätze wie "So
verwerfen und verabscheuen Wir die gottlose Lehre von der Gleichwertigkeit aller
Religionen" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, 13. Auflage, Regensburg
1992, Lehrsatz Nr. 369, vgl. Der Theologe Nr. 18).
Währenddessen gießt das evangelische Wochenmagazin idea-spektrum
weiter Öl ins Feuer und fragt in seinem Leitartikel Warum der Rückzug des
Papstes? - Der Leitartikel beginnt mit den Worten: "Als einziges
deutsches Blatt brachte es die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) auf den
Punkt: ´Bestimmte Dingen darf man nicht sagen, weil sie wahr sind. Diese
Erfahrung macht ... der Papst.` Und später: "Wie aber können Christen und
Moslems an einen Gott glauben, wenn alles, was Christen auszeichnet (Kreuzigung,
Auferstehung), von Moslems geleugnet wird?" (Nr. 39/2006) Der
Religionswissenschaftler Hubertus Mynarek hat einmal sinngemäß erklärt, dass in
den Protestanten ein tief sitzender Minderwertigkeitskomplex gegenüber der
katholischen Kirche steckt, den sie mit noch schärferer Bekämpfung
Andersgläubiger und religiöser Minderheiten zu kompensieren sucht als dies bei
Katholiken üblich ist. Und deshalb und wegen vieler anderer Gründe mehr
bezeichnen sich auch die Protestanten zu Unrecht als
"Christen" (siehe dazu den Widerspruch zu Jesus von Nazareth in
Der Theologe Nr. 1).
Was der Papst in seiner Rede dem Islam vorhielt, erscheint dabei vor allem als
eine Projektion von Verbrechen und Glaubensgrundlagen der eigenen Kirche auf
Andersgläubige (der Katholizismus wurde Jahrhunderte lang mit dem Schwert
verbreitet), wobei offenbar nicht oder nur kaum zwischen Islam und gewalttätigem
islamischen Fundamentalismus unterschieden wird. So erwähnt Benedikt z. B.
nicht, dass der
Islam in der Geschichte vielfach toleranter, friedfertiger und gerechter war als
das kirchliche Christentum. Vor allem der protestantische Gründervater Martin
Luther rief zu regelrechten Gewaltexzessen auf
(siehe Der
Theologe Nr. 3), so dass die Verleumdung und Kritisierung Mohammeds
durch die Evangelischen, die Martin Luther bis heute ehren, ebenfalls eine Projektion der eigenen Vergehen auf
Andersgläubige ist.
PS: Unter zahllosen Beispielen aus dem Verhältnis
von kirchlichem Christentum und Islam hier nur zwei Hinweise: Besonders grausam war die
Eroberung von Jerusalem
durch die römisch-katholischen Kreuzfahrer im Jahr 1099 und die Massaker an den
moslemischen Einwohnern; siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html.
Oder die
Verfolgung der Moslems in Spanien. So schreibt
Spiegel online (16.9.2006):
"Zunächst geduldet werden verbliebene Muslime und Juden im 15. und 16.
Jahrhundert zusehends drangsaliert. Zwangstaufe und Ausweisung sind an der
Tagesordnung. Selbst Konvertiten können sich nicht in Sicherheit vor Verfolgung
wiegen. Spanisch-katholischer Fanatismus und die Inquisition der katholischen
Kirche sind der Schrecken aller Minderheiten." Für Benedikt XVI. war die
Inquisition jedoch eine "Fortschritt", da im Unterschied zu sofortigen
Hinrichtungen die Kirche hier erstmals "Untersuchungen" durchführen ließ
(allerdings oftmals unter Folter). Joseph Ratzinger wörtlich: "Aber
man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts
mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, dass Untersuchungen
statt finden mussten" (Monitor,
3.3.2005; siehe auch hier).
In Spanien werden bis heute von den Katholiken zum
Gedenken an die Vertreibung der muslimischen Mauren im Jahr 1492 Mohammed-Puppen
in die Luft gesprengt oder vom Kirchturm geworfen. Erstmals in diesem Jahr
verzichten einige Orte auf die symbolischen Tötungen Mohammeds
(http://www.netzeitung.de/vermischtes/444293.html).
Heuchlerisch ist zudem die Konstruktion einer Verbindung
zwischen Katholizismus und Vernunft, da die römisch-katholischen Dogmen in der
Regel im
Widerspruch zur Vernunft stehen (z. B. Jungfrauengeburt,
Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes, "unbefleckte Empfängnis" von Maria
durch ihre Mutter Anna, Verwandlung einer Oblate in den Körper von Jesus usw.).
Die von Vernunft geprägte griechische und römische Philosophie wurde dagegen von
der Kirche massiv bekämpft, und viele ihrer Vertreter ließ man umbringen. Zudem wehrt sich die
römisch-katholische Kirche mit dem als "unfehlbar" geltenden Lehrsatz Nr. 57 aus
dem Buch Der Glaube der Kirche von
Neuner/Roos gegen eine Anpassung ihres Glaubens an den Fortschritt der
Wissenschaft, und sie droht den auf diese Weise Glaubenden die ewige Hölle
an. Wörtlich heißt der Lehrsatz: "Wer sagt, es sei möglich, dass man den von
der Kirche vorgelegten Glaubenssätzen entsprechend dem Fortschritt der
Wissenschaft gelegentlich einen anderen Sinn beilegen müsse als den, den die
Kirche verstanden hat und versteht, der sei ausgeschlossen." "Ausgeschlossen" bedeutet hier "ewig verdammt". Das islamische Gottesbild
demgegenüber diesem katholischen Gottesbild als "unvernünftig" darzustellen, ist
zumindest unredlich vom Papst. Und eine Kampfansage ist zudem die
unwidersprochene Charakterisierung der islamischen Gottesvorstellung mit den
Worten: "Wenn er [Gott] es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie
[= Götzendienst] treiben." Hier sollte Benedikt XVI. lieber vor der
eigenen Türe kehren (Siehe dazu
"Der
Theologe Nr. 25" - Die Kirche: ein totalitärer Götzenkult). Und anstatt
den Islam zu Unrecht als weniger vernünftig als die Kirche abzuwerten und seine
Anhänger belehren zu wollen, sollte er lieber um Reue bitten für das, was seine
Kirche den Moslems angetan hat.
PS:
Auch die Moslems in Deutschland mussten den
Papstbesuch mitbezahlen. Geht man von Kosten für den Staat in Höhe von ca.
250 Millionen Euro aus und von ca. 3,5 % Moslems in Deutschland, dann entfällt
auf diese Bevölkerungsgruppe ein Anteil von 8,75 Millionen Euro, die sie für
Benedikts Besuch aufbringen mussten.
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Zum Nachdenken für alle Gottsucher: |
20.9.2006 -
Papst verweigert den
Evangelischen die Bezeichnung "Kirche"
- Dass die
katholische und die evangelischen Kirchen nicht "christlich" sind, wurde
vielfach nachgewiesen (z. B. auch in
Der Theologe Nr. 25).
Dass die Katholiken ihrerseits den Protestanten aber sogar die Bezeichnung
"Kirche" absprechen, wird von diesen meist verdrängt. Jetzt hat der
Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Peter
Steinacker, anlässlich des Papstbesuches in Bayern wieder einmal daran
erinnert. Steinacker wörtlich: "Seine [Benedikts] Formulierung ´unsere
Freunde aus den verschiedenen Traditionen der Reformation` scheint freundlich zu
klingen, ist in Wahrheit aber die diplomatische Vermeidung des Begriffs Kirche.
Diesen Status billigt der Papst den Kirchen der Reformation nicht zu"
(idea-spektrum Nr. 38/2006). Zwar wurde in der "Gemeinsamen Erklärung" beider
Großkirchen zur "Rechtfertigungslehre" aus dem Jahr 1999 kryptisch formuliert,
die Evangelischen seien bei den katholischen Verurteilungen aus dem 16.
Jahrhundert nicht mehr gemeint, obwohl sie damals gemeint waren. Doch es blieben
genügend andere Verurteilungen,
so dass nach aktueller römisch-katholischer
Lehre die Protestanten nach ihrem Tod in die ewige Hölle müssen, auch wenn
der evangelisch-lutherische Innenminister Bayerns, Günther Beckstein, eigens für
den Papst die Autobahn bei Regensburg sperren ließ. Es nützt ihm nichts. Zwei
maßgebliche Lehrsätze, die dieses belegen, finden sich z. B. in dem
römisch-katholischen Standard-Lehrwerk Der Glaube der Kirche:
Lehrsatz Nr. 381 und
Lehrsatz Nr.
369.
23.9.2006 -
Katholische Kirche verlangt Unterwerfung aller Menschen unter den Papst für die
Erlangung des Heils - Im Zuge der Beschwichtigung von Moslems übte
sich der Vatikan und katholische Würdenträger zuletzt gelegentlich in
Kuschel-Pädagogik. Doch es ist fraglich, ob das Fass, das Benedikt XVI. in der
Regensburger Universität aufgemacht hat, wieder so leicht zu schließen ist. In
diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis auf den nach römisch-katholischer Lehre
unfehlbaren Lehrsatz wesentlich, der lautet: "Dem römischen Papst sich zu
unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig." So z. B.
der Lehrsatz Nr. 430 aus dem Standardwerk von
Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche. Also müssen
sich auch alle Moslems dem Papst unterwerfen, wenn sie das Heil erlangen
möchten. Immerhin hätte Benedikt XVI. die historische Chance, mit dem Un- und
Wahnsinn seiner Kirche aus vielen Jahrhunderten endlich aufzuräumen und schlicht
zu verkünden: "Ich erkläre diesen Lehrsatz für ungültig" ( ... und gleich ein
paar Dutzend weitere auch). Man muss aber kein Prophet sein, um zu prophezeien,
dass er nicht das Geringste von dem widerrufen wird, was die Kirche bis heute
lehrt. Doch dann sollte man sich auch keine Illusionen machen über den Stuhl
Petri und seine Funktion im Weltgeschehen. Doch das Problem ließe sich auch von
einer anderen Seite her lösen, nämlich durch massive Kirchenaustritte. Wenn
z. B. alle Katholiken austreten, die nach der Lehre ihrer Kirche nach ihrem Tod
ohnehin ewig verdammt seien (siehe
www.theologe.de/glaubenstest.htm; in Deutschland wären das mehrere
Millionen), dann könnte der Papst nicht mehr für sich in Anspruch nehmen, für
das kirchliche Abendland zu sprechen. Er wäre dann nur noch eine Art
"Sektensprecher" für eine römisch-katholische Minderheit, und die moslemische
Welt bräuchte seinen Aussagen nicht mehr so viel Bedeutung beizumessen.
30.12.2006 -
George W. Bush und
Papst Benedikt XVI.: Ökumenische politische Doppelstrategie?
- Nach der Hinrichtung Saddam Husseins lobte der protestantische US-Präsident
George W. Bush die Tat als "wesentlichen Meilenstein" auf dem Weg zu einer
Demokratie im Irak. Der Vatikan missbilligte jedoch die Hinrichtung. Was an
diesem und vielen weiteren Beispielen auf den ersten Blick aussieht wie zwei
unterschiedliche Positionen, könnte auch eine abgestimmte Doppelstrategie sein,
mit der die beiden mächtigsten Führer des kirchlichen Abendlandes gemeinsame
Politik machen. Denn der US-Präsident und der Papst sind intensiver miteinander
verbunden als allgemein bekannt. Dazu einige Hinweise:
Ohne Kardinal Ratzingers Hilfe wäre George W. Bush wahrscheinlich gar nicht Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Mitten im Wahlkampf 2004 schrieb Kardinal Ratzinger im Namen des Vatikan einen Brief an die amerikanischen Bischöfe, in dem er ihnen nahe legte, Politikern, die sich nicht klar gegen die Abtreibung aussprächen, die Kommunion zu verweigern. Doch ging es dabei wirklich nur um den wichtigen Schutz für ungeborene Kinder? Oder war diese drakonische Anordnung nicht vor allem gegen den demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten und Katholiken John Kerry gerichtet, der - im Gegensatz zum Protestanten Bush - eine liberalere Gesetzgebung beim Thema Abtreibung wollte?
Im Zusammenhang der Regensburger Rede von Benedikt XVI. (siehe dazu unsere Meldungen hier) schreibt Sybille Hamann für die Presse in Wien (20.9.2006) von einer möglichen "geopolitischen Neuorientierung" des Papstes: "Und zwar eine Annäherung an die evangelikalen Christen und an die USA." Man müsse auch Päpste "ganz nüchtern ... als Realpolitiker interpretieren", die ab und zu "neue Duftmarken" setzen. Laut Hamann ist die katholische Kirche "weltweit in der Defensive und von Skandalen gebeutelt. Die Evangelikalen jagen ihr in rasantem Tempo Territorien ab, missionieren mit großem Erfolg in Lateinamerika, in Afrika, in Ostasien und Osteuropa. In den USA sind sie, in Gestalt von George W. Bush, de facto an der Macht".
Und der Nahost-Experte Professor Mohssen Massarrat aus Osnabrück meint in einem Interview mit der Wochenzeitung Freitag (22.9.2006), dass der Papst mit seiner Rede in Regensburg im Grunde die Intellektuellen in aller Welt beleidige, indem er glaube, diese würden nicht merken, dass seine Aussagen über die angebliche Friedfertigkeit seiner Religion eine "Lüge" seien. Man müsse daran erinnern, "dass alle Gewaltorgien des 20. Jahrhunderts - nicht zuletzt die beiden Weltkriege - von [angeblich] christlichen Ländern ausgingen". [vgl. dazu den "Theologen Nr. 27" über den von Benedikt XVI. "selig" gesprochenen modernen Kreuzzugsprediger Kardinal von Galen] "Nach meinem Eindruck brauchen die westlichen Demokratien so etwas wie eine zweite Aufklärung in Sachen Frieden." Ratzinger habe "den Alleinvertretungsanspruch des Katholizismus für das Gute und Vernünftige herausstellen" wollen, sollte jedoch "aufpassen, nicht als ein Papst, der Kriege schürt, in die Geschichte einzugehen".
Deutlich wird auch der
israelische Friedensaktivist Uri Avnery, der, ebenfalls in
Freitag (6.10.2006) zu den Papstäußerungen Stellung nimmt. Er
stellt zunächst in Anspielung auf die mittelalterlichen Auseinandersetzungen
zwischen Kaisern und Päpsten, eine "wunderbare Harmonie" zwischen "dem
gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. und dem gegenwärtigen Kaiser George Bush
II." fest. Avnery legt dann Wert auf die Feststellung, dass der Islam in der
Geschichte viel toleranter war als die so genannten Christen. Die aus
Spanien vertriebenen Juden etwa wurden 50 Generationen lang im damaligen
osmanischen Reich geschützt, ehe sie im Völkermord der Nazis untergingen.
Schließlich bringt der israelische Journalist die Papstrede in Zusammenhang
mit dem Versuch Bushs, "die Herrschaft über die Öl-Ressourcen der Welt zu
rechtfertigen. Es wäre nicht das erste Mal im Laufe der Geschichte, dass ein
religiöses Mäntelchen über nackte wirtschaftliche Interessen gebreitet wird
... Die Rede des Papstes passt zu diesen Bemühungen. Wer kann uns die
möglichen unheilvollen Folgen voraussagen?"
2007
10.4.2007 -
Opus Dei -
einflussreicher Motor in der
katholischen Kirche - Tugend durch Abtötung? - Alles, was die
kirchlichen "Sektenbeauftragten" neuen religiösen Bewegungen - meist zu Unrecht
- vorwerfen, praktizieren sie in Wirklichkeit selbst. Beispiel Opus Dei: Dort
wird die "Abtötung" von Begierden und Sinnesreizen gelehrt und praktiziert, was
jedoch nur zu zeitweiligen Verdrängungen führt. Opus-Dei-Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer (1902-1975) wurde am 6.10.2002 von Papst
Johannes Paul II. heilig gesprochen. Es handelt sich also nicht um eine
römisch-katholische Randerscheinung, sondern um eine Bewegung aus dem Zentrum.
Viele halten den einflussreichen Orden sogar für den eigentlichen Motor der
römisch-katholischen Kirche. Worum es dabei unter anderem geht, darüber
berichtete das ZDF in Frontal 21 am 10.4.2002. Der komplette Text
der Sendung ist einsehbar unter:
http://www.zdf.de/ZDF/download/0,5587,5000716,00.pdf
7.5. / 16.5.2007 -
Brasilien: Lutherischer
Beauftragter Wolfgang Behnk hilft dem Papst / Einstiger Völkermord mit
Zwangsbekehrung in Lateinamerika als "glückliche Schuld" verklärt / "Papierkugel-Priester"
Frei Galvao wird
heilig gesprochen - Die lutherischen
Kirchen verkommen nicht nur in Deutschland zunehmend zum Anhängsel der
römisch-katholischen Kirche. In Brasilien wurden die Lutheraner sogar schon
von evangelischen Frei- und so genannten "Pfingstkirchen" (ca. 35.000
Kirchen) überholt bzw. von konservativen evangelischen Gruppen, die man auch
"Evangelikale" nennt. Neben ca. 74 % Katholiken unter den 186 Millionen
Einwohnern (Tendenz massiv rückläufig) gibt es dort mittlerweile 15 %
Anhänger der Evangelikalen und Pfingstkirchen. Die
Anzahl der Evangelisch-Lutherischen liegt offenbar weit darunter und wird in
den meisten Statistiken deshalb gar nicht erwähnt. Wie verhält sich in
dieser Situation die Luther-Kirche? Sie springt dem deutschen Papst Benedikt
XVI. bei, der am 9.5.2007 nach Brasilien reist, um die Katholiken
dort im katholischen Pferch zu halten. So verurteilt der evangelisch-lutherische
Weltanschauungsbeauftragte und Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk aus München die
Pfingstkirchen mit den Worten: "Sie vereinnahmen den Menschen für ein
totalitäres System mit christlichem Anstrich" (Fränkische Nachrichten,
7.5.2007) - eigentlich eine treffende Beschreibung für die
römisch-katholische Kirche und ihre Bischöfe und Priester (vgl. dazu "Der
Theologe Nr. 25" - Die Kirche - ein
totalitärer Götzenkult). Doch Dr. Behnk wendet bei dieser Beurteilung
die Methode der "Projektion" (= der meistens
fälschlichen Übertragung) von kirchlichen Zuständen und Missständen auf
Andersgläubige und kleinere
Gemeinschaften an. Denn auch das evangelisch-lutherische Glaubenssystem und
seine Staatslehre, dem er selbst anhängt, ließen sich treffend als
"totalitäres System mit christlichem Anstrich" beschreiben. Dies ist alles
ausführlich dargelegt in Der Theologe Nr. 1 -
Wer folgt Luther nach, und wer folgt Christus nach? Und als solche
Systeme haben sich die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische
Kirche in der Geschichte auch immer wieder präsentiert, wenn ihnen von der
Politik freier Lauf gelassen wurde.
So kann man auch fragen: Wir wurden
denn die Brasilianer und andere Südamerikaner einst römisch-katholisch?
Sie wurden im 15. Jahrhundert durch Eroberungskriege im Auftrag der Kirche
in Spanien und Portugal dazu gezwungen, und Millionen (!) von Menschen, die
sich nicht bekehren ließen, wurden gefoltert und umgebracht. Man spricht
manchmal vom "größten Völkermord aller Zeiten" (zit. in: Publik-Forum, 31.5.1991):
Bis Mitte des 17. Jahrhunderts wurden 100 Millionen indianische Ureinwohner
von den Katholiken ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden, oder
sie starben an Infektionen als Folge der Verfolgungen (z. B. Südwest-Presse,
2.5.1992).
Der Vorgänger
von Papst Benedikt XVI., Papst Johannes Paul II., hat dazu bei der
Fünfhundertjahrfeier der Evangelisierung Lateinamerikas (1492-1992) im
Jahr 1991 in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik gesagt: Zwar
seien die gewaltsamen Züge dieser Evangelisierung zu verurteilen.
Gleichzeitig habe sie aber zu einer "Ausweitung der Heilsgeschichte" (d. h.
der
Zwangskatholisierung der Bevölkerung) beigetragen, weswegen man im Hinblick
auf die Eroberer von einer "glücklichen Schuld" sprechen könne
(Spiegel special Nr. 3/2005, S. 91). In eine ähnliche Richtung
äußerte sich jetzt Papst Benedikt XVI., der sagte, "Christus" sei der
"Retter" der Indianer gewesen, "den sich die Indianer im Stillen
herbeigewünscht hätten" (AP, 15.5.2007). Diese Äußerung "empört die
Indianer" (Hamburger Abendblatt, 16.5.2007). "Nach Angaben des
katholischen Indianermissionsrats in Brasilia wurden allein in Brasilien
zwischen 1500 und 2001 etwa 1470 indianische Volksgruppen ausgerottet."
Die Rede von der "glücklichen Schuld" ist dann katholisch und mag
auch von den Lutherischen so betrachtet werden. Aber mit Christus hat es nichts zu tun.
Es ist antichristlich. Das spüren auch immer
mehr Brasilianer, die sich derzeit zu Millionen aufmachen, um Gott und Christus
anderswo zu suchen. Und auch wenn sie dann in den Pfingstkirchen genauso
wenig fündig werden, so wissen unzählige Menschen zumindest schon einmal,
wohin sie auf keinen Fall mehr zurück wollen.
Für die verbleibenden Katholiken zur Stärkung setzt der intellektuelle Scharlatan
aus Rom am 11.5.2007 einen neuen "Heiligen" ein.
Der Priester Frei Galvao (1739-1822) schrieb einst einige
Gebetsworte an Maria auf einen Zettel und knüllte diesen dann zu einer
Papierkugel zusammen. Der Gläubige sollte dann
beten und mehrere Papierkugeln (die so genannten "Pílulas") schlucken. Dieser Zauber
(dessen Erfolg wie bei jedem Zauber von der Stärke der Suggestion bzw. des
Placebo-Effekts abhängt) soll vielen geholfen
haben (ausführlicher unter
http://www.caiman.de/05_07/kol_2/index.shtml). Für die
Heiligsprechung durch Benedikt XVI. entscheidend: Zwei Frauen bekamen keine
Kinder. Dann schluckten sie die Papierkugeln (praktisch als eine Art
katholische "Baby-Pille" im Gegensatz zur "Anti-Baby-Pille") und wurden bald
schwanger - von der römisch-katholischen Kirche wurden diese
Schwangerschaften als Wunder von Frei Galvao anerkannt. Jede kleinere
Gemeinschaft würde für solche Praktiken jedoch lächerlich
gemacht
und attackiert, vor allem von Fernsehanstalten wie dem Bayerischen
Rundfunk. Im Hinblick auf die katholische Kirche pflegt man
aber auch bei diesem Thema
die übliche "Hofberichterstattung" (Stationen, 9.5.2007).
So zeigte man im Film z. B. kritiklos, wie die Gläubigen einen Geldschein auf eine
Drehscheibe legen. Die katholische Nonne legt auf der gegenüberliegenden
Seite die Frei-Galvao-Papierkugeln darauf und dreht dann die Scheibe. Dann
nimmt sie das Geld, und der Gläubige bekommt die
zusammengerollten Papierstreifen. "Auch knapp 200 Jahre nach
Galvaos Tod zieht es nahezu täglich tausende Menschen in ein Kloster
außerhalb Sao Paulos, um dort seine dünnen, papierenen ´Pillen`
zu kaufen", berichten Brasilien-Korrespondenten
(Netzeitung, 12.5.2007). Dabei sind es meist arme Menschen, die sich das
Geld für die Kügelchen regelrecht vom Mund absparen, und man kann davon
ausgehen, dass sich der Ansturm auf diesen Kult nach der Heiligsprechung
Frei Galvaos noch einmal vervielfacht.
Bei den
Katholiken Europas kennt man übrigens vergleichbare Kulte; z. B. die Schluckbildchen,
woraus sich auch die im Volksmund so genannten "Fresszettel" entwickelt haben (Dr.
Edmund Müller, Mittel zum Heil, Ausstellungskatalog, Beromünster 2005). Mit Jesus von
Nazareth haben diese voodoo-ähnlichen katholischen Kulte allerdings nichts
zu tun, und nachweislich nehmen die Gläubigen dabei Papier
und eine bestimmte Dosierung Druckerschwärze zu sich, was beides aus
medizinischer Sicht nicht gegessen werden sollte. Und bald werden auch in Brasilien wieder Hunderttausende, denen der
neue "Heilige" Frei Galvao und seine
Papierkugeln nicht helfen, die Kirche verlassen, um Gott
außerhalb der kirchlichen Institution zu
suchen.
10.6.2007 -
Kardinal Lehmann sollte
in Riad/Saudi-Arabien eine katholische Messe lesen dürfen - Was müsste er
selbst dafür tun? - Kardinal Karl Lehmann möchte "in
Saudi-Arabien Gottesdienst halten dürfen, ohne verhaftet zu werden"
(Spiegel online, 9.6.2007). Dieser Wunsch ist begrüßenswert, genauso wie
die allgemeine Forderung nach Religionsfreiheit in islamischen Ländern. Der
Wunsch des Kardinals bedürfte aber sicher auch einiger Vorleistungen seitens
der römisch-katholischen Kirche, um eine politische Chance zu haben. Diese
könnten sein:
1.) Die römisch-katholische Kirche bereut das Leid, das sie durch
die Kreuzzüge in den arabischen Ländern angerichtet hat und bittet um
Vergebung. Die Vergebungsbitte darf nicht unverbindlich an die Adresse
von "Jesus Christus" gerichtet werden wie frühere "Vergebungsbitten",
sondern an die Seelen und Menschen, denen das Leid tatsächlich zugefügt
wurde, also z. B. an die zahllosen Ermordeten bzw. deren Nachkommen. Die
islamischen Religionsführer beraten die Kirche dabei, welche genaue Form von
den Moslems auch als echte Vergebungsbitte (und nicht nur als taktisches
Manöver) empfunden würde und die Kirche kommt diesen Wünschen entgegen. Beide
Seiten treten auch in Gespräche über eine mögliche historische
Wiedergutmachung ein.
2.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass niemals mehr
katholische Soldaten arabische oder andere islamisch geprägte Länder überfallen werden. Und wenn sie es
doch tun, dann würden diese auf der Stelle exkommuniziert.
3.) Die römisch-katholische Kirche erklärt ihren bisher als "unfehlbar"
geltenden Lehrsatz für ungültig, der lautet: "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir" (zit. nach
Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430; siehe dazu
Der Theologe Nr. 18). Auf diese Weise nimmt
die Kirche den Moslems die Angst, sie müssten sich entweder früher oder
später alle der
Kirche unterwerfen oder mit der dauernden Einschüchterung leben, später in der Hölle
ewig grausame Qualen zu erleiden. Und sie
nimmt den islamischen Regierungen die Angst, die Kirche möchte die
muslimische
Bevölkerung in diesem Sinne bewusst indoktrinieren bzw. einzelne gezielt aus
ihrer bisherigen Religion und aus ihrem Familienverbund heraus lösen. Dazu wird kirchlicherseits auch der
ebenfalls als bisher "unfehlbar" geltende Lehrsatz für ungültig erklärt, der
lautet: "[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide`
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt" (zit. nach Neuner/Roos, Der Glaube der Kirche,
Lehrsatz Nr. 381; siehe dazu Der Theologe Nr. 18).
4.) Die römisch-katholische Kirche erklärt, dass sie nicht im
Namen des Jesus von Nazareth spricht, der von allen Moslems als einer der
größten Propheten verehrt wird. Sie macht dazu den Menschen in den
arabischen Ländern klar, dass die Kirche die Person des Jesus in einen "dreieinigen" Gott
mit eingearbeitet hat, in dessen Namen sie spricht und der unter
Kaiser Konstantin im Jahr 325 zum verbindlichen "Gott der Kirche" erklärt
wurde. Wenn die Kirche also in ihren geplanten Messen in Saudi-Arabien von "Jesus" oder von
"Christus" spricht, dann sei nicht der Mensch Jesus gemeint, der
einst über die
staubigen Straßen Palästinas ging, der von einer "Dreieinigkeit" nichts
wusste (vgl. hier) und der von vielen Moslems geschätzt wird. Sondern es sei der
"Gott"
gemeint, dessen Konturen erst im 4. Jahrhundert verbindlich festgelegt
wurden und in den man einige Elemente der Botschaft von Jesus mit
aufgenommen hat. Diese Elemente könnten dann auch zu einer positiven
Verbindung zwischen Katholiken und Moslems beitragen.
Wenn Kardinal Karl Lehmann König Abdullah bin Abd al-Aziz diese
Vorschläge unterbreitet, dürften wesentliche Voraussetzungen dafür
geschaffen sein, dass eines Tages katholische Amtsträger in Riad und auch in
der übrigen islamischen Welt ohne Druck und Zwang ihren Glauben praktizieren
und Messen lesen dürfen. Dann sind auch wichtige Voraussetzungen dafür
geschaffen, die es den islamischen Ländern erleichtern würden, die
Religionsfreiheit einzuführen und einen Religionswechsel von Bürgern zu
tolerieren (Mehr zum Thema Kirche und Islam siehe oben
bzw. unsere Meldung hier).
11.6. / 23.7.2007 -
US-Präsident Bush: Vom
Vatikan nach Albanien - im Dienst der katholischen Interessen auf dem
Balkan? - Einen Tag nach seiner Audienz bei Papst Benedikt XVI.
am 9.6.2007 fuhr US-Präsident George W. Bush in die albanische Hauptstadt Tirana und
sorgte dort am 10.6.2007 für einen Paukenschlag im Hinblick auf die zu Serbien
gehörige Provinz Kosovo, in der zu 88 % Albaner wohnen, zu 7 % Serben
und zu 5 % andere Volksgruppen. "Der
Uno-Sicherheitsrat müsse die Entscheidung für eine Unabhängigkeit des
Gebiets zügig treffen" so Bush (Spiegel online, 10.6.2007). Und: "Sollte
Russland einen Beschluss weiter blockieren, werde der Westen handeln",
was immer das heißen soll. Mit anderen Worten: Wie im Jahr 1999
soll mit Serbien offenbar nur wenig verhandelt werden oder gar nicht
mehr. Sondern die
serbische Regierung soll letztlich in die Knie gezwungen werden. Die USA
möchten das Kosovo acht Jahre nach dem NATO-Angriff auf Jugoslawien zu einem
zweiten albanischen Staat in Europa umwandeln, nachdem es bis jetzt
völkerrechtlich zu Serbien gehört. Zwar ist eine Lösung notwendig, die sich
daran orientiert, dass die Mehrheit der Bevölkerung Albaner sind*, doch die hier angedrohte
Vorgehensweise schafft nur neuen Unfrieden und Hass. Sie hat auch nichts mit
Jesus von Nazareth zu tun, der lehrte, andere so zu behandeln, wie man
selbst behandelt werden möchte (Matthäus 7, 12). So ließ die Ankündigung
des evangelischen Präsidenten Bush wie aus dem Nichts
plötzlich die Kriegswolken wieder aufziehen, denn weder Serbien noch
Russland stimmen seinen Plänen zu.
Zum ganzen Komplex sind zwei Hintergründe von Bedeutung:
1.) Serbien ist stark von der serbisch-orthodoxen Kirche geprägt.
Die orthodoxen Kirchen wurden 1054 von Papst Leo IX. als "Quelle aller
Häresien" mehr oder weniger aus der römisch-katholischen Kirche verstoßen
(der Konflikt zog sich vom 5. bis ins 15. Jahrhundert hin). Doch der Vatikan
würde sich die orthodoxen Kirchen Osteuropas gerne wieder
einverleiben. So schreibt der bekannte Historiker Karlheinz Deschner über
Papst Benedikt XV. (1854-1922): "So betrachtet Benedikt die
[mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen
Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die
orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten (Opus Diaboli, S. 152).
Genau daran knüpft Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 wieder an, indem er
gleich nach seiner Papstwahl im Jahr 2005 die "Ökumene-Bemühungen" mit den
orthodoxen Kirchen verstärkt und entsprechende Maßnahmen einleitet (PS:
Das Ziel von "Ökumene" ist für die katholische Kirche immer die
Einverleibung anderer Kirchen). Sein "Minister" in dieser Angelegenheit, der
deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärt dazu: "Wir wollen den orthodoxen
Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte
auch ihnen die universale Präsenz bringen" (Focus Nr. 33/2005).
Damit lässt der Vatikan bereits die Katze aus dem Sack. Er will den Orthodoxen das
"Petrusamt" "schenken", was praktisch bedeutet: Sie sollen sich wieder
dem Papst in Rom unterwerfen bzw. unterstellen. Das sind die Interessen des
Vatikan. Jede Schwächung der orthodoxen Kirche in Russland, in Serbien oder
anderswo käme dabei diesen Interessen des Vatikan
entgegen, da die selbstbewussten orthodoxen Kirchen sich bislang keineswegs
wieder dem "Stuhl Petri" in Rom unterwerfen wollen.
2.) Wie steht die serbisch-orthodoxe Kirche zum Kosovo? Dazu
hat die Bischofskonferenz der serbisch-orthodoxen-Kirche am 7.2.1999
eine Erklärung abgegeben, in der es
heißt: „Kosovo und Metohija sind das Zentrum des serbischen Staates und der
Kirche ... Was Jerusalem den Juden bedeutet, London den Engländern,
Notre-Dame den Franzosen und Moskau dem russischen Volk, das bedeuten Pec
und Prizren [zwei Städte aus dem Kosovo] dem serbischen Volk“ (zit.
nach Heinz Ohme, Das Kosovo und die Serbisch-Orthodoxe Kirche, Öffentlicher
Vortrag in der Humboldt-Universität zu Berlin vom 14.6.1999). Die
orthodoxe Kirche fordert weiterhin gleiche Rechte für alle Albaner im Kosovo,
lehnt aber - wie nahezu alle Serben - ab, dass der Kosovo ein unabhängiger
zweiter albanischer Staat mit serbischer Minderheit wird.
Vor diesem Hintergrund ist der Auftritt von George W. Bush in
Tirana/Albanien eine deutliche Attacke
gegen Serbien und seinen Bundesgenossen Russland. Dass sich der
US-Präsident zuvor mit
Papst Benedikt XVI. auch über seine Kosovo-Politik verständigt bzw. geeinigt
hat, bzw. vom Papst Hinweise erhalten hat, könnte man vermuten. Zugeben würde dies im Vatikan wahrscheinlich
niemand. Es ist nun die Frage, wie man in Serbien und Russland darauf
reagiert. Den vatikanischen Interessen könnte es jedenfalls sehr entgegen
kommen, wenn die orthodoxen Kirchen so geschwächt werden, dass man der
Bevölkerung auf dem Balkan und in Russland eines Tages das "Petrusamt"
wieder leichter "schenken" kann.
Ein ungutes Omen: Die Ausgangslage vor dem 1. Weltkrieg
war im Jahr 1914 in mancher Hinsicht ähnlich: Serbische Attentäter ermordeten
damals den
katholischen österreichisch-ungarischen Thronfolger bei einer Fahrt durch Sarajevo in
Bosnien. Dies wurde von Österreich als ein Anschlag auf das katholische KuK-Imperium auf dem Balkan
gewertet.
Und darauf hin erklärte das katholische Österreich-Ungarn dem orthodoxen Serbien den Krieg. Russland
unterstützte sogleich Serbien, und Deutschland trat auf Seiten Österreich-Ungarns
in den Krieg ein. Manchem erschien es so, als ob die Deutschen dabei auch
den Wunsch von Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1888 im Ohr hatten und auf diese
Situation bezogen, der lautete: "Deutschland muss einmal das Schwert der
katholischen Kirche werden" (zit.
nach Walter
Löhde, "Das päpstliche Rom und das deutsche Reich"). Das
große Morden des 1. Weltkriegs begann, abgesegnet von den Militärpfarrern
auf allen Seiten. Und am Ende des Krieges, so das Urteil von Historikern, hatte vor allem der Vatikan
"gewonnen", der seine Position im Laufe des Kriegs dann so
variierte, dass er rechtzeitig auf der Seite der späteren Sieger stand (siehe dazu hier).
* So
könnten z. B. die Landesteile, in denen viele Serben wohnen, wie bisher bei
Serbien verbleiben. Und für die Angliederung der anderen Landesteile an
Albanien könnten dem serbischen Staat und seiner Bevölkerung großzügige Entschädigungen angeboten werden.
Bzw.
es müssten im Einzelfall Kompromisse ausgehandelt werden, die immer die
Gleichberechtigung und den Schutz der jeweiligen Minderheit beinhalten
würden.
22.7.2007 - Exorzisten der römisch-katholische Kirche:
Harry Potter-Bücher und -Filme seien "Machwerk des Teufels". Sie
würden "dem
Teufel einen Weg" öffnen / Heutiger Papst im Jahr 2003: Sie "zersetzen"
"Christentum in der Seele" der Kinder - Während der
katholische "Sektenbeauftragte" des Bistums Essen, Gary Albrecht,
lobend auf Parallelen zwischen Harry Potter und dem Christentum hinweist
(z. B. Basler Zeitung, 20.7.2007), sehen das der Papst und die
Exorzismus-Verantwortlichen seiner Kirche
anders. Erst vor kurzem bezeichnete Papst Benedikt XVI. die
Harry-Potter-Bücher als "antichristlich" (Spiegel online, 21.7.2007).
Wörtlich schrieb er z. B. als Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation (früher
"Großinquisitor" genannt) in einem Brief vom 7.3.2003: "Dies sind
subtile Verführungen, die unmerklich und gerade dadurch tief wirken und das
Christentum in der Seele zersetzen, ehe es überhaupt recht wachsen konnte"
(zum Konflikt um dieses Thema siehe http://www.kath.net/detail.php?id=11066). Und jetzt legte der Exorzismus-Experte Padre Pedro Mendoza nach. Zum Abschluss einer
katholischen Exorzismus-Konferenz bezeichnete der mexikanische Haupt-Teufelsaustreiber
die Harry-Potter-Bücher als "schädlich für Kinder" (AP, 21.7.2007).
"Die Buchserie interessiere die Kirche nicht". Doch "die Geschichten von
Zauberei könnten dem Teufel den Weg in die Seelen junger Menschen öffnen".
Pedro Mendoza ist
"Exorzismus-Koordinator" in der Erzdiözese Mexiko-Stadt, wo die
römisch-katholische Kirche den Exorzismus - wie auch sonst überall auf der
Welt - erheblich forciert und ausgeweitet hat (siehe auch
hier). Wörtlich sagte der Exorzismus-Koordinator: "Wenn man alle diese Ideen in den
Kopf von Kindern steckt, dass man ein Zauberer werden kann, das Kind glaubt
das und das öffnet dem Teufel einen Weg, über den er eintreten kann".
Bereits im Jahr 2006 hat sich der Haupt-Exorzist der römisch-katholischen
Kirche in Europa, Pater Gabriele Amorth, gemäß eines Berichts des
australischen Daily Telegraph vom 28.2.2006 ähnlich geäußert:
Die Sache ende demnach beim Teufel. Der Mann des Vatikan, der bereits mehrere
Tausende Exorzismen vollzogen hat, wörtlich: "Es gibt keinen Zweifel,
dass in den Harry Potter Büchern die Unterschrift des Fürsten der Finsternis
klar enthalten ist." Damit wiederholte der Exorzist seine Warnung aus dem
Jahr 2001, dass die Harry-Potter-Bücher und -Filme "Machwerke des Teufels"
seien. Eine der Begründungen des kirchlichen "Teufels"-Experten: "Harry
Potter lügt in dem Roman mehrfach, was aber nicht bestraft wird. So werden
die Kinder der Welt zur Sünde der Lüge verführt"
(zit. nach http://www.kreuz.net/article.2798.html).
Doch
die frühere Stellungnahme des heutigen Papstes und die Warnungen der profilierten katholischen
Haupt-Exorzisten
sind vor
allem ein Ablenkungsmanöver, um die Hintergründe und Abgründe der
eigenen Kirche verborgen zu halten. Wie "dem Teufel" der Weg "in die Seelen
junger Menschen" z. B. tatsächlich geöffnet wurde, lesen Sie hier:
"Der Theologe Nr. 9": Todesfalle Kirche - Warum
musste Anneliese Michel sterben?
6.9.2007 -
Papstbesuch in Österreich - Informationen für die Bevölkerung
- Lesen Sie hier unter
www.papst-besuch.net
8.9. / 9.9.2007 -
Benedikt XVI. in
Österreich: Der symbolische und der reale Niedergang des Papsttums -
Während im Jahr 2005 verheerende Überflutungen in den Alpen erst begannen,
nachdem der Papst - im Flugzeug vom Weltjugendtag aus Köln kommend - im
Sinkflug seinen Geburtsort Marktl und die Region gesegnet hatte (siehe
hier), sind die Überschwemmungen
dieses Mal schon vorher eingetreten. Zwei vorbereitete Pilgerwege
nach Mariazell wurden zum Papstbesuch überflutet und der eigens für den
Papst umgebaute Hubschrauber konnte wegen des Wetters nicht starten. Auf dem
dritten vorbereiteten Pilgerweg starben zudem zwei ältere Pilger an
Kreislaufversagen. Der Papst flüchtete sich angesichts dieser tragischen
Ereignisse in Spekulationen über das
Jenseits und
behauptete, die "Muttergottes" habe die Pilger "direkt zum Herrn hingeführt"
(Spiegel online, 8.9.2007).
Zum Glück für das Kirchenoberhaupt kann dies niemand nachprüfen. Doch
im Diesseits hat jedenfalls nachweisbar die Klimakatastrophe nun auch den Papst
unmittelbar erreicht. Das ist insofern von Bedeutung, da das Oberhaupt der
Kirche sich in den letzten Jahrhunderten auch als "Lenker des Erdkreises"
bzw. "Rektor der Welt" (Liber Pontificalis, 1596) krönen ließ - offensichtlich nur eine "leere Worthülse", denn der Papst ist den Naturgewalten des Erdkreises genauso hilflos ausgeliefert wie
die meisten anderen Menschen auch. Hinzu kommt die kirchliche Verantwortung
für den verheerenden Klimawandel (vgl. hier).
In Wien konnte Benedikt XVI. dann auch seine Rede über die Bedeutung
"Marias" für Österreich nicht beenden (Netzeitung 7.9.2007). Im Dauerregen
setzte er mehrfach an: "Schon vor der Erschaffung der Welt ..."
Stromausfall. Auch auf der Großleinwand wurde alles schwarz. Benedikt
trat schließlich stumm segnend ab (Spiegel
online, 7.9.2007) - ein starkes Symbol dafür, dass der Papst besser
schweigen sollte als weiterhin Unwahrheiten über die Mutter von Jesus zu verbreiten.
Von den erwarteten 30.000 Besuchern kamen zudem nur
ca. 7.000, die Hälfte davon Schüler, die vor die Wahl gestellt wurden: Entweder
zum Schulunterricht oder zum Papst! Die meisten blieben in der Schule.
Und von denen, die zum Papst gingen, erregten viele den Unwillen der wenigen Gläubigen: "Die rauchen,
trinken Bier, keiner hört zu und die Lieder singen sie auch nicht mit"
(Die Gläubige Ingrid Wallner, Main-Post, 8.9.2007).
|
Wer zu einem Menschen "Heiliger Vater" sagt, verhöhnt damit den "Heiligen Vater" "im Himmel", zu dem Jesus betete (Johannes 17, 11), der "allein heilig" ist (Offenbarung 14, 4) und der auch in unseren Herzen wohnen möchte. Jesus hatte die Menschen sogar ausdrücklich gelehrt: "Ihr sollt niemanden auf Erden ´Vater` nennen, denn einer ist Euer Vater, der im Himmel" (Matthäus 23, 9). Die Kirche jedoch nennt ihren Führer sowohl "heilig" (obwohl nur Gott "heilig" ist) als auch "Vater" (obwohl Jesus ausdrücklich lehrte, keinem Menschen diesen Titel zu verleihen). |
Kritiker deuten die Überflutungen während des Papstbesuchs in
Österreich auch als mögliche symbolische Vorboten neuer Überflutungen mit
Skandalen. Und ausgerechnet zum Auftakt des katholischen Pilgerzugs nach Mariazell
verbreiten die Nachrichtenagenturen weltweit, dass die Diözese San Diego
in den USA
akzeptiert hat, 200 Millionen Dollar an Entschädigung für insgesamt 144
Opfer von Sexualverbrechen von römisch-katholischen Priestern zu zahlen.
Damit erhöhen sich die Entschädigungssummen alleine in den USA auf drei
Milliarden Dollar, wohinter sich unermessliches Leid verbirgt. Fünf Diözesen gingen in den USA
auf diese Weise bereits an den eigenen Sünden bankrott, und
zahlreiche Priester sind in Haft bzw. vorbestraft (z. B. Bild.T-Online,
Newsticker, 8.9.2007). Und nachdem die österreichische Kirche bereits
in den 90-er Jahren von Sexualverbrechens-Skandalen geschüttelt wurde, fürchten viele
demnächst auch dort eine neue Aufklärungswelle.
Erst im Mai 2007 wurde enthüllt, dass der Bischofsvikar von Kloster
Heiligenkreuz und Stellvertreter von Christoph Kardinal Schönborn sich an
einem Frater sexuell vergangen hatte, den es daraufhin aus der Bahn warf
(siehe unsere Meldung hier).
Jetzt kam
Benedikt XVI. nach Heiligenkreuz, und wer weiß, was alles hinter den
Kulissen lief.
Und nicht nur in Österreich steht dem Papst das Wasser bis zum Hals. Vgl.
zuletzt den Bericht über die Papstreise
nach Brasilien. Derweil versucht er zwar, die
bestimmende Rolle des Vatikan wenigstens auf die Entwicklung Europas zu
halten - einen Kontinent, den die Kirche seit Jahrhunderten faktisch
beherrscht wie ein Reiter, der das Ross (= den Staat und die Staaten) lenkt
(vgl. dazu Der Theologe Nr. 23) und
der es wie in früheren Jahrhunderten letztlich Richtung Abgrund lenkt. Doch
seinen Niedergang kann das Papsttum damit nicht aufhalten, und es ist die
Entscheidung der Politiker, entweder einem blinden "Lenker" zu folgen oder echte demokratische Werte
zu fördern, die auch den Prinzipien des großen Menschheitslehrers Jesus von
Nazareth entsprechen (vgl. dazu
Der
Theologe Nr. 34).
Siehe dazu auch u. a. unsere Meldungen:
Die Vertreter der Demokratien lagen einträchtig zu Füßen
der Diktatur des Heiligen Stuhls
Wie führt Benedikt XVI. das Werk Benedikts XV. fort?
Soll das vereinigte Europa katholisch werden?
PS: Die Hauptaussage des Papstbesuchs
in Österreich soll nach
ersten Resümees von Journalisten gewesen sein,
den Sonntag mehr zu heiligen.
Durch Kirchgang ist dies jedoch nicht möglich.
Siehe dazu unseren Artikel zum 3. Gebot:
Sich besinnen
auf die große Einheit und zu den "Kirchen
aus Stein".
2008
21.3.2008 -
Karfreitag: Kirche lässt indirekt beten, dass Juden Katholiken werden
- Offiziell wird in der katholischen Kirche für die Juden gebetet, "damit
sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen". Was legen
Papst Benedikt XVI. und der Vatikan nun in diese Worte hinein? Aus ihrer
Sicht würde das praktisch heißen, dass Juden Katholiken werden.
Und das heißt im Klartext, dass das jüdische Volk Jesus, den Christus, so falsch verstehen
und seine Botschaft ins Gegenteil verkehren soll, wie dies die
römisch-katholische Kirche tut.
Denn Kirche einerseits und Jesus Christus andererseits hat nicht viel
miteinander zu tun (siehe z. B.
Der Theologe Nr. 25). Der Zentralrat der Juden in Deutschland wirft dem Papst in diesem
Zusammenhang Respektlosigkeit vor (siehe z. B.
http://www.focus.de/politik/ausland/karfreitagsfuerbitte_aid_266486.html).
Der Hintergrund ist u. a. das römisch-katholische Dogma. Für die Kirche
zählt nämlich zu den "unfehlbaren" Lehrsätzen auch folgender:
"[Die heilige römische Kirche, durch das
Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und
verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide
noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen
Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel
und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der
Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche,
dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr
bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der
Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so
viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so
kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der
Einheit der katholischen Kirche bleibt.` (Fulgentius)"
(Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 381 -
ein grausamer Unsinn; näheres dazu in
Der Theologe Nr. 18 und in
Der Theologe Nr. 19).
PS: Während der NS-Zeit hat es den
Juden in Deutschland übrigens nichts genützt, wenn sie sich zur katholischen oder
evangelischen Kirche bekehrten. Sie wurden von ihrer Kirche überwiegend fallen
gelassen bzw. ausgeschlossen und von den Machthabern, die mit der Kirche kooperierten, vergast.
Besonders niederträchtig war es dabei, wenn die Kirche die von ihr
missionierten Juden sogar an die Nazis (die übrigens ebenfalls überwiegend
katholische oder protestantische Kirchenmitglieder waren) verraten hatte
(mehr dazu in
Der Theologe Nr. 4, z. B.
hier).
23.3. / 24.3.2008 - Provozierende Medien-Inszenierung in der
Osternacht: Papst macht prominenten Muslim durch Taufe zum Kirchenmitglied
- Ausgerechnet in der
weltweit am Fernsehen übertragenen Osternacht aus dem Petersdom im Vatikan
vollzieht der Papst die katholische Taufe an einem der prominentesten
Muslime Italiens, dem Journalisten Magdi Allam von der Zeitung Corriere
della Sera. Damit wird der Ägypter auch Mitglied der
römisch-katholischen Kirche. Er wählte eigens einen Taufnamen, nämlich
"Christian", und "bezeichnet den Islam als eine Religion, die
von Hass und Intoleranz charakterisiert sei. Er sei von einer Ideologie
befreit worden, die Lüge und Gewalt legitimiere, Mord und Selbstmord
hervorrufe sowie für blinde Unterwerfung unter eine Tyrannei stehe"
(idea, 24.3.2008).
Mit seiner Hinwendung zur Kirche habe er angeblich die
"authentische Religion der Wahrheit, des Lebens und der Freiheit" gefunden
(zit. nach idea, 24.3.2008). Möglicherweise wurde er aber über seinen
neuen Glauben nur unzureichend informiert (mehr dazu siehe z. B. in
Der Theologe Nr. 18 oder in
Der Theologe Nr. 25)
bzw. über dessen Geschichte (vgl. z. B. Informationen zur Inquisition
einst und jetzt).
Der Termin der Taufe und die vom Vatikan hergestellte weltweite Öffentlichkeit
sind natürlich gezielt so gewählt, denn Papst Benedikt XVI. zieht seinen Kurs
gegenüber Andersgläubigen freundlich, aber knallhart, provozierend und
öffentlichkeitswirksam durch. Dahinter steckt der nach römisch-katholischer
Lehre "unfehlbare" Lehrsatz: "Dem römischen Papst
sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig.
Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir"
(Neuner-Roos,
Der Glaube der Kirche, Nr. 430, siehe dazu Der
Theologe Nr. 18). Sowie, dass
Andersgläubige, welche die Kirche kennen, sich aber ihr nicht anschließen,
angeblich später dem "ewigen Feuer" "verfallen" (siehe Lehrsatz Nr. 381
oben).
- Zu Papst und Islam siehe auch
hier
- Zu Papst und Judentum siehe oben
- Zu Papst und Protestanten siehe z. B.
hier
9.4.2008 -
Vatikanischer Totenkult - Leiche von Johannes Paul II. soll mit Wachsmaske
in Glassarg - Die im krassen Gegensatz zum urchristlichen
Auferstehungsglauben stehende römisch-katholische Reliquien- und
Leichenverehrung führt dazu, dass sich täglich 15.000 - 20.000 Menschen
durch die Nische in den Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom drängen,
um am Grab von Papst Johannes Paul II. vorbei zu pilgern. Um den Totenkult
zu erleichtern, soll die Leiche des ehemaligen Papstes
deshalb jetzt wohl verlegt und wahrscheinlich in einen Glassarg umgebettet werden. Sein Gesicht soll dabei
von einer Wachsmaske, die seine Gesichtszüge trägt, geschützt werden
(Focus online, 9.4.2008;
http://www.focus.de/panorama/welt/vatikan-johannes-paul-ii-soll-glassarg-bekommen_aid_268970.html).
Während für Christen beim Tod die unsterbliche Seele den sterblichen
Naturkörper verlässt, der darauf hin wieder der Natur, der Erde oder dem
Feuer, übergeben wird, versucht die Kirche, die Körper ihrer ehemaligen
Anführer zu "konservieren". Hierzu hatte ein Kind einmal beim Tod von
Johannes Paul II. die Frage gestellt: "Wird der Papst jetzt ausgestopft?"
Über die genauen Techniken der Konservierung bzw. Einbalsamierung bei
Päpsten weiß der römische Präparator Massimo Signoracci Bescheid.
Zu Hintergründen dieser Praktiken siehe unsere Meldung: Konservierung
für die Auferstehung? sowie die Informationsschrift
Freie Christen Nr. 6 über Kirche und
Tod.
Anmerkung: Obwohl die Kirche
vordergründig lehrt, dass Jesus auferstanden sei, zeigt sie an ihren
Kruzifixen weiterhin seinen furchtbar geschundenen Leib am Kreuz. Dies ist
letztlich ein Todessymbol, während ein Kreuz ohne Corpus demgegenüber als
ein Lebenssymbol angesehen werden kann, da es die Auferstehung
veranschaulicht. Zum Kruzifix als Todessymbol mehr in
Freie Christen Nr.
6 und
Der Theologe Nr. 2.
15.4. / 20.4.2008 -
Papstbesuch in USA: Drohte Präsident George W. Bush Iran
mit Krieg? - Und
bekommt er dafür im Hinterzimmer den päpstlichen Segen? Bush sieht "Gott" in
den Augen des Papstes. Hört er ihn auch aus dessen Mund?
- Kurz vor dem
Papstbesuch im Weißen Haus in den USA drohte George W. Bush dem Iran vermutlich noch einmal den Krieg
an, wenn dieser sich "falsch" entscheide. Oder wie soll man verstehen, wenn
Bush für diesen Fall sagt "America will act" (= "Amerika wird handeln")? In
der Vergangenheit ließen sich die US-Präsidenten ihre Kriege vor allem von
dem protestantischen Prediger Billy Graham "absegnen" (siehe dazu
Der Theologe Nr. 22). Vielleicht hat
George W. Bush vor dem Iran mehr Angst als vor bisherigen Kriegsgegnern, und
er möchte für diese Pläne deshalb zusätzlich den Segen des Papstes.
Offiziell sagte dieser, er zähle auf die Unterstützung der USA "für die
geduldigen Bemühungen der internationalen Diplomatie, Konflikte zu lösen"
(Bild, 16.4.2008). Den Irak-Krieg verschwieg er. Das heißt auch: Keine
öffentliche Kritik an der Politik der US-Regierung. Der Verrat an Jesus, dem Christus, besteht
dabei schon darin, dass auch der Vatikan "für den Notfall" bzw. hinter den
Kulissen einen Krieg befürworte, wenn dieser "gerecht" sei (Die Lehre von
einem möglicherweise "gerechten Krieg" ist bis heute römisch-katholisches
Glaubensgut. Mit Jesus hat sie nichts zu tun).
Hier zunächst ein Auszug aus der
Bush-Rede vom 10.4.2008 lt. Homepage vom Weißen Haus:
"A stable, successful, independent Iraq is in the strategic interests of
Arab nations. And all who want peace in the Middle East should support a
stable, democratic Iraq. And we will urge all nations to increase their
support this year. The regime in Tehran also has a choice to make. It can
live in peace with its neighbor, enjoy strong economic and cultural and
religious ties. Or it can continue to arm and train and fund illegal
militant groups, which are terrorizing the Iraqi people and turning them
against Iran. If Iran makes the right choice, America will encourage a
peaceful relationship between Iran and Iraq. Iran makes the wrong choice,
America will act to protect our interests, and our troops, and our Iraqi
partners" (zit. nach
www.whitehouse.gov).
Demnach würde der Iran
militante schiitische Gruppen im Irak unterstützen, was die "Bevölkerung" im Irak,
also einen Teil der Mehrheit der Sunniten, "against Iran"
(= gegen Iran) aufbringe.
Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Satz von George W. Bush an die
einst in Afghanistan regierenden Taliban: "Die Taliban müssen handeln, und
sie müssen sofort handeln. Sie werden die Terroristen ausliefern, oder sie
werden deren Schicksal teilen" (zit. nach Süddeutsche Zeitung, 21.9.2001).
Da die Taliban sich nicht in diesem Sinne "richtig" entschieden hatten,
folgte der bis heute andauernde Krieg, genannt "Enduring Freedom". Bei
seinem Gedenken auf Ground Zero am 20.4.2008 bedachte der Papst aber
offenbar nur die unmittelbaren Opfer des bis heute nicht genau geklärten
Anschlags. Die unzähligen unschuldigen Opfer der durch die Ereignisse des
11.9.2001 ausgelösten Angriffe der USA blieben anscheinend unerwähnt.
Immerhin bat er Gott, Er möge den Frieden in die "Welt" und in die "Herzen"
bringen. Das würde aber bedeuten, dass derjenige, der sich "Christ" nennt,
also z. B. sein Gesprächspartner George W. Bush, damit anfängt, indem er z.
B. die "Goldene Regel" der Bergpredigt anwendet, die lautet: "Alles, was ihr
wollt, das euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch" (Matthäus, 7, 12).
Bush handelte jedoch immer wieder nach dem Leitsatz: "Wenn die Leute uns nicht das tun,
was wir von ihnen wollen, dann werden wir mit Waffengewalt versuchen,
sie dazu zu zwingen."
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die religiöse Dimension des Afghanistan-
und Irak-Krieges für den Präsidenten der USA.
George W. Bush richtet sich nach den Worten des ehemaligen
palästinensischen Außenministers Nabil Schaath nach einer Stimme aus dem
Jenseits, die er "Gott" nennt. Diese Stimme soll Bush u. a. dazu aufgefordert haben: "George, geh los
und bekämpfe diese Terroristen in Afghanistan!" Und zwei Jahre später sagte ihm
diese Stimme: "George, geh los und beende die Tyrannei im Irak!" (Focus
online, 8.10.2005) Nun antwortete George W. Bush auf die Frage
"Was sehen Sie, wenn Sie in die Augen des Papstes blicken?"
Dort sehe er "Gott" (http://www.kath.net/detail.php?id=19566).
Also das Wesen, das ihn dem palästinensischen Außenminister aufgefordert
habe, die beiden letzten Kriege zu beginnen. Deshalb die weitere Frage: "Wenn
Präsident Bush ´Gott` in den Augen des Papstes sehe, spricht er für ihn dann
auch aus dessen Mund?" Und was sagt dieser, wenn keine Kameras mit dabei sind?
Dass der Vatikan nicht wirklich gegen den Krieg ist, machte auch der
US-amerikanische Militär-Erzbischof Edwin F. O´Brien deutlich, der am Beginn
des Irak-Kriegs davon sprach, dass es völlig angemessen sei,
"dass die
Mitglieder unseres Militärs ... ihre militärischen Pflichten guten Gewissens
ausführen (KNA, 26.3.2003). Und weder hatte damals Papst Johannes
Paul II. widersprochen noch heute Papst Benedikt XVI.
Zum Treffen Ratzinger-Bush: Benedikt XVI. war der erste und
einzige Gast, den George W. Bush gleich persönlich am Flughafen empfing.
Schon vor der Leiche von Benedikts Vorgänger ist der US-Präsident im April 2005 in
die Knie gegangen. Siehe dazu unsere Meldungen vom
3.4.2005 und
10.4.2005. Der Präsident
erweist also dem Vorgesetzten einer Organisation, die wie keine andere in
Verbrechen und Skandale verwickelt war und ist, diese besondere Ehre. (PS:
Bis jetzt wurden z. B. schon
ca. 5.000 Priester der römisch-katholischen Kirche in den USA pädophiler
Verbrechen angeklagt.
Doch die Dunkelziffer der Täter ist wahrscheinlich weit höher.)
Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki Moon,
erwartete von Joseph Ratzinger "spirituelle Unterstützung". Immer mehr Menschen erkennen jedoch,
was sich hinter den glanzvollen frommen Masken der Kirchenführer und ihren volltönenden,
aber hohlen Worten
wirklich verbirgt.
Jüngstes Beispiel für die Hohlheit: Die komplizierten und allgemeinen
Theorien, die der Papst am 18.4.2008 vor der UNO vorlas. Während das
Weltenschiff auf dramatische Weise sinkt, verlor sich der "blinde
Blindenführer" im Papst-Talar in selbstverliebten und für den normalen Bürger
meist unverständlichen
Wortkonstruktionen ohne konkrete Lösungsvorschläge, die erst ihm wohl
gesonnene Journalisten verständlich aufbereiteten. Wenn man dann noch
bedenkt, was der ganze weit gehend ergebnislose Aufwand kostete (mehrere
Millionen Euro)! Kein Wunder, dass der Zustand der Welt bei solchen
"spirituellen Führern" so ist, wie er ist ...
Zu Verbindungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan
siehe auch:
Achse Washington - Vatikan
Der Papst und die "Neue Weltordnung"
Ökumenische politische
Doppel-Strategie
Balkan-Politik
17.4. / 20.4.2008 -
Der Schmutz hinter den festlichen Gewändern - Papst "schämt
sich" für ca. 5.000 pädophile Verbrecher im Priester-Talar in den USA. Aber
keine Vergebungsbitte - 13.000 Kinder wurden
in den USA in den letzten Jahren und bzw. Jahrzehnten Opfer von ca. 5.000 römisch-katholischen Priester
und die Dunkelziffer ist damit noch lange nicht erfasst
(siehe hier). Der Papst
empfinde darüber nun "tiefe Scham" und kündigt Entlassungen von pädophilen
Würdenträgern und Hilfe für die Opfer an. Doch den Satz "Wir bitten alle
Opfer um Vergebung" hat er einmal mehr nicht gesagt.
Zudem weist auch der
Opfer-Verband Snap (Suvivors Network of those Abused by Priests =
"Überlebenden-Netzwerk von denen, die von Priestern missbraucht wurden")
darauf hin, dass z. B. noch immer "hunderte Bischöfe willentlich und
wiederholt" Gemeindemitglieder hintergingen, gegenüber der Polizei schwiegen
und Kinder weiter Risiken aussetzten (Spiegel online, 17.4.2008).
Hier sind jedoch auch die Eltern mit schuld, wenn sie ihr Kind weiter der
Kirche anvertrauen. Denn in dieser Größenordnung sind die bis jetzt
aufgedeckten Sexualverbrechen
an Kindern durch Priester keine Einzelfälle mehr, sondern es gehört
zum "System" der Kirche (PS: Es gibt in den USA derzeit ca. 42.000 katholische
Priester). Eltern, die ihre Kinder unter diesen Umständen in die "Pädophilen-Hochburg"
Kirche und in die Nähe von Priestern lassen, spielen deshalb Russisches Roulette mit
der Seele ihrer Kinder.
Im Baseball-Stadion in Washington prangerte
Benedikt XVI., eskortiert von 14 Kardinälen, 250 Bischöfen und 1.300
Priestern, am 17.4.2008 derweil insgesamt den "Werteverfall" in der Gesellschaft
an.
Pornografie und Gewalt seien heute in vielen Haushalten durch die Medien
zugänglich. Damit lenkt er leider von dem Sachverhalt ab, dass z. B. sexuelle
Ausschreitungen an Kindern in seiner eigenen Kirche überdurchschnittlich häufig
passieren. So wirkte es sehr zwiespältig, als Papst Benedikt bei seiner
Abschlussmesse im Yankee-Stadion in New York die Katholiken aufrief, ihre
"moralischen Überzeugungen" "in die Gesellschaft hineinzutragen"
(ARD-Tagesschau, 20.4.2008).
Betty Ianny, heute 50 Jahre alt und früher eines der Missbrauchsopfer,
kritisiert in diesem Zusammenhang den Papst: "Er spricht davon, Scham zu empfinden,
doch das ist himmelschreiend weit entfernt von der Scham, mit der Opfer ihr
ganzes Leben leben müssen" (Spiegel online, 17.4.2008).
Die Kirche hatte zwischen 1980-2002 ca. eine Milliarde Dollar an sexuell
missbrauchte Kinder und Jugendliche und ihre Angehörige bezahlt, wenn diese
schweigen. Und seit dem Jahr 2002 folgten immerhin weitere zwei Milliarden Dollar an
Entschädigungszahlungen. Doch für viele Opfer kommen diese Gelder zu
spät, wie folgendes Ereignis zeigt: Eine kleine Gruppe von Demonstranten hielt in Washington ein Plakat mit Fotos von 60
Kindern aus ihrer Umgebung hoch. Ca. ein Viertel der Fotos hatten einen
schwarzen Rand. Die jungen Menschen hatten Selbstmord begangen. Ihnen
droht nach römisch-katholischer Lehre zudem angeblich eine "ewige Hölle"
(siehe Der Theologe Nr. 18). Die pädophilen
Priester kämen später jedoch in den Himmel, wenn sie korrekt
römisch-katholisch glauben. In der Kirche werden die Menschen also nicht nur
körperlich, sondern auf diese Weise auch seelisch auf das Schändlichste
traktiert (siehe dazu auch "Der Theologe Nr.
19", Es gibt keine ewige Verdammnis).
Und zu den Verbrechen in der
Kirche siehe auch "Der Theologe Nr. 24", Die
Kirche und die Hölle auf Erden.
14.6.2008 -
Wird US-Präsident George W. Bush
römisch-katholisch? - Es wäre in gewisser Weise folgerichtig.
Nach dem Übertritt des Irak-Kriegsherren und ehemaligen britischen
Premierministers Tony Blair von der Anglikanischen in die
Römisch-Katholische Kirche könnte in absehbarer Zeit auch der Übertritt von
George W. Bush von den evangelischen Methodisten zur katholischen Kirche erfolgen. Das zumindest erwägt der evangelische
Nachrichtendienst idea. Siehe dazu
http://www.idea.de/index.php?id=181&tx_ttnews[tt_news]=65647&cHash=8c2379308e
-
siehe dazu auch unsere Meldung über den
Papstbesuch in den USA im Mai 2008 und über weitere Hintergründe zu den
Beziehungen Vatikan-USA.
8.12.2008 -
Die Angst
geht um im Vatikan - Verstärkte Bewaffnung - "Seit Monaten mehr
sich die Drohungen gegen den Vatikan", so Bild am 6.12.2008.
"Der Papst musste handeln. Die Gendarmerie erhielt eine moderne, neue Uniform
und dazu Waffen. Jetzt müssen die Gendarmen des Papstes wieder
Schießtraining absolvieren." Und der Journalist, der im Vatikan akkreditiert
ist, schreibt: "Keiner spricht gern darüber, aber nach dem Bombenanschlag in
Bombay ist es noch deutlicher zu spüren: Die Angst geht um im Vatikan."
Zum Hintergrund: Neben den Gendarmen gibt es im Vatikan die bekannte
Schweizergarde. Und über sie heißt es in dem Artikel wörtlich: "Die
Schweizergardisten trainieren regelmäßig mit der Schweizer Armee und sind
mit Pistolen vom Schweizer Hersteller SIG Sauer und mit Sturmgewehren
ausgerüstet."
Was ist ein Sturmgewehr? "Nach taktischen Gesichtspunkten ist das
´Sturmgewehr` eine Handfeuerwaffe, welche die Einsatzbereiche des Gewehrs,
gegebenenfalls sogar eines Scharfschützengewehrs, und einer Maschinenpistole
gleichermaßen abdecken soll," so das Internet-Lexikon Wikipedia
(Stand: 8.12.2008). Die Eigenschaften: "Zielgenaues,
durchschlagskräftiges Einzelfeuer im Fernkampf" und "Hohe Feuerdichte im
Nahkampf".
Doch was im Vatikan üblich ist und jetzt ausgerechnet in der so
genannten "friedlichen" Vorweihnachtszeit noch einmal verschärft wird, ist
bei den Reichen dieser Welt das "Normale": Leibwächter, Scharfschützen,
strengste Sicherheitsmaßnahmen. Doch der Vatikan nennt sich "christlich",
und so müsste er sich schon die Frage gefallen lassen: Würde Jesus, der
Christus, der den Kreuzweg gegangen ist, seine Jünger mit Sturmgewehren
trainieren lassen? Oder Scharfschützen in Position bringen lassen? Hat Jesus
der Christus, einst die Schwerter oder Speere der Soldaten gesegnet?
Und: Woher kommt die Angst im Vatikan? Könnte es nicht sein,
dass man Angst hat, dass einen das eigene unbereinigte Schicksal einholt?
Jahrhunderte lang hat man Kriege geführt oder zu Kriegen aufgerufen und die Waffen gesegnet, und
die Täter von einst gelten heute oft als Heilige oder Selige. Das ist der
Gegensatz zu dem Mann Mann aus Nazareth, der lehrte: "Wer das Schwert nimmt,
der wird durch das Schwert umkommen."
Der Historiker Karlheinz Deschner sagte dazu in einem Interview:
"Nein, Kriege, Kriege in eigener Regie, führt
der Papst inzwischen keine mehr, nicht mehr gegen Heiden und nicht mehr
gegen Christen, weil man ihm alles, womit er Jahrhunderte lang Kriege
geführt, weggenommen hat - Truppen, Generäle, Schlachtschiffe, Kanonen,
Festungen, Waffenfabriken. Doch gibt es Möglichkeiten, die Menschen auf
andere Weise, gleichsam friedlicher zu bekämpfen. Ideologisch, durch
dogmatischen Wahnsinn, der sich ja nie mit dem bloßen Glauben begnügt, der
"missionieren", ausgreifen will; durch Unterstützung einer desaströsen
Gesellschaftsmoral, die die Armen zugunsten der Reichen betrügt; durch eine
desaströse Sexualmoral, die im Mutterschoß schützt, was sie preisgibt im
Krieg ... Im Übrigen ist das Papsttum, seine ganze Geschichte beweist es,
intolerant durch und durch, ist tolerant nur, wenn es die Opportunität
erheischt, wenn es zweckdienlich ist, wenn es einfach nicht mehr anders
geht, aber nur dann!" (Main-Post, 1.10.2008)
So nützt es auch nichts, wenn man
heute zur angeblich besseren Sicherheit das Schwert oder die Lanze durch
Pistolen und Sturmgewehre ersetzt. Die Angst wird bleiben, solange man z. B.
weltweit so genannte Militärseelsorge betreibt, um die Soldaten in ihren
Kriegen zu stärken. Irgendwann schlägt der Kriegsgegner zurück und trifft
dann vielleicht auch diejenigen, die bis heute den Soldaten mit ihren Segnungen immer
wieder ein gutes Gewissen verschaffen.
23.12.2007 / 26.11.2008 -
Die etwas andere
Meldung zum Weihnachtsfest 2008: Verhöhnung von
Christus - 10.000 sterbende Kinder pochen jeden Tag an die schweren Tore des
Vatikan - Maria und Josef (der leibliche Vater von Jesus) reisten
einst unter schwierigsten Umständen nach Bethlehem zur angeordneten
Eintragung in die Steuerlisten. Maria war in großer Sorge um ihr Kind, denn
sie stand kurz vor der Entbindung. In Bethlehem angekommen, fand die Familie
schließlich keine Unterkunft, wo Maria
ihr Kind hätte zur Welt bringen können. Auch hatten sie kaum etwas zu essen.
Liebe Mütter, die sie das jetzt lesen: Erinnern Sie sich, als Sie ihr erstes
Kind zur Welt brachten, um vielleicht zu ahnen, wie es wohl Maria ergangen
ist!
Doch
eine Frau erbarmte sich und gab ihnen wenigstens ein Dach über den Kopf, den
Stall, wo die Körper der Tiere den Menschen ein klein wenig Wärme in der
eisigen Kälte spendeten. Die Kirche hat aus diesem dramatischen Ereignis
jedoch ein brutales
Götzen-Kitsch-Fest gemacht: mit Wachsfigürlein in der Krippe (anstatt auf
den späteren erwachsenen Jesus zu hören), mit heidnischen Kulten (z. B.
abgeschlagenen Bäumen) und mit Abermillionen brutal hingemetzelter Tiere für
den Gaumenschmaus und zum Verdauen, obwohl die Mägen der Genießer vielfach
schon überfettet sind. Es ist das alljährliche Massaker an "Ochs und Eselein" zum
Genuss für die
menschlichen Leiber. Auch heute sind Maria und Josef wieder auf
Herbergssuche. Und jeden Tag mit ihnen Tausende verhungernde und erfrierende
Menschen. Und so pochen jeden Tag auch 10.000 verhungernde Kinder an die
schweren Tore des Vatikan. Doch die Goldschätze der Priester sind für sie
unerreichbar (siehe hier). Die Priester rufen immer nur ihre Gläubigen zum Spenden auf.
Sie selbst tasten das Milliardenvermögen ihrer Institution mit ihren
goldverbrämten Kirchenschätzen nicht an. Sie schwenken ihr Weihrauchfass
über ihren kulinarischen Festen und verkünden dabei haarsträubende Dogmen und
Lehren, die sie aus dem antiken Heidentum übernommen hat
- wie z. B. eine angebliche Jungfrauengeburt Marias. Was soll denn so
schlimm daran gewesen sein, wenn sich Maria und Josef ein Kind wünschten und
dies in gegenseitiger Liebe zeugten? Schlimm ist das nur für die
Geheimniskrämer im Vatikan, die den natürlichen Zeugungsakt verteufeln (er
soll angeblich eine Erbsünde übertragen, die ohne kirchliche "Vergebung"
wiederum in
die ewige Verdammnis führen soll), während Tausende von Pädophilen in ihren
Reihen sich im Geheimen an Kindern sexuell vergehen anstatt Verantwortung
für Kinder als Familienväter zu übernehmen wie einst Josef dies tat.
Vielleicht könnte man zum Thema "Liebe" noch sagen: Gott liebt natürlich
auch die Priester. Aber Er liebt sie nicht als Priester. Er hat nie Priester
gewollt und ihre Kulte sind Ihm ein Gräuel. Und wenn diese nicht umkehren, werden sie spätestens als Seelen im
Jenseits erleiden, was sie anderen angetan haben, weil die angebliche kirchliche
Absolution von Sünden bzw. die angebliche Minderung von Sündenstrafen durch
priesterliche Vollmacht ein weiterer Unsinn ist,
den die Kirche ebenfalls aus Götzenkulten hergeleitet hat. Denn kein
Priester kann so etwas. Weder ein römisch-katholischer noch ein anderer. Die Menschen können sich immer nur gegenseitig
vergeben, und überall, wo dies geschieht, kommt ein
Segen über die Menschen. Dazu braucht es jedoch keine Priester und
Pfarrer. Denn Priester können als Priester selbstverständlich auch nicht segnen. Sie
geben das nur vor, und die Abergläubigen glauben es.
Hier eine kleine Geschichte für ein Weihnachtsfest ohne Kirche:
http://www.theologe.de/weihnachtsgeschichte.htm
Und hier eine Erzählung über die Geburt von Jesus ohne die kirchlichen
Verfälschungen:
http://www.theologe.de/jesus_geburt.htm
2009
2.2.2009 -
Bischofseinsetzung:
Vatikan ignoriert einmal mehr alle Vorschläge der Betroffenen -
Im
Jahr 1953 schrieb der Dichter Bertolt Brecht nach dem gescheiterten
Aufstand in der DDR am 17. Juni: "Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung
löste das Volk auf und wählte ein anderes?" (Gedicht: Die Lösung)
Diesen Rat könnte sich vielleicht bald auch einmal der Vatikan zu Herzen nehmen.
Denn die Katholiken wünschen sich meist andere "Hirten" als die, welche man
ihnen schließlich vorsetzt, so dass man mehr und mehr den Eindruck gewinnt: Das
Kirchenvolk passt schon lange nicht mehr zu den Vorstellungen der oberen
Hierarchie. Und so zeigte sich jetzt in Österreich einmal mehr, wie das letzte
"totalitäre" System Europas mit seinen Gläubigen umgeht: Kein Vorschlag aus den
Reihen der Diözese Linz in Österreich für die Besetzung des Amtes
des Weihbischofs war dem Papst gut genug, und er setzte von oben ohne jede
Rücksprache einfach einen ganz anderen ein: Gerhard Maria Wagner gilt als
erzkonservativ und als harter Kritiker der Harry-Potter-Bücher und -Filme
(siehe dazu unsere Meldung hier).
Doch die Katholiken sind selbst schuld an ihrer
Entmündigung. Solange sie sich von unchristlichen Verdammnisdrohungen einschüchtern lassen,
ihren Führern absolutistische Macht zugestehen, und sie in einem fast beispiellosen Personenkult
auch noch huldigen, kriegen sie die Leute vorgesetzt, die sie noch mehr
einschüchtern. Dieses Mal zog sich allerdings zwei Wochen nach seiner
Ernennung der "Günstling" des Papstes wieder zurück und verzichtete auf sein Amt.
Nach dem häufig auf "sehr unbarmherzige und lieblose Weise" erfolgten
Widerstand, so der vom Papst gewollte Gerhard Wagner (orf, 15.2.2009),
habe er den Auftrag an den Papst "zurück gegeben". Wären die Untergebenen
folglich barmherziger und liebevoller gewesen, hätten sie einmal mehr wieder
nichts bewirkt. Nun darf der Papst erneut alleine entscheiden und sich einen
anderen suchen.
Mit Jesus von Nazareth hat das alles sowieso nichts zu tun. Er setzte
weder Priester noch Bischöfe ein noch wollte er, dass Anführer im Glauben andere
bevormunden. Auch kostümierte er seine Jünger nicht mit
Kleidern, die wie Frauenkleider aussehen und auch nicht mit speziellen Mützen,
Hüten, Stäben, Schals, Ketten, Wappen und mit weiterem Brimborium und Klunker. Jesus war ein
Mann des Volkes, nicht der Kirche, und er lehrte die Menschen, dass sie zu Gott
einfach "Vater" sagen können. Die katholischen Obrigkeiten jedoch werden mit
"Exzellenzen",
"Eminenzen" oder gar "Heiliger Vater"
tituliert und als angebliche Mittler zu Gott hingestellt. Doch zu dem Gott,
den uns Jesus lehrte, kann man
schlicht und einfach "Vater" sagen - nicht etwa "Heiliger Vater",
obwohl der Schöpfergott der einzige wirkliche heilige Vater wäre. So wie es u.
a. in der Offenbarung des Johannes heißt: "Denn du allein bist heilig" (15,
4). Und um Ihm näher zu kommen, braucht man ein ehrlich suchendes Herz, aber
keinen mit Titeln und Kritteln behangenen Mittler. Deshalb auch die Frage: Stellen sich die katholischen Würdenträger mit ihren Titeln nicht
über Gott? Und: Wenn ich zum Schöpfergott "Vater" sagen kann, wozu brauche ich
dann noch eine Eminenz? Oder einen Weihbischof? Oder einen Papst?
Siehe auch unsere Seite:
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm
3.2.2009 -
Antisemitismus-Diskussion in der Kirche: Deutscher Distriktoberer der
katholischen Piusbruderschaft fordert Juden auf, sich römisch-katholisch
taufen zu lassen, um sich von der "Schuld ihrer Vorväter" zu distanzieren
/ Lehnen Piusbruder-Bischöfe auch Religionsfreiheit ab?
- Die von Papst Benedikt XVI. ohne Widerruf wieder in den Schoß der
Kirche integrierte ultrakonservative Piusbruderschaft widerspricht dem Vorwurf,
sie sei antisemitisch und verweist z. B. auf Papstäußerungen, wonach Christen
und Juden "Brüder" seien. Allerdings ist es erst einige Wochen her,
dass der
deutsche Disktriktobere der Piusbruderschaft, Franz Schmidberger, in seinem
unwidersprochen gebliebenen Rundbrief an alle 27 Pius-Bischöfe vor Weihnachten 2008 schrieb: "Die
Juden unserer Tage […] sind des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht
durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer
Vorväter distanzieren"
(Spiegel online, 19.1.2009).
Wenn man sich in diesem Zusammenhang jedoch einmal bewusst macht, welche
unermessliche und überwiegend noch ungesühnte Schuld sich die
römisch-katholische Kirche in ihrer Geschichte auflud durch Kreuzzüge,
Inquisition, Hexenverbrennungen, Judenverfolgungen, Aufstachelung zu Kriegen
usw. (vgl. www.kirchenopfer.de),
ist es ein Hohn, dass ausgerechnet die katholische Taufe Andersgläubige
angeblich von
einer Schuld befreien soll, die sie noch nicht einmal selbst begangen haben. Und wer
eine "Gottheit Christi" oder was auch immer bekennt, jedoch nicht tut, was
dieser als Mensch lehrte, der verhöhnt Jesus, den Christus auch auf diese Weise - gleich,
wer nun das Geistwesen Christus vor seiner Inkarnation in den Menschen Jesus von
Nazareth gewesen ist.
Zudem zeigen die Erfahrungen aus dem Dritten Reich, dass es den Juden z.
B. damals wenig half, sich in Deutschland evangelisch oder katholisch taufen zu
lassen. Sie wurden trotzdem ausgegrenzt und
schließlich mit den anderen vergast, die nicht in die Kirche überwechselten.
Mehr dazu in: Der Theologe Nr. 4 - Die
evangelische Kirche und der Holocaust
daraus der Auszug, die katholische Kirche betreffen:
Die katholische Kirche und der
Holocaust
Zum Schicksal evangelisch getaufter Juden im Dritten Reich siehe z. B.
vier Absätze aus Der Theologe Nr. 4:
1938
1939
Büro Grüber
1941
Vergleichbare Dokumente aus der römisch-katholischen Kirche liegen uns derzeit
noch nicht vor. Es dürfte dort jedoch nicht grundsätzlich anders gewesen sein. Für Hinweise sind wir dankbar.
PS:
Die katholische Piusbruderschaft in Deutschland macht auch Stimmung gegen die
Türken in Deutschland. "Die Türken,
so Schmidbergers Schreiben (siehe oben), würden
Deutschland mehr und mehr als Kolonie betrachten. ´Erster Punkt: Eroberung von
ganzen Stadtvierteln! Zweiter Punkt: Eindringen in die Stadtverwaltungen!
Dritter Punkt: Kinder! Einer von den Moslems sagte: Wir werden die Deutschen im
Wochenbett überwinden!` Schmidberger stachelt zum Handeln an: ´Ja, sollen wir da
weiter die Hände in den Schoß legen, oder sollen wir reagieren? Oder was sollen
wir tun?`" (Spiegel online, 3.2.2009)
Und weiter:
Über die von
Benedikt XVI. wieder in die volle Kirchengemeinschaft aufgenommenen vier Piusbruder-Bischöfe schreibt Gernot Facius,
katholischer Journalist bei der Zeitung Die Welt: "Alle vier
Traditionalistenbischöfe sperren sich, wie ihr Vorbild Marcel Lefebvre, gegen
die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils - manche ihrer
Äußerungen lassen den Schluss zu, sie lehnen es zur Gänze ab. Das betrifft die
Beschlüsse über die Religionsfreiheit, über das neue Verhältnis zu den
Juden und die positiven Aussagen zur Ökumene" (idea-spektrum Nr. 6/2009).
Wer Ohren hat zu hören, der höre. Nach römisch-katholischer Lehre müssen
Andersgläubige, welche die katholische Kirche kennen, aber nicht in sie
eintreten oder in ihr ausharren, ohnehin später in eine ewige Hölle (siehe z.
B.
hier).
6.2. / 26.2. / 3.3.2009 -
Kardinal verteidigt die Wiederaufnahme von Bischof Richard
Williamson / Williamson kritisiert auch Menschenrechte / "Entschuldigung" von
Richard Williamson reicht dem Vatikan nicht. Dabei "entschuldigt" sich der
Papst nicht besser / Beschönigungen und Umdeutungen der Verbrechen der
Kirche durch die Päpste - Der Vatikan geht in die Gegenoffensive.
Kardinal Javier Lozano Barragán erklärt:
"Williamson habe zwar eine ´Dummheit` begangen, dafür müsse aber
niemand exkommuniziert werden, so der 76-jährige Mexikaner. Außerdem werde
niemand wegen einer Sünde aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, sondern
wegen schwerer Verstöße gegen deren Lehren"
(http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,605972,00.html).
Und die Leugnung des Holocaust ist folglich kein schwerer Verstoß gegen die katholischen
Lehren, auch wenn diese zunächst von Bischof Richard Williamson vorgetragene
Position z. B. von den
argentinischen Bischöfen "energisch abgelehnt" werde (Bild, 6.2.2009). Kritisch steht der Bischof auch zu den universellen
Menschenrechten: ´Wo die Menschenrechte als eine objektive Ordnung verstanden
werden, die der Staat durchsetzen soll, da kommt es immer zu einer
antichristlichen Politik`" (Spiegel online, 7.2.2009). Doch auch die
"Menschenrechte" gehören nicht zum römisch-katholischen Glaubensbekenntnis. Schwere Verstöße gegen katholische Lehren, welche die Exkommunikation
nach sich ziehen lesen Sie in "Der Theologe Nr. 18"
- Der Glaube der Kirche. Das Fluchwort "Der sei ausgeschlossen" bedeutet
nach römisch-katholischer Lehre die Exkommunikation und im Jenseits später die
Verdammnis.
Außerdem ist für die katholische Kirche nicht maßgeblich was die argentinischen
Bischöfe sagen (Williamson leitet in Argentinien in Priesterseminar der
Piusbruderschaft), sondern, was in den Dogmen steht, und was der Papst
entscheidet.
Und dieser hat die Exkommunikation von Richard Williamson aufgehoben, ihn jedoch
unabhängig davon aufgefordert, den Holocaust nicht mehr zu leugnen.
"Richard Williamson sagt dem SPIEGEL, er wolle zunächst
die historischen Beweise prüfen - ´das wird Zeit brauchen`". Am 26.2.2008
erklärte er schließlich, seine diesbezüglichen Äußerungen gäben die Meinung
eines "Nicht-Historikers" wieder, die sich auf "Erkenntnisse von vor 20 Jahren"
gestützt hätten (Focus online, 26.2.2009)
und die seither "selten in der Öffentlichkeit geäußert worden
ist" (Spiegel online, 26.2.2009).
Wörtlich schrieb Richard Williamson an
den Vatikan: "Der Heilige Vater
und mein Oberer, Bischof Bernard Fellay, haben mich ersucht, die
Bemerkungen, die ich vor vier Monaten gegenüber dem schwedischen Fernsehen
gemacht habe, neu zu überdenken, da deren Folgen sehr schwerwiegend gewesen
sind. In Anbetracht dieser Folgen [der Leugnung des Holocaust] kann ich
wahrheitsgemäß sagen, dass es mir leid tut, diese Bemerkungen gemacht zu
haben, und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich im Vorhinein um den
ganzen Schaden und den Schmerz gewusst hätte, die diese verursachen würden,
besonders der Kirche, aber ebenso den Überlebenden und den Verwandten der
Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich" (Spiegel online, 26.2.2009).
Dies Erklärung sei nach für den Vatikan jedoch "vage" und "unzureichend" (Spiegel online, 27.2.2009).
Dazu kann man sagen: Natürlich sind Bischof Williamsons Worte "vage" und "unzureichend".
Doch sollte sich der Vatikan hier vor allem an die eigene Nase fassen.
Denn verglichen mit den bisherigen Entschuldigungen der Päpste Johannes Paul II.
und Benedikt XVI. sind die Worte eher
weitgehend. So hat sich Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 in einem vom
damaligen Kardinal Joseph Ratzinger maßgeblich verfassten Bekenntnis "Mea
Culpa" für die Verbrechen der Kirche so "vage" "entschuldigt", dass man gar
nicht mehr von einer Entschuldigung sprechen kann.
Siehe dazu unser Offener Brief:
Das Schuldbekenntnis des
Papstes - eine ungültige Beichte?
Und als der Präsident Venezuelas Hugo Chavez im Jahr 2007 eine
Entschuldigung des Papstes für dessen Umdeutung des Völkermordes an den
Indianern forderte, hat Benedikt XVI. noch nicht einmal mehr öffentlich
reagiert. Papst Joseph Ratzinger hatte in Brasilien tatsächlich behauptet,
die Indianer, die zu Hunderttausenden von den katholischen Eroberern
massakriert wurden, hätten ihre Katholisierung "still herbei gesehnt"
(siehe z. B.
http://www.netzeitung.de/spezial/derpapst/648359.html). Kann
Benedikt XVI. angesichts dieses Tuns der Päpste im Ernst erwarten, dass sich
der Pius-Bruder-Bischof deutlicher von seiner Leugnung des Holocaust
distanziert? Oder hat Williamson nur von den Päpsten gelernt, wie man
geschickt formuliert, was man aber am liebsten gar nicht sagen möchte?
24.2. / 25.2.2009 -
Anzahl der "Seligen" und "Heiligen" bereits
über 7.000 - Jetzt
zehn neue "Heilige" / Die Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust -
Zu den "Heiligsprechungen" siehe dazu unsere Hintergrundinformationen und
aktuelle Kommentierung auf
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Heiligsprechungen
Zur Mitverantwortung der Kirche für den Holocaust, der in Kirche und
Gesellschaft zuletzt immer wieder thematisiert wurde,
siehe
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm#Holocaust
Siehe dazu auch:
Die "heilig" und "selig"
gesprochenen Päpste
6.3.2009 -
Pius-Bruderschaft wirft deutschen
Bischöfen "unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" vor -
Die Pius-Brüder stärken den Papst und werfen den deutschen Bischöfen
"unterschwellige Ablehnung der päpstlichen Autorität" und sogar "Lügen" vor.
Mehr dazu siehe
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,611852,00.html
18.3.2009 -
Papst in Afrika:
Benutzung von Kondomen "verschlimmert" AIDS-Problem / Nonne, die Kondome
verteilte, wurde in den 90er-Jahren entlassen /
Stern: "Kirche braucht
eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu den Dogmen steht" /
Finanzierung des Besuches unklar -
Während man in Deutschland noch um
die Dramatik des Amoklaufes von Winnenden sprach, hat der Papst in Afrika eine
andere Problematik: "Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung
von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem",
so Papst Benedikt XVI. (tagesschau.de, 17.3.2009). "Vielmehr sei eine
spirituelle und menschliche Erneuerung der einzige Weg aus der auf dem Schwarzen
Kontinent grassierenden Seuche" (stern.de, 17.3.2009).
Der Papst besucht Kamerun und Angola.
Über die Finanzierung des Besuches ist wenig bekannt. Als Papst Johannes Paul II.
im Jahr 1990 Tansania besuchte, haben sich viele arme Familien verschuldet -
in eine Dorf brachten die Bewohner z. B. einen ganzen Monatslohn für die polizeilichen
Sicherheitsvorkehrungen für den Papst auf (Bild, 4.2.2000). Und um ihr Gesicht
nicht zu verlieren, sind die meisten armen Familien dieser Aufforderung auch
nachgekommen. So berichtete die Nonne Maria Lauda. Als in den 90er-Jahren
bekannt wurde, dass die Nonne Kondome gegen die AIDS-Seuche verteilt hatte, sei sie
von ihrem Orden entlassen worden.
Über die Politik des Papstes in Afrika schreibt stern.de: "Angesichts
des weltweit schwindenden Einflusses der katholischen Kirche, die sich immer
weniger auf die Glaubensfestigkeit ihrer mitteleuropäischen Schäfchen verlassen
kann, ist der Papst geradezu gezwungen, schnellstmöglich starke Allianzen zu
schmieden. II. Vatikanisches Konzil hin oder her. Nur so kann er verhindern,
dass die jahrhundertlange Macht und der finanzielle und politische Einfluss des
Vatikans in der Gesellschaft irgendwann verschwinden. Die Kirche braucht ihre
ultrakonservativen Anhänger. Eine Armee des Glaubens, die ohne Wenn und Aber zu
den Dogmen der Mutter Kirche und gegen die Säkularisierung der westlichen Welt
steht [zum Glauben der römisch-katholischen Kirche siehe
Der Theologe Nr. 18]. Benedikt XVI will in die
Kirchengeschichte als ein Papst eingehen, der als Heerführer des christlichen
Abendlandes den Kampf konsequent geführt hat (18.3.2009).
11.6. / 27.6.2009 -
Kommen die
Scheiterhaufen wieder? Vatikanische Aussagen zur Religionsfreiheit haben nicht
"höchsten lehramtlichen Stellenwert" / Setzen sich Gegner der
Religionsfreiheit in der katholischen Kirche durch? / Vor 1.200 Anhängern drei
neue Pius-Priester in Zaitzkofen geweiht / Priester als Gegenspieler des Jesus
von Nazareth -
Die
Piusbrüder entlarven die römisch-katholische Mutterkirche. Anlässlich neuer
Priesterweihen der Bruderschaft, die von Papst Benedikt XVI. teilweise
rehabilitiert wurde, erneuerte die katholische Gruppierung ihre
Positionen. Hierüber schreibt das Main-Echo: "Die Piusbruderschaft hält
unterdessen an ihrer Grundsatzkritik an den Lehraussagen des Zweiten
Vatikanischen Konzils fest. Texte wie jene zur Religionsfreiheit besäßen nicht
höchsten lehramtlichen Stellenwert und dürften daher kritisch in Frage gestellt
werden, sagte der Dialogbeauftragte des deutschen Distrikts der Bruderschaft,
Pater Matthias Gaudron, in Freiburg" (11.6.2009). Deutlicher
formuliert es der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers, der schreibt:
Der "biblisch fundierte
Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe "ständig auf dem Sprung, von
neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische
Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73). Und so könnte man fragen:
Rüsten sich Kräfte in der Kirche schon für eine neue Führungsrolle in der Zeit
nach einem möglichen Ende des Mittelstands?
(siehe dazu diese Meldung)
Derweil scheint der Vatikan den Vormarsch der totalitären Bruderschaft, die
z. B. die katholischen Lehraussagen über "Religionsfreiheit" ablehnt, still bewusst zu dulden.
Und vielleicht ist es sogar im Sinne des Vatikan, wenn man für die Bevölkerung
"unangenehme" Aussagen nicht selber formulieren muss, sondern eine Bruderschaft
vorschieben kann - da kann man dann auch mal schnell wieder etwas abrücken, wenn
der Protest aus dem Volk zu laut würde. Die Pius-Bruderschaft hat
die Wegweiser für die römisch-katholische Kirche zumindest bereits zurück ins
Mittelalter gestellt.
Am
27.6.2009 fand nun eine Open-Air-Priesterweihe von drei neuen Priestern der
Bruderschaft St.Pius X. in Zaitzkofen bei Regensburg statt. Der oberste Chef der
Bruderschaft, Bernard Fellay, erklärte dazu: Wir weihen die Priester "für die
katholische Kirche" (www.abendzeitung.de, 27.6.2009). Bei seinem Besuch im Vatikan [am 5.6.2009] hätte er
"keinerlei Signale bekommen, dass die Weihen gegen Kirchenrecht verstoßen
würden" (Der Spiegel, zitiert nach Münchner Merkur, 15.6.2009).
Zwar verlautete aus dem Vatikan müde, die Weihe sei "nicht zulässig". Doch "Benedikt XVI. habe in Gesprächen mit ihnen Verständnis für sie ausgedrückt",
so Pius-Chef Bernard Fellay
(www.abendzeitung.de, 27.6.2009). So
wächst die extremistische Unter- bzw. Parallelorganisation der Rom-Kirche
ständig weiter. Am
20.6.2009 wurden in Winona/Minnesota bereits 13 weitere Männer zu
römisch-katholischen Priestern im Sinne der Bruderschaft St.Pius X. geweiht
(Spiegel online, 23.6.2009) und bereits am 28.6. in Econe in der
Schweiz vor über 2.500 fanatisch Gläubigen erneut acht Priester. Focus online
schreibt dazu:
Vatikan machtlos
(http://www.focus.de/politik/ausland/piusbruderschaft-immer-neue-priesterweihen_aid_412474.html). "Die Kirche blutet aus", so die Warnung der
Ultrakonservativen an Rom
(www.abendzeitung.de, 27.6.2009).
Und tatsächlich gibt es immer weniger Priester,
und unter den immer weniger werdenden "geweihten" Männern haben sich schon
Tausende pädophiler Verbrechen schuldig gemacht.
PS: Jesus von Nazareth weihte keine Priester, und er hatte auch
keine Mesner und Messdiener an seiner Seite. Und er hat keinem seiner Nachfolger gesagt, dass er
Priester werden soll oder Priester weihen soll. Somit haben Priesterweihen
nichts mit Jesus, dem Christus, zu tun, egal von wem und mit welchen Motiven sie vollzogen werden. Die
Priester seiner Zeit waren viel mehr die erbittertsten Gegner des Jesus von
Nazareth. Sie vollziehen Kulte und Rituale und projizieren ihr eigenes
geheimniskrämerisches Leben auf Gott, dem sie angebliche "Geheimnisse"
unterstellen. Im wissenschaftlichen Lehrbuch Kompendium der Kirchengeschichte
des bekannten Kirchenhistorikers Karl Heussi heißt es dazu: Ab dem Jahr 200
"bildet sich die unüberbrückbare Kluft zwischen Klerus und Laien und der
hierarchische Zug des neuen christlichen Priesterstandes" (Karl Heussi,
Kompendium der Kirchengeschichte, Tübingen 1991, S. 58). "Grundlegend war
die Ausgestaltung des bischöflichen Amtes. Sie stand im engsten Zusammenhang mit
der Entwicklung des Dogmas, der Kirchenzucht und des Kultus; besonders das
Aufkommen des Opferbegriffs, der den Priesterbegriff nach sich zog, wandelte die
Stellung des Bischofs ... Aus dem Dienst derer ´die sich solche Mühe geben, euch
im Namen des Herrn zu leiten` wurde die volle, uneingeschränkte Herrschaft über
die Gläubigen." (S. 79) Das ist römisch-katholisch. Doch mit Jesus von Nazareth hat das
alles nichts zu
tun.
Vgl. dazu auch
"Der Theologe Nr. 13": Wie die Priester die Herrschaft
über das Volk erlangten
9.10.2009 -
La Santa
Alianza - "Der Geheimdienst des Papstes"
- Das in Italien erschienene Buch La Santa Alianza von Eric Frattini
sorgt schon vor der deutschen Übersetzung auch in Deutschland, für
Gesprächsstoff. Da die katholische Kirche in Deutschland mit weltweit
einmaligen astronomischen Milliardensubventionen vom deutschen Staat jährlich finanziert
wird (http://www.stop-kirchensubventionen.de),
haben die deutsche katholische Kirche und die Katholiken ihrerseits viele Mittel übrig, die wiederum
zu einem erheblichen Teil in den Vatikan fließen.
In Deutschland berichtete etwa Bild und Funk in Nr. 38 vom
19.9.2009. Die Kernthesen von Eric Frattini: 1) Der Vatikan betreibt das
beste Spionagenetzwerk der Welt - neben der "heiligen Allianz", "la Santa
Alianza", soll es auch eine eigene Spionageabwehr geben, die "Sodalitium Pianum".
2) Die Agenten des Papstes waren im Zweiten Weltkrieg aktiv. So folgten etwa
katholische Agenten der deutschen Wehrmacht nach Russland, um dort den
katholischen Glauben zu fördern. 3) Die Agenten des Papstes brachten den
Ostblock zu Fall (vgl. dazu hier und
Der Theologe Nr. 22). 4) Ein
Machtkampf der Dienste gipfelte in dreifachem Mord (siehe dazu
http://www.das-weisse-pferd.com/00_13/morde_im_vatikan.html). Die
These: "Mussten etwa drei Menschen sterben, weil [der Chef der
Schweizergarde, Alois] Estermann zu viel über die Operationen der heiligen
Allianz wusste?" 5) Geheimsache Geld: Der Vatikan machte mit der Mafia
gemeinsame Sache (vgl. dazu
http://www.das-weisse-pferd.com/98_19/vatikan_mafia.html).
17.11.2009 -
"TV-Hören und Sehen": "Die dunklen Geheimnisse des Vatikans"
- Die Fernsehzeitschrift TV Hören und Sehen veröffentlicht in ihrer
Ausgabe Nr. 47 vom 21.-27.11.2009 die Dokumentation Tatort
Vatikan - Die dunklen Geheimnisse des Vatikan. Darin geht es u. a. um die
Völkermorde bei der Eroberung Südamerikas, die Judenverfolgungen, die Kreuzzüge,
die "Heiligkeit" der Päpste, die Geschichtsfälschungen im Namen der Kirche oder
die Erfindung des Zölibat. In dem Artikel heißt es u. a.: "Der Palast des
Vatikans hat 12.523 Fenster. Dennoch ist das, was in dem Palast vorgeht, so
undurchsichtig, als seien die Fenster aus Beton."
Das Fernsehmagazin weist mit der Dokumentation auf zwei TV-Berichte hin. Am
26.11.2009 um 16.30 Uhr auf 3sat: Index - Die schwarze Liste des Vatikans,
Teil 1. Und auf den Teil 2 am 3.12.2009.
21.11. / 26.11.2009 -
Korruption, Mafia, Steuerhinterziehung,
Geldwäsche, Opus Dei, Schmuggel in die
Schweiz, Leichen - Vatikan außer Rand
und Band. Lesen Sie
http://www.format.at/articles/0938/525/251407/die-geschaefte-vatikan-buch-finanznetzwerk-geldwaesche
So geht es z. B. um geheime Konten der Mafia bei
der Vatikanbank und vieles mehr. Es sind in einem Nachlass (des Vatikan-Bankers
Renato Dardozzi) Beweise und Dokumente aufgetaucht, "die an Brisanz jeden
verschwörungstheroetischen Roman schlagen". Mafia-Gelder wurden z. B. als
"wohltätig" getarnt und im Vatikan "weiß gewaschen". Die Geschichte Italiens
wäre anders verlaufen, wären diese Verbrechen vorher bekannt geworden, so
Ex-Staatsanwalt Antionio Di Pietro. Neue Enthüllungen auch zum "plötzlichen" Tod
von Johannes Paul I. und zur Rolle von Johannes Paul II., der die Verbrecher
"schützte".
Siehe dazu auch: Der Bankrott der
Banco Ambrosiano und die Morde an Roberto Calvi und Michele Sindona
Aktualisierung: Ganz allmählich dringen einzelne Nachrichten
durch. So heißt es am 26.11.2009 bei bild.de:
"Die Justizbehörden ermitteln wegen Verdachts auf Geldwäsche, berichtet die
italienische Tageszeitung „Il Giornale“. Insgesamt gehe es um 180 Millionen
Euro, die über eine Unicredit-Filiale beim Vatikan in den vergangenen drei
Jahren auf nicht transparente Weise umgebucht worden sein solle."
Lesen Sie dazu auch:
Mehr als eine Tonne Gold
in der Vatikanbank?
19.12.2009 -
Vatikan schützt den Namen "Papst" und "päpstlich", Freie Christen den
Namen "Christus" und "christlich"
- Vielleicht kommt es ja doch noch zu einer Einigung zwischen der
römisch-katholischen Kirche und den Freien Christen für den Christus der
Bergpredigt aller Kulturen weltweit.
Die Freien
Christen haben die römisch-katholische Kirche verklagt, sich wegen der
unzähligen Gegensätze zu Christus in Zukunft nicht mehr "christlich"
nennen zu dürfen, sondern stattdessen "katholisch" oder
"römisch-katholisch". Auch die Bezeichnung "päpstlich" wird der
Vatikankirche nicht streitig gemacht, im Gegenteil. Gerne dürfe sie sich
nach Überzeugung der Freien Christen auch "päpstlich" nennen.
Den Schutz des Namens "Papst" und der Bezeichnung "päpstlich" hat nun
auch eine Meldung des Presseamtes des "Heiligen Stuhls" zum
Inhalt. Kathnews.de schreibt:
"Das Presseamt des Heiligen Stuhls hat am
heutigen 19. Dezember 2009 eine ´Erklärung zum Schutz der Gestalt des
Papstes` veröffentlicht, wonach beispielsweise die Verwendung des
päpstlichen Wappens auf Internetseiten durch den Heiligen Stuhl
autorisiert werden muss. Wörtlich heißt es: ´Daher muss die Verwendung
all dessen, was sich direkt auf die Person und das Amt des Papstes
(Name, Bild, Wappen) bezieht, wie auch der Bezeichnung ´päpstlich`
ausdrücklich und im Voraus vom Heiligen Stuhl autorisiert werden.`
Diese Erklärung aus Rom könnte eine Grundlage für die Einigung zwischen
Freien Christen und Katholischer Kirche sein, wenn es im Februar in
Freiburg in Deutschland zum Prozess kommt. Die Broschüre mit der
Abmahnung und der Klage kann gratis über den Theologen bestellt
werden (einfach E-Mail mit
Postadresse senden).
1.2. / 3.2.2010 -
Papst Johannes
Paul II. peitschte sich mit seinem Hosengürtel
- Es gibt ein neues Buch über Papst Johannes Paul II., geschrieben vom
Haupt-Postulator seiner "Seligsprechung", dem polnischen
Hochwürden Slawomir Oder. Der Titel:
Perché è santo. Il vero Giovanni Paolo II raccontato dal postulatore
della causa di beatificazione (= Warum er heilig ist: der wahre Johannes
Paul II., dargestellt vom Postulator des Seligsprechungsverfahrens).
Kath.net schreibt unter anderem: "Johannes Paul II. verbrachte
die Nacht immer wieder auf dem nackten Boden. Ab und zu geißelte sich
der Papst, wie auch seine Mitarbeiter berichteten. ´In seinem Schrank
hing ein Hosengürtel, den der Papst als Peitsche verwendete`, berichtete
Oder" (27.1.2010).
Im Gegensatz dazu peitschte sich Jesus von Nazareth niemals selbst.
Sondern er peitschte die Opfertier-Händler aus dem Tempel hinaus, und er wurde
kurze Zeit später von den Römern - auf Verlangen der damaligen
Priestermänner und Theologen - ausgepeitscht.
Und vielleicht wären in der römisch-katholischen Kirche weniger
Kinderschänder-Verbrechen geschehen, wenn der Papst, statt mit dem
Hosengürtel auf sich selbst einzuschlagen, die im Vatikan bekannten
pädophilen Priester damit verdroschen hätte. Es hätte womöglich einen
heilsamen Abschreckungseffekt für die unzähligen Wiederholungstäter im
Talar gehabt, wenn der Papst richtig mit der Gürtel-Schnalle getroffen
hätte.
Die Frage bleibt natürlich: Warum musste sich der Papst überhaupt
peitschen oder warum hat er es getan? Um sich selbst im Zaum zu halten?
Das wäre ja verständlich. Auf jeden Fall: Hätte sich ein Leiter einer religiösen Minderheit mit seinem
Hosengürtel gepeitscht, wäre ihm der Hohn und der Spott der
kirchlichen Sektenbeauftragten sicher gewesen. Man hätte ihn entweder
für verrückt erklärt oder seinen geistigen Gesundheitszustand öffentlich
zumindest angezweifelt. Und die Bevölkerung hätte man z. B. vor dieser "Sekte mit extrem
masochistischen Zügen" gewarnt. Handelt es sich aber um einen Papst,
dient derselbe Sachverhalt der "Heiligsprechung", und der deutsche Staat
zahlt Jahr für Jahr Milliarden-Subventionen für diesen Kult.
4.2.2010 -
Ausrottung der
Katharer durch die Kirche - Unerträgliche Heuchelei von Benedikt XVI.:
Er sprach von der "Liebe" ihrer Mörder
- Der reißende Wolf knüpft immer häufiger seinen Schafspelz nicht
richtig zu, so dass man sieht, was dahinter steckt. In einem 20-jährigen
Krieg rotteten die katholischen Heere in Südfrankreich auf Befehl von
Papst Innozenz III. die urchristlichen Katharer vollständig aus. Alle
wurden der Reihe nach aus Glaubensgründen ermordet, einschließlich
Frauen und Kinder. Der "Albigenserkreuzzug" (1209-1220) forderte
unzählige Opfer. Parallel dazu gründete die Kirche 1215 den
Dominikaner-Orden, welche die Nächstenliebe der Katharer imitieren und
die Menschen, die sich zu Zehntausenden den Katharern anschlossen, für
die römisch-katholische Kirche zurückgewinnen sollten. Das Ziel des
Ordens: "Die katholische Lehre zu verbreiten und die Ketzerei zu
bekämpfen" (Wikipedia, Stand: 4.2.2010).
In einer Rede von Papst Benedikt XVI. am 2.2.2010 klingt das jetzt so:
"Dominikus setzte dieser Irrlehre [der Katharer] die Wahrheit des
Evangeliums entgegen, die in der Liebe zu den Mitmenschen konkreten
Ausdruck findet. Auf diese Weise haben die geistigen Söhne und Töchter
des heiligen Dominikus den Glauben in Europa erneuert und ihn als
Missionare in die fernsten Länder der Erde gebracht"
(http://www.katholisch.at/content/site/home/article/49773.html).
Damit rechtfertigt der Papst indirekt erneut Völkermord, Kreuzzüge und
Massaker im Namen der römisch-katholischen Kirche.
10.4.2010 -
Die
Vergöttlichung von Joseph Ratzinger als neuer Christus. Oberster
Kardinal im Vatikan bezeichnet den Papst als "Christus". Papst sei "makellos".
Heißt das, dass er bald auch von der "Erbsünde" freigesprochen wird - wie angeblich Maria?
- Bei den Osterfeierlichkeiten im Vatikan wies der ranghöchste Kardinal
und mögliche nächste Papst, Kardinal Angelo Sodano, der
römisch-katholischen Gläubigen den Weg, auf dem sich die katholische
Lehre weiterentwickelt. Kardinalstaatssekretär Angelo Sodan huldigte
Joseph Ratzinger dabei mit den Worten: "Frohe Ostern, Heiliger Vater,
frohe Ostern, sanftmütiger Christus auf Erden, die Kirche ist mit dir!"
(zit. nach Der Tagesspiegel, 6.4.2010). Der Papst wird hier
eindeutig als "Christus" bezeichnet. Das ist kein Versprecher gewesen,
und auch kein Osterwunsch an zwei Personen, nämlich an den Papst und an
Christus. Nein, es ist eindeutig der Osterwunsch nur an eine Person,
nämlich an den Papst, und so heißt es ja auch "die Kirche ist mit dir"
und nicht etwas "mit euch". Und eindeutig heißt es ja "Christus auf
Erden". Jesus, der Christus sei ja nach römisch-katholischer Lehre im
Himmel, auf Erden sei der Papst der Christus. Und damit kein Zweifel
aufkomme, betonte Kardinal Angelo Sodano an anderer Stelle seiner
Huldigung auch unmissverständlich, Benedikt XVI. sei "der makellose Fels
der heiligen Kirche Christi". "Makellos", das heißt normalerweise
"sündlos", rein, ohne jeglichen Fehl und Tadel.
Der Papst wird also für die Gläubigen hier als neuer Christus
vorgestellt, und als neuer Christus muss er für die Kirche ja auch
makellos sein, was im kirchlichen Kontekt z. B. bedeutet, nicht mit dem
"Makel" der Erbsünde "befleckt" zu sein. Nach dem Dogma von 1854 trifft
dies angeblich auf Maria zu. Doch vermutlich trauen sich die Herren der
Kirche diesen weiteren Schritt noch nicht. Den Papst als "Christus" zu
verehren reicht ja schon als fette Kröte, welche die Gläubigen zunächst
schlucken müssen.
Dabei entlarvt der Vatikan mehr und mehr seinen krassen Gegensatz zu
Jesus, dem Christus und zu seiner eigenen Bibel. Zunächst hat Jesus
niemals eine Papst eingesetzt, sondern er lehrte: "Einer ist euer
Meister, ihr aber seid alle Brüder!" (Matthäus 23, 8). Dann lehrte er:
"Ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist
euer Vater, der im Himmel ist (Vers 9). Die Kirche tut bewusst das
krasse Gegenteil von dem, was Jesus lehrte. Und jetzt die Steigerung
Ostern 2010 in Rom: "Benedikt XVI, du ´sanftmütiger Christus!"`Der
nächste krasse Gegensatz zu Jesus, der auch lehrte: "Wenn dann jemand zu
Euch sagen wird: ´Siehe, hier ist der Christus!, oder: Da!, so sollt
ihr´s nicht glauben (24, 23). Und jetzt kommt Kardinalstaatssekretär
Sodano und huldigt: Hier ist Benedikt, der "sanftmütige Christus".
Tatsächlich wird die Verstrickung von Joseph Ratzinger in die
Pädophilenverbrechen seiner Kirche immer massiver, und die Vorwürfe
reichen von Strafvereitelung bis hin zum erneuten Einsatz von
Kinderschänder-Verbrechern in der Jugendarbeit und der Weigerung,
Verbrecher im Amt zu entfernen.
Die Entwicklung der Vergöttlichung des Papstes gab es schon zu Zeiten
von Johannes Paul II. So berichtet der Buchautor Dave Hunt von einem
Ereignis beim Weltjugendtag 1993 in Denver/USA und schreibt: "Gibt der Papst sich
einschmeichelnd als Christus auf seinem Thron und die Jugendlichen zu seinen
Füßen als seine Schafe aus ...?"
Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Der Thron des
Petrus in Rom - Wie würde die Kirche wohl reagieren, wenn
eine andere Gemeinschaft einen Menschen auf einen solchen Thron setzt?
Das Wort "Papst" stammt vom
griechischen Wort "pappas" bzw. vom kirchenlateinischen Wort "papa" ab, was
"Vater" bedeutet.
Anhang
Die "heilig" gesprochenen
Päpste
Jesus von Nazareth
lehrte dazu: "Ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn
einer ist euer Vater, der im Himmel ist." (Matthäus 23, 9)
Der "heilig" gesprochene Papst Was seiner Heiligsprechung
Miltiades (310-314)
Silvester I.
(314-335)
Marcus (336)
Julius I. (337-352)
Liberius (352-366)
Damasus I. (366-384)
Papst Siricius (384-399)
Papst Coelestin I.
(422-432),
Papst Leo I. (440-461)
Papst Gelasisus I.
(492-496)
Papst Symmachus (498-514)
Papst Leo IX. (1049-1054)
Papst Gregor VII. (1073-1085)
(Urban
II. (1088-1099))
Papst Coelestin V. (1294)
Papst Pius V. (1566-1572)
Papst Pius X. (1903-1914)
Ob ein Katholik "heilig" oder "nur" "selig"
gesprochen wir, ist oftmals eine Finanzfrage. Während eine Heiligsprechung
mit allen Verfahren im Durchschnitt ca. eine Viertelmillion Euro kostet (http://www.freie-christen.com/reichtum_der_kirche_ist_blutgeld.html#Segen),
ist die Seligsprechung in der Regel günstiger.
Weitere "Heilige" oder "Selige"
Bis zum heutigen Tag haben Päpste der
römisch-katholische Kirchen im Vatikan ca. 7.000 Menschen "heilig" oder
"selig" gesprochen. Oben sind die Namen genannt, wo sie sich selbst und
ihresgleichen "heilig" oder "selig" gesprochen haben. Doch es gibt noch
andere. Hier soll nicht über diese Menschen geurteilt werden, für welche
das im günstigsten Fall peinlich oder sogar abstoßend ist, was die
Kirche nach ihrem Tod mit ihnen gemacht hat. Jedoch schreckte der
Vatikan auch nicht davor zurück, ethisch besonders verwerflich handelnde
Menschen "heilig" oder "selig" gesprochen zu haben und bis heute zu
verehren. Damit entlarvt die Kirche einen Teil ihres Wesens. Nachfolgend
dokumentieren wir einige Fälle, die uns bekannt geworden ist. Da wir aus
Zeitgründen nicht selbst intensiver recherchieren können, bedanken wir
uns für Hinweise, die wir dann hier ergänzen können.
Sage mir, welche "Heiligen" du verehrst, und ich sage dir, wer du bist. Der "heilig" oder "selig"
"Gesprochene" Was seiner Heilig- oder Seligsprechung
Der "heilige" Augustinus
Der "heilige" Petrus von Verona
(1206-1252), auch Petrus von Mailand genannt oder Petrus, der
Märtyrer
Der "heilige" Giovanni de Capistrano
(1386-1456)
Der "heilige" Peter Arbues (1442-1485)
Der "heilige" Karl Borromäus
(1538-1584)
wird fortgesetzt - für Hinweise
sind wir dankbar
"Wenn man ihre
Heiligenlegenden liest, findet man die Namen von tausend heilig gesprochenen
Verbrechern."
nicht im
Wege stand
Die ersten
vermeintlichen "Päpste" wurden allesamt "heilig"
gesprochen. Und hinzu kommt sogar ein "heiliger" "Gegenpapst" (Hippolyt, 3. Jahrhundert).
Doch galten diese Männer zu ihrer Zeit noch nicht als "Papst", sondern nur
als Bischöfe von Rom oder noch nicht mal das. Denn bei Petrus, dem
angeblich ersten Papst, ist das z. B. nur eine Legende.
Deshalb
werden die ersten 28 angeblichen "Päpste" hier noch nicht aufgeführt. Ihre Namen finden sich unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_P%C3%A4pste, was auch
bei den nachfolgenden Informationen überwiegend als Quelle diente.
Auch Marcellinus (296-304) galt noch nicht als Papst.
Unter seiner Amtszeit begann im Jahr 303 die letzte Bedrängung bzw.
Verfolgung der frühkatholischen Kirche durch Kaiser Diokletian (vor
allem wegen des Absolutheitsanspruchs der Kirche). Doch bahnte sich
in Kirche und Gesellschaft bereits der Übergang zum römischen
Staatskirchentum an.
Dieses ließ nach nur wenigen Jahren seinerseits
seine Gegner gnadenloser verfolgen als es je weltliche Herrscher in
Rom vermochten.
Nach dem Tod von "Papst" Marcellinus
stritt man in der Kirche ca. 250 Jahre lang darüber, ob Marcellinus als "Märtyrer" ums Leben kam oder ob er seinem Glauben abschwor,
um sein Leben zu retten und eines natürlichen Todes starb.
Wahrscheinlich ist letzteres. So habe er "heilige Bücher" heraus gegeben
und dem Kaiser Weihrauch geopfert.
Sein Nachfolger Marcellus I. (307-309)
löste wegen strenger kirchlicher Strafen für die in der Bedrängung
abgefallenen Katholiken Tumulte in Rom aus und wurde darauf
hin vom Kaiser aus der Stadt verbannt. Dessen Nachfolger Eusebius
(309)
trat demgegenüber für die Rückkehr der "Abgefallenen" in die
Kirche ein. Doch wurde er wegen dauernder Schlägereien unter den
Katholiken Roms ebenfalls vom Kaiser aus der Stadt verbannt.
Marcellinus, Marcellus I. und Eusebius wurden wie alle ihre
Vorgänger "heilig" gesprochen.
Und bis zum Jahr 496 wurden auch alle ihre Nachfolger "heilig" gesprochen.
Demnach gibt es einschließlich dieser vermeintlich ersten 31
Päpste insgesamt 79 im katholischen Vollsinn "heilige"
Päpste, wobei auch die übrigen den allgemeinen Papsttitel "Heiliger
Vater"
verliehen bekamen.
Mit Miltiades beginnt die Reihe der hier aufgeführten "Heiligen".
Unter Miltiades entschied sich der gewalttätige
spätere Kaiser Konstantin,
im Zeichen des katholischen Kreuzsymbols in seine Kriege zu ziehen.
Durch sein Toleranzedikt von Mailand
im Jahr 313 (dem bereits das Toleranzedikt von Nikomedia von 311
voraus ging) wurde für ganz kurze Zeit die Religionsfreiheit
eingeführt. Doch die Kirche hatte andere Pläne. "Papst" Miltiades verfolgte
als Bischof von Rom
bereits die
urchristlichen Montanisten
(siehe
http://www.das-weisse-pferd.com/02_08/montanus.html) und
verurteilte die strengen Katholiken, die von der Kirche "Donatisten"
genannt werden.
Unter Silvester I. etablierte
sich die römisch-katholische Kirche in Kürze zu einer Art Staatsreligion, die andere
Religionen verfolgen ließ. Zunächst wurde die Kirche vom Staat
massiv privilegiert und andere Gemeinschaften massiv benachteiligt. So erließ Kaiser Konstantin zugunsten der
Kirche im Jahr 326 das so genannte "Häretikergesetz", was z. B. ein Versammlungsverbot für Nichtkatholiken
beinhaltete. Bei
Zuwiderhandlungen wurden die Häuser beschlagnahmt und der Kirche
geschenkt. Auch staatliche Richter mussten sich seit dem Jahr 326 den kirchlichen
unterordnen.
Die sehr kurze Zeit der
"Religionsfreiheit" war vorbei.
Die Schreckensherrschaft der Kirche begann.
Unter Marcus stritt die
Kirche massiv gegen die arianischen Christen (für die Christus nicht
als "wahrer Gott" galt). Die Verfolgung der Urchristen und anderer
Gruppierungen wurde unter ihm fortgesetzt. Und dies gilt bis in die
Neuzeit für alle weiteren Päpste, ob "heilig" gesprochen oder nicht.
Julius I. entschied den Streit
zwischen Arius und Athanasius gegen Arius. Er schaffte es in der
innerkirchlichen Verehrung aber offenbar
nur bis zum "Patron der Latrinenreiniger" (PS:
Die schier unzähligen katholischen Patrone (= "Schutzheiligen") sind letztlich die auf
katholische Verhältnisse umgeprägten antiken heidnischen Götter).
Liberius geriet mit Kaiser Constantius II. in Streit wegen Arius und verurteilte schließlich
dessen Gegenspieler Athanasius, nachdem der Kaiser
zwischenzeitlich Gegenpapst Felix inthronisiert hatte. Obwohl
Athanasius später "heilig" gesprochen wurde, sprach man auch
Liberius "heilig".
Damasus I. setzte im Krieg um
den Papstthron gegen seinen Gegenspieler Ursinus auf eine Privatarmee.
Er ließ
allein am 26.10.366 in der Basilika St. Maria Maggiore 137 Anhänger von Ursinus
erschlagen. Und er gab später den Auftrag an Kirchenvater Hieronymus, eine
fehlerfreie Bibel zusammen zu stellen. Er war auch bekannt für seine
Luxus-Schmäuse, die selbst die Königstafeln in den Schatten
stellten (siehe in Der Theologe
Nr. 2). Damasus I. forderte weiterhin den Zölibat und pochte auf die
Vormachtstellung des Bischofs von Rom in der kirchlichen
Christenheit (mehr zu Papst Damasus I. siehe in
Der Theologe Nr. 39).
Unter Damasus I. wurde die römisch-katholische Kirche im Jahr 380
schließlich zur einzigen Staatsreligion erhoben. Auf Abweichungen
von der römisch-katholischen Kirche und ihrer Lehre stand seither die Todesstrafe.
Siricius gab sich nicht mehr
so "väterlich" wie viele seiner Vorgänger, sondern er
bestimmte jetzt als Alleinherrscher der einzigen Staatsreligion die Richtung der Kirche
durch Verordnungen im Kanzleistil. Begründungen habe er dafür keine
gegeben, und seine Dekrete stellte er den
bisherigen Synodenbeschlüssen gleich. Und er war der erste Papst,
der sich auch "Papst" nannte. Er hatte allerdings der Hinrichtung des
Urchristen Priscillan in Trier im Jahr 385 nicht zugestimmt.
Priscillan gilt manchmal als das erste Opfer der katholischen
Staatskirche bzw. ihrer Inquisition. Doch von nun an bis ins 18.
Jahrhundert gingen die Todesstrafen gegen Andersgläubige in die
Hunderttausende und gar Millionen.
Die folgenden Päpste
Anastasius I., Innozenz I., Zosimus und Bonifatius I. wurden
ebenfalls "heilig" gesprochen. In dieser Zeit gab es viele
innerkatholische Auseinandersetzungen.
Papst
Sixtus III. (432-440)
Unter Coelestin I.
entschied das römisch-katholische Konzil von Ephesus (431) darüber,
ob die angebliche Jungfrau Maria ein Mensch oder ein Gott sei. Man einigte sich
seither auf die Formulierung "Gottesgebärerin", was bis
heute gilt [2009]. Sixtus III. ließ darauf hin zu ihren Ehren
die Papstbasilika Santa Maria Maggiore zur großen Kirche ausbauen.
Dort hatte im Jahr 366 sein "heiliger" Vorgänger Damasus I. 137
seiner Gegner ermorden lassen.
Leo I. schmückte sich als
erster Papst auch mit dem Titel der heidnischen Priester oder Kaiser
Roms, nämlich Pontifex maximus. Und er führte des weiteren den Papsttitel
"Patriarch des Abendlandes" ein ("Patriarcha Occidentis").
Noch scheint das "Morgenland", der "Orient" weit weg. Doch in
Wirklichkeit strebt das Papsttum bereits zur diktatorischen
Weltherrschaft.
Mehr zu Papst Leo I.:
Er verbot Katholiken, "jeden Umgang" mit
Nichtkatholiken. "Er fordert zu ihrer Verachtung, zu der ihrer
Lehren ausdrücklich auf. Er befiehlt, sie zu fliehen ´wie
todbringendes Gift! Verabscheut sie, weicht ihnen aus und vermeidet
es, mit ihnen zu sprechen.` ´Keine Gemeinschaft mit denen, die
Feindes des katholischen Glaubens ... sind.`" "Er wünschte die
Vertreibung Andersgläubiger aus Amt und Würden, wünschte
insbesondere ihre Verbannung, rechtfertigte aber auch
leidenschaftlich die Todesstrafe für sie, verlangte, ihnen unmöglich
zu machen, ´mit einem solchen Bekenntnis weiterzuleben`" (Karlheinz
Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 2, S. 265.260).
(Dieser Absatz ist entnommen aus dem Buch "Des Satans alte Kleider"
von Matthias Holzbauer, Marktheidenfeld 2009, S. 376,
http://www.das-wort.com/deutsch/zeitkritisches/des-satans-alte-kleider.php)
Die nachfolgenden
Päpste Hilarius, Simplicius und Felix II. festigten den
Katholizismus mit weiteren Lehrverurteilungen gegen andere
kirchliche oder christliche Strömungen.
Nachdem es bereits
unter Papst Felix II. zu Reibungspunkten mit dem Kaiserreich kam,
dachte sich Gelasius
I. die "Zwei-Schwerter-Theorie" aus. Der Kaiser und der Papst
sollen gemeinsam die Welt regieren und beherrschen, und jeder bekomme
dafür das passende "Schwert".
Sein Nachfolger Anastasius II. (496-498) ist der erste Papst, der
nicht heilig gesprochen wurde. Er machte sich wegen Nachgiebigkeiten
gegenüber der Kirche im oströmischen Reich beim in Rom herrschenden Klerus
unbeliebt, was ihm wohl letztlich auch die Heiligsprechung kostete.
Symmachus sollte wegen
vieler Verbrechen (welche, konnten wir noch nicht recherchieren) im Jahr 501 vor Gericht gestellt werden. Doch er
erklärte sich als Papst für immun und unantastbar durch die
weltlichen Strafgerichte. Darauf hin kam es zu Straßenkämpfen in
Rom und zur Aufstellung eines "Gegenpapstes" durch Katholiken, die
diesen ungeheuerlichen Skandal nicht hinnehmen wollten. Doch der Gegenpapst musste sich schließlich zurück ziehen,
nachdem sich der Kaiser für Symmachus entschieden hatte. Unter dem
bis heute [2009]von der Kirche anerkannten und "heiligen" Papst Symmachus wurden auch die letzten Reste der teilweise
ethisch hohen antiken Philosophie in Rom vernichtet.
Die nachfolgenden
Päpste Hormisdas, Johannes I. und Felix III. kämpften mit dem Kaiser
und der oströmischen Kirche um die Macht. Johannes I. starb nach
Inhaftierung durch den Kaiser. Sie wurden allesamt "heilig"
gesprochen.
Die nachfolgenden Päpste wurden jedoch nur noch teilweise heilig
gesprochen.
Die
"Heiliggesprochenen" sind diese: Agapitus I. (535-536), Silverius (536-537), Gregor der Große
(590-604; er setzte z. B. durch, dass der heidnische Würdentitel "Pontifex
maximus" (Oberpriester aller heidnischen Religionen) nur noch
vom Papst gebraucht werden darf), Bonifatius IV. (608-615), Adeodatus I. (615-618), Martin
I. (649-653), Eugen I. (654-657), Vitalian I. (657-672), Agatho
(678-681), Leo II. (682-683), Benedikt II. (684-685), Sergius I.
(687-701), Gregor II. (715-731), Gregor III. (731-741), Zacharias
(741-752), Paul I. (757-767), Leo III. (795-816), Paschalis I.
(817-824), Leo IV. (847-855), Nikolaus I. (858-867), Hadrian III.
(884-885).
Dann wurden für längere Zeit die Heiligsprechungen der Päpste beendet.
Die nächsten 43 Päpste bis Leo IX. wurden allesamt nicht "heilig" gesprochen.
Und über die "Verdienste" bzw. Verbrechen der hier genannten müsste noch
geforscht werden. Dies konnte aus Zeitgründen noch nicht erfolgen.
Für Hinweise sind wir jedoch dankbar. Ansonsten empfehlen wir die
umfangreiche Literatur des Historikers Karlheinz Deschner (z. B.
"Kriminalgeschichte des Christentums").
Der anscheinend
beliebte Papst ließ ein Heer aufstellen, um in den Krieg gegen die
Normannen in Süditalien zu ziehen. Doch er konnte sich mit der
Kirche im oströmischen Reich darüber und auch in anderen Punkten nicht
einigen und exkommunizierte deshalb im Jahr 1054 den kompletten Osten.
Seither gibt es das "Schisma", die Abspaltung der orthodoxen Kirche
von Rom.
Gregor VII. wurde selbst von
seinem Freund Petrus Damiani "Heiliger Satans" und "Höllenbrand"
genannt, da jeder Widerspruch gegen ihn zwecklos war und von ihm bestraft
wurde. So suspendierte er z. B. mehrere Bischöfe. Gregors
Kriegspläne im Osten werden als Wurzel der späteren Kreuzzüge
betrachtet. Gregor VII. rief unter anderem aus: "Verflucht sei der
Mensch, der sein Schwert vom Blut zurückhält!" (zit. nach
Karlheinz Deschner, Opus Diaboli, S. 17f.). Im Jahr 1075 legte der den "Dictatus Papae" fest,
das
Diktat bzw. den Vorrang der Herrschaft des Papstes gegenüber den ihm
untergeordneten Kaisern. Dadurch kam es auch zu Auseinandersetzungen
mit dem deutschen Kaiser Heinrich IV. (vgl. dessen "Bußgang" nach
Canossa), in der Kirchengeschichte als "Investiturstreit" bekannt
geworden.
(Eugen III. (1145-1153))
(Gregor X. (1271-1276))
(Urban V. (1362-1370))
Diese vier Päpste
wurden zwar nur "selig" gesprochen, markieren aber eine
entscheidende Entwicklung des Papsttums. Denn bekannt wurden sie alle vor allem
durch ihre Kreuzzugsaufrufe.
Mit Urban II. hat es begonnen. Er war der "Vater" der blutigen
Kreuzzüge. Dies geschah durch seinen Aufruf zum 1. Kreuzzug im Jahr
1095, bei dem die kirchlichen Kreuzfahrer später Jerusalem eroberten
und dort im "Blut der Verteidiger" wateten (http://www.das-weisse-pferd.com/99_14/jerusalem.html).
Einer seiner Nachfolger, Papst Eugen III. (1145-1153) rief zum 2.
Kreuzzug auf.
Gregor X. war selbst als Kreuzfahrer in Palästina und rief nach
seiner Rückkehr zu einem neuen Kreuzzug gegen den Islam auf. Er wird,
obwohl "nur" ein "Seliger", in der Kirche wie ein "Heiliger" verehrt.
Auch Urban V. rief noch einmal zu Kreuzzügen auf.
Er trat nach nur
wenigen Monaten von seinem Amt zurück,
weil er sich anscheinend dem Amt nicht gewachsen fühlte.
Von seinem Nachfolger verhaftet. Nach ihm wurden nur noch zwei weitere Päpste
heilig gesprochen.
Der "heilige"
Pius V. war ein
unbarmherziger Großinquisitor, der Andersgläubige mit unnachgiebiger
Härte verfolgen und ermorden ließ. Als Antisemit verfolgte er auch
die jüdischen Mitbürger. Auch gründete er eine militärische Allianz
im Kampf gegen die moslemischen Türken. Weiterhin bekämpfte er auch
die französischen Hugenotten und exkommunizierte die englische
Königin Elisabeth I. Grausam ließ er auch die Armen im Volk
verfolgen und ordnete an: "Ein gemeiner Mann, der seine Geldstrafe
nicht bezahlen kann, soll beim ersten Mal mit auf den Rücken
gefesselten Händen einen Tag lang vor der Kirchentür stehen, beim
zweiten Mal durch die Stadt gegeißelt werden, beim drittenmal wird
man ihm die Zunge durchbohren und ihn auf die Galeeren schicken"
(zit. nach Horst Hermann, Kirchenfürsten, S. 18).
Pius V. war der
erste Papst, der nach 272 Papstjahren ohne "heilig" gesprochene
"Heilige Väter" wieder im katholischen Vollsinn zur
weltweiten Verehrung "heilig" gesprochen
wurde. Und nach ihm dauerte es sogar 331 Papstjahre, bis ihm mit
Papst Pius X. wieder ein "Heiliger" folgte. Es ist deshalb
bedeutsam, dass gerade Pius V. der einzige Papst von
1294-1903 war, den die römisch-katholische Kirche
in diesem Zeitraum
bis heute "heilig"
gesprochen hat.
Pius X. wurde im Jahr 1954
von seinem Nachfolger Pius XII. "heilig" gesprochen. Auf ihn beruft
sich die erzkatholische Pius-Bruderschaft St.-Pius X. Seine Leiche ist
in einem Glassarg im Petersdom einsehbar, das Gesicht mit einer
Metallmaske (vgl. die Figur Darth Vader in der Filmreihe Star
Wars) verdeckt. Pius X. wehrte sich gegen die Aufklärung und
verlangte seit 1910 von allen Amtsträgern den so genannten Antimodernisteneid.
Er bekämpfte vor allem die "Zeitirrtümer der Denk-, Gewissens-,
Rede-, Kult- und Pressefreiheit" und führte ein perfektes
innerkirchliches Spitzelsystem ein (Karlheinz Deschner, Dei
Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil 1, S. 170.173).
Sein Nachfolger Johannes XXIII. (1958-1963) wurde demgegenüber nur
noch "selig" gesprochen.
Die "selig" gesprochenen
Päpste
Nachfolgende zehn Päpste wurden neben den 79 "heilig"
gesprochenen "selig" gesprochen. "Im Unterschied zur Heiligsprechung
wird durch die Seligsprechung jedoch nur eine lokale öffentliche Verehrung
dieser Personen gestattet" ("Seligsprechung" bei Wikipedia, Stand
18.6.2009).
Hier die Namen und die Regierungszeit:
Victor III. (1086-1087), Urban II. (1088-1099; er begann mit den
Kreuzzügen), Eugen III. (1145-1153), Gregor X. (1271-1276), Innozenz V.
(1276), Benedikt XI. (1303-1304), Urban V. (1362-1370), Innozenz XI.
(1676-1689), Pius IX. (1846-1878, drückte 1870 beim 1. Vatikanischen
Konzil die angebliche "Unfehlbarkeit" des
päpstlichen Lehramtes durch) und Johannes XXIII. (1958-1963).
Der "selige" Pius IX. (1846-1878) war zudem ein massiver Bekämpfer
aller Ansätze von Religionsfreiheit: Er
verurteilte in seiner Enzyklika
Syllabus errorum Demokratie und Religionsfreiheit als "verwerfliche
Zeitirrtümer". So verbot er italienischen Katholiken etwa die Teilnahme
an freien Wahlen. Weiter verwarf er
"ausdrücklich jenen ´Indifferentismus`,
der jedem gestattet, die Religion zu ergreifen, die er für wahr hält. Der
Staat habe vielmehr das Recht, alle anderen Religionen als die katholische
auszuschließen" (Karlheinz Deschner, Abermals krähte der Hahn, S. 483).
nicht im
Wege stand
(354-430)
Über die strengeren Katholiken, Donatisten genannt: „Wir möchten sie
verbessert haben, nicht getötet; wir wünschen uns den Triumph der
Kirchenzucht, nicht den Tod, den sie verdienen.“ (epistula c.,
n.1, zit. nach
http://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition)
Der "Heilige" befürwortete auch
Bekehrungen zur Kirche durch die Folter.
"Die Folter sei legitim, da sie nur das sündige Fleisch, nicht aber die Seele schädige. In der Konsequenz sei es besser, die Häretiker zu verbrennen als ´in den Verirrungen zu erstarren`. Die Häretiker
´töten die Seelen der Menschen, während die Obrigkeit nur ihre Leiber der Folter
unterwirft; sie rufen ewigen Tod hervor, aber beklagen sich dann wenn die Behörden sie dem zeitlichen Tod überantworten`. Die Androhung
der Folter stelle den Häretiker nachdrücklich vor die Entscheidung, entweder in seiner Verirrung zu verharren
... sowie den ´Feuerofen der Qual` samt dem Verlust des Lebens in Kauf zu nehmen oder aber ´klüger zu werden` um in den Schoß der Kirche zurückzukehren (http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Inquisition.html).
Dominikaner-Mönch und Inquisitor von Como und Mailand, Ober- und
Mittelitalien; gilt als "Patron aller Inquisitoren". Er ließ die
Katharer, denen auch seine Eltern angehörten, verfolgen und
hinrichten und fiel am Ende nach der Gesetzmäßigkeit "Was der
Mensch sät, das wird er ernten" selbst einem Anschlag zum Opfer. Gilt
deswegen als "Märtyrer".
Der "heilige" Thomas von Aquin (1225-1274)
Berühmtester Kirchenlehrer des Mittelalters. Forderte die
Hinrichtung von Andersgläubigen aus "Fürsorge" für die
Katholiken. Wörtlich:
"Wenn die Kirche keine Hoffnung mehr
hat, den Ketzer zu bekehren, so trennt sie ihn, in Fürsorge für das
Wohl der anderen, durch die Exkommunikation von ihrer Gemeinschaft,
und überdies überlässt sie ihn dem weltlichen Gericht, damit es ihn
durch den Tod aus der Welt schaffe: ulterius relinquit eum judicio
saeculari a mundo ex terminandum per mortem"
(zit. nach Graf von Hoensbroech, Das Papsttum in seiner
sozio-kulturellen Wirksamkeit, Leipzig 1904, S. 57).

Patron aller katholischer Rechtsanwälte. Studierte zunächst
Jura, verstieß dann seine Frau und trat in den Franziskanerorden ein
und ließ sich zum römisch-katholischen Priester weihen. Soll
angeblich ein paar "Heilungswunder" an gläubigen Katholiken
vollbracht haben. War vor allem als "Inquisitor gegen die Juden"
tätig. Erzwang räumliche Trennungen von Juden und Nichtjuden und
inspirierte Papst Nikolaus V., eine besondere Kennzeichnung der
Juden an ihrer Kleidung durchzusetzen. Beschuldigte die Juden in
Breslau zu Unrecht der Hostienschändung und ließ ihrer Führer
foltern und alles Eigentum beschlagnahmen. 1453 ließ er
41 jüdische Bürger öffentlich verbrennen und ihre Kinder
römisch-katholisch taufen. Setzte ab 1454 in ganz Polen
Pogrome mit öffentlichen Ermordungen der Juden durch den
katholischen Mob durch. Verfolgte weiterhin die Hussiten, die
sich am Urchristentum orientieren wollen als "sehr gefährliche Sekte
der Fraticelli". Rief schließlich 1455 zum Kreuzzug gegen die
Türken auf. Im gleichen Jahr wurde auf sein Betreiben der Stadt
Breslau das Privileg verliehen, keine Juden dulden zu müssen (privilegium
de non tolerandis Judaeis). 1690 wurde er von Papst Alexander
XVIII. heilig gesprochen. Von Papst Benedikt XIII., einem Vorbild
des heutigen Papst Benedikt XVI., wurde 1724 feierlich die Urkunde
seiner Heiligsprechung ausgestellt (Telepolis, 7.9.2009,
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31065/1.html). Wird heute
weltweit verehrt, z. B. im Stephansdom in Wien. Die Kirche verehrt
ihn vor allem jährlich an seinem Gedenktag, dem 23.Oktober.
Augustiner-Priester und Theologieprofessor, grausamer Inquisitor und
Judenverfolger in Spanien, zahllose Opfer. Von Angehörigen von
Opfern "tödlich verwundet", als er gerade am Altar knieend ein Gebet
sprach. Von dem von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 "selig"
gesprochenen Papst Pius IX. im Jahr 1867 "heilig" gesprochen.
Bischof von Mailand, schweizerischer Inquisitor, ließ Protestanten
bei lebendigem Leib verbrennen.
Mehr zu ihm unter
http://theologe.de/2009-1.htm#Nackte_gefesselte_Frauen.
Im Jahr
2010 feiert die Kirche das 500-jährige Jubiläum seiner
"Heiligsprechung". Viele Borromäus-Kirchen in Deutschland
(z. B. in Winnenden) zu Ehren des großen "Heiligen" Karl Borromäus.
(Claude Adrien Helvéticus, französischer Philosoph, 1715-1771)
Weitere Literatur zum Thema:
Hubertus Mynarek,
Der
polnische Papst, Bilanz eines Pontifikats, Ahriman-Verlag, Freiburg 2005
Hubertus Mynarek, Papst-Entzauberung, Das wahre Gesicht des Joseph Ratzinger
und die exakte Widerlegung seiner Thesen, Books on Demand 2007
http://www.amazon.de/Papst-Entzauberung-Hubertus-Mynarek/dp/3833480335
Siehe auch:
Unsere Kommentare zu den Video-Clips aus dem Vatikan über Youtube:
http://www.theologe.de/vatikan_papst_internet_youtube.htm
Die Angst geht um im Vatikan:
Bewaffnete Einheiten schützen den Papst
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Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
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