DER THEOLOGE
Ausgabe Nr. 24 a
Eine Momentaufnahme zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Sex-Verbrechen und -Vergehen
in
der Kirche
Was wäre aus Kirchenkreisen wohl für ein Aufschrei gekommen, wenn auch nur ein einziger der hier nachfolgend dokumentierten Sachverhalte (Inhaltsverzeichnis siehe hier) nicht - wie geschehen - innerhalb der Kirche, sondern innerhalb von Gemeinschaften außerhalb der Kirche vorgefallen wäre? Dabei sind dies nur vereinzelte Berichte aus einer unübersehbaren Menge. Allein in den USA wurden bis 2007 bereits 4.392 katholische Priester des sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt (siehe http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp). Und dies, obwohl alle Beteiligten vom Kirchenrecht her der Geheimhaltungspflicht unterstehen. Der vertuschende kirchliche Umgang mit Verbrechen und Vergehen in den eigenen Reihen ist die eine Seite. Die andere Seite ist der kirchliche Umgang mit oft nur vermeintlichen Missständen in Gemeinschaften, die von der Kirche kritisiert werden. Dabei bewahrheitet sich das Jesuswort über die Theologen: „Weh Euch, Ihr Schriftgelehrten! Die Mücken siebt ihr aus, die Kamele jedoch verschluckt ihr!“ (Matthäusevangelium 23, 24) Aufgrund der Fülle des Materials kann nur auf einen kleinen Ausschnitt der Verbrechen, Skandale und Tragödien hingewiesen werden.
Jesus von Nazareth selbst sprach von den
"Früchten", an
denen man einen guten oder schlechten Baum erkennen könne. Und im Hinblick
auf die Kirche erklärte der Historiker Karlheinz Deschner einmal: "Nach
intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in
Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20.
Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so
fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die
christliche Kirche [PS: das Wort "christlich" ist dann ein
Etikettenschwindel bzw. Betrug], ganz besonders die römisch-katholische
Kirche"
(in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
Die Anzahl und die Grässlichkeit dieser Verbrechen werfen dabei die Frage
auf: Handelt es sich hier wirklich "nur" um Verirrungen von einer
vielleicht "guten Idee"? Oder zeigt hier eine Institution und
ein Glaube einen sonst meist versteckten Teil seines tatsächlichen Gesichtes?
Wenn es Zeiten und Orte in der Geschichte gab, wo die Kirche ihre
Gegner nicht ermorden lassen konnte, so pflegte sie doch in solchen Zeiten häufig
den Rufmord. Und daraus wurde dann unter veränderten Umständen oft bald wieder
der Mord.
Und heute ist eine Zeit, in der die Kirche die Meinungsfreiheit in den
westlichen Demokratien vielfach für den Rufmord an Andersgläubigen nützt (siehe
"Der Theologe Nr. 12": Der
Sektenbeauftragte, der neue Inquisitor). Es sind vor allem die so
genannten "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten" der beiden
großen Konfessionskirchen, die sich anmaßen, gesellschaftliche "Experten" und Richter darüber zu
sein, welche Religion angeblich "unbedenklich" und welche "bedenklich"
oder gar "gefährlich" sei. Dabei werden regelmäßig die eigenen
Abgründe und Gefährlichkeiten auf andere Gemeinschaften projiziert - klassisch z. B. in der Warnung vor irgendwelchen "Gurus",
während man den eigenen "unfehlbaren" Guru, den Papst, als "Standard"
und "normal" betrachtet. In
zahllosen Fällen geschieht hier schweres Unrecht, das Anhängern
kleinerer religiöser Gemeinschaften z. B. schon manche berufliche Existenz
gekostet hat. Dabei wurde durch die scheinheilige kirchliche "Sorge"
über einen angeblichen oder tatsächlichen Missstand schon oftmals eine Hexenjagd
der Medien in Gang gesetzt, bei denen die kirchlichen "Sektenbeauftragten"
dann als angeblich "besorgte" "Experten"
in Szene gesetzt wurden. Dass
hier in Wirklichkeit der Wolf Kreide gefressen hat, sollte man nicht merken.
Dabei spielen die kirchlichen Rundfunkräte, "Medienbeauftragten"
und Lobby-Vertreter bei solchen Anlässen den
eigenen "Weltanschauungsbeauftragten"
in die Hände (die einen hinter den Kulissen, die anderen davor), um gemeinsam
religiöse Minderheiten als "gefährliche Sekten" öffentlich "hinrichten"
zu können.
Noch bietet die Gesetzgebung in den westlichen Ländern religiösen
Minderheiten einen gewissen Schutz, auch wenn dieser ausgehöhlt,
unterwandert oder durch kirchengebundene bzw. kirchlich
indoktrinierte Richter faktisch außer Kraft gesetzt wird.
Wer dabei die Geschichte der Kirche kennt und zu verstehen versucht, der
wird jedoch dem bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers zustimmen, der
in seinem Buch Der philosophische Glaube schrieb: Der "biblisch fundierte
Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen stehe nach wie vor "ständig
auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen" (9. Auflage,
1988, Seite 73).
Damit jedoch zu gegebener Zeit die Stimmung in der Gesellschaft
gegen die "Ketzer"
auch aufbereitet ist, wird in unserer Zeit immer wieder gegen sie "geschürt",
um das schon seit Jahrhunderten gepflegte Feindbild am Leben zu erhalten. Dabei ist das Negative oder
vermeintlich Negative, was die Kirchen gegen einzelne "Sekten"
und "Ketzer"
vorbringen, meist nur ein Bruchteil von dem, was in ihren eigenen Reihen
passiert, sofern es überhaupt stimmt und nicht purer Rufmord ist.
Aus diesem Grund wird den Kirchen in dieser Zusammenstellung einmal der Spiegel vorgehalten,
verbunden mit dem Hinweis: "Nicht die anderen sind es, ihr selbst
seid es, vor denen ihr warnen solltet! In Euren Reihen
geschahen und geschehen diese Dinge."
Dabei ist zu berücksichtigen:
Keiner von uns ist vollkommen, und jeder von uns macht Fehler, auch schwere.
Und wir sind nicht die Richter über diese Verfehlungen und über betroffene
Personen, denn jeder wird eines Tages sein eigener Richter sein durch das
Gesetz von Saat und Ernte (vgl.
Der Theologe
Nr. 2). Doch wir zeigen Zusammenhänge auf.
So sind die "Söhne
und Töchter der Kirche" einerseits zwar "nur" fehlerhafte
Menschen wie die anderen auch. Doch sie repräsentieren auch eine
Institution, durch die bis heute unermesslich viel Unrecht (Kriege, Morde
usw.) in diese Welt gekommen ist und die wie keine andere Organisation der
Welt eben "zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit
Verbrechen belastet ist" (Der Historiker Karlheinz Deschner,
Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 43). Und da kann man nicht
einfach "großzügig" darüber hinwegsehen. Oftmals sind die
nachweislich schweren "Sünder" in den eigenen kirchlichen Reihen dabei
ausdrücklich nicht diejenigen, die sich an der Diskriminierung
Andersgläubiger beteiligen. Sondern es waren nicht selten die
vordergründigen "Saubermänner",
die sich persönlich nichts Gravierendes zuschulden kommen ließen, welche
dann aber die Weichen für großes Unrecht gegenüber Andersdenkenden stellten
(vgl. z. B. den "guten" persönlichen Ruf des Inquisitors und Mordbrenners
Konrad von Marburg).
Doch ist der Zusammenhang wichtig. Würden sich die Meinungsführer der Kirche
und ihre "Sekten-, und Weltanschauungsbeauftragten" mehr mit dem
eigenen Sumpf und seinen Ursachen beschäftigen anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen,
könnte viel Rufmord verhindert werden. Und der Nährboden, wo aus Rufmord
eines Tages wieder Schlimmeres herauswachsen kann, würde allmählich ausgetrocknet.
Deshalb wird von uns nicht mehr hin genommen, wenn die Kirchen Stimmung gegen
Andersgläubige machen, während man schlimmes Verhalten in den eigenen
Reihen deckt oder mit an Dreistigkeit nicht zu überbietender
Scheinheiligkeit verharmlost. Und es wird nicht mehr geduldet, wenn man
bei Vergehen in den eigenen Reihen beschwichtigend sagt "Wir sind
eben alle Sünder", während man kleinere Fehler oder falsche
Anschuldigungen gegenüber anderen dafür instrumentalisiert, vor
Andersdenkenden bzw. der "gefährlichen Sekte" zu "warnen"
und auf diese Weise z. B. versucht, deren gesellschaftliche Existenz zu
vernichten.
Zudem sollten des weiteren in Deutschland wenigstens die beispiellosen staatlichen Privilegien
für die Kirche und die staatliche Bezahlung für weit über Tausend kirchliche
Amtsträger gestoppt werden. Auf diese Weise würden dann auch die Kirchen endlich mit anderen
Gemeinschaften gleich gestellt, wie es das Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschlands schon seit 1949 und die Weimarer Reichsverfassung schon seit
1919 fordert.
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Der
Anlass für die Veröffentlichung nachfolgender Fakten ist folgender: Die Beauftragten
bzw. Verantwortlichen der Kirche zeigen gerne mit dem Finger warnend auf andere religiöse
Gemeinschaften. Dabei ist die kirchliche Beurteilung Andersgläubiger vielfach eine Verleumdung. Und damit wird
auch von den Geschehnissen abgelenkt, die wir in der nachfolgenden Zusammenstellung mit
Quellenangabe dokumentieren (zum Sachverhalt siehe auch
hier).
Anstatt die religiöse "Konkurrenz" zu
verleumden, sollten die Kirchen sich lieber einmal selbst betrachten.
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Unvollständige Chronologie (bitte jeweilige Meldung anklicken):
2005
Priester nötigte
Pferd zum Analverkehr
2006
Evangelischer Gemeindepfarrer
missbraucht Kinder
Erfahrungsberichte: Sexueller Missbrauch
während "Seelsorge"
30
Jahre Haft für Pfarrer in Belgien: 26 Kinder sexuell missbraucht
Vorwurf: Evangelischer Pfarrer
missbrauchte eigene Töchter
Evangelischer Pfarrer rät im
Seelsorgegespräch Jugendlicher zu Sex mit ihm
Evangelischer Erzieher missbraucht
Kindergartenkinder
Oral- und Analverkehr mit Konfirmanden -
Diakon zu Haftstrafe verurteilt
Evangelischer Kindergartenleiter
missbraucht Kind
Evangelischer Pfarrer vergewaltigt
Tochter ab deren 10. Lebensjahr
Evangelischer Pfarrer: Pornografische Spiele und Sodomie mit Jugendlichen
und Tieren
Sexualverbrechen von Priestern in den USA
Berichte aus 23 Ländern: Katholische
Bischöfe und Priester vergewaltigten Nonnen
Katholischer Priester: Dickdarmriss bei
Analverkehr mit Pferd
Deutschland: Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen
Heimen
Priester zieht Nonne aus und sticht in
Form von umgedrehtem Kreuz auf sie ein
Er
lockte mit Süßigkeiten: Priester missbrauchte 47 Mädchen
Pädophiler
Priester brachte US-Abgeordneten Marc Foley auf die schiefe Bahn
Ehemaliger
Ministrant wollte "Schluss machen" - Dekan wirft sich vor Güterzug
Pädophile Priester: Sexualverbrechen "wie am Fließband" an Kindern
2007
Perverser
Pfarrer belästigte Kinder
Über
1.000 Kinderporno-Bilder bei hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden
Streit um
Streicheln? Strichjunge ersticht Priester-Ausbilder
Stellvertreter des Kardinals nimmt sexuelle Übergriffe an Frater vor
660
Millionen Dollar "Entschädigung" für 500 Missbrauchs-Opfer von Priestern
Riekofen: Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Gemeindepfarrer nach
Rückfall verhaftet
Riekofen: Kirche schützte pädophilen Priester
Riekofen: Verhöhnung - Bischof Müller
vergleicht verfehlte Personalpolitik mit Jesus
Vergewaltigungen von Kindern in "evangelischem" Dorf
Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte
mindestens 200 Jungen
Riekofen: Kindsmissbrauch - Bischof
Müller lehnt Entschuldigung weiter ab und beruft sich auf Papst
Katholik
als "einer der
kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte"
Pfarrer und Ratsvorsitzender des Diakonischen Werkes
wegen sexueller Vergehen an Diakonen-Schülern angezeigt
2008
Katholischer Priester: Strichjungen
vergewaltigt und niedergestochen;
einem anderen Strichjungen fast den Penis abgebissen
Der
Schmutz hinter festlichen Gewändern - 5.000 pädophile Priester in den USA
missbrauchten Kinder
Priester küsste Ministranten und fasste ihm dabei zwischen die Beine
"Inzest-Drama" in
katholischer Familie: Verhinderte kirchliche
"Anti-Sekten-Stimmung" frühere Aufklärung?
Pfarrer speicherte 250
kinderpornografische Bilder
Priester
suspendiert - Ministrantinnen sexuell belästigt?
Erzbistum
Bamberg: "Doktorspiele mit dem Trend zum Unterleib" - Domkapitular
zurück getreten
Priester
missbraucht 47 Mädchen
Einbrecher fand im Schlafzimmer des
Priesters kinderpornografische Fotos - Erpressung misslungen
Mehrfache Vergewaltigung eines Zwölfjährigen - Katholischer Priester zu
Haftstrafe verurteilt
Nachts, wenn der Priester seine
"Lieblinge" sucht -
Internatsschüler in ihrem Bett missbraucht
Besitz von Kinderpornografie -
Katholischer Priester verurteilt
2009
HIV-positiver Jugendpfarrer missbrauchte Jugendlichen und Tiere
Pfadfinderarbeit:
Evangelisch-lutherischer Diakon verging sich an Kindern
Evangelischer
Pastor: Sexuelle Nötigung einer Jugendlichen
Pädophiler
Priester immer wieder nur versetzt - jetzt schickte er Opfern Detektive ins
Haus
Pfarrer: Vermeintlicher
Sex-Chat mit Kind; Treffen verhindert. Kirche bietet 25.000 Dollar Kaution
Bei Kindern und Jugendlichen
beliebter Pfarrer auch in Kinderporno-Tauschring engagiert
Kinder nach Beichten von Pfarrern vergewaltigt
Evangelischer Pfarrer wegen Besitz und Verbreitung von
Kinderpornografie verurteilt
Diözese Fairbanks/USA zahlt
10 Millionen Dollar "Entschädigung" an ca. 300 Kinder wegen Sex-Verbrechen
von Priestern
Neuer
Untersuchungsbericht nur für die Diözese Dublin: Kirche vertusche
Kinderschändungen und Staat schaute weg
Pädophile
Priester vor Strafe geschützt und innerkirchlich befördert
Kinderporno und eventueller sexueller Missbrauch: Evangelischer Pastor im
Visier der Ermittler
Kinderschänder-Verbrechen durch Priester in Irland: Sängerin Sinead O´Connor
fordert Rücktritt des Papstes
Sexuelle Belästigung
bei Konfirmandenfreizeit und Kirchturmbegehung
Irland
1975-2004: Vergewaltigung von Kindern durch Priester "an der Tagesordnung"
Januar 2010
Zweierlei Maß für Priester und Laien - Versehentlich Sex während
Rosenkranz-Gebet: Katholischer Polizist wird suspendiert
Das
Päpstliche Geheimhaltungsgesetz bei Kinderschänder-Verbrechen von Priestern
Opfer packte aus: Argentinischer Erzbischof wegen
Kindsmissbrauchs zu acht Jahren Haft verurteilt
Minderjährige im
Bistums-Bus zum Missbrauch abgeholt - Priester in Chile verhaftet
Canisius-Kolleg in
Berlin: "Katholische Eliteschule als Hort des sexuellen Missbrauchs"
"Einsamkeit im
Zwangszölibat" - Sexueller
Missbrauch eines Minderjährigen
Domkapitular in
Essen bezahlt minderjährigen moslemischen Strichjungen für Sex - Eltern
zeigen den hohen Würdenträger an
Februar 2010
Katholische Priester
in Deutschland: 50% heimlich sexuell aktiv, 33% heimlich Väter?
Priesterkinder mit Entwicklungsstörungen und Depressionen
Einst missbrauchtes Kind: "Papst wollte mir
Schuldgefühle einreden"
Unzählige Seelenmorde: Zig-Tausende von Sex-Verbrechen
von Priestern an Kindern
Tausende Kinder von Priestern in Deutschland
vergewaltigt / Priesterberuf mit Zölibat lockt krankhafte Männer an
Kanada mit Olympiastadt Vancouver: Völkermord an
Indianer-Kindern durch die Kirche im 20. Jahrhundert
Die Kirche und die Kinder über Jahrhunderte
Sexueller Missbrauch bei evangelischen Seelsorgern - "Der gleiche
Prozentsatz" wie bei Priestern?
Allein 12 Kinderschänder-Verbrecher an Jesuiten-Schulen. Papst muss wegen
jahrzehntelanger Geheimhaltung zurücktreten
Kinderschänder-Verbrechen auch bei Franziskanern, Franziskaner-Minoriten,
Salesianern, Maristen, Vinzentinerinnen usw.
Sex-Verbrechen an Kindern in Kloster Ettal
Bischöfe Zollitsch und Lehmann
wegen Strafvereitelung angeklagt
Wozu braucht ein Priester Körperkontakt mit
Minderjährigen?
Priester veruntreute
Haiti-Hilfe für Porno-Dienstleistungen
Würdenträger droht Kinder-Opfern mit ewiger Hölle, wenn sie
seine Sex-Verbrechen verraten. Täter wurde pensioniert
Ein Opfer: Von einem Priester gezeugt, vom anderen missbraucht
Bischof Robert Zollitsch verstößt gegen päpstliche Anordnung: Wird er
exkommuniziert oder tritt stattdessen der Papst zurück?
Katholische Kirche
brüskiert und provoziert weiter den Staat
Strafvereitelung bei
Kinderschänder-Verbrechern im Talar am Gymnasium: Pater zeigt sich selbst an
Deutsches Ärzteblatt: Missbrauch und Hinwegsehen in Kirche
"gewohnheitsmäßig"
Opfer in Irland
nicht mehr an kirchlichen Entschuldigungen interessiert. Sie wollen Taten
sehen
März 2010
Opfer: Kirche hat noch nicht begriffen
"Sex nach der Dusche": Buben mussten sich vor Priester
nackt aufstellen
2002/2003: Priester vergeht sich an 13-Jähriger und
nach Versetzung an einem 9- und einem 10-jährigen Mädchen
Auch verurteilter pädophiler Kindermörder Jürgen
Bartsch wurde zuvor von Priester sexuell missbraucht
Kirche maßt sich weiter die Rolle
des Staatsanwalts an / Deshalb: Die nächste Razzia in Limburg / Bundestag
soll Enquete-Kommission einsetzen
Täglich melden sich neue Opfer. "Wir können die Zahl
der Opfer gar nicht überschauen"
Missbrauchshölle Ettal: Jahrzehntelang viele Täter, viele Opfer - Anklagen immer
massiver / Kinderschändung auch bei Kapuzinern in Burghausen und bei
Regensburger Domspatzen
Weiteres katholisches
Internat: Jeden Morgen Wasserfolter / Junge schließlich von Eltern befreit
Konfirmandinnen mussten sich nach Unterricht ausziehen und wurden vom
Pfarrer gefilmt
Pädophiler Direktor der Odenwaldschule ist bekannter evangelischer
EKD-Theologe
Ettal: Standen Kinder Schlange, um sich im Bett von
Pater Magnus befriedigen zu lassen? Pater: "Der Andrang sei groß gewesen,
´nicht einfach für einen Präfekt der Oberstufe`"
Regensburger Domspatzen: "Unerklärlich", dass Papstbruder nichts mitbekommen haben will /
Verbrechen während der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. als Erzbischof
von München-Freising: Papst soll von Polizei vernommen werden
Nach 10 Jahren alles bereits
"verjährt": Kinderschänder im Talar gehen auf der Erde weitgehend straffrei
aus / Papst soll Verjährung bei Priester-Tätern aufheben / "Knabenschänder"
kommen laut Bibel nicht in den Himmel
"Kirche soll Opfer finanziell entschädigen" /
Milliarden-Staatssubventionen sollten in diesem Jahr nicht an die Kirche
selbst, sondern an Opfer von Priestern gehen
Ein Opfer berichtet:
Vom Messdiener zum Sex-Diener / "Wer sich outet, wird in die Ecke gestellt!"
Papst-Bruder weicht bisherige Position auf: Ein Interview, das jedoch
Fragen offen lässt
Erzabt von Salzburg wegen Missbrauch zurückgetreten /
Pater holt Buben aus Drogenmilieu und vergewaltigt ihn / Viele weitere
Tatorte
Verlogene Kirche: Päpstliches
Geheimhaltungsgesetz von 1962 und 2001 angeblich nur innerkirchlich zu
verstehen
1995-2002 - (Mehr als) sieben Jahre lang krähte der Hahn - Verschweigen - Vertuschen - Verleugnen - Verschleppen des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Siehe dazu die Dokumentation der "KirchenVolksBewegung" "Wir sind Kirche" zum Umgang mit sexuellem Missbrauch. Die Untätigkeit der Kirchenhierarchie angesichts dieses Missbrauchs-Skandals waren einer der Auslöser für das "KirchenVolksBegehren" 1995 in Österreich, aus der die Bewegung "Wir sind Kirche" hervor gegangen ist.- http://www.wir-sind-kirche.de/files/75_wsk_doku.pdf
1997/2008 - Der deutsche katholische Priester Volker S. hat in Österreich
einen Strichjungen vergewaltigt und niedergestochen. Wegen versuchten Mordes
wird er zu 12 Jahren Haft verurteilt. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung
hat er im Jahr 2008 im Hof der katholischen Peterskirche in Frankfurt einem anderen Strichjungen
massiv in den Penis gebissen.
Das Opfer berichtet: "Das ist der Kerl, seinen Blick vergesse ich nie mehr! Er
gab mir 20 Euro, wollte französisch, Analverkehr. Auf einmal biss er mir in mein
Ding, ließ nicht mehr los. Ich bekam einen Schock fürs Leben und habe ihm einen
Stein auf den Kopf gehauen. Aber dieser kranke Mensch lachte nur dreckig. Ich
dachte, mein S.... ist ab!" (Bild, 19.9.2008). Der Priester rechtfertigt
sich, dass er angeblich zum "Blasen" gezwungen wurde und im "Brechreiz"
versehentlich zugebissen habe.
Nach römisch-katholischer Lehre hatte Volker S. bei seiner Priesterweihe den "character
indelebilis" erhalten. Das heißt, er ist "unauslöschlich" und für immer
Priester, auch wenn er seine Amtsaufgaben seit 1997 nicht mehr ausüben darf.
Unter gewissen Umständen, z. B. in Todesgefahr, könnte auch er jedoch "gültig und
erlaubt" die Eucharistie oder die "letzte Ölung" spenden.
Für den Strichjungen ist der Schmerz dabei der gleiche - ob der Täter "character
indelebilis" hat oder nicht.
Ende der 90er Jahre - Der evangelisch-lutherische
Gemeindepfarrer
von Lichtenberg/Oberfranken und später von Dorfen/Bayern wurde wegen
zahlreicher Fälle sexuellen Missbrauchs
von ihm anvertrauten Kindern verurteilt.
22.3.2000
-
27.10.2000
-
Ein evangelischer belgischer Pfarrer muss für 30 Jahre ins Gefängnis, weil er mindestens 26
minderjährige Jungen und Mädchen sexuell missbraucht hat (Main-Post).
13.1.2002
-
22.8.2002
-
29.11.2002
-
3.3.2003
-
12.3.2003
-
Oberbergischer Kreis: Pfarrer wird
sexuellen Missbrauchs verdächtigt (idea-spektrum). Seine Stieftochter erstattete nach langem Schweigen
Anzeige. Der Pfarrer hat sie im pfarrerlichen Ehebett zwischen deren 10. und 17.
Lebensjahr offenbar immer wieder vergewaltigt.
9.10.2003
(Stern Nr. 42/2003)
Die Monogamie sei "auch nur so ein moralischer Unsinn, den die Bibel an keiner Stelle verlangt" (S. 82).
"Bei seiner vorletzten Stelle im Gelsenkirchener Stadtteil Schalke bringt er den Gemeindekindern das Kaninchenschlachten bei. Sie sollen lernen, dass Fleisch nicht aus der Tiefkühltruhe kommt. Als er einen todkranken Hund eigenhändig erlösen will, sitzt leider der Betäubungsschlag nicht richtig. Dummerweise verfehlt Riemer dann auch noch die Halsschlagader, und das Tier rennt blutend und jaulend durch die halbe Stadt, er mit dem Messer hinterher. ´Pfarrer schlachtete Hund` steht am nächsten Tag in der Zeitung, aber wie immer ist auch das nur die halbe Wahrheit. So war es zum Beispiel kein Rottweiler, wie berichtet, sondern ein Dobermann, wie Riemer berichtigt" (S. 84).
"Heute winden sich seine Vorgesetzten schlimmer als die in solchen Fällen beinahe routinierten Katholiken. Ein internes Disziplinarverfahren steht noch an. Bis zum Frühjahr 2001, als der Staatsanwalt kam, hat natürlich keiner was geahnt."
"Doreen schämt sich, wie sich ein Mädchen mit 15 oder 16 Jahren eben schämt, wenn es noch völlig unerfahren ist und ihm der dreimal ältere Pfarrer plötzlich an die Wäsche will. Anfangs fühlt sie sich überrumpelt, dann sagt sie immer öfter nein. Er bettelt und fleht immer weiter: Wenigstens einmal Anfassen im Monat – dann könne er sich auch wieder mehr um Doreens kranke Mutter kümmern, die krank ist und von ihm betreut wird. Ohne den sexuellen Aspekt, sagt er - und findet nichts anstößig an diesem Handel -, hätte er in der Seelsorge nie so viel leisten können" (S. 86).
"Erfahrungstheologie nennt er seine Experimente mit Fäkalien und Tieren. Gemeinsam wollten sie erfahren, warum Menschen dabei nicht nur Ekel empfinden … Nur Doreen besteht die Prüfungen nicht … Sie habe sogar nein gesagt, wenn sie nur mal mit nacktem Oberkörper vor seiner Kamera seilspringen sollte."
"Die Kirche zahlt sein Wartestandsgehalt vorerst weiter" (S. 86).
Pfarrer Reimer hat
auch Haschisch an Jugendliche weitergegeben
(news,
8.11.2002).
Der Hund diente
vorher als Partner beim Oralverkehr
(Spiegel, 12.8.2002).
Bis 2002 - Bei den Sexualverbrechen von
römisch-katholischen Pfarrern an Kindern, sowohl Jungen als
auch Mädchen, wurden in den USA bis zum Jahr 2002 schon über 1.000
Verfahren gegenüber 1.600 römisch-katholischen Priestern durchgeführt, und die römisch-katholische Kirche hat dort schon über eine Milliarde
Dollar an Schmerzens- und Schweigegeldern gezahlt.
Untersuchungen, inwieweit es sich dabei um “berufsbedingte” Verbrechen
handelt, dauern noch an.
Genauere Zahlen sind noch erschreckender. Einer Information des
italienischen Informationsdienstes axteismo.press2@yahoo.it vom 19.4.2007 waren von 1950-2002
4.392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben,
wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl
stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen
John-Jay-Report
und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben
betrachtet (siehe z. B.
http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp).
Und in Irland haben in den 50er-Jahren kirchliche Amtsträger Kinder in römisch-katholischen Heimen
nicht nur sexuell missbraucht, sondern es kam hinterher auch zu mindestens einem
Mord (siehe z.B.
http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html).
24.10.2005 -
Priester nötigte
Pferd zum Analverkehr. Dabei riss sein Dickdarm und er starb
- Der Würdenträger Gerald Pointer (48) "ließ sich in einem Stall bei
Seattle (USA) von einem Hengst besteigen" (Bild, 24.10.2005).
Dabei drang das Pferd offenbar zu tief ein, und der Dickdarm des
katholischen Priesters riss, woran er starb. Die Tragödie wurde von
einem Freund des Priesters gefilmt. Geschlechtsverkehr mit Tieren ist im
US-Bundesstaat Washington zwar nicht verboten, es kommt jedoch in den
meisten Fällen einer Vergewaltigung des Tieres gleich, da das
Mitgeschöpf des Menschen nicht von sich aus in dieser Richtung tätig
wird (vgl. oben: Oralverkehr
eines evangelischen Pfarrers mit seinem Hund).
20.2. / 22.2.2006 -
Bundesrepublik Deutschland - Der Missbrauch von
Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen Heimen
- Erst allmählich
fällt Licht auf ein bislang dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.
"In den fünfziger und sechziger Jahren wurden
Hunderttausende Kinder und Jugendliche in den Heimen einem oft gnadenlosen
Erziehungssystem von Zucht und Ordnung ausgeliefert." schreibt Spiegel online
(20.2.2006) über die kirchlichen oder staatlichen Heime. Und: "Ihr Schicksal
teilten in der jungen Bundesrepublik bis in die siebziger Jahre hinein mehr als
eine halbe Million Menschen in über 3.000 Erziehungsheimen". Sie sagen: "Wir
wurden gedemütigt, entrechtet, seelisch wie körperlich misshandelt und manche
von uns als jugendliche Zwangsarbeiter benutzt." Beispielhaft berichten eine
Frau, die früher in einem katholischen Heim und ein Mann, der in einem
evangelischen Heim leben mussten. Schläge im Namen des Herrn heißt das
neu erschienene Buch zu diesem Thema, das der Katholik Peter Wensierski
geschrieben hat.
Den vollständigen Artikel
lesen Sie bei:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,401598,00.html
PS: In vergleichbaren
römisch-katholischen Kinderheimen in Irland wurden unzählige Kinder zudem von
Priestern sexuell missbraucht und in einem Fall sogar anschließend getötet.
Lesen Sie dazu den Artikel in:
http://www.das-weisse-pferd.com/99_19/katholische_heime.html
11.5. / 13.5.2006 -
Katholischer Priester zieht Nonne
aus und sticht in Form eines umgedrehten Kreuzes auf sie ein
- Der 68-jähriger römisch-katholischer Priester Father Gerald
Robinson wird in Toledo/Ohio/USA zu 15
Jahren Haft verurteilt. Bereits im Jahr 1980 hat er als
42-Jähriger am Ostersamstag seine enge Mitarbeiterin Margaret Ann Pahl in der
Krankenhauskapelle erstochen. Der körperlich überlegene Pfarrer zog der Nonne in der Sakristei die
Unterwäsche aus, wickelte sie in die Altardecke
der Kirche ein und stach mit seinem Brieföffner 31 Mal zu. Dabei ergab sich
auf der Decke die Form eines auf
den Kopf gestellten Kreuzes. Die Ordensschwester hatte zuvor den
Karfreitags-Gottesdienstes des Priesters kritisiert. Das auf dem Kopf
stehende Kreuz gilt als ein Symbol für den “Teufel” und in der
Horror-Literatur muss man auf diese Weise die "Boten des Teufels" töten (Toledo Blade,
7.2.2006; Bild, 11.5.2006; dpa, 12.5.2006). Der bekannte Kirchenlehrer Tertullian
(um 200) bezeichnete die Frau einst als "Einfallspforte des Teufels".
Und bereits in früheren Jahrhunderten wurden Zehntausende von Frauen auf den
Scheiterhaufen hingerichtet, weil die Kirche ihnen vorwarf, mit dem Teufel im
Bunde zu sein. Oft ging den Ermordungen ein "gescheiterter"
Exorzismus an den Frauen voraus.

Nach außen wirkt Father Robinson für viele vertrauenserweckend ...
Die
Polizei wurde 2003 erneut auf den Würdenträger aufmerksam, der die ganze
Zeit über als
Hauptverdächtiger galt. Eine Frau klagte ihn und Mitarbeiter seines
Seelsorge-Teams nun an, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben. In diesem
Zusammenhang wurden auch die Ermittlungen zum Mord an Margaret Ann Pahl wieder aufgenommen.
Und aufgrund genauerer Ermittlungsmethoden konnte nun der Brieföffner von "Hochwürden" Rev. Robinson eindeutig als Mordwaffe identifiziert werden.
Im Unterschied zu anderen Mördern begründen kirchliche Amtsträger
ihre Verbrechen nicht selten theologisch. so war auch Father Robinson zur
Urteilsverkündung im Priestergewand erschienen. Und sein Verteidiger, der
Freispruch aufgrund nicht ausreichender Beweise gefordert hatte, erklärte
nach dem Urteil, dies sei sein beruflich "schlimmster Tag", und er fügte den
merkwürdigen Satz hinzu: "Ich bin nie stolzer gewesen, ein Katholik zu sein" (kreuz.net, 12.5.2006).
6.8.2006 -
Er lockte mit Süßigkeiten: Katholischer
Priester missbrauchte 47 Mädchen - Ein römisch-katholischer
Priester hat zugegeben, während seiner Dienstzeit 47 Mädchen sexuell
missbraucht zu haben. Der heute 84 jährige Charles Sylvestre gestand vor
Gericht in Ottawa/Kanada die Taten zwischen 1954 und 1985 ein. Er lockte
die Kinder mit Süßigkeiten auf seinen Schoß, streichelte dann ihre
Brüste und Genitalien. Erst 2004 hatte das erste Opfer den Mut gefunden,
Sylvestre zu beschuldigen (Bild am Sonntag, 6.8.2006).
13.11.2006 /
28.3. / 18.8.2007 -
Ehemaliger Ministrant wollte offenbar mit ihm Schluss machen - Katholischer
Dekan wirft sich vor Güterzug - den Gläubigen gilt er als "Lichtgestalt"
- In der Nacht um 3 Uhr werden nach katholischem Volksglauben die "bösen Geister"
losgelassen. Am 11. November 2006 war es 3.19 Uhr, als sich der katholische Präses
und Dekan des unterfränkischen Dekanats Lohr und Pfarrer von Lohr-St.Michael, Dr.
Klaus-Peter Kestler, kurz hinter dem Bahnhof Lohr in Richtung Aschaffenburg vor
einen Güterzug wirft. "Das Bischöfliche Ordinariat geht davon aus, dass der
55-Jährige freiwillig aus dem Leben geschieden ist", schreibt die Lokalpresse
(Main-Post, 13.11.2006). Sein Tod erspart der Kirche die Aufdeckung eines weiteren Skandals. Gegen den Vorgesetzten der Priester
im Dekanat Lohr lief nämlich ein Ermittlungsverfahren "wegen Nötigung in
einem besonders schweren Fall". Von einem "jungen Mann", "der in enger Verbindung mit dem
Geistlichen gestanden haben soll", ist zunächst die Rede (Main-Post).
Kurze Zeit später erfahren die Zeitungsleser mehr. Demnach pflegte der Würdenträger, der Bischof
Friedhelm Hofmann bei der Leitung des Bistums Würzburg unterstützte, offenbar
seit einigen Jahren ein "sexuelles Verhältnis" mit einem
ehemaligen Ministranten, das allerdings erst begonnen haben soll, als der
Jugendliche bereits "das 16. Lebensjahr vollendet hatte" (Main-Echo, 14.11.2006).
Der geistliche Leiter des Dekanats Lohr lebte womöglich in totaler psychischer
Abhängigkeit zu dem jungen Mann und soll mit Selbstmord gedroht haben, falls der
mittlerweile 22-Jährige die homosexuelle Beziehung beendet. Dieser mögliche
Hintergrund würde zumindest Überlegungen zu anderen Selbstmord-Motiven bzw.
Todesursachen entkräften. Durch den "plötzlichen Tod" von Dr.
Kestler werden jedoch keine Ermittlungen mehr wegen dieser Nötigungs-Klage mehr durchgeführt, welche der
Kirche auch sehr schaden könnten. Es gilt offiziell die "Unschuldsvermutung".
Und zudem erhält Dr. Kestler als Dekan und Mitglied im Priesterrat des
Bistums unter diesen Umständen auch ein standesgemäßes römisch-katholisches
Begräbnis (Eucharistiefeier mit Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand und Predigt von
Domkapitular Heinz Geist) und einen "ehrwürdigen" Platz im Würzburger Priestergrab.
Auch die Mitarbeiter und Gläubigen der Gemeinden stellen sich in mehreren (mit
dicken Kreuzen und Bibelversen ausgestatteten) Todesanzeigen
demonstrativ und "dankbar" hinter ihren "H. H. Dekan" (= "Herrn Hochwürdig(st)en
Dekan") (Main-Echo, Main-Post, 16.11.2006).
Johannes W., Leiter des Diözesanbüros, sagte über seinen ehemaligen Chef
sogar: "Für uns war er eine Lichtgestalt" und ohne ihn ist es
dunkler um uns" (Main-Post, 20.11.2006). Für andere wurde es jedoch
anscheinend mit ihm dunkler. Dabei stellt sich für Unbeteiligte auch die Frage: Wer
steht jetzt selbstlos und ohne eigene Interessen dem ehemaligen Ministranten zur
Seite, der sich offenbar auch mit Selbstmord-Drohungen nicht erpressen ließ? Hat
er sich kurze Zeit später ebenfalls umgebracht bzw. kam auf die gleiche Weise
wie der Dekan ums Leben? (siehe hier)
Der
junge Mann und seine Familie hatten laut Panorama (ARD, 16.8.2007) zuvor schwere
Vorwürfe auch gegen den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erhoben. Dieser
"habe den Missbrauch unter der Decke halten wollen. Der damals 17-Jährige
... sei ein Jahr lang von Kestler zu sexuellen Handlungen gezwungen
worden" (Main-Echo, 17.8.2007). Die katholische Kirche wies
durch ihren Generalvikar Karl Hillebrand die Vorwürfe zurück.
Erst ca. eine Woche vor den tragischen Ereignissen beklagte der
Pfarrgemeinderat von Lohr-St. Michael unter Vorsitz von Dr. Kestler, dass es
immer schwieriger sei, v. a. bei Beerdigungen "Ministranten aufzutreiben"
(Main-Post, 3.11.2006). Man kritisierte v. a. die Einstellung mancher
Eltern, obwohl mittlerweile allgemein bekannt ist, dass katholische Eltern sich
aufgrund von Sexualverbrechen oder körperlichen Annäherungswünschen von kirchlichen Amtsträgern scheuen, ihren
Kindern den Ministrantendienst zu erlauben. Die Einstellung "Ich bin froh, dass
mein Sohn nie Ministrant war" (Tagesspiegel, 25.2.2002) ist inzwischen
weit verbreitet.
Und der in diesem Fall ins Licht von Ermittlungen gerückte Dekan ist kein kleiner katholischer Fisch. Präses Kestler
war in leitender Funktion (neben Weihbischof Helmut Bauer, Domvikar Paul
Weismantel und drei weiteren Personen) auch Mitglied im Geschäftsführenden
Ausschuss des Priesterrats der Diözese Würzburg. Und dieser hat wiederum
die Aufgabe, "den Bischof in der Leitung der Diözese zu unterstützen" (POW
(= Pressedienst des Ordinariats Würzburg),
4.5.2005). Klaus-Peter Kestler war zudem der "Verantwortliche
für Priesterausbildung" (Main-Post, 20.11.2006). Die Vorwürfe treffen die römisch-katholische Kirche also einmal
mehr ins Mark. Doch nun erklärt der Oberstaatsanwalt
plötzlich: "Mit dem Tod des 55-Jährigen sei das Ermittlungsverfahren beendet ...
Damit ist klar, dass die Vorwürfe nicht aufgeklärt werden und für den Priester
die Unschuldsvermutung gilt." Es wäre allerdings weltweit nahezu
einmalig, dass sich ein zu Unrecht Verdächtigter seiner Verteidigung (bzw. der
Aufklärung des Sachverhalts) durch Selbstmord entzieht.
Offensichtlich besteht
jedoch ein starkes Interesse
"Dritter", dass
dieser Sachverhalt unter dem Teppich gekehrt bleibt, was durch den
Tod des Beschuldigten natürlich möglich ist, nicht jedoch bei einem
Strafverfahren wegen schwerer Nötigung, das eingeleitet worden wäre, wenn der
Dekan am Leben geblieben wäre. Aus diesem Grund
bleiben auch offene Fragen nach dem Grad der Freiwilligkeit des Selbstmords.
Immerhin hatte Dekan Dr. Kestler erst vor wenigen Wochen öffentlich
gepredigt: "Hoffnungslosigkeit, Verbitterung und Verzweiflung sind mit dem
christlichen Glauben nicht vereinbar" (Main-Post, 26.9.2006). Und
weiter: Die
Jungfrau Maria sei die "Ursache unserer Freude" und "die echte Freude fängt da
an, wo der Spaß aufhört". Sollte es sich bei dieser Predigt nur um oberflächliches
Wortgeflimmer handeln? Dr. Kestler "galt als blitzgescheiter Theologe, der tiefschürfende
Auslegungen geben konnte" (Main-Echo, 13.11.2006).
Im Zusammenhang des Ermittlungsverfahrens ließ die Kirche zudem ein
psychiatrisches Gutachten über ihren Dekan anfertigen. Laut Bistumssprecher Bernhard Schweßinger habe dies
- wie auch die Predigt Kestlers - "keine Hinweise auf einen geplanten Suizid
gegeben" (Main-Post, 13.11.2006).
Und noch einen Tag vor seinem Tod habe Kestler vor Schülern von seiner
bevorstehenden Romreise geschwärmt.
Für den Sonntag, den 12.11.2006, war ursprünglich geplant, die
zwischenzeitliche Versetzung von Dekan Dr. Kestler "in den einstweiligen
Ruhestand" öffentlich zu machen, um die der Würdenträger zuvor "gebeten" hatte.
Nun kam es anders, und es predigte in Lohr der Würzburger Domkapitular Dr. Heinz Geist anlässlich des
Todes des Dekans. Der Domkapitular wählte dabei die für kirchliche "Informationspolitik"
unverwechselbaren und typischen Worte: "Gott scheint uns ohne
Antwort zu lassen" (Main-Post, 13.11.2006). Und: Das
Geschehene werde "wohl für immer unbegreiflich bleiben" (Main-Echo, 13.11.2006).
Und einige Tage später in Lohr: "Der Tod von Klaus-Peter bleibt ein Geheimnis"
(Main-Post, 20.11.2006). Damit fasst der
Domkapitular allerdings weniger den Sachverhalt, sondern mehr den Wunsch seiner
Kirche in Worte. Denn wenn es nach "Gott" und der Öffentlichkeit ginge, ließen
sich die "Geheimnisse" sehr wohl lüften und das Geschehen könnte
durchaus "begreiflich"
gemacht und aufgearbeitet werden.
Dass die tragischen Vorgänge wahrheitsgemäß aufgeklärt werden,
ist in der Tat unwahrscheinlich. Zum einen ließ Bistumssprecher Bernhard Schweßinger bereits
verlauten, das Geschehen werde "wohl für immer
(Hervorhebung durch die Redaktion) unbegreiflich bleiben"
(siehe oben). Zum anderen
gibt es mittlerweile eine unübersehbare Fülle von
Berichten über Schweigegelder bzw.
Entschädigungszahlungen der Kirche. Allein in den
USA geht man von ca. einer Milliarde Dollar Entschädigungszahlungen
(http://www.focus.de/politik/ausland/vatikan_nid_38246.html?drucken=1)
und 399 Millionen Dollar an Schweigegeldern aus (ntv,
31.3.2006). Und zum dritten hat sich die
lokale Main-Post (die in der Vergangenheit
selten
eine Gelegenheit ausließ, eine religiöse Minderheit in der Region
(vgl. unten) "in die
Pfanne zu hauen") bereits auf die Richtlinien des
Deutschen Presserats berufen, bei der "Schilderung näherer
Begleitumstände" bei Selbsttötungen "größtmögliche Zurückhaltung" zu üben
(15.11.2006).
Trotz der höchsten innerkirchlichen Geheimhaltungsstufe sind jedoch auch in Deutschland viele Schweigegeldzahlungen
bekannt geworden (http://www.zeit.de),
und auch in Australien, England, der Schweiz usw. und wohl in nahezu allen Ländern
der Erde (vgl. z. B.
http://www.gottes-suche.de/12.3.3.%20Missbrauch%202003.html). Die
Kirchen lassen sich v. a. in Deutschland wiederum vom Staat, d. h. von den
Steuerzahlern subventionieren. Zudem untersagt die römisch-katholische Kirche
Kirchenangehörigen und dem Opfer eines Sexualverbrechens bei Strafe der Exkommunikation, über die Taten
öffentlich zu sprechen. Dies wurde 1962 unter Papst Johannes XXIII. angeordnet und im
Jahr 2001 von Papst Johannes Paul II. und Joseph Kardinal Ratzinger bestätigt.
Und es bedeutet praktisch die angebliche ewige Hölle für das
Opfer, wenn es außerhalb der Kirche auspackt. So kann man davon
ausgehen, dass die vielen dennoch aufgedeckten Fälle nur die Spitze des Eisbergs
sind und die Gefahren für Kinder und Jugendliche noch weit größer sind als
bisher angenommen.
*Weitere Hintergründe: Dekan Dr. Klaus-Peter Kestler arbeitete im Dekanat Lohr auch mit dem evangelischen Dekan Michael Wehrwein zusammen, der mit inquisitorischem Kleingeist und bürokratischer Regelmäßigkeit gegen religiöse Minderheiten (z. B. Zeugen Jehovas, Universelles Leben) vorgeht und der "die ökumenische Zusammenarbeit" mit Dr. Kestler in der Jugendarbeit lobte (Würzburger Katholisches Sonntagsblatt Nr. 50, 11.12.2005). An den Verleumdungen der kleineren Gemeinschaften durch die evangelisch-lutherische Kirche hat sich der katholische Dekan jedoch - zumindest öffentlich - nicht beteiligt.
Der evangelische Dekan von Lohr, Michael Wehrwein,
holte in diesem Zusammenhang z. B. den evangelischen "Sektenbeauftragten" Dr. Wolfgang Behnk
in das Dekanat Lohr (1996, 1997 und 1998), der bei diesen Vorträgen vor ökumenischer Zuhörerschaft über die
unbescholtenen
Anhänger des Universellen Lebens herzog und diesen an anderer Stelle sogar einen möglichen "Massenselbstmord" anzudichten
versuchte - obwohl dort, anders als in der Kirche, das 5. Gebot ("Du sollst nicht töten")
konsequent befolgt wird.*
Die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers in Erfurt
(siehe
hier)
und der Selbstmord des katholischen Dekans in Lohr sind dabei nur die letzten
Vorfälle einer langen Reihe von fortlaufenden Selbstmorden von kirchlichen
Würdenträgern (siehe dazu auch die anderen
Meldungen auf dieser Seite)
und Tausenden von Morden und Selbstmorden jährlich unter den kirchlich Gläubigen.
Daran zeigt sich, wie die Kirche eigene Verfehlungen und Verbrechen oftmals
auf unschuldige Dritte zu projizieren versucht.
Dabei lassen sich die Medien nicht selten von der Kirche instrumentalisieren. So veröffentlichte bzw.
zitierte die freundschaftlich mit der Kirche verbundene lokale Zeitung
Main-Post jahrelang ungeniert Unwahrheiten und kirchliche Verleumdungen über religiöse Minderheiten
mit schlimmen Folgen für die Betroffenen (Näheres siehe z. B.
in der
Dokumentation
www.steinadler-schwefelgeruch.de),
während sie sich bei tatsächlichen Verfehlungen aus den Reihen der Verleumder
"größtmögliche Zurückhaltung" auferlegt
(15.11.2006, siehe auch oben).
*
PS: Als die
evangelische Kirche die bösartige
Verleumdung von einem möglichen Massenselbstmord von Urchristen in die Welt
setzte, kamen Fernsehteams mit Hubschraubern angeflogen, um über den Häusern der
Beschuldigten ihre Runden zu drehen. Werden diese Teams jetzt auch die
Bahnstrecken im Raum Lohr abfliegen, um nach gefährdeten Nachahmungstätern
Ausschau zu halten? Immerhin galt den Gläubigen der Dekan, der sich vor den
Güterzug warf, als "Lichtgestalt"
(siehe
oben) und Vorbild. Oder wird einmal die
ganze "Todeszone" von Erfurt
bis Würzburg (Thüringen und Würzburg gelten wegen starker kirchlicher Bindungen
von Teilen der Bevölkerung
als "Selbstmord-Hochburgen";
Focus Nr. 19/2006 für
Thüringen; Main-Post,
3.7.1999, für Würzburg) unter Beobachtung genommen? In Erfurt brachte sich ein evangelischer
Pfarrer um, der ebenfalls vielen als Vorbild galt (siehe
hier; der Lohrer Dekan und der Erfurter Pfarrer wurden
übrigens am selben Tag (17.11.2006) beigesetzt). Und
besonders um Weihnachten herum eskalieren viele Familienkrisen. Oder setzen sich
die Medien nur in Bewegung, wenn die Kirche die Stimmung gegen religiöse
Minderheiten anheizt?
PS:
Bereits neun Tage
nach dem Selbstmord von Dekan Kestler wurde der nächste unterfränkische Priester
von einem Zug überrollt und getötet. Bei Pfarrer i. R. Günther
Schwarzkopf aus Alzenau soll es jedoch kein Selbstmord gewesen sein, sondern ein
Unfall. Der Würdenträger soll in der Nacht vom 20.11.2006 am Münchner Hauptbahnhof
im Alkohol-Rausch auf die Gleise gefallen sein, wo er dann von einer S-Bahn überfahren
wurde. Der Geistliche wirkte von 1984 bis 1994 in einem Ortsteil von Klingenberg
am Main, wo im Jahr 1974 die katholische Studentin Anneliese Michel nach einem
kirchlich angeordneten Exorzismus an Auszehrung starb
(siehe "Der Theologe Nr. 9" - Todesfalle Kirche: Warum
musste Anneliese Michel sterben?).
Und hierzu noch eine ergänzende Information: Pfarrer Schwarzkopfs Nachfolger in
Klingenberg, Pfarrer Guido Sauer (1995-1999), hat sich übrigens im Februar
2007 vom Priesteramt suspendieren lassen. Gründe wurden nicht bekannt.
Die Meldung über den Tod von Dekan Kestler hat bereits zu vielen Reaktionen geführt. Unter der Rubrik "Frage und Antwort" lesen Sie einen Antwortbrief auf einen kritischen Leserbeitrag.
PS: Drei Wochen später soll sich Berichten aus der Bevölkerung zufolge
ein junger Mann an nahezu der gleichen Stelle vor den Zug geworfen haben, an der
dies auch Dekan Kestler getan hatte. Und Fragen aus der Bevölkerung dazu
lauteten: War es der ehemalige Ministrant, der mit dem Dekan Schluss machen
wollte?
1.12.2006 -
Pädophile
Priester - Sexualverbrechen "wie am Fließband" an Kindern - In den USA
spricht schon lange niemand mehr von einer Fülle von Einzelfällen. Die Vorgänge
erinnern mehr an eine Seuche, die massenhaft an allen Ecken und Enden der Kirche
ausbricht, und bei der die römisch-katholischen Priester die ihnen
anvertrauten Kinder vergewaltigen oder diese verführen: Allein in
der Diözese Los Angeles waren zuletzt 560 Verfahren anhängig. Jetzt zahlt die
Kirche den Opfern aus 45 Verfahren außergerichtlich 60 Millionen Dollar
Entschädigung (Bild, 1.12.2006) und reduziert damit die Prozesse auf 518.
Vermutlich sind aber weder in den USA noch in Deutschland, Österreich, der
Schweiz oder sonst wo bereits alle Steine ins Rollen gekommen. Eltern, die unter
diesen Umständen ihren Kinder noch das Ministrieren erlauben, handeln zumindest
grob fahrlässig. Experten warnen schon lange vor Amtsträgern, welche von der
kirchlichen Sexualmoral "verkorkst" wurden.
In Deutschland erregte zuletzt der
spektakuläre mutmaßliche Selbstmord des Dekans von Lohr/Spessart Aufsehen, der
offenbar eine Sexualpartnerschaft mit einem ehemaligen Ministranten seit dessen
16. Lebensjahr pflegte (siehe hier). Strafrechtlich
relevant wurde diese allerdings erst, als der ehemals Schutzbefohlene dem
Würdenträger, der Bischof Friedhelm Hofmann "in der Leitung der Diözese
unterstützte", Nötigung "in einem besonders schweren Fall" vorwarf
und die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen begann. Lesen Sie
dazu auch: Pädophiler Priester brachte
US-Abgeordneten Marc Foley als Kind auf die schiefe Bahn.
5.1.2007 -
"Perverser
Pfarrer belästigte Kinder",
schreibt Focus online (5.1.2007). Erst vor
fünf Wochen wiesen wir unter der Rubrik Aktuell auf
"Sexualverbrechen
wie am Fließband" durch pädophile Pfarrer und Priester hin und
schrieben: "Eltern, die unter diesen Umständen ihren Kinder noch das
Ministrieren erlauben, handeln zumindest grob fahrlässig. Experten warnen
schon lange vor Amtsträgern, welche von der doppelbödigen Sexualmoral der
Kirche ´verkorkst` wurden." Jetzt gestand erneut ein Pfarrer aus
Nordrhein-Westfalen sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern,
u.a. im Messdienerlager (z.B.
http://www.taz.de/pt/2007/01/05/a0078.1/text). Viele Priester leiden
an der alltäglichen Trostlosigkeit zwischen dem Messe-Lesen am Altar und dem
einsamen Pfarrhaus und wünschen sich z. B. die seelische und körperliche Zuwendung
lebensfroher Kinder.
11.1. / 5.9.2007 -
1.010
Kinderporno-Bilder und zwei Videos bei hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden
/ Pädophilie in der Kirche weit verbreitet
- Auf einer ihrer Internetseiten wirbt ein deutsches Bistum für das
Elisabethjahr 2007 (vgl. dazu
www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm), und gleich daneben wird
u. a. der
Vorsitzende Richter des Kirchlichen Arbeitsgerichts vorgestellt (Anmerkung:
Der Link auf die Seite des Bistums, wo der Richter mit vollem
Namen genannt wird, wurde von uns entfernt, nachdem dessen Anwalt uns am
4.9.2007 mit Hinweis auf das "allgemeine Persönlichkeitsrecht"
erklärte, dass eine
"identifizierende Berichterstattung" in diesem Fall nicht mehr
zulässig sei).
Auf dessen Computer wurden Ende vergangenen Jahres 1.010 kinderpornografische Fotos und zwei Videos gefunden. Der
oberste Jurist des kirchlichen Gerichts ist z. B. auch bei Arbeitsgerichtsprozessen pädophiler Priester
zuständig. Im Hauptberuf ist er der
Präsident eines hohen Gerichts in einem deutschen Bundesland, und zuvor war er u. a.
Richter an einem Gerichtshof dieses Landes und Jurist im
Justizministerium. Die katholische Sexualmoral hat
allerdings nicht nur bei ihm eine zweite geheime Seite. Bei ihm wurde
sie nur entdeckt.
Mehr dazu stand z.B. in der Hessisch-Niedersächsischen
Allgemeinen
(Der dort mittlerweile entfernte Artikel war unter
"http://www.hna.de/kasselstart/LINKTHIRD00_20061215224109_Kein_Prozess_fuer_X..."
einsehbar).
Am 10.1.2007 wurde der Gerichtspräsident nun zu neun Monaten Haft auf
Bewährung und 4.800 Euro Geldstrafe verurteilt.
Die Pädophilie ist in der Kirche offenbar noch viel weiter verbreitet als
bekannt (siehe auch unsere Meldung vom
1.12.2006). So ist das
renommierte Priesterseminar in St. Pölten z. B. so mit Pädophilie und
anderen sexuellen Praktiken hinter der Maske des Zölibats durchsetzt, dass
es im Jahr 2004 vorüber gehend geschlossen wird. Und erst im November 2006
warf sich in Bayern ein hoher Amtsträger und Mitglied der
Bistumsleitung offenbar aus Liebeskummer vor einen Zug, weil ein ehemaliger
Ministrant mit ihm Schluss machen wollte (siehe dazu die Meldung vom
13.11.2006). Und vor wenigen Tagen
erst gestand wieder ein Priester sexuelle "Grenzüberschreitungen" an Kindern
(Meldung vom 5.1.2007).
Und: Einer Information des italienischen Informationsdienstes
axteismo.press (http://nochiesa.blogspot.com/) vom 19.4.2007 zufolge waren von 1950-2002
4.392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben,
wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl
stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen
John-Jay-Report
und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben
betrachtet (siehe z. B.
http://app.bishop-accountability.org/member/index.jsp).
Anmerkung:
Hier wird nicht über die sexuellen Verbrechen und Praktiken innerhalb
der Kirche gerichtet.
Doch die Kirche
sollte nicht mehr behaupten, ihr Kult und das Treiben ihrer angeblichen
"Mittler" zu Gott hätten etwas mit Christus zu tun.
Außerdem sollte sie damit aufhören, vor anderen unbescholtenen
Gemeinschaften zu warnen. Stattdessen könnte sie ihr gut bezahlten "Beauftragten" dafür
einsetzen, die Täter in den eigenen Reihen zu finden und so die
schlimmen Schäden zumindest einzudämmen.
12.4.2007 -
Streit
um Streicheln? - Strichjunge ersticht Priester-Ausbilder - Als
der 18jährige Strichjunge aus dem Norden Brasiliens die Berührung des
Priesters abgewiesen haben soll, sei es zum Streit und zur Messerstecherei
zwischen den Männern gekommen. So die Erklärung des jungen Mannes. Der Priester starb, der Strichjunge trug
tiefe Schnittwunden an Hand und Arm davon. Er beteuerte, er habe in Notwehr
gehandelt. Er hätte den Amtsträger in einem Einkaufszentrum getroffen und
"sei mit ihm nach Hause gegangen, um im Internet zu surfen". Der Geistliche,
Hochwürden Wolfgang H., stammt aus dem Bistum Trier in Deutschland und war
in Brasilien in der Ausbildung des Priesternachwuchses tätig. Die Angaben
des jungen Mannes werden derzeit auf Glaubwürdigkeit überprüft (Spiegel
online, 12.4.2007).
18.5.2007 -
Im Vorfeld des Papstbesuchs in
Österreich: Bischofsvikar und Stellvertreter des Kardinals nimmt sexuelle
Übergriffe an Frater vor. Diesen wirft es aus der Bahn - Am 14.9.2005 sangen der
Bischofsvikar und der Frater von Kloster Heiligenkreuz noch gemeinsam ein
scheinheiliges Lied zum Fest der "Kreuzerhöhung":
"Schuld findet Liebe, Wunden
heilen Wunden. Bleib unsre Kraft, Geheimnis
ohnegleichen, Zeichen der Zeichen!"
(Aus: Gotteslob, Nr. 634) Dann ging es gemeinsam in die Sauna und
anschließend ins Pfarrhaus nach Alland. Dort leerten die Würdenträger eine
Flasche Whisky, und anschließend begann der Bischofsvikar, der regional auch
als Stellvertreter von Christoph Kardinal Schönborn aus Wien amtiert, mit
sexuellen Übergriffen, die den Frater nach dessen Worten nahezu lähmten.
Auch sei es nicht der erste Übergriff gewesen. Der Frater kam in der
Folgezeit damit nicht mehr klar und ist derzeit in der Psychiatrie in Wien
stationär aufgenommen. Der beschuldigte hohe Amtsträger will nicht
ausschließen, "dass da etwas war", könne sich aber nicht mehr erinnern,
schließlich "waren wir beide ja besoffen" (Profil Nr. 20/2007).
Kardinal Schönborn steht bisher zu seinem Bischofsvikar. Am 9.9.2007 war Papst Benedikt XVI.
im Kloster Heiligenkreuz in Österreich. Möglicherweise musste die
Tagesordnung zuvor um einen Punkt erweitert werden.
Im Jahr 2003 wurde in Österreich das ganze Priesterseminar in St. Pölten
geschlossen, nachdem homosexuelle Praktiken von dort an die Öffentlichkeit
gelangten und umfangreiches kinderpornografisches Material sichergestellt wurde.
Und auch die sexuellen Übergriffe des einstigen Kardinals Groer sind vielen noch
in Erinnerung.
In Österreich wird die römisch-katholische Kirche durch umfangreiche staatliche
Subventionen finanziert, wodurch den Amtsträgern vielfach ein üppiges Leben
ermöglicht wird. Lesen Sie dazu: So reich ist Österreichs Kirche in
http://www.das-weisse-pferd.com/98_11/oesterreich_kirche.html. Mehr
zu den aktuell bekannt gewordenen Vorfällen siehe bei
http://www.networld.at/profil/?/articles/0719/560/173015.shtml.
15.7. / 24.8.2007 -
Sexualverbrechen von Priestern in der Diözese Los Angeles: 660 Millionen
Dollar Entschädigung für 500 Opfer / Haftpflichtversicherungen müssen 227
Millionen zahlen - die Spitze eines Eisbergs.
Bereits 10.000 Kirchen-Opfer haben in den USA geklagt. Der jetzige Vergleich
mit den 500 Opfern erspart der römisch-katholischen Kirche zunächst weitere
Prozesse. Trotz der finanziellen Entschädigung bleiben oft tiefe Wunden. Ein
Mann, der den Tränen nahe ist, erklärt im Fernsehen: Die Summe könne ihm
seine Kindheit "nicht zurück geben" (ZDF, Heute, 16.7.2007).
Und das Opfer Mary Ferell erklärt: "Das Geld zeigt nur die ungeheuerliche
Schuld. Ich würde es zurückgeben, könnte ich dafür meine Kindheit wiederhaben"
(Süddeutsche Zeitung, 16.7.2007).Der Religionswissenschaftler
Prof. Dr. Hubertus Mynarek rät in diesem Zusammenhang deshalb: "Kinder
sollten am besten gar keinen Kontakt zu Priestern haben" (Das Weisse
Pferd Nr. 6/2002). Denn das Risiko ist überdurchschnittlich groß, und
Eltern handeln mittlerweile verantwortungslos, wenn sie ihren Kindern noch
gestatten, sich im Umfeld eines Priesters zu bewegen bzw. wenn sie sie ohne
Begleitung eines Erziehungsberechtigten in die katholische Kirchengemeinde gehen
lassen. In der Diözese Los
Angeles kam man z. B. in 75 % aller katholischen Kirchengemeinden
Sexualverbrechen an Kindern auf die Spur. Die Süddeutsche Zeitung
schreibt: "Es stellte sich heraus, dass in drei Vierteln der 288 Pfarreien der
Diözese im Laufe der Jahre mindestens einer der 221 Priester, Mönche oder
Laienlehrer Dienst getan hatte, denen Kindsmissbrauch vorgeworfen wurde. Und es
stellte sich ebenso heraus, dass die Kirche in vielen Fällen Bescheid wusste
und, wenn überhaupt - nur Täter versetzte - und sie einfach weitergewähren ließ"
(16.7.2007). Dabei wurde einer der Priester
vom zuständigen Kardinal Mahoney immer wieder in eine andere Kirchengemeinde
versetzt, nachdem er in der jeweils vorherigen Kinder missbrauchte. Auf
diese Weise brachte er es auf 17 Pfarrstellen (El pais, 16.7.2007).
Wer jedoch glaubt, die Kirche würde jetzt reinen Tisch machen, der irrt. "Die
Erzdiözese veröffentlichte mehrere Schuldbekenntnisse, gab zu, die Täter und
nicht die Opfer geschützt zu haben, und weigerte sich dennoch, Unterlagen heraus
zu geben, in denen Missbrauchsfälle dokumentiert waren - und die Fehlreaktion
der Kirchenhierarchie. Am Ende kommt die Einigung die Kirche in Los Angeles
vielleicht tatsächlich noch vergleichsweise billig" (Süddeutsche Zeitung,
16.7.2007).
Zudem lässt sich die Kirche einen großen Teilbetrag von ihren
Haftpflicht-Versicherungen rückerstatten. Hierbei geht es um 227 Millionen
Dollar. Von den Zahlungen an die Kirche sind auch zwei deutsche Gesellschaften
betroffen. Während die Allianz-Versicherung den Schaden durch die klerikalen
Sex-Verbrechen noch nicht bezifferte, geht die Münchner Rück von "mehr als
10 Millionen Euro" aus (Financial Times Deutschland, 17.7.2007).
Lesen Sie zur aktuellen gerichtlichen Einigung in den USA auch:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,494499,00.html
31.8. / 7.9.2007
-
Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Priester von
Kirche wieder in Gemeinde eingesetzt / "Grausames Experiment mit der Seele
unserer Kinder" / Priester nach erneutem Sexualverbrechen
verhaftet / Vertuschungspolitik der Kirche von Staatsanwaltschaft gedeckt? /
"Der Bischof muss hart bestraft werden" / Ministranten sollten mindestens 18 Jahre alt sein
- Die erste Agenturmeldung zum Thema lautete wie folgt: "Ein
wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter katholischer Pfarrer aus dem Landkreis
Regensburg soll sich erneut an einem Kind vergangen haben. Gegen
den 39-Jährigen sei wegen Fluchtgefahr ein Haftbefehl erlassen worden,
teilte die Nürnberger Justizpressestelle mit. Die Staatsanwaltschaft wirft
dem Mann vor, sich mehrere Jahre lang an einem Ministranten vergangen
zu haben. Erst im Juli war bekannt geworden, dass das Bistum Regensburg den
Mann trotz seiner einschlägigen Vorstrafe wieder in der Gemeindeseelsorge
einsetzt hat. Bereits vor acht Jahren hatte er sich als Kaplan im
niederbayerischen Viechtach an mindestens einem Jungen vergangen" (Bild
online, 31.8.2007; Aktualisierung am 1.9.2007:
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/09/01/pfarrer-missbrauch/haft-ministranten-regensburg,geo=2422192.html).
Nach kurzer Zeit stellte sich dann heraus, dass der im Jahr 2000 verurteilte
Priester sich seither "mehrere Jahre" erneut an einem Ministranten
an seinem neuen Dienstort vergangen habe. In einer dpa-Meldung
heißt es dazu: "Der Bürgermeister von Riekofen, Armin Gerl, warf der
Kirchenleitung Versagen vor. Sie hätte die Gläubigen schon vor Jahren über
die kriminelle Vergangenheit des Priesters aufklären müssen ... Der
Rathauschef kritisierte weiter, das Bistum hätte dem vorbestraften
Geistlichen ´auf die Finger schauen` müssen. ´Die Schuld muss man dem
Ordinariat geben`", das sich seinerseits damit verteidigte, der Priester sei
"laut einem Gutachten geheilt" gewesen (3.9.2007). Dem
widerspricht der Leiter der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch
an Kindern", der Sozialpädagoge Johannes Heibel: "Unter Fachleuten ist es
unumstritten, dass Pädophilie eine Neigung ist, die sich nicht therapieren
lässt" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Doch noch vor fünf Wochen,
als die Passauer Neue Presse erstmals von den neuen Vorwürfen gegen
Pfarrer Peter K. berichtete (Quelle siehe auch
http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/07/kath-kirche-und-der-umgang-mit/), wiegelte der Generalvikar des Bistums
Regensburg, Michael Fuchs, ab. "Von dem Pfarrer gehe keine Gefahr für Kinder
mehr aus, hieß es" (PNP, 3.9.2007).
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"Ich
bin froh, dass mein Sohn nie Ministrant war."
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Deutliche Kritik übt Johannes Heibel sowohl an der Kirchenleitung als auch
an der Staatsanwaltschaft: "Der Priester kam im Jahr 2000 mit einem
Strafbefehl ohne öffentliche Verhandlung davon. Für mich sieht
das so aus, dass die Vertuschungspolitik der Kirche von der
Staatsanwaltschaft gedeckt wurde. Wäre der Täter zum Beispiel ein einfacher
Arbeiter gewesen und kein Pfarrer, dann wäre die Justiz sicher anders
vorgegangen." Und: "Die Macht der Kirche in Bezug auf unser Rechtssystem
ist nicht von der Hand zu weisen. Dafür gibt es auch Beispiele aus anderen
Bundesländern. Aber so ein Fall ist doch kein Kavaliersdelikt, den man unter
der Hand regeln kann" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007). Und
weiter: "Sexueller Missbrauch, begangen von einem Pfarrer, richtet oft noch
einen größeren seelischen Schaden an als sexuelle Gewalt vom eigenen Vater."
Aktualisierungen am 6.9. und 7.9.2007: Nach Recherchen des Magazins quer
(Bayerischer Rundfunk, 6.9.2007) gingen die Verbrechen des Pfarrers
in Riekofen über seinen einstigen Missbrauch in Viechtach hinaus. Und Opfer
seien diesmal nicht nur ein Ministrant, sondern mehrere, denen der
Amtsträger in Einzelgesprächen offenbar zunächst aus einem sexuellen
Aufklärungsbuch vorlas, bevor er zum Praktischen überging bzw. übergehen
wollte. In einer Erklärung des Pfarrgemeinderats Riekofen vom 6.9.2007
heißt es, es hätten zudem "zahlreiche versuchte sexuelle Übergriffe
stattgefunden" (z. B. Main-Post, 7.9.2007). Und mittlerweile
ist auch bekannt, dass der Regensburger Bischof Ludwig Müller bei der
Verleihung der Pfarrstelle an den pädophilen Priester gegen einen
Beschluss der deutschen Bischöfe verstieß, verurteilte Sexualtäter nicht
mehr im Gemeindedienst einzusetzen. Aus diesem Grund ist es auch
verständlich, wenn Johannes Heibel von der "Initiative gegen Gewalt und
sexuellen Missbrauch an Kindern" fordert: "Der Bischof muss hart bestraft
werden" (Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007).
Und mehr noch:
Der Pfarrgemeinderat Riekofen beklagt, dass der Priester während seiner
juristischen Bewährungszeit keineswegs nur im "Altenheim" eingesetzt wurde,
sondern bereits im Gemeindedienst.
Das Bistum habe sich auf ein "grausames Experiment mit den Seelen
unserer Kinder" eingelassen (z. B. Main-Post, 7.9.2007).
Dafür sollte der Bischof zumindest zurück treten.
Doch leider ist es immer dasselbe, hundertfach, tausend- und zehntausendfach,
Ausnahmen nicht bekannt: Die Kirche fordert von ihren Priestern sexuelle
Enthaltsamkeit. Und während diese vordergründig immer wieder mit Worten wohlgeformte
und hohle Predigten
halten, werden hinter den Kulissen sexuelle Ausschreitungen und Verbrechen in
unübersehbarem Ausmaß praktiziert. Dabei verstecken sich die kirchlichen Würdenträger
in der Öffentlichkeit hinter ihren festlichen Gewändern. Und was wird
darunter und dahinter nicht alles verborgen? Und hierzu schweigt die Kirche, vertuscht
und spielt herunter, so weit das irgendwie möglich ist.
"Die Kirche arbeitet mit allen Tricks", so der Leiter der Initiative
gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch, Johannes Heibel
(Süddeutsche Zeitung, 4.9.2007).
Deshalb kann sich der Bürger nur noch selbst helfen, was z. B. auch
bedeutet: Die Kinder schützen und nicht mehr in die Kirche schicken und
auf jeden Fall von Priestern fernhalten. In der Diözese Los Angeles
waren die Kinder z. B. in 75 % aller Pfarreien in mittelbarem oder
unmittelbarem Kontakt mit Sexualverbrechern, meist den Priestern selbst.
In Deutschland gibt es noch keine so detaillierten Zahlen.
Doch auch hier müsste einiges geschehen, z. B. ein Handeln des
Gesetzgebers. So könnte z.
B. das Jugendschutzgesetz dahin gehend erweitert werden, dass der
römisch-katholischen Kirche grundsätzlich untersagt wird, Ministranten unter
18 Jahren zu beschäftigen, weil die Gefahr für die Jugendlichen und
Kinder, sexuell missbraucht zu werden, einfach zu groß ist.
Doch auch wenn von einer bestimmten Anzahl von Priestern keine sexuelle
Bedrohung für Kinder ausgeht, so droht ihnen durch den Priester
auf jeden Fall eine Gottesvergiftung durch die kirchlichen Lehren (siehe
dazu auch Der Theologe Nr. 18).
17.9. / 18.9.2007 -
"Schweigegelder" der Kirche, um pädophilen Priester zu schützen. Dieser nutzt
die Deckung für neue Verbrechen
- Die Sexualverbrechen an Kindern in
Riekofen in Bayern hätten leicht verhindert werden können. Doch das Bistum
Regensburg startete stattdessen ein "grausames Experiment mit den Seelen von
Kindern" (Pfarrgemeinderat Riekofen) (siehe
hier) und drehte seither an der
Wahrheit, dass sich die Balken biegen.
Die Fakten:
Mittlerweile scheint klar, dass der Priester die Ministranten "einzeln
eingeladen und aus einem Sexualkundebuch vorgelesen" habe (Der Spiegel
Nr. 38/2007). "Dann habe der Priester die Jungs oft gefragt, ob sie
schon einmal Sex hatten. Anschließend soll er zudringlich geworden sein.
´Die Übergriffe`, mutmaßt der Vater [eines Jungen], ´waren wohl wesentlicher
schlimmer als das Geschehen in Viechtach [wo der Priester einem Neunjährigen
an das Geschlechtsteil fasste und einen Zwölfjährigen dazu brachte, sich vor
ihm nackt auszuziehen]. 100 Kinder sind jetzt Zeugen und sollen die
"Übergriffe" in Riekofen bzw. mögliche Versuche dazu jetzt genauer
schildern.
|
Es ist genug. "Es könnte einer der
schlimmsten Sex-Skandale in der deutschen Katholischen Kirche werden."
|
Vertuschungen, Schweigegelder, Verdrehungen der Wahrheit (=
Lügen) der Kirchenoberen:
Die Opfer des
Priesters in Viechtach [dem vorausgehenden Dienstort des Priesters] bekamen
insgesamt 6.500 DM Schweigegeld vom Bistum.
Dafür gehen die Eltern
nicht zur Polizei, sondern lassen das Bistum die Vergehen "intern regeln".
Eine schriftliche
Zusicherung, dass der Priester nicht wieder mit Jugendlichen arbeiten wird,
bekamen die Eltern der Opfer ausdrücklich nicht: Eine solche Zusicherung könne "nicht
gutgeheißen werden", doch der künftige Einsatz werde "erst aufgrund einer
sorgfältigen Entscheidung erfolgen," so die Erklärung des Bistums an die
Eltern (Der
Spiegel Nr. 38/2007).
Auch einen Vorbehalt
einer evtl. späteren Anzeige wies das Bistum zurück: "Da der künftige
seelsorgerliche Einsatz von Herrn K. allein im Kompetenzbereich des
Bischöflichen Ordinariats verbleiben soll, wobei bei Art und Zeitpunkt des
Einsatzes die Vorfälle berücksichtigt werden, können wir es nicht
akzeptieren, dass ... eine Anzeige vorbehalten bleibt." Das heißt: Die 6.500
DM gab es nur nach Unterschrift der Eltern unter diese Bedingung.
Da der Priester dann aber von einem Mitwisser angezeigt wurde, kam es zu
einer Bewährungsstrafe (siehe hier),
welche die Kirche im Lebenslauf des Würdenträgers dann allerdings vertuschte,
indem man einfach den Dienstort, an dem es passierte, aus dem Lebenslauf
strich.
"Die Kirche habe erst
eine vierjährige Therapie abgewartet, bevor K. wieder in die Nähe von
Kindern eingesetzt wurde, sagte Bistumssprecher Jakob Schötz noch vergangene
Woche" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Doch Tatsache ist: Zwar setzte man
ihn sogleich schwerpunktmäßig im Altenheim ein, doch nur wenige Monate (!) nach
Beginn der dreijährigen "Bewährungszeit" firmte der Priester im Frühjahr
2001 bereits aushilfsweise die Kinder in Riekofen und segnete "dabei mindestens einen
Jungen, der laut Zeugenaussagen zu seinen späteren Opfern zählen sollte."
Und bereits von hier an, also ab 2001, hatte der pädophile Priester in
Riekofen wieder die Kinder im Visier und begann mit der
"Ministrantenarbeit". Schließlich wurde der Priester von Bischof Gerhard
Ludwig Müller nach der "Bewährungszeit" als ordentlicher Priester von
Riekofen eingesetzt, obwohl die Deutsche Bischofskonferenz den Gläubigen
und der Gesellschaft versprochen hatte, verurteilte Sexualstraftäter nicht
mehr als Seelsorger für Kinder einzusetzen. Der Bischof von Regensburg hielt
sich jedoch nicht daran. Und so wurde es dem pädophilen Priester leicht
gemacht, wieder seinen sexuellen Vorlieben nachzugehen: "Überhaupt bemühte sich der junge Kirchenmann rührend um die
Jugend ... schaffte es, rund 100 Schüler aus der Gemeinde als Ministranten
zu werben" (Der Spiegel Nr. 38/2007). Und auch bei dem Gutachten, das nach kirchlicher Rechtfertigung angeblich die "Heilung"
des Priesters behauptete, handelte es sich nur um eine Stellungnahme des
persönlichen Therapeuten des Priesters.
Die Mutter der in
Viechtach missbrauchten Jungen hat "die Kirche in Regensburg" "mehrfach"
"vor so etwas gewarnt", nachdem sie die Schweigevereinbarung unterzeichnet
hatte. Doch die Kirche vertuschte und verharmloste, was das Zeug hielt und
setzte sich nach Zahlung der 6.500 DM selbstherrlich über alle Warnungen
hinweg.
Man wird sehen, wie sich der Bischof und seine Leute diesmal
wieder aus der Situation herauszuwinden versuchen. Zu bedenken ist hierbei
auch, dass die Kirchenmitglieder ja Kirchensteuer zahlen und
obendrein Spenden an die Kirche geben. "Für wo am Nötigsten"
heißt es oft bei der Zweckbestimmung von Spenden an die Kirche. Damit
hätte man wohl im Ernstfall genügend Spielraum für weitere Schweigegelder
oder Schmerzensgelder.
PS: Erst im Sommer 2004 wurde bekannt, "dass ein Pfarrer in
Falkenberg [im Bistum Regensburg] über einen Jungen hergefallen war. Die
Eltern des Opfers wandten sich an das Bistum, wurden aber nach eigenen
Aussagen hingehalten. Erst als sie dann doch zur Polizei gingen, wurde der
Priester aus dem Verkehr gezogen" (Der Spiegel Nr. 38/2007).
Deshalb der Aufruf: Sofort zur Polizei gehen und sich nicht
mitschuldig an den Vertuschungspraktiken der Kirche machen (auch
nicht gegen Schweigegeld). In der Diözese Los Angeles/USA waren zuletzt
in 75 % aller Kirchengemeinden Sexualstraftäter tätig, meist die Priester
selbst.
Deshalb die weiteren Aufrufe: Ministrieren soll vom Gesetzgeber im
Jugendschutzgesetz erst ab 18 Jahren
erlaubt werden. Und: Kinder sollten gar keinen unmittelbaren Kontakt zu
Priestern haben oder nur in Begleitung Erwachsener.
21.9.2007 -
Verhöhnung: Bischof Gerhard Ludwig
Müller vergleicht verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth
- Bischof Gerhard Ludwig Müller, der gegen
die "Leitlinie" der Deutschen Bischofskonferenz verstoßen hatte und entgegen
dieser "Linie" einen verurteilten Sexualstraftäter an Kindern wieder im
Gemeindedienst mit Kindern eingesetzt hatte, wäscht seine Hände in Unschuld.
Mehr noch: Er vergleicht sich mit Jesus von Nazareth. Der Bischof wörtlich:
"Wenn Jesus auch den schlimmsten Sündern verziehen hat, wie konnte man
dem Pfarrer da eine zweite Chance versagen?" (Spiegel online, 21.9.2007)
Hier wird Jesus, der Christus, einmal mehr verhöhnt. Denn:
Die Jünger und Nachfolger von Jesus sind keine praktizierenden Pädophilen -
im Unterschied zu Tausenden von katholischen Priestern.
Jesus von Nazareth hat keine Verbrechen vertuscht wie die römisch-katholische
Kirche, sondern er hat die Menschen zur aufrichtigen Reue geführt, im
Einzelfall auch öffentlich. Und wer ehrlich bereut und die Geschädigten um
Vergebung gebeten hatte, dem sagte er: "Gehe hin und sündige hinfort nicht
mehr". Nach echter Reue und ehrlicher Vergebungsbitte muss man jedoch im
katholischen Pädophilen-Sumpf lange suchen. Meist ging es darum, die Vergehen
mit Biegen und Brechen zu verharmlosen bzw. durch Schweigen auszusitzen, evtl.
mit der Hilfe von Schmerzens-, bzw. Schweigegeld. Zudem wurden die Opfer immer
wieder eingeschüchtert.
Eine "zweite Chance" hätte aus katholischer Sicht sein können, den
vorbestraften Priester nicht mehr im Gemeindedienst einzusetzen, sondern
anderweitig. Doch der Bischof setzte den Straftäter ausgerechnet in dem
Bereich wieder ein, in dem er straffällig geworden ist, und er ließ es zu, dass
der Priester dort sogar seinen Tätigkeitsschwerpunkt setzte. Und bei alledem
stellte der Bischof ihm weder eine in das Vergehen eingeweihte Aufsichtsperson
zur Seite, noch schaute man dem Täter selbst hin und wieder auf die Finger, was
wenigstens ein Minimum an Vorsichtsmaßnahmen gewesen wäre. Für dieses grob
fahrlässige eigene Fehlverhalten (ob es bereits als kriminell gelten könnte,
müssten die weltlichen Richter entscheiden) Jesus von Nazareth zu missbrauchen,
ist schäbig.
Bischof Müller wähnt sich in dieser Personalsache im Bund mit Jesus. Doch der
Mann aus Nazareth hätte niemals einen vorbestraften Sexualtäter mit pädophiler
Neigung (über deren "Heilungs"-Chance auch Psychologen sehr skeptisch urteilen)
in seinem Namen unbeaufsichtigt auf Kinder losgelassen. Sondern Jesus war hier
sehr drastisch: "Und wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum
Abfall verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein an den Hals
gehängt und er ins Meer geworfen würde" (Markus 9, 38).
PS: Aus sehr vielen Prozessen gegenüber pädophilen Sexualverbrechern im
Priestergewand ist bekannt, dass die Opfer durch die Taten auch ihren Glauben an
Gott verloren hatten.
Mehr zu den Vorgängen in Riekofen siehe hier.
Und: Wie können Eltern ihre Kinder schützen - Lesen Sie
hier
Grundsätzlich: Die Kirche kann sich gerne römisch-katholisch nennen. Doch
sie sollte bei all´ ihrem Treiben und Tun wenigstens Jesus von Nazareth aus dem
Spiel lassen. Denn nicht nur das Fehlverhalten ihrer Würdenträger widerspricht
Jesus, dem Christus. Auch die offizielle römisch-katholische Lehre (siehe z.
B. Der Theologe Nr. 18) hat nichts mit Jesus zu
tun. Außerdem hatte Jesus niemals Priester gewollt, die sich mit speziellen
Gewändern vom Volk abheben möchten, auf Kanzeln stehen oder auf einem äußeren
Altar Zeremonien praktizieren. Jesus war ein Mann des Volkes, nicht der Kirche.
Das kirchliche Brimborium und Schaugepränge stammt demgegenüber aus den antiken
Götzenkulten.
17.6. / 28.10.2007 / 21.6. / 17.9.2008 -
Vergewaltigungen von Kindern und mafiaähnliche Vorfälle in "evangelischem" Dorf
/ Bedenkliche Rolle der Kirche
- Im "evangelischen" unterfränkischen Dorf Eschenau
hat es über 30 Jahre gedauert, bis lange verschwiegene Vergewaltigungen von
Kindern und jugendlichen Mädchen
ans Licht der Öffentlichkeit gerieten. "Mädchen ab sechs Jahren sollen keine Jungfrauen mehr sein"
(Magazin Neun 7), und es gebe "Täter und Mittäter". Eines der bisher bekannten
acht Opfer
des Kindsmissbrauchs erklärte: "Anfang der 70er Jahre sei sie
[als Mädchen] bei einem Sommerfest der evangelischen
Pfarrjugend auf brutalste Art vergewaltigt worden"
(PS: Eine andere Vergewaltigung soll sogar im evangelischen Pfarrhaus stattgefunden haben). Und: "Wenn ich jetzt sehe,
wie uns Dorfbewohner als Nestbeschmutzer beschimpfen und am liebsten fortjagen
wollten, dann weiß ich, wie es uns vor 30 Jahren ergangen wäre
(Main Post, 15.6.2007, ZDF/Mona Lisa, 17.6.2007). Ein anderes Opfer - sie wurde zwischen ihrem 4. und 14. Lebensjahr immer wieder
vergewaltigt - klagt,
"ihre Mutter sei auf der Straße wegen ihrer
´Huren-Tochter` angefeindet worden, ihr Vater beim Zeitungsaustragen von einem
Hof gejagt worden". Und: "Die Reaktionen sind genau so,
wie ich sie vor 30 Jahren befürchtet habe. Auch deshalb habe ich geschwiegen"
(Neun 7, siehe oben).
Die Frau, Heidi Marks, die inzwischen mit ihrem Mann in den USA lebt und dort als Lehrerin
arbeitet, hatte zwischenzeitlich ihr Quartier
in ihrem Heimatdorf fluchtartig aufgeben müssen. Denn die Gastwirte wurden "im Namen
mehrerer Dorfbewohner" genötigt, das frühere Opfer "loszuwerden". Wenn
nicht, werde "etwas Schlimmes passieren" (Main-Post, 5.6.2007). Zwei der
bisher ermittelten Opfer sind junge Mädchen, die erst vor kurzem als Kinder
sexuell missbraucht wurden. Und vermutlich ist erst die "Spitze des Eisbergs" sichtbar
geworden. So schimpften auch Frauen aus dem Umfeld der Täter, "das
alles sei doch nicht so schlimm und habe fast jeder schon mal erlebt"
(Main-Post, 23.5.2007; mehr dazu siehe unten).
"Er sei nun schon über 30 Jahre bei der Justiz und habe
viel gesehen, sagte Staatsanwalt Joseph Düsel in einer persönlichen Einschätzung
der Geschehnisse. Aber einen vergleichbaren Fall mit derart dramatischen
Ereignissen und menschlichen Tragödien habe er bislang noch nicht erlebt"
(Main-Post, 24.5.2007). Doch die zum größten
Teil evangelische Bevölkerung will davon offenbar überwiegend nichts
wissen: "90 Prozent der Bevölkerung
ist überzeugt, dass da nichts war", erklärte
zwischenzeitlich ein junger Mann
(Bayerischer Rundfunk, Zeitspiegel, 4.6.2007).
Fast alle Einwohner von Eschenau gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Bayern an, während es im Hauptort Knetzgau, in den Eschenau eingemeindet ist,
kaum Evangelische gibt, dafür überwiegend Katholiken.
Einer der evangelischen Beschuldigten (die als "Ehrenmänner" galten bzw. gelten) hat sich
mittlerweile durch Selbstmord der Verantwortung entzogen.
Der evangelischen Kirche wird
dabei vorgehalten, die Verbrechen zunächst verharmlost und klein geredet zu haben.
So sagt eine der Frauen, die jetzt nach langem Schweigen zur Polizei gegangen ist, über die
Kirche: "Von ihr kam keine seelsorgerische Hilfe"
(Main-Post, 5.6.2007). Und eine andere: "Das sind wir an Wände
gerannt. Wir haben ja versucht, irgendetwas zu machen. Ich hab´ Briefe
geschrieben bis zum Landesbischof. Und wir hatten keine Hilfe von der
kirchlichen Seite. Und das finde ich wirklich traurig" (Quer, 18.10.2007).
Und Pfarrerin Elfi Trautvetter-Ferg wird in der
Passauer Neuen Presse
mit den Worten zitiert: "Im
Nachbardorf ist das Gleiche passiert, und da hat kein Hahn danach gekräht"
(Main Post, 5.6.2007; während die Theologin diesen Satz mittlerweile in
dieser Form dementiert, bekräftigt der Autor des Artikels den Inhalt des Zitats;
vgl. dazu die Anmerkung über Pheromone). Über die Dorfpfarrerin wurde weiter berichtet, "dass
sie offenbar [nur] die
´Täterfamilien` betreue und zu verstehen gegeben habe, dass sich die Opfer lieber
´Seelsorger von außerhalb` suchen sollten".
Auf diese Weise stellte sich die Kirche zu Beginn der Auseinandersetzungen anscheinend an die Seite
der Täter. Zumindest hielt ihr Heidi Marks vor, "sich nicht um die
Opfer, besonders um ihre alten Eltern zu kümmern". Die Pfarrerin habe
"sonntägliche Friedensgebete initiiert, ohne Predigt, nur ein Lied und
Bibeltexte. Aber auch in den Predigten während der Gottesdienste wird nicht
erwähnt, was das Dorf bewegt. Da geht es, wie etwa am Pfingstsonntag, um den
neuen französischen Schnellzug und darum, dass wir ein Tempolimit fürs Leben
bräuchten" (Stern, 14.6.2007, zit. nach
http://www.gegensexuellegewalt.at/2007/05/auch-ich-wurde-in-diesem-kinderheim/).
Der inhaftierte Täter, "gegen den sich
die Vorwürfe richten, und seine Familie stehen der evangelischen Kirchengemeinde
sehr nahe, was ihnen wahrscheinlich die Zuwendung der Ortspfarrerin
einbrachte", schreibt die Main-Post (23.6.2007).
Und auch der Beschuldigte, der sich das Leben nahm, war angesehener
evangelischer Landwirt, Vorsitzender des Jägervereins und guter Kirchgänger. Und deshalb musste auch der zuständige evangelische Dekan einräumen:
"´Sehr
viele Gespräche` hätten stattgefunden und fänden
weiterhin statt. Möglicherweise wurde aber nur mit
´Täterfamilien` gesprochen"
(Main-Post, 8.6.2007).
Ansonsten berief er sich auf das "Seelsorgegeheimnis". Ähnlich äußerte
sich die Pfarrerin selbst:
"Sexualverbrechen
sind kein Stoff für die Presse, sondern für die Seelsorge und die Therapie"
(Main-Post, 5.6.2007).
Als Außenstehender fragt man sich dabei natürlich,
ob sie hierbei die Justiz vergessen hat. Oder ob es vielleicht einen Sachverhalt
gibt, für den zwar auch die Justiz zuständig wäre, der für diese aber ein
"Geheimnis" bleiben soll. "Für ihren beruflichen Bereich als
Geistliche" hat Pfarrerin Elfi Trautvetter-Ferg sich gegenüber der
Staatsanwaltschaft auf jeden Fall auf ihr
"Zeugnisverweigerungsrecht" berufen (Main-Post, 23.6.2007).
Das heißt: Es ticken wohl noch andere "Zeitbomben".
Inzwischen fordert wenigstens der Ortssprecher (der mit einem der Opfer
verwandt ist) eine lückenlose Aufklärung: "Auch wenn jemand mit den Tätern gut befreundet war, muss er doch
noch unterscheiden können, was gut und was böse ist!"
Weiter
deutet er an, "dass sich nun mehr und mehr
Opfer aus der Deckung trauen und sich inzwischen, wenn schon nicht der Polizei,
so doch anderen betroffenen Frauen offenbart haben. Es könnte viel mehr Taten
gegeben haben, als sie gegenwärtig juristisch greifbar sind"
(Main-Post, 14.6.2007).
Zwischenzeitlich steht sogar der Mietvertrag der Ortssprechers und stellvertretenden
Feuerwehr-Kommandanten auf dem Spiel. Die Main-Post schreibt: "Er
wohnt im ehemaligen Pfarrhaus von Eschenau. Es gibt offenbar Bestrebungen, dass
sein Mietvertrag nicht mehr verlängert werden soll. Vermieterin ist ausgerechnet
die Kirchengemeinde. Und auch die Initiatoren der Unterschriftenliste gegen ihn
sollen der Kirchengemeinde nahe stehen". Derweil
traut sich der Vater eines der Opfer "nicht mehr in die Kirche" (23.6.2007).
Der inhaftierte Täter hat jetzt teilweise gestanden, und er wurde bereits zu
vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Ein großer Teil der Taten ist
bereits verjährt. Den massiven Anklagen gegen den Mann, der Selbstmord beging,
wird wegen des Todes des Mannes allerdings nicht mehr nach gegangen. Und ob es noch weitere Täter oder
Mitwisser gibt, wird noch ermittelt. Derzeit [Oktober 2007] wird wegen der
mutmaßlichen Vergewaltigung einer 11-Jährigen nach einem möglichen dritten Täter
gesucht.
Und obwohl die Kirche von Vermittlungsangeboten spricht, werfen
Freunde und Verwandte der Opfer ihr weiterhin vor, "zu lange
geschwiegen zu haben" und bedrohte Angehörige der Opfer nicht zu schützen. Die
Kirche lässt hingegen erklären: "Eine Mediation
[Anmerkung: = Vermittlung] sei erst dann sinnvoll, wenn sich die Aufregung -
auch in den Medien - gelegt habe", so Johannes Minkus, Sprecher der
evangelischen Kirche in Bayern (Main-Post, 17.10.2007). Jesus von
Nazareth sprach jedoch nicht von einer "Mediation", sondern er forderte zur
"Buße" und zur Umkehr auf, wozu auch die Reue gehört. Auch war er ein unbequemer
Zeitgenosse und deckte kein Unrecht zu. Jesus
lehrte auch nicht, dass man sich bei Anschuldigungen durch Selbstmord weiteren
Rückfragen entziehen könne und nach dem Prinzip "Sündige tapfer, aber
glaube noch tapferer" sein Seelenheil erlangen könne. Letzteres ist
Teil der Lehre Martin Luthers, der auch darauf bestand, dass man aus eigenem
Willensentschluss nichts dagegen tun könne, wenn man "vom Teufel geritten" wird,
da entweder der Teufel oder Gott einen im Griff hätten (siehe dazu
www.theologe.de/theologe1.htm/#Freier_Wille_geleugnet).
Doch während die Kirche mit ihrem "Mediations-Angebot"
weiter wartete, stellte sie vor Ort am
16.10.2007 den evangelischen Gemeindesaal für eine private Versammlung der
Familie eines Beschuldigten zur Verfügung. Veranstalterin ist die Witwe des
Mannes, der sich
im Frühjahr erhängt hat, und ihr Rechtsanwalt ist der Referent und bezichtigt
neben einem überlebensgroßen Kruzifix und einem Altar die Opfer u. a. der Unwahrheit. Dazu
zitiert er aus den Vernehmungsprotokollen von Opfern bei der Polizei. Die Main-Post schreibt:
"Norbert Hauck war einer der Teilnehmer der
Versammlung. Er sagt: ´Ich schäme mich jetzt dafür, ein Eschenauer zu sein.` Nur
ein oder zwei Leute hätten den Mut gehabt, den ´hetzenden Worten gegen die
Opfer` offen zu widersprechen - danach hätten diese den Saal unter höhnischem
Beifall der Versammlung aber verlassen müssen. ´Nach der gut einstündigen
Veranstaltung meinten manche, sie seien richtig überrumpelt worden von den Reden
des Anwalts`, berichtet Hauck. Ulrich Hagmann, Redakteur
des Bayerischen Fernsehens, der die Versammlung mitverfolgt hat: ´So etwas habe
ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt.` Am Dienstagabend patrouillierten
Streifenwagen im Ort. Familien von Opfern hatten darum gebeten. In Eschenau
regiert die Angst. ´Jetzt herrscht offener Bürgerkrieg`, sagt Norbert Hauck am
Tag danach." Eines der Vergewaltigungsopfer erklärt: "Man hat
gedroht, uns Backsteine ins Fenster zu werfen." Das Haus der Familie M.
wurde angespuckt und "mir hat man vor die Füße gespuckt" (Main-Post,
19.10.2007). Und im Fernsehbeitrag des Bayerischen
Rundfunks heißt es: "Es
ist zu vermuten, dass sich noch nicht alle Opfer gemeldet haben. Doch wegen der
aufgeheizten Stimmung im Dorf werden sie es sich gut überlegen, ob sie aussagen
wollen. Die Gefahr ist groß, dass ihre schlimmsten Erlebnisse im Pfarrsaal
ausgebreitet und sie vor versammelter Gemeinde verhöhnt werden" (Quer,
18.10.2007). Immerhin betrachtet es die Kirche im nachhinein als falsch, den
evangelischen Gemeindesaal für die private Versammlung zur Verfügung gestellt zu
haben.
Heidi Marks hat vor ihrer Rückreise in die USA jedenfalls auf
einen Abschiedsbesuch bei ihren Eltern verzichtet, um deren Sicherheit nicht zu
gefährden. Die ersten Verwandten eines Opfers sind bereits aus Eschenau weggezogen, weil sie die
Anfeindungen nicht mehr ausgehalten haben (z. B. Main-Post, 17.10.2007).
Eigentlich hatten sich Hans B. und seine Familie mit dem eigenen Haus für drei
Generationen "einen Lebenstraum erfüllt" (Süddeutsche Zeitung, 27.10.2007).
Doch weil sie den Opfern glauben, "wurde B. zunächst verboten, andere Höfe des
Dorfes zu betreten. Dann durchbohrten sie ihm die Autoreifen. Und schließlich
wurde B. zugetragen, dass einer sich im Wirtshaus darüber verbreitet habe, man
könne ihm auch noch ´den Bauch aufschlitzen.`" B. war bis 2002 Ortsprecher
von Eschenau. Jetzt ist auch sein Nachfolger zurückgetreten und auch "der
Bürgermeister [aus dem Hauptort Knetzgau] resigniert" (Süddeutsche Zeitung,
27.10.2007).
Der Hauptverursacher der Situation: Der angesehene evangelische
Dorfbauer, Jäger und Kirchgänger Siegfried W., der sich nach den Aussagen mehrerer Opfer und
auch anderer Dorfbewohner, die ihn beschuldigt hatten, aufhängte. Sein Coup: Er
behauptete in einem Brief einfach seine "Unschuld" und verhinderte anschließend
durch den Selbstmord neutrale Ermittlungen, denn gegen einen Toten darf nicht
weiter ermittelt werden. Seine kirchliche Beerdigung war
darauf hin die größte, die Eschenau je erlebt hatte, und nach
evangelisch-lutherischer Lehre könne er jetzt unter Umständen "allein durch
Glauben" "selig" sein (vgl. dazu
"Der Theologe Nr. 35" - Gefährliche Rechtfertigungslehre). Die Eltern
eines der Missbrauchsopfer wurden eigens von der evangelischen Pfarrerin vorher
angerufen, bei der Beerdigung besser nicht zu erscheinen. Und Norbert Hauck, der in der
Versammlung im evangelischen Gemeindesaal (siehe oben)
über den "wohl angesehensten Mann des Dorfes" (Süddeutsche Zeitung,
27.10.2007), sagte, "dass dieser Mann auch ihm, Hauck, als nicht ganz so
heilig bekannt war", musste sich darauf hin vom Anwalt von dessen Witwe einiges
sagen lassen. Die Süddeutsche Zeitung umschreibt die Aussage des Anwalts
so: "Er würde gerne wissen, wie viele Eschenauer auf den Friedhof kommen werden,
wenn er, der Fabrikarbeiter Hauck, erst einmal auf diesem liege" (27.10.2007).
PS: Ein Ende der Auseinandersetzungen in Eschenau ist
nicht absehbar. Aus Gründen des Umfangs kann diese hier aber nicht weiter
dokumentiert werden [Stand: 27.10.2007]. Eine Dokumentation der bisherigen
und nachfolgenden Ereignisse können Sie jedoch nachlesen unter
http://www.mainpost.de/mainfranken/fb/derfalleschenau/index.html
Man stelle sich vor, das alles wäre innerhalb von
Anhängern einer kleineren
Gemeinschaft passiert. Wie hätten die
"Weltanschauungsbeauftragten" der Kirche dann reagiert? So jedoch lenken
sie weiter von den Vorfällen in den eigenen Reihen ab und
erheben anderweitig falsche Anschuldigungen gegenüber religiösen Minderheiten
(vgl.
www.theologe.de/theologe12.htm).
Deshalb die Frage: Wann kümmern sie sich endlich um
die eigene "Weltanschauung" und über Abweichungen davon
und über die Folgen davon in den eigenen Kirchengemeinden? Das wäre eigentlich ihr
Dienstauftrag (siehe
www.theologe.de/theologe12.htm#Allgemeinkirchliche_Aufgabe).
So könnte z. B. der evangelische Weltanschauungsbeauftragte Dr. Wolfgang
Behnk den Eschenauern die Ereignisse in ihrem
Dorf anhand der Lehre Dr. Martin Luthers deuten und ihnen auf diese Weise zu
einem vertieften Verständnis ihres evangelischen Glaubens helfen (siehe dazu
auch hier).
Lesen Sie hier mehr zur Lehre von Martin Luther
und der Evangelisch-lutherischen Kirche über das Wesen des Menschen:
1)
www.theologe.de/theologe1.htm,
insbesondere
www.theologe.de/theologe1.htm#12
2)
www.theologe.de/luther_geyer.htm
insbesondere:
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Gebote
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Iwand
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#toeten
http://www.theologe.de/luther_geyer.htm#Verfuegungsgewalt
Aktualisierung: Nachdem die evangelisch-lutherische
Kirche ihre späte "Mediation" (= Vermittlungsbemühung) im Dorf mittlerweile
[2008] abgeschlossen hat, erschien jetzt das Buch von Heidi Marks im
Fackelträger-Verlag in Köln. Der Titel: Als der Mann kam und mich mitnahm.
Die Veröffentlichung wirft auch im Nachhinein kein gutes Licht auf die Pfarrerin
des Dorfes. So heißt es u. a.:
- Als die Pfarrerin kurz darauf Giselas Tochter sah, zeigte sich mit dem Finger
auf sie und sagte: "Bei der anderen ist es ja verjährt und bei dir ist ja nicht
viel passiert" (S. 132).
- Er [ein Journalist] erzählte Folgendes: "Ich war gestern abends in Ihrem Dorf
in der Kirche beim Friedensgottesdienst. Als ich die Kirche verließ, kam die
Frau Pfarrer auf mich zu und sagte: ´Jetzt haben wir die Amerikanerin endlich
aus dem Dorf gejagt` ..." (S. 140)
Auch die Bemühungen des Regionalbischofs Wilfried Beyhl erscheinen nicht
so edel wie in der Lokalpresse teilweise veröffentlicht. So schreibt Heidi
Marks:
- So bemerkenswert das Engagement des Regionalbischofs in der Presseerklärung
auch klang, bei seinem Spontanbesuch traf Beyhl kaum jemanden in Eschenau an.
Das Opfer Renate Rosenbaum war ebenso nicht zu Hause wie Sofie Holst, der der
Bischof - so kontrollierte an Tag darauf die Süddeutsche Zeitung - lediglich eine
Visitenkarte dagelassen habe. Was er aber machte, war, alle Journalisten über
seinen Besuch zu informieren. " Sich nicht anzumelden und dann öffentlich zu
erklären, man habe fünf Familien in Eschenau besucht, ist eines Bischofs nicht
würdig", sagt Sofie Holst später der Süddeutschen Zeitung. Einen zumindest
erreichte der Bischof: Heidi Marks´ Vater Adam Siebert ... Siebert wusste, dass
bereits drei Konfirmanden den Besuch in der Kirche bestreikten. "In diese Kirche
wollen die nicht mehr gehen" (S. 234).
Ca. ein Jahr später [Stand: 17.9.2008] legen nun die Angehörigen
des beschuldigten Siegfried W. und ihr Rechtsanwalt nach und wollen die
"Unschuld" von Siegfried W. festgestellt haben, Die Main-Post schreibt am
17.9.2008: "Trotz Mediation der evangelischen Landeskirche ist noch keine Ruhe
eingekehrt."
http://www.mainpost.de/lokales/hassberge/Hassbergkreis-Trotz-Mediation-der-evangelischen-Landeskirche-ist-noch-keine-Ruhe-eingekehrt;art1726,4704384
Anmerkung: Seit einiger Zeit gibt es Überlegungen und Untersuchungen,
dass Sexualverbrechen in dörflichen landwirtschaftlichen Umgebungen
überdurchschnittlich ansteigen. Der denkbare Hintergrund: In der
Massentierhaltung arbeitet man teilweise mit
Sexualduftstoffen, den so genannten Pheromonen, um die Paarungsbereitschaft der
Tiere zu erhöhen.
Dieser "Fortpflanzungsdunst" springt wahrscheinlich auch auf
Menschen über und macht sie sexuell enthemmter. Eine kühne, aber dennoch
seriöse These und vielleicht auch ein Faktor zur Aufarbeitung der Geschehnisse
in Eschenau und in anderen Dörfern, in denen ähnliches geschah bzw. geschieht.
Einer der beiden
mutmaßlichen Täter in Eschenau war auch direkt als Landwirt tätig. Lesen Sie
dazu z. B.
Gülle-Pheromone als Auslöser von Sexualverbrechen?
in
http://www.das-weisse-pferd.com/02_12/fortpflanzung.html#Sexualverbrechen
22.10.2007 -
Ex-Priesteramtskandidat
vergewaltigte wahrscheinlich über 200 Kinder - Der gläubige Katholik
Christopher Paul Neil (32) aus Maple Rich/Kanada soll "Hunderte Kinder"
vergewaltigt haben - offenbar allesamt Jungen, die jüngsten sechs Jahre alt
(Bild, 20.10./22.10.2007). Neil wollte ursprünglich Priester werden und ließ
sich von 1995-1999 im Priesterseminar zum katholischen Würdenträger ausbilden.
Kurz vor Ende der Ausbildung brach er diese ab und arbeitete als Englischlehrer
und Jugendbetreuer in Südkorea, Vietnam und Thailand. Dort wurde er jetzt
verhaftet.
PS: Bevor jemand als Pädophiler tätig wird, hat er sich oft jahrelang
damit beschäftigt. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2004 das Priesterseminar in St. Pölten/Österreich
geschlossen, nachdem dort u. a. Kinderpornographie auf Computer herunter geladen
wurde: insgesamt 40.000 Fotos und zahlreiche Filme. Der Wiener Pastoraltheologe
Paul Zulehner forderte zuvor den zuständigen Bischof Kurt Krenn auf, er solle
sich eingestehen: "Ich bin krank, mir setzt der Alkohol sehr zu" und er sei
nicht mehr in der Lage, "solche Zustände zu verhindern"
(http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E8691E7C1B7354A8DBE14E63E1991D2C9~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
27.10.2007 -
Kindsmissbrauch:
Bischof Müller lehnt Entschuldigung weiter ab und beruft sich auf den Papst
- Obwohl er einen wegen Kindsmissbrauchs vorbestraften Priester wieder im
Gemeindedienst einsetzte, wo dieser erneut Kinder missbrauchte, lehnt
Bischof Gerhard Ludwig Müller aus Regensburg weiter eine Entschuldigung
kategorisch ab und weist alle Kritik von sich. Der Bischof wörtlich:
Der einzige Vorgesetzte eines Bischofs sei der Papst, "und von
dieser Seite habe ich noch keine Kritik gehört" (Süddeutsche Zeitung,
27.10.2007).
Bischof Müller hat in der Tat Recht. Was in der Kirche zählt, ist, was
der Papst sagt, und ansonsten, was der Bischof sagt. Die Kirchenschafe
müssen den Kirchenherrschern in Regensburg, Rom und anderswo nur ihr üppiges
Leben aus Predigen, Repräsentieren und Anderen-sagen-wo-es-lang-geht bezahlen,
und sie haben ansonsten im Konfliktfall zu gehorchen. Und solange sie weiter
gehorchen und zahlen, werden sie von ihren Oberhirten auch weiter so
gedemütigt. Sie haben es vermutlich nicht anders verdient.
Siehe dazu auch unsere Meldungen vom 21.9.
17.9.
4.9.
Lesen Sie dazu auch die Informationsschrift der Freien Christen Nr. 1:
Gott wohnt nicht in Kirchen aus Stein -
Darum treten Sie aus, Sie sind nicht allein.
Aktualisierung: Priester zu drei Jahren Haft verurteilt / Justiz und
Bischof kritisieren sich gegenseitig; siehe z. B.
http://www.br-online.de/bayern1/mittags-in-niederbayern-und-der-oberpfalz/riekofen-regionalnews-prozess-ID1205232408718.xml?_requestid=135428.
http://www.haz.de/newsroom/weltimspiegel/zentral/weltimspiegel/art699,547814,2
29.10.2007 -
Katholik als "einer der kaltblütigsten Täter
der deutschen Justizgeschichte" - Ronny Rieken brachte in
den 90er-Jahren zwei Mädchen um, vergewaltigte mindestens 14 weitere. Er war
Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die ARD
bringt um 21 Uhr eine Dokumentation. Welche Bedeutung hat die
Konfessionszugehörigkeit? Um die konfessionellen Weltanschauungsbeauftragten
zu fragen: Wie hätten sie reagiert,
wenn Rieken keiner der "Söhne und Töchter der Kirche" gewesen wäre, sondern einer religiösen
Minderheit angehört hätte?
Siehe
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,513506,00.html
18.12.2007
/ 4.11. / 9.12.2009 -
Ratsvorsitzender des Diakonischen Werkes
verurteilt - Der Pfarrer soll sich bei "Psycho-Experimenten" an Diakonen und Diakonie-Schülern vergangen
haben - Das Diakonische Werk der Evangelisch-Lutherische Kirche
in Bayern kommt nicht zur Ruhe. Erst im Oktober wurde ein ranghoher Pfarrer
vom Dienst suspendiert, da er Spendengelder veruntreut hat (siehe
hier). Es wird vermutet, dass diese in
tschechischen Casinos verspielt wurden. Nun ist einer der Obersten, der
Ratsvorsitzende des Diakonischen Werkes in Bayern, Pfarrer Karl Heinz Bierlein von
allen Ämtern zurückgetreten. Ihm werden sexuelle "Grenzüberschreitungen" an
Untergebenen zur Last gelegt. Die Betroffenen werden psychologisch betreut.
Die Süddeutsche Zeitung schreibt am 15.12.2007: "Bierlein
gehört zu den wichtigsten Sozialmanagern in Bayern, ist Träger des
Bundesverdienstkreuzes. Die Rummelsberger Anstalten der Diakonie
beschäftigen 6100 Mitarbeiter in 170 Sozialeinrichtungen - darunter
Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Behinderteneinrichtungen. Auch
ein geschlossenes Heim für verhaltensauffällige Jugendliche gehört dazu. Für
2006 meldete das Unternehmen eine Bilanzsumme von 522 Millionen Euro. Bierlein stand seit 1997 an der Spitze der Rummelsberger Anstalten"
(http://www.sueddeutsche.de/,ra13l1/bayern/artikel/815/148463/).
Unser Vorschlag: Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ändert
ab sofort das Tätigkeitsfeld ihres bisherigen "Sektenbeauftragten". Anstatt
Lügen, Verleumdungen und haarsträubende Spekulationen über Andersgläubige zu
verbreiten, soll sich der Beauftragte in Zukunft um die Verbesserung von
Ethik und Moral in der eigenen Kirche kümmern. Sollte die Kirche jedoch
einen solchen Beauftragten für unnötig halten, sollten die Gläubigen auch
nichts mehr spenden.
Die weitere Entwicklung: Psycho-Experimente: Der Pfarrer und Diakonie-Chef soll
Studenten auch mit Metallklammern an den Brustwarzen und Stocks- und Gürtelschlägen traktiert haben, so die
weiteren Untersuchungen.
Nach Verhängung einer Haftstrafe von 11 Monaten mit Bewährung im Juni 2008 hat Pfarrer Karl Heinz Bierlein die
Entlassung aus dem Dienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche zum 31.12.2009
beantragt. Dem Antrag wurde entsprochen. Ein Leser der Online-Ausgabe des Münchner Merkur
schreibt dazu im Hinblick auf anderweitige legale Gewalt-Praktiken in der
Kirche: "Alternativ [für den Pfarrer] käme das Opus Dei in Frage. Mit
Bußgürtel und fünfschwänziger Peitsche zur Selbstgeißelung kann er bis zum
Grabe seine Schmerzgrenzen austesten"
(4.11.2009).
Siehe dazu auch:
http://mobil.sueddeutsche.de/inm/sz/dqgxei307nd9;jsessionid=67A2515B36F1CBAACCAF91C18B290CA3.app102A2
Aktualisierung: Mittlerweile ist der Ex-Diakonie-Chef bei einem
anderen Diakonischen Werk in Bonn wieder in führender Stellung tätig.
Heftige Kritik wird in der Zwischenzeit an Landesbischof Johannes Friedrich
geübt. Er hat sich mit Direktor Karl Heinz Bierlein getroffen, jedoch nicht
den Kontakt zu seinen Opfern gesucht, den missbrauchten Jung-Diakonen
(Süddeutsche Zeitung, 12.12.2009).
Siehe auch:
Diakonie Rummelsberg:
Bonuszahlungen und hohe Abfindungen für Manager sowie eigene
Zeitarbeitsfirma, um Lohnkosten für Angestellte und Arbeiter nach unten
drücken zu können
17.4.2008 -
Der Schmutz hinter den festlichen
Gewändern - Papst "schämt sich" für ca. 5.000 pädophile Verbrecher im
Priestertalar in den USA. Doch keine Vergebungsbitte - Es
ist wie immer. 13.000 Kinder wurden in den USA Opfer von ca. 5.000
römisch-katholischen Priestern, und der Papst empfinde darüber "tiefe Scham"
und kündigt Entlassungen von pädophilen "Hochwürden" und Hilfe für die Opfer
an. Doch den Satz "wir bitten alle Opfer um Vergebung" hat er einmal mehr
nicht gesagt. Zudem weist auch der Opfer-Verband Snap (Suvivors
Network of those Abused by Priests = "Überlebenden-Netzwerk von denen,
die von Priestern missbraucht wurden") darauf hin, dass z. B. noch immer
"hunderte Bischöfe willentlich und wiederholt" Gemeindemitglieder
hintergingen, gegenüber der Polizei schwiegen und Kinder weiter Risiken
aussetzten (Spiegel online, 17.4.2008).
Betty Ianny, heute 50 Jahre alt und früher eines der Missbrauchsopfer,
kritisiert deshalb auch den Papst: "Er spricht davon, Scham zu empfinden,
doch das ist himmelschreiend weit entfernt von der Scham, mit der Opfer ihr
ganzes Leben leben müssen."
Die Kirche hatte zwischen 1980-2002 ca. eine Milliarde Dollar an sexuell
missbrauchte Kinder und Jugendliche und ihre Angehörige bezahlt, wenn diese
schweigen. Seit 2002 folgten immerhin weitere zwei Milliarden Dollar an
Entschädigungszahlungen. Doch für viele Opfer kommen diese Gelder zu
spät. Eine kleine Gruppe Demonstranten hielt ein Plakat mit Fotos von 60
Kindern aus ihrer Umgebung hoch. Ca. ein Viertel der Fotos hatten einen
schwarzen Rand. Die jungen Menschen hatten Selbstmord begangen. Ihnen
droht nach römisch-katholischer Lehre zudem eine "ewige Hölle"
(siehe Der Theologe Nr. 18). Die pädophilen
Priester kämen später jedoch in den Himmel, wenn sie korrekt
römisch-katholisch glauben.
24.4.2008 -
Priester küsste Ministranten
und fasste ihm dabei zwischen die Beine - Was der Würdenträger des Erzbistums
Hamburg hinter verschlossenen Türen mit Ministranten tat, sei erst einmal
dahin gestellt. Ein Mitglied des Pastoralrats des Bistums, Krzysztof
Stobinski, hat jetzt zunächst Strafanzeige gegen den "keinesfalls
unbekannten und unbedeutenden" Priester (rp-online, 24.4.2008)
gestellt - und zwar aufgrund von Beobachtungen mehrerer Zeugen. Die Vorwürfe
"richteten sich im Kern nicht gegen die angeblich aktiv ausgelebte
Homosexualität des Pfarrers, sondern gegen den Missbrauch von Kindern und
Jugendlichen". "In einem Brief an die Kirchenleitung sollen die
Unterzeichner davon berichten, sie hätten einen Vikar gesehen, wie er einen
Jungen geküsst und ihm dabei zwischen die Beine gefasst habe." "Ich kann es
persönlich nicht verantworten, dass weiterhin Kinder missbraucht werden",
sagte jetzt Stobinski. Und in einem anderen Schreiben heißt es, "dass man in
großer Sorge um die Messdiener sei". Der Priester wurde daraufhin vom
Erzbischof Werner Thissen bis zur Klärung aller Vorwürfe vom Dienst
beurlaubt. Die Vorwürfe reichen bereits in die Jahre 1999 und 2000 zurück
und wurden erst jetzt öffentlich, als man entsprechende Brief-Unterlagen
eines "schwer erkrankten" anderen Pfarrers gefunden hatte.
Der Sorge um die Messdiener schließen wir uns an. Bereits im Jahr 2002
sprach eine engagierte Katholikin öffentlich aus, was mittlerweile viele
Eltern denken. "Ich bin froh, dass mein Sohn nie Messdiener war"
(Tagesspiegel, 25.2.2002). Andere Eltern, die ihren Kindern den
Ministrantendienst erlauben, müssen sich hingegen fragen lassen, ob sie
nicht Russisch Roulette mit der seelischen Gesundheit ihrer Jungen und
Mädchen spielen. Lesen Sie dazu auch unsere Forderung:
Messdiener sollten mindestens 18 Jahre alt
sein.
28.4. / 5.5.2008
-
"Inzest-Drama" in katholischer Familie in Österreich - Verhinderte kirchliche "Anti-Sekten-Stimmung"
frühere Aufklärung? -
Der Elektro-Ingenieur Josef Fritzl aus
Amstetten in Niederösterreich (73), der seine Tochter 24 Jahre lang in einem
Kellerverlies ohne Sonnenlicht gefangen hielt und mit ihr sieben Kinder
zeugte, ist nach Angaben der Berliner Morgenpost Mitglied der römisch-katholischen Kirchengemeinde Amstetten-St.-Stephan und zahlt seinen Kirchenbeitrag an die katholische
Kirche in Österreich. "Wir haben hier eine funktionierende Gemeinde", sagt
Diakon Engelbert Lagler betroffen (Berliner Morgenpost, 29.4.2008).
Die Fritzl-Kinder wurden lt. Bild in der benachbarten katholischen
Kirchengemeinde Amstetten-St.-Marien in das kirchliche Leben eingeführt. "Die
drei Kinder, die die Familie adoptiert hat, wurden bei uns getauft und
bekamen in unserer Kirche die Erste Heilige Kommunion", so Pfarrer Franz
Halbartschlager (Bild, 5.5.2008).
Josef Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth nach deren Aussagen mit 11 Jahren das erste
Mal sexuell missbraucht, was dieser jedoch bestreitet. Seit ihrem 18. Lebensjahr sperrte er sie dann
auf jeden Fall 24
Jahre lang in sein dunkles Kellerverlies ein und missbrauchte sie dort
ständig - vor den Augen der Kinder.
Drei davon (19, 18 und 5 Jahre) sahen niemals Sonnenlicht. Eines starb. Und
über die drei anderen log er: Elisabeth habe sich mit 18 Jahren einer
"Sekte" angeschlossen, habe die drei Babies jeweils nachts vor
seine Türe
gelegt und sei ohne weitere Kontaktaufnahme wieder in der "Sekte"
abgetaucht. Josef und seine Frau Rosemarie Fritzl haben diese drei Kinder
dann adoptiert. Fritzl hatte seine Tochter einst gezwungen, einen Brief zu
schreiben, in dem die damals 18-Jährige gebeten haben soll,
nicht nach ihr zu suchen," so ein Pressebericht (http://diepresse.com).
Und: "Mit dieser Darstellung soll er auch die Behörde getäuscht haben, die
ihm die [drei] Kinder anvertrauten. Der Verdächtige soll die Tochter [zudem]
gezwungen haben, [weitere] handschriftliche Briefe zu verfassen, um seine Behauptungen
zu untermauern" (Main-Post, 30.4.2008).
In der von
Kirchenvertretern über Jahrzehnte geschürten Anti-Sekten-Stimmung wird diese
erfundene Geschichte von den Behördenvertretern, in der Kirchengemeinde und
bei den Nachbarn bereitwillig geglaubt, denn sie passt genau in das von der
modernen "Inquisition" der Kirche gezeichnete "Sektenschema".
So fragt niemand nach. Fritzl "habe diese Geschichte mit einer
derartigen Sicherheit erzählt, dass niemand Verdacht geschöpft habe. ´Er war
so überzeugend, wie er gelitten hat und wie seine Familie [deswegen]
gelitten hat`", so der Bekannte Anton G. (Focus online, 3.5.2008).
Doch der Horror
passierte eben einmal mehr nicht bei einer von den Kirchen als "Sekte"
verteufelten kleinen Glaubensgemeinschaft, sondern wieder
einmal in den eigenen Reihen.
Jetzt flog alles auf, nachdem
Josef Fritzl
seine - mit seiner mittlerweile 42-jährigen Tochter Elisabeth gezeugte
- 19jährige Tochter Kerstin ins Spital ließ, nachdem diese todkrank wurde.
Zunächst versuchte der Katholik Fritzl die alte Masche: Seine Tochter
Elisabeth habe
ihre bei der "Sekte" todkrank gewordene erwachsene Tochter vor der Tür abgelegt,
damit Fritzl ihr helfe. Der katholische Pfarrer gab ihr bereits die "letzte
Ölung" (Bild, 5.5.2008), doch mittlerweile
geht es ihr besser. Als zur Ermittlung des Krankheitsverlaufs
polizeilich nach der Mutter gesucht wurde und diese nach Fritzls Plan dafür kurzzeitig die
"Sekte" verlassen soll, fliegt alles auf. Denn Elisabeth Fritzl packt aus, als man ihr
versichert hat, niemals mehr Kontakt zu ihrem Vater haben zu müssen.
Warum spielt es eine Rolle, dass Josef Fritzl römisch-katholisch ist?
Der Grund ist einfach: Welche Pogrom-Stimmung würden nämlich die kirchlichen
"Sektenbeauftragten" jetzt in den
Massenmedien anstimmen, wenn auch nur ein Bruchteil dessen, was in ihren Reihen passierte,
bei einer kleineren Gemeinschaft geschehen
wäre? Ganz Europa wäre gegen diese "Sekte" und alle anderen kleinen
Gemeinschaften aufgehetzt worden. Denn die Journalisten hätten die
Kirchenvertreter vermutlich auch gefragt, ob so etwas auch bei anderen kleinen
Gemeinschaften möglich sei, und die modernen Inquisitoren hätten wohl wieder
gesagt "Ja", so wie sie schon früher solche Anlässe geschickt genutzt
hatten, um alle ihnen missliebigen Andersgläubige über einen Kamm zu scheren und
niederzumachen. Doch einmal mehr ist der Täter römisch-katholisch. Aus
diesem Grund verschweigen die meisten Berichte das Glaubensbekenntnis
von Josef Fritzl. Würde er einer religiösen Minderheit angehören, wäre dies
völlig anders.
PS:
Sollte Josef Fritzl seine Taten übrigens bei einem Priester beichten und
dafür die kirchliche "Absolution" erhalten, kommt er nach
römisch-katholischer Lehre später trotzdem in den "Himmel". Und sollte seine
Tochter Elisabeth z. B. aufgrund ihrer Erlebnisse den Glauben an den "Gott" der katholischen Kirche
verloren haben, muss sie dafür später nach römisch-katholischer Lehre in die
ewige Hölle.
3.6.2008 -
250 kinderpornografische Bilder auf Computer von Pfarrer gefunden
-
Siehe
www.bild.de, 3.6.2008;
"Der Beschuldigte war vor 22 Jahren zum Priester geweiht worden und
hatte als Militärseelsorger gearbeitet, bevor er 1999 nach Bielefeld
gekommen war", schreibt das Westfalenblatt (3.6.2008). Dem
Westfalenblatt zufolge gibt es auch Hinweise, dass der Bielefelder
Priester "seit längerem zudem ein Verhältnis zu einer verheirateten Frau"
"unterhalte", während er nach außen vorgeben muss, den Zölibat zu halten.
Nach dem Auffinden der Kinderpornografie wurde er vom Erzbistum Paderborn
zunächst aus "Krankheitsgründen" aus der Gemeinde versetzt.
14.6.2008 -
Priester suspendiert - Ministrantinnen sexuell belästigt?
Lesen Sie dazu
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Pfarrer-suspendiert-Ministrantinnen-belaestigt-_arid,1239985_regid,2_puid,2_pageid,4289.html
Lesen Sie dazu auch:
Ministranten sollten
mindestens 18 Jahre alt sein
5.8. / 12.8.2008 -
Erzbistum Bamberg:
"Doktorspiele mit dem Trend zum Unterleib" - Domkapitular zurückgetreten
/ Zwei spätere Selbstmorde wg. Missbrauchs? / Weiterer Angestellter wegen sexueller Vergehen entlassen
/ Kirche sollte Verjährungsfristen nicht in Anspruch nehmen
- Ein Jahr nach seiner 1000-Jahr-Feier (siehe dazu
"Der Theologe Nr. 29" - 1000 Jahre Erzbistum
Bamberg: Kein Grund zum Feiern) wird das Bistum Bamberg erneut
erschüttert (zu Verbrechen, Gräueln und Vergehen der Vergangenheit siehe
hier). Der bekannte
Personalchef des Erzbistums, Domkapitular Otto Münkemer (Besoldungsgruppe A
16), wird dabei beschuldigt,
in seiner Zeit als Direktor des erzbischöflichen Knabenseminars Ottonianum
von 1976-1991 "Schutzbefohlene" sexuell missbraucht zu haben. Er trat
nach Bekanntwerden der Anschuldigungen zurück. Münkemer "gehörte zum engsten
Beraterkreis des Erzbischofs und genoss bis zum Herbst letzten Jahres dessen
uneingeschränktes Vertrauen" (Abendzeitung Nürnberg, 31.7.2008).
Innerhalb der Kirche sind die Vorwürfe "bereits seit mehr als einem halben
Jahr bekannt, wurden jedoch diskret unter dem Tisch gehalten". Der
römisch-katholische Domkapitular wird vom Staat bezahlt.* Mehr dazu in der Artikelserie in den Nürnberger
Nachrichten:
Siehe z. B.
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=858498&kat=27&man=3
Dies ist jedoch derzeit nicht der einzige Skandal im Erzbistum: Ein
Angestellter hatte sich zuletzt an mehreren Frauen sexuell vergangen. Die
Staatsanwaltschaft ermittelt noch, der Angestellte hat einen
Auflösungsvertrag erhalten (Nürnberger Nachrichten, 7.8.2008).
Aktualisierung - 12.8.2008: Hierzu schreiben die Nürnberger
Nachrichten am 12.8.2008: "Angeblich soll ein ehemaliger Schüler
des Knabengymnasiums 1990 und damit vier Jahre nach seinem Abitur am
Ottonianum Suizid begangen haben, weil er in seiner Schulzeit von dem
Geistlichen missbraucht wurde. ´Natürlich prüfen wir das nach`, so
[Oberstaatsanwalt] Düsel. In den Akten habe sich aber kein Hinweis auf einen
Zusammenhang zwischen dem Internatsbesuch und dem Selbstmord finden lassen.
Ebenso schwierig dürften sich die Ermittlungen im zweiten Fall gestalten.
Nach Informationen der Redaktion hat sich 1991 ein ehemaliger Schüler des
Bamberger Franz-Ludwig-Gymnasiums das Leben genommen, an dem Münkemer
Religionsunterricht gehalten haben soll. Laut einer ehemaligen
Grundschullehrerin des Schülers, die auch während dessen Gymnasialzeit
Kontakt zu ihm und seiner Familie gehabt haben will, habe sich der
Betroffene ab einem gewissen Zeitpunkt ´von einem Tag auf den anderen`
abgeschottet und schließlich nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen
tatsächlich umgebracht. Für die ehemalige Lehrerin besteht ein
eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Freitod und dem Kontakt des Schülers
mit dem Geistlichen. Nach eigenen Angaben wurde sie in dieser Sache auch
bereits von Ermittlungsbeamten vernommen." Weiterhin wird derzeit geprüft,
ob der Domkapitular aus Kirchengeldern 10.000 Euro an die Eltern eines
weiteres Missbrauchsopfers gezahlt habe.
Aktualisierung - 20.1.2009: Die Staatsanwaltschaft Bamberg
stellte das Ermittlungsverfahren gegen den Domkapitular am 19.1.2009 wegen
"Verjährung" der Taten ein. Ist ein solcher Umgang mit den Taten vertretbar?
Im Zusammenhang eines anderen Verfahrens forderte ein deutscher Anwalt in
einem Brief an Papst Benedikt XVI., die Verjährungsfristen nicht in Anspruch
zu nehmen (http://hpd.de/node/4658),
damit Vorgänge vorbehaltlos aufgeklärt werden können. Dies sollte auch hier
geschehen, gerade weil die Opfer sich oft erst nach vielen Jahren oder gar
Jahrzehnten an die Öffentlichkeit trauen.
*
Aus dem bis heute [2008] gültigen
Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Bayern vom 29.3.1924,
zuletzt geändert am 26.7.1988, Artikel 10, § 1 (a):
"Der Staat wird die ... Domkapitel mit einer Dotation [= Zahlung] in Gütern
und ständigen Fonds ausstatten ..."
31.8.2008 / 17.3.2010 -
Priester missbraucht 47 Mädchen
- "In Kanada bekannte sich Priester Charles Sylvestre im August 2008
schuldig, zwischen 1954 und 1984 insgesamt 47 Mädchen sexuell missbraucht zu
haben" (bild.de, 17.3.2010).
17.9.2008 -
Einbrecher fand im Schlafzimmer des katholischen Priesters
kinderpornografische Fotos -
Erpressung
misslungen -
Auf ungewöhnliche Weise wurde ein katholischer Priester in
Hamm/Nordrhein-Westfalen "enttarnt". Ein Einbrecher fand
kinderpornografische Foto in seinem Schlafzimmer. Nach einer gescheiterten
Erpressung ist der Einbrecher jetzt zu fünf Jahren und neun Monaten Haft
verurteilt worden
(Mehr dazu:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,578601,00.html).
Der Priester ist nur einer in einer langen Reihe. Zuletzt wurde auch gegen
einen Priester aus Völklingen wegen des Besitzes kinderpornografischer
Dateien ermittelt
(http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3152467)
und gegen einen Priester aus Bielefeld
(http://www.localxxl.com/lokal_nachrichten/bielefeld/pfarrer-hat-kinderpornos-auf-der-festplatte-1212499387)
(siehe dazu auch unsere Meldung vom
3.6.2008).
6.10.2008 -
Mehrfache Vergewaltigung eines 12-Jährigen -
Katholischer Priester und Ex-Jugendpfarrer zu drei Jahren und neun Monaten
Haft verurteilt - Opfer brach 14 Jahre später zusammen - In
der schier unendlichen Liste von Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern
wird jetzt wieder eine Tat strafrechtlich gesühnt. Der heute 67-jährige
Horst G., ehemaliger langjähriger Priester von St.Franziskus in
Bottrop-Welheim, darf seinen nächsten runden Geburtstag vermutlich hinter
Gittern feiern. Er hatte in den 90-er Jahren als Priester einen damals
12-jährigen Jungen mindestens zehnmal sexuell missbraucht. Angeklagt waren
15 Fälle. Tatort war jeweils das Schlafzimmer des Pfarrers im Pfarrhaus. Der
Verurteilte arbeitete zeitweise auch als Stadtjugendseelsorger in
Gelsenkirchen.
"Das Opfer des Pfarrers erinnert sich, dass seine schulischen Leistungen
abfielen. Er sei auch aufsässig geworden, sagt der [heute] 26-Jährige. Als
er sich jetzt bei der Polizei offenbarte, brach er zusammen, musste in die
Klinik" (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22.9.2008). Auch an einigen seiner
Geschwister soll sich der Priester vergangen haben.
Mehr dazu hier:
http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2008/9/22/news-78544493/detail.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bottrop/2008/9/22/news-78552449/detail.html
http://www.kreuz.net/article.7294.html
9.10. / 4.11.2008 -
Nachts, wenn der Priester seine "Lieblinge"
sucht: Internatsschüler in ihrem Bett missbraucht - Schon zwölf Opfer
meldeten sich - Ein ehemaliger
Internatsschüler eines römisch-katholischen Internats in Bad Neustadt/Bayern
packt aus. In dem Internat, das von dem Orden der "Missionare der Heiligen
Familie" (MSF) betrieben wurde, kam der Priester "über Jahre" abends und
nachts in den Schlafsaal der eingeschüchterten Jungen und nahm an ihnen
sexuelle Handlungen vor. "Die Folgen für die Opfer sind gravierend", so das
Opfer, der heute selbst Theologe ist. Pater Michael Baumbach von der Leitung
des Ordens erklärte, die Taten wären in den 70er-Jahren geschehen und seien
"eindeutig verjährt". Anders die Ermittlungsbehörden: "Nach Auskunft des
Schweinfurter Leitenden Oberstaatsanwalts Rainer Vogt hängt die Frage der
Verjährung davon ab, wie schwer die Taten wiegen. Er könne nicht von
vornherein sagen, das sei verjährt, so Vogt"
(Main-Post, 9.10.2008;
http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4740755).
Der Beschuldigte hat bereits gestanden und wurde in ein Kloster
versetzt.
Mittlerweile weitet sich das Ausmaß der Verbrechen immer weiter aus:
Der Theologe, der den Stein ins Rollen brachte, berichtet: "Es gebe drei
Gruppen von Betroffenen: ´Die, die missbraucht wurden, die, bei denen es
versucht wurde und die, die den Missbrauch mitbekommen haben.` So gesehen
liege die Zahl der Betroffenen, die damals etwa zehn Jahre alt waren,
´wahrscheinlich nicht unter 100`. Es habe zum Teil Angst geherrscht, wenn
der Pater abends oder nachts am Bett vorbeiging. Keiner habe ´der Liebling
von Pater X` sein wollen. ´Liebling des Paters` sei unter den Schülern ein
feststehender Begriff gewesen, so der 50-Jährige ... Bei der Redaktion
dieser Zeitung meldete sich auch ein früherer Mitarbeiter einer
Veitshöchheimer Firma, der 1977 beruflich in dem Kloster zu tun hatte.
Damals habe sich ihm ein etwa neunjähriger Junge anvertraut. ´Das Kind war
fix und fertig`, berichtet der Mann. Auch einem anderem Buben sei es so
ergangen. Er habe seinerzeit die Internatsleitung informiert und dies
außerdem auf dem Rathaus in Bad Neustadt gemeldet." Der beschuldigte
Priester wurde 1978 spontan versetzt. "Der Fall bleibt für den
beschuldigten Priester ohne strafrechtliche Folgen. ´Anlass zur Aufnahme von
Ermittlungen besteht nicht, weil die Vorwürfe in jedem Fall und eindeutig
verjährt sind`, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der mit dem Fall
betrauten Staatsanwaltschaft Koblenz, Horst Hund, am Mittwoch der Deutschen
Presse-Agentur dpa"
(http://www.mainpost.de/lokales/franken/Franken;art1727,4765563).
In der Zwischenzeit haben sich bereits zwölf Opfer des Priester
gemeldet, die einst seine "Lieblinge" sein durften (Süddeutsche Zeitung,
4.11.2008).
4.11.2008 / 14.8.2009 -
Besitz von Kinderpornografie - Katholischer Priester verurteilt -
Bei einem 37-jährigen Priester des
Bistums Trier ermittelte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken. Der Priester
wurde beschuldigt, Kinderporno auf seinen Computer herunter geladen zu haben
(Bild, 4.11.2008). Das Amtsgericht Völklingen verurteilte den
Priester Anfang Juni zu einer Geldstrafe. Und die Kirche versetzte ihn
von Völklingen in die Eifel
(http://rhein-zeitung.de/on/09/08/12/rlp/t/rzo602748.html).
Allgemein gesprochen: Wenn jemand als Pädophiler tätig wird, dann
hatte er sich in der Regel zunächst gedanklich intensiv mit Kinderporno
beschäftigt oder sich entsprechende Bilder immer wieder genussvoll
angeschaut. Und so kann durch ein rechtzeitiges Stopp hier und da vielleicht Schlimmeres
verhütet werden.
7.1.2009 -
HIV-positiver römisch-katholischer Jugendpfarrer
missbraucht 15-Jährigen / Priester vergewaltigte auch Tiere -
Ein
weiterer schwerer Skandal erschüttert die römisch-katholische Kirche in den USA. Der
Jugendpfarrer von Shelbyville in Kentucky (47) missbrauchte regelmäßig einen
15-jährigen Jugendlichen, der ihm anvertraut war. Der Priester ist zudem
HIV-positiv und verschwieg offenbar seinem Sex-Opfer die Infizierung. In diesem
Zusammenhang kam auch heraus. Der
Würdenträger vergewaltigte auch Tiere und wird jetzt auch wegen "Sodomie"
angeklagt (Bild, 7.1.2009).
14.1.2009 -
Pfadfinderarbeit: Evangelisch-lutherischer Diakon verging sich an Kindern
- Nach Bekanntwerden wurde der lutherische Diakon der Kirchengemeinde
Apensen bei Stade vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis
Buxtehude entlassen (Bild, 14.1.2009, idea, 16.1.2009). Dem Diakon waren
80 Kinder anvertraut. "In Apensen galt der 40-Jährige vielen als unauffällig
und liebenswürdig. Als ein gläubiger Mann, der nicht trinkt, fleißig und
tiefgläubig ist" (Hamburger Abendblatt, 15.1.2008). Die Eltern der
Kinder wurden zu einem Elternabend eingeladen.
16.1. / 26.3.2009 -
Evangelischer Pastor zu Bewährungsstrafe verurteilt: Sexuelle Nötigung einer Jugendlichen -
Idea schreibt: "Wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung einer
Minderjährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft Aurich (Ostfriesland) seit
Mitte Dezember gegen einen evangelisch-lutherischen Pfarrer aus Gnarrenburg
bei Rotenburg (Wümme)" (16.1.2009). Der 52-jährige Geistliche
ist verheiratet, sechsfacher Familienvater (kkbz.de) und wurde
zunächst vom Dienst suspendiert. Im März 2009 wurde er dann zu 14 Monaten
Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 2.000 Euro verurteilt. "Der
theologisch konservative Pastor war im Herbst 2008 von Uplengen-Ockenhausen"
- wo es zur Straftat kam - "nach Gnarrenburg (Kirchenkreis
Bremervörde-Zeven) gewechselt" (idea, 25.3.3009). Er darf jetzt nicht
mehr als Pastor arbeiten.
22.4.2009 -
Pädophiler Priester immer wieder nur versetzt - jetzt schickte er
Opfern Detektive ins Haus
- "Im Bistum Würzburg schickte ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter
Pfarrer seinen Opfern Detektive ins Haus. Der Fall offenbart das jahrelange
Versagen der katholischen Kirche", schreibt Spiegel online
(20.4.2009). Und weiter: "Das ist nicht nur ein erstaunlich
dreistes Vorgehen für einen Diener Gottes, dessen Verurteilung zuletzt 2001
vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde, es wirft auch ein Schlaglicht auf
eine Kultur des Wegschauens, die bis heute die katholische Kirche an einer
konsequenten Aufarbeitung des Kindesmissbrauchs in ihren Reihen hindert -
und nicht wenige Pädophile offenbar ermuntert, ihre Neigungen unter dem Dach
der Kirche auszuleben". Pfarrer Wolfdieter
Weiß wurde jahrelang immer ertappt und gefasst, und doch las er "noch in
jüngster Zeit" die Messe - "an der Seite von Ministranten". Erst nachdem die
Detektive von Pfarrer Weiß frühere Opfer zur Änderung ihrer Aussagen bewegen
wollten, suspendierte die Kirche den Priester im Jahr 2009 vom aktiven
Dienst.
Und die Liste der Taten bzw. Vorwürfe gegen den pädophilen Amtsträgers ist
lang: In Miltenberg Kinder geküsst, am Ohr liebkost und ihnen in die Hose
gefasst; in Rensbach-Baumbach erneute sexuelle Übergriffe an Kindern durch
Streicheln; in Frankfurt als Krankenhauspfarrer unsittliche Berührungen von
Kindern in ihren Krankenbetten; ein Höhepunkt dann bereits 1998 in Ebersdorf
bei Coburg. "Ein Vater stellte sich am Anfang eines
Weihnachtsgottesdiensts an den Altar und rief der Gemeinde zu: ´Dieser Mann
hat meinen Sohn schon mehrere Male missbraucht.`" Darauf hin überdröhnte die
Kirchenorgel die weiteren Worte des Familienvaters. Die Ermittlungen zum
Verhalten des Priesters ergaben: Streicheln am nackten Gesäß, Berührung der
Genitalien über der Kleidung, "um sich jeweils sexuell zu erregen". Der
Priester gab zu, dass er Kindern sogar Geld dafür geboten hat, wenn sie sich
auf seinen Schoß setzten, will jedoch immer nur "zärtlich" gewesen sein,
nicht sexuell tätig. Auch rechtfertigt er sein Verhalten mit den Worten: "Po
ist für mich kein Sexualbereich". "Während Pfarrer, die sich öffentlich zu
einer Frau bekennen, schleunigst vor die Tür gesetzt werden, durfte der
Pädophile Weiß trotz der Vorfälle auch weiterhin im Priesterstand bleiben",
schreibt Spiegel online weiter. Zuletzt wurde der Pfarrer in Würzburg
u. a. beobachtet, "wie er ein Kinderfest des Bayerischen Rundfunks und der
Stadt beobachtet habe". Generalvikar Karl Hillebrand ist jetzt zur
"Null-Toleranz-Linie" gegenüber dem Priester übergegangen.
18.8.2009 -
Pädophiler katholischer Pfarrer wollte 13-jähriges Mädchen zum Onanieren
verführen: beim eigenen Onanieren im Web-Cam gefilmt und von Polizei
festgenommen - Kirche bietet 25.000 Dollar für Freilassung
-
"Vater Robert Fuller" (54) aus Sydney ging der Polizei in die Falle. In
einem Chatroom nahm der römisch-katholische Priester Kontakt mit einem
vermeintlich 13-jährigen Mädchen auf, doch am anderen Ende saßen die
Beamten des "Sex Crime
Squad's Child Exploitation Internet Unit", die Sexualverbrechen an
Kindern aufklären und vorbeugen helfen. Sie filmten, wie der Pfarrer
durch eigenes Onanieren das "Mädchen" animierte, es ihm gleich zu tun.
Der Film dient als Beweismittel. Als der geistliche Vater der Kirche
sich schließlich mit dem Mädchen treffen wollte, nahm ihn die Polizei
fest und zog damit einen kirchlichen Sex-Verbrecher vor der geplanten
Tat "aus dem Verkehr". Laut dem Sydney Morning Herald
(17.8.2009) soll seitens der Kirche angeboten worden sein,
27.8. / 28.8.2009 -
"Mehr als
Abenteuer?" Bei Kindern und Jugendlichen beliebter Pfarrer war auch in
Kinderporno-Tauschring tätig -
Der Schmutz hinter den klerikalen
Gewändern wird allmählich sprichwörtlich. Das Erzbistum Paderborn ist
jetzt in kurzer Zeit zum dritten Mal betroffen. Nachdem erst vor einigen
Monaten ein Priester in Hamm und ein weiterer in Bielefeld wegen
Verbreitung von Kinderpornografie ihre Strafe erhielten, wurde nun ein
Priester aus Brilon im Sauerland bei der "Beschaffung und Verbreitung
kinderpornografischer Schriften" enttarnt (Netzeitung, 27.8.2009).
Es geht um mehr als 100 Fälle. Die beiden anderen Priester wurden
mittlerweile zur Militärseelsorge bzw. in ein Kloster versetzt (nw-news.de,
28.8.2009).
Der Priester ist bzw. war vor allem
in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert. Bei der Schulung von 11- und
12-jährigen "Firmlingen" verantwortete er vor einigen Monaten unter der Überschrift
Gegenpol zur Beliebigkeit auch einen Workshop zum Thema "Sexualmoral" (Sauerlandkurier, 11.3.2009). Und
anlässlich der Verabschiedung eines kirchlichen Mitarbeiters zog er am
29.4.2009 umsäumt von 50 Ministrantinnen und Ministranten in die
Propstpfarrei ein, wie die Ministranten selbst auf ihrer Homepage am
2.5.2009 schrieben - ein eindrückliches Bild: ein Mann im kirchlichen
Festgewand, umgeben von einer großen Schar von Kindern und
Jugendlichen.
Auch bei der römisch-katholischen
Pfadfinderschaft
Sankt Georg ist bzw. war der jetzt ins Visier der
Strafverfolgung geratene Amtsträger als "Kurator" in leitender Funktion
tätig." Wir bieten mehr als Abenteuer"
heißt es in einem von ihm unterzeichneten Werbeschreiben zur Gewinnung neuer
Gruppenleiter, u. a. für die "Wölflingsstufe (7-10 Jahre)".
Nach Hinweisen aus Süddeutschland
griff die Staatsanwaltschaft nun zu: "Bei Durchsuchungen in der Wohnung und im Pfarrbüro wurden zwei private
Computer mit Beweismaterial sichergestellt." Und: "Der Geistliche sei
Mitglied eines Kinderporno-Tauschringes gewesen. Zudem habe der 31-
Jährige zumindest mit einem anderen Mann auf anderem Wege seine Bilder
getauscht" (Netzeitung, 27.8.2009). Der Priester wurde
gerade an die Pfarrstelle St. Marien nach Korbach versetzt worden, hatte
die Stelle dort jedoch nicht angetreten.
"Ende Juni war der beliebte
Seelsorger in einem festlichen Hochamt unter Beteiligung der ganzen
Gemeinde einschließlich der Fahnenabordnungen örtlicher Vereine
verabschiedet worden. Bei den Ermittlungen gegen einen süddeutschen
Kinderporno-Ring im Frühjahr hatte es entsprechende Internetspuren ins
Sauerland gegeben. Sie führten direkt auf den PC im Pfarramt" (nw-news.de,
28.8.2009).
Der Würdenträger ist seit 2005, als
er im "Hohen Dom" in Paderborn von Erzbischof Exzellenz Hans-Jürgen
Becker die Priesterweihe empfing, im Besitz des katholischen "character
indelebilis"
(= unzerstörbarer
Charakter). Das bedeutet: Wenn ein Priester Kinder tauft, sie firmt
oder ihnen die Erstkommunion gibt, so ist dies kirchenrechtlich auf
jeden Fall voll gültig - auch wenn der Priester wenige Augenblicke zuvor
z. B. noch seinem strafbaren Hobby nachgegangen sein sollte. Die
Gläubigen brauchen sich diesbezüglich also keine Sorgen zu machen. "Das
war ein beliebter Vikar", so Ägidius Engel Sprecher des Erzbistums
Paderborn (welt.de, 27.8.2009).
"Wie fast immer", kann man als
Außenstehender hinzu fügen.
Das Erzbistum Paderborn hat den
Priester vorläufig vom Dienst suspendiert und wartet im Hinblick auf
eine Weiterbeschäftigung zunächst den
Fortgang des Verfahrens bei der weltlichen Gerichtsbarkeit ab.
12.11.2009 -
Kinder nach
harmlosen Beichten von Pfarrern vergewaltigt
- Verbrechen durch die Kirche in der Bundesrepublik Deutschland
- Erst ganz
allmählich wird aufgearbeitet, was in den kirchlichen Heimen in den 50er-,
60er-, 70er-, und teilweise auch 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts geschah. Die
Frankfurter Rundschau schreibt z. B. am 12.11.2009: "Heimkinder
mussten damals in den hessischen Horror-Häusern im Nachthemd stundenlang im
zugigen Flur stehen, sich von einer Nonne in eine eiskalte Badewanne tunken
oder vom Pfarrer nach einer harmlosen Beichte vergewaltigen lassen. Sie leiden
bis heute. Ihre Leben sind weitgehend ruiniert."
14.11.2009 -
Erneut ein
Pfarrer wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt
- Siehe
http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2009/11/14/news-140777274/print.html?resourceId=0#trackbacks
U. a. heißt es in dem Artikel: Unter den fraglichen Dateien hatte sich
auch ein besonders brutales Video befunden, auf dem ein gefesselter
Junge von zwei Erwachsenen vergewaltigt wurde. Dieses Mal ist es ein
evangelischer Pfarrer aus Duisburg.
25.11.2009 - Massenhafte Vergewaltigungen und sexuelle Missbräuche von Kindern durch
katholische Priester weltweit - Eine weitere Spitze des Eisbergs:
Diözese
Fairbanks/USA zahlt jetzt 10 Millionen Dollar Entschädigung an ca. 300
Opfer.
http://www.focus.de/politik/ausland/missbrauchsopfer-us-bistum-zahlt-millionen-entschaedigung_aid_457258.html
Die eher niedrige Summe steht damit in Verbindung, dass die Diözese
sich als "insolvent" betrachtet. Der römisch-katholische Orden
Christian
Brothers aus Irland hat jetzt 161 Millionen Euro für Opfer von jahrzehntelange
Kinderschänder-Verbrechen angeboten,
die heute noch leben. Mittlerweile ist ein neuer Report in Vorbereitung.
Dieses Mal geht es um die Kinderschänder-Verbrechen von Priestern der
Erzdiözese Dublin, der größten des Landes (http://de.news.yahoo.com/2/20091125/tts-irischer-orden-will-161-millionen-eu-c1b2fc3.html).
27.11.2009 -
Vertuschung:
Der Herr (Kirche) ist nicht besser als sein Knecht (Politiker)
- Während in Deutschland der
Vertuschungsskandal der
Bundeswehr in Afghanistan für Aufsehen sorgt, wurde in Irland ein
neuer Untersuchungsbericht nur für die Diözese Dublin veröffentlicht:
Der Nordbayerische Kurier schreibt am 27.11.2009: "Katholische
Kirche vertuschte Missbrauch - Staat schaute weg" (http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1285759/details_8.htm).
Im Artikel heißt es: "Die erschreckenden Vorgänge wurden demnach
vertuscht, weil den Oberen der Ruf der Kirche wichtiger war als das Wohl
der Kinder, die eigentlich im Namen Jesu unter ihrem Dach erzogen und
betreut werden sollten. Statt die Polizei bei Missbrauchsvorwürfen gegen
Priester einzuschalten, versetzte die Kirchenleitung die kriminellen
Geistlichen in andere Gemeinden. Vier Erzbischöfe gaben dem Bericht
zufolge ihre erschreckenden Informationen nicht weiter." Und daran
scheint sich bis heute nichts geändert zu haben. Der Bericht
dokumentiert, wie die pädophilen Priester Hunderte von Übergriffe auf
"wehrlose Kinder" durchführten. "Der Chef der irischen Polizei, Fachtna
Murphy, entschuldigte sich für das damalige Versagen der Ermittler."
28.11.2009 -
Es ist mehr als
genug: Pädophile Priester vor Strafe geschützt und stattdessen innerkirchlich
befördert
- Untersuchungsbericht des Justizministeriums in Irland. Die
Neue Zürcher Zeitung schreibt:
"Daraus geht klar hervor, dass die
Kirchenführung im Zeitraum zwischen 1975 und 2004 systematisch ihre Priester vor
strafrechtlichen Konsequenzen schützte und sie bei erwiesener Pädophilie sogar
noch beförderte. Der Kontakt dieser Priester mit Kindern wurde nicht
unterbunden." Weiterhin wird enthüllt, "dass die Erzdiözese 1987 eine
Versicherungspolice gegen Schadenersatzforderungen von Opfern abgeschlossen
hatte" (27.11.2009). Während im letzten Untersuchungsbericht, dem
Ryan-Report, "die brutalen Vergehen und ihre unfassbare Zahl im Zentrum standen,
ging es diesmal um die Vertuschung durch Kirche und Staat", wobei es allein in
der relativ kleinen Diözese Dublin um 180 beschuldigte bzw. zu einem großen Teil
schon überführte Priester geht, was ja noch nicht alle sind.
Und wer diese Kirche als Mitglied mit seinen Steuern unterstützt, ob in Irland,
in Deutschland oder anderswo, der macht sich an diesen Verbrechen mitschuldig,
genauso wie es der Seher Johannes in der Bibel voraus geschaut hat, weswegen er
die Menschen aufrief: "Tretet aus von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an
ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen (Offenbarung 18, 3-4).
PS: Wann wird in Deutschland der erste Report des Justizministeriums
erscheinen? Oder soll er gezielt verhindert werden?
8.12.2009 -
Kinderporno
und sexueller Missbrauch: Jetzt evangelischer Pfarrer im Visier
der Ermittler -
Während in Saudi-Arabien ein pädophiler Verbrecher am 7.12.2009 gemäß
der Scharia, dem islamischen Gesetzbuch, enthauptet wurde, sind
pädophile Verbrecher im Pfarrertalar in Europa im Rahmen der Vertuschung
teilweise sogar befördert worden (siehe
oben). Dabei gerieten
die Verbrechen evangelischer Amtsträger im Vergleich zu denen der
katholischen Priester in den Medien eher in den Hintergrund. Dieses Mal
ist es jedoch ein evangelischer Pfarrer aus Hamburg, der beschuldigt
wird, "Kinderpornografie besessen und sich möglicherweise auch an
Kindern vergangen zu haben" (Welt, 8.12.2009). Die
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 47-jährigen Pastor aus Rahlstedt,
der dort über 12 Jahre im Dienst war und "höchstes
Ansehen" genoss.
"Bei der ersten Durchsicht beschlagnahmter Computer und Festplatten sei
eine erhebliche Zahl entsprechender Bilder gefunden worden, sagte der
Sprecher der Staatsanwaltschaft". Und: "Die evangelische Kirche habe in
den vergangenen Tagen bereits rund 200 Eltern informiert" (Spiegel
online, 8.12.2009). Unter anderem wird geprüft, ob Fotos von Kindern
aus dem Kirchenchor in die Pädophilen-Szene eingeschleust wurden (welt.de.,
8.12.2009). Das Bundeskriminalamt kam dem Amtsträger "bei der
Zerschlagung eines international
agierenden Internet-Kinderpornorings"
auf die Spur (NDR, 8.12.2009). Im Jahr 2006 wurde der Pfarrer
durch seine "Nacht der Liebe" bekannt, wo er ehemalige Brautpaare, aber
auch homosexuelle Paare, in die Kirche einlud. Die Kanzel wurde bei
diesem Anlass
"verhüllt und rosarot erleuchtet" (Hamburger Abendblatt).
12.12.2009 -
Tausende von
Kinderschänder-Verbrechen durch Priester in Irland: Sängerin Senead
O´Connor fordert Rücktritt von Papst Benedikt XVI.
- domradio.de schreibt u. a.: "´Verachtenswertes Schweigen` hat
unterdessen die irische Sängerin Sinead O'Connor Papst Benedikt XVI.
vorgeworfen und ihn zum Rücktritt aufgefordert. Die Päpste hätten ´kein
Problem damit, ihre Meinung zu Verhütung oder Scheidung zu äußern`,
blieben aber stumm, wenn es um ´Pädophile in Priesterverkleidung` gehe,
heißt es in einem Brief der Musikerin, den die britische Tageszeitung
The Independent am Freitag abdruckte. Zudem rät O'Connor, die als
Kind selbst von ihrer Mutter missbraucht wurde, der irischen Regierung,
aus Protest gegen das Verhalten des Vatikans den Apostolischen Nuntius
des Landes zu verweisen und den Botschafter Irlands beim Heiligen Stuhl
zurückzurufen." Wie zahllosen anderen Menschen ging Sinead O´Connor das
"Bedauern" des Papstes nicht weit genug.
Bereits am 3.10.1992 zerriss sie im US-Fernsehen ein Foto von Papst
Johannes Paul II. wegen der vatikanischen Vertuschungs- und
Verharmlosungspolitik gegenüber den Sex-Verbrechen von Priestern und deren Weiterbeschäftigung in der Kirche. Das war vor über 17 Jahren.
Doch was hatte sich seither geändert? Der Vatikan hatte das deutliche
Zeichen der bekannten Irin damals ausgesessen.
17.12.2009 -
Sexuelle
Belästigung bei Konfirmandenfreizeit und Kirchturmbegehung
- Während die Ermittlungen gegen den evangelischen Pfarrer aus Hamburg
noch laufen, der dem Bundeskriminalamt bei der Aushebung eines
Kinderpornorings ins Netz ging, wurde jetzt auch Strafanzeige gegen den
Leiter eines Konfirmandenunterrichts in Mülheim an der Ruhr erstattet. Er
habe bei der Konfirmandenfreizeit einem Jungen "abends im Bett an die
Genitalien gegriffen" und gegenüber den Kindern mithilfe einer Banane
"eindeutige Anspielungen" gemacht. Auch die
Mutter eines weiteren Jungen erhob Vorwürfe. Ihr Kind wurde bei der
Kirchturmbegehung "mehrmals unsittlich angefasst" (idea-spektrum Nr.
51/2009, 16.12.2009).
28.12.2009 -
Irland:
Vergewaltigung von Kindern durch Priester "an der Tagesordnung" -
"Tausende" Kinder als Opfer / Vier Bischöfe zum Rücktritt gezwungen /
Auch Rücktrittsforderungen gegen den Papst
- Es sind keine "bedauerlichen Einzelfälle" von "Söhnen und Töchtern der
Kirche", welche der Sünde noch nicht vollständig entsagt haben, wie es
in kirchlichen Erklärungen manchmal sinngemäß heißt. Sondern: In der
Erzdiözese Dublin in Irland waren die Vergewaltigungen von Kindern "an
der Tagesordnung", also vielfach das Übliche. "Über hundert" pädophile
Priester begingen im seelsorgerlichen Dienst von 1975-2004 allein in
dieser einen Diözese aktenkundig ungestraft ihre
Kinderschänder-Verbrechen. Bei Entdeckung erfolgte Versetzung, ohne dass
im neuen Seelsorgebezirk des Verbrechers die "Kinder beschützt wurden".
Die staatlichen Behörden wurden entweder nicht verständigt oder, wo sie
verständigt wurden, schwiegen auch sie "autoritätsgläubig" im
Angesicht der Macht
der Kirche (Der Tagesspiegel, 28.12.2009), so dass immer mehr
Seelen von Kindern "zerstört" werden konnten.
Und wegen dieser gezielten
Vertuschungs-Politik von Kirche und Staat kann auch davon ausgegangen
werden, dass längst noch nicht alle Verbrechen ans Tageslicht gekommen
sind. Der Papst feilt derweil an ausgeklügelten Worten zu den
Verbrechen, was natürlich einige Zeit in Anspruch nimmt. Ein geplanter
"Hirtenbrief" ist deshalb noch nicht erschienen. Missbrauchsopfer haben
für diesen "langen Atem" des Vatikan wenig Verständnis und werfen dem Papst vor,
er betrachte die Aufdeckung "teilnahmslos". Vier von fünf Bischöfen
mussten bereits zurück treten. Der Sprecher des Vatikans Federico Lombardi versucht derweil, die Verbrechen anderweitig herunter zu
spielen. Es sei "das besondere Problem eines einzelnen Landes". Doch was
ist dann mit den USA? Was mit den anderen Ländern, in denen derzeit ein
Verbrechen nach dem anderen aufgedeckt wird?
Oder mit den 23 Ländern, in
denen z. B. systematische Vergewaltigungen von Nonnen durch Priester
und Bischöfe schon aktenkundig sind? Usw. usf. Wieso soll ein Priester, dem weltweit
eine Eheschließung verboten wird, eher ein Sexualstraftäter sein, wenn
er Ire ist? Das ist doch kein Problem des Landes Irland, wie der Vatikan
zu beschwichtigen versucht, sondern ein Problem der römisch-katholischen
Kirche weltweit. Irische Medien wehren sich deshalb auch gegen diese
kirchliche Taktik und berichten z. B. auch über zahllose Sex-Verbrechen von
Priestern in anderen Ländern. Und
populäre Zeitgenossen wie die Sängerin Senead O´Connor fordern
auch den Rücktritt des Papstes.
Überhörte
Paar den Beginn
des Rosenkranzes?
Doch: Pfarrer hörte am Altar nichts
|
Das "Geheimnis der Jungfrau
Maria" ist gelüftet:
Was ist
für die Kirche denn so Schlimmes daran, wenn sich Maria und Josef innig
und selbstlos liebten und sich ein gemeinsames Kind miteinander
wünschten? Liebe Leser, finden Sie das schlimm, dass Jesus auf
natürliche Art und Weise gezeugt wurde wie alle anderen Menschen auch?
Oder finden Sie es schlimm, dass Maria spätestens dann eben keine
Jungfrau mehr war? Und was ist denn so schlimm für die Kirche, wenn
Jesus, der Christus, der innig mit Gott, Seinem himmlischen Vater,
verbunden war, auch einen irdischen Vater hatte, der seinen Körper
gezeugt hatte? |
Widersprüchliche Aussagen: War es Sex oder nur Poussieren?
Wie ging es in Rennertshofen weiter? Aufgrund der Geräusche, welche die Frau des Mesners in der Sakristei hörte, bestieg eine der gläubigen Frauen die Empore und sah die beiden anscheinend nicht vollständig bekleideten "Kirchenbesucher". Sie ist damit die "Hauptzeugin" für die Kriminalpolizei Ingolstadt. Wie weit das junge Paar genau ging, war dann Gegenstand der Ermittlungen. Der Polizist sagt nicht aus. Doch die Mutter des "Täters" erklärt, die beiden hätten nur "ein wenig poussiert", und sie riet ihrem Sohn, sich dafür bei "unserem Pfarrer" zu entschuldigen. Ihr Sohn habe vielleicht nur "Trost" gesucht, nachdem eine Beziehung vor zwei Wochen auseinander gegangen sei (Augsburger Allgemeine, 6.1.2010). Die beiden jungen Erwachsenen waren jedenfalls geschockt, als sie von der Hauptbelastungszeugin entdeckt wurden, und sie verließen sofort fluchtartig das Kirchengebäude. Offenbar hatten sie aufgrund des Alkoholgenusses gar nicht gemerkt, was sich im Untergeschoss der Kirche anbahnte, und sie hatten die Murmelgeräusche der Gläubigen vielleicht wegen des monotonen Sprechflusses gar nicht vernommen oder zumindest nicht als bedrohlich für sie verspürt. Auch kann man doch in der Kirche den beiden Menschen doch wenigstens im Nachhinein ein bis zwei Gläser über den Durst und das daraus resultierende Verhalten nicht übel nehmen, wenn man es mit dem vergleicht, was der eigene Bischof so alles schon getan hat (siehe hier).
Erste Kirchenaustritte
Doch nachdem eine Angestellte des Pfarrbüros
den jungen Mann bei seiner Flucht aus St. Johannes Baptist aber erkannt hatte, hat der Priester sofort
die Polizei angerufen. Anschließend ging er mit seiner Haushälterin
umgehend für weitere Vernehmungen zur Polizeistation in Neuburg. Der
"Täter" war ein junger
Polizist, der zur Tatzeit nicht im Dienst war, sondern frei hatte. Der Priester legte auch selbst noch einmal
kräftig nach und
machte die Tat damit zum offiziellen und öffentlichen Politikum in der
bayerischen Gemeinde. Er beklagte sich in seiner Silvesterpredigt heftig über den
Sünder aus den Nachbarschaft und sein "schamloses Ausleben von
Trieben". Es sei bedauerlich, "dass jemand so jeden Haltes beraubt
ist", so der Würdenträger. In der
Kirchengemeinde hätten die sexuellen Spielereien der beiden
angetrunkenen jungen
Erwachsenen auf der Empore nach der Predigt des Pfarrers dann zu "Erschrockenheit und Bestürzung" geführt
(Donaukurier, 5.1.2010). Doch wie wird von den Priestermännern
dann im Vergleich dazu beurteilt, dass unzählige von ihresgleichen ihren
"Halt" an den intimen Gliedmaßen von Kindern zu finden versuchten?
Und so
regte sich in Rennertshofen auch vermehrt Widerstand gegen die
Vorgehensweise von Kirche und Polizei, während andere diesen lokalen "Kreuzzug" der
Kirche gegen das "schamlose Triebleben" unterstützen, bei dem die
massenhaften Trieb-Verbrechen der eigenen Priester ausgeklammert werden.
"Durch Rennertshofen geht ein Riss" (tz, 6.1.2010).
Auch von ersten Kirchenaustritten deswegen ist zu hören (Donaukurier,
5.1.2010). So
könnte dem Polizisten und seiner Freundin letztlich die
mittlerweile weltweite öffentliche Meinung und Anteilnahme zu Hilfe kommen,
während sich allerdings ebenso "weltweit" (tz, 6.1.2010) die
traditionell katholische Fraktion über das junge Paar "empört".
Schriftgelehrte sieben Mücken aus und verschlucken Kamele
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Päpstliches
Geheimhaltungsgesetz Kirche stellt Kirchenrecht über staatliche Rechte Päpstliche Geheimhaltungspflicht bei Kinderschänder-Verbrechen von Priestern - Bei Zuwiderhandlung Androhung der Exkommunikation - Die Quellen:
Das Gesetz von Papst Johannes XXIII. vom
16.3.1962 liegt uns in englischer Sprache und mit dem Stempel
"Confidental" (= vertraulich) versehen vor. Sein genauer Titel: From the Supreme an
Holy Congregation of the Holy Officce for all Patriarchs, Archbishops,
Bishops und other diocesan Ordinaries "even of the Oriental Rite" -
INSTRUCTION ON THE MANNER OF PROCEEDING IN CASES OF SOLICITATION, The
Vatican Press, 1962. |
Mehr zu den Vorgängen an Silvester in Rennertshofen:
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Neuburg/Lokalnachrichten/Artikel,-Sex-auf-der-Empore-waehrend-des-Rosenkranzgebets-_arid,2036394_regid,2_puid,2_pageid,4502.html
http://www.abendzeitung.de/bayern/156522
http://www.focus.de/panorama/welt/polizist-sex-beim-rosenkranzgebet_aid_467765.html
Was ist, wenn ein Priester bei der Eucharistie ein Kind begehrt?
PS: Nach dem Ermittlungsstand wird in dem hier geschilderten Fall Zärtlichkeit oder Sex in einem kirchlichen Gebäude in versehentlicher Hörweite der Sakristei oder vielleicht von einigen Rosenkranz-Betern als "Störung der Religionsausübung" betrachtet, auch wenn es nicht absichtlich geschah. Doch was ist eigentlich genau "Störung der Religionsausübung"? Wie ist es dann z. B., wenn ein Priester einem Kind die Hostie gibt und sich dabei in Gedanken ausmalt, das Kind sexuell zu missbrauchen? Ist das auch "Störung der Religionsausübung", z. B. durch die begehrlichen Blicke? Oder wäre es erst dann "Störung", wenn diese mit einem Seufzen verbunden wären? Oder wie ist das? Verliert eine Hostie z. B. ihre religiöse Kraft, wenn der Priester oder Bischof beim Überreichen an ein Kind mit seinen Gedanken und Empfindungen sexuelles Begehren in die äußere Handlung hinein legt? Sagen Sie nicht, diese Gedanken sind pietätlos. Wie baut sich ein solches Verbrechen an Kindern denn allmählich auf? Oder glauben Sie nicht, dass pädophile Priester durch entsprechenden Augenkontakt oder durch Handberührung bei der Eucharistie ihr späteres verbrecherisches Tun haben vorbereiten können? Sollten die Beter in einer Kirche also grundsätzlich nicht nur auf mögliche Störungen
6.1.2010 -
Kindsmissbrauch - Argentinischer Erzbischof und drittmächtigster
Katholik des Landes zu acht Jahren Haft verurteilt
- Erst im
Juni wurde in Argentinien ein katholischer Priester und Leiter einer
Stiftung für Kinder wegen Kinderschänder-Verbrechen zu 15 Jahren Haft
verurteilt. In beiden Fällen haben die Opfer trotz der kirchlichen
Exkommunikations-Drohungen vor Gericht ausgesagt. Lesen Sie:
http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/erzsuende-eines-erzbischofs/
8.1.2010 -
Sexueller
Missbrauch - Priester in Chile festgenommen - Jugendliche Opfer im
Bistumsbus abgeholt
- Die Brigade gegen sexuelle Delikte an Minderjährigen der
Kriminalpolizei nahm in Melipilla den Priester Ricardo Alberto Muñoz
Quintero (54) fest. Dabei wurde auch eine mutmaßliche Partnerin des
Geistlichen festgenommen, welche der Beihilfe zur Prostitution von
Minderjährigen angeklagt ist, da sie mit den mutmaßlichen Opfern des
Priesters den Kontakt hergestellt hätte. Gemäß der Berichterstattung im
Fernsehen benutzte der Geistliche den Bistumswagen, um die missbrauchten
Minderjährigen abzuholen. Ermittlungsquellen berichteten, dass auch ein
Computer des Pfarrers beschlagnahmt wurde, wo Sex-Fotos von mindestens
zwei missbrauchten Jungen gespeichert hatte (Bericht unseres
Mitarbeiters aus Chile; Quelle u.a.:
http://www.lanacion.cl/noticias/site/artic/20100106/pags/20100106074510.html).
28.1. / 3.2.2010 -
Katholische Eliteschulen als "Hort des sexuellen Missbrauchs" /
"Wer schulisch weiterkommen wollte, musste vor den
Augen des Priesters masturbieren" / Verbrechen schon 1981 teilweise
bekannt und tot geschwiegen. Und es ging weiter /
Ein weiterer ranghoher Priester geständig - Jesuiten: "Wir exkommunizieren ihn nicht" /
Noch ca. 700 unentdeckte
Priester-Verbrecher in Deutschland? / Katholische Lehre: Beichtende
Täter kommen in den Himmel, von der Kirche abgefallene Opfer in die
Hölle
- Als "Hort des sexuellen Missbrauchs" beschreibt stern.de am 28.1.2010
die katholische Elite-Schule Canisius-Kolleg in Berlin. Wörtlich heißt es weiter: "Ein
neuer Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche. An dem von
Jesuiten betriebenen Canisius-Kolleg in Berlin haben sich zwei Priester
offenbar über Jahrzehnte hinweg an Schülern vergangen. Der Rektor zeigte
sich von der ´Wucht
der Vorfälle
erschlagen`." Hierbei kam es zu "systematischen und jahrelangen"
Verbrechen in den 70er- und 80er-Jahren. Dabei hätte es zudem ein "Wegschauen"
gegeben. Unbeachtet der
Drohungen aus Rom appellierte der Rektor an die Opfer, zu reden.
Laut eines der beiden Täter, der an drei römisch-katholischen
Eliteschulen unterrichtet hatte, war der Vatikan "über die Verfehlungen
im Bilde". Auch hatte der Orden 1991 Kenntnis von den "Straftaten".
Vermutlich wurden die beiden Täter darauf hin gedrängt, den Orden zu
verlassen.
Es haben sich mittlerweile viele Opfer gemeldet.
Und der Rektor sieht die "Gefahr neuer Übergriffe". "Deshalb müsse man jetzt
an den katholischen Privatschulen vorbehaltlos prüfen, welche
Unzulänglichkeiten Übergriffe begünstigen könnten. Dazu gehörten
Mängel
der kirchlichen Sexualpädagogik, unzureichende Beschwerdemöglichkeiten
für die Schüler oder ein ´zu autoritäres Verhältnis zwischen Lehrern und
Schülern`" (stern.de,
30.12010).
Viele Absolventen des renommierten Kollegs sind heute "in führenden
Positionen in Wirtschaft und Politik tätig" (Berliner Morgenpost,
28.1.2010) und scheuen sich eventuell auch deshalb davor, zu reden.
Denn sie wollen ja andere Arten von Schlagzeilen machen. Der Kirche kann
es recht sein.
Doch einige packen jetzt erstmals oder erneut aus.
Wie acht Schüler bereits 1981. Doch damals wurden die Berichte innerkirchlich geheim
gehalten, und die
Täter konnten weiter machen:
"Die "Berliner Zeitung (Samstag) zitierte einen Hartmut Walter (Name
geändert), der zwischen 1975 und 1979 zusammen mit einem der beiden
beschuldigten Patres
mehrfach in den Keller der Schule gehen musste und dort misshandelt
wurde.
1981 hätten er und sieben ehemalige Mitschüler einen Brief an ihre
Schule und das bischöfliche Ordinariat geschrieben, in dem sie von dem
Pater und seinen Taten erzählten. ´Es kam nie eine Reaktion`, sagte
Walter der Zeitung.
In der ´Berliner Morgenpost` (Samstag) sagte ein Opfer, dass es bis
heute unter den Vorgängen in der Elite-Schule leide. Der 47-Jährige habe
Drogenprobleme, auch sei seine Sexualität seitdem gestört. ´Die Methoden
der beiden Lehrer waren perfide und immer die gleichen`" (stern.de,
30.1.2010). "Wiederholt habe der Geistliche den Schüler
seinerzeit aufgefordert, vor seinen Augen zu masturbieren. ´Wer
schulisch weiterkommen wollte`, so der Zeuge, habe solche Erniedrigungen
über sich ergehen lassen müssen" (spiegel online, 1.2.2010).
Nun meldeten sich auch die ersten Missbrauchsopfer der katholischen
Eliteschule St. Ansgar in Hamburg (bild.de, 1.2.2010). Und aus St. Blasien im Schwarzwald
meldeten sich jetzt Opfer, sowie aus Göttingen, Hildesheim, Spanien und
Chile (welt.de, 1.2.2010).
Und immer noch ist es erst die Spitze des Eisbergs.
"Jahr
für Jahr werden aus Pfarreien, Seminaren und Schulen ähnliche
Vorkommnisse gemeldet" (welt.de,
1.2.2010). Doch auch in Berlin sind wahrscheinlich noch nicht alle
Kinderschänder enttarnt worden. Die "Schlichterin"
"sagt, dass frühere Schüler noch
weitere Namen als diese beiden Patres genannt hätten" (welt.de,
1.2.2010).
Was würde sich wohl für ein Gesamtbild ergeben, wenn man
alle Verbrechen wüsste?
Der Essener Weihbischof Franz Grave schätzte im Jahr 2005, von den
18.000 katholischen Priestern in Deutschland "hätten
zwei Prozent pädophile Neigungen" (welt.de, 1.2.2010). Das wären
360 Priester.
Da ja hier ein Weihbischof schätzte, liegt die tatsächliche Zahl
vermutlich weit und eventuell ein Mehrfaches darüber, und es wurden auch
schon sehr viel höhere Zahlen genannt. Auch von anderen katholischen
Verantwortlichen: "Der
Psychologe Wunibald Müller, der das Recollectio-Haus Münsterschwarzach
leitet und sich seit Jahren mit dem Thema befasst, geht davon aus, dass
sich die Situation in Deutschland nicht wesentlich von der in anderen
Ländern unterscheidet. Er schätzt den Anteil der katholischen Priester
in Deutschland, die Kinder oder Jugendliche sexuell missbrauchen, auf
etwa zwei bis vier Prozent aller Kleriker – also auf 350 bis 700"
(Tagesspiegel,
31.1.2010).
Inzwischen wurden weitere
Priester beschuldigt. Ein ranghoher Würdenträger ist mittlerweile
geständig. Es ist ein weltweit bekannter Repräsentant des
Jesuiten-Ordens. Sein "Superior" (= Vorgesetzter) erklärt: "Er
müsse auch weiter dem Orden angehören dürfen: ´Er ist einer von uns -
wir stehen zu ihm!` E. darf ab sofort keine Gottesdienste mehr
zelebrieren, ´das trifft ihn tief`". Das klingt rührend, aber wie wäre
es mit einer für "Seelenmord" angemessen Haftstrafe? Der Orden erklärt
jedenfalls: "Wir exkommunizieren ihn nicht" (Frankfurter Rundschau,
3.2.2010). Fällt jedoch eines der Opfer aufgrund der Verbrechen vom
katholischen Glauben ab, wird es sehr wohl exkommuniziert und muss
deswegen nach kirchlicher Lehrer später in die ewige Hölle. Also: 2 x
Hölle für die Opfer, auf Erden und im Jenseits und 2 x Himmel für den
Täter: auf Erden der Lustgewinn und im
Jenseits nach kirchlicher
Beichte und Absolution das Paradies.
Aktualisierung [1.2.2010]:
Kirchliches
Elite-Gymnasium: Mordanschlag auf Verbrecher-Priester 1986 gescheitert.
Missbrauchsopfer nahm sich später das Leben
-
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1249181/Canisius-Schueler-veruebte-Mordanschlag-auf-Pater.html
Der als Kind missbrauchte Mann warf sich vor einen Zug.
PS: Auch uns ist von zwei Selbstmorden in einem
vergleichbaren kirchlichen Umfeld bekannt, wobei in einem Fall
ausschließlich einzelne Bürger darüber sprechen. In den Zeitungen stand
nie etwas, und für den sehr ranghohen römisch-katholischen Würdenträger,
der mittlerweile verstorben ist, gilt deshalb die "Unschuldsvermutung".
31.1.2010 -
"Einsamkeit im Zwangszölibat" -
Römisch-katholischer Priester
in Berlin: Sexueller Missbrauch eines Minderjährigen - Es
ist kaum mehr möglich, alle Kinderschänder-Verbrechen von Priestern auch
nur kurz zu erwähnen. In einem der nächsten Falle tagt bereits seit
einigen Jahren eine "interne"
Kommission der Kirche. Hier die Pressemeldung des Erzbistums:
http://www.erzbistumberlin.de/medien/pressestelle/aktuelle-pressemeldungen/pressemeldung/datum/2010/01/29/vorwuerfe-des-sexuellen-missbrauchs-minderjaehriger-gegen-berliner-pfarrerspanweitere-interne-unte/
Auch hier wird nach weiteren Opfern gesucht. Es handelt sich um den
langjährigen "guten Seelsorger" der römisch-katholischen Kirchengemeinde
Heilig Kreuz in Berlin-Hohenschönhausen. Hier läuft seit langem
das
geheime interne Verfahren, währenddessen der Priester sein anfängliches
Geständnis widerrufen habe, weil er dort vielleicht wieder "Oberwasser"
bekam. "Das Problem der katholischen Kirche ist die
Einsamkeit von zölibatär lebenden Männern", sagten mehrere Mitglieder
gemäß der Berliner Zeitung
(http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0201/berlin/0045/index.html).
31.1.2010 -
Domkapitular in Essen bezahlt minderjährigen moslemischen Strichjungen
für Sex - Eltern zeigen den hohen Würdenträger an
- Der hohe Würdenträger aus dem Ruhrgebiet, ein Domkapitular, machte die
Rechnung ohne die Eltern des Strichjungens. Als dessen Sex-Lohn in
seiner muslimischen Familie entdeckt wurde, zeigte ein Angehöriger den
Domkapitular an. Der kurdische Strichjunge ist 16 Jahre alt (http://www.derwesten.de/staedte/essen/Domkapitular-wird-sexueller-Missbrauch-vorgeworfen-id2451200.html).
1.2.2010 -
Katholische
Priester in Deutschland: 50 % heimlich sexuell aktiv, 33 % heimlich
Väter? Priesterkinder mit Entwicklungsstörungen und Depressionen
-
Vordergründig schwärmen sie von der "Jungfrau Maria". Doch
"Opferverbände schätzen, dass etwa die Hälfte der katholischen Priester
Deutschlands sexuelle Beziehungen haben und dass ein Drittel Kinder
gezeugt hat. Mehr als die Frauen, die ihre Liebe zu Geistlichen vor
Freunden und Verwandten verstecken müssen und ein Doppelleben führen,
sind die Kinder Opfer solcher Bigotterie. Oft haben sie
Entwicklungsstörungen oder werden depressiv.
All dies ist sattsam bekannt, auch dem deutschen Papst, der mental in
einer vormodernen Welt befangen ist und eine 200 Seiten dicke Expertise
über Präservative erstellen ließ, um danach - mehr als fahrlässig - zu
verkünden, Kondome verschlimmerten das Aids-Problem. Er hält am Zölibat
und am Verbot der Homosexualität fest. Die verkrümmten Seelen von
Priestern und die Traumata missbrauchter Jugendlicher sind da ein
nachrangiges Problem" (Berliner Zeitung, 30.1.2010).
3.2.2010 -
Missbrauchs-Hölle Kirche - Vom Priester missbrauchtes Kind:
Papst wollte mir Schuldgefühle einreden" -
Hier das in jeder Hinsicht lesenswerte Interview unter:
http://www.stern.de/panorama/kindesmissbrauch-in-der-kirche-papst-wollte-mir-schuldgefuehle-einreden-1540649.html
Unter anderem
erklärt darin ein ehemaliges Missbrauchs-Opfer: "Der Papst
redete mir weitere Schuldgefühle ein. Das zieht bei Katholiken ja
normalerweise immer. Hätte es auch bei mir bis zum Schluss perfekt
funktioniert, würden wir heute nicht mehr reden. Dann hätte ich mich
umgebracht"
(stern.de, 3.2.2010).
Und hier die
Homepage des Mannes mit erschütternden Dokumenten, z. B. von Eltern,
deren Sohn sich nach sexuellem Missbrauch durch Priester das Leben
genommen hat: http://norbert.denef.com/
4.2. / 5.2.2010 -
Unzählige Seelenmorde - Zigtausende von Sex-Verbrechen von
Priestern an Kindern
-
Stern.de erinnert am 4.2.2010 anlässlich der
Kinderschänder-Verbrechen im Canisius-Kolleg in Berlin nur an einige wenige der schlimmen
Fälle. Und es werden immer mehr:
http://www.stern.de/panorama/die-schlimmsten-faelle-kindesmissbrauch-in-der-katholischen-kirche-1540757.html
Doch die Kirche sitzt immer noch auf dem hohen
Ross und auf ihren Geldsäcken voll staatlicher Milliarden-Subventionen, spricht zehntausendfach von
"bedauerlichen Einzelfällen" ... Hier die Zusammenstellung von
stern.de, die nur einen kleinen Bruchteil der tatsächlichen
Verbrechen der Priester erfasst.
- Tausende von Kindern in Irland in der Obhut der Kirche als
Opfer sexueller Gewalt im 20. Jahrhundert. 300 neue Opfer zwischen 1975
und 2004. Der Staat hilft der Kirche und ihren verbrecherischen
Priestern und zahlt die 1,3 Milliarden Euro Entschädigung für die Opfer
überwiegend aus der Staatskasse.
- Italien: "67 ehemalige Absolventen einer katholischen
Taubstummen-Schule in Verona
werfen ihren ehemaligen Betreuern sexuellen Missbrauch vor. Unter Eid
nennen einige der Opfer die Namen von 24 Geistlichen und
Kirchenmitarbeitern."
- Kanada: Der römisch-katholische Priester Charles Sylvestre "hatte sich
schuldig bekannt, zwischen 1954 und 1985 insgesamt 47 Mädchen
sexuell missbraucht zu haben"
- "Ein Domkapitular in Bamberg soll sich zwischen 1978 und 1984 an
acht Schülern vergangen haben". Die Staatsanwaltschaft
nimmt keine Ermittlungen auf. Die Taten seien "verjährt" (PS:
Eines der Opfer brachte sich später um. Eine Verbindung zu dem
Verbrechen wurde wegen der Einstellung der Ermittlungen nichts
zweifelsfrei nachgewiesen). Siehe auch oben.
- Schweiz, Juli 2008: "In dem Bistum Lausanne, Genf und Freiburg soll es
28 Fälle von sexuellem Missbrauch durch mehrere
Priester gegeben haben". Die Taten sind fast alle "verjährt".
- Australien: Tausende von Kindern als Sex-Opfer der Priester.
Bereits über 100 Priester und Verantwortliche der katholischen Kirche
rechtskräftig verurteilt.
- Kroatien: Jungen und Mädchen in einem Waisenhaus der Caritas in
Brezovica wurden Opfer von Sex-Verbrechen.
- Österreich, September 2004: "In der Diözese Feldkirch in Vorarlberg
wird zwei Kaplänen vorgeworfen, sich an mindestens zehn Jugendlichen
vergangen zu haben." Einer der Täter ist ein bekannter Fernsehpfarrer.
Die Taten sind verjährt, Ermittlungen wurden eingestellt.
- USA: Über Jahrzehnte haben Priester Tausende von Kindern sexuell
missbraucht. Erzbischof Bernard Law aus Boston tritt wegen
Vertuschung zurück. (Dabei hat er sich vermutlich nur an das
Geheimhaltungsgesetz des Vatikan gehalten.)
- Österreich 1995: Kardinal Hans Hermann Groer, Vorsitzender der
österreichischen Bischofskonferenz muss zurücktreten "wegen des Vorwurfs
sexuellen Missbrauchs an Jugendlichen". Er bittet um Vergebung, "wenn"
er dabei Schuld auf sich geladen habe.
Deshalb auch noch einmal an dieser Stelle. Die Päpste haben die
Geheimhaltungsgesetze für Kinderschänder-Verbrechen von Priestern
beschlossen und tragen auf diese Weise eine entscheidende Verantwortung
dafür, dass sich die Verbrechen im Geheimen immer mehr ausweiten
konnten. Deshalb: Papst Benedikt XVI., treten Sie zurück.
6.2.2010 -
Deutschland: "Tausende
von Kinder in der Obhut von Geistlichen vergewaltigt" / Priesteramt
mit Zölibat locken "verstärkt Männer mit krankhaften Neigungen an"
- "Experten gehen von einer enorm hohen Dunkelziffer aus, auch in
Deutschland dürften schon tausende Kinder in der Obhut von Geistlichen
vergewaltigt worden sein. Wunibald Müller, katholischer Theologe und
Psychotherapeut, schätzt, dass hierzulande zwei bis vier Prozent der
Priester sexuelle Übergriffe auf Kinder begehen; das wären bis zu 700
Täter in den katholischen Reihen. Bei diesen Zahlen kann man nicht
mehr von einzelnen schwarzen Schafen sprechen. Der Mediziner Klaus
Beier, der an der Berliner Charité Pädophile betreut, sagte im
"Tagesspiegel", man müsse davon ausgehen, "dass Pädophilie unter
Geistlichen eher häufiger ist als in anderen Berufsgruppen ...
Annegret Laakmann von ´Wir sind Kirche` ... sagt, einige der jungen
Männer, die Priester werden wollen, hätten von Anfang an ein
problematisches Verhältnis zu ihrer eigenen Sexualität. ´Sie sind in der
Pubertät stecken geblieben und können sich keine Beziehung zu
gleichaltrigen Erwachsen vorstellen.` Der Zölibat sei nicht der
Grund für Missbrauch, aber er locke eben verstärkt Männer mit
krankhaften Neigungen an" (stern.de, 5.2.2010).
6.2.2010 -
Olympiastadt
Vancouver - Schauplatz des Grauens: Völkermord an Indianerkindern durch
die Kirche im 20. Jahrhundert
- Ab dem 12.2.2010 werden in Vancouver in Kanada die Olympischen
Winterspiele ausgetragen. Die Verbrechen der jüngeren Vergangenheit in
Vancouver und anderen Orten in Kanada dringen jedoch erst allmählich ins
Bewusstsein der Weltöffentlichkeit.
Man kann es kaum glauben, und doch ist es wahr. Lesen Sie dazu
http://www.webnews.de/kommentare/396823/0/Pastor-kaempft-fuer-Gerechtigkeit-der-kanadischen-Indianer.html.
Hier eine Zusammenfassung einiger Fakten:
- In den katholischen und evangelischen Internaten, den so
genannten "Residential Schools", kamen im 20.Jahrhundert ca. 50.000
Indianer-Kinder ums Leben.
- Der Staat hilft auch hier der Kirche und ihren Verbrechern: Mehr als
zwei Milliarden Euro hat die Regierung in Kanada inzwischen für die geschädigten
Indianer bereitgestellt
- "´Die Entschuldigungen der Kirchen bedeuten überhaupt nichts, wenn die
Schuldingen, die noch leben, nicht vor Gericht gestellt werden", erklärt
Ex-Pastor Kevin Annett im Interview. Doch: "Die Täter werden von Kirche und
Staat geschützt", wie in Deutschland und vielen anderen Ländern auch.
Kevin Annett kämpft für die Indianer und wurde von seiner Kirche
mittlerweile gefeuert.
- Doch: "Seine Stimme für die rund 85.000 noch lebenden Indianer dieser
kirchlichen Schulen verstummt im Sumpf der Grosstädte wie Vancouver, wo
jedes Jahr mehr als 350 Indianer an Drogen oder Selbstmord sterben. ´Das
sind die Nachwehen dieser kirchlichen Internate`, klagt Annett."
- "Rund 250.000 Indianer im Alter von sieben bis 15 Jahren wurden per
... Verordnung aus ihren Dörfern geholt und in diese christlichen
Wohnschulen gesteckt. Die indianischen Eltern konnten sich dagegen nicht
wehren. Und falls sie ihre Kinder vor dem Zugriff der Kirchen
versteckten, drohte ihnen Haftstrafe
...
In den Schulen sind nach Archiv-Unterlagen der
Regierung bis 65 Prozent der Kinder gestorben. Mord, Vergewaltigung, Misshandlungen, Sterilisation und medizinische
Versuche sind nur einige der Grausamkeiten, von denen die heute noch überlebende Indianer berichten. Selbst deutsche Mediziner kamen im
Jahr 1936
nach Kanada, um den Kirchen bei ihren ´Versuchen` zu helfen. All dies
ist dokumentiert und inzwischen auch nicht mehr dementiert. Das letzte
Indianer-Internat der Kirchen wurde erst 1996 in Saskatchewan
geschlossen."
8.2. / 20.2.2010
-
Kirche hätte sich
Jahrhunderte lang für Kinder eingesetzt. Papst heuchelt immer dreister / Auch
Heuchelei von Bischof Walter Mixa entlarvt
- Die Zumutungen der römisch-katholischen Kirche und ihres Oberhauptes werden
immer dreister. In altbewährter Strategie und in allgemeiner Form nahm der Papst
erneut offenbar notgedrungen zu Sex-Verbrechen von Priestern Stellung und verurteilte diese.
In ntv war allerdings treffend zu hören, dem Papst bleibe gar "nichts
anderes, als die Vorfälle zu bedauern" (ntv, 8.2.2010). Dann sagte er
jedoch weiter:
"Über Jahrhunderte hinweg habe die katholische Kirche sich für die Liebe und den
Respekt gegenüber Kindern ebenso eingesetzt wie für die Achtung der
grundlegenden Menschenrechte von Kindern, sagte das Kirchenoberhaupt zu
Mitgliedern des Päpstlichen Rats für die Familie" (bild.de, 8.2.2010).
Was aber ist mit der päpstlichen
Geheimhaltungspflicht bei Kinderschänderverbrechen von Priestern und die
bloßen Versetzungen der Täter, die dann an anderen Orten weiter Kinder
vergewaltigten oder missbrauchen konnten? Zeugt das etwa von "Liebe und Respekt" gegenüber den
Kindern? Tatsache ist weiter: In Kanada ließ die
Kirche im 20. Jahrhundert Zehntausende von Indianderkindern vergewaltigen,
foltern und ermorden. Und nicht nur in Kanada. Ähnliches wird aus den USA
und teilweise aus Südamerika berichtet.
Und ungetauft verstorbene Kinder mussten bis zum Jahr 2007 nach kirchlicher Lehre
für ewig in die Vorhölle. Liebe gegenüber Kindern? Seither ist sich die
Kirche nicht mehr sicher, was mit den verstorbenen Kindern passiert, die sie sich noch nicht
als Säuglinge einverleiben konnte.
Im 19. Jahrhundert ließ der Vatikan in Bologna den jüdischen Säugling Edgaro
Mortara in den Kirchenstaat entführen und gab ihn seinen Eltern nie wieder
zurück.
Der Grund: Ein Kindermädchen hatte das jüdische Kind ohne Zustimmung der Eltern
katholisch notgetauft, und der "selige" Papst Pius IX. betrachtete das Kind
darauf hin als Katholiken, dessen nun notwendige katholische Erziehung die
Eltern nicht mehr gewährleisten können.
Und Kinder in Klosterschulen wurden damals schon zu Tausenden
sexuell missbraucht. Oder im 18. und 19. Jahrhundert: Allein in Spanien wurden
in einem Zeitraum von knapp 100 Jahren 3775 Fälle von
Missbrauch von beichtenden Kindern durch Priester in den
Diözesanarchiven aktenkundig. Und der Historiker Otto von Corvin schrieb
1845 in seinem Pfaffenspiegel: "[Es] wird sich
zeigen, welchen schändlichen Verführungen die unter Leitung der Mönche
stehenden Knaben ausgesetzt sind, und ein jeder Vater
wird daraus erkennen können, wie höchst gefährlich es für seine Kinder
ist, wenn er diese in Klosterschulen unterrichten lässt"
(6. Kapitel). Damit ist auch der Ablenkungsversuch von Bischof
Walter Mixa aus Augsburg entlarvt, der die Verbrechen der Würdenträger
mit einem Hinweis auf die sexuelle Freizügigkeit der 68-er-Generation zu
deuten versuchte. Zur Verdeutlichung: Die Sex-Verbrechen der Priester im
18. und 19. Jahrhundert - das war vor 1968!
Reicht es schon als erste kurze Antwort auf den Papst? Von der Deformierung der
Seelen zahlloser katholisch indoktrinierter Kinder im Laufe der Jahrhunderte und
insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert
gar noch nicht zu sprechen.
Gehen wir noch ein paar Jahrhunderte zurück, denn der Papst spricht ja von
der Liebe gegenüber Kindern "über Jahrhunderte hinweg". Wie alt waren die Hexen,
die man lebendig auf den Scheiterhaufen verbrannte oder gnädigerweise zuvor
köpfen ließ? Sogar Mädchen im Alter von 8, 10, 12 Jahren waren dabei, wie die
entsprechenden Opferlisten beweisen.
Und was ist mit dem Kinderkreuzzug bzw. den Kinderkreuzzügen?
Es ist genug, Benedikt XVI.!
Der Papst hat
die Gesellschaft und die Menschen lange genug angeheuchelt. Und wenn er sich nicht
schämt und zurück tritt, dann kündigen ihm die Menschen, und sie erfüllen damit
die Prophezeiung aus
Johannes 18, 4:
"Tretet aus von ihr mein Volk, auf dass ihr nicht mitschuldig werdet an ihren
Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen."
Die römisch-katholische Kirche entlarvt sich mehr und mehr als der
Baalskult der Gegenwart, gegen den
bereits die großen Gottespropheten des Alten Testaments prophezeit haben, auch
im Hinblick auf ihre "Kinderopfer".
Ein Vater eines Schülers auf dem Canisius-Kolleg der Jesuiten in Berlin sagt
hierzu: "Ich mache mir keine Sorgen um mein Kind" (ntv, 8.2.2010).
Hier sollten die Behörden jedoch einmal prüfen, ob nicht - vielleicht aus
religiöser Verblendung - eine elterliche Beschränktheit bei der Sorgepflicht
vorliegt, denn die Haltung des Vaters ist zumindest sehr leichtfertig, denn wer
weiß, was noch alles zutage kommt.
18.2.2010 -
Wir
kapitulieren bei der Berichterstattung: Nahezu tägliche neue
Sex-Verbrechen katholischer Priester enthüllt / Und: "Der gleiche
Prozentsatz an sexuellem Missbrauch" bei Seelsorgern der evangelischen
Kirche?
- Da mittlerweile täglich neue Sex-Verbrechen von
katholischen Priestern ans Licht der Öffentlichkeit kommen, kapitulieren
wir mit unserer Berichterstattung vor der Fülle der Verbrechensberichte.
Bemerkenswert ist aber eine Stellungnahme der Diplom-Pädagogin Marianne
Kawohl in ihrem Leserbrief an die evangelische Zeitschrift
idea-spektrum, der in der Ausgabe Nr. 7/2010 vom 17.2.2010
veröffentlicht würde. Die Pädagogin behauptet, in etwa den gleichen
"Prozentsatz an sexuellem Missbrauch" u. a. bei "Seelsorgern aus evangelischen
Frei- und Landeskirchen" nachweisen zu können, darunter vielfach
Pfarrer, die ihre Töchter zu sexuellen Handlungen nötigten bzw.
vergewaltigten.
Möglicherweise ist die Praxis der Geheimhaltung in der evangelischen
Kirche noch funktionsfähiger. Doch möglicherweise sprengen auch die
zuletzt aufgedeckten weiteren Verbrechen von Priestern schon dieses
vermeintliche statistische "ökumenische" "Verbrechensgleichgewicht".
Die Anzahl der Männer mit "pädophilen Neigungen" ist "anhand erster
empirischer Untersuchungen" (Frankfurter Rundschau, 20.2.2010)
unter katholischen Priestern mindestens doppelt so hoch wie bei den
übrigen Männern in der Gesellschaft, wobei nur die
Anzahl pädophiler Priester
zugrunde gelegt wird, die von der
Kirchenhierarchie bereits zugegeben werden. Es handelt sich schon
demnach offenbar um die Hauptrisikogruppe. Und möglicherweise liegen
auch die evangelischen Pfarrer deutlich über dem Durchschnitt. Zuletzt wurde in der evangelischen Kirche der sexuelle Missbrauch von
zwei Mädchen durch den Kantor der evangelisch-lutherischen
Kirchengemeinde Geesthacht aufgedeckt. Erst im Mai 2008 hatte einer der
bekanntesten evangelischen Kantoren, ein Kirchenmusikdirektor,
seine Frau mit
dem Küchenmesser erstochen.
18.2.2010 -
Mindestens 12
Kinderschänder-Verbrecher bei deutschen Jesuiten, unzählige in Irland - Schuld der
Bischöfe und des Papstes: Papst und Bischöfe müssen wegen Jahrzehnte
langer Geheimhaltung und Deckung der Täter zurück treten / Ministrant
wechselte zwischen Bett des Priesters und Altar
- "Das hat eine Dimension angenommen, die bisher nicht zu ahnen war",
erklärte die Anwältin des Jesuitenordens Ursula Raue (focus online,
18.2.2010). Auch melden sich immer mehr Opfer aus anderen
katholischen "Elite-Schulen". Die meisten Opfer werden sich jedoch aus
Scham wahrscheinlich noch gar nicht gemeldet haben, so dass die
Dunkelziffer wohl noch weit höher ist. Und das Ausmaß der Verbrechen
erreicht durch die innerkirchliche Geheimhaltung noch einmal weitere
ungeahnte Dimensionen. Und der Rechtsanwältin liegen nun auch Berichte
über ungesühnte Taten an ehemaligen Opfern
vor, die sich darauf hin das
Leben genommen hätten
(bild.de, 18.2.2010). Die Theologin Uta-Ranke-Heinemann über die
Verbrecher: "Über
Jahrzehnte lang werden sie von ihrem Bischof hin- und herdelegiert und
können ihr Unwesen weitertreiben. Und genau diese [päpstlichen]
Geheimschreiben hatten die irischen Bischöfe ja auch befolgt"
(focus online, 18.2.2010; Zur Erinnerung: Der
Ryan-Report:
35.000
in der Kirche geschändete
Kinder von
1914-2000; Der Murphy-Report:
300 weitere geschändete
Kinder durch Priester
allein in der Erzdiözese Dublin seit 1980*). Der Papst weine in Wirklichkeit
"Krokodilstränen". Der Kirchenrechtler Tom Doyle OP wurde im Jahr 2003
vom Vatikan aller seiner Ämter enthoben, nachdem er
die päpstlichen
Geheimdokumente zur Geheimhaltung der Verbrechen an die
Öffentlichkeit brachte. Nun ist die Zeit gekommen:
Der Papst und die
verantwortlichen Bischöfe müssen von ihren Ämtern zurücktreten.
In jedem anderen Verein müssen die Verantwortlichen wegen weit
geringerer Delikte zurück treten und dort behauptet niemand,
"Stellvertreter Gottes" oder "Stellvertreter Christi" zu sein. Der
Anspruch ist dort also weit geringer. Und dennoch können sich
Verantwortliche mit einer vergleichbaren Schuld wie der Papst und die
Bischöfe nicht in ihren Ämtern halten. Umso mehr müssen die Eminenzen
und der Papst jetzt zurück treten. Auch müssen die Gerichte der
katholischen Kirche untersagen, sich in Zukunft "christlich" nennen zu
dürfen. Denn ab einer bestimmten Anzahl von Verbrechen sollte mit diesem
Ehrenwort keine Irreführung mehr getrieben werden können.
* Ein Beispiel zur Vorstellung: Der Ire
Colm O`Gorman drehte einen Film für das britische Fernsehen BBC
mit dem Titel:
Sex crimes and the Vatican
- Sexualverbrechen und der Vatikan. O’Gorman wurde selbst als
14-jähriger von einem katholischen Priester immer wieder missbraucht,
musste ihm manchmal nach einer Vergewaltigungsnacht von Samstag auf
Sonntag zwischen zwei Sonntagsmessen nochmals als Lustobjekt zur
Verfügung stehen und dann in der darauf folgenden Messe wieder
ministrieren. Auch dieser Priester wurde, obwohl die Kirchenleitung
Bescheid wusste, nur von einer Pfarrei in die nächste versetzt.
Der Film wurde bisher
in Deutschland noch nicht gezeigt - offenbar, um den deutschen Papst
Joseph Ratzinger zu decken.
20.2.2010 -
Kinderschänder-Verbrechen auch bei Franziskanern,
Franziskaner-Minoriten, Salesianern, Maristen, Vinzentinerinnen sowie im
St. Ludwigs-Kolleg und im Franz-Sales-Haus / Bereits über 120 Opfer
meldeten sich - Mehr z.B. unter:
http://www.focus.de/panorama/welt/kindesmissbrauch-die-schmutzigen-spiele-der-patres_aid_482381.html
-
Wie lange kann sich der
Papst, der die Geheimhaltungen bei Strafe der Exkommunikation (und damit
auch der nachfolgenden "ewigen Hölle") anordnete, noch halten?
23.2. / 26.2.2010 -
Neuer "Missbrauchsskandal im Elite-Internat
von Kloster Ettal löst deutschlandweit Empörung aus" -
Die Schlagzeile stammt aus http://www.abendzeitung.de/bayern/168157.
Und der Verbrechens-Skandal ist hier gleich doppelt: Denn in Ettal wurde nicht nur
gesetzeswidrig gegenüber der Staatsanwaltschaft vertuscht, Abt Pater Barnabas Bögle
und Schulleiter Pater Maurus Kraß vertuschten auch innerkirchlich, indem sie die ohnehin nahezu wirkungslosen bischöflichen
"Leitlinien" bei Kinderschänder-Verbrechen aus dem Jahr 2002 ignorierten.
Vier Priester haben in Ettal über 20 Schüler sexuell missbraucht oder "harte
Prügelstrafen" angewandt. Die jüngsten Klagen stammen aus dem Jahr 2005:
"Die Vorwürfe sind handfester Missbrauch". Die Opfer hatten sich bereits
damals an die Internatsleitung gewandt, doch es wurde vertuscht und ausgesessen (Nürnberger Nachrichten, 24.2./26.2.2010). Dabei sind Abt Barnabas und Pater Maurus vermutlich bei weitem nicht die
einzigen, die es so hielten bzw. halten, so dass wohl allein die praktizierte innerkirchliche Vertuschung, neben
der Vertuschung gegenüber der Polizei, das öffentlich bekannt werdende Verbrechens-Ausmaß nicht noch mehr
astronomisch anwachsen lässt. Abt Barnabas wurde
als erster vom Generalvikar Peter Beer gedrängt, zurück zu treten. Einen Tag später musste auch der Schulleiter Pater Maurus Kraß wegen
Verstoßes gegen die bischöflichen Leitlinien zurück treten. Dass sie
auch gegen die staatlichen Gesetze verstoßen haben, wurde ihnen nicht
vorgeworfen. Denn das haben ja die meisten anderen kirchlichen
Verantwortlichen auch gemacht.
23.2.2010 -
Bischof Zollitsch wegen
Vertuschung und Strafvereitelung angeklagt
- Strafanzeige wurde nun gegen die Bischöfe Robert Zollitsch und Karl Lehmann
gestellt: "Im Streit um die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen hat der Anwalt
eines Opfers Strafanzeige gegen Erzbischof Robert Zollitsch und seinen Vorgänger
im Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann,
gestellt. Die Staatsanwaltschaft
solle ein Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung einleiten" (bild.de,
24.2.2010).
Die Offenbarung des Johannes in der Bibel rät dazu: "Tretet aus von ihr,
mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nichts empfanget
von ihren Plagen" (18, 4).
24.2.2010 -
Nirgends in der Kirche sind die Kinder
sicher vor kriminellen Priestern:
Sexueller
Missbrauch im römisch-katholischen Internat der Maristen in Mindelheim
-
http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/missbrauch-maristen-internat-ermittlungen-mindelheim-tz-645819.html
und:
Sex-Spiele
eines Priesters mit
Schülern bei den Benediktinern in Sankt Ottilien
http://www.abendzeitung.de/bayern/168725
und:
Skandal bei Salesianern in Berlin: Wegen körperlicher Misshandlung von
Kindern verurteilter Priester später zum Direktor des katholischen Kinderheimes
ernannt
(Bild, 25.2.2010)
24.2.2010 -
Nach Käßmann-Rücktritt: Druck auf Papst wächst
- Die Salzburger Nachrichten schreiben: "Der deutsche Theologe Hermann Häring hat Papst Benedikt XVI. indessen
aufgefordert, die Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche um Entschuldigung
zu bitten. Er müsse erklären, dass ein von ihm als Kardinal Joseph Ratzinger
versandter Brief aus dem Jahr 2001 ein falscher Schritt gewesen sei, sagte
Häring laut einem Bericht der ´Nürnberger Zeitung`. Darin
habe der
damalige Präfekt der römischen Glaubenskongregation alle Bischöfe der Welt zur
absoluten Geheimhaltung in Sachen Pädophilie verpflichtet" (24.2.2010). Doch noch wird der Papst von den Politikern und
Medien gedeckt, so dass er noch keinen Fehler zuzugeben braucht und die
Deckung von Verbrechen - mit Androhung der ewigen Hölle bei Zuwiderhandlung -
auf dem Stuhl Petri aussitzen kann.
24.2.2010 -
Wozu
braucht ein Priester Körperkontakt mit Minderjährigen? - Nach Angaben des
Trierer Bischofs Stefan Ackermann "drohe ein Klima des totalen Verdachts, in dem
jeder Körperkontakt ... von Minderjährigen durch Priester mit Argwohn gesehen
werde" (kath.net, 24.2.2010). Doch wozu braucht ein Priester
eigentlich Körperkontakt mit Minderjährigen?
25.2.2010 -
Priester
sammelt Geld für Haiti und veruntreut es für den Aufbau eines Porno-Dienstes im
Internet
- Lesen Sie auf Spanisch:
http://www.20minutos.es/noticia/636619/0/cura/robaba/prostituia/
26.2.2010 -
Katholischer Würdenträger drohte Kinder-Opfern mit ewiger Hölle, wenn sie ihn
verraten. Mindestens 11 Kinder von Priester in der Steiermark
missbraucht / Wenn sie ihn nicht richtig erregten, schlug der Pfarrer
auf die Buben ein
/ Kirchenleitung versuchte, es totzuschweigen und pensionierte den Täter -
Eine neue Dimension der Serienverbrechen in der katholischen Kirche tut
sich in der Steiermark auf: "Darüber zu sprechen sei eine Todsünde, habe
der Pfarrer gesagt"
(http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2300255/steirischer-pfarrer-missbrauchte-buben.story).
Damit setzte der Täter auf seine Weise die Anordnung der
Glaubenskongregation unter dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger um,
der bei Androhung der Exkommunikation den Beteiligten untersagte,
öffentlich über die Verbrechen zu reden.
"´Der Pfarrer hat die Buben, zehn- bis 14-jährige Hauptschüler, gerne
auf eine von ihm gepachtete Almhütte zum Jungscharlager eingeladen`,
erzählt der Zeuge. Dort sei es zu den sexuellen Übergriffen und Schlägen
gekommen. F. sagt rückblickend: ´Wenn ich ihn nicht richtig streichelte,
schlug er mich.` Im Beichtstuhl habe der Pater ihn sogar aufgefordert,
zu erzählen, wie er onaniere ... Der Pfarrer sei eine angesehene Person
im Ort gewesen ... In dem Brief schilderte F. detailreich seine
Geschichte und forderte eine Stellungnahme der Kirche. ´Ich habe nie
eine Reaktion bekommen`, sagt er. Laut Diözese wurde der Pater nach
Bekanntwerden der Geschichte Ende 2007 pensioniert."
26.2.2010 -
"Arroganz der
Macht": Kirche beansprucht eigene interne Justiz in Deutschland /
Bischof hält Gesetz der Bundesrepublik für "lächerlich"
- Nachfolgend ein Auszug aus dem
Artikel
Hier endet der
demokratische Sektor
aus der Frankfurter Rundschau (25.2.2010). Der Kirche wird
darin vorgeworfen, eine
Parallelgesellschaft in der Gesellschaft
aufgebaut zu haben und dem Hamburger Weihbischof Hans-Joachim Jäschke
wurde zudem ein Verstoß gegen das 8. Gebot vorgeworfen. Seine Lüge wurde
in der Sendung entlarvt, worauf hin Bischof Jäschke nur lächelte.
Weiterhin heißt es in der Frankfurter Rundschau:
"Der Bischof geht nicht auf das Opfer zu, stellt sich auf seine Seite,
sondern er schlägt noch einmal auf den Mann ein. Schlimmer als Jaschke
hätte kein Gegner die katholische Kirche darstellen können. Aber es gab
noch etwas. Als Bischof Jaschke darauf angesprochen wurde, dass die
katholische Kirche sich weigere, die Staatsanwaltschaft zu informieren,
leugnete er das heftigst, nur um zwei Sätze später zu sagen, dass es
´keinen Automatismus` gebe, der von einem Verdacht auf sexuellen
Missbrauch zu einer Meldung bei der Staatsanwaltschaft führe. Die Kirche
behält sich das Recht vor, selbst zu entscheiden, ob ein Verdacht
bestätigt oder widerlegt wird. Erst wenn er von den entsprechenden
Gremien als bestätigt betrachtet wird, wird die Staatsanwaltschaft
informiert. Jaschke sagte das im Brustton der Überzeugung. Er verstand
noch nicht einmal, was für ein Affront in diesen Sätzen steckt.
Die Kirche hält es für selbstverständlich, dass sie über einen eigenen
Rechtsraum verfügt.
Herr Jaschke sah darin kein Problem, sondern hielt die Vorstellung - die
doch Gesetz der Bundesrepublik ist -, dass Kindesmissbrauch immer der
Staatsanwaltschaft gemeldet werden muss, für lächerlich
... Angesprochen auf das Gesetz, wedelte der Bischof - wieder lächelnd -
mit einem Memorandum der Bischöfe aus dem Jahr 2002. Eine
Demonstration der Arroganz der Macht war das."
Hier der ganze Artikel:
http://www.fr-online.de/top_news/2353306_TV-Kritik-Hart-aber-fair-Hier-endet-der-demokratische-Sektor.html
26.2.2010 -
Von dem einen
Priester gezeugt, von anderen Priestern missbraucht - Einer von
unzähligen "Seelenmorden" - "Ein Junge sitzt
auf den Knien eines Mannes, sie spielen, wirken vertraut. ´Hoppe hoppe
Reiter, wenn er fällt dann schreit er`, der Mann wippt mit den Knien,
auf und ab, immer wieder. Es ist sein Lieblingsspiel, gerne fordert er
die Jungs dazu auf ... Jahrelang wird er
[der Junge] meinen, es sei normal, dass katholische Priester
versuchen, einen Zwölfjährigen auf der Krankenstation zu befriedigen,
ihm in den Schritt fassen, darauf bestehen, selbst ein Zäpfchen zu
verabreichen, obwohl es eine Krankenschwester gibt. Er erlebt in dieser
Zeit, dass Betreuer bei kirchlichen Freizeiten die pubertierenden Jungen
in der Dusche waschen und massieren, ihre eigene Erregung zur Schau
stellen ... Und der Junge erlebt auch, wie entsetzt die Geistlichen, in
deren Obhut er aufwächst, reagieren, als er berichtet, der Betreuer habe
´die Todsünde mit ihm gemacht`. Entsetzt nicht etwa über die Taten -
sondern über die ´blühende Phantasie des Jungen`."
Eckhard O. wurde von einem Priester gezeugt, der das Kind danach
verleugnete, obwohl seine Mutter flehte, dass sie nur Sex mit dem
Priester hatte. Schließlich ließ sie sich überreden, einen greisen
Nachbarn als Vater eintragen zu lassen. Aufgewachsen ist der Junge erst
im katholischen Vinzenzwerk in Münster-Handorf, später im
Salvator-Kolleg in Hövelhof bei Paderborn. Jetzt schreibt der
mittlerweile 60-jährige "an die Würdenträger der Kirche: die
Verantwortlichen der Bistümer, die Bischofskonferenz, seine Peiniger,
die noch leben" (Spiegel online, 25.2.2010). Mit seinem Leben kam
er nur wenig zurecht - eines von Tausenden von Einzelschicksalen eines
Kinderopfers der Kirche.
26.2.2010
- Bischof Robert Zollitsch verstößt gegen päpstliche Anordnung: Wird er
exkommuniziert oder tritt stattdessen der Papst zurück? Oder verkauft
man einmal mehr die Bevölkerung für dumm?
- Bischof Robert Zollitsch geriet ins Stottern als ihn der Heute-Moderator
Claus Kleber im Heute-Journal vom 25.2.2010 nach der päpstlichen
Geheimhaltung fragte. In dem Dialog wurde wörtlich gesagt - Moderator:
"Es gibt eine Entscheidung der Glaubenskongregation von 2001, die diese
Dinge für die Kirche regelt, und die erklärt genau, wie das in der
Kirche stattzufinden hat, und am Ende steht da ganz streng der Satz:
Diese Prozesse unterliegen der päpstlichen Geheimhaltung.
Unterschrieben, Joseph Kardinal Ratzinger, der heutige Papst. Gilt das
nicht mehr?" Bischof Zollitsch : "Es ist so (Stimme geht nach oben):
All´ das, was an Anzeigen (stockt) zu uns kommt, das wird
geprüft, und das, und in der Re (stockt), dann empfehlen wir, dem
Opfer und auch dem Täter, tatsächlich die Anzeige vor dem Staatsanwalt,
vor dem Gericht. Und de, das gilt für uns."
Wenn dem Opfer und dem Täter nun aber vom Erzbischof eine Anzeige
bei der
Staatsanwaltschaft empfohlen wird, dann ist das ein krasser Verstoß
gegen die
"päpstliche
Geheimhaltung"
bzw. eine Empfehlung zum Ungehorsam gegen die Anordnung des Papstes.
Und bei Verstoß dagegen wird der Betroffene ja mit Exkommunikation
bestraft, so die entsprechende Anordnung aus Rom.
Folglich muss der Papst jetzt Bischof Robert Zollitsch exkommunizieren.
Oder der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz setzt sich
gegenüber Papst Benedikt XVI. durch, und der Papst nimmt seine Anordnung
zurück und tritt aufgrund unzähliger schlimmer Folgen durch die
Strafvereitelung (Täter konnten mit ihren
Verbrechen
weitermachen) zurück. Oder man verkauft die Bevölkerung einmal mehr für
dumm. Denn die Situation kristallisiert sich derzeit so heraus:
Solange aus Rom das Schweigegebot besteht, müssen die deutschen Bischöfe
mit der Vertuschungspraxis fortfahren.
Sie können lediglich ein paar Zugeständnisse an die öffentliche Meinung
machen und dann hoffen, dass die Widersprüche niemand merkt und die
Katholiken weiter auf ihre Priestermänner hören.
27.2. / 28.2. / 2.3.2010 -
Ablehnung der staatlichen Gesetze und Ablehnung eines runden Tisches aus
Kirchen- und Staatsvertretern: Katholische Kirche brüskiert und
provoziert weiter den Staat / Endlich: Erste Razzia im Kloster Ettal
- Wie lange lässt sich der Staat das gefallen? Eine
Organisation mit einem überdurchschnittlich hohen Prozentsatz von
Kriminellen in seinen Reihen, ein Staat im Staate, verweigert sich der
gemeinschaftlichen Bekämpfung von brutalen Verbrechen (man spricht von
"Seelenmorden") im Rahmen eines "Runden Tisches", wie es die
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) fordert, und
im Rahmen der staatlichen Gesetze (z. B. Focus online, 26.2.2010),
die auch für die Kirche und ihre Priestermänner gelten. Denn weiterhin
weigert sich die Kirche, den Verdacht auf Kinderschänder-Verbrechen
grundsätzlich an die staatlichen Ermittler zu melden, damit diese dem
Verdacht nachgehen können. Sie will erst Vorermittlungen anstellen und
dann selbstherrlich entscheiden, welchen Täter sie den staatlichen
Behörden meldet und bei wem sie weiter vertuscht, wie sie es schon
zehntausendfach getan hat (allein im kleinen Irland gab es in den
letzten Jahrzehnten ohne die Dunkelziffer mindestens 14.500 Kinder-Opfer
in der Kirche) und es so ermöglichte, dass die Täter sich weiter an den
Seelen und Körpern von Kindern vergreifen konnten. Die staatlichen Gesetze verlangen, alle
Verdachtsfälle zu melden. Und das ist zum Schutz von Kindern auch
unbedingt notwendig. Denn die Kirche hat zigtausendfach bewiesen, wohin
ihre "Vorermittlungen" und ihr Vertuschungs-Schweigen führten und was
dahinter steckte, nämlich ihre Sorge um die Außendarstellung ihrer
Institution.
Und so betrachtet die Kirche Verbrechen und Vergehen ihrer Würdenträgern an
unschuldigen Kindern weiter zunächst als eine Art "innerkirchliche
Angelegenheit", bei der sie, die Kirche, entscheidet, welche Taten
den staatlichen Behörden zur "Weiterbearbeitung" gemeldet werden und
welche nicht. Deshalb die Frage: Wann beginnen die deutschen Justizorgane nun endlich mit
Hausdurchsuchungen in den Ordinariaten, um weiteres Licht ins kriminelle
Dunkel zu bringen? Ein erster Lichtblick am 2.3.2010: Eine erste Razzia
im Kloster Ettal.
Außerdem wäre die lange Reihe der unzähligen Verbrechen auch ein guter
Anlass für den Staat, endlich die ungerechtfertigten jährlichen
Milliarden-Subventionen für innerkirchliche Angelegenheiten (neben
Kirchensteuer und Sozial-Subventionen) zu streichen. Die Kirche nimmt unser aller
Geld und "zockt" die Gesellschaft damit ab, indem sie sich z. B.
auch ihre
höchst umstrittene Priesterausbildung komplett vom Staat bezahlen lässt. Und auf der anderen Seite
lachen die Kirchenvertreter den Staat faktisch aus, indem sie die
deutsche Gesetzgebung mit Füßen treten. Doch es ist genug. Wann endlich handeln gesetzestreue Politiker für
den Staat und seine Bürger und nicht als Marionetten der Kirche im
staatlichen Amt, die im Angesicht des Papstes weiter - symbolisch
gesprochen - mit ihrem Mund auf dessen rote Schuhe fallen - und dies,
obwohl der Papst das Befolgen
der deutschen Gesetze zu Kinderschänder-Verbrechen mit der angeblich ewigen Hölle bestraft. Die Kirche ignoriert
folglich bei diesem Thema die staatlichen Gesetze, stellt ihre Meinung
darüber und
verlangt dann stattdessen die Befolgung
ihrer eigenen "Gesetze". Dann muss aber der
Staat etwas dagegen setzen und wenigstens angesichts dieser illegalen
Brüskierung aufhören, der Kirche
auch noch das Geld vorne und hinten rein zu stecken und z. B. alle
Bischöfe, Weihbischöfe, Domkapitulare und zahllose
Kinderschänder-Verbrecher-Decker auch noch aus staatlichen Steuereinnahmen zu
bezahlen, wie dies seit Jahrzehnten geschieht. Die Kirche "schmarotzt"
überdies seit Jahrhunderten bis in die Gegenwart hinein staatliche Privilegien in
unbeschreiblichem Ausmaß (alleine in Deutschland derzeit noch 38 Privilegien), aber
ist umgekehrt in dieser zentralen Angelegenheit, wo es um den Schutz der
schwächsten Mitbürger geht, nämlich der Kinder, nicht bereit, "dem
Kaiser zu geben, was des Kaisers ist", wie es in der Bibel heißt.
Deshalb auch die Frage: Wann wird die Demokratie und ihre Gesetze, die für alle (!)
gelten, endlich auch von den kirchlichen Politikern ernst genommen?
Vermutlich dann, wenn die Politiker endlich sich selber ernst nehmen,
und wenn sie die Kirchenkonzerne endlich anderen Gemeinschaften und Vereinen gleich
stellen anstatt ihnen weiterhin zu huldigen und sie üppig aus dem
allgemeinen Steueraufkommen zu finanzieren.
Focus online schreibt: "Sowohl die Berliner Opferanwältin
Ursula Raue als auch mutmaßliche Missbrauchsopfer des Berliner
Canisius-Kollegs kritisierten die Beschlüsse der am Donnerstag beendeten
Frühjahrskonferenz der Katholischen Bischöfe als unzureichend. Auch die
Kieler Staatsrechtlerin Monika Frommel zeigte sich gegenüber FOCUS
Online skeptisch" (27.2.2010).
27.2.2010 -
Kinderschänder-Verbrecher im Talar im Saarland - Strafvereitelung als
Schulleiter: Pater zeigt sich selbst an
- "Der Skandal zieht derweil immer weitere Kreise. Nach dem
Bekanntwerden von Missbrauchsfällen am früheren Internat des Homburger
Gymnasiums Johanneum will sich dessen damaliger Leiter bei der
Staatsanwaltschaft selbst anzeigen. Er übernehme die volle
Verantwortung, sagte der 80-jährige Pater der Saarbrücker Zeitung
(Samstagausgabe). Er soll von dem Missbrauch durch zwei Patres vor rund
25 Jahren gewusst haben. Der Geistliche, der bis zuletzt der Ranghöchste
der Homburger Patres war und den Pfadfinderstamm des Johanneums leitete,
trat zugleich von allen Ämtern zurück" (Focus online, 27.2.2010).
28.2.2010 -
Deutsches Ärzteblatt: Missbrauch und Hinwegsehen in Kirche
"gewohnheitsmäßig"
- Die Zeitung Deutsches
Ärzteblatt schreibt, das jetzt bekannt Gewordene lässt "auf einen
gewohnheitsmäßigen Missbrauch durch einige Patres und das Hinwegsehen der
Vorgesetzten schließen, zumindest in der kritischen Zeit" (Deutsches
Ärzteblatt Nr. 8, 26.2.2010). Weiter wird berichtet, dass Priester Bernhard
E., der einen Missbrauch bereits eingestand, mit zwei Ehrendoktor-Titeln
und dem "Ehrenzeichen der deutschen Ärzteschaft" ausgezeichnet worden
war, obwohl dem Jesuitenorden die Straftaten bereits bekannt waren.
1.3.2010 -
Berlin: Opfer
von Verhalten der Kirche bitter enttäuscht. Sie habe noch nicht
begriffen, was den Opfern angetan wurde
- Unter der Überschrift Warten auf tätige Reue der katholischen
Kirche berichtet der Berliner Tagesspiegel vom 1.3.2010 über
ein Opfer:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Tiergarten-Canisius-Kolleg-Kindesmissbrauch-Katholische-Kirche;art270,3044652.
Einer, der beginnt, zu sprechen, M.Z., sagt: "´Es gibt Partner, Kinder
und Eltern, die jetzt zum ersten Mal von ihren Ehemännern und Vätern von
dem Missbrauch erfahren haben.` Es sei ein Ausnahmezustand in der
kleinen West-Berliner Katholiken Diaspora von damals, weil es fast jeden
betreffe." Am Schluss des Artikels wird der Geschädigte mit den
Worten zitiert: "Das Verhalten der Kirche zeigt mir, dass sie
immer noch nicht begriffen hat, was Missbrauch mit Kindern, die
erwachsen werden, anrichtet."
2.3.2010 -
Katholische
Elite-Schule
in Schäftlarn: "Sex nach der Dusche" - Buben mussten sich vor Pater
nackt aufstellen, und er "kontrollierte" sie für den "Tag des Herrn"
-
Pater Bonifaz wurde nach Bekanntwerden einzelner Verbrechen in den
60er-Jahren von der Elite-Schule Schäftlarn ins Kloster Andechs
versetzt. Der Pater hatte "Sex nach der Dusche", wie die Abendzeitung
(2.3.2010) schreibt. Die Vorgeschichte erinnert an den
Pater aus Bad Neustadt, der
sich bis vor kurzem nachts in den Jungen-Schlafräumen jeweils einen
"Liebling" aussuchte, den er sich dann zum Sex holte. Die Jungen
hatten panische Angst, als "Liebling" auserwählt zu werden.
In Schäftlarn mussten beim Vorspiel alle mitmachen: "In
einer Reihe standen die Buben nach dem Duschen vor ihm, sie waren
nackt und buchstäblich bloßgestellt. Immer freitags unterzog Pater
Bonifaz seine Schützlinge einer entwürdigenden Leibesvisitation. Er
kontrollierte, ob die Buben für den Sonntag, den Tag des Herrn, auch
wirklich gewaschen waren".
Die während dieser "Kontrolle" oder später erfolgten "perversen
Übergriffe auf seine Schüler waren so schwer, dass der pädophile
Pater Bonifaz offenbar sogar eine Haftstrafe absitzen musste",
was jedoch in der Öffentlichkeit verschwiegen wurde.
2.3.2010 -
Bewährungsstrafe wegen neunfacher sexueller Nötigung eines Kindes und
Versetzung: Priester verging sich an 13jährigem Mädchen - Jetzt kam
heraus: Am neuen Seelsorge-Ort Verdacht auf sexuellem Missbrauch eines
9- und eines 10-jährigen Mädchens während der Bewährungszeit
- Tatort war zunächst eine römisch-katholische Pfarrei in München. Und
die Taten geschahen 2002 und 2003 nach der Einführung der neuen
Leitlinien der Bischöfe zum Sex-Missbrauch der Priester. Wie üblich
wurde der Sexualstraftäter aber innerkirchlich nur in eine andere
Pfarrei versetzt, in diesem Fall nach Fürstenfeldbruck, wo ihm allem
Anschein nach die beiden jüngeren Kinder zum Opfer fielen (bild.de,
2.3.2010). Der Täter
arbeitet jetzt als Ordenspriester in Indien. Ob er ausgeliefert wird,
ist noch nicht bekannt.
2.3.2010 -
Verurteilter pädophiler Kindermörder Jürgen Bartsch zuvor von
katholischem Priester sexuell missbraucht - Wird sein mysteriöser Tod
neu aufgerollt?
- Die massenhaften Kinderschänder-Verbrechen in der Kirche
könnten auch das Schicksal von Jürgen Bartsch, dem als vierfachen
Kindsmörder verurteilten pädophilen Täter im Deutschland der 60er-Jahre,
neu beleuchten. Wikipedia schreibt über Jürgen Bartsch u. a., wie
er 1958 in das römisch-katholische Don-Bosco-Internat
Marienhausen in Aulhausen/Rheingau kam. "Bartsch erklärte später, dass
er, als er mit Fieber das Bett hütete, von dem dortigen Erzieher
Pater Pütlitz ("PaPü") sexuell missbraucht worden sei.
Im Oktober 1960 floh er zweimal aus dem Heim, weil er es dort nicht mehr
aushielt. Da ihn seine Eltern nach der ersten Flucht wieder
zurückgebracht hatten, traute er sich nach der zweiten Flucht nicht mehr
nach Hause. Er empfand seine Lage als ausweglos. Als Kind musste er
von klein auf lernen, die Absurditäten und Launen der Erzieher
widerspruchslos und ohne Gefühle von Hass hinzunehmen. Mangels
Kenntnis von Handlungsalternativen hielt er sich als Kind an alle
auferlegten Verbote" (Stand: 1.3.2010). Von dieser
Opfer-Prägung soll er dann bei seinen Verbrechen geleitet worden sein -
nur dieses Mal sei er der Täter gewesen.
Jürgen Bartsch wollte
sich nach seiner Verurteilung freiwillig kastrieren lassen. Doch
"leider" wurde bei der Kastrations-Operation im Jahr 1976 die Narkose
"versehentlich" 10-fach überdosiert, woran Bartsch auf dem
Operationstisch starb.
Angesichts der jetzt massenhaft aufgedeckten Sexualverbrechen der
Priester stellt sich natürlich auch die Frage, ob man die Ausmaße des
Tuns von Pater Pütlitz gegenüber Jürgen Bartsch Ende der 60er-Jahre in
der Öffentlichkeit und vor Gericht richtig eingeschätzt hatte. Und
weiter: Hatte Jürgen Bartsch vielleicht selbst noch etwas für sich
behalten, was die
Öffentlichkeit nicht erfuhr? Sicher ist jedenfalls, dass der
mutmaßliche Kindermörder als Kind von einem Priester sexuell und
seelisch schwerstens missbraucht wurde.
Und vielleicht könnte auch der Wunsch von Jürgen Bartsch nach Kastration
manchen heutigen Kinderschänder-Verbrecher ins Nachdenken bringen.
3.3. / 5.3.2010 -
Kinderschändung durch Priester auch im Bistum Limburg - Kirche maßt sich
weiter die Rolle des Staatsanwalts an / Deshalb: Die nächste Razzia in
Limburg / Bundestag soll Enquete-Kommission einsetzen
- Lieber Leser! Wie würden es Ihnen ergehen, wenn in Ihrem Betrieb
plötzlich massenhaft schlimme Verbrechen aufgedeckt werden und der Ruf
des Betriebes natürlich zu Recht massiv darunter leidet? Sie würden
wahrscheinlich Ihren Ohren nicht trauen, wenn Ihnen die
Staatsanwaltschaft nun mitteilt: "Versuchen Sie doch einfach mal, das
intern zu klären. Und wo es ganz, ganz schlimm ist bei Ihnen, da melden
Sie es halt´ uns!" Klar, dass dann wohl jeder Beklagte diese unfassbare
"Chance" dazu nützen würde, seinen Ruf, so weit das überhaupt noch
möglich ist, zu schützen. Doch ist auf diese Weise eine wirkliche
rückhaltslose und schonungslose Aufklärung möglich? Nie und nimmer. Und
genau das passiert derzeit zwischen Kirche und Staat. Nur mit dem
Unterschied, dass hier keineswegs ein solches "großzügiges" Angebot des
Staatsanwalts an die Täter und ihre Vorgesetzten vorliegt. Der Beklagte
und seine Vorgesetzten erdreisten sich von sich aus, selbst an die
Stelle des Staatsanwalts zu treten.
So auch wieder im Bistum Limburg. Zunächst weigerte sich das Bistum,
zusammen mit Regensburg und Dresden, überhaupt Informationen über die
intern bekannten Sexualverbrechen vorzulegen, was schon darauf schließen
lassen könnte, dass es hier vielleicht besonders viel zu verbergen geben
könnte. Schließlich räumte man doch "einige wenige Missbrauchsvorwürfe"
ein (bild.de, 3.3.2010), einen davon erst "vor einigen Jahren".
Und dann schließt die Meldung lapidar mit dem Satz: "Sollte
sich der Verdacht bestätigen, werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet."
Doch genau dort liegt der Rechtsbruch.
Ob sich der Verdacht bestätigt, dies zu untersuchen ist in Deutschland
zu Recht Sache der Staatsanwaltschaft.
Wo käme man denn da hin, wenn der Beklagte, um seine Ruf zu schützen,
Verbrechen zu kleineren Unregelmäßigkeiten herunter interpretieren darf?
Es darf in unserem Land keine parteiischen und mafiösen
Unterorganisationen geben und im eigenen Interesse die Arbeit der
Staatsanwaltschaft an sich reißen. Und der Vorwurf sexuellen
Missbrauchs an einen Priester ist eben nun mal keine innerkirchliche
Angelegenheit: Aus diesem Grund hilft nur eines:
Die nächste Razzia muss in Limburg stattfinden.
Und wenn sich die Kirche weiterhin weigert, sich an einen Runden Tisch
mit allen betroffenen Gruppen und Experten zu setzen, dann wäre der
nächste Schritt eine
Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages,
welche im Auftrag des Staates und des Volkes und zum Schutz der Kinder
die Sex-Verbrechen in der Kirche untersucht und dabei auch der Frage
nachgeht, warum vor allem die Kleriker deutschland- und weltweit zu
zig-tausenden zur Kinderschänder-Verbrechern wurden.
Aktualisierung: Mittlerweile lenkte Bischof Robert Zollitsch beim
Thema "Runder Tisch" scheinbar ein, wenn nicht nur die Kinderschänder-Verbrechen
der Priester thematisiert würden, sondern auch diejenigen von anderen
Tätern. Doch der Hintergedanke dieser Bedingung ist offensichtlich: Die Kirche
will auf diese Weise ablenken von ihrer Schuld und vor allem von
der Tatsache, dass die Verbrechen in ihren Reihen weit überdurchschnittlich
oft vorkommen. Dabei geht es der Kirche um ihr Ansehen und ihren
Machterhalt. Sonst würde sie keine solchen schäbigen "Bedingungen" stellen, sondern sie
würde für die Verbrechen, die von Hunderten ihrer Amts- und Würdenträger
begangen wurden, die bedingungslose Verantwortung übernehmen.
3.3.2010 -
Täglich melden sich neue Opfer - "Wir können die Zahl der Opfer gar
nicht überschauen"
-
Es ist vergleichbar einem Erdbeben. "´Wir können die Zahl der Opfer gar
nicht überschauen`, sagte die Vorsitzende des im Jahr 2004 gegründeten
Vereins ehemaliger Heimkinder e.V., Monika Tschapek-Güntner, der
´Berliner Zeitung`. Seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in deutschen
Jesuitenschulen meldeten sich täglich weitere Betroffene" (Spiegel
online, 2.3.2010). Dabei gibt es sicher Tausende weitere Opfer, die
sich aus Scham und weil sie nicht als "Opfer" gelten möchten, nicht
melden.
5.3. / 8.3.2010 -
Die Hölle von Ettal: Mindestens 10 Sex-Verbrecher, über 100 Opfer, u.
a. Pornografie mit Kindern - Ettal-Priester stellt Fotos von Ettal-Schülern
auf Homo-Seiten ins Internet - Lange "Liste voller Grausamkeiten" / Traumata, Angst und Schrecken bei Regensburger Domspatzen -
Wie im Folter-Gefängnis: Wer sich nackt auszog, wurde weniger oft mit
Stock geschlagen - Erbrochenes essen müssen und weitere Bestialitäten /
Erinnerung an frühere Inquisition / Verantwortlicher wartete Verjährung
ab
-
Die erste größere Welle aufgedeckter Verbrechen in der katholischen
Kirche ist noch nicht abgeebbt.
Doch jetzt ist schon klar, dass alles noch erheblich schlimmer ist, denn
unzählige Opfer wollen lieber immer noch nicht reden.
Bei den Kapuzinern in Burghausen gab es Kinderschänder-Verbrechen, unter
anderem durch den Direktor des Studienseminars, der darauf hin versetzt
wurde.
Der Altöttinger Wallfahrtskustos Pater Felix Kraus,
der mittlerweile zurück getreten ist, hatte erst die Verjährung
abgewartet, und die Taten dann der Polizei gemeldet (Abendzeitung,
8.3.2010).
Bei den Regensburger Domspatzen gab es Kinderschändung
durch zwei "leitende Geistliche",
und natürlich will deren Leiter und Papst-Bruder Georg Ratzinger
(Leiter von 1964-1994) von nichts gewusst haben.
Dann wusste aber
wohl sein Bruder mehr, oder will dieser auch von nichts gewusst haben?
"Es
wurden viele Traumata gesetzt, es war Angst und Schrecken",
sagt ein Münchner Arzt und Therapeut über seine Erfahrungen
mit ehemaligen Domspatzen,
die bei ihm Hilfe suchten.
Neben Kinderschändung gab es auch "brutale Prügelorgien" (Focus
online, 5.3.2010).
|
"Wer sich beim Prügeln mit dem Rohrstock nackt ausgezogen hat, habe
einen Bonus bekommen: weniger Schläge. ´Es gab einen regelrechten
Ablass`, erzählt der Mann der dpa über das übliche ´Nackt-Prügeln`.
Blutunterlaufene Striemen blieben stets auf dem Gesäß zurück. Eine
Klassenkamerad habe wegen der Misshandlungen sogar eine Operation am
Kiefer benötigt. Auch von schlimmsten seelischen Qualen berichtet der
Mann. Er habe sich immer vor Blutwurst geekelt. Bei den Domspatzen sei
er von einer Ordensschwester aber gezwungen worden, diese Wurst zu
essen: ´Mir wurde so übel, ich habe das erbrochen. Ich musste dann das
Erbrochene wieder essen`" (Fränkischer Tag, 6.3.2010).
|
Zum Eldorado für Sittlichkeitsverbrecher scheint sich dabei die
römisch-katholische Eliteschule mit Internat im Kloster Ettal bei
Oberammergau entwickelt zu haben. Derzeit sind
10 Sex-Verbrecher in Kutte und Talar allein in Ettal angeklagt,
bereits über 100 Opfer aus Ettal haben sich gemeldet (tz, 5.3.2010).
Auch von
Kinderpornografie ist die Rede (bild.de, 4.3.2010).
Und auch ein Pater, der dort von Glaubensbrüdern vergewaltigt wurde,
zählt sich zu den Opfern (tz).
Der
kircheninterne Sonderermittler Thomas Pfister gab nun bekannt,
"dass Kinder und Jugendliche durch zahlreiche Mönche des Klosters ´über
Jahrzehnte hinweg massiv misshandelt worden sind, und zwar in sexueller,
physischer und psychischer Art und Weise`".
Es gibt eine "lange
Liste voller Grausamkeiten"
(Spiegel online, 5.3.2010), die zu langjährigen Haftstrafen der
Täter führen würde. Durch die Berufung auf "Verjährung" passiert ihnen
aber gar nichts.
Denn durch den päpstlichen
Zwang zur Geheimhaltung der Verbrechen bei Androhung ewiger Hölle
hielt die Mauer des Schweigens über Jahre und Jahrzehnte. Wobei es noch zu den eher harmlosen Delikten gehörte, dass ein Pater
halbnackte Fotos von Ettal-Schülern auf Homosexuellen-Seiten im Internet
publiziert hat (5.3.2010), damit sich auch andere an den
kindlichen Körpern aufreizen können. Ein Opfer, das von einem Priester
so lange geschlagen wurde, bis es auf die kircheneigene Krankenstation
kam, macht Ettal dafür verantwortlich, dass er Alkoholiker wurde (vgl.:
Der von einem Priester missbrauchte Jürgen
Bartsch verging sich später selbst an Kindern und brachte sie um).
Die lange Liste sadistischer und sexueller Grausamkeiten durch Priester
erinnern teilweise an Folterungen von früheren Opfern der Inquisition.
Derweil verkriecht sich der deutsche Papst in den vatikanischen
Gemächern und vermeidet jede konkrete Stellungnahme zu der ersten
öffentlich bekannt gewordenen Verbrechenswelle in Deutschland, welche
seinen Rücktritt beschleunigen könnte. Möglicherweise rüstet er sich
aber bereits für die weiteren Wellen.
6.3.2010 -
Weiteres katholisches Internat: Jeden Morgen Wasserfolter / Junge
schließlich von Eltern befreit / Den späteren Kindermörder Jürgen
Bartsch hat niemand befreit
- Jetzt packt auch Bayern-3-Moderator Thomas Anzenhofer über
seine fünf Jahre im römisch-katholischen Internat aus. Er schützt das
Internat jedoch noch, indem er nur das Bundesland angibt, in dem sich
das Internat befindet: Bayern. "Jeden
Tag hat er mit dem Wunsch begonnen, den Abend nicht mehr erleben zu
müssen", so der Radiobeitrag
(http://www.br-online.de/bayern3/bayern-3-der-mittag/internat-katholisch-thomas-anzenhofer-ID1267180661713.xml).
Lieber Leser, haben Sie Erfahrung damit, morgens aus dem warmen Bett
zu steigen und dann sofort ohne allmähliche Gewöhnung eiskalt zu duschen? Schon bei dem Versuch
würden Sie vermutlich zurück schrecken. Die Jungen hatten jedoch keine
Chance, wenn der Pater den Morgen immer mit der Wasserfolter begann: "Es
war relativ willkürlich - irgendeinen hat er dann immer raus gezogen, an
den Haaren gepackt, in die Dusche gepfeffert - wir waren da mehr oder
weniger nackt - und dann kalt abgeduscht. Der Tag ging mit dem Schrecken
los - bin heute ich dran?" Drei Monate lang habe er als Junge seine
Eltern "terrorisiert", das Internat endlich verlassen zu dürfen. "Aber
geglaubt hat man mir erst vor einigen Jahren, dass das wirklich so war",
stellt er fest.
Weniger Glück hatte der spätere Kinder-Vierfachmörder Jürgen Bartsch.
Er wurde als Junge nach seiner Flucht aus dem katholischen Internat von
seinen Eltern wieder eingewiesen und fand sich nun in einer für ihn
ausweglosen Hölle vor. Später als Erwachsener
übernahm er das zunächst Verhalten von Pater Pütz, der ihn
sadistisch und sexuell missbrauchte, und quälte nun seinerseits Jungen.
Doch er hatte keine Kirche im Rücken, die seine Verbrechen deckte, ihn
versetzte und alles vertuschte. Er brachte die Jungen anschließend um.
Bartsch wurde bei der Narkose anlässlich seiner Kastrations-Operation
"versehentlich" getötet. Pütz wurde nie zur Rechenschaft gezogen.
6.3.2010 -
Leserbericht: Konfirmandinnen mussten sich nach Unterricht ausziehen und
wurden vom Pfarrer gefilmt
- Immer häufiger erreichen uns zur Zeit auch Berichte von Lesern, die
derzeit nicht in den öffentlichen Medien stehen. Ein Beispiel, auf das
wir hier ohne Nachprüfung des Sachverhalts hinweisen: Hans-Jürgen S.
schrieb uns: "In den 90iger Jahren ist ein evangelischer Pfarrer
angeklagt worden, weil sich nach der Konfirmanden-Stunde die Mädchen
immer ausziehen mussten für gymnastische Übungen und er filmte das - bis
er aufflog." Gibt es dazu öffentliche Quellen, bitte uns mitteilen!
Danke!
6.3.2010 -
Pädophiler Direktor der Odenwaldschule ist
bekannter evangelischer
EKD-Theologe / Zwei oder drei Missbrauchsopfer brachten sich später um / Gibt es eine "protestantische Mafia"
und wer war alles Mittäter?
- Nur scheinbar verschaffen die Meldungen des massiven sexuellen
Missbrauchs an der Odenwaldschule in Heppenheim der Kirche Luft. Denn
der Täter, der ehemalige Rektor Gerold Becker (1975-1985) ist ein
bekannter Theologe, der vor seinem Wüten in Heppenheim nach eigenen
Angaben zunächst "mehrere Jahre im kirchlichen Dienst tätig" war
(http://archiv.ub.uni-marburg.de/sonst/1999/0015.html). So schrieb
er bereits 1963 für die Kirchenzeitschrift
Amt und Gemeinde den Aufsatz
Gottesdienst und liturgische Erneuerung
(Nr. 5/1963).
Und nach seiner Zeit in Heppenheim-Ober-Hambach machte er bundesweit
kirchliche Karriere, indem er u. a.
in die Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für Bildung und Erziehung berufen
wurde, der er
viele Jahre lang angehörte
(http://www.ekd.de/EKD-Texte/glauben_1998_mitglieder.html).
Und in seiner
Funktion als Vertreter der evangelischen Kirche nahm Becker z. B. 1991 auch an der Tagung
Schule in Hessen teil, wo es darum ging, gemeinsam mit dem
Kultusminister "Grundfragen der Gestaltung von Schule" zu "reflektieren".
Wörtlich referierte der Theologe damals:
"Aufwachsen
geschieht heute im Bewusstsein der ständig möglichen oder schon
eintretenden Katastrophen".
Und:
Dass es für die Kinder
"immer
schwieriger wird, jeweils altersangemessene Formen von ´Urvertrauen` in
die Verlässlichkeit der Welt zu entwickeln".
Und, so wörtlich:
"Hier
können die Kirchen ihre Stärken einbringen"
(http://www.upress.uni-kassel.de/online/frei/978-3-89958-618-3.volltext.frei.pdf).
Da lagen seine eigenen Vergehen und Verbrechen an Kindern in Heppenheim-Ober-Hambach
erst wenige Jahre zurück.
Der
renommierte Theologe hatte unter anderem einen damals 13-jährigen Buben
ca. 400 Mal sexuell missbraucht bzw. vergewaltigt. Zur Methode des
gläubigen Rektors gehörte es, die Kinder zu wecken, indem er sich an ihren
Genitalien zu schaffen machte. "Etliche Schüler", so der Vorwurf eines
Opfers, habe Rektor Gerold Becker sogar "in inflationärem Umfang sexuell
missbraucht" (Frankfurter Rundschau, 17.11.1999). Unter dem Bett des Direktors fand man zudem eine
Fülle an kinderpornografischen Schriften. Die Vorwürfe gegen Becker wurden bereits
1998 öffentlich, weswegen er seine Funktionen im Trägerverein der Schule
niederlegen musste - ohne dass jedoch das Ausmaß der Verbrechen
aufgearbeitet wurde. Die Taten galten als bereits "verjährt". Und bei
einer Sitzung des Trägervereins der Odenwaldschule im Jahr 1998 war der leitende Theologe z. B. nicht anwesend,
da er sich auf dem
Evangelischen Kirchentag engagierte. Von einem seiner Opfern 1997 mit seinen Taten
konfrontiert, bat er zwar um Verzeihung, "wenn" er das Opfer
"verletzt oder geängstigt habe",
für eine weitere Aufarbeitung sei er jedoch zu "müde und unkonzentriert"
(Frankfurter Rundschau, 17.11.1999; siehe http://zfi-archiv.beepworld.de/files/internatesexuellermissbrauchdrogen.pdf).
Der Theologe operierte als Rektor und mutmaßlicher Drahtzieher der
Verbrechen dabei nicht allein, sondern war an seiner Schule offenbar der
Kopf einer Art krimineller Kinderschänder-Bande [über mögliche kirchliche Bindungen der anderen
Täter wird nicht berichtet].
Die Frankfurter Rundschau schreibt:
Schüler berichteten,
"wie sie als ´sexuelle Dienstleister` für ganze Wochenenden eingeteilt, wie
sie
zu Oralverkehr gezwungen
wurden. Einzelne Pädagogen hätten gar ihren
Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen" (6.3.2010).
Doch wer sind diese "Gäste"? Der Philosoph und Journalist Ulrich Raulff
(FAZ, Süddeutsche Zeitung) sprach in anderem Zusammenhang von der
Seilschaft einer "protestantischen
Mafia"
im Bildungssektor, zu der auch Gerold Becker gehörte. Zudem habe es enge Verbindungen zwischen der
Odenwaldschule und der Jesuitenschule Sankt Blasien gegeben, in der
jetzt ebenfalls Kinderschänder-Verbrechen aufgedeckt worden sind
(http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32212/1.html). Eine der
Fragen dabei ist: Wer in der besagten "Seilschaft" wusste noch alles von den Verbrechen bzw.
wer war eventuell sogar daran beteiligt? Der spätere EKD-Pädagoge und
-Theologe Becker
hatte ja Kinder für "orale" Dienstleistungen verschiedenen Gästen
des Hauses zur Verfügung gestellt, und eine solche Dienstleistung
gewährt man sicher nicht jedem Gast. Deshalb die Frage: Zählten
Mitglieder der "Seilschaft" zu den hier auf diese Weise bedienten
"Gästen"?
Diese Praktiken hatten zum Teil "verheerende Konsequenzen für die Opfer: Schwerer
Alkoholmissbrauch über Jahre, massiver dauerhafter Konsum illegaler
Drogen und kaum fassbares seelisches Leiden waren die Folgen."
Zwei oder drei von dem protestantischen Theologen missbrauchte Kinder
brachten sich später um"
(bild.de, 8.3.2010).
Die Vorwürfe wiegen umso schwerer, da Gerold Becker über Jahre und
Jahrzehnte hinweg auch
einer der
maßgeblichen evangelischen Autoren im Erziehungssektor
war. So schrieb der pädophile Verbrecher in der bekannten
EKD-Studie
Aufwachsen in schwieriger Zeit etwa den Aufsatz Kindsein 1994
- zur Lage der Kinder. Und 1995 schrieb er als Theologe für die
Hessische Landeszentralstelle für Politische Bildung die Broschüre
Schule, Lehrer und Gewalt - was tun? Im Jahr 2005 veröffentlichte
zudem
das Magazin Klasse, Die evangelische Schule (Nr. 4/2005) einen u.
a. von Gerold Becker verfassten Artikel über die Helene-Lange-Schule in
Wiesbaden. Und erst vor wenigen Jahren gab Gerold Becker noch das
Erziehungsbuch Diagnostizieren und Fördern:
Stärken entdecken - Können entwickeln, Seelze 2006, heraus. Die
schwersten Anklagen, bis hin zur Vergewaltigung eines Kindes, die bereits
1999 in der Frankfurter Rundschau publiziert wurden
(http://zfi-archiv.beepworld.de/files/internatesexuellermissbrauchdrogen.pdf),
taten der Karriere also keinen Abbruch. Erst im Zuge der jetzigen
Aufklärungswelle holen den EKD-Erzieher und -Theologen seine Schandtaten ein.
Durch die Aufarbeitung auch dieser Verbrechen wird jetzt
die Evangelische
Kirche in Deutschland stärker in die Kinderschänder-Verbrechen mit hinein
gezogen. Erst vor einigen Wochen wurde die EKD durch die
nächtliche
Volltrunkenheitsfahrt ihrer Ratsvorsitzenden
mit einem fremden Mann erschüttert, die
darauf hin zurück getreten ist.
6.3.2010 -
Ettal: Standen Kinder Schlange, um sich im Bett von Pater Magnus sexuell
befriedigen zu lassen? Pater: "Der Andrang sei groß gewesen, ´nicht
einfach für einen Präfekt der Oberstufe`"
-
Die "Lebensbeichte" von Pater Magnus klingt rührend. Demnach hatte er
die Kinder so weit im Griff, dass er kaum
nachgekommen sei, die Jungen der Reihe nach in seinem Bett sexuell zu
befriedigen. "Das habe ich mir immer schon mit dir gewünscht", hätte ihm
einer geschrieben. "Der Andrang sei groß gewesen", so Teil
seiner "Beichte", die in der
Abendzeitung publiziert wurde, was für den pädophilen Priester offenbar ein
organisatorisches Problem darstellte: "Nicht einfach für einen Präfekt
der Oberstufe" (6.3.2010). Bisher stehen die Versionen des
Tathergangs seitens betroffener Jungen aber noch aus.
8.3. / 9.3.2010 -
"Knaben-Harem" bei Regensburger Domspatzen: "Sadistische Strafen
verbunden mit sexueller Lust" - "Unerklärlich", dass Papstbruder nichts
mitbekommen haben will / Verbrechen während der Amtszeit von Papst
Benedikt XVI. als Erzbischof von München-Freising:
Papst soll von Polizei vernommen werden
- Komponist Franz Wittenbrink, ehemaliger Regensburger Domspatz,
"sprach gegenüber dem ´Spiegel` von einem ´ausgeklügelten System
sadistischer Strafen verbunden mit sexueller Lust`. Wittenbrink weiter:
´Warum der Papstbruder [und Leiter der Domspatzen] Georg Ratzinger davon nichts mitbekommen haben
soll, ist mir unerklärlich`" (bild.de,
8.3.2010). Jeder der Klassenkameraden der missbrauchten Kinder habe
es gewusst, wen die Priester zur gegenseitigen Masturbation abgeholt
hätten (Abendzeitung, 8.3.2010). Ein Domspatz brachte sich kurz
vor dem Abitur um.
Der frühere Internatsleiter Friedrich Z. hielt sich nach Opfer-Aussagen
einen "Knaben-Harem", wo die Jungen "unbeschreibliche Qualen" erlitten
(bild.de, 9.3.2010). Eines der Opfer plant jetzt auch eine
Schadenersatzklage.
"Beim Missbrauchsskandal in katholischen Einrichtungen sieht die
Reformbewegung ´Wir sind Kirche`" zudem "auch bei Papst Benedikt XVI.
Klärungsbedarf. ´Denn Joseph Ratzingers Amtszeit als Münchner Erzbischof
von 1977 bis 1982 gehört genau zu den Jahren, um die es bei den
Missbrauchsfällen geht`", sagte der Sprecher der Gruppe, Christian
Weisner, in München. Deshalb dränge sich die Frage auf, ob der damalige
Münchner Erzbischof auch Kenntnis von solchen Übergriffen gehabt habe -
und falls ja, wie er damit umgegangen sei" (Frankfurter Rundschau,
8.3.2010).
Um dies zu klären, schlagen wir eine
Zeugenvernehmung von Joseph
Ratzinger in Deutschland
vor. Diesmal allerdings ohne Pomp und
öffentliche Messen und Gulli-Versiegelungen in den Städten zu seinem
Schutz.
Sondern man
könnte ihn einfach mit dem Polizeihubschrauber nach München
einfliegen und zum Beispiel in Stadelheim zu den Verbrechen befragen.
Denn dort ist der Schutz für den Papst derzeit am größten.
In München-Stadelheim bestehen nämlich schon massive
Sicherheitsvorkehrungen, da dort ja auch die Gefangenen bewacht werden
müssen, so dass man nicht erst aufwändig und kostenintensiv neue
Bewachungs- und Sicherheitsvorkehrungen für die Befragung des Zeugen
treffen müsste.
8.3.2010 -
Nach 10 Jahren alles bereits "verjährt": Kinderschänder im Talar gehen
auf der Erde weitgehend straffrei aus /
Papst soll Verjährung bei Priester-Tätern aufheben
/
"Knabenschänder"
kommen laut Bibel nicht in den Himmel
- Wenn sie aber nicht in den Himmel kommen, warum wurden sie in der
Kirche dann nur versetzt?
- Selbst Verbrechen aus den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts könnten
längst verjährt sein, wenn sich das Opfer jetzt meldet. Denn es gilt in
Deutschland bei Sexualstraftaten mit Kindern eine für die Täter
großzügige Verjährungsfrist von 10 Jahren ab dem 18. Geburtstag des
Opfers. Bei besonders schweren Verbrechen kann eine Frist von 20 Jahren
angesetzt werden.
Bei zivilrechtlichen Ansprüchen der Opfer auf Schadenersatz liegt die
Verjährungsfrist in Deutschland skandalöserweise sogar nur bei drei
(!)
Jahren.
Das heißt: Die Kirche wird auch ihren immensen Reichtum (allein in
Deutschland beträgt das Vermögen der katholischen Kirche
Der Spiegel Nr. 49/2001 ca.
250 Milliarden Euro) nicht antasten müssen.
Tatsache ist jedoch, dass gerade bei Sexualstraftaten
von Kindern es meist deutlich länger braucht, bis das Opfer seine Scham
überwindet und zu reden beginnt. In einzelnen Fällen wurde jetzt
bekannt, dass in der Kirche gezielt die Verjährungsfrist abgewartet
worden ist, bis ein bekanntes Verbrechen dann doch gemeldet wurde. Auf
diese Weise gehen die meisten der Priester, die jetzt als
Sexualverbrecher enttarnt worden sind, straffrei aus. Doch es gibt nicht
nur das weltliche Recht. So braucht es 20 Jahre, bis eines der Opfer,
das von dem EKD-Theologen Gerold B. missbraucht worden ist, sich
folgende Zeilen zu schreiben traut: "Menschen wie Dich, die sexuellen
Missbrauch an Schutzbefohlenen Heranwachsenden begehen, trifft mein
voller Zorn" (Frankfurter Rundschau, 17.11.1999). Doch es
vergehen noch einmal mehr als zehn Jahre, bis man beginnt, die
Verbrechen wenigstens aufzuarbeiten.
Darin steckt auch ein Appell an den Papst: Benedikt XVI. sollte
erklären, dass die Kirche auf die gnädigen Verjährungsfristen verzichtet
und dass alle Priester-Täter sich auch dem weltlichen Recht stellen, wie
wenn die Verbrechen noch nicht verjährt werden. Vielleicht lodert dann
im Jenseits das "Höllenfeuer" für die Täter auf etwas kleinerer Flamme.
Denn in der Bibel der Kirchen steht unmissverständlich: "Weder
Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder,
Diebe, Geizige, Trunkenbolde (und "Trunkenboldinnen"), Lästerer oder
Räuber werden das Reich Gottes ererben" (Paulus, 1. Korinther 6, 9).
Da die Bibel ja für die Kirche verbindliches Gotteswort ist, kämen
demnach "Knabenschänder" auch nach kirchlicher Lehre nicht in den
Himmel. Warum aber wurden sie dann in der Vergangenheit nur versetzt?
9.3.2010 -
"Kirche soll Opfer finanziell entschädigen" /
Milliarden-Staatssubventionen sollten in diesem Jahr nicht an die Kirche
selbst, sondern an Opfer von Priestern gehen
/ Vatikan von Justizministerin wegen "Behinderung" der Aufklärung an den
Pranger gestellt / Papst schweigt weiter
-
"Führende Politiker der
Bundesregierung und der Opposition haben die katholische Kirche und
weltliche Einrichtungen aufgerufen, in einem Akt symbolischer
Wiedergutmachung die Opfer sexuellen Missbrauchs finanziell zu
entschädigen", schreibt stern.de (9.3.2010). Dazu könnten die
jährlich ca. 7-10 Milliarden Euro staatliche Subventionen
"für
innerkirchliche Zwecke (siehe
http://www.stop-kirchensubventionen.de) an die
römisch-katholische Kirche in diesem Jahr statt an die Kirche in einen
Fonds eingezahlt werden, dessen Mittel dann den Opfern und ihren
Familien zugute kommen würden. Bisher lehnt die Kirche alle finanziellen
Forderungen ab. Juristen verweisen auf die Verjährung zivilrechtlicher
Ansprüche der Opfer von Sex-Verbrechen nach bereits drei Jahren. Doch es
gibt auch andere Möglichkeiten. Die Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte dazu: "Es braucht
ein klares Signal an die Opfer, wie zum Beispiel das Gespräch über
freiwillige Wiedergutmachungen in den Fällen, in denen die rechtliche
Verjährung eingetreten ist" (Süddeutsche Zeitung, 9.3.2010).
Doch der Vatikan scheint das Ausmaß der Verbrechen in bewährter Manier
vor allem aussitzen zu wollen. Die Neue Zürcher Zeitung in der
Schweiz schreibt: "Die deutsche
Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat den Vatikan bei der
Aufklärung des jüngsten Missbrauchsskandals in kirchlichen Schulen und
Internaten an den Pranger gestellt. Die Liberale sprach von Behinderung"
(8.3.2010). Aus Rom kamen noch nicht einmal Andeutungen,
die päpstliche
Geheimhaltungspflicht bei Kinderschänder-Verbrechen von Priestern
aus den Jahren 1962 und 2001 in Frage stellen zu wollen. Auch hat sich
der Papst noch nicht bereit erklärt, als Zeuge in seiner damaligen
Eigenschaft als Erzbischof von München und Freising über die Verbrechen
in seinem Bistum während seiner Amtszeit auszusagen.
9.3.2010 -
Ein Opfer berichtet: Vom Messdiener zum Sex-Diener / "Wer sich outet,
wird in die Ecke gestellt!"
- Norbert Denef berichtet: "Als ich 1959 mit zehn Jahren Messdiener
wurde, freute ich mich. Der Vikar war sehr beliebt. Doch eines
Tages nahm er mich nach dem Gottesdienst mit in seine Wohnung. Er
schloss von innen ab, zog mich auf seinen Schoß und knöpfte mir die Hose
auf ...
Ich habe nicht verstanden, was mit mir geschieht. Ich habe mich geschämt
und gehofft, dass es vorbeigeht.
Das eine Mal ging vorbei, doch es passierte immer wieder: sechs Jahre
lang, mehrmals die Woche. Bis heute habe ich das Bild im Kopf, wie ich
unter ihm liege und er mein Glied in seinem Mund hat ...
Dabei gehe ich davon aus, dass er im Laufe seines Berufslebens an seinen
verschiedenen Stationen insgesamt 100 bis 150 Kinder missbraucht hat"
(focus online, 9.3.2010). Nachdem der Hochwürden schließlich wie
üblich versetzt wurde, vergriff sich nun der Organist der katholischen
Kirchengemeinde an dem Jungen. Und seitdem er nach über 30 Jahren zum
ersten Mal bei einem Familienfest darüber sprechen konnte, wurden er und
seine Familie für die Zukunft ausgeladen, die Täter jedoch weiter eingeladen. Das Opfer
berichtet weiter:
"Mein Fall ist beispielhaft für viele. Wer sich outet, wird in die Ecke
gestellt. Ich hatte noch Glück, weil ich gute Beweise hatte. Aber der
Missbrauch ist ein Seelenmord; ich befinde mich immer noch in einem
ständigen Überlebenskampf. Meine Geschichte zeigt, wie lange man
braucht, bis man über Missbrauch reden kann. Deswegen muss die
zivilrechtliche Verjährungsfrist für Missbrauch aufgehoben werden."
9.3. / 10.3.2009 -
Heftige Schläge für Nichtigkeiten bekannt: Papst-Bruder weicht bisherige Position auf: Ein Interview, das jedoch
Fragen offen lässt
- Dem Papst-Bruder Georg Ratzinger (86) möchte natürlich niemand etwas anhängen,
was er nicht tatsächlich tat oder wofür er tatsächlich Verantwortung trug.
Bislang sagte der langjährige Leiter und Domkapellmeister der
Regensburger Domspatzen (1964-1994), er habe von den Verbrechen und
Vergehen nichts gewusst, was ihm kaum einer glaubte. Denn in der
Erziehung der Domspatzen gab es ein "ausgeklügelten
System sadistischer Strafen verbunden mit sexueller Lust", und alle
in den Schulklassen wussten Bescheid. Jetzt lenkt der
Papst-Bruder in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse vom
9.3.2010 ein und gibt manches zu.
"Ihm sei bekannt, dass der damalige Direktor oft aus nichtigem
Anlass sehr heftige Ohrfeigen ausgeteilt habe, sagte Ratzinger. Schüler
hätten ihm auch auf Konzertreisen erzählt, wie es ihnen ergangen sei"
(focus.de, 9.3.2010). Er glaubte jedoch nicht, etwas unternehmen zu
müssen. Über den Direktor, der sich einen ganzen
"Harem" von Knaben zum Sex heran zog und heftige Schläge
verteilte, sagte er weiter wörtlich: "´Wenn ich gewusst hätte, mit welch
übertriebener Heftigkeit er vorging, dann hätte ich schon damals etwas
gesagt.` Er verurteile das Geschehene und bitte die Opfer um Verzeihung"
(abendzeitung.de, 9.3.2010). Dies ist aus seiner Sicht auch
unbedingt notwendig, denn die Kinder hatten sich ja an ihn um Hilfe
gewandt. Sie hatten offenbar gehofft, dass er, der Leiter und
Domkapellmeister etwas gegen die Qualen der Kinder unternimmt. Doch er
hat es nicht getan und geschwiegen wie die meisten anderen.
Auch hätte er selbst Kindern
Ohrfeigen gegeben, doch glücklicherweise habe das Gesetz dies dann nicht
mehr zugelassen. "Früher
waren Ohrfeigen einfach die Reaktionsweise auf Verfehlungen
oder bewusste Leistungsverweigerung", so Georg Ratzinger wörtlich. "Doch
sei er froh gewesen, als zu Anfang der 80er Jahre körperliche
Züchtigungen vom Gesetzgeber ganz verboten wurden" (abendzeitung.de,
9.3.2010) [PS: Der Autor des "Theologen" ging in den 60er-
und 70-er Jahren auf zwei staatliche Schulen, in denen Schüler nicht
geschlagen wurden]. "Ich war innerlich erleichtert", so der Bruder des
Papstes über das neue Gesetz. Das klingt alles sehr verblüffend. Und heißt das nun:
Wenn der Gesetzgeber nicht eingegriffen hätte, hätte er auch weiterhin
Schüler geschlagen?
Diese Frage bleibt offen, wie so viele andere Fragen auch hinsichtlich
der Regensburger Domspatzen und dem Sachverhalt, wer was getan hat
und wer wie viel tatsächlich wusste. So
ist es ein Eiertanz des Papst-Bruders, wenn er einerseits zugibt,
"heftige"
Schläge für Nichtigkeiten seien ihm bekannt gewesen, nicht bewusst
gewesen wäre ihm jedoch die
"übertriebene
Heftigkeit".
Ein Opfer berichtete z. B., wie er mit dem Stock blutig
zusammengeschlagen wurde. Zur Erinnerung: Nach derzeitigem
Erkenntnisstand gibt es zwei beschuldigte leitende Priester
bei den Domspatzen aus unterschiedlichen Zeiten. Vielleicht bringen weitere
Zeugenaussagen mehr Licht ins Dunkel. Lesen Sie dazu auch:
Martyrium bei den Domspatzen.
9.3.2010 -
Sexueller Missbrauch: Erzabt von Stift St. Peter in Salzburg zurück
getreten / Sechs Jesuitenpater in Bonn angeklagt / Gemeindepriester in Augsburg und Wolfsburg beschuldigt
/ Sex-Missbrauch im Collegium Johanneum in Ostbevern / Missbrauch an
Stiftsschule Amöneburg / Missbrauch bei Limburger Domsingknaben /
Sex-Missbrauch im Kinderheim der Hedwigsschwestern in Berlin / Schüler
von Priester in Zisterzienser-Abtei Mehrerau in Vorarlberg missbraucht /
Kindsmissbrauch im Vincenzhaus der Caritas in Hofheim / Katholischer Priester holt Buben aus Drogenmilieu und vergewaltigt ihn
- Neue Vorwürfe von Sexualverbrechen und Kindsmissbrauch von Priestern
oder in katholischen Erziehungseinrichtungen erreichen die
Öffentlichkeit nahezu im Stundentakt:
Dabei greift die Welle aus dem weißblauen Bayern auch verstärkt nach
Österreich über. Der Erzabt von St. Peter aus Salzburg trat bereits
zurück, nachdem sein Opfer auspackte. In der Zisterzienser-Abtei
Mehrerau in Bregenz wurde ein Schüler von einem Priester erst vor
wenigen Jahren missbraucht. Ein anderer Zisterzienser-Pater holte einen
"Buben" aus dem Drogenmilieu, um ihn danach zu vergewaltigen
(http://vorarlberg.orf.at/stories/427968/).
Kindmissbrauch auch in Augsburg und
Wolfsburg. Der Priester aus dem Bistum Hildesheim wurde suspendiert. "Das
Opfer hatte aus Scham bisher geschwiegen",
der Täter gestand. In
Augsburg wird ermittelt (bild.de, 8.3.2010).
Nach Information
eines Lesers habe sich das Opfer eines weiteren Täters in Wolfsburg
umgebracht. Eine Zeitangabe wurde nicht mitgeteilt. Und in der Öffentlichkeit stand darüber nichts zu lesen.
Auch wenn wir für diese Meldung nicht bürgen können, so macht sie doch
deutlich, dass nach wie vor wohl erst eine größere Spitze des Eisbergs
aufgedeckt ist.
Im Bonner Jesuiten-Kolleg stehen jetzt sechs Priester unter
Verbrechens-Verdacht und neben Regensburger Domspatzen meldete sich auch
ein ehemaliger Limburger Domsingknabe. Weiterhin wurden Vorwürfe erhoben
gegen einen Täter des katholischen Collegium Johanneum in Ostbevern und
gegen Täter aus der Stiftsschule Amöneburg in Hessen. Kindmissbrauch
wird weiterhin aus dem Vincenzhaus der Caritas in Hofheim gemeldet. Die
Opfer wurden danach zum "Beten" geschickt (bild.de, 9.3.2010). Und auch eine
Hedwigschwester aus Berlin verging sich an den Genitalien von Kindern.
9.3. / 24.4.2010 -
Verlogene Kirche: Päpstliches Geheimhaltungsgesetz von 1962 und 2001
angeblich nur innerkirchlich zu verstehen
- Die Kirche befand sich wochenlang in der Zwickmühle: Entweder sie
befolgt weiter das strikte päpstliche Geheimhaltungsgesetz bei
Kinderschänder-Verbrechen von 1962 und 2001, was aber durch den Druck
der Öffentlichkeit nicht mehr möglich war. Oder sie verstößt dagegen und
führt das Gesetz, das bei Verstoß die Exkommunikation und damit die
angeblich ewige Hölle vorsah, ad absurdum,
und seine Verfasser (zuletzt Johannes Paul II. und Joseph Kardinal
Ratzinger) gleich mit dazu. Nachdem man wochenlang, auch bei Interviews,
um die Zwickmühle herum redete, nun plötzlich die "rettende" Idee!
Spiegel online schreibt: "Das von
Leutheusser-Schnarrenberger angesprochene eigene kirchliche
Strafverfahren, dessen Einzelheiten auf Weisung von Papst Johannes Paul
II. 2001 festgelegt worden seien, berühre die staatliche Strafverfolgung
von Missbrauchsfällen nicht, betonte die DBK [= Deutsche
Bischofskonferenz] weiter. ´Das kirchliche
Verfahren ist selbstverständlich dem staatlichen Verfahren nicht
vorgeordnet`, hieß es" (9.3.2010).
Das ist wirklich dreist.
Wochenlang gab man das Gegenteil zu. Da war das kirchliche Verfahren
"selbstverständlich" dem staatlichen vorgeordnet,
und man gab es wenigstens auch zu und sagte, man entscheide selbst,
welche Informationen der kirchliche Beauftragte dann an die
Staatsanwaltschaft weiter leite bzw. ob man überhaupt die
Strafverfolgungsbehörden informiere oder nicht. Bis man in der Kirche merkte, dass die Wut in der Gesellschaft wächst, weil sich die Kirche auf diese Weise über die staatlichen
Gesetze stellte.
Also soll alles gar nicht so gemeint gewesen sein. Wenn es aber gar
nicht so gemeint gewesen sein soll, warum hat man es dann Jahrzehnte
lang so gehalten?
Hat man es also immer falsch verstanden und ist erst jetzt der Deutschen
Bischofskonferenz die richtige Interpretation des päpstlichen Gesetzes in den
Sinn gekommen? Ganz abgesehen davon: Wenn die "staatliche
Strafverfolgung" von dem Gesetz angeblich nicht berührt sein soll, warum
hat man das dann in die seitenlangen Gesetzestexte und Ausführungen dann
nicht einfach hinein geschrieben? "Dies betrifft nicht die staatliche
Strafverfolgung", Punkt. Ein paar Wörter, das hätte genügt, wenn es denn so
gewesen wäre.
In früheren Zeiten konnte die Kirche nachträglich Urkunden
fälschen. Doch heute ist das nicht mehr so leicht möglich. Und noch
einmal anders gefragt: Wie hätte das z. B. für einen Zeugen auch
funktionieren sollen? Im innerkirchlichen Verfahren sei er zur
strengsten Geheimhaltung verpflichtet, gegenüber der Polizei und vor
Gericht soll er
aber gleichzeitig alles sagen, was er weiß. Oder:
Innerhalb der Kirche dürfe nichts weiter gesagt werden. Dem Staatsanwalt
jedoch solle alles gesagt werden.
Die Kirche soll uns nicht auch noch für
dumm verkaufen.
Vor ca. zwei Wochen sagten die deutschen Bischöfe noch sinngemäß, man
hoffe, dass der Vatikan ihrem Krisenmanagement folge. Damit bot man dem
Papst eine "Fluchttüre" an. Denn auch er und sein Bruder stecken mehr
oder weniger tief mit im Sumpf. Vor allem der Papst selbst, denn er musste
per Gesetz am meisten von den Verbrechen wissen. Und folglich kennt auch
er mehr Fälle, die noch nicht ans Tageslicht
gedrungen sind,
als andere Würdenträger. Die Öffentlichkeit darf sich von den rhetorisch
geschickten, aber heuchlerischen und egozentrischen Kirchenerklärungen nicht
täuschen lassen.
Schon wenige Wochen später beweist eine weitere Meldung
den rhetorischen Schachzug der Kirche, um die Menschen einmal mehr irre
zu leiten:
Selbstverständlich müsse nicht jedes Sex-Verbrechen von Priestern von
der Kirche an die Staatsanwaltschaft gemeldet werden, denn es bestehe ja
vom Staat her überhaupt keine Anzeigenpflicht ... Und in der Kirche
gilt unbestritten das päpstliche Geheimhaltungsgesetz. Womit wir wieder
am Anfang wären.
|
FORTSETZUNG HIER Wegen der unübersehbaren Fülle der Sex-Verbrechen und -Vergehen in der Kirche wird die Ausgabe Der Theologe Nr. 24a an dieser Stelle abgeschlossen. Die Fortsetzung lesen Sie in Der Theologe Nr. 43 (Schwarzbuch "Katholische Kirche") und Der Theologe Nr. 44 (Schwarzbuch "Evangelische Kirche"). |
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Der Text kann
wie folgt zitiert werden: Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 24 a: Sex-Verbrechen und -Vergehen in der Kirche, zit. nach http://www.theologe.de/sexuelle_vergehen.htm, Fassung vom 10.4.2010 |
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2 - Reinkarnation
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3 - Luther-Christus
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18 - Glaube der Kirche
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Thüringen ] [
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