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DER THEOLOGE
Nr. 6


Die Kirche - immer für den Krieg

Vatikan und Luther-Kirchen: Immer neue Rechtfertigungen für Kriege
Die evangelische Kirche seit 1813: Wer das Blutvergießen wollte und wem es nützte
 


Seit je her versuchten die Kirchen, den Staat für die Bekämpfung Andersgläubiger zu benutzen, um die eigene gesellschaftliche Macht zu halten und sie auszubauen. Diesem Zweck diente Jahrhunderte lang auch die Forderungen und Inspiration zu Kriegen - im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. In den letzten ca. 200 Jahren ließ sich zudem Folgendes beobachten: Vor allem wenn die Kirche - symbolisch gesprochen - am Boden lag, predigte sie den Krieg Das Elend des Krieges trieb die Leute dann zurück in die von den Kircheninstitutionen aufwändig gebauten Steinhäuser, während man Andersgläubige vielfach zu Sündenböcken für das in der Gesellschaft herrschende Leid machte.
Im Krieg wurden Menschen getötet und ganze Länder wurden zerstört. Die Macht der Kirche jedoch blühte meist wieder auf. Das galt zum Beispiel 1813 und 1870-1871 bei den Kriegen Deutschlands gegen Frankreich vor allem für die evangelische Kirche. So war es auch 1914-1918 und 1939-1945, und immer stärker auch im Hinblick auf die römisch-katholische Kirche. Und nach Ende des 2. Weltkriegs war es der katholische Erzbischof Kardinal Joseph Frings aus Köln (1887-1978), der als einer der ersten die Wiederaufrüstung Deutschlands forderte, womit auch die Basis für die deutsche Rüstungsindustrie gelegt wurde, die heute [2020] weltweit die viertgrößte der Welt ist.

Und weil der Soldat nach Verwesung stinkt / Drum hinkt ein Pfaffe voran
Der über ihn ein Weihrauchfaß schwingt / Dass er nicht stinken kann


(Bertolt Brecht in: Lied vom toten Soldaten, 1918)

Blicken wir zurück: Was taten die Kirchenoberen 1813, was 1870/71? Was taten sie 1914-1918 und was 1939-1945? Was waren die Positionen und welche Stellungnahmen wurden abgegeben? Wer ist jeweils der Inspirator ihrer Gedanken? Und in welches Gewand wird dieser Inspirator sich in Zukunft kleiden?
 



AKTUELL - Keine Staatsleistungen mehr von unserem Geld an die Kirche - Staatliche Kirchenfinanzierung ersatzlos streichen
https://stop-kirchensubventionen.de/petition/

CDU und CSU, nennt euch nicht christlich!
https://www.freie-christen.com/cdu-und-csu-nennt-euch-nicht-christlich/

 


1) Geschichtliche Einleitung

2) Zeittafel ab 1813 - 1913

3) Zeittafel ab 1914

4) Wie evangelische Pfarrer die Soldaten in den 1. Weltkrieg trieben
    Je länger der Krieg, je voller die Kirchen
5) Die Beteiligung der Kirche am Völkermord in Ruanda 1994


6) Die Zustimmung der Kirchen zum Kosovo-Krieg der NATO

7) Evangelische Kirche heute: Krieg als "letztes Mittel" erlaubt
8) Katholische Kirche heute: Krieg als "sittlich erlaubte Verteidigung"
   
Musterrede für einen Dritten Weltkrieg

9) Kriege und Kriegsgefahren (2006-2020)


10) Deutschland, einer der größten Waffenexporteure der Welt - CDU, CSU, streicht das "C" für "Christlich"

       Aufforderung an die CDU und die CSU, das "C" im Parteinamen zu streichen - Unterschriftenaktion

11)  
Töten mit Waffen aus Deutschland

12) Offener Brief an Papst Bergoglio: Sind Kriege im Namen von Christus erlaubt?

13) Kreuzfahrer erobern Jerusalem: Freudentränen nach dem Massaker

 


 

1) Geschichtliche Einleitung

Um einen islamischen Einfluss auf Europa zu verhindern, predigte Martin Luther im 16. Jahrhundert einen gnadenlosen Krieg gegen das Osmanische Reich mit seinem Zentrum in der heutigen Türkei. Die "Christen" sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen ... werden sie darüber erschlagen, wohlan ... selig und heilig sind sie ewiglich" (Eine Heerpredigt wider den Türken, Anno 1529; Tomos 4, S. 494b-496). Martin Luther ging einst also rigoros gegen den Islam vor. Wer im Krieg gegen den Islam ums Leben komme, wurde von Martin Luther selig bzw. heilig gesprochen.
Auch den Soldaten, die bei den gnadenlosen Massakern an den aufständischen Bauern ums Leben gekommen waren, hatte Martin Luther bereits das Himmelreich versprochen
. Er schrieb: "Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergießen verdienen kann denn anders sonst mit Beten ... Steche, schlage, würge hie[r], wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl." (Wider die stürmenden Bauern, 1525, Weimarer Ausgabe der Lutherschriften (= WA) 18,  S. 357-361)
Martin Luthers Nachfolger gingen in seinen Spuren
. Im 30jährigen Krieg im 17. Jahrhundert massakrierten sich katholische und evangelische Heere gegenseitig, angetrieben von den jeweiligen Päpsten, Bischöfen, Priestern und Pfarrern, die den Soldaten wie gewohnt die ewige Seligkeit versprachen. Gleichzeitig ließen beide Kirchen Andersdenkende mit beispiellos bestialischer Gewalt verfolgen, foltern und ermorden (vgl. den Text Die wahre Weinnacht).
Erst im Zuge der kirchenfernen Aufklärung im 18
. Jahrhundert ist die Zeit der "Hexenverbrennungen" allmählich zu Ende gegangen, und auch Andersgläubige wurden nicht mehr von der kirchlichen Inquisition ermordet - für beide bis heute ungesühnte Tragödien, "Hexen"- und "Ketzer"-Vernichtungen, trugen und tragen die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche die Hauptverantwortung. Im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert steigerte sich das Grauen noch einmal, zum Beispiel durch neue Kriege in Europa. Und auch hier waren die Kirchen wieder die treibende Kraft. Sie haben daran Zweifel? Dann lesen Sie selbst ...
 



2) Zeittafel ab 1813 - 1913


Nachfolgende Notizen sind überwiegend Auszüge aus dem Buch der Historikerin Dr. phil. Barbara Beuys, Und wenn die Welt voll Teufel wär. Luthers Glaube und seine Erben, Reinbek 1982, mit gelegentlichen kommentierenden Bemerkungen. Die Autorin, die das Wirken der evangelischen Kirche in den unterschiedlichen Zeitepochen untersucht, steht Martin Luther und der evangelischen Kirche trotz ihrer Kritik sehr nahe. Im 19. Jahrhundert war der Einfluss des Protestantismus in Deutschland - anders als heute - noch deutlich größer als der Einfluss der römisch-katholischen Kirche.
 

1813 - "Es gab keine einflussreicheren und besseren Propagandisten der nationalen Erhebung gegen Frankreich als die Pastoren. Nicht nur die [evangelisch-] reformierten. Auch die lutherischen Geistlichen wollten nicht mehr zurückstehen. Die Regimenter der Freiwilligen kamen mit ihren Fahnen zur Weihe in die Kirchen, bevor sie in Kampf und Tod zogen. Wenn die Soldaten ihren Eid leisteten, hörten sie die anfeuernden Worte eines Geistlichen ... Pazifisten wurden schlimme Folgen für das Jenseits angedroht ... Nicht ohne Genugtuung stellten die Pfarrer fest, dass ihre Kirchen, die mit der Zeit leerer geworden waren, sich wieder füllten." (S. 417)

Die Theologen predigten den Nationalismus, z. B. der Dichter und Theologe Ernst Moritz Arndt. "Hier liegt der Ursprung für jenen fatalen Satz, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll." (S. 418)

16.10.1813 - Der Tag der Völkerschlacht bei Leipzig (siehe Gemälde von Wladimir Moschkow, 1815; gemeinfrei( Im Vorfeld der Schlacht haben die deutschen Theologen die Menschen gegen Frankreich aufgeheizt. Kaiser Friedrich Wilhelm III. war dagegen ("Alle Welt weiß, dass ich den Krieg verabscheue"), konnte ihn aber nicht verhindern. 70.000 Franzosen kamen um und 50.000 der verbündeten Preußen, Österreicher und Russen. Das deutsche Heer feierte nach dem "Sieg" einen Dankgottesdienst auf einer Anhöhe mit Blick auf die Lutherstadt Wittenberg. Dabei ließ die Kirche die Überlebenden singen "Nun danket alle Gott". (S. 419 ff.)

1817 - Feier des 4. Jahrestages der gewonnenen Völkerschlacht und des 300. Jahrestages der lutherischen Reformation. Martin Luther wurde zum deutschen Nationalhelden für Protestanten und Katholiken. Auch katholische Predigten sind voll des Lobes für Luther, der [1813] "wie von selbst an die Seite Blüchers trat [General im Kampf gegen Napoleon]" (Der Kaufmann Karl August Varnhagen von Ense, zit. nach Beuys, S. 421). In vielen deutschen Städten finden ökumenische Gottesdienste statt, z. B. in Leutkirch und Bad Mergentheim. In Wittenberg wird das bekannte Lutherdenkmal errichtet.

1827 - Gründung der Evangelischen Kirchenzeitung. "Der Einfluss der ´Evangelischen Kirchenzeitung` auf Generationen von Pfarrern, nicht nur in Preußen, kann gar nicht überschätzt werden." (S. 432)
"Und was da stand, war handfeste Politik: Gegen die geringsten demokratischen Regungen, gegen eine Auflösung des Bündnisses von ´Thron und Altar`, gegen alle, die für einen Abbau der von Gott gewollten Unterschiede zwischen den Menschen, zwischen Herrschern und Beherrschten plädierten."

1834 - Der Landrat im Wuppertal lässt öffentliche Auftritte und Versammlungen von Pietisten, die sich ohne Pfarrer treffen, verbieten.
Pfarrer Schmidt aus Rödgen schrieb zuvor an den zuständigen Superintendenten, er sei überzeugt, dass die Behörde "in unserem Land dafür sorgen wird, dass nicht durch einzelne Finsterlinge ... das leibliche, vorzüglich aber geistige Wohl, und wäre es auch nur eines einzelnen, mutwillig auf eine empörende Weise gefährdet, verringert, zerstört werde." Der Superintendent erwirkt daraufhin beim Landrat das Verbot.

1844 - Die Evangelische Kirchenzeitung macht Stimmung gegen die immer mehr verelendenden Bürger im Lande: Armut und Schmutz mache den unteren Klassen, "die Gott mit einer dicken, schwieligen Haut ausgestattet habe", gar nichts aus. Wer dies nicht glaube, sei des Teufels.

1845 - Die aufgeklärten "Protestantische Freunde" werden in Preußen verboten.

1847 - Mindener Volksblatt: "Das Konventikelwesen [einzelne Gruppen innerhalb der Kirche] ... greift auf eine sehr beunruhigende Weise um sich ... es steht das Schlimmste zu befürchten, wenn die Regierung nicht energisch einschreitet." "Der Ruf nach der Obrigkeit war auch hier das einzige, das den traditionellen Christen einfiel." (S. 442)

30.3.1847 - Toleranzedikt in Preußen: Erstmals ist es möglich, aus der Kirche auszutreten. Doch die evangelische und die katholische Kirche erhielten weiter massive Privilegien. Daneben gab es "geduldete Religionsgemeinschaften", welche an kirchlichen Ämter festhielten. Alle anderen galten als "Privatvereine", die jederzeit wieder verboten werden konnten.

1848 - Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt: Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für den geplanten Paragraph 17: "Jede Religionsgemeinschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheit selbstständig, bliebt aber den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen. Keine Religionsgemeinschaft genießt vor anderen Vorrechte durch den Staat; es besteht fernerhin keine Staatskirche."
Doch die Kirchen bekämpfen die Entwicklung zur Demokratie heftig. Die ausgearbeitete Verfassung tritt nie in Kraft, die Revolution wird zerschlagen. Hier ziehen dann wieder die innerkirchlich angefeindeten Pietisten sowie "aufgeklärten" Pfarrer mit der totalitären Amtskirche an einem Strang. Wörtlich schreibt Barbara Beuys: "Im ganzen Land arbeiten derweil pietistische wie milde aufgeklärte Pfarrer mit aller Kraft daran, diese friedliche Revolution, die nicht Umsturz bringen, sondern den Weg zu gemäßigten bürgerlich-demokratischen Freiheiten öffnen sollte, zu Fall zu bringen."
(S. 454)

"Das Gesamtbild während der Revolution ist eindeutig: Das feste Bündnis zwischen ´Thron und Altar`, zwischen den aristokratischen Mächten und den protestantischen Kirchen, stemmte sich gegen Änderungen und Demokratie - und blieb Sieger." (S. 456)

19. Jahrhundert - Alle Schulen und Lehrpläne wurden von den Kirchen kontrolliert.

Aufkommen des Sozialismus - Die protestantische Kirche bekämpfte ihn und stellte sich fest an die Seite der Obrigkeit. Auch die ersten Versuche durch Sozialisten, eine Besserstellung der Frau zu erreichen, werden von den Kirchen energisch bekämpft. Frauen hatten nach wie vor kein Wahlrecht und waren rechtlich vielfach schlechter gestellt als Männer. Doch die Kirchen werden immer leerer. Dann jedoch nahte unmerklich eine Wende zugunsten der Kirche. Diese kam durch den Krieg Deutschlands gegen Frankreich 1870/71.
Barbara Beuys schreibt: "Dann jedoch trat etwas ein, das dieses Problem schlagartig in den Hintergrund drängte ... und es kam wieder die große Stunde der evangelischen Prediger ... Problemlos knüpften die Geistlichen an die national-religiöse Begeisterung der Befreiungskriege an und setzten - wie einst gegen Napoleon - die Sache der Deutschen mit dem Willen Gottes gleich ... Und wieder tönte es von den Kanzeln, dass der Tod auf dem Schlachtfeld zu Märtyrern im heiligen Krieg macht." (S. 468 f.)

1870/1871 - "Es ist die gleiche Koalition wie 1813: Eine Theologie, die gegen den Geist der Aufklärung in ihren Reihen kämpft, macht Gott zu einem deutschen Wesen ..." (S. 470)

"Ähnlich wie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon stellten die Pfarrer in diesem kurzen Krieg erfreut fest, ´dass ein Zustrom zur Kirche einsetze`. Und sie nutzten die Gelegenheit, die erschreckten Gewissen in ihren Dienst zu nehmen." (S. 472)

Der bekannte Theologe Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der diakonischen Einrichtungen in Bethel bei Bielefeld, regt den Sedanstag als nationalen Feiertag an (Gedenktag an den Sieg Deutschlands gegen das Heer Napoleons). So kommt es auch.

Nach dem erneut gewonnenen Krieg Deutschlands gegen Frankreich geht es mit den Kirchen wieder schnell bergab.

1874 - Neues Gesetz in Preußen: Es entfällt der Zwang zur Säuglingstaufe und zur kirchlichen Trauung. Bereits bis Ende des Jahres haben nach In-Kraft-Treten des Gesetzes 80 % der Paare in Berlin auf die kirchliche Trauung verzichtet und 40 % der Eltern auf die Säuglingstaufe.

Bekanntes Buch von Pastor Sixt Karl Kapff, ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz des Ordens der württembergischen Krone, Der glückliche Fabrikarbeiter: "Es dürfen in der Fabrik nicht vielerlei Meinungen herrschen, sondern ein Wille, Plan und Gedanken, dem alle Einzelnen sich unterwerfen müssen ..." (S. 482)

1875 - Der evangelische Missionsverein des bekannten Johann Hinrich Wichern (1808-1888, Gründer der so genannten "Inneren Mission") nennt sich jetzt "Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie".

Zwar gibt es auch einzelne Ansätze eines kirchlichen Sozialismus zur Rettung der Kirche. Doch die Hauptlinie ist eine andere.

1893: Erlass des Innenministers an alle Regierungspräsidenten: Alle sechs Monate ist ein Bericht anzufertigen, wie die Sozialdemokratie bekämpft wurde. Der gleiche Erlass geht an den Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin. "Er sollte überlegen, mit welchen kirchlichen Maßnahmen man die staatlichen Stellen in dieser Sache unterstützen könne."
(S. 491)

Der Berliner Oberkonsistorialrat Johann Friedrich Baumann schlug den Fabrikanten folgenden "christlichen Liebesdienst" vor: Es sei "allen Arbeitern die Entlassung anzudrohen, die sich gegen Taufe und kirchliche Trauung entschieden." (S. 483)

Trotzdem: Immer weniger Menschen lassen sich einschüchtern: "In Hamburg gab es noch 1899 so wenig kirchliche Beerdigungen, dass niemand eine Statistik anlegte." (S. 468)

Um die Jahrhundertwende suchte die Kirche nach weiteren Möglichkeiten, die Menschen wieder vereinnahmen zu können. Ein geeignetes Instrument sah sie in der Volksverhetzung gegen die Juden. So schürte die Kirche mehr und mehr den Antisemitismus. Über den bekannten Hofprediger Adolf Stöcker heißt es. "Den Erweckten im Siegerland gefiel diese Mischung aus Judenhass und sozialem Engagement" (S. 488). Sie wählten Stöcker in den Reichstag. Beim Kaiser fiel Stöcker wegen seines kämpferischen Antisemitismus 1890 aber in Ungnade. Doch Stöcker ließ sich vom Staatsoberhaupt nicht einschüchtern und blieb dem kämpferischen Antisemitismus treu (mehr zu Stöcker in Der Theologe Nr. 4).

Doch die Kirchenaustritte nehmen weiter zu, allein 60.000 zwischen 1910 und 1913.
Bis 1914 wieder eine Wende zugunsten der Kirche kommt ...



3) Zeittafel ab 1914


"Es kam der Tag, da wurden aller Streit, alle Differenzen, unwichtig" - der 1.8.1914.
"Wie 1813 und 1870 im Kampf gegen Frankreich funktionierten die evangelischen Kirchen die deutsche Sache um zu Gottes ureigenem Auftrag und erklärten, dass der Segen des Christengottes vor allen anderen auf deutschen Waffen ruhe." (S. 495)

Der Beginn des 1. Weltkriegs - Der Evangelische Oberkirchenrat jubelt und schreibt an alle Geistlichen und Gemeinderäte in Preußen: "Mit hoher Freude sehen alle, die unser Volk lieb haben, wie unter der Not des mit ungeheurem Frevelmut uns aufgezwungenen Krieges das religiöse Bedürfnis in unsern Gemeinden erwacht. Gotteshäuser und Gottesdienst füllen sich. Scheinbar erstorbene Glaubensfunken leuchten wieder auf ... Unser Volk findet seinen Gott wieder und spricht zu ihm als seinem Hort und seiner Zuflucht." (S. 495)

Der Krieg weitet sich aus, und die Kirchenaustritte hören auf. "Der Krieg bremste kurzfristig diese Fluchtbewegung. Die Kirche wurde wieder zum Zentrum." (S. 496)

Das Unglück der Menschen ist das Glück der Kirche (Sprichwort)

In der Kirche wurden parallel dazu auch die völkischen Gedanken mehr und mehr verbreitet.
Zum Beispiel durch Missionsinspektor Witte 1914: "Unsere 67 Millionen brauchen mehr Raum als die zu eng werdende Heimat."
(S. 496 f.)

"Die allermeisten Pfarrer hatten keine Hemmungen, ihre Theologie auch ganz praktisch in den Dienst des Krieges zu stellen. Von den Kanzeln ermunterten sie ihre Gemeinden, ihr sauer verdientes Geld in Kriegsanleihen anzulegen. Nicht selten lagen im Kirchenraum die Unterlagen, mit denen man dem Wort des Pfarrers sofort Taten folgen lassen konnte."

"Der Krieg sei vom ´heiligstem christlichem Interesse`, verkündete 1914 das ´Korrespondenzblatt` für die evangelisch-lutherischen Geistlichen in Bayern."
Und: "Kaiser Wilhelm II ... verstand sich als ein ´Instrument` Gottes und dessen ´auserwähltes Rüstzeug`. Zugleich war der Monarch ein traditionsbewusster evangelischer Christ." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

Es gibt Millionen von Gefallenen, und das Leid in den Familien ist groß. Doch die Kirche spielt den Tröster. So zum Beispiel Oberhofprediger Bruno Doehring beispielhaft zu einer Witwe: "Fängst Du an zu verstehen, warum wir dich glücklich preisen? Einmal, weil dein Mann zu Gott gegangen ist, und sodann, weil er auf dem schönsten aller Wege zu ihm zu gehen gewürdigt ist ... Gott und Vaterland! Sie forderten ihn von dir. Wem hättest du ihn wohl lieber gegeben?" (S. 497)

Der Frankfurter Pfarrer Johannes Kübel, auch er beispielhaft für viele, lehrte, der Krieg sei ein göttliches Gebot. (S. 498)
"Nicht wenige Pfarrer glaubten, mit solchem kriegerischen Eifer in den Fußstapfen Martin Luthers zu wandeln ... Ja, er schrieb, dass in einem solchen Fall ´Gott henkt, rädert, enthauptet, tötet und Krieg führt.`"
(S. 498; vgl. Der Theologe Nr. 3)

Weitere Fakten dazu auch im Artikel: Evangelische Kirchen anno 1914 - http://www.tagesspiegel.de/kultur/evangelische-kirchen-anno-1914-fanatiker-auf-der-kanzel/10254816.html

1915 - Der evangelisch-lutherische Militärpfarrer Lic. Adolf Schettler veröffentlicht sein Buch In Gottes Namen Durch - für die deutschen Streiter in Heer und Flotte, Karl-Siegismund-Verlag, Berlin 1915. Ein Auszug aus dem Buch finden Sie hier.

1916 - Hirtenbrief des bayerischen evangelischen Oberkonsistoriums. Es ist ein Appell, im Krieg durchzuhalten.

1917 - Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Sachsen wendet sich gegen die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung: "In Luthers Sinn und Geist alle Verzagtheit zu verbannen ..." (S. 500)

1917 - Wittenberg - Festansprache zum Reformationstag durch den bekannten Pfarrer Otto Dibelius, nach dem 2. Weltkrieg Mitbegründer der EKD in der Bundesrepublik Deutschland, hier noch ein junger Pfarrer:
"Mehr als 80.000 Gefangene sind eingebracht ... Ja, das ist eine herrliche Kunde für jedes deutsche Herz."
(S. 500)
In Berlin predigt Pfarrer Paul Conrad "zu Ehren Luthers". (S. 500)
"Um den Krieg doch noch zu gewinnen, fasst er [der Historiker Hartmut Lehmann] die Stimmung zusammen, sollten die Deutschen sich Luther mit seinem Gottvertrauen und mit seinem unbeugsamen Kampfeswillen zum Vorbild nehmen. Lehmann: ´Luther avancierte zum Deutschen schlechthin` ... Während auf den Schlachtfeldern im Westen die oft sehr jungen Soldaten mit der Parole ´Gott mit uns` in den Tod liefen, organisierten die Pfarrer die Heimatfront." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

"Die Mehrzahl der Protestanten identifizierte sich mit einer Huldigungsadresse, die zweihundert deutsche Feldgeistliche und Theologieprofessoren 1917 von einer Kriegstagung in Brüssel an den Kaiser schickten. Darin gelobten sie, ´mit dem tapferen Westheere treulich auszuhalten bis zu einem siegreichen Ende`." (S. 501)

3.2.1918 - Der lutherische Hofprediger Bruno Döring beschimpft von der Kanzel des Berliner Doms streikende Kriegsgegner. Der Spiegel schreibt am 15.1.1968: "An jenem Februartag wurde in Doehrings Predigt die Dolchstoßlegende geboren. Man habe den Streikenden "die Mordwaffe in die Hand gedrückt und sie den Brüdern, die noch vor dem Feinde liegen, in den Rücken fallen lassen." Die Anführer des Streiks seien, so der Anführer der Lutherkirche wörtlich, "feige Kreaturen, die den Altar des Vaterlands meuchlings mit Bruderblut entweiht". "Wie Doehring predigten viele, sogar fast alle." (https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45465381.html) - siehe auch Otto Dibelius

1918 - Nach dem verlorenen Krieg galt: "Uneinsichtigkeit über das Ende hinaus".

"Denen, die um ihre Toten trauern, soll gesagt werden, dass die heiligen Opfer mitwirken zur Auferstehung unseres Volkes." (Kirchliche Position, zit. nach Beuys, S. 502)

"Vor 90 Jahren [1918-2008] endete der 1. Weltkrieg, der in Europa fast 20 Millionen Todesopfer forderte. Das deutsche Kaiserreich ging in einer Revolution unter. Eine Niederlage für die protestantische Pfarrerschaft, die zuvor die Heimatfront organisiert hatte und mit Luther den Kampfeswillen stärken wollte." (Sonntagsblatt, Evangelische Wochenzeitung für Bayern Nr. 46/2008, S. 29)

1919 - Kirchliches Jahrbuch: "Wo bleibt Gottes Gerechtigkeit?" Lutherische Theologen zogen Gott zur Rechenschaft, "weil dieser die Anstrengungen, die Leistungen, den Glaubenseifer seiner Getreuen nicht honoriert hatte" und Deutschland den Krieg verloren hatte. (S. 503)

Ab 1918 - Zwangsläufiges Ende der Staatskirche; Beginn des Kirchensteuersystems, das später unter  Adolf Hitler weiter ausgebaut wird.
Die Kirchenführer jubeln erneut:
"Nach dem ersten Schock erkannten führende Kirchenmänner, was sie gewonnen hatten; eine noch nie da gewesene Unabhängigkeit und zugleich - so vollständig war die Trennung von Staat und Kirche denn doch nicht - eine feste Einnahmequelle durch das Kirchensteuersystem."
(S. 505)

Anmerkung:
Der Katholik Hitler zahlte übrigens seinen Kirchenbeitrag stets vollständig und pünktlich, solange er dazu aufgefordert wurde, während es bei anderen Steuern teilweise erhebliche Auseinandersetzungen zwischen ihm und den Steuerbehörden gab.

Mai 1919 - In einer Predigt des bekannten Berliner Pfarrers und späteren kirchlich hochgeehrten ersten EKD-Ratsvorsitzenden Otto Dibelius ist erneut die bald so genannte "Dolchstoßlegende" (ab ca. 1920/21) durch die lutherische Kirche vorformuliert, wie bereits 1918. Der Kirchenmann beklagt von der evangelischen Kanzel die Kapitulation Deutschlands im 1. Weltkrieg und gibt den Politikern und der Bevölkerung die Schuld, die den Krieg beenden wollten. Er tut es mit den Worten: "Ein Volk, das seinem eigenen Heere den Dolch in den Rücken gestoßen hat, das seine Brüder und Schwestern preisgegeben hat, um den Feinden in leichtsinnigem Vertrauen die Friedenshand hinzustrecken, ein Volk, das seine furchtbare Niederlage mit Streiks und Tanzvergnügen feiert, ein solches Volk hat ein hartes Gericht verdient von den Händen eines gerechten Gottes." (zit. nach der Buchbesprechung "Boris Barth, Dolchstoßlegende und politische Desintegration, Düsseldorf 2003", zit. nach deutschlandfunk.de, 2.2.2004)
Mehr zu Otto Dibelius und Ausschnitte aus seinen mörderischen Kriegspredigten 1914-1918 siehe unter http://www.ossietzky.net/5-2014&textfile=2579

1958 wurde Otto Dibelius Ehrenbürger Berlins und ist es bis heute, und er wird bis heute hochgeehrt.
So wird er z. B. von seinem Nachfolger, dem späteren EKD-Ratsvorsitzenden
Bischof Wolfgang Huber, einmal mit den Worten gelobt, er sei "für unsere evangelische Kirche und über unsere Kirche hinaus eine der prägenden Gestalten des 20. Jahrhunderts" gewesen. (zit. nach ossietzky.net, a.a.O.)
Prägend war auch sein Plädoyer für Atombewaffnung und die für ihn "nicht einmal so schreckliche Sache", wenn man die schrecklichsten damals bekannten Waffen dann auch abwerfen würde.

1926 - Otto Dibelius, jetzt bereits zum Superintendenten der Kirchenleitung aufgestiegen, veröffentlicht im Jahr 1926 ein Buch über das 20. Jahrhundert mit dem Titel Das Jahrhundert der Kirche: "Wir haben eine Kirche. Wir stehen vor einer Wendung, die niemand hatte voraussehen können. Das Ziel ist erreicht! Gott wollte eine evangelische Kirche." (S. 505)

Gleichzeitig nimmt die Judendiskriminierung durch die Kirche immer stärkere Ausmaße an.

21.3.1933 - Generalsuperintendent Otto Dibelius bejubelt bei der Reichstagseröffnungsfeier in der evangelischen Nikolaikirche in Potsdam die neuen politischen Machtverhältnisse unter Reichskanzler Adolf Hitler - in Gegenwart von Hermann Göring und bereits ohne die drangsalierten Abgeordneten von SPD und KPD.
Dibelius frenetisch:
"Mit Gott zu neuer Zukunft! Ein neuer Anfang staatlicher Geschichte steht immer irgendwie im Zeichen der Gewalt. Denn der Staat ist Macht. Neue Entscheidungen, neue Orientierungen, Wandlungen und Umwälzungen bedeuten immer den Sieg des einen über den anderen. Und wenn es um Leben und Sterben der Nation geht, dann muss die staatliche Macht kraftvoll und durchgreifend eingesetzt werden, es sei nach außen oder nach innen. Wir haben von Dr. Martin Luther gelernt, dass die Kirche der rechtmäßigen staatlichen Gewalt nicht in den Arm fallen darf, wenn sie tut, wozu sie berufen ist ..."

Anmerkung: Am Tag zuvor wurde das erste KZ in Dachau eröffnet. Drei Tage später wird durch das so genannte Ermächtigungsgesetz die neue Diktatur fest installiert und von den evangelischen Kirchenführern mit großem Jubel angefeuert und unterstützt. Hier in Stichworten wesentliche Aspekte der kirchlichen Begeisterung dieser und der nachfolgenden Tage in chronologischer Reihenfolge.


 



4) Der Teufel im Pfarrertalar
Wie evangelische Pfarrer
die Soldaten in den 1. Weltkrieg trieben

Aufgezeigt am typischen Beispiel des Buches des bekannten Militärseelsorgers, Pfarrers und Buchautors Dr.phil. Dr.rer.pol. Lic. Adolf Schettler, In Gottes Namen Durch - für die deutschen Streiter in Heer und Flotte, Karl-Siegismund-Verlag, Berlin 1915 - Hohn und Spott auf den Schöpfergott und auf Jesus, den Christus

Darin heißt es:
"1914 aber wieder zieht das ganze Deutschland einmütig in einem Kampf um Dasein, um Recht und Freiheit, und auf seinen Fahnen steht Gott mit uns, und in allen Herzen glüht´s, und deutsche Fäuste hämmern es wieder auf Feindesschädel: Gott mit uns. Jesus, Gottes Sohn, in der Nacht, da er verraten war, brach das Brot, spendete den Wein zum Zeichen, dass sein Tod ein Opfer sei: für euch gegeben und vergossen. Wer immer sein Leben im heiligen Kampf einsetzt, kämpft unter dem Banner Jesu, folgt seinen Fußstapfen, und über seiner Treue schwebt die Verheißung: Gott mit uns" (Einleitung) ... "Wer mit Gott im Bunde ist, ist stärker als die ganze Welt." (S. 18)

Das Bajonett in die Rippen bohren sei "Gottesdienst"

"Dem Soldaten ist das kalte Eisen in die Faust gegeben. Er soll es führen ohne Schwächlichkeit und Weichlichkeit. Der Soldat soll totschießen, soll dem Feind das Bajonett in die Rippen bohren, soll die sausende Klinge auf den Gegner schmettern. Das ist seine heilige Pflicht. Ja, das ist Gottesdienst. Denn der ihn auf den Platz gestellt hat, dass er dem Guten und dem Rechten zum Siege verhelfe, das ist Gott. Wer nicht schießt, wenn er schießen sollte, ist ein Schurke ... Staat gegen Staat. Volk gegen Volk. Wer ist stärker? Das muss mit dem letzten Mittel, das es in der Welt gibt, mit der Gewalt, entschieden werden." (S. 18)
"Niemals noch hat im deutschen Heere der Ruf versagt ´Freiwillige vor!` Ein ernstes Bild tritt da vor unser Auge, das Bild des Erlösers der Welt, Jesu Christi. Uns allen ist es vertraut, das hochheilige Antlitz des Gottessohnes, ... er ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz ... er verzichtete auf sein göttliches Ich, entäußerte sich selbst und stieg in die grauenhafte Tiefe der Vernichtung ... er vereinigte höchste Hingabe mit höchster Freiheit, da er sprach: ´Niemand nimmt mein Leben von mir, sondern ich lasse es von mir selber.` In den Fußstapfen Jesu Christi wandeln wir, wenn wir gehorsam dem Rufe der Pflicht folgen in Not und Tod. Das ist nicht nur Strammheit, das ist Frömmigkeit, ist echtes Christentum." (S. 23)

"Gehe hin und töte, Gehe hin und lass dich töten"

"Ist´s aber eine höhere Macht, die Leben und Tod nach göttlichem Rat austeilt, dann hat der Apostel [Paulus] recht: ´Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn`. Der Soldat stirbt für seine Pflicht. Das Gebot lautet nicht nur: ´Gehe hin und töte`. Sondern auch: ´Gehe hin und lass dich töten` ... Wer für seine Pflicht stirbt, stirbt im Dienste Gottes." (S. 24f.)
"Aber das Beste ist doch, dass ihr wisst, ihr sollt Gottes Gebot erfüllen und euch in Gottes Schickung fügen. Christen müssen sterben können, wenn Ehre und Pflicht es erfordern.  Einen Tod sind wir Gott doch schuldig, und der Tod ist nur ein Augenblick. Der Christ stirbt nicht, nur sein Elend stirbt. Von dem Schädelthron des Knochenmannes richtet er den brechenden Blick auf den Thron des Lebensfürsten: ´Mache mich selig, o Jesu.`" (S. 26)
Doch wer Jahrhunderte überschaut, sieht über Krieg und Frieden, über Aufblühen und Verfall der Völker göttliche Absichten walten ... Auf dem Weltenthron sitzt nicht ein unvernünftiges Schicksal oder die blinde Naturkraft, sondern der lebendige, allmächtige, allweise Gott. In seinem ungeheuren Reich ist unsere Erde nur ein winziger Stern. Aber das Große wie das Kleine, die Erschütterungen der Weltreiche wie das Haar, das von unserem Haupte fällt, es unterliegt alles seinem Willen. Auch dieser Krieg, mit allem, was er an Opfern kosten wird, und mit allem, was er bringen wird an Erfolgen und Machtverschiebungen der Staaten, wird zur Ehre Gottes und zur Förderung seines ewigen Reiches dienen." (S. 31)
... Wir streiten nicht wider Gott, sondern mit Gott; wir wollen seine Diener, die Herolde seines heiligen Willens und die Vollstrecker seiner Gerichte sein." (S. 32)

"Ihr seid Werkzeug des Höchsten Gottes"

"Ihr, deutsche Kämpfer, seid jetzt das Werkzeug des Höchsten Gottes, um Gottes Gericht über England, Frankreich und Russland zu bringen ... Die Stunde der Vergeltung hat für diese Völker geschlagen, und euch, euch Deutschen ist das Schwert der Rache und des Gerichts in die Hand gelegt. Luther sagt, und Luther war ein deutscher Mann und ein frommer Mann: ´Die Hand, die solches Schwert führt und würgt, ist alsdann nicht mehr Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott hängt, rädert, enthauptet, würgt und kriegt. Das alles sind seine Werke und Gerichte.` Herr Gott, wir danken dir, dass du uns ein Schwert gegeben hast, ein Schwert zur Rache.
Wisst ihr noch, wie sie über uns hergefallen sind? Unseretwegen hätte der Frieden noch hundert Jahre dauern können. Wir haben niemandem etwas zuleide getan. Wir wollten am liebsten gut Freund mit der ganzen Welt sein. Und nun fließt unser deutsches Blut in Strömen ... Sie wollen uns ausrotten, sagen sie und danach handeln sie ... Begreift wohl, es gibt nur ein Mittel, die Übermacht der Feinde wett zu machen, das ist die Schärfe eurer Kriegsführung. Glaubt nicht, dass wir auch nur ein Fünkchen Erbarmen zu erwarten hätten, wenn es ihnen gelänge, Deutschland niederzuwerfen." (S. 35 f.)

Foto: 1914 - Französische Bauern auf der Flucht - das "Schwert zur Rache" hat auch sie getroffen
(Wikimedia Commons-Lizenz, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)


"Das einzige, was so lange den Frieden uns erhalten hat, war unsere starke deutsche Rüstung. Wäre sie schwächer gewesen, unsere Gegner wären schon früher über uns hergefallen. Der Satz ´Willst du Frieden, so bereite den Krieg, ist mitnichten widerlegt, sondern bestätigt." (S. 38)

Für Umwandlung ihrer Gesinnung sei Menschheit "noch nicht reif"

"Wo es um Sein oder Nichtsein eins Volkes geht, da werden das entscheidende Wort immer die Kanonen zu sprechen haben. Der ewige Friede ist ein Traum, sagt Moltke, und nicht einmal ein schöner. Einen Weg nur gäbe es, einen einzigen, um einem brüderlichen Zusammenleben der Menschen näher zu kommen. Wer die natürliche Selbstsucht der Völker aufheben, wer das Menschenherz ändern könnte, das arglistige, rechthaberische, gierige, rachsüchtige Menschenherz, der möchte neue, friedlichere Formen, für das Gemeinschaftsleben der Menschen herauf führen. Das ist der Weg Jesu Christi. Die Herzen will er ändern und kann er ändern ... Für solche Umwandlung ihrer Gesinnung ist die Menschheit noch nicht reif. Was heute dem Christen möglich ist, ist nur dies, dass er in seinem Herzen den Frieden mit Gott findet. Jesus spricht: ´Den Frieden lasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt` (Joh. 14, 27). Wer seine Seele diesem Himmelsklang erschließt, der geht durch das Kampfgewühl der Erde mit getrostem Sinn. Und ihm ist es nicht nur Verheißung für fernste Zukunft, sondern seliger gegenwärtiger Besitz, das Engelwort: ´Friede auf Erden` ... Wir müssen so aus dem Kampf hervorgehen, dass auf hundert Jahre unseren Gegnern die Lust vergangen ist, mit Deutschland wieder anzubinden." (S. 40-42)

Das fürchterliche Todesgeschrei der Russen in den Maurischen Seen

"Wenn Menschenleiber zerfetzt werden und in grausigem Tod erstarren, wenn im Gebrüll der Feldschlacht die Hölle losgelassen zu sein scheint, wenn so viel namenloses Leid erduldet werden muss, so viel Familienglück zerbrochen wird - wo ist Gott? Er ist, ihr Kameraden, im ehernen Gange der Ereignisse. Er ist nicht nur in den sanften Friedenswerken, im Beten und Singen der Gemeinde, in den stillen Tröstungen des Krankenzimmer ... Auch der Krieg ist ein Werkzeug unseres Gottes ... Er gibt den Menschen, was sie verdienen.
Die Russen sind zu Tausenden in den Maurischen Seen zugrunde gegangen, fürchterlich war ihr Todesgeschrei. Aber nichts anderes ist ihnen widerfahren, als was sie uns zugedacht hatten ...
Denkt nicht zu weichlich von Gott. Stellt ihn euch nicht als schwachen, alten Vater vor. Er kann Leib und Seele verderben in die Hölle! Auch im Feuerschein brennender Dörfer und Städte offenbart er seine Majestät ... Dort wo die eisernen Würfel rollen und Zahltag der Weltgeschichte gehalten wird, da ist auch er. Er, der allein Erhabene und Gewaltige. Aber das ist nicht alles. Mehr noch als in den Ereignissen ist Gott in den Herzen der Menschen, die an ihn glauben.

Die angebliche Gnade "großer Schmerzen"

Wo war Gott, als Jesus am Kreuz hing ... Nie schien Gott einem Menschen ferner zu sein und nie war er ihm doch näher. Gerade in dem Leiden Christi spüren wir die Gegenwart Gottes. Es ist nicht nur die arme Menschenkreatur, die dort am Marterpfahl verröchelt; es ist Gott selbst, der an den Qualen der Schöpfung teilnimmt.
So können wir auch von diesem Kriege sagen, so grässlich er ist: noch nie haben wir Gott so fühlbar erlebt ... Es ist Gnade, wenn Gott uns Großes erleben lässt, auch wenn es große Schmerzen sind. Denn dann dürfen wir nahe sein der ewigen Glut, und unser Herz wird durchleuchtet und durchzittert von dem herrlichen ewigen Leben Gottes." (S. 44 f.)
"Macht euch keine Sorgen um eure Familien ... es ist unmöglich, alles aufzuzählen, um euren Familien ihr Los erträglich zu machen. Wir sind jetzt alle Soldaten und kämpfen miteinander fürs Vaterland; ihr draußen mit der Waffe, wir [die Behörden und Einrichtungen in den Städten und Dörfern einschließlich der Pfarrer] mit Werken der Liebe, so gut wir es vermögen ... Gott führe alle wieder zusammen, die treu aneinander hängen." (S. 46f.)

Zum Autor:
Der bekannte evangelische Theologe und Buchautor Pfarrer Dr. Dr. Adolf Schettler ("Die Paulinische Formel Durch Christus", "Die Kirche in der Schicksalsstunde der Gegenwart", "Jesus in der modernen Kritik") war nach seiner Tätigkeit als evangelischer Divisionspfarrer und Soldaten-"Seelsorger" Gemeindepfarrer in Berlin-Wilmersdorf; und zwar von 1913 bis zu seinem "verdienten" Ruhestand 1941. Am 19.3.1933 hielt er vor über 1000 Festbesuchern die Einweihungspredigt der neu gebauten lutherischen Kirche Am Hohenzollernplatz. Dabei betonte er auch die "trotzige lutherische Glaubenszuversicht ´Hier stehe ich, ich kann nicht anders`" (hohenzollerngemeinde.de). Nach seinem Umzug nach Hamburg soll Pfr. Dr. Dr. Schettler dort
bald "friedlich" verstorben sein. Doch die Folgen seiner Reden und Bücher folgen auch ihm ins Jenseits nach ...

Anmerkung:
Wesentliche Elemente des Aufsatzes bzw. der Predigt des lutherischen Theologen Pfarrer Lic. Dr. Dr. Schettler finden sich auch in der heutigen Argumentation lutherischer Theologen.
Dazu gehören:
Krieg und Gewalt als angeblich "letztes Mittel" / Die Friedenslehre von Jesus sei angeblich für den Einzelnen, die Gesellschaften seien dafür nicht "reif" / Die Umpolung des Gebots "Du sollst nicht töten" in "Jetzt sei die Zeit zu töten" / Angeblich sitze Gott über allem und wende alles zum rechten Zeitpunkt zum Guten / Das Gerede, dass man natürlich nur den "Frieden" und die "Gewaltlosigkeit" wolle, nur leider bei diesen Gegnern eben nicht so könne, wie man wolle / Die Theorie, das Hochrüstung den Frieden sichere / Das Reden darüber, wo "Gott" sei und warum er das angeblich zulasse (verändert hat sich in unserer Zeit jedoch, dass man Gott das "Gericht" nur noch indirekt zuschiebt, indem man von seinen angeblichen "Geheimnissen" spricht) / Gott selbst würde angeblich mitleiden, wenn der Mensch Kriege führt, wodurch er den Soldaten nahe sei / Auch die Berufung auf Martin Luther gab es damals wie heute, nur die Auswahl der Zitate ist unterschiedlich, eben je nach aktuellem Zeitgeist.
Alles das und noch vieles mehr ist gleich geblieben, nur ca. 100 Jahre später noch verbrämter und verklausulierter, um auch in unserer Zeit die Menschen täuschen zu können. Denn heute wie damals geht es um den Brudermord, und wieder kann man den Ruf hören: "Kain, wo ist dein Bruder Abel?"

Ein Video zum Text: Hannes Wader, Es ist an der Zeit
https://www.youtube.com/watch?v=sYnxLSwQSeI
Lied an den Soldaten: "Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen, so wie sie es heute immer noch tun ..."


 

Auf den 1. Weltkrieg folgte der 2. Weltkrieg. Lesen Sie dazu mehr in
 Der Theologe Nr. 4 -
Die evangelische Kirche und der Holocaust

"Je länger der Krieg dauerte,
 je voller die Kirchen"

Ein Beispiel:
"Je länger der Krieg dauerte, je christlicher wurden die Gedanken und je voller die Kirchen."
(Der damalige Offizier Günther Strahl anlässlich der vollen Kirchen in Deutschland zu Weihnachten 1944; zit. nach "Weihnachtsbaum und Hakenkreuz", eine Fernseh-Dokumentation von Martin Hübner, MDR 2002)

Als Beispiel für die Kriegsbegeisterung auf römisch-katholischer Seite sei an dieser Stelle auf Kardinal Michael Faulhaber und Kardinal Clemens August von Galen (1878-1946; im Volksmund "Löwe von Münster" genannt) hingewiesen. Bischof von Galen war ein Einpeitscher, der die deutschen Soldaten regelrecht in den Krieg trieb und ihnen im Todesfall das ewige Paradies versprach. Er wurde im Jahr 2005 selig gesprochen. Siehe dazu Der Theologe Nr. 27Kardinal von Galen - Seligsprechung eines Kriegstreibers.
 

 


 

5) Kirche contra Jesus von Nazareth, Teil 1:
Die Beteiligung der römisch-katholischen Kirche am Völkermord in Ruanda

Nach Aussagen des belgischen Spitzenpolitikers Leon Saur ist die katholische Kirche in das Völkermorden in Zentralafrika verwickelt. Die "fundamentalistische Missionsideologie" des katholischen Ordens Opus Dei zielte auf eine Unterstützung der überwiegend katholischen Hutus (bzw. Hutu) gegen die "atheistischen" Tutsis (bzw. Tutsi) ab (Publik forum). Das zu diesem Zweck indoktrinierte Tutsi-Feindbild habe 1994 eine Welle der Vertreibung und blutigen Verfolgungen ausgelöst. Der Vorstoß des belgischen Politikers, dem seitens des Opus Dei allerdings widersprochen wird, bringt weiteres Licht in das Dunkel von einem der schwärzesten Kapitels der römisch-katholischen Kirche in jüngster Vergangenheit.

Die unabhängige Menschenrechtsorganisation "African Rights" (London) legte bereits im Frühjahr 1998 Fakten über den Völkermord von 1994 vor: "Es gibt zwingende Beweise dafür, dass eine Reihe von Bischöfen, Priestern, Nonnen und Mönchen den Völkermord geduldet haben oder aktiv daran beteiligt waren." (gl, 15.5.1998)

Konkret nennt African Rights z. B. Pater Rutihunza, der ein Massaker an behinderten Tutsi-Kindern und ihren Betreuern organisiert hat. Oder Pater Seromba, der Soldaten dafür bezahlt hat, dass sie 2000 Tutsis mit Raupenfahrzeugen in einer katholischen Kirche zermalmten. Der Pater, der die Tutsis zuvor in die Todesfalle Kirche lockte, wurde mittlerweile zum Tode verurteilt. Auch Erzbischof Ntihinuyurwa und Bischof Misago werden in dem Bericht als Kriegsverbrecher genannt.
So soll ein im Jahr 2000 in Florenz lebender Priester die Tutsi-Schüler seiner Schule von den Hutus getrennt und den mörderischen Gendarmen ausgeliefert haben. Vorher habe er sie noch eingeschüchtert, indem er ihnen die Lüge auftischte, geflüchtete Kameraden seien gefasst und ermordet worden. Der zuständige Bischof Misago habe damals ebenfalls bekundet, er könne nichts tun. Doch, so der Spiegel: "Wenn es 1994 eine Institution gab, die dem Morden hätte Einhalt gebieten können, dann war es Ruandas katholische Kirche ... Priester genossen hohes Ansehen im Volk" (Nr. 1/2000). Doch einige von ihnen ließen teilweise selbst gezielt morden.


Der Vatikan deckt bislang Angeklagte und ließ einige von ihnen nach Italien, Frankreich, Belgien sowie andere afrikanische Länder evakuieren. Papst Johannes Paul II. hat sich nur einmal öffentlich in den Konflikt eingeschaltet: Er bat um Gnade für 22 wegen Massakers und Völkermord an Tutsis zu Tode verurteilte römisch-katholische Hutus.

Zur Information: Ruanda ist ein zu 90 % katholisches Land, die meisten Hutus (80 - 90 % der Bevölkerung) sind römisch-katholisch, die Minderheit der Tutsis (ca. 10 - 15 %) gehört überwiegend Naturreligionen an. Bei dem Völkermord im Jahr 1994 wurde ein großer Teil von ihnen ausgerottet, ca. 1,7 Millionen Menschen starben. Mit Hilfe ausländischer Unterstützung stellten überlebende Tutsis später [2000] die Regierung, die wiederum die Rebellen im Bürgerkrieg in Kongo unterstützt. Die Kämpfe zwischen Hutus und Tutsis in Ruanda waren 1998 wieder aufgeflammt, wobei auch der Tutsi-Armee Verbrechen vorgeworfen werden. Das Evangelische Sonntagsblatt Bayern gibt zu: "Bedauerlicherweise kam es zum Völkermord nicht deshalb, weil der christliche Einfluss zu beschränkt war, sondern vielleicht, weil er zu groß war." (25.7.1997)

In einigen Kirchen waren die grausigen Überreste der Massaker noch im Jahr 2000 zu sehen

Ein "christlicher" Einfluss? Wäre wirklich ein "christlicher" Einfluss am Werk gewesen, das Morden wäre dort nicht geschürt worden, sondern es wäre zurückgegangen. In Ruanda handelte es sich um einen katholischen Einfluss in der Tradition der Kreuzzüge oder der Hinrichtungen Andersgläubiger. Solange diese Verbrechen nicht von Herzen bereut, bereinigt und wiedergutgemacht sind, werden sie sich wiederholen - durch Menschen, welche die Bereitschaft zu solchen Massakern in ihren Genen tragen. Mit Christus und dem Christlichen hat das alles nichts zu tun. Christlich wäre es, die Macht negativer Anlagen mit der Macht des Christus-Gottes zu überwinden. Siehe dazu auch unsere Meldung aus dem Jahr 2008.

Aktualisierung [3.2.2015]: UN-Richter wirft Vatikan vor, Priester vor Strafverfolgung zu schützen, die am Völkermord in Ruanda aktiv beteiligt waren - http://religion.orf.at/stories/2692827/

 



 6) Kirche contra Jesus von Nazareth, Teil 2:
Die Zustimmung der Kirche zum Kosovo-Krieg
Jesus sagte: "Eure Rede sei Ja, ja, Nein, nein, alles andere ist von Übel." Nachstehend lesen Sie einige Beispiele für das Übel:

"Der Mainzer Bischof Karl Lehmann hat den Nato-Einsatz im Kosovo als Friedensmission bezeichnet. Zwar sei jede Form der Gewaltanwendung zerstörerisch und erzeuge meist Gegengewalt ... Dennoch gebe es offenbar Situationen, in denen die Würde und die Rechte der Menschen mit Gegenwehr verteidigt werden müssten." (dpa, 4.4.1999)
Und, als der Krieg bereits tobte und auch serbische Zivilisten (über 1000 Tote unter der Zivilbevölkerung) von Bomben zerfetzt wurden: "Wir verstehen heute auch die Soldaten als Boten des Friedens." (Osterpredigt des Bischofs, zit. nach bistummainz.de, 4.4.1999)

Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Manfred Kock: "Wir rufen zu Gott im Gebet, dass er den Weg zu einem friedlichen Ausgleich öffnet. Denn wir bleiben der Überzeugung verpflichtet: Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein." Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen gelte aber militärische Gewalt als "einzig wirksames, letztes Mittel." (idea-spektrum Nr. 13/1999)

"Ich fühle mich ratlos. Ich habe gutgeheißen, dass man dem Völkermord nach langen erfolglosen Verhandlungen mit militärischen Mitteln begegnet. Aber der Zweifel wächst, ob man in der von Hass erfüllten Situation auf diesem Weg dem Frieden näher kommt." (Hermann von Loewenich, bayerischer Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche am Ostersonntag 1999)

"Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Eberhardt Renz, sagte gegenüber idea, der NATO-Angriff auf Jugoslawien bedeute eine Niederlage für alle, die den Frieden wollten. Der jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic habe aber keine andere Möglichkeit zugelassen." (idea-spektrum Nr. 13/1999)

"Für die katholische Kirche ist der Krieg kein Mittel der Politik. ... Die Soldaten unserer Bundeswehr werden durch ihre ‘tätige Solidarität mit der Völkergemeinschaft in der Verteidigung einer gerechten internationalen Ordnung` ... dem Auftrag des Konzils gerecht. ... Unser besonderes Gebet gilt den Soldaten der Bundeswehr, ihren Familienangehörigen und Militärseelsorgern." (Der katholische Militärbischof Johannes Dyba).

"Der Einsatz militärischer Gewalt ist auch in einer solchen Situation nur als äußerstes Mittel zu verantworten. Aber mit Bitterkeit und Enttäuschung ist festzustellen: Hier waren alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft." (Der evangelisch-lutherische Landesbischof von Berlin, Wolfgang Huber)

"Du sollst nicht töten!"

Eines der Zehn Gebote heißt "Du sollst nicht töten" und nicht "Du sollst nicht morden", wie es in den Kirchen in jüngster Zeit verfälscht wird.
Es wäre ja auch merkwürdig: Das Lügen ist nach den Geboten nicht erlaubt, denn es heißt ja: "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden". Das Töten aber soll erlaubt sein, nur das Morden nicht? Wenn aber schon das Lügen ein Verstoß gegen die Gebote ist, ist es dann nicht erst recht das Töten?
 



7) Evangelische Kirche heute: Die militärische Überlegenheit wird immer mitgedacht
Krieg als "letztes Mittel" erlaubt
... und oft wird dann eben zum angeblich "letzten Mittel" gegriffen

In den letzten ca. 200 Jahren ließ sich Folgendes beobachten: Immer wenn die evangelische Kirche in Deutschland am Boden lag, predigte sie den Krieg – im Gegensatz zu Jesus von Nazareth. Das Elend des Krieges trieb die Leute zurück in die Kirche. Menschen wurden getötet, Länder wurden zerstört und die Kirchen hatten wieder großen Zulauf. So war es 1813 und 1870/71 bei den Kriegen gegen Frankreich, so war es 1914, so war es auch 1939 (siehe oben).
Und wie ging es nach 1945 weiter? Die Kirchen trieben die Wiederbewaffnung Deutschlands voran, befürworteten die Atomrüstung der Westmächte und übten sich schon einmal in der Verharmlosung apokalyptischer Schreckenszenarien. So legte der 1949 zum EKD-Ratsvorsitzenden gewählte Landesbischof Karl Otto Dibelius Im Jahr 1954 auf der 2. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Evanston (USA) folgendes Bekenntnis ab: "Die Anwendung einer Wasserstoffbombe ist vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben. Und wenn zum Beispiel eine einzelne Wasserstoffbombe eine Millionen Menschen töte, so erreichen die Betroffenen um so schneller das ewige Leben.`“ (zit. nach Ossietzky, Zweiwochenschrift für Politik / Kultur / Wirtschaft, Nr. 3/2013)

Doch einem von vielen Menschen befürchteten endzeitlichen 3. Weltkrieg würden nach Einschätzung von Militärexperten kleinere Kriege voraus gehen, die sich dann allmählich ausweiten würden. Die beiden Golfkriege, der Kosovo-Krieg, der Afghanistan-Krieg, der Syrien-Krieg und vor allem der Ukraine-Krieg können in diesem Zusammenhang betrachtet werden. Beim ersten Golfkrieg 1991 hörte man da "Ja" der Kirche zum Krieg als "letztem Mittel"; ebenso beim Balkankrieg 1999. Am Beginn des 3. Jahrtausends stimmte man vorwiegend aus theologischen Gründen dann allerdings gegen den Krieg der USA gegen den Irak. Die Bedingungen für eine kirchliche Zustimmung seien nicht erfüllt. Beim Krieg Israels gegen den Libanon 2006 hielt man sich dann weitgehend zurück, und die kirchlichen Stellungnahmen reichten von einer Forderung nach Waffenstillstand bis zur Anfeuerung Israels (siehe unten).
Jesus lehrte: "Eure Rede sei Ja, Ja - Nein, Nein. Alles andere ist von Übel" (Matthäus 5, 37) Ein Beispiel für dieses Übel ist diese Schrift Schritte auf dem Weg des Friedens, die im Jahr 1993 von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Osnabrück verabschiedet wurde. Darin heißt es: "Erlittenes Unrecht im Sinne der Bergpredigt selbst hinzunehmen und zu ertragen ist das eine – den Nächsten aber in Gefahr für Leib und Leben grundsätzlich ohne Schutz und Hilfe zu lassen, ist das andere. Auf militärische Gewalt in allgemeiner Weise als Mittel zur Verhinderung von Aggression zu setzen ist das eine – sich militärische Gewalt als ultima ratio vorzubehalten, von nichtmilitärischen Formen des Drucks, der Deeskalation und gewaltfreien Mitteln weitestgehend Gebrauch zu machen und den Grenzfall des militärischen Einsatzes wirklich Grenzfall sein zu lassen, ist das andere."
Was also nun? Ob als Ergebnis dieser Schaukel-Theologie nun der Krieg befürwortet oder verneint wird, darin kann man sich nie sicher sein.
 

Kirche ist immer für die militärische Überlegenheit
der kirchenfreundlichen Staaten

Dabei ist auch folgendes zu bedenken: Diese ständige Kriegsbefürwortung der Kirchenmänner als so genanntes "letztes Mittel" setzt ja voraus, dass man von der militärischen Überlegenheit des eigenen Lagers ausgeht, da man natürlich immer mitdenkt, dass man diesen Krieg als so genanntes "letztes Mittel" dann auch gewinnt. Denn sonst würde eine solche Rede ja keinen Sinn machen. Also ist die Kirche immer (!) auch für die Aufrüstung (!) und für die militärische Überlegenheit (!), auch wenn sie dies mit ihren Worten oftmals verschleiert.

Im evangelischen Religionsunterricht weist man in diesem Zusammenhang von Krieg und Gewalt gerne auf den bekannten evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer hin, der seine Verwicklung in das Attentat gegen Adolf Hitler am 20.7.1944 mit folgendem Vergleich begründete: Wenn ein betrunkener Autofahrer die Straße entlang fährt, wäre es nicht genug, die Fußgänger zu warnen. Man müsste dem Fahrer auch ins Lenkrad greifen und ihn vom Steuer wegreißen.
Das Bild klingt zunächst "vernünftig". Zunächst. Doch kann dies auf Situationen bezogen werden, wo es um Krieg geht? Damit ließe sich nämlich jeder Krieg gegen die jeweiligen Machthaber der anderen Seite rechtfertigen, und dies wurde im kirchlichen Religionsunterricht auch seither versucht. (Anmerkung: Der Verfasser war selbst von 1984-1992 im Lehramt für Evangelische Religion tätig.)
Außerdem kann der Vergleich von Dieter Bonhoeffer schon aus dem Grund nicht auf Kriege angewendet werden, da er die zahllosen zivilen Opfer der angeblichen "Rettungsaktion" nicht berücksichtigt. Wenn man also einen Betrunkenen vom Steuer eines Autos reißt, kommen keine Tausende von Zivilisten dabei um, und es werden auch keine Tausende von Existenzen dadurch zerstört. Das Bild von Bonhoeffer - auf Kriege angewandt - ist also zutiefst verlogen.
Dietrich Bonhoeffer wurde übrigens von seinen Freunden in der englischen anglikanischen Kirche im Jahr 1939 gebeten, ein Wort gegen die deutsche Mobilmachung und den drohenden Weltkrieg zu sprechen. Der deutsche Theologe kam dieser Bitte allerdings nicht nach, weil er seinen "Brüdern" in der Bekennenden Kirche, in der die Kriegsdienst- und Kriegsbegeisterung ausgebrochen war, nicht in den Rücken fallen wollte. Hier kann man dann auch einmal fragen: "Was treibt einen solchen Theologen eigentlich um?"
Dietrich Bonhoeffer wörtlich: "So würde ich meinen Brüdern einen ungeheuren Schaden zufügen, wenn ich in diesem Punkt Widerstand leistete." (Eberhard Bethge, Bonhoeffer, Reinbek 1976, S. 72)

Siehe auch folgende ddp-Meldung vom 16.11.2009 unter der Überschrift E
vangelische Kirche für Beibehaltung des Wehrdienstes:
"Die Evangelische Kirche tritt für eine Beibehaltung des Wehrdienstes für alle ein. Ohne eine allgemeine Wehrpflicht würde das jetzt schon starke Desinteresse junger Männer an der Bundeswehr noch zunehmen, sagte der leitende Militärdekan für Ostdeutschland, Helmut Jakobus, auf der Synode der evangelischen Landeskirche Anhalt in Dessau. Auch die Evangelische Kirche sei gefordert, den Soldaten Rückhalt für ihren Dienst zu geben".

Oder auch der Afghanistan-Krieg: Typisch ist, wie eine kritische Äußerung der kurzzeitigen EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Margot Käßmann ("Nichts ist gut in Afghanistan") politisch und kirchlich soweit zurecht gestutzt wird, dass sie zur aktuellen politischen und kirchlichen Mehrheitslage passt. Laut Berliner Zeitung sei sie "schockiert", was aus ihrer Predigt gemacht worden sei. "
Sie habe ... nicht den sofortigen Abzug der Bundeswehrsoldaten gefordert, stellte sie klar. ´Aber für unsere Kirche ist klar: Wir brauchen einen erkennbaren Plan für den Abzug, wir brauchen eine Exit-Strategie. Immer mehr Militär zu schicken, ist doch offensichtlich keine Lösung und bringt keinen dauerhaften Frieden`, sagte Käßmann" (berliner-zeitung.de, 5.1.2010), was so allgemein und nichtssagend ist wie die meisten anderen evangelischen Stellungnahmen auch. Wäre sie dem Pazifisten Jesus von Nazareth gefolgt, wäre sie als EKD-Ratsvorsitzende schon früher nicht mehr tragbar gewesen. So scheiterte sie erst an einer Volltrunkenheitsfahrt mit dem PKW.

EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider rechtfertigt Tötung von Osama bin Laden mit Jesus von Nazareth - Kirche für gezieltes Schuldig-Werden und Töten

Anlässlich der Militäraktion der USA gegen Osama bin Laden in Pakistan verdeutlichte die Evangelische Kirche in Deutschland wieder ihre Position zum Krieg und zu gezielten Tötungen. So erschien z. B. in der Welt am Sonntag vom 15.5.2011 ein Interview mit den EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider: http://www.welt.de/print/wams/politik/article13372546/Mit-solchen-Feinden-kann-man-keinen-Frieden-schliessen.html
Hier einige Auszüge:
- "Mit solchen Feinden kann man keinen Frieden schließen. Die muss man eingrenzen. Da kann am Ende eine Situation eintreten, in der man Schuld auf sich lädt und solche Feinde tötet."
- "Da existieren zwei Ebenen. Da ist das Individuum, das für sich entscheidet. Und da sind die Politiker, die für einen Staat entscheiden."
- "Staatsmänner müssen militärische Gewalt einsetzen, wenn sie mit dem Bösen in der Welt konfrontiert sind und auf andere Weise nicht weiterkommen. Zusätzlich lassen sich noch viele Debatten führen darüber, inwieweit wir Gewalt nicht selbst provoziert haben, etwa durch die ungleiche Verteilung der Güter. Diese Debatten sind nötig. Aber das alles rechtfertigt in gar keiner Art und Weise das Böse. Gegengewalt kann geboten und notwendig sein."
- "Den Terrorismus muss man mit dem gesamten Arsenal bekämpfen."
- "Schuld lässt sich nicht vermeiden. Im Verständnis der Erbsünde liegt ein Alleinstellungsmerkmal des Christentums gegenüber dem Judentum und dem Islam. Dort besteht die Auffassung, man könne gerecht leben. Wir sagen: Das geht nicht."

So weit also die zeitgemäße evangelische Lehre und die protestantischen Verhaltensrichtlinien zum Krieg. Neu an der Argumentation des evangelischen Kirchenführers ist jedoch, dass er sich dabei zu Unrecht ausdrücklich auch auf Jesus von Nazareth beruft. Er sagte: "Bei Jesus selbst indes gibt es eine einzige Stelle, wo er sich positiv zur Gewalt äußert, und zwar im Lukasevangelium, Kapitel 22, Vers 38: Vor der Gefangennahme Jesu sagen die Jünger: Jetzt müssen wir etwas unternehmen, und sie besorgen sich Schwerter. Jesus entgegnet: Eins reicht."
Nach dem Denken des Kirchenführers habe sich Jesus hier also angeblich "positiv zur Gewalt" geäußert, doch das ist nicht wahr und ein Missbrauch von Jesus. Wörtlich sagt Jesus demnach, als ihm "zwei" (!) Schwerter gereicht werden, "es ist genug".
Doch was heißt das? Diese beiden Schwerter würden zwar einen möglichen Räuber abschrecken, und das ist
- falls das Zitat überhaupt stimmt - dann auch ihr ganz praktischer Sinn gewesen. Für eine bewaffnete Auseinandersetzung mit einer ganzen Truppe von Soldaten und Wachleuten sind sie aber völlig unzureichend. Außerdem weist Jesus wenige Augenblicke später den aktiven Einsatz der Schwerter deutlich zurück (Verse 49-51), und er erklärt nach Matthäus 26, 52-53 unmissverständlich: "Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen."
 
Also: Kein Einsatz der Schwerter als "letztes Mittel" wie in der Kirche, woraus die Priester, Pfarrer und Theologen dann im krassen Gegensatz zu Jesus ableiten: Einsatz der Panzer, der Bomben, der Luftwaffe, der Marine, eventuell eines Tages wieder der Atombomben usw. als "letztes Mittel": Gegen Jugoslawien unter Milosevic, gegen den Irak unter Saddam, gegen Afghanistan unter den Taliban, gegen Libyen unter Gadaffi, gegen Syrien unter Assad; und vielleicht am Ende gar gegen Russland unter ???. Doch das alles ist nicht Christus. Es ist Kirche.

Und dass der EKD-Führer Nikolaus Schneider behauptet, man könne nicht gerecht leben, was das Christentum angeblich vom Judentum und vom Islam unterscheide, ist auch ein krasser Widerspruch zu Jesus, dem Christus. Dieser sagte nämlich auch: "Ihr sollt vollkommen seid" (Matthäus 5, 48), was praktisch bedeutet: "Ihr sollt dies in der ´Lebensschule Erde` lernen". Das ist Christus. Kirche ist im Gegensatz dazu: "Ihr steht unter der Erbsünde und müsst sündigen", oder wie es Luther auf die Spitze treibt: "Sündigt tapfer und glaubt tapferer!" Die Folgen sind bekannt: Massaker, Kriege, Hinrichtungen und Gewalt über Gewalt als "letzte Mittel" ohne Ende.
Auch von einer "Erbsünde" hat Jesus niemals gesprochen. Auch das ist eine Erfindung der Kirche.

"Spannung" zwischen Pazifismus und militärischer Gewalt

Ganz in diesem Sinne wiederholte der EKD-Ratsvorsitzende bei einem Vortrag am 10.10.2011 in Bonn seine Thesen. Idea.de beschreibt die Position so: "Christen sollten die Spannung zwischen einem radikalen Pazifismus und militärischer Gewalt als letztem Mittel (ultima ratio) zum Schutz wehrloser Menschen aushalten" (http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/zwischen-pazifismus-und-militaereinsatz-1.html) Doch wann lavierte Jesus je von einem solchen Spannungs-Pol zum nächsten? Und wann sprach Jesus jemals von einer "ultima ratio"?
Um es noch einmal zu wiederholen. Jesus lehrte: "Eure Rede sei Ja, ja - Nein, nein. Alles andere ist von Übel."
Um die Friedens- gleich Kriegsethik der Kirche noch anschaulicher zu machen, sagte Nikolaus Schneider wörtlich: "Der Verzicht auf Gewalt lässt uns schuldig werden an den Opfern, und der Gebrauch von Gewalt lässt uns schuldig werden als Täter."

Doch wozu führt diese Lehre der Kirche? Natürlich wären und seien ja alle Kriege nur dazu geführt worden, um die "Unschuldigen" zu schützen und die "Schuldigen" auszuschalten. Und praktisch wurde und wird dann nicht lange gefackelt.

Zum Vergleich: Wenn es z. B. heißt, nur die angeblich "unbedingt nötigen" Tierversuche seien kirchlich legitim, dann sind natürlich alle Millionen Tierversuche im Handumdrehen "unbedingt nötig". Und wenn es heißt, nur im "äußersten Fall" sei ein Krieg legitim, dann ist natürlich jeder Krieg, den die Kriegsherren führen wollen, genau dieser "äußerste Fall". So einfach war und ist das schon immer gewesen. Dass der EKD-Vorsitzende beim Libyen-Krieg der NATO 2011 diesen "äußersten Fall" noch nicht gegeben sah, geht im gesellschaftlichen Stimmengewirr unter. Und es war dem Kirchenführer wohl auch nicht so wichtig, und die meisten seiner Kirchenführer-Kollegen dachten ohnehin anders.

Notfalls wird eben noch ein Lügen-Vorwand inszeniert wie beim Beginn des ersten Irak-Krieges des Westens 1991, wo irakische Soldaten angeblich kuwaitische Säuglinge aus Brutkästen heraus gerissen hätten. Und dann die rhetorische Frage an die verführte Öffentlichkeit: "Wollt ihr das zulassen?" "Natürlich nicht", so der vorinszenierte Entsetzensschrei, der das "Ja" der US-amerikanischen Abgeordneten zum Krieg vorbereitete.
Später wurde dann alles als infame Lüge aus dem kuwaitischen Herrscherhaus entlarvt. Und bekanntlich wurde dann auch der 2. Irakkrieg des Westens 2003 mit Lügen begründet (den angeblichen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein). Und 2013 wird das militärische Eingreifen der USA in Syrien mit dem angeblichen Einsatz von Giftgas durch die dortigen Regierungstruppen begründet, was diese allerdings vehement bestreitet. Aber irgendeinen Grund findet man immer, wenn man den Krieg will, ob der Grund nun stimmt oder nicht.
Oder man denke an den verfassungswidrigen Umsturz in der Ukraine 2014, angeblich durch gezielte Tötungen von Aufständischen im Auftrag des Noch-Präsidenten Janukowitsch in die Wege geleitet. Doch anscheinend hatten ganz andere satanische Kräfte aus den Kreisen der damaligen Opposition selbst geschossen.

Für die Kirche gelten die Worte aus der Erzählung vom Großinquisitor aus dem Roman Die Brüder Karamasov von Fjodor Dostojewski. Der Kirchenmann sagt dem wieder gekommenen Christus: "Wir haben deine Lehre verbessert ... Warum bist du denn jetzt gekommen, uns zu stören?"
Wenn nämlich nach dem Kirchenführer der "Verzicht auf Gewalt" "uns schuldig werden lässt an den Opfern", dann ist die Frage an ihn: "Hat sich also Jesus von Nazareth vor 2000 Jahren aus kirchlicher Sicht schuldig gemacht an den Opfern der römischen Besatzungsmacht, weil er nicht dazu aufrief, die Römer mit Gewalt aus dem Land zu treiben?"
Im Klartext lehrt die Kirche: "Jesus ist ein Utopist. Wir vertrauen ihm nicht. Wir vertrauen der Macht der militärischen Überlegenheit" - natürlich nur zum ´Schutz` vor möglichen Opfern des militärischen oder weltanschaulichen Gegners." Und wurden je Kriege in der 2000-jährigen blutigen Kirchengeschichte anders begründet?
 

 



8)
Vatikanischer Militärischof im 2. Weltkrieg zu deutschen Soldaten:

"Der tapfere Aufblick zum Allmächtigen macht euch zu Soldaten, die unüberwindlich sind"

Katholische Kirche heute: Die Modernisierung des "gerechten Krieges"

Krieg als "sittlich erlaubte Verteidigung"

Mit dem üblichen langatmigen Wenn und Aber erklärt die Vatikankirche beim 2. Vatikanischen Konzil in dem lehramtlichen Schreiben Gaudium et spes ("Freude und Hoffnung") 1965 ihre Haltung zum Krieg und schreibt darin unter anderem von ihrer "Verurteilung des totalen Krieges" (Nr. 80). Das ist aber keineswegs eine Verurteilung aller Kriege. Denn wie immer baut die Kirche in ihr Lehrwerk eine Hintertüre ein, um letztlich doch wieder den Krieg - auch einen "totalen Krieg" - befürworten zu können, sei es als angeblich "letztes Mittel" oder wie hier als angebliches "Recht auf sittlich erlaubte Verteidigung". Wörtlich heißt es in dem Konzilsdokument:

"Solange die Gefahr von Krieg besteht und solange es noch keine zuständige internationale Autorität gibt, die mit entsprechenden Mitteln ausgestattet ist, kann man, wenn alle Möglichkeiten einer friedlichen Regelung erschöpft sind, einer Regierung das Recht auf sittlich erlaubte Verteidigung nicht absprechen ..." (Nr. 79)

Praktisch heißt das jedoch: Was als "sittlich erlaubte Verteidigung" definiert wird, ist katholisch erlaubt. Und schließlich kann jeder Krieg flugs als "sittlich erlaubte Verteidigung" definiert und der Kriegsgegner als "Angreifer" erklärt werden, mit dem man eben nicht zu einer "friedlichen Regelung" komme; meist, weil dieser nicht tut, was man von ihm verlangt. Und schon ist der Krieg Führende mit der Kirche im Reinen. Der Konzilstext ist letztlich nur eine Modernisierung der Lehre vom "gerechten Krieg". Zwar werden in unserer Zeit weit mehr Worte über die scheinbare Ablehnung und die Kritik an Kriegen gemacht als früher, aber was zählen fromme Worte? Bei den Taten läuft es aufs Gleiche wie eh und je hinaus.

Und im übrigen gilt auch hier, wie oben bei den evangelischen Stellungnahmen: Eine kirchlich "sittlich erlaubte Verteidigung" macht nach dieser Logik nur Sinn, wenn man diesen "Verteidigungs"-Krieg dann auch militärisch gewinnt(!). Und "gewinnen" kann man nur mit deutlich größeren Waffenarsenalen, weswegen Gaudium et spes die massive Waffenproduktion und Hochrüstung voraus setzt, auch wenn man im Katholischen Katechismus (1994) klagt: "Der Rüstungswettlauf sichert den Frieden nicht." Und: "Somit hält die übermäßige Rüstung die Entwicklung der Völker auf. Sie vervielfacht die Konfliktgründe und verstärkt die Gefahr der Ausbreitung von Kriegen." (Nr. 2315)
Aber an der "übermäßigen" Rüstung seien natürlich unausgesprochen nur die "übermäßigen" "Waffen" des potenziellen Gegners schuld, weswegen die eigene Rüstung demgegenüber nicht "übermäßig" sei. So heißt es dann auch unter der Randnummer 2316 im Katholischen Weltkatechismus lapidar: "
Waffenerzeugung und Waffenhandel betreffen das Gemeinwohl der Nationen und der internationalen Gemeinschaft. Deshalb hat der Staat das Recht und die Pflicht, sie gesetzlich zu regeln."

Und während im frühen Urchristentum Soldaten nicht als Gemeindeglieder aufgenommen wurden, heißt es jetzt für Katholiken verbindlich in Gaudium et spes:
"Wer als Soldat im Dienst des Vaterlandes steht, betrachte sich als Diener der Sicherheit und Freiheit der Völker. Indem er diese Aufgabe recht erfüllt, trägt er wahrhaft zur Festigung des Friedens bei."

Und die römisch-katholische Kirche lehrt dort weiter:
"Es ist also deutlich, dass wir mit all unseren Kräften jene Zeit vorbereiten müssen, in der auf der Basis einer Übereinkunft zwischen allen Nationen jeglicher Krieg absolut geächtet werden kann. Das erfordert freilich, dass eine von allen anerkannte öffentliche Weltautorität eingesetzt wird, die über wirksame Macht verfügt, um für alle Sicherheit, Wahrung der Gerechtigkeit und Achtung der Rechte zu gewährleisten. Bevor aber diese wünschenswerte Autorität konstituiert werden kann, müssen die jetzigen internationalen höchsten Gremien sich intensiv um Mittel bemühen, die allgemeine Sicherheit besser zu gewährleisten. Da der Friede aus dem gegenseitigen Vertrauen der Völker erwachsen sollte, statt den Nationen durch den Schrecken der Waffen auferlegt zu werden, sollten alle sich bemühen, dem Wettrüsten ein Ende zu machen. Man soll wirklich mit der Abrüstung beginnen, nicht einseitig, sondern in vertraglich festgelegten gleichen Schritten und mit echten und wirksamen Sicherungen." (Nr. 82)

In der einschränkenden Formulierung "nicht einseitig" versteckt sich hier einmal mehr der krasse Widerspruch zur Bergpredigt des Jesus von Nazareth und seiner Goldenen Regel, die lautet "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch", womit auch gemeint ist: "Das tut ihr ihnen zuerst".
Der Gegensatz dazu ist das übliche politisch-militärisch-kirchliche Taktieren, dass ich nur dann abrüste, wenn auch der andere abrüstet und zwar in dem Umfang, wie ich das von ihm fordere, sonst müsse man eben "leider" weiter aufrüsten usw. usf. ...

Noch vor 80 Jahren sah sich die Vatikankirche nicht genötigt, Friedensformulierungen zu erfinden, mit denen man in unserer Zeit den Menschen Sand in die Augen zu streuen versucht. Als am 1.9.1939 der 2. Weltkrieg begann, trieb der römisch-katholische Militärbischof von Deutschland die Soldaten noch mit eindeutigen markigen Worten in das Elend. Der vom Papst ernannte römisch-katholische Militärbischof Franz Justus Rarkowski schwörte die Soldaten unter anderem mit diesen Worten auf den Krieg ein: "In ernster Stunde, da unser deutsches Volk die Feuerprobe der Bewährung zu bestehen hat und zum Kampfe um seine natürlichen und gottgewollten Lebensrechte angetreten ist, wende ich mich als Katholischer Feldbischof der Wehrmacht an euch Soldaten, die ihr in diesem Kampf in der vordersten Front steht und die große und ehrenvolle Aufgabe habt, die Sicherheit und das Leben der deutschen Nation mit dem Schwerte zu schützen und zu verteidigen … Der tapfere Aufblick zum Allmächtigen macht euch zu Soldaten, die unüberwindlich sind. Jeder von euch muß jetzt Kämpfer sein, nicht nur mit der Waffe in der Hand, sondern auch mit einem starken, tapferen und gläubigen Herzen. Wer als Soldat den Kampf für sein Vaterland jederzeit in Ehren bestehen will, muß ein Herz besitzen, das Gott selbst gefestigt und gewappnet hat." (Verordnungsblatt des katholischen Bischofs der Wehrmacht, 1.9.1939, zit. nach militaerseelsorge-abschaffen.de)

Wenn also die deutschen Soldaten, die am 1.9.1939 Polen überfallen haben, sich aufgrund der Verordnung ihres Bischofs ein "Herz" angeeignet haben, das der "Gott" des Bischofs für die Tötungen und Verwüstungen "selbst gefestigt und gewappnet hat", dann sollte diese Institution auch eine maßgebliche Adresse für die Reparationsforderungen der Regierung Polens sein, welche diese nun neu erhebt. Und zu dieser Institution hat diese Regierung doch bekanntlich ein ausgezeichnetes Verhältnis.
Seine Exzellenz Franz Justus Bischof Rarkowski wurder als so genannter "Apostolischer Pronotator" am
11. August 1936 mit der Leitung der katholischen Militärseelsorge gemäß Art. 27 des 1933 abgeschlossenen und noch heute [2019] in der Bundesrepublik gültigen Reichskonkordats Deutschlands mit dem Vatikan eingesetzt. Und am 7. Januar 1938 hatte ihn Papst Pius IX. auch zum Feldbischof der Wehrmacht in Deutschland ernannt. Und für das, was er tat und für die Inhalte seiner Worte trägt auch laut diesen Gesetzen alleine der Vatikan die Verantwortung, in dessen Namen er ja handelte.

Und als die deutsche Wehrmacht im Morgengrauen des 22.6.1941 auch die Sowjeunion angegriffen hatte, meldete sich schon eine Woche später, am 29.6.1941, der Papst mit einer Rundfunkansprache zu Wort. "Mitten im Dunkel des Gewitters", so der Pontifex aus Rom, fehle es nicht "an Lichtblicken, die das Herz zu großen, heiligen Erwartungen erheben: Großmütige Tapferkeit zur Verteidigung der Grundlagen der christlichen Kultur und zuversichtliche Hoffnungen auf ihren Triumph" (Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Teil 2, S. 164). Jeder, der das hörte, wusste damals genau, was mit diesen Metaphern gemeint war: der Kampf gegen den Kommunismus, den der Katholik Adolf Hitler nun erfolgreich führen sollte. Und genau dies ließ Pius XII. damals auch z. B. dem spanischen Botschafter mitteilen: "Pius XII. habe freundschaftliche Gefühle für das [Deutsche] Reich. Er wünsche dem Führer nichts sehnlicher als einen Sieg über den Bolschewismus." (S. 167)

Wie zu allen Zeiten - Die Kirchenführer treiben die Soldaten in Krieg, Mord und Verderben (Bild von Gustav Doré)
 

 


Musterrede für den "Dritten Weltkrieg" vor einer apokalyptischen Vernichtung der Zivilisation

"Wir wissen alle: Die Gefahren, die uns drohen, sind viel größer als jemals zuvor in unserer langen Geschichte ... Aber welche Schrecken auch immer auf uns warten: Die Eigenschaften, die ... unsere Freiheit gerettet haben, werden einmal mehr unsere Stärke sein ... Der Wahnsinn des Krieges verbreitet sich erneut in der Welt, und unser tapferes Land muss sich erneut darauf vorbereiten, trotz aller Widrigkeiten zu überleben. Wir beten kontinuierlich für ... die Sicherheit aller Männer und Frauen, die in der Heimat oder im Ausland im Einsatz sind." (* Quelle)

 Aus der tatsächlichen Rede
von US-Außenminister John Kerry am 30.8.2013
 am Beginn des Syrien-Krieges

"Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir sind das Land, das versucht hat, nicht immer erfolgreich, das aber immer versucht hat, einer Anzahl universaler Werte die Ehre zu geben, um die herum wir unser Leben und unsere Sehnsüchte organisierten ... Wir wissen, dass das amerikanische Volk nach einem Jahrzehnt der Konflikte kriegsmüde ist. Glauben Sie mir, ich bin es auch. Aber Ermüdung befreit uns nicht von unserer Verantwortung. Sich nur nach Frieden zu sehnen, bringt ihn nicht herbei ... Wir wissen auch, wir haben einen Präsidenten, der tut, was er sagt, dass er tun will ... Danke."

(Die ganze Rede im Original unter washingtonpost.com, 30.8.2013; mehr zum Syrien-Krieg u.a. hier; John Kerry ist wie US-Vizepräsident Joe Biden als überzeugter Katholik dem Papst unterworfen; auf den größten Brand der US-Geschichte im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien, der zeitgleich wütete, ging er nicht ein)


PS: Die führenden Industrieländer leben seit Jahrzehnten auf Kosten der ärmeren Länder. Eine der unmittelbaren Folge: Täglich sterben über 30.000 Menschen in den ärmeren Ländern an Hunger und Unterernährung. Wissenschaftler haben weiterhin errechnet: Wenn alle Länder mit der Erde so umgehen würden wie die führenden Industrienationen, an deren Spitze sich der Westen stellt, dann wäre der Wohnplanet Erde schon lange zerstört. Auch zwei oder drei Erden würden nicht genügen, um das unvorstellbare Maß der Ausbeutung, der Verschwendung und des Tötens von Tieren in der Natur zu sättigen.
 

 

Lesen Sie auch: Der Theologe Nr. 53
über die Auseinandersetzungen in der Kirche zur Atombewaffnung und zur Kernenergie in:

Das Ja der Kirche zur Atomkraft - Kernkraftwerke mit kirchlichem Segen

 




9) Kriege und Kriegsgefahren
 

"Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschrecket nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen ... Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten ..." "Ihr habt gehört, dass gesagt ist ´Du sollst deinen Nächsten lieben` und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen."

(Jesus von Nazareth lt. Matthäusevangelium der Bibel, 23, 6-8.12; 5, 43-44)
 

Nachfolgend lesen Sie eine Auswahl der Meldungen auf dieser Seite aus den Jahren 2006-2020:

2006

13.3. / 14.3.2006 - Jahrslosung 2006 - "Gottes" Beistand für einen Völkermörder - Kirchen entlarven sich - "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" heißt ein angebliches Gotteswort an Josua in der Bibel (Josua 1, 5b), das die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland als Jahreslosung 2006 für die Gläubigen auswählten. Unmittelbar zuvor heißt es in der Bibel: "Niemand wird dir Widerstand leisten können, solange du lebst" (Vers 5 a). Worum geht es? Bereits einige Verse weiter bekommt die kirchliche Andachtsstimmung die ersten Kratzer. Denn: "Jeder, der sich deinem Befehl widersetzt und nicht allen deinen Anordnungen gehorcht, soll mit dem Tod bestraft werden" (Vers 16). Also wird hier zunächst erklärt, wie sich die eigene Bevölkerung verhalten muss: Befehle ausführen oder hingerichtet werden. Den Nachbarvölkern "stockte der Atem" (5, 1), als sie das hörten. Doch lange würden sie nicht mehr atmen können, denn bald gerieten sie selbst in Visier. Zuerst wurden die menschlichen Bewohner und die Tiere der heutigen Palästinenserstadt Jericho massakriert: "Mit scharfem Schwert weihten sie [die Soldaten unter dem Befehl Josuas] alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel" (6, 21).  Nicht alle befolgten jedoch den Ausrottungsbefehl, so dass wieder eine Phase innerer "Säuberungen" folgte: "Bei wem man dann etwas findet, das dem Untergang geweiht ist, der soll mit allem, was er hat, verbrannt werden ..." (7, 15.25). Dann wieder Völkermord nach außen: "Es gab an jenem Tag insgesamt zwölftausend Gefallene, Männer und Frauen, alle Einwohner von Ai. Josua aber ließ seine Hand mit dem Sichelschwert nicht sinken, bis er alle Einwohner von Ai dem Untergang geweiht hatte ... Den König von Ai aber ließ er an einem Baum aufhängen ... (8,  25.29). Und so weiter. Alles im Auftrag des "Gottes", der dem Feldherrn Josua die Massaker befohlen hatte und ihm für seine Befehlstreue versprochen hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht" - die Jahreslosung der Kirchen für das Jahr 2006.
 
Vertreter der Kirchen erklären nun als Rechtfertigung ihrer Jahreslosung, dass es bei diesen Ereignissen in Wirklichkeit gar nicht so gewalttätig zuging, wie dies in der Bibel beschrieben ist. Das ist insofern bemerkenswert, da dies ein Eingeständnis dafür ist, dass die biblischen Berichte die Wirklichkeit verfälscht hatten. Warum werden sie dann aber als "Gottes Wort" bezeichnet? Kann eine Fälschung gleichzeitig "Gottes Wort" sein? Vielleicht "Gottes Fälschung"?

Abgesehen von diesem Widerspruch glaubt man den kirchlichen Theologen aber gerne, dass das damalige Volk Israel viel friedlicher war, und spätere Schriftgelehrte und Theologen sich die Massaker nur besonders total und grausam ausgemalt hatten. Doch das spielt im Zusammenhang der Jahreslosung 2006 keine Rolle. Denn in diesem Zusammenhang zählt eben nicht das Geschehen vor über 3000 Jahren (das hoffentlich friedlicher war), sondern das, was heute als "Gottes Wort" in der Bibel steht. Mit anderen Worten: Was für die Kirchen als "Gottes Wort" gilt, ist maßgeblich und nicht das, was sich vielleicht in Wirklichkeit ganz anders zugetragen hat, aber niemand beweisen kann. Und als "Gottes Wort" gilt eben der Völkermord nach außen und nach innen in seiner schlimmsten Form. So kann man sich auch fragen: Mit welchem Recht erhebt man sich angesichts dieser "heiligen Schriften" in den Kirchen heute z. B. über den Islam, dessen Gläubige in der Geschichte mehrfach tatsächliche Opfer von kirchlichen Völkermördern wurden?
 
Wer die Kirche und ihre Lehren kennt, den überrascht die Selbstverständlichkeit dieses Horrors allerdings nicht. Durch Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte (die Nachfahren der früheren Inquisitoren) werden auch heute Minderheiten auf Schärfste bekämpft, die den Kirchen ein Dorn im Auge sind (siehe Der Theologe Nr. 12). Und in den vergangenen ca. 1.700 Jahren verbündete man sich mit vielen Regimes, welche auf Geheiß der Kirche Menschen hinrichten ließen, die dieser unliebsam waren. Und wörtlich heißt es bis heute in den gültigen Lehren der Kirche: "Deshalb muss sie [die römisch-katholische Kirche] mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte." (Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Glaubenswahrheit Nr. 382, siehe dazu Der Theologe Nr. 18)
Sollten also eines Tages sogar wieder Menschen "ausgemerzt" werden (wenn man sich wieder mit einem dazu passenden Regime verbündet), bräuchte sich niemand zu wundern. Damit es aber nicht dazu kommt, wäre es notwendig, dass alle aufrechten Demokraten und Verfechter von Glaubensfreiheit und Toleranz die Kirchen in die Schranken des Grundgesetzes weisen (wo sich die Bundesrepublik Deutschland zur Religionsfreiheit und zur Ablösung kirchlicher Privilegien bekennt) anstatt sie mit Milliardensubventionen am üppigen Leben zu erhalten und ihre Macht- und Ausrottungsphantasien achselzuckend hinzunehmen.

Warner gibt es viele, so z. B. auch den Göttinger Theologen Gerd Lüdemann, der zur Jahreslosung unter anderem schrieb: "Die Texte aus dem Josuabuch schildern die totale Abschlachtung der kanaanäischen Bevölkerung ... Der Bann hat einen erschreckend grundsätzlichen Charakter: Gott lässt seine Exekutoren nicht fallen und verlässt sie nicht." (Welt am Sonntag, 8.1.2006; http://www.welt.de/data/2006/01/08/828497.html)
 



19.7. / 27.10.2006 / 23.3.2014 - Libanon-Krieg - "Test" für Iran-Krieg? War es ein kirchlich erlaubter angeblich gerechter Krieg? Kriegsstimmung in der evangelischen Kirche - "Pünktlich" drei Tage nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland begann am 12.7.2006 der von vielen voraus geahnte neue Nahost-Krieg. Im Zusammenhang des Weihnachts-Urbi-et-Orbi von Benedikt XVI. war verschiedentlich gemutmaßt worden, dass die derzeitige Regierung der USA das Fußball-Großereignis in Deutschland noch abwartet, um dann in irgendeiner Form gegen den Iran loszuschlagen. Am 19.7.2006, eine Woche nach Beginn des neuen Krieges, verbreiteten die New York Times in den USA und The Guardian in Großbritannien die Meldung, dass Israel anscheinend in enger Absprache mit der Regierung Bush handele. "Washington habe Israel ein Zeitfenster von einer Woche eingeräumt, um die Infrastruktur der militanten Hisbollah zu zerstören", die bekanntlich vom Iran unterstützt wird (Focus online, 19.7.2006; siehe dazu auch http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,427836,00.html). "Israels Militäroffensive im Libanon sei lange geplant gewesen", glaubt auch der israelische Historiker Tom Segev (Spiegel online, 19.7.2006). "Israel habe von den USA eine ´carte blanche` (= Freibrief, Blanko-Vollmacht) für eine Ausweitung der Angriffe gegen Hisbollahziele im Libanon", sagte zudem ein Armeesprecher Israels, der anonym bleiben möchte (Spiegel online, 21.7.2006). Und vielleicht hat der gläubige protestantische US-Präsident George W. Bush (er wurde einst vom "Evangelisten" Billy Graham für den kirchlichen Glauben bekehrt) auf eine Art "Wunschzettel" für mögliche Entwicklungen zurück gegriffen, als er Syrien am 19.7.2006 scharf attackierte und in diesem Zusammenhang erklärte: "Mir kommt's so vor, als wollten die Syrer wieder in den Libanon" (Focus online, 20.7.2006; zum Vergleich: Im Jahr 2012 begann die Einmischung der USA in einen Aufstand in Syrien, der sich zum Syrien-Krieg ausweitete, wo die USA die Aufständischen mit Waffen beliefert). Zum Zeitpunkt des etwas überraschenden Wortbeitrags des Präsidenten waren allerdings die Israelis wieder dort eingedrungen und nicht die Syrer, die 2005 als bisherige "Schutzmacht" ihre Truppen unter dem Jubel der libanesischen Bevölkerung zurückgezogen hatten. Mittlerweile hat der US-amerikanische Journalist Seymour Hersh Indizien dafür zusammengetragen, dass der Libanon-Krieg für die Bush-Regierung ein "Testlauf für einen Iran-Krieg" gewesen sein soll, für den man Planungen durchführe (spiegel.de, 15.8.2006, http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431774,00.html).

Ganz selbstverständlich können die Kirchenchristen bei ihrer Beurteilung des Krieges die in ihrem Glaubensbekenntnis verankerte "Lehre vom gerechten Krieg" anwenden, der auch für die evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland bis heute verbindliche Glaubenslehre ist.
So wird in der Augsburger Konfession gelehrt, "dass Christen mögen ... Übeltäter mit dem Schwert strafen [und](,) rechte Kriege führen" (CA XV), und jeder Pfarrer wird darauf vereidigt. Am direktesten sprach bisher der bekannte Politologe, Buchautor und häufige Referent auf Kirchentagen und in kirchlichen Kreisen, Dr. Matthias Küntzel, von einem "gerechten Krieg" (Spiegel online, 23.7.2006) - im Gegensatz zur UNO, deren Vertreter in diesem Krieg "Verstöße gegen internationales Recht" beklagten (25.7.2006). Zwar hatten sich der Papst und der EKD-Vorsitzende Bischof Wolfgang Huber während des Krieges der UN-Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand angeschlossen, doch vor allem innerhalb der evangelischen Kirche griff vielfach unverhohlene Kriegsstimmung um sich. So heißt es im Leitartikel von Johannes Gerloff in dem angesehenen evangelischen Wochenmagazin idea-spektrum (29/2006): "´Israel muss die Hisbollah total vernichten.` Darin sind sich die messianische Jüdin Alice aus Naharija und der arabische Christ Nabil aus Mrar einig." Und: "Die größte Angst der Israelis kommt immer wieder zur Sprache: dass der Druck der
Weltöffentlichkeit Israel einmal mehr zwingen könnte, eine Militäraktion vorzeitig und unvollendet abbrechen zu müssen." Dies klingt wie eine Drohung gegenüber europäischen Vermittlern wie Javier Solana oder der französischen Regierung oder Joschka Fischer, die sich um einen sofortigen Waffenstillstand bemühen, um weiteres furchtbares Leid zu verhindern. Und dann lässt die evangelische Zeitung idea-spektrum am Ende ihres Kommentars eine vielleicht versteckte Aufforderung zum Krieg gegen den Iran folgen: "Wer dem mörderischen Ungetüm das Genick brechen will, muss sich nach Teheran wenden."
PS: Auch der bekannte römisch-katholische Fernsehkorrespondent Ulrich W. Sahm (ntv), gleichzeitig Mitarbeiter der römisch-katholischen Nachrichtenagentur KNA, stand hinter den Angriffen der israelischen Armee. Sein Argument: "Die Kriegserklärung ging vom Libanon aus." (idea spektrum Nr. 31/2006)


Einmal mehr wird der große Friedensstifter Jesus von Nazareth damit von den Kirchenchristen auf böse Art und Weise verhöhnt
. Denn Jesus sprach niemals von totaler militärischer Vernichtung eines Gegners oder einer Angst, einen Krieg vorzeitig abbrechen zu müssen oder davon, einem Gegner das Genick zu brechen. Nicht einmal von einem "gerechtfertigten" "Verteidigungskrieg". Jesus lehrte in der Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kapitel 5 - 7): "Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen." Wem dies ethisch zu anspruchsvoll erscheint oder aus einer Betroffenheit heraus augenblicklich unannehmbar, der sollte sein Denken und Empfinden dann aber nicht "christlich" nennen. Und Jesus lehrte auch ganz schlicht und für jeden sofort verständlich:
"Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!" Dies ist gleichbedeutend dem bekannten Sprichwort "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Oder Jesus weiter: "Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge." Oder: "Selig sind die Friedensstifter; denn sie werden Gottes Kinder heißen." Das also ist der christliche Beitrag zum Nahost-Krieg im Gegensatz zu vielen anti-christlichen evangelischen Beiträgen. Auffällig ist, dass sich viele Nachfolger Martin Luthers nicht einmal mehr die Mühe machen, Jesus zu widerlegen. Auch jammern sie gar nicht mehr herum, dass es doch so "schwer" sei, seine Lehre zu befolgen und man leider "notgedrungen" das Gegenteil von dem tun müsse, was er lehrte. Jesus von Nazareth wird immer häufiger einfach
auch vordergründig ignoriert, nachdem man den Kern Seiner Lehre sowieso bisher nicht ernst nahm und anders handelte. Aber man wollte oft wenigstens noch den Schein wahren, als hätte man etwas mit Ihm zu tun.

Selbst das Alte Testament, gleichermaßen die Glaubensgrundlage des Judentums und der Kirche, wird vielfach ignoriert und damit stellenweise praktisch für bedeutungslos erklärt. Denn das Alte Testament lehrt: "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (2. Mose 21, 24). Bekanntlich hat Jesus auch diesem Satz, der einem Geschädigten erlauben soll, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, deutlich widersprochen (siehe dazu Matthäus 5, 38 ff.). Doch dessen Lehre hat man ja eh´ schon über Bord geworfen. Nun stünde aber auch im Alten Testament geschrieben: Vergeltung mit Gleichem, nicht mit Unverhältnismäßigem. Doch man hielt sich in diesem Krieg auch nicht an dieses Gebot im Alten Testament. Wäre man stattdessen nach dem alttestamentlichen Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" (bzw. "Auge für Auge, Zahn für Zahn") vorgegangen, so wäre also auf eine Entführung oder einen Terror-Anschlag eine Vergeltung gleichen Ausmaßes erfolgt.

Für die Kirchenchristen in der US-Regierung und ihre Gesinnungsfreunde in den deutschen Kirchen zählt es jedoch zum legitimen Recht, ein Unrecht x-fach vergelten zu dürfen bis zur Ausrottung eines Verursachers, was auch mit der Ausmerzung zahlloser Unbeteiligter verbunden ist. Und im Alten Testament gibt es andere Stellen, an denen ein solches Verhalten auch religiös gerechtfertigt wird. Zudem glauben Millionen von Bibelanhängern, vor allem in den USA, dass ihr evangelischer bzw. kirchlicher Gott in der so genannten "Endzeit" der Armee Israels den militärischen Sieg schenkt und alle ihre Gegner
vernichtet, und dass sich die Israelis anschließend zum kirchlichen Glauben bekehren. In diesem Sinne biegt man sich teilweise gefälschte Bibelstellen aus dem Alten Testament (so z. B. in Hesekiel 38 und 39) oder der Offenbarung des Johannes (z. B. 14, 20) zurecht. Siehe dazu http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5782498_TYP_THE_NAV_REF3,00.html
Im Gegensatz dazu ist auch die Verheißung an den Propheten Abraham im Hinblick auf seine Nachkommen zu bedenken, in der es heißt: "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden" (1. Mose 12, 3). Wie aber müsste eine Politik aussehen, die zum "Segen" auch für die anderen "Geschlechter" bzw. Völker würde? Zudem heißt es sowohl im Alten als auch im Neuen Testament: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Wenn diese geistige "Gesetzmäßigkeit" zutreffend ist, kann sich jeder selbst ausrechnen, was bald auf diejenigen zukommt, die in den letzten Wochen anderen großes Leid zufügten, gleich, auf welcher Seite sie stehen. "Es wurde so viel Hass gesät", berichten Menschen vor Ort (spiegel.de, 21.8.2006), und dies gilt wohl für Menschen in Israel und im Libanon. "F
ast der ganze Südlibanon ist eine Ruinenlandschaft", schreibt z. B. Spiegel online (15.8.2006), und was werden wohl die Flüchtlinge denken, die in ihre Häuser zurückkehren wollten und dort jetzt nur noch eine Ruine finden (siehe dazu auch http://focus.msn.de/politik/nahost/beirut_nid_33705.html über die Situation in Beirut). Noch wenige Stunden vor Kriegsende wurden die Angriffe mit auch in militärischen Kreisen heftig kritisierten Streubomben intensiviert, von denen 100.000 noch nicht explodiert seien und in der "Nachkriegszeit" weiter täglich Menschen töten (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,434435,00.html). Während des Krieges wurden zudem Phosphorbomben abgeworfen, die demnächst als chemische Waffen geächtet werden sollen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,443964,00.html). Und schließlich hat die israelische Armee auch die im Jahr 1997 von 152 Staaten geächteten Landminen eingesetzt (focus.de, 28.11.2006). Und ein Krieg zieht auch weitere Kreise: Bei einem Angriff soll z. B. auch der Bruder eines libanesischen Studenten aus Kiel ums Leben gekommen sein. Und dieser versuchte später wiederum, zwei Bomben in deutschen Regionalzügen zu zünden. Nach Ansicht von Experten sind solche privaten Tragödien oft der Auslöser dafür, dass sich jemand dem Terrorismus zuwendet. Wie also könnte man demnach den Terrorismus wirksam bekämpfen und wie wird er angeheizt?

Anmerkung
: Im Jahr 1982 kam es im Libanon sogar zu einer massiven Kriegshandlung einer angeblich "christlichen" Armee: Damals verübte die so genannte Phalangisten-Armee der kirchenchristlichen Maroniten das Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila nahe Beirut. Die israelischen Besatzer hielten den Maroniten dabei den Rücken frei. 2500 Palästinenser wurden wahllos ermordet, nachdem zuvor der maronitische libanesischen Präsidenten Baschir Gemayel ermordet wurde und man Palästinenser als Drahtzieher vermutete. Die Maroniten erkennen den römisch-katholischen Papst im Rom als ihr Oberhaupt an (Näheres dazu bei http://de.wikipedia.org/wiki/Sabra_und_Schatila).

Zum Kriegsverlauf des Libanon-Krieges
: Während drei bekannte israelische Schriftsteller (David Grossmann, A. B. Yehoshua, Amoz Oz) in der letzten Kriegsphase ein sofortiges beidseitiges Ende der Angriffe forderten
(Haaretz, 6.8.2006) und auch Rolf Verleger vom Zentralrat der Juden in Deutschland die Fortsetzung des Kriegs kritisierte (siehe http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/430907.html), meldete sich zu diesem Thema in Deutschland auch der außenpolitische Sprecher der CDU, das Vorstandsmitglied Eckart von Klaeden, zugleich Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, zu Wort. Er warf der Hisbollah vor, möglichst "viele Tote unter der Zivilbevölkerung beider Seiten" herbeiführen zu wollen (Bild, 5.8.2006). "Wir dürfen auf diese menschenverachtende Strategie nicht hereinfallen", so der führende evangelisch-lutherische Politiker. Was sollte das nun praktisch heißen? Es war offenbar eine weitere Rechtfertigung dafür, dass der Krieg erst einmal weitergehen müsse. Eine andere Rechtfertigung lautete seit dem 1.8.2006, der Krieg sei eine notwendige "Vorbereitung für die internationale Friedensmission" im Libanon, die seither vorbereitet wurde.
Dabei könnten folgende Entwicklungen allerdings eine Warnung sein: Nach dem Irak-Krieg der USA wurde das Land zur Operationsbasis für Terroristen (ca. 6500 Todesopfer seit "Kriegsende", davon ca. 40 getötete US-Soldaten monatlich, tägliche Selbstmordattentate). Und auch seit dem Afghanistan-Krieg der NATO verfällt dieses Land zunehmend in Terror und Chaos und die im Krieg scheinbar besiegten Taliban kommen wieder. 
Im Libanon kommen zu den Todesopfern und Verletzten momentan auch wirtschaftliche Schäden in Höhe von ca. acht Milliarden Euro hinzu, das Ausmaß der Ölpest noch nicht mit eingerechnet. (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,432293,00.html). Der Krieg hat solche "ökologischen Schäden" verursacht, dass auch die Landwirtschaft, die Lebensgrundlage der Bevölkerung, auf lange Sicht zerstört ist. "So hätten etwa die israelischen Luftangriffe auf den Süden des Libanons so schwere Umweltschäden angerichtet, dass dort die nächsten Jahre nicht mehr an Landwirtschaft ... zu denken sei." (dpa, 27.10.2006)

PS: Wer soll dafür aufkommen und wie genau soll denn die "internationale Friedensmission" die Friedens- und Versöhnungsbereitschaft der Bevölkerung fördern?

Im Nachbarland Syrien war in den letzten Kriegstagen "die Wut kaum noch kontrollierbar", so der Imam Muhammad al-Habash. Spiegel online schreibt: "´Das Volk glaubt, es habe die religiöse Pflicht, den Besatzern Widerstand zu leisten`, sagt er und erzählt von Familien in seinem Bekanntenkreis, deren Söhne sich in den letzten Tagen in den Dschihad verabschiedet haben. Vermutlich in den Libanon, da Syrien der Frustration noch kein Ventil bietet. Al-Habash ist ein Geistlicher, der für seine Weltoffenheit und Toleranz bekannt ist. ´Aber jedes Mal, wenn die Menschen hier Opfer von Israel werden, wird die Stimme der Gemäßigten immer leiser. Wir verlieren an Glaubwürdigkeit`, beklagt er. ´Wenn der Krieg weiter eskaliert, wird sich unser Volk von nichts mehr aufhalten lassen`." (10.8.2006; PS: Seit 2012 schlachten sich Syrer aufgrund massivster ausländischer Waffenlieferungen an Aufständische gegenseitig ab, bzw. ausländischen Islamisten haben die Kontrolle im Land übernommen)
Nun ist der Krieg tatsächlich kurzzeitig eskaliert, doch mittlerweile haben alle Seiten der UN-Resolution für eine Waffenruhe zugestimmt. Doch werden sich nun alle Kämpfer, die gerade erst in den Dschihad gezogen waren, der Führung der Hisbollah beugen, wenn diese die Waffen niederlegt? Oder ist das Leid des gerade gestoppten Krieges und der akuten Kriegsfolgen nicht schon der Keim für den nächsten Krieg? Auch die israelische Regierung hat bereits die Fortsetzung des Krieges angekündigt, wenn die Hisbollah sich nicht entwaffnen lässt. Währenddessen bauen jüdische Siedler im besetzten Westjordanland weiter illegal Häuser auf Grundstücken von Palästinensern, was von der Regierung gefördert wird (http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/448497.html). Man hört jedoch auch von einem jüdischen Rabbi, der palästinensischen Opfern beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern oder bei der Ernte hilft.
Die deutsche Regierung hat sich ebenfalls in den Konflikt hineinziehen lassen und schickte 2500 Soldaten im Rahmen der UN in den Libanon, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu unterbinden.
 


 

2007
 

7.7. / 8.7.2007 - Heinrichsfest: Katholisches Bamberg feiert Kriegsverbrecher - Nicht nur in Argentinien stehen derzeit Verbrechen mit kirchlicher Beteiligung oder unter kirchlicher Anleitung im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses (siehe dazu die nachfolgende Meldung). Auch in Deutschland ist dies - wenn auch weit gehend unausgesprochen - der Fall. So feiert z. B. das Erzbistum Bamberg im Jahr 2007 sein 1000jähriges Jubiläum. Bistumsgründer ist der König und spätere Kaiser Heinrich II., der in unzähligen Kriegen immer wieder unschuldiges Menschenblut vergossen hat (mehr dazu hier). Nach ihm ist auch das Heinrichsfest benannt, das am 7.7. und 8.7.2007 in Bamberg gefeiert wurde. Das Bistum Bamberg wurde mit dem Ziel gegründet, Andersgläubige wirkungsvoller vernichten zu können. Wörtlich heißt es in einem Dokument aus dem Jahr 1146 anlässlich der Heiligsprechung Heinrichs: "... dass das Heidentum der Slawen [die z. B. im angrenzenden Fichtelgebirge lebten] vernichtet werde." Dies lief auf die Zwangsbekehrung bzw. Ermordung der Menschen hinaus. Ein schlimmes Kriegsverbrechen war auch das grausame Massaker Heinrichs an den Einwohnern der italienischen Stadt Pavia in der Nacht vom 14. auf den 15.5.1004. Die Bevölkerung hatte zuvor die Krönung Heinrichs zum König der Langobarden missbilligt, die seiner späteren Kaiserkrönung im Jahr 1014 voraus ging. Die Kinder auf dem Heinrichsfest in Bamberg ließ man deshalb Heinrichs-Kronen basteln. Mehr zum Gründer des Bamberger Bistums und zu seiner Geschichte lesen Sie in Der Theologe Nr. 29 - 1000 Jahre Bistum Bamberg und St. Stephan - kein Grund zum Feiern.

Zum Vergleich: Auch die Protestanten in Bayern feiern ihren "Kriegsherren". Anlässlich des 50. Todestages von Landesbischof Hans Meiser hatte man das Jahr 2006 zum "Meiserjahr" erklärt. Der Landesbischof bejubelte z. B. den Überfall Nazi-Deutschlands auf Belgien, die Niederlande und Frankreich und die Besetzung dieser Länder im Jahr 1940 als einen Sieg, "wie er ähnlich in der Geschichte der Völker nicht gefunden wird". Doch bei der Ehre für Bischof Meiser regt sich allmählich Widerstand. So geht es seit 2006 in der öffentlichen Diskussion auch um die Umbenennung von Meiserstraßen. Ausführlich in Der Theologe Nr. 11.

Unsere Bitte: Die Kirchen können ihre Antisemiten, Inquisitoren, Kriegsherren und Menschenschlächter gerne feiern oder "bedenken", wie sie wollen, solange sie nicht gegen geltende Gesetze verstoßen (solches wird in begrenztem Umfang ja z. B. auch bei Neonazis nicht geahndet). Und das werden die Kirchen auch im 21. Jahrhundert weiter tun, denn sie haben sich in ihrem Wesen nicht geändert, sondern nur dem demokratischen Zeitgeist angepasst (vgl. z. B. Der Theologe Nr. 12). Aber sie sollen dies tun als römisch-katholische oder z. B. evangelisch-lutherische Kirche. Mit Jesus, dem Christus, hat das alles jedoch nicht das Geringste zu tun, denn er lehrte und verkörperte das Gegenteil von dem, was die Kirche aufs Ganze gesehen lehrt und tut. Deshalb sollten die Kirchen endlich so ehrlich sein und sich nicht mehr "christlich" nennen. Siehe dazu auch Der Theologe Nr. 25.
 



14.8.2007 - Das Bibel-Bekenntnis des Waffen-Lobbyisten - Der intensiv gläubige evangelisch-lutherische Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, sagt: "Der ungeheuerlichste und unglaublichste Satz im Neuen Testament ist der von Jesus: ´Niemand kommt zum Vater denn durch mich.` Das ist der Satz, der uns von allen anderen Religionen unterscheidet." (idea.de, 14.9.2007)
Volker Kauder "
steht in der Kritik, Waffenexporte der Firma Heckler & Koch zu unterstützen und bei der Abwicklung von Aufträgen zu helfen. Die Wochenzeitung Die Zeit nennt Kauder einen ´gewichtigen Fürsprecher` des in seinem Wahlkreis ansässigen Waffenherstellers. Ein Zusammenhang zwischen hohen Spenden der Firma an die CDU und eines Einsatzes von Kauder für Heckler & Koch wird aber seitens der Firma verneint." (Wikipedia, Stand: 9.9.2009)
 


2008


4.6.2008 - Beispiellose Aufrüstung der USA: 5 % der Weltbevölkerung und 68 % der Weltrüstungsausgaben / Auch andere Länder rüsten auf - Den überwiegend kirchenchristlichen Politikern in den USA wird ihre beispiellose Hochrüstung früher oder später zum Verhängnis werden. Denn was der Mensch sät, das wird er einst ernten. 68 % der Weltrüstungsausgaben entfallen auf die USA, einschließlich der Kosten für die Kriege im Irak und Afghanistan. Doch auch die anderen Ländern rüsten beispiellos hoch - von 2002 bis 2006 ist weltweit eine Steigerung von 30 % erzielt worden. Erstmals wurde die Billionen-Grenze pro Jahr überschritten (http://www.focus.de/panorama/diverses/friedensgutachten-2008-friedensforscher-kritisieren-us-ruestungspolitik-massiv_aid_306021.html) (vgl. auch unsere Meldung hier). Mit 30 Milliarden Dollar könnte man das Welthungerproblem lösen. Doch die Mächtigen dieser Welt rücken diese verhältnismäßig kleine Summe nicht heraus. Stattdessen verwenden sie ungeniert 1.200 Milliarden = 1,2 Billionen, also das 40-fache, für immer teurere und bessere Waffen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,557545,00.html). Dieser Wahnsinn lässt sich auf Dauer nicht fortsetzen. Und wer daran beteiligt ist, sollte sich zumindest klar von Jesus von Nazareth distanzieren. Denn Jesus von Nazareth sagte einst z. B.: "Was ihr den Geringsten meiner Brüder und Schwestern nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan." Die Zeituhr tickt.

Siehe dazu auch das Friedensgutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute: http://web49.server4.host-4-you.de/
 




5.10. / 6.10.2008 - Glaubenswahn um die Wiederkunft von Jesus: Manche denken, deshalb ungeniert Kriege führen zu können - Folgende Meldung könnte manchen hellhörig machen: Die Vizepräsidenten-Kandidatin der Republikaner, Sarah Palin, "bekräftigte ihre Einschätzung, die US-Soldaten im Irak erfüllten eine Aufgabe Gottes" (Bild, 12.9.2008; siehe hier). "Ich glaube, dass es einen Plan für diese Welt gibt und dass dieser Plan für die Welt gut ist", so die Politikerin. Bekanntlich gehört die Kandidatin einer bibelfundamentalistischen evangelischen Kirche an (siehe hier). Was die Anhänger dieses Glaubens so gefährlich macht, wenn diese politische Verantwortung tragen: Sie glauben, dass die Rechtgläubigen ungeniert an der Eskalation der Apokalypse mitwirken können, wie sie in der Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament, prophezeit wird. Für manche derart Gläubigen bedeutet das: Irgendwann seien eben z. B. die Atombomben oder die B- oder C-Waffen fällig und könnten einem angeblichen "Plan Gottes" zufolge abgeworfen werden. Schließlich würde ja - wenn alles auf die Spitze getrieben wurde - Jesus wiederkommen und Partei für die eigene Seite ergreifen und das ganze Desaster dann mit einem Streich in Ordnung bringen. Was für ein Wahn!

Dieses Denken ist auf jeden Fall "gut evangelisch" und vielleicht auch katholisch, doch niemals christlich. Und "für alle Fälle" hat man auch noch eine Hintertüre mit eingebaut: Käme Jesus nämlich noch nicht im Diesseits wieder, so funktioniere es mit dem angeblichen Heil doch zumindest im Jenseits, auch wenn man die Welt zuvor in die Luft jagt. So verkündete schon der erste Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD, Landesbischof Otto Dibelius (1880-1967). Selbst "die Anwendung einer Wasserstoffbombe sei vom christlichen Standpunkt aus nicht einmal eine so schreckliche Sache, da wir alle dem ewigen Leben zustreben." Wenn eine solche Bombe eine Million Menschen töte, so erreichten die Betroffenen "umso schneller das ewige Leben" (zit. nach Manfred Görtemaker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Beck-Verlag, München 1999, S. 259). Aber so wird das nicht funktionieren.

Anhänger der These, dass Jesus mit einem Mal alles "neu" mache, berufen sich zwar auf die Offenbarung des Johannes, wie sie in der Bibel der Kirchen steht und wo Christus durch Prophetenwort tatsächlich sagt: "Siehe ich mache alles neu" (21, 5). Doch wie ist das gemeint? Es ist nicht so gemeint, dass Christus das Gesetz von Ursache und Wirkung außer Kraft setzen würde. Demnach ernten die Menschen, was sie zuvor an Negativem angerichtet haben, wenn sie dieses nicht ernsthaft bereut und wieder gut gemacht haben und wenn ihnen ihre Opfer noch nicht vergeben haben. Christus beginnt jedoch, im Kleinen dort "alles neu" zu machen, wo man ganz praktisch tut, was er lehrte; d. h., auch seine Friedensbotschaft konsequent befolgt, wozu auch ein politischer Pazifismus gehört ("Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch fluchen"; "Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen" usw.). Wenn immer mehr Menschen diese Lehre befolgen, so Jesus, dann verhält es sich mit dem Reich Gottes wie mit einem Senfkorn; einst nur ein kleiner Same. Doch eines Tages nisten Vögel in den Zweigen des zum Baum heran gewachsenen Korns. (Matthäusevangelium, Kapitel 13)

Wer hingegen glaubt, Kriege führen und den Planeten Erde vernichten zu können und bei der "Wiederkehr von Jesus" - wie durch einen Zauber - hauruck von den grausamen Folgen befreit zu werden, der ist einem nach Schwefel stinkenden Zauber verfallen, und er verhöhnt einmal mehr den größten Friedensstifter der Menschheit. Es denkt dann ähnlich wie manche islamistische "Gotteskrieger", von denen man offenbar einige dazu verführt hat, zu glauben, nach einem "Märtyrertod" im Krieg im Jenseits angeblich von "Jungfrauen" verwöhnt zu werden. Doch das Erwachen wird hier wie da anders sein (vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 2 über das Gesetz von Saat und Ernte) - und besonders furchtbar für den, der in seinem kirchlichen, islamistischen oder anderem Glaubenswahn nicht nur einzelnen Menschen Leid zufügte, sondern Millionen ...
 


 


2.11.2008 - Ex-Kultusminister in Spanien - "Die Kirche sieht den Bürgerkrieg immer noch als Kreuzzug" - Der spanische Bürgerkrieg von 1936-1939 kostete Hunderttausenden von Menschen das Leben. Dabei kam der Diktator Franco auch dank massiver Unterstützung durch die Kirche an die Macht und führte "gewaltsame Säuberungen" im Land durch. Erst nach seinem Tod im Jahr 1975 konnte sich Spanien mit Unterstützung von König Juan Carlos zur Demokratie entwickeln. Doch Ex-Kultusminister Jorgé Semprun erklärt, wie die Kirche heute weiterhin alte Seilschaften knüpft und die Gesellschaft indoktriniert:
"V
on den Republikanern ermordete Priester werden heute selig gesprochen. Die Erinnerung an die getöteten Republikaner hingegen darf nicht wachgerüttelt werden", so Semprun. Oder: "Die Kirche hat sich immer noch nicht kritisch distanzieren können von ihren Positionen des Bürgerkriegs. Sie sieht den Krieg immer noch als Kreuzzug."
Ein Beispiel:
"
Bei den Prozessionen zur ´Semana Santa`, zur Karwoche, in Sevilla wird die Statue der Jungfrau von Macarena durch die Straßen getragen. Niemand erinnert daran, dass diese Statue noch heute, nach all den Jahren, bei den Prozessionen die Schärpe von Francos General Queipo de LLano trägt. Queipo de LLano ist der General, der Sevilla angegriffen hat, der für seine Unterdrückung und seine faschistoiden Ansichten bekannt war". (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,587669,00.html)
Der lange kalte Atem der Kirche ist bekannt. Und der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers sagte einmal
: Nach wie vor stehe der "biblisch fundierte Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirche "ständig auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen." (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, München 1988, S. 73)
 



2009

 

17.8.2009 - Welthungerhilfe mit heftiger Kritik an Bundeswehr - "Die so genannte zivil-militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr sei ein Sündenfall, schreibt Welthungerhilfe-Vorstandschef Wolfgang Jamann in einem Gastbeitrag für die ´Bild am Sonntag` und macht damit die deutsche Militärstrategie verantwortlich für die Gefährdung von Entwicklungshelfern. Die Vermischung von Militär und Wiederaufbau habe erheblichen Schaden angerichtet. Oppositionelle Kämpfer griffen auch Entwicklungshelfer an, obwohl diese politisch neutral und nur der humanitären Hilfe verpflichtet seien ... Als Konsequenz verlangt Jamann eine strikte Trennung von Militäreinsätzen und Entwicklungshilfe." (Netzeitung, 17.8.2009, http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1433519.html)
 




13.12.2009 - Ist Krieg notwendig? Wer sagt die Unwahrheit? Der evangelische Friedensnobelpreisträger Barack Obama oder Jesus von Nazareth? - Der US-Präsident Barack Obama hat anlässlich der Verleihung des so genannten "Friedensnobelpreises" an ihn die Ausweitung des Afghanistan-Krieges gerechtfertigt: 30.000 zusätzliche Soldaten zur völligen Vernichtung der einheimischen islamistischen Taliban. Mit rhetorischem Geschick (wodurch in der Geschichte der Menschheit jedoch noch nie ein Problem gelöst wurde) hat er die Zuhörer einmal mehr geblendet, indem er sagte "Krieg ist manchmal notwendig". Er könne sich nicht nur an Martin Luther King oder Mahatma Gandhi orientieren, und er verwies zur Rechtfertigung des Krieges auf das Verhalten von Nazi-Deutschland und El Kaida.
Jesus von Nazareth sagte jedoch sinngemäß:
"Liebet eure Feinde / Tut Gutes denen, die euch hassen / Segnet, die euch fluchen / Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen / Halte dem Feind auch einmal die andere Backe hin / Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, bevor du aufgrund des Splitters im Auge deines Nächsten einen Krieg gegen ihn beginnst ..."
Der evangelisch-lutherische US-Präsident weiß es jedoch besser, denn die Kirche hat die Lehre von Jesus "verbessert", wie es schon der Großinquisitor in Dostojewskis Roman Brüder Karamasov erklärte. 60 Millionen Tote und ein Kontinent in Schutt und Asche im 2. Weltkrieg waren und sind für Barack Obama und seine kirchlichen Glaubensbrüder im Rückblick das "kleinere Übel". Doch hat überhaupt einmal auch nur ein Politiker ernsthaft darüber nachgedacht, ob die Vorschläge von Jesus von Nazareth vielleicht zu weniger Blutvergießen, zu weniger Zerstörung, zu einem wirkungsvolleren Ende der Tyrannei und letzten Endes zu einem nachhaltigeren Frieden geführt hätten? Damals und heute? Nein. Mahatma Gandhi war im Hinblick auf Angriffe gegen Hitler-Deutschland offenbar äußerst skeptisch und hat diese wohl nicht befürwortet, da er anscheinend wusste, dass Adolf Hitler und seine Tyrannei sich im Gesetz von Saat und Ernte früher oder später selbst zerstören und dass jede eigene Attacke auf einen selbst zurück fällt. Aber das will man heute nicht mehr hören.
Denn die Kirche hält Jesus praktisch für einen Lügner
. Für einen letztlich idealistischen Spinner (auch wenn man es offen so nicht sagt), nach dessen Lehre man keinen Staat regieren kann und der gegenüber Adolf Hitler und seinen Armeen mit seiner Lehre jämmerlich versagte. Genauso wie Jesus heute gegenüber El Kaida jämmerlich versagt (Dafür habe er uns ja durch seinen angeblichen "Sühnopfertod" erlöst). Und der auch in Zukunft erbärmlich versagt, falls einmal ein Mann wie Adolf Hitler und seine Verbündeten in Zukunft vielleicht sogar Atomwaffen einsetzen würden. Dann müsse man eben mit dem Abwurf seiner eigenen Atombomben dagegen halten oder dem "Feind" sogar mit Atombomben zuvorkommen, um die "Bösen" überall in die Schranken zu weisen. Aber keinesfalls könne man die Bergpredigt des Jesus von Nazareth anwenden und dem Feind gegenüber Gutes tun, vielleicht gemäß der Goldenen Regel "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, dass tut ihr ihnen auch". Wo käme man denn da hin, wenn das auch gegenüber den Taliban in Afghanistan gelten würde? Am Ende kämen viele von ihnen ins Nachdenken und würden umkehren. Und deshalb hat man Jesus auch ermordet, und er käme nie für den "Friedensnobelpreis" in Frage. Die Evangelisten der Bibel hätten wahrscheinlich nur vergessen, die Liste mit den Ausnahmen in die Bibel hineinzuschreiben, gegenüber denen die Lehre von Jesus nicht gelte, so ein bestimmtes Denken. Aber dafür hätten wir ja heute die konfessionellen Priester und Pfarrer.
 
Die Kirche ist nicht in der Lage, eine einzige Mücke neu zu erschaffen, doch sie erlaubt den Menschen das Töten von Menschen und Tieren ohne Ende.

Dabei leugnen die Kirche und die ihr ergebenen Politiker auch die Reinkarnation. Denn die 60 Millionen ins Jenseits gebombten Kriegsopfer 1939-1945 konnten wohl größtenteils wieder reinkarnieren - darunter auch alle diejenigen, die im Krieg Täter und Opfer zugleich waren. Und sie machen unter veränderten Zeitbedingungen mit ihrem Charakter dort weiter, wo sie im letzten Leben aufgehört haben: Und dazu gehört einmal mehr Krieg und Zerstörung, wenn sie wie Barack Obama glauben, dass dies hier und da eben notwendig sei. Gestern war es Hitler, heute El Kaida, morgen vielleicht wieder eine russische Regierung und am Ende der ganze böse gewordene Planet Erde, der sich gegen die "friedliche" Menschheit unter Führung des Kirchenchristentums verschworen habe. Einstweilen werden aber erst einmal weiter "Friedensnobelpreise" verliehen, solange es solche Preise noch gibt. Für die, welche am besten reden können?
 



2010

2011

23.4. / 15.5.2011 / 19.2.2012 / 12.3.2014 - Libyen - Bischof für den Krieg / Die militärische Überlegenheit wird immer mitgedacht - Seit 2000 Jahren verhöhnen die Kirchen und ihre Militärpfarrer die Zehn Gebote, wozu "Du sollst nicht töten" gehört und die Bergpredigt des Jesus von Nazareth, indem nahezu jeder Krieg von der Kirche gefordert oder gefördert und gesegnet wurde. Die kirchlichen Gründe dafür sind jeweils dem Zeitgeist angepasst, so dass sie dem Volk möglichst einleuchtend und menschlich vernünftig erscheinen. Dies gilt auch für den Libyen-Krieg, den der Westen erst nach Monaten mit der Brechstange "gewonnen" hat, obwohl die UNO nur "erlaubt" hatte, die libysche Luftwaffe daran zu hindern, Angriffe in Aufstands-Gebieten zu führen. Das Ergebnis ist mittelfristig [2014] ein Zusammenbruch der Infra-Struktur im Land und ein Fall in Chaos, Anarchie und Elend, wobei verschiedene rivalisierende Milizen um die Macht und die Herrschaft kämpfen - darunter die brutalen Islamisten der IS - und es immer mehr Flüchtlinge gibt. Siehe dazu unsere Meldung vom 7.3.2014: Libyen versinkt im Chaos.

Auch hier zeigt sich ein satanisches Prinzip: Aus einem kleinen bisschen Krieg (dem kleinen Finger) wird schnell ein großer Krieg (die ganze Hand), und wie leicht kann dadurch ein ganzer Weltenbrand ausgelöst werden. Bekanntlich reicht ein kleiner Feuerfunke, um einen Strohhaufen zu entzünden, der wiederum die Scheune in Brand setzt, was wiederum auf die angrenzenden Gebäude übergreift usw. usw.

Jesus von Nazareth lehrte niemals die Kriegs-Kompromisse und schon gar nicht, wie es die Kirche tut, dass man manchmal angeblich "notgedrungen" eben sehr, sehr viel töten müsse, um angeblich noch viel mehr Tötungen zu verhindern, wie es immer heißt - ein nur scheinbar logisches Argument, das nie aufgeht und das ein weiterer Verrat an Jesus, dem Christus ist, der niemals solches auch nur dachte.

Dies wurde in diesen dunklen Karfreitags- und Ostertagen 2011 auch wieder deutlich, als der Münchner Kardinal Reinhard Marx die "Bundesregierung in der Libyen-Politik zur Geschlossenheit mit den westlichen Verbündeten" aufruft (z. B. focus.de, 23.4.2011). Denn was heißt das genau? Während sich die deutsche Regierung mit dem zumindest minimal besonnenen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bis dahin nicht am Krieg gegen Libyen beteiligte und dafür massive Kritik der "westlichen Verbündeten" erntete, schlug sich der Kardinal nun eindeutig auf die Seite des Kriegslagers.

Dabei ist folgendes zu bedenken: Diese ständige Kriegsbefürwortung der Kirchenmänner als "letztes Mittel" setzt ja voraus, dass man immer von der militärischen Überlegenheit des eigenen Lagers ausgeht, da man natürlich immer mitdenkt, dass man diesen Krieg dann auch "gewinnt". Also ist die Kirche immer auch für die Hochrüstung und die militärische Überlegenheit, auch wenn sie dies mit ihren Worten oftmals geschickt verschleiert oder gar hinter gegenteiligen Bekundungen verbirgt.

PS: In Libyen herrschte Anfang 2012, wenige Monate nach dem NATO-Krieg, das blanke Chaos. "Stammeskämpfer rebellieren, Studenten verprügeln Politiker. Die neuen Machthaber reagieren hilflos" (spiegel.de, 26.1.2012), Ghadaffi-Anhänger erobern eine Stadt zurück. 2013 wurde kurzerhand einmal der Regierungschef von islamistischen Rebellen entführt, dann wieder frei gelassen. Und was predigen jetzt die Kirchenführer? Und was machen die Politiker in den NATO-Ländern jetzt? Siehe dazu auch unsere Meldung Terror gegen frühere Regierungs-Unterstützer.

Der Kosovo-Krieg hat keinen Frieden gebracht, der Afghanistan-Krieg hat keinen Frieden gebracht, der Irak-Krieg hat keinen Frieden gebracht, der Libyen-Krieg hat keinen Frieden gebracht, doch ein Syrien-Krieg würde doch wohl den "Frieden" bringen, wenn nur die "richtige" Seite gewinne - so hört man bereits wieder von klerikaler Seite.
 



2012


21.2.2012 - Waffenschmiede Deutschland wird von uns Steuerzahlern subventioniert - Von deutschem Boden sollte nie wieder ein Krieg ausgehen, so hieß es früher, und so haben es viele Zeitgenossen noch im Sozialkunde-Unterricht in der Schule gelernt. Aber die Waffen für die weltweiten Kriege könne Deutschland schon liefern. So ist das Land nach den USA und Russland drittgrößter Waffenexporteur der Welt und exportiert Waffen im Wert von 3,1 Milliarden Euro [2010]. Zum Vergleich: USA: 6,9 Milliarden, Russland 6,6 Milliarden, Frankreich 1,6 Milliarden, Großbritannien 1 Milliarde, China 880 Millionen Euro.
Wobei diese Exporte nicht so laufen, dass die Rüstungskonzerne in Deutschland die Waffen bauen und liefern und die Empfänger in aller Welt die Waffen bezahlen. Die Steuerzahler, das heißt wir alle, subventionieren das Wachstum des Waffenhandels. Außerdem: Der Hauptabnehmer der deutschen Waffen ist z. B. Griechenland, und da stellt sich die Frage, ob der deutsche Steuerzahler nicht noch weit mehr als die Subventionen für die Rüstungsindustrie bezahlen muss.
 
Auch beim Export von Jagdwaffen zur Vernichtung von Tieren ist Deutschland sogar weltweit an zweiter Stelle nach Italien.

In Wikipedia ist beim Artikel "Rüstungsindustrie" zu lesen [Stand: 21.2.2012]: "In den Reihen der Friedensbewegung, der Friedensforschung aber auch der Gewerkschaften werden seit den 1980er Jahren Konzepte der Rüstungskonversion entwickelt, wie der Übergang von militärischer zu ziviler Produktion gestaltet werden kann. Diese Konzepte werden zur Zeit nicht umgesetzt, es ist eher der gegenläufige Trend zu beobachten."
Im Grundgesetz heißt es dazu in Artikel 26 GG, Abs. 2: "Zur Kriegführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden." Und hier wird natürlich kräftig genehmigt, was das Zeug hält.

So wird nun z. B. ein hochmodernes U-Boot die Krisenregion Nahost nach Israel geliefert, wo ein Krieg gegen den Iran droht. Es gibt furchtbare Schreckensszenarien mit Atomwaffen, wo man nur hoffen kann, dass sie nie Wirklichkeit werden. In diesem Zusammenhang bedeutsam: "Angeblich soll das Boot auch über die Kapazitäten verfügen, Atomwaffen einsetzen zu können." (ntv.de, 21.2.2012)
Das U-Boot kostet 550 Millionen Euro und die Bundesregierung gibt von den Steuereinnahmen bis zu 135 Millionen Euro an Subventionen nur für dieses eine Boot, damit der Kunde nicht so viel dafür bezahlen muss und der Rüstungskonzern trotzdem bekommt, was er will. Und das ist ja nicht die einzige Waffen-Subvention. Das heißt: Wir alle, die Bürger, müssen mithelfen, dass der Waffenhandel bzw. die Waffengeschäfte auf Touren kommen. Was werden wohl die langfristigen Folgen sein? Denn auch auf diesem Gebiet gilt: "Was der Mensch sät, das wird er ernten."
Von den Kirchen hört man dazu nicht viel, was auch nicht verwundert: Auch über die Beschäftigten der Waffenindustrie, überwiegend Katholiken und Protestanten, werden ja Millionen an Kirchensteuern abgeführt.
So wird dem lutherischen CDU-Vorsitzenden Volker Kauder auch Lobby-Politik für den Waffenkonzern Heckler & Koch in seinem Wahlstimmkreis vorgehalten.

 



28.5. / 1.6.2012 -
Generalinspekteur a. D. Wolfgang Schneiderhan wünscht weiterhin eine Wallfahrt für Soldaten auf Staatskosten / Strafanzeige gegen Militärbischof Overbeck wegen dessen Behauptung "Ohne Religion gibt es kein Menschsein" - Zur alljährlichen staatsfinanzierten Soldatenwallfahrt der Bundeswehr nach Lourdes sagt er: "Wir haben hier in Lourdes eine gemeinsame Idee im Glauben, im katholischen Glauben. Es wäre eine Katastrophe, wenn das dem Rechenstift zum Opfer fiele. Hier finden die Menschen eine Orientierung - und das ist das Entscheidende" (zit. nach domradio.de, 23.5.2012). Mehr zur Soldatenwallfahrt nach Lourdes siehe auch hier.
Aktualisierung [1.6.2012] - Bei der Soldatenwallfahrt nach Lourdes im Jahr 2012 gab es einen - im wahrsten Sinne des Wortes - "Tiefschlag" durch Militärbischof Exzellenz Dr. Franz-Josef Overbeck, der dort unter anderem die Soldaten auf Staatskosten lehrte: "
Ohne Religion gibt es kein Menschsein". Damit spricht der katholische Bischof Menschen "ohne Religion" praktisch das Menschsein ab. Was dabei genau im Kopf und im Gemüt des Bischofs vorgeht, mag für manchen schleierhaft sein. Jedoch lassen sich die Menschen von den Kirchenführern so etwas nicht mehr gefallen. Es sind bereits drei Strafanzeigen gegen Bischof Overbeck gestellt worden, u. a. durch Dr. Heinrich Klussmann von der Giordano-Bruno-Stiftung in München. Lesen Sie diese Strafanzeige unter
http://gbs-muc.de/sites/default/files/download/hklussmann-anzeige-gegen-bischof-overbeck.pdf
 



28.9.2012 - Militärseelsorge in Afghanistan - "Sterben ist nicht schlimm" - Lesen Sie http://www.taz.de/Militaerseelsorger-ueber-Tod-im-Krieg/!102554/
Zum Vergleich: Ein evangelisch-lutherischer Pfarrer bildete im 2.Weltkrieg Heckenschützen aus. Als Beispiel wird geschildert, wie ein russischer Verkehrspolizist aus der Distanz zu Ausbildungszwecken ermordet wurde.
 


2013


27.4.2013 - Wie bekommen die Kirchenmänner die "richtigen" Waffen in die "richtigen" Hände? - Tonnenweise wurden bereits Waffen an die Aufständischen in Syrien geliefert, obwohl in deren Reihen die Islamisten, die einen Gottesstaat Syrien anstreben, offenbar die stärkste Gruppe sind. Auch al-Quaida ist Teil der Aufständischen, und sie schicken westlichen Medienberichten zufolge aus vielen Ländern ihre Leute zum Töten nach Syrien. Doch Politiker im Westen glauben anscheinend einmal mehr, hier irgendwie die "Oberhand" behalten zu können und sorgen sich vor allem darum, wer in diesem Krieg letztlich die Chemiewaffen in die Hände bekommt, wenn man gegen den, der sie momentan besitzt (die derzeitige Regierung), Krieg führt. Wer schnappt sich also das Sarin?

Da der US-amerikanische Kriegsheld John Rambo, der gemäß einem Hollywood-Drehbuch im Alleingang die Chemiewaffen aus Syrien rausholen könnte, eben nur eine Filmfigur ist (Rambo I, Rambo II in Vietnam, Rambo III in Afghanistan, Rambo IV in Birma) und nicht real, droht die Gefahr, dass al-Quadi die Waffen bekommt, so manche Politiker, nachdem diese dank des westlichen Krieges gegen die Regierung Assad schon die großen Ölfelder kontrollieren und damit riesige Einnahmequellen haben.
Deshalb: "
Ziel müsse es sein, die richtigen Waffen in die richtigen Hände zu bringen", so US-Senator Lindsey Graham (bild.de, 27.4.2013). Graham ist Mitglied der Southern Baptist Convention, der größten evangelischen Kirche der USA und einer der Haupt-Befürworter für Waffenlieferungen an die Aufständischen. Und ein Pfarrer der Baptisten ist übrigens auch der ukrainische Übergangspräsident Turtschinow, der durch den Putsch des so genannten Maidan-Aufstandes dort an die Macht kam.
Doch wie bekommen die Kirchenmänner nur die "richtigen" Waffen in die "richtigen" Hände? Hier gab der Erzbischof Kardinal Meisner aus Köln vom Januar 2010 an die NATO die entsprechenden Hinweise: "Einem Gott lobenden Soldaten könne man getrost die Waffen überlassen, denn in betenden Händen ist die Waffe sicher" (zit. nach hinter-den-schlagzeilen.de). Zur Überprüfung dieser Aussage verhilft ein einfacher Blick in die Erfahrungen von 2000 Jahren Kirchengeschichte.
 



 

Wie die Kirche den Teufel mit dem Beelzebul
austreiben will

Lesen Sie auch: Das kirchliche Reden vom Krieg als "letztem Mittel" - Die militärische Überlegenheit des eigenen Lagers wird dabei immer mitgedacht, denn natürlich macht der Krieg als "letztes Mittel" nur Sinn, wenn er auch militärisch gewonnen wird. Deshalb ist die Kirche unausgesprochen immer für Hochrüstung, auch wenn man vordergründig hier und da anders spricht. Letztlich handelt man frei nach dem Motto: "Wir besiegen ´Teufel`, indem wir teuflischer sind als der Teufel." Doch schon Jesus von Nazareth lehrte, man können den Teufel nicht mit dem Beelzebul austreiben. Und wer ist am Ende der Schlimmere? Der Teufel oder der Beelzebul? Was Christus lehrte, siehe hier. Wer so handelt, ist "christlich", alles andere sind Anleihen aus dem Hause Beelzebul - ein Name, der zurück geht auf den Gott "Baal", dem die Institutionen Kirche in Wahrheit dient.
Seit mehr als eineinhalb Jahrtausenden verhöhnen die Institutionen Kirche den Pazifisten Jesus von Nazareth, indem die Kirchenführer sagen: "Wir folgen Dir nicht. Wir wenden Gewalt an, denn wir wissen besser als Du, was richtig ist." Aber dann sollten sie endlich auch ehrlich sein und sich öffentlich von Jesus, dem Christus, distanzieren. Dann wissen auch die Menschen Bescheid: Wer Christus ehrlich nachfolgen möchte und tun möchte, was er lehrte, kann dies nicht mit der Kirche tun.

 


 

16.6.2013 - Krieg aufgrund von "Erbsünde"? Die Verhöhnung von Christus durch die evangelisch-lutherische Kriegskirche - Die Kriege rücken immer näher an Deutschland heran, und die Politiker gehen immer lockerer damit um. Schon lange werden die modernen deutschen Waffen Jahr für Jahr in ca. 140 Länder exportiert und von dort auch in Kriegsgebiete. Die moralische Legitimation liefern die Großkirchen, die katholische und die evangelische. Die katholische Kirche legt Bedingungen für einen gerechten Krieg fest, im krassen Gegensatz zu Jesus von Nazareth, der niemals Bedingungen für einen scheinbar "gerechten" Krieg austüftelte.
Eine Verhöhnung der besonderen Art leistet sich jedoch die evangelisch-lutherische Kirche, denn sie verankert ihren Kriegslehren noch etwas grundsätzlicher in ihrem Lehr- (um nicht zu sagen Lügen-) Gebäude.
Hier sei an das Interview mit dem Präses der Lutheristen, Nikolaus Schneider, vom 15.5.2011 mit der Welt am Sonntag erinnert. Damals ging es um den "Krieg gegen den Terror", der ja nach wie vor geführt wird. Der protestantische Kirchenführer sagte damals:
"Mit solchen Feinden kann man keinen Frieden schließen. Die muss man eingrenzen. Da kann am Ende eine Situation eintreten, in der man Schuld auf sich lädt und solche Feinde tötet … Gegengewalt kann geboten und notwendig sein … Schuld lässt sich nicht vermeiden. Im Verständnis der Erbsünde liegt ein Alleinstellungsmerkmal des Christentums gegenüber dem Judentum und dem Islam. Dort besteht die Auffassung, man könne gerecht leben. Wir sagen: Das geht nicht."
Was der Präses hier als "Alleinstellungsmerkmal" bezeichnet, ist der Kern der Verhöhnung. Ausgerechnet Jesus, dem Christus, der wie kein anderer in seiner Bergpredigt den Weg zu einem "gerechten Leben" aufzeigte und der sogar lehrte "Werdet vollkommen wie Euer Vater im Himmel vollkommen ist", wird das kirchliche Hirngespinst einer angeblichen Erbsünde unterschoben, so dass weder Juden noch Moslems noch Atheisten noch Andersgläubige erfassen können, was Christus im Gegensatz zu diesem Unsinn wirklich lehrte.
So wird im Vorfeld des auch für die übrige Welt immer bedrohlicheren Syrien-Krieges versucht, die Stimme des Jesus, des Christus, auszuschalten, indem man antichristliche Lehren zu diesem Thema unter dem Namen "christlich" verbreitet. Deshalb in aller Klarheit: Kirche und Christus sind krasse Gegensätze. Oder anders gesagt: Katholisch und evangelisch einerseits und christlich andererseits sind völlig gegensätzliche Glaubensrichtungen.
 



 

Die unheilvollen Zeichen aus der Natur ...
Während die Nation mit gezieltem Einsatz von Emotionen auf einen US-Feuersturm in Syrien vorbereitet wird, brannte und brennt immer noch in den USA der Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Bereits ca. 21 % der Fläche, 960 Quadratkilometer, der einmaligen US-amerikanischen Naturoase sind bereits abgebrannt (tagesspiegel.de, 29.8.2013; spiegel.de, 2.9.2013), und vor allem Tiere starben einen elenden Tod, nachdem ein Jäger dort ein Feuer gemacht hatte ...

Geistige Zusammenhänge werden von den Politikern wie immer verworfen, denn laut ihrem Kirchenglauben habe das eine mit dem anderen nichts zu tun, und Warnungen vor ihrem geplanten Tun - auch aus der geistigen Welt - werden von ihnen und ihren im Hintergrund wirkenden Pfarrern (mit ihrem Kirchengott) in den Wind geschlagen.

... und auch die Kinowelten rücken näher
Und wer an keine Zufälle glaubt, der könnte auch den aktuellen Filmen aus Hollywood eine gewisse Bedeutung beimessen. "Wieso die Welt in dieser Saison gleich zwei Filme braucht, in denen das Weiße Haus gestürmt wird, wäre ebenfalls eine Überlegung wert", schreibt welt.de am 3.9.2013. Olympus has fallen von Antoine Fuqua und White House Down von Roland Emmerich.

 

"Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" - Krieg gegen Syrien auch mit deutschen Waffen

Vor allem die streng islamischen und superreichen Öl-Staaten Saudi-Arabien, Kuwait und Vereinigte Arabische Emirate wollen sich für einen Krieg gegen Syrien mit den USA militärisch verbünden (spiegel.de, 3.9.2013). Sie hatten sich ja auch eben erst 2012 mit neuen Waffen aus Deutschland eingedeckt und ihrerseits wohl auch Waffen an die islamistischen Aufständischen in Syrien weiter geleitet.
In der Süddeutschen Zeitung heißt es: "Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate: Deutsche Firmen exportieren 2012 deutlich mehr Rüstungsgüter in die Golfstaaten. Allein Saudi-Arabien kauft für 1,2 Milliarden Euro-" (sueddeutsche.de, 22.2.2013)
So könnte der "Tod als Meister aus Deutschland" bei dem geplanten Krieg gegen Syrien auch einmal ganz praktisch seine präzisions-tödliche "Qualität" beweisen.
Die Hersteller dieser Waffen in Deutschland haben von ihrem Lohn darüber hinaus Unmengen an Kirchensteuern bezahlt, so dass man von einem kirchlich-islamistischen "Segen" sprechen kann, der auf diesen Geschossen ruht.

 

Was lehrte der "ursprüngliche" Franziskus zum Krieg?

"Franziskus von Assisi war damals dem Aufruf Papst Innozenz III. gefolgt und schloss sich dem Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems an. Doch was er dabei erlebte, ließ ihn an dem Vorhaben stark zweifeln. Franziskus versuchte daher, die Kreuzritter von der geplanten Schlacht am Nildelta abzuhalten und sagte ihnen sogar die Niederlage voraus, wenn sie nicht auf ihn hören sollten. Aber man hörte nicht auf ihn, - und verlor die Schlacht ... Auf seine Bitte hin wurde er [auch] zum Sultan gebracht, denn mit ihm wollte er sprechen. Dieses Gespräch dauerte schließlich mehrere Tage. Ein Bericht erzählt, dass Franziskus sogar ein Gottesurteil als Alternative zur Schlacht und zum Krieg angeboten hatte (um das Leben vieler Unschuldiger zu schonen). Doch wie seine Kreuzritter zuvor, so nahm auch der Sultan seinen Vorschlag nicht an." (theology.de, Rundbrief Nr. 9/2013)

Dazu die Frage: Warum ein "Gottesurteil", also eine Art Los, wer die Herrschaft und die weltliche Macht ausüben dürfe? Warum nicht eine unmissverständliche Aufforderung an die kirchlichen Angreifer, sich zurück zu ziehen und den Namen von Christus nicht weiter in den tiefsten Schmutz zu ziehen? Dazu war Franz von Assisi zu sehr in die Struktur der päpstliche Kriegsmaschinerie eingebunden, in deren Tross er ja mit aufgebrochen war. Aber die Befolgung seines Vorschlags hätte immer hin zu einem Rückzug der angreifenden Katholiken geführt oder zu einer kampflosen Kapitulation der verteidigenden Moslems. In beiden Fällen hätten die "Verlierer" ihre Seelen nicht weiter belastet.


 

23.9.2013 / 18.11.2015 / 26.11.2019 - "Traditionell" Giftgas aus Deutschland / Deutsche Vernichtungstechnologie im Vietnam-Krieg / "Agent Orange" - was tat oder wusste der ehemalige Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker? / Querverbindungen zur evangelischen Kirche - Offenbar war es vor allem Deutschland, dessen Industrie an Syrien in den letzten Jahren die Ausgangsstoffe für Giftgas geliefert hat. Ca. 50 deutsche Unternehmen wurden entsprechend beschuldigt. Nun hatte im Jahr 2013 die Regierung Syriens allerdings unter großem Druck vor allem der westlichen Länder erklärt, alle Giftgase zu vernichten. Dennoch drohten die USA unter Barack Obama und Hillary Clinton weiter mit einem Kriegseintritt, wenn dies nicht nach ihrem Wünschen verläuft. Und Frankreich und wohl auch die USA lieferten parallel dazu weiter Waffen an die Aufständischen in Syrien, um die Regierung, die ihre Giftgaswaffen vernichten will, zu stürzen, weil es offenbar gar nicht so sehr um das Giftgas geht, sondern um geostrategische und machtpolitische Interessen, praktisch um einen "regime change", einen Regierungswechsel gemäß der westlichen Interessen in der Region, was  der US-Vier-Sterne-General Wesley Clark eindrucksvoll zugibt. Siehe https://www.youtube.com/watch?v=py_dlYQXCtI
Und dass Vernichtung von Giftgas offenbar gar nicht so ohne weiteres möglich ist, demonstrieren die USA und Russland, die bereits seit vielen Jahren zumindest offiziell bemüht sind, ihr Giftgas-Arsenal zu zerstören bzw. zu verkleinern, doch immer noch im Besitz von Tonnen dieser Waffen sind. Ursprünglich 70.000 Tonnen seien es einmal gewesen, und die Regierung der USA hatte es auch tonnenweise eingesetzt. In Syrien war demgegenüber die Rede von 1000 Tonnen, die dort lagern sollten, ein Siebzigstel davon.
Die Beteiligung Deutschlands an der weltweiten Giftgas-Produktion ist dabei seit langem bekannt. So stammten auch die Unmengen an Giftgas, welche die USA im Vietnam-Krieg einsetzten, zu einem großen Anteil aus Deutschland.


Der Buchautor Karlheinz Deschner schreibt dazu: "Der Indochinakrieg wurde auch chemisch und biologisch geführt, mit den verschiedensten Giften, mit flüssigen Gasen und festen Gasen, mit Gasen, die sich erst beim Entströmen aus dem Behälter in Gase verwandelten." Am bekanntesten war der Kampfstoff "Agent Orange".
Karlheinz Deschner schreibt weiter: "Mit Dioxin verseucht, mit hoch giftigen Substanzen, wurde es in solch ungeheuren Mengen zur Entlaubung des Dschungels, zum systematischen Ruinieren der Felder, der Dörfer eingesetzt, dass der US-Chemiewaffenhersteller Dow Chemical, Midland, bereits 1964 in ´Lieferschwierigkeiten` kam. Da sprang ein deutsches Unternehmen in die Bresche, der deutsche Familienkonzern Ernst Boehringer, Ingelheim. An der Spitze dieses Unternehmens stand seinerzeit der spätere Präsident des Evangelischen Kirchentages und ehemalige Präsident der Bundesrepublik Deutschland Dr. Richard von Weizsäcker." [CDU; + 31.1.2015]
(Karlheinz Deschner, Der Moloch, München, 2002, S. 338-340)
Dr. Richard von Weizsäcker behauptete später allerdings, er habe "nur spärliche Kenntnisse" darüber gehabt, obwohl der sogar "Mitinhaber" des Konzerns war (Der Spiegel Nr. 32/1991, 5.8.1991) und am 11. Mai 1962 verfügt wurde, dass alle "
für Vorstand und Geschäftsführung bestimmten Zuschriften" an ihn weiterzuleiten seien (Der Spiegel, 23.11.1992). "Mit großer Betroffenheit" habe er erst Jahre später von Agent Orange erfahren. Tatsächlich verließ er nach dem Tod des Senior-Firmeninhabers Ernst Boehringer im Jahr 1966 den Konzern, und die direkten Lieferungen der Ausgangsstoffe für das tödliche Gift an das US-Militär fanden erst 1967 statt. Die Firmenleitung von Boehringer schrieb dazu 1967, man sei "mit einer Erweiterung des Abkommens vom 19. März 1965 einverstanden". (zit. nach Der Spiegel Nr. 32/1991)
Was nun aber dieses Abkommen aus dem Jahr 1965, das zu Zeiten Richard von Weizsäckers als Mitinhaber des Familienkonzerns und Personalvorstand geschlossen wurde, bereits genau beinhaltete und wie glaubhaft Richard von Weizsäckers Aussagen sind, lässt sich für Außenstehende offenbar nicht eindeutig ermitteln. Sicher ist jedoch: Die "Erweiterung" nach dem Ausscheiden Weizsäckers ermöglichte es der US-Army, Unmengen an Agent Orange herzustellen, und damit Menschen, Tiere und Natur in Vietnam auf grausamste Art und Weise zu töten bzw. dauerhaft zu vernichten. Und auch wenn man den Aussagen des ehemaligen Bundespräsidenten, CDU-Politikers und evangelischen Kirchenmannes folgt, so war er beruflich doch einer der Hauptverantwortlichen dafür, auch Kriege führende Militärs mit chemischen Erzeugnissen seiner Firma zu versorgen. Wer also in einer solchen Position arbeitete oder arbeitet, kann sich folglich nicht ganz heraus ziehen, wenn man einige Folgen dieser Geschäftsbeziehungen aufdeckt. Er ist mehr oder eben weniger Teil dieses dämonischen Netzwerks.

Foto rechts: Eine Frau aus Vietnam mit ihrem 14jährigen Sohn mit verkrüppelten Gliedmaßen - verstümmelt durch Giftgase der US-Armee mit deutscher Hilfe; (Wikimedia Commons Lizenz; Two_Vietnameses_pose_in_front_of_the_billboard.jpg: Alexis Duclos; derivative work: Pittigrilli)

Noch einmal Karlheinz Deschner über das, was mit Boehringers Hilfe einige Jahre zuvor geschah
:
"Und je mehr Boehringer-Gift auf Vietnam niederging, desto mehr stieg Boehringer in Ingelheim auf. ´Solange der Vietnam-Krieg andauert, sind keine Absatzschwierigkeiten zu erwarten`, beschrieb man optimistisch die Lage in der Firma ... Der offizielle Hauptlieferant für ´Agent Orange`, Dow Chemical in Midland/Michigan, lobte den ´großartigen Kooperationsgeist`, den der Boehringer-Konzern zeigte ... Bei gutem Wetter und nur leichtem Wind fliegen diese Maschinen mit Aufklärer und Begleitschutz in den schönen Stunden vor Sonnenaufgang bis acht oder neun Uhr in etwa hundert Meter Höhe über das Land und verteilen das Gift, den deutschen Beitrag, die Gottesgabe aus Ingelheim am Rhein, ... weithin über Dschungel und Obstplantagen, über Ackerland und dicht besiedelte Gebiete, über Hunderte von Dörfern, über Reis und Mais, Zuckerrohr und Maniok, über Kartoffeln, Wassermelonen, Bananenstauden, Pfeffersträucher. Alles wird weithin vernichtet, verheert, die Ernten verdorren ... die Fische infiziert, die Rinder, die Schafe, das Wild, gezählte und ungezählte Tausende von Tieren getötet. Büffel, Ochsen, Schweine, kläglich zugrunde gerichtet. Und allein in zwei Jahren, von Mitte 1965 [als Richard von Weizsäcker bei Böhringer noch Hauptverantwortlicher war] bis Mitte 1967 Hunderttausende von Menschen vergiftet, ihnen Lungenödeme angehängt, Magen- und Darmerkrankungen, Fehlgeburten, hohes Fieber, anhaltenden Durchfälle ... Zehntausende von Menschen wurden von dieser chemischen Keule getötet.".
Auf der anderen Seite gab es bei Boehringer "ein beruhigendes Vermögen, relativ stattlich, in dreistelliger Millionenhöhe, allein bei Bosch ein 100-Millionen-Aktienpaket, und Beteiligungen auch anderwärts". Wie jedoch wird ein Teil des "Vermögens" verdient?
"´Das Gift wirkt über Generationen hinaus`, so eine große deutschen Wochenzeitschrift 1989. Und noch lange wird es weiter wirken, weiter leben. ´Agent-Orange`-Folgen in vietnamesischen Glasbehältern: ´menschliche Föten mit Zyklopenaugen, ohne Arme, ohne Beine, ohne Hälse, mit Riesenköpfen ...`"
(Karlheinz Deschner, Der Moloch, München, 2002, S. 338-340)

Kann ein Unternehmen mit diesem Erbe so einfach das nächste Kapitel seiner Geschichte aufschlagen? Die Mitverantwortung für das Töten in Vietnam war auch ein Meilenstein beim Aufstieg Deutschlands zur drittgrößten bzw. viertgrößten Waffenexportnation der Welt. Damals hieß es: "Solange der Vietnam-Krieg andauert, sind keine Absatzschwierigkeiten zu erwarten". Wie ist es heute in Syrien? Solange der Syrien-Krieg dauert, werden beispielsweise islamistisch regierte Länder die Aufständischen mit Waffen beliefern, um die Regierung, die sich militärisch heftig wehrt und mittlerweile von Russland und dem Iran unterstützt wird, zu stürzen. Und woher beziehen wiederum die Unterstützer-Staaten der Aufständischen ihre Mordwaffen? Vor allem aus den USA und aus Deutschland.

[Syrien aktuell 21.11.2019: "Deutsche Waffen gegen Kurdenmiliz im Einsatz - Gibt die Türkei Leopard-2-Panzer an [islamistische] syrische Rebellen weiter?" (bild.de, 21.11.2019)]

Und da in Deutschland nach der Bundestagswahl 2013 weiter gemäß der so genannten "Merkel-Doktrin" Geschäfte gemacht wurden, hatte sich auch diese Form des "Aufschwungs" fortgesetzt, und so ging es auch in jüngster Vergangenheit, 2018 und 2019, weiter. Dann aber in Zukunft bitte im Namen der evangelischen Angela Merkel und der militaristischen katholischen Ministerin und CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und nicht mehr im Namen von Christus. Deshalb: CDU und CSU, streicht das "C"!
Siehe dazu unsere entsprechende Petition: https://www.freie-christen.com/cdu-und-csu-nennt-euch-nicht-christlich/

PS
: Mögliche
Querverbindungen des deutschen Chemie-Konzerns zur evangelischen Kirche zeigen sich nicht nur in der Person von Dr. Richard von Weizsäcker, sondern auch in der Person von Prof. Dr. Andreas Barner, dem heutigen "Vorsitzenden der Unternehmensleitung", also dem Chef: Mitglied im Präsidium des Evangelischen Kirchentags seit 2008, Präsident von 2013-2015 (wie einst Richard von Weizsäcker von 1977-1979), Mitglied der Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem so genannten Rat der EKD seit 2015. Die alten "Seilschaften" sind also auch die "neuen".

 


2014

31.1. / 6.2. / 24.3.2014 - Lutherischer Pfarrer und Bundespräsident Gauck und lutherische "Verteidigungs"-Ministerin von der Leyen fordern mehr Einsätze der Bundeswehr im Ausland, auch "Kampfeinsätze" / Wie immer Rückendeckung von den lutherischen Würdenträgern - Es waren schon immer Pfarrer gewesen, welche behaupteten, zwischen den "Guten" und den "Bösen" unterscheiden zu können und welche die Deutschen in die Kriege geschickt haben, denn "am kirchlichen und deutschen Wesen", so das eigene überhebliche Unterbewusstsein, könne "die Welt genesen" (siehe dazu die Anfänge dieses Denkens im 19. Jahrhundert). Man lese dazu entsprechende Berichte aus dem 19. Jahrhundert und dem 1. Weltkrieg, dann aber auch aus dem 2. Weltkrieg. Vor allem die Pfarrer sorgten dafür, dass die Menschen Ausnahmen von dem Gebot "Du sollst nicht töten" machten, und immer endete der offene Widerspruch der Kirche gegen die Gottesgebote im Desaster.
Und jetzt haben wir eben Pfarrer Joachim Gauck und seine lutherische "Adjutantin" Ursula von der Leyen, welche die Deutschen auf eine neue weltpolitische Machtposition und neue Kriege vorbereiten, zuletzt der Pfarrer und Bundespräsident auf der so genannten "Münchner Sicherheitskonferenz" am 31.1.2014. Unter dem Stichwort "Internationale Verantwortung" erklärte das deutsche Staatsoberhaupt unter anderem: "
Die Bundesrepublik muss dabei auch bereit sein, mehr zu tun ..." (spiegel.de, 31.1.2014).
Und auch Ministerin von der Leyen, verlangte mit Nachdruck, die Bundeswehr solle sich weltweit mehr "einmischen", was sie am Rande einer Afrika-Reise wiederholte und wobei sie ausdrücklich auch "Kampfeinsätze" erwähnte (z. B. welt.de, 6.2.2014). Auch müsste die NATO an ihren momentan Außengrenzen mehr aufrüsten, so ihre Strategie angesichts des Ukraine-Konflikts, obwohl die westlichen Politiker wie Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher um das Jahr 1990 Russland äußerste westliche Zurückhaltung im Osten und eine dauerhafte Berücksichtigung der russischen Interessen an seinen Grenzen zugesichert hatten (
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67871653.html), wovon die militaristische Lutheranerin an der Spitze des deutschen Militärs 2014 anscheinend nichts mehr wissen will.
Das Wort "einmischen" gebrauchte auch Pfarrer Gauck bei seiner Rede in München. Das war aber nach 1945 völlig anders gedacht und wurde in den 70er- und 80er-Jahren in den Schulen auch noch völlig anders gelehrt.
Kribbelt es so manchen also schon wieder, denn die letzten Kriege mit massiver deutscher Beteiligung sind ja nun doch schon eine Zeitlang vergangen? Bereits Gaucks Vorvorgänger, der Lutherist Horst Köhler, nannte einst auch "wirtschaftliche Gründe" für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Damals erschraken noch viele. Solche Stimmen werden nun aber zunehmend unverhohlener und "selbstverständlicher".
"Auch wirtschaftliche Interessen sind für Verteidigungsministerin von der Leyen gute Gründe, um die Bundeswehr auf Mission zu schicken", schrieb ntv.de am 26.1.2014, neben den "üblich" genannten vermeintlich "humanitären".
Rückendeckung kommt wie immer von der lutherischen "Geistlichkeit", in diesem Fall unter anderem vom Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm: "
Deshalb glaube ich nicht, dass es die richtige Position ist, Gewalt grundsätzlich auszuschließen" (dpa, 8.2.2014). Das lange nichtchristliche Palaver des Wenn und Aber, das kirchliche Würdenträger um solche Worte dann im Einzelfall immer herum legen, ist sattsam bekannt und sinngemäß immer das Gleiche.
Ein Grund dafür ist, dass die Lutheristen glauben, nach ihren Ableben "allein durch Glauben" die Seligkeit zu erlangen. In Wirklichkeit aber werden sie ernten, was sie gesät haben. Und jeden Blutstropfen, den sie in ihrem Hochmut, ihre Waffen zurecht zu führen, vergießen, den werden sie - symbolisch gesprochen - einst trinken müssen. Dazu gehören auch namhafte evangelische Persönlichkeiten wie der Fernsehmoderator und langjährige EKD-"Synodale" Peter Hahne und manch anderer mehr. Und sie ziehen unzählige Bürger mit hinein bzw. mit hinunter. Denn auch zu Beginn des Jahres 2014 sind noch ca. 80 % der Deutschen gegen mehr Auslandseinsätze des deutschen Militärs. So wie auch die meisten Deutschen das deutsche Säbelrasseln gegen Russland nicht befürworten. Aber sie haben diese Politiker gewählt.
 



 

Ex-EU-Kommissar Günter Verheugen erklärt im Mai 2014 im Rückblick, warum es 2013 und 2014 zur weltweiten Eskalation kam. Ein entscheidender Grund: Weil EU-Politiker "den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten".

Der Experte Günter Verheugen wörtlich u.a.: "Noch im September 2013 hatte die ukrainische Regierung, trotz des Drucks aus Moskau, an der Assoziierung [der Ukraine an die EU] festgehalten und das, obwohl die EU durch ihre Parteinahme für Tymoschenko faktisch den amtierenden Regierungschef zum politischen Gegner erklärt hatte und längst mit der damaligen Opposition in der Ukraine paktierte ... Zudem hat die EU im Jahr 2013 kein Gespräch mit Russland gesucht ... Russische Bedenken ... wurden vom Tisch gewischt ... Und zur Wahrheit gehört auch, dass der damalige ukrainische Präsident Janukowytsch ... Anfang Dezember nach Brüssel fuhr, in der vergeblichen Hoffnung auf finanzielle Unterstützung seines nahezu bankrotten Landes durch die EU. Erst danach fuhr er nach Moskau ... EU-Politiker haben sich offen mit dem sogenannten Euro-Maidan solidarisiert und nicht gesehen oder sehen wollen, dass es sich weder um eine landesweite noch um eine homogene Bewegung handelte ... Ohne Not wurde die neue ukrainische Regierung nach der Entmachtung Janukowytschs sofort rückhaltlos unterstützt, obwohl diese Regierung noch nicht einmal im eigenen Land das Vertrauen der Mehrheit genießt, antirussisch ist und ihr völkisch gesinnte Kräfte angehören. Weil europäische politische Eliten nur noch in Kategorien wie prorussisch und proeuropäisch denken konnten und den Konflikt statt den Dialog mit Russland bevorzugten, haben sie die schwerste Krise in Europa in diesem Jahrhundert mit ausgelöst. Ein Gutteil der Verantwortung dafür liegt in Berlin ... auch Russland ist Teil Europas." (spiegel.de, 19.5.2014)

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck im Rückblick: "Aber es wird ja heute auch in Deutschland diskutiert, ob es denn klug war, dass wir der Ukraine mit dem Assoziierungsabkommen nur die Wahl gelassen haben, sich entweder der EU oder Russland anzunähern und parallel dazu die russische Seite nicht in die Gespräche mit einbezogen haben. Das war ein weiterer Grund, der dazu geführt hat, dass die Russen massiv geworden sind und dass es zu Reaktionen gekommen ist, deren Ergebnis wir heute mühsam abarbeiten müssen." (welt.de, 7.3.2020)

Ablehnung des Gottesgebots

Hinter all´ dem Blutvergießen steckt jedoch als tiefer liegende Wurzel die Ablehnung des eindeutigen Gottesgebotes "Du sollst nicht töten" (das 5. Gebot der Zehn Gebote) durch Menschen, die sich "Christen" nennen. Und so war es schon immer in den letzten 2000 Jahren.
Die alte ukrainische Regierung hatte angesichts der Drohungen des Westens, allen voran Deutschlands, darauf hingewiesen, dass die Opposition die Demonstranten zum bewaffneten Kampf aufgerufen habe. Daher sei sie "vollständig verantwortlich für den beispiellosen Ausbruch von Gewalt und Gesetzlosigkeit" (ntv.de, 19.2.2014). Die westlichen Politiker wiederum haben gemäß ihrer Interessenlage nicht (oder kaum) die Gewalt der Aufständischen verurteilt, die man mit dem "Volk" gleich setzte, sondern sie haben meist nur die Gewalt der Staatsmacht verurteilt. Zweierlei Maß also auch hier. Letztlich war klar: Sie wollten immer die alte Regierung möglichst bald beseitigt haben und durch eine Regierung oder Übergangsregierung ersetzen, die eben ihre Interessen vertritt.
Und deren Vertreter drehten dann nach dem Sturz der Regierung sogleich den Spieß herum: Während alle verhafteten Aufständischen, auch solche, die möglicherweise Polizisten getötet hatten, frei gelassen wurden, schrieb man den Präsidenten wegen "Massenmord" zur Fahndung aus. Er soll vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt werden.
Zum Vergleich: Andere ehemalige Staatschefs in anderen Aufständen wurden getötet. Doch was hatte es gebracht, dass Saddam Hussein gehängt wurde oder Muammar al-Gadaffi zu Tode misshandelt wurde? Haben die Umstürze zu mehr Frieden oder Gerechtigkeit geführt, zu weniger Gewalt, zu weniger Todesopfern und zu mehr Wohlstand, Sicherheit, Freiheit und Glück der Bürger? Oder zeigte sich überall: "Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten." Und: "Die Geister, die ich rief ..."?

Jesus von Nazareth, auf den sich Politiker und Kriegsbefürworter zu Unrecht berufen, sprach überhaupt nicht von einem Einsatz von Gewalt, sondern er sagte: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist" und "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Bewaffnete Aufstände gegen Regierungen, die es auch zu seiner Zeit gab, unterstützte er nicht, da sie nicht den Gottesgeboten entsprechen. Und er segnete auch niemals das Tun von Obrigkeiten, wenn diese mit Gewalt bzw. mit Tötungen Aufstände niederschlagen. Die Kirchenführer jedoch haben solche "Segnungen" seit Jahrhunderten durchgeführt, indem sie immer wieder Kriege und Gewaltausbrüche absegneten, wenn diese eben im Dienste ihrer Interessen standen. Jesus von Nazareth hingegen war unmissverständlich - wenn man dieses modernere Wort verwenden möchte - "Pazifist". Die Kirche jedoch hat seine Lehre angeblich "verbessert", genauer gesagt: ins Gegenteil verkehrt, und sie tut dies bis heute. Seine Lehre sei angeblich "Utopie", und das Resultat der kirchlichen "Verbesserungen" erlebt man seit nahezu 2000 Jahren und nun kommt es auch hier zu Eskalationen.

Bibelgläubiger evangelischer Fernsehmoderator contra Jesus

"Die Rede von [Pfarrer] Joachim Gauck ... gehört zu den größten, die ein Bundespräsident je gehalten hat ... Nur wer die Bibel missversteht, lehnt den ´Einsatz des Schwertes` (Apostel Paulus) grundsätzlich ab. ´Mit der Bergpredigt kann man die Welt nicht regieren`, sagte Altbundeskanzler Schmidt zu Recht."

(Peter Hahne, Fernsehmoderator (u.a. Heute-Journal) und Autor, von 1992-2009 Mitglied des Rates der EKD und bis heute Kuratoriumsmitglied der konservativ evangelischen Initiative ProChrist in: Bild am Sonntag, 2.2.2014).

Laut dem einflussreichen evangelischen Medienmann und Buchautor war Jesus also ein Utopist, dessen Ratschläge ungeeignet sind, um in dieser Welt zu regieren.
Wer Ohren hat zu hören, hört, was sich allmählich wieder zusammenbraut. Warum Jesus dann wohl die Bergpredigt so ausgesprochen hat, wenn ihr Inhalt nicht für die verantwortlichen Oberen dieser Welt taugen soll?
Die evangelische "Alternative" bzw. der Gegensatz zu Jesus ist in dieser Ausgabe von Der Theologe ausführlich dokumentiert. Dafür sollte man den guten Namen von Christus aber nicht mehr länger missbrauchen und sich nur noch "lutherisch" nennen oder eben "katholisch", aber nicht mehr "christlich". (vgl. auch hier)


 

US-Außenminister John Kerry huldigt dem Vatikan

Auch der Vatikan hat handfeste Machtinteressen in der Ukraine. Es geht um die Rückeroberung der orthodoxen Kirchen für die römisch-katholische "Weltkirche" und ihre Unterwerfung unter Rom, was verklausuliert so formuliert wird, dass man den Völkern des Ostens das Papsttum "schenken" möchte.
Und während die römisch-katholische Caritas die Barrikadenkämpfer in Kiew verpflegt und die verwundeten Aufständischen medizinisch versorgt*, tun katholische Politiker das Ihrige für die Interessen des Westens und der Kirche, darunter John Kerry. Er wurde am 14.1.2014 im Vatikan von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin empfangen und sagte in diesem Zusammenhang:

"It was a privilege for me as the first Catholic secretary of state in about 32 or 33 years ... to talk with the new secretary of state there about the broad array of issues that we face together across the world. And on a personal level, it was a thrill for me to be able to do that; as an altar boy as a young kid, I would never have imagined that I would have been crossing the threshold of the Vatican to meet, as secretary of state, with the secretary of state of the Holy See." (zit. nach http://catholicnewsherald.com/features/vatican/195-news/roknewspager-vatican?start=525, 14.1.2014)

Deutsche Übersetzung: "Es war eine Ehre für mich als den ersten [US-amerikanischen] katholischen Außenminister innerhalb von 32 oder 33 Jahren, mit dem neuen Kardinalstaatssekretär über die breite Palette von Themen sprechen zu können, denen wir auf der Welt gemeinsam ins Auge schauen. Und für mich persönlich war es eine freudige persönliche Erregung, dies tun zu können; als ein Altarjunge (Ministrant) als junges Kind hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich die Türschwelle des Vatikans überschreiten könnte, um als Außenminister den Außenminister des Heiligen Stuhls treffen zu können."

John Kerrys Aufgabe ist es laut Kirche, als Politiker in seinem Amt den Interessen seiner Kirche zu dienen. (z. B. hier)

* Was auch immer das alles für Leute sind bzw. womit und wie sie überhaupt ihren Lebensunterhalt verdienen, ist nicht so klar. Offenbar sind unter den Aufständischen auch Krieger aus dem Ausland. Ein Kämpfer aus Weißrussland wurde getötet. Ein Kämpfer aus Russland behauptet: "Es sind Söldner dort aus verschiedenen Ländern, aus den USA, aus Deutschland ..." (focus.de, 4.3.2014)
Auch in Syrien kämpfen ja Tausende von ausländischen Söldnern Seite an Seite mit den USA-unterstützten Aufständischen gegen die Regierung Assad.

 

Der unheilvolle Einfluss der kirchlichen Religion

Und dazu passt dann auch, dass als neuer Ministerpräsident und Regierungschef Arsenij Jazenjuk gewählt wurde, der engste Vertraute von Julija Timoschenko. Der neue starke Mann gehört dabei der Minderheit der Ukrainisch Griechisch-Katholischen Kirche an (ca. 13 % der Einwohner), die treu dem Papst in Rom unterworfen ist und die der Vatikan als Sprungbrett nützen möchte, um auch die orthodoxen Kirchen wieder Rom zu unterwerfen. "Na also", so denkt sich vielleicht jetzt so mancher im Vatikan.
Dr. Vitali Klitschko stammt demgegenüber aus dem jüdischen Umfeld und gilt dort unter anderem als "Held unserer Zeit" (bild.de, 5.2.2014; http://www.bild.de/politik/inland/vitali-klitschko/ukraine-krise-zentralrat-der-juden-dieter-graumann-unterstuetzt-klitschko-34538976.bild.html). Würden deren Anhänger auf die großen Gottespropheten des Judentums hören, dann dürften sie keinen kriegerischen Kurs befürworten. Denn die Gottespropheten wie Jesaja, Jeremia, Daniel, Amos usw. lehrten das Gesetz von Saat und Ernte und waren immer gegen Krieg und kriegerische Auseinandersetzungen. Und wenn die im Judentum verehrten Gottespropheten Gegner Israels kritisierten, dann meist parallel dazu auch die Politiker des eigenen Volkes mit dem gleichen Maßstab oder gar strenger.
Insgesamt fällt auf, dass anscheinend keine oder kaum Mitglieder der orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats an der Spitze der Aufstandsbewegung und Übergangsregierung standen und stehen. Dieser Kirche gehört jedoch der größte Teil der Einwohner an. Daneben gibt es die "international nicht anerkannte" orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats, aus der offenbar ebenfalls kaum Aufstands-Politiker stammen, die jedoch den Umsturz unterstützte. Es dominieren die dem Papst unterstellten römisch-katholischen Politiker bzw. auf deutscher Seite die Lutherischen.
Beide Großkonfessionen stürzen die Welt mehr und mehr in den Abgrund. Denn sie verschweigen das eherne Gesetz von Saat und Ernte, wonach jede Aggression auf den Verursacher zurückfällt und wonach alles, was einen trifft, letztlich selbst verursacht ist. Würden sie daran glauben, wäre ihnen klar, dass Aufstände, Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen die Situation immer verschlimmern. Auch verhöhnen sie die Bergpredigt des Jesus von Nazareth als Utopie. Darin lehrt er die Feindesliebe und fordert bei Erregungen über das Fehlverhalten anderer den sich Aufregenden dazu auf, zunächst den "Balken im eigenen Auge" zu entfernen, der der tiefere Grund dafür ist, warum der "Splitter im Auge des Nächsten" überhaupt eine solche Erregung hervor ruft. Oder anders formuliert: Das eigene Unrecht wird auf den Nächsten projiziert, der in der Regel zwar auch diese Fehlhaltung hat. Aber man ist blind für das Unrecht, das man selbst verursacht, denn der Balken scheint im eigenen Kopf regerecht verschraubt. Deshalb sollte man sich auch nicht christlich nennen, sondern eben nur katholisch oder lutherisch, denn man erlaubt das Töten im Krieg und agiert vor allem nach den Handlungsanweisungen des kriegerischen Martin Luther: "Sündige tapfer und glaube noch tapferer" und "Der Glaube allein genügt."

"In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht immer um die Interessen von Staaten."
(Der SPD-Politiker Egon Bahr, zit. nach Frankfurter Rundschau, 28.8.2014)


 



28.3. / 16.5.2014 / 2.9.2015 / 7.2.2016 - Die Ziele des Vatikan in der Ukraine - "Kreuzzug gegen die Orthodoxie" - Katholischer ukrainischer Bischof reiste in die USA und forderte im Februar Eingreifen der US-Regierung, um den Maidan-Aufstand schneller zum "Erfolg" zu bringen - Patriarch Hilarion: Katholische Kirche habe Konflikt befördert, so dass sich dieser zum "bewaffneten blutigen Konflikt" ausweiten konnte / Römisch-katholische Seelsorge will den "Kampfgeist" der ukrainischen Soldaten und Milizen stärken

Vatikan und USA

Katholiken, die sich kleiden wie Orthodoxe

Metropolit Hilarion spricht von katholischem "Kreuzzug gegen die Orthodoxie"

Römisch-katholische Spitzenpolitiker der USA

Gläubige Politiker müssen den "Leitern der Kirche" gehorchen

Erzbischof war zuvor beim Papst

 Vatikan will den Orthodoxen das "Petrusamt" bringen, was bedeutet: sie unterwerfen - Schielen nach Moskau

Die römisch-katholische Kirche und ihre Caritas als eine Stütze des gewaltsamen Maidan-Aufstands

Franziskus beruft kriegerischen Nationalisten zum Bischof in der Ukraine

Der Gegensatz zwischen Jesus und Kirche

Vatikan und USA

US-Präsident Barack Obama wurde von Papst Jorge Bergoglio zu einer Privataudienz empfangen, wo die beiden mächtigsten Männer "dieser irdischen" Welt auch über ihre Interessen in der Ukraine sprachen. Außerdem wurde bereits das nächste Treffen der beiden vereinbart, das 2015 in Washington stattfinden soll. Viele sprechen von einer Art Achse Vatikan-Washington als der eigentlichen irdischen Großmacht, welche wesentliche weltpolitische Weichenstellungen vornimmt. Und obwohl der Papst sich nicht lautstark im Ukraine-Konflikt zu Wort gemeldet hat, waren die Hintergrundaktivitäten womöglich desto intensiver, was auch der deutsche Militärbischof Overbeck bestätigt, wenn er die Rolle der Katholischen Kirche im Westen im Ukraine-Konflikt mit den Worten beschreibt: "Schweigen heißt ja nicht, dass wir nichts tun. Wir tun es nur nicht öffentlich." (tagesspiegel.de, 20.4.2014)
Manches dringt aber dann doch in die Öffentlichkeit. So schreibt kathweb.at am 27.3.2014: "Das Moskauer Patriarchat hat die griechisch-katholische (unierte) Kirche in der Ukraine wegen ihrer ´Einmischung in die Politik` in der gegenwärtigen Krise im Land scharf kritisiert."

Katholiken, die sich kleiden wie Orthodoxe

Neben über 60 % Konfessionslosen und Atheisten in der Ukraine ist die Ukrainisch-Orthodoxe-Kirche stärkste gesellschaftlich prägende Kraft in dem Land. Diese ist jedoch seit der Auflösung der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der Ukraine gespalten in nahezu zwei gleich große verfeindete Patriarchate, dem Moskauer und dem Kiewer Patriarchat, das sich aus der bis dahin einheitlichen orthodoxen Kirche abgespalten hat und deren Patriarch Filaret von Moskauer Patriarchat exkommuniziert wurde. Beide Patriarchate streiten um die Macht und beide haben eine Bevölkerungsanteil von ca. 13 %. Daneben gibt es jedoch noch zwei weitere orthodoxe Kirchen, eine kleine autonome und eine, die nur dem Schein nach orthodox ist, die besagte griechisch-katholische unierte Kirche der Ukraine mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 5 % und einem prominenten Mitglied, dem aus dem Maidan-Putsch hervor gegangenen Übergangs-Regierungschef Arsenij Jazenjuk von der Timoschenko-Vaterlandspartei. Diese Kirche praktiziert einen orthodoxen Ritus, ist jedoch katholisch und dem Papst in Rom unterworfen.

"Wir Orthodoxe haben die Unierten immer in einem sehr negativen Licht gesehen," so der Metropolit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats Hilarion Alfejew. "Sie betreiben ein spezielles Projekt der katholischen Kirche, weil sie sich kleiden wie Orthodoxe, orthodoxen Ritualen folgen, aber in der Tat Katholiken sind, denen der Vatikan einen gewissen Spielraum gewährt." (zit. nach kathweb.at, 27.3.2014)

Der Großerzbischof der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, "Seine Seligkeit" Swjatoslaw Schewtschuk, drei Tage nach der Bestätigung seiner Wahl durch Papst Joseph Ratzinger 2011 (GNU Free Documentation License; User A ntv, 28.3.2011)

Man könnte sagen, die griechisch-katholische Kirche ist das U-Boot des Vatikan in der Ukraine, und sie ist straff pro-westlich.

Metropolit Hilarion spricht von katholischem "Kreuzzug gegen die Orthodoxie"

Anfang 2014 hatte der orthodoxe Patriarch bzw. Metropolit Hilaron Alfejew seine Kritik verstärkt. Die Katholiken hätten in der Ukraine einen "Kreuzzug gegen die Orthodoxie" begonnen (zit. nach domradio.de, 4.4.2014). Hilarion wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von Kiew, im Februar in die USA gereist sei und die US-Regierung aufgefordert hat, in der Ukraine einzugreifen (!) und das Land "in Ordnung zu bringen". Die Kirche war also hier offenbar der "Eintreiber" für die westliche Einmischung. Und auf vielen maßgeblichen Positionen der US-Regierung sitzen wiederum Katholiken, die sich verpflichtet haben, ihrer Kirche auch in ihrem politischen Amt zu dienen. Es war also so gesehen ein Treffen unter "Glaubensbrüdern".

Römisch-katholische Spitzenpolitiker der USA

Außenminister und Ex-Ministrant John Kerry ist Katholik, Vize-Präsident Joe Biden ist Katholik, CIA-Chef John Brennan ist Katholik und Jesuiten-Schüler, UNO-Botschafterin Samantha Power ist Katholikin. Der CIA-Chef stammt gar aus einem "strengen und devoten" katholischen Elternhaus (washingtonpost.com, 24.10.2012), genoss eine "klassische jesuitische Erziehung" und ist Absolvent der Fordham University, der Jesuiten-Hochschule von New York. Von daher ergibt sich eine besondere Nähe zum Jesuiten-Papst Jorge Bergoglio. John Brennan hatte sich vor allem mit der Lehre des katholischen "Heiligen" Augustinus vom "gerechten Krieg" beschäftigt und dessen Leitsätze auf die Politik der USA übertragen (z. B. http://consortiumnews.com/2013/03/05/does-john-brennan-know-morality/)
Und man findet noch viele mehr: Jen Psaki beispielsweise, Sprecherin des USA-Außenministeriums, die dort bemüht ist, Beweise dafür zu finden, dass in der Ost-Ukraine russische Soldaten im Hintergrund operieren. Ihr Bekenntnis: "I am a Catholic, I am a Democrat and I am a woman." (huffingtonpost.com, 8.2.2012). Und Verteidigungsminister Chuck Hagel soll zwar als Katholik zur einer protestantischen Kirche übergewechselt sein (http://en.wikipedia.org/wiki/Chuck_Hagel). Doch für die römisch-katholische Kirche gilt auch für diesen Minister: "Einmal katholisch, immer katholisch" (siehe hier). Immerhin wurde er katholisch erzogen, ging auf die katholische High-School und schickt seine Kinder auf eine katholische Schule.

Gläubige Politiker müssen den "Leitern der Kirche" gehorchen

Und für alle katholischen Politiker gilt das kirchliche Lehrbuch: Codex Iuris Canonici Can. 212 § 1 - "Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewusstsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen." / Can. 225 § 2 - "Sie [die "Laien", wozu auch die Politiker gehören] haben auch die besondere Pflicht, und zwar jeder gemäß seiner eigenen Stellung, die Ordnung der zeitlichen Dinge im Geiste des Evangeliums zu gestalten und zur Vollendung zu bringen ...
PS
: Und wer entscheidet, wie die "Dinge im Geiste des Evangeliums zu gestalten" sind? Nach Can. 212 § 1 einzig die "Leiter der Kirche", denen eben auch die katholischen Politiker und Richter als "Gläubige" gehorchen müssen.
 Dies wird auch noch einmal im nachfolgenden Canon 227 bekräftigt. Can. 227 - "Die Laien haben das Recht, dass ihnen in den Angelegenheiten des irdischen Gemeinwesens jene Freiheit zuerkannt wird, die allen Bürgern zukommt; beim Gebrauch dieser Freiheit haben sie jedoch dafür zu sorgen, dass ihre Tätigkeiten vom Geist des Evangeliums erfüllt sind, und sich nach der vom Lehramt der Kirche vorgelegten Lehre zu richten." Weiß man um diese Zusammenhänge, wird plötzlich vieles klarer.

Am 7.3.2016 reiste "Seine Seligkeit" Schewtschuk dann direkt zu Papst Franziskus nach Rom mit der Aufforderung "Handeln Sie" (zit. nach zenit.org, 7.3.2016). Die Beteiligten werden wissen, was sie damit meinen, und es gehört zum Glaubensbekenntnis jedes Katholiken, sich dem Papst in Rom zu unterwerfen.

Erzbischof war zuvor beim Papst

Als der katholische Oberhirte der Ukraine zunächst seine Glaubensbrüder in Washington um Einmischung der USA bat, regierte noch Präsident Janukowitsch, der eng mit der Regierung in Moskau zusammen arbeitete. Mit dabei auf der Reise in die Washingtoner Machtzentrale war auch der vom Moskauer Patriarch exkommunizierte Patriarch Filaret des abgespaltenen Kiewer Patriarchats. Parallel dazu machten pro-westliche Kirchenvertreter auch mehrfach über Radio Vatikan entsprechend Stimmung. Schewtschuk war in dieser Angelegenheit auch selbst nach Rom gereist und hatte in diesem Zusammenhang auch "Papst Franziskus getroffen".
"
Durch die ´sehr klare Positionierung` von Grosserzbischof Swjatoslaw Schewtschuk und dessen Vorgänger Lubomyr Husar habe die griechisch-katholische Kirche den Konflikt in der Ukraine befördert, so dass dieser sich zu einem ´bewaffneten blutigen Konflikt` auswachsen konnte", so Hilarion gemäß der Agentur Asia News. (kipa-apic.ch, 27.3.2014)

"Schweigen heißt ja nicht, dass wir nichts tun. Wir tun es nur nicht öffentlich."

(Der römisch-katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck auf die Frage nach der Rolle der römisch-katholischen Kirche im Ukraine-Konflikt; zit. nach tagesspiegel.de, 20.4.2014)


 Vatikan will den Orthodoxen das "Petrusamt" bringen, was bedeutet: sie unterwerfen - Schielen nach Moskau

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Vatikan die von der orthodoxen Kirche geprägte slawische Welt zum Papsttum "zurückführen" möchte. Die orthodoxen Kirchen wurden 1054 von Papst Leo IX. als "Quelle aller Häresien" mehr oder weniger aus der römisch-katholischen Kirche verstoßen (der Konflikt zog sich vom 5. bis ins 15. Jahrhundert hin). Doch der Vatikan will sich die orthodoxen Kirchen Osteuropas wieder einverleiben. So schreibt der bekannte Historiker Karlheinz Deschner über Papst Benedikt XV. (1854-1922): "So betrachtet Benedikt die [mit Rom] unierten [orthodoxen] Gemeinschaften als Vorposten der römischen Kirche, die von Weißrussland und der Ukraine aus vorgehen und die orthodoxe slawische Welt für das Papsttum gewinnen sollten" (Opus Diaboli, S. 152). Und was die Ukraine betrifft, ist eben diese griechisch-katholische unierte Kirche gemeint. Währenddessen schielt man längst nach Moskau.
Genau daran knüpfte Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 wieder an, indem er gleich nach seiner Papstwahl im Jahr 2005 die "Ökumene-Bemühungen" mit den orthodoxen Kirchen verstärkt und entsprechende Maßnahmen einleitet (PS: Das Ziel von "Ökumene" ist für die katholische Kirche immer die Einverleibung anderer Kirchen).
Sein "Minister" in dieser Angelegenheit, der deutsche Kardinal Walter Kasper, erklärt dazu: "Wir wollen den orthodoxen Kirchen ja nichts wegnehmen, sondern ihnen etwas geben: Das Petrusamt könnte auch ihnen die universale Präsenz bringen." (Focus Nr. 33/2005)
Damit lässt der Vatikan bereits die Katze aus dem Sack. Er will den Orthodoxen das "Petrusamt" "schenken", was praktisch bedeutet: Sie sollen sich wieder dem Papst in Rom unterwerfen bzw. unterstellen. Das sind auch die Interessen des Vatikan in der Ukraine. Jede Schwächung der orthodoxen Kirche in Russland, in der Ukraine, in Serbien oder anderswo käme dabei diesen Interessen des Vatikan entgegen, da die selbstbewussten orthodoxen Kirchen sich bislang keineswegs wieder dem "Stuhl Petri" in Rom unterwerfen wollen.
Und die gespaltene orthodoxe Kirche in der Ukraine ist geschwächt. Hinzu kommt: Bei über 60 % Konfessionslosen und Atheisten sind nicht mehr so viele Menschen in den Großkirchen geblieben. Und dann sind auch die Gegensätze im Land zwischen West und Osten und der Konflikt, bei dem die Großmächte USA und Russland auf den unterschiedlichen Seiten engagiert sind, eine Schwächung der Orthodoxie. Dieser Riss in der Bevölkerung spiegelt sich auch im Konflikt der beiden orthodoxen Patriarchate, wodurch letztlich die Katholiken massiv an Einfluss zulegen können.

Die römisch-katholische Kirche und ihre Caritas als eine Stütze des gewaltsamen Maidan-Aufstands

Nun ist im Jahr 2014 die Ukraine gar in Aufruhr. Dort gibt es zwar kaum unmittelbar römisch-katholische Kirchenmitglieder, meist Angehörige der polnischen oder deutschen Minderheit, ca. 1 % der Bevölkerung, aber eben die romtreuen Griechisch-Katholischen, deren Großerzbischof auch vom Papst in Rom eingesegnet wird. Über die Vertreter dieser Kirche handelt auch der Vatikan in dem Land, neben der kleinen Minderheit der unmittelbar Römisch-Katholischen.
Doch diese waren von Anfang an die Stützen des Maidan-Aufstands, indem man beispielsweise seit Monaten die Gratis-Verpflegung der Aufständischen und Demonstranten betreibt. Ohne die tägliche Versorgung der Demonstranten, Barrikadenbauer und Gebäudebesetzer mit warmen Mahlzeiten hätte der Widerstand gegen die demokratische gewählte Regierung nicht in dieser Weise eskalieren können. Und wer weiß, was alles noch im Hintergrund geschah. Der Caritas-Chef Andrij Waskowycz sprach sich bis zuletzt auch gegen das Vorgehen der damaligen staatlichen Ordnungskräfte aus und warb um Verständnis für die gewalttätigen Aufständischen. Auch die rechtsradikale Partei "Swoboda", die mit der deutschen NPD verbündet ist, vertritt für den Caritas-Chef "zunächst einmal die demokratischen Werte" (ntv.de 30.1.2014). So sagte es der Vertreter der katholischen Hierarchie.
Solche Aussagen sind nicht überraschend. Dass der Vatikan und die Rom-Kirche bevorzugt mit faschistischen und rechtsradikalen Parteien sogar immer wieder Bündnisse geschlossen haben, weiß man aus dem 20. Jahrhundert aus Italien, Spanien, Deutschland, Kroatien, Österreich, der Slowakei, Chile, Argentinien und vielen, vielen Ländern mehr (siehe hier). Wenn auf dem Petersplatz also vom "Frieden" gesprochen wird, dann geht es heute wie damals um handfeste politische und klerikale Interessen.
Aktualisierung: Ende August 2015 führte Swoboda blutige Unruhen in Kiew an, um gegen mehr Autonomie für die Ostukraine zu protestieren. Drei Nationalgardisten werden umgebracht. Die Frankfurter Rundschau schreibt: "Definitiv nicht auf Frieden aus. Die ´Schläger` der Swoboda." (2.9.2015)

Franziskus beruft kriegerischen Nationalisten zum Bischof in der Ukraine

Was hat der Papst nun in der Ukraine vor, nach dem Sturz der Regierung Janukowitsch aus überwiegend russisch-orthodoxen Ministern? Vordergründig war es nur Folklore, als Jorge Bergoglio am 26.1.2014 vor seinen Predigtworten zur Ukraine zwei gezüchtete weiße Tauben von seinem Balkon auf dem Petersplatz in Rom fliegen ließ. Bezeichnenderweise wurden sie aber sofort von einem Raben und einer Möwe attackiert - ein Zeichen, dass an seiner Friedensbotschaft einiges nicht stimmt. (siehe hier)

Ein Rabe: Er war mit der Friedens-Inszenierung von Papst mit Kindern
"nicht einverstanden" und attackierte zusammen mit einer Möwe die von Jorge Bergoglio los gelassenen "Friedens"-Tauben vor seinem "Gebet" für die Ukraine
(Wikimedia-Commons-Lizenz, Ævar Arnfjörð Bjarmason, 2004)


Anschließend kamen die Fakten, die einiges davon erklären: A
m 12.4.2014 hat Papst Jorge Bergolio alias Franziskus den Caritas-Direktor und Franziskaner Stanislaw Szyrokoradiuk zum Bischof in Charkiw in der Ost-Ukraine gemacht. Dieser ließ dann am 16.5.2014 eine weitere Maske fallen, indem er den angeblich zu weichen Kurs des Westens gegenüber Russland kritisierte. Die russische Regierung wolle einen "Bürgerkrieg provozieren" und habe dazu "Militärsaboteure" ins Land geschickt, so seine einseitige parteiische Sichtweise auf den Konflikt. Doch die Kirche handle. Die römisch-katholische Seelsorge stärke den "Kampfgeist der Soldaten und freiwilligen Kämpfer" (focus.de, 16.5.2014), womit vermutlich die faschistischen Milizen auf der Seite der Junta gemeint sind.
Zur Erinnerung:
"Ein ukrainischer Militärkommandeur hat den pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine mit ihrer ´Vernichtung?` gedroht" (focus.de, 15.4.2014), wofür natürlich eine bestimmte Art von "Kampfgeist" notwendig ist.
Als Caritas-Direktor war Bischof Stanislaw Szyrokoradiuk bereits einer der maßgeblichen Förderer der Maidan-Kämpfer, Seite an Seite mit dem "Rechten Sektor". Denn die Caritas hat - wie gesagt - die Aufständischen in Kiew monatelang kostenlos ernährt und medizinisch versorgt. Und dies ist nur das, was vordergründig offensichtlich ist.
Mit welchen Worten beispielsweise der papsttreue griechisch-katholische Großerzbischof Schewtschuk im Februar in Washington das Eingreifen der USA gegen die Regierung Janukowitsch in der Ukraine forderte bzw. darum bat, blieb bisher noch verborgen.

Der Gegensatz zwischen Jesus und der Kirche

Zu den Worten, dass die Kirche den "Kampfgeist der Soldaten" stärke, kann man in der Zeittafel in dieser Ausgabe einmal nachlesen, wie die Kirche im 19. und 20. Jahrhundert die Kriegsstimmung aufheizte, die dann unter anderem 1914 in den 1. Weltkrieg mündete. Ähnlich war es vor dem 2. Weltkrieg.
Wenn man in der Bibel danach sucht, wo Jesus den "Kampfgeist der Soldaten" stärkte, dann findet man dazu nichts. Im Gegenteil. Dort wird berichtet, dass Jesus, der Christus, sagte: "Stecke dein Schwert zurück in die Scheide. Denn wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert sterben". Und: "Segnet, die euch fluchen. Tut Gutes denen, die euch hassen." Also kann die katholische Kirche nie und nimmer christlich sein.


Zum Vergleich: Als Anfang der 80er Jahre der Kommunismus in Polen gestürzt wurde, hatte der Vatikan daran ebenfalls entscheidenden Anteil.
 



* PS: Am 24.4.2014 wurde in Italien ein junger Gläubiger von einem Kruzifix erschlagen, das Papst Johannes Paul II. geweiht worden ist, vom so genannten Papst-Kreuz in Cevo bei Brescia. Das Opfer wohnte auch noch in einer Straße, die nach Papst Johannes XXIII. benannt ist. Die Welt schreibt: "Das Unglück könnte als schlechtes Omen für die Heiligsprechung verstanden werden. In das Holz war der Satz geschnitzt: ´Das Kreuz bleibt fest, während die Welt sich dreht`" (welt.de, 24.4.2014). Und seit Sonntag, den 27.4.2014, sind genau diese beiden Päpste "heilig" gesprochen. Das Unglück ist eine Tragödie für den jungen Katholiken. Doch wird hier darüber hinaus nicht der Zusammenbruch des Papsttums symbolisiert? Und gleichzeitig die Bedrohung für Leib und Seele, die von dieser Macht auch im Niedergang noch ausgeht? Daran ändern auch die betörenden Inszenierungen nichts.
Zum Verständnis hilft ein Vergleich mit den verhängnisvollen politischen Bündnissen des Vatikan im 20. Jahrhundert. In diesem Sinne macht der Vatikan offenbar auch in unserer Zeit weiter.

Das katholische Kreuz mit dem Leichnam von Christus, wie es auch in Cevo zu sehen war, soll letztlich die vermeintliche Niederlage von Christus symbolisieren, und es enthält die unterschwellige Botschaft: "Wir haben ihn besiegt." "Fest" bleibt dem gegenüber nur das Auferstehungskreuz ohne den Corpus von Christus, denn Jesus hängt schon lange nicht mehr am Kreuz. Nur in der Kirche hängt Jesus nach 2000 Jahren immer noch am Kreuz, und er wird immer wieder dort festgenagelt. Dies ist wiederum das Symbol dafür, dass man auch sonst gegen seine Lehre handelt - z. B. den "Pazifismus", die Aufforderung zur Feindesliebe oder die Lehre, demjenigen "Gutes" zu tun, den man hasst. Die papsttreuen Politiker beispielsweise wollen davon nichts wissen. Nicht einmal die einfachste Grundregel seiner Botschaft wird beachtet, welche lautet: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst."
Das abgebrochene Papst-Kruzifix von Cevo erinnerte von weitem betrachtet so manchen vielleicht auch an eine Art Seeungeheuer, das einen Mann, der Jesus sein soll, verschlingt (siehe Foto). Andere sahen in ihm eher eine Galgen-Form, die nun zusammengebrochen ist, wodurch eben der daran fest genagelte 600 kg schwere Corpus kopfüber auf den Boden gekracht ist.

Dies ist ein Zeichen auch dafür, dass der katholische Christus am Ende ist. Der Christus jedoch, der in Jesus von Nazareth unter uns war, ist kein Mann der Kirche, und er ruft heute wie damals zur Umkehr - nicht zu Sakramenten und Kulten, sondern zum schlichten Tun seiner Lehre. Und er ruft die Menschen auch aus der Kirche heraus, so wie es im letzten Buch der Bibel heißt: "Zieht aus von ihr mein Volk [heraus aus der "Hure Babylon", einem Symbol für die endzeitliche Kirche], auf dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen." (Ofb. 18)
Und zu ihren Sünden gehört seit Hunderten von Jahren ihr Absegnen von Kriegen bis hin zur Aufforderung an die Politiker, Kriege zu führen.
 




14.5. / 1.6.2014 -
Ukraine: Verfeindete orthodoxe Kirchen - Pro-westliche Kirche ist gegen Dialog / Papst Bergoglio macht pro-westlichen "Hardliner" zum neuen Bischof von Charkiw in der Ost-Ukraine. Dieser kritisiert: Der Westen gehe nicht hart genug gegen Russland vor. Die Kirche jedoch unterstütze durch Seelsorge den "Kampfgeist der Soldaten" auf der Seite der Junta und der Milizen - In der Ukraine gibt es drei relativ große Kirchen: Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats befindet sich seit Jahren im Streit mit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats, die sich nach der Staatsgründung von der ersteren abgespalten hat. Daneben gibt es die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche - eine katholische Kirche, welche die orthodoxen Riten zelebriert, aber dem Papst in Rom und den römisch-katholischen Lehren unterworfen ist.
Im gegenwärtigen Konflikt hat sich die Katholische Kirche mit dem Kiewer Patriarchat verbunden, und sie stehen auf der Seite der Übergangsregierung, während die angestammte Kirche des Moskauer Patriarchats vor allem in der Ostukraine Anhänger und Mitglieder hat und in guter Nachbarschaft mit Russland lebt.
Die beiden verbündeten prowestlichen Kirchen sind dabei jedoch nicht abwartend im Hintergrund, sondern deren Vertreter sind eigens nach Washington geflogen und haben das Eingreifen der USA gefordert, als in der Ukraine noch die demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Janukowitsch die Staatsgeschäfte führte. Die Kirche hatte die ausländische Einmischung also gefordert, war möglicherweise sogar eine Hauptdrahtzieherin.

Und auch jetzt, einige Wochen später, zeigt sich, wohin die prowestlichen Kirchen das Land führen möchten. Einer der Kirchenführer, Patriarch Filaret vom "Kiewer Patriachat"
(Foto links: Wikimedia Commons, GNU-Free Documentation Licence, Håkan Henriksson) - das vom "Moskauer Patriarchat" exkommuniziert wurde - ist nicht nun zusammen mit den Katholiken in die USA gereist, um das Eingreifen der USA in die Wege zu leiten. Der Patriarch zeigte sich auch beim Runden-Tisch-Krisengespräch im Mai in Kiew als Hardliner. Er fordert die Übergangsregierung auf, keinen Dialog mit der Regierung Russlands zu führen und nicht mit ihr zu verhandeln. "Seine Kirche sei gegen einen Dialog mit dem ´Aggressor`", so der höchste Würdenträger Kiews (focus.de, 14.5.2014). Doch wo hat Jesus gesagt: "Keinen Dialog mit dem Aggressor oder mit dem, den ihr für den Aggressor haltet"?

Es ist also auch hier wie so oft in der Kirchengeschichte: Kirche als Gegensatz zu Christus. Dann kommen die Waffensegnungen usw. usf. ... und irgendwann fließt das Blut in Strömen.
Dass dabei die katholische Kirche diejenige ist, deren Einfluss und Bedeutung aufgrund der Feindschaft unter den orthodoxen Kirchen (des Kiewer Patriarchats einerseits und des Moskauer Patriarchats andererseits) anwächst, ist mit Händen zu greifen. Die Entwicklung führt zu einem Machtzuwachs der griechisch-katholischen und römisch-katholischen Kirche, die beide dem Papst in Rom unterstehen.

Auch Metropolit Hilarion von der Kirche des Moskauer Patriarchats, der seinen Kontrahenten Filaret exkommuniziert hatte, hat sich zum Konflikt geäußert. Er macht vor allem die katholische Kirche für die Ukraine-Krise verantwortlich: "Durch die ´sehr klare Positionierung` von Grosserzbischof Swjatoslaw Schewtschuk (Foto rechts: GNU Free Documentation License; User A ntv, 28.3.2011) und dessen Vorgänger Lubomyr Husar habe die griechisch-katholische Kirche den Konflikt in der Ukraine befördert, so dass dieser sich zu einem ´bewaffneten blutigen Konflikt` auswachsen konnte", so Hilarion gemäß der Agentur Asia News. (kipa-apic.ch, 27.3.2014) Großerzbischof Schewtschuk war in dieser Angelegenheit auch nach Rom gereist und hatte in diesem Zusammenhang unter anderem "Papst Franziskus getroffen".
Auch US-Präsident Barack Obama und der Ex-Ministrant John Kerry waren im Vatikan und haben dort Gespräche zur Ukraine geführt. Über den genauen Inhalt der Gespräche drang nichts nach draußen.

"
Der Moskauer Patriarch Kyrill I. warf der griechisch-katholischen [und dem Papst in Rom unterworfenen] Kirche der Ukraine Russlandfeindlichkeit und verbale Angriffe gegen seine Kirche vor." "Sie verbreite ´heftige russophobe Parolen` und attackiere in Stellungnahmen die russisch-orthodoxe Kirche. ´Mit Bedauern stellen wir fest, dass einige nationale katholische Bischofskonferenzen, wie die deutsche, die polnische und die amerikanische, diesen Standpunkt offen unterstützen`, so Kyrill I" laut kathpress.co.at (29.5.2014). Die von dem griechisch-katholischen Kirchenmitglied Jazenjuk geführte Regierung in Kiew erließ darüber hinaus ein Einreiseverbot in die Ukraine gegenüber Metropolit Hilarion, dem "Außenamtschef" des Moskauer Patriarchats, obwohl er die größte Kirche des Landes betreut, aber eben nicht im Sinne Roms und der pro-westlichen Regierung der Ukraine.

Am 16.5.2014 äußerte sich dann der römisch-katholische Bischof von Charkiw, Stanislaw Szyrokoradiuk, der unmittelbare Vertreter des Papstes neben den mittelbaren Vertretern der griechisch-katholischen Kirche. Die Sanktionsdrohungen gegen Russland seien "oft nur Worte", so der Franziskaner-Bischof. Die russische Regierung wolle einen "Bürgerkrieg provozieren" und habe dazu "Militärsaboteure" ins Land geschickt, so seine Sichtweise auf den Konflikt. Doch die Kirche handle. Die römisch-katholische Seelsorge stärke den "Kampfgeist der Soldaten und freiwilligen Kämpfer" (focus.de, 16.5.2014), womit unter anderem die faschistischen Milizen auf der Seite der Übergangsregierung gemeint sind und auch die von der Regierung eingezogenen und an die Front geschickten "Reservisten", von denen sich zwar sehr viele nicht am Brudermord beteiligen wollen, doch sich den Befehlen aus Kiew beugen.
Zur Erinnerung:
"Ein ukrainischer Militärkommandeur hat den pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine mit ihrer ´Vernichtung?` gedroht" (focus.de, 15.4.2014), wofür natürlich eine bestimmte Art von "Kampfgeist" notwendig ist. Diesen wiederum will die Kirche stärken.
Als Caritas-Direktor war Bischof Stanislaw Szyrokoradiuk bereits einer der maßgeblichen Förderer der Maidan-Aufständischen, denn die römisch-katholische Caritas hatte die Aufständischen in Kiew monatelang kostenlos ernährt und medizinisch versorgt. Und am 12.4.2014, also erst vor gut vier Wochen, hat Papst Jorge Bergolio alias Franziskus Szyrokoradiuk dann zum Bischof gemacht - eine gezielte Entscheidung.
Hierzu kann man in der Zeittafel in dieser Ausgabe einmal nachlesen, wie die Kirche im 19. und 20. Jahrhundert die Kriegsstimmung aufheizte, die dann unter anderem 1914 in den 1. Weltkrieg mündete. Ähnlich war es vor dem 2. Weltkrieg.

Wenn man in der Bibel danach sucht, wo Jesus den "Kampfgeist der Soldaten" stärkte, dann findet man dazu nichts. Im Gegenteil. Dort wird berichtet, dass Jesus, der Christus, sagte: "Stecke dein Schwert zurück in die Scheide. Denn wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert sterben". Und: "Segnet, die euch fluchen. Tut Gutes denen, die euch hassen." Also kann die katholische Kirche nie und nimmer christlich sein.

 


 

27.6.2014 - Evangelischer Militärpfarrer wirft Jesus indirekt vor "Selbstgerechtigkeit triefende Hybris" vor - Nachdem der Pastoren-Präsident Joachim Gauck und "seine" Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in den letzten Wochen immer wieder auf die Kriegstrommel schlugen (verbrämt durch Worte wie "Friedensmission" und ähnliches), springt ihnen jetzt der evangelische Militärpfarrer Ulrich Kronenberg bei. Bei evangelisch.de heißt es dazu: "Die Vorstellung, dass sich der Mensch der Schlichtung gewaltsamer Konflikte durch einen unbewaffneten Pazifismus entziehen könne, sei eine vor ´Selbstgerechtigkeit triefende Hybris`, sagte Kronenberg dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die menschliche Natur sei nach biblischer Vorstellung böse und müsse nötigenfalls auch mit Waffengewalt im Zaum gehalten werden" (22.6.2014).
Damit widerspricht der evangelische Militärseelsorger eindeutig Jesus von Nazareth, der lehrte, das Schwert nicht zu "ergreifen", "die andere Backe" hinzuhalten und dem vermeintlichen "Aggressor" Gutes zu tun ("Tut Gutes denen, die euch hassen"). Ohne Jesus direkt beim Namen zu nennen, kritisiert der Pfarrer im Namen seiner Kirche damit auch den Pazifismus des Zimmermanns aus Nazareth als vor "Selbstgerechtigkeit triefende Hybris".
Das mag er, der Pastor und Theologe, ja tun, denn er hat den freien Willen (den seine Kirche zwar verleugnet, der für Demokraten aber zum Menschsein gehört). Aber damit drängt der evangelische Pfarrer und Militärexperte seine Kirche regelrecht dazu, sich endlich von Jesus, dem Christus zu distanzieren und sich nicht mehr "christlich", sondern nur "evangelisch" zu nennen oder "lutherisch". 

Lesen Sie dazu auch, wie vor ca. 100 Jahren anlässlich des 1. Weltkrieges die evangelischen Vorgänger von Militärpfarrer Ulrich Kronenberg das Kriegsbeil geschwungen haben. Die früheren evangelischen Kriegsprediger sind damit auch faktisch zu Vorbildern und Vorläufern für Al-Qaida, Isis und anderen Extremisten geworden, denn die Argumentation der evangelischen Pfarrer kann sinngemäß auch auf andere Religionen übertragen werden, wenn man den Bezug zu Jesus austauscht und stattdessen den jeweils dort gepredigten Religionsführer dafür einsetzt.
 




29.7.2014 - Aufruf der Freien Christen an den Papst: "Waffenhändler sollen sich nicht mehr christlich nennen" - Lesen Sie den Offenen Brief - Papst Bergoglio soll insbesondere die Politiker von CDU und CSU auffordern, den Buchstaben "C" für "Christlich" aus ihrem Parteinamen zu streichen, wenn sich die Politiker nicht "bekehren" und damit aufhören, die Herstellung und den Export von Waffen zu fördern.
http://www.freie-christen.com/pdf/brief_an_papst_keine_waffenexporte_im_namen_von_christus.pdf

 



30.7. / 31.7. / 5.8.2014 - Evangelische Bibelanhänger warten im Nahen Osten auf Schlacht von Harmagedon / Auch Präsident Netanjahu hält "Apokalypse" für möglich - Die Kriege und kriegerischen Fronten nehmen 2014 im Rekordtempo weltweit zu. Für viele Bibelanhänger naht die Schlacht von Harmagedon bzw. Armageddon, von der in Offenbarung 16, 16 die Rede ist. Sie erwarten diese Art "Endschlacht" also in Palästina, weshalb 2014 das Augenmerk vieler Kriegsbeobachter, denen es derzeit noch "gut" geht, vor allem auf den Gaza-Krieg Israel gegen Hamas gerichtet ist oder auf den Aufstand der pro-westlichen Rebellen in Syrien. Dabei denken unzählige Bibelanhänger, die sich Christen nennen, jedoch nicht daran, nach der Botschaft von Jesus zu leben und auch dem vermeintlichen "Feind" Gutes zu tun, sondern sie stimmen zu Millionen unter massivem Missbrauch des Namens von Jesus von Nazareth in das weltweite Kriegsgeschrei ein. Auf wen das zutrifft, der verstellt durch Scheinheiligkeit und Heuchelei auch den Blick auf die Alternative, die sich allmählich daraus ergibt, dass man wenigstens versuchen würde, die Jesus-Worte "Liebe deine Feinde" ernst zu nehmen und daraus konkrete einzelne Schritte abzuleiten.

Zu den kirchlichen Kriegsbefürwortern gehören auch evangelische Bibelfundamentalisten, vor allem aus den USA. Sie unterstützen seit Jahren mit vielen Millionen Dollar beispielsweise fanatische Siedler in Israel, die mit Berufung auf die Bibel versuchen, sich mit unrechtmäßigen Mitteln möglichst viel Land der Palästinenser anzueignen. Weiterhin stehen diese Bibel-Anhänger bei jedem Krieg fest an der Seite der Regierungen Israels wie auch bei den Kriegen der USA an der Seite ihrer jeweils Krieg führenden Regierungen. Dabei betrachten sie auch die Aufrufe zum Völkermord in der Bibel, die von Priestern erfunden und "Gott" und Mose unterschoben wurden, als "reines Gotteswort". Siehe dazu Kriegsaufrufe in der Bibel.

Und wer so denkt, erwartet aufgrund einiger schwer verständlicher und teilweise gefälschter Stellen im letzten Buch der Bibel auch ein Endzeit-Szenario, das sich jedoch von den Erwartungen der Regierungen in Israel unterscheidet, und zwar wie folgt: Ein großer Teil der Juden, so die evangelischen Bibelfundamentalisten, würde sich bald zum falschen Christus der Institutionen Kirche bekehren; und die Gegner Israels und deren Verbündete würden eben in der besagten grausamen Endschlacht bei einem Ort mit Namen "Harmagedon" militärisch besiegt werden.
Die Fälschungen in der Offenbarung des Johannes bestehen vor allem darin, dass frühkirchliche Schriftsteller und Text-"Überarbeiter" Gott und Christus hier und da als strafende Kriegsgötter darstellten, obwohl die geschilderten Prophezeiungen die Wirkungen im Gesetz von Saat und Ernte sind, wofür ausschließlich der Mensch die Ursachen "gesät" = gesetzt hat. (siehe z. B. hier)
 
Über die kirchlichen "Helfer" vor allem aus den USA äußerte sich im Jahr 2006 der damalige Präsidentschaftskandidat des Likud-Blockes und spätere Präsident Benjamin Netanjahu wie folgt:
"Eine erstaunlich große Anzahl von fundamentalistischen Christen glaubt daran, dass wir jetzt auf das Ende der Zeiten und die Schlacht von Armageddon (oder: Harmagedon bzw. Harmageddon) zusteuern. Natürlich ist das so seit dem Tode von Jesus gewesen, dessen Anhänger seine bevorstehende Rückkehr erwarteten, damit er die Dinge in Ordnung bringt. Doch obgleich die Christen glauben, die Apokalypse werde aus Gründen geschehen, die keinen Sinn für die meisten Leute (einschließlich mir) ergeben, heißt das nicht, dass sie nicht stattfindet."
(Trimondi online, 5.4.2006)
 
Mit dem Mann aus Nazareth, der vor ca. 2000 Jahren das kommende Friedensreich verkündete und von den Priestern seiner Zeit verfolgt und von den Römern gekreuzigt wurde, haben diese "fundamentalistischen Christen" und ihr falscher "Kriegs-Christus" jedoch nichts zu tun. Der echte Christus bringt "die Dinge in Ordnung", indem seine Nachfolger "mit der Liebe eingreifen", was besagt, dass sie sich an seine Gebote und seine Bergpredigt halten (wozu das Erlernen der Feindesliebe gehört). Nur auf diese Weise könnte ganz allmählich eine Alternative zu der kriegerischen Welt der großen Ego-Konflikt-Parteien aufgebaut werden.

 



5.12.2014 -
Was steckt dahinter, wenn Pazifisten am Ausbruch von Kriegen beschuldigt werden? Was denkt der Liedermacher Wolf Biermann? Wie war es in der Zeit des Alten Testaments? - Die wahren Gottespropheten und Jesus von Nazareth erhoben immer ihre Stimme gegen den Krieg. Doch die aus dem Baalskult hervor gegangenen Großkirchen und Ihresgleichen befürworten die Kriege seit nahezu 2000 Jahren, entweder als angeblicher "Wille Gottes" oder als angeblich "letztes Mittel". Alle Warnungen wurden und werden weiter in den Wind geschlagen. Und bringt ein Krieg auf Dauer nicht das gewünschte Ergebnis für die Kriegsherren wie der Irak-Krieg 2003, der das Land bis heute in Chaos und Leid stürzte, so wird oft sogar denen die Schuld zugeschoben, die dagegen waren.
 
Ein Beispiel dafür ist der frühere DDR-Liedermacher Wolf Biermann, der den Kosovo-Krieg der NATO 1999 ebenso befürwortete wie alle Kriege Israels. Und er war auch ein massiver Verfechter des völkerrechtswidrigen Irak-Krieges durch die "Koalition der Willigen" unter Führung des Kirchenchristen George W. Bush. Dieser hörte offenbar auf eine mysteriöse Stimme, die er für die Stimme "Gottes" hielt, bevor er 2003 in diesen Krieg zog.
Im Jahr 2003 hatte Wolf Biermann George Bushs völkerrechtswidrigen (da ohne UNO-Mandat) "Krieg der Willigen" gegen den Irak massiv unterstützt und sogar von der Konzertbühne aus gerufen: "Ich bin für diesen Krieg. Damit das ganz und gar klar ist." "Und ich behaupte, dass absolut jeder weiß ... dass Saddam all diese Waffen besitzt." (sueddeutsche.de, 19.5.2010)
Bekanntlich stellte sich dieser Kriegsgrund, der angebliche Besitz von Massenvernichtungswaffen, aber als Falschmeldung des amerikanischen Geheimdienstes heraus. Doch von Einsicht, Reue und Bitte um Vergebung bei vielen Kriegsverfechtern wie Biermann keine Spur. Drei Jahre später gab der bekannte Sänger ausgerechnet denen, die damals nicht mitmachten, in diesem Fall den Regierungen in Deutschland und Frankreich, auch noch eine "große Mitschuld" am Krieg. "Der Krieg ... hätte womöglich vermieden werden können, weil der Diktator abgetreten wäre, hätte der Westen ... mit einer Faust gedroht" (zit. nach Die Zeit, 26.10.2006). "
Im Spiegel verspottete er die Kriegsgegner als ´Nationalpazifisten`, die ´Frieden irgendwie geiler als Krieg finden.`"

Doch seine Beschimpfungen und Verspottungen sind nicht nur politisch völliger Unsinn, denn Saddam Hussein wäre niemals zurück getreten, wenn sich auch die Regierung Schröder/Fischer dem Kriegszug von George W. Bush angeschlossen hätte, obwohl sie schon damals die Echtheit der "Beweise" gegen den Irak anzweifelten. Eine solche Argumentation wie die von Wolf Biermann zählt zu den Schäbigsten moderner Demagogie und sie zielt unter anderem auf den großen Menschheits- und Weisheitslehrer Jesus von Nazareth und seine pazifistische Botschaft. Denn die Bedeutung ist letztlich: Pazifisten und Kriegsgegner in einem Land würden das Drohpotenzial der Kriegspartei in diesem Land schwächen und damit angeblich die gegnerische Konfliktpartei erst recht zum Krieg ermuntern.
Vielfach nachgewiesene Tatsache ist jedoch eine ganz andere: Gewalt bringt immer nur noch schlimmere Gewalt hervor, Krieg führt zu Hass führt zu neuem Krieg führt zu neuem Hass usw. usw.

Wie der durch bestimmte Gruppen preisgekrönte Sänger Biermann hier als geistiger Brandstifter auftritt, das hat auch in der Geschichte Israels "Tradition". Dazu nur ein Beispiel von vielen:
Der Gottesprophet Jeremia erhob machtvoll seine Stimme gegen die Kriegsvorbereitungen der Führer Israels, die sich mit Waffengewalt der Großmacht Babylon entgegen stellen wollten, das eine Invasion in Israel vorbereitete. Die Botschaft des Propheten war pazifistisch und genial zugleich: Sich nicht wehren, es geht vorüber, auf Gottes Gebote vertrauen ... Doch die Priester und Obersten verurteilten den Gottespropheten, weil er die Kriegsstimmung bei den Soldaten und in der Bevölkerung "schwächte". Sie ließen ihn misshandeln und überließen ihn in einem Verlies seinem Schicksal.
Israel verliert den Krieg, und man hätte kein Prophet sein zu brauchen, um das voraus zu sehen. Doch selbst, wenn man "gewonnen" hätte: Unfassbares Leid und die Saat für weitere Kriege - wie immer bei einem Krieg - war und ist immer die Folge. Und es wird immer die Folge sein.
Doch die Institutionen Kirche und die mit ihnen verbundenen sich "christlich" nennenden Parteien wollen es besser wissen, und die Politiker lassen immer mehr Waffen auch in unmittelbare Kriegsgebiete liefern - vor allem in Deutschland hergestellte Präzisions-Tötungs-Waffen, was auch zu hohen Kirchensteuereinnahmen führte und führt, die in der Rüstungsindustrie erwirtschaftet werden.
 


30.12.2014 - Mit Spitzentechnologie effektiver töten - "Christliche" Partei fordert Ausbau der Rüstungsindustrie in Deutschland / Afghanistan: Bundeswehr nominierte Personen zum Getötet-werden /  Mexiko: Demonstration vor deutscher Botschaft wegen Waffenhandel - Während überall gespart wird, verlangt die CSU in Deutschland, die den Namen "Christus" in ihrem Parteinamen missbraucht, den Ausbau der Rüstungsindustrie in Deutschland. "Wir brauchen in Deutschland weiterhin eine global wettbewerbsfähige und bei Spitzentechnologien führende wehrtechnische Industrie", heißt es in einer Stellungnahme der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag (merkur-online.de, 30.12.2014). "Den europaweiten Trend zur Ausgabenkürzung müssen wir" bei der Herstellung von Waffen "umkehren", und ausdrücklich ist auch der "Export" der Tötungsinstrumente, der "umsichtig" geschehen solle, genannt. Was hat das aber mit Jesus von Nazareth zu tun? Nichts. So sollte die CSU als erstes diesen Missbrauch seines guten Namens beenden und sich endlich umbenennen, bevor sie auf ihrer Jahrestagung 2015 im Wildbad Kreuth zusammen mit NATO-Generalsekretär Stoltenberg weiter über den Ausbau der Rüstungsindustrie und die Waffenexporte reden. Denn solches im Namen von "Christus" als "C"SU zu tun, ist eine böse Verhöhnung des großen Menschheits- und Weisheitslehrers.

Unter vielen anderen Exporten sind auch Waffenexporte nach Mexiko bekannt geworden. Der vom überzeugt lutherischen CDU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder hofierte deutsche Rüstungskonzern Heckler & Koch gab dabei auch zu, "Waffen illegal in Unruheprovinzen geliefert zu haben" - neben den "legalen" Geschäften. In Mexiko selbst kam es vor Weihnachten zu Demonstrationen vor der deutschen Botschaft in Mexiko-City. Die mit deutschen Waffen ausgerüsteten Sicherheitskräfte beispielsweise in der Provinz Guerrero "gelten als korrupt. Sie sollen eng mit dem organisierten Verbrechen verbandelt sein". Erst vor kurzem wurden 43 Studenten von den Sicherheitsorganen verschleppt und der Drogenmafia vermutlich zur Hinrichtung übergeben.
Heckler & Koch liefert die von der CSU und der CDU so geschätzte "global wettbewerbsfähige" "Spitzentechnologie" von Tötungsinstrumenten, und dank der Herstellung im konservativ geprägten tiefen Schwarzwald fließt durch die Angestellten der Rüstungsindustrie auch reichlich Kirchensteuer in die Kassen der beiden Großkirchen.

Die Bundeswehr selbst gerät auch mehr und mehr ins Zwielicht, seitdem bekannt geworden ist, dass in Afghanistan auch einfache Drogenhändler auf den Todeslisten der nach NATO-Ethik zu ermordenden Personen standen, auch wenn sie gar nichts mit dem Taliban zu tun hatten. "Nach Ansicht von amerikanischen Nato-Kommandeuren wie Bantz John Craddock war kein Nachweis notwendig, dass Drogengelder an die Taliban flossen, um Anbauer, Kuriere und Händler zu legitimen Zielen von Nato-Angriffen zu erklären" (spiegel.de, 29.12.2014; http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-usa-geben-taliban-zum-abschuss-frei-a-1010629.html).
Bis zu 750 Personen seien zeitweise für die Tötung nominiert gewesen, wobei bei den Hinrichtungen aus der Luft vieltausendfach auch noch entweder die Falschen ermordet wurden oder neben den Todeskandidaten noch viele Unbeteiligte. Dies geschah zum Beispiel, wenn ein Gesuchter aufgrund seines Handys geortet wurde. Dann konnte die NATO ihn gemäß ihrer Ethik in den nächsten 24 Stunden tot bombardieren, auch wenn sie nicht wusste, wer dann gerade in seiner näheren Umgebung stand und auch mit tot gebombt wurde.

Im Hinblick auf unbeabsichtigte Todesopfer noch eine Frage: Steht hier vielleicht geistesgeschichtlich das bekannte Wort des päpstlichen Gesandten und Anführers der Zisterzienser-Mönche, Arnold von Citeaux (auch: Arnold Amalrich bzw. Arnold Amaury) Pate? Papst Innozenz III. hatte befohlen, die friedfertigen urchristlichen Katharer in Südfrankreich alle zu ermorden, weil sie keine Katholiken sein wollten. Bevor das päpstliche Heer 1209 dann das Massaker an den überwiegend von Katharern bewohnten Stadt Beziers durchführte, war zu klären, wie man Katharer von Katholiken unterscheiden könne. In dieser Situation entschied der Papst-Legat und später zum Erzbischof beförderte Abt: "Erschlagt sie alle, Gott kennt die seinen" (zit. nach Walter Nigg, Prophetische Denker, S. 228).

Was bedeutet also das Gebot "Du sollst nicht töten" für diese Menschen? Nur Schall und Rauch. Es gelten stattdessen die Ausnahmeregelungen der Institutionen Kirche, je nachdem, welche zum Teil völlig unterschiedlichen Gruppen gerade ins Visier der kirchlich aufgestellten bzw. inspirierten Heere geraten sind: Früher waren es z. B. friedfertige Katharer, wobei man die Tötung von verbündeten eigenen Leuten in Kauf nahm; heute sind es z. B. gewalttätige Taliban, wobei man in diesem Fall Tötung von friedfertigen bzw. unbeteiligten Moslems in Kauf nimmt; eben je nach Anwendung des kirchlichen oder kirchlich inspirierten Glaubens auf die jeweilige Situation.

Doch hat Jesus von Nazareth etwa Todeslisten erstellen lassen oder Männer für Todeslisten für Kreuzigungen bei den Römern nominiert? Oder hat er etwas ganz anderes gelehrt? Wenn er aber etwas anderes gelehrt hat, dann ist es doch heuchlerisch, wenn Soldaten und kirchenchristliche Politiker so tun, als würden sie an ihn glauben. Sie glauben ja gerade nicht an ihn, sonst würden sie sich anders verhalten. Sondern sie glauben aufgrund ihres Tuns praktisch an denjenigen bzw. an die Mächte, die das Gegenteil von Christus in die Welt brachten.

Die kriegerische "Tradition" der Kirche - Legat Arnold kniet bei Papst Innozenz III.: "Erschlagt sie alle, Gott kennt die seinen". Rechts von beiden die katholische "heilige" Fides mit Heiligenschein(Gemeinfrei nach Wikimedia-Commons; FA2010)

Töten heißt im deutschen Soldatenjargon auch "neutralisieren" bzw. im Amerikanischen "escalate und exit" und ntv.de berichtet zum Jahresende von der "Target Support Cell" im deutschen Hauptquartier in Masar-i-Scharif (30.12.2014). Deutsche Soldaten hätten dem Generalmajor Vorschläge zum Töten vorgelegt. Und bei der Umsetzung wäre dann auch Geheimdienstmaterial des BND eingesetzt worden, allerdings nur, wenn ein "Angriff" drohe. Doch was heißt das? Wie dies unter anderem falsch ausgelegt wurde, zeigt 2009 der furchtbare Bombenangriff im Auftrag der Bundeswehr auf Dorfbewohner (ca. 150 Tote), die Benzin aus einem Tanklastzug abzapften, da es ja auch Taliban hätten sein können. Der für die Tötungen verantwortliche sich ebenfalls "christlich" nennende Oberst wurde später befördert - ohne Rücksicht auf die Angehörigen der vielen Opfer.

Doch das neue kriegerische Deutschland, das seine "Sicherheit" seit einigen Jahren auch am Hindukusch in Afghanistan verteidigen will und sich mit Waffenexporten oder gar direkt militärisch noch viel mehr einmischen will, wird die Kriege allmählich immer mehr ins eigene Land ziehen. Entweder durch immer mehr Kriegs-Flüchtlinge wie aus Syrien oder Libyen oder unmerklich durch immer mehr Opfer, die zu Tätern werden und sich für irgendein Schicksal oder ein Leid rächen wollen - sei es ein Leid in diesem Leben oder aus vergangenen Leben, denn die unsterbliche Seele hat auch gespeichert, was dem Menschen in früheren Epochen von Kirchenchristen angetan wurde, z. B. in Kreuzzügen.

PS: Gegen den Missbrauch des Namens Christus durch Kriege und Waffenexporte, auch durch Ihre Unterschrift; siehe unter http://www.freie-christen.eu/unterschriften-gegen-waffenexport/index.php

 


2015
 


"Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschrecket nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. Das alles aber ist der Anfang der Wehen ... Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten ..." "Ihr habt gehört, dass gesagt ist ´Du sollst deinen Nächsten lieben` und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen."

(Jesus von Nazareth lt. Matthäusevangelium der Bibel, 23, 6-8.12; 5, 43-44)
 


13.2. / 19.2. / 31.8.2015 - Albaner ziehen zu Tausenden nach Deutschland: Ca. 18.000 Kosovo-Flüchtlinge reisten in den ersten Wochen des Jahres 2015 nach Deutschland, ca. 30.000 kamen seit Dezember - Späte "Früchte" des Kosovo-Krieges Deutschlands und der NATO? - Im Jahr 1999 führte die NATO Krieg gegen Jugoslawien statt mit beiden Konfliktparteien, der Regierung Jugoslawiens und der UCK-Armee der Kosovo-Albaner, zu verhandeln. Über 1000 serbische Zivilisten wurden 1999 dabei getötet und eine weit größere Anzahl an Soldaten - mit Zustimmung der ranghohen Bischöfe Lehmann (katholisch) und Huber (evangelisch) in Deutschland. Der Auslöser waren Gewalttaten und offenbar Verbrechen der damaligen jugoslawischen Armee an der kosovarischen Bevölkerung. Aus deren Reihen wurden jedoch auch Verbrechen gegenüber Serben und Anschläge verübt. Beide Seiten machten sich also schuldig, und die Lehre von Christus, dessen Namen der Westen im Munde führt, beinhaltet, den eigenen Schuldanteil zu finden und aufzuarbeiten sowie um Vergebung zu bitten, zu vergeben; nicht aber, für eine Seite z. B. in einer Art Bürgerkrieg Partei zu ergreifen oder gar in den Krieg zu ziehen.
Die Freien Christen forderten deshalb vor allem die CDU- und CSU-Abgeordneten des deutschen Bundestages dazu auf: "Distanziert euch vom Krieg oder nennt euch nicht christlich!"
(siehe z. B. Transparent rechts auf dem Karlsplatz in München)

Nach dem Krieg kam das "NATO-Christentum" dem Bestreben der albanischen Separatisten-Krieger nach und trennte die zum großen Teil von Albanern bewohnte serbische Provinz Kosovo völkerrechtswidrig, also ohne UNO-Beschluss, von Serbien ab. Vor allem auf Verlangen der USA wurde dann am 17.2.2008 ein zweiter albanischer Staat in Europa proklamiert. Die Regierung Russlands duldete dieses westliche Vorgehen, nachdem ihr von den USA klar gemacht wurde, dass man seine Vorstellungen durchziehe und eventuell andere russische bzw. serbische Interessen ignorieren werde. Dies war der Beginn einer neuen Ost-West-Konfrontation unter dem westlichen Motto "Wir haben Recht".

Im Jahr 2015 fliehen nun aber die Bewohner des Kosovo zu Zigtausenden aus ihrem von den westlichen Mächten durch Krieg herbei geführten Staat vor "Korruption, Drogenhandel, Armut". Diese gab es zwar auch schon vor dem Krieg. Doch was hat der Krieg den Menschen letztlich gebracht, wenn sie jetzt zu Tausenden fliehen? Ist dies nicht auch ein Indiz dafür, dass Kriege keine Lösung sind, sondern immer auch Grausamkeit, Chaos und neues Leid in ihrem Gepäck haben. Bild.de schreibt: "Seit dem Kosovo-Krieg im Jahr 1999 ist die Lage in dem Land instabil" (19.2.2015). Ein Flüchtling berichtet: "Im Kosovo gibt es kein Gesetz, auf das du dich verlassen kannst. Die Reichen haben alles, und der Rest der Bevölkerung lebt im Elend ... Ich habe keine Alternative. Im Kosovo können wir nicht überleben."
Der neue pro-westliche Staat Kosovo zeigte sich seither in vielerlei Hinsicht als "unregierbar". Dort herrschen mächtige "Clans", wie spiegel.de schreibt, die inoffizielle Währung ist der Euro.

Nun strömen die Menschen also zu Tausenden in Richtung Deutschland, das damals unter dem "Grünen" Katholiken Joschka Fischer in den Kosovo-Krieg zog. Sie hoffen, in Deutschland arbeiten und ein würdevolles Leben führen zu können. Im Kosovo sehen sie dafür keine Perspektive mehr. Alleine im Januar 2015 waren es 3630 Asylanträge von Albanern aus dem Kosovo in Deutschland. "Seit Jahresbeginn sollen sogar noch mehr – etwa 18.000 – Kosovaren nach Deutschland eingereist sein. Viele konnten aber offenbar noch keinen Asylantrag stellen, weil sich das Prozedere wegen des großen Ansturms in den Flüchtlingsheimen und auf den Ämtern verzögert" (zeit.de, 12.2.2015). Über 99 % der Asylanträge werden allerdings abgelehnt. Das heißt aber nicht, dass die Menschen dann zurück in ihr Herkunftsland gehen. "Die, die jetzt gehen, sagen: Wir kommen nie wieder zurück." Und: "Wenn sie uns schnappen, werden wir es wieder und wieder versuchen" (main-netz.de, 17.2.2015). Seit Dezember 2014 sollen zusätzlich weitere 30.000 Kosovo-Albaner in Deutschland leben, die Busse nach Deutschland sind offenbar jeden Tag übervoll. (bild.de, 15.2.2015)

Deshalb noch einmal die Frage: Sind das nicht auch alles Spätfolgen einer Politik, die den Krieg beinhaltete? Da Deutschland im Kosovo-Krieg 1999 Kriegspartei war und dafür stimmte, die Region von Serbien abzutrennen und einen zweiten albanischen Staat in Europa zu gründen, tragen die Deutschen auch Mitverantwortung für die weitere Entwicklung und können nicht so tun, als komme durch die vielen Asylsuchenden und Flüchtlinge ein Problem auf das Land zu, das nur andere verursacht hätten. Man hat sich durch die kriegerische Einmischung und das tausendfache Töten selbst massiv in das negative Netzwerk von Saat und Ernte bzw. von Ursache und Wirkung verwickelt, das bereits seit vielen Jahrhunderten bzw. Inkarnationen gesponnen wurde und gelöst werden müsste. Krieg jedoch vergrößert immer das "Karma" und das Leid und schafft neues Unrecht.
 

Wir sind keine Christen nach der katholischen Kirche Roms. Unser Glaube basiert auf der Lehre des Jesus von Nazareth und nicht auf der Lehre der römischen Kirche.
Jesus wollte keine Kreuzzüge. Doch die römisch-katholische Kirche missbraucht seit Jahrhundert Seinen guten Namen. Wir distanzieren uns von der sogenannten "christlichen Lehre" der römischen Vatikan-Kirche und folgen nur der reinen Lehre des Jesus von Nazareth.


 


 

31.8. / 17.10.2015 / 1.2.2016 - Kriegs-Flüchtlinge aus Syrien - Wer hat den Krieg in Syrien begonnen? Wer führt dort weiter den Krieg? / Flüchtlinge aus dem Irak - Wer hatte den Irak 2003 mit Krieg überzogen? / Flüchtlinge aus Libyen - Wer hat Libyen in den Zerfall gebombt? / Von der Flucht zur Völkerwanderung / Ungarns Präsident Orban: "Es wäre vielleicht klug, nicht ständig Staaten zu zerstören"/ "Asyloptimierung": Die "reiche" und die "arme" Welt vermischen sich / Viele suchen keinen "Schutz", sondern mehr Wohlstand - Flüchtlingsströme aus vielen Ländern weiteten sich zuletzt immer mehr aus. Die größte Völkerwanderung der Geschichte hat begonnen. Neue Schübe wurden mit unübersehbaren Strömen von Menschen wurden und werden weiterhin ausgelöst ...

"Stabilisiert die Herkunftsländer! Wir brauchen die Menschen zurück. Unser Kontinent blutet aus."

(Kgalema Motlanthe, ehemaliger Präsident und Vizepräsident Südafrikas zur Völkerwanderung aus aller Welt in Richtung Deutschland, zit. nach focus.de, 2.11.2015)

Pro-westlicher Rebell berichtet Peter Scholl-Latour, er sei von Agenten für Aufstand angeworben worden

Der 2015 verstorbene angesehene Journalist Peter Scholl-Latour schrieb dazu einiges in seinem letzten Buch Der Fluch der bösen Tat. Focus.de berichtet darüber:
"Bei seiner letzten Syrienreise traf er Vertreter der Rebellenarmee. Einer von ihnen erzählte Scholl-Latour, er sei bereits ein Jahr vor Beginn der Proteste von jordanischen und getarnten amerikanischen Agenten kontaktiert worden. Unter Zusicherung finanzieller Vorteile hätten diese ihn ermutigen wollen, sich einer umstürzlerischen ´Freien Syrischen Armee` anzuschließen. Denn Washington habe geglaubt, es müsse nur eine vom Westen unterstützte Oppositionsarmee auftauchen, um eine Volkserhebung auszulösen, die den Assad-Clan hinwegspülen würde" (zit. nach focus.de, 17.9.2014). Der Aufstand, der zum Krieg wurde, begann dann 2013. 2015 tobte er weiter heftig. Dazu Peter Scholl-Latour: "Dabei ist es ein tragischer Witz,
dass der Aufstand nach drei Wochen erledigt gewesen wäre, wenn nicht Saudi-Arabien, Katar und die USA die Aufständischen unterstützt hätten" (focus.de, 7.9.2013). Die Politiker der USA sind mehrheitlich Katholiken und Protestanten, in Saudi-Arabien und Katar regieren extreme Muslime, und nach Saudi-Arabien und Katar gingen auch in dieser Zeit deutsche Waffen.
Und auch die deutsche Regierung unterstützt verschiedene Krieger von Aufständischen und bewaffnet z. B. Kurden, und bildet sie an Waffen aus, die so genannten "Peschmerga-Kämpfer", die ihrerseits des Völkermords an Arabern in ihrer Region verantwortlich sind. Erste Vorwürfe gab es bereits im Juni 2015. Im Januar 2016 berichtete Amnesty international von neuen Massakern: "
In einem brutalen Rachefeldzug gehen Peshmerga-Kämpfer gegen die zivile Bevölkerung vor" (kurier.at, 20.1.2016) - wie gesagt; ihre Ausbilder sind die Deutschen, die sich missbräuchlich "Christen" nennen.

"Krieg der Willigen" gegen den Irak aufgrund falscher Beschuldigungen und unter Bruch des UN-Völkerrechts

Die meisten anderen Flüchtlinge kommen unter anderem aus dem Irak. Focus.de schreibt am 8.9.2015: "Die Proteste in Bagdad erreichen eine neue Dimension. Nachdem Iraker seit Wochen für bessere Lebenskonditionen demonstrieren, drohen sie nun sogar mit einer Ausreise nach Deutschland." Zehntausende protestierten zuletzt in Bagdad, zigtausende in anderen Städten. Viele halten Fotos von Angela Merkel in die Höhe. Offenbar hatte sich in Rekordzeit im Nahen und Mittleren Osten verbreitet, dass Deutschland die "Schleusen" geöffnet hat und bereit ist, Hunderttausende Asylsuchende aufzunehmen und dass es dort "keine Obergrenze" für sie gebe. Doch warum wollen auch zigtausende Iraker aus ihrem Heimatland weg und nach Deutschland?

Zum Hintergrund im Irak: Dort hatte der kirchliche "Westen" in seiner "Koalition der Willigen" 2003 unter Ausschaltung der UNO die damalige Regierung weg gebombt - Tausende Tote, Not und Elend waren die Folge. Irak wurde zuvor fälschlicherweise von der USA-Regierung beschuldigt, über Massenvernichtungswaffen zu verfügen, worauf hin diesem Staat von den "Willigen" der Krieg erklärt wurde. Anschließend wurde das Regieren im Irak dem US-"Zivilverwalter" und Katholiken Paul Bremer übertragen. Bremer war und ist verheiratet mit der Katholikin Frances Bremer, die zuvor ein Buch über einen katholischen Priester mit dem irreführenden Titel Running to Paradise geschrieben hat. Denn was haben die Grauen von nahezu 2000 Jahren Katholizismus mit dem "Paradies" zu tun, dem einstigen "Garten Eden", der laut Schöpfungsbericht der Bibel sogar im späteren Irak gelegen hat? Und was hat es gebracht, als die USA die Macht offiziell wieder an Machthaber vor Ort übertrugen? Die Religionsfreiheit ging verloren. Und wenige Jahre später zerfällt der Irak. Gewalt und Elend nehmen zu.

Der NATO-Krieg, der Libyen in Elend und Zerfall stürzte

Ansonsten kommen die Flüchtlinge hauptsächlich aus Libyen. Dort hatte die kirchlich befürwortete NATO 2011 die damalige Regierung weg gebombt, als diese den Aufstand im Land niederschlagen wollte. Der katholische Bischof Marx forderte die Bundesregierung eigens dazu auf, sich an dem NATO-Krieg zu beteiligen, der die Aufständischen und die Regionen, in denen sie ihre Stützpunkte hatten, schützen sollte. Der Krieg brachte noch mehr Tote, Not und Elend. Die Folge: Auch dieses Land zerfiel, die Religionsfreiheit ging verloren, Gewalt und Elend nehmen immer mehr zu. Der ungarische Ministerpräsident Orban mahnt den Westen mittlerweile zur Kursänderung: "Es wäre vielleicht klug, nicht ständig Staaten zu zerstören". (welt.de, 16.9.2015)
Die von sich "christlich" nennenden Kräften weg gebombten autoritären Herrscher (Hussein im Irak, Gadaffi in Libyen) oder der von ihnen bekämpfte Herrscher Assad in Syrien waren bzw. sind zwar islamisch, aber nur gemäßigt religiös. Sie erlaubten bzw. erlauben Religionsfreiheit. Viele Aufständische aber, welche durch die Kriege und vom Westen geförderten Umstürze zur Macht gelangten, verbreiten Intoleranz, Grausamkeit und Tod im Namen der Religion. So wie im Mittelalter in den päpstlich ausgerufenen Kreuzzügen Terror, Grausamkeit und Tod im Namen der Religion die Menschen ins Elend stürzte.

Der Westen wollte keine sozialistische Regierung in Afghanistan und rüstete die Islamisten für einen Aufstand hoch

Dann kommen noch sehr viele Flüchtlinge aus Afghanistan. Dort hat der Krieg des Westens gegen den islamistischen Terror bisher Tausende von Opfern unter den Zivilisten gefordert. Im Jahr 1980 rüsteten die kirchlich dominierten Westmächte die Islamisten in Afghanistan auf, um die Russen mit Krieg aus dem Land zu treiben, welche die damalige sozialistische Regierung Afghanistans stabilisieren wollten. Und Hollywood produzierte extra den Kinofilm Rambo III, mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle "alleine" gegen die Russen. 2001 erwog der evangelisch-methodistische Präsident George W. Bush sogar den Abwurf einer Atombombe auf Afghanistan. "Die Papiere waren" bereits "geschrieben" (focus.de, 29.8.2015). Die bisher einzigen beiden Atombomben, die im Krieg eingesetzt wurden, ließ US-Präsident Harry S. Truman abwerfen, ein evangelisch-freikirchlicher Baptist - 1945 über Hiroshima und Nagasaki in Japan. Und nun 2015, nach 14 Jahren Krieg der NATO gegen die Taliban? "Afghanen geht es noch schlechter als Syrern", schreibt ntv.de am 11.9.2015, und sie werden meist schlechter behandelt. Tausende saßen im September 2015 in Griechenland im Elend fest, doch sie wollen weiter. Derzeit machen sich 100.000 Afghanen pro Monat in Afghanistan auf, um es irgendwie bis nach Deutschland zu schaffen. Von dort, wo die Bundeswehr über ein Jahrzehnt die “Sicherheit” Deutschlands am Hindukusch militärisch “verteidigen” wollte, was Krieg und Gewalt eskalieren ließ. Das Ergebnis zeigt sich jetzt.

Das NATO-Christentum schuf einen zweiten albanischen Staat in Europa, aus dem die Menschen nun fliehen

Schließlich kommen noch weit mehr Flüchtlinge aus dem Kosovo. Dort führte die von den westlichen Kirchen unterstützte NATO 1999 Krieg gegen Jugoslawien, deren Armee mit Gewalt gegen den Aufstand der Kosovo-Albaner vorging. Der nach dem Krieg von den Staaten des "NATO-Christentums" und gegen den Widerstand im UN-Sicherheitsrat und damit gegen das Völkerrecht - neu geschaffene Staat Kosovo ist mittlerweile in Clanwirtschaft, Korruption und Chaos versunken, im Parlament werden Tränengasbomben geworfen. Ein großer Teil der Bürger will nun in Deutschland leben. Selbst die Bild-Zeitung in Deutschland gibt zu: "Seit dem Kosovo-Krieg im Jahr 1999 ist die Lage in dem Land instabil" (19.2.2015).
Wieso gibt es also die unzähligen Flüchtlinge aus Syrien, Libyen, Irak, Afghanistan oder dem Kosovo? Wer hat entscheidend dazu beigetragen, dass es dazu kam?

 

Kirche contra Christus - Flüchtlinge lernten in ihren Heimatländern einen falschen Christus kennen

Die katholische Kirche entwickelte dabei eine Lehre vom gerechten Krieg. Und die evangelischen Kirchen und ihre Gewaltlehren gehen mehr oder weniger auf Martin Luther zurück. Mit seiner Aussage "Sündige tapfer", der Glaube alleine genüge, hat Luther viele Hemmschwellen niedergerissen. Mit Christus hat Luther nicht das Geringste zu tun. Martin Luther und die Lutheristen missbrauchen den guten Namen von Christus genauso wie die Papstkirche in Rom. Denn Jesus von Nazareth lehrte eindeutig: "Stecke dein Schwert an seinen Ort. Denn wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen."
 
Ein Teil der Tragödie ist, dass die meisten Flüchtlinge in allen den Kriegen nicht Jesus, den Christus, kennen gelernt haben, sondern stattdessen die falschen Christusvorstellungen der Institutionen Kirche. Sie lernten nicht Christus kennen, den der Prophet Jesaja als den "Friedefürsten" verheißen hat, der die Feindesliebe lehrte und dazu aufrief, dem Gegner und Feind Gutes zu tun. Sondern sie lernten einen lutherisch-vatikanischen Kriegsgötzen kennen, in dessen Namen je nach politischer Interessenlage Kriege geführt werden dürfen. So wie auch islamistische Krieger und Gewalttäter sich auf ihren "Gott" berufen - Religion also als Quelle von Gewalt und Krieg.
 


2016

22.6.2016 – Krieg gegen Russland: Papst wünschte Adolf Hitler "nichts sehnlicher" als einen "Sieg" – Gedanken zum 75. Jahrestags des Überfalls auf die Sowjetunion am 22.6.1941 - Vor 75 Jahren überfiel das Deutsche Reich die Sowjetunion, die deutschen Soldaten waren zu weit über 90 % evangelisch oder katholisch. Der Papst in Rom wünschte dem Führer "nichts sehnlicher" als einen "Sieg", und die deutschen katholischen und evangelischen Würdenträger trieben die deutschen Soldaten hinein in die vom Umfang her größte Mord-Orgie der Geschichte. Bischof Michael Rackl aus Eichstätt jubelte, mit dem Überfall am 22.6.1941 beginne ein "Kreuzzug, ein heiliger Krieg für Heimat und Volk, für Glauben und Kirche" (zit. nach Karlheinz Deschner, Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert, Band 2, S. 167 und S. 148). Die NS-Regierung nannte den Krieg "Unternehmen Barbarossa". Der Katholik Friedrich Barbarossa war in seiner Jugend an einem Kreuzzug in den Nahen Osten beteiligt und führte im Auftrag des Papstes im Jahr 1189 einen weiteren Kreuzzug an und ist dabei im Jahr 1190 in Armenien ertrunken.

Foto: Deutsche Soldaten überrennen im Morgengrauen des 22.6.1941 die Grenze nach Russland (Bundesarchiv, Bild 146-2007- 0127 / CC-BY-SA 3.0). Große Teile der russischen Zivilisten sollten "vertrieben, versklavt und getötet werden. Das NS-Regime nahm den millionenfachen Hungertod sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilisten bewusst in Kauf, ließ sowjetische Offiziere und Kommissare aufgrund völkerrechtswidriger Befehle ermorden" (Wikipedia - Stand: 22.6.2016). Die Soldaten hatten dabei den Papst, die Vatikan- und die Lutherkirche auf ihrer Seite. Doch trotz der vielen Gebete zu dem konfessionellen "Gott" der beiden Großkirchen konnten sie die Rote Armee der Sowjetunion nicht vernichten, sondern wurden von ihr besiegt.

26 Millionen Russen wurden nun ab 1941 von den deutschen Eroberern ermordet oder starben an den Kriegsfolgen, mit Abstand die meisten Opfer einer bestimmten Nation.
Wenn am Jahrestag 2016 in der Botschaft Russlands in Berlin daran gedacht wird, lassen sich die führenden deutschen Politiker, alle entweder evangelisch oder katholisch, jedoch nicht sehen, ganz anders als bei Veranstaltungen zu vielen anderen Opfern. Als ranghöchsten Vertreter schickten sie nur den Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich aus Sachsen zu der Gedenkstunde. Denn man ist erneut auf Konfrontationskurs, beteiligt sich an NATO-Abschreckungsmanövern in unmittelbarer Nähe der russischen Grenze und führt z. B. einen Wirtschaftskrieg gegen Russland.


Lesen Sie mehr zur Unterstützung des Papstes für den "heiligen" "Kreuzzug" des Katholiken (und Kirchensteuerzahlers) Adolf Hitler und über den nach dem 2. Weltkrieg vom Vatikan selig gesprochenen Kardinal von Galen, der von den Soldaten im Krieg gegen die Sowjetunion Kampf "bis zum letzten Blutstropfen" forderte.
https://www.theologe.de/papst_pius-xii_seligsprechungsverfahren_holocaust.htm#Papst_wuenscht_Hitler_den_Sieg
https://www.theologe.de/kardinal_von_galen.htm

 



9.10. / 22.10.2016 / 25.2.2018 - Die Bibel-Anhängerin Hillary Clinton, die Kriege in Syrien und Libyen und ihre Auslöschungs-Drohung in Richtung Iran / Der Nahost-Experte Peter Scholl-Latour klärt auf, wer den Syrien-Krieg begonnen hat. Man nennt es auch "Regime-Change"-Politik.
"Mein Dad ... hat ... mir beigebracht, auf Enten zu schießen, als ich ein kleines Mädchen war", erzählt US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton (Handelsblatt, 14.4.2008). Seither bringt die Frau von Ex-US-Präsident Bill Clinton und spätere Präsidentschaftskandidatin als Hobby-Jägerin leidenschaftlich gerne Tiere um. Dies war zumindest bis ca. 2008 so.
Bei den damaligen Vorwahlen um die Präsidentschaft, wo sie letztendlich Barack Obama unterlag, sprach das überzeugte evangelisch-methodistische Kirchenmitglied Hillary Clinton auch von einem apokalyptischen Szenario bisher nie bekannten Ausmaßes, das unzähligen Menschen und Tieren den Tod bringen würde. So wird sie bei Focus online zitiert:
"Die Iraner sollen wissen, dass ich, wenn ich Präsidentin bin, den Iran (im Falle eines Angriffs auf Israel) angreifen werde ... Ein Angriff auf Israel würde einen massiven Vergeltungsschlag der USA provozieren ..." Die USA seien in der Lage, die Iraner "komplett auszulöschen" (22.4.2008), so ihr "Gedankenspiel".
Umgekehrt gestand sie aber einer Regierung Israels zu, ihrerseits den Iran anzugreifen, wie aus E-Mails deutlich wurde, die durch die Plattform Wikileaks an die Öffentlichkeit gelangt sind. Zu diesem Zweck sprach sie sich 2012 für den Syrien-Krieg aus, um die dortige Regierung wegzubomben, so dass eine andere, eine USA-freundliche Regierung in Syrien für den Fall eines Angriffs von Israel auf den Iran nicht zugunsten des Iran eingreift.
Offen blieb in Hillary Clintons Kriegsüberlegungen, wie die Regierung Irans wohl auf einen Angriff Israels reagieren würde, der z. B. die Zerstörung der persischen Nuklearanlagen zum Ziel hätte. Eine Möglichkeit wäre ein militärischer Gegenschlag, der dann aber nach Hillary Clinton wiederum einen Angriff der USA auf den Iran zur Folge hätte. Die Folgen für die gesamte Zivilisation wären von hier an unübersehbar, und die Apokalypse würde neue bisher nie gekannte Ausmaße erreichen.

Als nächster Schritt war also der Syrien-Krieg in Planung. Die damalige USA-Außenministerin ging im Jahr 2012 noch davon aus, dass Russland sich nicht einmischt und schrieb auf der Grundlage dieser Vermutung unter anderem:

Hillary Clinton: "Der beste Weg, Israel beim Umgang mit den wachsenden nuklearen Fähigkeiten des Iran zu helfen, ist es, den Menschen in Syrien zu helfen, das Regime von Bashar al-Assad zu stürzen ... Es ist die strategische Beziehung zwischen dem Iran und dem Regime von Bashar al-Assad in Syrien, die es dem Iran ermöglicht, die Sicherheit Israels zu untergraben ... Das Ende des Assad-Regimes würde diese gefährliche Allianz beenden ... Washington sollte damit anfangen, seine Bereitschaft zu bekunden, gemeinsam mit regionalen Verbündeten wie der Türkei, Saudi-Arabien und Katar zusammenzuarbeiten, um die syrischen Rebellen zu organisieren, zu trainieren und zu bewaffnen. Alleine schon die Ankündigung einer solchen Entscheidung würde dazu führen, dass es wahrscheinlich erhebliche Austritte aus der syrischen Armee geben würde. Dann können US-Diplomaten und Beamte des Pentagon beginnen, von dem Gebiet der Türkei aus und möglicherweise von Jordanien die Opposition zu stärken ... Die syrischen Rebellen zu bewaffnen und mit westlicher Luftunterstützung die syrischen Hubschrauber und Flugzeuge auf den Boden zu zwingen, ist ein Low-Cost-Ansatz mit hoher Gewinnaussicht ... Der Iran wäre strategisch isoliert, und nicht in der Lage, seinen Einfluss im Nahen Osten auszuüben. Das Nachkriegsregime in Syrien wird die Vereinigten Staaten als Freunde betrachten, nicht als Feind ... Und für Israel würde es die Möglichkeit erleichtern, einen Blitzangriff aus heiterem Himmel auf die iranischen Atomanlagen durchzuführen ... Der Schleier der Angst wurde dem syrischen Volk genommen, sie scheinen dazu bestimmt, für ihre Freiheit zu kämpfen. Amerika kann und soll ihnen helfen - und, indem es das tut, auch Israel helfen, und so dazu beitragen, das Risiko eines größeren Krieg zu reduzieren." (zit. nach deutsch.rt.com)

Was dann praktisch geschah, darüber schrieb
der angesehene Journalist Peter Scholl-Latour in seinem neuen Buch Der Fluch der bösen Tat. Focus.de berichtete darüber vorab wie folgt:

"Bei seiner letzten Syrienreise traf er Vertreter der Rebellenarmee. Einer von ihnen erzählte Scholl-Latour, er sei bereits ein Jahr vor Beginn der Proteste von jordanischen und getarnten amerikanischen Agenten kontaktiert worden. Unter Zusicherung finanzieller Vorteile hätten diese ihn ermutigen wollen, sich einer umstürzlerischen ´Freien Syrischen Armee` anzuschließen. Denn Washington habe geglaubt, es müsse nur eine vom Westen unterstützte Oppositionsarmee auftauchen, um eine Volkserhebung auszulösen, die den Assad-Clan hinwegspülen würde."
(17.9.2014)


"So schön war Syrien" lautete eine Foto-Reihe auf ntv.de - im Hinblick auf das Land vor den Aufständen der islamistischen und der pro-westlichen Rebellen, die sich zum Krieg ausweiteten; Foto rechts: Ein Bahnhof in einem Stadtteil von Damaskus (Heretiq 2005, GNU-Free Documentation Licence)


Und Peter Scholl-Latour sprach auch unmissverständlich aus, warum es dann ein bisher schon so großer Krieg mit Hunderttausenden von Toten wurde, der dann im Jahr 2018 weiter eskaliert ist: "Dabei ist es ein tragischer
Witz, dass der Aufstand nach drei Wochen erledigt gewesen wäre, wenn nicht Saudi-Arabien, Katar und die USA die Aufständischen unterstützt hätten" (focus.de, 7.9.2013) - zur Erinnerung; nach Saudi-Arabien und Katar gingen auch in dieser Zeit deutsche Waffen. Damit weist Peter Scholl-Latour auch auf die so genannte "Regime-Change-Politik" des Westens hin, wie sie zuvor schon im Irak und in Libyen und bald darauf in der Ukraine praktiziert wurde und zuvor auch in Afghanistan (z. B. mit Waffenlieferungen an islamistische Aufständische, welche die von der damaligen UdSSR unterstützte sozialistische Regierung Afghanistans bekriegten) und in Kosovo. Wer also trägt demnach eine Hauptverantwortung für die "Hölle von Aleppo", für die "Hölle von Ost-Ghuta" und für die anderen "Höllen" in Syriens und für die vielen getöteten syrischen Kinder?

Fast gänzlich verschwiegen wird in den deutschen Medien, dass es in Syrien weiterhin um die Ausbeutung von Öl- und Gasfeldern und um den Zugang zu diesen Bodenschätzen geht ...

"Regime-Change-Politik" westlicher Regierungen
(= Der Sturz von für den Westen "missliebigen" Regierungen)

Prof. Günter Meyer, Universität Mainz, Zentrum für Forschung zur Arabischen Welt:
"Das Grundmuster der Außenpolitik von Hillary Clinton ist immer gewesen, die Regime, die nicht im Interesse der USA agierten, zu stürzen, auszuwechseln. Das war der Fall im Irak, die Invasion dort. Das war der Fall in Libyen. Das Ergebnis in allen Fällen ist gescheiterter Staat, Chaos, humanitäre Katastrophe." (zit. nach wdr.de, 20.10.2016)



2017

7.4. / 26.4. / 7.5.2017 - Das Kirchengefolge von Donald Trump / Priester und Prediger: Erst beten, dann töten / Ängste vor einem neuen Korea-Krieg / Seine erste Auslandsreise: Donald Trump wird am 24.5.2017 im Vatikan eine Audienz beim mächtigsten Mann "dieser" vergänglichen materialistischen "Welt" gewährt - Der Präsident der USA und Kriegsbefürworter Donald Trump, von dem relativ schnelle Bombardierungen und die Ignorierung des Völkerrechts befürchtet werden und welcher der evangelischen Kirche der Presbyterianer entstammt, hat sich bei seiner Amtseinführung mit einem ganzen Gefolge von Priestern und evangelischen Pfarrern und Predigern umgeben.
Klaus Prömpers, langjähriger ZDF-Korrespondent in den USA, informierte, es "wird Kardinal Dolan dabei sein, weil er sozusagen der Hausbischof von Trump ist. Denn er wohnt auf der Fifth Avenue ein bisschen weiter hoch. Außerdem wird Franklin Graham dabei sein. Viele Menschen werden auch hier Billy Graham kennen – den Fernseh-Evangelisten [und Jahrzehnte langem evangelisch-baptistischen Kriegs- und Gewaltprediger mit "heißem Draht zum Vatikan"], der viele amerikanische Präsidenten zumindest beraten hat. Franklin Graham versucht, in seine Fußstapfen zu treten. Mir ist nicht bekannt, dass er bereits jetzt Trump berät, aber er ist Fernseh-Evangelist. Ebenso wie die Pastorin Paula White aus Florida. Sie ist eine Fernseh-Predigerin, die Trump sicherlich sehr liegt. Denn bei ihr spielt – ähnlich wie bei den Calvinisten – eine große Rolle, dass nicht nur das Beten guter Ausdruck von Gottverbundenheit ist, sondern auch erfolgreiche wirtschaftliche Tätigkeit. Dann kommt hinzu ein spanisch-sprechender Pfarrer aus der nationalen christlichen Konferenz der evangelischen spanisch-sprechenden Kirchen, Samuel Rodriguez ... Außerdem wird ein jüdischer Rabbi anwesend sein, Marvin Hier, und noch ein Fernsehprediger, nämlich Bischof Wayne Jackson." (domradio.de, 19.1.2017)
Darüber hinaus hatte Donald Trump Papst Johannes Paul II. (den "unheiligen Papst") und (den "Todesengel") Mutter Teresa als seine "liebsten Heiligen" bezeichnet. Also ein evangelisch-katholisches "Feuerwerk" auf der ganzen Linie. Auch spricht Donald Trump selbst demonstrative Gebete zu dem Kirchengott evangelischer oder vatikanischer Prägung. Klaus Prömpers informiert: "E
r war im Wahlkampf bekannt dafür, dass er zu Beginn und zum Ende der Auftritte Gebete sprach."

Zur Erinnerung:
Die Entscheidung zum Irakkrieg im Jahr 1991 traf Präsident George Bush nach einem Gebet mit dem Baptisten-Prediger Billy Graham
(Evangelisches Sonntagsblatt, 7.3.1993). Vermutlich wurde vor jedem Kriegsbeginn vom Präsidenten zusammen mit Graham und/oder anderen evangelischen Pfarrern und Predigern zu diesem Kriegs-Gott der Protestanten gebetet. Der erste, mit dem Billy Graham betete, war, wie Graham selbst, protestantischer Baptist, Präsident Harry S. Truman. Er hatte 1950 beim Gespräch und Gebet mit Graham behauptet, nach der Bergpredigt des Friedenslehrers und Pazifisten Jesus von Nazareth zu leben (billygraham.org.), nachdem er fünf Jahre zuvor die ersten Atombomben auf bewohnte Großstädte abwerfen ließ - Hunderttausende von Toten und Schwerverletzten und eine radioaktive Verseuchung über Generationen zählten zu den Folgen. In den Zehn Geboten und bei Jesus von Nazareth heißt es jedoch: "Du sollst nicht töten".
Doch nach der evangelischen Lehre sei das für den Täter alles nicht so tragisch, da letztlich alleine der angeblich richtige evangelische Glaube für das Seelenheil ausschlaggebend sei und nicht die Taten, und da der protestantische Götze angeblich alle Sünden einfach so vergibt, worauf hin angeblich keine negativen Folgen mehr für den Verursacher eintreten würden. In ihrer eigenen Kirchenbibel steht jedoch: "Irret euch nicht, Gott lässt Seiner nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten." Das steht bei Paulus, aber auch Jesus von Nazareth lehrte das Gesetz von Saat und Ernte.

Dann betete Billy Graham vor allem mit den USA-Präsidenten Richard Nixon und Lyndon B. Johnson.
Auch hier zur Erinnerung: "Im Vietnamkrieg haben die Präsidenten [Nixon und Johnson] den Einsatz von Napalm gebilligt, Brandbomben, die ... schwerste Verbrennungen, Verunstaltungen mit Todesfolgen nach sich ziehen" (derstandart.at, 8.3.2013). Und dann folgte der Einsatz von Agent Orange, Giftgas mit Hilfe aus Deutschland, mit Querverbindung auch hier zur evangelischen Kirche und vom katholischen Präsident John F. Kennedy zuerst genehmigt: "Eine Million Vietnamesen, darunter 100.000 Kinder, leiden heute [2013] noch massiv darunter".
Der evangelische Prediger Graham feuerte die Soldaten im Vietnamkrieg an, flog an die Front und betete mit ihnen, bevor sie töteten und getötet wurden, womit er und Seinesgleichen auch den Schöpfergott bekämpften, der über Mose die Zehn Gebote gab, in denen es unmissverständlich heißt: "Du sollst nicht töten".
Doch der Prediger und Präsidenten-Berater Billy Graham dachte auch an die Zukunft und machte den Menschen, welche die kirchliche Sühnetodlehren nicht befürworten, Angst vor einem angeblichen Zorn Gottes: "Der Schrecken eines Atomkriegs geht - im Blick auf die Ewigkeit - vorüber. Der Zorn, der sich über alle ergießen wird, welche die angebotene Barmherzigkeit, Gnade und Erlösung in Christus ablehnen, ist viel schrecklicher." (Geht unsere Welt ihrem Ende entgegen?, Neuhausen-Stuttgart 1993, S. 173)
Vor allem der US-amerikanische Vize-Präsident Mike Pence gilt als ein Anhänger der graham´schen Lehren, was auch zur Sorge Anlass gibt, dass er bei Angriffsplänen der USA auf die Atommacht Nordkorea womöglich nicht bremst.
Diese von Billy Graham formulierte evangelische Erlösungs-Theorie ist schändlicher Missbrauch von Christus, der niemals einen angeblich ewig zornigen Gott lehrte und dem es auf das Tun der Menschen ankam, nicht auf ein Für-Wahr-Halten von Glaubensformeln. Der protestantische Glaube, mit dem der bekannteste Präsidentenberater aus dem Kirchengefolge die drohende Apokalypse relativiert, ist ein modernisierter Baals-Kult, der gegen Christus und Seine Friedensbotschaft der Bergpredigt gerichtet ist.

Aufgrund von Grahams hohem Alter war jetzt bei Donald Trump aber der Sohn Billy Grahams, Franklin Graham, bei der Amtseinführung an der Seite des Präsidenten, und er repräsentiert damit auch einer seiner größten Wählergruppen. "Rund 80 Prozent der weißen Evangelikalen haben Trump gewählt." (domradio.de, 6.5.2017) ...


Noch eine Erinnerung: Im Jahr 2003 griff der evangelisch-methodistische Präsident George W. Bush den Irak an und stürzte die ganze Region ins bis heute andauernde Chaos mit Zigtausenden von Toten und Verletzten, weil dessen Regierung unter anderem große Mengen des Giftgases Sarin gelagert haben sollte. Dies sei angeblich ganz klar bewiesen, war aber völlig falsch, wie so manches andere auch.
Umgekehrt setzte die Kriegskoalition der "Willigen" in diesem Krieg dann die Mk-77-Brandbomben ein, die mit den völkerrechtlich als "unmenschlich" und "übermäßiges Leid verursachenden" und deshalb "geächteten" Napalm-Bomben vergleichbar sind, "bemerkenswert ähnlich". Auch grausamste Phosphor-Bomben wurden von den überwiegend katholischen und evangelischen "Willigen" gegenüber den Verteidigern eingesetzt, es hieß "getestet". (Wikpedia, Stand: 5.5.2017)
Aber was lehren die kirchlichen Religionsführer des Landes, worauf es auch für einen Politiker letztlich ankomme? "Der evangelische Glaube allein genüge für das Seelenheil" bzw. je nach der Konfession des jeweiligen Religionsführers die Befolgung des katholischen Glaubens samt einer so genannten General-"Absolution" für den "Sünder" auf dem Sterbebett.
Auch die evangelische Pfarrerstochter Angela Merkel von der angeblich "christlichen" Union wollte übrigens mit in diesen "Krieg der Willigen" ziehen, aber damals war sie noch keine Bundeskanzlerin, sondern erst Oppositionsführerin, so dass Deutschland nicht mit zum Glied dieser völkerrechtswidrigen Kriegs-Koalition wurde.
 
Und eine Vorschau: Seine erste Auslandsreise soll US-Präsident Donald Trump in den Vatikan führen, zum vermutlich mächtigsten Mann "dieser" vergänglichen materialistischen "Welt", am 24.5.2017, zum "Vater der Fürsten und Könige", dem "Rektor der Welt", wo auch Angela Merkel zuletzt schon viermal eine Audienz bekam (2013, 2015, 2016, 2017), um sich entsprechend zu orientieren.
Der katholische Theologieprofessor und Jesuit Prof. Dr. Godehard Brüntrup formuliert die Hintergründe noch eher vorsichtig, wenn er erklärt: "Jeder amerikanische Präsident seit Eisenhower [1953-1961] hat den Papst besucht. Es ist ein Zeichen der Anerkennung, der Größe und des Einflusses der katholischen Kirche." (domradio.de, 6.5.2017)
 


 

Was geschah in Korea? Zur Erinnerung: 1950-1953 war der Krieg um die Vorherrschaft in Korea zwischen den USA und China, den unmittelbaren Nachbarn Koreas: "Nach Schätzungen starben im Koreakrieg mehr als vier Millionen Zivilisten – Südkorea verlor etwa eine Million Menschen (Soldaten und Zivilisten), Nordkorea 2,5 Millionen und China eine Million. Etwa 40.000 UN-Soldaten (davon 36.914 US-Amerikaner), 500.000 koreanische und 400.000 chinesische Soldaten (nach offiziellen chinesischen Angaben: 183.108 chinesische Soldaten und Offiziere) starben bei Kampfhandlungen. 450.000 Tonnen an Bomben wurden vor allem von der US Air Force abgeworfen, dabei kamen 32.357 Tonnen Napalm zum Einsatz. Dies war zum Teil verheerender als später im Vietnamkrieg [(1955-1975)], weil in Nordkorea mehr Ballungszentren mit größerer Bevölkerungsdichte und mehr Industrie existierten als in Vietnam." (Wikipedia, Stand: 2.5.2017)
Im Jahr 1951 wollte im Koreakrieg der römisch-katholische US-amerikanische Oberbefehlshaber Douglas MacArthur 34 Atombomben auf chinesische Städte abwerfen lassen. Und im Hinblick auf Japan ist bekannt, dass Douglas MacArthur dazu aufrief, katholische Missionare und Unmengen von Bibeln nach Japan zu schicken, um den Asiaten angeblich "Jesus" zu bringen (http://www.huffingtonpost.com/2011/06/03/japan-religion_n_871172.html / beliefnet.com), also die von der Vatikankirche gefälschten Lehren, die im Gegensatz zu Jesus stehen. Doch der evangelisch-baptistische Präsident Harry S. Truman, der bereits zwei Atombomben auf Japan abwerfen ließ, entschied sich jetzt im Krieg gegen China und Nordkorea gegen die atomare Vernichtung chinesischer Städte. Trotzdem ist Douglas MacArthur bis heute einer der "am meisten dekorierten Soldaten". Im Jahr 1964 geleiteten ihn ca. 150.000 Menschen auf seinem Gang ins Jenseits. (u.a. https://www.youtube.com/watch?v=sMSDNpGLMiU)


Viele Beobachter sind auch in  Sorge, da der US-Vizepräsident Mike Pence ebenfalls den kriegszugewandten so genannten "Evangelikalen" (wie man die besonders bibelorientierten Evangelischen auch nennt) zugerechnet wird, aus deren Reihen in diesem Fall die Kriegstreiberei stammt. Mike Pence wuchs in einem streng katholischen Elternhaus auf, war selbst "Jugendpastor" und wie seine drei Brüder Ministrant und an sechs bis sieben Tagen pro Woche in der römisch-katholischen Kirche tätig (https://www.nytimes.com/2016/07/21/us/politics/mike-pence-religion.html). 
Mike Pence wollte katholischer Priester werden, wurde dann aber Anwalt und Politiker und engagierte sich später bei den Evangelikalen, z. B. in der College Park Church in Indianapolis oder der Grace Evangelical Church.
1994 sagte er gegenüber der Wochenzeitung "Indianapolis Business Journal", er sei ein "wiedergeborener, evangelikaler Katholik" (zit. nach idea.de, 16.6.2016). Mike Pence hatte bereits im April 2017 die "Ära der strategischen Geduld" mit Nordkorea für "beendet" erklärt und gesagt, "alle Optionen" lägen auf dem Tisch, also auch Krieg. (zeit.de, 17.4.2017)

Hinter den kirchlichen Lehren katholischer, evangelischer, evangelikaler oder auch anderer kirchlich-konfessioneller Prägung verbergen sich seit ca. 1700 Jahren die Menschenopfer aus dem Baals-Kult, dem gegen Christus gerichteten System Baal (siehe dazu Der Theologe Nr. 42). Vor der Zeit des Alten Testaments musste der in diesem System verehrte Gott noch mit "Menschenopfern" besänftigt werden. Von diesen Opfertheorien wurden dann die alttestamentlichen blutigen Tieropfer zur angeblichen "Beruhigung" Gottes abgeleitet, und schließlich wurde Jesus als angebliches neues Menschenopfer interpretiert, welcher wiederum die Tieropfer ablöste. Mit Gott und der Lehre von Jesus hat das aber alles nichts zu tun. Es ist das System Baal, das sich z. B. dadurch entlarvt, dass immer unter großem Leid Blut fließen muss. Ein Beweis dafür ist die Zeit nach Jesus von Nazareth mit ihrer Eskalation von Menschen- und Tieropfern im 20. und 21. Jahrhundert im kirchlichen Abendland, obwohl es offiziell heißt, seit Jesus wäre das nicht mehr nötig. Doch in den seither von den Kirchen gerechtfertigten Kriegen führte man dann wieder - auf andere Art - die Menschenopfer ein - mehr denn je zuvor. Denn dort dürfe - mit Erlaubnis der Religion im System Baal - zu Millionen getötet werden, da es für das Seelenheil angeblich nur auf den rechten Glauben ankäme, und zwar auf den Glauben an das Opfersystem Baals in seinen jeweiligen Varianten - wonach "Gott" z. B. Jahrhunderte lang grausame Tieropfer gefordert und schließlich die Ermordung Seines eigenen Sohnes gefordert habe - alles angeblich zur Sühnung menschlicher Sünden, was man, wie z. B. der Baptist Billy Graham oben schrieb, in Anspruch nehmen müsse, um einem angeblich ewigen Höllenfeuer zu entgehen. Und auch die Tieropfer wurden trotz des angeblichen Menschenopfers Jesus wieder eingeführt - mehr denn je zuvor - durch die von den Kirchen gerechtfertigte Massentierhaltung mit Schlachthöfen in allen Städten, grausamsten Tierversuchen und Jagdmassakern in einer Eskalation kaum vorstellbaren Ausmaßes.

Faktisch führte und führt diese gegen (also anti) Christus gerichtete Weltsicht also zu Grausamkeiten in bisher noch nie gekannten Größenordnungen. Es ist die Eskalation des "Systems Baal" in unserer Zeit, verborgen hinter den Masken eines angeblich christlichen Gewandes, dessen Blutdurst in unserer Zeit in einem Ausmaß zum Vorschein kommt wie noch nie in der Erdgeschichte und derzeit vor allem gegen die Tiere gerichtet ist, die am Fließband abgestochen werden, täglich ihres Lebensraums beraubt werden und von Millionen von Hobby-Trophäen-Jägern schwerst verwundet und abgeknallt werden, was einher geht mit einer immer sichtbar werdenden Ausrottung bisher bekannter Tiere - von der billionenfachen Vernichtung der Kleinsttiere, die für einen gesunden Erdboden sorgen, durch die Gifte der Menschen noch gar nicht gesprochen - alles legitimiert durch die Institutionen Kirche.
In diesem Zusammenhang ist es auch kein Zufall, dass bei der katholischen Eucharistiefeier der Wein angeblich in reales Blut verwandelt werden, denn wie gesagt: Das System Baal entlarvt sich dadurch, dass immer Blut fließen muss.
 


2018

Zu dem Thema "Vergeltungsschlag" kann man allgemein noch - unabhängig von der Wahrheitsfrage - Folgendes sagen: Wo lehrte Jesus, der Christus einen militärischen Vergeltungsschlag? Wer also glaubt, dass ein Vergeltungsschlag den Geboten Gottes entspricht oder "erforderlich und angemessen" (Angela Merkel) ist, für den ist Jesus von Nazareth ein falscher Prophet und ein Irrlehrer. Wer jedoch glaubt, dass Er Gottes Sohn ist, der kann dies bezeugen, indem er tut, was Christus zum Beispiel in Seiner Bergpredigt lehrte. Wer aber das Gegenteil tut oder dies als "erforderlich und angemessen" befürwortet, der beweist damit, dass für ihn Jesus von Nazareth ein falscher Prophet ist.
 


 

31.5. / 15.6. / 28.7.2018 - Angela Merkel rechtfertigte Vorbereitung eines völkerrechtswidrigen Angriffskriegs mit Predigt des evangelisches Bischofs Huber, der dazu die Bergpredigt des Jesus von Nazareth fälschte / "Kritikresistente" Angela Merkel, ihre einseitige Berufung auf das "Völkerrecht" und ihre Heuchelei im Namen von Christus / Läuft es auf den "Friedensnobelpreis" zu? - Die politische Situation im Herbst 2002, kurz vor dem "Krieg der Willigen" gegen den Irak, der dann am 20.3.2003 begann und ohne UN-Mandat geführt wurde aufgrund der Geheimdienstlügen von angeblichen Massenvernichtungswaffen des Irak (UN-Inspektoren hatten zuvor keine solchen Waffen ausfindig machen können), kann wie folgt beschrieben werden. .
"Der britische Premierminister Tony Blair und Colin Powell bewogen Bush bis September 2002, zunächst neue UN-Inspektionen und ein UN-Mandat für eine Invasion anzustreben. Im Oktober beschloss der US-Kongress jedoch die von Bush vorgelegte Strategie für Präventivkriege ohne UN-Mandat zum Schutz der nationalen Sicherheit und erlaubte auch die notfalls unilaterale Irakinvasion. Gleichzeitig verstärkten die amerikanische und britische Regierung ihre Kampagne zum irakischen Bedrohungspotential, auch mittels gezielter Falschaussagen." (zit. nach Wikipedia; Stand: 31.5.2018)

Foto: Creative Commons Attribution 2.0 Generic - Lizenz; Europeans People`s Party

Angela Merkel: "Selig sind ... nicht die Friedfertigen"

Angela Merkel "stimmte in den Kriegsgesang der US-Regierung ein"


Angela Merkel: "Selig sind ... nicht die Friedfertigen"

Nachdem Bundeskanzler Gerhard Schröder die westliche Eskalation gegenüber dem Irak kritisch sah, setzte Angela Merkel im Bundestag am 13.9.2002 zu einer flammenden Gegenrede an, wobei sie sich auf die Gedenkveranstaltung im Berliner Dom zwei Tage zuvor und auf die Predigt des evangelischen Bischofs Wolfgang Huber berief (damals Landesbischof von Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, 2003 dann darüber hinaus zum Ratsvorsitzenden der EKD gewählt, also zum obersten Kirchenführer der Protestanten in Deutschland).
Die Rede von Angela Merkel ist wörtlich nachzuhören unter https://www.youtube.com/watch?v=izcpOXCyssg, nachfolgende Passage ab ca. Minute 7:00:
"[Äußere und innere Sicherheit] ... Beide sind nicht zu trennen, und beide können wir für unsere Länder nur durchsetzen, wenn wir eine Allianz der Staaten dieser Welt, die Demokratie und Freiheit wollen, bilden, und nicht Alleingänge in Deutschland machen, meine Damen und Herren.
Und am 11. September haben wir alle in einem beeindruckenden Gottesdienst im Berliner Dom der Opfer des 11. September gedacht. Bischof Huber hat gesagt: ´Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt`, aus der Bergpredigt. Und er hat es uns ausgelegt. Er hat gesagt, oft wird dieser Teil der Verkündigung Jesu als Aufforderung dazu gedeutet, Unrecht einfach nur hinzunehmen. Das ist ein Missverständnis. Sie, die Bergpredigt, lädt dazu ein, Möglichkeiten gewaltfreien Handelns zu erkunden, und dann sagte er weiter: ´Selig sind die Friedenstifter, nicht die Friedfertigen, sondern die Friedensverfestiger.` Das ist die entscheidende Botschaft der Bergpredigt, so Bischof Huber, meine Damen und Herren.
(lang anhaltender Applaus aus der Fraktion der CDU/CSU)
Und ich kenne die Position der Kirchen bezüglich des Irak. Aber, meine Damen und Herren, die Botschaft heißt, es ist die Rede von einem aktiv handelnden Menschen, einem Friedensstifter. Und deshalb ist der Friedenstifter für mich, wenn er Bundeskanzler ist, einer der zum Telefonhörer greift, einer der durch Europa reist, einer der etwas unternimmt, um seine Position in Europa und in der Welt durchzusetzen, meine Damen und Herren, und nicht einer, der auf den deutschen Marktplätzen durch Schreien Angst macht. Das ist meine Auffassung. (starker, lang anhaltender Applaus, währenddessen Angela Merkel die Hände wie zu einem Gebet faltet)
Und was ist denn jetzt nach der Rede von Präsident Bush? [am 11.9.2002] Deutschland wird bald Nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates sein. Wo sind die denn, wenn die Briten an den Resolutionen für die UN arbeiten? Sie sitzen noch nicht einmal am Katzentisch, weil ihnen keiner mehr ein Stück Brot abnimmt nach ihren Reden hier in Deutschland, meine Damen und Herren." (starker Applaus von CDU/CSU)

Angela Merkel "stimmte in den Kriegsgesang der US-Regierung ein"

Anfang 2003 formuliert Angela Merkel als deutsche Oppositionsführerin dann in einem Artikel in der Washington-Post ca. vier Wochen vor Kriegsbeginn eine Ergebenheitserklärung an die Regierung der USA unter George W. Bush. Lt. Spiegel "stimmte die CDU-Chefin in den Kriegsgesang der US-Regierung ein", ein "Kotau vor der US-Regierung" (spiegel.de, 20.2.2003) http://www.spiegel.de/politik/ausland/beitrag-in-us-zeitung-merkels-bueckling-vor-bush-a-237040.html

Passend zur Zitierung von Landesbischof Wolfgang Huber durch die evangelische Pfarrerstochter und spätere Bundeskanzlerin berichtete uns eine Leserin von einem Gespräch mit der deutschen Verteidigungsministerin, der Protestantin Ursula von der Leyen (CDU). Kritisiert wegen der Ausbildung von kurdischen Soldaten im Syrien-Krieg durch die Bundeswehr habe die Ministerin unter anderem geantwortet:
Bischof Huber habe aber gesagt ...

Das heißt einmal mehr: Die Kirche und ihre Kirchenführer geben den konfessionellen Politikern die Ethik vor, und sie verfälschen dabei aufs Gröbste sogar die Bergpredigt von Jesus von Nazareth. Zwar hatten sich die deutschen Kirchenführer beider Konfessionen mit dem üblichen Wenn und Aber in diesem einen Fall im Januar 2003 dann letztlich gegen den drohenden Irak-Krieg ausgesprochen, nachdem man 1999 im Kosovo-Krieg noch dafür war, doch liefert man den evangelischen und katholischen Politikern gleichzeitig die geistige Munition dafür, auch anders zu entscheiden, was Angela Merkel hier - wie oben dargelegt - gerne in Anspruch nahm und wobei sie ja eigens betonte, dass sie aufgrund der Kirchenlehren und der Predigt des Bischofs so entscheide
.
Außerdem hielten die Kirchenführer den Krieg führenden Politikern trotzdem weiter die Stange und machten keinerlei Abstriche bei ihren falschen Heilsversprechungen an die mit ihnen verbündeten Politiker. Stattdessen verschweigen sie gerade bei solchen Themen das kosmische Gesetz von Saat und Ernte und ermuntern die Politiker auch damit zu Kriegen: Siehe dazu https://www.theologe.de/theologe2.htm#Nachwort

Schließlich hat der US-Außenminister Colin Powell erst am 5.2.2003 im UNO-Sicherheitsrat die Geheimdienst-Lügen angeblicher Massenvernichtungswaffen des Irak präsentiert, die dann als Vorwand für den Kriegsbeginn gedient hatten, und so mancher Konfessions-Mann, der bis dahin diesen Krieg nicht gepredigt hatte, wurde womöglich nun doch noch zum Befürworter. Später stellte sich heraus, dass man auch Colin Powell herein gelegt hatte (vgl. auch hier). Der kirchliche Missbrauch von Christus für jede Art und jede Begründung von Krieg zählt auf jeden Fall zum größten Frevel der Menschheitsgeschichte.

Jesus, der Christus, lehrte zwar tatsächlich nicht, Unrecht einfach nur hinzunehmen (so stellte Er z. B. einem Folterknecht die Frage "Warum schlägst du mich?"), doch Er lehrte auch keinen Krieg bzw. Gegenschläge mit Waffengewalt. Und eine typisch evangelische Fälschung ist, den unmissverständlichen Pazifismus von Jesus in nichtssagende evangelisch-intellektuelle "Möglichkeiten gewaltfreien Handelns erkunden" umzumünzen. Und so nebenbei überzog die spätere Kanzlerin unter Berufung auf den Lutherbischof Ihn, den Christus Gottes, auch noch mit evangelischen Wort-Verunstaltungen wie "Friedensverfestiger". Wie es in den Zeiten des Alten Testaments mit den Worten durch die wahren Gottespropheten geschah, so auch in der Zeit des Neuen bis in die Gegenwart: Die Priesterkaste verunstaltet und fälschte immer die Botschaft Gottes an die Menschheit. Jesus von Nazareth sagte dazu:
"Weh euch, ihr Schriftgelehrten!"
 

Die dunkle Macht Baal hilft den Soldaten auf allen Seiten

Den Brudermördern auf allen Seiten hilft nicht Gott und auch nicht Christus, nicht Allah und nicht Jahwe. Es hilft allen Seiten der am Krieg Beteiligten die dunkle Macht, die durch Krieg, Morde und Tötungen immer an Kraft gewinnt, gleich wer die jeweiligen Täter sind und welche Interessen diese verfolgen, und mögen diese noch so friedensverbrämt sein.
Man könnte sagen: Es ist der
Kriegsgott "Baal" (vgl. hier) oder wie auch immer man ihn nennt, dem alle Beteiligten in Ost und West und im Nahen Osten huldigen. Und Baal "hilft". Aber Baal "hilft" immer auch auch dem Gegner. Baal hilft immer, wenn die Entscheidungen für den Brudermord fallen. So kann er möglichst lange im Blut baden.


2019

2020
 

3.1. / 26.1. / 5.3.2020 - Töten, töten, töten, morden, morden, morden - Die Gattung Mensch und ihre gewählten Politiker und ihre Religionen / "Weltpolitik nach dem Prinzip der Blutrache" - Über 1700 Jahre Verhöhnung von Jesus von Nazareth und Seiner Friedensbotschaft durch Morde, Tötungen und Vernichtungen ohne Ende unter bösartigstem Missbrauch Seines guten Namens - Doch diese Zeit neigt sich zu Beginn eines neuen Jahrzehnts allmählich dem Ende zu. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten, und vieles aus der Vergangenheit ist noch ungesühnt. Einer der vielen Schauplätze von andauernden religiös motivierten Tötungen ist der so genannte Nahe Osten. Das Kriegsgeschrei der von Kirchenmitgliedern regierten USA gegenüber dem Iran und seiner moslemisch-schiitischen Regierung eskalierte zu Beginn des neuen Jahrzehnts in neuen Tötungen - immer mit der angeblichen Rechtfertigung, die Ermordeten hätten zuvor selbst gemordet, was stimmen mag, sofern es sich z. B. um Soldaten handelt, doch wohin führt es, das Töten, Töten, Töten, das Morden, Morden, Morden?

Die grausame Blutspur der Kirchen- und Religionsführer bis in die Gegenwart

Die mordende und tötende Männerwelt in Kirche und Politik

Auch die Blutrache wird von Kirchenanhängern mit ihrer Religion gerechtfertigt

Evangelische "Friedenslehre" gründet auf dem Aufbau des größeren Mordwaffenarsenals - Variante des Baal-Kults

 

Die grausame Blutspur der Kirchen- und Religionsführer bis in die Gegenwart

Ein Unterschied: Die Lehre Mohammeds beinhaltet im von der Religion so definierten "äußersten" Fall den Krieg, den Dschihad, die Lehre von Christus beinhaltet solches nicht; sie wurde und wird aber auf das Allerschändlichste von Kirchenmitgliedern, die sich missbräuchlich "Christen" nennen, für besonders viele Kriege und Tötungen missbraucht - von den grausamen Kreuzzügen des Mittelalters und den Folterungen und Verbrennungen von Urchristen bei lebendigem Leib auch in der Neuzeit bis hin zu den Weltkriegen (die z. B. in Deutschland immer von den Großkirchen angestachelt bzw. befeuert wurden; ein Beispiel der lutherische Bischof Meiser) und hin zu unzähligen so genannten "Stellvertreterkriegen" unserer Zeit und einzelnen Massakern, z. B. durch so genannte "Drohneneinsätze" hauptsächlich der USA unter deren Präsident Barack Obama (Mitglied der evangelischen so genannten Vereinigten Kirche Christi) mit mehreren Tausenden Toten, darunter einigen Hundert Zivilisten.

Zur weiteren Erläuterung: US-Präsident Donald Trump ist im Weißen Haus - ähnlich wie seine Vorgänger - immer wieder umgeben von Dutzenden von Religionsführern, die um ihn herumlaufen, während er mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl sitzt - die meisten von ihnen evangelischer Gewandung, die sich dort einfinden, um den Präsidenten zu "segnen" und die hinter, vor und über ihm "beten" und ein ganzes Sammelsurium an Götzenorakeln auf ihn herabbeschwören, damit er in deren Sinne handele. Bereits bei seiner Amtseinführung waren viele von ihnen zugegen, ein ganzes Kirchengefolge.

Die mordende und tötende Männerwelt in Kirche und Politik

Wir sind Christen. Unser Glaube basiert auf der Lehre des Jesus von Nazareth und nicht auf der Lehre der katholischen oder evangelischen Kirchen.
Wir sind gegen äußere Religionen und ihre Machtansprüche, Rechthabereien und Rechtfertigungen von Kriegen und Gewalt.
Denn Jesus, der Christus, lehrte den Weg der Friedfertigkeit und die goldene Regel "Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihr ihnen zuerst." Und Er sprach: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."

Deshalb distanzieren wir uns von den Handlungen und Lehren der Kirchen und der von ihnen abhängigen Politiker. Das alles hat mir Christus nichts zu tun.
Die Männerwelt in Kirche und Politik mit ihren Kriegsmorden und Tötungen gehört zu den Feinden von Jesus, dem Christus.


Auch die Blutrache wird von Kirchenanhängern mit ihrer Religion gerechtfertigt

Weiteres ist im Gange, denn das antichristliche Prinzip von Rache und Vergeltung, das in seiner Eskalation dem Gegner sogar noch größeren Schaden zufügen möchte als der Schaden, den man von diesem tatsächlich oder vermeintlich erlitten habe, greift auf manchen Seiten immer mehr um sich (eine Verschärfung des antichristlichen Mafiaprinzips "Auge um Auge, Zahn um Zahn") - was in letzter Konsequenz so lange anhält, bis eines Tages alles zerstört ist, was unter diesen Vorzeichen und mit dem "Segen" von Kirchen- und Religionsführern bewirkt wurde.
"Weltpolitik nach dem Prinzip der Blutrache" nennt es spiegel.de (4.1.2020). Und die Deutschen sind mittendrin mit ihren so genannten Verbündeten und mit ihrer Bild-Zeitung, die aufgrund der Ermordung eines hohen iranischen Generals (PS: und neun seiner Begleiter) durch die USA triumphierend berichtete.
In den USA selbst gibt es jedoch auch viele warnende Stimmen: "
Die [US-]Senatorin Elizabeth Warren erklärte: ´Wir stehen auf der Schwelle zu noch einem Krieg im Nahen Osten.` Sie warf Trump und seiner Regierung vor, seit Jahren darauf hinzuarbeiten" (bild.de, 4.1.2020), und der US-General Wesley Clark hatte von einem solchen Kriegsplan ja bereits während der Präsidentschaft von George W. Bush im Jahr 2007 gesprochen - zu hören in seiner Rede von Minute 0:00 bis ca. 5:40 Uhr bei https://www.youtube.com/watch?v=py_dlYQXCtI
Man kann nur hoffen, und viele beten auch dafür, dass viele von diesem zerstörerischen Weg noch umkehren und selbst versuchen, friedfertige Gedanken zu entwickeln, doch von echter Einsicht und Reue ist unter den Mächtigen und der speziell diese Machtzentren immer noch beherrschende Männerwelt nicht viel zu hören.

Die aus Kirchenmitgliedern bestehende deutsche Regierung misst dabei wie üblich und im krassen Gegensatz zu christlichen Werten mit zweierlei Maß, sinngemäß: "Scharfe Verurteilung", wenn der politische Gegner etwas tut, auch wenn es z. B. keine Todesopfer zur Folge hat und auf der anderen Seite "Verständnis", wenn der Verbündete etwas tut, auch wenn es Dutzende Tote und Schwerstverletzte gibt und wenn dazu gelogen wird, etwa wenn der pfingstkirchliche und katholische Beinahe-Priester und US-Vizepräsident Mike Pence (dem am 24.1.2020 eine Privataudienz = ein Geheimtreffen mit dem Papst im Vatikan gewährt wurde) in diesem Zusammenhang den Iran auch für den Anschlag am 11.9.2001 auf das World Trade Center mit beschuldigte, obwohl selbst in dem offiziellen 600-seitigen Untersuchungsbericht der US-Regierung der Iran entlastet ist.

Das Prinzip der Blutrache basiert vor allem darauf, dass der Bluträchende darauf vertraut, dass er militärisch stärker ist, also über stärkere bzw. mehr Mordwerkzeuge verfügt als sein Gegner. So hat die USA-Regierung nach dem Kriegs- bzw. Mordanschlag auf den iranischen General die Regierung Irans gleich gewarnt, sich zu rächen, weil dann "52" weitere Angriffsziele auf Einrichtungen des Gegners ins Visier genommen würden. Denkt man dieses Prinzip weiter, ergibt sich: Im Falle gegenseitiger Vernichtungen glaubt einer, mordwaffenmäßig stärker zu sein und folglich am Ende triumphierend übrig bleiben und eine Art "Vernichtungssieg" feiern zu können, weil der andere dann völlig zerstört am Boden liege und kein weiteres Reservoir an Mordwaffen mehr aktivieren könne. In diesem Kontext kann man auch einmal die Pläne der römisch-katholischen CDU-Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zur massiven Aufrüstung der Bundeswehr und zur Verdopplung der Rüstungs- und Kriegsausgaben bedenken, die man wie selbstverständlich den Steuereinnahmen entnehmen will, die der Bürger von seinem verdienten Geld abgeben muss.
 

Evangelische "Friedenslehre" gründet auf dem Aufbau des größeren Mordwaffenarsenals - Variante des Baal-Kults


Das Prinzip des größeren Mordwaffenarsenals ist auch die Grundlage der vor allem evangelischen "Friedenslehre", welche die Lehre vom Krieg als eventuell "kleinerem Übel" beinhaltet. Denn dieses übewiegend protestantische, aber auch im Katholizismus verbreitete Denken beruht ja einzig und allein darauf, dass ein solcher konfessionsgesegneter so genannter "Kleinerer-Übel-Krieg" dann auch militärisch gewonnen würde. Von daher ist es auch kein Zufall, dass die mit Abstand größte Militärmacht der Welt (deren Politiker sich mittlerweile meist als Vertreter der einzigen Weltmacht fühlen) zu einem großen Teil auf den Prinzipien und der Gewalt des Protestantismus aufgebaut wurde und bis heute hauptsächlich von Evangelischen regiert wird - eine Religion, die im Kern ein konfessioneller Blutgötzenkult ist, der gleich seiner Ursprungs-Religion, dem Katholizismus, den Namen Christus nur schändlich missbraucht - allein schon durch die Tötungserlaubnisse, aber auch durch ein ethisches Grundprinzip, dass "allein der Glaube" (also der lutherische Glaube und nicht die gute Tat) für das Seelenheil genüge und wofür Martin Luther die Worte gebrauchte: "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer!"
Beide Konfessionen sind folglich Varianten des Baal-Kults, nur mit einem scheinchristlichen Mäntelchen getarnt. Und auch die Wut in der islamischen Welt auf die modernen "Kreuzfahrer", die heute nicht christlich sind, so wie sie es früher auch nicht waren, und die sich durch ihre gezielten Übertretungen der Zehn Gebote trotz ihrer Selbstbezeichnung "christlich" in Wirklichkeit als Gegner von Christus erweisen, hat ja auch ihre Gründe.
Deshalb ist es wichtig, herauszustellen: Die vielen Kriegsopfer der Mächte, deren Vertreter sich missbräuchlich und irreführend auf Christus berufen, sind in Wirklichkeit Opfer des Baal-Götzen. Sie sind Opfer dessen, der laut Jesus von Nazareth der "Vater der Lüge" ist, ein "Mörder und Lügner von Anfang" an, wie Jesus den Gott der damaligen Theologen und Religionsführer nannte, und wie es im Johannesevangelium der Bibeln nachzulesen ist (Kapitel 8). Es war und ist also nicht Christus, auf dessen Betreiben seit Jahrhunderten und zuletzt Jahrzehnten Tausende von Menschen zerfetzt und ihre Seelen ins Jenseits gebombt wurden, sondern dies war und ist der Wille des Widersachers von Christus, der sich auch in den Konfessionen eingenistet und breit gemacht hat, die sich zur Täuschung und zum Hohn auf Gott, den Ewigen, dann auch noch "christlich" nennen.


 

"
Im Vietnamkrieg haben die Präsidenten Johnson und Nixon den Einsatz von Napalm gebilligt - Brandbomben, die nicht zum verbotenen Giftgas zählen, aber schwerste Verbrennungen, Verunstaltungen mit Todesfolgen verursachen. - derstandard.at/1378248421562/Giftgas-Der-Fall-Assad-und-die-Schatten-von-Vietnam


 

10) Deutschland, einer der größten Waffenexporteure der Welt -
CDU, CSU, streicht endlich das "C" für "Christlich"

Heimlich still und leise entwickelte sich Deutschland zur dritt- bzw. viertgrößten Waffenexportnation der Welt. Im Libyen-Krieg (2011) kämpften beispielsweise alle Kriegsgegner mit deutschen Waffen: die damalige Regierung Gadaffi, die Rebellen und die NATO-Truppen, die den Aufständischen zum militärischen Sieg verhalfen. Auch im kurzen Krieg zwischen Georgien und Russland 2008 kämpften beide Seiten mit deutschen Waffen. Und in Mexiko schossen Polizisten mit deutschen Waffen auf Studenten. Im Jahr 2019 wird mit deutschen Waffen im grausamen Jemen-Krieg gemordet und sind auch im Einsatz und bei den Feldzügen der Türkei gegen syrische Kurden, die ihrerseits teilweise von der Bundeswehr ausgebildet wurden usw. usw.
Ab dem Jahr 2013 rückte vor allem der Syrien-Krieg mehr und mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Regierung Assad stand schon damals kurz vor dem militärischen Sieg gegen die Aufständischen, doch die USA, Großbritannien und Frankreich wollten einen anderen Kriegsausgang erzwingen, um einen "regime change", einen "Regierungswechsel" nach ihren Vorstellungen vollziehen zu können. So lieferten sie immer mehr Waffen an unterschiedliche Gruppen von Aufständischen - für einen völkerrechtswidrigen Umsturz im Interesse des Westens und von Islamisten. Auch wurde immer öfter ein direkteres militärisches Eingreifen bzw. Anlässe dafür erwogen. Die islamischen Sunniten in Saudi-Arabien und Katar lieferten ohnehin schon lange Waffen an Regierungsgegner und wollten die überwiegend sunnitischen Rebellen unter anderem auch noch mit Flugabwehrraketen hochrüsten (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-konflikt-saudi-arabien-will-waffen-an-rebellen-liefern-a-905987.html). Saudi-Arabien und Katar wiederum erhielten ihrerseits Unmengen von Waffen (im Wert von Milliarden Euro) aus Deutschland. Demgegenüber wird die syrische Regierung unter Präsident Assad bekannntlich vom überwiegend schiitischen Iran und von Russland unterstützt, das 2015 auch direkt in den Krieg eingriff. Und zur Adventszeit 2015 zog auch Deutschland zwischenzeitlich einmal mit ca. 1200 Soldaten in diesen Syrien-Krieg, gegen die IS-Rebellen - ohne die Zustimmung der dortigen Regierung, ohne UN-Mandat, einfach um dabei zu sein, wenn die Bomben und Raketen aus den Lüften abgeworfen werden und immer auch Unbeteiligte zerfetzen.

Das endzeitliche Szenario, das quer durch die Religionen Islam und Kirchenreligion (missbräuchlich "Christentum" genannt) geht, schaukelte sich auch seither immer weiter auf, sei es durch kriegerische Handlungen, sei es durch Lügen und Propaganda und undurchsichtige Aktionen und Parallelkriege, z. B. durch die islamisch regierte Türkei gegen die Kurden. Unter den von so genannten Christen im Westen unterstützten Aufständischen waren und sind auch islamistische Gewalttäter. Und dies, obwohl überwiegend orthodoxe Christen in Syrien von diesen Aufständischen gefoltert, ermordet und vertrieben wurden. Die verfolgten Orthodoxen sind allerdings nicht die direkten katholischen oder evangelischen "Glaubensgenossen" der westlichen Kriegsherren, eher die Glaubensgenossen der orthodoxen Russen.
 
In diesem Chaos, das nur ein Ausschnitt des immer größeren Weltenchaos ist, wird also auch der Name "Christus" auf das Übelste von denen in den Schmutz gezogen, die in Syrien und auch anderswo Kriege führen, die Kriege oder Aufstände mit offenen oder verdeckten Methoden unterstützen oder die direkt oder indirekt die Waffen dafür liefern.
Aus diesem Grund forderten wir die Politiker von CDU und CSU beispielhaft auf, endlich den Buchstaben "C" aus ihrem Parteinamen zu streichen, damit der Friedensstifter Christus nicht länger für Waffenexporte und Kriegs-Liebäugelei oder für die Unterstützung gewaltsamer Umstürze wie im Februar 2014 in der Ukraine
missbraucht wird oder für die Kriegs-Rhetorik in den Jahren 2018 und 2019 gegen den Iran und damit nicht der falsche Eindruck entsteht, irgendetwas am Syrien-Krieg oder an anderen Kriegen oder gewaltsamen Aufständen oder Aufmärschen sei "christlich".

Aus diesem Grund haben die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt im Jahr 2019 auch eine neue
Unterschriftenaktion gestartet.
Die Unterschrift ist möglich per E-Mail oder auf einer ausgedruckten Unterschriftenliste. Wir denken dabei weniger in Zahlen, sondern mehr in Energie. Und von der Energie her ist jede Unterstützung ein Gegengewicht gegen den antichristlichen Waffenwahn, das jeder mit seiner Unterstützung oder Ablehnung verstärken kann.

Nachfolgend zur Erinnerung der bleibend aktuelle Text der ersten Unterschriftenaktion aus dem Jahr 2013.

 



Keine Waffenexporte im Namen von Christus ! CDU und CSU, streicht das "C" !

An die Vorstände der Parteien CDU und CSU!

Werte Damen und Herren!

Auf allen Erdteilen nehmen die Kriege und Konflikte zu. Deutschland exportiert pro Jahr in ca. 130 Länder Waffen, und Deutschland ist mittlerweile nach den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Dazu gehören schwere Waffen wie Kriegsschiffe, Panzer und Hubschrauber genauso wie so genannte "Kleinwaffen", die als "Massenvernichtungswaffen" des 21. Jahrhunderts (der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan) gelten.
Gemeint sind damit z. B. Maschinen- und Sturmgewehre, Panzerfäuste und Granatwerfer, mit denen weltweit am häufigsten getötet und gemordet wird. "Kaum ein Konflikt weltweit, in dem deutschen Kleinwaffen nicht beteiligt sind." (Die Zeit, 31.5.2013)

In seinem Schwarzbuch Waffenhandel schreibt der Waffenhandels-Experte Jürgen Grässlin: "Täglich sterben schätzungsweise durchschnittlich 112 Menschen allein durch den Einsatz von … Waffen" einer bestimmten deutschen Waffenfabrik (S. 17). Hinzu kommt unermessliches körperliches und seelisches Leid bei unzähligen Menschen. Die meisten Waffen wurden dabei in der Zeit der Regierungen Kohl und Merkel (beide CDU) exportiert.
Mit einer "christlichen" Lebenseinstellung hat das alles jedoch nichts zu tun. Denn das Wort "christlich" bezieht sich auf Jesus von Nazareth, den Christus. Und Er lehrt:

 Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.

Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote … Du sollst nicht töten usw.

Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden … Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.

Jesus lehrt nirgends, Waffen herzustellen, anzuhäufen oder weiter zu verbreiten, sondern Er gibt den Menschen, die Frieden stiften möchten, den weisen Rat:
Liebt eure Feinde, betet für die, die euch verfolgen, tut Gutes denen, die euch hassen.

Diese hohe Ethik von Jesus entspricht dem Begriff "christlich".

Was hat der von Ihren Parteien geförderte Waffenhandel also mit "christlich" zu tun? Wie können Sie sich "christlich" nennen, wenn Sie die Produktion und den Export von Waffen unterstützen?
Waffenhandel heißt immer Aufrüstung, und auch mit den deutschen Waffen wird unbeschreibliches Leid und Elend verursacht. Jesus von Nazareth war aber Pazifist, und die Produktion und der Export von Waffen hat mit Ihm und Seinem guten Namen nichts zu tun.

Deshalb unsere Aufforderung! Nennen Sie sich nicht mehr "christlich". Denn dies ist ein grober Missbrauch des Namens "Christus" und auch eine Täuschung der Wähler.
Seien Sie also ehrlich und streichen Sie den Buchstaben "C" aus Ihrem Parteinamen, um die Menschen nicht mehr mit der Behauptung irrezuführen, Ihre Politik wäre "christlich".

So weit zu der Unterschriftenaktion, die im Sommer 2013 startete. Sie wurde abgelöst durch die Aktion aus dem Jahr 2019: "CDU und CSU, nennt euch nicht christlich" - https://www.freie-christen.com/cdu-und-csu-nennt-euch-nicht-christlich/
 



11)
Töten mit Waffen aus Deutschland

(Der nachfolgende Text der Broschüre stammt aus dem Jahr 2013)

In seinem Gedicht Todesfuge fasst der Dichter Paul Celan in den Jahren 1944/45 die grausamen Massentötungen vor allem von jüdischen Bürgern in den Vernichtungslagern in Worte. Bekannt wurde vor allem die Zeile "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland". Zu den geschätzten sechs Millionen ermordeten Juden kamen noch je ca. drei Millionen ermordete Polen und Russen hinzu, besonders sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, und unzählige weitere mehr, z. B. mehr als 100.000 Behinderte sowie Tausende von Sinti und Roma, Kommunisten und Sozialdemokraten, Homosexuelle und von den Großkirchen als "Sektenanhänger" verdammte Zeugen Jehovas. Der von Nazi-Deutschland mit einem Bevölkerungsanteil von 62,7 % Evangelischen und 32,5 % Katholiken (Stand: 1933) begonnene Weltkrieg forderte zudem geschätzte 80 Millionen Todesopfer (nach Wikipedia, Stand: 17.6.2013), davon allein 20 Millionen Menschen in Russland, die aufgrund des von Deutschland begonnenen Krieges ums Leben kamen, teilweise elendiglich verhungerten.
Nach dem Endes des 2. Weltkriegs und der NS-Diktatur haben demokratische Politiker deshalb gesagt: "Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen". Und nie wieder soll es heißen: "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland". Die alliierten so genannten "Siegermächte" beschlossen deshalb eine völlige Entmilitarisierung Deutschlands, und die Vernichtungslager wurden zu Gedenk- und Mahnstätten umgebaut. Und so lehnte der Deutsche Bundestag am 24. und 25. November 1949 zunächst auch eine "nationale Wiederbewaffnung" ab. Dies änderte sich allerdings bald im nun entstehenden Ost-West-Konflikt.
Es war vor allem der Kölner Erzbischof und Kardinal Joseph Frings, der damals mächtigste Katholikenführer Deutschlands, der vehement vor dem pazifistischen "Irrweg" warnte und zusammen mit dem katholischen Bundeskanzler Konrad Adenauer auf eine baldige Wiederbewaffnung Westdeutschlands drängte. Schon zuvor setzte sich Joseph Kardinal Frings für die Wiedereingliederung ehemaliger NSDAP-Mitglieder in leitende Positionen im Staat ein, und er unterstützte die Flucht von nationalsozialistischen Kriegsverbrechern aus Deutschland z. B. nach Südamerika, die mithilfe des Vatikan für die Verbrecher aufgebaute so genannte "Rattenlinie". (Ernst Klee, Das Personallexikon zum Dritten Reich, Frankfurt 2003, S.168)

Keine Waffenexporte
im Namen von Christus

Die Broschüre Keine Waffenexporte im Namen von Christus mit annähernd diesem Text konnte gratis angefordert werden über info@theologe.de, ist aber leider vergriffen.
Weitere Gratis-Schriften siehe hier.

 
Im Jahr 1955 wurde dann in der Bundesrepublik Deutschland die Bundeswehr gegründet und im gleichen Jahr erfolgte der Beitritt zum westlichen Militärbündnis NATO. Doch woher die Waffen nehmen? Die ersten Waffen kamen aus den USA, mit der Verpflichtung versehen, sie nur zur "Verteidigung" im Rahmen der NATO einzusetzen und sie nicht an Dritte verkaufen zu dürfen oder sie an Dritte zu überlassen. Doch der erste Damm war gebrochen, und bald wurden die Waffen zunächst auch in Deutschland produziert und von dort dann auch exportiert. Für die deutschen Waffenindustrie begann nun "eine neue Blüte mit ersten Exportprodukten" (Wikipedia), z. B. nach Israel.
 
Dabei wollten CDU, CSU und katholische Kirche von Anfang an auch die Herstellung und Stationierung deutscher Atomwaffen, während die evangelische Kirche in dieser Frage gespalten war und mit unzähligem Wenn und Aber im Gewirr ihrer internen Diskussionen versank (vgl. auch hier). Im Jahr 1956 forderte der römisch-katholische CSU-Minister Franz Josef Strauß dann öffentlich Atombomben für Deutschland, und 1957 bekräftigte der römisch-katholische Bundeskanzler Konrad Adenauer diese Forderung. Und hinter CDU und CSU stand hier jeweils vor allem die römisch-katholische Kirche. Im Jahr 1958 forderten vor allem der Paderborner Erzbischof und Kardinal Lorenz Jäger und mit ihm viele andere Würdenträger Atombomben für Deutschland, da ja auch Russland Atombomben habe, so die Begründung der Kirchenführer. Für den angeblichen Verrat der Bomben-Baupläne an Russland ließ die USA das Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg bereits am 19.6.1953 auf dem elektrischen Stuhl hinrichten - eines von vielen Fehlurteilen, wie sich später heraus stellte. Den zu Unrecht Beschuldigten gab es bekanntlich nicht ihren Lebensatem zurück.

Nachdem der Deutsche Bundestag im März 1958 mit der Mehrheit von CDU und CSU zunächst die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland unter dem Oberbefehl der NATO beschloss, legten die Kirchenführer im Mai 1958 mit ihrem Kirchen-"Gutachten" pro Atomwaffen also nach.
Die Forderung nach eigenen deutschen Atombomben im Namen der Kirche erfolgte durch Erzbischof Kardinal Höffner (dem Nachfolger von Kardinal Frings als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz) sowie den führenden deutschen Moraltheologen der Papstkirche, den Theologie-Professoren Dr. theol. Alfons Auer (Würzburg), Dr. theol. Richard Egenter (München), Dr. theol. Heinz Fleckenstein (Würzburg), Dr. theol. Johannes B. Hirschmann (Frankfurt am Main), Dr. theol. Nikolaus Monzel (München) und Dr. theol. Eberhard Welty (Walterberg).
Die Theologen der Vatikankirche erklärten öffentlich, dass der Einsatz dieser Massenvernichtungswaffe "nicht notwendig der sittlichen Ordnung" widerspreche und "
nicht in jedem Fall Sünde sei" (zit.  nach Der Spiegel Nr. 3/1969) und dass eine Atombombe "eingesetzt", also abgeworfen werden dürfe, wenn der "Wert der bedrohten Güter" dies rechtfertige (zit. nach Der Spiegel Nr. 20/1958). Die Kirchenführer beschlossen sogar die katholische "Pflicht", Atombomben abzuwerfen, wenn z. B. die "moralische Existenz" von Völkern "auf dem Spiel stehe", was immer die kirchenmoralisch deformierten Gehirne darunter verstanden. Wörtlich: "Um dieser Pflicht willen dürfen und müssen den Bürgern auch große materielle und persönliche Opfer zugemutet werden". Und schließlich eine weitere theologische Phrase: "Wollte man erwarten, dass Gott den Gewaltlosen von sich aus schützt, ohne dass die Menschen das zu ihrem Schutze Notwendige auch selbst tun, wäre das weit mehr Vermessenheit als christliches Gottvertrauen". Mit dieser erneuten massiven Verhöhnung von Christus und von Jesusnachfolgern (die man der Vermessenheit bezichtigt) knüpft die Kirche nahtlos an ihr Gottesbild an, mit dem sie schon seit 1700 Jahren Kriege führte und führen ließ und dabei immer die gerade modernsten Waffen zum Niedermetzeln von Menschen einsetzen ließ.

Auch die Warnungen von Wissenschaftlern schlugen die Kirchenführer und Theologen in den Wind: "Es ist eine verallgemeinernde und unkritische Sprechweise, jede derartige Kampfmaßnahme heute von vornherein als Selbstmord ganzer Völker" oder gar "der ganzen Menschheit" hinzustellen, so der kirchliche Widerspruch gegenüber den Warnungen (zit. nach Der Spiegel Nr. 20/1958). Mit dieser Formulierung widersprechen die katholischen Theologen und Bischöfe z. B. den Physikern vom "Verband deutscher Physikalischer Gesellschaften", die in diesem Zusammenhang vor "Selbstvernichtung" warnten. (lt. Wikipedia)


Doch die Stimmung unter der Bevölkerung war anders. Nach Meinungsumfragen waren 83 % der Deutschen gegen die Atombewaffnung und sie hatten nach den Erfahrungen des 2. Weltkriegs genug von den
Kriegs-Planspielen der Bischöfe, die das unermessliche Leid des 2. Weltkrieg mit einer Flasche Rotwein und üppigen Fleischspezialitäten aus ihrem Amtssesseln von Ferne aus beobachten konnten.
Doch erst die NATO selbst stoppte vor allem nach Drängen Frankreichs unter seinem neuen Präsidenten Charles de Gaulle Ende 1958 das
Kreuzzugs-Verlangen von CDU, CSU und katholischer Kirche nach eigenen Atombomben für Deutschland. Der Kompromiss: Die Atomwaffen unter NATO-Oberbefehl wurden jedoch in Deutschland stationiert und stehen dort bis heute [2019]. Im Geschichtsunterricht in deutschen Schulen wird diese Zeit oftmals unterschlagen bzw. ausgeblendet, so dass die jüngere Generation gar nicht weiß, was damals geschah und heute noch Tatsache ist.

Nach dem Abschluss dieser Auseinandersetzungen durch ein Machtwort der NATO konzentrierte sich die deutsche Waffenindustrie nun verstärkt auf die Produktion konventioneller Tötungswerkzeuge. 1961 trat in diesem Zusammenhang das Kriegswaffenkontrollgesetz in Kraft, das die "Herstellung, die Überlassung, die Inverkehrbringung, den Erwerb und auch den Transport von Kriegswaffen" regelt. Verantwortlich dafür ist aber nicht etwa das "Verteidigungsministerium", sondern seit je her das "Bundeswirtschaftsministerium". § 6 dieses Gesetzes verbietet den Waffenexport, wenn "die Gefahr besteht, dass die Kriegswaffen bei einer friedensstörenden Handlung" zum Einsatz kommen.
Doch es gibt Gesetzeslücken, Grauzonen, Methoden der Gesetzesumgehung, ausländische Lizenzen oder Tricks wie das Liefern "nur" von einzelnen Waffenteilen. Und wer kann schon so genau zwischen "legal" und "illegal" unterscheiden, wenn das meiste Interpretationssache ist? In einer ausführlichen Studie der Zeitung ZEIT heißt es dazu: "Waffenkontrolle findet nur auf dem Papier statt."
(zeit.de, 12.12.2013)

Foto rechts: Panzer (Topory; GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Doch trotz der katholischen "Antreiber" (z.B. trend-label.de über Kardinal Frings) in Sachen Waffen vollzog sich der Aufstieg Deutschlands zur Waffenexportnation eher im Verborgenen. Der dafür zuständige "Bundessicherheitsrat" im Wirtschaftsministerium machte das Thema nie öffentlich. Schließlich hatte es die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2010 nach den USA (30 % Anteil) und Russland (23 % Anteil) mit einem Anteil von 11 % mittlerweile zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt gebracht, Jahresumsatz 3,1 Milliarden Euro - Waffen, mit denen wieder millionenfach getötet wird. Dabei werden viele Waffenexporte mehr oder weniger aus den Steuereinnahmen des Staates subventioniert. Umgekehrt wird über Parteispenden von Waffenkonzernen berichtet, z. B. an die CDU. (siehe hier)

Dazu eine einfache Frage: Stellen wir uns dazu den mutigen jungen Mann Jesus, den Christus, vor, wie Er vor ca. 2000 Jahren über die staubigen Straßen Israels zog und Seine Botschaft vom kommenden Friedensreich verkündete (mehr dazu hier). Nach Ihm benennen sich heute die meisten deutschen Politiker als "Christen" bzw. als "christlich", und sie berufen sich auf Ihn. Doch kann man sich vorstellen, dass dieser mutige junge Mann Seine Nachfolger zusammenrief und ihnen lehrte: "Baut Waffenschmieden und produziert Waffen aller Art! Nehmt einen großen Teil der Waffen für euch! Die vielen anderen verkauft gewinnbringend an andere"? Nie und nimmer, so die einhellige Antwort. Doch warum nennen sich die Politiker, die genau das tun, dann "christlich" und nennen sogar ihre Parteien CDU und CSU "christliche" Parteien?

Aus diesem Grund haben wir zwei Anliegen. Zuerst: Wir sind Freie Christen für den Christus der Bergpredigt und treten für die Versöhnung mit unseren Mitmenschen ein auf der Basis der Goldenen Lebensregel aus der Bergpredigt des Jesus von Nazareth: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen zuerst bzw. "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu". Dies beinhaltet auch das Nein zu Waffenproduktion, Waffenhandel und Kriegen. Und es bedeutet, selbst mit dem zu beginnen, was man für richtig hält, also z. B. Abrüstung.
Das zweite Anliegen ist: Wer für Waffenproduktion, Waffenhandel, gerechte Kriege und Kriege als "letztes Mittel" ist, der soll sich nicht mehr "christlich" nennen, weil er Jesus, dem Christus widerspricht und stattdessen den Päpsten, Kardinälen und Martin Luther folgt, die seit Hunderten von Jahren ihre "Bedingungen" für die Rechtfertigung von Kriegen lehren, und welche die Völker von einem in den nächsten Krieg führten. Folglich sollten sich deren Nachfolger in Zukunft nur noch "katholisch" oder "evangelisch" nennen, aber nicht mehr "christlich", um den guten Namen von Jesus, dem Christus, mit ihren Taten, Worten und Gedanken wenigstens in Zukunft nicht mehr zu missbrauchen.
Nachfolgend einige weitere Fakten zum Thema "Waffenexporte.

"Stabilitätsfaktor" Saudi-Arabien?

Am 30.12.2012 wurde eine Meldung verbreitet, in der es hieß, Saudi-Arabien wolle der deutschen Rüstungswirtschaft 30 hochmodern ausgerüstete ABC-Spürpanzer abkaufen, demnächst möglicherweise sogar 100. Dies sind Panzer, die speziell auch für den Straßenkampf gegen Zivilisten einsetzbar sindalso wenn es gilt, Aufstände in Städten zu bekämpfen und gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen. Dass Saudi-Arabien, einer der autoritärsten Diktaturen der Welt, solche Waffen kaufen will, ist nicht überraschend. Die Alarmglocken in Deutschland läuten, weil, wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, der zuständige Bundessicherheitsrat in Berlin bereits den Weg für Verhandlungen über den Rüstungsexport freigegeben haben soll. Damit wird indirekt bestätigt, was Anfang Dezember 2012 bereits durchgesickert war: Dass nämlich bezüglich der deutschen Rüstungsexporte ein erheblicher Kurswechsel stattgefunden hat, den das Magazin Der Spiegel als "Merkel-Doktrin" bezeichnet. Hatte man es zuvor über Jahrzehnte strikt vermieden, dass deutsche Waffen an Länder verkauft wurden, die als Krisenherde galten oder die Menschenrechte missachteten, so werden nun offenbar allenthalben die Türen weit geöffnet. Auch Länder wie Ägypten, Algerien, Indonesien, Nigeria, Angola und die Vereinigten Arabischen Emirate sind für solche Exporte im Gespräch.
Damit sollen offenbar "zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen" werden. Zum einen soll das Problem gelöst werden, dass die deutschen Rüstungsbetriebe wegen einer verminderten Nachfrage von Seiten der Bundeswehr nicht "ausgelastet" sind. Zum anderen sollen weitere unpopuläre Auslandseinsätze der Truppe vermieden werden, indem man die Armeen anderer Staaten, so wörtlich, dazu "ertüchtigt", in ihrer Region selbst für "Sicherheit" zu sorgen. Auch das Königreich Saudi-Arabien sei aus Sicht der Bundesregierung ein "Stabilitätsfaktor", so rechtfertigte Regierungssprecher Steffen Seibert die neue Linie.
Doch was für eine "Stabilität" soll hier in dem streng islamistischen Staat gefördert werden? Handelt es sich dabei um eine Friedhofsruhe, garantiert durch die Ketten von Panzern und die Läufe von Maschinengewehren? Oder ist es nur noch die berüchtigte "Ruhe vor dem Sturm", wenn man an die vergangenen Aufstände in vielen Ländern der arabischen Welt denkt? Saudi-Arabien wiederum liefert z. B. Waffen weiter an die islamistischen Aufständischen in Syrien.

Materie gewordene Aggression

Bei den Waffen, die die deutsche Rüstungsindustrie in rund ein Dutzend Länder liefern will, geht es nicht nur um Kampfpanzer, es geht auch um Granatwerfer, Haubitzen, Mörser, Teile von Kampfflugzeugen, es geht um U-Boote, Patrouillenboote, Düsenjäger und ganze Munitionsfabriken. Die Frage lautet also: Was liefert Deutschland hier in die Welt – und was geschieht damit? Welche Wahl haben dabei die Menschen, die von all diesen Waffen  früher oder später bedroht werden? Und wann wird der Zeitpunkt kommen, zu dem sich die Waffen womöglich gegen diejenigen wenden, die sie geliefert haben? In der Bibel der Kirchen steht zu lesen: "Was der Mensch sät, das wird er ernten!"
Und jede Waffe ist aus geistiger Sicht nichts anderes als Materie gewordene Aggression.

"Christentum à la Merkel"

Ein Leserbriefschreiber im Spiegel meinte dazu, das sei "Waffenhandel als Staatsräson" und "Christentum à la Merkel" (Nr. 50 vom 20.12.2011) - eine spezielle Form des so genannten Christentums also. Doch was heißt "Christentum"? Die Produktion und Ausfuhr todbringender Waffen hat mit der Lehre und der Ethik des Jesus, des Christus und mit dem ursprünglichen Christentum überhaupt nichts zu tun. Dass sie zu einem großen Teil von einer Partei betrieben und gefördert wird, die sich ausgerechnet auf den Begriff "christlich" beruft, ist von daher eine Verunglimpfung dieses guten Namens. Und ob das, was man als "Staatsräson" hinstellt, irgendetwas mit Räson - also mit Einsicht, Vernunft und Verstand - zu tun hat oder ob es nicht viel mehr ein starres Festhalten an alten todbringenden Strukturen ist, um einen kurzfristigen Profit daraus zu erzielen, das wird die Zukunft sicher zeigen.
Immerhin kann man schon heute feststellen: Wer diese Parteien mit dem "C" im Namen wählt, der wählt auch zunehmende Rüstungsexporte mit all ihren unabsehbaren Folgen.
Doch es gibt noch weitere Fakten.

Was bringt das UN-Waffenhandelsabkommen?

Wussten Sie zum Beispiel schon, dass mehr als 60 Staaten der Erde Anfang Juni 2013 am Sitz der Vereinten Nationen in New York ein globales Waffenhandelsabkommen unterzeichnet haben? Sie verpflichten sich, Rüstungsexporte dann zu verbieten, wenn diese zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord beitragen können. Deutschland beeilte sich zu versichern, dass es den Vertrag noch vor den Wahlen im September 2013 im Bundestag ratifizieren lassen werde.
Wenigstens eine gute Nachricht, sollte man meinen. Und in der Tat haben Diplomaten und Menschenrechtsaktivisten viele Jahre lang um einen solchen Vertrag gerungen. Sie hoffen, damit der fast uneingeschränkten Verbreitung todbringender Waffen rund um den Globus zumindest einen kleinen Riegel vorschieben zu können. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Die "Gesellschaft für bedrohte Völker" etwa hat der deutschen Bundesregierung Heuchelei vorgeworfen. "Es ist scheinheilig, wenn Deutschland als drittgrößter Waffenexporteur der Welt, der seine Kleinwaffen-Ausfuhr im Jahr 2012 verdoppelt hat, am ersten möglichen Unterzeichnungstag dem UN-Waffenhandelsabkommen beitritt." (gfbv.de, 31.5.2013)
Löchrig wie ein Schweizer Käse sei das Abkommen, so sinngemäß der Rüstungskritiker Jürgen Grässlin, der das Abkommen zwar begrüßt, weil es erstmals internationale Regeln aufstellt, doch ein "Meilenstein" sei es gewiss nicht. UN-Generalsekretär Ban Ki Mun hatte es gar einen "Sieg für die Völker der Welt" genannt. Doch die Schlupflöcher sind gewaltig. So müssen die Staaten, die das Abkommen ratifizieren, nicht etwa Waffenlieferungen, die zu Verbrechen dienen, rundweg verbieten, sondern sie dürfen diese Gefahr zuvor gegen mögliche positive Wirkungen der tödlichen Fracht "abwägen", so sinngemäß im Artikel 7.

Die Merkel-Doktrin

Abwägen womit? Politiker reden hier gerne von "Sicherheit" und "Stabilität" in einer Region und blenden dabei die Leichen aus, die bei der Herstellung dieser "Stabilität" auf der Strecke bleiben. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa spricht sich dafür aus, bestimmte Regierungen in Krisengebieten mit Waffen zu unterstützen, um sie, so wörtlich, zu "ertüchtigen", in ihrer Region selbst für Frieden und Sicherheit zu sorgen, worauf wir im Zusammenhang von Saudi-Arabien schon hingewiesen haben. Damit erspare sich Deutschland, selbst dort einzugreifen. In den Medien bezeichnet man dies auch als "Merkel-Doktrin".
Nur was für ein "Frieden" ist das? Im libyschen Bürgerkrieg 2011 schossen alle Beteiligten mit deutschen Waffen: Gaddafis Regierungstruppen, die Rebellen und die Nato. Als im selben Jahr in Kairo friedliche Demonstranten von gepanzerten Fahrzeugen mit hoher Geschwindigkeit überrollt wurden, geschah dies nach Aussage von Waffenexperten mit Fahd-Panzern, die in Ägypten aufgrund einer deutschen Lizenz gebaut werden. Im mexikanischen Drogenkrieg tauchen ebenso deutsche Schnellfeuergewehre auf wie im Sudan oder Somalia. Das sogenannte Sturmgewehr G36 wird seit 2008 in Saudi-Arabien nachgebaut – mit offizieller deutscher Lizenz.

"Der Tod ist ein Meister
aus Deutschland
"

(aus dem Gedicht "Todesfuge" von Paul Celan)


Deutsche Lizenzen für "Massenvernichtungswaffen der Neuzeit"

Die deutsche Bundesregierung genehmigt also nicht nur die Ausfuhr deutscher Waffen und deutscher Technologie in Länder, von denen bekannt ist, dass sie die Menschenrechte nicht einhalten. Sie tut auch nichts dagegen, dass diese Länder dann die Waffen illegalerweise in alle möglichen Krisenländer dieser Erde weiterverkaufen. Jürgen Grässlin nennt in seinem aufschlussreichen Buch Schwarzbuch Waffenhandel gerade diese Genehmigung zum Nachbau des Sturmgewehrs G36 die, so wörtlich, "folgenschwerste Fehlentscheidung dieses Jahrzehnts" (Jürgen Grässlin, Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient, Heyne-Verlag München, 2013, S. 179). Durch solche Gewehre, verharmlosend "Kleinwaffen" genannt, sterben nach seinen Berechungen täglich im Durchschnitt 112 Menschen (S. 17), insgesamt seien es bisher bereits zwei Millionen gewesen. Er nennt sie die "Massenvernichtungswaffen der Neuzeit".

Deutschland lässt immer mehr Hemmungen fallen

Wenn solche Gewehre oder auch Panzer in völkerrechtswidriger Weise eingesetzt werden, etwa bei der Niederschlagung von Demokratiebewegungen im eigenen Land, so bezeichnet der Experte und Buchautor Grässlin den Verkauf solcher Waffen als Beihilfe zum Mord. Gerade deutsche Regierungen, so legt er dar, haben im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte mehr und mehr Hemmungen fallen lassen, was den Verkauf von Waffen ins Ausland angeht. Deutschland liefert Panzer an Indonesien und Katar, demnächst soll, wenn es kommt wie angekündigt, auch Saudi-Arabien auf der Lieferliste stehen. Deutschland lieferte auch schon gleichzeitig Waffen an erklärte Gegner wie Indien und Pakistan, Griechenland und die Türkei oder Iran und Irak. Die Krisenstaaten der Europäischen Union wie Portugal oder Griechenland, die offiziell gerade von deutscher Seite zum Sparen aufgefordert werden, gehören zu den besten Kunden deutscher Waffenfirmen. Von Algerien und Angola über Kolumbien und Libyen bis zu Turkmenistan und Vietnam sind inzwischen fast alle Regionen der Erde mit deutschen Waffen eingedeckt worden, mit U-Booten, Kriegsschiffen, Panzern, Gewehren, Düsenjägern, Granatwerfern und Munitionsfabriken.
 

CDU, CSU contra Christus

Kein Wunder, dass Jürgen Grässlin zu dem Fazit kommt: "In keinem anderen Politikbereich klaffen humanistischer Anspruch und tödliche Wirklichkeit weiter auseinander als beim staatlich legalisierten Waffenhandel. Solange sie menschenverachtende Waffenlieferungen unterstützen, sollten die Parteien CDU/CSU und SPD Begriffe wie ´demokratisch`, ´christlich` oder ´sozial` aus ihrem Parteinamen streichen." (S. 14) Und in der Tat: Was hier geschieht, das hat mit Jesus, dem Christus, nicht das Geringste zu tun. Jesus von Nazareth lebte Frieden und Versöhnung vor und sagte: "Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen."

Mit einem Siebzehntel der jährlichen 1,739 Rüstungs-Dollarbillionen könnte Hungertod beendet werden

Dieser Satz steht in der Bibel der Kirchen, ebenso wie der Satz: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." Was kommt dann auf Menschen zu, die Maschinengewehre, Panzer und Granatwerfer säen – und auf diejenigen, die solche Milliardengeschäfte einfädeln, die sie genehmigen und die dazu schweigen? Und das in einer Welt, in der im Jahr 2017 zuletzt 1,739 Billionen Dollar Jahr für Rüstungsgüter ausgegeben wird. Schon rund ein Siebzehntel davon, 100 Milliarden Dollar, würden genügen, um die Grundbedürfnisse der Ärmsten in der Welt zu sichern. Statt dessen führen die Menschen fortwährend Krieg gegeneinander – und auch gegen die Natur und die Tiere. Und das nicht erst seit heute. Menschen, die sich Christen nennen, waren in diesen Kriegen schon immer an der Spitze mit dabei. Dabei gab es gerade in Deutschland Mitte des 20. Jahrhunderts nach zwei verlorenen Weltkriegen viele, die inmitten eines zerstörten Landes zu dem Schluss kamen: "Von Deutschland soll nie wieder Krieg ausgehen!" Doch gilt dieser Satz nicht auch für Waffenexporte? Es gab ursprünglich noch ein strenges Kriegswaffenkontrollgesetz. Wie war es möglich, Deutschland 65 Jahre später zum drittgrößten Waffenexporteur der Welt zu machen?

Aufrüstung in Deutschland mit Franz Josef Strauß, Kardinal Frings und dem Segen des Papstes

Die Weichen dazu stellte der CSU-Politiker Franz-Josef Strauß. Er sorgte dafür, dass die Einschränkungen der Waffenproduktion durch ein freizügiges Außenwirtschaftsgesetz wieder ausgehebelt wurden. Und so ist es bis heute. Den eigentlichen Anstoß aber gab, wie bereits dargelegt, die Kirche. Der Kölner Kardinal Joseph Frings war der erste, der schon ab 1948 einer Wiederaufrüstung Deutschlands das Wort redete – und zwar, wie er selbst versicherte, in voller Übereinstimmung mit Papst Pius XII. Auf dem Katholikentag 1949 in Bochum sagte er wörtlich: "Der Papst lässt keinen Zweifel darüber, dass es eine verwerfliche Sentimentalität, ein falsch gerichteter Humanitätsdünkel wäre, wenn aus Furcht vor den Leiden des Krieges jemand Unrecht geschehen lässt. Nach den Gedanken des Papstes ist also eine Kriegsführung, die gegen Unrecht gerichtet ist, nicht nur ein Recht, sondern sogar die Pflicht aller Staaten." (zit. nach Matthias Holzbauer, Der unselige Papst, Marktheidenfeld 2012, S. 205)
Und so waren es immer die Bischöfe, welche die Soldaten segnend in den Krieg schickten, während die Kirchenmänner keine "Furcht vor den Leiden des Krieges hatten", da sie - vielleicht bei einem Glas Rotwein - sich ihre Sonntagspredigten ausdenken konnten, während den "Kirchenschafen" an der Front die Gliedmaßen abgetrennt und die Leiber zerrissen wurden. Erwähnt seien beispielhaft auf katholischer Seite Bischöfe wie Clemens August Kardinal von Galen aus Münster oder auf evangelischer Seite Landesbischof Hans Meiser aus München.

Die Regierung als Erfüllungsgehilfe der Rüstungsindustrie

Und nach der Wiedereinführung einer Armee im Jahr 1955 forderte die wieder erstarkende deutsche Rüstungsindustrie auch mehr und mehr Exportmöglichkeiten, um profitabel Waffen herstellen zu können. Die Rüstungslobby machte alle Regierungen seither mehr oder weniger zu ihren Erfüllungsgehilfen. Sogar von milliardenschweren Fehlschlägen der Rüstungsentwicklung - wie jüngst die Euro-Drohne oder das Raketenabwehrsystem MEADS - profitiert letztlich die Industrie durch den Zuwachs an technologischer Erfahrung. Die Zeche bezahlen so gut wie immer die Steuerzahler. Und das alles unter dem Deckmantel "christlich".
Liebe Leserinnen, liebe Leser, Jesus von Nazareth, der große Liebe- und Weisheitslehrer, lehrte die Feindesliebe und erklärte auch, wie wir mit dem Nächsten Frieden schließen können, indem wir selbst den ersten Schritt tun. Jesus von Nazareth war Pazifist, und Rüstung und  Waffenhandel haben mit einer "christlichen" Ethik, also mit einer Ethik, die auf Christus zurück geht, nicht das Geringste zu tun. So sollen alle Politiker, die Waffenproduktion, Waffenhandel und Waffenexporte befürworten, sich ab sofort nicht mehr "christlich" nennen. Dann wäre so manches klarer.

"Deutsche Panzer für Weltjugendtag" und für Fußball-Weltmeisterschaft 2014

Derweil geht das Blendwerk noch weiter. Beispiel: Deutsche Panzer für Brasilien. Aufgrund der geplanten Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien wurde der katholische Weltjugendtag schon auf das Jahr 2013 vorverlegt. Turnusgemäß hätte er erst 2014 stattfinden sollen. Doch zwei große Suggestions-Veranstaltungen in einem Jahr unter dem Motto "Religion und Spiele" erschienen zuviel. Und um die Fußballanhänger und Weltjugendtags-Teilnehmer besser "schützen" zu können, bestellte Brasilien deutsche Gepard-Panzer. "Brasilien will deutsche Panzer für Weltjugendtag kaufen", heißt es in der Augsburger Allgemeinen vom 12.4.2013. "Die Effektivität des Einsatzes des Gepard beruht neben der Aufklärung durch die Radaranlagen und der guten Feuerleitanlage auf dem trainierten Zusammenspiel zwischen Kommandant und Richtkanonier" (Wikipedia, Stand: 15.4.2013). Die sozialen Unruhen beim Weltjugendtag in Madrid im Jahr 2011 wurden offenbar auch als eine Warnung verstanden. Und bereits am 17.6.2013 entzündeten sich schwere soziale Unruhen in den Städten Brasiliens, 200.000 Menschen gingen wütend auf die Straße, fünf Wochen vor dem Papstbesuch. Auslöser für die Unruhen war die Preiserhöhung im öffentlichen Nahverkehr, für die arme Bevölkerung kaum mehr zu verkraften. Gleichzeitig gibt man Milliarden Euro für die Fußball-WM aus und viele Millionen für den katholischen "Weltjugendtag" und die "Sicherheit" des Papstes. Konkret: 300 gepanzerte Fahrzeuge, Fregatten, Schnellboote (kath.net, 2.7.2013), 14.000 Soldaten, 10.000 Polizisten, allein sechs Militärhubschrauber nur für die Sicherheit des Papstes (spiegel.de, 22.7.2013), usw. Welche Macht schützte also den Papst? Die himmlische oder eine andere ...?

Foto oben: Ein deutscher Gepard-Panzer zum Schutz der Teilnehmer des katholischen Weltjugendtags in Rio de Janeiro (Hans-Hermann Bühling, 2008, GNU Free Documentation Licence). Die Turm- und Wannengehäuse stammen übrigens von Blohm+Voss. In einer Sektion von Blohm+Voss arbeitete der zwischenzeitliche Chef der Vatikanbank, Ernst von Freyberg.

 


 

12) Offener Brief an Papst Bergoglio

Papa Francesco
Palazzo Apostolico
00120 CITTA’ DEL VATICANO
VATIKANSTAAT
                                                                                                                         21.8.2014

Sind Kriege im Namen von Christus erlaubt?

Sehr geehrter Papst Jorge Bergoglio,

 “Man macht nicht Krieg im Namen Gottes!“ so Ihre Worte an die islamistischen Fundamentalisten im Irak (zit. nach radiovaticana.va., 10.8.2014).

Ihre Kirche hatte allerdings immer wieder “Kriege im Namen von Christus“ geführt.
Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang nur an den Kreuzzug nach Jerusalem erinnern, zu dem der in Ihrer Kirche als “Heiliger“ verehrte Papst Urban II. aufgerufen hatte. Er endete im Jahr 1099 mit einem Massaker an den islamischen Bewohnern der Stadt.
Ein “Chronist“ und Augenzeuge im katholischen Kreuzfahrerheer schrieb: “Dort gab es dann ein solches Gemetzel, dass wir bis zu den Knöcheln tief im Blut der Feinde standen.“ (zit. nach Gesta Francorum et aliorum Hierosolomitanorum lib.10, c 37 f., herausgegeben von R. Hill, London 1962)

 Bedeuten Ihre Worte nun, dass ein “Krieg im Namen Gottes“ nicht erlaubt sei, ein “Krieg im Namen von Christus“, wie Ihre Kirche ihn immer wieder führen ließ, jedoch schon?

Wir möchten diese Anfrage auch veröffentlichen und wir bitten Sie um eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen, Dieter Potzel


 




13) Zur Vorgeschichte zwischen Kirche und Islam: Eroberung von Jerusalem durch katholisches Kreuzfahrerheer
Freudentränen nach dem Massaker

Gegen Mittag senkt sich die hölzerne Fallbrücke des Belagerungsturms auf die Stadtmauer hernieder. Es entbrennt ein Kampf Mann gegen Mann. Gleichzeitig werden Sturmleitern an die Mauern gelegt. Am frühen Nachmittag ist es um die Stadt geschehen: Von mehreren Seiten dringen die "Franken" in die Stadt ein.

Die Kreuzfahrer dringen in die Stadt Jerusalem ein und veranstalten dort ein grauenhaftes Blutbad - Miniatur von 1450.

Was dann geschah, gehört zu den schwärzesten Stunden der so genannten "Christenheit": die Eroberung Jerusalems. Aus der damaligen Sicht der europäischen Kreuzritter war es einer der glanzvollsten Augenblicke.

Man schrieb den 15. Juli 1099. Zwei Tage zuvor waren die Belagerungstürme gegen die Mauer vorgeschoben worden. Seit fünf Wochen lagen die Kreuzfahrer vor der Stadt, die das Ziel ihrer Träume war. Drei Jahre zuvor waren sie aufgebrochen - doch von den ursprünglich etwa 300.000 "bewaffneten Wallfahrern", die mit dem Schlachtruf "Gott will es!" ausgezogen waren, erreichte nur ein Zehntel das Ziel der Reise durch Wüste und Feindesland.

Jetzt wollten sie für die Strapazen entschädigt werden; und die Menschen umbringen, die ihnen von der päpstlichen Propaganda als "Ungläubige" und als "Hunde" dargestellt worden waren. (Urban II., zit. nach geschichtszentrum.de; die Fakten im Detail bei kreuzzuege-info.de)

Ein Massenmörder bei der Vorbereitung seiner Taten: Der "heilige" Papst Urban II. ruft 1095 in Clermont in Frankreich zur bewaffneten Wallfahrt auf.

Und das taten sie mit kaum geahnter Gründlichkeit. Ein Augenzeuge und Chronist schrieb unter anderem:

"Am Mittwoch und am Donnerstag griffen wir die Stadt mit Gottes Hilfe von allen Seiten Tag und Nacht an. Bevor wir jedoch zu stürmen begannen, bestimmten Bischöfe und Priester durch Predigen und Ermahnen, dass alle für Gott eine Prozession um Jerusalem herum unternehmen und nach Kräften beten, Almosen geben und fasten sollen. Am frühen Morgen des Freitag wurde das Zeichen zum Generalangriff gegeben; ... Als aber die Stunde herankam, in der unser Herr Jesus Christus für uns die Schmach des Kreuzes auf sich nahm ... ergriffen alle Verteidiger die Flucht. Unsere Leute verfolgten sie auf der Mauer und durch die Stadt und töteten und verstümmelten sie. Das ging bis zum Tempel Salomos; dort gab es dann ein solches Gemetzel, dass wir bis zu den Knöcheln tief im Blut der Feinde standen ... Bald liefen unsere Leute durch die ganze Stadt und machten Beute von Gold, Silber, Pferden und Maultieren, indem sie Häuser voller Güter plünderten. Dann kamen sie alle voll Begeisterung und vor lauter Freude weinend am Grab unseres Heilandes Jesus zusammen; sie beteten es an und weihten ihm ihr Leben. Am darauf folgenden Morgen stiegen sie leise auf das Dach des Tempels, griffen die Männer und Frauen der Sarazenen an und schlugen ihnen mit dem blanken Schwert die Köpfe ab."
(Gesta Francorum et aliorum Hierosolomitanorum lib.10, c 37 f., herausgegeben von R. Hill, London 1962, zitiert nach Reinhold Mokrosch, Herbert Walz, Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen, Band II, Mittelalter, Neukirchen 1980)

Dies alles war und ist eine besonders bestialische Verhöhnung des friedfertigen Mannes aus Nazareth durch die römisch-katholische Kirche.

"Vieles, was man einst schrieb, liest sich heute wie Satire", schreibt Karlheinz Deschner im sechsten Band seiner Kriminalgeschichte des Christentums* über die Eroberung Jerusalems. Eine bittere Satire. Das Blutbad im Namen Christi dauerte einen halben Tag und eine Nacht. Die einzigen Überlebenden sind einige Sarazenen um den fatimidischen Statthalter Iftikar al-Daula, die sich in die Davidsburg retten und gegen eine große Summe Goldes freies Geleit erhalten.

Die Juden werden in der Synagoge hingemetzelt - "ein gerechtes Gottesurteil" nannte es ein Erzbischof. An die fünftausend Sarazenen starben in der Al-Aqsa-Moschee, wohin sie sich geflüchtet hatten. "Die Ritter Christi", schreibt ein Augenzeuge nach der Ermordung von 60.000 - 70.000 Menschen, troffen "vom Scheitel bis zur Sohle vom Blut".

Ehe der Belagerungsturm die Mauer erreichen kann, muss der Graben aufgefüllt werden.

"Leichenhaufen wie Häuser" meldet ein Berichterstatter; andere versichern, dass noch ein halbes Jahr oder gar ein Jahr später "die Luft vom Leichengestank verpestet war". "Kein zeitgenössischer christlicher Chronist indes äußert im geringsten Gewissensbisse", so der Historiker Karlheinz Deschner. Auch nicht über die Raffgier, mit der die angeblich christlichen Krieger die gesamte Stadt aufs gründlichste plünderten und alle Gebäude in Besitz nahmen.

Die Muslime waren toleranter

Für nicht einmal neunzig Jahre. Am 2. Oktober 1187 kapituliert die Stadt vor den Truppen des aus Kurdistan stammenden Heerführers Saladin. Dieser nimmt allerdings keine Rache, im Gegenteil. Er erlaubt den Unterlegenen nicht nur, sich loszukaufen, sondern sichert gefangenen Familienvätern und Ehemännern auch noch sicheres Geleit zum Hafen, zwingt sogar die skrupellosen (christlichen) Schiffskapitäne, die den Besiegten ihre letzte Habe nehmen wollen, sie kostenlos mitzunehmen. Sein Bruder "kauft" viele und lässt sie frei.

Dass dennoch Ungezählte in die Sklaverei verkauft werden, liegt an dem beschämenden Egoismus der "Christen": Die Reichen unter ihnen helfen ihren armen Brüdern nicht; auch der hohe Klerus zieht mit Schätzen beladen davon, ohne seine "Schafe" vor der Sklaverei zu bewahren.

Als ob dies alles noch nicht genügt hätte, um die moralische Kluft zwischen den Muslimen - deren Fanatismus sich allerdings im Verlauf der Kreuzzüge ebenfalls steigerte - und den "Christen" aufzuzeigen: Unmittelbar nach dem Fall Jerusalems ruft Papst Gregor VIII. zu einem weiteren Kreuzzug auf - obwohl Saladin das "heilige Grab" vor Brandstiftern schützen ließ und allen unbewaffneten Christen weiterhin den Zugang zur Stadt gestattete.

Dies war übrigens auch schon vor dem ersten Kreuzzug so gewesen. Ein einziger Kalif, der wahnsinnige Al-Tahir, hatte 1009 die Grabeskirche zerstören lassen - doch sein Sohn baute sie wieder auf. Was Papst Urban II. am 27. November 1095 in Clermont den dort versammelten Menschenmassen von der Schändung der "heiligen Stätten" und der Ermordung der dort lebenden Christen erzählte, war skrupellose Propaganda.

Und an den Kreuzfahrerstraßen des Jahres 1096 ereigneten sich zuvor nicht nur Judenpogrome. Es war zugleich der eigentliche Beginn des europäischen Antisemitismus (Friedrich Heer). In den KZs erreichte er seinen furchtbaren Höhepunkt. Die NSDAP-Zeitung Der Stürmer hat sich nicht zu Unrecht auf den Franziskaner Johannes Capistrano berufen, der als erster die Ausrottung der Juden in Zentraleuropa propagierte. Es scheint, dass die katholische Kreuzzugsidee die ganze nachfolgende Weltgeschichte vergiftete.

Dieser Geist war auch in Martin Luther lebendig, als dieser 1529 in einer Predigt zum Krieg und zum Morden der türkischen Kriegsgegner aufrief: Die Soldaten sollen "mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun, so viel sie immer mögen ..." (zit. nach https://www.theologe.de/theologe3.htm)

Stärkung des Papsttums

Die eigentlichen Motive für die Kreuzzüge lagen damals jedoch vor allem in einer ideologischen Stärkung des Papsttums, das gerade im Streit mit dem deutschen Kaisertum lag und nun seine Fähigkeit zur Mobilisierung der Massen unter Beweis stellen konnte.

Zum anderen ging es um die Erschließung neuer Handelswege sowie um die Schwächung des byzantinischen Reiches, das sich kurz zuvor (1054) endgültig von der römischen Kirche losgesagt hatte. Konstantinopel wurde dann auch tatsächlich während des vierten Kreuzzugs 1204 von "lateinischen" Truppen erobert und geplündert, wovon es sich bis zur Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1453 nicht mehr erholte.

Schließlich sollten die zahlreichen Fehden in Europa beendet und auf ein äußeres Ziel gelenkt werden. Die Kirche verdiente dabei - wie auch sonst in der Geschichte - nicht schlecht. Kreuzzugssteuern wurden erhoben, Ablassgelder entgegengenommen - wer nicht am Kreuzzug teilnehmen konnte, dem wurde gegen entsprechende Zahlung ebenfalls, wie allen Teilnehmern an der "Pilgerfahrt", die Vergebung seiner Sünden und das ewige Leben versprochen. Und die Klöster erwiesen sich als besonders geschäftstüchtig: Sie vergaben Kredite, mit denen sich die Ritter ihre Ausrüstung besorgten - und nahmen dafür deren Ländereien in Zahlung. Kam der Ritter nicht oder ohne Beute nach Hause (wofür die Wahrscheinlichkeit weit über 90 % betrug), fiel der Besitz an das Kloster.

Wann wird Christus rehabilitiert?

Was blieb am Ende? Allein der erste Kreuzzug kostete einer Million Menschen das Leben - nicht nur Sarazenen und Christen, sondern auch Tausenden von Juden vor allem im Rheinland, die von den Kreuzfahrern gleich zu Beginn der Wallfahrt als erste abgeschlachtet wurden.
Hans Wollschläger (Die bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem) schätzt die Zahl der Toten aller Kreuzzüge auf 22 Millionen. Doch auch wenn es weniger waren, zum Beispiel "nur" eine Million:
Zurück blieb auch bis heute das Entsetzen der Muslime über das, was hier im Namen Christi angerichtet wurde. Die heute so augenfällige fundamentalistische Strömung innerhalb des Islam wäre historisch ohne die Kreuzzüge kaum denkbar.
Der Missbrauch des Namens Christus schreit dabei zum Himmel. So heißt es in einem durch Prophetie vermittelten Christus-Wort: "Auf schändliche Art und Weise wurde Mein Name missbraucht und verkauft. Nicht nur in den so genannten Kreuzzügen versuchten Menschen, die sich Christen nannten, jedoch nicht christlich lebten, Andersgläubige mit dem Schwert in der Hand zu christianisieren. Kirchliche Obrigkeiten missbrauchten und missbrauchen Meinen Namen, fesselten und fesseln ihn in ihre Dogmen und behaupten, dass sie die allein seligmachende Gnade hätten, weil sie Mich, Christus, im Joch ihrer Dogmen gefangen glauben."
(Das ist Mein Wort - Alpha und Omega - das Evangelium Jesu. 5. Auflage, Marktheidenfeld 2008, S. 799)
Bis heute steht der Name "Christus" in den Köpfen vieler Muslime (und in den Seelen der damals hingemordeten und eventuell heute wiedergeborenen Sarazenen) für unvorstellbare Verbrechen statt für Seine wirkliche Botschaft der Feindesliebe. Ähnlich ist es bei vielen im Namen von Christus grausam hingemordeten Indianern Nordamerikas und Südamerikas Statt Seinen Namen zu rehabilitieren, rechtfertigen auch heute noch "christliche" Politiker und Kirchenobere ihre Kriege mit "humanitären" Erwägungen - wie Papst Urban vor über 900 Jahren. Und bis heute versuchen sie, Christus im Joch ihrer Dogmen gefangen zu halten. Doch der Nachruf ist bereits geschrieben.

 

Lesen Sie dazu auch DER THEOLOGE Nr. 90 -
Warum sind die Kreuzzüge noch nicht beendet?



Gesprächsrunde zu den Kreuzzügen:
Sind Täter und Opfer von damals heute wieder inkarniert?
Wie sich die Kirche entlarvt
CHRISTUS ODER VATIKAN
https://www.der-freie-geist.de/video/christus-oder-vatikan

 


 



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                          Das Schwert der C-Regierungen: Was hat das "C" in den "christlich" regierten Ländern mit Christus zu tun? Waffenland Deutschland

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 6, Johannes Meier: Die Kirche - immer für den Krieg. Wer das Blutvergießen wollte und wem es nützte, Wertheim 2001, zit. nach https://www.theologe.de/theologe6.htm, Fassung vom 21.3.2020;
Copyright © und Impressum siehe hier.

 

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