Die Westerweiterung des Ostens

Eine Spiegelübung zur Selbsterkenntnis und das Ringen darum, einen weltweiten Atomkrieg zu verhindern

Der Theologe Nr. 118, aktualisiert am 1.1.2025


Eine Spiegelübung zur Selbsterkenntnis: Das ist zum Beispiel die Vorstellung, was denn gewesen wäre, wenn es in den letzten Jahrzehnten statt zu einer NATO-Osterweiterung umgekehrt zu einer Westerweiterung des Ostens gekommen wäre.
Bevor wir Ihnen diese Übung einmal anhand einiger Beispiele darlegen, einige grundsätzliche Worte vorab: In Seiner Bergpredigt sprach Jesus von Nazareth, dass es für einen Menschen in seinem Erdenleben vor allem darauf ankommt, die Gottes- und Nächstenliebe zu erlernen. Diese beiden Gebote, die Gebote der Gottes- und der Nächstenliebe, sind die wichtigsten, und sie werden von Jesus, dem Christus, zusammengefasst in der so genannten "Goldenen Regel", welche lautet: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen
tun, das tut ihr ihnen zuerst." Und in einem Sprichwort heißt es dem gleichen Sinn nach: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu."

Und jetzt ahnen Sie vielleicht schon, was in diesem Zusammenhang der Blick in den Spiegel beinhalten kann. Habe ich mich dem Nächsten gegenüber, auch wenn er mir nicht wohlgesinnt ist, so verhalten, wie ich von ihm behandelt werden möchte? Oder, von der anderen Seite betrachtet: Was wäre geschehen, wenn der Nächste, den ich womöglich als Feind oder Gegner betrachte, sich mir gegenüber so verhalten hätte wie ich mich ihm gegenüber?
Und was zeigt sich, wenn dieser Maßstab auch einmal bei Staatsbevollmächtigten einzelner Länder angelegt wird, die sich vielfach als Kriegstreiber betätigen?
Wie wäre es, nach diesen Kriterien vor allem einmal die Politik der Regierungen zu hinterfragen, die sich seit Jahrzehnten stolz mit ihren angeblich "christlichen" Werten hervortun? Denn echte christliche Werte sind die Lehren der Gottes- und Nächstenliebe mit der Goldenen Regel, wie sie uns Christus gelehrt hat, der Sohn Gottes im Erdenkleid, nach dem diese Werte auch benannt sind. Diese Botschaft schließt einen Krieg aus, denn nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung wird dann geschehen, was Jesus von Nazareth in den Worten ankündigte: "Wer zum Schwert greift, der wird durch das Schwert umkommen."
2000 Jahre später gibt es noch viel brutalere Mordwaffen als Schwerter. Und spätestens seit den Atombombenabwürfen der USA auf die wehrlosen japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ist bekannt: Ein Krieg mit solchen Atomwaffen kann in der Kürze der Zeit zu einem atomaren Weltuntergang führen.

Foto: Vase mit Spiegel – GNU Free Documentation License, Transferred from de.wikipedia to Commons by Emes, Cgn aufgehellt geschärft durch Elya at de.wikipedia
 



1Das gebrochene Versprechen der Westens
 

2 Die Kuba-Krise 1962 – Die Welt am Abgrund zu einem Atomkrieg
 

3Hoffnung nach der Niederlage der USA in Vietnam
 

4Die NATO-Osterweiterung und der Angriffskrieg auf Jugoslawien
 

5Die zunehmende jahrelange Propaganda gegen Russland und die Eskalation durch den Putsch in der Ukraine
 

6Der Bürgerkrieg in Griechenland und die Zurückhaltung der Sowjetunion
 

7Die Zurückhaltung der Sowjetunion in Österreich
 

8Der Westen drängt auf NATO-Aufnahme der Ukraine, damals noch gegen massiven Widerstand der Bevölkerung
 

9Deutschlands frühere Kriege gegen Russland, die Kriegsausweitung 2022 und die US-Geopolitik
 

10Zukunfts- und Friedenshoffnung unter der Regierung Schröder
 

11Der grausame Irak-Krieg der "Willigen" mit Uranmunition
 

12Präsident George W. Bush macht sich über seine Kriegslüge lustig
 

13Der Krieg Georgiens in Süd-Ossetien mit Unterstützung der USA als Auftakt zu heutigen Eskalation
 

14Eurasien – "Schachbrett um die globale Vorherrschaft"
 

15Neue Hochrüstung gegen Russland
 

16Klare Worte aus dem Westen 2008: "Wir haben den Rubikon überschritten" – Das heißt: Der große Krieg beginnt
 

17Jetzt gerät die Ukraine ins Visier des kriegerischen Westens
 

18Die Putschlügen vom Kiew – Wer erschoss die Demonstranten?
 

19Die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele von Sotschi im Jahr 2014
 

20Antwort des Westens: Sofortige Anerkennung der nationalen und faschistischen Putsch-Regierung der Ukraine
 

212014: "US-Kongress erklärt Russland den Krieg"
 

22Was wäre, wenn sich Russland nur annähernd so verhalten hätte wie die USA?
 

23Die westliche Geringschätzung des Völkerrechts
 

24Die endzeitliche Völkerschlacht von "Armageddon" – Die Teufel versammeln die Staatenlenker zum Krieg
 

25Beuge die Knie, Amerika!
 

26Teuflische "neue Weltordnung" oder Umkehr zur Lehre von Jesus, dem Christus

 


Kapitel 1
Das gebrochene Versprechen der Westens

Vor ca. 30 Jahren sah vieles in der Weltpolitik noch ganz anders aus. Niemand dachte an einen drohenden Atomkrieg. Anlässlich der deutschen Wiedervereinigung hatten die NATO-Politiker, darunter deren Generalsekretär Manfred Wörner oder der US-amerikanische Außenminister James Baker, der russischen Regierung das Versprechen gegeben, die NATO nicht in Richtung Russland auszudehnen. Auf der anderen Seite zog sich die Armee der Sowjetunion aus Ostdeutschland und den östlichen Nachbarstaaten freiwillig zurück, das östliche Militärbündnis Warschauer Pakt löste sich auf, und die Regierungen Russlands reichten dem Westen seither immer wieder die Hand für eine gemeinsame Planung von Frieden und Sicherheit in Europa.
Doch in erster Linie die Regierungen der USA schmiedeten bald ganz andere Pläne. Sie umwarben nun diejenigen Länder, aus denen sich Russland zurückgezogen hatte und unterstützten und finanzierten dort vehement diejenigen Kräfte, welche nun stattdessen der EU und der NATO beitreten wollten. 1997 erfolgten dann aus Brüssel die Angebote der NATO an Polen, Tschechien und Ungarn, NATO-Mitglieder zu werden, was zur Folge haben könnte, auch NATO-Atomraketen immer näher an der Grenze zu Russland stationieren und im Kriegsfall auch immer näher vor Moskau abschießen zu können. Maßgeblich dafür war vor allem die US-Regierung unter Bill Clinton und seine Außenministerin Madeleine Albright. Das Versprechen der westlichen Politiker anlässlich der deutschen Wiedervereinigung, die NATO nicht nach Osten hin zu erweitern, wurde erstmals gebrochen und seither immer wieder. 1999 wurden Polen, Tschechien und Ungarn als erste trotz Warnungen Russlands an den Westen, dies nicht zu tun, in die NATO aufgenommen.

Und schon das ist ein erstes Beispiel für etwas, was man im Spiegel der Selbsterkenntnis sehen kann:
Russland könne ja nicht von uns verlangen, dass wir die Versprechen der damaligen westlichen Staatsbevollmächtigten einhalten, so rechtfertigen sich deren heutige Nachfolger. Denn das sei ja damals gar nicht vertraglich festgelegt worden. Aber es wurde von allen damaligen Entscheidungsträgern, darunter NATO-Generalsekretär Manfred Wörner und US-Außenminister James Baker, ausdrücklich versprochen. Das ist beweisbar, und es wurde auch vielfach dokumentiert.
Und wie würde man nun reagieren, wenn man seinerseits auf das Versprechen seines Verhandlungspartners vertrauen würde und dann dessen gravierenden Wortbruch erleben müsste? Und wenn man dann auch noch sinngemäß zu hören bekäme: "Was interessieren uns unsere Worte von gestern? Solange nichts Schriftliches vorliegt, zählt das nicht."
Und wie hätten wohl umgekehrt die USA und ihre Verbündeten auf eine Westerweiterung des Ostens reagiert? Und wie haben sie schon einmal reagiert, als dies vorbereitet wurde?

Kapitel 2
Die Kuba-Krise 1962 – Die Welt am Abgrund zu einem Atomkrieg

Dazu ein Blick zurück in das Jahr 1962: Die Sowjetunion hatte geplant, in Kuba, ca. 250 km Meeres-Entfernung vor dem US-Bundesstaat Florida, sowjetische Mittelstreckenraketen aufzustellen. Und so wie der Westen heute kompromisslos ein so genanntes uneingeschränktes Selbstbestimmungsrecht z. B. der nationalistischen Ukraine-Regierung fordert, so wäre solches damals eben ein Selbstbestimmungsrecht der kommunistischen Regierung Kubas gewesen.
Doch die USA waren nicht bereit, sowjetische Raketen in Kuba in Reichweite ihres Landes zu tolerieren.
Von anderen hatte man eine solche Toleranz jedoch gefordert, wie ein weiterer Blick in den Spiegel zeigt. Selbst hatte man nämlich kurz zuvor US-Atomraketen immer näher in Richtung Russland aufstellen lassen, z. B. in der Türkei und in Italien, und auch die Bestückung amerikanischer U-Boote mit Atomraketen, die weltweit in den Meeren operieren, wurde forciert. Auch hatten die USA bis dahin die politische Opposition in Kuba massiv unterstützt, die unter anderem Terroranschläge im Land durchführte. Wenn Russland jedoch umgekehrt Ähnliches in mit den USA verbündeten Ländern getan hätte? 

Ein gewaltsamer Regierungswechsel ist den USA in Kuba jedoch nicht gelungen, doch er drohte. So reagierte nun die UdSSR mit der nachvollziehbaren Begründung, eine Stationierung russischer Raketen diene der möglichen Verteidigung Kubas gegen einen drohenden Angriff der USA. Das war alles andere als aus der Luft gegriffen. Im US-Militär wurde nämlich auf eine unmittelbare Invasion in Kuba gedrängt. Air-Force-General Curtis E. Le May damals wörtlich: "Der rote Hund gräbt im Hinterhof der USA und muss dafür bestraft werden." (zit. nach kurier.at, 14.10.2022)
200 Kriegsschiffe der USA fuhren nun vor Kuba auf, um die russischen Schiffe mit einer Seeblockade zu stoppen, und Deutschland sicherte den USA damals volle Unterstützung zu. Dann zündeten die USA der Reihe nach 40 Atombomben, vor allem im nördlichen Pazifik, um deren mörderische Wirkung in zahlreichen Versuchsanordnungen zu testen. Und in Großbritannien stand bereits ein Flugzeug-Bomber samt Besatzung und abwurfbereiten Atombomben in unmittelbarer Bereitschaft, um sofort auf einen entsprechenden Befehl starten zu können, nicht testweise wohlgemerkt. Und auch sowjetische U-Boote vor Kuba hätten Atombomben zünden können. Die Welt stand also schon einmal kurz vor einer möglichen atomaren Vernichtung, wie dies jetzt um das Jahr 2025 wieder droht.

Derweil verhandelten die Präsidenten Chruschtschow und Kennedy jedoch im Hintergrund und einigten sich. Die USA erklärten sich bereit, Kuba nicht anzugreifen und ihre Russland bedrohenden Atomwaffen aus der Türkei abzuziehen. Und die Sowjetunion verzichtete dafür auf die Stationierung atomar bestückbarer Mittelstreckenraketen in Kuba und ließ alles wieder abbauen, was bis dahin zu diesem Zweck schon errichtet war. Frieden war das allerdings noch nicht. Denn die USA verstärkten dafür in feindlicher Absicht die Wirtschaftssanktionen gegen Kuba, und der amerikanische Geheimdienst CIA ließ in Kuba weiterhin Sabotageakte durchführen.

Kapitel 3
Hoffnung nach der Niederlage der USA in Vietnam

Und es dauerte nicht lange, da begann Kennedys Nachfolger Johnson den furchtbaren Vietnam-Krieg der USA, dem ca. eine halbe Million bis zu drei Millionen vietnamesischer Zivilisten zum Opfer fielen. Dazu kamen Tausende Opfer der von den USA eingesetzten Dioxin-Verbindung Agent Orange, das nach Angaben des Roten Kreuzes nach dem Krieg bei einer weiteren Million Vietnamesen teils schwerste lebenslange Behinderungen und Verkrüppelungen verursachte. Der Krieg war von den USA, wie so viele andere, mit einer Lüge gerechtfertigt worden – in diesem Fall, dass im nordvietnamesischen Golf von Tonkin 1964 angeblich ein Angriff auf zwei amerikanische Kriegsschiffe erfolgt sei.
Doch nach der Niederlage der USA in diesem Krieg gab es einige Indizien der Hoffnung, und es zeichneten sich im West-Ost-Konflikt einige Jahre größerer Entspannung ab. Russland rief derweil die friedliche Koexistenz beider Systeme in West und Ost aus, und auch im Westen dachten mehrere der damaligen Staatsbevollmächtigten in diesem Sinne um. Doch was droht der Welt jetzt in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts?

Kapitel 4
Die NATO-Osterweiterung und der Angriffskrieg auf Jugoslawien

Seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 drang der Westen immer massiver militärisch in den Osten vor, und die NATO wurde um ein Land nach dem anderen erweitert, obwohl der russische Präsident Putin immer wieder davor warnte und den Westen wiederholt aufrief, die Sicherheitsinteressen Russlands nicht zu ignorieren, und obwohl er in diesem Sinne mehrfach Angebote für Frieden und Zusammenarbeit machte, die jedoch nahezu alle ausgeschlagen wurden.
Und gleich wenige Tage nach der Aufnahme von Polen, Tschechien und Ungarn in die NATO, am 12. März 1999, hatte sich das offizielle "Verteidigungsbündnis" hier als Angriffsbündnis entlarvt. Denn nur 12 Tage später, am 24. März 1999, hatte die NATO mit der Bombardierung Serbiens und seiner Hauptstadt Belgrad begonnen. Voraus gingen Kämpfe zwischen der albanischen Untergrundarmee UCK und den jugoslawischen Streitkräften, und die Bombardierung durch die NATO wurde unter anderem begründet mit dem Vorwand, dass die in Jugoslawien regierenden Serben im Kosovo angeblich Konzentrationslager für Albaner betreiben – was aber nur eine von den mehreren Kriegslügen war, mit denen die USA und ihre Vasallen in den letzten Jahrzehnten jeweils in ihre Kriege zogen. Die Region Kosovo wurde den Serben schließlich von der westlichen NATO-Angriffsallianz durch militärische Gewalt weggenommen, und es entstand dort der größte NATO-Militärstützpunkt im Osten und bald auf Betreiben des Westens, vornehmlich der USA, ein zweiter albanischer Staat in Europa. Auch hier ist ein Blick in den Spiegel erhellend für die Entlarvung westlicher Doppelmoral und Heuchelei. Die so genannte "territoriale Integrität" Serbiens einschließlich der Provinz Kosovo wurde nämlich von den NATO-Staaten abgelehnt. In der Ukraine jedoch wird das beliebte westliche Schlagwort "territoriale Integrität" heute zum Vorwand genommen, um deren nationalistische Regierung permanent mit Waffen zum Krieg gegen Russland zu beliefern, damit diese durch eine Rückeroberung der Halbinsel Krim und der russischsprachigen ostukrainischen Provinzen ihre so genannte "Integrität" wieder herstellen könne.

Kapitel 5
Die zunehmende jahrelange Propaganda gegen Russland und die Eskalation durch den Putsch in der Ukraine

Zur Erinnerung: In den Jahren 2013 und 2014 ließen die USA Tausende von Kilometer vom eigenen Land entfernt in der ehemaligen Sowjetrepublik Ukraine gewaltsam eine antirussische Regierung an die Macht putschen, um die Ukraine in der Folgezeit zu einem westlichen Bollwerk unmittelbar an der Grenze gegen Russland aufzurüsten. Doch die überwiegend von Russen bewohnte Halbinsel Krim (ca. 60 %) und einige ostukrainische Regionen wollten unter der neuen verfassungswidrig zustande gekommenen antirussischen Herrschaft nicht länger ein Teil der Ukraine sein. Während im Osten ein Bürgerkrieg ausbrach, schloss sich die Krim nach einer Volksabstimmung wieder Russland an – dem Land, zu dem sie in der jüngeren Geschichte die längste Zeit, nämlich ca. 270 Jahre, ohnehin schon gehört hatte.

Seither ist es also umgekehrt wie 1962, als Russland sich kurzzeitig Richtung USA in Bewegung gesetzt hatte. Die USA dringen Richtung Russland vor. Und Russland wehrt sich in allen den Jahren bis heute, dass die NATO immer näher auf Moskau vorrückt, so wie sich 1962 die USA unter Präsident Kennedy gewehrt hatten, dass die Sowjetunion in die Nähe der US-amerikanischen Grenze vorrückte. Das ist Fakt und da gibt es nichts dran zu rütteln. Der russische Staatschef Chruschtschow gab jedoch letztlich nach, und Russland zog sich damals wieder zurück.
Doch der heute von NATO-Hardlinern beherrschte Westen gibt nicht nach, und die westlichen Medien schütten seit Jahren vornehmlich Spott, Häme und Meinungspropaganda gegenüber Russland aus. In der schweizerischenWeltwoche war am 2.11.2022 zu lesen: "Über Russland gibt es seit nunmehr rund 15 Jahren praktisch keine positiven Nachrichten mehr in der deutschen Presse."
Die erneute West-Ost-Eskalation hat sich also Zug um Zug aufgebaut, vor allem durch den vom Westen forcierten und maßgeblich mitinszenierten Regierungsumsturz in der Ukraine im Jahr 2014. So ist die Menschheit jetzt wohl noch ein gutes Stück näher dran an einem drohenden atomaren Vernichtungskrieg als 1962, denn heute scheinen in Westeuropa weitaus weniger intelligente Machthaber zu residieren, als es vor 60 Jahren war, und wer sich in den USA langfristig durchsetzt, ist noch nicht abzusehen.

Kapitel 6
Der Bürgerkrieg in Griechenland und die Zurückhaltung der Sowjetunion

Blicken wir an dieser Stelle etwas weiter zurück in die Zeit am Ende des Zweiten Weltkriegs und kurz danach. Nehmen wir einmal an, dass der Osten zum Beispiel Regierungsumstürze in Österreich oder in Griechenland hätte durchsetzen können. Wie hätten die USA samt NATO wohl reagiert auf eine solche Westerweiterung des Ostens?
In Griechenland tobte nach dem 2. Weltkrieg von 1946 bis 1949 ein heftiger Bürgerkrieg  zwischen sozialistischen und pro-westlichen, vor allem von Großbritannien ausgerüsteten Kräften, die sogar von den USA gelieferte Napalm-Bomben auf die Menschen in jenen griechischen Regionen abwarfen, in denen die Bevölkerung sich überwiegend zum östlichen Lager zählte. Und das westliche Lager hat den Krieg schließlich gewonnen, wie es heißt.
Jugoslawien unter Präsident Tito und die stalinistische Sowjetunion hätten dem Krieg allerdings eine andere Wendung geben können, doch sie gaben nach, was von den griechischen Kommunisten als "Verrat" bezeichnet wurde. Doch ausgerechnet der im Westen vielgehasste sowjetische Diktator Stalin respektierte den Anspruch des Westens, dass Griechenland vor allem westliche Einflusssphäre sei. Eine mögliche Westerweiterung des Ostens blieb also aus. Doch es hätte ganz anders kommen können. Und das wäre auch zu sehen, wenn die westlichen Staatsbevollmächtigten und Kriegstreiber einmal in den Spiegel schauen würden.

Kapitel 7
Die Zurückhaltung der Sowjetunion in Österreich

Und Österreich? Es war die Sowjetunion, welche 1945 die Schlacht um Wien gewonnen hatte, nicht die USA oder Großbritannien. 18.000 russische Soldaten wurden dabei getötet. Doch die Rote Armee setzte sich nicht in Wien fest, um dort zu bleiben. Der Osten ließ Österreich 1955 frei in die Neutralität, die 1995 sogar in den EU-Beitritt des Landes mündete. Was hätten aber wohl die westlichen Kriegspropagandisten der NATO-Osterweiterung gesagt, wenn die Sowjetunion Österreich damals besetzt, entsprechenden Einfluss auf die Regierung genommen und später dem 1955 gegründeten Warschauer Pakt einverleibt hätte – also eine Westerweiterung des Ostens?

Kapitel 8
Der Westen drängt auf NATO-Aufnahme der Ukraine, damals noch gegen massiven Widerstand der Bevölkerung

Ganz anders der Westen bei seinem Vormarsch mittlerweile auch innerhalb der ehemaligen Sowjetunion und dem Bestreben der Staaten Westeuropas und unter den Regierungen Clinton, Obama und teilweise Biden der USA, die ehemalige Sowjetrepublik Ukraine ebenfalls zu einem NATO-Mitglied zu machen. Deutschland, Frankreich und Spanien hatten es sich dann 2008 doch erst einmal anders überlegt. Und auch "der massive Widerstand der Bevölkerung" in der Ukraine, was einen möglichen NATO-Beitritt betrifft, so die Zeitung Die Welt, "spreche gegen die Aufnahme" (1.12.2008). Denn die Bevölkerung tendierte mehr Richtung Russland, weshalb der mit Russland kooperierende Präsident Janukowitsch 2010 auch die demokratischen Wahlen in der Ukraine, wenn auch knapp gewann.
Doch was sagen die westlichen Kriegseskalateure heute? Dazu der CDU-Außenpolitik-Experte Roderich Kiesewetter im Jahr 2022 im Einvernehmen mit den USA: "Russland muss sich zurückziehen, muss verlieren lernen wie Deutschland 1945." (ntv.de, 24.11.2022)
Solches sagt also heute ein deutscher Spitzenpolitiker, nachdem Deutschland von 1942 bis 1945 im 2. Weltkrieg Millionen Russen im Krieg ermorden ließ! Ca. 25 Millionen Russen kamen ums Leben, Soldaten und Zivilisten. Wie wäre es denn alternativ mit einem Rückzug der USA aus Ost- und aus Mitteleuropa, mit einem Stopp des NATO-Vormarsches in Richtung Russland, und wie wäre es mit einem fairen Interessenausgleich zwischen Russland und der Ukraine? Damit würde Russland wenigstens ein kleiner Teil der ihm anlässlich der deutschen Wiedervereinigung versprochenen Sicherheitsgarantien gegeben, nachdem der Westen bisher einen Wortbruch an den anderen gereiht hatte.

Kapitel 9
Deutschlands frühere Kriege gegen Russland, die Kriegsausweitung 2022 und die US-Geopolitik

Wie war es in der Vergangenheit? Kein Deutscher denke an einen Kompromiss gegen die terroristische Militärmacht in Russland, und der Krieg, "kann und darf nur mit dem Sieg enden", so die Worte des deutschen Propaganda-Ministers Josef Goebbels bei seiner bekannten "Sportpalastrede" am 18.2.1943 anlässlich des damaligen Krieges gegen Russland, die damalige Sowjetunion. (zit. nach https://theologen.files.wordpress.com)
Bereits im 1. Weltkrieg hatte der deutsche Militärpfarrer Schettler verkündet, unser "Gott" gebe den Menschen, was sie verdienen, und er habe das Gericht über Russland in die Hände Deutschlands gelegt, und der Kirchenmann nannte dafür auch gleich ein Beispiel: "Die Russen sind zu Tausenden in den Masurischen Seen zugrunde gegangen, fürchterlich war ihr Todesgeschrei."
(In Gottes Namen Durch – für die deutschen Streiter in Heer und Flotte, Berlin 1915, S. 40 ff.)
Deutschland hatte aber weder das zaristische Russland besiegt noch das stalinistische Russland. Doch jetzt heißt es aus deutscher Perspektive zum dritten Mal, Russland dürfe nicht siegen. Deshalb Waffen, Waffen, immer mehr Waffen aus dem Westen und vor allem auch aus Deutschland. Milliarden über Milliarden für unaufhörliche tägliche Kriegsmorde, für Vernichtung – und das alles mit der täglich wachsenden Gefahr eines atomaren Weltuntergangs. Denn, so beispielhaft der FDP-Chef und deutsche Finanzminister Christian Lindner schon am 2. Mai 2022: "Die Ukraine muss siegen, und sie wird gewinnen"
(https://twitter.com/c_lindner), und gleiches bzw. Ähnliches hörte man  aus den Reihen von CDU und SPD, bzw. den Grünen (Minister Robert Habeck am 14.10.2022: "Putin darf nicht gewinnen").
Dazu die Frage: Soll mit solchen und ähnlich denkenden Politikern in Deutschland nicht vor allem eine Expansions-Politik der USA zum Ausbau ihrer Weltherrschaft fortgesetzt werden? So zeigte sich zuletzt unter der Regierung von Präsident Joe Biden ein wesentliches Kriegsziel der USA, wie es der US-Geopolitiker George Friedman im Jahr 2015 formuliert hatte: Dass sich Deutschland und Russland niemals verbünden dürfen. Wörtlich: "
Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im 1. und im 2. Weltkrieg und im Kalten Krieg, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse war, sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt." (zit. nach freie-christen.com)

Kapitel 10
Zukunfts- und Friedenshoffnung unter der Regierung Schröder

Eine Zeitlang sah es allerdings ganz anders aus, nämlich unter dem deutschen Bundeskanzler Schröder, der bis zum Jahr 2005 regiert hatte. Und was wäre gewesen, wenn Russland und Deutschland damals ein grenzenloses Wirtschaftsabkommen zustande gebracht hätten, Deutschland und Russland und noch weitere Staaten eine einzige Freihandelszone?
Wäre es um diese Welt nicht um einiges besser bestellt? Auf jeden Fall hätten Europa als Ganzes und Deutschland im Besonderen sehr große Vorteile als Industriestandort in dem Haifischbecken der Weltwirtschaft. Niemand müsste frieren oder um seine Existenz fürchten wegen politischer skrupelloser Fehlentscheidungen oder um Machthabern in den USA die Füße zu küssen und Steuergelder zuhauf zu veruntreuen, zu Gunsten wiederum vor allem US-amerikanischer Energieriesen und Rüstungsindustrien. 

Die Bundesregierung unter Gerhard Schröder konnte im Jahr 2003 Deutschland auch noch aus dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak unter der Führung der USA heraushalten. Dieser wurde mit der Lüge begründet, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen. Und der Angriffskrieg und seine Folgen kosteten bis zum Ende der US-Besatzung einer halben Million Zivilisten das Leben, dazu unzählige Verwundete und bis heute Elend und Chaos. Andere Schätzungen liegen sogar noch deutlich höher. Den Untersuchungen zufolge können die meisten Opfer auf direkte Gewalteinwirkung wie Schüsse und Bombenangriffe zurückgeführt werden. Viele Opfer verstarben aber auch an indirekten Folgen wie dem Zusammenbruch der Infrastruktur für Trinkwasser, Ernährung, Verkehr und Gesundheit – Einzelschicksale meist unschuldiger Menschen, von denen man heute kaum mehr etwas hört. Und nach Ende des Krieges kam es in dem zerstörten Land bekanntlich zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, Tausenden von Terroranschlägen, weiteren Kriegshandlungen und unübersehbarer Gewaltkriminalität, bis heute.

Kapitel 11
Der grausame Irak-Krieg der "Willigen" mit Uranmunition

Besonders entsetzlich ist, dass die westliche "Koalition der Willigen" im Irak neben besonders grausamen Napalm-Bomben wie einst in Vietnam offensichtlich auch 1000 bis 2000 Tonnen panzerbrechende Uranmunition verwendet hatte, die Großbritannien im Jahr 2023 jetzt auch in die Ukraine liefert und die ukrainischen Soldaten für deren Einsatz ausbildet. Die Folgen des Einsatzes der Uran-Munition im Irak sind noch heute grausam. Der ARD-Weltspiegel berichtete dazu am 3.2.2013:
"Zehn Jahre nach dem Irakkrieg werden immer mehr missgebildete Kinder beerdigt. Das macht selbst Totengräber sprachlos: ‚Manchmal beerdigen wir Kinder mit vier Händen oder mit dreien. Manchmal haben die Körper zwei Köpfe. Es gibt jede Art von Missbildung, die man sich vorstellen kann. Manchmal ist der Kopf völlig deformiert, und die Augen liegen nicht vorn, sondern oben.`"
Der Neurochirurg Mahmood Swady erklärt in der Weltspiegel-Sendung: "Solche Kinder zu sehen, das ist … eigentlich unbeschreiblich." Und er ist sich sicher: "Die Krankheiten dieser Kinder sind eine Folge der Kriege im Irak." Bei den Kindern im irakischen Basra, wo besonders viel Uranmunition abgeschossen wurde, stiegen die Leukämiefälle nach beiden Irak-Kriegen um das bis zu 13-fache an.
Hinzu kommt: Einfache Schrotthändler versuchen seit Jahren, das Metall der zerstörten Panzer irgendwie noch zu verwerten. Schrotthändler wissen aber oft nichts von Uran und seinen Wirkungen. Ein renommierter Strahlenexperte hatte die radioaktive Belastung auf einem der zerstörten Panzer einmal gemessen: "Das ist ein Wert, der 180 Mal höher liegt als die natürliche Belastung."

Kapitel 12
Präsident George W. Bush macht sich über seine Kriegslüge lustig

Die der völkerrechtswidrigen und mit einer infamen Lüge begründeten Invasion des "willigen" Westens im Irak vorausgehenden Wirtschaftsanktionen der USA hatten bereits im Vorfeld grauenhafte Folgen: ca. eine halbe Million getötete Kinder als Opfer von Krankheit und Unterernährung. Das sei den Preis wert gewesen, so später zwischenzeitlich in einem Interview die damalige US-Außenministerin Albright.
Doch wer fragte damals, und wer fragt heute nach den Tätern, damals vor allem US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair? Für sie alle gilt die Gesetzmäßigkeit: Ihre Werke folgen ihnen nach. Auch wenn sie heute noch spotten und höhnen oder sich ihrer Verantwortung schlicht entziehen. 
So heißt es im Magazin Spiegel.online über George Bush während einer Veranstaltung im Weißen Haus im Jahr 2004: "Am 23. März 2004 trug George W. Bush einen Smoking mit Fliege und war bester Laune. Er hatte ein paar lustige Bilder mitgebracht und ein paar Witze. Und die Journalisten, die zu der feinen Veranstaltung in Washington gekommen waren, lachten mit. ´Diese Massenvernichtungswaffen müssen doch irgendwo sein`, sagte Bush mit diesem verrückten Grinsen, das er so gut beherrscht. Auf dem Bild, das Bush zeigte, war zu sehen, wie er unter seinen Möbeln im Oval Office mutmaßlich nach irakischem Giftgas sucht. ´… hier sind keine Massenvernichtungswaffen`, sagte Bush vor den anderen Fliegenträgern und kicherte in sich hinein und zeigte ein weiteres lustiges Bild und noch eins – zu dem Zeitpunkt waren schon weit mehr als 10.000 Iraker getötet worden, Zivilisten, Soldaten – irakische, amerikanische, britische – in einem Krieg, den es nicht hätte geben dürfen." (10.7.2016)

Und weiter heißt es bei spiegel.de: "Und Tony Blair? Was macht man mit einem Mann, der sagt, die Welt sei besser durch den Irakkrieg, mindestens 150.000 Tote später, während in Bagdad gerade mehr als 250 Menschen bei einem einzigen Anschlag ums Leben gekommen sind, verübt durch eine Terrorgruppe, die erst entstand in den Ruinen eines Irak … Der verbrecherische Krieg gegen den Irak, den Bush und Blair 2003 gewollt und bekommen haben, hat die Welt verändert wie wohl kein anderer Krieg seit 1945 – er zeigt das westliche Bündnis als Schurkenmacht. Bush, Blair und die anderen müssen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, sie stehen nicht über dem Gesetz."

Was bekanntlich nie geschah. Die USA erkennen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nicht an, wenn es um US-Bürger geht, und die Briten führten lieber eigene Untersuchungen durch, von denen man bald aber nichts mehr hörte.
Doch gegen den russischen Präsident Putin stellte der Chefankläger dieses Strafgerichtshofs, der bezeichnenderweise aus Großbritannien stammt, 2023 sehr wohl einen Haftbefehl aus wegen Evakuierungen von Kindern und Jugendlichen aus Kriegsgebieten in Regionen Russlands außerhalb der Kampfgebiete. Deren Rückkehr ist bisher vielfach daran gescheitert, dass die ukrainische Armee im Krieg mehrere Wohnorte der Kinder inzwischen zurückerobert hat und in diesen Orten wieder die andere Kriegsseite das Sagen hat. Die dadurch zwischenzeitlich entstandenen persönlichen Dramen sind jedoch etwas anderes als Verbrechen an Hunderttausenden getöteter Kinder im Irak unter der Befehlsgewalt des US-amerikanischen und britischen Staatschefs.
Dazu die Frage und ein erneuter Blick in den Spiegel zur Selbsterkenntnis: Wie hätte der Westen wohl die Weltöffentlichkeit aufgehetzt und wie hätte man reagiert, wenn Russland solches getan hätte wie die USA und ihre Verbündeten im Irak?

Kapitel 13
Der Krieg Georgiens in Süd-Ossetien mit Unterstützung der USA als Auftakt zu heutigen Eskalation

Doch weshalb ging und geht die Weltöffentlichkeit über die US-Aggressionen der vergangenen Jahrzehnte meist einfach hinweg, während Russland fast immer nur die Rolle des bösen Sündenbocks zugesprochen wird?
Hiroshima, Vietnam, Irak – später auch noch Serbien, Libyen, Afghanistan, Syrien … alles wurde von den jeweiligen Regierungen der USA als Aggressor niedergewalzt und vernichtet. Auch die östliche Seite hat natürlich ihre Gewaltgeschichte. Doch woher kommt dieses bizarre Ungleichgewicht, was die Bewertung und die historische Erinnerung angeht?
Ein drastisches Beispiel für dieses Ungleichgewicht, bis hin zur Lügenhaftigkeit, ist der kurze Krieg zwischen Russland und Georgien im Jahr 2008.

Am 7. August 2008 griff das Militär Georgiens über Nacht die autonome Republik Südossetien an, die von Georgien als Teil seines Staatsgebietes beansprucht wird, obwohl die überwältigende Mehrheit der Osseten das nicht will. Südossetien war, gleich dem benachbarten Abchasien, niemals Georgien beigetreten und hatte sich im Verlauf der jüngeren Geschichte schon mehrfach zu einem unabhängigen Staat erklärt, zu UdSSR-Zeiten bereits zu einer unabhängigen Sowjetrepublik. Doch auf Anordnung des Diktators Stalin mussten sich die Süd-Osseten beugen, als autonomes Gebiet innerhalb der Sowjetunion von der Sowjetrepublik Georgien zumindest mit verwaltet zu werden. Doch gleich nach der Auflösung der UdSSR an Weihnachten 1991 entschieden im Jahr 1992 erneut 90 % der Süd-Osseten, dass sie sich in Zukunft Russland anschließen möchten, so wie bereits Nordossetien ebenfalls ein Teil Russlands ist. Es geht also auch um eine Wiedervereinigung eines Landes und deren Familien. Und im Jahr 2006 haben die Süd-Osseten in einer erneuten Volksabstimmung diesen Willen noch einmal bekräftigt. Doch was das Volk demokratisch wollte, wurde vom NATO-Aufnahme-Kandidat Georgien von Anfang an ignoriert, und es kam in der Folge immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Eine Waffenruhe wurde von der Russischen Föderation und Georgien schließlich jahrelang gemeinsam überwacht – bis Georgien an eben diesem Augusttag im Jahr 2008 erneut einen offenen Krieg gegen Ossetien begann, der allerdings "ungerechtfertigt" war, so im Jahr darauf eine Untersuchung im Auftrag der Europäischen Union unter Beteiligung von 30 westeuropäischen Militär-, Gesetzes-, und Geschichtsexperten.

Was dabei von erheblicher Bedeutung ist: Längere Zeit vor dem Krieg hatten sich die USA in Georgien festgesetzt. Und für diesen Krieg wurden georgische Soldaten, die im Irak im Auftrag der westlichen Kriegsmacht Teile des Irak kontrolliert hatten, eigens nach Georgien für die Invasion in Süd-Ossetien zurück geflogen; und zwar unter der 2004 neu eingeführten Flagge Georgiens aus den fünf roten Georgskreuzen auf weißem Untergrund – bis heute die gleiche Flagge, mit der auch die mörderischen Kreuzfahrer der katholischen Kirche im 11. Jahrhundert Jerusalem erobert hatten und dort eines der grausamsten Blutbäder der Geschichte angerichtet hatten.
Über den Hunderte von Toten fordernden Überfall Georgiens auf die Hauptstadt Süd-Ossetiens im August 2008 schrieb spiegel.de: "Die Invasoren, die am frühen Morgen des 8. August auf US-Jeeps ins zerbombte Zchinwali hineinfahren, tragen Uniformen und Stahlhelme ´made in USA`. Viele von ihnen sind von US-Offizieren ausgebildet worden oder haben im Irak als Waffenbrüder der Amerikaner gedient." (26.8.2008)

Die unter anderem mit deutschen Sturmgewehren ausgerüsteten Invasoren hatten einmal mehr versucht, die südossetische Bevölkerung, deren eindeutige Volksabstimmungen der Westen immer ignorierte, zu unterwerfen: Häuser wurden in der Nacht zerbombt, "Frauen und Kinder ermordet, Kirchen voller Flüchtlingen angezündet und ganze Dörfer niedergewalzt", so der russische Botschafter lt. spiegel.de (15.8.2008), und Zehntausende Osseten sind nach Russland geflohen Und ein georgischer Minister brüstete sich Medienberichten zufolge sogar, dass die Georgier eine ganze russische Division der Friedenstruppen "ausgelöscht" hatten. Doch Russland, das den Osseten zu Hilfe geeilt war, stoppte nach fünf Tagen durch sein militärisches Gegengewicht den Krieg Georgiens.
Dies führte jedoch zu heftigsten Anschuldigungen gegenüber Russland durch die USA und den Westen, die hier keinerlei russische Einmischung mehr auf dem Boden der früheren Sowjetunion dulden wollten. Dabei beschuldigte der spätere offizielle Kriegsbericht der OSZE, also der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, vor allem den Angreifer Georgien massiv, zum Beispiel Zivilisten im Schlaf überfallen und ermordet zu haben, und er sprach von möglichen georgischen Kriegsverbrechen, bevor Russland die Invasion stoppte. Der vom Westen beherrschte Europarat in Straßburg forderte trotzdem in umgekehrter Richtung eine Bestrafung von Russland. Und die US-Außenministerin Condoleeza Rice ließ damals selbstherrlich verlauten: "Die Russen fangen an zu verstehen, dass sie für diese Art von Verhalten bezahlen müssen". (focus.de, 5.9.2008)

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte bereits zuvor die heuchlerische aggressive Arroganz des Westens mit den Worten beschrieben: "Die Nato behandle Russland wie ein Kind, das diszipliniert werden müsse" (spiegel.de, 19.8.2008). Und daran hat sich bis heute [2025] grundsätzlich nicht viel geändert. Außer dass man behauptet, dass sich das einst angeblich undisziplinierte Kind nun zum terroristischen Feind und Kriegsverbrecher entwickelt habe, der wirtschaftlich ruiniert und militärisch besiegt gehöre.
Doch wie hätten die USA wohl reagiert, wenn in einer vergleichbaren Situation umgekehrt nicht nur der Bevölkerungswille ihrer Verbündeten niedergebombt worden wäre, mit Hunderten von toten Frauen, Kindern und Männern, sondern wenn darüber hinaus die Soldaten einer US-amerikanischen Schutz- und Friedenstruppe von einer mit Russland verbündeten Armee liquidiert worden wären?
Die für die Tötung der russischen Soldaten verantwortliche kriegerische pro-westliche Regierung in Georgien hatte jedoch vom Westen nichts zu befürchten, im Gegenteil: Der georgische Oppositionspolitiker Chatschiswili klagte: "Unser Land, unsere Hauptstadt Tiflis befinden sich faktisch in den Händen der US-Regierung." (spiegel.de, 15.9.2008)


Doch es ging den USA nicht um das Wohl von Georgien oder Ossetien, sondern um knallharte Geopolitik, um die nächste Stufe der NATO-Osterweiterung. Und es ging den USA damit um ein neues Kettenglied eines von der NATO beherrschten Gürtels von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer – um ein Bollwerk, um von dort dann eventuell weitere Eskalationsschritte vollziehen zu können. Der georgische Präsident Saakaschwili höhnte in einer, so
spiegel.online, "demagogisch nationalistischen" Rede, Georgien sei Vorposten im "Kampf gegen Russland". (12.8.2008)
Der georgische Präsident hatte zuvor mit einem Stipendium in der US-Hauptstadt Washington studiert und dort seinen juristischen Doktorhut erworben, und er wurde für sein pro-westliches Engagement in seinem Präsidentenamt 2005 von Hillary Clinton sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.
"Heute stehen wir an vorderster Front zwischen Europa und Russland", so der georgische Kandidat für eine westliche "Friedenskarriere" drei Jahre später, Georgien sei, so Saakaschwili, die "Grenze zwischen Gut und Böse", und "wir werden siegen" (spiegel.de, 13.8.2008). Einige Jahre später wurde der Präsident wegen Amtsmissbrauch dann allerdings von der Nachfolgeregierung verhaftet, ließ sich dann aber in die Ukraine einbürgern, um von dort seine Kriegsbesessenheit gegen Russland fortsetzen zu können. Präsident Selenskyj bot ihm 2020 sogar das Amt des stellvertretenden Premierministers der Ukraine an, doch bei einem Besuch in Georgien wurde er 2021 erst einmal wieder verhaftet.

Kapitel 14
Eurasien – "Schachbrett um die globale Vorherrschaft"

Im Jahr 2008 war Saakaschwili der ideale Vasall der USA gewesen und deren Strategie der Vorherrschaft, so wie es im Untertitel des Buches des langzeitigen US-Chef-Strategen Zbigniew Brzezinski heißt: Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft. Darin wird Russland unter anderem als ein "überflüssiges Land" bezeichnet. Für die "einzige Supermacht" USA sei die Region, in der Europa auf Asien stößt, das "Schachbrett, auf dem sich auch in Zukunft der Kampf um die globale Vorherrschaft abspielen wird", so der US-Stratege wörtlich (Berlin 1997, S. 74 f.). Und nach Georgien hatten die USA dann in diesem Sinne schon die Ukraine als nächstes Ziel für die globale Vorherrschaft auf dem Schirm.

Was solche Geopolitik unmittelbar an der Grenze zu Russland heute aktuell beinhaltet, beschreibt z. B. ein Artikel in der New York Times vom 15.11.2022: "
Die Ukraine ist zu einem Testgelände für hochmoderne Waffen und Informationssysteme sowie für neue Wege bei ihrer Verwendung geworden, von denen westliche Politiker und Militärkommandanten vorhersagen, dass sie die Kriegsführung für kommende Generationen prägen könnten."
Zum Vergleich: Die NATO gab schon 2023 ca. 18 mal so viel für Waffen und Rüstung aus als Russland, während man gleichzeitig wegen fehlender finanzieller Mittel schamlos täglich Zehntausende Menschen an Hunger und den Folgen von Unterernährung sterben lässt. Allein die USA haben ein Netz von ca. 1000 Militärstützpunkten weltweit aufgebaut, Russland demgegenüber nur ca. 20. Und die USA sind weiterhin die treibende Kraft für ein beispielloses in die Billionen gehendes Wettrüsten, das Anfang 2025 in den westlichen Ländern in bisher noch ungeahnte Dimensionen weiter eskaliert.

Kapitel 15
Neue Hochrüstung gegen Russland

Nahezu zeitgleich mit dem Angriff des NATO-Beitrittskandidaten Georgien in Ossetien im Kaukasus hatte die USA auch ein neues Kapitel des atomaren Wettrüstens begonnen. Am 14. August 2008 wurden in Warschau von US-Außenministerin Condoleeza Rice die Raketen-Verträge zwischen Polen und den USA über das Patriot-Raketenabwehrsystem feierlich unterzeichnet.
Der frühere georgische Präsident Schewardnadse warnte deshalb eindringlich vor einem neuen nun von den USA begonnenen "Kalten Krieg". Dieser drohe aber nicht wegen der Ereignisse im Kaukasus, sondern, so Schewardnadse wörtlich, er "ist doch schon längst von den USA angezettelt (worden) durch den so genannten Raketenabwehrschirm der Amerikaner in Tschechien und Polen" (sueddeutsche.de, 17.10.2010) – was laut Militärexperten zum Beispiel den Sinn haben soll, einen großen Krieg konventionell gewinnen zu können, da man mit diesem Abwehrschirm gegnerische Atombomben ausschalten könne. Jetzt gebe es eine "neue Runde des atomaren Wettrüstens durch die USA", so Eduard Schewardnadse weiter. Und diese sei "gegen Russland" gerichtet, so die einhellige Sichtweise im Osten. Alle Versuche des russischen Präsidenten Wladimir Putin, im Vorfeld durch Alternativvorschläge zu einem Einvernehmen mit der NATO zu kommen, ließen die USA und ihre Vasallen in den Wind schlagen und den Russen zynisch ausrichten, die neue Hochrüstung in Richtung Osten sei doch angeblich nur für die Abwehr von "Schurkenstaaten" wie dem Iran gedacht.

Auch neutrale Militärexperten sehen das jedoch völlig anders. Hans-Joachim Schmidt von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung stellte Ende des Jahres 2008 fest, dass das Interesse der US-Regierung an einer Rüstungskontrolle auch vor der Georgien-Krise schon gering gewesen war. Wörtlich: "Washington setzt auf seine globale militärische Stärke und ist zu gleichberechtigten Rüstungskontrollabkommen nicht bereit." (zit. nach dw.com, 9.10.2008)
Deshalb wiederum die Frage an die Vertreter einer vom Westen so heuchlerisch beschworenen "wertebasierten Weltgemeinschaft": Was wäre, wenn sich Russland genauso verhalten würde?

Kapitel 16
Klare Worte aus dem Westen 2008: "Wir haben den Rubikon überschritten" – Das heißt: Der große Krieg beginnt

Der polnische Präsident Donald Tusk war immerhin ehrlich genug, um im Zusammenhang mit dem neuen US-Raketenabwehrschirm in Polen und Tschechien 2008 zuzugeben: "Wir haben den Rubikon überschritten" (welt.de/politik/arti2329334, 15.8.). Diese Aussage ist in hohem Maße bedeutsam. Denn "Wir haben den Rubikon überschritten" – dieser Satz wurde durch den römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar zu einem historischen Wort. Er bedeutete damals Krieg. Cäsars Truppen überschritten den Fluss Rubikon und vernichteten daraufhin die Republik in Rom und eroberten anschließend ganz Italien und Spanien. Der Rubikon markierte also eine rote Linie. Wenn diese Linie bei einem Vormarsch oder einer Erweiterung des militärisch kontrollierten Gebietes überschritten werde, dann wird keine Verständigung mehr angestrebt, sondern Eroberung. "Wir haben den Rubikon überschritten" bedeutet im historischen Kontext übersetzt also: Der Krieg beginnt. Das war, wie gesagt, 2008.
Fragen wir uns an dieser Stelle erneut ernsthaft und stellen uns einmal vor: Was wäre, wenn der Osten seine militärischen und wirtschaftlichen Ambitionen immer weiter nach Westen hätte ausdehnen können? Also eine permanente Westerweiterung des Ostens. Hätten die USA und NATO stillgehalten und nur gewarnt, wie Wladimir Putin es wegen der Osterweiterung der NATO immer wieder, 20 Jahre lang, getan hat?
Oder hätten aggressive Kreise der USA schon frühzeitig einen sich zum Atomkrieg ausweitenden großen Krieg angezettelt, um ihre zu aller Gewalt und Grausamkeit fähigen Persönlichkeiten zu präsentieren, wie die Geschichte vielfach beweist? Und denen das Leben von Mensch, Natur und Tieren womöglich nur im allerengsten Umfeld von Bedeutung ist. Erbärmlich ist das menschliche Ego, je erbärmlicher, je mehr es sich aufplustert und faktisch mit einem atomaren Weltuntergang kokettiert.

Kapitel 17
Jetzt gerät die Ukraine ins Visier des kriegerischen Westens

Russische Experten sagten schon damals, im August 2008, voraus, und, Zitat der Nachrichtenagentur Ria Novosti, dass "die USA als nächstes in der Ukraine versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit Russland zu provozieren" (14.8.2008). Und genauso kam es. Und Zbigniew Brzezinski kündigte in seinem Buch Amerika – die einzige Weltmacht auch eine weitere Stufe dieser Kriegs- und Schlachtpläne an, die so genannte "Umwandlung Russlands". Wörtlich schrieb er schon im Jahr 1997: "Die Ukraine … ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt." (Berlin 1997, S. 74 f.)
Zur Umwandlung wohin?
Zu einem weiteren US-amerikanischen Vasallen, auf dessen Bodenschätze und Reichtümer man dann auch Zugriff hätte? Könnte man sagen, die Macht des Westens will nichts anderes, als sich die Macht des Ostens einzuverleiben?
Und ganz im Sinne dieser Militärdoktrin pumpte die USA 2013 zunächst fünf Milliarden Dollar in den gewaltsamen Maidan-Aufstand in Kiew mit dem Ziel des Regierungsumsturzes. Der
ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger betrachtete den von den USA nachweislich mitbetriebenen "Regime Change" in Kiew dabei als "Generalprobe" für das, "was wir in Moskau tun möchten", so in einem CNN-Interview ca. drei Wochen vor dem Putsch (CNN, 2.2.2014, zit. nach pressenza.com). Doch, so der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine in einem Interview ca. acht Jahre später, am 27.11.2022: Bisher sei es ihnen – den Amerikanern – noch nicht gelungen, "besser an die russischen Rohstoffe heranzukommen". (zit. nach deutsche-wirtschaftsnachrichten.de)

Kapitel 18
Die Putschlügen vom Kiew – Wer erschoss die Demonstranten?

Die nationalistische Erhebung in Kiew gegen die dortige demokratisch gewählte Regierung war also im Interesse der USA und der EU gegen die langjährigen gutnachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine gerichtet, auf deren Beseitigung man abzielte. Als sich aber Mitte des Monats Februar 2014 unter Vermittlung von Russland, Deutschland und Frankreich eine Regierung der nationalen Einheit gebildet hatte aus Vertretern der Aufständischen und der bisherigen Regierung, waren die Putschpläne plötzlich gefährdet.
Dann geschah Folgendes: Scharfschützen aus von Aufständischen kontrollierten Gebäuden erschossen nicht nur ukrainische Polizisten und Ordnungskräfte, sondern auch viele Demonstranten. Dies wurde von den pro-westlichen Agitatoren dann aber sofort der bisherigen Regierung in die Schuhe geschoben – aufgrund der äußeren Umstände offensichtlich eine der unzähligen Kriegsunwahrheiten, was aber wiederum zur Folge hatte: Regierungsgebäude wurden gestürmt, die bisherigen Regierungsvertreter mussten fliehen, und die Regierung der nationalen Einheit war folglich nach wenigen Stunden gescheitert. Oder anders formuliert: Gewaltsamer undemokratischer Umsturz und "Regime Change" waren entsprechend den damaligen Vorherrschaftsplänen der Weltmacht USA erfolgreich. Und die USA hatten auch bereits die zukünftigen maßgeblichen Vertreter der Übergangsregierung ausgesucht.

Kapitel 19
Die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele von Sotschi im Jahr 2014

Blicken wir nur wenige Kilometer weiter: Einen Tag später, am Abend des 23. Februar 2014, hatte Russland in Sotschi am Schwarzen Meer eine emotionale Abschiedsfeier der zu Ende gehenden Olympischen Winterspiele 2014 organisiert. Russland verabschiedete in einer weltweiten TV-Übertragung die Völker und Länder der Erde, deren Flaggen im Olympiastadion von Sotschi feierlich aufgereiht waren. Ein freundlicher überlebensgroßer russische Bär auf Schlittschuhen und mit einer Träne in den Augen löschte das Olympische Feuer, und auf das Eis strömende Kinder hielten dafür ihre brennenden Kerzen hoch wie zum Zeichen des weiterhin brennenden Lichts, des Friedens und der weltweiten Verbundenheit. Dazu erklang feierliche Musik des russischen Komponisten Tschaikowski. Präsident Putin war ebenfalls im Stadion, und seine Sorgen vor dem Kommenden schien man ihm trotz der rührenden Inszenierung für die Menschen in aller Welt anzumerken.
In der Antike galt die Vereinbarung, dass während der Olympischen Spiele alle Kriegshandlungen eingestellt werden. Und heute? Die Spiele wurden in Russland monumental und feierlich beendet. Doch was würde nun der kommende Tag bringen?

Kapitel 20
Antwort des Westens: Sofortige Anerkennung der nationalen und faschistischen Putsch-Regierung der Ukraine

Schon wenige Stunden später kam die Antwort des Westens: Am Morgen des 24. Februar wurde die unter maßgeblicher Regie der USA von den Aufständischen aus Nationalisten und Faschisten zusammengestellte neue Regierung in Kiew von den USA und von den Ländern der Europäischen Union sogleich als rechtmäßig anerkannt. Viele Aufständische hatten im Vorfeld schon vom Krieg gegen Russland gegrölt, und der vier Jahre zuvor demokratisch gewählte und auf Vermittlung zwischen Ost und West bemühte Präsident Janukowitsch war bereits auf der Flucht Richtung Russland. Und auch die russischsprachige Minderheit in der Ukraine war sogleich heftigen Schikanen und Diskriminierungen ausgesetzt.

Doch Russland ergab sich nicht wehrlos in diesen auch gemäß den Gesetzen der Ukraine verfassungswidrigen Sturz des gewählten Präsidenten und holte sich nach wenigen Tagen auf unblutige Weise die überwiegend von Russen bewohnte Halbinsel Krim zurück, die 1954 vom ukrainisch-sowjetischen Diktator Chruschtschow auch nach damaligen Maßstäben irregulär aus Russland herausgelöst und der Sowjetrepublik Ukraine übereignet worden war. Doch das Verständnis für die Reaktion Russlands war im kriegerischen Westen gleich Null. Stattdessen eskalierte man die Konfrontation mit neuen Russland-Sanktionen. Der katholische damalige US-Außenminister der Obama-Regierung John Kerry kommentierte die Ereignisse jetzt entlarvend mit den Worten, die Zeit für einen Kurswechsel Russlands laufe nun ab. Russlands Zeit läuft ab – so dementsprechend die Schlagzeile in einer deutschen Zeitung vom 25. April jenes Jahres 2014.

PS: Informationen zum Konflikt um die Halbinsel Krim lesen Sie auch hier 

 Kapitel 21
2014: "US-Kongress erklärt Russland den Krieg"

Eine noch heftigere Kriegserklärung der USA an Russland folgte dann Ende des Jahres 2014. Der US-Kongress forderte bei nur zehn Gegenstimmen weitere Eskalationen in der Ukraine, nun auch gegen die mit Russland verbündeten ostukrainischen Republiken, die sich den Nationalisten in Kiew ebenfalls nicht unterwerfen wollten. Es ging vor allem um massive Waffenlieferungen an die nationalistische Regierung für den Bürgerkrieg, der weit über 10.000 Ostukrainern das Leben kosten sollte. Bei focus.de ist am 9.12.2014 über die Kongressabgeordneten der USA zu lesen: "Allen voran rufen sie den US-Präsidenten auf, die Ukraine mit tödlichen und nicht-tödlichen Waffen zu versorgen, Militärtrainings zu ermöglichen und die Sanktionen zu verschärfen."
Und so geschah es.
Nach Analyse des republikanischen Ex-Präsidentschaftskandidaten Ron Paul bedeutete diese Entscheidung der Abgeordneten unmissverständlich: "US-Kongress erklärt Russland den Krieg."

Eine neue Phase des US-Weltherrschaftswahns mit bislang bereits Hunderttausenden, ja Millionen von Todesopfern, darunter unzähligen Zivilisten, hatte nun unter Präsident Barack Obama begonnen. Und Wladimir Putin kam im Vergleich zu den aggressiven US-Präsidenten und ihrem Gefolge, das auch noch behauptet, "christlich" zu sein, wahrlich anders daher.

Zu den Kriegseinheizern auf Seiten der US-Vasallen gehörte und gehört auch der katholische polnische Friedensnobelpreisträger und ehemalige Regierungschef Lech Walesa. Er forderte nun massive weitere Aufrüstung des Westens mit noch mehr Atomwaffen. Lech Walesa wörtlich gegenüber der italienischen Zeitung La Stampa: "Wenn Putin uns mit Worten wie 'Vorsicht, ich habe Atomwaffen' bedroht, dann muss die Nato bereit sein zu antworten: ´Wir haben doppelt so viele.`"
(zit. nach bild.de, 6.10.2014)

Kapitel 22
Was wäre, wenn sich Russland nur annähernd so verhalten hätte wie die USA?

Auch hier würde eine Spiegelübung zur Selbsterkenntnis helfen für Staatsbevollmächtigte und Kriegstreiber – und für alle, die durch ihre permanente Eskalation die Welt in Richtung eines atomaren Untergangs treiben. Und die Übung beinhaltet die Frage: Was wäre wohl geschehen, wenn Russland nach seinem Rückzug 1962 wieder zurück nach Kuba gekommen wäre, um dort dann doch noch militärische Stützpunkte aufzubauen?
Was wäre, wenn Russland darüber hinaus verschiedene Länder Süd- und Mittelamerikas militärisch aufgerüstet hätte, zum Beispiel Venezuela oder Bolivien?
Und was wäre geschehen, wenn Russland die Grenzländer der USA, also Kanada und Mexiko, als militärische Verbündete gewonnen hätte?
Also eine Westerweiterung des Ostens bis an die Grenzen der USA, unmittelbar an die Städte Washington oder New York heran.
Fragen über Fragen. Was ist daran spiegelbildlich anders, als die Osterweiterung der NATO, wenn es um Russlands Interessen bezüglich seiner Sicherheit und bezüglich des Krieges in der Ukraine geht?
Hätten die USA auch so lange stillgehalten wie Wladimir Putin, der immer wieder still hielt trotz des wiederholten und systematischen Wortbruchs der NATO in Sachen Osterweiterung?
Oder wäre die Zivilisation dann nicht schon längst in einem atomaren Inferno versunken?
Wladimir Putin fasste die Ziele des Westens am 20. September 2022 in einer Rede an die Nation mit folgenden Worte zusammen:
"Das Ziel des Westens ist es, unser Land zu schwächen, zu spalten und schließlich zu zerstören. Sie sagen bereits, dass sie 1991 in der Lage waren, die Sowjetunion aufzulösen, und dass nun die Zeit für Russland selbst gekommen ist, dass es sich auflösen soll. Und das planen sie schon seit langem." (zit. nach diepresse.com, Wien, 21.9.2022)

In der Zwischenzeit eskalierte der Krieg in der Ukraine weiter. Und hier könnten auch die dem Westen angehörenden UNO-Botschafter einmal in den Spiegel schauen. Auf ihren mehrheitlich gefassten Beschluss am 14.11.2022, eine Resolution anzunehmen, wonach Russland zur Wiedergutmachung für die Kriegsschäden in der Ukraine entsprechende Reparationszahlungen leisten müsse, antwortete der ehemalige russische Präsident und zu dem Zeitpunkt stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrats Medwedew auf seinem Telegram-Kanal am 14.11.2022 den Botschaftern: "Sie sollten die gleiche Empfehlung zur vollständigen Wiedergutmachung der Schäden annehmen, die die Vereinigten Staaten Korea, Vietnam, Irak, Jugoslawien und vielen anderen Ländern zufügten, die unter den Amerikanern und der NATO litten."

Kapitel 23
Die westliche Geringschätzung des Völkerrechts

Doch wie immer reagierten die westlichen Staatsbevollmächtigten Tag für Tag nur mit weiteren wüsten Beschimpfungen Russlands, mit Verhöhnungen und Kriegsunwahrheiten und -lügen. Die gottlose westliche Allianz von Staat, Kirche und Medien dreht sich dazu Argumente, wie sie ihr passt, auch gegen das von ihnen so gern in den Mund genommene "Völkerrecht". So wie zum Beispiel 2013 im Angriffskrieg gegen Syrien auch erwogen wurde, dass sich – wenn man im Irak oder in Afghanistan bessere Erfahrungen damit gemacht hätte – Zitat, "um das Völkerrecht wieder zu umgehen, auch eine Koalition der Willigen oder die NATO selbst mandatieren könnte" – so der damalige außenpolitische Sprecher der CDU Philipp Mißfelder. (zit. nach bild.de, 27.8.2013)
So ähnlich eben wie bereits 2003 im Irakkrieg – ein Verhalten, das die willigen westlichen Kriegskoalitionäre Russland natürlich von vorneherein verbieten – unter Androhung schlimmster Folgen wie massiven Sanktionen. Nur sie nehmen sich das gegebenenfalls heraus, auch gegen das Völkerrecht zu agieren, wenn sie das eben so wollen.
Dabei geht es immer ums Beute machen, damals auch um syrische Ölfelder, die bis heute unter Kontrolle der USA stehen und von diesen ausgebeutet werden. Es geht um die Ausweitung der eigenen imperialen Herrschaft.

Kapitel 24
Die endzeitliche Völkerschlacht von "Armageddon" – Die Teufel versammeln die Staatenlenker zum Krieg

Und das alles zählt auch zu den Hintergründen der westlichen Kriegsführung in der Ukraine. Die Täter nennen sich meist auch noch "christlich". Doch was sind sie wirklich?
Amerika – deine Doppelbödigkeit, Verschlagenheit und deine simple Kriegslüsternheit, wie sie sich bisher zeigten, sind Gott, dem Ewigen, ein Gräuel.
In ihren eigenen Bibeln steht, wohin diese Kriegslüsternheit früher oder später führt, und zwar in der Apokalypse des Gottespropheten Johannes. Dort ist zu lesen: "Es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf." (Ofb. 16, 14)
Und sie versammeln sich "an einem Ort, der heißt auf Hebräisch Armageddon" (V. 16). Und nach Ankündigung der Völkerschlacht sieht Johannes weiter voraus: "Und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind – ein solches Erdbeben, so groß. Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein … Und alle Inseln verschwanden und die Berge wurden nicht mehr gefunden." (V.18.20)
Die Zeichen der Zeit zeigen es auf: Amerika, Amerika, du zündelst am atomaren Armageddon. Deine Raubgier und deine Hybris schreien von ganz unten zum Himmel, wie sich vielfach aufzeigen lässt. Und könnte man es nicht so sehen? Weil du in Wirklichkeit am Ende bist, schlägst du wie ein Ertrinkender um dich? 

Kapitel 25
Beuge die Knie, Amerika!

Die vom Seher und Propheten Johannes so vorhergesehene Entfesselung der Teufelsgeister lässt auch die Frage hochkommen: Wo der religiöse Teufel in dieser Welt seinen Sitz hat, ist vielen bekannt, doch wo hat dann der politische, der wirtschaftliche Teufel seinen Hauptsitz? Die Auflösung des Rätsels findet im eigenen Gehirn statt. Bewusstsein ist gefragt: Bewusstsein achtet das Leben in allen Lebensformen.

Offensichtlich ist: Die Geschichte der USA und auch ihre Zukunft ist geprägt von Menschen mit unterweltlichem Ego-Intellekt, aber kaum mit Bewusstsein. Armes Amerika.
Das Bewusstsein hat nichts mit Intellekt zu tun und mit egobezogener gegen den Nächsten gerichteten Intelligenz schon gar nicht, denn die ist ohnehin des Teufels. Deshalb an dieser Stelle ein Aufruf [2023]: Beuge die Knie, Amerika, dass du Erbarmen findest vor Gott, dem Ewigen, denn du hast dein Konto völlig überzogen. Amerika, nutze deine letzte Chance zur Umkehr, und lenke ein in den Frieden, du wirst keine weitere Chance mehr bekommen. Denn es ist aus. Der Vorhang fällt und zeigt auf, wer die Ursachen setzte und die Wirkungen erleidet.

Das Gesetz von Saat und Ernte, das ebenfalls in allen Bibeln nachlesbar ist, "Was der Mensch sät, das wird er ernten" wird über die Phalanx der Gewalt das bringen, was diese zuvor anderen angetan hat, einschließlich dem Grauen an der Mutter Erde mit ihren Tieren, Pflanzen, Mineralien und allen Lebensformen. Die Phalanx der Gewalt hat sich schon jetzt milliardenfache Schuld aufgeladen, und von System zu System im Laufe der Zeiten wurden sie grausamer und brutaler. Jetzt fährt der Zug der Phalanx in Richtung atomarem Weltuntergang. Friedensgespräche werden kategorisch abgelehnt. Erst müsse der so genannte Feind kapitulieren, sonst drohe ihm womöglich der präventive Ersteinsatz von Atombomben
abgesegnet auch von der Theologie, denn, so namhafte Theologen aus der westlichen Gewalt-Phalanx: Der "Schrecken eines Atomkriegs" gehe ja im Gegensatz zur dogmatisch festgeschriebenen angeblichen ewigen Verdammnis aller Ungläubigen vorüber, sei also gar nicht so schrecklich (vgl. hier).

Der Teufel in der Religion und der Teufel in der Politik – sie arbeiten Hand in Hand, folgen sie doch beide dem, den Jesus von Nazareth schon als den Gott der Religionsführer Seiner Zeit entlarvt hatte mit den Worten: "Ihr habt den Teufel zum Vater und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge. Mir aber glaubt ihr nicht, weil ich die Wahrheit sage." (Johannes 8, 44)
Unter der Inspiration des Vaters der Lüge, der ein Mörder war von Anfang an, steigt die Wahrscheinlichkeit eines weltweiten Atomkriegs und eines atomaren Weltuntergangs von Tag zu Tag.
Doch welche Möglichkeiten haben Bürger eines Landes wie Deutschland überhaupt, sich gegen die atomare Weltunterganspolitik einer Regierung zu artikulieren, um, wenn möglich, einen weltweiten atomaren Schlagabtausch zu verhindern, wenn sich das ganze Bundeskabinett in einer Blase von den USA gewünschten Kriegshysterie befindet und sich als eine Clique primitivster Kriegspropagandisten präsentiert?

Kapitel 26
Teuflische "neue Weltordnung" oder Umkehr zur Lehre von Jesus, dem Christus

Während Jesus von Nazareth in Seiner Bergpredigt den Weg des Friedens aufzeigte, indem erst der Balken im eigenen Auge erkannt und entfernt werden müsse, bevor man den Splitter im Auge des Nächsten entfernen will, halten es Politiker unzähliger Länder von Anfang an gegenteilig und noch viel schlimmer, obwohl sich die meisten von ihnen "christlich" nennen, womit sie einmal mehr auch Christus verhöhnen. Der russische Präsident sei der Böse, man selbst sei der Gute, so ihre Propaganda. Doch der Blick in den Spiegel zeigt, welche teuflische Grauen man selbst auf dem Gewissen hat, während der angeblich Böse Vergleichbares im Lauf seiner Geschichte ein um das andere Mal nicht getan hat. Von wem ging also jeweils das Übel aus?

Zumindest einmal vorsichtig in den Spiegel zu schauen und vielleicht ansatzweise den eigenen Bösartigkeiten, Heucheleien und Lügen auf die Spur zu kommen, kommt offenbar nicht in Frage. Voller Rechthaberei und Selbstgerechtigkeit treiben die Politiker und Medienmächtigen die Heuchelei auch durch eine Doppelmoral auf die Spitze: Wenn der Gegner etwas tut, was einem nicht gefällt, sei es böse. Tut man es aber selbst und treibt man es dabei um ein Vielfaches schlimmer, sei es angeblich doch nur, um das Böse zu bekämpfen.

Deutschland liefere solange Waffen, Waffen und noch mal Waffen im Wert von Milliarden an die Ukraine, wie diese von den dortigen Nationalisten angefordert werden. Und das sei ja sinnvoll, weil dadurch angeblich Leben gerettet werden, so die entsetzliche Logik der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock, deren verlogener Inhalt sich an jedem Tag mehr erweist. Denn der Krieg eskaliert mit immer neuen Opfern auf beiden Seiten. Und über allem stand bis zuletzt die Unterordnung bis hin zur Unterwerfung unter die weltweite Kriegs- und Vorherrschaftspolitik der USA im Rahmen der von ihnen propagierten "neuen Weltordnung", deren Führerschaft der US-Präsident Joe Biden im März 2022 sein Land und sich selbst erhob (z. B. t-online.de, 27.3.2022) und was zumindest bis zum Jahr 2024 aktive Politik war. Und die devoten Polit-Vasallen Europas zu Füßen der USA kamen von daher nur noch daher wie Polit-Zombies für Waffenlieferungen, die damit den eigenen Untergang umso schneller herbeiführen.

Doch der Vorhang fällt und bringt alles an den Tag – und das schon in Bälde. Diese beschworene neue Weltordnung entlarvt sich mehr und mehr als ein Regelwerk voller Kriegsmord und damit Massenmord, doch der Ruf des Christus Gottes bricht sich ebenfalls weltweit seine Bahn: Folget Mir nach und nicht den Kriegsenthusiasten! Folget dem, der der Sieger ist und der bereits seit Hunderten von Jahren durch alle wahren Gottesprophetinnen und -propheten dazu aufruft: Liebe Gott in allem Leben und deinen Nächsten wie dich selbst. Liebet eure Feinde und tut Gutes auch denen, die euch hassen. Und kehrt um, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen.
 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 118 – Die Westerweiterung des Ostens – Eine Spiegelübung zur Selbsterkenntnis und das Ringen darum, einen weltweiten Atomkrieg zu verhindern, Wertheim 2023, zit. nach
theologe.de/westerweiterung-des-ostens-eine-spiegeluebung.de, Fassung vom 1.1.2025; Copyright © und Impressum siehe hier.

 

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