2006-1
  DER THEOLOGE aktuell


Klarstellung:
Wir haben nichts gegen katholische oder evangelische Christen oder ihre Kirchen. Wir sagen jedoch:
Die beiden Großkirchen sollen sich nicht "christlich" nennen, da dort anders gelehrt und gelebt wird als Jesus, der Christus, das wollte (vgl. dazu Der Theologe Nr. 25 oder die Einleitung von "Der Theologe Nr. 24a"). Würden sich die Kirchen nur noch "römisch-katholisch" nennen oder "evangelisch", aber nicht mehr "christlich", wäre manche der hier dargebotenen Informationen nicht nötig. So aber weisen wir immer wieder auf den Verrat an der Botschaft von Jesus hin. Hinweise zu einem Leben im christlichen Glauben finden Sie u. a. hier.
 

 

Lesen Sie in diesen Meldungen aus dem 1. Halbjahr 2006 unter anderem mehr über die Tierverachtung der Kirche und der kirchengebundenen Politiker sowie viele weitere interessante Themen

14.7. - Nachruf: Hat sich der letzte Bär geopfert?

14.7. - Angebliche Problem-Mutter: Jetzt planen Exekutions-Experten Tötung von Brunos Mutter

  9.7. - Bruno darf nicht vergessen werden

  9.7. - Neu: Der Theologe Nr. 8 "Wie der Teufel in der Bibel hauste" jetzt auf Spanisch

  6.7. - Die Hinrichtung von Bruno und die Fußball-WM: Eine Bären-Symbolik zum Nachdenken

28.6. - "Wo sich Menschen ausbreiten, müssen andere Kreaturen weichen" - Botschaft hinter Brunos Tod

27.6. - Woher die Milliarden nehmen, um für Kinder weiter eine beitragsfreie Krankenversicherung zu ermöglichen?

26.6. - Minister Werner Schnappauf schnappte zu: Bär Bruno "erfolgreich" "umgebracht"

24.6. - CSU-Regierung beschließt Mord an Bären: Was hat es damit zu tun, dass Bruno
          weder katholisch noch evangelisch ist?


31.5. - Meiser-Freunde machen mobil: "Antisemitische Ausfälle" Luthers viel schlimmer als Worte des Landesbischofs

29.5. - Auschwitz: Papst schwieg zur kirchlichen Verantwortung für den Holocaust

26.5. - Warschau: Papst Benedikt XVI. warnt eindringlich vor Abweichungen im Glauben

22.5. - Umbenennung der nach dem antisemitischen Landesbischof Meiser benannten Straßen weiter offen

21.5. - Papst ruft wieder andere zum Kampf gegen den Hunger auf: Vom eigenen Vermögen
          wird kein Cent heraus gerückt


11.5. - "Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten für die Bürger" - Nur Milliardengeschenke an Kirchen bleiben
          - Papstbesuch verschlingt weitere Millionen
  
7.5. -  The Da Vinci Code - Verfilmung des Bestsellers von Dan Brown

27.4. - Prozess gegen evangelische Säuglingstöterin eröffnet

20.4. - Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr den ewig verdammenden Kirchen aus

17.4. - Trotz Urbi et Orbi: Das Sündenfass quillt über

14.4. - 50. Todestag des evangelischen Landesbischofs Hans Meiser

  6.4.-  Moderne Inquisition: Kirchliche Kampagnen gegen Betriebe von Aussteigern und
           "Unbedenklichkeitsbescheinigungen" für treue Kirchenmitglieder


26.3. - "Die tote Kirche": Ein Gedicht von Georg Trakl

13.3. - Jahreslosung 2006: "Gottes" Beistand für einen Völkermörder - Kirchen entlarven sich

  4.3. - Kirchenchristliche Partei jetzt in der Regierung: Reform zugunsten der Hühner wird aufgehoben

20.2. - Bundesrepublik Deutschland: Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Heimen

  8.2. - Pro Christ: Eine Missionsveranstaltung der Kirchen

26.1. -
Requiem: Neuer Film von Hans-Christian Schmid über die Exorzismus-Tragödie

19.1. - Katholische Pfarrgemeinderätin zu neun Jahren Haft verurteilt: Neun hilflose Menschen getötet

11.1. - Trauerfeier nach Unglück in Bad Reichenhall: Warum die Priester dabei ihren Glauben verleugnen müssen

  8.1. - Landratsamt Würzburg und Landrat Waldemar Zorn: Krieg gegen Wildschweine

 

14.7. / 6.8.2006 - Nachruf: Hat sich der letzte Bär geopfert? - Es erinnert fast an den Kino-Hit Der letzte Samurai, was sich in Schliersee bzw. Bayrischzell in den Morgenstunden des 26.6.2006 zutrug, und es soll auch auf dieser Seite dokumentiert werden. Das Magazin Focus veröffentlichte schon am 3.7.2006 Details über die Ermordung des ersten Bären in Deutschland seit 170 Jahren. Vier Männer bildeten das Exekutions-Kommando, um das Todesurteil des Behörden-Jagd-Staates von Edmund Stoiber zu vollstrecken, darunter ein Oberkommissar aus dem bayerischen Oberland und ein Beamter des Landratsamtes Miesbach. Die Sennerin der Kümpflalm weigert sich zunächst, das Exekutions-Kommando in die Hütte zu lassen. Doch der Polizist zeigt seinen Dienstausweis, und "ein anderer Beamter erklärt, dies sei ein ´behördlich angeordneter Einsatz`." Sie muss die Alm öffnen. Die Jäger verteilen viel Honig auf dem Gelände und ein totes Schaf. Gegen 4 Uhr am Morgen kommt Bruno in friedlicher Absicht, weil er etwas essen will. Der Polizist sieht ihn und schreit "Der Bär ist da". Bruno rennt davon, "prescht den Hang Richtung Auerspitze hoch" und zeigt seinen Mördern dadurch, dass sie nichts von ihm zu befürchten haben. Mittlerweile haben die Männer des Exekutions-Kommandos ihre Gewehre geladen. Und dann das Ende: Der Bär steht etwa 150 Meter oberhalb der Hütte auf einer Wiese. Jetzt flieht er nicht mehr, obwohl er es könnte. Er richtet sich auf den Hinterbeinen in seiner ganzen Größe auf, wendet den Schützen und ihren Gewehrläufen edel und stolz seine breite Brust zu. Er hat keine Seele, so lehrt die Kirche (siehe unten). Ihn zu ermorden, sei keine Sünde. Seine Killer kauern sich am Fenster der Almhütte. Dann drücken sie zwei oder dreimal mit ihrem Finger am Abzug. Gegen die Kugeln hat Bruno keine Chance. Er hat das unwürdige und am Ende barbarische Treiben gegen ihn beendet und sich geopfert. Nach der Lehre der Kirche wird er nie den Himmel betreten.
Und auf dem jenseitigen Kirchenplaneten wird man ihn in der Tat nicht finden. Dort hört man nur immer wieder seinen Todesschrei. Und nur wer diesen Planeten verlässt, wird diesem Tier und vielen, vielen mehr eines Tages wieder begegnen.

Weitere Meldungen zu tierfeindlichen Barbarei in Bayern: 14.7.    9.7.    6.7.    28.6.    26.6.    24.6.
Lesen Sie auch: Bär Bruno erschossen, weil er die Freundschaft der Menschen suchte

 

Der letzte Blick von Bruno. Er richtet sich noch einmal auf und blickt Richtung Süden,
wo seine Familie wohnt. Unten die Kümpflalm. Dort hatte sich das Exekutionskommando verschanzt.
 

14.7. / 6.8.2006 - Angebliche "Problemmutter" - Jetzt planen Exekutions-Experten die Hinrichtung von Brunos Mutter - Einem Bericht von www.prowildlife.de vom 14.7.2006 zufolge haben sich dieselben Hintermänner, "die schon den Abschuss von Bruno befürwortet hatten", bei einem Koordinationstreffen am 6. Juli in Trient als nächste Aktion für die Exekution der achtjährigen Bärin Jurka gefordert, weil auch sie für "Probleme" verantwortlich sein soll. "Sie würde, so die Begründung, auch ihre derzeitigen Jungtiere zu potenziellen ´Problembären` erziehen", so heißt es in dem Bericht wörtlich. Es handelt sich dabei anscheinend um die römisch-katholischen WWF-Leute aus Österreich (siehe unten). Die Ermordungs-Experten geben jedoch zu, dass Brunos Mutter deshalb zur "Problem-Mutter" geworden sein soll, weil sie von Jägern mit Gummigeschossen und Knallkörpern traktiert wurde und aus dieser Bekämpfung durch den Menschen lernte, "nie an einen Ort zurückzukehren, sondern weiter zu ziehen". Dieses Verhalten habe sie auch Bruno beigebracht, der deswegen seinen Häschern immer wieder entwischt sei. Doch jetzt wollen die Bären-Exekutions-Experten des WWF der Familie Brunos an den Kragen, offenbar frei nach dem Motto: "Tötet die Bären, denn wir Menschen sind die Herren über Leben und Tod." Doch der von den Kirchen als "Krone der Schöpfung" ausgezeichnete Mensch kann immer nur töten, und ist nicht einmal in der Lage, einen einzigen Floh neu zu schaffen oder zum Leben zu erwecken. So sollte man ihn besser nicht als "Herren über Leben und Tod" bezeichnen, sondern nur als "Meister des Todes". Doch woher nimmt er sich dann das Recht, seine Mitgeschöpfe allesamt zu malträtieren und umzubringen? Das Recht gibt ihm die Kirche, die alle Menschen der Erde zur Unterwerfung unter ihre Lehre und ihren Papst auffordert (siehe z. B. hier eines der betreffenden Dogmen). Während das ursprüngliche 5. Gebot "Du sollst nicht töten" auch die Tiere einschloss, spricht die Kirche den Tieren die unsterbliche Seele ab, erklärt sie zu nicht leidensfähigen Geschöpfen, gibt sie der "Herrschaft des Menschen" preis (Katechismus Nr. 2417) und isst bzw. "frisst" sie zu Millionen auf.
Und so höhnte der Tier-Experte der römisch-katholischen Kirche, der Kapuziner-Abt "Bruder Paulus" aus Frankfurt am Main z. B. am 22.3.2003 in Bild: "Unter Gefühle verstehe ich Sympathie, Schuld, Verzeihung, Gewissen, Barmherzigkeit, Liebe. All das kann ein Tier nicht empfinden." Was Menschen als ein "Gefühl" [eines Tieres] deuten, sei ein Instinkt bzw. eine "Körperreaktion" bzw. andressiertes Verhalten, und auch eine Seele hätten die Tiere nicht, denn: "Seele heißt ´Nein` sagen können. Und ein Tier kann nicht entscheiden." Aus diesem Grund untersagt der katholische Katechismus auch dem Menschen, einem Tier die Liebe zuzuwenden, "die einzig Menschen gebührt" (Nr. 2418).
Der Prophet Jesaja schreibt in seiner Friedensreich-Vision, dass die Jungen von Kuh und Bären zusammen spielen und in Frieden mit dem Menschen leben (11, 7-8). Und der Prophet Hosea spricht von einem "Bund" Gottes mit den Wildtieren am Ende der materialistischen Zeit, so dass der Mensch keine Angst mehr vor ihnen zu haben braucht (2, 20). Das todeswürdige Verbrechen von Bruno war, dass er bereits damit angefangen hat, den Menschen zu vertrauen und sie nicht mehr bedroht hat. Doch so etwas dürfe nie sein, so die deutschen Behörden, v. a. im Behörden-Jagd-Staat Edmund Stoibers in Bayern. Wenn ein Bär anfängt, dem Menschen zu vertrauen, dann muss er hingerichtet werden.
Vor diesem Hintergrund fand auch die Demonstration am 5.8.2006 in Schliersee statt (siehe www.abschaffung-der-jagd.de)
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9.7. / 13.7.2006 - Bruno darf nicht vergessen werden - Es gibt den Bär Bruno, der unbekümmerter war als im "Behörden-Jagd-Staat" Edmund Stoibers geduldet, obwohl er immer vor den Menschen davon gelaufen ist. Es gibt das Reh Bruno, das sich erdreistet, die deutsche Forstwirtschaft durch Knabbern an einem Baum zu schädigen. Dann ist das noch das Schwein Bruno, das auf engstem Raum bis zur Schlachtung vegetieren muss und nie die Sonne sehen darf. Es gibt Bruno, die Versuchstier-Maus, Bruno, den kräftigen Ochsen, der gerade für das Münchner Oktoberfest gemästet wird und Bruno, den Fuchs, der in einer Jäger-Sprengfalle schreiend verreckte, als er auf Nahrungssuche für seine Welpen war und noch viele mehr. Weltweit 45 Milliarden Tiere werden pro Jahr vom Mensch, der "Krone der Schöpfung",   (überwiegend bestialisch) ermordet, obwohl das Gebot "Du sollst nicht töten" auch gegenüber den Tieren gilt.
Lesen Sie auch, warum diese Entwicklung z. B. in Europa so möglich war in: Der Theologe Nr. 7, Teil 4  - Weitere Meldungen zu Bruno am 6.7.   28.6.   26.6.   24.6.



9.7.2006 - Der Theologe Nr. 8 "Wie der Teufel in der Bibel hauste" jetzt neu auf Spanisch



6.7. / 6.8. / 3.12.2006 - Die Hinrichtung von Bruno und die Fußball-Weltmeisterschaft - Eine Bären-Symbolik zum Nachdenken - Leben durfte der Bär, der sich nach Deutschland wagte, hier nicht, aber als Leiche gibt man ihn nicht an die Italiener zurück. Der erschossene kindliche Braunbär (der noch nicht einmal geschlechtsreif war) stammt aus dem Adamella-Brenta-Park im zu Italien gehörenden Südtirol, und die Italiener wollen ihr "Kind" deswegen jetzt auch zurückhaben. Doch Bayerns römisch-katholischer Umweltminister Werner Schnappauf aus dem Kabinett von Edmund Stoiber (CSU) verhöhnt die Italiener, sie hätten das Wildtier nicht richtig "erzogen" (Main-Echo, 14.7.2006), und er besteht darauf, dass die bayerischen Bären-Killer das Eigentumsrecht auf die Leiche haben. In Italien gibt es weitere ca. 30 Bären, die dort in freier Natur leben dürfen (und im kleinen Slowenien sogar 500 Bären) - es ist ein Teil eines EU-Projekt zur Erhaltung bedrohter Tierarten in Europa mit dem Namen "Life Ursus". Entsprechend wütend sind jetzt die Italiener: "Eine Europäische Union, die die ganze Welt auffordert, geschützte Arten zu retten und dann mit Gewehren einen Bären abknallt, ist einfach nicht glaubwürdig", so der italienische Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio. Und auch bei der EU-Kommission in Brüssel ist man sauer auf die Deutschen. Es könne nicht sein, "dass man den Bären erst ein freies Leben ´bezahlt`, um sie dann abzuschießen, nur weil sie tun, was man ihnen ermöglichen wollte; ein artgerechtes Leben zu führen" (Main-Post, 6.7.2006). In diesem Zusammenhang wurde auch betont, dass Bären sich überwiegend vegetarisch ernähren (zu 75 % von Pflanzen, Wurzeln und Kräutern), evtl. betroffene Landwirte würden "entschädigt". Doch es darf auch niemanden verwundern, wenn ein seit Wochen und Monaten dauernd gehetzter Jungbär im Stress einmal "untypische" Verhaltensweisen zeigt. Das bayerische Todeskommando war auf jeden Fall ein klarer Verstoß auch gegen das deutsche Tierschutzgesetz.
Die bayerische Behörden-Jagd-Staat hatte zuvor zwar gebirgsungeübte finnische Bärenfänger eingesetzt (so machte z. B. einer der Hunde in den Bergen schlapp), die eigenen Wildtier-Experten und die Spezialisten für Betäubung jedoch nicht einbezogen. Außerdem wurde nach dem Todesurteil durch die überwiegend katholische CSU-Stoiber-Regierung nicht einmal der Versuch unternommen, den Jungbären mit einem Narkose-Gewehr zu betäuben. Man wendete eine in der Tradition vielfach "bewährte" Methode an, wonach das, was Probleme macht, was vielleicht ein Anstoß zum Umdenken sein könnte, ausgemerzt wird.
Dass der Bär auch noch während der Fußball-Weltmeisterschaft ermordet wurde, in der Deutschland immer wieder seine Gastfreundschaft betonte, hat zusätzlichen Symbolgehalt. Nach einem Bericht des Tagesspiegels in Berlin (27.6.2006) sah der bekannte Sportkommentator Waldemar Hartmann mit dem gewaltsamen Tod des jugendlichen italienischen Bären auch die Weltmeister-Hoffnungen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestorben: "´Nachdem jetzt der Bär tot ist, hat man auch die Seele des deutschen Fußballs erschossen`, sagte Hartmann der Münchner Abendzeitung. Seiner Ansicht nach sind die Zusammenhänge zwischen dem Bären und einem deutschen Weltmeistertitel ´sehr klar`. So trage sowohl der Endspielort Bern 1954 als auch Berlin 2006 einen Bären im Wappen." Und auch Kalifornien, wo Bundestrainer Jürgen Klinsmann wohnt, habe ein solches Tier auf seiner Flagge. Diese Bären-Symbolik könnte zumindest dazu beitragen, dass der behördliche Tiermord-Skandal vom Schliersee in der Fußball-Euphorie nicht untergeht.
Die italienische Fußball-Nationalmannschaft besiegte die deutsche bekanntermaßen mit 2:0 und besiegelte damit die Prophezeiung von Sportreporter Hartmann. Als Ausgleich für den Tod Brunos wurde die deutsche Nationalmannschaft gleich dem Bär mit zwei gezielten Schüssen waidgerecht und angeblich schmerzfrei erlegt. Und dafür bestritten die Italiener in die "Bärenstadt" Berlin das Endspiel und holten sich den Fußball-Weltmeister-Titel. Denn bei unseren südlichen Nachbarn darf wenigstens das Wappentier der deutschen Hauptstadt leben (wenn auch viele andere Tiere genauso wenig wie in Deutschland). 

 

28.6. / 2.7.2006 - "Wo sich Menschen ausbreiten, müssen andere Kreaturen weichen. Das ist die Botschaft, die hinter Brunos Tod steckt", schreibt die Stuttgarter Zeitung (27.6.2006). Die "Krone der Schöpfung" nimmt allen anderen Lebewesen knallhart den Lebensraum. So findet derzeit auf dem Planeten Erde ein gigantisches Artensterben statt, weil der Mensch in manchen Ländern jeden Quadratmeter für sich und seine eigensüchtigen Interessen beansprucht und anderen Geschöpfen höchstens ein kleines Gehege im Zoo gönnt. Ein Beispiel ist Deutschland, wo in freier Natur auf jedem Fleckchen Erde Tiere gejagt und getötet werden müssen. Besonders empörend für den Menschen ist es, wenn ein Tier Hunger hat und z. B. auf einem Feld etwas isst. Erst wenn der "Schädling" "erschossen" ist, lehnt sich der Mensch wieder zufrieden zurück. Die Kirchenchristen berufen sich dabei auf die Bibel, in der es heißt: "Frucht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden; in eure Hände seien sie gegeben" (1. Mose 8, 2). Doch das ist keine Erlaubnis zum barbarischen Abschlachten, sondern ein Fluch über den Menschen.
Eine kleine Ausnahme im Umgang zwischen Mensch und Wildtier war das Wiederansiedlungsprogramm für Braunbären in Italien, von wo die Familie Brunos stammt. Doch leider lernten die Bären nicht, wo sich die Nordgrenze Italiens befindet und dass sie außerhalb möglicherweise in ihren Tod laufen.
Mittlerweile wurden auch die ersten Unwahrheiten bzw. Lügen über den gewaltsamen Tod des Bären in Bayrischzell nahe des bayerischen Luftkurortes Schliersee im Landkreis Miesbach aufgedeckt. So wurde er nicht von nur einer Kugel gezielt getötet, sondern mindestens von zwei Kugeln getroffen: Die erste Kugel zerriss die Leber: "Der Leberschuss führte zu einem massiven Schock", erklärte der Tiermediziner Professor Henning Wiesner. Eine zweite Kugel zerfetzte dann seine Lunge, und die einzige unabhängige Zeugin, die Bäuerin Doris H., hörte noch einen dritten Schuss. Und: "Töteten Bruno doch drei Kugeln?" fragen sich auch anerkannte Fachleute (Bild, 28.6., 1.7.2006). Dr. Ulf Christian Hellinger, Fachreferent für Veterinärmedizin und Wildbiologie, erklärt den Obduktionsbericht. "´Ein Blattschuss war das nicht. Dafür sitzen die Schüsse zu weit hinten. Ich nehme an, dass der erste Schuss in die Leber gegangen ist. Bruno war nicht sofort tot, hat sich offenbar noch bewegt, vielleicht sogar gedreht, weil der zweite Schuss in der anderen Seite steckt. Dieser zweite Schuss war also kein Sicherungsschuss, er ist nachgesetzt worden, weil der Bär noch nicht ganz tot war ... Es muss einige Sekunden gedauert haben, bis der Bär verblutet war.` Der Experte fragt sich auch, was für Munition verwendet wurde. Die Behörden verraten es bisher nicht. Fakt ist: Bei einem starken Kaliber müsste das Projektil auch den Tierkörper durchschlagen. Hat es aber nicht. Ein Münchner Wildtier-Experte vermutet, dass eine Polizeiwaffe benutzt wurde: ´Die mangelnde Durchschlagskraft der Geschosse weist darauf hin.`" (1.7.2006) Waidmannsheil und Waidmanns Dank.
Die Regierung Italiens hat mittlerweile bei der Europäischen Union in Brüssel offiziell gegen das Verhalten Bayerns protestiert. Und der Schweizer Tagesanzeiger bedauert, dass sich Bruno nicht zum Heilfasten begeben hat, um die Behörden des bayerischen Behörden-Jagd-Staates milde zu stimmen. Und mittlerweile ist auch der Protest in Deutschland selbst stärker geworden. So demonstrierten in Berlin am 1.7.2006 bis zu 300 Personen gegen die Erschießung Brunos und für die Abschaffung der Jagd (siehe auch www.abschaffung-der-jagd.de). Und in Schliersee beteuern inzwischen die Bürger, mit der Erschießung nichts zu tun zu haben.

- Lesen Sie dazu auch die Aufsehen erregende urchristliche Schrift "Der Mord an den Tieren ist der Tod des Menschen" aus dem Verlag Das Wort, gratis erhältlich auch über den Theologen.
- Vgl. die weiteren Meldungen über das Todesurteil gegen Bruno und seinen Tod vom 24.6. und vom 26.6.2006

 

27.6.2006 - Woher die 16 Milliarden Euro nehmen, um für Kinder in Deutschland weiter eine beitragsfreie Krankenversicherung zu ermöglichen, so die Politiker? Schon wieder sollen die einfachen Bürger ausgenommen werden, denen man bald auch noch die Haut abzieht, wenn das so weitergeht. Dabei läge es auf der Hand, einmal die ca. 14 Milliarden Euro zu hinterfragen, die der deutsche Staat jährlich den steinreichen deutschen Großkirchen (Vermögen ca. 500 Milliarden Euro) für innerkirchliche Zwecke (z. B. Bischofsgehälter, Priesterausbildung, kirchliche Indoktrination von Kindern im Religionsunterricht an staatlichen Schulen) schenkt, wovon es z. T. weiter in den Vatikan gepumpt wird.
Lesen Sie dazu www.stop-kirchensubventionen.de

Lesen Sie dazu auch die Meldung vom 11.5.2006 über den erneuten Papstbesuch in Deutschland und die Meldung vom 21.5.2006 über den Reichtum des Vatikan.
 

Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt. (Leo Tolstoi)


26.6. / 6.8.2006 - Minister Werner Schnappauf schnappte zu - Bayern wieder "bärenfrei" - Bruno am oberbayerischen Spitzingsee bei Schliersee "erfolgreich" umgebracht. Jede auch nur theoretische "Gefahr" scheint nun gebannt: Bayern und damit Deutschland ist nach über 170 Jahren wieder "bärenfrei". Früher galten Städte, Dörfer und ganze Landstriche zeitweilig auch als "ketzerfrei", später als "judenfrei". Man verschleppte bzw. ermordete zuvor die betreffenden Menschen. Und es gibt makabre Parallelen zwischen den getöteten Anhängern religiöser Minderheiten und den getöteten Tieren: Beide sind weder katholisch noch evangelisch und beide gelten als "gefährlich".
Die Leiche Brunos soll nun ins Museum nach München. Man könnte ihn dort z. B. als Triumph der menschlichen Waffentechnik über die Natur ausstellen. Das junge Tier hatte mangels schlechter Erfahrung noch wenig Angst vor der Bestie Mensch und galt deshalb als "verhaltensauffällig". In Italien hatte die Bärenfamilie nämlich das Zutrauen von Menschen gewonnen und ließ sich von ihnen z. B. füttern.
Doch in im Behörden-Jagd-Staat Edmund Stoibers  in Bayern gelten andere Sitten. Und leider war der Braunbär hier nicht "zu Gast bei Freunden", wie es in diesen Tagen anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft immer heißt, sondern überwiegend bei Feinden oder bei Menschen, die durch ihr Verhalten seinen Tod mit verursachten. Z. B. lief der Wirt des Rotwandhauses am 25. Juni 2006 schreiend auf den Bären zu, und er erklärte anschließend: "Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er sich vor uns fürchtete" (Bild, 26.6.2006). Dann rief der Wirt die Polizei, und das Landratsamt Miesbach schickte das Exekutions-Kommando los. Erfahrene Jäger oder Wildtierexperten mit Narkosegewehren schickte man bewusst nicht mit, obwohl dies ohne weiteres möglich gewesen wäre. Denn der Bär musste nun sterben, so der Beschluss des verantwortlichen Ministers Werner Schnappauf. So schrieb auch Dr. Jürgen Lange, der Vorsitzendes des Zoos in Berlin: "Auch überrascht, dass Bayern die eigenen Fachleute für Wildbiologie und Wildtiermanagement und vor allem aus dem Münchner Zoo anscheinend nicht zu Rate zieht, obwohl gerade sie über große Erfahrung im Umgang mit Blasrohr und Betäubungsgewehr verfügen" (Der Tagesspiegel, 28.6.2006).
Am Montag den 26. Juni 2006 um 4.50 Uhr war es dann so weit. Bruno wurde auf der Kümpflalm am Fuß der Rotwand (Gipfel auf 1884 m) nahe dem Spitzingsee im bayerischen Mangfallgebirge von seinen vermutlich katholischen Häschern gestellt. Dann schnappte das Todeskommando von Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) zu, und der Bär wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Bayrischzell abgeknallt. Waidmanns Heil und Waidmanns Dank!
Später erfuhr man etwas mehr über die Vorgeschichte: Am Tag zuvor wurde der verängstigte Bär von Touristen bereits in Richtung Gebirge getrieben. Und im nachhinein ist es sehr verwunderlich, dass es wochenlang angeblich nicht gelungen sei, den Bär lebend zu fangen. Als der römisch-katholische Minister als Herr über Leben und Tod dann das Todesurteil verkündet hatte, brauchte es auf einmal nur ein paar Augenblicke, da war der Bär auch schon tot, angeblich "schmerzlos". Das kann sehr bezweifelt werden, da die Jäger in Deutschland z. B. Deformationsgeschosse verwenden, die sich erst im Körper des Tieres ausweiten und einzelne Stücke der Eingeweide aus dem Körper heraussprengen. Dies "hilft" dazu, ein verwundetes Tier "dank" "verlorener" Körperteile (so genannte "Pirschzeichen") leichter zu finden.
Der sofortige Tod Brunos brachte selbst den Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ins Grübeln (siehe http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,423705,00.html). Nicht einmal den ersten Tagesanbruch nach dem Todesurteil hat der Bär überlebt. Mittlerweile pfeifen es sprichwörtlich die Spatzen von den Dächern, dass interessierte Kreise womöglich von vorneherein darauf abzielten, Bruno gar nicht zu betäuben und zu fangen, sondern zu töten und dass sie entsprechend die Fäden zogen. Und der WWF  = World Wildlife Fund in Deutschland und Österreich, die zusammen mit den Kirchen den Todesschwadronen vom Spitzingsee das moralische Alibi gab, könnte sich nun überlegen, ob er sich nicht umbenennen will in World Wildkill Fund Germany. Der Präsident des italienischen WWF sprach zwar von einem "Akt der Barbarei" (Focus online, 26.2.06). Doch der deutsche WWF wies im Gegensatz dazu schon Ende Mai darauf hin, dass der Abschuss "gerechtfertigt sein kann" (www.wwf.at, 22.5.2006). Und nach Überzeugung des WWF in Österreich war die Tötung angesichts des Verhaltens des Tieres tatsächlich gerechtfertigt. "Bruno war nach unserer Einschätzung bereits ein Risiko-Bär", sagte die österreichische WWF-Sprecherin Susanne Grof (www.stern.de, 26.6.2006). Und angesichts der Schlussfolgerungen, die man aus dieser Meinung dann zog, bereut so mancher Tierfreund bereits, dieser Organisation jemals etwas gespendet zu haben.
Lesen Sie dazu auch: Der Theologe Nr. 7 - Teil 4: Tragödie für die Tiere - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum

Empfehlung: Informationen über das Land des Friedens, wo Lebensraum für Wildtiere geschaffen wird; info@gabriele-stiftung.de

Der Soinsee - Hier nahm Bruno zwei Tage vor seinem Tod ein letztes Bad.

24.6. / 28.6.2006 - CSU-Regierung beschließt erneut Mord an dem Bären. Was hat es damit zu tun, dass Bruno weder katholisch noch evangelisch ist? - Ein freilaufender Bär im katholischen Bayern ist für die Kirchenchristen in der Regierung ein Bär zuviel. Europaweit sorgte die Intelligenz des Tieres in den letzten Wochen für Bewunderung. Doch die Kirchen sprechen (anders als viele andere Religionen) jedem Tier die unsterbliche Seele ab und behaupten, das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten") gilt nicht gegenüber Tieren. Die Folge: Eine beispiellose Bestialität gegenüber der Tierwelt, die auch dazu führte, dass Wildtiere im Laufe von Jahrhunderten panische Angst vor dem Schlächter und Jäger "Mensch" entwickelt haben. Die Kirchenchristen haben aus dieser schlimmen Entwicklung abgeleitet, dass diese Angst "normal" sein müsse. Und ein Wildtier, dass sich wie Bruno menschlichen Siedlungen nähere (weil es vielleicht ein Freund der Menschen sein möchte), könne deswegen nicht "normal" sein und müsse schon deshalb vorsorglich ermordet werden. Doch die Intelligenz des Bären, mit der er sich in den letzten Wochen seinen Jägern und Fängern entzogen hatte, zeigte, dass Tiere vielleicht doch mehr sind als seelenlose Abschussobjekte für die menschlichen Herren über Leben und Tod. Auch wäre es wenigstens ein Ansatz für ein ethisches Verhalten, wenn man den Bären für diese Leistung mit der Freiheit belohnen würde.
Der italienische Wild-Experte Alberto Stoffela von der Forstbehörde Italiens erklärt: Auch in Italien habe es mit Bruno Zwischenfälle gegeben, "aber das wurde toleriert". In Italien wurden Braunbären sogar wieder angesiedelt, obwohl bei einer Begegnung mit einem Menschen auch in Italien ein Risiko nie zu 100 % ausgeschlossen werden kann. Erst in Deutschland sei der Bär zum nationalen "Problem" geworden (Main-Echo, 24./25.6.2006).
Die Gnadenlosigkeit und Brutalität der bayerischen Behörden könnte auch einen unbewussten religiösen Hintergrund haben. Denn dem Tier fehlt leider etwas Wesentliches: Der Bär ist nicht getauft und ist deswegen weder katholisch noch evangelisch. Folglich könne er auch später nie den Himmel betreten (PS: In der "ewigen Seligkeit" soll man zwar alle 265 Päpste wieder treffen, aber kein einziges Tier). Und kann es dann so schlimm sein, ihn gleich umzubringen? "Wenn ... der Bär einem Jäger vor die Flinte laufe, solle der abdrücken". Mit diesen Worten brachte Roland Eichhorn vom Umweltministerium aus dem bayerischen Behörden-Jagd-Staat den angekündigten Tiermord auf den Punkt (ddp, 25.6.2006). Ein Tier muss sich nach kirchlicher Lehre dem Menschen gnadenlos unterwerfen: als Schlachtvieh, Versuchstier, Jägerbeute, Sonntagsbraten, dressiertes Haustier - und wehe, es versucht, aus der Reihe zu tanzen. Die Kirche kennt - wenn überhaupt - nur eine "Freiheit" für den Menschen.
Und es waren leider schon oft Deutsche, die aus ihrem Unterbewusstsein heraus die Muster-Söhne der Kirche sein wollten. So wird auch der Hofstaat im Vatikan zu einem großen Teil mit deutschen Millionen bezahlt. Die katholische Kirche bekommt in Deutschland nämlich Milliarden-Geschenke vom Staat (vgl. www.stop-kirchensubventionen.de) und kann deshalb so viel Geld in den Vatikan weiter leiten.
In der Kirchen-Christenheit sind zudem die Massaker an den Tieren selbstverständlich. Deshalb wehe dem Tier, wenn auch nur ein Mensch Angst hat, dass ihm durch das Tier eventuell nur ein Haar gekrümmt werden könnte, auch wenn das Tier sich vielleicht nur wehrt ...
Lesen Sie dazu auch: Der Theologe Nr. 7, Teil 4 - Tragödie für die Tiere - Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum



31.5. / 3.7.2006 - Meiser-Freunde machen mobil: "Antisemitische Ausfälle" Martin Luthers viel schlimmer als "Worte" von Landesbischof Meiser; Absage des Meiser-"Bedenkgottesdienstes" kritisiert - Arno Hamburger, SPD-Stadtrat in Nürnberg, hat viele Verwandte im KZ verloren. Zurecht wies er darauf hin, dass der evangelische Landesbischof Hans Meiser (1881-1956) "mit seinen Lügen und Verleumdungen über uns Juden den geistigen Grundstein dafür gelegt hat, dass Millionen meiner Glaubensschwestern und -brüder ermordet wurden" (Der Beleg dazu z. B. in Der Theologe Nr. 11). Nun formierte sich auch öffentlich der evangelisch-lutherische Widerstand gegen die Kritik am Alt-Landesbischof, dessen Bildnis weiterhin die Amtsräume der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in der Meiserstraße in München schmückt. Die Nürnberger Nachrichten brachten z. B. am 24.5.2006 zahlreiche Leserbriefe mit Rechtfertigungen und Verständnisbekundungen für den Kirchenmann. Und die evangelische Wochenzeitung idea-spektrum greift den jüdischen Stadtrat direkt an: "Unsinnige Kritik von jüdischer Seite" und: "Hamburgers Äußerungen sind blanker Unsinn, die mit der geschichtlichen Wahrheit nichts zu tun haben" (Nr. 22/2006). Zur Verteidigung Meisers wird darauf hingewiesen, dass die Nazis seine Absetzung forderten, weil er sich der zentralen Reichskirchenleitung nicht unterordnen wollte. Verschwiegen wird jedoch, dass diese Forderung nur sehr kurzzeitig war (im Laufe des Jahres 1934). Der Landesbischof wurde von Adolf Hitler darauf hin persönlich eingeladen, um den Konflikt einvernehmlich zu lösen. Die Nazis gaben nach. Und nach dem Treffen bei Hitler wurde Meiser von der NS-Regierung auch wieder mit allen Vollmachten in Amt und Würden eingesetzt und nie wieder deswegen attackiert.
Weiterhin wird zur Verteidigung Meisers vorgebracht, dass der NS-Demagoge Julius Streicher, einer der brutalsten Antisemiten (Zeitung Der Stürmer) Meiser als "Judenfreund" bezeichnete. Doch wenn Streicher Landesbischof Meiser einen "Judenfreund" nennt, dann hat das eine ähnliche Aussagekraft, wie wenn z. B. Stalin die Genossen Lenin und Marx als "Kapitalistenfreunde" kritisiert hätte. Lesen Sie dazu hier Auszüge aus dem Gutachten von Hans Meiser über die "Judenfrage". Jeder mag selbst entscheiden, ob Streichers Bezeichnung "Judenfreund" für den Verfasser dieses Gutachtens zutreffend ist. Schließlich wird von idea-spektrum noch lobend hervorgehoben, dass Meiser 1939 zwei Pfarrer zur "Betreuung nichtarischer Christen" eingesetzt hat (wohl wegen der großen Entfernung von Ober- oder Unterfranken nach München), einen in München und einen in Nürnberg (PS: Andere Landesbischöfe in flächenmäßig kleinere Landeskirchen haben nur einen Pfarrer eingesetzt). Über den praktischen Nutzen solcher Maßnahmen heißt es allerdings in einer dpa-Meldung vom 8.12.1998: "Der Forschungsstand lässt erkennen, dass die große Mehrheit der Christen jüdischer Herkunft von den evangelischen Mitchristen kaum etwas zu erwarten hatte. Sie teilte auch in dieser Hinsicht das Schicksal der Juden." Zudem sei erwähnt, dass Landesbischof Meiser nicht nur gegen die Juden Stimmung machte, sondern auch gegen die so genannten "Sekten", von denen dann z. B. 1.500 Zeugen Jehovas in den Konzentrationslagern hingerichtet wurden oder dort anderweitig ums Leben kamen.
Doch das evangelische Plädoyer für den Kirchen-"Vater" Meiser hat auch etwas Gutes. Zum Schluss heißt es darin ironisch: "Am Ende dieses evangelischen ´Selbstreinigungsprozesses` steht dann die Streichung des ´Lutherisch` aus dem Namen der Landeskirche. Denn vom Reformator Martin Luther (1483-1546) sind aus den letzten Lebensjahren antisemitische Ausfälle überliefert, die in ihrer Schärfe die Worte von Altbischof Hans Meiser bei weitem übertreffen - etwa Luthers Aufforderung, die Synagogen anzustecken ..." Das ist richtig (siehe den Sachverhalt in Der Theologe Nr. 4). Die Kritiker des Hans-Meiser-Jubiläums und des geplanten Bedenkgottesdienstes haben auch nie behauptet, dass Meiser schlimmer als Luther gewesen wäre. Und wenn man jetzt die Bischof-Meiser-Straßen umbenennt, dann sollte dies in der Tat nicht schon das Ende des "Selbstreinigungsprozesses" sein. In Deutschland könnte man 50 Jahre nach Hans Meiser und 500 Jahre nach Martin Luther auch endlich wagen, den "großen Deutschen" Martin Luther und seine Verantwortung für die dunklen Seite der deutschen Geschichte mehr zu hinterfragen. Siehe dazu:
Der Theologe Nr. 1 - Der verfälschte Jesus - Martin Luther und die evangelische Kirche im Banne des Gottes der Unterwelt
Der Theologe Nr. 3 - So spricht Jesus von Nazareth - So spricht Martin Luther. Ein Vergleich.
Siehe auch die Meldung über Landesbischof Meiser vom 22.5.2006 und vom 14.4.2006

PS: Möglicherweise fand am 50. Todestag Hans Meisers am 8.6. irgendwo ein inoffizieller "Verschwörungs-Gottesdienst" von Anhängern Meisers statt. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Grab Meisers am Johannis-Friedhof in Nürnberg (Aufschrift: "Dilexit Ecclesiam" = "Er liebte seine Kirche") eine Art "Kultstätte" für alle diejenigen wird, die weiter in den Fußspuren Luthers und Meisers gehen wollen (und die Kirche "lieben" und Andersdenkende bekämpfen wollen, wie ihre Vorbilder Luther und Meiser dies getan haben). 



29.5. / 15.6.2006 - Auschwitz: Papst Benedikt XVI. schwieg zur kirchlichen Verantwortung für den Holocaust - Dem in der Presse ausführlich kommentierten Papstbesuch im KZ Auschwitz seien hier noch zwei Literaturangaben hinzu gefügt, die deutlich machen, welche Verantwortung die Kirche trägt:
- David I. Kertzer, Die Päpste gegen die Juden, Der Vatikan und die Entstehung des modernen
  Antisemitismus, Propyläen-Verlag, Berlin-München 2001
- Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust

- Der Theologe Nr. 85 - Die katholische Kirche und der Holocaust



26.5.2006 - "Papst Benedikt XVI. hat bei einer Messe in Warschau die Christen eindringlich vor Abweichungen im Glauben gewarnt" (dpa, 26.5.2006) - Den "reinen" und korrekten römisch-katholischen Glauben lesen Sie hier bei Der Theologe Nr. 18. Abweichungen gelten nach römisch-katholischer Lehre als "Häresie" und führen in die ewige Verdammnis.
 


22.5.2006 / 25.1.2007 - Evangelische Kirche sagt "Bedenk-Gottesdienst" für antisemitischen und kriegerischen Landesbischof ab - Umbenennung der Meiserstraßen weiter offen - Ausgerechnet in Nürnberg, die auch als Stadt der früheren Reichsparteitage bekannt wurde, wollte die Evangelisch-Lutherische Kirche am 8.6.2006 einen "Bedenk-Gottesdienst" zum 50. Todestag ihres früheren Landesbischofs Hans Meiser abhalten. Nach einer kontroversen Diskussion im Vorfeld wurde er jetzt abgesagt. Schon 1926 missbilligte der damalige Verantwortliche für die Pfarrerausbildung und spätere Landesbischof Ehen zwischen Deutschen und Juden als "rassisch unterwertige Mischlingsbildungen" und forderte einen energischen Kampf gegen die "Verjudung unseres Volkes". So sah er auch die Forderung nach "Reinhaltung des deutschen Blutes" als berechtigt an. Meiser gilt als ein geistiger Wegbereiter der Entwicklung, die in den Holocaust führte, auch wenn er statt der Verfolgung der Juden für ihre "rassische Veredelung" plädierte, die durch ihre Bekehrung zum kirchlichen Glauben möglich sei. In den nach der Franken-Metropole benannten "Nürnberger Gesetzen" von 1935 wurde der Rassismus in Deutschland dann in praktische Politik umgewandelt (Lesen Sie weitere Informationen zu Landesbischof Meiser unter www.theologe.de/theologe11.htm).
Aus diesem Grund weist die Stadt Nürnberg auch mit Dokumentations-Tafeln selbstkritisch auf die eigene Vergangenheit hin. Zielgruppe sind u. a. die vielen ausländischen Zuschauer und Gäste bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Und die deutschen Politiker versuchen deshalb schon im Vorfeld, rassistisch motivierter rechtextremer Gewalt im Land energisch die Stirn zu bieten. In diesem Zusammenhang ist der verharmlosende Umgang der Kirche mit dem Rassismus in den eigenen Reihen nicht nur ein kirchliches Problem.
Auch ist es etwa im Hinblick auf das WM-Gastland Polen äußerst problematisch, dass man den Jubel des Landebischofs nach dem Angriff Hitler-Deutschlands auf Polen ebenfalls verharmlost. So ließ Hans Meiser am 29.9.1939 Gott von den Kanzeln für die "reiche Ernte auf den polnischen Schlachtfeldern" danken und dafür, dass er "unseren Waffen einen schnellen Sieg gegeben hat." Auch die Franzosen und Niederländer sind betroffen, deren Eroberung (zusammen mit Belgien) durch Hitler-Deutschland Landesbischof Meiser am 2.6.1940 u. a. mit den Worten kommentierte: "Auf den Schlachtfeldern Flanderns, wo so oft schon Völker um ihr Schicksal gerungen haben, haben unsere Heere einen Sieg errungen, wie er ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden wird ... Wir beugen uns vor der Größe dieser Stunde; wir stehend anbetend vor unserem Gott, der die Geschicke der Völker so majestätisch lenkt. Wir gedenken voll Ehrfurcht derer, die so Großes so kühn planten, und derer, die es so tapfer und wagemutig vollbrachten."
Zwar wollte sich die evangelische Kirche bei dem Gottesdienst zumindest bei den jüdischen Opfern von Meisers Politik entschuldigen, doch lehnt sie eine Umbenennung der zahlreichen Meiserstraßen (z. B. in München und Nürnberg) wegen anderweitiger "Verdienste" des Kirchenführers ab. Dass die Kirche das Thema "Bischof Meiser" zur WM in den Hintergrund rücken will, löst deshalb den Konflikt noch nicht. Die Entschuldigungsbitte bei den jüdischen Opfern des Landesbischofs steht damit weiter aus. Ebenso wie eine Entschuldigung bei den anderen Opfern, z. B. bei verfolgten religiösen Minderheiten wie den Zeugen Jehovas, die von Meiser ebenfalls bekämpft wurden. Parallel dazu wäre es notwendig, alle Meiser- und Bischof-Meiser-Straßen in Deutschland endlich umzubenennen.
Die Stadt Nürnberg machte im Januar 2007 den Anfang: Die frühere Bischof-Meiser-Straße heißt jetzt Spitalgasse. Die evangelische Kirche stimmte aufgrund des anhaltenden Drucks schließlich zu, nachdem sie sich lange gegen die Umbenennung gewehrt hatte.

Siehe auch die Meldungen über Landesbischof Meiser vom 31.5.2006 und vom 14.4.2006

 

21.5.2006 - Papst ruft wieder andere zum Kampf gegen den Hunger auf. Vom eigenen Milliardenvermögen wird kein Cent heraus gerückt - Der Papst ist der prominenteste Trittbrettfahrer bei den weltweiten Märschen gegen den Hunger. Und der dreisteste. Denn man tastet die eigenen Schätze nie an. So wurde schon vor über 50 Jahren der Goldschatz des Vatikan als der zweitgrößte der Welt (nach dem der USA) bezeichnet (z. B. in der Zeitschrift "Oggi", Nr. 42/1952). Und der Goldpreis ist in den letzten Jahren wieder kräftig gestiegen. Auch die Beteiligungen des Vatikan z. B. an weltweit operierenden Konzernen sind bekannt. Im Vatikan wird ein Finanzimperium verwaltet. Lesen Sie dazu auch die Broschüre der Freien Christen, Ausgabe Nr. 3 - Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld.



11.5.2006 - "Schlimmste Steuererhöhung aller Zeiten" für die Bürger - nur Milliardengeschenke an die Kirchen bleiben / Papstbesuch verschlingt weitere Millionen - Mehrwertsteuererhöhung, Kürzung der Pendlerpauschale, Erhöhung der Versicherungssteuer, Kürzung der Sparerfreibeträge, Erhöhung der Steuern auf Benzin und sehr vieles mehr sind ab 1.1.2007 schon beschlossen.  Und jetzt wird auch schon über PKW-Maut und über Gesundheits-Solidaritätsbeitrag zusätzlich zur Krankenversicherung nachgedacht und über noch einiges mehr. Die deutsche Boulevard-Zeitung Bild spricht von der "schlimmsten Steuererhöhung aller Zeiten" (11.5.2006). Während in den Nachbarländern die Abgabenlast für die Bürger überwiegend gesenkt wird, werden sie in Deutschland kräftig angehoben. Im Unterschied zu den Nachbarn hängt Deutschland aber auch das milliardenschwere Goldene Kalb "Kirche" am Bein. Dieses belastet die Bürger jährlich mit ca. 14,15 Milliarden Euro Subventionen für Priesterausbildung, Bischofsgehälter, Kirchen- und Pfarrhausrenovierung usw., bzw. es führt wegen der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer (eine von der Steuer abzugsfähige Steuer ist ohnehin ein deutsches Phänomen) zu astronomischen Einnahmeverlusten, die der Finanzminister anderweitig wieder herein holen muss (vgl. dazu www.stop-kirchensubventionen.de).
"Mit etwas Sparwillen besteht für eine Erhöhung [der Mehrwertsteuer] überhaupt kein Grund", erklärt Holger Menzel vom Einzelhandelsverband HDE (Bild, 11.5.2006). Doch von reduzierten Zahlungen an die Großkirchen wollen die Politiker nichts wissen. Im Gegenteil. Allein die Sicherheitsmaßnahmen für den bevorstehenden Papstbesuch im September sollen den Bürger weitere ca. 50 Millionen Euro kosten. Und die Einbußen für die Unternehmen (z. B. wegen Sperrung der Autobahn für die Papstmesse in Regensburg oder wegen Absperrungen der Innenstadt in München zur Hauptgeschäftszeit) sollen von diesen einfach hingenommen werden. Es käme demgegenüber günstiger, wenn der deutsche Staat jedem katholischen Pilger eine Rückfahrkarte nach Rom schenken würde, damit er Joseph Ratzinger dort bejubeln kann (so z. B. der Vorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft in der Mittelbayerischen Zeitung, 1.2.2006; zu den Kosten des Papstbesuches siehe auch die Meldung vom September 2006).
Auch bekommen die Kirchen weiter von fast jeder Kommune freiwillige Zuschüsse in Höhe von Zig-Tausenden von Euro. Das Paradoxe dabei: Städte und Gemeinden müssen Grundstücke und Immobilien verkaufen, um ihren Haushalt zu decken und der Kirche weiterhin Geschenke machen zu können. Die Großkirchen tasten jedoch bei Finanzbedarf ihr immenses Vermögen (in Deutschland nach Spiegel 49/2001 derzeit ca. 500 Milliarden Euro) in der Regel nicht an, weil es natürlich für sie vorteilhafter ist, wenn der Staat für sie bezahlt. Und Steuererhöhungen berühren sie ohnehin kaum. Die Kirche muss weder Mehrwertsteuer abführen noch Schenkungs- oder Erbschaftssteuer noch Grundsteuer, Körperschaftssteuer, Kapitalertragssteuer noch sonst welche Steuern zahlen. Dies alles und vieles mehr wird ihnen in Deutschland geschenkt. Der Hintergrund: Die meisten namhaften Politiker sind in ihrem Amt gleichzeitig Lobby der beiden Großkirchen. So wird das Geld den Kirchen wohl weiter sprichwörtlich "vorne und hinten rein gesteckt". Und die Bürger müssen es bezahlen*. Dafür bekommen sie den päpstlichen Segen dann gratis.

* PS: Eine Petition für die Einstellung der Milliardenzahlungen finden Sie bei
http://www.spart-euch-die-kirche.de/stopptdieabzocker/index.html
- Und eine Kurzmeldung zum päpstlichen Segen lesen Sie hier
.


7.5. / 25.5.2006 - The Da Vinci Code - Ab 18. Mai 2006 ist die Verfilmung des Bestellers Sakrileg von Dan Brown in den Kinos zu sehen / Judas-Evangelium gefunden, übersetzt und Anfang April 2006 publiziert. - Dabei geht es u. a. um die Fragen: War Jesus verheiratet? Ist er auferstanden? Welches Verhältnis hatte er zu Maria Magdalena? Hat Judas Jesus wirklich verraten? Dazu die These: Auch wenn es sich bei The Da Vinci Code nur um die Verfilmung eines Romans handelt - die Kirche reagiert deshalb so gereizt, weil sie spürt, dass ihr Lügengebäude ins Wanken kommt.


27.4.2006 - Prozess gegen evangelische Säuglingstöterin eröffnet - Sie soll sich um neun Babys nach ihrer Geburt nicht mehr gekümmert haben, so dass diese gestorben sind. Anschließend hat Sabine H. die Leichen z. B. in Blumentöpfen vergraben. Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) kritisierte in diesem Zusammenhang das Wertesystem der früheren DDR. Doch Sabine H. genoss dort eine ausgeprägte evangelische Erziehung. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Artikel in Der Theologe Nr. 24. PS: Sabine H. wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.

 

20.4. / 9.5.2006 - Kindererziehung: Staat liefert sich noch mehr den ewig verdammenden Kirchen aus - Die evangelisch-lutherische Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) praktiziert die exklusive Umarmung mit den beiden Großkirchen. Bereits jetzt ist jeder zweite (überwiegend staatlich finanzierte) Kindergartenplatz in Deutschland in Kirchenhand. Viele Kommunen haben schon lange kapituliert und sich für die Finanzierung kirchlicher anstelle von gemeindeeigenen oder städtischen Kindergärten entschieden. Andere Bewerber um die Trägerschaft eines Kindergartens haben gegenüber den Kirchen im Ernstfall keine Chance. Diese Entwicklung könnte durch das neu gegründete "Bündnis für Erziehung" weiter forciert werden, wozu der zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Staat nur die katholische und die evangelische Kirche als Gründungsmitglieder hinzu gebeten hat. Damit wirft sich der Staat einmal mehr den beiden Institutionen an den Hals, die Aussteiger und Andersgläubige in die ewige Hölle verdammen wollen (der Beweis dafür - siehe z. B. bei Der Theologe Nr. 19), auch wenn das offiziell lieber unter den Teppich gekehrt wird. Damit wird unseren Kindern ein sehr schlechter Dienst erwiesen. Viele Eltern haben mangels Angeboten schon jetzt keine Möglichkeit, ihr Kind in einen nichtkirchlichen Kindergarten zu schicken, um es vor den seelisch vielfach krank machenden Kirchenlehren zu schützen. Und um stattdessen einen Platz in einem kirchlichen Kindergarten zu bekommen, sehen sich viele Eltern gezwungen, in die Kirche einzutreten. Auch viele Erzieher müssen kirchlich fest gebunden sein, um überhaupt eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu haben.
Welche weiteren Werte werden nun durch die Kirchen vermittelt? Lesen Sie dazu z. B. Der Theologe Nr. 18 - Der Glaube der römisch-katholischen Kirche und Der Theologe Nr. 1 über den Glauben der evangelisch-lutherischen Kirche und darin z. B. das Kapitel Als Kind in der evangelischen Kirche. Was einer jungen Frau widerfuhr, die eine besonders gute Katholikin sein wollte, lesen Sie in Der Theologe Nr. 9. Vermutlich ist die Familienministerin über die kirchlichen Werte nicht umfassend informiert, denn die "Zehn Gebote" und andere positive Werte*, an die sie z. B. denkt, spielen dort nur eine nebensächliche Rolle und werden vielfach verwässert bzw. gebrochen.
Doch die CDU-Ministerin sieht Staat und Kirche auf engste verbunden und setzt staatliche und kirchliche "Werte" offenbar gleich, wenn sie z. B. erklärt: "Auf christlichen [Anmerkung: zutreffender wäre "kirchlichen"] Werten basiert unsere gesamte Kultur" (ARD-Tagesschau, 20.4.2006). Und entlarvend fügt sie hinzu: "So wie man die eigene Muttersprache lernt, müssen wir erst unsere eigene Position klären, damit wir uns später für andere Religionen öffnen können" (Spiegel online, 20.4.2006). Doch vielleicht hat die Ministerin in ihrem kirchlichen Eifer auch einfach vergessen, dass der Staat nach dem deutschen Grundgesetz keine kirchliche "Position" vertritt und nicht auf dem Schoß der "Mutter Kirche" sitzt, sondern dass er dem gleichberechtigten Miteinander aller Religionen verpflichtet ist - einem Wert, der in der Geschichte gegen den massiven Widerstand der Kirche erkämpft wurde und geschützt werden muss.
Doch die evangelische Ministerin bevorzugt einmal mehr die Institutionen, die Andersgläubigen und möglichen Aussteigern mit grausamen Höllenstrafen für alle Ewigkeiten droht (siehe z. B. den katholisch "unfehlbaren" Lehrsatz Nr. 381). Und an anderer Stelle sagt sie einmal über die Aufgabe der Pfarrer: "Man muss Pastorinnen und Pastoren gestatten, dass sie Spiegelbild unserer Gesellschaft sind." Das erinnert an die Lehre einer gegenseitigen Durchdringung von Staat und Kirche, die den Schülern auch auf Staatskosten z. B. im konfessionellen Religionsunterricht beigebracht wird - dort heißt das dann auf evangelischer Seite "Zwei-Reiche-Lehre" (nach Martin Luther) oder "Lehre von der Königsherrschaft Christi" (nach dem bekannten evangelischen Theologen Karl Barth), wonach die "Christengemeinde" die "Bürgergemeinde" immer wieder an die kirchliche "Wahrheit" erinnern soll, bis der Staat irgendwann zum "Spiegelbild" der kirchlichen Staatsvorstellungen geworden sei. Persönlich bekennt die Ministerin dabei: "Ich habe mich in der Kirche immer aufgehoben gefühlt" (Marktkirche Hannover, 18.11.2003).
Andersgläubige und Gewerkschafter sehen sich beim "Bündnis für Erziehung" nun ausgeschlossen. "Wir sind vor die Tür gesetzt", es ist eine "Missachtung", erklärte z. B. der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ARD-Tagesschau, 20.4.2006). Im Herbst möchte die Ministerin das Bündnis zwar "erweitern", doch die jetzt Ausgeschlossenen sehen das vielfach nur als eine "Einladung zweiter Klasse". Das jetzt geschlossene "Bündnis für christliche [kirchliche] Erziehung" (Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft GEW, Marianne Demmer) sei ein "Affront gegen andere Religionen" (FDP-Politiker Hans-Michael Goldmann). Und die Grünen fordern die Ministerin auf, das Bündnis zurückzuziehen. Deren Geschäftsführerin Steffi Lemke sprach von einem "christlichen [kirchlichen] Erziehungsdogma", das offenbar installiert werden soll, und Marianne Demmer von der GEW wehrt sich dagegen mit den Worten, Deutschland sei kein Gottesstaat (dpa, 20.4.2006). Und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan J. Kramer, warnte vor einem "Rückschritt ins Mittelalter" (Netzeitung, 21.4.2006). Zu den Reaktionen auf die erneute Bevorzugung der massiv privilegierten Großkirchen durch den Staat, siehe auch:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5449146,00.html
http://www.netzeitung.de/deutschland/393418.html
http://www.netzeitung.de/spezial/judenindeutschland/393829.html

* Anmerkung: Die Ministerin meint "Verantwortung". Doch ihre evangelische Kirche leugnet die Verantwortung der Menschen und einen freien Willen für ihr Seelenheil. Die Geretteten werden von Gott dafür vorherbestimmt, und wer ewige verdammt wird, würde Gott vorhersehen. Keine Vergangenheit, sondern gültiger Glauben bis heute! (Siehe dazu "Das evangelisch-lutherische Bekenntnis" in Der Theologe Nr. 1). Sie meint "Respekt", doch die katholische Kirche respektiert z. B. keine anderen Glaubensrichtungen, sondern fordert von allen die Unterwerfung unter den Papst. Dies ist eine "unfehlbare" kirchliche Glaubenswahrheit bis heute! Sie meint "Aufrichtigkeit", doch Papst Innozenz III. erklärte im Jahr 1199 für die Zukunft richtungsweisend bis in die Gegenwart: "Treu und Glauben braucht einem Ketzer [gegenüber] nicht gehalten zu werden, und der Betrug, gegen ihn geübt, wird geheiligt." Unzählige Andersgläubige mussten dies auch so erleben. Dazu gehört Jan Hus, der sich beim Konzil von Konstanz auf die Zusicherung freien Geleits verlassen hatte und aufgrund dieser Gutgläubigkeit 1415 dort auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Ursula von Leyen meint schließlich "Zivilcourage", doch ihre Kirche passte sich bis zur totalen Unterwürfigkeit den Machthabern des Dritten Reiches an und war sogar eine der treibenden Kräfte der Entwicklung, die in den Holocaust mündete. Lesen Sie dazu Der Theologe Nr. 4 - Die evangelische Kirche und der Holocaust. Die Geschichte der Kirche im Dritten Reich eignet sich z. B. auch, um aufzuzeigen, wie fehlende Zivilcourage oder gar der Kampf gegen couragierte Bürger das Leid noch erheblich steigerte. So wehrte sich der z. B. der evangelische Landesbischof Meiser mit Vehemenz gegen die Behandlung der "Judenfrage" auf einer kirchlichen Synode oder duldete aus Staatshörigkeit und Opportunismus die Abholung behinderter Mitbürger zur Vergasung, während andernorts ein einfacher Protest dies verhindert hatte. Dies sind nur wenige Beispiele aus einer unübersehbaren Fülle. Ganze Bücher ließen sich dazu schreiben. Alle Freiheitswerte des deutschen Grundgesetzes, auf denen unsere Demokratie beruht, mussten im Laufe der Geschichte gegen den Widerstand der Kirchen durchgesetzt werden. Man hat den Eindruck: Um den Teufel auszutreiben, hat sich die Familienministerin Ursula von der Leyen mit dem Beelzebub verbündet.
 


17.4. / 20.4.2006 - Trotz Urbi et Orbi - das Sündenfass quillt über - Jahrelang hangelten sich die gläubigen Katholiken vom Weihnachts- zum Oster-Urbi-et-Orbi und wieder zum Weihnachts-Urbi-et-Orbi usw. Mit diesem Segen wird nach katholischer Lehre allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener "Ablass" ihrer Sünden gewährt. Seit 1967 soll das auch über Radio oder Fernsehen möglich sein und Gläubige müssen nicht mehr persönlich nach Rom pilgern. Mit dieser Lehre wird den Menschen die Aufklärung über das Gesetz von Saat und Ernte vorenthalten, das in vielen Religionen bekannt ist und wonach jeder früher oder später erntet, was er gesät hat - es sei denn, es wurde rechtzeitig bereut, bereinigt und wieder gut gemacht; vgl. dazu Der Theologe Nr. 2. Bereits unter Johannes Paul II. konnte man jedoch den Eindruck gewinnen, der Segen wirke eher wie ein Fluch, da sich in unmittelbarer zeitlicher Nähe mehrfach schwere Katastrophen ereigneten. Siehe dazu unsere Meldung zum Urbi et Orbi vom 25.12.2005. Beim Segen durch Papst Benedikt XVI. spielte sowohl zu Weihnachten 2005 als auch jetzt zu Ostern 2006 der Konflikt Iran - USA eine Rolle. Hier kann man auch einmal zwischen den Zeilen hören und lesen: Wenn der Papst auf eine "für alle ehrenvolle Schlichtung" ohne konkrete Hinweise plädiert, dann läuft das vermutlich auf eine Durchsetzung des Willens der USA hinaus, die mit einigen offiziellen Zugeständnissen dem Iran gegenüber verbunden sein würde (siehe auch die Überlegungen des Papstes zur "Neuen Weltordnung" im Zusammenhang des letzten Urbi et Orbi). Christlich wäre die Anwendung der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth, die lautet: "Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!" (Matthäus 7, 12) Oder sinngemäß und als Sprichwort formuliert: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Lehrt der Papst etwas anderes, dann sollte er sich nicht "christlich" nennen. Die mit dem Vatikan verbündeten Politiker in den USA und anderswo handeln zumindest nach einer ganz anderen Regel. Ihr Verhalten könnte man dann z. B. unter dem Motto zusammenfassen: "Alles, was ihr von anderen erwartet, das braucht ihr selbst nicht zu tun." Oder: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg zuvor dem andern zu." Die Folgen dieser Ethik, die in vielen Staaten praktiziert wird, sind weltweit spürbar. Die politischen Ordnungen geraten aus den Fugen. Das "Sündenfass" quillt über, da man als Täter offenbar immer schneller und immer spürbarer erntet, was man gesät hat. Dies gilt auch für viele Einzelne in ihrem persönlichen Leben. Wenn das Maß voll ist, dann läuft es über, und der Mensch erleidet dadurch viel schneller als sonst, was er selbst verursacht hat. Einmal mehr hat nun der Papst zu Ostern diese Gesetzmäßigkeit geleugnet und so getan, als hätten die Katholiken durch seinen Segen alles Negative tilgen können, was sie bis dahin gesät hatten, so dass man offenbar wieder fortfahren könne, "tapfer zu sündigen" (wie es Martin Luther einmal sagte), ohne schwerwiegende negative Konsequenzen befürchten zu müssen - bis zum nächsten Urbi et Orbi ...
Ein besonders schlimmes Beispiel: Der römisch-katholische Priester aus Mexiko, der seine schwangere Geliebte nach der Ostermesse erwürgte und in Stücke schnitt; siehe
http://www.netzeitung.de/vermischtes/393433.html. Die Geliebte schloss bereits als Kind die Bekanntschaft des Amtsträgers.



14.4. / 11.5.2006 -
50jähriger Todestag des evangelischen Landesbischofs Meiser am 8.6.2006 - Aufgrund zahlreicher Proteste änderte die Evangelisch-Lutherische Kirche ihren geplanten Meiser-"Gedenkgottesdienst" am 8.6.2006 um in einen Meiser-"Bedenkgottesdienst". Ein B für ein G - ob das ausreicht? Auf weiteren öffentlichen Druck hin will Meisers derzeitiger Nachfolger im Amt des Landesbischofs, Dr. Johannes Friedrich nun "die Schuld der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern unter Meisers Führung bekennen und die Opfer um Vergebung bitten" (Main-Post, 5.5.2006).
Wer war Landesbischof Meiser? Was hat er getan? Lesen Sie Der Theologe Nr. 11 - Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern: Der Antisemit Hans Meiser als erster Landesbischof und ein Interview zum Thema mit Dieter Potzel, dem Herausgeber des "Theologen".
Im Hinblick auf die geplante Vergebungsbitte ist folgendes zu bedenken: Im Dritten Reich hetzte die evangelische Kirche gegen "Juden und Sekten". Werden die jüdischen Mitbürger nach ca. 70 Jahren um Vergebung gebeten, müsste man ehrlicherweise auch sein Verhalten gegenüber anderen religiösen Minderheiten bedenken, die heute wie damals im Schussfeld der Kirchen stehen. Sonst gerät man in Verdacht, seine Schuld nur aus aktuellem politischen Opportunismus zu bekennen.
Siehe auch die Meldung über Landesbischof Meiser vom 22.5.2006 und vom 31.5.2006



6.4. / 10.4.2006 -
Moderne Inquisition: Kirchliche Kampagnen gegen Betriebe von Aussteigern und "Unbedenklichkeitsbescheinigungen" für treue Kirchenmitglieder - Weil Busunternehmer Karl Auer aus Rotthalmünster in Niederbayern es wagte, aus der Kirche auszutreten, führt Pfarrer Johannes Trum "einen regelrechten Kreuzzug gegen den Abtrünnigen", schreibt die Abendzeitung Nürnberg (5.4.2006). Der Pfarrer hat alle erreichbaren Katholiken aufgefordert, das Busunternehmen deswegen zu boykottieren. Dazu ließ er z. B. "seine Sekretärin bei Vereinen der Umgebung anrufen", berichtet Auer der AZ (6.4.2006) und ist überzeugt, dass dadurch auch Datenschutzbestimmungen verletzt werden. Die Vorsitzende des Caritasverbandes, Hannelore Rossgoderer, hielt sich jedoch nicht daran. Sie fuhr mit Senioren ins Grüne und hatte dazu einen Busfahrt mit Karl Auer organisiert. Die Strafe: Sie musste ihren Schlüssel zum Pfarrheim abgeben.
Der römisch-katholische Pfarrgemeinderat und die Diözese Passau unterstützen den "Kreuzzug" des Amtsträgers. Dass Karl Auer durch die Milliarden-Subventionen für die Kirchen aus dem allgemeinen Steuertopf die Kirche weiterhin zu einem erheblichen Teil mitfinanzieren muss (siehe www.stop-kirchensubventionen.de), spielt für diese keine Rolle. Auch nicht, dass seine Frau und seine Kinder weiterhin Mitglieder der römisch-katholischen Kirche sind, und dass der Busunternehmer aufgrund der gemeinsame Einkommenssteuererklärung mit seiner Ehefrau weiterhin sehr viel Kirchensteuer zahlen muss.
Nach römisch-katholischer Lehre gilt bis heute der "unfehlbare" Glaubenssatz: "[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt" (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 381; mehr dazu in Der Theologe Nr. 18). Umso schlimmer für den, der vor seinem Tod die Kirche verlässt. Er müsse nach amtlicher römisch-katholischer Lehre erst recht in das "ewige Feuer", auch wenn man das nicht so gern zugibt. Diese Menschen sollen aber nicht erst im Jenseits grausamste Qualen erleiden. Schon auf Erden versucht die Kirche seit Jahrhunderten, Kirchenaussteigern oder Andersgläubigen das Leben schwer oder gar zur Hölle zu machen. Früher durch Hinrichtungen und Konfiszierung des Vermögens, im Dritten Reich und heute z. B. durch Boykotte. Hier tut sich auch die evangelische Kirche maßgeblich hervor. Erinnert sei an den Boykott gegenüber jüdischen Geschäften am 1.4.1933, für dessen Unterstützung sich die Nazis später bei den Großkirchen herzlich bedankten. Der Evangelische Presseverband für Württemberg schrieb dazu rückblickend am 18.6.1933: "Wer sein Volk in der Gefahr im Stich lässt, der ist nicht nur ein Feigling, sondern er vergeht sich gegen Gottes Willen! Der Boykott und andere Maßnahmen gegen den jüdischen Einfluss waren ´kriegerische` Handlungen, entsprungen aus der Notwehr" (Mehr dazu in Der Theologe Nr. 4).
Heute rufen die Kirchen zur "Notwehr", wenn Angehörige religiöser Minderheiten, die als angebliche "Sekten" beschimpft werden, von ihrer Hände Arbeit leben möchten und nicht von staatlichen Subventionen auf Kosten der Allgemeinheit schmarotzen wie die Kirchen (die sich sogar die Gehälter ihres Führungspersonals vom Staat bezahlen lassen). So rufen die Kirchen immer wieder auch zum Boykott von Läden auf, die von Kirchenaussteigern betrieben werden, oder diese Betriebe werden in geschäftsschädigender Absicht mit Unwahrheiten und Lügen in den Schmutz gezogen. Mussten Betriebsinhaber oder Arbeitnehmer während des Dritten Reiches auch in der Kirche "Ariernachweise" vorzeigen, um einem Boykott oder der Entlassung aus dem Dienst zu entgehen, gibt es mittlerweile so genannte "Unbedenklichkeitsbescheinigungen", die praktisch einen ähnlichen Zweck erfüllen. "Um ´schwarze Schafe` leichter aussortieren zu können, stellt das Kirchensteueramt so genannte ´Unbedenklichkeitsbescheinigungen` aus - ein Papier, nach dem Karl Auer auffallend oft gefragt wird", schreibt die Abendzeitung (6.4.2006).
Deshalb unser Appell: "Wehret den Anfängen! Kauft bei Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind! Vergebt Aufträge an Kirchenaussteiger! Fahrt mit den Bussen von Karl Auer! Damit auch morgen ein Kirchenaustritt noch möglich ist ..."



26.3.2006 -
Neu:
Die tote Kirche - Ein Gedicht von Georg Trakl



13.3. / 14.3.2006 -
Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen Völkermörder - Kirchen entlarven sich - "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches Gotteswort an Josua in der Bibel (Josua 1, 5b), das die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten. Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt die kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. "Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod bestraft werden" (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie das hörten. Doch lange würden sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wurden die menschlichen Bewohner und die Tiere der heutigen Palästinenserstadt Jericho massakriert: "Mit scharfem Schwert weihten sie [die Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel" (6, 21).  Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer "Säuberungen" folgte: "Bei wem man dann etwas findet, das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach außen: "Es gab an jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ er an einem Baum aufhängen ... (8,  25.29). Und so weiter. Alles im Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
 
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies in der Bibel beschrieben ist. Das ist insofern bemerkenswert, da dies ja auch ein Eingeständnis wäre, dass die biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hätten. Warum werden sie dann aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig "Gottes Wort" sein?

Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war, und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht die Historie vor über 3000 Jahren (die hoffentlich friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht. Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist maßgeblich und nicht das, was sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und nach innen in seiner schlimmsten Form. So kann man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser "heiligen Schriften" in den Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
 
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte (die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft, die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich heißt es bis heute in den gültigen Lehren der Kirche: "Deshalb muss sie [die römisch-katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte." (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu Der Theologe Nr. 18).
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden, (wenn man sich wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend hinzunehmen.

Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd Lüdemann, der zur Jahreslosung u. a. schrieb: "Die Texte aus dem Josuabuch schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren nicht fallen und verlässt sie nicht."
(Welt am Sonntag, 8.1.2006; http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)



4.3. / 11.5.2006 -
Kirchenchristliche Partei jetzt in der Regierung: Aufhebung der Reform zugunsten von Tieren. Die furchtbaren Quälereien gegenüber den Hühnern sollen weitergehen - Ein kleiner Lichtblick für die furchtbar gequälten Hühner war die Gesetzgebung der rot-grünen Bundesregierung. Nur noch bis Ende 2006 sollten die alten Legebatterien zulässig sein. Jetzt regieren aber wieder die sich auf das kirchliche "Christentum" berufenden Parteien CDU und CSU, so z. B. CSU-Mann Horst Seehofer in Berlin. Vor allem in Zusammenarbeit mit der CDU in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen wurde nun entschieden, die Reform wieder zu kippen. Und auch die SPD/PDS-Regierung in Mecklenburg schließt sich gleich an. Hühner müssen wieder wie bisher mit ca. 800 Quadratzentimeter Lebensraum auskommen (weniger als ein DIN-4-Blatt). Nur in der Höhe gibt man der geschundenen Kreatur gnädigerweise 15 cm mehr (von 45 cm auf 60 cm) und überschreitet damit sogar die EU-Mindesthöhe um einige Zentimeter. Doch ein Flattern ist für die Hühner aber auch bei dieser Höhe nicht möglich. Und auch die neu einzurichtenden Sitzstangen und Nestecken werden die Tiere wegen der qualvollen Enge wohl kaum nutzen können, und man wird vermutlich auch weiter den Hühnern die Schnäbel teilweise abschneiden (das so genannte Schnabel-Kupieren), damit sie sich aus Verzweiflung nicht selbst gegenseitig verletzen. Und die alten Käfige sollen sogar bis Ende 2008 in Gebrauch bleiben (Spiegel online, 4.3.2006 und 11.5.2006; vgl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,415546,00.html). Die nächste Seuche ist vorprogrammiert ... Lesen Sie dazu Teil 4 in "Der Theologe Nr. 7" - Absturz in die Barbarei gegenüber den Tieren durch das kirchliche Christentum - In der Antike gab es noch eine hohe Ethik.



20.2. / 22.2.2006 -
Bundesrepublik Deutschland - Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen und staatlichen Heimen - Erst allmählich fällt Licht auf ein bislang dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. "In den fünfziger und sechziger Jahren wurden Hunderttausende Kinder und Jugendliche in den Heimen einem oft gnadenlosen Erziehungssystem von Zucht und Ordnung ausgeliefert." schreibt Spiegel online (20.2.2006) über die kirchlichen oder staatlichen Heime. Und: "Ihr Schicksal teilten in der jungen Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre hinein mehr als eine halbe Million Menschen in über 3.000 Erziehungsheimen". "Sie sagen: "Wir wurden gedemütigt, entrechtet, seelisch wie körperlich misshandelt und manche von uns als jugendliche Zwangsarbeiter benutzt." Beispielhaft berichten eine Frau, die früher in einem katholischen Heim und ein Mann, der in einem evangelischen Heim leben mussten. Schläge im Namen des Herrn heißt das neu erschienene Buch zu diesem Thema, das der Katholik Peter Wensierski geschrieben hat. Den vollständigen Artikel lesen Sie bei http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,401598,00.html.

Lesen Sie dazu auch:
http://www.theologe.de/kirche_hoelle.htm#Kirchliche_Heime_2
 
Katholische Heime in Irland



18.2.2006 / 10.5.2010 -
Pro Christ (ProChrist) - eine missionarische Großveranstaltung der Kirchen fand vom 18.-26.3.2006 in München statt und wurde von dort in zahlreiche weitere Orte übertragen. Die nächste Veranstaltungsreihe war Ende März/Anfang April 2009 in Chemnitz (Hier eine Kommentierung von "Pro Christ" in Chemnitz), 2013 soll eine weitere aus Stuttgart folgen. Der Start der ProChrist-Reihe war 1993 in Essen. Damals predigte der US-amerikanische Evangelist Billy Graham, der Beichtvater zahlreicher US-amerikanischer Präsidenten. Und war bzw. ist die Mission Billy Grahams wirklich pro Christ oder anti Christ? Ein Rückblick auf den Beginn von "ProChrist".



26.1. / 14.4.2006 / 13.7.2008 - "Requiem" - Neuer Film über eine Exorzismus-Tragödie - Seit dem 2.3.2006 ist in den Kinos ein weiterer Film zu sehen, dessen Handlung an das Schicksal der deutschen Studentin Anneliese Michel anknüpft, die 1976 nach einer Reihe von Exorzismen gestorben ist. Erst Ende 2005 lief Der Exorzismus von Emily Rose, eine US-amerikanische Produktion. "Requiem" lautet der Titel des deutschen Regisseurs Hans-Christian Schmid. Der Film wurde im Februar bereits bei der Berlinale, den Berliner Filmfestspielen, gezeigt, und die Hauptdarstellerin Sandra Hüller erhielt für ihre Leistung einen "Silbernen Bären". (Das zu diesem Anlass erfolgte aufschlussreiche Interview mit dem Regisseur des Films bei www.wdr.de ist leider nicht mehr abrufbar.) Der Regisseur "interessiert sich für die Mechanismen, die eine solch (selbst-)mörderische Eskalation des Glaubens zugelassen haben", schreibt Focus (Nr. 9/2006). Und in seinem Film wird das römisch-katholische Milieu, das für die Hauptdarstellerin zur tödlichen Sackgasse wurde, sehr realitätsnah dargestellt.
Eine Studie der wahren Geschichte, die den Film inspirierte, finden Sie in Der Theologe Nr. 9 - Todesfalle Kirche: Warum musste Anneliese Michel sterben?



19.1. / 22.2.2006 - Katholische Pfarrgemeinderätin zu lebenslänglicher Haft verurteilt - Neun hilflose Menschen getötet - Der Prozess gegen Michaela G. aus Wachtberg in Nordrhein-Westfalen ist am 22.2.2006 zu Ende gegangen. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat sie als Altenpflegerin zwischen 2003 und 2005 insgesamt neun Frauen im Alter zwischen 79 und 93 im Alten- und Pflegeheim Limbachstift mit einem Kissen erstickt. Ihre Geständnisse hatte sie zuletzt widerrufen, was für das Gericht jedoch nicht glaubwürdig war. Das Gericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine Freilassung der Pflegerin auf Bewährung nach 15 Jahren Haft ausgeschlossen ist. Die engagierte Katholikin "half ... im Pfarrgemeinderat der Kirche, spielte Bariton und Ventilposaune" (Bild, 19.6.2006). Sie litt nach Angaben der Verteidigung an "Minderwertigkeitskomplexen" und der "Gier nach Anerkennung". Dies ist insofern von gesellschaftlicher Bedeutung (und wird auch nur deshalb hier erwähnt), da die kirchlichen Weltanschauungsbeauftragten in Verbund mit den Medien eine massive Hexenjagd auf religiöse Minderheiten eröffnen würden (siehe dazu Der Theologe Nr. 12 - Der Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor), wenn ein Angehöriger einer solchen kleineren Gemeinschaft auch nur einen Bruchteil der Verbrechen begehen würde, die bei Mitgliedern der Großkirchen sehr häufig passieren. Dabei projizieren die kirchlichen Theologen die Verbrechen, Skandale und krankhaften Persönlichkeitsstörungen in den eigenen Reihen immer wieder auf die kleinen Gruppen und ihre Anhänger (siehe dazu z. B. Der Theologe Nr. 1 über die Projektionen der evangelisch-lutherische Lehre auf Andersgläubige) und versuchen, diese damit zu verleumden. Erst im vergangenen Jahr wurde ein Mitglied der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, das eine ausgeprägt evangelische Erziehung erhielt, nach der Ermordung von neun ihrer Kinder festgenommen. Der ebenfalls evangelische Innenminister Jörg Schönbohm lenkte damals vom kirchlichen Hintergrund ab, indem er die Verhältnisse in der DDR beschuldigte.



11.1. / 19.1.2006 - Trauerfeier für die Opfer in Bad Reichenhall - Warum die Priester dabei ihren Glauben verleugnen müssen - Die trauernden und verzweifelten Angehörigen von Opfern suchen natürlich Trost und Hilfe. Dabei wenden sich viele an die Kirche. Während die evangelischen Theologen in einer solchen Situation in immer neuen Variationen vom "Geheimnis Gottes" predigen, müssen die katholischen Theologen ihre Lehre verleugnen, um ihren Anteil zu einer "bewegenden" Trauerfeier beitragen zu können. In Wirklichkeit müsste die katholische Kirche die meisten Opfer von Unglücken und Katastrophen, auch Kinder und Jugendliche, nämlich in die ewige Verdammnis schicken (siehe dazu die Drohung mit der ewigen Verdammnis für ungetaufte Säuglinge). Denn diese erfüllten nicht alle Bedingungen für den Eintritt in den Himmel (siehe dazu unseren Glaubenstest). Doch die Kirchenvertreter tun dies natürlich nicht, weil sonst die Menschen entsetzt und erbost austreten würden. Deshalb wird versucht, die schizophrene Situation einfach auszusitzen, indem man den Leuten den "wahren Glauben" vorenthält, und man hofft, dass es die Leute nicht merken. Lesen Sie zum Thema "Tod" und "Katastrophen" die Information Nr. 6 der Freien Christen: "Der Tod und was dann? - Das Geheimnis der Kirchen und ein Blick hinter die Nebelwand".



8.1. / 30.1. / 31.8.2006 -
Landratsamt Würzburg und Landrat Waldemar Zorn: Krieg gegen Wildschweine? - Vor ca. einem Jahr stoppte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine Sofort-Anordnung der Unteren Jagdbehörde beim Landratsamt Würzburg für ein Massaker an Wildschweinen auf einem kleinen Stück Land bei Greußenheim in Unterfranken (siehe unsere Meldung vom 5.1.2005), das friedfertigen Landwirten gehört, welche die Jagd ablehnen. Nun ließen dort (wie bereits vor ca. einem Jahr) der katholische Jäger-Beamte Oswald Rumpel und sein katholischer Vorgesetzter, Landrat Waldemar Zorn einen Polizei-Hubschrauber im Tiefflug seine Runden drehen, um die Wildschweine - als Vorbereitung zu deren Jagd - zu zählen. Doch immer mehr Menschen nehmen das Verhalten der Jäger nicht mehr stillschweigend hin und protestieren; zuletzt in Würzburg 1.000 Menschen, die für das "Ruhen der Eigenjagd" auf dem Gelände von Gut Greußenheim auf die Straße gegangen sind.

Der Hintergrund: Die Landwirte von Gut Greußenheim in Unterfranken verstehen sich als freie Christen, bzw. als Urchristen die im Einklang mit der Natur wirtschaften. Aus diesem Grund wollen sie auch nicht, dass auf ihren Wiesen, Feldern und in ihren Wäldern gejagt wird. Tiere, die dort Nahrung suchen, werden nicht als Schädlinge betrachtet, sondern ihnen wird der Teil der Ernte zugestanden, den sie brauchen, um zu überleben. Denn die Früchte, welche die Erde hervorbringt, sind auch für die Wildtiere gedacht. Die Landwirte lernen dabei auch, das Verhalten und die Sprache der Tiere zu verstehen. Ihre Erfahrung: Wo nicht gejagt wird, regelt sich die Population der Tiere zum Wohl von Landwirt und Tier von selbst, was auch Langzeitstudien europaweit bestätigen. Mit fundierten Beweisen und Materialien wurde bereits vor ca. einem Jahr ein "Ruhen der Eigenjagd" auf dem eigenen Land beantragt. Der Antrag schreckte jedoch die Jäger und Jagdsportler auf. Denn diese behaupten, nur durch massenhaftes Abschießen von Tieren kann die Schöpfung Gottes im Gleichgewicht gehalten werden. Und dafür bekommen sie seit Jahrhunderten auch den Segen der beiden Großkirchen.
 

Aus der Chronologie der letzten Wochen: Der letzte Hubschrauber-Tiefflug war nur die vorerst letzte Maßnahme einer Reihe von Anordnungen in den letzten Monaten: Zunächst wurde der Antrag auf Ruhen der Jagd abgelehnt. Dann wurde in der Lokalpresse der verlogene Verdacht gestreut, bei "zu vielen" Wildschweinen könnten einige krank werden und evtl. Krankheiten in die Massentierställe der Umgebung hineingetragen. Dort werden v. a. Schweine und Rinder vor ihrer Schlachtung in furchtbaren Zuständen auf engstem Raum gehalten und gemästet, notfalls mit Pharmazie voll gepumpt (siehe unten). Dass es dieser Zustand ist, der die Tiere krank machen könnte, will man nicht so gern hören, denn es gilt als "normal". Dann wurde gemutmaßt, es gebe im betroffenen Gebiet wohl "zu viele" Wildschweine, obwohl in vergleichbaren Revieren, in denen massiv gejagt wird, höhere Bestände vorkommen. Der permanente Jagdstress und die Zerstörung der Rottenstrukturen durch ständige Erschießungen lässt die Fortpflanzung der Tiere dort völlig aus dem Ruder laufen. Schließlich hat man in den angrenzenden "Revieren" von Gut Greußenheim sogar die gesetzlich vorgeschriebenen Schonzeiten gestrichen. Um möglichst viele Tiere in die Jagd-Falle zu locken, wurde schließlich übermäßig Futter ausgestreut. Und darauf hin reisten regelrechte "Massakerbruderschaften" an und trafen sich zur Jagd an den Reviergrenzen. Auch eine schwangere Bache (Leittier) wurde dabei wieder einmal erschossen. Sie schleppte sich noch auf das Gelände des Gutes, wo sie starb. Ein anderes Tier wurde tot aufgefunden, dem man zuvor den Kiefer weggeschossen hatte, so dass es nicht mehr essen konnte und deswegen verhungerte. Ein Sprecher des Hofgutes schreibt: "Man spekuliert offensichtlich auch darauf, dass durch die weiträumige Abknallerei entlang der Grenzen von Gut Greußenheim die Tiere auf dem Gelände von Gut Greußenheim Zuflucht suchen könnten." Bereits im vergangenen Jahr gingen dem damaligen Flug des Hubschraubers einige Tage lang besonders massive Jäger-Einsätze an den Grenzen des Hofguts voraus - evtl., um dann innerhalb der Grenzen so viele Tiere wie möglich vor die Kamera zu bekommen."

Dies wäre dann ein Versuch gewesen, auf "hohe" Zahlen hinzuarbeiten, welche die Jäger-Lobby in den Behörden als Rechtfertigung bräuchte, um direkt auf das Gut eindringen zu können. Der Sprecher des Hofgutes weiter: "Es geht darum, das Ausmerzen von Tieren als moralisch und die Achtung ihres Lebens als unmoralisch hinzustellen. Um diese Falschmünzerei aufrechtzuerhalten, scheut die Jägerlobby keine noch so zweifelhaften Anstrengungen. Dass sie im Fall von Gut Greußenheim auch noch von den Amtskirchen - die in alter Hubertusmessen-Tradition gemeinsame Sache mit den Jägern machen - und insbesondere von zwei Lusttötern mit religiösem Sendungsbewusstsein unterstützt werden, macht die Sache nicht besser ..."

Die Kirche beruft sich dabei auf die Bibel. "Macht euch die Erde untertan" (1. Mose 1, 28) heißt es dort oder: "Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter den Himmeln, über allem, was auf dem Erdboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie gegeben" (1. Mose 9, 2). Mit Jesus von Nazareth, einem Freund des Lebens und auch der Tiere, und mit den großen Propheten des Alten Testaments hat das allerdings nichts zu tun. So verkündete schon der Prophet Jesaja ein Friedensreich auf dieser Erde, in dem Mensch und Tier miteinander in Frieden leben (Jesaja 11, 6-9). Doch wer Schritte in diese
Richtung tun will, wird von den Kirchen als "Träumer" oder "Sektierer" bekämpft. Und dem Staat, der den Kirchen leider noch weit gehend hörig ist, fällt nichts Besseres ein, als mit unseren Steuergeldern Hubschrauberflüge zum Wohl der Jäger-Lobby zu finanzieren, während z. B. gerade in Kaschmir die ums Überleben ringenden Erdbebenopfer jeden Hubschrauber dringend brauchen könnten. 

Die Landwirte verstärken derweil die Bemühungen um das "Ruhen der Eigenjagd" auf ihrem Grund und Boden. Es wird doch wohl auch auf einem kleinen Fleckchen in Deutschland möglich sein, das Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aus dem Jahr 1999, das ein solches Recht ausdrücklich bejaht, anzuwenden. Oder will Deutschland diese Rechtssprechung weiter ignorieren?

Ergänzung [2008]: Ex-Landrat Waldemar Zorn ist am 16.12.2008 nach schwerer Krankheit verstorben. Der CSU-Politiker war bis 30.4.2008 Landrat des Landkreises Würzburg. Der streitbare Katholik Waldemar Zorn war ein bekannter Gegner der Urchristen. Am 5.8.2008 wurde ihm der päpstliche Silvesterorden verliehen. Bei der "Laudatio" auf Zorn anlässlich der Ordensverleihung hob Bischof Friedhelm Hofmann eigens "die Auseinandersetzungen" mit den Urchristen hervor. Wegen Verletzung der staatlichen Neutralitätspflicht in Glaubensdingen wurde die Gemeinde Hettstadt unter Bürgermeister Waldemar Zorn in den Jahren 1993 und 1994 dreimal zu Ordnungsgeldern (5.000 DM, 7.500 DM, 10.000 DM) verurteilt.

Mehr zu den Vorgängen auf Gut Greußenheim lesen Sie unter www.lusttoeter.de
Lesen Sie dazu auch: Der Theologe Nr. 7 - Jesus und die ersten Christen waren Vegetarier, v. a. Teil 4 - Antike: Absturz in die Barbarei durch das kirchliche Christentum

Lesen Sie auch, wie die Massentierhaltung und der Einsatz von Sexualduftstoffen in den Ställen womöglich auf das Fortpflanzungsverhalten von Wildtieren oder gar Menschen übergreift.


 

Aus den Texten kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Der Theologe aktuell, 1. Halbjahr 2006, Wertheim 2006, zit. nach https://www.theologe.de/2006-1.htm,
erweiterte Fassung vom 10.5.2015

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