DER THEOLOGE
Nr. 6


Die Kirche - immer für den Krieg

Die evangelische Kirche 1813, 1870/71, 1914-1918 ...
Wer das Blutvergießen wollte und wem es nützte

Katholische und evangelische Kirche und Krieg heute


Seit je her versuchten die Kirchen, den Staat für die Bekämpfung Andersgläubiger zu benutzen, um die eigene Macht zu halten und sie auszubauen. In den letzten 200 Jahren ließ sich zudem folgendes beobachten: Wenn die Kirche am Boden lag, predigte sie meist den Krieg - im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche, während man Andersgläubige vielfach zu Sündenböcken für das damit verbundene Leid machte. Im Krieg wurden Menschen getötet und Länder wurden zerstört. Die Macht der Kirche jedoch blühte wieder auf. Das galt 1813 und 1870-1871 bei den Kriegen Deutschlands gegen Frankreich v. a. für die evangelische Kirche. Und so war es auch 1914-1918 und 1939-1945, und immer stärker auch für die katholische Kirche. Am Beginn des 3. Jahrtausends sinken die Kirchen erneut zu Boden. Wird ihnen vielleicht wieder ein Krieg helfen?

Einleitung

Zeittafel ab 1813

Zeittafel ab 1914

Je länger der Krieg, je voller die Kirchen

Evangelische Kirche heute: Krieg als "letztes Mittel" erlaubt

Anhang 1: Libanon-Krieg 2006 und Kriegsstimmung in der Kirche

Die Meldungen zum Gaza-Krieg Israels finden Sie auf den Seiten 2008-2 und 2009-1

Anhang 2: Afghanistan-Krieg seit 2001

Deutschland im heimlichen Angriffskrieg

Nahezu täglich getötete Zivilisten
Krieg gerät außer Kontrolle
Krieg immer schlimmer / USA schicken mehr Pfarrer
Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus"
Verhindert der Westen Friedensschluss mit Taliban in Afghanistan?
Joschka Fischer, Israel und der Afghanistan-Krieg
Schier unendliche Reihe der zivilen Opfer
Strategie der dunklen Mächte: Immer ein bisschen mehr Krieg
Welthungerhilfe mit Kritik an Bundeswehr
Luftangriff / Katholische Soldatenwallfahrt / Kirchlicher Freibrief zum Töten
Bundeskanzlerin: Getötete Zivilisten "kein Grund zur Kritik"
Über 100 Tote: Deutscher Oberst verweigert Vorwarnung der Menschen
Luftangriff galt den Menschen / Geht Vertuschung weiter?
Gesegneter Advent im Blutmeer Afghanistan
CDU/CSU möchte Soldaten nicht nur zur Selbstverteidigung töten lassen
Deutscher Oberst behinderte Aufklärung
Experte: "Wir bilden Kämpfer für die Taliban aus"
Angriff auf Tanklastzüge: Oberst Klein nennt sich "Christ"
Operation "Muschtarak": Schon 50 tote Zivilisten
Evangelischer Bischof gibt zu: Auch Kirche schickt Soldaten mit Waffenauftrag nach Afghanistan
Militärdekan redet Mysteriöses bei Trauerfeier / Der Gott Luthers begibt sich in Krieg hinein
Die Wiederauferstehung Martin Luthers in Afghanistan

Anhang 3: Weitere Nachrichten zum Thema "Kirche und Krieg"


Jahreslosung 2006: "Gottes" Beistand für Völkermörder - Kirchen entlarven sich
Das Spiel von Politikern und Militär mit dem Feuer / Warnungen werden ignoriert
Gefahr eines großen Krieges wächst
George W. Bush: Nach Tod direkt ins Paradies? Deshalb auf der Erde so schwer belehrbar?
Heinrichfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher
Ruanda: Der Verrat der Kirche an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth
Entenjägerin Hillary Clinton: Iran mit kompletter Auslöschung gedroht
Israelischer Historiker fordert Atombombenabwurf und Zerstörung des Iran
Beispiellose Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung, 68 % der Weltrüstungsausgaben
Israel-Iran - Fordert Israel Krieg von USA oder will man selbst angreifen?
Vizepräsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin: Irak-Krieg als "von Gott gegebene Aufgabe"
Die Philosophie des Westens über die "Guten" und die "Bösen"
Sarah Palin: Unter Umständen Kriegserklärung an Russland und Unterstützung eines eventuellen Krieg Israels
Ungeniert Kriege führen - Glaubenswahn um die Wiederkunft von Christus
Spanien: "Die Kirche sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug"
Obama-Berater: Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der Countdown?
Seit "Befreiung" des Landes: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak
Angriff Israels verhindert? - George W. Bush untersagte Überflugsrechte über Irak
Ist Krieg notwendig? Wer lügt? Barack Obama oder Jesus von Nazareth?

 

Wenn Kirchenvertreter heute im Gegensatz zu früheren Zeiten vom "Frieden" sprechen, so ist es notwendig, genauer hin zu hören. Hat sich die Kirche geändert? Oder hat sie nur ihre Strategie geändert, und wird nur mit dem "friedensbewegten" Zeitgeist gesäuselt? Indem man z. B. den besorgten Menschen mit Worten entgegen kommt, um ihnen dann am Ende doch wieder einen Weg zu den Waffen zu zeigen. So war es z. B. bereits beim Golfkrieg 1991 und beim Balkankrieg 1999. Erst beim Irakkrieg der USA im Jahr 2003 waren die meisten deutschen Kirchenvertreter dagegen - doch nicht grundsätzlich, sondern aus politischen bzw. auf die Situation bezogenen theologischen Gründen. Oder letztlich nur, weil der Krieg der Kirche noch zu wenig nützte?

Was taten die Kirchenoberen 1813, was 1870/71? Was 1914-1918 und was 1939-1945? Und wer ist der Inspirator ihrer Gedanken? Und in welches Gewand wird dieser sich in Zukunft kleiden? Im Afghanistan-Krieg (seit 2001) sind die Kirchenführer und ihre Militärgeistlichen jedenfalls wieder segnend dabei.

 

Nachfolgende Notizen sind Auszüge aus dem Buch Barbara Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär, Reinbek 1982 mit gelegentlichen kommentierenden Bemerkungen. Die Autorin, die das Wirken der evangelischen Kirche in den unterschiedlichen Zeitepochen untersucht, steht Martin Luther und der evangelischen Kirche trotz Kritik sehr nahe. Im 19. Jahrhundert war der Einfluss des Protestantismus in Deutschland - anders als heute - noch deutlich größer als der der römisch-katholischen Kirche. Im 20. Jahrhundert verschiebt sich die Gewichtung jedoch immer mehr Richtung römisch-katholische Kirche. So wäre eine vergleichbare Untersuchung auch für die katholische Kirche sehr sinnvoll.
Eine umfassende Darstellung der Lehre der römisch-katholischen Kirche über den Krieg anhand von Dogmen, Lehrsätzen und Katechismus-Aussagen sowie Aussagen von Päpsten und Bischöfen steht noch aus
(einige Ansätze dazu finden Sie in der Zusammenstellung Die katholische Kirche und der Holocaust).


Einleitung

Um einen islamischen Einfluss auf Europa zu verhindern, predigte Martin Luther im 16. Jahrhundert einen gnadenlosen Krieg gegen die Türkei. Die "Christen" sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Martin Luther ging einst rigoros gegen den Islam vor. Wer also im Krieg gegen den Islam ums Leben kommt, wurde von Luther selig bzw. heilig gesprochen. Auch den Soldaten, die bei den gnadenlosen Massakern an den aufständischen Bauern, ums Leben gekommen waren, hatte Martin Luther bereits das Himmelreich versprochen. Er schrieb: "Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergießen verdienen kann denn anders sonst mit Beten ... Steche, schlage, würge hie[r], wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl" (Wider die stürmenden Bauern, 1525, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften (= WA) 18,  S. 357-361). Martin Luthers Nachfolger folgten seinen Spuren. Im 30jährigen Krieg im 17. Jahrhundert massakrierten sich katholische und evangelische Heere gegenseitig, angetrieben von den jeweiligen Päpsten, Bischöfen, Priestern und Pfarrern, die den Soldaten wie gewohnt die ewige Seligkeit versprachen. Gleichzeitig ließen beide Kirchen Andersdenkende mit beispiellos bestialischer Gewalt verfolgen, foltern und ermorden (vgl. den Text Die wahre Weinnacht). Doch die Zeit der "Hexenverbrennungen" ist im Zuge der Aufklärung im späten 18. Jahrhundert allmählich zu Ende gegangen. Auch die Zeit der Ermordung Andersgläubiger im Gefolge der kirchlichen Inquisition. Auch für diese beiden Tragödien tragen die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche die Hauptverantwortung. Im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert gibt es dafür je zwei Kriege in Europa, deren Grauen immer größer wurde. Und auch hier sind die Kirchen wieder die treibende Kraft. Sie haben daran Zweifel? Dann lesen Sie selbst ...


Zeittafel

1813 - "Es gab keine einflussreicheren und besseren Propagandisten der nationalen Erhebung gegen Frankreich als die Pastoren. Nicht nur die [evangelisch-] reformierten. Auch die lutherischen Geistlichen wollten nicht mehr zurückstehen. Die Regimenter der Freiwilligen kamen mit ihren Fahnen zur Weihe in die Kirchen, bevor sie in Kampf und Tod zogen. Wenn die Soldaten ihren Eid leisteten, hörten sie die anfeuernden Worte eines Geistlichen ... Pazifisten wurden schlimme Folgen für das Jenseits angedroht ... Nicht ohne Genugtuung stellten die Pfarrer fest, dass ihre Kirchen, die mit der Zeit leerer geworden waren, sich wieder füllten." (S. 417)

Die Theologen predigten den Nationalismus, z. B. der Dichter und Theologe Ernst Moritz Arndt. "Hier liegt der Ursprung für jenen fatalen Satz, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll." (S. 418)

16.10.1813 - Der Tag der Völkerschlacht bei Leipzig: Im Vorfeld der Schlacht haben die deutschen Theologen die Menschen gegen Frankreich angeheizt. Kaiser Friedrich Wilhelm III. war dagegen ("Alle Welt weiß, dass ich den Krieg verabscheue"), konnte ihn aber nicht verhindern. 70.000 Franzosen kamen um und 50.000 der verbündeten Preußen, Österreicher und Russen. Das deutsche Heer feierte nach dem "Sieg" einen Dankgottesdienst auf einer Anhöhe mit Blick auf die Lutherstadt Wittenberg. Dabei ließ die Kirche die Überlebenden singen "Nun danket alle Gott". (S. 419 ff.)

1817 - Feier des 4. Jahrestages der gewonnenen Völkerschlacht und des 300. Jahrestages der lutherischen Reformation. Martin Luther wurde zum deutschen Nationalhelden für Protestanten und Katholiken. Auch katholische Predigten sind voll des Lobes für Luther, der [1813] "wie von selbst an die Seite Blüchers trat [General im Kampf gegen Napoleon]" (Der Kaufmann Karl August Varnhagen von Ense, zit. nach Beuys, S. 421). In vielen deutschen Städten finden ökumenische Gottesdienste statt, z. B. in Leutkirch und Bad Mergentheim. In Wittenberg wird das bekannte Lutherdenkmal errichtet.

1827 - Gründung der bekannten Evangelischen Kirchenzeitung. "Der Einfluss der ´Evangelischen Kirchenzeitung` auf Generationen von Pfarrern, nicht nur in Preußen, kann gar nicht überschätzt werden" (S. 432).
"Und was da stand, war handfeste Politik: Gegen die geringsten demokratischen Regungen, gegen eine Auflösung des Bündnisses von ´Thron und Altar`, gegen alle, die für einen Abbau der von Gott gewollten Unterschiede zwischen den Menschen, zwischen Herrschern und Beherrschten plädierten."

1834 - Der Landrat im Wuppertal lässt öffentliche Auftritte und Versammlungen von Pietisten, die sich ohne Pfarrer treffen, verbieten.
Pfarrer Schmidt aus Rödgen schrieb zuvor an den zuständigen Superintendenten, er sei überzeugt, dass die Behörde "in unserem Land dafür sorgen wird, dass nicht durch einzelne Finsterlinge ... das leibliche, vorzüglich aber geistige Wohl, und wäre es auch nur eines einzelnen, mutwillig auf eine empörende Weise gefährdet, verringert, zerstört werde." Der Superintendent erwirkt daraufhin beim Landrat das Verbot.

1844 - Die Evangelische Kirchenzeitung macht Stimmung gegen die immer mehr Verelendenden im Lande: Armut und Schmutz mache den unteren Klassen, "die Gott mit einer dicken, schwieligen Haut ausgestattet habe", gar nichts aus. Wer dies nicht glaube, sei des Teufels.

1845 - Die aufgeklärten "Protestantische Freunde" werden in Preußen verboten.

1847 - Mindener Volksblatt - "Das Konventikelwesen [ einzelne Gruppen innerhalb der Kirche ] ... greift auf eine sehr beunruhigende Weise um sich ... es steht das Schlimmste zu befürchten, wenn die Regierung nicht energisch einschreitet." "Der Ruf nach der Obrigkeit war auch hier das einzige, das den traditionellen Christen einfiel." (S. 442)

30.3.1847 - Toleranzedikt in Preußen: Erstmals ist es möglich, aus der Kirche auszutreten. Doch die evangelische und die katholische Kirche erhielten weiter massive Privilegien. Daneben gab es "geduldete Religionsgemeinschaften", welche an kirchlichen Ämter festhielten. Alle anderen galten als "Privatvereine", die jederzeit wieder verboten werden konnten.

1848 - Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt: Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für den geplanten Paragraph 17: "Jede Religionsgemeinschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheit selbstständig, bliebt aber den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen. Keine Religionsgemeinschaft genießt vor anderen Vorrechte durch den Staat; es besteht fernerhin keine Staatskirche." Doch die Kirchen bekämpfen die Entwicklung zur Demokratie heftig. Die ausgearbeitete Verfassung tritt nie in Kraft, die Revolution wird zerschlagen. Hier ziehen dann wieder die innerkirchlich angefeindeten Pietisten sowie "aufgeklärten" Pfarrer mit der totalitären Amtskirche an einem Strang. Wörtlich schreibt Barbara Beuys: "Im ganzen Land arbeiten derweil pietistische wie milde aufgeklärte Pfarrer mit aller Kraft daran, diese friedliche Revolution, die nicht Umsturz bringen, sondern den Weg zu gemäßigten bürgerlich-demokratischen Freiheiten öffnen sollte, zu Fall zu bringen." (S. 454)

"Das Gesamtbild während der Revolution ist eindeutig: Das feste Bündnis zwischen ´Thron und Altar`, zwischen den aristokratischen Mächten und den protestantischen Kirchen, stemmte sich gegen Änderungen und Demokratie - und blieb Sieger." (S. 456)

19. Jahrhundert - Alle Schulen und Lehrpläne wurden von den Kirchen kontrolliert.

Aufkommen des Sozialismus - Die protestantische Kirche bekämpfte ihn und stellte sich fest an die Seite der Obrigkeit. Die Kirchen werden immer leerer. Die Wende kam durch den Krieg gegen Frankreich 1870/71.

Anmerkung
:
Auch die ersten Versuche durch Sozialisten, eine Besserstellung der Frau zu erreichen, werden von den Kirchen energisch bekämpft. Frauen hatten nach wie vor kein Wahlrecht und waren rechtlich vielfach schlechter gestellt als Männer.

"Dann jedoch trat etwas ein, das dieses Problem schlagartig in den Hintergrund drängte ... und es kam wieder die große Stunde der evangelischen Prediger ... Problemlos knüpften die Geistlichen an die national-religiöse Begeisterung der Befreiungskriege an und setzten - wie einst gegen Napoleon - die Sache der Deutschen mit dem Willen Gottes gleich ... Und wieder tönte es von den Kanzeln, dass der Tod auf dem Schlachtfeld zu Märtyrern im heiligen Krieg macht." (S. 468 f.)

"Es ist die gleiche Koalition wie 1813: Eine Theologie, die gegen den Geist der Aufklärung in ihren Reihen kämpft, macht Gott zu einem deutschen Wesen ..." (S. 470)

"Ähnlich wie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon stellten die Pfarrer in diesem kurzen Krieg erfreut fest, ´dass ein Zustrom zur Kirche einsetze.` Und sie nutzten die Gelegenheit, die erschreckten Gewissen in ihren Dienst zu nehmen." (S. 472)

Der bekannte Theologe Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der Einrichtungen in Bethel, regte z. B. den Sedanstag als nationalen Feiertag an (Gedenktag an Sieg gegen das Heer Napoleons). So kommt es auch.

Doch nach dem erneut gewonnenen Krieg gegen Frankreich geht es mit den Kirchen wieder schnell bergab.

1874 - Neues Gesetz in Preußen: Es entfällt der Zwang zur Säuglingstaufe und zur kirchlichen Trauung. Bereits bis Ende des Jahres haben nach In-Kraft-Treten des Gesetzes 80 % der Paare in Berlin auf die kirchliche Trauung verzichtet und 40 % der Eltern auf die Säuglingstaufe.

1875 - Der Missionsverein des bekannten Johann Hinrich Wichern nennt sich jetzt "Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie".

Es gibt auch einzelne Ansätze eines kirchlichen Sozialismus zur Rettung der Kirche. Doch die Hauptlinie war eine andere. Z. B. 1893: Erlass des Innenministers an alle Regierungspräsidenten: Alle sechs Monate ist ein Bericht anzufertigen, wie die Sozialdemokratie bekämpft wurde. Der gleiche Erlass ging an den Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin. "Er sollte überlegen, mit welchen kirchlichen Maßnahmen man die staatlichen Stellen in dieser Sache unterstützen könne."
(S. 491)

Bekanntes Buch von Pastor Kapff, Der glückliche Fabrikarbeiter: "Es dürfen in der Fabrik nicht vielerlei Meinungen herrschen, sondern ein Wille, Plan und Gedanken, dem alle Einzelnen sich unterwerfen müssen ..." (S. 482)

Der Berliner Oberkonsistorialrat Johann Friedrich Baumann schlug den Fabrikanten folgenden "christlichen Liebesdienst" vor: Es sei "allen Arbeitern die Entlassung anzudrohen, die sich gegen Taufe und kirchliche Trauung entschieden." (S. 483)

Trotzdem: Immer weniger Menschen lassen sich einschüchtern: "In Hamburg gab es noch 1899 so wenig kirchliche Beerdigungen, dass niemand eine Statistik anlegte." (S. 468)

Um die Jahrhundertwende suchte die Kirche nach weiteren Möglichkeiten, die Menschen wieder zu gewinnen. Ein geeignetes Instrument war die Volksverhetzung gegen die Juden. So schürte die Kirche z. B. mehr und mehr den Antisemitismus. Über den bekannten Hofprediger Adolf Stöcker heißt es. "Den Erweckten im Siegerland gefiel diese Mischung aus Judenhass und sozialem Engagement" (S. 488). Sie wählten Stöcker in den Reichstag.
Beim Kaiser fiel Stöcker wegen seines kämpferischen Antisemitismus 1890 aber in Ungnade. Doch Stöcker ließ sich vom Staatsoberhaupt nicht einschüchtern und blieb dem kämpferischen Antisemitismus treu.

Doch die Kirchenaustritte nehmen weiter zu, allein 60.000 zwischen 1910 und 1913.
Bis 1914 wieder die Wende kommt.

"Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle Differenzen, unwichtig" - der 1.8.1914.
"Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen Frankreich funktionierten die evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu Gottes ureigenem Auftrag und erklärten, dass der Segen des Christengottes vor allen anderen auf deutschen Waffen ruhe" (S. 495).

Der Evangelische Oberkirchenrat jubelt und schreibt an alle Geistlichen und Gemeinderäte in Preußen: "Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf ... Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht." (S. 495)

Der Krieg baute sich auf und begann, und die Kirchenaustritte hörten auf. "Der Krieg bremste kurzfristig diese Fluchtbewegung. Die Kirche wurde wieder zum Zentrum." (S. 496)

In der Kirche wurden parallel dazu auch die völkischen Gedanken mehr und mehr verbreitet.
Z. B. durch Missionsinspektor Witte 1914: "Unsere 67 Millionen brauchen mehr Raum als die zu eng werdende Heimat."
(S. 496 f.)

"Die allermeisten Pfarrer hatten keine Hemmungen, ihre Theologie auch ganz praktisch in den Dienst des Krieges zu stellen. Von den Kanzeln ermunterten sie ihre Gemeinden, ihr sauer verdientes Geld in Kriegsanleihen anzulegen. Nicht selten lagen im Kirchenraum die Unterlagen, mit denen man dem Wort des Pfarrers sofort Taten folgen lassen konnte."

"Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das ´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern." Und: Kaiser Wilhelm II ... verstand sich als ein ´Instrument` Gottes und dessen ´auserwähltes Rüstzeug`. Zugleich war der Monarch ein traditionsbewusster evangelischer Christ." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

Es gab Millionen von Gefallenen, und das Leid in den Familien war groß. Doch die Kirche spielte den Tröster. So z. B. Oberhofprediger Bruno Doehring beispielhaft zu einer Witwe: "Fängst Du an zu verstehen, warum wir dich glücklich preisen? Einmal, weil dein Mann zu Gott gegangen ist, und sodann, weil er auf dem schönsten aller Wege zu ihm zu gehen gewürdigt ist ... Gott und Vaterland! Sie forderten ihn von dir. Wem hättest du ihn wohl lieber gegeben?" (S. 497)

Der Frankfurter Pfarrer Johannes Kübel, auch er beispielhaft für viele, lehrte, der Krieg sei ein göttliches Gebot. (S. 498)
"Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit solchem kriegerischen Eifer in den Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln ... Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und Krieg führt.`"
(S. 498; vgl. Der Theologe Nr. 3)

1916 - Hirtenbrief des bayerischen evangelischen Oberkonsistoriums. Es ist ein Appell, im Krieg durchzuhalten.

1917 - Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Sachsen wendet sich gegen die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung: "In Luthers Sinn und Geist alle Verzagtheit zu verbannen ..." (S. 500)

1917 - Wittenberg - Festansprache zum Reformationstag durch den bekannten Pfarrer Otto Dibelius, nach dem 2. Weltkrieg Mitbegründer der EKD in der Bundesrepublik Deutschland, hier noch ein junger Pfarrer: "Mehr als 80.000 Gefangene sind eingebracht ... Ja, das ist eine herrliche Kunde für jedes deutsche Herz." (S. 500)
In Berlin predigt Pfarrer Paul Conrad "zu Ehren Luthers". (S. 500)
"Um den Krieg doch noch zu gewinnen, fasst er [der Historiker Hartmut Lehmann] die Stimmung zusammen, sollten die Deutschen sich Luther mit seinem Gottvertrauen und mit seinem unbeugsamen Kampfeswillen zum Vorbild nehmen. Lehmann: ´Luther avancierte zum Deutschen schlechthin` ... Während auf den Schlachtfeldern im Westen die oft sehr jungen Soldaten mit der Parole ´Gott mit uns` in den Tod liefen, organisierten die Pfarrer die Heimatfront" (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29).

"Die Mehrzahl der Protestanten identifizierte sich mit einer Huldigungsadresse, die zweihundert deutsche Feldgeistliche und Theologieprofessoren 1917 von einer Kriegstagung in Brüssel an den Kaiser schickten. Darin gelobten sie, ´mit dem tapferen Westheere treulich auszuhalten bis zu einem siegreichen Ende`." (S. 501)

1918 - Nach dem verlorenen Krieg galt: "Uneinsichtigkeit über das Ende hinaus".

"Denen, die um ihre Toten trauern, soll gesagt werden, dass die heiligen Opfer mitwirken zur Auferstehung unseres Volkes." (Kirchliche Position, zit. nach Beuys, S. 502)

"Vor 90 Jahren [1918-2008] endete der 1. Weltkrieg, der in Europa fast 20 Millionen Todesopfer forderte. Das deutsche Kaiserreich ging in einer Revolution unter. Eine Niederlage für die protestantische Pfarrerschaft, die zuvor die Heimatfront organisiert hatte und mit Luther den Kampfeswillen stärken wollte." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

1919 - Kirchliches Jahrbuch: "Wo bleibt Gottes Gerechtigkeit?" Lutherische Theologen zogen Gott zur Rechenschaft, "weil dieser die Anstrengungen, die Leistungen, den Glaubenseifer seiner Getreuen nicht honoriert hatte" und Deutschland den Krieg verloren hatte. (S. 503)

Ab 1918 - Zwangsläufiges Ende der Staatskirche; Beginn des Kirchensteuersystems, das später unter  Adolf Hitler weiter ausgebaut wurde.

Anmerkung:
Der Katholik Hitler zahlte übrigens bis zu seinem Lebensende 1945 seinen Kirchenbeitrag stets vollständig und pünktlich, während es bei anderen Steuern teilweise erhebliche Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Steuerbehörden gab.

Die Kirchenführer jubeln erneut:
"Nach dem ersten Schock erkannten führende Kirchenmänner, was sie gewonnen hatten; eine noch nie da gewesene Unabhängigkeit und zugleich - so vollständig war die Trennung von Staat und Kirche denn doch nicht - eine feste Einnahmequelle durch das Kirchensteuersystem."
(S. 505)

Otto Dibelius, jetzt Superintendent, veröffentlicht im Jahr 1926 ein Buch über das 20. Jahrhundert, "Das Jahrhundert der Kirche": "Wir haben eine Kirche. Wir stehen vor einer Wendung, die niemand hatte voraussehen können. Das Ziel ist erreicht! Gott wollte eine evangelische Kirche." (S. 505)

Gleichzeitig nimmt die Judendiskriminierung durch die Kirche immer stärkere Ausmaße an.

 

Wie es weitergeht, lesen Sie im Theologen Nr. 4 -
Die evangelische Kirche und der Holocaust


"Je länger der Krieg dauerte, je voller die Kirchen"

Ein Beispiel:
"Je länger der Krieg dauerte, je christlicher wurden die Gedanken und je voller die Kirchen."
(Der damalige Offizier Günther Strahl anlässlich der vollen Kirchen in Deutschland zu Weihnachten 1944; zit. nach "Weihnachtsbaum und Hakenkreuz", eine Fernseh-Dokumentation von Martin Hübner, MDR 2002)

 

Als Beispiel für die Kriegsbegeisterung auf römisch-katholischer Seite sei an dieser Stelle auf Kardinal Michael Faulhaber und Kardinal Clemens August von Galen (1878-1946; im Volksmund "Löwe von Münster") genannt hingewiesen. Bischof von Galen war z. B. ein Einpeitscher, die die deutschen Soldaten regelrecht in den Krieg trieb und ihnen im Todesfall das ewige Paradies versprach. Er wurde im Jahr 2005 selig gesprochen. Siehe dazu im Anhang unsere Meldung  Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers.

 

Das Unglück der Menschen ist das Glück der Kirche (Sprichwort)

 




Evangelische Kirche heute

Krieg als "letztes Mittel" erlaubt

In den letzten ca. 200 Jahren ließ sich folgendes beobachten: Immer wenn die evangelische Kirche in Deutschland am Boden lag, predigte sie den Krieg – im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche. Menschen wurden getötet, Länder wurden zerstört und die Kirchen hatten wieder großen Zulauf. So war es 1813 und 1870/71 bei den Kriegen gegen Frankreich, so war es 1914, so war es auch 1939 (siehe oben).

Und wie ging es nach 1945 weiter? Die Kirchen trieben die Wiederbewaffnung Deutschlands voran, befürworteten die Atomrüstung der Westmächte und übten sich schon einmal in der Verharmlosung apokalyptischer Schreckenszenarien. So erklärte z. B. der mittlerweile zum EKD-Vorsitzenden beförderte Landesbischof Karl Otto Dibelius in der Broschüre Militärkirche oder kirchlicher Friedensdienst (Potsdam 1957): Selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben" (zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259).

Doch einem von vielen Menschen befürchteten endzeitlichen 3. Weltkrieg würden nach Einschätzung von Militärexperten kleinere Kriege voraus gehen, die sich dann allmählich ausweiten würden. Die beiden Golfkriege und der Kosovo-Krieg können bereits in einem solchen Zusammenhang betrachtet werden. Beim ersten Golfkrieg 1991 hörte man da Ja der Kirche zum Krieg als "letztem Mittel"; ebenso beim Balkankrieg 1999. Am Beginn des 3. Jahrtausends stimmte man vorwiegend aus theologischen Gründen dann allerdings gegen den Krieg der USA gegen den Irak. Die Bedingungen für eine kirchliche Zustimmung seien nicht erfüllt. Beim Krieg Israels gegen den Libanon 2006 hielt man sich weitgehend zurück, und die kirchlichen Stellungnahmen reichten von einer Forderung nach Waffenstillstand bis zur Anfeuerung Israels (siehe unten). Maßgeblich für die kirchliche Bewertung ist u. a. die Schrift Schritte auf dem Weg des Friedens, die im Jahr 1993 von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Osnabrück verabschiedet wurde.

Darin heißt es: "Erlittenes Unrecht im Sinne der Bergpredigt selbst hinzunehmen und zu ertragen ist das eine – den Nächsten aber in Gefahr für Leib und Leben grundsätzlich ohne Schutz und Hilfe zu lassen, ist das andere. Auf militärische Gewalt in allgemeiner Weise als Mittel zur Verhinderung von Aggression zu setzen ist das eine – sich militärische Gewalt als ultima ratio vorzubehalten, von nichtmilitärischen Formen des Drucks, der Deeskalation und gewaltfreien Mitteln weitestgehend Gebrauch zu machen und den Grenzfall des militärischen Einsatzes wirklich Grenzfall sein zu lassen, ist das andere."

Was also nun? Ob als Ergebnis dieser Schaukel-Theologie nun der Krieg befürwortet oder verneint wird, darin kann man sich nie sicher sein.

Im evangelischen Religionsunterricht weist man in diesem Zusammenhang von Krieg und Gewalt gerne auf den bekannten evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer hin, der seine Verwicklung in das Attentat gegen Hitler im Jahr 1944 mit folgendem Vergleich begründete: Wenn ein betrunkener Autofahrer die Straße entlang fährt, wäre es nicht genug, die Fußgänger zu warnen. Man müsste dem Fahrer auch ins Lenkrad greifen und ihn vom Steuer wegreißen.
Das klingt zunächst vernünftig. Doch ist dieser Vergleich zutreffend? Damit ließe sich nämlich jeder Krieg gegen die jeweiligen Machthaber der anderen Seite rechtfertigen, und dies wurde im kirchlichen Religionsunterricht auch seither versucht. (Anmerkung: Der Verfasser war selbst von 1984-1992 im Lehramt für Evangelische Religion tätig). Außerdem kann der Vergleich von Dieter Bonhoeffer schon aus dem Grund nicht auf Kriege angewendet werden, da er die zahllosen zivilen Opfer der angeblichen "Rettungsaktion" nicht berücksichtigt. Wenn man also einen Betrunkenen vom Steuer eines Autos reißt, kommen keine Tausende von Zivilisten dabei um, und es werden auch keine Tausende von Existenzen dadurch zerstört.
Dietrich Bonhoeffer wurde übrigens von seinen Freunden in der englischen anglikanischen Kirche im Jahr 1939 gebeten, ein Wort gegen die deutsche Mobilmachung und den drohenden Weltkrieg zu sprechen. Dietrich Bonhoeffer kam dieser Bitte allerdings nicht nach, weil er seinen "Brüdern" in der Bekennenden Kirche, in der die Kriegsdienst- und Kriegsbegeisterung ausgebrochen war, nicht in den Rücken fallen wollte. Hier kann man dann auch einmal fragen: "Was ist für einen Theologen am wichtigsten?" Dietrich Bonhoeffer wörtlich: "So würde ich meinen Brüdern einen ungeheuren Schaden zufügen, wenn ich in diesem Punkt Widerstand leistete" (Eberhard Bethge, Bonhoeffer, Reinbek 1976, S. 72).

Siehe auch folgende ddp-Meldung vom 16.11.2009 unter der Überschrift Evangelische Kirche für Beibehaltung des Wehrdienstes:
"Die Evangelische Kirche tritt für eine Beibehaltung des Wehrdienstes für alle ein. Ohne eine allgemeine Wehrpflicht würde das jetzt schon starke Desinteresse junger Männer an der Bundeswehr noch zunehmen, sagte der leitende Militärdekan für Ostdeutschland, Helmut Jakobus, auf der Synode der evangelischen Landeskirche Anhalt in Dessau. Auch die Evangelische Kirche sei gefordert, den Soldaten Rückhalt für ihren Dienst zu geben".

Afghanistan-Krieg: Typisch auch, wie eine kritische Äußerung der EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Margot Käßmann politisch und kirchlich soweit zurecht gestutzt wird, dass sie zur aktuellen politischen Mehrheitslage passt und wie auch die Landesbischöfin um Anpassung an die Kriegsfraktion ringen und schließlich nachgeben muss. Wäre sie Jesus von Nazareth gefolgt, wäre sie als EKD-Ratsvorsitzende schon früher nicht mehr tragbar gewesen. Sie scheiterte schließlich an einer Volltrunkenheitsfahrt.
Siehe z.B. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.
fcgi/2010/0105/politik/0033/index.html
Mehr zum Afghanistan-Krieg.

 

"Der ungeheuerlichste und unglaublichste Satz im Neuen Testament ist der von Jesus: ´Niemand kommt zum Vater denn durch mich.` Das ist der Satz, der uns von allen anderen Religionen unterscheidet."
(Volker Kauder, der intensiv gläubige evangelisch-lutherische Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im deutschen Bundestag. Er "
steht in der Kritik, Waffenexporte der Firma Heckler & Koch zu unterstützen und bei der Abwicklung von Aufträgen zu helfen. Die Wochenzeitung Die Zeit nennt Kauder einen ´gewichtigen Fürsprecher` des in seinem Wahlkreis ansässigen Waffenherstellers. Ein Zusammenhang zwischen hohen Spenden der Firma an die CDU und eines Einsatzes von Kauder für Heckler & Koch wird aber seitens der Firma verneint." (Wikipedia, Stand: 9.9.2009))


Lesen Sie auch mehr zum Thema
: "Die katholische Kirche und der Krieg" in:

Der Theologe Nr. 27:
Der Kreuzzugsprediger: Kardinal von Galen trieb die Soldaten in den 2. Weltkrieg
Der Theologe Nr. 29:
1000 Jahre Bistum Bamberg - kein Grund zum Feiern


 





Anhang Nr. 1: Libanon-Krieg 2006

Zum Gaza-Krieg 2008/2009 siehe unsere Berichte hier


19.7. / 27.10.2006 - Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg? War es ein gerechter Krieg? Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche - "Pünktlich" drei Tage nach der Fußball-Weltmeisterschaft begann am 12.7. der von vielen voraus geahnte neue Nahost-Krieg. Im Zusammenhang des Weihnachts-Urbi-et-Orbi von Benedikt XVI. war verschiedentlich gemutmaßt worden, dass die derzeitige Regierung der USA das Fußball-Großereignis in Deutschland noch abwartet, um dann in irgendeiner Form gegen den Iran loszuschlagen (siehe dazu unsere Meldung vom 25.12.2005). Am 19.7.2006, eine Woche nach Beginn des neuen Krieges, verbreiteten die New York Times in den USA und The Guardian in Großbritannien die Meldung, dass Israel anscheinend in enger Absprache mit der Regierung Bush handele. "Washington habe Israel ein Zeitfenster von einer Woche eingeräumt, um die Infrastruktur der militanten Hisbollah zu zerstören", die bekanntlich vom Iran unterstützt wird (Focus online, 19.7.2006; siehe dazu auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427836,00.html). "Israels Militäroffensive im Libanon sei lange geplant gewesen", glaubt auch der israelische Historiker Tom Segev (Spiegel online, 19.7.2006). "Israel habe von den USA eine ´carte blanche` (= Freibrief, Blanko-Vollmacht) für eine Ausweitung der Angriffe gegen Hisbollahziele im Libanon", sagte zudem ein Armeesprecher Israels, der anonym bleiben möchte (Spiegel online, 21.7.2006). Und vielleicht hat der gläubige protestantische US-Präsident George W. Bush (er wurde einst vom "Evangelisten" Billy Graham für den kirchlichen Glauben bekehrt) auf eine Art "Wunschzettel" für mögliche Entwicklungen zurück gegriffen, als er Syrien am 19.7. scharf attackierte und in diesem Zusammenhang erklärte: "Mir kommt´s so vor, als wollten die Syrer wieder in den Libanon" (Focus online, 20.7.2006). Zum Zeitpunkt des etwas überraschenden Wortbeitrags des Präsidenten waren allerdings die Israelis wieder dort eingedrungen und nicht die Syrer, die 2005 als bisherige "Schutzmacht" ihre Truppen unter dem Jubel der libanesischen Bevölkerung zurückgezogen hatten. Mittlerweile hat auch der US-amerikanische Journalist Seymour Hersh Indizien dafür zusammengetragen, dass der Libanon-Krieg für die Bush-Regierung ein "Testlauf für einen Iran-Krieg" gewesen sein soll
(Siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431774,00.html)
.


Ganz selbstverständlich können die Kirchenchristen bei ihrer Beurteilung des Krieges die in ihrem Glaubensbekenntnis verankerte "Lehre vom gerechten Krieg" anwenden, der auch für die evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland bis heute verbindliche Glaubenslehre ist. So wird in der Augsburger Konfession gelehrt, "dass Christen mögen ... Übeltäter mit dem Schwert strafen [und](,) rechte Kriege führen" (CA XV), und jeder Pfarrer wird darauf vereidigt. Am direktesten sprach bisher der bekannte Politologe, Buchautor und häufige Referent auf Kirchentagen und in kirchlichen Kreisen, Dr. Matthias Küntzel, von einem "gerechten Krieg" (Spiegel online, 23.7.2006) - im Gegensatz zur UNO, deren Vertreter in diesem Krieg z. B. "Verstöße gegen internationales Recht" beklagte (25.7.2006). Zwar hatten sich der Papst und der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber während des Krieges der UN-Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand angeschlossen, doch vor allem innerhalb der evangelischen Kirche griff vielfach unverhohlene Kriegsstimmung um sich. So heißt es z. B. im Leitartikel von Johannes Gerloff in dem angesehenen evangelischen Wochenmagazin idea-spektrum (29/2006): "´Israel muss die Hisbollah total vernichten.` Darin sind sich die messianische Jüdin Alice aus Naharija und der arabische Christ Nabil aus Mrar einig." Und: "Die größte Angst der Israelis kommt immer wieder zur Sprache: dass der Druck der Weltöffentlichkeit Israel einmal mehr zwingen könnte, eine Militäraktion vorzeitig und unvollendet abbrechen zu müssen." Dies klingt wie eine Drohung gegenüber europäischen Vermittlern wie Javier Solana oder der französischen Regierung oder Joschka Fischer, die sich um einen sofortigen Waffenstillstand bemühen, um weiteres furchtbares Leid zu verhindern. Und dann lässt die evangelische Zeitung am Ende ihres Kommentars eine vielleicht versteckte Aufforderung zum Krieg gegen den Iran folgen: "Wer dem mörderischen Ungetüm das Genick brechen will, muss sich nach Teheran wenden."
PS: Auch der bekannte römisch-katholische Fernsehkorrespondent Ulrich W. Sahm (ntv), gleichzeitig Mitarbeiter der römisch-katholischen Nachrichtenagentur KNA, stand hinter den Angriffen der israelischen Armee. Sein Argument: "Die Kriegserklärung ging vom Libanon aus" (idea spektrum Nr. 31/2006).


Einmal mehr wird der große Friedensstifter Jesus von Nazareth damit von den Kirchenchristen auf böse Art und Weise verhöhnt
. Denn Jesus sprach niemals von totaler militärischer Vernichtung eines Gegners oder einer Angst, einen Krieg vorzeitig abbrechen zu müssen oder davon, einem Gegner das Genick zu brechen. Nicht einmal von einem "gerechtfertigten" "Verteidigungskrieg". Jesus lehrte in der Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5 - 7): "Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen." Wem dies ethisch zu anspruchsvoll erscheint oder aus einer Betroffenheit heraus augenblicklich unannehmbar, der sollte sein Denken und Empfinden dann aber nicht "christlich" nennen. Und Jesus lehrte auch ganz schlicht und für jeden sofort verständlich:
"Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!" Dies ist gleichbedeutend dem bekannten Sprichwort "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Oder Jesus weiter: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge." Oder: "Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen." Das also ist der christliche Beitrag zum Nahost-Krieg im Gegensatz zu vielen anti-christlichen evangelischen Beiträgen. Auffällig ist, dass sich viele Nachfolger Martin Luthers nicht einmal mehr die Mühe machen, Jesus zu widerlegen. Auch jammern sie gar nicht mehr herum, dass es doch so "schwer" sei, seine Lehre zu befolgen und man leider "notgedrungen" das Gegenteil von dem tun müsse, was er lehrte. Jesus von Nazareth wird immer häufiger einfach ignoriert.

Selbst das Alte Testament, gleichermaßen die Glaubensgrundlage des Judentums und der Kirche, wird vielfach ignoriert und damit stellenweise praktisch für bedeutungslos erklärt. Denn das Alte Testament lehrt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21, 24). Bekanntlich hat Jesus auch diesem Satz, der einem Geschädigten erlauben soll, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, deutlich widersprochen (siehe dazu Matthäus 5, 38 ff.). Doch dessen Lehre hat man ja eh´ schon über Bord geworfen. Nun stünde aber auch im Alten Testament geschrieben: Vergeltung mit Gleichem, nicht mit Unverhältnismäßigem. Doch man hielt sich in diesem Krieg auch nicht an dieses Gebot im Alten Testament, sondern riss sinngemäß für ein Auge Hunderte von Augen aus und für einen Zahn Hunderte von Zähnen. Wäre man stattdessen nach dem alttestamentlichen Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (bzw. "Auge für Auge, Zahn für Zahn") vorgegangen, so wäre also auf eine Entführung oder einen Terror-Anschlag eine Vergeltung gleichen Ausmaßes erfolgt.

Für die Kirchenchristen in der US-Regierung und ihre Gesinnungsfreunde in den deutschen Kirchen zählt es jedoch zum legitimen Recht, ein Unrecht x-fach vergelten zu dürfen bis zur Ausrottung eines Verursachers, was auch mit der Ausmerzung zahlloser Unbeteiligter verbunden ist. Und im Alten Testament gibt es andere Stellen, an denen ein solches Verhalten auch religiös gerechtfertigt wird. Zudem glauben Millionen von Bibelanhängern, v. a. in den USA, dass ihr evangelischer bzw. kirchlicher Gott in der so genannten "Endzeit" der Armee Israels den militärischen Sieg schenkt und alle ihre Gegner
vernichtet, und dass sich die Israelis anschließend zum kirchlichen Glauben bekehren. In diesem Sinne biegt man sich teilweise gefälschte Bibelstellen aus dem Alten Testament (so z. B. in Hesekiel 38 und 39) oder der Offenbarung des Johannes (z. B. 14, 20) zurecht. Siehe dazu:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5782498_TYP_THE_NAV_REF3,00.html
Im Gegensatz dazu ist auch die Verheißung an den Propheten Abraham zu bedenken, in der es heißt: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden" (1. Mose 12, 3). Wie aber müsste eine Politik aussehen, die zum "Segen" auch für die anderen "Geschlechter" bzw. Völker würde? Zudem heißt es sowohl im Alten als auch im Neuen Testament: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Wenn diese geistige "Gesetzmäßigkeit" zutreffend ist, kann sich jeder selbst ausrechnen, was bald auf diejenigen zukommt, die in den letzten Wochen anderen großes Leid zufügten, gleich, auf welcher Seite sie stehen. "Es wurde so viel Hass gesät", berichten Menschen vor Ort (siehe http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,432616,00.html) und dies gilt wohl für Menschen in Israel und im Libanon. "F
ast der ganze Südlibanon ist eine Ruinenlandschaft", schreibt z. B. Spiegel online (15.8.2006), und was werden wohl die Flüchtlinge denken, die in ihre Häuser zurückkehren wollten und dort jetzt nur noch eine Ruine finden (siehe dazu auch http://focus.msn.de/politik/nahost/beirut_nid_33705.html über die Situation in Beirut). Noch wenige Stunden vor Kriegsende wurden die Angriffe mit auch in militärischen Kreisen heftig kritisierten Streubomben intensiviert, von denen 100.000 noch nicht explodiert seien und in der "Nachkriegszeit" weiter täglich Menschen töten (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,434435,00.html). Während des Krieges wurden zudem Phosphorbomben abgeworfen, die demnächst als chemische Waffen geächtet werden sollen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,443964,00.html). Und schließlich hat die israelische Armee auch die im Jahr 1997 von 152 Staaten geächteten Landminen eingesetzt (http://www.focus.de/politik/nahost/un_nid_40121.html).  Und ein Krieg zieht auch weitere Kreise: Bei einem Angriff soll z. B. auch der Bruder eines libanesischen Studenten aus Kiel ums Leben gekommen sein. Und dieser versuchte später wiederum, zwei Bomben in deutschen Regionalzügen zu zünden. Nach Ansicht von Experten sind solche privaten Tragödien oft der Auslöser dafür, dass sich jemand dem Terrorismus zuwendet. Wie also könnte man demnach den Terrorismus wirksam bekämpfen?

Anmerkung
: Im Jahr 1982 kam es im Libanon sogar zu einer massiven Kriegshandlung einer angeblich "christlichen" Armee: Damals verübte die so genannte Phalangisten-Armee der kirchenchristlichen Maroniten das Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila nahe Beirut. Die israelischen Besatzer hielten den Maroniten dabei den Rücken frei. 2.500 Palästinenser wurden wahllos ermordet, nachdem zuvor der maronitische libanesischen Präsidenten Baschir Gemayel ermordet wurde und man Palästinenser als Drahtzieher vermutete. Die Maroniten erkennen den römisch-katholischen Papst im Rom als ihr Oberhaupt an (Näheres dazu bei http://de.wikipedia.org/wiki/Sabra_und_Schatila).

Zum Kriegsverlauf
: Während drei bekannte israelische Schriftsteller (David Grossmann, A. B. Yehoshua, Amoz Oz) in der letzten Kriegsphase ein sofortiges beidseitiges Ende der Angriffe forderten (Haaretz, 6.8.2006) und auch Rolf Verleger vom Zentralrat der Juden in Deutschland die Fortsetzung des Kriegs kritisierte (siehe http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/430907.html), meldete sich zu diesem Thema in Deutschland auch der außenpolitische Sprecher der CDU, das Vorstandsmitglied Eckart von Klaeden, zugleich Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, zu Wort. Er warf der Hisbollah vor, möglichst "viele Tote unter der Zivilbevölkerung beider Seiten" herbeiführen zu wollen (Bild, 5.8.2006). "Wir dürfen auf diese menschenverachtende Strategie nicht hereinfallen", so der führende evangelisch-lutherische Politiker. Was sollte das nun praktisch heißen? Es war offenbar eine weitere Rechtfertigung dafür, dass der Krieg erst einmal weitergehen müsse. Eine andere Rechtfertigung lautete seit dem 1.8.2006, der Krieg sei eine notwendige "Vorbereitung für die internationale Friedensmission" im Libanon, die seither vorbereitet wurde.
Dabei könnten folgende Entwicklungen allerdings eine Warnung sein: Nach dem Irak-Krieg der USA wurde das Land zur Operationsbasis für Terroristen (ca. 6.500 Todesopfer seit "Kriegsende", davon ca. 40 getötete US-Soldaten monatlich, tägliche Selbstmordattentate). Und auch seit dem Afghanistan-Krieg der NATO verfällt dieses Land zunehmend in Terror und Chaos und die im Krieg scheinbar besiegten Taliban kommen wieder. 
Im Libanon kommen zu den Todesopfern und Verletzten momentan auch wirtschaftliche Schäden in Höhe von ca. acht Milliarden Euro hinzu, das Ausmaß der Ölpest noch nicht mit eingerechnet. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,432293,00.html). Der Krieg hat solche "ökologischen Schäden" verursacht, dass auch die Landwirtschaft, die Lebensgrundlage der Bevölkerung, auf lange Sicht zerstört ist. "So hätten etwa die israelischen Luftangriffe auf den Süden des Libanons so schwere Umweltschäden angerichtet, dass dort die nächsten Jahre nicht mehr an Landwirtschaft ... zu denken sei" (dpa, 27.10.2006).

PS: Wer soll dafür aufkommen und wie genau soll denn die "internationale Friedensmission" die Friedens- und Versöhnungsbereitschaft der Bevölkerung fördern?

Im Nachbarland Syrien war in den letzten Kriegstagen "die Wut kaum noch kontrollierbar", so der Imam Muhammad al-Habash. Spiegel online schreibt: "´Das Volk glaubt, es habe die religiöse Pflicht, den Besatzern Widerstand zu leisten`, sagt er und erzählt von Familien in seinem Bekanntenkreis, deren Söhne sich in den letzten Tagen in den Dschihad verabschiedet haben. Vermutlich in den Libanon, da Syrien der Frustration noch kein Ventil bietet. Al-Habash ist ein Geistlicher, der für seine Weltoffenheit und Toleranz bekannt ist. ´Aber jedes Mal, wenn die Menschen hier Opfer von Israel werden, wird die Stimme der Gemäßigten immer leiser. Wir verlieren an Glaubwürdigkeit`, beklagt er. ´Wenn der Krieg weiter eskaliert, wird sich unser Volk von nichts mehr aufhalten lassen`" (10.8.2006).
Nun ist der Krieg tatsächlich kurzzeitig eskaliert, doch mittlerweile haben alle Seiten der UN-Resolution für eine Waffenruhe zugestimmt. Doch werden sich nun z. B. alle Kämpfer, die gerade erst in den Dschihad gezogen waren, der Führung der Hisbollah beugen, wenn diese die Waffen niederlegt? Oder ist das Leid des gerade gestoppten Krieges und der akuten Kriegsfolgen nicht schon der Keim für den nächsten Krieg? Auch die israelische Regierung hat bereits die Fortsetzung des Krieges angekündigt, wenn die Hisbollah sich nicht entwaffnen lässt. Währenddessen bauen jüdische Siedler im besetzten Westjordanland weiter illegal Häuser auf Grundstücken von Palästinensern, was von der Regierung geduldet wird. (http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/448497.html). Man hört jedoch auch von einem jüdischen Rabbi, der palästinensischen Opfern beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern oder bei der Ernte hilft.
Die deutsche Regierung hat sich ebenfalls in den Konflikt hineinziehen lassen und schickte 2.500 Soldaten im Rahmen der UN in den Libanon, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden.
(siehe dazu z. B. http://www.netzeitung.de/deutschland/433054.html).

 





Anhang Nr. 2: Afghanistan-Krieg seit 2001
(Weitere Meldungen zum Afghanistan-Krieg siehe auch im Anhang Nr. 3 unter Weitere Nachrichten)

13.3. / 24.5.2007 - "Wir fliegen in den Krieg" - Deutschland im heimlichen Angriffskrieg - Im krassen Widerspruch zum deutschen Grundgesetz beschloss der deutsche Bundestag mehrheitlich die Entsendung von Kampfbombern in den Afghanistan-Krieg, den so genannten Tornados (auch die Fraktion der GRÜNEN stimmte mehrheitlich dafür, wie schon für den Kosovo-Krieg und für den Beginn des Afghanistan-Krieges). Zwar werfen die Deutschen die Bomben nicht selber ab, sondern sagen "nur" der USA, wohin diese die Bomben werfen müssen. Doch der Unterschied ist minimal. Da keine der afghanischen Kriegsparteien Deutschland bis dahin etwas getan hat, handelt es sich um einen Angriffskrieg. Die USA führen solche "präventiven" Angriffskriege "gegen den Terror" ohne Zustimmung der UNO seit Ende 2001 und wollen auch die Deutschen immer weiter mit hinein ziehen. Denn man braucht die eigenen Kapazitäten wohl schon für die nächsten Kriegsziele.
Um die überwiegend kriegsunwillige deutsche Bevölkerung ruhig zu halten, denken sich die Politiker trickreiche Konstruktionen aus: So heißt es, die Bundeswehr wäre im Rahmen des von der UNO eingesetzten ISAF-Einsatzes (International Securitiy Assistance Force) tätig. Gleichzeitig ist sie aber auch Teil des andauernden weltweiten Krieges mit den Namen "Enduring Freedom", der unter dem Oberkommando der USA geführt wird und der mit der UNO nichts zu tun hat. Im Rahmen dieses Krieges sind seit 2001 auch Tausende unschuldiger Zivilisten getötet worden. Das wird jedoch gerne verheimlicht. Denn ein großer Teil der Bevölkerung hat in der Schule auch noch gelernt, Deutschland übe sich in "De-Eskalation" von Konflikten, nicht im Führen von Kriegen, wie es seit 1999 (Kosovo-Krieg der Regierung Schröder (evangelisch) / Fischer (katholisch)) praktiziert wird.

Eine Verfassungsklage der Abgeordneten Peter Gauweiler (CSU) und Willi Wimmer (CDU) gegen den erweiterten Kriegseinsatz Deutschlands in Afghanistan wurde bereits abgewiesen. Auch die Klage der Linkspartei wurde abgewiesen. Derweil schaffte die Bundeswehr erste vollendete Tatsachen. "Wir fliegen in den Krieg", schreibt Bild am 3.4.2007.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom:      23.9.2006      28.10.2006      7.1.2007
sowie den Artikel: Die Lunte brennt - Wohin treibt der Afghanistan-Krieg? vom Dezember 2001
http://www.das-weisse-pferd.com/01_12/afghanistan.html

Für den Krieg müssen wir auch wieder Millionen oder gar Milliarden Euro an Steuergeldern aufbringen, die woanders fehlen. Z. B. gehen alleine die Unterhaltskosten der Tornado-Flotte in die Zig-Millionen. Nach einer Stunde Flug muss das Kriegsflugzeug nämlich 20 Stunden gewartet werden (AP, 13.4.2007), und bis jetzt erlitten nur bei Übungen schon 44 Tornados Totalschaden durch Abstürze, Kollisionen und Brände.
Und glaubt die deutsche Regierung Merkel-Müntefering im Ernst, dass die Islamisten, die in Afghanistan vor dem NATO-Angriff im Jahr 2001 die Regierung stellten, ohne schlimme Folgen für die Bundesrepublik Deutschland und die anderen NATO-Staaten einfach von der Erdoberfläche weggebombt werden können? Vielmehr gilt, was schon in der Bibel (Galaterbrief 6, 7) steht: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Das heißt z. B. auch: "Wer Krieg sät, wird Krieg ernten."

PS: Die Kirchen lehren jedoch, dass dies nur manchmal so ist, nicht immer. Und Angela Merkel ist evangelisch, Franz Müntefering katholisch, und auch die übrigen Minister sind meistens evangelisch oder katholisch.  

Aktualisierung [18.5. / 24.5.2007] Drittes Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr - Deutsche Armee als Teil des Krieges "Enduring Freedom": Während die NATO im April und Mai 2007 wöchentlich die Anzahl der von ihr im Rahmen von "Enduring Freedom" getöteten Taliban-Soldaten im zwei- oder dreistelligen Bereich verkündet, schlagen die Islamisten teilweise in Guerilla-Taktik zurück. Zeitgleich zur Meldung über 67 getötete Taliban am 18.5.2007 im Osten Afghanistans werden im Norden drei deutsche NATO-Soldaten von zwei Taliban-Selbstmordattentätern in die Luft gesprengt und getötet. Es ist das dritte Selbstmordattentat gegen die Bundeswehr in Afghanistan. Und damit erhöht sich die Zahl der auf diese Weise getöteten Deutschen von 5 auf 8. Hinzu kommen 13 bei Unfällen getötete Soldaten.

Anlässlich des Attentats auf die Bundeswehr bestätigte der römisch-katholische "Verteidigungs"-Minister Franz Josef Jung noch einmal, dass die deutsche Armee nicht nur im Auftrag der UNO tätig ist, sondern auch als Teil des von der USA geführten weltweiten Krieges "Enduring Freedom" (z. B. Main-Echo, 24.5.2007). In diesem seit 2001 geführten Krieg hat die USA schon nachweislich mit massiven Lügen zur Täuschung der Weltöffentlichkeit gearbeitet, z. B. zu Beginn des völkerrechtswidrigen Einmarsches in den Irak im Jahr 2003. Der evangelische Präsident George W. Bush setzt dort weiter auf den militärischen Sieg und kündigt für den Sommer 2007 bereits "mehr Opfer auf allen Seiten" an (ARD, Tagesschau, 24.5.2007).

Mittlerweile informieren Irak-Kriegs-Veteranen immer mehr über die Gräueltaten der Enduring-Freedom-Truppen an der Zivilbevölkerung vor allem im Irak. "Veteranen beschreiben in ´The Nation`, dass US-Soldaten rücksichtslos um sich feuern, sobald sie das Militärgelände verlassen. Einige schossen demnach Löcher in Benzinkanister, die am Wegesrand verkauft werden, um dann Granaten in die Benzinpfützen zu werfen. Andere eröffnen das Feuer auf Kinder – unter den Augen der Iraker. Es existieren sogar Fotos, auf denen Soldaten irakische Leichen schänden. Auf einem Bild soll ein Soldat so tun, als ob er das verspritzte Gehirn eines toten irakischen Mannes mit seinem braunen Plastik-Löffel der Armee essen wollte." Und: "Das Kämpfen mitten in belebten irakischen Innenstädten – auf Marktplätzen und in engen Wohnvierteln – führt dazu, dass die US-Soldaten Gewalt völlig wahllos einsetzen und tausendfach Unschuldige töten." (http://www.focus.de/politik/ausland/tid-6860/irak-krieg_aid_66752.html). So frisst sich der kirchenchristliche Westen auf solche Weise immer weiter mordend in die islamische Welt hinein und wundert sich dann, dass auch der gewalttätige Islamismus immer mehr zunimmt. Eigentlich müssten die US-Truppen Morde und Tötungen Unschuldiger verfolgen, doch ein Armeevertreter resigniert: "´Man kann gar nicht jedes Mal eine Untersuchung einleiten, wenn ein Zivilist verletzt oder getötet wird, weil es ganz einfach so oft passiert und man sonst die ganze Zeit nichts anderes tun könnte`, sagt Leutnant Jonathan Morgenstein."
Die Bundeswehr sollte auch deshalb nicht Teil der Enduring-Freedom-Truppen sein.

Zu Opfern von "Enduring Freedom" zählen in diesem Sommer auch in Afghanistan vor allem immer mehr unbeteiligte Zivilisten. Zuletzt kamen wieder 25 Zivilisten ums Leben, darunter Frauen und Kinder, die bei einem NATO-Luftangriff auf Taliban-Soldaten ebenfalls mit in Stücke gerissen wurden. Erst einige Tage zuvor versteckten sich islamistische Kämpfer unter Kindern, weswegen sieben Kinder bei dem Angriff gleich mit getötet wurden. In der Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw. irrtümlich, und sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit Dutzenden von Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die ISAF-Truppen scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg "Enduring Freedom" drohen jetzt auch Deutschland Selbstmordattentate von islamistischen Kriegern (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007).

 



24.6.2007 - Nahezu täglich getötete Zivilisten: Der heimliche Krieg wird immer brutaler - Im Oktober 2001 glaubte die NATO noch, in relativ kurzer Zeit die islamistische Taliban-Regierung in Afghanistan wegbomben und einen Staat nach westlichen Prinzipien aufbauen zu können. Und auch die deutsche Regierung aus SPD und GRÜNEN beteiligte sich in einer "historischen" Entscheidung an diesem Krieg (die nach dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Jugoslawien im Jahr 1999* nicht mehr so schwer fiel). Am 5.10.2001 rief die NATO wegen des Anschläge in New York den "Bündnisfall" aus. Man sprach von einer "Verbindung" zwischen den Terroristen und der afghanischen Regierung, und der Krieg gegen Afghanistan begann am 7.10.2001. Offiziell sagte man, bei dem Krieg handle sich um "kollektive Selbstverteidigung" (NATO-Vertrag, Artikel 5). Es gehe darum, "unsere Sicherheit" am Hindukusch zu "verteidigen", wie der damalige SPD-Verteidigungsminister Peter Struck den Bürgern auf einer Pressekonferenz am 5.12.2002 weis zu machen versuchte (vgl. http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html). Doch die deutschen Wohnzimmer-Strategen unterschätzten die Taliban. Zwar wurden sie schnell aus der Regierung vertrieben. Doch fast sechs Jahre später ist der Afghanistan-Krieg immer noch nicht "gewonnen" und brutaler denn je. Täglich sollen zuletzt jeweils Dutzende Taliban liquidiert worden sein, doch es scheinen nicht weniger zu werden. Zuletzt erreichten auch nahezu täglich Meldungen über "bedauerlicherweise" von der NATO bzw. der ISAF (International Securitiy Assistance Force) getötete Zivilisten die Öffentlichkeit. Und bei einer Kriegsberichterstattung erfährt man ja meist nur etwas von der Spitze des Eisbergs.

Einige der aktuellen Meldungen: NATO-Soldaten überschritten versehentlich die Grenze zu Pakistan und töteten Zivilisten in einem Haus (Bild, 24.6.2007). / Bei einem US-Angriff auf ein kleines Hotel in Pakistan wurden zwölf Zivilisten zerfetzt. / Laut pakistanischer Polizei wurden bei einem weiteren Angriff weitere 20 Zivilisten getötet (Spiegel online, 24.6.2007). / Erst vor einem Tag wurden in einem afghanischen Dorf neben 20 Taliban auch 25 Zivilisten getötet, darunter neun Frauen und drei Babies (Focus online, 22.6.2007; http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64211.html). / Und wiederum einige Tage zuvor kamen sieben Kinder bei einem Bombardement ums Leben. Die Taliban hatten sich bei den Kindern versteckt. / usw. usw.
In der Vergangenheit bombte die NATO manchmal auch auf Verdacht bzw. irrtümlich, und sie verwandelte z. B. eine Hochzeitsfeier in ein Blutmeer mit Dutzenden von Toten. Mittlerweile hat der afghanische Präsident Karsai die ISAF-Truppen mittlerweile scharf kritisiert und um Absprache aller Angriffe mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Wegen der deutschen Beteiligung am Krieg "Enduring Freedom" drohen jetzt auch Deutschland Selbstmordattentate von islamistischen Kriegern (Nachrichtenagenturen am 23.6.2007).


Um aus den Bewohnern Afghanistans mehr Informationen über die Taliban herausholen zu können, wenden die von den USA geführten Truppen auch Folter und Schein-Exekutionen an. Focus online schreibt: "US-Soldaten rechtfertigten die Gewalt gegen die afghanische Bevölkerung pauschal: ´Die Afghanen haben eine andere Kultur`, sagte Captain Brad McCoy vom Führungsstab der aktuellen Operation ´Maiwand`. ´Wir sind nicht dazu da, ihre Kultur zu verändern`" (http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_64306.html).

Noch immer hat die deutsche Regierung offenbar nicht verstanden, dass Krieg immer nur wieder mehr Krieg bringt und dass eine solche Politik den Krieg auch ganz allmählich ins eigene Land bringt. So wenden die deutschen Regierungen keinen Schaden vom Land ab, wozu sie verpflichtet wären, sondern sorgen durch die Kriegsbeteiligung Deutschlands (siehe dazu die Aussage des deutschen Ministers Franz-Josef Jung oben) täglich für die Eskalation der Schäden. Dabei gehen die Politiker sehr leise vor, um die deutsche Bevölkerung nicht zu verschrecken. So kämpfen offenbar auch schon 100 deutsche "Soldaten der Elitekampftruppe ´Kommando Spezialkräfte`; sie operieren im Verborgenen an der Seite der US-Truppen und ihrer Koalition der Willigen. Wie man hört, beiderseits der afghanisch-pakistanischen Grenze" (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/weissbuch/strutynski.html). Dabei lassen sich die deutschen Politiker von den Kirchen, die den Afghanistan-Krieg von Anfang an mit dem üblichen "Wenn und Aber" "legitimierten"**, mitunter in trügerische "Sicherheit" versetzen. Und seitdem im Jahr 1985 das 5. Gebot von "Du sollst nicht töten" in "Du sollst nicht morden" geändert wurde (neue Einheitsübersetzung der Bibel), können auch die Kirchenvertreter das Töten im Krieg leichter rechtfertigen. Doch mit dem Friedensstifter Jesus von Nazareth haben der Afghanistan-Krieg und auch alle anderen Kriege nicht das Geringste zu tun. Einmal mehr wird dabei Jesus, der Christus, der große Menschheitslehrer, von denen verhöhnt, die sich zwar "christlich" nennen, doch im krassen Gegensatz zur christlichen Lehre sowohl kriegerische Islamisten als auch (versehentlich aber stetig) unbeteiligte Moslems in Stücke reißen lassen. Und mit jedem Toten wächst in der Bevölkerung auch der Hass auf die Angreifer. Was die eigentliche Aufgabe der christlich geprägten Länder gewesen wäre, siehe hier.


* Lesen Sie dazu auch den Offenen Brief der Freien Christen: Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich!

** "In der Abschluss-Kundgebung der EKD-Synode [Evangelische Kirche in Deutschland] vom 9. November [2001] bezogen die Synodalen bei aller Solidarisierung mit den zivilen Opfern und der Einrede auf die humanitäre Verantwortung der Entscheidungsträger letztlich eine für ihre innere Verfassung typische Sowohl-als-auch-Position: Beide Optionen (für oder gegen den Militäreinsatz) werden der individuellen Gewissensentscheidung anheim gestellt und damit kirchlich legitimiert ..." Ein Antrag von einzelnen Synodalen für eine kirchliche Entscheidung gegen den Krieg wurde von der EKD abgelehnt. "In einer fast zeitgleich ergangenen Erklärung des Vorsitzenden der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, werden wiederum sowohl die Bedenken wie auch die Anerkenntnis eines «ultima ratio»-Handelnmüssens der Staaten zum Schutze ihrer Bürger vor terroristischen Anschlägen in ein verbales Gemenge eines von Zweifeln zerfurchten Einerseits-andererseits und Sowohl-als-auch gegossen". Damit "legitimierte" auch die römisch-katholische Kirche den Krieg (http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Kirche/franz.html).
 



15.8. / 16.8.2007 - Afghanistan, Irak - Kriege geraten immer mehr außer Kontrolle - Trotz immer neuer "Erfolgsmeldungen" über im Krieg getötete Taliban (25.7.2007: "Mehr als 70" http://www.focus.de/politik/ausland/koalitionstruppen_aid_67837.html; 10.8.2007: "Dutzende" http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,498739,00.html) geraten die beiden von der US-Regierung entfesselten Kriege in Afghanistan und Irak immer mehr außer Kontrolle. Es scheint, dass trotz der andauernden Tötungen von Taliban, die bis zum NATO-Angriff im Oktober 2001 die afghanische Regierung stellten, immer mehr Taliban "nachwachsen". Diese oder andere gewaltbereite Gruppen töten nun ihrerseits z. B. Deutsche, wie z. B. am 15.8.2007 die drei Sicherheitsbeamten.
Im Irak kamen am selben Tag gar mindestens 500 Menschen bei Anschlägen um (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,499961,00.html). Dennoch gibt es weiter Bestrebungen, zusätzlich zu den beiden Fronten am Hindukusch und im Zweistromland noch einen dritten Krieg gegen den Iran zu beginnen. Doch man kann Islamisten nicht einfach von der Erdoberfläche wegbomben, und dies hat auch nicht das Geringste mit Jesus von Nazareth zu tun, der die Goldene Regel lehrte ("Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst"; Matthäus 7, 12). Und einen Frieden wird es auch nie geben, solange man glaubt, man hätte ja ein "Recht", einen Krieg zu führen und solange man zudem glaubt, die "Goldene Regel" könne man nicht auf die Politik anwenden.

 



3.9. / 13.9.2008 - Nach dem 11.9.2001 (Anschlag auf das World Trade Center in New York) wurde der NATO-"Bündnisfall" ausgerufen. Bundeswehr zog in den Afghanistan-Krieg. Nach sieben Jahren wird es immer schlimmer / Erste zivile Opfer durch Bundeswehr / Deutschland jagt jetzt Mullah Salam / Bürger in Deutschland fordern Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan / US-Armee erhöht Anzahl der Pfarrer - Am 5.10.2001 rief die NATO nach den bis heute teilweise noch nicht geklärten Ereignissen vom 11.9.2001 erstmals den "Bündnisfall" aus: Ein Mitgliedsland (in diesem Fall die USA) soll angegriffen worden sein, und die Kriegshandlungen würden anhalten, so die NATO-Definition. Als Mittäter machte man die damalige islamistische Taliban-Regierung Afghanistans aus und erklärte ihr am 7.10.2001 den Krieg. Und Deutschland zog mit, weil die Politiker seither glauben, die "Freiheit" Deutschlands "am Hindukusch" mit militärischen Mitteln "verteidigen" zu müssen (so vor allem der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD)). Dieser Krieg entwickelt sich seither mehr und mehr zum Albtraum, und für jeden getöteten Taliban scheinen zwei nachzuwachsen. Der Westen startete 2002 mit 5.000 Soldaten vor Ort. Jetzt hat man die Menge verfünfzehnfacht (es sind derzeit ca. 70.000), und es "reicht" immer noch nicht. Die USA wollen deshalb bis 2011 20.000 weitere Soldaten in Afghanistan kämpfen lassen. Und die Deutschen wollen 1.000 weitere Soldaten nach Afghanistan schicken. Dann werden wohl für jeden getöteten Taliban drei neue nachwachsen.
Zudem wurde wohl schon über eine Milliarde Euro an deutschen Steuergeldern dorthin gepumpt (zuletzt wurden die aktuellen Mittel auf 140 Millionen Euro erhöht). Doch es funktioniert eben nicht, eine islamistische Regierung wegzubomben und die darauf hin neu eingesetzte Regierung und den "Wiederaufbau" mit Abermillionen und -milliarden hochziehen zu wollen. Die Entwicklung Afghanistans lässt sich eben nicht von Washington und Berlin aus steuern - genauso wenig wie 1979/1980 von Moskau aus. (Für diesen Versuch wurde die Sowjetunion vom Westen damals mit dem Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau bestraft und mit der Aufrüstung (!) der damals gegen die Russen kämpfenden islamistischen Milizen). Und Krieg bringt immer nur wieder neuen Krieg und ist niemals eine Basis für eine gesunde Entwicklung eines Landes (vgl. auch Irak).
Einer der ranghöchsten britische Generäle in Afghanistan gehört zu denen, die allmählich umdenken. Er erklärt den Krieg für "verloren" und setzt sich für Verhandlungen mit den Taliban ein (Spiegel online, 5.10.2008; http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,582266,00.html).
 
In Deutschland setzen Politiker jedoch immer noch auf "Sieg". Doch nach dem Tod eines Bundeswehr-Soldaten, der mit seinem Jeep in einer Sprengfalle der Taliban geriet, sind es mittlerweile schon 28 deutsche Soldaten, die in Afghanistan starben. Und kurz darauf schossen deutsche Soldaten auf ein Auto, das aus deutscher Sicht der Aufforderung zum Anhalten nicht nachkam, sondern umdrehte und wegzufahren versuchte. In dem Auto saßen fünf Frauen und acht Kinder, die von einer Hochzeitsfeier kamen, sowie deren Fahrer. Eine Frau und zwei Kinder starben im Maschinengewehr-Kugelhagel des deutschen Kontrollposten. Der überlebende Fahrer schildert die Situation so: "Ich kenne das so. Wenn die ausländischen Truppen an ihrem Checkpoint die Scheinwerfer aufblenden, soll man sich fernhalten. Und als ich die ersten Schüsse hörte, bin ich nur noch schneller gefahren." Nach Bundeswehr-Stellungnahme hätten die Soldaten sich "korrekt" verhalten. Außerdem seien sie von einem Auto-Typ dieser Art gewarnt worden, in dem Taliban unterwegs sein könnten. Außerdem sei es dunkel gewesen, und einer der deutschen Soldaten hätte sich sicherheitshalber auf den Boden geworfen. Nur leider wissen aber offenbar viele Afghanen nicht, dass aufblendende Scheinwerfer "Stoppen oder ´Wir erschießen euch`" bedeuten soll und dass die deutschen Soldaten offenbar auch auf wegfahrende Autos blind schießen dürfen. Später im Krankenhaus kamen Bundeswehr-Soldaten und "haben auf mich eingeredet, ich möge aussagen, dass die Afghanen geschossen hätten. Dann kamen Leute von der Polizei und beschworen mich, ich solle nicht lügen" (Focus online, 3.9.2008). Die Bundeswehr zahlte den Angehörigen jetzt ein "Blutgeld" von insgesamt 20.000 Dollar, um sich vor einer drohenden Blutrache zu schützen. Die Familie verzichtete darauf hin, mit den Getöteten durch die Straßen der Stadt zu ziehen. Unterdessen machen die deutschen Truppen jetzt Jagd auf den Taliban-Führer Mullah Salam.
Dieser blutige Krieg hat wie alle Kriege nichts mit der christlichen Lehre zu tun und steht im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Und auch die deutschen Bürger fordern endlich den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Bei einer Umfrage der konservativen Internetseite www.welt.de stimmten von ca. 4.000 abgegebenen Stimmen 80 % für den Abzug der Deutschen. Der Bundestag muss sich also entscheiden, ob er auf die eigene Bevölkerung hört (auf anderen Internetseiten würden vermutlich noch mehr Deutsche für den Abzug stimmen) oder einmal mehr auf George W. Bush, Condoleeza Rice, John McCain, Barack Obama, Sarah Palin usw.


Schon vor über einem Jahr war klar: Es wird immer schlimmer. Zu den Hintergründen des Afghanistan-Krieges siehe unsere Meldung vom 24.6.2007.
Aktuell: Kämpfte die Bundeswehr bisher im Rahmen der von der UNO bereit gestellten ISAF-Truppen (International Securitiy Assistance Force), werden diese Truppen jetzt faktisch mit den Truppen des völkerrechtswidrigen US-Krieges "Enduring Freedom" vereint (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576672,00.html).
So läuft das also. Erst bekniet die Regierung den deutschen Bundestag, dem Afghanistan-Krieg zuzustimmen, da er ja von der UNO legitimiert sei. Mit der Zeit wird dann diese Legitimierung unterlaufen und zuletzt faktisch aufgehoben. Und dann kämpft die Bundeswehr praktisch im US-amerikanischen Krieg "Enduring Freedom", der aufgrund des letztlich unaufgeklärten Anschlags auf das World Trade Center vom 11.9.2001 weltweit gestartet wurde. Mal sehen, wie sich der Bundestag das nächste Mal über den Tisch ziehen lässt. Das alles war schon seit sieben Jahren verfassungswidrig (wurde vom Bundesverfassungsgericht jedoch als "vefassungskonform" hingebogen) und wird es jetzt noch mehr.
Und vielfach sind es gar nicht die Taliban, die getötet werden. Der Stern schreibt: "Afghanen aller politischen Lager und Ethnien inklusive Präsident Hamid Karzai sind verbittert darüber, dass die US-Streitkräfte im Land offensichtlich weiterhin ihren ganz eigenen Krieg führen und alle paar Wochen Zivilisten bombardieren; im Juli eine Hochzeitsgesellschaft in Ostafghanistan, am 21. August eine Gedenkfeier in Westafghanistan, jedes Mal gab es Dutzende von Toten. Von denen das US-Militär behauptet, es habe sich meistens um Taliban gehandelt. Bis überlebende Zeugen eine gänzlich andere Version offenbaren: dass es friedliche Zusammenkünfte Unbewaffneter waren. Dass Beteiligte einer der zahllosen innerafghanischen Fehden die Opfer beim US-Militär angeschwärzt hätten. Ein Muster, das sich seit 2001 vielfach wiederholt hat
" (stern.de, 13.9.2008).
Meldungen ähnlich wie die obige oder diese vom 3.9.2008 - NATO soll Zivilisten in Pakistan getötet haben; es soll bei einem Angriff 20 Tote gegeben haben, darunter Frauen und Kinder - wiederholen sich immer wieder. Aus Protest hat Pakistan darauf hin den Sprit-Nachschub für die NATO blockiert (http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1142437.html; http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576658,00.html).
Und es geht auch weiter so: Bei der Jagd auf den Taliban-Führer Siradschuddin Hakkani bombte die US-Armee in Pakistan am 8.9.2008 gleich eine ganze Koran-Schule mit Mädchen mit in Grund und Boden: Erneut 20 Tote, meist Frauen und Kinder. Siradschuddin Hakkani war nicht dabei (http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=879663&kat=120).
Und auch die Bomben in Afghanistan selbst verfehlen immer wieder das Ziel. Statt eine Taliban-Stellung zu treffen, bombardierte die NATO versehentlich einen harmlosen Bauernhof - zwei Tote, zehn Verletzte (Bild, 9.9.2008). Usw. usf. Diese Meldungen sind "nur" Momentaufnahmen aus einer langen Reihe ähnlicher Tragödien.
Schließlich wurde auch ein enger Vertrauter von Präsident Hamid Karzai und seine beiden Leibwächter versehentlich für Taliban gehalten und umgebracht (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,579028,00.html). Usw. usf. Und wer weiß, ob die "Erfolgsmeldungen" (nach dem Motto "Wieder zahlreiche Taliban umgebracht") stimmen und es sich bei getöteten mutmaßlichen Taliban wirklich immer um Taliban handelte.
Auch im Irak läuft immer mehr aus dem Ruder. So haben US-Truppen aktuell versehentlich sechs irakische Sicherheitskräfte erschossen und zehn weitere verletzt (bild.de;news-ticker,rendertext=5694082.html).
Oder diese Meldung: Vier wehrlose Iraker, die frei gelassen werden sollten, wurden von US-Soldaten aus Frustration hingerichtet (http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4683988).
Viele US-Soldaten bringen sich auch selber um. Im laufenden Jahr vorbehaltlich abschließender Untersuchungen bereits über 90 - neuer Rekord. Die US-Army erhöhte darauf hin die Zahl der Pfarrer. Die US-Soldaten sollen schließlich andere töten, nicht sich selbst (http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/selbstmordrate_us-soldaten__1.824463.html).

 



17.10.2008 - Afghanistan-Desaster: Wieder 25 Zivilisten bei NATO-Angriff zerfetzt? / Experte: "NATO züchtet globalen Terrorismus" - Deutschland und die USA schicken ständig neue Soldaten in den Hindukusch. Der Ex-Entwicklungshilfeminister der CDU, Jürgen Todenhöfer, erklärt zum Afghanistan-Krieg: "Die Nato züchtet mit ihrem Bombenkrieg in Afghanistan den globalen Terrorismus jeden Tag ein Stück weiter" (http://www.sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/7/ vom 6.10.2008). Eines der jüngsten Ereignisse: Bewohner in dem Bezirk Nad Ali legten 16 Leichen vor das Büro des Provinz-Gouverneurs - 16 von 25, die bei einem NATO-Luftangriff umgekommen sein sollen (Bild, 17.10.2008).
Jürgen Todenhöfer berichtet auch von eigenen Recherchen: "Ich habe in den afghanischen Medien gelesen, die Koalitionstruppen hätten nach US-Angaben in Asisabad bei Herat 30 Taliban getötet. Daraufhin habe ich über einen Dolmetscher mit einem Einwohner von Asisabad telefoniert. Er hatte bei dem amerikanischen Luftangriff 75 Angehörige verloren. 75 Angehörige! Er berichtete mir, dass die US-Luftwaffe eine Trauerfeier bombardiert hatte, die er für seinen verstorbenen Bruder veranstaltet hatte. Insgesamt seien 90 Zivilisten getötet worden, darunter 60 Kinder. Die UN, Präsident Karzai und mehrere afghanische Untersuchungskommissionen haben diese Zahlen inzwischen ausdrücklich bestätigt. Die US-Truppen haben hier wie in vielen anderen Fällen einfach die Unwahrheit gesagt ... Die Bilder von Asisabad liefen im afghanischen Fernsehen zwei Wochen lang. Man sah immer wieder, wie ein verzweifelter Mann das blutverschmierte Hemd seines getöteten sechs Monate alten Babys in die Kamera hielt. Man sah Bilder getöteter Zivilisten, die ein Arzt heimlich mit seinem Handy gefilmt hatte. Und anschließend musste die afghanische Bevölkerung sich immer wieder den amerikanischen Militärsprecher anhören, der behauptete, man habe lediglich 30 Taliban getötet, vielleicht seien zusätzlich auch noch fünf bis sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Die blutige Wahrheit wird bis heute einfach wegdementiert" (Süddeutsche Zeitung, 6.10.2008). Und weiter: "Hochrangige afghanische Politiker haben mir gesagt, in der Regel seien zwei Drittel der angeblich getöteten Taliban unschuldige Zivilisten. Das ist einer der Gründe für die wachsende Popularität der einst verjagten und verachteten Taliban". Diesen grausamen Krieg können die NATO und als Teil davon die Bundeswehr nie gewinnen. Während die Bundeswehr anfangs für zivile Aufgaben nach Afghanistan ging, wurden die Bundeswehr-Truppen seit kurzem in den US-NATO-Krieg "Enduring Freedom" integriert (siehe hier). Doch mittlerweile kontrollieren die Taliban bereits wieder 60 % des Landes.
Und zum angeblichen Kriegsgrund des Westens, der nach den Anschlägen in New York vom 11.9.2001 diesen Krieg begann, erklärt der Experte Jürgen Todenhöfer: "Globale Terroristen brauchen heute keine Ausbildungslager mehr - weder in Afghanistan noch in Pakistan. Diese Phase ist längst vorbei. Die sitzen heute bei uns im Westen oder sonst wo auf der Welt in bequemen kleinen Räumen mit Internetanschluss und lernen dort, wie man Sprengstoffgürtel herstellt und bedient. Selbst wenn die USA alle Bomben, die sie besitzen, auf den Hindukusch werfen und dabei alle Taliban und Al-Qaida-Terroristen töten würden, wäre der globale Terrorismus nicht besiegt. Er würde im Gegenteil dramatisch zunehmen."

Jesus von Nazareth fasste das Geschehen bei Kriegen mit einfachen Worten zusammen: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen." Und als Alternative: "Tut Gutes denen, die euch hassen." Wer nicht glaubt, dass dies auch in der Politik funktionieren würde, wird einmal mehr im Afghanistan-Krieg das Ergebnis für das bekommen, was er stattdessen glaubt.
 



9.11. / 7.12.2008 - Schon wieder 37 Zivilisten zerfetzt - Betrachtet NATO die Zivilbevölkerung in Afghanistan als Luft? Und verhindert der Westen den Friedensschluss mit Taliban in Afghanistan? - Mit entsetzlicher Regelmäßigkeit zerfetzt der "christliche" Westen in Afghanistan Zivilisten, so dass man mit den Meldungen fast nicht nachkommt. Die neueste unter http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F307675.html. Taliban hätten sich dieses Mal bei einem Angriff in einem Dorf versteckt (wie immer). Darauf hin wurden eben 37 Dorfbewohner mit ins Jenseits gebombt, hinzu kamen 35 Verletzte.
Auch so wird also Deutschland am Hindukusch "verteidigt", wie der Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) uns 2001 weis zu machen versuchte. Und in Wirklichkeit steckt auch hinter "Erfolgsmeldungen" von in Stücke gerissenen Taliban weiteres Entsetzen. Zwei Drittel der angeblich getöteten Taliban seien nämlich bisher ebenfalls unbeteiligte Zivilisten gewesen, so Beobachter vor Ort.
Inzwischen hat sich der afghanische Präsident Karsai nachdrücklich für Friedensverhandlungen mit den Taliban ausgesprochen - im Gegensatz zu den USA, welche die Taliban vernichten wollen. Die Taliban stellten vor dem dem Angriff der USA auf Afghanistan und der Erklärung des "NATO-Bündnisfalles" im Oktober 2001 die dortige Regierung in Afghanistan. Der Regierung wurde vom Westen schnell weggebombt. Doch seither tobt ein grausamer Krieg.
Siehe dazu http://www.heise.de/tp/blogs/8/118960.


Aktuell [7./8.12.2008]: 300 NATO-LKWs nach Angriff verbrannt
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594869,00.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,595112,00.html
Taliban auf dem Vormarsch - USA schicken 4.000 weitere Soldaten allein in die Hauptstadt Kabul
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,594893,00.html

[25.1.2009]: Wieder 16 Zivilisten bei US-Angriff getötet. "Der Tod unschuldiger Afghanen ´stärkt die Terroristen`", so Afghanistans Präsident Hamid Karsai (Bild, 25.1.2009
).
[18.2.2009]: Die seither getöteten Zivilisten bei US-Angriffen werden hier gar nicht mehr aufgeführt ...
 



7.1. / 8.1.2009 -
Katholik Joschka Fischer "solidarisch mit Israel". Er zog Deutschland in den Kosovo-Krieg und in den Afghanistan-Krieg hinein - ... Der katholische
deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer (Die GRÜNEN) lobt die evangelische Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre einseitige Parteinahme zugunsten der derzeitigen israelischen Regierung: "Wir sind parteiübergreifend solidarisch mit Israel". Gleichzeitig lästerte Fischer über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und wenige andere europäische Politiker, die sich um Vermittlung bemühten ("Flohzirkus", "lächerlich", "chaotisch"; Focus online, 7.1.2009).
Der Katholik Fischer hatte 1999 als GRÜNEN-Außenminister maßgeblich den Kosovo-Krieg gegen Jugoslawien mit begonnen und Deutschland erstmals seit 1945 in einen Krieg hinein gezogen.
Viele Kriegsgegner sind damals bei den GRÜNEN ausgetreten bzw. warfen der Partei "Wählerbetrug" vor, da sie in ihrem Parteiprogramm zuvor eine Kriegsteilnahme ausschloss. Und wir forderten damals wie heute die Politiker auf, die sich als "Christen" ausgeben: "Distanziert Euch vom Krieg oder nennt Euch nicht christlich" (siehe dazu unser Anschreiben an die Abgeordneten von CDU und CSU). Und wenn sich die Politiker nicht vom Krieg distanzieren wollen, könnten Sie ja gerne sagen: "Unsere Solidarität mit einer der Kriegsparteien betrachten wir als römisch-katholisch. Oder als evangelisch-lutherisch."
Aber den Namen des Juden Jesus, des Christus, der niemals den Krieg befürwortet hätte, sollten sie endlich aufhören zu missbrauchen.


PS: Im Jahr 2001 zog Fischer dann Deutschland in den bis heute andauernden Afghanistan-Krieg hinein. Die beiden Militäreinsätze bzw. Kriege auf dem Balkan und in Afghanistan kosten den deutschen Steuerzahler Milliarden. Doch keiner der zugrunde liegenden Konflikte wurde durch den Krieg entspannt oder gar gelöst. Im Gegenteil: Am 18.1.2009 drohte Al-Qaida erstmals Deutschland, sie könnten den Krieg in Afghanistan "niemals" gewinnen. Zudem wären die Deutschen "leichtgläubig und naiv", wenn sie meinten, als "drittgrößter Truppensteller ungeschoren davon zu kommen" (Bild, 18.1.2009). Bereits zwei Tage zuvor starben bei einem Selbstmordattentat vor der Deutschen Botschaft in Kabul acht Menschen.
 



20.6.2009
- Die schier unendliche Reihe der zivilen Opfer in Afghanistan - http://www.netzeitung.de/politik/ausland/1383839.html
 



22.7.2009
- Die Strategie dunkler Mächte: Immer ein bisschen mehr Krieg - So wird Deutschland mehr und mehr in den großen Krieg hinein gezogen - http://www.bild.de/BILD/politik/2009/07/22/afghanistan-bundeswehr/an-kampfeinsatz-gegen-taliban-beteiligt.html und http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,637609,00.html
 



17.8.2009 - Welthungerhilfe mit heftiger Kritik an Bundeswehr - "Die so genannte zivil-militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr sei ein Sündenfall, schreibt Welthungerhilfe-Vorstandschef Wolfgang Jamann in einem Gastbeitrag für die ´Bild am Sonntag` und macht damit die deutsche Militärstrategie verantwortlich für die Gefährdung von Entwicklungshelfern. Die Vermischung von Militär und Wiederaufbau habe erheblichen Schaden angerichtet. Oppositionelle Kämpfer griffen auch Entwicklungshelfer an, obwohl diese politisch neutral und nur der humanitären Hilfe verpflichtet seien ... Als Konsequenz verlangt Jamann eine strikte Trennung von Militäreinsätzen und Entwicklungshilfe" (Netzeitung, 17.8.2009, http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1433519.html).
 



4.9. / 7.9. / 26.11.2009 - Deutschland im Krieg: 80 bis 150 Tote - Bundeswehr befahl Luftangriffe auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan / US-General und NATO: Die deutsche Regierung soll ihre "Informationspolitik" "ändern" / Katholische Wallfahrt zur Stärkung der Soldaten / Katholischer "Verteidigungsminister" verteidigt Liquidierung von Afghanen: "Wer uns angreift, wird bekämpft" / Wahrscheinlich auch Kinder zerfetzt / Kirchen geben Bundeswehr Freibrief zum Töten / Empörung überall in Europa / Versuchte Bundeswehr, US-General am Überprüfen ihrer Behauptungen zu hindern? / Schockierendes Video aufgetaucht - Der Krieg in Afghanistan wird immer brutaler. Zwar bestritt die Bundeswehr weiter hartnäckig, dass es bei dem Militärschlag auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastzüge zivile Opfer gegeben habe. Die getroffenen Leute vor Ort sehen das aber völlig anders und Bilder von zivilen Schwerstverletzten mit hochgradigen Verbrennungen gehen derweil um die Welt.

 Dorfbewohner und vermutlich auch Kinder wollten Benzin abzapfen, wieder andere waren nur neugierig

"Nadschibullah, der Angehörige eines Opfers aus dem betroffenen Dorf Hadschi Amanullah, berichtet: ´Mehr als 150 Menschen wurden getötet oder verletzt. In der Gegend waren auch Taliban, aber mehr Opfer gibt es unter Zivilisten.`" "Ein Taliban-Sprecher sagte, die Dorf-Bewohner seien zu den Tanklastern gegangen, um sich Benzin abzuzapfen. Zwar wollen die "Gotteskrieger" nach eigenen Angaben vor möglichen Luftangriffen gewarnt haben, doch die Leute seien unbeirrt an den Fahrzeugen geblieben" (stern.de, 4.9.2009). "Der Gouverneur von Char Darah, Abdul Wahid Omarkhel, sagte am Montag, er habe eine Liste der Opfer erstellt und der Delegation von Präsident Hamid Karsai übergeben, die den Vorfall untersucht. Es sei unklar, wie viele der Toten Zivilisten gewesen seien. Unter den Opfern sei aber eine große Anzahl Kinder im Alter zwischen 10 und 16 Jahren (ND, 8.9.2009), was von anderen bestritten wird. Und diese Opfer haben Gesichter und Namen und eine Lebensgeschichte, und sie haben verzweifelte Angehörige, doch ihre Geschichte wird noch nicht erzählt. Und viele ringen derzeit mit schwersten Verbrennungen und unsäglichen Qualen noch um ihr irdischen Leben.

Nach Angaben von einigen Dorfbewohnern hätten die Taliban die Menschen vor Ort genötigt, die im Schlamm stecken gebliebenen LKWs mit Traktoren frei zu ziehen. Dafür hätten sie sich kostenlos Benzin abzapfen dürfen. Viele Dorfbewohner standen deshalb geduldig mit Kanistern und Flaschen in der Reihe, als das Inferno begann. "Ein zehnjähriger Junge, der von einem Bombensplitter am Bein verletzt worden war, sagte, er sei aus Neugier auf einem Esel zu den Tanklastern geritten" (Spiegel online, 6.9.2009). Dann fielen die von der Bundeswehr bestellten zwei 500-Pfund-Bomben. Und wie ging es vor Ort weiter? Gemäß islamischer Sitte waren viele Opfer schon bestattet, als die NATO-Untersuchungskommission vor Ort eintraf, so dass wohl eine höhere Opferzahl stimmt als die Anzahl der Leichen oder Leichenteile, die man später gefunden hatte. Die Bundeswehr erklärte, durch die Luftangriffe auf die in dem Dorf stehenden Lastzüge habe man angeblich ein damit denkbares "Selbstmordattentat" verhindern wollen. Das heißt: Der Treibstoff hätte auch als "eine gefährliche Waffe" eingesetzt werden können (Frankfurter Rundschau, 5.2.2009). Der afghanische Präsident Hamid Karsai schüttelt darüber aber nur den Kopf und sprach von einer "Fehleinschätzung" der Bundeswehr: "Mehr als 90 Tote für einen einfachen Tanklaster, der obendrein in einem Flussbett feststeckte!" (ND, 8.9.2009) Und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit haben die Taliban den Treibstoff einfach nur "selbst nutzen wollen" (Main-Post, 5.9.2009) bzw. verkaufen oder an Sympathisanten oder Einwohner "befreiter" Dörfer verschenken wollen. Und auf die Menschen, die sich in dem Dorf in der Nähe der Lastwagen aufhielten, haben die Bundeswehr und die US-Bomber keine Rücksicht genommen bzw. die Bundeswehr behauptet unbeirrt, sicher zu sein, dass alle Menschen in der Nähe der LKWs ausschließlich "terroristische Taliban" gewesen seien (Bild am Sonntag, 6.9.2009). Deshalb war ja auch die Gelegenheit "günstig", gleich alle miteinander umzubringen anstatt z. B. mit der Sprengung der Wagen zu warten, bis die vielen Menschen darum herum weggegangen waren. Schon am nächsten Morgen wurde dann tatsächlich ein Selbstmordattentat verübt, eventuell als erster Racheversuch, bei dem fünf deutsche Soldaten leicht verletzt wurden.

NATO-Untersuchungskommission widerspricht Bundeswehr und Bundesregierung /
Verstieß die Bundeswehr nach Angriff gegen NATO-Vorschriften, um Tragödie zu vertuschen? / Überall lagen zerfetzte Leichen von Dorfbewohnern

Mittlerweile stellt sich heraus, das wohl "vier oder fünf Anführer der Taliban" unter den Opfern sind (Main-Post, 5.9.2009), die alle größtenteils bis zur Unkenntlichkeit verkohlt sind, so dass eine Identifizierung gar nicht mehr möglich ist. Doch sind dann alle die anderen Opfer wirklich "ausschließlich" deren Krieger, wie Minister Franz Josef Jung von der Christlich Demokratischen Union (CDU) tagelang hartnäckig behauptete? Die NATO-Untersuchungskommission widerspricht gleich von Anfang der Bundesregierung: "Mindestens zwei Dutzend der getöteten Afghanen" seien "keine Taliban" gewesen (bild.de, 6.9.2009). Das heißt: Es sind wohl deutlich mehr, die keine Taliban waren. Die untrügliche und sichere Unterscheidungsgabe zwischen einem afghanischem Zivilisten und einem Taliban, die sich der deutsche Minister und seine Offiziere aufgrund eines einzigen Informanten vor Ort kriegsherrlich zusprechen, ist auf jeden Fall bemerkenswert und für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Es käme schon fast medialen Fähigkeiten gleich. Letztlich läuft es wohl darauf hinaus, dass die Bundesregierung diesbezüglich entweder bewusst die Unwahrheit gesagt hat. Oder dass sie es aus grenzenloser Selbstüberschätzung und Dummheit bzw. im Irrtum getan hat. Allein schon der Umstand, dass die Deutschen offenbar in panischer Angst reagierten, die Taliban könnten sich mit den Tanklastwagen theoretisch dem deutschen Hauptquartier nähern anstatt den Sprit zum Betanken ihrer eigenen Fahrzeuge zu verwenden bzw. ihn zu verkaufen, gibt einen Hinweis darauf, was Krieg bedeutet. Würden Militärs immer nach einer solchen Logik handeln, brennt in ein paar Wochen die ganze Welt.

Focus online schreibt über die Taktik der Bundeswehr nach dem Angriff: "Entgegen den Bestimmungen für einen Luftangriff habe die Bundeswehr nach dem Bombenabwurf keine Soldaten an die Angriffsstelle geschickt. Erst in den frühen Morgenstunden hätten die Deutschen eine Drohne zur Luftaufklärung über den Ort der Bombardierung fliegen lassen. Die ersten deutschen Soldaten seien erst am Freitagmittag vor Ort gewesen. Bis dahin seien allerdings alle Leichen bereits weggeschafft worden" (6.9.2009). Und wo keine Leichen mehr zu sehen seien, da brauche man auch keine Opfer zuzugeben, so möglicherweise das taktische Kalkül. Spekulierte man also darauf, dass die Dorfbewohner ihre Toten dann schon bestattet haben werden und dass man dadurch vielleicht deren Existenz besser leugnen könnte? Ein AFP-Korrespondent beschrieb den Angriff als ein "Horror-Inferno". "Überall liegen zerfetzte Leichen von Dorfbewohnern" (ND, 5.9.2009). "Die Flure der Klinik waren überfüllt mit den Opfern des Angriffs. Viele wurden mit schwersten Brandwunden eingeliefert, bei vielen lagen die Muskeln frei."

Nicht mehr lügen - US-General: Die Deutschen sollen ihre "Informationspolitik" "ändern"

Die NATO hat die deutsche Regierung mittlerweile aufgefordert, ihre "Informationspolitik" zu "ändern", wie es heißt, was mit anderen Worten bedeuten könnte, sie solle doch bitte nicht lügen. Der US-Oberbefehlshaber und US-General Stanley McChrystal sprach davon, dass es sich zeigen werde, ob die Verantwortlichen zur "Transparenz" bereit seien. "Der deutsche Befehlshaber Oberst Georg Klein [der den verheerenden Angriff befohlen hatte] habe McChrystal und sein siebenköpfiges Team nach dessen Ankunft [zunächst] davon abhalten wollen, zum Ort des Geschehens und in Krankenhäuser zu gehen", da dies angeblich zu gefährlich sei (ntv, 6.9.2009). Könnte es sein, dass es vor allem zu "gefährlich" sei, dass die Amerikaner dann am Ort des Grauens mehr Leichen finden als es die Deutschen zugeben, was ja dann tatsächlich geschah? Die "Details" bleiben derweil "unter Verschluss" der Bundeswehr (focus.de, 6.9.2009). Auch der deutsche Bundestag wurde auch Tage danach von der Bundeswehr und der Regierung nicht informiert. Die bisher bekannten Informationen stammen aus anderen Quellen. Versucht man derweil im Hintergrund, eine freundlichere Version des Geschehens zu konstruieren?
Verantwortlich für die deutsche "Informationspolitik" ist der intensiv gläubige römisch-katholische Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der natürlich mit seiner Kanzlerin Angela Merkel, evangelisch-lutherisch gläubig, die Bundestagswahl am 27.9.2009 gewinnen will und dem deswegen keine zivilen Opfer eines von der Bundeswehr befohlenen Präventiv-Angriffs gelegen kommen würden. Man müsse nur wohltätige Entwicklungshilfe militärisch absichern, wogegen doch keiner etwas sagen könne, so die offizielle Version der Militäreinsätze. Außerdem sträubt man sich weiterhin gegen die tatsächliche Zahl von Todesopfern und nennt immer eine Art geringst denkbare Anzahl, wobei unklar ist, wie die schon bestatteten Opfer in die jeweiligen Darlegungen mit eingerechnet werden.

Politiker aus den anderen EU-Ländern bezeichnen Angriff als "nicht hinnehmbar" und bitten um Entschuldigung, doch Deutsche rechtfertigen ihn weiter als "erfolgreich" / Bundeswehr fällt Barack Obama und der neuen NATO-Strategie in den Rücken / Verfügt Deutschland über eine Sternenflotte?

Bild.de schreibt: "Nach dem Luftangriff in Afghanistan mit vielen Toten hat sich ISAF-Kommandeur McChrystal über das Fernsehen an die Bevölkerung gewandt. Er versicherte dabei den Afghanen, dass die NATO alles unternehme, um die Bevölkerung bei Militäreinsätzen zu schonen. Anschließend besuchte er den Ort des Angriffs auf die gekaperten Tanklaster nahe Kundus und sprach mit Bewohnern. Inzwischen wächst die internationale Kritik an der Bundeswehr. Die Deutschen haben zunächst massiv gegen die neue Strategie von US-Präsident Barack Obama in Afghanistan verstoßen. "Keine 500 Pfund Bomben mehr" hieß es noch im Juli (Der Freitag, 4.7.2009). Und weiter: "Wandel der NATO-Strategie: Priorität soll der Schutz der Bevölkerung haben". Doch die Bundeswehr hielt sich nicht daran. Die Europäische Union sprach von einer ´Tragödie`" (6.9.2009). Und EU-Diplomat Javier Solana versucht sich zu entschuldigen: "Es tut mir für die Familien der Menschen, die bei der Explosion der Benzintankwagen getötet wurden, sehr leid." Der Außenminister Frankreichs sprach von einem "schweren Fehler". Auch aus Spanien und Italien kommt heftige Kritik an Deutschland. Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero bezeichnete den Angriff als "nicht hinnehmbar" (ntv, 6.9.2009). Und Schwedens Außenminister Carl Bildt äußerte sich zerknirscht über die Liquidierungsattacke der Deutschen, die von manchen Zeitungen gar als "Massaker" bezeichnet wurde (ND, 5.9.2009): "Wir gewinnen diesen Krieg nicht, indem wir töten," so der schwedische Minister. "Wir müssen sichergehen, dass so etwas nie wieder passiert", sagte der Außenminister von Großbritannien, David Miliband. Nur der deutsche "Kriegsminister" bleibt unverdrossen stur: Man habe nur Terroristen in die Luft gejagt. Hatte die Bundeswehr gehofft, für die Tötung einer großen Zahl von Taliban von ihren Bündnispartnern gelobt zu werden, was früher meist nur US-Amerikanern und Briten "gelang"? Doch die US-Armee hatte zuletzt entschieden, solche Luftangriffe in Afghanistan nur noch als "allerletztes Mittel" zu fliegen? Anstatt Lob von militärischen Hardlinern zu erhalten, wächst deshalb weltweit die Kritik an dem von den Deutschen befohlenen brachialen Militäreinsatz. Der Außenminister Luxemburgs, Jean Asselborn sagte z. B., er verstehe nicht, dass Bomben so einfach und so schnell abgeworfen werden könnten. "Es muss doch auch in der Nato Regeln geben" (Spiegel online, 5.9.2009). Der deutsche Verteidigungsminister steigerte sich daraufhin regelrecht in eine Kriegsrhetorik hinein, wie er es vielleicht früher von George W. Bush gelernt hat. "Wer uns angreift, wird bekämpft" (zit. nach bild.de, 6.9.2009). Die Liquidierung von Dutzenden von Taliban wäre "erfolgreich" gewesen, wie sich die Bundeswehr auf ihrer Homepage selbst lobt. Der Angriff bestand in diesem Fall in der Entführung der LKWs und in der Tötung der afghanischen Fahrer. Immerhin konnte der US-Präsident damals noch die hoch gerüstetste Armee der Welt kommandieren. Anders als Franz Josef Jung. Oder verfügt der streitbare Katholik etwa in der Hinterhand über eine deutsche Sternenflotte, die allen anderen Armeen militärisch haushoch überlegen ist? Wird Deutschland mit seiner Strategie jetzt zur Hauptkriegsmacht am Hindukusch? Immerhin zerfetzten nur fünf Tage später (8.9.2009) in Pakistan Bomben aus einer unbemannten ferngesteuerten US-Drohne (ähnlich wie in den Star-Wars-Filmen) neben vielen Taliban auch vier unbeteiligte Schulkinder, was das Entsetzen und die Wut auf den Westen auch dort wieder in die Höhe trieb.

Die Dorfältesten vor Ort in Kunduz haben derweil beschlossen, "nach der Beerdigung der Opfer nach Kundus-Stadt zu reisen und sich dort über den Angriff zu beschweren" (focus.de, 4.9.2009). Ein sehr mildes Wort für das, was in den Seelen dieser traumatisierten Menschen vermutlich kocht und was irgendwann nach dem ehernen Gesetz von Ursache und Wirkung (das keine Regierung außer Kraft setzen kann) auf die Bundeswehr und auf Deutschland zurück fällt. Ein Dorbewohner hat gleich sechs Cousins verloren, und keiner hatte etwas mit den Taliban zu tun (Spiegel online, 6.9.2009). Denn was können die Dorfbewohner dafür, wenn die Taliban ihr Dorf "befreiten", während andere Dörfer weiter unter Kontrolle des Westens sind? Und solche Tötungen von Zivilpersonen geschieht zu Tausenden seit Jahren, weswegen die NATO ja umgedacht hatte und keine solchen Attacken mehr fliegen wollte, bis jetzt Deutschland aus der neuen Strategie ausscherte. Erst vor kurzem hat der Westen eine ganze Hochzeitsgesellschaft versehentlich in Tausende von Stücken gerissen. Man scheute den Kampf Mann gegen Mann und warf einfach lieber Bomben aus der Luft ab. Wenn die Bundeswehr so weiter macht, dann drohen allen Bürgern Deutschlands dadurch immer größere Gefahren, und sie drohen schon jetzt nach dieser Attacke. Man sagt es nur nicht.

Deutsche Regierung verhöhnt Christus, auf den sie sich beruft

Die Bundeswehr-Soldaten nennen sich überwiegend "christlich", und sie werden von den Militärpfarrern der beiden Großkirchen seelsorgerlich beraten, betreut und für Kampfeinsätze gesegnet. Und so könnte man fragen: Selbst wenn die deutsche Regierung die Wahrheit sagen sollte (was außer ihr jedoch kaum einer glaubt) und alle Getöteten tatsächlich "terroristische Taliban" gewesen seien: Hat Christus, auf den sich die deutsche CDU/CSU/SPD-Regierung beruft, sinngemäß gesagt "Tötet so viele Kriegsgegner, wie ihr töten könnt"? Nein. Also verhöhnt man den Mann aus Nazareth, wenn man sich trotzdem auf ihn beruft. Denn mit dem Pazifisten Jesus, dem Christus, hat der schon acht Jahre lang dauernde Krieg gegen die islamistischen Taliban, dem schon zig-Tausende von unbeteiligte Zivilisten, fast ausschließlich Moslems, zum Opfer gefallen sind, gar nichts zu tun. Jesus von Nazareth hätte niemals die Tötung auch nur eines Menschen angeordnet, gleich ob Zivilist oder Aufständischer. Denn Jesus wusste, das Töten und Gewalt immer nur wieder zu neuem Töten und zu Gewalt führt. Von den Milliarden-Kosten dieses Krieges gar nicht zu reden. Geschweige denn davon, dass die Politiker versprochen haben, Deutschland und seine Bürger zu schützen. Stattdessen wird es durch solche brutalen Kriegseinsätze in fernen Ländern mehr und mehr in das Zielfernrohr von gewalttätigen Islamisten bugsiert. Und die Taliban wurden zuletzt immer stärker und gewannen wieder neu Zulauf. Und der Hass auf den Westen nimmt in der islamischen Welt zu.

Katholische Wallfahrt für Soldaten - Wieder mehr Arbeit für die Feldgeistlichen: Beileid für die neuen Witwen

So sind die katholischen und evangelischen "Feldgeistlichen" (heute nennt man sie "Militärpfarrer") auch schon wieder darin geübt, den Witwen der gefallenen deutschen Soldaten das Beileid der Kirche zu wünschen und zu versuchen, Trost zu spenden. Und der verantwortliche deutsche Minister Franz Josef Jung hat im Jahr 2007 eigens die Wallfahrt in den Marienwallfahrtsort Lourdes unternommen, um seine katholische Seele zu stärken und um "Kraft und Zuversicht" zu tanken, wie das "Bundesministerium für Verteidigung" in einer Pressemeldung vom 15.5.2007 schrieb (Verwundete und kranke Soldaten wurden dazu eigens mit einer Transall-Maschine der Bundeswehr eingeflogen, um sie mit dem angeblichen "Heilwasser" aus dem katholischen Kult-Ort in Berührung zu bringen).

Der Minister und der katholische Bischof Walter Mixa sprachen damals in Lourdes auch von zwei Soldaten, die vor der "49. Internationalen Soldaten-Wallfahrt" gesagt hätten: "Wir sind weder evangelisch, noch katholisch. Wir sind eigentlich gar nichts" (Bundesministerium für Verteidigung, 15.5.2007). Doch sie hätten bei der Wallfahrt eine "ganz andere Erfahrung" gemacht und sie fuhren mit "ganz anderen Gedanken" wieder weg, so der gläubige deutsche Verteidigungsminister, der sich freute, dass sich die beiden Soldaten den Großkirchen angenähert haben. Und zwei Jahre später hat der stramm-katholische Minister "überhaupt kein Verständnis dafür" (Spiegel online, 6.9.2009), dass jemand im eigenen Land die Liquidierung von 125 Menschen nicht als militärischen Erfolg anerkennt, sondern kritisiert. Diese Reaktion ist allerdings wiederum verständlich, denn sowohl die römisch-katholische als auch die evangelische Kirche geben dem Minister und den Soldaten den moralischen Freibrief zum Töten im Krieg, wie sie es immer getan haben in den letzten 1.700 Jahren - und immer im Gegensatz zu Christus. Doch welcher Geist weht dann in Lourdes und an den anderen kirchlichen Wallfahrtsorten?

Wer war die Frau in der Grotte? 

Was ist der Hintergrund von Lourdes? Im Jahr 1858 habe ein streng katholisches Mädchen in einer dunklen Grotte plötzlich geglaubt, dass ihr eine Frau mit Rosenkranz entgegen komme, die sie für die "Gottesmutter" hielt, was den Lourdes-Kult begründete, der heute auch regelmäßig die deutschen Soldaten auf ihren Auslandseinsätzen stärken soll. Und es mag schon sein, dass diese mysteriöse Frau auch unsichtbar den Bundeswehr-Stützpunkt in Kundus/Afghanistan durchwandert, leise vorgeformte Gebete murmelnd, damit man zum Beispiel Einschläge von Bomben und Salven von Schüssen besser erträgt. Und könnte es sein, dass auch in dem Dorf Hadschi Amanullah, in dem die Tankwagen angegriffen wurden, in der Nacht eine unsichtbare Gestalt murmelnd durch die verkohlten Leichen wandelte, um seine "Beute" zu zählen, seien es nun Taliban oder Zivilisten? Jesus, der Christus begleitet die Soldaten-Einsätze in Afghanistan jedenfalls nicht.

Die Bundeswehr ist dabei nicht nur Teil des UNO-Einsatzes in Afghanistan, sondern auch Teil des nach dem 11.9.2001 von den USA geführten weltweiten Krieges mit dem Namen "Enduring Freedom", in den auch der Irak-Krieg integriert war und der nach den Statuten der UNO völkerrechtswidrig ist.

Aktualisierung [26.11.2009]
: 142 Tote - Hat der römisch-katholische Minister Franz-Josef Jung die Wahrheit über den Angriff auf Befehl der Deutschen vertuscht und verschwiegen? Jetzt deuten auch die Beweise und ein schockierendes Video darauf hin.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
Schockierend dabei auch: Oberst Georg Klein und die hohen deutschen Militärs vor Ort schauten sich auf ihrem Laptop auch diese Bilder der vielen ahnungslosen Menschen an, die aus den Jets gesendet wurden (spiegel.de, 10.12.2009), bevor sie den Befehl zu ihrer Vernichtung gaben.

Mehr zu der langen Reihe von Tausenden von getöteten Zivilisten in diesem Krieg und zu seinen Hintergründen siehe hier. Siehe dazu auch unsere Meldung unten: Immer ein bisschen mehr Krieg.
 



8.9. / 19.9.2009 - Die Bundeskanzlerin: Getötete unbeteiligte Zivilisten kein Grund für Kritik / CDU soll sich nicht mehr "christlich" nennen / Bundeswehr rechtfertigt Angriff und somit die damit verbundenen Liquidierungen / "Faszination des Tötens von Taliban" / Leitende Offiziere nannten Tötungs-Drohne "Finger Gottes" / Hat der deutsche Oberst gelogen, um den Angriff führen zu können? - Während Deutschland wegen des Militärschlags von Kunduz in Afghanistan mit über 100 Toten weltweit am Pranger steht, zeigt sich die Bundesregierung im Wesentlichen uneinsichtig. Zwar "bedauert" Angela Merkel eventuelle zivile Opfer fünf Tage nach der Tat und sagt "Wir fühlen mit den Angehörigen", was andere westliche Politiker schon am folgenden Tag taten. Da war man sich noch in jeder Hinsicht sicher, dass es keine zivile Opfer gibt. Auch vom Eingestehen von Fehlern ihrer Heeresführung leider keine Spur. Spiegel online schreibt: "Bei dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben, doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (8.9.2009). "Kein Verständnis" für Kritik - das sagt eigentlich schon fast alles. Nicht einmal die Tötung unschuldiger Menschen dürfe demnach rechtmäßig kritisiert werden. Nur dieser Sachverhalt allein zeigt bereits auf, wie tief die "christliche" Partei schon gesunken ist. Denn ihr Namensgeber Jesus, der Christus, hätte weder befürwortet, Taliban noch Zivilisten durch angeblich vorbeugende Angriffshandlungen in die Luft zu jagen. Und durch die Zurückweisung jeder Kritik stehen dann auch Erklärungen des Bedauerns im Verdacht, Teil eines unvermeidlichen politischen Kalküls zu sein.
Die CDU sollte sich zumindest nicht mehr "christlich" nennen, um unbedarfte Zeitgenossen nicht mehr mit diesem Etikettenschwindel zu täuschen und dadurch ihre Wählerstimme zu erschleichen. Mehr dazu siehe hier.


Aktuell
: Einige Opfer des Bundeswehrangriffs in Hadschi Amanullah
http://www.stern.de/politik/ausland/nato-angriff-in-kundus-die-opfer-von-hadschi-amanullah-1507882.html


Der auf Seite der Deutschen für den Angriff im Afghanistan-Krieg verantwortliche Oberst Georg Klein und sein oberster Chef, Generalsinspekteur Wolfgang Schneiderhan, verteidigten nun den Militärschlag mit ca. 100 Toten (bild.de, spiegel.de, 12.9.2009). Jeder dabei versehentlich getötete Zivilist sei natürlich "einer zuviel", so der Oberst. Der oberste Militärführer Deutschlands hob in diesem Zusammenhang noch einmal die "Professionalität" der Truppe in Afghanistan hervor. Bereits im Juli ließ die Bundeswehr unter Oberst Georg Klein einen Taliban-Stützpunkt bombardieren, wobei 15 Islamisten getötet wurden. Damals war jedoch nicht viel in der deutschen Presse zu lesen. Nach dem Untersuchungsbericht der afghanischen Regierung wurden diesmal jedoch auch ca. 30 Zivilisten in Stücke gerissen bzw. verbrannt. Hinzu kommen neun schwer verletzte Zivilisten. Erfahrungsgemäß sinken in einem solchen Krieg die Hemmschwellen auch immer mehr. Spiegel online schreibt:
"Die Faszination des Tötens von Taliban war da in Kunduz. Euphorisch berichteten leitende Offiziere nach der Attacke auf die Taliban-Stellung im Juli vom ´Finger Gottes`, wenn sie von der Drohne sprachen" (14.9.2009).
Bei diesem Angriff stellte sich nun heraus, dass es der deutsche Oberst offenbar ablehnte, die Menschenansammlung um die Tanklastzüge vor deren Sprengung zu warnen, z. B. durch einen Tiefflug (Der Spiegel, 21.9.2009). Wollte er also gezielt so viele Menschen töten wie möglich, vielleicht weil er sie alle irrtümlich für Taliban hielt? Auch hatte er offenbar die NATO bzw. ISAF angelogen bzw. falsch informiert, indem er von einem "direkten Feindkontakt" der Bundeswehr am Boden sprach. Nur dann hätten die Kampfbomber den Angriff überhaupt fliegen dürfen.
 
Und auch hier gilt: Spätestens im Jenseits werden sie mit ihrer Rechtfertigung nicht mehr durchkommen, auch wenn der katholische Priester oder der evangelische Pfarrer bei ihrer dereinstigen Bestattung - irgendwann in der Zukunft - nur Gutes spricht. Dann wird sich das Gesetz von Saat und Ernte entfalten. Alle verletzten oder getöteten Opfer und ihre Angehörigen werden dort z. B. zum Kläger, und die verantwortlichen Herren müssen in jedem Einzelfall und jedem Einzelnen gegenüber nachweisen, dass der von ihnen angeordnete Angriff, der zu deren Tötung führte, gerechtfertigt war. Dazu werden sie in jedem Einzelfall mit dem Leid der Opfer konfrontiert und müssen es unter Umständen selbst am eigenen Seelenleib erleiden, was den obersten Soldaten von der Kirche natürlich verschwiegen wird. Doch anstatt dass die Kirche wenigstens zugibt, in diesen Dinge keine Ahnung zu haben, gibt sie das Gegenteil vor und führt die Menschen, auch die Soldaten, gezielt in die Irre. Die Herren der Kirche wird also ein noch größerer Prozess erwarten. Und im Jenseits gilt dann kein deutsches Recht, und viele, die die Verantwortlichen heute schützen, stehen dann selbst auch auf der Anklagebank. Nicht nur in diesem Krieg. In allen anderen auch. Die einzige Chance für die Täter wird dann sein, dass ihnen die Opfer vergeben.

 



26.11.2009 - 142 Tote und viele Schwerverletzte bei Angriff unter Bundeswehrkommando, darunter viele Kinder und Jugendliche - Neue Enthüllungen und ein schockierendes Video mit den Menschen, aus der Luft gefilmt, als sie noch lebten. Der deutsche Oberst Klein verweigerte den US-Piloten, die Menschen zuvor zu warnen.
http://www.bild.de/BILD/video/clip/no-pre-roll/2009/11/26/kunduz,templateId=renderBuehne.html
PS: Weit über Hundert von zerfetzten, verbrannten und verstümmelten Afghanen, doch der katholische Minister sagt, er habe sich nichts vorzuwerfen. Während die Klage über die vielen zivilen Opfer durch ganz Europa und die USA hallte (und die USA die Deutschen öffentlich tadelten und sie aufforderten, endlich ehrlich zu sein und ihre "Informationspolitik" zu ändern, also mit dem Lügen aufzuhören) und weltweit Fotos veröffentlicht wurden, will ausgerechnet der verantwortliche Minister und Kirchgänger Franz Josef Jung bis zuletzt von nichts gewusst haben und erst fünf Wochen später von dem Bericht der Feldjäger vor Ort erfahren haben, ohne allerdings nachzufragen, was denn da drin steht. Hat er es also auch erst aus der Bild-Zeitung ein paar weitere Wochen später erfahren, weswegen er nichts falsch gemacht habe. Doch die Zeitung schreibt am 27.11.2009. "Kann es wirklich sein, dass nur diese eine Meldung [eine Falschmeldung, die dem Minister in sein Konzept gepasst hat] Minister Jung erreichte – aber alle anderen (kritischen) Meldungen nicht ...?
(http://www.bild.de/BILD/politik/2009/11/27/bundeswehr-skandal-bombennacht-kunduz/bild-deckt-auf-so-wurde-der-skandal-vertuscht.html)
.
In der Folge dieser Aufdeckungen musste Minister Franz Josef Jung schließlich zurücktreten. Die Kirche denkt jedoch in keiner Weise daran, ihren Minister oder ihre für die "Liquidierung" verantwortlichen Militärs zu exkommunizieren. Sie hat es ja in ihrer Geschichte noch um ein Mehrfaches und schier unermesslich schlimmer getrieben, so dass man beides - den Bombenangriff und die kirchlichen Gräuel - überhaupt nicht vergleichen kann. Doch viele Tote, Schwerverletzte und Leidende gab es hier und da. Und dokumentiert dies nicht auch den geistigen Tod dieser vielen "unschuldigen" Verantwortlichen und ihrer Segensspender in der Kirche?
Bezeichnend auch, was der Chef des Bundeswehrverbandes im ARD-Morgenmagazin am 27.11.2009 sagte. Er verteidigte den Angriff erneut. Die Bundeswehr habe sich durch den Angriff einer [eventuell späteren] Bedrohung [denn die Lastzüge steckten ja im Schlamm fest] durch "Liquidierung" "entledigt".
 
Zur Erinnerung: Die Bombardierung erfolgte ohne die von den US-Piloten erbetene Vorwarnung für die Menschen und ohne die Autorisierung durch den US-Oberbefehlshaber, die nach dem NATO-Reglement vor dem Angriff notwendig gewesen wäre. Stattdessen erfolgte vielleicht vom Unterbewusstsein her ein Rückgriff auf Argumentationsmuster der eigenen Religion, wenn die katholische Kirche in ihrem Glaubensbekenntnis etwa bis heute verbindlich fordert, dass sie alles "ausmerzen" muss, "was gegen den Glauben ist" (siehe hier).
Und wem ein solches "Lösungsmuster" für Probleme unter Umständen in den Genen, in der Seele oder im Unterbewusstsein steckt oder wer in diesem Sinne einst indoktriniert wurde, der kann es womöglich auch in anderen Bereichen anwenden und dort auch schon mal vergessen, anders lautende Vorschriften einzuhalten.

Oder steckt vielleicht noch ein anderes in der abendländischen Geschichte erprobtes "Lösungsmuster" in den Genen, Seelenhüllen oder im Unterbewusstsein von katholischen Soldaten oder Politikern, wenn leichtfertig der mögliche gewaltsame Tod sogar von Unbeteiligten in Kauf genommen wird? So war etwa den Anführern des katholischen Kreuzfahrerheeres im Jahr 1209 nicht klar, welche Einwohner der französischen Stadt Beziers "Ketzer" waren (übrigens friedfertige und ethisch hoch stehende Menschen, die aber einfach nicht mehr katholisch sein wollten) und welche Katholiken. "Erschlagt sie alle, Gott kennt die Seinen", hat der Bevollmächtigte des Papstes, der Erzabt Arnold von Citeaux, in dieser Situation von den Soldaten verlangt. Und so kam es dann auch (http://www.steinadler-schwefelgeruch.de/buch/kapitel-1.html). Und so wurde in der Vollmacht des Papstes aufgrund der Liquidierung aller Bewohner auf jeden Fall auch die Bedrohung der Kirche durch Andersgläubige aus Beziers mit "ausgemerzt". Und bis heute war diese "Lektion" dementsprechend "erfolgreich", denn in Beziers sind die meisten Leute heute wieder genauso katholisch wie anderswo.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 4.9.2009 und 8.9.2009.
Wir schrieben u. a.:
"Bei dem Tanklaster-Bombardement kamen nach Nato-Angaben auch Zivilisten ums Leben, doch Kanzlerin Merkel verbittet sich jegliche Kritik" (Spiegel online, 8.9.2009). ´Kein Verständnis` für Kritik - das sagt eigentlich schon fast alles. Nicht einmal die Tötung unschuldiger Menschen dürfe demnach rechtmäßig kritisiert werden. Nur dieser Sachverhalt allein zeigt bereits auf, wie tief die ´christliche` Partei schon gesunken ist."
 



5.12. /  26.12.2009 - Luftangriff auf Afghanen wird allmählich zum "Massaker" - Alleine 179 Zivilisten getötet? Auch Kinder unter Toten / "Nicht im Einklang mit Völkerrecht" / Geht Vertuschung weiter? / Angriff galt offenbar den Menschen, die man anscheinend für Taliban hielt / Oberst Klein behauptet das Gegenteil wie die US-Piloten und der NATO-Bericht - Die US-Piloten kämpften mit aller Macht um das Leben der Menschen, die sich um die Tanklastzüge versammelt haben. Fünfmal (!) baten sie um Vorwarnungen für die Menschen, fünf Mal lehnte die Bundeswehr ab. Es war ein Ringen um das Leben der Menschen zwischen Amerikanern und Deutschen. Dann weigerten sich die US-Piloten, sechs Bomben abzuwerfen, wie die Deutschen verlangten, zwei würden genügen. Sechs Bomben würden natürlich zu weit mehr Todesopfern führen als zwei, und wenigstens hier wurde durch "nur" zwei 250kg-Bomben wohl ein noch viel größeres Blutbad verhindert als es geplant war. Doch in der Sache blieb der deutsche Oberst Georg Klein knallhart. Keine Warnungen, sofortige Liquidierung ... (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665331,00.html). Stoppen hätten ihn vielleicht noch sein Befehlsempfänger "Red Baron" können, der zuvor mit Klein gestritten haben soll, welcher den Amerikanern vorgaukelte, es gäbe direkte "Feindberührung" am Boden. Spiegel online schreibt: "Kleins deutscher Flugleitoffizier ´Red Baron 20` gab bei seiner Befragung dagegen an, er habe in dieser Situation weder eine unmittelbare Bedrohung gesehen ´noch die Notwendigkeit, Feindberührung anzugeben`. Auf die Frage des Nato-Untersuchungsteams, warum er kein Veto eingelegt habe, um Klein zu stoppen, antwortete der Fliegerleitoffizier: "Ich bin ein Soldat, und er ist mein Kommandeur" (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,668027,00.html).

Der afghanische Anwalt der Hinterbliebenen erläutert jetzt: Unter den Zivilisten "137 Tote, 20 Verletzte und 22 Verschollene. Nach seiner Darstellung seien 91 Frauen zu Witwen und 163 Kinder zu Waisen geworden. Fünf weitere Tote seien den radikal-islamischen Taliban zugerechnet, denen laut Verteidigungsministerium der Luftangriff gelten sollte" (Welt, 7.12.2009). Dies deckt sich annähernd mit dem Bericht des afghanischen Informanten der deutschen Eliteeinheit KSK, der vier Taliban bei den Tanklastzügen vor Ort erkannt hatte, bevor die Bomben das Inferno auslösten. Oberst Klein soll dabei von Offizieren und Unteroffizieren der Eliteeinheit KSK umringt gewesen sein (spiegel.de, 10.12.2009). Bild hatte die Beteiligung der KSK enthüllt, was bisher vertuscht wurde.

Als die Piloten resignierten ...

Dabei hatten die Deutschen die Amerikaner zuvor mehr oder weniger belogen. Denn die Bomber dürfen nur los fliegen bei direktem "Feindkontakt" von ISAF-Truppen. Doch es waren weder deutsche noch afghanische Truppen in der Nähe. Bestehe wirklich "unmittelbare Bedrohung" durch diese vielen Leute am Boden? so noch einmal der Pilot, der es kaum fassen kann, was er hörte. Ja, so Oberst Georg Klein. Und so gaben die Amerikaner dem Befehlszwang der Deutschen beim sechsten Mal schließlich nach. Obwohl Oberst Georg Klein dafür hätte auch zuerst mit seinen Vorgesetzten sprechen müssen, was er ebenfalls nicht tat. Noch im Dezember heißt es, der Oberst habe "in Sekundenschnelle" entscheiden müssen. Welcher Hohn! Er wurde mindestens fünf Mal im Laufe von mehr als einer Stunde gewarnt und hätte alle Zeit der Welt gehabt, weitere Telefonate zu führen. Und die späteren Opfer liefen alle über eine Stunde auf den Fernsehbildschirmen auf und ab.
Und entsprechend wütend und entsetzt reagierten am Tag darauf die Sprecher nahezu aller westlichen Staaten auf das Verhalten der Bundeswehr, und "Red Baron" wurde von den NATO sofort suspendiert. Nun in Deutschland rettete man sich mit Vertuschungen und Verleugnungen - was das Zeug hält - in die Bundestagswahl hinein und darüber hinaus.

"Zweifellos" "nach bestem Gewissen" alle Warnungen ignoriert und gebombt

Zwar änderte der deutsche Minister Karl-Theodor zu Guttenberg nach drei Monaten seine Einschätzung offiziell von "angemessen" in "aus heutiger Sicht unangemessen", behauptet dann aber im selben Zusammenhang, Oberst Klein habe "zweifellos (!) nach bestem Wissen und Gewissen (!) und zum Schutze seiner Soldaten" gehandelt. Da stellt sich natürlich die Frage: Was ist das für ein Gewissen? Und damit werden die haarsträubenden Fehler wieder herunter gespielt bis geleugnet, vergleichbar etwa wie bei einem Fußball-Schiedsrichter, der erst durch die spätere Zeitlupe im Fernsehen erkennt, dass er eine Situation auf dem Spielfeld falsch beurteilt habe. Auf dem Feld jedoch habe er nicht anders handeln können. Mit anderen Worten: Oberst Georg Klein und die Bundeswehr hätten nach Einschätzung des streng katholischen CSU-Verteidigungsministers richtig gehandelt, dass sie sich mit aller Macht der Sicht der US-Piloten und ihrem Ringen um das Leben der Menschen fünf Mal widersetzt hätten und sich zudem nicht an die NATO-Bedingungen für einen Angriff gehalten haben. Und das alles auch noch dem Namen nach als "Christen". Außerdem lag dem katholischen Minister Guttenberg schon der Bericht des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC) vor, wonach der Angriff nicht "im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht" gestanden habe, und wonach auch "acht-, zehn- und zwölfjährige Kinder" unter den Opfern waren, bevor er das Wort "angemessen" aussprach (stern.de, 9.12.2009).

Neue Enthüllungen: Angriff galt den Menschen, nicht den Tanklastwagen

Wohlgemerkt. So dachte der Minister nicht, so denkt er. Und gefährdet mit all´ diesem Verhalten die Regierung und die deutsche Armee nicht auch auf massive Art Schutz und Sicherheit der Bürger in Deutschland? Denn diese Berichte werden natürlich auch von gewaltbereiten Islamisten gelesen. Die Bundesregierung will mittlerweile "Entschädigungen" zahlen, steht aber weiter hinter den Verantwortlichen, die ihrerseits offenbar nicht die geringste Reue zeigen, sondern weiter behaupten, richtig gehandelt zu haben.
Jetzt enthüllt die Bild-Zeitung auch die Beteiligung der deutschen Eliteeinheit KSK, deren Einsätze in den letzten Jahren "in fast absurder Weise geheim gehalten wurden" (spiegel.de, 10.12.2009). Und obwohl Oberst Klein sogar wörtlich vom "Vernichten" der Menschen, die er irrtümlich für Taliban oder überwiegend für Taliban gehalten habe, gesprochen hat, hält Minister Karl-Theodor zu Guttenberg unbeirrt an ihm fest (spiegel.de, 11.12.2009). Der Anwalt der Opfer hat mittlerweile von 179 toten Zivilisten gesprochen und fünf Taliban. "91 Frauen wurden zu Witwen, 163 Kinder zu Waisen" (stern.de, 9.12.2009, Main-Post, 12.12.2009). Den Taliban hätte nach dem NATO-Bericht überwiegend der Angriff gegolten, gar nicht den Tanklastwagen. Oberst Klein "wollte die Menschen angreifen, nicht die Fahrzeuge". Er sei im Vorfeld vom Bundeskanzleramt "ermutigt" worden, in eine neue "Eskalationsstufe" des Krieges einzutreten, und die Bundeswehr offenbar von nun an gezielt Taliban liquidieren zu lassen (stern.de, 12.12.2009). Der Angriff auf die Menschen wird jetzt von allen Seiten bestätigt: "Nach Informationen des SPIEGEL" hat die NATO den deutschen Oberst kritisiert, "vorrangig auf die Menschen ... gezielt zu haben" (12.12.2009). Nur die Ablehnung der US-Piloten, vier weitere Bomben abzuwerfen, verhinderte ein noch größeres Inferno. Die ganze Geschichte mit der "Tankwagen-Bedrohung" (die im Morast fest steckten) war womöglich mehr ein Ablenkungsmanöver für die Öffentlichkeit, um eine kriegerische Offensive der Deutschen in ganz neuer Qualität zu verschleiern. Und dass Karl-Theodor zu Guttenberg so energisch an Oberst Georg Klein festhält, hat womöglich auch damit zu tun, was Oberst Klein alles noch weiß ...
In der Zwischenzeit liegt eine Erklärung von Oberst Klein vom 5.9.2009 vor [26.12.2009] mit einer völlig anderen Geschichte "nur für Deutsche". Die amerikanischen Piloten hätten die Menschen töten wollen, er wollte nur die Tanklastwagen treffen. Er habe kleinere Bomben gewollt und die US-Piloten große. Der aktuelle Stand der Untersuchungen ist jedoch völlig anders. Die Geschichte wird immer härter ...

Arme Bevölkerung: Bis zu 200 Dorfbewohner standen Schlange nach dem Benzin

Mittlerweile gibt es ein Interview mit einem Augenzeugen am Boden, einem der überlebenden Tanklastwagenfahrer (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,666825,00.html). Daraus geht deutlich hervor, dass das gekaperte Benzin zum Eigengebrauch in dem bettelarmen Dorf gedacht war. Die Männer vom Überfallkommando der Taliban hätten meist nicht einmal Schuhe getragen. Und teilweise standen bis zu 200 Menschen mit ihren Benzinkanistern Schlange, um etwas von dem Benzin zu ergattern.
Viele Militär-Experten gehen im Gegensatz zu der zunehmenden Brachial-Gewalt von Deutschen und Amerikanern (die jetzt mit 30.000 neuen Soldaten und dem "Friedensnobelpreis" im Rücken die Taliban endlich total vernichten wollen), davon aus, dass ein Friedensschluss und eine erneute Beteiligung der Taliban an der Regierung die sinnvollste Lösung des Konflikts wäre (z. B. Peter Scholl-Latour). Auch die Briten äußerten sich bereits in diese Richtung. Wie wäre es, wenn der Westen statt zig Milliarden Euro für den Plan der Vernichtung der Taliban auszugeben, ein paar Tausend Euro ausgibt, um ihnen und ihren Familien Schuhe zu kaufen und Friedensgespräche anzubieten?

PS: Wo lehrte eigentlich Jesus von Nazareth: "Dringt mit Waffengewalt in fremde Länder ein, stürzt dort die Regierungen, wenn ihr mit diesen nicht einverstanden seid, und bekriegt und liquidiert diejenigen, die sich gegen Eure neue Ordnung wehren?" Das stammt aus dem katholischen Denken und Tun, ist aber nicht christlich. Folglich sollte der Afghanistan-Krieg katholisch oder evangelisch begründet werden, aber alle Befürworter und Begründer sollten sich von Christus und vom Christentum distanzieren.
 



8.12.2009 -
"Gesegneter Advent" im Blutmeer Afghanistan - Dorfbewohner in Aufruhr. NATO habe schon wieder sechs bis zwölf Zivilisten liquidiert - Und: Wie unterscheidet die NATO eigentlich aus den Luft zwischen einem Taliban und einem Zivilisten?
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan-angeblich-sechs-zivilisten-bei-nato-angriff-getoetet_aid_461262.html
Abgesehen davon: Wer gibt den Kirchenchristen das moralische Recht, Taliban in beliebiger "Menge" zu "vernichten"? Christus oder die Kirche? Wenn nicht Christus, dann sollten sie sich auf der Stelle nicht mehr "christlich" nennen.
 



14.12.2009 - CDU und CSU möchten, dass die Deutschen am Hindukusch nicht nur zur Selbstverteidigung töten - Der CDU/CSU-Kriegsexperte Hans Peter Uhl (CSU) fordert mehr Rechte zum Töten für die Bundeswehr im Hindukusch. "´Die Bundeswehr braucht Klarheit, dass sie Aufständische mit allen Mitteln bekämpfen und auch töten darf.` Es sei den Soldaten nicht länger zumutbar, dass sie in einem kriegsähnlichen Konflikt nur zur Selbstverteidigung schießen dürften" (Neue Osnabrücker Zeitung, 14.12.2009). Am 3.9.2009 ließ die Bundeswehr ca. 180 Afghanen gezielt in die Luft jagen, darunter aufständische Taliban, und war dafür weltweit hart kritisiert worden. Nur im eigenen Land wird der verantwortliche Oberst weiter dafür gelobt, da er "nach bestem Wissen" gehandelt habe. Freie Christen forderten bereits 1999 die CDU und CSU auf, sich nicht mehr "christlich" zu nennen. Damals rief die Partei zusammen mit SPD und GRÜNEN zum Kosovo-Krieg, bei dem ca. 1000 serbische Zivilisten getötet wurden. Und sie machten seither unverhohlen mit der Kriegsbefürwortung und damit der Verhöhnung des Christus weiter. Die Bundeswehr-Soldaten werden alljährlich u. a. bei katholischen Wallfahrten zugerüstet.
 



16.12.2009 - Wie Bundeswehr-Oberst Georg Klein die Aufklärung aktiv behindert hat - Der Skandal wird immer handfester. Siehe dazu http://www.fr-online.de/top_news/2147310_Kundus-Affaere-Klein-soll-Ermittlungen-erschwert-haben.html. Dabei geht es nicht um eine "Affäre", wie es verschiedentlich heißt, sondern um weit über 100 Menschenleben und das Leid der Angehörigen. Ein Leserbrief des Autors des Theologen an focus.de wurde dort nach Prüfung abgelehnt. Deshalb hier der Inhalt: "Tot ist tot - Den 179 zerfetzten oder verbrannten Opfern des Angriffs wird es egal sein, ob sie völkerrechtlich legitim in die Luft gejagt wurden oder nicht. Denn tot ist tot. Und wenn sie einst im Jenseits ihre Klage erheben, wovon gläubige Menschen ausgehen, dann schützt den Beklagten auch kein Völkerrecht mehr." Man könnte hinzufügen: Spätestens dann wirkt irgendwann das unbestechliche Gesetz von Saat und Ernte (vgl. Der Theologe Nr. 2).
 



16.1.2010 -
Deutsche im endlosen Afghanistan-Krieg: "Wir bilden Kämpfer für die Taliban aus" -
(http://www.bild.de/BILD/politik/2010/01/16/deutsche-polizei-klagt-ueber-afghanistan-einsatz/wir-bilden-kaempfer-fuer-die-taliban-aus.html). Doch gerade erst entschied die Bundesregierung, 100 neue Polizei-Ausbilder nach Afghanistan zu schicken. Und: Eingeständnis von Bundeswehr-Oberst Georg Klein:
"
Der für den Angriff auf Tanklaster bei Kunduz verantwortliche Bundeswehroberst hat gezielt die Unwahrheit gesagt, um US-Piloten zu dem Bombenabwurf zu bewegen"
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,672261,00.html).
Er hat aber nach wie vor die volle Rückendeckung des katholischen Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg von der CSU. Zehn Gebote? ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden" ...) Und so denkt sich vielleicht mancher: "Über 100 zerfetzte Opfer sind vielleicht ein bisschen viel. Aber eine Lüge wird ja wohl noch erlaubt sein."
 



11.2. / 18.2.2010 - Evangelische Kirche übernimmt indirekt Verantwortung für Bombenangriff auf Tanklastzüge in Afghanistan mit ca. 170 Toten / Befehlsgeber nennt sich "Christ" - Die evangelische Kirche übernimmt mehr oder weniger die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf zwei Tanklastzüge in Afghanistan auf Befehl der Bundeswehr mit ca. 170 getöteten Afghanen (allesamt Moslems). In einer epd-Meldung vom 7.1.2010 
(http://www.epd.de/nachrichten/nachrichten_index_70159.html#top) heißt es
:
"Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann hat den deutschen Oberst Georg Klein in Schutz genommen ... ´Oberst Georg Klein hatte in jener Nacht weder so viel Zeit noch annähernd so viele Berater zur Verfügung`" wie diejenigen, die das Massaker jetzt aufarbeiten. Und, so der Militärbischof Martin Dutzmann wörtlich: "Im Krieg aber liegen die Dinge eben nicht so einfach wie in der friedlichen Bundesrepublik." Genau das ist Kirche, und so war Kirche immer, und so wird sie immer sein: Jeder noch so grässliche Schrecken im Krieg wird durch die kirchliche Kosmetik weg geschminkt, und am Ende würde man es vermutlich auch schaffen, den ganzen Planeten in die Luft jagen zu lassen und es auf diese Weise zu rechtfertigen. Oberst Georg Klein bestätigte seinerseits, wer ihn inspiriert: "Als Christ habe ich mich mit dieser Entscheidung schwergetan", so der Oberst (bild.de, 12.2.2010). Anschließend sei er zum Gebet in die kirchliche Kapelle gegangen (spiegel.de, 12.2.2010). Und bis heute rechtfertigt der ranghohe Militärbefehlshaber den Angriff. Neu ist, dass er es bewusst als angeblicher "Christ" tut. Oberst Georg Klein nennt sich also "Christ", doch Christus, dessen Namen er hierbei missbraucht, hätte niemals einen Angriff mit Flugzeugen und Bomben befürwortet, auch wenn er geglaubt hätte, es würden dabei nur islamistische Krieger und nur ein unbeteiligter LKW-Fahrer in Stücke gerissen werden. Doch in typischer evangelischer Schizophrenie rechtfertigt der Oberst einerseits den Angriff und bittet andererseits "Gott" gleichzeitig um "Vergebung" (zit. nach idea-spektrum Nr. 7/2001). Doch alle Opfer und alle Angehörigen müssen dem Oberst vergeben. Vorher kann auch Gott ihm die Schuld nicht weg nehmen (siehe dazu hier).
Und deshalb wurden auch Soldaten aus den frühen urchristlichen Gemeinden ausgeschlossen, wenn sie weiter Soldaten bleiben wollten. Anders die Kirche und ihre Gefolgsleute. Aus diesem Grund fordern wir erneut: Die katholische und die evangelische Kirche dürfen sich nicht mehr "christlich" nennen. Katholisch ja, evangelisch ja, denn was sie zum Krieg lehren ist katholisch und evangelisch, niemals jedoch christlich.
 



22.2.1010 -
NATO bombte schon wieder mindestens 30 Zivilisten in den Tod / Schon mindestens 50 tote Zivilisten bei der Operation "Muschtarak" / Täter sollen sich nicht mehr "Christen" nennen - Erst vor wenigen Tagen brachte die NATO neben einigen eventuell Aufständischen auch Kinder um, die sich im selben Haus aufhielten, in denen die NATO zwei Raketen hinein steuerte. Andere Quellen berichteten, man habe versehentlich ein falsches Ziel getroffen: Sicher sind 12 tote Zivilisten. Kurz danach wurden aus der Luft fünf weitere unbeteiligte Zivilisten durch einen NATO-Bombenangriff getötet. Hinzu kommen vier weitere Zivilisten, die auf die Schnelle versehentlich erschossen wurden, weil man dachte, es könnten "Aufständische" sein. Nun wurden gleich drei Busse aus der Luft in Grund und Boden gebombt. Verantwortliche der NATO vermuteten, dass in den Bussen "Aufständische" sitzen, die mit den Bussen womöglich zum nächsten Angriff auf die westlichen Truppen fahren. "Nach dem Bombardement hätten Bodentruppen am Ort des Luftschlags aber Frauen und Kinder vorgefunden" (stern.de, 22.2.2010). Und so oder so ähnlich geht es schon seit Jahren, so dass die Zahl der irrtümlich Getöteten schon in die Tausende geht. Und die Soldaten nennen sich "Christen", ein brutaler Namensmissbrauch. Denn niemals würde Christus einen solchen Krieg wie auch andere Kriege befürworten. Auch nicht gegen Menschen, die nicht versehentlich, sondern gezielt getötet werden, weil sie zur anderen Kriegspartei gehören.
"Die Regierung in Kabul verurteilte den Angriff scharf und sagte, er sei nicht zu rechtfertigen" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679374,00.html). Der afghanische Präsident "Karsai hatte erst am Samstag vor dem Parlament in Kabul einen eindringlichen Appell an die Truppen gerichtet, Zivilisten zu schützen" (stern.de). Vor einigen Monaten ließ die Bundeswehr über 100 Zivilisten in die Luft jagen, die sich um gekaperte Tanklastzüge versammelt hatten, um Benzin für ihren Privatgebrauch abzapfen zu können. Ein "Informant", der aber überhaupt nicht gesehen hat, wer um die LKWs versammelt ist (Focus online, 27.2.2010), vermutete fälschlicherweise, dass es "Taliban" seien, und nicht unbeteiligte Dorfbewohner. Und Oberst Klein nahm die Falschvermutung für bare Münze, und auf den entführten LKW-Fahrer wollte die Bundeswehr offenbar keine Rücksicht nehmen. Und auch der für das dann folgende Blutbad verantwortliche deutsche Oberst nannte sich missbräuchlich "Christ". Unser Appell: Die Täter sollen sich wenigstens nicht mehr "Christen" oder "christlich" nennen.
 



5.4.2010 - Evangelischer Bischof gibt zu: Auch Kirche schickt Soldaten mit Waffenauftrag nach Afghanistan - Der evangelische Landesbischof Gerhard Ulrich gibt zu, dass die Kirche die Soldaten mit schweren Waffen in andere Länder schickt. Wörtlich sagte er in seiner Osterpredigt im Dom von Schleswig: "´Seht auf uns`, haben mir Soldaten in der vergangenen Woche gesagt, die in Afghanistan und an anderen Orten im Einsatz waren und wieder sein werden: Lasst uns nicht allein mit den Waffen, mit denen ihr uns da hinschickt!" (zit. nach idea.de, 5.4.2010)
 



10.4.2010 -
Evangelischer Militärdekan redet Mysteriöses bei Trauerfeier / Der Gott Luthers begibt sich in den Krieg hinein und verspricht den Gefallenen einen "seligen Tod" - Die Bundeswehr ließ über 100 Afghanen in den Tod bomben, die Benzin von Tanklastwagen zapften, dann schoß man einen Panzer mit afghanischen Truppen versehentlich in die Luft, während die US-Amerikaner fast zeitgleich schwangere Frauen in den Tod sprengten. Dann wurde ein Linienbus mit Zivilisten "rein vorsorglich" unter Feuer genommen, unter den Toten auch wieder ein Kind, und, und, und ... Und mehrfach wurden ganze Hochzeits- oder Beerdigungsgesellschaften versehentlich von der NATO in die Luft gejagt. Die Anzahl der versehentlichen Opfer unter der Zivilbevölkerung geht in die Tausende und steigt immer weiter an. In diesem Chaos passiert es dann, dass auch irgendwann Bundeswehr- und NATO-Soldaten zu Opfern werden, in diesem Fall gezielt durch Beschuss oder Fallen der Taliban.
Bei der Trauerfeier für drei gefallene Bundeswehr-Soldaten in der St.-Lamberti-Kirche in Selsingen redet dann die Kirche Unsinn. So z. B. der leitende evangelische Militärdekan Armin Wenzel. Idea.de schreibt: "
Gott beseitigt den Tod und das Leid in dieser Welt nicht, aber er begibt sich mitten hinein. Das sagte der evangelische Leitende Militärdekan Armin Wenzel (Kiel) am 9. April in der St. Lamberti-Kirche von Selsingen (Kreis Rotenburg/Wümme) bei der Trauerfeier für drei in Afghanistan gefallene Bundeswehrsoldaten" (9.4.2010).
Was soll das nun wieder bedeuten, Gott "begibt sich mitten hinein"? Jesus lehrte eindeutig: "Wer das Schwert nimmt, der wird durch´s Schwert umkommen" und: "Liebe deine Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen" und: "Du sollst nicht töten". Wer es anders hält, der sollte Gott nicht mit in seinen Krieg hinein ziehen, denn der Schöpfergott begibt sich keineswegs auf der Seite der NATO in diesen Krieg hinein.
Nur der Gott Luthers mischt dort einmal mehr kräftig mit im Krieg, und Martin Luther sagte über ihn: "
Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und führt den Krieg" (http://theologe.de/theologe3.htm#Soldaten). Und der Luther-Gott redet auch bei Opfern nicht um den heißen Brei herum. Sondern der Reformator sagt über die gefallenen Soldaten klipp und klar: "Einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen" (http://theologe.de/theologe3.htm#Toeten). Der Gott, der diesen "seligen Tod" verspricht, begibt sich auf deutscher Seite mitten in den Krieg hinein und trägt die Verantwortung für Tausende von zivilen Opfern, nicht der richtige.
 



1.8.2010 - Die Wiederauferstehung Martin Luthers in Afghanistan - Martin Luther predigte einst den Krieg gegen die Islamisten des 16. Jahrhunderts: "... weil die Christen ... ein jeglicher von seiner Obrigkeit zum Streit wider die Türken gefordert und berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen, weil sie eine Ader regen können" (Eine Heerpredigt wider den Türken, D. Mar. Luther. Anno 1529; Tomos 4, S. 494 b-496).
Ca. 500 Jahre später befehligt der Protestant und Luther-Nachfolger David Petraeus die westlichen Truppen in Afghanistan und schickt die hauptsächlich katholischen odder evangelischen Soldaten in den Krieg gegen heutige dort einheimische Islamisten. Auch die Bundeswehr steht unter seinem Oberkommando. Und die Botschaft des Kommandanten auch an die Bundeswehr-Soldaten ist ähnlich wie vor 500 Jahren die Botschaft Martin Luthers an die Soldaten: "Verfolgt den Feind unerbittlich! ... Sucht den Feind und eliminiert ihn. Rammt eure Zähne in ihr Fleisch und lasst nicht mehr los ..." (spiegel.de, bild.de, 1.8.2010). Zuletzt stellte die Bundeswehr Todeslisten von Männern zusammen, die dann von den US-Amerikanern "eliminiert" wurden.
Mitten in der Vorbereitung zu den 500-Jahr-Feiern Martin Luthers (2017) ist der Reformator bereits in Afghanistan auferstanden. Auch das Ziel ist damals wie heute ähnlich: Die westliche Zivilisation soll gegen eine islamische bzw islamistische Zivilisation "verteidigt" werden. Im Unterschied zum 16. Jahrhundert marschiert jedoch heute kein islamisches Heer Richtung Europa, sondern die Europäer sind, ähnlich wie in Kreuzzugszeiten, in ein islamistisch regiertes Land eingedrungen und der Krieg findet dort statt.
Auch dem islamischen Iran will der kirchliche Westen an den Kragen, wenn dieser im Atom-Streit nicht endlich tut, was er Westen will und sich eventuell ähnliche Rechte heraus nimmt wie man selbst. "USA haben einen Angriffsplan gegen Iran", so die Schlagzeilen vom 1.8.2010 (z  B. sueddeutsche.de).
Wenn der Westen Kriege und Kriegsvorbereitungen für richtig hält, wird er auch die Konsequenzen tragen müssen. Doch mit Jesus, dem Christus, hat das alles nichts zu tun. Es ist lutherisch oder katholisch, aber nicht christlich. Denn die westlichen Politiker, die sich "christlich" nennen, tun das krasse Gegenteil von dem, was Jesus, der Christus, wollte und lehrte.
 




Anhang 3: Weitere Nachrichten zum Krieg
 

Die Nachrichten zum Gaza-Krieg 2008/2009 finden Sie unter "Der Theologe aktuell" Nr. 2009-1
Die Nachrichten zum Krieg Georgien-Russland 2008 finden Sie unter "Der Theologe aktuell" Nr. 2008-2
Weitere Nachrichten zum Krieg finden Sie in Der Theologe Nr. 16 über Hintergründe im Vatikan sowie in Der Theologe Nr. 32 über das Verhältnis von Kirche und Islam.


13.3. / 14.3.2006 - Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen Völkermörder - Kirchen entlarven sich - "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches Gotteswort an Josua in der Bibel (Josua 1, 5b), das die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten. Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt die kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. "Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod bestraft werden" (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie das hörten. Doch lange würden sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wurden die menschlichen Bewohner und die Tiere der heutigen Palästinenserstadt Jericho massakriert: "Mit scharfem Schwert weihten sie [die Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel" (6, 21).  Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer "Säuberungen" folgte: "Bei wem man dann etwas findet, das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach außen: "Es gab an jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ er an einem Baum aufhängen ... (8,  25.29). Und so weiter. Alles im Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
 
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies in der Bibel beschrieben ist. Das ist insofern bemerkenswert, da dies ja auch ein Eingeständnis wäre, dass die biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hätten. Warum werden sie dann aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig "Gottes Wort" sein?

Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war, und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht die Historie vor über 3000 Jahren (die hoffentlich friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht. Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist maßgeblich und nicht das, was sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und nach innen in seiner schlimmsten Form. So kann man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser "heiligen Schriften" in den Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
 
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte (die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft, die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich heißt es bis heute in den gültigen Lehren der Kirche: "Deshalb muss sie [die römisch-katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte." (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu Der Theologe Nr. 18).
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden, (wenn man sich wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend hinzunehmen.

Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd Lüdemann, der zur Jahreslosung u. a. schrieb: "Die Texte aus dem Josuabuch schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren nicht fallen und verlässt sie nicht."
(Welt am Sonntag, 8.1.2006; http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)
 



23.9.2006 / 4.5.2007 - Das Spiel von Politik und Militär mit dem Feuer: Massive Warnungen werden ignoriert - Die gegenwärtige Generation zündelt mit der Existenz dieser Zivilisation. So glauben z. B. auch die Militärs, ohne schwere Schäden zündeln zu können: 1999 half man mit, Jugoslawien anzugreifen und zu bombardieren, 2001 griffen auch deutsche Flieger Afghanistan an. Heute zahlen wir Milliarden an Folgekosten vor Ort. Die den Kriegen zugrunde liegenden Probleme hat man jedoch nicht gelöst, die Kessel brodeln weiter. (PS: US-Soldaten sollen zudem Gefangene in Afghanistan gefoltert und ermordet haben; siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438858,00.html; der Krieg gilt unter Experten schon jetzt als kaum mehr zu gewinnen; die Ausgaben würden damit in ein Milliardengrab fließen; vgl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,439688,00.html).
Die Vorschläge des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth (z. B. "Alles, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen zuerst") hält man in Politik und Militär ohnehin für utopisch. Trotzdem missbraucht man dort weiter seinen Namen (z. B. durch die Bezeichnung "christlich"). Und die Probleme bauen sich wieder auf. Beispiel Libanon. Die Bundeswehr ist mit 1.000 Soldaten gerade dorthin unterwegs, um im Auftrag der UNO die Nachschub-Bewaffnung der islamistischen Hisbollah-Armee auf dem Seeweg militärisch zu unterbinden (was wohl auch Millionen oder langfristig Milliarden kostet). Und ein paar Dutzend römisch-katholische und evangelisch-lutherische "Militärseelsorger" (früher nannte man sie "Feldgeistliche") sind mit ihren Bibeln auch wieder mit an Bord. Vor mehreren Hunderttausend begeisterten Anhängern in Beirut hat jetzt Hisbollah-Chef Nasrallah öffentlich den Eintritt Deutschlands in den Nahost-Konflikt kritisiert und der Rechtfertigung von Angela Merkel widersprochen, der Militäreinsatz Deutschlands diene der "Sicherheit Israels" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,438719,00.html). Auch Syriens Staatschef Assad bezeichnete das militärische Eingreifen der Deutschen in den Nahost-Konflikt als sinnlos und den Erfolg als unmöglich, da die Hisbollah die "Unterstützung des Volkes" besitze.
Durch das Eingreifen Deutschlands in den unterschwellig weiter schwelenden Nahost-Krieg und die Äußerungen des deutschen Papstes über den Propheten Mohammed ist Deutschland erstmals mit ins Zentrum der weltweiten Auseinandersetzungen gerückt.
Allgemein könnte man sagen: Schlägt man Warnungen in den Wind, baut sich in der Regel das nächste Ereignis auf ...
 



7.1. / 10.1.2007 - Gefahr eines großen Krieges wächst - Der letzte Weltkrieg liegt schon lange zurück, und die heutigen politischen Verantwortlichen haben oft kein Gefühl dafür, was dies für zahllose Menschen bedeutete und dass das Leid der Kriege in Zukunft sogar schlimmer würde. So wird kräftig gezündelt: Chaos, Anarchie und Waffenlieferungen hier, kleinere Kriege da, eventuell ein größerer Krieg wieder hier, und Planspiele über Planspiele - vielleicht sogar mal ein kleines "Atombömbchen" riskieren. All´ das mag manchmal mehr, manchmal weniger mit dem evangelischen oder katholischen Glauben vereinbar sein. Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat es überhaupt nichts zu tun.
Aktuell z.B. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,458170,00.html
                  
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,458186,00.html

 



7.6. / 10.6.2007 - US-Präsident George W. Bush - Nach seinem Tod einst direkt ins Paradies? Und deshalb auf der Erde so schwer belehrbar? - Ob er seine Politiker-Kollegen in Heiligendamm bei ihren Plänen zur Milderung der Klimakatastrophe bremste (und nur durch offene Drohungen des französischen Präsidenten dazu gebracht worden sein soll, wenigstens minimale unverbindlichen Absichtserklärungen mit zu tragen) oder ob er an neuen Waffensystemen* arbeiten lässt und z. B. den Widerstand der russischen Regierung gegen neue Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien unmittelbar vor den Toren Russlands übergeht (9.6.2007;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,487600,00.html)
: Der US-Präsident gibt sich wie ein "Herrscher der Welt", der letztlich macht, was er will, bzw. was die Kräfte, die hinter ihm stehen, wollen. Schließlich haben die USA ja die meisten und schlimmsten Waffen.** Auch die UNO war ihm zuletzt weitgehend gleichgültig, wenn sie sich nicht so verhielt, wie seine Regierung das will (wie vor dem Irak-Krieg). Und schon jetzt droht er Russland, falls die Regierung Putin in der UNO die Abspaltung des Kosovo von Serbien und die Gründung eines zweiten albanischen Staates blockieren würde. Dann würde eben wieder ohne die UNO "gehandelt". Zudem wird in US-Regierungskreisen weiter über konventionelle oder gar kleinere atomare Schläge gegenüber dem Iran gesprochen.
 
Ein wesentlicher Hintergrund ist der evangelische Glaube des Präsidenten und vieler seiner Freunde. Bush ist offiziell evangelischer Methodist, steht jedoch unter dem Einfluss des evangelischen Baptistenpredigers Billy Graham (vgl. dazu www.theologe.de/billy_graham.htm), der ihn einst von seiner Trunksucht wegbrachte und ihm damit den Weg zum mächtigsten Mann der Welt ebnete. Billy Graham, Seelsorger vieler amerikanischer Präsidenten, befürwortete - trotz der auch von ihm eingestandenen Schrecken - alle US-geführten Kriege der Vergangenheit, und er hält auch einen drohenden Atomkrieg nicht für das Schlimmste. Der Grund: "Der Schrecken eines Atomkriegs geht - im Blick auf die Ewigkeit - vorüber. Der Zorn, der sich über alle ergießen wird, welche die angebotene Barmherzigkeit, Gnade und Erlösung in Christus ablehnen, ist viel schrecklicher" (Billy Graham, Geht unsere Welt ihrem Ende entgegen?, Neuhausen-Stuttgart 1993, S. 173).

Billy Graham und George W. Bush nehmen die angeblich auf solche Weise "angebotene Erlösung" im Unterschied zu den meisten Menschen auf dieser Welt für sich in Anspruch. Und "das bedeutet: man steht vor Gott, als habe man niemals eine Sünde begangen", so der Glaube Grahams (Billy Graham, Eine Generation entdeckt Jesus, Witten 1982, S. 105). Offenbar sieht dies der US-Präsident auch so, was bedeuten würde, dass er einst gleich nach seinem Tod direkt den Himmel betreten könne, ganz gleich, für wie viel Leid er die Verantwortung trägt und was durch seine Politik mit der Erde und ihren Bewohnern passiert. Umgekehrt bedeutet das nach kirchlichem Verständnis auch, dass die amerikanischen (wie auch alle anderen) Bombardements nicht nur Tausenden von Menschen den irdischen Tod brachten, sondern auch das Höllenfeuer für alle Ewigkeit (siehe oben).

Das ist die evangelische Lehre, die allerdings im Widerspruch zu Jesus von Nazareth (vgl. dazu Der Theologe Nr. 3 und Der Theologe Nr. 1) und teilweise auch zum Kirchenlehrer Paulus steht. Wörtlich heißt es z. B. in der Bibel: "Irret euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten" (Galaterbrief 6, 7). Oder Jesus spricht demnach: "Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben ... Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das hat ihr mir auch nicht getan" (Matthäus 25, 42.45). Deshalb: "Geht weg von mir ..." (V. 41; PS: zur Dauer der "Gottferne" siehe Der Theologe Nr. 19)

Der erste Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Otto Dibelius (1880-1967), äußerte sich sogar noch extremer als Billy Graham. In der Broschüre Militärkirche oder kirchlicher Friedensdienst (Potsdam 1957) erklärte der damals führende deutsche Protestant, selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben" (zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259).

Es braucht also niemanden zu wundern, wenn Menschen mit einem Glauben an einen solchen protestantischen "Erlösungszauber" mit der Mutter Erde und ihren Geschöpfen nicht verantwortungsvoller umgehen.

PS: Zu George W. Bush und seinen Entscheidungen siehe auch
Focus online, 8.10.2005; zit. nach www.das-weisse-pferd.com/2005.html#Bush.

Anmerkungen:
* Im Jahr 2006 stiegen die weltweiten Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhe. 900 Milliarden Euro wurden für militärische Zwecke ausgegeben, davon fielen alleine 396,2 Milliarden Euro auf die USA. Mehr dazu siehe
http://www.netzeitung.de/ausland/671130.html


**
Als die Sowjetunion 1962 Raketen in Kuba vor den Toren der USA stationieren wollte, verhinderte vermutlich nur der letztliche Verzicht der Russen einen neuen Weltkrieg. Dieses Mal geht es zwar "nur" um US-"Abwehr"-Raketen, doch die Logik dahinter ist ebenfalls offensiv: Nach einem eigenen Angriff würde ein Gegenangriff "abgewehrt", so dass ein eigener Angriff eher riskiert werden könne.

Aktualisierung: Einen Tag nach dem Ende des G8-Gipfels in Heiligendamm traf US-Präsident George W. Bush am 9.6.2007 zur Audienz beim Papst in Rom ein.
An der Ostsee hatte er zeitweise eine Magenverstimmung. In Rom ging es ihm wieder gut. Mehr zur Verbindung zwischen dem mächtigsten Protestanten George W. Bush und dem mächtigsten Katholiken Benedikt XVI. siehe
hier.

Einen Tag nach Heiligendamm: George W. Bush verneigt sich tief vor dem Papst.

 



7.7. / 8.7.2007 - Heinrichsfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher - Nicht nur in Argentinien stehen derzeit Verbrechen mit kirchlicher Beteiligung oder unter kirchlicher Anleitung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses (siehe dazu hier). Auch in Deutschland ist dies - wenn auch weit gehend unausgesprochen - der Fall. So feiert z. B. das Erzbistum Bamberg im Jahr 2007 sein 1000jähriges Jubiläum. Bistumsgründer ist der König und spätere Kaiser Heinrich II., der in unzähligen Kriegen immer wieder unschuldiges Menschenblut vergossen hat (mehr dazu hier). Nach ihm ist auch das Heinrichsfest benannt, das am 7.7. und 8.7.2007 in Bamberg gefeiert wurde. Das Bistum Bamberg wurde mit dem Ziel gegründet, Andersgläubige wirkungsvoller vernichten zu können. Wörtlich heißt es in einem Dokument aus dem Jahr 1146 anlässlich der Heiligsprechung Heinrichs: "... dass das Heidentum der Slawen [die z. B. im angrenzenden Fichtelgebirge lebten] vernichtet werde." Dies lief auf die Zwangsbekehrung bzw. Ermordung der Menschen hinaus. Ein schlimmes Kriegsverbrechen war auch das grausame Massaker Heinrichs an den Einwohnern der italienischen Stadt Pavia in der Nacht vom 14. auf den 15.5.1004. Die Bevölkerung hatte zuvor die Krönung Heinrichs zum König der Langobarden missbilligt, die seiner späteren Kaiserkrönung im Jahr 1014 voraus ging. Die Kinder auf dem Heinrichsfest in Bamberg ließ man deshalb Heinrichs-Kronen basteln. Mehr zum Gründer des Bamberger Bistums und zu seiner Geschichte lesen Sie in "Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern.

Zum Vergleich: Auch die Protestanten in Bayern feiern ihren "Kriegsherren". Anlässlich des 50. Todestages von Landesbischof Hans Meiser hatte man das Jahr 2006 zum "Meiserjahr" erklärt. Der Landesbischof bejubelte z. B. den Überfall Nazi-Deutschlands auf Belgien, die Niederlande und Frankreich und die Besetzung dieser Länder im Jahr 1940 als einen Sieg, "wie er ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden wird." Doch bei der Ehre für Bischof Meiser regt sich allmählich Widerstand. So geht es seit 2006 in der öffentlichen Diskussion auch um die Umbenennung von Meiserstraßen. Ausführlich in Der Theologe Nr. 11.

Unsere Bitte: Die Kirchen können ihre Antisemiten, Inquisitoren, Kriegsherren und Menschenschlächter gerne feiern oder "bedenken" wie sie wollen, solange sie nicht gegen geltende Gesetze verstoßen (solches wird in begrenztem Umfang ja z. B. auch bei Neonazis nicht geahndet). Und das werden die Kirchen auch im 21. Jahrhundert weiter tun, denn sie haben sich in ihrem Wesen nicht geändert, sondern nur dem demokratischen Zeitgeist angepasst (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 12). Aber sie sollen dies tun als römisch-katholische oder z. B. evangelisch-lutherische Kirche. Mit Jesus, dem Christus, hat das alles jedoch nicht das Geringste zu tun, denn er lehrte und verkörperte das Gegenteil von dem, was die Kirche aufs Ganze gesehen lehrt und tut. Deshalb sollten die Kirchen endlich so ehrlich sein und sich nicht mehr "christlich" nennen. Siehe dazu auch Der Theologe Nr. 25.
 



9.1.2008 - Ruanda - Der Verrat der Kirche an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth - Jesus war Pazifist. Die Kirche segnete jedoch Waffen, befürwortete Kriege und und "brachte" nach Aussage des Historikers Karlheinz Deschner "mehr Menschen um als Hitler und Stalin zusammen" (http://www.das-weisse-pferd.com/02_01/abzocker.html). In der jüngeren Vergangenheit wurde vor allem ihre Verwicklung im Völkermord an den ruandischen Tutsi durch ruandische Hutu bekannt - ca. 800.000 Tote im Jahr 1994 (siehe http://www.das-weisse-pferd.com/00_02/kirche_ruanda.html). Einer dpa-Meldung vom 9.1.2008 zufolge seien nun über siebzehn Jahre nach den Massakern in 84 Schulen Ruandas von Hutus verfasste Anti-Tutsi-Flugblätter gefunden worden, u. a. mit dem Inhalt: "Wir haben genug von ihnen und werden sie töten" (Netzeitung, 9.1.2008). Die Saat der Gewalt ist also weiter am Keimen.
Dabei ist zu bedenken: Die Hutu sind überwiegend Katholiken. Bei den Tutsi finden sich viele Anhänger von Naturreligionen. Insgesamt gehören in Ruanda jedoch quer durch beide großen Volksgruppen ca. 75 % der Bevölkerung entweder der römisch-katholischen (65 %) oder einer evangelischen Kirche (10 %) an, zum Islam bekennen sich ca. 8 %. In einer Reportage von Arte-TV heißt es dazu:
"Als 1994 in Ruanda christliche* [*Anmerkung: richtig wäre "kirchliche"] Hutus in 100 Tagen eine Million christlicher* Tutsis umbrachten, waren es einzig die ruandischen Moslems, die sich - unter Berufung auf den Koran - der Gewalt verweigerten. Mehr noch: Sie versteckten Flüchtlinge und versorgten sie mit Lebensmitteln, sie gaben ihnen Zuflucht in ihren Moscheen und zeigten sich mit ihnen solidarisch, vielfach um den Preis des eigenen Lebens. Sie halfen Hutus und Tutsis, Moslems und Christen gleichermaßen. Kein einziger führender Moslem wurde wegen des Völkermordes angeklagt. Stattdessen bat der ruandische Staatspräsident die Moslems des Landes, sie ´zu lehren, wie man zusammenlebt`" (http://www.arte.tv/de/geschichte-gesellschaft/1172274.html).
Daran wird einmal mehr der Verrat der Kirchen an der Friedfertigkeit des Jesus von Nazareth deutlich, der den Menschen zeigte und vorlebte, wie man zusammenleben kann. Die institutionellen Kirchen haben ihre Mitglieder wie zu allen Zeiten jedoch in die Irre geführt - weg vom großen Friedenslehrer Jesus von Nazareth, den man nur den Lippen nach verehrte, und hin zu selbst gestrickten Dogmen, "Sakramenten" und Kulten. So haben auch einzelne kirchliche "Friedensaufrufe" kaum Kraft, wenn man insgesamt beim Thema "Gewalt und Krieg" Kompromisse macht und die Menschen nicht zu den Wurzeln der eigenen Aggressionen führt, um diese zu bearbeiten (eine Hilfe könnte dazu z. B. das Bibelwort "Was der Mensch sät, das wird er ernten" sein; vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2). Mit Jesus hat das kirchliche Lehrwerk und Tun jedenfalls nichts zu tun. Er lehrte in seiner Bergpredigt, die Feinde zu lieben und bei Konflikten zuerst den "Balken" im eigenen Auge zu erkennen und zu entfernen, bevor ich dem anderen helfen kann, seinen "Splitter" zu entfernen. Doch die Kirchen lehrten auch, die Bergpredigt sei insgesamt nicht lebbar. Die Folgen zeigten und zeigen sich u. a. in Ruanda.
 



24.4. / 24.5.2008 - Iran mit kompletter Auslöschung gedroht - Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in apokalyptischen Vernichtungs-Visionen - "Mein Dad ... hat ... mir beigebracht, auf Enten zu schießen, als ich ein kleines Mädchen war", erzählt US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton (Handelsblatt, 14.4.2008). Bis heute bringt die Frau von Ex-US-Präsident Bill Clinton als Hobby-Jägerin leidenschaftlich gerne Tiere um. Bei den Vorwahlen um die Präsidentschaft drohte das überzeugte evangelisch-methodistische Kirchenmitglied Hillary Clinton nun mit einer Apokalypse bisher nie bekannten Ausmaßes, die unzähligen Menschen und Tieren den Tod bringen würde. So wird sie bei Focus online zitiert: "Die Iraner sollen wissen, dass ich, wenn ich Präsidentin bin, den Iran (im Falle eines Angriffs auf Israel) angreifen werde ... Ein Angriff auf Israel würde einen massiven Vergeltungsschlag der USA provozieren ..." Dei USA seien in der Lage, die Iraner "komplett auszulöschen" (22.4.2008).

Seit Herbst 2005 wird dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in diesem Zusammenhang nachgesagt, der Staat Israel müsse seiner Überzeugung nach "ausgelöscht" werden, so die martialische englische "Übersetzung" des persischen Originals einer Rede vom 26.10.2005. Tatsächlich bezog sich der Iraner in dieser Rede auf die gegenwärtige israelische Regierung, die er als "Besatzerregime" bezeichnet ("occupying regime", New York, 30.10.2005). Und er sagte wörtlich: "Das Besatzerregime muss Geschichte werden" (bzw. "muss von den Seiten der Geschichte verschwinden") (zitiert nach Süddeutsche Zeitung, 26.3.2008, http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/858/165387/). Er verglich es dabei mit dem früheren Schah-Regime in Persien. Deshalb korrigierte z. B. die britische Zeitung The Guardian später das von westlichen Medien aus dem Zusammenhang gerissene und falsch übersetzte Zitat und schrieb: "Er sprach keine militärische Drohung aus. Er forderte ein Ende der Besatzung Jerusalems, irgendwann in der Zukunft" (2.6.2006). Und in einem Interview erläuterte Präsident Ahmadinedschad später: "Wir sind gegen Blutvergießen, und zwar unabhängig davon, ob ein Verbrechen gegen einen Muslim oder gegen einen Christen oder Juden begangen wird" (Spiegel online, 31.5.2006,
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,418312,00.html)
. Und "Revolutionsführer" Chamenei, der als mächtigster Mann des Landes gilt, hatte bereits im Herbst 2005 klargestellt: "Iran wird gegen keine Nation eine Aggression begehen" (Süddeutsche Zeitung, 26.3.2008).

Offen ist allerdings, wie die Regierung Irans auf einen Angriff Israels reagieren würde, der z. B. die Zerstörung der persischen Nuklearanlagen zum Ziel hätte. Eine Möglichkeit wäre ein militärischer Gegenschlag, der nach Hillary Clinton wiederum einen Angriff der USA auf den Iran zur Folge hätte. Die Folgen für die gesamte Zivilisation wären von hier an unübersehbar, und die Apokalypse würde neue bisher nie gekannte Ausmaße erreichen.

Das Perfide daran ist, dass auch Hillary Clinton den Schöpfergott und den großen Friedenslehrer Jesus von Nazareth, der von der Feindesliebe sprach (z. B. "Tut wohl denen, die euch fluchen"), auf das Schändlichste für ihr Kriegsgeschrei missbraucht. Zudem sagte sie gegenüber dem Nachrichtensender CNN, "in Gottes Gnade verankert zu sein"
(http://eins.scm-digital.net/show.sxp/1433_clinton_und_obama_sprechen__ber_ihren_glauben.html). Auch ist sie bekannt dafür, angeblich "Jesus" zurück in die Politik bringen zu wollen, und sie besucht regelmäßig einen Bibel- und Gebetskreis, der sich dieses Ziel gesetzt hat (z. B.
http://www.motherjones.com/news/feature/2007/09/hillarys-prayer.html). In diesem Zusammenhang bekundete sie vor allem ihr Interesse an der alttestamentlichen "Heldin" Esther. Erschreckend dabei sind die Parallelen von Geschichte und Planspielen der Gegenwart:
Esther wurde als Jüdin im 6. Jahrhundert vor Christus Königin von Persien, dem heutigen Iran. In den Machtkämpfen am Königshof entwickelte sich dem biblischen Buch Esther zufolge eine Feindschaft zwischen ihrem Onkel Mordechai und dem mächtigen persischen Fürsten Haman. Dieser soll schließlich die Vernichtung aller Juden in Persien beschlossen haben, doch Esther bekam den Plan mit und soll eine grausame Rache in die Wege geleitet haben. So heißt es in der Bibel: "Auch die anderen Juden in den Ländern des Königs kamen zusammen, um ihr Leben zu verteidigen und sich vor ihren Feinden Ruhe zu verschaffen, und töteten 75.000 von ihren Feinden" (Esther 9, 16).
Womöglich orientiert sich Hillary Clinton an der Bibel und an Esther, wenn sie davon spricht, die tatsächlichen oder vermeintlichen "Feinde" des heutigen Israel und ihr Land womöglich bald komplett auslöschen zu können. Tatsächlich steht die Senatorin, Juristin und Entenjägerin aus Park Springs/Illinois nicht weit davon entfernt, auf die Knöpfe drücken zu können, die das apokalyptische Inferno auslösen könnten. Ihr evangelisch-methodistischer Glaube (den sie übrigens mit dem Präsidenten George W. Bush teilt) gebe ihr dabei das "Vertrauen ..., Entscheidungen zu treffen, die richtig für sie seien" (www.eins.scm-digital.net; siehe oben). Doch ihre Ansichten sind Teil der Lehren der Kirche. Mit dem pazifistischen Jesus, der weder das Töten von Menschen noch von Tieren befürwortete, hat es nicht das Geringste zu tun.
 



12.5. / 21.5.2008 - Das Ende der bisherigen Zivilisation erscheint nahe - Israelischer Historiker fordert Atombombenabwurf und die Zerstörung des Iran / Der Holocaust im Dritten Reich als Hintergrund - Was in dieser Welt täglich näher rückt, sind Zerstörungen von unsagbarem Ausmaß. Einen weiteren Vorgeschmack darauf gibt das Interview des israelischen Historikers Benny Morris von der Ben-Gurion-Universität Beersheva mit der Internet-Ausgabe der österreichischen Zeitung Der Standard am 9.5.2008. Darin sagt Morris unter anderem: "Die letzte Chance ist der Einsatz einer israelischen Atombombe, um das iranische Atom-Programm zu stoppen. Das ist die Richtung, in die die Welt den Nahen-Osten und Israel drängt ... Es reduziert sich also auf die Frage, ob Israel zerstört wird oder der Iran zerstört wird. Und ich hoffe, die Israelis verstehen, dass es besser ist, den Iran zu zerstören, als selbst zerstört zu werden" (http://derstandard.at/?url=/?id=3325698). Man kann nur hoffen, dass dies nie geschieht, und Menschen, die so denken, in Israel und anderswo nie zu politischer Macht kommen. Dr. Morris verteidigt auch die einstige Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat, "um die Existenz Israels zu garantieren", so Der Standard über die Position des Historikers.
Siehe dazu auch unsere Nachricht: Iran mit kompletter Auslöschung gedroht - Entenjägerin Hillary Clinton übt sich in apokalyptischen Vernichtungs-Visionen.
Während Hillary Clinton allerdings "nur" darüber nachdenkt, den Iran "auszulöschen", falls dieser Israel angreift, geht Prof. Dr. Benni Morris einen Schritt weiter. Er erwägt, den Iran durch eine Atombombe "sicherheitshalber" "auszulöschen", damit er Israel gar nicht angreifen könne. Nicht auszudenken, was daraus für Kettenreaktionen folgen. Und immer mehr Menschen fragen sich: Kommt der 3. Weltkrieg?

Eine Woche später hat der Militärgeheimdienst-Chef Israels, Amos Yadlin, den Iran als ein "Weltproblem" bezeichnet (Haaretz, 16.5.2008, zit. nach http://www.juedische.at). Über mögliche militärische Angriffs- oder Verteidigungspläne sprach er nicht. Er sagte jedoch: "
Wir sind die Enkel einer Generation, die nicht zugehört hat. Einer Generation, die die Aussagen, die Juden müssten vernichtet werden, nicht ernst genommen hat. Wir räsonieren über das Ausmaß der Rationalität des iranischen Regimes." Was immer das heißen mag. Zu bedenken ist hierbei auch die Erklärung Adolf Hitlers an Bischof Hermann Wilhelm Berning in Osnabrück vom 26.4.1933, wonach "er gegen die Juden nichts anderes tue als das, was die Kirche in 1.500 Jahren gegen sie getan habe" (zit. nach Friedrich Heer, Gottes erste Liebe, Berlin 1981, S. 406, siehe auch hier). Wer trägt also eine Hauptverantwortung für die explosive apokalyptische Weltsituation? Und wer lehrt bis heute, dass Gott einst den Völkermord angeordnet habe (siehe dazu Der Theologe Nr. 26)?
Bedenklich auch, dass brutale Antisemiten wie Martin Luther (siehe dazu "Der Theologe Nr. 28" - Martin Luther und die Juden) in Deutschland bis heute geehrt und gefeiert werden.
 
Mit dem großen Menschheitslehrer Jesus von Nazareth hat das alles nichts zu tun. Er lehrte in der Goldenen Regel sinngemäß: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu" oder: "Was du willst, dass dir die Leute tun, das tu du ihnen auch."
Siehe dazu auch unsere nachfolgende Nachricht
.

Aktualisierung: [13.11.2008]: Der Historiker Benny Morris legt nach. Seine grausame Logik siehe unter:
http://www.welt.de/politik/article2230158/Stehen_Israel_und_Iran_kurz_vor_einem_Atomkrieg.html

 



4.6.2008 - Beispiellose Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung und 68 % der Weltrüstungsausgaben / Auch andere Länder rüsten auf - Den überwiegend kirchenchristlichen Politikern in den USA wird ihre beispiellose Hochrüstung früher oder später zum Verhängnis werden. Denn was der Mensch sät, das wird er einst ernten. 68 % der Weltrüstungsausgaben entfallen auf die USA, einschließlich der Kosten für die Kriege im Irak und Afghanistan. Doch auch die anderen Ländern rüsten beispiellos hoch - von 2002 bis 2006 ist weltweit eine Steigerung von 30 % erzielt worden. Erstmals wurde die Billionen-Grenze pro Jahr überschritten
(http://www.focus.de/panorama/diverses/friedensgutachten-2008-friedensforscher-kritisieren-us-ruestungspolitik-massiv_aid_306021.html) (vgl. auch unsere Meldung hier). Mit 30 Milliarden Dollar könnte man das Welthungerproblem lösen. Doch die Mächtigen dieser Welt rücken diese verhältnismäßig kleine Summe nicht heraus. Stattdessen verwenden sie ungeniert 1.200 Milliarden = 1,2 Billionen, also das 40-fache, für immer teurere und bessere Waffen
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,557545,00.html). Dieser Wahnsinn lässt sich auf Dauer nicht fortsetzen. Und wer daran beteiligt ist, sollte sich zumindest klar von Jesus von Nazareth distanzieren. Denn Jesus von Nazareth sagte einst z. B.: "Was ihr den Geringsten meiner Brüder und Schwestern nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan." Die Zeituhr tickt.

Siehe dazu auch das Friedensgutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute:
http://web49.server4.host-4-you.de/
 



4.6. / 18.6.2008 -
Die Welt vor einem neuen großen Krieg? Fordert Regierung Israels von USA Krieg gegen den Iran? Oder greift Israel irgendwann selbst an? - Lt. Bild fordert Israels Premierminister Ehud Olmert die USA zum "Handeln" auf. Das Blatt schreibt: "Wie die israelische Zeitung ´Jediot Achronot` unter Berufung auf Vertraute Olmerts meldet, gebe es seiner Meinung nach im Moment eine ´dringende Notwendigkeit zur Aktion`. Sanktionen könnten nur ein erster Schritt sein, jetzt sei es an der Zeit ´für drastischere und robustere Maßnahmen`" (4.6.2008). Noch deutlicher wurde Olmerts Stellvertreter, Vizepremier Schaul Mofas: "Ein Angriff wird unvermeidlich sein, um Iran an seinen Atomplänen zu hindern"
(http://www.welt.de/welt_print/article2076231/Olmerts_Vize_Angriff_auf_Iran_unausweichlich.html). Und die österreichische Zeitung Der Standard schreibt: "Die israelische Luftwaffe hofft nach einem Bericht der ´Jerusalem Post?`, dass die USA gegenüber Israel das Verkaufsverbot für den hochmodernen US-Tarnkappenbomber F-22 ´Raptor` aufheben. Dieser wäre für einen Einsatz gegen den Iran ideal, zitierte das Blatt in seiner Internetausgabe Kreise der Luftwaffe" (7.6.2008).
Unterdessen steht das erste Atomkraftwerk Irans kurz vor der Inbetriebnahme. Im Sommer soll es losgehen (http://www.focus.de/panorama/diverses/iran-bau-des-atomkraftwerks-fast-abgeschlossen_aid_307195.html) - ein "ideales" Angriffsziel mit einem ähnlichen Effekt, wie wenn man eine Atombombe einsetzen würde (siehe hier).
Während die Bürger Europas noch die Fußball-Europameisterschaft genießen, läuft damit möglicherweise auch die Sanduhr für das Ende der bisherigen Zivilisation schneller. Vielleicht gibt es aber noch besonnene Leute, die wenigstens hier und da kurzfristig das Allerschlimmste verhindern.
Siehe dazu auch unsere
Meldungen vom 12.5.2008 und vom 24.4.2008

PS: Nach Senatorin und Entenjägerin Hillary Clinton, die mit dem Gedanken der kompletten Auslöschung des Iran spielte (siehe hier), äußerte sich auch Präsidentschaftskandidat Barack Obama, beides religiös "wiedergeborene" Kirchenchristen, martialisch: "Die Gefahr aus dem Iran ist realistisch, und mein Ziel wird es sein, diese Gefahr zu eliminieren" (Bild, 4.6.2008) - was immer das heißen mag. Möglicherweise wird dies aber schon der amtierende US-Präsident George W. Bush, ein "wiedergeborener" evangelischer Methodist, versuchen. Bush wurde von einer jenseitigen aggressiven Seele, die sich "Gott" nennt, offenbar bereits aufgefordert, die Kriege in Afghanistan und Irak zu beginnen. Und vielleicht hat sich dieser "Gott" wieder gemeldet, eventuell angesichts des kürzlichen Papstbesuches (mehr dazu siehe hier).
Ein starkes Indiz dafür könnte sein, dass der Papst vor einigen Tagen den Wunsch des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad nach einer Audienz und damit eine mögliche Vermittlerrolle abgelehnt hat. Umgekehrt wurde der US-Präsident mit großer Vertrautheit und Herzlichkeit zu einem Treffen mit dem Papst in den Gärten des Vatikan empfangen. Benedikt XVI. empfing George W. Bush "mit außergewöhnlichen Ehren, die nur wenigen Gästen zuteil werden
" (Die Welt, 13.6.2008).
 



4.9.2008 / 13.9.2008 - US-Medien-Plutokratie: Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin erklärt Irak-Krieg als "von Gott gegebene Aufgabe" / Es gehe um "Sieg im Krieg" / Präsidentschaftskandidat John McCain will dazu mehr Soldaten und Waffen in den Irak schicken - Während der Wähler in Deutschland real zwischen unterschiedlichen Parteien wählen kann, hat die USA ein Wahlsystem, bei dem kleinere Parteien von vorneherein chancenlos sind und nur die beiden Millionärs-Parteien "Republikaner" und "Demokraten" um die Macht streiten. Deshalb ist die USA auch keine echte Demokratie, sondern könnte als eine moderne "Medien-Plutokratie" bezeichnet werden. "Plutokratie" ist eine Staatsform, in der Herrschaft durch Vermögen ermöglicht wird und in den USA geht neben den notwendigen Millionen nur mithilfe der Massenmedien. Für die heiße Phase des Präsidentschafts-Wahlkampfs gibt jede Partei ca. 200 Millionen Dollar aus (stern.de, 11.9.2008; PS: Der streckenweise brutale Vorwahlkampf allein der Demokraten untereinander kostete ebenfalls Unsummen, so dass man insgesamt wohl auf nahezu eine Milliarde Dollar Kosten nur für Wahlkampf-Propaganda ausgehen kann). Der Unterschied zwischen beiden Parteien ist jedoch oft minimal, so dass für den Bürger faktisch kaum eine Wahlmöglichkeit besteht.
So berufen sich z. B. die führenden Politiker beider Parteien auf den kirchlichen "Gott" und benutzen ihn zur Rechtfertigung ihrer Machtpolitik. Jüngst die Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin von den Republikanern, die den Krieg im Irak mit seinen Tausenden von Toten und unermesslichem Leid als "von Gott gegebene Aufgabe" (Bild, 4.9.2008) bzw. als "Gottes Plan" (Welt, 4.9.2008) bezeichnet. Die US-Soldaten im Irak
"verteidigen" laut Frau Palin "die Unschuldigen vor den Feinden, die den Tod von Tausenden Amerikaner geplant, ausgeführt und sich darüber gefreut haben" (Spiegel online, 12.9.2008). Doch selbst Präsident George W. Bush hat mittlerweile zugegeben, dass zwischen dem Irak unter Saddam Hussein und der Al-Qaida, die man für die Anschläge vom 11.9.2001 verantwortlich macht, keine Verbindung bestand. Doch möglicherweise ist Sarah Palin von den Predigten in ihrer Kirche verblendet (vgl. hier) und blickt bei den Fakten nicht richtig durch. Deshalb bekommt sie jetzt auch einen privaten Politik-Kurs ihrer Partei (Spiegel online, 12.9.2008).
Sarah Palin ist seit 2006 Mitglied der evangelisch evangelikalen [= konservativ evangelisch] Wasilla Bible Church**, zuvor war sie Mitglied der evangelikalen Assembly of God. Derzeit befinden sich die USA streckenweise in einer Art Sarah-Palin-Rausch (stern.de, 11.9.2008).

Sarah Palin ist fünffache Mutter* und "Mitglied auf Lebenszeit" der mächtigen Waffen-Lobby NRA (National Rifle Assosiacion), und sie bringt in ihrer Freizeit als Jägerin sehr gerne unschuldige Tiere um.
Dies ist eine Gemeinsamkeit mit der Spitzenpolitikerin der Demokraten und Entenjägerin Hillary Clinton, die ebenso gerne zum Vergnügen Tiere erschießt, die ihr nichts angetan haben (siehe hier; vgl. dazu auch "Der Theologe Nr. 7" über die Barbarei an den Tieren im kirchenchristlichen Abendland).

Wenn der Irak-Krieg für Sarah Palin eine "von Gott gegebene Aufgabe" sein soll, dann ist die Frage: Welcher "Gott" gibt den USA eine solche Aufgabe? Der Schöpfergott und "Vater" von Jesus, dem Christus, mit Sicherheit nicht. Denn Jesus lehrte die Feindesliebe und warnte: "Wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen" (Bibel, Matthäus 26, 52). Und vieles mehr dieser Art. Deshalb ist es eine Verhöhnung von Christus, wenn auch Frau Palin sich "christlich" nennt.
Die Aufgabe für den Irak-Krieg erhielt der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush, letztlich eventuell von einer jenseitigen "Fopp-Seele", die sich "Gott" nennt, und die der "mächtigste Mann der Welt" als Stimme in sich vernahm (mehr dazu hier). Mal sehen, was sich dieser "Gott" demnächst für den Iran ausdenkt und für den Kaukasus, und was er den amerikanischen Politikern dann vielleicht einflüstert. Dort wehen in Georgien seit 2004 schon einmal wieder die alten Kreuzzugsfahnen (siehe hier).

PS: * Sarah Palin predigt eine strenge sexuelle Moral mit Verzicht auf Sex vor der Ehe, Abschaffung von sexueller Aufklärung in der Schule und strenger Enthaltsamkeit vor allem für Jugendliche, was bei den Betroffenen nicht selten zu einer inneren oder äußeren Rebellion gegenüber den Eltern führt, die wiederum deren Karriere in den USA Schaden zufügen kann. Auch Sarah Palins 17-jährige Tochter Bristol hielt sich nicht an die Prinzipien ihrer Mutter und ist schwanger, was die gesamte Familie jedoch sympathisch erscheinen lässt, was wiederum Wählerstimmen bringt. Und so war der 18-jährige Freund der Tochter bei Sarah Palins Nominierung zur Vizepräsidenten-Kandidatin mit auf der Bühne - ein Signal, dass er seine Freundin jetzt immerhin heiraten werde, so dass seine zukünftige Schwiegermutter keinen "unehelichen" Enkel bekommt (Und wehe, er würde es sich anders überlegen! Erst dann würde es vermutlich ungemütlich hinter der in den USA beim Kampf um die Macht wichtigen Familien-Fassade. "I don't want kids" (= "Ich will keine Kinder"), wird er z. B. noch vor kurzem von der US-Tageszeitung New York Daily News zitiert (Bild, 2.9.2008).

Sarah Palin, ihre Familie, ihre als besonders "christlich" verbrämten Ansichten und ihre raffiniert vorgetragenen Emotionen sind ansonsten wie ein Spiegel für die "durchschnittliche" amerikanische Familie, die sich plötzlich "verstanden" fühlt. Und der Schachzug ihrer Nominierung macht den Vietnam-Kämpfer, Militaristen und Putin-Gegner John McCain (http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCain) zum aussichtsreichen Kandidaten für das "mächtigste Amt der Welt". McCain wurden die Kriegsorden Silver Star, Bronze Star, Legion of Merit, Purple Heart und Distinguished Flying Cross verliehen. John McCain will als Präsident mehr Soldaten und Waffen in den Irak schicken, um den Krieg zu gewinnen. Und mit ihm würde auch Vize-Präsidentschafts-Kandidatin Sarah Palin zu den Knöpfen gelangen, mit denen die Atomraketen der USA, das gigantischste Zerstörungspotenzial der gesamten Welt, ausgelöst werden können. Und so sagte sie auch, sie werde als Präsidentin der USA bereit sein, falls John McCain etwas zustoßen würde, um die "Mission, die wir verfolgen, Reformierung des Landes und Sieg im Krieg" zu erfüllen (Bild, 12.9.2008).
 



5.9.2008 - Die Philosophie im Westen über die "Guten" und die "Bösen" - Steht Angriff auf Iran bevor?
- Der Hochmut des Westens (siehe unten) treibt eine weitere lebensbedrohliche Blüte. Wenn Iran sein "Programm der Urananreicherung" nicht stoppe, werde die mutmaßliche Atommacht Israel mit Rückendeckung der USA den Iran angreifen, so der französische Präsident Nicolas Sarkozy mehr als deutlich
(http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,576374,00.html)
.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 12.5.2008 und vom 4.6.2008.
Iran gehört zu den Ländern mit "bösen" Regierungen (genauer zu der von US-Präsident George W. Bush im Jahr 2002 so definierten "Achse des Bösen"), die nach dem Willen der USA und einiger anderer Länder die Kernenergie nicht nutzen dürfen, weil sie verdächtigt werden, diese auch militärisch nutzen zu wollen. Dies wird zwar von den USA selbst und vielen anderen Ländern selbstverständlich so getan. Doch eben nur die "Guten" dürfen die Kernenergie auch militärisch nutzen und ein paar "Böse" (wozu gemäß Georgiens Präsident auch Russland gehört (siehe hier) und wobei ihm kein westlicher Regierungsvertreter widersprach), die man aus strategischen Gründen derzeit damit in Ruhe lässt. Die "Guten" dürfen nach westlicher Philosophie auch die "Bösen" mit Krieg überziehen, wenn jene nicht tun, was die "Guten" von ihnen fordern. Deshalb muss der selbsternannte "Gute" auch immer über weit mehr, bessere und grausamere Waffen verfügen als der zum "Bösen" Erklärte, damit der "Gute" jederzeit "notfalls" den "Bösen" massakrieren kann ohne umgekehrt vom "Bösen" massakriert zu werden. Das scheint derzeit das Ziel so manches Politikers zu sein (vgl. dazu das Buch des einflussreichen US-Politikers und Politikwissenschaftlers Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft, Frankfurt am Main 1997; Brzezinski hatte Russland z. B. einmal als "überflüssiges Land" bezeichnet; siehe http://www.das-weisse-pferd.com/98_13/nato.html). Und was sich hier zunehmend zusammen braut, ist um einiges explosiver als das in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts beklagte "Gleichgewicht des Schreckens" zwischen West und Ost.
Jesus von Nazareth lehrte jedoch in der
Goldenen Regel in der Bergpredigt: "Alles, was ihr wollt, das Euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst". Auf dieses Beispiel übertragen: "Wenn ihr wollt, dass der andere euch nicht mit Atomprogrammen bedroht, dann hört auf, ihn mit Atomprogrammen zu bedrohen". Oder anders formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu." Also übertragen: "Wenn du nicht angegriffen werden willst, dann greife auch du nicht an."
Doch für diese geniale Friedensbotschaft haben die kirchenchristlichen Politiker nur Hohn und Spott übrig. Dies geht seit nahezu 2000 Jahren so. Zu keiner Zeit wurde ernsthaft versucht, die Lehre von Jesus in die Tat umzusetzen. Immer wussten es die Kirchenchristen und ihre Verbündeten besser. Auch diesmal. Das Ergebnis sind die Kriege der Vergangenheit und die heutige explosive Weltlage. Und so steuert alles auf einen Höhepunkt zu, der wohl auch zum Kipppunkt werden wird. Denn jeder, der glaubt, mit militärischen Mitteln eine Herrschaft über die ganze Welt ausüben zu können, werden sich wohl verrechnen. Und es wird sich zeigen, wie lange dann der Hohn und Spott noch währt.

 



12.9.2008 - Die kirchengläubige Sarah Palin würde Russland unter Umständen den Krieg erklären und Israel unterstützen, wenn es den Iran angreift. Als Hobby ermordet sie wehrlose Tiere - So nah war man dem 3. Weltkrieg schon lange nicht mehr. Der Westen einschließlich der deutschen Regierung Merkel/Steinmeier forciert derzeit die NATO-Mitgliedschaft Georgiens. Und die georgische Regierung behauptet weiter entgegen aller neutralen Untersuchungen, Russland habe in Süd-Ossetien mit dem Krieg begonnen und man habe nur zurück geschossen (PS: ... und dabei unter anderem eine ganze russische Division liquidiert (siehe hier) und die Hauptstadt in Schutt und Asche gelegt (siehe u. a. hier)). Nun erklärt die im angeblichen Glauben an Jesus "wiedergeborene" evangelische Vize-Präsidenten-Kandidatin der Republikaner, sie sei bereit für die Präsidentschaft, falls John McCain zum Präsidenten gewählt und ihm etwas zustoßen würde (siehe hier). Und auf die Frage "Sollte Georgien in die Nato aufgenommen und dann von Russland angegriffen werden - müssten die USA dann Russland nicht den Krieg erklären?" antwortete sie: "Vielleicht ja. Ich meine, das ist doch die Vereinbarung, dass du als Nato-Alliierter zu Hilfe gerufen wirst, wenn ein anderes Land angegriffen wird" (Spiegel online, 12.9.2008).
Georgien braucht also bloß in die NATO eintreten, dann wieder Süd-Ossetien angreifen und schließlich behaupten, die Russen hätten angegriffen. So einfach könnte das gehen.
Was sind eigentlich über 60 Jahre Friedenserziehung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945 noch wert? Und was die Lehre des großen Friedensstifters Jesus von Nazareth, den die führenden US-amerikanischen Politiker und auch die Politiker der deutschen "C"-Parteien so missbrauchen? Der Krieg ruft. Und immer mehr kirchenchristliche Politiker wollen wieder auf diese verführerische Stimme hören ...

PS: Nicht einmal die verbündeten Israelis hatten die kriegerische Politik Georgiens unterstützt. Georgien wollte kurz vor Kriegsbeginn noch 300 Panzer von Israel. Doch Israel stoppte eine Woche vor dem georgischen Angriff auf Süd-Ossetien alle Waffenlieferungen an Georgien (http://de.rian.ru/world/20080904/116543357.html).
 



5.10. / 6.10.2008 - Glaubenswahn um die Wiederkunft von Jesus: Manche denken, ungeniert Kriege führen zu können - Folgende Meldung könnte manchen hellhörig machen: Die Vizepräsidenten-Kandidatin der Republikaner, Sarah Palin, "bekräftigte ihre Einschätzung, die US-Soldaten im Irak erfüllten eine Aufgabe Gottes" (Bild, 12.9.2008; siehe hier). "Ich glaube, dass es einen Plan für diese Welt gibt und dass dieser Plan für die Welt gut ist", so die Politikerin. Bekanntlich gehört die Kandidatin einer bibelfundamentalistischen evangelischen Kirche an (siehe hier). Was die Anhänger dieses Glaubens so gefährlich macht, wenn diese politische Verantwortung tragen: Sie glauben, dass die Rechtgläubigen ungeniert an der Eskalation der Apokalypse mitwirken können, wie sie in der Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, prophezeit wird. D. h. für manche derart Gläubigen: Irgendwann seien eben z. B. die Atombomben oder die B- oder C-Waffen fällig und könnten einem angeblichen "Plan Gottes" zufolge abgeworfen werden. Schließlich würde ja - wenn alles auf die Spitze getrieben wurde - Jesus wiederkommen und Partei für die eigene Seite ergreifen und das ganze Desaster dann mit einem Streich in Ordnung bringen.
Was Präsidentschaftskandidat Barack Obama, der vermutlich nächste Präsident, genau darüber denkt, ist offenbar derzeit nicht bekannt. Aber auch er redet vom "Willen Gottes" und ist evangelisch.

Dieses Denken ist auf jeden Fall "gut evangelisch" und vielleicht auch katholisch, doch niemals christlich. Und "für alle Fälle" hat man auch noch eine Hintertüre mit eingebaut: Käme Jesus nämlich noch nicht im Diesseits wieder, so funktioniere es mit dem angeblichen Heil doch auf alle Fälle schon im Jenseits, auch wenn man die Welt zuvor in die Luft jagt. So verkündete schon der erste Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Landesbischof Manfred Dibelius (1880-1967). Selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben" (zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259).
Aber so wird das nicht funktionieren.

Anhänger der These, dass Jesus mit einem Mal alles "neu" mache, berufen sich zwar auch auf die Offenbarung des Johannes, wo Christus durch Prophetenwort tatsächlich sagt: "Siehe ich mache alles neu" (21, 5). Doch wie ist das gemeint? Es ist nicht so gemeint, dass Christus das Gesetz von Ursache und Wirkung außer Kraft setzen würde. Demnach ernten die Menschen, was sie zuvor angerichtet haben, wenn sie dieses nicht ernsthaft bereut und wieder gut gemacht haben und wenn ihnen ihre Opfer noch nicht vergeben haben. Christus beginnt jedoch, im Kleinen dort "alles neu" zu machen, wo man ganz praktisch tut, was er lehrte: D. h., auch seine Friedensbotschaft konsequent befolgt, wozu auch ein politischer Pazifismus gehört ("Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch fluchen"; "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen" usw.). Wenn immer mehr Menschen diese Lehre befolgen, so Jesus, dann verhält es sich mit dem Reich Gottes wie mit einem Senfkorn; einst nur ein kleiner Same. Doch eines Tages nisten Vögel in den Zweigen des zum Baum heran gewachsenen Korns (Matthäusevangelium, Kapitel 13).

Wer hingegen glaubt, Kriege führen und den Planeten Erde vernichten zu können und bei der "Wiederkehr von Jesus" - wie durch einen Zauber - hauruck von den grausamen Folgen befreit zu werden, der ist einem nach Schwefel stinkenden Zauber verfallen, und er verhöhnt einmal mehr den größten Friedensstifter der Menschheit. Es denkt dann ähnlich wie manche islamistische "Gotteskrieger", die man dazu verführt hat, zu glauben, nach einem "Märtyrertod" im Krieg im Jenseits angeblich von "Jungfrauen" verwöhnt zu werden. Doch das Erwachen wird hier wie da anders sein (vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2 über das Gesetz von Saat und Ernte). Und besonders furchtbar für den, der in seinem kirchlichen, islamistischen oder anderem Glaubenswahn nicht nur einzelnen Menschen Leid zufügte, sondern Millionen ...
 



2.11.2008 - Ex-Kultusminister in Spanien - "Die Kirche sieht den Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug" - Der spanische Bürgerkrieg von 1936-1939 kostete Hunderttausenden von Menschen das Leben. Dabei kam der Diktator Franco auch dank massiver Unterstützung durch die Kirche an die Macht und führte "gewaltsame Säuberungen" im Land durch. Erst nach seinem Tod im Jahr 1975 konnte sich Spanien mit Unterstützung von König Juan Carlos zur Demokratie entwickeln. Doch Ex-Kultusminister Jorgé Semprun erklärt, wie die Kirche heute weiterhin alte Seilschaften knüpft und die Gesellschaft indoktriniert: "Von den Republikanern ermordete Priester werden heute selig gesprochen. Die Erinnerung an die getöteten Republikaner hingegen darf nicht wachgerüttelt werden", so Semprun. Oder: "Die Kirche hat sich immer noch nicht kritisch distanzieren können von ihren Positionen des Bürgerkriegs. Sie sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug." Ein Beispiel: "Bei den Prozessionen zur ´Semana Santa`, zur Karwoche, in Sevilla wird die Statue der Jungfrau von Macarena durch die Straßen getragen. Niemand erinnert daran, dass diese Statue noch heute, nach all den Jahren, bei den Prozessionen die Schärpe von Francos General Queipo de LLano trägt. Queipo de LLano ist der General, der Sevilla angegriffen hat, der für seine Unterdrückung und seine faschistoiden Ansichten bekannt war" (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,587669,00.html).
Der lange kalte Atem der Kirche ist bekannt. Und der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers sagte einmal
: Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirche "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73).
 



2.11. / 7.11.2008 - Obama-Berater: Sofort den Krieg gegen Iran vorbereiten - Läuft bereits der Countdown für den großen Krieg? - Während viele kritische US-Amerikaner glauben, durch eine Wahl von Barack Obama zum Präsidenten etwas Gutes zu tun und damit zumindest eine Angst erregende "bibelfundamentalistische" Vizepräsidentin oder gar spätere Präsidentin Sarah Palin verhindern zu können (vgl. z. B. unsere Meldungen vom 12.9.2008 oder vom 13.10.2008), brauen sich bereits die dunklen Wolken am Horizont zusammen. Dennis Ross, außenpolitischer Berater des nächsten US-Präsidenten Barack Obama, rät zusammen mit anderen Kongressabgeordneten z. B. zur sofortigen Vorbereitung des Krieges gegen den Iran, bei dem die USA bei Bedarf auch Atombomben einsetzen sollten. Läuft also schon der Countdown für den nächsten großen Krieg? Und wird der gläubige evangelische Kirchenchrist Obama in diesem Sinne auf seinen Berater hören? (PS: Obama gehört der Vereinigten Kirche Christi an, die in Kirchengemeinschaft mit der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) steht) Danach sieht es aus. Denn in einer Rede am 4.6.2008 hatte sich Obama auch selbst schon ähnlich geäußert. Neues Grauen und Elend würden folgen und eine weitere apokalyptische Kettenreaktion.
Und nebenbei scheint alles eine Ablenkung davon zu sein, dass das Land praktisch bankrott ist bzw. es scheint auch ein furchtbares Manöver zu sein, um dem entgegen zu wirken. Als ob die Welt nicht sowieso schon an allen Enden aus den Fugen gerät.
Kritische Zeitgenossen haben mittlerweile den Eindruck, niemand habe Barack Obama mehr geholfen als die Bibelfundamentalistin Sarah Palin (PS: Nach letzten Informationen sei sie unter Druck "immer ausgeflippt" und habe z. B. auch nicht gewusst, dass Afrika kein Staat, sondern ein Kontinent sei (Bild, 7.11.2008)). Um einen Einzug von ihr an der Seite von John McCain ins Weiße Haus zu verhindern, hat sich eine ganze Allianz von Künstlern, Nobelpreisträgern, Journalisten, Intellektuellen usw. hinter Barack Obama versammelt. Und ob diese dann rechtzeitig aufgewacht sind, falls Obama zuschlägt? Denn eines ist jetzt schon klar: Seine Rhetorik löst nicht ein einziges Problem. Sie ist noch nicht einmal ein "Flicken", mit dem man versuchen könnte eines der zahlreichen Lecks des Schiffes zu stopfen.
Und alle Kriegsvorbereitungen mögen evangelisch oder katholisch sein (wie der nächste Vizepräsident Joseph Biden). Mit Christus haben sie nichts zu tun.
Mehr dazu siehe http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/240230.html.

Siehe dazu auch unsere Meldung hier.

 



14.12. / 20.12.2008 / 15.12.2009 - Seit Befreiung des Landes durch die USA: Verfolgung von Kirchenmitgliedern im Irak / 2.500 Irak-Flüchtlinge nach Deutschland / Afghanistan-Krieg: "Sieg" mit der Brechstange? - Ca. 1,3 Millionen Mitglieder verschiedener Kirchen lebten bis zum Jahr 2003 friedlich im Irak. Für die kirchlichen Minderheiten galt die Religionsfreiheit, und Außenminister war sogar der chaldäische Christ Tariq Aziz. Dann befreite die Regierung der USA und ihre "Koalition der Willigen" mit dem vielfachen Segen des kirchlichen Gottes das Land gewaltsam von der Herrschaft Saddam Husseins. Tausende von Menschen wurden dabei getötet.
Und seither ist es auch mit dem seit ca. 1.400 Jahre währenden friedlichen Miteinander von Muslims und Christen im Land vorbei. Die Früchte des Krieges werden geerntet, und das Land versinkt in unkontrollierbarer Anarchie und Chaos. Und nach Anschlägen und Verfolgungen durch islamische Extremisten sind jetzt nur noch ca. 300.000 Kirchenmitglieder im Land. Und immer mehr fliehen in Nachbarländer oder nach Europa, und sie bekommen dort auch Asyl. Ende des Jahres 2008, so ist zu hören, spitzt sich die Lage weiter dramatisch zu, und man gedenkt in europäischen Kirchengemeinden gerade im Advent der leidenden Christen im Irak. Dabei hat der kirchenchristliche Westen doch das Land mit Tonnen von Bomben (die zahllose Menschen und auch Tiere in Stücke gerissen haben) "befreit" und anschließend Milliarden über Milliarden an "Wiederaufbauhilfe" investiert. Gleichzeitig muss er jedoch immer mehr Bürgern des von ihm "befreiten" Landes Asyl gewähren. Was also ist aus der "Befreiung" geworden?

Der Fluch des Irak-Krieges, der mit nachweisbaren Falschinformationen des US-Geheimdienstes CIA begründet wurde und bei dem auch die UNO und das Völkerrecht missachtet wurden, trifft die westlichen Kriegsherren immer stärker. Und immer mehr Menschen wird bewusst: Auch der Krieg gegen den Irak stand wie alle Kriege im krassesten Gegensatz zum Friedenslehrer Jesus von Nazareth. Gleichzeitig behaupten aber die Kriegsverantwortlichen, sie wären Christen. Und deren Bischöfe sind auch noch stolz auf ihre prominenten Mitglieder. Damit verhöhnen sie Christus einmal mehr und erwecken zudem in der islamischen Welt den Eindruck, der Gott der Christen würde solche Kriege billigen oder befürworten. Nun darf man sich nicht wundern, wenn der Hass sich mehr und mehr gegen diejenigen richtet, die dem Namen nach an denselben Gott glauben wie die Eroberer und Besatzer. Und auch in anderen überwiegend islamischen Ländern steigert sich der Hass auf den kirchlichen Gott des Westens und den falschen Christus der Institutionen Kirche, der im so genannten Abendland überwiegend verehrt wird, immer mehr. Der echte Christus lehrte in der Bergpredigt "Tut wohl denen, die euch hassen" (Lukas 6, 27).
Das könnten in einem ersten Schritt Verhandlungen sein, wie es z. B. der afghanische Präsident Hamid Karzai gegenüber den Taliban fordert; und zwar Verhandlungen, bei denen man nicht selbstgerecht auf dem hohen Ross sitzt. Doch die Anhänger des falschen Christus des Westens schmieden schon wieder an neuen Kriegsplänen.
PS: Zudem wollen die USA im Jahr 2009 30.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken, um den Krieg gegen die Taliban jetzt mit der Brechstange zu "gewinnen" (Netzeitung, 20.12.2008; siehe dazu auch unten).

Aktualisierung [15.2.2009]: Die ersten 2.500 Flüchtlinge aus dem Irak treffen im März in Deutschland ein (Bild, 15.2.2009).
 



12.1. / 16.1.2009 - Zum Abschied wenigstens einen Militärschlag verhindert - George W. Bush untersagte Israel Überflugsrechte für Angriff auf den Iran und stellte keine Spezialbomben bereit / Dennoch: Anmaßung von Göttlichkeit - Zum Sachverhalt siehe
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=au&dig=2009%2F01%2F12%2Fa0070&cHash=ab1cb7f3e4. Demnach habe Bush Israel weder die nötigen Spezialbomben zur Verfügung gestellt noch den israelischen Kampfbombern Überflugrechte über den Irak gewährt. Darauf hin ließ die israelische Regierung zumindest vorerst von den Angriffsplänen auf die iranischen Nuklearanlagen ab. Wird Barack Obama nun im Gegensatz dazu die Angriffspläne unterstützen?
(vgl. dazu hier)

Wer jedoch bei George W. Bush eine grundsätzlich andere Einstellung als in den vergangenen acht Jahren vermutet hatte, wurde eines anderen belehrt. Bei seiner Abschiedsrede sagte er:
"Ich habe oft über Gut und Böse gesprochen, was vielen unangenehm war. Aber Gut und Böse gibt es in der Welt, und dazwischen gibt es keinen Kompromiss" (Spiegel online, 16.1.2009). Dieser Satz ist zwar aus der Sicht des Schöpfergottes richtig. Doch hat ihn der US-Präsident sinngemäß umgepolt in: "Wir sind die Guten, unsere Gegner die Bösen", womit er sich faktisch göttliche Fähigkeiten zusprach. Vgl. dazu auch unsere Meldung Die Philosophie im Westens über die Guten und die Bösen. Und so z. B. auch Bushs Schüler Michail Saakaschwili aus Georgien (siehe hier).
Normalerweise traut man etwa 7-jährigen Kindern zu, einigermaßen nachvollziehbar wägen zu können zwischen gut und böse, wobei jedem klar sein dürfte, dass das menschliche Abwägen immer fehlerhaft sein kann, je nach Prägung des Gewissens. Bei dem protestantischen US-Präsidenten scheint diese Einsicht bisher leider jedoch nicht in Erscheinung getreten.

 



13.12.2009 - Ist Krieg notwendig? Wer lügt? Der evangelische Friedensnobelpreisträger Barack Obama oder Jesus von Nazareth? - Der US-Präsident Barack Obama hat anlässlich der Verleihung des so genannten "Friedensnobelpreises" an ihn die Ausweitung des Afghanistan-Krieges gerechtfertigt: 30.000 zusätzliche Soldaten zur völligen Vernichtung der einheimischen islamistischen Taliban. Mit rhetorischem Geschick (wodurch in der Geschichte der Menschheit jedoch noch nie ein Problem gelöst wurde) hat er die Zuhörer einmal mehr geblendet, indem er sagte "Krieg ist manchmal notwendig". Er könne sich nicht nur an Martin Luther King oder Mahatma Gandhi orientieren, und er verwies zur Rechtfertigung des Krieges auf das Verhalten von Nazi-Deutschland und El Kaida.
Jesus von Nazareth sagte jedoch sinngemäß:
"Liebet eure Feinde / Tut Gutes denen, die euch hassen / Segnet, die euch fluchen / Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen / Halte dem Feind auch einmal die andere Backe hin / Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, bevor du aufgrund des Splitters im Auge deines Nächsten einen Krieg gegen ihn beginnst ..."
Der evangelisch-lutherische US-Präsident weiß es jedoch besser, denn die Kirche hat die Lehre von Jesus "verbessert", wie es schon der Großinquisitor in Dostojewskis Roman Brüder Karamasov erklärte. 60 Millionen Tote und ein Kontinent in Schutt und Asche im 2. Weltkrieg waren und sind für Barack Obama und seine kirchlichen Glaubensbrüder im Rückblick das "kleinere Übel". Doch hat überhaupt einmal auch nur ein Politiker ernsthaft darüber nachgedacht, ob die Vorschläge von Jesus von Nazareth vielleicht zu weniger Blutvergießen, zu weniger Zerstörung, zu einem wirkungsvolleren Ende der Tyrannei und letzten Endes zu einem nachhaltigeren Frieden geführt hätten? Damals und heute? Nein. Mahatma Gandhi hat es im Hinblick auf Hitler offenbar getan, da er wusste, dass Adolf Hitler und seine Tyrannei sich im Gesetz von Saat und Ernte früher oder später selbst zerstören. Aber das will man heute nicht mehr hören.
Denn die Kirche hält Jesus praktisch für einen Lügner
. Für einen letztlich idealistischen Spinner (auch wenn man es offen so nicht sagt), nach dessen Lehre man keinen Staat regieren kann und der gegenüber Adolf Hitler und seinen Armeen mit seiner Lehre jämmerlich versagte. Genauso wie Jesus heute gegenüber El Kaida jämmerlich versagt (Dafür habe er uns ja durch seinen angeblichen "Sühnopfertod" erlöst). Und der auch in Zukunft erbärmlich versagt, falls einmal ein Mann wie Adolf Hitler und seine Verbündeten in Zukunft vielleicht sogar Atomwaffen einsetzen würden. Dann müsse man eben mit dem Abwurf seiner eigenen Atombomben dagegen halten oder dem "Feind" sogar mit Atombomben zuvorkommen, um die "Bösen" überall in die Schranken zu weisen. Aber keinesfalls könne man die Bergpredigt des Jesus von Nazareth anwenden und dem Feind gegenüber Gutes tun, vielleicht gemäß der Goldenen Regel "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, dass tut ihr ihnen auch". Wo käme man denn da hin, wenn das auch gegenüber den Taliban in Afghanistan gelten würde? Und deshalb hat man Jesus auch ermordet, und er käme nie für den "Friedensnobelpreis" in Frage. Die Evangelisten der Bibel hätten wahrscheinlich nur vergessen, die Liste mit den Ausnahmen in die Bibel hineinzuschreiben, gegenüber denen die Lehre von Jesus nicht gelte. Aber dafür hätten wir ja heute die Priester und Pfarrer.
 
Die Kirche ist nicht in der Lage, eine einzige Mücke neu zu erschaffen, doch sie erlaubt den Menschen das Töten von Menschen und Tieren ohne Ende.

Dabei leugnen die Kirche und die ihr ergebenen Politiker auch die Reinkarnation. Denn die 60 Millionen ins Jenseits gebombten Kriegsopfer 1939-1945 konnten wohl größtenteils wieder reinkarnieren - darunter auch alle diejenigen, die im Krieg Täter und Opfer zugleich waren. Und sie machen unter veränderten Zeitbedingungen mit ihrem Charakter dort weiter, wo sie im letzten Leben aufgehört haben: Und dazu gehört einmal mehr Krieg und Zerstörung, wenn sie wie Barack Obama glauben, dass dies hier und da eben notwendig sei. Gestern war es Hitler, heute El Kaida, morgen vielleicht am Ende der ganze böse gewordene Planet Erde, der sich gegen die "friedliche" Menschheit unter Führung des Kirchenchristentums verschworen habe. Einstweilen werden aber erst einmal weiter "Friedensnobelpreise" verliehen, solange es solche Preise noch gibt. Für die, welche am besten reden können?
 



12.1.2010
- Umschulung: Erst hat er Panzer repariert, bald darf er sie segnen - Sven Raube war Mechaniker bei der Bundeswehr im Kosovo. Dort reparierte er Panzer. Jetzt schult er um zum Priester. Dann segnet er Panzer
(http://www.infranken.de/nc/nachrichten/lokales/artikelansicht/article/vom-berufssoldaten-zum-priester-44892.html).
 


 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 6: Die Kirche - immer für den Krieg: Die evangelische Kirche 1813, 1870/71, 1914-18 ... Katholische und evangelische Kirche und Krieg heute, Wertheim 1999, zit. nach http://www.theologe.de/theologe6.htm, Fassung vom 1.8.2010

 

Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite [ www.theologe.de ]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei [ Inhaltsverzeichnis ]

[ 1 - Luther-Evangelische Lehre ]  [ 2 - Reinkarnation ]  [ 3 - Luther-Christus ]  [ 4 - Kirche-Holocaust ]
[
5 - Paulus ]  [ 7 - Urchristentum-Tiere ]  [ 8 - Bibel ]  [ 9 - Anneliese Michel-Exorzismus ] 
 
[ 11 - Bischof Meiser ]  [ 12 - Sektenbeauftragte ]  [ 14 - Hieronymus-Bibel ]  [ 15 - Qumran ]
[ 16 - Papst ]  [ 17 - Organspende ]  [ 18 - Glaube der Kirche ]  [ 19 - Keine ewige Hölle ]

[ 20 - Propheten ]  [ 23 - Kirche-Staat ]  [ 24 - Kirche und Hölle auf Erden ]  [ 25 - Götzenkult Kirche ]  

[ 28 - Luther-Juden ]  [ 30 - Elisabeth von Thüringen ]  [ 31 - Tiere-Kirche ]  [ 32 - Sakramente der Kirche ]
[ 33 - Zehn Gebote ]  [ 34 - Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]  [ 35 - Rechtfertigungslehre ]
   [ 39 - Bewaffnung im Vatikan ]  [ 40 -Taufe ]  [ 41- Apokalypse ]  [ 42 - Baal ]  [ 45 - Maria ] 
[ 46 - Kirchensubventionen ]  [ 47 - Gotteserfahrung ]  [
FC 1 - Kirchenaustritt ]  [ FC 3 - Reichtum der Kirche ] 
[ FC 6 - Kirche und Tod ] 
[ Englisch - Bible ]  [ Spanisch - Teólogo ]  [ Kirchenaussteiger ]  [ 2009-1 ] 
 [ 2009-2 ]  [ 2010-1 ]  [ 2010-2 ] 
[ Glaubenstest ]  [ Pfarrer ]  [ Michelrieth ]  [ Vaterunser ]  [ Links ] 
 
[ Frage und Antwort ]  [ 500 Jahre Reformation ]  [ Urchristentum ]  [ Prophetie ]
 [ Geburt von Jesus ]  [ Sex-Verbrechen von Priestern ]  [ Schwarzbuch Katholische Kirche ] 
 [ Schwarzbuch Evangelische Kirche ]  [ Kirchentag ]  [ Bischof Huber ]
  [ Klage gegen evangelische Kirche ]  [ Klage gegen katholische Kirche ]  [ E-Mail ]  [
Impressum ]

 

Die Zeitschriften DER THEOLOGE, Ausgaben Nr. 1, 3, 8, ein Auszug aus Nr. 41 und die Ausgabe Nr. 1 der FREIENGratis-Hefte "Der Theologe" CHRISTEN sind kostenlos auch in gedruckter Form erhältlich. Dazu einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse senden und diese Hefte anfordern.  Über eine finanzielle Unterstützung freuen wir uns natürlich: Konto Nr. 2005808, Volksbank Main-Tauber, BLZ  67390000 (IBAN: DE81673900000002005808; BIC: GENODE61WTH), Kontoinhaber: Dieter Potzel, Verwendungszweck: "Der Theologe". Vielen Dank! (Selbstkosten für die Hefte ohne Porto ca. 7,00 €)
Möchten Sie die
Verbreitung der Inhalte des "Theologen" im Internet fördern, dann setzen Sie einfach einen Link zu unserer Hauptseite oder zu anderen Seiten oder weisen Sie im Internet auf diese Seiten hin.
NEU - Es sind öffentliche Vorträge im urchristlichen Sinne zum Thema "
Jesus von Nazareth und die Theologie" in Vorbereitung, die auch für das TV aufgezeichnet werden und auf diese Weise viele Menschen erreichen können. Für die dafür notwendigen Saalmieten, für Handzettel bzw. Anzeigenschaltungen brauchen wir noch dringend 1.500,00 Euro. Wer mithelfen möchte, den Betrag aufzubringen, bitte auch auf das oben genannte Konto etwas überweisen. Verwendungszweck: "Vorträge". Vielen herzlichen Dank!

Hit Counter