DER THEOLOGE
Nr. 88


Kirche und Frauen
Aussagen von namhaften Katholiken über Frauen



Der Katholizismus zeigt eine teils absurde Diskrepanz, wenn man die Marienverehrung mit der Abwertung und Benachteiligung der übrigen Frauen aus Gründen des Geschlechts vergleicht. Die Kirche beruft sich dabei zu Unrecht auf Jesus von Nazareth, wenn sie Frauen den Zugang zu Führungspositionen verweigert - ganz abgesehen davon, dass Er überhaupt keine Institution Kirche wollte.
Nachfolgend zwar
(leider aus Zeitgründen) noch keine umfassende Studie über die Stellung der Frau im Urchristentum. Wir möchten jedoch wenigstens kurz auf folgende Sachverhalte in der Bibel zum Thema hinweisen. Anschließend eine Zusammenstellung von Aussagen namhafter Katholiken über Frauen. Am Schluss dieser Seite eine Besprechung der Aussagen von Papst Franziskus zu Frauen.

Zunächst: Jesus hat überhaupt keine Priester gewollt und eingesetzt. Und Er wollte auch keine Institution Kirche.
 
Sein Ruf in die Nachfolge galt Männern und Frauen, und selbst die Bibel berichtet von Männern und Frauen in der Nachfolge, in deren Begleitung Jesus von Nazareth durch das Land zog. Darunter Maria, Johanna, Susanna und viele andere. (Lukas 8, 1-3)

Dass im patriarchalisch geprägten Judentum Seiner Zeit in der Öffentlichkeit hauptsächlich Männer Verantwortung trugen, hat mit den damaligen gesellschaftlichen Umständen zu tun, ist jedoch in keiner Weise ein göttliches Gebot. Dazu zählt auch der Bericht über zwölf männliche "Apostel" in der Bibel, was neben dem Symbolgehalt (Anknüpfung an die 12 Stämme Israels) in damaliger Zeit eine weit flexiblere Angelegenheit war als dessen Nachahmungsversuch im starren späteren Kirchenchristentum.

Die damaligen Gegner von Jesus und Seine Jünger konfrontierten Ihn mit der in der patriarchalischen Gesellschaft üblichen Praxis, dass jeder Mann seine Frau entlassen könne. Jesus begründete diese Regelung mit der "Hartherzigkeit" der Männer und stellte die Gleichberechtigung klar: "Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen ... und die zwei werden ein Fleisch sein." (Markus 10, 6.8)

Prostituierte kommen laut Jesus früher in den Himmel als Theologen. Jesus wörtlich zu den Hohenpriestern und Religionsführern: "Amen, das sage Ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr." (Matthäus 21, 31)

So kennt auch der Urtext der Bibel bereits Junia als "Apostelin" in der Zeit nach Jesus von Nazareth (Römer 16, 7), die jedoch von den kirchlichen Bibelfälschern zu "Junias" "vermännlicht" wurde.

Ausdrücklich zitiert Petrus laut Apostelgeschichte das durch den alttestamentlichen Gottespropheten Joel gegebenen Gotteswort: "Eure Söhne und Eure Töchter werden Propheten sein" (Apostelgeschichte 2, 17 nach Joel 3, 1). Und so kam es auch. Das Neue Testament kennt beispielsweise die Gottesprophetin Hanna (Lukas 2, 36) und alleine vier Töchter eines Mannes mit Namen Philippus, die "weissagten" (Apostelgeschichte 21, 9), die also Prophetinnen waren. Und selbst Paulus geht noch wie selbstverständlich von der Möglichkeit aus, dass auch eine Frau "prophetisch redet". (1. Korinther 11, 5)

Jesus von Nazareth hat auch niemals eine Institution mit einer Hierarchie gegründet. Denn eine größere Verantwortung in der Gemeinschaft, die sich auf Ihn berief, konnte tragen, wer die entsprechenden inneren Schritte dafür zuvor getan hatte, sei es Mann oder Frau, und er oder sie konnten diese Verantwortung ausbauen oder auch wieder verlieren, wenn die Person den Aufgaben von ihrem Lebenswandel her nicht mehr gewachsen war und die Verantwortung von daher nicht mehr ausfüllen konnte.
Völlig anders die Kirche, für die ein Amt zu einer starren Machtposition wurde, in der sich der Amtsinhaber auch bei einem nicht vorbildlichen Leben festkrallen kann. So ist es in der Kirche bis heute. Zum Beispiel bleibt ein einmal katholischer geweihter Bischof immer Bischof, gleich wie er sich verhält oder aufführt.

Letztlich führte dies dazu, dass sich ein verbrecherischer kirchlicher Machtapparat aufbauen konnte, zu dessen Taten auch die widergöttliche Verachtung und Abwertung von Frauen gehörte. Im Konfliktfall - gerade im Feld der zwischenmenschlichen Beziehungen - hatte dabei in diesem Milieu die Frau von vorne herein das Nachsehen, anstatt dass man sich um ein gerechtes Abwägen bemühte. 

Zur Situation Anfang des 21. Jahrhunderts: Frauen gelten noch immer als das "Rückgrat" der Kirche, und die Pfarrgemeinderäte bestehen überwiegend aus Frauen. Doch warum lassen sich Frauen von einer Institution vereinnahmen, die sie wie keine andere gedemütigt, gequält und verfolgt hat und in der Männer bis heute ausnahmslos und per Kirchengesetz aus Gründen des Geschlechts alle Machtpositionen einnehmen?

So veröffentlichen wir nachfolgend - im Kontrast zur katholischen Marienverehrung - die Sammlung eines Lesers von Zitaten männlicher Kirchenvätern und Kirchenheiliger über Frauen. Dies ist allerdings nur eine kleine Auswahl. Wo wir eine exakte Quellenangabe gefunden haben, sind die Zitate fett gedruckt, und sie dokumentieren wesentliche Wurzeln dafür, dass in der römisch-katholischen Kirche das Menschenrecht der Gleichheit, wozu auch die Gleichheit von Mann und Frau gehört, bis heute nicht erfüllt wird.
Bei den anderen Zitaten oder Aussagen sind uns die genauen Quellenangaben noch nicht bekannt. Wir bezweifeln jedoch nicht die Authentizität der Zitate bzw. deren Inhalte und würden uns freuen, wenn Leser dort die exakten Fundorte von Aussagen bzw. Zitate ausfindig machen können, wo wir dies aus Zeitgründen noch nicht tun konnten. Dann ist auch bei diesen Stellen eine wissenschaftliche Zitierung möglich. Haben Sie eine Quellenangabe gefunden, teilen Sie sie uns einfach mit, damit wir sie hier ergänzen können. Vielen Dank! Doch nun die Aussagen namhafter Katholiken über die Frauen, Lehraussagen von "Heiligen" und von Kirchensynoden.
 


 
Paulus und seine Schüler

"Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, weil er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist Abglanz des Mannes. Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann. Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann." (1. Korinther 11, 7-9; zur Kirchenlehre erhoben beim Konzil von Trullo bzw. der Trullanischen Synode, 691, Canon 70)

"Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in der Versammlung schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden. Sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz es fordert. Wenn sie etwas wissen wollen, dann sollen sie zuhause ihre Männer fragen; denn es gehört sich nicht für eine Frau, vor der Gemeinde zu reden." (1. Korinther 14, 34-35)

"Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn (Christus); denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich [angeblich] Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen." (Epheser 5, 22-24)


Kirchengelehrter Tertullian (nach 150 - nach 220)

"In Schmerzen und Ängsten musst du gebären, o Weib, zum Manne musst du dich halten, und er ist dein Herr. Und du wolltest nicht wissen, dass du eine Eva bist? Noch lebt die Strafsentenz Gottes über dein Geschlecht in dieser Welt fort; dann muss also auch deine Schuld noch fortleben. Du bist es, die dem Teufel [beim Sündenfall] Eingang verschafft hat." (De Cultu Feminarum ("Über den weiblichen Putz"), Buch 1, 1. Kapitel, Absatz 1; zit. nach Bibliothek der Kirchenväter unifr.ch/bkv)

Der Frau steht nur Trauerkleidung zu. Sobald sie dem Kindesalter entwachsen ist, soll sie "ihr so Gefahren bringendes Antlitz" verhüllen, bei Gefahr des Verlustes der ewigen Seligkeit.
(Obwohl Tertullian gegen Ende seines Lebens auf Abstand zur Kirche ging, weswegen er auch nicht "heilig" gesprochen wurde und nicht als "Kirchenvater" gilt, hat seine Lehre doch den Katholizismus maßgeblich geprägt)

Wörtlich der Grund für die Anordnung der Verhüllung der Frau: "Damit sie umso vollständiger das, was sie von Eva an sich gezogen hat, ich nenne die Entehrung des ersten Sündenfalls und die Erbitterung über den Untergang des Menschengeschlechts, durch jede Art von Genugtuung sühne." (zit. nach Matthias Schwarzkopf, Christliche Identität und Moral, Studien zur Erwachsenenpädagogik Tertullians, Jena 2002, S. 99)

Kirchengelehrter Clemens von Alexandria (ca. 150 - 215)

Bei der Frau muss schon das Bewusstsein vom eigenen Wesen Scham hervorrufen.

Erzbischof und Kirchenheiliger Johannes Chrysostomos (ca. 344 - 407)

Den Sündenfall-Bericht der Bibel, wonach Eva auf den Rat der Schlange hin dem Adam eine verbotene Frucht reichte, geben die katholischen Kirchenväter in der Regel als Grund für ihre massive Frauenabwertung an. Als weiteres Beispiel sei auf den heilig gesprochenen Johannes Chrysostomos (ca. 344 - 407) hingewiesen, Erzbischof von Konstantinopel, der über den "Sündenfall" schrieb:
"Das Weib hat ein einziges Mal die Rolle eines Lehrers gespielt und hat lauter Unheil angerichtet." (Homilie Nr. 9 über den 1. Brief an Timotheus, 9, zit. nach unifr.ch/bkv)

Daraus ergibt sich für den Kirchenheiligen: "Vorsteher einer Kirche und mit der Sorge für so viele Seelen betraut zu werden, da muss zunächst vor der Größe einer solchen Aufgabe das ganze weibliche Geschlecht zurücktreten, aber auch die Mehrzahl der Männer." (De sacerdotio, 2. Buch, Kap. 2)

"Es ist ihnen [den Frauen], will er [Paulus] sagen, nicht bloß verboten, zu reden, sondern auch in der Kirche um Etwas zu fragen. Dürfen sie aber nicht einmal fragen, um so mehr ist ihnen sonst zu reden verboten. Und warum verurteilt er sie denn zu einer so strengen Unterwürfigkeit? Weil die Frauen schwach, unbeständig und leichtsinnig sind. Darum setzt er ihnen die Männer zu Lehrern." (Homilie Nr. 37/II über den 1. Korintherbrief)

Doch der Kirchenvater hat für sie auch einen "Trost": "Das Weib soll also nicht betrübt sein. Gott hat ihr einen nicht kleinen Trost verliehen: das Kindergebären" und: "Gott hat euch eine andere Gelegenheit zum Seligwerden gegeben, die Erziehung der Kinder". (Homilie Nr. 9, a.a.O.)

Apostolische Konstitution III. (4. Jahrhundert), angeblich vom ersten Papst Clemens, später Grundlage für das 2. Vatikanische Konzil im 20. Jahrhundert

"Die Frau ist der Leib des Mannes, seiner Seite entnommen und ihm untergeordnet. Sie wurde von ihm losgelöst, um Kinder hervorzubringen. Denn so spricht er [angeblich Gott]: ´Er soll herrschen über dich.` Der wesentliche Teil der Frau ist der Mann als ihr Haupt. Wenn wir in den vorangegangenen Konstitutionen den Frauen verboten haben zu lehren, wie will ihnen irgend jemand erlauben, in widernatürlicher Weise das Priesteramt auszuüben? ... Denn wenn Frauen die Taufe spenden könnten, so wäre unser Herr sicherlich von seiner eigenen Mutter getauft worden und nicht von Johannes; oder, als er uns ausgesandt hat zu taufen, hätte er Frauen mitgeschickt." (III, Nr. 9)

Kirchenvater Augustinus, Kirchenlehrer und Kirchenheiliger (354 - 430)

"Haec imago Dei est in homine, ut unus factus sit ... ideoque mulier non facta ad imaginem Dei" = "Dieses Ebenbild Gottes ist in dem Menschen, der als einziges geschaffen sei. Deshalb ist die Frau nicht zum Ebenbild Gottes gemacht worden." (zit. nach Karlheinz Deschner, Das Kreuz mit der Kirche, München 1974, S. 209 und 433)

Es entspricht "der natürlichen Ordnung unter den Menschen, dass die Frauen den Männern ... dienen."
Kirchenvater, Kirchenheiliger und Kirchenlehrer Augustinus (354 - 430) (Quaestiones in Heptateuch I, 153, zit. nach Karlheinz Deschner, Das Kreuz mit der Kirche, München 1974)

"Wenn nun gefragt, wozu dieses Gehilf [die Frau] nötig war, zeigt sich wahrscheinlich nichts andres als die Hervorbringung von Kindern, so wie die Erde das Hilfsmittel für den Samen ist, damit aus beiden die Pflanze wachse." Kirchenvater Augustinus (354 - 430), Über den Wortlaut der Genesis (De Genesi ad litteram) 6,3,5; "heilig" gesprochen; Augustinus gilt als einer der bedeutendsten Kirchenlehrer.

"Ich finde also keine andre Hilfeleistung, für die dem Mann ein Weib erschaffen wurde, wenn nicht die, ihm Kinder zu gebären." (De Genesi ad litteram 9,5,9)

Der "heilige" Papst Gelasius I. (492 - 496)

  Der Papst hat verboten, Frauen zu Priestern zu weihen oder in kirchliche Führungspositionen zu berufen. (Mitteilungsblatt der Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen, Jg.18, Nr. 3, S. 27)

Der "heilige" Kirchenlehrer Petrus Damianus (1007 - 1072), Mönch, Kardinal und päpstlicher Legat

Petrus Damianus bekämpfte vor allem die Frauen von Priestern als
"Lockspeise des Satan, Auswurf des Paradieses, Gift der Geister, Schwert der Seelen, Wolfsmilch für die Trinkenden, Gift für die Essenden, Quelle der Sünde, Anlass des Verderbens, Eulen, Nachtkäuze, Wölfinnen, Blutegel, Metzen, Buhlerinnen, Lustdirnen, Suhlplätze fetter Säue ..." (Contra intemperantes clericos, 2c.7)

Kirchengesetz "Decretum Gratiani", eine Sammlung von Konzilsbeschlüssen (Canones), päpstlichen Dekreten (Decretales) u. a. (1140; 1240 offiziell)

"´Frau bedeutet ´Schwäche des Geistes`" - "Die Frau ist aufgrund ihres dienenden Status ihrem Mann in allem untergeordnet" - "Die Frau ist nicht als Ebenbild Gottes erschaffen" - "Ehefrauen sind von Natur aus von ihrem Männern abhängig" - "Frauen dürfen in der Kirche nicht lehren" - u.a. (zit. nach womenpriests.org)

Noch im Jahr 1859 wird die im Decretum Gratiani niedergelegte römisch-katholische Lehre zur Frau von L'Abbé André u. a. wie folgt zusammengefasst:
" Gemäß einem zivilrechtlichen Prinzip kann eine Frau kein öffentliches Amt bekleiden. Nach dem Kirchenrecht sind Frauen in gleicher Weise von allen geistlichen Funktionen und Ämtern ausgeschlossen ... Eine Frau, und sei sie noch so fromm und gelehrt, darf weder predigen noch lehren ... In der Ehe steht die Frau unter der Gewalt des Mannes, nicht jedoch der Mann unter der Gewalt der Frau. Der Mann kann seine Frau strafen. Die Frau ist verpflichtet, ihrem Mann zu folgen wo immer er zu wohnen beschließt." ( Droit Canon, Paris 1859, vol. 2, col. 75)

Kirchenlehrer und Kirchenheiliger Thomas von Aquin, Patron der katholischen Schulen und Hochschulen (1225 - 1274)

"... dass es notwendig war, dass die Frau wurde, wie die Schrift sagt, als Hilfe des Mannes; freilich nicht als Hilfe irgendeines anderen Werkes, wie einige sagten, weil ja zu jedem anderen Werk der Mann durch einen anderen Mann entsprechendere Unterstützung fände als durch eine Frau; sondern als Hilfe zur Fortpflanzung.
"
(Summa Theologica I/92/1)

Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.

  Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde.

Die Frau ist ein Missgriff der Natur ... mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger ... eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann ... die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.

"Hinsichtlich der Einzelnatur ist das Weib etwas Mangelhaftes und eine Zufallserscheinung; denn die im männlichen Samen sich vorfindende Kraft zielt darauf ab, ein ihr vollkommen Ähnliches hervorzubringen. Die Zeugung des Weibes aber geschieht auf Grund einer Schwäche der wirkenden Kraft wegen schlechter Verfassung des Stoffes."
... "Femina es mas occasionatus" (= "Die Frau ist ein verfehlter Mann"). (Summa Theologica I/92/1)

"Gemäß diesem Unterordnungsverhältnis ist das Weib dem Manne von Natur aus unterworfen. Denn im Manne überwiegt von Natur aus die Unterscheidungskraft des Verstandes."
(Summa Theologica I/92/2)

"Die Frau ist von Natur aus mit weniger Tugend und Würde ausgestattet als der Mann. Denn immer ist das ehrenwerter, was handelt, als das, was erleidet, wie Augustinus sagt."
(Summa Theologica I/92/1)

Kardinal Karl Lehmann über Thomas von Aquin: "Vor allem durch den Einfluss des Aristoteles hat z. B. Thomas von Aquin die Empfängnis (Conceptio) als ein zeitlich erstrecktes Geschehen (Sukzessivbeseelung) verstanden. Der Embryo hat also bereits Leben, wird aber erst später beseelt, das männliche Kind am 40. Tag, das weibliche am 90. Tag ... Deshalb bezeichnet ... Thomas von Aquin die vom Leib getrennte Seele [des Embryos] für die Zeit dieser Trennung nicht als Person."
(zit. nach http://www.bistummainz.de/bistum/bistum/kardinal/texte/texte_2002/text_060402.html)

Weitere Lehraussagen der Vatikankirche

Die Frauen dürfen im eigenem Namen Briefe weder schreiben noch empfangen. Römisch-katholische Synode von Elvira, 300-303?

Priester, die Frauen beherbergen, die Verdacht erregen, sollen bestraft werden. Die Frauen aber soll der Bischof in die Sklaverei verkaufen. 3. Synode von Toledo, 589

  Frauen dürfen in der Kirche nicht singen. Der heilige Bonifatius, Benediktinermissionar und "Apostel der Deutschen" (675-754)

  Wo sich ein Priester aufhält, darf kein Weib eintreten. Synode von Paris, 846

  Nahe der Kirche dürfen keine Frauen wohnen. Synode von Coyaca, 1050

  Weiteres z. B. im Decretum Gratiani

Ungleichheit bis ins 21. Jahrhundert

Bis etwa 1878 durfte keine Frau an einer europäischen Universität studieren. Erst nach dem 2. Weltkrieg ließ man Frauen zum Studium der Katholischen Theologie zu.

"Nur [männliche] Kleriker können ein Weisungsrecht oder die Vollmacht der kirchlichen Jurisdiktion innehaben oder eine Pfründe oder eine kirchliche Pension erhalten." (Codex Iuris Canonici, 1916, Canon Nr. 118)

Alt-Papst Benedikt XVI (*1927)

Wie nämlich die Frau aus der Rippe Adams geformt worden ist, während dieser schlief, so ist die Kirche aus den Sakramenten entstanden, die aus der Seite Christi zu strömen begannen, als dieser am Kreuz schlief, das heißt aus dem Blut und dem Wasser, durch die wir von der Strafe erlöst und von der Schuld gereinigt sind` (Petrus Lombardus, Sentenzen 3,18,4). Es sind dies tiefe Gedanken, die noch heute, wo die Theologie und die Spiritualität der christlichen Ehe die Analogie mit der bräutlichen Beziehung zwischen Christus und seiner Kirche sehr vertieft haben, ihre Geltung bewahren." (Generalaudienz im Vatikan am 30.12.2009, zit. nach vatican.va)

Martin Luther (1483 - 1546)
Im Rahmen der Ökumene ist auch interessant, was der damalige Katholik Martin Luther sagte:
 
"Will die Frau nicht, so komm' die Magd!"

"Es ist ein arm Ding um ein Weib. Die größte Ehre, die das Weib hat, ist, dass wir allzumal durch die Weiber geboren werden." (Von der Ehe, zit. nach Gesamtausgabe von Johann Georg Walch, Halle 1734, 22. Band, Kap. 43, §16)

"Die Ordnung fordert Zucht und eher, dass Weiber schweigen, wenn die Männer reden." (Weimarer Ausgabe, VIII, S. 498, 12)
 



Papst Franziskus (*1936) im Jahr 2016

Jetzt ist es soweit. Der Papst greift in den Absolutheitsanspruch der Dogmen und der römisch-katholischen Lehrverkündigung ein.

In der von PR-Fachleuten mit suggestiven Bildern und Musik präparierten Video-Botschaft des Papstes, die das Gemüt beeinflussen sollen (https://youtu.be/anKX-lwRaDE), lehrt Franziskus plötzlich:
"Der Beitrag der Frau in allen Bereichen der menschlichen Beschäftigung, mit der Familie angefangen, ist unbestreitbar."
"Wir müssen die sexuale Gewalt, unter der die Frauen leiden, verurteilen, und die Hindernisse, die ihre volle Einfügung in das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Leben, verhindern, abschaffen."
"Wir haben herzlich wenig für Frauen getan, die sich in sehr schweren Lagen befinden, wo sie verachtet, an den Rand geschoben, und sogar ins Sklaventum herabgesetzt sind."
 
Radio Vatikan kommentiert den Beitrag des Papstes mit den Worten: "Gebetsmeinung des Papstes: Gleichberechtigung für alle Frauen." (de.radiovaticana.va, 3.5.2016)

Während das Video gezeigt wird, werden auch folgende Sätze eingeblendet:
"Meine Arbeit ist so viel wert die die eines Mannes" - "Ich werde nie eine Sklavin" - "Nein zur sexualisierten Gewalt" - "Schluss mit der Benachteiligung bei der Arbeit" - "Männer und Frauen. Wir sind Kinder Gottes."

Mit dieser Botschaft entheiligt Papst Franziskus praktisch Paulus, Johannes Chrysostomos, Augustinus und Thomas von Aquin. Sie haben anderes gelehrt und sind "heilig", und ihre Meinungen gingen in die römisch-katholische Lehrverkündigung ein. Diese "Heiligen" müsste er jetzt entheiligen.

Denn der "Heilige" Paulus spricht laut Lehre der Vatikankirche das reine und verbindliche Gotteswort, wenn er schreibt:
"
Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in der Versammlung schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden. Sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz es fordert. Wenn sie etwas wissen wollen, dann sollen sie zuhause ihre Männer fragen; denn es gehört sich nicht für eine Frau, vor der Gemeinde zu reden." (1. Korinther 14, 34-35)
Und der Heilige Chrysostomos verteidigt dieses angebliche Gotteswort des Paulus mit den Worten:
"
Und warum verurteilt er sie", also die Frauen, "denn zu einer so strengen Unterwürfigkeit? Weil die Frauen schwach, unbeständig und leichtsinnig sind. Darum setzt er ihnen die Männer zu Lehrern." (Homilie Nr. 37/II über den 1. Korintherbrief)
Der "Heilige" Kirchenlehrer Augustinus behauptet, dass nur der Mann "Ebenbild Gottes" sei, und er erklärt den "Beitrag" der Frauen zum gesellschaftlichen Leben eindeutig mit den Worten:
  "Ich finde also keine andre Hilfeleistung, für die dem Mann ein Weib erschaffen wurde, wenn nicht die, ihm Kinder zu gebären." (De Genesi ad litteram 9,5,9)
Und der "Heilige" Kirchenlehrer Thomas von Aquin sieht auch einen klaren Unterschied zwischen Männern und Frauen im Hinblick auf ihr Verhalten. Der mit höchsten Kirchen-Ehren ausgestattete Thomas von Aquin lehrt unmissverständlich:
"Die Frau ist von Natur aus mit weniger Tugend und Würde ausgestattet als der Mann" (Summa Theologica I/92/1). Die Frau sei im Vergleich zum Mann etwas "Mangelhaftes", ein "Missgriff der Natur".

Was ist denn los mit dem Papst?

Zu diesem Beitrag schrieb uns ein Leser:
"Ist es wirklich so weit, dass der Papst in den Absolutheitsanspruch seiner Dogmen und Lehrverkündigungen eingreift, wie ich heute im ´Theologen` gelesen habe? Er widerspricht offen seinen eigenen Kirchenheiligen. ´Heilig` heißt doch: absolut, fehlerfrei, himmlisch! Und jetzt muss er die Kirchenheiligen Paulus, Augustinus, Thomas von Aquin und bestimmt noch weitere ´entheiligen`! Was ist denn los mit dem Papst? Es hat den Anschein, als habe er auch schon seinen Absolutheitsanspruch abgegeben."
(J.H. aus M.)  
 

 

 


Folge 5: http://www.der-freie-geist.de/video/missachtung_und_unterdrueckung_der_frau

 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 88: Kirche und Frauen, zit. nach http://www.theologe.de/kirche_frauen.htm, Fassung vom 22.5.2016,
Copyright © und Impressum siehe hier.

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