Der Theologe Nr. 118, aktualisiert am 1.1.2025
Eine Spiegelübung zur
Selbsterkenntnis: Das ist zum Beispiel die Vorstellung, was denn gewesen
wäre, wenn es in den letzten Jahrzehnten statt zu einer NATO-Osterweiterung
umgekehrt zu einer Westerweiterung des Ostens gekommen wäre.
Bevor wir Ihnen diese Übung einmal anhand einiger Beispiele darlegen, einige
grundsätzliche Worte vorab:
In Seiner Bergpredigt sprach Jesus von Nazareth, dass es für einen
Menschen in seinem Erdenleben vor allem darauf ankommt, die Gottes- und
Nächstenliebe zu erlernen. Diese beiden Gebote, die Gebote der Gottes- und
der Nächstenliebe, sind die wichtigsten, und sie werden von Jesus, dem
Christus, zusammengefasst in der so genannten "Goldenen Regel", welche
lautet: "Alles, was ihr
wollt, dass euch die Menschen
tun, das tut ihr ihnen zuerst." Und in einem Sprichwort heißt es dem gleichen Sinn
nach: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg
auch keinem andern zu."
Und jetzt ahnen Sie vielleicht schon, was in diesem Zusammenhang der Blick
in den Spiegel beinhalten kann. Habe ich mich dem Nächsten gegenüber, auch
wenn er mir nicht wohlgesinnt ist, so verhalten, wie ich von ihm behandelt
werden möchte?
Oder, von der anderen Seite betrachtet: Was wäre geschehen, wenn der
Nächste, den ich womöglich als Feind oder Gegner betrachte, sich mir
gegenüber so verhalten hätte wie ich mich ihm gegenüber?
Und was zeigt sich, wenn dieser Maßstab auch einmal bei
Staatsbevollmächtigten einzelner Länder angelegt wird, die sich vielfach als
Kriegstreiber betätigen?
Wie wäre es, nach diesen Kriterien vor allem einmal die Politik der
Regierungen zu hinterfragen, die sich seit Jahrzehnten stolz mit ihren
angeblich "christlichen" Werten hervortun? Denn echte christliche Werte sind
die Lehren der Gottes- und Nächstenliebe mit der Goldenen Regel, wie sie uns
Christus gelehrt hat, der Sohn Gottes im Erdenkleid, nach dem diese Werte
auch benannt sind. Diese Botschaft schließt einen Krieg aus, denn nach dem
Gesetz von Ursache und Wirkung wird dann geschehen, was Jesus von Nazareth
in den Worten ankündigte: "Wer zum Schwert greift, der wird durch das Schwert
umkommen."
2000 Jahre später gibt es noch viel brutalere Mordwaffen als
Schwerter. Und spätestens seit den Atombombenabwürfen der USA auf die
wehrlosen japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ist bekannt: Ein Krieg
mit solchen Atomwaffen kann in der Kürze der Zeit zu einem atomaren
Weltuntergang führen.
Foto: Vase mit Spiegel –
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1
– Das gebrochene Versprechen der Westens
2
– Die Kuba-Krise 1962 – Die Welt am Abgrund zu einem Atomkrieg
3
– Hoffnung nach der Niederlage der USA in Vietnam
4
– Die NATO-Osterweiterung und der Angriffskrieg auf Jugoslawien
6 –
Der Bürgerkrieg in Griechenland und die Zurückhaltung der
Sowjetunion
7
– Die Zurückhaltung der Sowjetunion in Österreich
9
– Deutschlands frühere Kriege gegen Russland, die
Kriegsausweitung 2022 und die US-Geopolitik
10
– Zukunfts- und Friedenshoffnung unter der Regierung Schröder
11
– Der grausame Irak-Krieg der "Willigen" mit Uranmunition
12
– Präsident George W. Bush macht sich über seine Kriegslüge
lustig
13
– Der Krieg Georgiens in Süd-Ossetien mit Unterstützung der
USA als Auftakt zu heutigen Eskalation
14
– Eurasien – "Schachbrett um die globale Vorherrschaft"
15
– Neue Hochrüstung gegen Russland
17
– Jetzt gerät die Ukraine ins Visier des kriegerischen Westens
18
– Die Putschlügen vom Kiew – Wer erschoss die Demonstranten?
19
– Die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele von Sotschi
im Jahr 2014
21
– 2014: "US-Kongress erklärt Russland den Krieg"
22
– Was wäre, wenn sich Russland nur annähernd so verhalten
hätte wie die USA?
23
– Die westliche Geringschätzung des Völkerrechts
24
– Die endzeitliche Völkerschlacht von "Armageddon" – Die
Teufel versammeln die Staatenlenker zum Krieg
26 – Teuflische "neue Weltordnung" oder Umkehr zur Lehre von Jesus, dem Christus
Vor ca. 30 Jahren
sah vieles in der Weltpolitik noch ganz anders aus. Niemand dachte
an einen drohenden Atomkrieg. Anlässlich der deutschen Wiedervereinigung
hatten die NATO-Politiker, darunter deren Generalsekretär Manfred Wörner
oder der US-amerikanische Außenminister James Baker, der russischen Regierung das Versprechen gegeben,
die NATO nicht in Richtung Russland auszudehnen. Auf der anderen Seite zog
sich die Armee der Sowjetunion
aus Ostdeutschland und den östlichen Nachbarstaaten freiwillig
zurück, das östliche Militärbündnis Warschauer Pakt löste sich auf, und die
Regierungen Russlands reichten dem Westen seither immer wieder die Hand für
eine gemeinsame Planung von Frieden und Sicherheit in Europa.
Doch in erster Linie die
Regierungen der USA schmiedeten bald ganz andere Pläne. Sie umwarben nun
diejenigen Länder, aus denen sich Russland zurückgezogen hatte und
unterstützten und finanzierten dort vehement diejenigen Kräfte, welche nun
stattdessen der EU und der NATO beitreten wollten. 1997 erfolgten dann aus
Brüssel die Angebote der NATO an Polen, Tschechien und Ungarn,
NATO-Mitglieder zu werden, was zur Folge haben könnte, auch NATO-Atomraketen
immer näher an der Grenze zu Russland stationieren und im Kriegsfall auch
immer näher vor Moskau abschießen zu können. Maßgeblich dafür war vor allem
die US-Regierung unter Bill Clinton und seine Außenministerin Madeleine
Albright. Das Versprechen der westlichen
Politiker anlässlich der deutschen Wiedervereinigung, die NATO nicht nach
Osten hin zu erweitern, wurde erstmals gebrochen und seither immer wieder.
1999 wurden Polen, Tschechien und Ungarn als erste trotz Warnungen Russlands
an den Westen, dies nicht zu tun, in die NATO aufgenommen.
Und schon das ist ein erstes Beispiel für etwas, was man im Spiegel der
Selbsterkenntnis sehen kann:
Russland könne ja nicht von uns verlangen, dass wir die Versprechen der
damaligen westlichen Staatsbevollmächtigten einhalten, so rechtfertigen sich
deren heutige Nachfolger. Denn das sei ja damals gar nicht vertraglich
festgelegt worden.
Aber es wurde von allen damaligen Entscheidungsträgern, darunter
NATO-Generalsekretär Manfred Wörner und
US-Außenminister James Baker, ausdrücklich versprochen. Das ist beweisbar,
und es wurde auch vielfach dokumentiert.
Und wie würde man nun
reagieren, wenn man seinerseits auf das Versprechen seines
Verhandlungspartners vertrauen würde und dann dessen gravierenden
Wortbruch erleben müsste? Und wenn man dann auch noch sinngemäß zu hören
bekäme: "Was interessieren uns unsere Worte von gestern? Solange nichts
Schriftliches vorliegt, zählt das nicht."
Und wie hätten wohl
umgekehrt die USA und ihre Verbündeten auf eine Westerweiterung des Ostens
reagiert? Und wie haben sie schon einmal reagiert, als dies vorbereitet
wurde?
Dazu ein Blick zurück in das Jahr 1962: Die Sowjetunion hatte geplant, in
Kuba, ca. 250 km Meeres-Entfernung vor dem US-Bundesstaat Florida,
sowjetische Mittelstreckenraketen aufzustellen. Und so wie der Westen heute
kompromisslos ein so genanntes uneingeschränktes Selbstbestimmungsrecht z.
B. der nationalistischen Ukraine-Regierung fordert, so wäre solches damals
eben ein Selbstbestimmungsrecht der kommunistischen Regierung Kubas gewesen.
Doch die USA waren nicht bereit, sowjetische Raketen in Kuba in Reichweite
ihres Landes zu tolerieren.
Von anderen hatte man eine solche Toleranz jedoch gefordert, wie ein
weiterer Blick in den Spiegel zeigt. Selbst hatte man nämlich kurz zuvor
US-Atomraketen immer näher in Richtung Russland aufstellen lassen, z. B. in
der Türkei und in Italien, und auch die Bestückung amerikanischer U-Boote
mit Atomraketen, die weltweit in den Meeren operieren, wurde forciert. Auch
hatten die USA bis dahin die politische Opposition in Kuba massiv
unterstützt, die unter anderem Terroranschläge im Land durchführte. Wenn
Russland jedoch umgekehrt Ähnliches in mit den USA verbündeten Ländern getan
hätte?
Ein gewaltsamer
Regierungswechsel ist den USA in Kuba jedoch nicht gelungen, doch er drohte.
So reagierte nun die UdSSR mit der nachvollziehbaren Begründung, eine
Stationierung russischer Raketen diene der möglichen Verteidigung Kubas
gegen einen drohenden Angriff der USA. Das war alles andere als aus der Luft
gegriffen. Im US-Militär wurde nämlich auf eine unmittelbare Invasion in Kuba
gedrängt. Air-Force-General Curtis E. Le May damals wörtlich:
"Der
rote Hund gräbt im Hinterhof der USA und muss dafür bestraft werden."
(zit. nach kurier.at, 14.10.2022)
200 Kriegsschiffe der USA fuhren nun vor Kuba auf, um die russischen
Schiffe mit einer Seeblockade zu stoppen, und Deutschland sicherte den USA
damals volle Unterstützung zu. Dann zündeten die USA der Reihe nach 40
Atombomben, vor allem im nördlichen Pazifik, um deren mörderische Wirkung in
zahlreichen Versuchsanordnungen zu testen. Und in Großbritannien stand bereits
ein Flugzeug-Bomber samt Besatzung und abwurfbereiten Atombomben in
unmittelbarer Bereitschaft, um sofort auf einen entsprechenden Befehl
starten zu können, nicht testweise wohlgemerkt. Und auch sowjetische U-Boote
vor Kuba hätten Atombomben zünden können. Die Welt stand also schon einmal
kurz vor einer möglichen atomaren Vernichtung, wie dies jetzt um das Jahr
2025 wieder droht.
Derweil
verhandelten die Präsidenten Chruschtschow und Kennedy jedoch im Hintergrund
und einigten sich. Die USA erklärten sich bereit, Kuba nicht anzugreifen und
ihre Russland bedrohenden Atomwaffen aus der Türkei abzuziehen. Und die
Sowjetunion verzichtete dafür auf die Stationierung atomar bestückbarer
Mittelstreckenraketen in Kuba und ließ alles wieder abbauen, was bis dahin
zu diesem Zweck schon errichtet war. Frieden war das allerdings noch
nicht. Denn die USA verstärkten dafür in feindlicher Absicht die
Wirtschaftssanktionen gegen Kuba, und der amerikanische Geheimdienst CIA
ließ in Kuba weiterhin Sabotageakte durchführen.
Und es dauerte nicht lange, da begann Kennedys Nachfolger Johnson den
furchtbaren Vietnam-Krieg der USA, dem ca. eine halbe Million bis zu drei
Millionen vietnamesischer Zivilisten zum Opfer fielen. Dazu kamen Tausende
Opfer der von den USA eingesetzten Dioxin-Verbindung Agent Orange, das nach
Angaben des Roten Kreuzes nach dem Krieg bei einer weiteren Million
Vietnamesen teils schwerste lebenslange Behinderungen und Verkrüppelungen
verursachte. Der Krieg war von den USA, wie so viele andere, mit einer Lüge
gerechtfertigt worden – in diesem Fall, dass im nordvietnamesischen Golf von
Tonkin 1964 angeblich ein Angriff auf zwei amerikanische Kriegsschiffe
erfolgt sei.
Doch nach der Niederlage der USA in diesem Krieg gab es einige Indizien der
Hoffnung, und es zeichneten sich im West-Ost-Konflikt einige Jahre größerer
Entspannung ab. Russland rief derweil die friedliche Koexistenz beider
Systeme in West und Ost aus, und auch im Westen dachten mehrere der
damaligen Staatsbevollmächtigten in diesem Sinne um. Doch was droht der Welt jetzt in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts?
Seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 drang der Westen immer
massiver militärisch in den Osten vor, und die NATO wurde um ein Land nach
dem anderen erweitert, obwohl der russische Präsident Putin immer wieder
davor warnte und den Westen wiederholt aufrief, die Sicherheitsinteressen Russlands
nicht zu ignorieren, und obwohl er in diesem Sinne mehrfach Angebote für
Frieden und Zusammenarbeit machte, die jedoch nahezu alle ausgeschlagen
wurden.
Und gleich wenige Tage nach der Aufnahme von Polen, Tschechien und Ungarn in
die NATO, am 12. März 1999, hatte sich das offizielle "Verteidigungsbündnis"
hier als Angriffsbündnis entlarvt. Denn nur 12 Tage später, am 24. März 1999,
hatte die NATO mit
der Bombardierung Serbiens und seiner Hauptstadt Belgrad begonnen. Voraus
gingen Kämpfe zwischen der albanischen Untergrundarmee UCK und den
jugoslawischen Streitkräften, und die Bombardierung durch die NATO wurde unter anderem begründet mit dem
Vorwand, dass die in Jugoslawien regierenden Serben im Kosovo angeblich
Konzentrationslager für Albaner betreiben – was aber nur eine von den
mehreren
Kriegslügen war, mit denen die USA und ihre Vasallen in den letzten
Jahrzehnten jeweils in ihre Kriege zogen. Die Region Kosovo wurde den Serben
schließlich von der westlichen NATO-Angriffsallianz durch militärische Gewalt
weggenommen, und es entstand dort der größte NATO-Militärstützpunkt im Osten
und bald auf Betreiben des Westens, vornehmlich der USA, ein zweiter albanischer Staat in Europa.
Auch hier ist ein Blick in den Spiegel erhellend für die Entlarvung
westlicher Doppelmoral und Heuchelei. Die so genannte "territoriale
Integrität" Serbiens einschließlich der Provinz Kosovo wurde nämlich von den
NATO-Staaten
abgelehnt. In der Ukraine jedoch wird das beliebte westliche Schlagwort "territoriale Integrität" heute zum Vorwand genommen, um deren
nationalistische Regierung permanent mit Waffen zum Krieg gegen Russland zu
beliefern, damit diese durch eine Rückeroberung der Halbinsel
Krim und der russischsprachigen ostukrainischen Provinzen ihre so genannte "Integrität" wieder herstellen könne.
Zur Erinnerung: In den Jahren 2013 und 2014 ließen die USA Tausende von
Kilometer vom eigenen Land entfernt in der ehemaligen Sowjetrepublik Ukraine
gewaltsam eine antirussische Regierung an die Macht putschen, um die Ukraine
in der Folgezeit zu einem westlichen Bollwerk unmittelbar an der Grenze
gegen Russland aufzurüsten. Doch die überwiegend von Russen bewohnte
Halbinsel Krim (ca. 60 %) und einige ostukrainische Regionen wollten unter
der neuen verfassungswidrig zustande gekommenen antirussischen Herrschaft
nicht länger ein Teil der Ukraine sein. Während im Osten ein Bürgerkrieg
ausbrach, schloss sich die Krim nach einer Volksabstimmung wieder Russland an –
dem Land, zu dem sie in der jüngeren Geschichte die längste Zeit, nämlich
ca. 270 Jahre, ohnehin schon gehört hatte.
Seither ist es
also umgekehrt wie 1962, als Russland sich kurzzeitig Richtung USA in
Bewegung gesetzt hatte. Die USA dringen Richtung Russland vor. Und Russland
wehrt sich in allen den Jahren bis heute, dass die NATO immer näher auf
Moskau vorrückt, so wie sich 1962 die USA unter Präsident Kennedy gewehrt
hatten, dass die Sowjetunion in die Nähe der US-amerikanischen Grenze
vorrückte. Das ist Fakt und da gibt es nichts dran zu rütteln. Der russische
Staatschef Chruschtschow gab jedoch letztlich nach, und Russland zog sich
damals wieder zurück.
Doch der heute von NATO-Hardlinern beherrschte Westen gibt nicht nach, und
die westlichen Medien schütten seit Jahren vornehmlich Spott, Häme und
Meinungspropaganda gegenüber Russland aus. In der schweizerischenWeltwoche war am
2.11.2022 zu lesen: "Über Russland gibt es seit nunmehr rund 15 Jahren
praktisch keine positiven Nachrichten mehr in der deutschen Presse."
Die erneute West-Ost-Eskalation hat sich also Zug um Zug aufgebaut, vor
allem durch den vom Westen forcierten und maßgeblich mitinszenierten
Regierungsumsturz in der Ukraine im Jahr 2014. So ist die Menschheit jetzt
wohl noch ein gutes Stück näher dran an einem drohenden atomaren
Vernichtungskrieg als 1962, denn heute scheinen in Westeuropa weitaus weniger intelligente Machthaber zu residieren, als
es vor 60 Jahren war, und wer sich in den USA langfristig durchsetzt, ist
noch nicht abzusehen.
Blicken wir an dieser
Stelle etwas weiter zurück in die Zeit am Ende des Zweiten Weltkriegs und
kurz danach. Nehmen wir einmal an, dass der Osten zum Beispiel
Regierungsumstürze in Österreich oder in Griechenland hätte durchsetzen
können. Wie hätten die USA samt NATO wohl reagiert auf eine solche
Westerweiterung des Ostens?
In Griechenland tobte nach dem 2. Weltkrieg von 1946 bis 1949 ein heftiger
Bürgerkrieg zwischen sozialistischen und pro-westlichen, vor allem von
Großbritannien ausgerüsteten Kräften, die sogar von den USA gelieferte
Napalm-Bomben auf die Menschen in jenen griechischen Regionen abwarfen, in
denen die Bevölkerung sich überwiegend zum östlichen Lager zählte. Und das
westliche Lager hat den Krieg schließlich gewonnen, wie es heißt.
Jugoslawien unter Präsident Tito und die stalinistische Sowjetunion hätten
dem Krieg allerdings eine andere Wendung geben können, doch sie gaben nach,
was von den griechischen Kommunisten als "Verrat" bezeichnet wurde. Doch
ausgerechnet der im Westen vielgehasste sowjetische Diktator Stalin
respektierte den Anspruch des Westens, dass Griechenland vor allem westliche
Einflusssphäre sei. Eine mögliche Westerweiterung des Ostens blieb also aus.
Doch es hätte ganz anders kommen können. Und das wäre auch zu sehen, wenn
die westlichen Staatsbevollmächtigten und Kriegstreiber einmal in den
Spiegel schauen würden.
Und Österreich? Es war die Sowjetunion, welche 1945 die Schlacht um Wien gewonnen hatte, nicht die USA oder Großbritannien. 18.000 russische Soldaten wurden dabei getötet. Doch die Rote Armee setzte sich nicht in Wien fest, um dort zu bleiben. Der Osten ließ Österreich 1955 frei in die Neutralität, die 1995 sogar in den EU-Beitritt des Landes mündete. Was hätten aber wohl die westlichen Kriegspropagandisten der NATO-Osterweiterung gesagt, wenn die Sowjetunion Österreich damals besetzt, entsprechenden Einfluss auf die Regierung genommen und später dem 1955 gegründeten Warschauer Pakt einverleibt hätte – also eine Westerweiterung des Ostens?
Ganz anders der Westen bei seinem Vormarsch mittlerweile auch innerhalb der
ehemaligen Sowjetunion und dem Bestreben der Staaten Westeuropas und unter
den Regierungen Clinton, Obama und teilweise Biden der USA,
die ehemalige Sowjetrepublik Ukraine ebenfalls zu einem NATO-Mitglied zu
machen. Deutschland, Frankreich und Spanien hatten es sich dann 2008 doch
erst einmal
anders überlegt. Und auch "der massive Widerstand der Bevölkerung"
in
der Ukraine, was einen möglichen NATO-Beitritt betrifft, so die Zeitung Die Welt, "spreche gegen die
Aufnahme" (1.12.2008). Denn die Bevölkerung tendierte mehr Richtung Russland,
weshalb der mit Russland kooperierende Präsident Janukowitsch 2010 auch die
demokratischen Wahlen in der Ukraine, wenn auch knapp gewann.
Doch was sagen die westlichen Kriegseskalateure heute? Dazu der
CDU-Außenpolitik-Experte Roderich Kiesewetter im Jahr 2022 im Einvernehmen
mit den USA: "Russland muss sich zurückziehen, muss verlieren lernen wie
Deutschland 1945." (ntv.de, 24.11.2022)
Solches sagt also heute ein deutscher Spitzenpolitiker, nachdem
Deutschland von 1942 bis 1945 im 2. Weltkrieg Millionen Russen im Krieg
ermorden ließ! Ca. 25 Millionen Russen kamen ums Leben, Soldaten und
Zivilisten.
Wie wäre es denn alternativ mit einem Rückzug der USA aus Ost- und aus
Mitteleuropa, mit einem Stopp des NATO-Vormarsches in Richtung Russland, und
wie wäre es mit einem fairen Interessenausgleich zwischen Russland und der
Ukraine? Damit würde Russland wenigstens ein kleiner Teil der ihm anlässlich
der deutschen Wiedervereinigung versprochenen Sicherheitsgarantien gegeben,
nachdem der Westen bisher einen Wortbruch an den anderen gereiht hatte.
Wie war es in der Vergangenheit? Kein Deutscher denke an einen Kompromiss
gegen die terroristische Militärmacht in Russland, und der Krieg,
"kann und darf nur mit dem Sieg enden", so die Worte
des deutschen Propaganda-Ministers Josef Goebbels bei seiner bekannten
"Sportpalastrede" am 18.2.1943 anlässlich des
damaligen Krieges gegen Russland, die damalige Sowjetunion. (zit. nach
https://theologen.files.wordpress.com)
Bereits im 1. Weltkrieg hatte der deutsche Militärpfarrer Schettler
verkündet, unser "Gott" gebe den Menschen, was sie verdienen, und er habe
das Gericht über Russland in die Hände Deutschlands gelegt, und der
Kirchenmann nannte dafür auch gleich ein Beispiel: "Die
Russen sind zu Tausenden in den Masurischen Seen zugrunde gegangen,
fürchterlich war ihr Todesgeschrei."
(In Gottes Namen Durch – für die deutschen Streiter in Heer und Flotte,
Berlin 1915, S. 40 ff.)
Deutschland hatte aber weder das zaristische Russland besiegt noch das
stalinistische Russland. Doch jetzt heißt es aus deutscher Perspektive zum
dritten Mal, Russland dürfe nicht siegen. Deshalb Waffen, Waffen, immer mehr
Waffen aus dem Westen und vor allem auch aus Deutschland. Milliarden über Milliarden für
unaufhörliche tägliche Kriegsmorde, für Vernichtung – und das alles mit der
täglich wachsenden Gefahr eines atomaren Weltuntergangs. Denn, so
beispielhaft der FDP-Chef und deutsche Finanzminister Christian
Lindner schon am 2. Mai 2022: "Die Ukraine muss siegen, und sie wird
gewinnen"
(https://twitter.com/c_lindner),
und gleiches bzw. Ähnliches
hörte man aus den Reihen von CDU und SPD,
bzw. den Grünen (Minister Robert Habeck am 14.10.2022:
"Putin darf nicht gewinnen").
Dazu die Frage: Soll mit solchen und ähnlich denkenden Politikern in
Deutschland nicht vor allem eine Expansions-Politik der USA zum Ausbau ihrer
Weltherrschaft fortgesetzt werden? So zeigte sich zuletzt unter der
Regierung von Präsident Joe Biden ein
wesentliches Kriegsziel der USA, wie es der US-Geopolitiker George Friedman
im Jahr 2015 formuliert hatte: Dass sich
Deutschland und Russland niemals verbünden dürfen. Wörtlich:
"Das
Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im 1.
und im 2. Weltkrieg und im Kalten Krieg, waren die Beziehungen zwischen
Deutschland und Russland. Vereint sind sie die einzige Macht, die uns
bedrohen kann. Unser Hauptinteresse war, sicherzustellen, dass dieser Fall
nicht eintritt." (zit. nach
freie-christen.com)
Eine Zeitlang sah es allerdings ganz anders aus,
nämlich unter dem deutschen
Bundeskanzler Schröder, der bis zum Jahr 2005 regiert hatte. Und was wäre
gewesen, wenn Russland und Deutschland damals ein grenzenloses
Wirtschaftsabkommen zustande gebracht hätten, Deutschland und Russland und
noch weitere Staaten eine einzige Freihandelszone?
Wäre es um diese Welt nicht um einiges besser bestellt? Auf jeden Fall
hätten Europa als Ganzes und Deutschland im Besonderen sehr große Vorteile
als Industriestandort in dem Haifischbecken der Weltwirtschaft. Niemand
müsste frieren oder um seine Existenz fürchten wegen politischer
skrupelloser Fehlentscheidungen oder um Machthabern in den USA die Füße zu küssen und
Steuergelder zuhauf zu veruntreuen, zu Gunsten wiederum vor allem US-amerikanischer Energieriesen
und Rüstungsindustrien.
Die Bundesregierung unter Gerhard Schröder konnte im Jahr 2003 Deutschland
auch noch aus dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak
unter der Führung der USA heraushalten. Dieser wurde mit der Lüge begründet,
der Irak besäße Massenvernichtungswaffen. Und der Angriffskrieg und seine
Folgen kosteten bis zum Ende der US-Besatzung einer halben Million
Zivilisten das Leben, dazu unzählige Verwundete und bis heute Elend und
Chaos. Andere Schätzungen liegen sogar noch deutlich höher. Den
Untersuchungen zufolge können die meisten Opfer auf direkte Gewalteinwirkung
wie Schüsse und Bombenangriffe zurückgeführt werden. Viele Opfer verstarben
aber auch an indirekten Folgen wie dem Zusammenbruch der Infrastruktur für
Trinkwasser, Ernährung, Verkehr und Gesundheit – Einzelschicksale meist
unschuldiger Menschen, von denen man heute kaum mehr etwas hört. Und nach
Ende des Krieges kam es in dem zerstörten Land bekanntlich zu
bürgerkriegsähnlichen Zuständen, Tausenden von Terroranschlägen, weiteren
Kriegshandlungen und unübersehbarer Gewaltkriminalität, bis heute.
Besonders entsetzlich ist, dass die westliche "Koalition der Willigen" im
Irak neben besonders grausamen Napalm-Bomben wie einst in Vietnam
offensichtlich auch 1000 bis 2000 Tonnen panzerbrechende Uranmunition
verwendet hatte,
die Großbritannien im
Jahr 2023 jetzt auch in die Ukraine liefert und die ukrainischen Soldaten
für deren Einsatz ausbildet.
Die Folgen des Einsatzes der Uran-Munition im
Irak sind noch heute
grausam. Der ARD-Weltspiegel berichtete dazu am 3.2.2013:
"Zehn Jahre nach dem Irakkrieg werden immer mehr missgebildete Kinder
beerdigt. Das macht selbst Totengräber sprachlos: ‚Manchmal beerdigen wir
Kinder mit vier Händen oder mit dreien. Manchmal haben die Körper zwei
Köpfe. Es gibt jede Art von Missbildung, die man sich vorstellen kann.
Manchmal ist der Kopf völlig deformiert, und die Augen liegen nicht vorn,
sondern oben.`"
Der Neurochirurg
Mahmood Swady erklärt in der Weltspiegel-Sendung:
"Solche Kinder zu
sehen, das ist … eigentlich unbeschreiblich." Und er ist sich
sicher: "Die Krankheiten dieser Kinder sind eine Folge der Kriege im Irak." Bei den Kindern im irakischen Basra, wo besonders viel
Uranmunition abgeschossen wurde, stiegen die Leukämiefälle nach beiden
Irak-Kriegen um das bis zu 13-fache an.
Hinzu kommt: Einfache Schrotthändler versuchen seit Jahren, das Metall der
zerstörten Panzer irgendwie noch zu verwerten. Schrotthändler wissen aber
oft nichts von Uran und seinen Wirkungen. Ein renommierter Strahlenexperte
hatte die radioaktive Belastung auf einem der zerstörten Panzer einmal
gemessen: "Das ist ein Wert, der 180 Mal höher liegt als die natürliche
Belastung."
Die der völkerrechtswidrigen und mit einer infamen Lüge begründeten Invasion
des "willigen" Westens im Irak vorausgehenden Wirtschaftsanktionen der USA
hatten bereits im Vorfeld grauenhafte Folgen: ca. eine halbe Million
getötete Kinder als Opfer von Krankheit und
Unterernährung. Das sei den Preis wert gewesen, so später zwischenzeitlich
in einem Interview die damalige US-Außenministerin Albright.
Doch wer fragte damals, und wer fragt heute nach den Tätern, damals vor
allem US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony
Blair? Für sie alle gilt die Gesetzmäßigkeit: Ihre Werke folgen ihnen nach.
Auch wenn sie heute noch spotten und höhnen oder sich ihrer Verantwortung
schlicht entziehen.
So heißt es im Magazin Spiegel.online über George Bush während einer
Veranstaltung im Weißen Haus im Jahr 2004: "Am 23. März
2004 trug George W. Bush einen Smoking mit Fliege und war bester Laune. Er
hatte ein paar lustige Bilder mitgebracht und ein paar Witze. Und die
Journalisten, die zu der feinen Veranstaltung in Washington gekommen waren,
lachten mit. ´Diese Massenvernichtungswaffen müssen doch irgendwo sein`,
sagte Bush mit diesem verrückten Grinsen, das er so gut beherrscht. Auf dem
Bild, das Bush zeigte, war zu sehen, wie er unter seinen Möbeln im Oval
Office mutmaßlich nach irakischem Giftgas sucht. ´… hier sind keine
Massenvernichtungswaffen`, sagte Bush vor den anderen Fliegenträgern und
kicherte in sich hinein und zeigte ein weiteres lustiges Bild und noch eins
– zu dem Zeitpunkt waren schon weit mehr als 10.000 Iraker getötet worden,
Zivilisten, Soldaten – irakische, amerikanische, britische – in einem
Krieg, den es nicht hätte geben dürfen." (10.7.2016)
Und weiter heißt es bei spiegel.de:
"Und Tony Blair? Was macht man mit einem Mann, der sagt, die Welt sei besser
durch den Irakkrieg, mindestens 150.000 Tote später, während in Bagdad
gerade mehr als 250 Menschen bei einem einzigen Anschlag ums Leben gekommen
sind, verübt durch eine Terrorgruppe, die erst entstand in den Ruinen eines
Irak … Der verbrecherische Krieg gegen den Irak, den Bush und Blair 2003
gewollt und bekommen haben, hat die Welt verändert wie wohl kein anderer
Krieg seit 1945 – er zeigt das westliche Bündnis als Schurkenmacht. Bush,
Blair und die anderen müssen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den
Haag, sie stehen nicht über dem Gesetz."
Was bekanntlich nie geschah. Die USA erkennen den
Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nicht an, wenn es um US-Bürger
geht, und die Briten führten lieber eigene Untersuchungen durch, von denen
man bald aber nichts mehr hörte.
Doch gegen den
russischen Präsident Putin stellte der Chefankläger dieses
Strafgerichtshofs, der bezeichnenderweise aus Großbritannien stammt, 2023
sehr wohl einen Haftbefehl aus wegen Evakuierungen von Kindern und
Jugendlichen aus Kriegsgebieten in Regionen Russlands außerhalb der
Kampfgebiete. Deren Rückkehr ist bisher vielfach daran gescheitert, dass die
ukrainische Armee im Krieg mehrere Wohnorte der Kinder inzwischen
zurückerobert hat und in diesen Orten wieder die andere Kriegsseite das
Sagen hat. Die dadurch zwischenzeitlich entstandenen persönlichen Dramen
sind jedoch etwas anderes als Verbrechen an Hunderttausenden
getöteter Kinder im Irak unter der Befehlsgewalt des US-amerikanischen und
britischen Staatschefs.
Dazu die Frage und ein erneuter Blick in den Spiegel zur Selbsterkenntnis:
Wie hätte der Westen wohl die Weltöffentlichkeit aufgehetzt und wie hätte
man reagiert, wenn Russland solches getan hätte wie die USA und ihre
Verbündeten im Irak?
Doch weshalb ging und
geht die Weltöffentlichkeit über die US-Aggressionen der vergangenen
Jahrzehnte meist einfach hinweg, während Russland fast immer nur die Rolle
des bösen Sündenbocks zugesprochen wird?
Hiroshima, Vietnam, Irak – später auch noch Serbien, Libyen, Afghanistan,
Syrien … alles wurde von den jeweiligen Regierungen der USA als Aggressor niedergewalzt und vernichtet.
Auch die östliche Seite hat natürlich ihre Gewaltgeschichte. Doch woher
kommt dieses bizarre Ungleichgewicht, was die Bewertung und die historische
Erinnerung angeht?
Ein
drastisches Beispiel für dieses Ungleichgewicht, bis hin zur
Lügenhaftigkeit, ist der kurze Krieg zwischen Russland und Georgien im Jahr
2008.
Am 7. August 2008
griff das Militär Georgiens über Nacht die autonome Republik Südossetien an,
die von Georgien als Teil seines Staatsgebietes beansprucht wird, obwohl die
überwältigende Mehrheit der Osseten das nicht will. Südossetien war, gleich
dem benachbarten Abchasien, niemals Georgien beigetreten und hatte sich im
Verlauf der jüngeren Geschichte schon mehrfach zu einem unabhängigen Staat
erklärt, zu UdSSR-Zeiten bereits zu einer unabhängigen Sowjetrepublik. Doch
auf Anordnung des Diktators Stalin mussten sich die Süd-Osseten beugen, als
autonomes Gebiet innerhalb der Sowjetunion von der Sowjetrepublik Georgien
zumindest mit verwaltet zu werden. Doch gleich nach der Auflösung der UdSSR
an Weihnachten 1991 entschieden im Jahr 1992 erneut 90 % der Süd-Osseten,
dass sie sich in Zukunft Russland anschließen möchten, so wie bereits
Nordossetien ebenfalls ein Teil Russlands ist. Es geht also auch um eine
Wiedervereinigung eines Landes und deren Familien. Und im Jahr 2006 haben
die Süd-Osseten in einer erneuten Volksabstimmung diesen Willen noch einmal
bekräftigt. Doch was das Volk demokratisch wollte, wurde vom
NATO-Aufnahme-Kandidat Georgien von Anfang an ignoriert, und es kam in der
Folge immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Eine Waffenruhe
wurde von der Russischen Föderation und Georgien schließlich jahrelang
gemeinsam überwacht – bis Georgien an eben diesem Augusttag im Jahr 2008
erneut einen offenen Krieg gegen Ossetien begann, der allerdings
"ungerechtfertigt" war, so im Jahr darauf eine Untersuchung im Auftrag der
Europäischen Union unter Beteiligung von 30 westeuropäischen Militär-,
Gesetzes-, und Geschichtsexperten.
Was dabei von erheblicher Bedeutung ist: Längere Zeit vor dem Krieg hatten
sich die USA in Georgien festgesetzt. Und für diesen Krieg wurden
georgische Soldaten, die im Irak im Auftrag der westlichen Kriegsmacht Teile
des Irak kontrolliert hatten, eigens nach Georgien für die Invasion in
Süd-Ossetien zurück geflogen; und zwar unter der 2004 neu eingeführten
Flagge Georgiens aus den fünf roten Georgskreuzen auf weißem Untergrund –
bis heute die gleiche Flagge, mit der auch die mörderischen Kreuzfahrer der
katholischen Kirche im 11. Jahrhundert Jerusalem erobert hatten und dort
eines der grausamsten Blutbäder der Geschichte angerichtet hatten. Über den
Hunderte von Toten fordernden Überfall Georgiens auf die Hauptstadt
Süd-Ossetiens im August 2008 schrieb
spiegel.de:
"Die Invasoren, die am frühen Morgen des 8. August auf
US-Jeeps ins zerbombte Zchinwali hineinfahren, tragen Uniformen und
Stahlhelme ´made
in USA`. Viele von ihnen sind von US-Offizieren ausgebildet worden oder
haben im Irak als Waffenbrüder der Amerikaner gedient."
(26.8.2008)
Die unter anderem mit
deutschen Sturmgewehren ausgerüsteten Invasoren hatten einmal mehr versucht,
die südossetische Bevölkerung, deren eindeutige Volksabstimmungen der Westen
immer ignorierte, zu unterwerfen: Häuser wurden in der Nacht zerbombt,
"Frauen und Kinder ermordet, Kirchen voller Flüchtlingen angezündet und
ganze Dörfer niedergewalzt", so der russische Botschafter lt.
spiegel.de (15.8.2008), und Zehntausende Osseten sind nach Russland geflohen Und ein
georgischer Minister brüstete sich Medienberichten zufolge sogar, dass die
Georgier eine ganze russische Division der Friedenstruppen
"ausgelöscht" hatten. Doch Russland, das den Osseten zu Hilfe geeilt war, stoppte nach
fünf Tagen durch sein militärisches Gegengewicht den Krieg Georgiens.
Dies führte jedoch zu heftigsten Anschuldigungen gegenüber Russland durch
die USA und den Westen, die hier keinerlei russische Einmischung mehr auf
dem Boden der früheren Sowjetunion dulden wollten. Dabei beschuldigte der
spätere offizielle Kriegsbericht der OSZE, also der Organisation für
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, vor allem den Angreifer Georgien
massiv, zum Beispiel Zivilisten im Schlaf überfallen und ermordet zu haben,
und er sprach von möglichen georgischen Kriegsverbrechen, bevor Russland die
Invasion stoppte. Der vom Westen beherrschte Europarat in Straßburg forderte
trotzdem in umgekehrter Richtung eine Bestrafung von Russland. Und
die US-Außenministerin Condoleeza Rice ließ damals selbstherrlich verlauten:
"Die Russen fangen an zu verstehen, dass sie für diese Art von Verhalten
bezahlen müssen". (focus.de, 5.9.2008)
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits zuvor die
heuchlerische aggressive Arroganz des Westens mit den Worten beschrieben:
"Die Nato behandle Russland wie ein Kind, das diszipliniert werden müsse"
(spiegel.de, 19.8.2008). Und daran hat sich bis heute [2025] grundsätzlich nicht viel geändert. Außer dass
man behauptet, dass sich das einst angeblich undisziplinierte Kind nun zum
terroristischen Feind und Kriegsverbrecher entwickelt habe, der wirtschaftlich ruiniert und
militärisch besiegt gehöre.
Doch wie hätten die USA wohl reagiert, wenn in einer
vergleichbaren Situation umgekehrt nicht nur der Bevölkerungswille ihrer
Verbündeten niedergebombt worden wäre, mit Hunderten von toten Frauen,
Kindern und Männern, sondern wenn darüber hinaus die Soldaten einer
US-amerikanischen Schutz- und Friedenstruppe von einer mit Russland
verbündeten Armee liquidiert worden wären?
Die für die Tötung der russischen Soldaten verantwortliche kriegerische
pro-westliche Regierung in Georgien hatte jedoch vom Westen nichts zu
befürchten, im Gegenteil: Der georgische
Oppositionspolitiker Chatschiswili klagte: "Unser
Land, unsere Hauptstadt Tiflis befinden sich faktisch in den Händen der
US-Regierung." (spiegel.de, 15.9.2008)
Doch es ging den USA nicht um das Wohl von Georgien oder Ossetien, sondern
um knallharte Geopolitik, um die nächste Stufe der NATO-Osterweiterung. Und
es ging den USA damit um ein neues Kettenglied eines von der NATO
beherrschten Gürtels von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer – um ein
Bollwerk, um von dort dann eventuell weitere Eskalationsschritte vollziehen zu
können. Der georgische Präsident Saakaschwili höhnte in einer, so
spiegel.online,
"demagogisch nationalistischen"
Rede, Georgien sei Vorposten im "Kampf gegen Russland".
(12.8.2008)
Der georgische Präsident hatte zuvor mit einem Stipendium in der
US-Hauptstadt Washington studiert und dort seinen juristischen Doktorhut
erworben, und er wurde für sein pro-westliches Engagement in seinem
Präsidentenamt 2005 von Hillary Clinton sogar für den Friedensnobelpreis
vorgeschlagen.
"Heute stehen wir an
vorderster Front zwischen Europa und Russland",
so der georgische Kandidat für eine westliche "Friedenskarriere" drei Jahre
später, Georgien sei, so Saakaschwili, die "Grenze zwischen Gut und
Böse", und "wir werden siegen"
(spiegel.de, 13.8.2008). Einige Jahre später
wurde der Präsident wegen Amtsmissbrauch dann allerdings von der Nachfolgeregierung
verhaftet, ließ sich dann aber in die Ukraine einbürgern, um von
dort seine Kriegsbesessenheit gegen Russland fortsetzen zu können. Präsident
Selenskyj bot ihm 2020 sogar das Amt des stellvertretenden Premierministers der
Ukraine an, doch bei einem Besuch in Georgien wurde er 2021 erst einmal
wieder verhaftet.
Im Jahr 2008 war Saakaschwili der ideale Vasall der USA gewesen und deren
Strategie der Vorherrschaft, so wie es im Untertitel des Buches des
langzeitigen US-Chef-Strategen Zbigniew Brzezinski heißt: Die einzige
Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Darin wird
Russland unter anderem als ein "überflüssiges Land"
bezeichnet.
Für die "einzige
Supermacht" USA sei die Region, in der Europa auf Asien stößt, das
"Schachbrett, auf dem sich auch
in Zukunft der Kampf um die globale Vorherrschaft abspielen wird",
so der US-Stratege wörtlich (Berlin 1997, S. 74 f.). Und nach Georgien hatten die USA dann in diesem
Sinne schon die Ukraine als nächstes Ziel für die globale Vorherrschaft auf
dem Schirm.
Was solche Geopolitik unmittelbar an der Grenze zu Russland heute aktuell
beinhaltet, beschreibt z. B. ein Artikel in der New York Times vom
15.11.2022: "Die Ukraine ist zu einem Testgelände für hochmoderne Waffen und
Informationssysteme sowie für neue Wege bei ihrer Verwendung geworden, von
denen westliche Politiker und Militärkommandanten vorhersagen, dass sie die
Kriegsführung für kommende Generationen prägen könnten."
Zum Vergleich: Die
NATO gab schon 2023 ca. 18 mal so viel für Waffen und Rüstung aus als
Russland, während man gleichzeitig wegen fehlender finanzieller Mittel
schamlos täglich Zehntausende Menschen an Hunger und den Folgen von
Unterernährung sterben lässt. Allein die USA haben ein Netz von ca. 1000
Militärstützpunkten weltweit aufgebaut, Russland demgegenüber nur ca. 20.
Und die USA sind weiterhin die treibende Kraft für ein beispielloses in die
Billionen gehendes Wettrüsten, das Anfang 2025 in den westlichen Ländern in
bisher noch ungeahnte Dimensionen weiter eskaliert.
Nahezu zeitgleich mit dem Angriff des
NATO-Beitrittskandidaten Georgien in
Ossetien im Kaukasus hatte die USA auch ein neues Kapitel des atomaren
Wettrüstens begonnen. Am 14. August 2008 wurden in Warschau von
US-Außenministerin Condoleeza Rice die Raketen-Verträge zwischen Polen und
den USA über das Patriot-Raketenabwehrsystem feierlich unterzeichnet.
Der frühere georgische
Präsident Schewardnadse warnte deshalb eindringlich vor einem neuen nun
von den USA begonnenen "Kalten Krieg". Dieser drohe aber nicht wegen der
Ereignisse im Kaukasus, sondern, so Schewardnadse wörtlich, er
"ist
doch schon längst von den USA angezettelt (worden) durch den so genannten
Raketenabwehrschirm der Amerikaner in Tschechien und Polen"
(sueddeutsche.de, 17.10.2010) – was laut Militärexperten zum Beispiel den Sinn haben soll, einen
großen Krieg konventionell gewinnen zu können, da man mit diesem
Abwehrschirm gegnerische Atombomben ausschalten könne. Jetzt gebe es eine
"neue Runde des atomaren Wettrüstens durch die USA", so Eduard
Schewardnadse weiter. Und diese sei "gegen Russland"
gerichtet, so die einhellige Sichtweise im Osten. Alle Versuche des
russischen Präsidenten Wladimir Putin, im Vorfeld durch Alternativvorschläge
zu einem Einvernehmen mit der NATO zu kommen, ließen die USA und ihre
Vasallen in den Wind schlagen und den Russen zynisch ausrichten, die neue
Hochrüstung in Richtung Osten sei doch angeblich nur für die Abwehr von
"Schurkenstaaten" wie dem Iran gedacht.
Auch
neutrale Militärexperten sehen das jedoch völlig anders. Hans-Joachim
Schmidt von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
stellte Ende des Jahres 2008 fest, dass das Interesse der US-Regierung an
einer Rüstungskontrolle auch vor der Georgien-Krise schon gering gewesen
war. Wörtlich: "Washington setzt auf seine globale militärische Stärke
und ist zu gleichberechtigten Rüstungskontrollabkommen nicht bereit."
(zit. nach dw.com, 9.10.2008)
Deshalb wiederum die Frage an die Vertreter einer vom Westen so heuchlerisch
beschworenen "wertebasierten Weltgemeinschaft": Was wäre, wenn sich Russland
genauso verhalten würde?
Der polnische Präsident Donald Tusk war immerhin ehrlich genug, um im
Zusammenhang mit dem neuen US-Raketenabwehrschirm in Polen und Tschechien
2008 zuzugeben: "Wir haben den Rubikon überschritten"
(welt.de/politik/arti2329334,
15.8.).
Diese Aussage ist in hohem Maße bedeutsam. Denn "Wir haben den Rubikon
überschritten" – dieser Satz wurde durch den römischen Feldherrn Gaius
Julius Cäsar zu einem historischen Wort. Er bedeutete damals Krieg. Cäsars
Truppen überschritten den Fluss Rubikon und vernichteten daraufhin die
Republik in Rom und eroberten anschließend ganz Italien und Spanien. Der
Rubikon markierte also eine rote Linie. Wenn diese Linie bei einem Vormarsch
oder einer Erweiterung des militärisch kontrollierten Gebietes überschritten
werde, dann wird keine Verständigung mehr angestrebt, sondern Eroberung.
"Wir haben den Rubikon überschritten" bedeutet im historischen Kontext
übersetzt also: Der Krieg beginnt. Das war, wie gesagt, 2008.
Fragen wir uns an
dieser Stelle erneut ernsthaft und stellen uns einmal vor: Was wäre, wenn
der Osten seine militärischen und wirtschaftlichen Ambitionen immer weiter
nach Westen hätte ausdehnen können? Also eine permanente Westerweiterung des
Ostens. Hätten die USA und NATO stillgehalten und nur gewarnt, wie Wladimir
Putin es wegen der Osterweiterung der NATO immer wieder, 20 Jahre lang,
getan hat?
Oder hätten aggressive
Kreise der USA schon frühzeitig einen sich zum Atomkrieg ausweitenden großen
Krieg angezettelt, um ihre zu aller Gewalt und Grausamkeit fähigen
Persönlichkeiten zu präsentieren, wie die Geschichte vielfach beweist? Und
denen das Leben von Mensch, Natur und Tieren womöglich nur im allerengsten
Umfeld von Bedeutung ist. Erbärmlich ist das menschliche Ego, je
erbärmlicher, je mehr es sich aufplustert und faktisch mit einem atomaren
Weltuntergang kokettiert.
Russische Experten
sagten schon damals, im August 2008, voraus, und, Zitat der
Nachrichtenagentur Ria Novosti, dass "die USA als nächstes in der Ukraine
versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit Russland zu provozieren"
(14.8.2008). Und genauso kam es. Und Zbigniew Brzezinski kündigte in seinem Buch Amerika
– die
einzige Weltmacht auch eine weitere Stufe dieser Kriegs- und
Schlachtpläne an, die so genannte "Umwandlung Russlands".
Wörtlich schrieb er schon im Jahr 1997:
"Die Ukraine … ist ein
geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als
unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt."
(Berlin 1997, S. 74 f.)
Zur Umwandlung wohin?
Zu einem weiteren
US-amerikanischen Vasallen, auf dessen Bodenschätze und Reichtümer man dann
auch Zugriff hätte? Könnte man sagen, die Macht des Westens will nichts
anderes, als sich die Macht des Ostens einzuverleiben?
Und ganz im Sinne dieser Militärdoktrin pumpte die USA 2013 zunächst fünf
Milliarden Dollar in den gewaltsamen Maidan-Aufstand in Kiew mit dem Ziel
des Regierungsumsturzes. Der ehemalige US-Außenminister Henry
Kissinger betrachtete den von den USA nachweislich mitbetriebenen "Regime
Change" in Kiew dabei als "Generalprobe" für das,
"was wir in Moskau tun
möchten",
so in einem CNN-Interview ca. drei Wochen vor dem Putsch
(CNN, 2.2.2014, zit. nach pressenza.com).
Doch, so der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine in einem
Interview ca. acht Jahre später, am 27.11.2022: Bisher sei es ihnen – den
Amerikanern – noch nicht gelungen, "besser an die russischen Rohstoffe
heranzukommen". (zit. nach deutsche-wirtschaftsnachrichten.de)
Die nationalistische Erhebung in Kiew gegen die dortige demokratisch
gewählte Regierung war also im Interesse der USA und der EU gegen die
langjährigen gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und der
Ukraine gerichtet, auf deren Beseitigung man abzielte. Als sich aber Mitte
des Monats Februar 2014 unter Vermittlung von Russland, Deutschland und
Frankreich eine Regierung der nationalen Einheit gebildet hatte aus
Vertretern der Aufständischen und der bisherigen Regierung, waren die
Putschpläne plötzlich gefährdet.
Dann geschah Folgendes: Scharfschützen aus von Aufständischen kontrollierten
Gebäuden erschossen nicht nur ukrainische Polizisten und Ordnungskräfte,
sondern auch viele Demonstranten. Dies wurde von den pro-westlichen
Agitatoren dann aber sofort der bisherigen Regierung in die Schuhe geschoben
– aufgrund der äußeren Umstände offensichtlich eine der unzähligen
Kriegsunwahrheiten, was aber wiederum zur Folge hatte: Regierungsgebäude wurden
gestürmt, die bisherigen Regierungsvertreter mussten fliehen, und die
Regierung der nationalen Einheit war folglich nach wenigen Stunden
gescheitert. Oder anders formuliert: Gewaltsamer undemokratischer Umsturz
und "Regime Change" waren entsprechend den damaligen Vorherrschaftsplänen der
Weltmacht USA erfolgreich. Und die USA hatten auch bereits die zukünftigen
maßgeblichen Vertreter der Übergangsregierung ausgesucht.
Blicken wir nur wenige Kilometer weiter: Einen Tag später, am Abend des 23.
Februar 2014, hatte Russland in Sotschi am Schwarzen Meer eine emotionale
Abschiedsfeier der zu Ende gehenden Olympischen Winterspiele 2014
organisiert. Russland verabschiedete in einer weltweiten TV-Übertragung die
Völker und Länder der Erde, deren Flaggen im Olympiastadion von Sotschi feierlich
aufgereiht waren. Ein freundlicher überlebensgroßer russische Bär auf
Schlittschuhen und mit einer Träne in den Augen löschte das Olympische
Feuer, und auf das Eis strömende Kinder hielten dafür ihre brennenden Kerzen
hoch wie zum Zeichen des weiterhin brennenden Lichts, des Friedens und der
weltweiten Verbundenheit. Dazu erklang feierliche Musik des russischen
Komponisten Tschaikowski. Präsident Putin war ebenfalls im Stadion, und
seine Sorgen vor dem Kommenden schien man ihm trotz der rührenden
Inszenierung für die Menschen in aller Welt anzumerken.
In der Antike galt die Vereinbarung, dass während der Olympischen Spiele
alle Kriegshandlungen eingestellt werden. Und heute? Die Spiele wurden in
Russland monumental und feierlich beendet. Doch was würde nun der kommende Tag
bringen?
Schon wenige Stunden später kam die Antwort des Westens: Am Morgen des 24.
Februar wurde die unter maßgeblicher Regie der USA von den Aufständischen
aus Nationalisten und Faschisten zusammengestellte neue Regierung in Kiew
von den USA und von den Ländern der Europäischen Union sogleich als
rechtmäßig anerkannt. Viele Aufständische hatten im Vorfeld schon vom Krieg
gegen Russland gegrölt, und der vier Jahre zuvor demokratisch gewählte
und auf Vermittlung zwischen Ost und West bemühte Präsident Janukowitsch
war bereits auf der Flucht Richtung Russland. Und auch die russischsprachige
Minderheit in der Ukraine war sogleich heftigen Schikanen und
Diskriminierungen ausgesetzt.
Doch Russland ergab sich nicht wehrlos in diesen auch gemäß den Gesetzen der
Ukraine verfassungswidrigen Sturz des gewählten Präsidenten und holte sich
nach wenigen Tagen auf unblutige Weise die überwiegend von Russen bewohnte
Halbinsel Krim zurück, die 1954 vom ukrainisch-sowjetischen Diktator
Chruschtschow auch nach damaligen Maßstäben irregulär aus Russland herausgelöst und der
Sowjetrepublik Ukraine übereignet
worden war. Doch das Verständnis für die Reaktion Russlands war im
kriegerischen Westen gleich Null. Stattdessen eskalierte man die
Konfrontation mit neuen Russland-Sanktionen. Der katholische damalige
US-Außenminister der Obama-Regierung John Kerry kommentierte die Ereignisse
jetzt entlarvend mit den Worten, die Zeit für einen Kurswechsel Russlands
laufe nun ab. Russlands Zeit läuft ab – so dementsprechend
die Schlagzeile in einer deutschen Zeitung vom 25. April jenes Jahres 2014.
PS: Informationen zum Konflikt um die
Halbinsel Krim lesen Sie auch
hier
Eine noch heftigere Kriegserklärung der USA an Russland folgte dann Ende des
Jahres 2014. Der
US-Kongress
forderte bei nur zehn Gegenstimmen weitere Eskalationen in der Ukraine, nun
auch gegen die mit Russland verbündeten ostukrainischen Republiken, die sich
den Nationalisten in Kiew ebenfalls nicht unterwerfen wollten. Es ging vor
allem um massive Waffenlieferungen an die nationalistische Regierung für den
Bürgerkrieg, der weit über 10.000 Ostukrainern das Leben kosten sollte. Bei
focus.de ist am 9.12.2014 über die Kongressabgeordneten der USA zu
lesen: "Allen voran rufen sie den US-Präsidenten auf, die Ukraine mit tödlichen
und nicht-tödlichen Waffen zu versorgen,
Militärtrainings zu ermöglichen und die Sanktionen zu verschärfen."
Und so geschah es.
Nach Analyse des republikanischen Ex-Präsidentschaftskandidaten Ron Paul
bedeutete diese Entscheidung der Abgeordneten unmissverständlich:
"US-Kongress
erklärt Russland den Krieg."
Eine neue Phase des US-Weltherrschaftswahns mit bislang bereits
Hunderttausenden, ja Millionen von Todesopfern, darunter unzähligen
Zivilisten, hatte nun unter Präsident Barack Obama begonnen. Und Wladimir Putin kam im Vergleich zu den
aggressiven US-Präsidenten und ihrem Gefolge, das auch noch behauptet,
"christlich" zu sein, wahrlich anders daher.
Zu den Kriegseinheizern auf Seiten der US-Vasallen
gehörte und gehört auch der katholische polnische Friedensnobelpreisträger
und ehemalige Regierungschef Lech Walesa. Er forderte nun massive weitere
Aufrüstung des Westens mit noch mehr Atomwaffen. Lech Walesa wörtlich
gegenüber der italienischen Zeitung La Stampa: "Wenn Putin uns mit Worten wie 'Vorsicht, ich habe Atomwaffen' bedroht,
dann muss die Nato bereit sein zu antworten:
´Wir haben doppelt so viele.`"
(zit. nach bild.de, 6.10.2014)
Auch hier
würde eine Spiegelübung zur Selbsterkenntnis helfen für
Staatsbevollmächtigte und Kriegstreiber – und für alle, die durch ihre
permanente Eskalation die Welt in Richtung eines atomaren Untergangs
treiben.
Und die Übung beinhaltet die Frage: Was wäre wohl geschehen, wenn Russland
nach seinem Rückzug 1962 wieder zurück nach Kuba gekommen wäre, um dort dann
doch noch militärische Stützpunkte aufzubauen?
Was wäre, wenn Russland darüber hinaus verschiedene Länder Süd- und
Mittelamerikas militärisch aufgerüstet hätte, zum Beispiel Venezuela oder
Bolivien?
Und was wäre geschehen, wenn Russland die Grenzländer der USA, also Kanada
und Mexiko, als militärische Verbündete gewonnen hätte?
Also eine Westerweiterung des Ostens bis an die Grenzen der USA, unmittelbar
an die Städte Washington oder New York heran.
Fragen über Fragen.
Was ist daran spiegelbildlich anders, als die Osterweiterung der NATO, wenn
es um Russlands Interessen bezüglich seiner Sicherheit und bezüglich des
Krieges in der Ukraine geht?
Hätten die USA auch so lange stillgehalten wie Wladimir Putin, der immer
wieder still hielt trotz des wiederholten und systematischen Wortbruchs der
NATO in Sachen Osterweiterung?
Oder wäre die Zivilisation dann nicht schon längst in einem atomaren Inferno
versunken?
Wladimir Putin fasste die Ziele des Westens am 20. September 2022 in einer
Rede an die Nation mit folgenden Worte zusammen:
"Das Ziel des Westens ist es, unser Land zu schwächen, zu spalten und
schließlich zu zerstören. Sie sagen bereits, dass sie 1991 in der Lage
waren, die Sowjetunion aufzulösen, und dass nun die Zeit für Russland selbst
gekommen ist, dass es sich auflösen soll. Und das planen sie schon seit
langem." (zit. nach diepresse.com, Wien, 21.9.2022)
In der
Zwischenzeit eskalierte der Krieg in der Ukraine weiter. Und hier könnten
auch die dem Westen angehörenden UNO-Botschafter einmal in den Spiegel
schauen. Auf ihren mehrheitlich gefassten Beschluss am 14.11.2022, eine
Resolution anzunehmen, wonach Russland zur Wiedergutmachung für die
Kriegsschäden in der Ukraine entsprechende Reparationszahlungen leisten
müsse, antwortete der ehemalige russische Präsident und zu dem Zeitpunkt
stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrats Medwedew auf seinem
Telegram-Kanal am 14.11.2022 den Botschaftern:
"Sie sollten die gleiche
Empfehlung zur vollständigen Wiedergutmachung der Schäden annehmen, die die
Vereinigten Staaten Korea, Vietnam, Irak, Jugoslawien und vielen anderen
Ländern zufügten, die unter den Amerikanern und der NATO litten."
Doch wie immer reagierten die westlichen Staatsbevollmächtigten Tag für Tag
nur mit weiteren wüsten Beschimpfungen Russlands, mit Verhöhnungen und
Kriegsunwahrheiten und -lügen. Die gottlose westliche Allianz von Staat, Kirche und Medien
dreht sich dazu Argumente, wie sie ihr passt, auch gegen das von
ihnen so gern in den Mund genommene "Völkerrecht". So wie zum Beispiel 2013
im Angriffskrieg gegen Syrien auch erwogen wurde, dass sich – wenn man im
Irak oder in Afghanistan bessere Erfahrungen damit gemacht hätte – Zitat,
"um das Völkerrecht wieder zu umgehen, auch eine Koalition
der Willigen oder die NATO selbst mandatieren könnte" – so der
damalige außenpolitische Sprecher der CDU Philipp Mißfelder. (zit. nach
bild.de, 27.8.2013)
So ähnlich eben wie bereits 2003 im Irakkrieg – ein Verhalten, das die
willigen westlichen Kriegskoalitionäre Russland natürlich von vorneherein
verbieten – unter Androhung schlimmster Folgen wie massiven Sanktionen. Nur
sie nehmen sich das gegebenenfalls heraus, auch gegen das Völkerrecht zu
agieren, wenn sie das eben so wollen.
Dabei geht es immer
ums Beute machen, damals auch um syrische Ölfelder, die bis heute unter
Kontrolle der USA stehen und von diesen ausgebeutet werden. Es geht um die
Ausweitung der eigenen imperialen Herrschaft.
Und das alles zählt auch zu den Hintergründen der westlichen Kriegsführung
in der Ukraine. Die Täter nennen sich meist auch noch "christlich". Doch was
sind sie wirklich?
Amerika – deine Doppelbödigkeit, Verschlagenheit und deine simple
Kriegslüsternheit, wie sie sich bisher zeigten, sind Gott, dem Ewigen, ein Gräuel.
In ihren eigenen Bibeln steht, wohin diese Kriegslüsternheit früher oder
später führt, und zwar in der Apokalypse des Gottespropheten Johannes. Dort
ist zu lesen: "Es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu
den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf."
(Ofb. 16, 14)
Und sie versammeln sich "an einem Ort, der heißt auf Hebräisch Armageddon"
(V. 16). Und nach Ankündigung der Völkerschlacht sieht Johannes weiter voraus:
"Und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit
Menschen auf Erden sind – ein solches Erdbeben, so groß. Und aus der großen
Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein … Und alle
Inseln verschwanden und die Berge wurden nicht mehr gefunden."
(V.18.20)
Die Zeichen der Zeit zeigen es auf: Amerika, Amerika, du zündelst am
atomaren Armageddon. Deine Raubgier und deine Hybris schreien von ganz unten
zum Himmel, wie sich vielfach aufzeigen lässt. Und könnte man es nicht so
sehen? Weil du in Wirklichkeit am Ende bist, schlägst du wie ein
Ertrinkender um dich?
Die vom
Seher und Propheten Johannes so vorhergesehene Entfesselung der Teufelsgeister lässt
auch die Frage hochkommen: Wo der religiöse Teufel in dieser Welt seinen
Sitz hat, ist vielen bekannt, doch wo hat dann der politische, der
wirtschaftliche Teufel seinen Hauptsitz?
Die Auflösung des Rätsels findet im eigenen Gehirn statt. Bewusstsein ist
gefragt: Bewusstsein achtet das Leben in allen Lebensformen.
Offensichtlich ist:
Die Geschichte der USA und auch ihre Zukunft ist geprägt von Menschen
mit unterweltlichem Ego-Intellekt, aber kaum mit Bewusstsein. Armes Amerika.
Das Bewusstsein hat nichts mit Intellekt zu tun und mit egobezogener gegen
den Nächsten gerichteten Intelligenz schon gar nicht, denn die ist ohnehin des
Teufels.
Deshalb an dieser Stelle ein Aufruf [2023]: Beuge die Knie, Amerika, dass du Erbarmen findest vor Gott, dem
Ewigen, denn du hast dein Konto völlig überzogen. Amerika, nutze deine
letzte Chance zur Umkehr, und lenke ein in den Frieden, du wirst keine
weitere Chance mehr bekommen. Denn es ist aus. Der Vorhang fällt und zeigt
auf, wer die Ursachen setzte und die Wirkungen erleidet.
Das Gesetz von Saat
und Ernte, das ebenfalls in allen Bibeln nachlesbar ist,
"Was der Mensch
sät, das wird er ernten" wird über die Phalanx der Gewalt das bringen, was
diese zuvor anderen angetan hat, einschließlich dem Grauen an der Mutter
Erde mit ihren Tieren, Pflanzen, Mineralien und allen Lebensformen. Die
Phalanx der Gewalt hat sich schon jetzt milliardenfache Schuld aufgeladen,
und von System zu System im Laufe der Zeiten wurden sie grausamer und
brutaler. Jetzt fährt der Zug der Phalanx in Richtung atomarem
Weltuntergang. Friedensgespräche werden kategorisch abgelehnt. Erst müsse
der so genannte Feind kapitulieren, sonst drohe ihm womöglich der präventive
Ersteinsatz von Atombomben
–
abgesegnet auch von der Theologie, denn, so
namhafte Theologen aus der westlichen Gewalt-Phalanx: Der
"Schrecken eines
Atomkriegs" gehe ja im Gegensatz zur dogmatisch
festgeschriebenen angeblichen ewigen Verdammnis aller Ungläubigen vorüber,
sei also gar nicht so schrecklich (vgl.
hier).
Der Teufel in der
Religion und der Teufel in der Politik – sie arbeiten Hand in Hand, folgen
sie doch beide dem, den Jesus von Nazareth schon als den Gott der
Religionsführer Seiner Zeit entlarvt hatte mit den Worten:
"Ihr habt den
Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er
war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es
ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst
kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge. Mir aber glaubt
ihr nicht, weil ich die Wahrheit sage." (Johannes 8, 44)
Unter der Inspiration
des Vaters der Lüge, der ein Mörder war von Anfang an, steigt die
Wahrscheinlichkeit eines weltweiten Atomkriegs und eines atomaren
Weltuntergangs von Tag zu Tag.
Doch welche
Möglichkeiten haben Bürger eines Landes wie Deutschland überhaupt, sich
gegen die atomare Weltunterganspolitik einer Regierung zu artikulieren, um,
wenn möglich, einen weltweiten atomaren Schlagabtausch zu verhindern, wenn
sich das ganze Bundeskabinett in einer Blase von den USA gewünschten
Kriegshysterie befindet und sich als eine Clique primitivster
Kriegspropagandisten präsentiert?
Während Jesus von Nazareth in Seiner Bergpredigt den Weg des Friedens
aufzeigte, indem erst der Balken im eigenen Auge erkannt und entfernt werden
müsse, bevor man den Splitter im Auge des Nächsten entfernen will, halten es
Politiker unzähliger Länder von Anfang an gegenteilig und noch viel
schlimmer, obwohl sich die meisten von ihnen "christlich" nennen, womit sie
einmal mehr auch Christus verhöhnen. Der russische Präsident sei der Böse,
man selbst sei der Gute, so ihre Propaganda.
Doch der
Blick in den Spiegel zeigt, welche teuflische Grauen man selbst auf dem
Gewissen hat, während der angeblich Böse Vergleichbares im Lauf seiner
Geschichte ein um das andere Mal nicht getan hat. Von wem ging also jeweils das Übel aus?
Zumindest einmal vorsichtig in den Spiegel zu schauen und vielleicht
ansatzweise den eigenen Bösartigkeiten, Heucheleien und Lügen auf die Spur
zu kommen, kommt offenbar nicht in Frage. Voller Rechthaberei und
Selbstgerechtigkeit treiben die Politiker und Medienmächtigen die Heuchelei
auch durch eine Doppelmoral auf die Spitze: Wenn der Gegner etwas tut, was
einem nicht gefällt, sei es böse. Tut man es aber selbst und treibt man es
dabei um ein Vielfaches schlimmer, sei es angeblich doch nur, um das Böse zu
bekämpfen.
Deutschland liefere solange Waffen, Waffen und noch mal Waffen im Wert von
Milliarden an die Ukraine, wie diese von den dortigen Nationalisten
angefordert werden. Und das sei ja sinnvoll, weil dadurch angeblich Leben
gerettet werden, so die entsetzliche Logik der deutschen Außenministerin
Annalena Baerbock,
deren verlogener Inhalt sich an jedem Tag mehr erweist. Denn der Krieg eskaliert mit
immer neuen Opfern auf beiden Seiten. Und über allem stand bis zuletzt die
Unterordnung bis hin zur Unterwerfung unter die weltweite Kriegs- und
Vorherrschaftspolitik der USA im Rahmen der von ihnen propagierten
"neuen
Weltordnung", deren Führerschaft der US-Präsident Joe Biden im März 2022
sein Land und sich selbst erhob (z. B. t-online.de, 27.3.2022) und
was zumindest bis zum Jahr 2024 aktive Politik war. Und die devoten Polit-Vasallen Europas zu
Füßen der USA kamen von daher nur noch daher wie Polit-Zombies für Waffenlieferungen, die
damit den
eigenen Untergang umso schneller herbeiführen.
Doch der Vorhang fällt und bringt alles an den Tag
– und das
schon in Bälde. Diese beschworene neue Weltordnung entlarvt sich mehr und
mehr als ein Regelwerk voller Kriegsmord und damit Massenmord, doch der
Ruf des Christus Gottes bricht sich ebenfalls weltweit seine Bahn: Folget
Mir nach und nicht den Kriegsenthusiasten! Folget dem, der der Sieger ist
und der bereits seit Hunderten von Jahren durch alle wahren
Gottesprophetinnen und -propheten dazu aufruft: Liebe Gott in allem Leben
und deinen Nächsten wie dich selbst. Liebet eure Feinde und tut Gutes auch
denen, die euch hassen. Und kehrt um, denn das Reich Gottes ist nahe
herbeigekommen.
Der Text kann wie folgt
zitiert werden: |