DER THEOLOGE
Nr. 43
"Innen sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung"
Schwarzbuch Katholische Kirche
Der
Theologe Nr. 43
(Schwarzbuch
"Römisch-Katholische Kirche": "Innen sind sie voll Knochen, Schmutz und
Verwesung") und
Der Theologe Nr. 44
(Schwarzbuch "Evangelische Kirche": "Innen sind sie voller Totengebeine und
lauter Unrat") sind die Fortsetzung der drei Ausgaben
Der Theologe Nr. 24
(Die Kirche und die Hölle auf Erden), Der Theologe Nr. 24a
(Sex-Verbrechen und -Vergehen in der Kirche) und
Der Theologe Nr. 24b
(Verbrechen, Vergehen, Skandale und Verharmlosung von Grausamkeiten in der Kirche).
Der Hintergrund und die Entstehungsgeschichte dieser Studien sowie grundsätzliche Hinweise lesen Sie in
diesen
Ausgaben. Es geht vor allem darum, dass die Kirche sich nicht mehr "christlich"
nennt, um den Namen des Jesus, des Christus nicht mehr zu missbrauchen und in
den Schmutz zu ziehen. Denn weder die Lehre stimmt mit Christus überein
(siehe dazu Der Theologe Nr.
25) noch zigtausendfach das Tun. Vielmehr sind die Großkirchen und ihre
Amtsträger heute vergleichbar den Gegenspielern von Jesus von Nazareth vor ca.
2000 Jahren.
Die Titel der Theologen-Ausgaben stammen aus den Wehe-Rufen von Jesus von Nazareth über die
Theologen und Schriftgelehrten seiner Zeit (Matthäus 23, 27). Bei der
Ausgabe Nr. 43 über die römisch-katholische Kirche wurde die Übersetzung aus
der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung gewählt (siehe oben),
die in der katholischen Kirche verwendet wird, bei der Ausgabe Nr.
44 über die evangelischen Kirche die Übersetzung aus der Lutherbibel. Und
was bei den heutigen Theologen und Schriftgelehrten mehr und mehr ans Tageslicht
kommt, übertrifft vielfach die negativen Taten der Theologen zur Zeit von Jesus.
Die Meldungen werden im Folgenden nach Aktenzeichen aneinander gereiht, ohne
dass die zugrunde liegenden Sachverhalte nach Themen geordnet oder nach Schwere gewichtet
werden. Wir urteilen hier also nicht. Auch ist die Dokumentation nicht vollständig, sondern nur beispielhaft.
Die Dokumentation kann dabei sowohl Informationen über
kirchliche Amtsträger als auch über kirchliche Laien enthalten.
Inhaltsangabe
Nr. K 1 / 2010 -
Priester nach Sex-Missbrauch wieder zur Arbeit mit Kindern versetzt. Dort holte
er sich nächstes Opfer
Nr. K 2 / 2010 - Hölle
auf Erden: Zisterzienser zwangen Buben mit Schlägen, ihnen ihre abartigen
Wünsche zu erfüllen.
Mann hat Qualen durch Priester und Mönche
nicht verarbeitet: Selbstmord
Nr. K 3 / 2010 - Folter von Kindern im
katholischen Kinderheim im Schwarzwald
Nr. K 4 / 2010 -
Priester beichtet, wie er ein Kind missbrauchte
Nr. K 5 / 2010 - Sex Crimes and Vatican:
BBC-Dokumentation in Deutschland nicht ausgestrahlt; Verantwortung des Papstes
Nr. K 6 / 2010 -
Papst-Bruder warf mit Stühlen nach Sängern und ihm fiel vor Wut das Gebiss aus
dem Mund
Nr. K 7 / 2010 - Papst unglaubwürdig.
Er will als Erzbischof nichts von Einstellung eines Pädophilen
gewusst haben
Nr. K 8 / 2010 -
Exorzist der Diözese Rom gibt angesichts Kinderschändungen zu: Satan sei in den
Vatikan eingezogen
Nr. K 9 / 2010 -
Kinderschänder-Verbrechen von Priestern als Flächenbrand: 350 Opfer melden sich
in Niederlanden
Nr. K 10 / 2010 - Ordensgründer der katholischen
Legionäre Christi: Absolution für gemeinsam begangene Sex-Vergehen
Nr. K 11 / 2010 - Schweiz: 60
Kinderschändungen durch Priester, drei Priester aus Vechta, ein Priester aus
Münster beschuldigt
Nr. K 12 / 2010 -
"System der Angst" - Der furchtbare Prügel-Alltag bei den Regensburger
Domspatzen
Nr. K 13 / 2010 -
Trauung bei verurteiltem pädophilen Straftäter? Eklat bei der Messe in Bad Tölz
Nr. K 14 / 2010 -
Schweigender Papst "flüchtet"
in evangelische Kirche
Nr. K 15 / 2010 -
Kinderschändung durch Priester in
Stichworten
Nr. K 16 / 2012 -
Verurteilter
pädophiler Priester weiter in Gemeinde aktiv / Neue Vorwürfe
Nr. K 17 / 2010 -
Kinder wenden sich angewidert vom
Priester ab. Dennoch passierte lange nichts
Nr. K 18 / 2010 - "Wir ahnen noch gar nicht, wie es in
anderen Ländern aussieht"
Nr. K 19 / 2010 - Mehr Milde bei Vertuschung? /
Piusbruderschaft: Papst braucht sich nicht zu entschuldigen
Nr. K 20 / 2010 -
Woran wird ein Mensch gemessen? An schönen Gebeten oder an den Taten?
Nr. K 21 / 2010 -
Kardinal vertuschte Sex-Verbrechen, ermöglichte dadurch weitere Verbrechen und bleibt
im Amt
Nr. K 22 / 2010 -
Kirche in USA: Millionenzahlungen an Opfer
und weitgehende Straffreiheit für Priester-Verbrecher
Nr. K 23 / 2010 - Dr.
paedophil? Priester verführte Kinder zum Sex für seine "Doktorarbeit"
Nr. K 24 / 2010 -
"Freiwild": Katholische Priester fielen über blinde
Kinder her und missbrauchten sie
Nr. K 25 / 2010 - "Nach welchem Maß ihr messt" ...
Liebespaar in der Kirche muss 8.000 Euro zahlen
Nr. K 26 / 2010 -
Wiederholungstäter: Papst schwer belastet.
Unter seiner Verantwortung
Flehen des Psychiaters ignoriert
Nr. K 27 / 2010 - Kommentar: Doppelmoral und
Scheinheiligkeit: Schweigekartell auf der Basis der Kirchensteuer
Nr. K 28 / 2010 - Der einfache Mann muss in
Haft, der Priester und Bischof bekommt Bewährung oder Verjährung
Nr. K 29 / 2010 - Verzicht auf Anzeigen
wegen Opferschutz?
Nr. K 30 / 2010 - Papst am Pranger: Vatikan hebt
Verurteilung eines Kinderschänders durch Kirchengericht auf
Nr. K 31 / 2010 -
17fachen Kinderschänder nur in Ruhestand versetzt: Schwere Vorwürfe gegen
Bischof Zollitsch
Opfer wirft Erzdiözese Freiburg
Strafvereitelung vor
Nr. K 32 / 2010 - Priester missbraucht
200 gehörlose Kinder. Erzbischof schreit Opfer an, Papst ignoriert Briefe, Täter
straflos
Nr. K 33 / 2010 - Finanzskandale im Vatikan und
Verbindung zur Mafia
Nr. K 34 / 2010 - Der Theologe Hans Küng: Keiner wusste
mehr Bescheid als der Papst
Nr. K 35 / 2010 - Die geheimen Akten des Vatikan:
"Satan, öffne Dein Archiv!"
Nr. K 36 / 2010 - Kirchensprecher
fordert Rücktritt des Papstes / Papst spricht von "belanglosem Geschwätz"
Nr. K 37 / 2010 - Auch Sodomie und Schicksal von schwangeren
Nonnen untersuchen
Nr. K 38 / 2010 - Franziskaner in Würzburg: Mehrfacher
Kindsmissbrauch und die aktive Vertuschungspolitik der Kirche
Nr. K 39 / 2010 - Opfer- und
Zeugenschutzprogramm notwendig für Opfer, die heute noch im kirchlichen Dienst
stehen
Nr. K 40 / 2010 - Kinderschändung
durch Priester in Stichworten (Teil 2)
Nr. K 41 / 2010 - Strafsache Vatikan:
Missbrauchsopfer klagt Papst der Strafvereitelung und Falschaussage an
Nr. K 42 / 2010 - Verbrechen vertuscht, Anzeige
verschwunden - Pädophiler Priester durfte wieder Kinderchor gründen
Nr. K 43 / 2010 - Wachkoma-Patientin
im St. Bonifatius Altenzentrum der Diözese Speyer vergewaltigt - Opfer schwanger
Nr. K 44 / 2010 - Wer ist mit dem Teufel im Bunde?
Bischof Mixa oder fünf gequälte Opfer aus dem kirchlichen Heim
Nr. K 45 / 2010 - Pfarrerstochter Angela Merkel lobt
römisch-katholische Kirche
Nr. K 46 / 2010 - Immer
neue Vorwürfe gegen Bischof Mixa. Der Bischof gibt nichts zu, will aber für
seine Opfer "beten"
Nr. K 47 / 2010 - GRÜNEN-Politikerin Renate Künast
fordert unabhängige Aufklärung der Kinderschänder-Verbrechen
Nr. K 48 / 2010 -
Fürchterliches Klima der Angst und des Drucks" im konfessionellen
Religionsunterricht auf Staatskosten
Nr. K 49 / 2010 - Osterbotschaft
aus dem Vatikan: "Unbedeutendes Geschwätz" von wem?
Nr. K 50 / 2010 - Bistum Augsburg
verhöhnt erneut Opfer von Bischof Walter Mixa
Nr. K 51 / 2010 - Bischof Mixa hat zumindest nicht
alle Kinder geschlagen
Nr. K 52 / 2010 - Priester wegen Missbrauch
von Mädchen zu Bewährungsstrafe verurteilt
Nr. K 53 / 2010 - Die Hölle von Ettal: 14 perverse
Priester und der Abt quälten 100 Kinder
Nr. K 54 / 2010 - Papst
ließ Kinderschänder-Priester zwei Jahre lang weiter mit Kindern arbeiten
Nr. K 55 / 2010 - Die achte
eidesstattliche Versicherung über den prügelnden und sadistischen Augsburger
Bischof Mixa
Nr. K 56 / 2010 - Sänger der Gruppe BAP:
Hochwürden langte ihm immer wieder in die Hose
Nr. K 57 / 2010 - Dogmen, Riten und Doppelmoral:
Systemfehler Kirche
Nr. K 58 / 2010 - Bischof Mixa hat sich nach
Aussage eines Strafrechtlers "eindeutig einer Straftat schuldig gemacht"
Nr. K 59 / 2010 - Weiter keine
Anzeigepflicht bei Kinderschänder-Verbrechen bei Priestern: Kirche trickst
Öffentlichkeit aus
Nr. K 60 / 2010 - Bischof deckt
Schwerverbrecher im Talar - Höchstes Lob vom Papst für
Strafvereitelung
Nr. K 61 / 2010 - Klage von Generalvikar Gruber: Ihm wurde
Brief
diktiert, um Papst zu entlasten
Nr. K 62 / 2010 - "Unterstützung" der Diözese
Washington durch deutschen Priester: Sex mit vielen jungen Mädchen und Frauen
Nr. K 63 / 2010 - Bischof missbraucht
Jungen sexuell
Nr. K 64 / 2010 -
Weihbischof Bauer beschuldigt / Rücktritt von Bischof Heinrich Mussinghof aus
Aachen gefordert
Nr. K 65 / 2010 -
Weitere Vorwürfe gegen Bischof Walter Mixa
Nr. K 66 / 2010 - Scheinheiligkeit und Heuchelei in
der Kirche: Homosexualität von Amtsträgern abgelehnt und ausgelebt
Nr. K 67 / 2010 - Mafiaähnliche Vorgänge: Die
Geldwäsche von Bischof Mixa
Nr. K 68 / 2010 - Kinderschändung
durch Priester in Stichworten (Teil 3) / Im Blickpunkt: Würzburg
Nr. K 69 / 2010 - 26 Ministranten
von Priestern sexuell geschändet - 17 Millionen Dollar Schmerzensgeld
Nr. K 70 / 2010 - Vergewaltigung
eines Kindes während der Beichte. Offener Brief über die Praktiken eines
Priesters
Nr. K 71 / 2010 - Opfer-Vertreter durften beim Kirchentag
nicht aufs Podium
Nr. K 72 / 2010 - Erzbischof beschuldigt,
mehrere Sex-Beziehungen zu minderjährigen Mädchen unterhalten zu haben
Nr. K 73 / 2010 -
Bistum Würzburg: Sexuelle Gewalt durch Priester in
jüngerer Zeit
Nr. K 74 / 2010 -
"Beihilfe zum sexuellen Missbrauch":
Ermittlungsverfahren gegen Bischof Robert Zollitsch
Nr. K 75 / 2010 - Sex mit 17-Jährigem:
Homosexueller Pfarrer tritt Pfarrstelle in Stuttgart nicht an
Nr. K 76 / 2010 - Äbtissin
misshandelte Nonne zu Tode - Verbrechen wurde vertuscht - Furchtbare Zustände im Kloster
Nr. K 77 / 2010 - Katholischer Priester von Fritzlar verging
sich an 30 Ministranten. Er hat sein Treiben selbst fotografiert
Nr. K 78 / 2010 - Bischof Mixa:
Misshandlung Schutzbefohlener, schwere Körperverletzung / Mixa widerruft
Rücktrittsgesuch
Nr. K 79 / 2010 - Papst ignoriert
Wiedergutmachungsforderungen
Nr. K 80 / 2010 - 205
Kinderschänder-Verbrechen bei Jesuiten / Priester befriedigte sich bei Gewalt
gegen Kind
Nr. K 81 / 2010 -
Priester schlägt Demonstranten mit
Schild "Würden Sie Ihr Sparschwein einem Bischof anvertrauen?"
Nr. K 82 / 2010 - Bischof zu Priesteramtsanwärtern: "Meine
Lustmolche"
Nr. K 83 / 2010 - Benedikt XVI. rehabilitiert wegen Kuss-Attacken
zurück getretenen Bischof
Nr. K 84 / 2010 - Bischof Mixa:
Vergewaltigungen, ominöse Besuche, Zahlungen in zwielichtiges Milieu
Nr. K 85 / 2010 - Die "Hure Babylon" entlarvt sich Tag für
Tag: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Erzbischof wegen Korruption
Nr. K 86 / 2010 - Anklage gegen
renommierten Priester: Sexueller Missbrauch von zwölf schutzbefohlenen
Drogensüchtigen
Nr. K 87 / 2010 - Razzia bei belgischem Kardinal Godfried
Danneels / Auch geheimes Dutroux-Material gefunden
Nr. K 88 / 2010 - Verschleppungstaktik der Kirche in
Kloster Ettal? - "Den Opfern reicht´s"
Nr. K 89 / 2010 - Chefarzt wegen zweiter Ehe fristlos gekündigt.
Pädophile Verbrecher blieben jahrelang unbehelligt
Nr. K 90 / 2010 - Priester missbrauchte 23 Jahre
lang Kinder. Bischof Zollitsch vertuschte und stellte falsch dar
Nr. K 91 / 2010 - Bischof Müller: Rücktritt
von Bischof Mixa war "nicht gerechtfertigt"
Nr. K 92 / 2010 - Heuchelei: Vordergründig
Homosexualität verurteilt, nachts wilde Homosexuellen-Parties von Priestern
Nr. K 93 / 2010 - Dementierte Vaterschaften von
Priestern: Auch Bischof Mixa betroffen?
Nr. K 94 / 2010 - Geistlicher Bischöflicher Rat
verging sich mitten im Religionsunterricht an Grundschülerinnen
Nr. K 95 / 2010 - Serienvergewaltiger
von Kindern im Talar - Rücktritt von Bischöfen nicht angenommen
Nr. K 96 / 2010 - Katholischer Journalist wirft Kirche "Bunkermentalität" vor
und muss deshalb gehen / Schuld des Staates
Nr. K 97 / 2010 - Priester
vergewaltigt 14-Jährige und droht ihr mit "Gott" / Auch andere Frau vom
Geistlichen vergewaltigt
Nr. K 98 / 2010 - Zur sexuellen Erregung: Priester
bedrängte neunjähriges Kind und griff ihr unter Kleidung an die Brust
|
Die heftigen Auseinandersetzungen zwischen
Jesus, dem Christus und den Theologen (= den Schriftgelehrten) und
Priestern seiner Zeit eskalierten in der Hinrichtung des unerschrockenen
Mannes aus Nazareth. Immer wieder und solange er noch dazu in der Lage war,
warnte er die Bevölkerung vor seinen späteren Henkern. So heißt es z.B. im
Evangelium nach Markus: |
Nr. K 98 / 2010 -
Zur sexuellen Erregung: Priester bedrängte neunjähriges Kind und griff ihr
unter Kleidung an die Brust - Auch wenn das Interesse der Medien an den
Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern nachgelassen hat: die Aufdeckung der
Verbrechen selbst hat nicht nachgelassen und wir veröffentlichen hier auch nur
einen Bruchteil der Berichte. So schreibt die Abendzeitung über einen der
Priester aus dem Bistum von Bischof Walter Mixa, der seine
Seminaristen u. a. als "Lustmolche" bezeichnet hat: "Dem 55-jährigen Mann
aus dem südlichen Landkreis [Augsburg] wird zur Last gelegt, im Frühjahr 2002 einer anfangs
neun Jahre alten Schülerin seines Religionsunterrichts in drei Fällen unter ihre
Kleider und an die Brust gegriffen zu haben, wie das Amtsgericht am Donnerstag
mitteilte. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann das Kind gestreichelt, um sich
sexuell zu erregen" (26.8.2010). Einem Kollege, einem Geistlicher
Bischöflichen Rat aus dem Bistum Regensburg ging der pädophile Trieb
sogar mitten im staatlich finanzierten
katholischen Religionsunterricht durch, und er rieb sich z. B. an
sechsjährigen Mädchen.
Nr. K 97 / 2010 - Priester
aus Spelle vergewaltigte 14-jähriges gläubiges Mädchen und drohte ihr mit "Gott",
wenn sie sich wehrt / Auch noch weiteres Opfer des Hochwürden - Focus
online schreibt u. a.: "Laut Anklage vergewaltigte der Kaplan das Mädchen in
der Dienstwohnung, die ihm die katholische Kirche in Haren zugewiesen hatte. Bei
der ersten Tat habe der Geistliche die tiefgläubige und sexuell unerfahrene
14-Jährige festgehalten und so ihren Widerstand gebrochen, sagte
Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. Auch bei der zweiten Tat habe er das
Mädchen fest- und ihr den Mund zugehalten. Zudem habe er ihr für den Fall der
Weigerung Nachteile in ihrer Stellung vor Gott angedroht. Nach Angaben des
Opfers folgte den Vergewaltigungen eine drei Jahre dauernde sexuelle und
gewaltbetonte Beziehung. Diese sei von dem Mädchen wohl wegen der als
charismatisch empfundenen Ausstrahlung und aufgrund eines spirituellen
Abhängigkeitsverhältnisses ertragen worden, sagte der Oberstaatsanwalt Retemeyer
... Gegen den 50-Jährigen ist bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück noch ein
zweites Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung anhängig. Eine seinerzeit
23-jährige Frau solle im April und Mai 1995 ebenfalls mehrfach Opfer des
Geistlichen geworden sein, sagte Retemeyer." Ein großer Teil der Verbrechen ist
"wie immer" verjährt (24.8.2010). Nach Informationen aus Kirchenkreises
hatten die Vergewaltigungen jedoch keine Auswirkungen auf die "Wirksamkeit" der
Oblate, die der Priester nach den Verbrechen angeblich in den "Leib Christi"
"verwandelt" habe.
Nr. K 96 / 2010 -
Katholischer Journalist wirft Kirche "Bunkermentalität"
vor und muss deshalb gehen / Die Schuld des Staates: Er pumpt Milliarden über
Milliarden in dieses System ein - Die Frankfurter Rundschau
schreibt am 17.8.2010: "Da laufen die katholischen Bischöfe
seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle im Büßerhemd herum und reden über
Aufklärung und Ursachenforschung. Doch wenn ein Untergebener aus den eigenen
Reihen einmal Klartext redet, dann fliegt er raus. Ein katholisches Trauerspiel.
Bunkermentalität hat der
inzwischen abgelöste Leiter der katholischen Journalistenschule, Michael Broch,
der Kirche vorgeworfen − und sich dafür später entschuldigt. Das hätte er nicht
tun müssen. Denn der Rauswurf Brochs ist der Beleg für genau dies:
Bunkermentalität. Abschotten, zusammenhalten und warten, bis der Sturm vorüber
ist. Wer da nicht mitmacht, gehört nicht dazu. Das scheint das Credo der
Kirchenfürsten zu sein, die den kritischen Schulleiter in die Wüste geschickt
haben. Sie haben bewiesen, dass ihnen an Diskussionen nicht gelegen ist, an
Reformen schon gar nicht."
Die Schuld daran trägt maßgeblich der Staat: Er pumpt Jahr für Jahr
Milliarden über Milliarden von Euros aus dem allgemeinen Steueraufkommen in
dieses System und Milieu hinein und hält es so am Laufen. Siehe dazu
Der Theologe Nr. 46.
Nr. 95 / 2010 -
Serienvergewaltiger im Talar: Priester
vergewaltigt alle 14 Tage ein Kind oder einen Schutzbefohlenen, 25 Jahre lang /
Anderer Priester missbrauchte über 100 Kinder / Papst lehnt Rückritt von wegen
Verbrechensvertuschung angeklagten Bischöfen ab - 14.500 Opfer von
pädophilen Priestern und anderen kirchlichen Amtsträgern und Mitarbeiter wurden
in Irland bekannt. Bischöfe vertuschten jahrzehntelang Vergewaltigungen und
Misshandlungen von Kindern durch Priester. Zwei Bischöfe boten nun im Dezember
2009 ihren Rücktritt an, doch der Papst lässt sie mit "veränderten
Zuständigkeiten" im Amt. Zu den gedeckten Verbrechern gehört ein Priester, der
ca. alle 14 Tage eine Vergewaltigung einräumte, 25 Jahre lang. Ein anderer
katholischer Priester, der gedeckt wurde, gab nun zu "mehr als hundert Kinder
missbraucht zu haben"
(AFP, 16.8.2010;
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5joq6JrKG4I6ZoTEPa85ekucaMfUw).
Nr. K 94 / 2010 -
Geistlicher Bischöflicher Rat verging sich im Religionsunterricht an
Grundschülerinnen - Die Mädchen waren sechs, sieben, acht oder neun Jahre
alt, als der Geistliche Bischöfliche Rat aus der Diözese Regensburg mitten im
Katholischen Religionsunterricht sich im sexuellen Rausch unter der Kleidung der
Mädchen zu schaffen machte. Jetzt wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/selb/art2457,1314025).
Nr. K 93 / 2010 - Vaterglück kann etwas
Wunderschönes sein. Nicht jedoch für heuchlerische katholische Priester, die
ihre Vaterschaften vielfach dementieren, um den Gläubigen gegenüber den
"heiligen" Schein zu wahren.
Mittlerweile haben zwei Männer
dementiert, heimliche leibliche Söhne von Bischof Walter Mixa zu sein, der
verschiedenen Erzählungen und Berichten zufolge (siehe z. B.
unten) demzufolge in beide Richtungen
einer Bisexualität tätig geworden wäre. Die
Abendzeitung deutet am 13.8.2010 bereits an, dass in der Bevölkerung sogar von
noch mehr leiblichen Söhnen die Rede ist: http://www.abendzeitung.de/bayern/205385.
Mit DNA-Tests könnten die Berichte ja leicht aus der Welt geschafft werden,
falls sie nicht stimmen sollten.
Nr. K 92 / 2010 -
Heuchelei: Vordergründig Homosexualität
verurteilt, nachts wilde Homosexuellen-Parties von Priestern - Das
italienische Magazin Panorama machte drei Wochen lang Filmaufnahmen in
Schwulen-Clubs, wo Priester männliche Vergnügunges- und Sex-Begleiter (so
genannten "Escorts") buchten und mit ihnen "wilde Nächte" abfeierten (z. B.
shortnews.de, 23.7.2010). Am nächsten Tag haben sie dann wieder angeblich
Oblaten in den Leib Christi verwandelt. Die Heuchelei und Scheinheiligkeit
besteht darin, dass die Kirche Homosexualität verurteilt, während aber nach
Expertenangaben ca. 60 % der Priester im Vatikan homosexuell sind
(siehe z. B.
http://www.das-weisse-pferd.com/02_06/sexualverbrechen_von_priestern.html).
Für viele Homosexuelle oder homosexuelle Pädophile erscheint "Katholischer
Priester" offenbar als Traumberuf, weil sie kein Problem mit dem Zwangszölibat
haben und im Beruf leichter wie jeder andere an Kinder heran kommen.
Mehr dazu siehe hier: Ausgelebte Homosexualität - In der Kirche geht
es drunter und drüber,
http://www.theologe.de/2009-1.htm#Homosexualitaet
Nr. K 91 /
2010 - Nach Tausenden von Seelenmorden an Kindern: Kirche wieder ganz oben
auf dem hohen Ross: Bischof Ludwig Müller: Rücktritt von Bischof Walter Mixa war "nicht
gerechtfertigt". "Es habe sich um ´öffentlich inszenierte Kritik` gehandelt.
Nun stelle sich heraus, ´dass die Vorwürfe gar nicht so gravierend sind`... ´Das
relativiert andere Vorwürfe`, sagte Müller" (abendzeitung.de, 3.8.2010).
Mehr zu Bischof Mixa, der jetzt eine fürstliche Staatspension von über 7.000
Euro erhält, z. B. unter K 84 ,
K 82, K 78,
K 67, K 66,
K 65, K 58,
K 55, K
51, K 50,
K 46, K 44.
Liebe Leserin, liebe Leser! Lesen Sie alles noch einmal
genau nach, wenn Sie möchten. Wenn das alles nach Bischof Ludwig Müller also gar "nicht so
gravierend" sei und der Rücktritt von Bischof Walter Mixa "nicht gerechtfertigt"
gewesen sei, wie mag es dann wohl im Bistum von Bischof Ludwig Müller und in anderen
Bistümern hinter den Kulissen zugehen? Die nächste
Enthüllung erfolgte bereits wenige Tage nach
diesen Aussagen Bischof Müllers.
Zur Erinnerung: Im Jahr 2007 wurde Bischof Ludwig Müller vom
Pfarrgemeinderat in Riekofen die Verantwortung für ein "grausames Experiment
mit der Seele unserer Kinder" vorgehalten. Bischof Ludwig Müller hatte einen
wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestraften Priester gezielt wieder im
Gemeindedienst eingesetzt - ohne über dessen Neigungen und Verbrechen zu
informieren. Die Folge: Der Priester verging sich im Dienst wieder an
Kindern. Der Bischof, der gegen die ohnehin laxen Leitlinien für den Umgang mit
Verbrechern im Pfarrertalar auch noch verstoßen hatte, bedauerte damals nichts
und wurde auch nie zur Verantwortung gezogen. Mehr dazu unter
http://theologe.de/kirche_hoelle.htm#Priester_verhaftet
PS: Bischof
Ludwig Müller wurde jetzt auf Kosten des Staates für 100.000 Euro Umbaukosten ins
Zentrum des Regensburger Doms gesetzt, damit man ihn besser sehen kann.
Nr. K 90 / 2010 - Priester schändete 23
Jahre lang Kinder - Bischof Robert Zollitsch vertuschte und stellte falsch dar. Wie
lange kann sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz noch ans Amt
klammern?
Mehr dazu bei
http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauchsskandal-grenzen-der-aufklaerung-1.977090
Nr. K 89 / 2010 - Pädophile Schwerverbrecher wurden
in der Vergangenheit nur versetzt. Doch Chefarzt wird in einem katholischem
Krankenhaus gekündigt. Der Grund: Er hat das zweite Mal geheiratet. Doch diese
Institution wird zu 100 % vom Staat bezahlt. Sind zölibatäre Priester nicht die
schlimmeren Ehebrecher? - In Düsseldorf hat ein Arzt nach seiner Scheidung
ein zweites Mal geheiratet, bevor ein kirchliches Gericht über die
"Annullierung" seiner ersten aus kirchlicher Sicht entschieden hatte. Das
Verfahren lief noch. Daraufhin wurde der Chefarzt von den zölibatären "Herren der
Kirche" und ihren Helfershelfern fristlos gekündigt. Er habe "gegen die katholische
Glaubens- und Sittenlehre verstoßen, argumentiert sein Arbeitgeber, der
kirchliche Träger der Klinik" (bild.de, 29.6.2010). Ob er wirklich etwas
Schlimmes getan hat, was natürlich eine wichtige Frage wäre, ist für die
Kirchenverantwortlichen in diesem Zusammenhang jedoch unbedeutend. Und diese
schämen sich auch nicht, sich ihr Krankenhaus zu 100 % vom Staat bezahlen zu
lassen. Und die Politiker geben unser aller Geld dafür aus, solche Einrichtungen
zu bezahlen und sie zu unterstützen. Damit verantwortet der Staat auch die
fanatische Personalpolitik der zölibatären Hardliner anstatt die Sorge für die
kranken Menschen in eigener Regie zu verantworten. Wenn die Kirche ihre Häuser
selbst bezahlt, mag sie dort beim Personal ja wüten, wie sie will. Dann sind nur
die Mitglieder der Kirche dafür verantwortlich. Wenn der Staat jedoch der Kirche
alles Geld zusteckt, dann darf er sich die Personalpolitik nicht von den Mixas
und seinesgleichen diktieren lassen.
Zudem: Was sich hinter den festlichen Gewändern derer verbirgt, die
offiziell nicht gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre verstoßen, das
kommt oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten ans Tageslicht.
Mose und Jesus von Nazareth lehrten zwar zurecht das Gebot: "Du sollst nicht
ehebrechen." Doch wird nicht von jedem Priester verlangt, in seinem Leben mit
der Ehe zu brechen, indem sie ihm verboten wird? Mit den öffentlich
immer mehr bekannten Folgen. Von ihren Priestern (die Jesus niemals wollte)
verlangt also die Kirche, die Ehe zu brechen, und die sexuellen Ausschreitungen
dieser Ehebrecher wurden in der Kirche seit Jahrhunderten vertuscht, was das
Zeug hält. Bei einem Arzt jedoch greift man rigoros durch, ohne offenbar den
Einzelfall genau zu prüfen, dem möglicherweise ein friedliches Auseinandergehen
nach der ersten Ehe und ein Neuanfang auf hohem sittlichen Niveau zugrunde
liegen könnte. Viele Opfer pädophiler Priester haben sich im Gegensatz dazu
umgebracht oder sind bis heute seelisch zerstört.
Hätte sich der Chefarzt, anstatt erneut zu heiraten, auf das Parkett der
Verheimlichungen, Vertuschungen und Lügen begeben, auf dem die Priester sich so
gewandt bewegen, hätte er sicher seinen Arbeitsplatz behalten. Insider berichten
z. B. anonym und sehr detailliert von einem verdeckten Finanzsystem zur
Finanzierung von geheimen Priester- und Bischofskindern. Zu dieser Handhabung
der Sittenlehre passt natürlich ein normaler Ehemann, der ganz öffentlich eine
zweite Ehe wagt, nicht dazu.
Aktualisierung: Das
Landesarbeitsgericht Düsseldorf erklärte nun die Kündigung durch das Erzbistum
Köln für unwirksam. Das "Selbstbestimmungsrecht der Kirche" "dürfe nicht dazu
führen, dass ´weltliche Rechte der Beschäftigten völlig ignoriert` werden. Auch
Kirchen müssten Rechtsregeln beachten und dürften nicht willkürlich gegen ihre
Mitarbeiter vorgehen". Außerdem wurde von den Kirchenführern der "Grundsatz der
Verhältnismäßigkeit" missachtet (evangelisch.de, 1.7.2010). Dazu die
Überlegung: Waren die Scheiterhaufen verhältnismäßig? Und hat sich die Kirche
wirklich geändert oder nur veränderten Zeitumständen notgedrungen angepasst?
Das Erzbistum Köln plant nun die Revision vor dem Bundesarbeitsgericht, um den
angesehenen Mitarbeiter wegen seiner vor dem Standesamt geschlossenen Ehe
dennoch feuern zu können.
Nr. K 88 / 2010 -
Verschleppungstaktik der Kirche in Kloster Ettal? - "Den Opfern reicht´s"
- So die Überschrift bei abendzeitung.de (24.6.2010). Die Abendzeitung weist
auch auf die neue Homepage der Opfer hin:
http://www.ettaler-missbrauchsopfer.de
Nr. K 87 / 2010 - Razzia
bei belgischem Kardinal Godfried Danneels - Es habe Vorwürfe des
Kindesmissbrauchs gegen mehrere Mitglieder der Kirche gegeben, teilte die
Staatsanwaltschaft mit (http://www.n24.de/news/newsitem_6151029.html).
Dann die Sensation: "Es seien auch Unterlagen zum Fall des Kinderschänders
Marc Dutroux gefunden worden ... Darunter Aufnahmen von der Leichenschau
[von ermordeten Mädchen], die allein für die Justiz bestimmt waren"
(Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 28, 11.7.2010). Man ging seit jeher davon
aus, dass Dutroux kein Einzeltäter war.
Nr.
K 86 / 2010 - Anklage gegen renommierten Priester: Sexueller Missbrauch von
zwölf schutzbefohlenen Drogensüchtigen. Der heute 85-Jährige Pierino Gelmini
soll bis 2004 zwölf Hilfe suchende drogensüchtige Männer sexuell missbraucht
haben. Gelmini gründete 1963 die bekannte katholische
Drogen-Rehabilitations-Einrichtung Comunita Incontro, die heute weltweit über
200 Einrichtungen betreibt. Gelmini ist nicht mehr im Dienst
(http://de.news.yahoo.com/1/20100618/twl-einflussreicher-ex-priester-wegen-se-aa48a9e.html).
Nr. K 85 / 2010 - Die
"Hure Babylon" entlarvt sich Tag für Tag: Staatsanwaltschaft
ermittelt gegen den Erzbischof von Neapel, Cresencio Sepe, wegen Korruption.
http://de.news.yahoo.com/1/20100620/twl-erzbischof-von-neapel-in-korruptions-8b73c05.html
Mehr über die Hure Babylon in Der Theologe Nr. 41.
Nr. K 84 / 2010 -
Nächtliche Ministrantenbesuche bei Bischof
Mixa? / Zahlungen in ein spezielles Milieu durch Bischof Mixa / Zwei Opfer sagen
aus: Offenbar Vergewaltigung
von Minderjährigen durch Stadtpfarrer Mixa / Bischof offenbar schwer
alkoholsüchtig / Wird er jetzt in den Vatikan befördert? - Die Frankfurter
Allgemeine bringt neue Details aus dem bizarr-kriminellen Leben des Bischofs ans
Tageslicht. So wurde auch noch einmal an das mutmaßliche Opfer eines sexuellen
Missbrauchs hingewiesen, ein "Dom-Ministrant in Eichstätt und Mitglied eines von
Mixa 1998 ins Leben gerufenen ´Interessentenkreises für Glaubens- und
Lebensfragen`". Dieser war z. B. "zu Stunden im Bischofshaus, in denen sich
fremde männliche Personen dort nicht mehr aufhalten sollten. In Eichstätt war
das nicht unbemerkt geblieben." Weiteres aus dem Leben des Bischofs: "Nicht
erklärbar waren indes die durch die Aufdeckung finanzieller Unregelmäßigkeiten
in dem Schrobenhausener Kinderheim ans Licht gekommenen Zahlungen an eine in Rom
lebende Person, die in einem Milieu verkehrte, mit dem man einen Bischof nicht
in Verbindung bringen sollte. Und noch etwas trat hinzu: Zwei Priester, einer
aus dem Bistum Eichstätt, ein anderer aus dem Bistum Augsburg, hatten sich
unabhängig voneinander genau bezeichneten Personen offenbart und von
homosexuellen Übergriffen (´weiche Vergewaltigung`) [durch Mixa] berichtet, die ihnen Mitte
der neunziger Jahre gegen ihren Willen, jedoch in einem Zustand emotionaler
Abhängigkeit, angetan worden seien. Die Schilderungen waren präzise bis hin zu
dem Detail, dass der damalige Stadtpfarrer am Morgen danach erst zur Beichte
ging, ehe er wieder die Messe zelebrierte."
Mit anderen Worten: Die beiden
Jungen, die später den Priesterberuf wählten, wurden demnach in ihrer Jugend vom
damaligen Stadtpfarrer Mixa missbraucht. Dies sind eindeutige Unterlagen mit
dem "Hinweis auf mutmaßlichen sexuellen Missbrauch eines zur Tatzeit womöglich
Minderjährigen" (faz.net, 20.6.2010). Doch das ist längst nicht
alles aus diesem Bischofsleben. Auch de.news.yahoo.com schreibt:
"Vielmehr habe der Papst bereits über die päpstliche Nuntiatur in Berlin
zahlreiche andere Vorwürfe gegen Mixa zugeleitet bekommen" (20.6.2010).
Zudem berichten Menschen aus dem Umfeld des Bischofs, dass er "über den Tag
verteilt" immer wieder "Wein und hochprozentige Alkoholika" trinkt
(sueddeutsche.de, 20.6.2010), also demnach mit einem hohen
Daueralkoholpegel die alltäglichen Dinge verrichtet. Dazu würde das Suchtbild
eines so genannten "Spiegeltrinkers" passen, wozu auch gehört, dass z. B. die
nächtlichen Entzugserscheinungen gleich nach dem Aufstehen mit neuem Alkohol
angegangen werden.
Laut römisch-katholischer Lehre empfängt jeder Bischof die "Fülle des
Weihesakraments", wodurch er angeblich zum "Stellvertreter Christi" auf Erden
wird (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1560). Dies wird nach
römisch-katholischer Lehre auch nicht gemindert, wenn ein Bischof pro Tag die
Fülle einer Schnapsflasche leeren würde.
Eine Chance auf eine Beförderung in der Kirche in
ein anderes hohes Amt durch den
Papst hat er vielleicht dennoch. Auch Erzbischof
Juliusz Paetz, der Priesteramtskandidaten gegen deren Willen küsste und
unsittlich anfasste, wurde ja rehabilitiert. Mixa könnte z. B. versprechen: "Ich schlage
keine Kinder mehr, bis ihnen das Trommelfell platzt, ich lüge nicht mehr, ich
praktiziere keine "weichen Vergewaltigungen" mehr und bezeichne die Jungpriester nicht mehr als
Lustmolche, ich veruntreue keine Gelder mehr, ich schmuggle keine Schwarzgelder
mehr und sitze nicht mehr betrunken auf Bischofskonferenzen, ich nehme meine
Umgebung nicht mehr gestört wahr, sondern richtig, ich ziehe mir keine Hörigen
und Abhängigen mehr heran, die ich dann massiv begünstige, ich überweise keine
Gelder mehr in Bereiche, womit ein Bischof nichts zu tun haben
sollte, ich versuche nicht mehr, mit einem Schlagstock aus Kindern Teufel auszutreiben
und ich tue auch das viele andere nicht mehr, was in der Geheim-Akte
steht, damit ich die zehntausend Euro monatliches Staatsgehalt auch genießen
kann. Und wenn es mir nicht gelingt, gehe ich
immer sofort zur Beichte und hole mir die Absolution."
Eine vergleichbare Erklärung würde Bischof Walter Mixa auch für ein neues Amt im Vatikan
qualifizieren. So schreibt die Frankfurter Rundschau: "Eher ... könnte
der Papst Mixa nach Rom holen und ihm dort ein hohes Amt geben. So geschehen
im Fall des früheren Erzbischofs von Boston. Nachdem Bernard Francis Law wegen
der Vertuschung von Missbrauchsfällen unhaltbar geworden war, machte ihn der
damalige Papst Johannes Paul II. im Jahr 2004 zum Erzpriester der Kirche Santa
Maria Maggiore, einer der wichtigsten Basiliken von Rom" (fr-online.de,
21.6.2010).
Und nachdem Bischof Mixa jetzt im Streit mit seiner Diözese notgedrungen
nachgeben musste, steigen
seine Chancen auf einen Posten in Rom. Noch unmittelbar vor seinem Einlenken hat
er den Papst um ein "neues Bistum" gebeten, in dem er wieder als Bischof
residieren könne (bild.de, 26.6.2010). Mixa war auch oberster
Militärbischof für die Bundeswehr und verantwortlich für die katholische
Betreuung der Soldaten in Afghanistan.
Nr. K 83 / 2010 - Benedikt XVI. rehabilitiert
wegen sexueller Belästigungen zurück getretenen Erzbischof - Überraschend
setzt der Papst ein neues Zeichen für die Kirche: Über Jahre hinweg hatte
Erzbischof Juliusz Paetz junge Männner im Priesterseminar und Priester sexuell
belästigt und z. B. mit Kuss-Attacken angegangen. Viele angehende Priester
berichten, "der Bischof habe sie unsittlich berührt, zweideutige Küsse
verteilt und anzügliche Bemerkungen gemacht". missbraucht. Aus diesem Grund
war er 2002 zurück getreten. Jetzt hat ihn Papst Benedikt XVI. jedoch voll
rehabilitiert und ihm alle seine Rechte wieder verliehen. Die Bevölkerung in
Polen ist entsetzt (http://www.tagesschau.de/ausland/polen332.html), die
kirchliche Begnadigung des sexuellen Gewalttäters und Erzbischofs füllt die
Schlagzeilen in Polen. Es ist jedoch nur ein Gerücht, dass ihm in Zukunft der
deutsche Bischof Walter Mixa als Amtsbruder zur Seite stehen und ihn beobachten
soll.
Nr. K 82 / 2010 -
Bischof zu Priesteramtsanwärtern: "Meine Lustmolche"
/ Bischof Mixa bittet um "Liebe" des Jungpriesters - Bischof Mixa,
der durch seine Priester- und Bischofsweihe mit einem einzigartigen katholischen
"character indelebilis" (= "unzerstörbarer Charakter") ausgezeichnet ist, hat
den Priesternachwuchs mehrfach als "meine Lustmolche" angesprochen. Auch
berichtet ein Jungpriester von unangenehmen Berührungen durch den Bischof (bild.de, 19.6.2010).
Augen- und Ohrenzeugen bekamen zudem folgenden Dialog zwischen Bischof Walter
Mixa und einem Jungpriester mit:
Bischof Mixa: "Bleib hier, ich brauche deine Liebe."
Jungpriester: "Ich bin doch nicht schwul."
Bischof Mixa: "Ich doch auch nicht."
Jungpriester: "Und was war gestern abend?" (bild.de, 21.6.2010)
Nr. K 81 / 2010 - Priester
schlägt Demonstranten mit Schild "Würden Sie Ihr Sparschwein einem
katholischen Bischof anvertrauen?" - Mehr dazu unter der Überschrift Das
Bodenpersonal wird handgreiflich bei
http://www.sueddeutsche.de/85R387/3367356/Das-Bodenpersonal-wird-handgreiflich.html
Nr. K 80
/ 2010 - Der Abschlussbericht der Missbrauchs-Beauftragten der Jesuiten, Ursula
Raue, enthält 205 Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern in den
Jesuiten-Einrichtungen. Körperliche Gewalt war dabei teilweise ein Aspekt
sexueller Gewalt von Priestern gegen Kinder und Jugendliche: "Mehrere
Ordensleute schlugen die ihnen anvertrauten Kinder brutal. Dabei sei häufig ein
´sexueller Aspekt` dabei gewesen, sagte Raue. ´Er (der Täter) hat gestöhnt, und
es hat komisch gerochen`" (focus.de, 27.5.2010).
Nr. K 79 / 2010 -
Kinderschänder-Verbrechen: Papst umgeht Wurzeln
des Problems und ignoriert Wiedergutmachungs-Forderungen / Kirche stützt sich
auf Verjährung, doch im Geist gibt es keine Verjährung - Zwar bat der Papst
in allgemeiner Form und nach langer Wartezeit die Opfer von
Kinderschänder-Verbrechen in Deutschland um "Vergebung" und versprach, alles tun
zu wollen, "um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen"
(spiegel.de, 11.6.2010). Doch richtig weh tut der Kirche diese Erklärung
nicht, denn weder werden irgendwelche einschneidenden Maßnahmen getroffen noch
Schmerzensgeldforderungen in Milliardenhöhe anerkannt. Stattdessen versuchte der
Papst einmal mehr, das "System Kirche" zu verteidigen. Denn durch den Priester
würde angeblich Gott "durch alle menschliche Schwachheit hindurch seine Liebe in
dieser Welt praktisch werden" lassen – ein nachträglicher Hohn für die von
Priestern missbrauchten Opfer, die durch die Verbrechen auch das Vertrauen in
Gott verloren haben. Und ein Hohn auf Gott, der niemals Priester einsetzte, um
"Liebe praktisch werden zu lassen." Alle Christen sollten Gott, den Nächsten und
sich selbst lieben, wozu es keine gut bezahlten Priester braucht. Und Teil
dieser Liebe ist auch die echte Reue gegenüber den eigenen Untaten, die voraus
setzt, dass einem der Schmerz der Opfer auch selbst schmerzt. Ob die Opfer der
Kirche und den Priestern nun auf dieses Papstwort hin vergeben, ist fraglich.
Damit tatsächlich Vergebung erfolgt, ist es jedoch notwendig, dass alle Opfer
den Tätern vergeben. Die kirchliche Beichtsakrament ist dabei völlig nutzlos und
wiegt die Täter in falsche Sicherheit. Denn die Menschen müssen sich
untereinander vergeben, wofür es keinen Priester braucht.
Auch stützen sich der Vatikan und die katholische Kirche in Deutschland auf die
Verjährung unzähliger Verbrechen durch Priester und lehnen damit in unzähligen
Fällen auch Wiedergutmachungszahlungen ab. Doch im Geist Gottes gibt es keine
Verjährung.
Nr. K
78 / 2010 - Der vom Freistaat Bayern bezahlte Bischof Walter Mixa greift nun
andere Kirchenobere an, dass sie einen Missbrauchsvorwurf Dritter gegen ihn (den das
Opfer oder vermeintliche Opfer jedoch dementiert) in diesem Fall einmal
ausnahmsweise gleich an die
Staatsanwaltschaft weiter gaben (Welt am Sonntag, 13.6.2010) - obwohl es
noch viele andere Anschuldigungen aus
Schrobenhausen und Umgebung gibt, über die noch gar nicht in der Öffentlichkeit
berichtet wurde. "Nicht zuletzt zum Schutz von Bischof emeritus Mixa sehen wir
davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten", so der Sprecher der bayerischen
Bischofskonferenz Berhard Kellner (spiegel.de, 16.6.2010). Öffentlich sind jedoch bereits
die Misshandlungen von Kindern: "Die
Taten erfüllten unter anderem den Tatbestand der schweren Körperverletzung und
der Misshandlung Schutzbefohlener, seien aber verjährt" (bild.de,
12.6.2010). Außerdem: "Seit April steht
Mixa unter Verdacht, als Kuratoriumsvorsitzender des Kinderheims Schrobenhausen
für mehrere Veruntreuungen verantwortlich zu sein"
(sueddeutsche.de, 14.6.2010).
Am 13.6.2010 dann ein weiterer Paukenschlag, der an frühere mittelalterliche Machtkämpfe
in der Kirche erinnert: Bischof Walter Mixa zog mit juristischer
Unterstützung wieder in den Bischofspalais in Augsburg ein (spiegel.de, 14.6.2010).
Offenbar putschte sich Walter Mixa zurück auf den Bischofsstuhl
und versucht, aus dem Bischofspalais heraus seine Anhänger erneut zu mobilisieren.
Kath.net schreibt: "Bischof Mixa
kämpft um seine völlige Rehabilitierung und bittet um die Rücknahme der
Resignation, um wieder Bischof von Augsburg zu werden" (14.6.2010). Bischof Mixa
dazu selbst:
"Der Druck, unter dem ich die vorgefertigte Resignation unterschrieben habe,
war wie ein Fegefeuer. Drei Tage später habe ich sie in einem Schreiben an den
Papst widerrufen" (welt.de, 16.6.2010).
Das Rücktrittsgesuch sei ihm also aufgenötigt wurden und sei deshalb unwirksam.
Vor dem Päpstlichen Gerichtshof in Rom müsse neu entschieden werden.
Zwischenzeitlich handelt Mixa nach dem Grundsatz: "Derjenige ist der Bischof, der auf dem
Stuhl des Bischofs sitzt", und er meldet auf diese Weise erneut seinen
unmissverständlichen Anspruch
auf diesen vom Freistaat Bayern hoch bezahlten (B 10) kirchlichen Spitzenposten an.
Gegenüber den anderen katholischen Hierarchen in Augsburg, die er zuletzt massiv
kritisierte, würde er in den Messen im Augsburger Dom keinen Groll empfinden.
Man darf gespannt sein, wie der Papst entscheidet, oder ob Benedikt XVI. den
Konflikt aussitzt.
Nr. K 77 / 2010 - In
Nordhessen platzte für die Kirche die nächste Bombe: Der Pfarrer von
Fritzlar hatte von 1994-2001 insgesamt 11 Ministranten mehrfach missbraucht. Bei der
Festnahme des Würdenträgers wurde umfangreiches Beweismaterial sicher gestellt,
da der Amtsträger selbst einschlägige Fotos seines verbrecherischen Treibens
machte. So machte er u. a. kinderpornografische Aufnahmen von Mininstranten
unter der Dusche (bild.de, 16.6.2010). Der pädophile "Massentäter" unterrichtete auch Katholische Religionslehre an
der katholischen Privatschule der Ursulinen, wo es ja auch um den Umgang des
Katholiken mit Sex geht. Anscheinend hatte sich der Täter jedoch auf Schändung
und kinderpornografischer Darstellung
von Ministranten spezialisiert und verging sich nicht an Schülern, die keine
Ministranten waren.
Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,700203,00.html
Die entlarvten Kinderschänder-Verbrechen sind nach wie vor offenbar erst die
Spitze eines Eisbergs.
Und die Kirche sträubt sich weiter gegen einen Wiedergutmachungs-Fonds.
Deshalb unser Vorschlag: Die jährlichen Staatsmilliarden für Bischofsgehälter,
Kirchenrenovierungen, Priesterausbildung gehen in diesem Jahr komplett an die
Opfer. Und im nächsten Jahr werden sie endlich gestrichen, wie es die Weimarer
Reichsverfassung seit 1919 und das Deutsche Grundgesetz seit 1949 fordern.
Nr. K
76 / 2010 - Katholische Äbtissin misshandelte Nonne zu Tode und ließ sie
erfrieren / Verbrechen wurde auf Anweisung der Täterin vertuscht -
Furchtbare Zustände in einem Zisterzienser-Kloster in Dänemark: Andere Nonnen wurden von der
Äbtissin Mutter Theresa, die in Deutschland aufgewachsen ist, geschlagen. Siehe
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,699755,00.html
"Der Vatikan griff nicht ein". Neue grausame Details nun unter:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,700018,00.html
Man könnte es als Mord deuten. Die ältere pflegebedürftige Nonne habe
die Äbtissin beim Gebet gestört. Darauf hin wurde sie von Mutter Theresa, nur
mit Nachthemd bekleidet, bei klirrender Kälte aus dem Klostergebäude geworfen.
Spiegel online schreibt über den Todeskampf der alten Frau: "´Eine
Weile hämmerte die Nonne verzweifelt an die Tür und schrie, weil sie Panik hatte
und ins Warme wollte`, erinnert sich Helene Hägglund, 37, die von 1988 bis 2000
im Kloster Sostrup lebte. Niemand habe sich getraut, die alte Frau gegen den
Willen der Äbtissin ins Warme zu holen. ´Dann wurde es ganz still.` Auf dem Weg
in die Küche habe sie dann draußen den leblosen Körper der Ordensschwester auf
dem Boden liegend gefunden, berichtet sie SPIEGEL ONLINE. B. habe daraufhin eine
weitere Schwester gerufen, zu dritt habe man die Leiche ins Haus gebracht. ´Mutter
Theresa wies uns an, zu schweigen. Alles sollte so aussehen, als wäre sie im
Bett gestorben` (11.6.2010).
Nr. K 75 / 2010
- Sex mit 17-jährigem Jungen: Homosexueller Priester tritt Pfarrstelle in
Stuttgart-St.Augustinus nicht an. Siehe
http://www.merkur-online.de/nachrichten/deutschland/sexueller-missbrauch-pfarrer-tritt-stelle-nicht-793256.html
Nr. K 74 / 2010 - "Beihilfe zum
sexuellen Missbrauch": Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren
gegen Bischof Robert Zollitsch ein, den Vorsitzenden der Deutschen
Bischofskonferenz; siehe
http://www.bild.de/BILD/news/2010/06/02/erzbischof-robert-zollitsch/ermittlungsverfahren-beihilfe-sexueller-missbrauch.html
Erst war Bischof Zollitsch in Rom wegen Bischof Mixa. Jetzt ist Bischof Mixa
in Rom. Wegen Bischof Zollitsch? Der Sachverhalt ist seit längerem bekannt, und
die Ausflüchte von Bischof Zollitsch sind in nahezu jeder Hinsicht
unglaubwürdig.
Nr. K 73 / 2010 - Bistum Würzburg: Sexuelle
Gewalt durch Priester in jüngerer Zeit; siehe
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1234665&kat=27
Nr. K 72 /
2010 - Erzbischof beschuldigt, mehrere Sex-Beziehungen zu minderjährigen
Mädchen unterhalten zu haben. Mehr dazu u. a. bei
http://www.zenit.org/article-20668?l=german&utm_campaign=germanweb&utm_medium=article&utm_source=zenit.org/g-20668
Nr. K 71 / 2010 -
Opfer-Vertreter durften beim Kirchentag nicht aufs Podium - mehr dazu
hier
Nr. K 70 / 2010 - Ein Opfer der
Kirche bricht sein Schweigen: Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel
- Der Name des Opfers ist uns bekannt. Der Offene Brief ist komplett einsehbar
unter
http://www.scribd.com/doc/31715150/Open-Letter-to-Dr-Angela-Merkel-Chancelor-of-Germany.
Nachfolgend ein Auszug als "Dokumentation zur Zeitgeschichte".
Es zeigt, wie ein Gemeindepfarrer Beichte und Kinderschändung miteinander
verbunden hat. Die Verbrechen an dem Kind begannen kurz vor dessen
Erstkommunion, also im Alter von etwa 8 Jahren und dauerten ca. vier Jahre. Das
Opfer erklärt in dem Brief auch, warum es auf die Bedingungen und Umstände des
Bistums Speyer für ein Gespräch nicht eingehen konnte und schreibt, dass das
Bistum seinerseits auf seine Vorschläge und Forderungen nicht einging. Auch dies
ein Beispiel dafür, dass die Verbrechen vor Gericht gehören und nicht intern
abgewiegelt werden dürfen. Hier der Auszug aus dem Brief:
"Es handelte
sich hierbei
zunächst
darum, dass
mein Gemeindepfarrer
im Rahmen
einer von ihm
so genannten
Beichte mich
über seinem
erigierten
Penis auf seinem
Schoss wiegte
... Anschließend
hatte ich nicht
genug Vaterunser
aufgesagt,
wie sich eine
Woche später
zeigte.
Als ich die nächste
Beichte
ablegen
wollte, wurde
ich hierfür gerügt und es
wurde mir gesagt,
dass ich nur Vergebung finden
könne,
wenn ich dafür
Buße tun
würde. In diesem
Zusammenhang
wurde mir aufgetragen,
in die Sakristei
zu kommen. Dort
musste ich mich
auf den Schoß
des Gemeindepfarrers
setzen. Dieser
- offenkundig
in Latein betend,
ich hörte nur
eine monotone
Rezitation
in einer mir
unverständlichen
Sprache,
wippte mich vor
und zurück. Da ich dabei etwas
Hartes an
meinem Po spürte,
war ich, der gerne auf dem Schoß meines Großvaters gesessen war, sehr irritiert
... Nach einigen Monaten
bot mir
dieser
eine
besondere Ministrantenstelle
an, wobei das Kind anfangs eine Augenbinde getragen hatte, die später
wegfiel."
Der "Ministrantendienst" beinhaltete folgende Handlungen:
"1. Mehrfaches Wippen auf dem
erigierten Penis, wobei ich mich zuvor bis auf die Strümpfe nackt ausziehen und
sodann ein Ministrantengewand überstreifen musste
2. Mehrfaches Wippen auf dem erigierten Penis, völlig unbekleidet
3. Kneifen der nackten Brustwarzen
4. Mehrfaches Streicheln
meiner nackten Genitalien (beim ersten Mal wurde ich zuvor mit einem
Gegenstand auf den nackten Po geschlagen)
5. Mehrfache Manipulation am nackten erigierten Penis des Priesters, indem meine
Hand zunächst geführt wurde (hierbei kam es auch zum Samenerguss, teilweise auf
meinen Bauch)
6. Mehrfache Manipulation am eigenen nackten Penis bis zur Erektion und bei
weiteren Malen auch bis zum Samenerguss
7. Mehrfacher Oralverkehr an mir
8. Mehrfacher Oralverkehr durch mich, teilweise musste ich das Ejakulat
schlucken (hierbei wurde anfangs mein Kopf festgehalten, einmal kam es
zum Erbrechen)
9. Mehrfacher Analverkehr durch Einführen meines Penis in den After des
Priesters
10. Eindringen in meinen After mit dem Finger
11. Vorzeigen pornographischer Schriften (Zeichnungen, die den Analverkehr
zwischen Männern darstellten)
12. Gewaltsames anales Eindringen, zunächst mit einem Gegenstand, dann
mit zwei Fingern und schließlich mit dem Penis (Dies war für mich äußerst
Angst einflößend). Nachdem mir zunächst wie vor jeder neuen Handlung eine
Augenbinde angelegt worden war, wurden mir die Arme hinter dem Rücken
festgebunden und ich wurde an einen Gegenstand geführt, der sich anfühlte wie
ein Tisch. Meine Fußknöchel wurden hieran festgebunden, mein Oberkörper über den
Gegenstand gebeugt und ebenfalls festgebunden. Nachdem ich vor Angst uriniert
hatte, wurde ich mit einem Gegenstand auf den nackten Po geschlagen, sodass ich
vor Schmerz aufschrie. Daraufhin wurde ich zusätzlich geknebelt. Ich bekam eine
Art Einlauf und wurde sodann mit zwei Fingern penetriert. Dies war für mich sehr
qualvoll. Die anschließende Penetration mit dem Penis des Priesters war für mich
dermaßen schmerzhaft und entsetzlich, dass ich Atemnot bekam und in große Panik
geriet, da ich Angst hatte zu ersticken. Aufgrund der Penetration kam es zu
Blutungen aus meinem After."
Der Pfarrer erklärte dabei immer wieder, "dass
ich als damals sehr gläubiges
Kind einen Dienst
an Gott erfüllen
müsse
und
entsprechend bei Unbotmäßigkeit keinerlei
Vergebung
erwarten
könne. Immer wurden
diese
verbrämt
als Initiierung
auf einem Weg,
den Gott für mich ausgesucht
habe. Aufkeimender
Widerstand wurde
sofort
geahndet
als
schwere Verfehlung
gegen Gott
und den für
mich bestimmten
besonderen Weg
... Meine Mutter
war sehr fromm und
bestand darauf,
dass ich zur
Beichte ging, auch
nachdem
ich zaghaft
versuchte,
hierfür
Ausreden zu finden.
Die Autorität
des Gemeindepfarrers verhinderte überdies, auch
nachdem
die Übergriffe
schwerer
wurden,
diesem
etwas Unbotmäßiges
zu unterstellen.
Darüber hinaus
rief das Geschehene
bei
mir
große
Scham-
und
Schuldgefühle hervor."
Das Opfer warf es dann in jungen
Erwachsenenjahren völlig aus der Bahn.
"Mein Leben bestand
fast ausschließlich daraus,
über
Arbeit,
Alkohol
und
Spiel zu verdrängen oder dies
zumindest zu versuchen.
Immer wenn ich weder beschäftigt
noch betrunken
war, erlitt
ich schwere
Flashbacks ..."
Im Zuge der Aufdeckung von immer mehr
Sex-Verbrechen der Priester fasste auch er nun den Mut, auszupacken und
nachträgliche Schmerzensgeldforderungen zu stellen, was der Kirche nicht
behagte.
"... Das Bistum Speyer gab keine
Stellungnahme zu meinen Vorwürfen oder der Schmerzensgeldforderung ab und hat
dies im Übrigen bis heute nicht getan. Ich war deshalb gezwungen, eine
Rechtsanwältin mit der Durchsetzung meiner Ansprüche zu beauftragen, obwohl ich
mir diese finanziell nicht leisten kann. Ein anwaltliches Schreiben von Mitte
April 2010 blieb ohne substanziierte Rückantwort des Bistums. Ein eindringliches
Erinnerungsschreiben meiner Anwältin von Anfang Mai 2010 blieb bisher
unbeantwortet. Daraufhin habe ich das Bistum informiert, dass ich mich in einem
offenen Brief an Sie [die Bundeskanzlerin] wenden werde, um diese unsägliche
Verhaltensweise für jedermann offen zu legen. Ich hoffe sehr darauf, dass Sie Frau
Dr. Merkel, den Mut und die Kraft haben, der katholischen Kirche mit
Entschlossenheit entgegenzutreten und diese zu einem fairen Umgang mit den
berechtigten Forderungen von allen Opfern zu bewegen."
PS: Mittlerweile folgte bereits ein
zweiter Offener Brief (siehe
http://www.scribd.com/doc/32019592/Open-Letter-to-Dr-Angela-Merkel-Chancelor-of-Germany-Part-II).
Doch ausgerechnet
Angela Merkel hatte noch vor kurzem die römisch-katholische Kirche für ihren
Umgang mit den Verbrechen in ihren Reihen gelobt. Sollte sie dieses Lob
nicht zurück nehmen, dann muss man sagen. Sie verhält sich so wider besseres
Wissen.
Nr. 69 / 2010 -
26 Ministranten von Priestern sexuell
geschändet - 17 Millionen Dollar Schmerzensgeld - Die römisch-katholische
Diözese in Vermont/USA hat sich bereit erklärt, 26 ehemalige Ministranten zu
entschädigen, die von Priestern sexuell geschändet worden waren (bild.de,
13.5.2010). In Deutschland hofft die Kirche noch, finanziell glimpflich
davon zu kommen, obwohl sich nach wie vor täglich neue Opfer melden.
Nr. 68 / 2010 - Aus der langen Reihe von Sex-Verbrechen durch Priester hier nur
einige wenige weitere Fälle.
Ein 61jähriger Priester aus dem Bistum Limburg
räumt "grenzüberschreitendes Verhalten" gegenüber Kindern oder
Jugendlichen ein und tritt zurück. / Ein 59jähriger Priester aus dem Landkreis Bad
Kissingen (Diözese Würzburg) hat sich "an Kindern vergangen" (fr-online.de, 9.5.2010).
Er sprach u. a. Andachten im Hessischen Rundfunk, und eine Predigt von ihm wurde
im Deutschlandfunk übertragen. Er bekannte sich in einer anderen Hörfunk-Sendung
auch dazu, Alkoholiker gewesen zu sein. Der Kindsmissbrauch kam erst jetzt
heraus. / Ein weiterer Priester aus der Diözese Würzburg hat eine 17jährige Jugendliche "sexuell
belästigt" (mainpost.de, 9.5.2010) und noch ein dritter Priester
aus der Diözese Würzburg hatte ein sexuelles Verhältnis mit einem 15jährigen
Mädchen und gestand (bild.de, 13.5.2010). Er wurde sofort in den
"Ruhestand" versetzt. Bei weiteren Priestern aus der Diözese Würzburg sind die
Taten schon etwas länger bekannt: Etwa bei dem
Dekan und Mitglied der Bistumsleitung, der mit einem jugendlichen Ministranten
in einem sexuellen Abhängigkeitsverhältnis stand. Er soll sich freiwillig
vor den Zug geworfen haben. Oder bei dem
Priester, der nach Versetzungen immer
neu Kinder missbraucht hatte. Oder der Priester, der
Jungen massiv sexuell bedrängte und missbrauchte. Oder der
Wallfahrtseelsorger der Würzburger Wallfahrtskirche Käppele, der wegen schweren
Kindsmissbrauchs an seiner vormaligen Wirkungsstätte in Passau suspendiert
werden musste (Mainpost, 4.3.2010). Gegen einen weiteren Priester aus dem
Bistum Würzburg wegen Kindsmissbrauch ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das
Verbrechen wäre noch nicht verjährt (merkur-online, 24.6.2010).
Das sind alleine schon acht Priester in der Diözese Würzburg, die
Kinder missbrauchten oder Jugendliche sexuell verführten oder abhängig machten, Dunkelziffer noch
gar nicht gerechnet. Hinzu kommen noch Prügel-Opfer im bischöflichen
Knabenseminar der Diözese Würzburg in Miltenberg. Ein römisch-katholischer
Präfekt hat einem Kind dabei eine so massive "Watschn" ins Gesicht gegeben, dass sein
Nasenbein bei dem Schlag in Trümmer gebrochen ist. (Main-Echo, 11.5.2010). Das alles sind doch keine Einzelfälle. Das ist das System.
Da passt es gut, dass das Bistum Würzburg das laufende Jahr 2010 unter das Motto
Würzburger Apokalypse gestellt hat. Der Seher aus der Apokalypse
des Johannes rief die Menschen zum Austritt aus der Hure Babylon, dem Symbol für
die endzeitliche Kirche, aus: "Tretet aus [so die mögliche wörtliche
Übersetzung] von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihr
Sünden und nichts empfanget von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4). Doch
sieht es in den anderen Diözesen wirklich anders aus? / In Hamburg gestand ein
Priester den sexuellen Missbrauch an einem Jungen und wurde "freigestellt" (abendblatt.de,
10.5.2010). / In Tettenweis zerbrach ein unbekannter Täter die Osterkerze in
der katholischen Kirche und verschmutzte den Beichtstuhl. Dort musste der
Priester gehen, weil er mit Kindern Pornofilme schaute (abendzeitung.de,
13.5.2010).
Nr. 67 /
2010 - Nachdem Bischof Walter Mixa von seinem Amt entbunden wurde,
erscheinen immer mehr Vorgänge in einem neuen Licht, und die Liste seiner
Untaten
wird immer unübersichtlicher, wobei er sicher kein Einzelfall ist. Doch sei speziell
hier auch noch einmal daran erinnert, als der damalige Bischof von
Eichstätt, der schon damals gleichzeitig
Militärbischof für die Bundeswehr war, am 2. Weihnachtsfeiertag des Jahres 2001
vom mazedonischen Zoll gefasst wurde, als er 400.000 DM in
Tausender-Scheinen illegal aus dem Land schaffen wollte. Der Devisen-Schmuggel
des Bischofs war eine klar definierte strafbare Handlung. Zudem handelte es sich
um
Schwarzgeld bzw. so genanntes "graues" Geld, das nach Deutschland
eingeschleust werden sollte. Doch dem Bischof passierte damals einmal mehr
nichts, denn er hatte ja den Bonus des Bischofs, weswegen schon bald der "Mantel
des barmherzigen Schweigens" über ihn ausgebreitet wurde. Die
Exzellenz wurde, wie so oft, vom Kirchenapparat gedeckt und
Mazedonien brauchte deutsche Hilfe, weswegen man dort auch an einer
Strafverfolgung eines deutschen Bischofs nicht interessiert war. Und auch der Karriere von
Walter Mixa schadete der Devisen-Schmuggel nicht. Es war eine der ersten
Amtshandlungen von Papst Benedikt XVI., ihn vom Bischof von Eichstätt zum
Bischof von Augsburg zu befördern. Und vielleicht ist Walter Mixa
wirklich nur ein kleiner katholischer Fisch, gemessen an den
Finanzverbrechen im Vatikan, wo schon
einmal der "Bankier Gottes" aufgehängt an einer Brücke gefunden wurde ...
Nr. 66 / 2010 -
Nach außen hin lehnt die römisch-katholische Kirche das Ausüben homosexueller
Praktiken schroff ab. Doch unzählige Priester und Bischöfe leben diese teilweise
exzessiv aus,
während sie als Amtsträger öffentlich die Heuchelei und Scheinheiligkeit pflegen.
"Kirchenkreise" sprechen in diesem Zusammenhang auch von "homosexuellen
Neigungen" von Bischof Walter Mixa: "In der Szene wurde über seinen Spitznamen ´Monsi`
- abgeleitet von Monsignore - gespottet. Schon seit längerem hatte im
Kirchenmilieu darüber Verwunderung geherrscht, wie es Mixa gelang, auffallend
viele junge Männer in seine Priesterseminare zu locken, selbst solche, die in
anderen Bistümern als ungeeignet abgelehnt worden waren." Auch wurde bekannt,
dass der Bischof (dem auch Sex mit einem Ministranten
vorgeworfen wurde, der allerdings "loyal" zu Mixa steht und
dementiert), auch junge Priesteramtskandidaten in seine Privatsauna
eingeladen hat (spiegel.de, 7.5.2010).
Wie es dort zuging, wurde jedoch nicht öffentlich (siehe dazu auch
hier). "Keiner weihte
so viele zu Priestern wie Mixa. Von ´Lustknaben` wurde da in
Kirchenkreisen geredet. Und: Dass Mixa Posten nur nach dem Äußeren besetze ...
Geredet wurde viel. Zum Beispiel, warum sich zwei erwachsene Männer ´Hasi` und ´Monsi`
nennen. ´Monsi` war Monsignore Mixa. ´Hasi` war Hansfred Hasslbauer, der
Heimleiter des Schrobenhausener Waisenhauses" (abendzeitung.de, 7.5.2010),
in dem Mixa einst immer wieder Kinder geschlagen hatte.
Nr. 65 / 2010 -
"Der
Vatikan hat sich zu einer schnellen Entscheidung im Fall Walter Mixa
durchgerungen", schreibt Spiegel online (7.5.2010). Doch von "schnell"
kann überhaupt keine Rede sein, als der Papst am 8.5.2010 um 12 Uhr die Rücktritts-Bitte
von Bischof Walter Mixa angenommen hatte. Denn bereits am 21.4.2010 hatte Bischof Mixa Papst
Benedikt XVI. um seinen Rücktritt "gebeten". Man rechnete als Normalbürger mit
dessen Annahme am 22.4.2010, doch nichts passierte. Überhaupt nichts. Kein
einziger Satz.
Über zwei Wochen strichen ins Land. Weiter nichts.
Und "Mixa wollte offenbar von seinem Rücktritt zurücktreten"
(abendzeitung.de, 7.5.2010). Erst die Bekanntgabe staatsanwaltschaftlicher
Vorermittlungen gegen Bischof
Walter Mixa durch die Augsburger Allgemeine am 7.5.2010 machte der
Aussitz-Strategie des Vatikan offenbar einen Strich durch die Rechnung. Noch am 7.5.2010, vermutlich vor
Bekannt werden des Artikels in der Augsburger
Allgemeinen, hieß es aus Rom forsch: Der Papst habe zu
Bischof Walter Mixa "nichts
zu sagen" (spiegel.de, 7.5.2010).
Dies ist die alte Methode der Kirche, frei nach dem Motto "Eine Krähe hackt der
anderen kein Auge aus".
Zudem besteht immer akute Vertuschungsgefahr. In diesem Fall steht ein
ehemaliger Ministrant "loyal" zu seinem vermeintlichen einstigen hochrangigen
Sex-Partner, doch selbst wenn der Bischof in diesem Fall unschuldig ist, so
wiegt das nicht annähernd die Dunkelziffer noch unentdeckter solcher Untaten in der
Kirche auf.
So erscheinen die Prügel-Attacken des Bischofs auf Kinder nahezu als sadistische
folterähnliche Handlungen. "Mixa soll oft mit der Faust und
einem Stock zugeschlagen haben, einmal auch mit einem Gürtel. Ein
Mädchen sei unter den Schlägen zusammengebrochen. ´Er sagte oft Sätze wie: ´In
Dir ist der Satan, den werde ich Dir schon austreiben`, zitierte [der
unabhängige Ermittler] Knott einen ehemaligen Heimjungen. Die Nonnen, die in dem
Heim arbeiteten, hätten Mixa oft mit den Worten "Hau nei, hau nei" angestachelt"
(dpa, 14.5.2010).
Die Sex- und Gewaltverbrechen in der Kirche, von denen immer mehr ans Tageslicht kommen, auch
in der
evangelischen Kirche, belasten massiv auch den 2. ökumenischen Kirchentag in
München vom 12.-16.5.2010.
Mehr zu Bischof Walter Mixa und zu der Androhung der Kirche in Augsburg
gegenüber einer Jugendlichen, sie wegen ihres Kirchenaustritts von der Schule zu
verweisen, siehe hier.
Nr. 64 / 2010 - Die
Kinderschänder-Verbrechen und Schläge gegen Kinder in der katholischen Kirche
erfassen immer mehr die Hierarchie der Bischöfe.
Der frühere
Würzburger Weihbischof Helmut Bauer hat mögliche Schläge gegen
Schüler in den 60er und 70er Jahren eingeräumt (bild.de, 29.4.2010).
Bauer trat in der Öffentlichkeit z. B. massiv gegen eine urchristliche
Gemeinschaft in Würzburg auf, die sich nichts hat zuschulden kommen lassen.
Derweil werden die Rufe nach Rücktritt von Bischof Heinrich Mussinghoff
aus Aachen immer lauter. So habe das Bistum die Klagen über Verbrechen von
Pfarrer Georg K. aus
Tönisforst, Kempen und Lobberich "weitgehend
ignoriert"
(http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=1266871&_wo=mailing).
Nr. 63 / 2010 - Der
Sex-Verbrechen-Skandal in der Kirche eskaliert immer weiter. Nun kam heraus, dass auch
ein Bischof vor dem sexuellen Missbrauch von Kindern nicht Halt machte. Der
renommierte und dienstälteste römisch-katholische Bischof Belgiens, Roger
Vangheluwe gab zu, "er habe sich auch in seiner Zeit als Bischof noch an
dem Jungen aus seinem Umfeld vergangen. ´Das Opfer trägt noch an den
Folgen`, hieß es in dem Brief" der Exzellenz (focus.de, 23.4.2010). Der
Papst, der selbst schon längst hätte zurücktreten müssen, nahm das
Rücktrittsgesuch an. Roger Vangheluwe war über 25 Jahre lang Bischof.
Nr. 62 /
2010 - "Große Enttäuschung" und "Bestürzung" in der Erzdiözese Washington/USA
über die Erzdiözese Mainz. Die Deutschen schickten einen Priester zur
Unterstützung in die USA, der dort dann viele "sexuelle Beziehungen zu
weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen" ausgelebt hat. So hatten sich die
US-Katholiken die "Hilfe" aus Deutschland allerdings nicht vorgestellt. Die
Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt nun wegen sexuellen Missbrauchs
gegen den Würdenträger.
Nr.
61 / 2010 - Beispielloser neuer Skandal um den Papst - Klage von Generalvikar
Gruber: Ihm wurde der Brief diktiert, mit dem er sich vor Joseph Ratzinger
stellen musste und die Alleinverantwortung für die Weiterbeschäftigung eines
pädophilen Straftäters im Erzbistum München-Freising übernahm - Dass
Generalvikar Gerhard Gruber damals log, war ohnehin fast allen klar, mit
Ausnahme der unverbesserlichen Katholiken. Nun packte der ehemalige Generalvikar
selbst aus: "Vertraute Grubers schilderten nun dem SPIEGEL, er stehe unter
großem Druck und solle wohl als Sündenbock für den Papst herhalten. Es sei darum
gegangen, den Papst ´aus der Schusslinie zu nehmen`. Als die Affäre Mitte März
aufflog, sei er am Telefon eindringlich ´gebeten` worden, die volle
Verantwortung zu übernehmen, klagte Gruber gegenüber Freunden. In einem Brief an
seine Vertrauten schreibt Gruber, er habe eine fertig formulierte Stellungnahme
zugefaxt bekommen. Änderungswünsche habe er anmerken können. Über die
Darstellung des Bistums und darüber, dass man ihm ´eigenmächtiges Handeln` im
Fall H. vorwarf, empfinde er jedoch großen Unmut" (spiegel.de, 17.4.2010).
Gruber hatte damals behaupten müssen, der Papst habe von allem nichts gewusst,
und er, Gruber, habe "eigenmächtig" den kriminellen Pädophilen wieder mit
Kindern arbeiten lassen, worauf dieser sich erneut über Kindern sexuell herfiel.
Nr. 60 / 2010 -
Bischof deckt Schwerstverbrecher im Talar - Höchstes Lob vom Papst, dass er
lieber wegen Strafvereitelung verurteilt wurde als einen Bruder an die Polizei
zu verraten - Der Schmutz und Dreck hinter den festlichen Gewändern der
Würdenträger wird immer mehr und hat jetzt Papst Johannes Paul II. und
Dario Castrillón Hoyos, dem Präfekten für den Klerus im Vatikan von 1996-2006,
erreicht. Kardinal Hoyos wies jetzt darauf hin, dass Papst Johannes Paul sein
Schreiben an die katholischen Bischöfe in aller Welt genehmigt habe, in dem er
sich bei dem französischen Bischof Pierre Pican im Namen der ganzen Kirche
bedankt hatte. Bischof Pican wurde zuvor wegen Strafvereitelung in einem
besonders schweren Fall zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er hatte
einen Serienvergewaltiger an Kindern im Priestertalar gedeckt, dessen
schauerliche Verbrechen schließlich trotz der Vertuschung der Kirche ans
Tageslicht drangen. Der Priesterverbrecher wurde dafür zu 18 Jahren
Gefängnis verurteilt, doch die Kirche lobte den Versuch der
Strafvereitelung.
Kardinal Hoyos erklärte nun, er habe im Einvernehmen mit dem Papst an Bischof
Pican geschrieben: "Nachdem ich vom Papst Rat eingeholt hatte, schrieb ich an
den Bischof und gratulierte ihm als einem vorbildlichen Vater, der seine Kinder
nicht verrät", sagte Hoyos der spanischen Zeitung La Verdad. Dem Bischof
hatte er damals geschrieben: "Sie haben gut gehandelt und ich freue mich über
einen Bischofskollegen, der in den Augen der Geschichte und aller anderen
Bischöfe auf der Welt das Gefängnis dem Verrat an einem Priesterbruder
vorgezogen hat" (ntv.de, 18.4.2010). Und: "Der Heilige Vater erlaubte
mir, diesen Brief an alle Bischöfe in der Welt zu schicken und wir stellten ihn
auch ins Internet"
Nr. 59 /
2010 - Weiter keine Anzeigepflicht bei Kinderschänder-Verbrechen bei
Priestern: Kirche trickst Öffentlichkeit aus - "Das bürgerliche Gesetz, das
die Anzeige von Verbrechen bei den Behörden betrifft, sollte immer befolgt
werden", so die neue Richtlinie aus dem Vatikan zu Kinderschänder-Verbrechen von
Priestern (z. B. tagesschau.de, 12.4.2010). Doch was kaum jemand weiß:
"Das bürgerliche Gesetz", das nun immer befolgt werden soll, sieht keineswegs
eine Anzeigenpflicht vor. Das heißt: Die Kirche kann weitermachen wie bisher
und nur dann die Staatsanwaltschaft einschalten, wenn sie das für richtig hält.
Doch nur wenige Journalisten durchschauen das mehrbödige Tricksen und Taktieren
der Kirche. Die Zeit kam der Sache näher auf den Grund und schreibt:
"Viele meinen, Missbrauchsfälle müssten zur Anzeige gebracht werden. Wie
selbstverständlich diese Erwartung ist, zeigte der Umgang mit einer Mitteilung
des Vatikans, auch die Glaubenskongregation habe sich bei der Anzeige von
Verdachtsfällen an die jeweiligen staatlichen Gesetze zu halten. Fast alle
deutschen Medien, einschließlich der ´Tagesschau`, folgerten daraus, nunmehr
gebe es eine Anzeigepflicht. Tatsächlich gibt es sie, jedenfalls in Deutschland,
nur in Fällen gemeingefährlicher und schwerster Straftaten wie Mord und
Totschlag. Eine Änderung des Strafgesetzbuchs war bereits 2003 gescheitert"
(15.4.2010). Und der Seelenmord von Priestern an Kindern gehört in
Deutschland eben gerade nicht zu diesen Fällen.
Deshalb kann sich die Kirche, wenn man genauer nachfragt, jederzeit
hinter einem angeblichen Opferschutz verschanzen, der dann dafür
herhalten muss, dass man die Verbrechen für sich behält und viele Täter schützt.
Und folglich heißt es bei Radio Vatikan nun: "Das neueste Vatikan-Dokument zum
Umgang mit pädophilen Priestern spricht nicht von einer automatischen
Anzeigepflicht bei sexuellem Missbrauch. Darauf weist Missbrauchs-Beauftragter
Bischof Stephan Ackermann hin. In dem Dokument stehe lediglich, ´dass das
staatliche Gesetz hinsichtlich der Anzeige von Verbrechen bei den zuständigen
Behörden beachtet werden muss ... Ackermann wörtlich: ´Eine solche
Anzeigepflicht gibt es in Deutschland nicht. Und das aus gutem Grund, wie uns
Experten sagen.` Denn es müsse vor allem darum gehen, ´bei allem Respekt vor den
berechtigten Interessen des Staates, den Schutz und die Bedürfnisse der Opfer
vorrangig zu sehen und zu respektieren`
(http://www.oecumene.radiovaticana.org/TED/Articolo.asp?c=372071, 15.4.2010).
Diese Heuchelei! Wenn das unabhängige Opferverbände oder Psychotherapeuten so sehen,
dann ist das in
den einzelnen Fällen, wo dies so gehandhabt würde, wohl glaubwürdig! Doch wenn die
Kirche jetzt auf dieses ihr genehme Trittbrett springt, ist das unglaubwürdig
und stinkt zum Himmel. Denn wo hat man denn in der Vergangenheit den "Schutz und
die Bedürfnisse der Opfer" "vorrangig" gegenüber dem Ansehen der eigenen Kirche
betrachtet? Wo, also in welchen der Tausenden von Fällen, ist das so geschehen, was
Bischof Ackermann hier vollmundig verkündet?
Zudem verschanzt sich die Kirche im Konfliktfall weiter hinter ihr "Beichtgeheimnis".
Hierzu ist zu sagen: Eine Beichte bei einem Priester ist Unsinn und eine
Irreführung der Menschen. Kein Priester kann einem
Menschen Sünden vergeben, und schon gar nicht im Namen Gottes. Die Menschen
müssen einander direkt vergeben - nur so kann eine Schuld getilgt werden,
niemals aber durch die Kirche oder einen Priester. Folglich braucht es auch
keinen Schutz eines kirchlichen "Beichtgeheimnisses", weil unter diesem
Deckmantel die Verbrechensaufklärung faktisch behindert wird. Ein Priester
sollte also, was seine Geheimnisse betrifft, genauso behandelt werden wie jeder
andere Mensch auch, der seine Geheimnisse mit sich herum trägt.
Nr. 58 / 2010 -
Veruntreuung? Bischof Mixa hat sich nach Aussage eines Strafrechtlers "eindeutig
einer Straftat schuldig gemacht" (bild.de, 15.4.2010) - Da kommt
allmählich ganz schön was zusammen: Sadistische Prügeleien gegen Kinder,
eventuell Lügen oder schwerste "Gedächtnisausfälle" und jetzt auch noch
womögliche Veruntreuung von Geldern einer Waisenhausstiftung zugunsten seines
Pfarrhauses. Langsam wird es Zeit, Bischof Mixa in den Vatikan zu befördern. Wir
verweisen auf die ensptrechende Berichterstattung in allen Medien.
Nr. 57 / 2010 -
Homosexueller Mann spürte Berufung zum Priester und erlebte Exzesse und
Heimlichkeiten ohne Ende / Systemfehler Kirche / Päpste, Priester und Bischöfe
sind nichts als "Zeitgeister" / Bild erhält Audienz beim
Papst - Brian M. wurde im
Priesterseminar in Paderborn zum Priester ausgebildet. Doch wie erlebte er die
Kirche? "Statt auf Keuschheit und Demut stieß
er auf Doppelmoral, sexuellen Missbrauch und Mobbing" (spiegel.de, 14.4.2010).
Schon am zweiten Tag im Priesterseminar wurde er sexuell
belästigt. "Ob sich die
Studenten in der schwulen Szene einer Großstadt vergnügt hätten? ´Das war gar
nicht nötig`, sagt Brian trocken. ´Ich lebte in einem geschlossenen System und
musste noch nicht einmal vor die Tür gehen, um Sex zu haben, sondern
bekam ihn sozusagen auf dem Tablett serviert.` Es habe eine Art Telefonkette
gegeben".
Spiegel.de berichtet weiter über den Priesteramtskandidaten: "Als er
einen Studienkollegen im Vatikan besuchte, sei er von einem dortigen
Priester bedrängt worden. ´Auch in den Klöstern, der für mich
letzten Bastion der Reinheit, regierte keineswegs Keuschheit.`"
Bekannt geworden sind zuletzt die Exzesse von Ettal,
wo über 100 Kinder mit hineingezogen wurden, die teilweise vor dem Bett eines
Präfekten Schlange gestanden haben sollen, um sich von dem hohen Geistlichen
sexuell befriedigen zu lassen.
Dann
hatte Brian M. als Priesteramtskandidat selbst sexuelle Beziehungen zu Priestern.
"´Mein Freund war ein hervorragender Priester, der seine Arbeit und die Menschen
so sehr geliebt hat." M. trennte sich von dem Mann. Auch die folgende Beziehung
zu einem Priester hielt den Realitäten nicht stand: ´Ich lebte in zwei Welten.
Draußen war es eine Männerfreundschaft, drinnen war es Liebe.` Der zweite
Partner war rigoroser im Vertuschen der illegitimen Verbindung. Jetzt musste auf
jedes Detail geachtet werden: keine Umarmungen in der Öffentlichkeit, kein
Nackenkraulen beim Autofahren, keine Schwulenparaden, keine öffentlichen
Bekenntnisse."
Das alles können die Priester und angehenden Priester ja alles halten, wie
sie wollen, ob mit öffentlichen Auftritten auf Schwulenparaden oder nicht. Aber
nicht auf Kosten der Allgemeinheit, welche diese geschlossenen katholischen
Systeme komplett aus allgemeinen Steuermitteln mit Millionen und Milliarden
finanzieren müssen. Außerdem sollte ihnen untersagt werden, sich
"christlich" zu nennen. Denn bei Jesus und seinen Jüngern gab es auch keine
sexuellen Männerorgien oder heimliche homo- oder heterosexuelle Liebschaften und
verleugnete Vaterschaften wie in der Kirche. Petrus und viele andere Jünger
waren verheiratet. Außerdem hatte Jesus niemals Priester gewollt.
Päpste, Priester, Pfarrer, Pröpste, Präsides und Bischöfe sind nichts als "Zeitgeister",
welche sich zwischen Gott und die Menschen stellen und den Menschen den Zugang
zu echten
Gotteserfahrungen und vielfach zu einem anständigen Leben verbauen.
Deshalb bringt es nichts, nach einzelnen Fehlern im "System Kirche" zu suchen.
Die Institution Kirche selbst - mit ihren Dogmen, Kulten, ihrer
Hierarchie und ihrer
Doppelmoral - ist ein einziger Systemfehler, der mit Christus überhaupt
nichts zu tun hat. Stattdessen vergehen sich nicht nur unzählige Priester an
Kindern, sondern alle Priester vergehen sich auch an Jesus, dem Christus, der
am Kreuz der Kirche hängt und sich deshalb nicht mehr persönlich wehren kann -
so wie sich auch unzählige Kinder nicht gegen die Übergriffe von Priestern
wehren können.
Derweil tritt der Papst die Flucht nach vorne an und spielt seine letzten
Trümpfe aus: Eine Audienz für ein mehrköpfiges Team der Bild-Zeitung, das
er mit seine knallroten Schuhen empfing. Im Gegenzug erfolgte sofort eine
positive Berichterstattung (bild.de, 15.4.2010).
Nr. 56 / 2010 -
Es sind tausende sadistische Priester, die Kinder quälten und missbrauchten
oder sexuell erniedrigten. Und immer mehr melden sich auch prominente Opfer,
die gedemütigt wurden. So der bekannt Sänger Wolfgang Niedecken der Band BAP,
der nachts in das Zimmer eines Hochwürden kommen musste und erdulden musste,
dass der Würdenträger ihm in die Hose langte und sich an dem Kind sexuell
aufreizte. Mehr dazu bei
http://www.morgenpost.de/vermischtes/article1291511/BAP-Frontmann-Niedecken-bestaetigt-Missbrauch.html
Nr. 55 / 2010 - Die achte
eidesstattliche Versicherung über den prügelnden Augsburger
Bischof Mixa: Eine heute 51 Jahre alte Frau berichtet über ihren Firmunterricht
beim damaligen Priester Mixa in Weilnach: "´Er hat mich mehrmals geschlagen,
mit der flachen Hand ins Gesicht`, versichert sie. "´Ich musste mich bei
ihm entschuldigen und seine Hand küssen`" (bild.de, 14.4.2010). Diese
Form des Sadismus an Kindern ist besonders heftig. Erst werden sie
geschlagen, und dann müssen sie sich auch noch für die Prügel bedanken
und sich wie Sklaven dem Täter unterwerfen. Z. B., indem sie das Körperteil des
Schlägers küssen, durch das sie geschlagen wurden. Der Augsburger Bischof bestreitet
weiter alle Anklagen. Wie viele eidesstattliche Versicherungen braucht es noch?
Nr. 54 / 2010 -
Papst zögerte als Kardinal die Amtsenthebung eines Kinderschänder-Verbrechers
hinaus. Er durfte noch zwei Jahre lang sogar weiter mit Kindern arbeiten
(siehe z. B.
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,688262,00.html)
Der oberste Kardinal
Sodano bezeichnete den Papst derweil als "makellos" und neuen "Christus auf
Erden".
Nr. 53 / 2010 -
Die Hölle von Ettal: 14 perverse und sadistische Priester und der Abt quälten 100 Kinder
- "Im Kloster Ettal sollen nach Informationen des Focus etwa 15 Patres ... weit mehr als 100 ihrer Schutzbefohlenen
systematisch gequält und sexuell missbraucht
haben.
Das gehe aus dem Abschlussbericht hervor, den der
Sonderermittler der katholischen Kirche in den kommenden Tagen vorstellen wird"
(bild.de, 10.4.2010). Unter anderem wurden sie von den Hochwürden
gezwungen, lebende Kleinreptilien roh zu essen. Oder ihr Kopf wurde
massivst immer wieder auf die Tischplatte geschlagen, wobei mancher
vielleicht auch an Guantanamo denkt. Oder die Priester droschen so massiv
auf sie ein, dass die Trommelfelle platzten (infranken.de, 10.4.2010).
Ein oberer Präfekt von
Ettal stellte sexuelle Übergriffe so dar, dass die Kinder bei ihm Schlange
gestanden hätten, um sich von ihm sexuell befriedigen zu lassen. Derweil
spendeten die Pilger in Ettal zig-Tausende von Mark für die Einrichtungen vor
Ort. Einer der Angeklagten wegen sadistischer Quälereien ist der frühere Abt und
Präfekt Edelbert Hörhammer OSB, genannt Johannes, der das Kloster Ettal 32
Jahre lang leitete und maßgeblich prägte, von 1973 bis 2005. Ihm wird z. B.
vorgeworfen, eine Schüler zum Essen einer lebenden Schnecke gezwungen zu haben,
und er habe "wiederholt die Köpfe von Schülern auf die Pulte geschlagen"
(spiegel.de, 12.4.2010). Hörhammer ist auch ein Buchautor des
Katholizismus (Die
Moraltheologie Joseph Laubers (1744–1810) im Zeitalter des Josephinismus,
Dom-Verlag, Wien 1973).
Nr. 52 / 2010 -
Priester wegen Missbrauch von Mädchen zu
Bewährungsstrafe verurteilt -
"Ein Gericht in Vigo (Spanien) hat einen katholischen Geistlichen (69) wegen
sexuellen Missbrauchs von zwei Mädchen (10, 14) zu einer zweijährigen
Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem
muss der Pfarrer 4.140 Euro Strafe und 14.000 Euro an die Opfer zahlen"
(bild.de, 8.4.2010).
Nr. 51 / 2010 - Bischof Mixa hat zumindest
nicht alle Kinder geschlagen - Nun melden sich "knapp 20" ehemalige
Ministranten aus Schrobenhausen und kirchlich engagierte damalige Jugendliche,
die vom damaligen Stadtpfarrer Walter Mixa nicht geschlagen wurden
(abendzeitung.de, 5.4.2010). Das bedeutet aber nur, dass Bischof Mixa viele
Kinder auch nicht geschlagen hat, was bei einigen Hundert oder Tausend jedoch
kein besonderes Verdienst ist. Und es ist eine Augenwischerei des Bischof, wenn er
zu seiner Verteidigung nun in die Waagschale werfen würde, dass er "knapp 20"
Kinder nicht geschlagen habe.
Dazu ein Bild: Was ist, wenn zur Verteidigung eines Räubers plötzlich
Leute auftreten, die behaupten, sie wurden nicht von dem Räuber beraubt? Oder
wenn zur Verteidigung eines Mörders Leute auftreten, die durch ihre Anwesenheit
Zeugnis davon geben, dass sie nicht von dem Täter ermordet worden sind? Werden damit
die Raubzüge oder Morde bei den anderen entkräftet?
Nr. 50 / 2010 - Auch das
Bistum Augsburg bezichtigt die von Bischof Walter Mixa vielen geschlagenen
Kinder indirekt der Lüge. "Am Karfreitag steht Mixas Sprecher Dirk Hermann
vor dem Dom und beteuert gegenüber Journalisten die Unschuld seines Bischofs: ´Die
Zahl der eidesstattlichen Versicherungen sagt noch nichts über ihren
Wahrheitsgehalt aus`" (welt.de, 3.4.2010). Die Kirche pokert weiter
darauf, dass ihre Kirchenschafe den vielen Opfern nicht glauben und ihrem
Bischof und ihrer Kirche weiter die Treue halten. Und dass die Politiker,
Staatsanwälte und Richter lieber Bischof Mixa weiter den Ring küssen als sich
getrauen, ihn ernsthaft zu kritisieren.
Nr. 49 / 2010 - Osterbotschaft aus dem Vatikan: "Unbedeutendes Geschwätz" der Kirchenopfer und
Kirchenkritiker? Oder des Papstes? - Während der weltweit übertragenen Osterfeiern nach
römisch-katholischen Kult aus Rom ergriff Kardinalstaatssekretär Kardinal Angelo
Sodano, der ranghöchste Kardinal und Vorsitzende des weltweiten
Kardinalskollegiums, das Wort und sagte: "´Heiliger Vater, das Volk Gottes ist
mit dir und wird sich nicht von dem unbedeutenden Geschwätz dieser Tage
beeinflussen lassen`". Die Kardinäle, Kurienmitarbeiter und Bischöfe weltweit
stünden hinter ihm´"(http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,687236,00.html).
Und wer redet in "diesen Tagen" kritisch über die Kirche? Es sind vor
allem die
Opfer der Priester und ihre Fürsprecher. Und diejenigen, welche alle Untaten
aufklären wollen und nicht hinnehmen, wie sich die Kirche weiter windet.
Der Papst selbst hatte seinem obersten Kardinal am Palmsonntag die Steilvorlage
für die erneute Verhöhnung der Opfer gegeben, indem er die "Christen"
aufgefordert hatte, sich "nicht vom Geschwätz der vorherrschenden Meinung
einschüchtern zu lassen"
Nun, in seiner Osterbotschaft, erwähnte
Benedikt XVI. dann zwar allgemein
eine "moralische Umkehr", erwähnte aber die zigtausend Kinderschänder-Verbrechen
von Priestern und seine massive Vertuschungs- und Strafvereitelungspolitik mit
keinem Wort. Da stellt sich dann doch die Frage: Was ist hier das "unbedeutende
Geschwätz"? Das, was dem Papst von Opfern und Kritikern entgegen
gehalten wird oder das, was der Papst dazu bisher selbst zu sagen hatte?
Und vom "Volk Gottes" zu sprechen, ist dabei eine Verhöhnung,
denn mit Gott hat die Institution Kirche nichts zu tun und Jesus lehrte auch:
"Ihr sollt niemanden auf Erden ´Vater` nennen" (Matthäus 23) und schon
gar nicht "Heiliger Vater". Also ist die Kirche auch ganz klar gegen Jesus und
zwar offensichtlich und für jeden nachprüfbar. Wenn der Papst nach den
Anordnungen von Jesus aber kein "Heiliger Vater" ist, was ist er
dann? Ein Hochstapler? Oder schlimmer noch?
Der
Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner schrieb:
"Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte
des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit ... keine
Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich
mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die
römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42
f.).
Und klar, dass ein Verbrecher
oder Verbrechensbeschöniger den anderen deckt. Die Kirche versteht nur eine Sprache: Austreten
und staatliche Milliarden-Subventionen und Privilegien komplett streichen!
Nr. 48 / 2010 - "Fürchterliches Klima der Angst und des Drucks" im
konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten - Siehe z. B.
http://www.main-netz.de/nachrichten/region/lohr/berichte/art4016,1152772 -
Priester und Ehrenbürger beschuldigt.
Der deutsche Staat zahlt bis heute aus den allgemeinen Steuermitteln jährlich
Milliarden, damit die Großkirchen in den Schulen ihre abstrusen konfessionellen
Vorstellungen verbreiten dürfen, wozu auch gehört, religiöse Minderheiten als
"Sekten" zu verleumden und die konfessionellen Schüler entsprechend gegen diese
Menschen aufzuhetzen.
Jetzt wäre endlich die Zeit, dass die Kirche ihre Kindermission an den
staatlichen Schulen selber finanzieren muss - für diejenigen Schüler oder ihre
Eltern, die das an der Schule so möchten. Ansonsten sollten die Schüler endlich
in einem konfessionsübergreifenden Religions- und Ethikunterricht zur Achtung
und Toleranz im Geiste der Verfassung und des Grundgesetzes unterrichtet werden
und auch darin, ihren Verstand einschalten zu können.
Wann rührt sich bei den schlappen kirchenhörigen Politikern endlich mal der
Anstand und das Gewissen und die Treue zu den positiven Werten unseres Staates?
Nr. 47 / 2010 - Die GRÜNEN-Politikerin Renate
Künast kritisiert den zahmen Umgang des Staates mit der römisch-katholischen
Kirche: "Die Kirche ermittle nach wie vor selbst und halte das für richtig;
dabei müssten unabhängige Personen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft den
Skandal um die Opfer sexuellen Missbrauchs aufklären. Nötig sei auch ein
Entschädigungsfonds. Künast hielt den Unionsparteien falsche Rücksichtnahme
gegenüber der Kirche vor" (bild.de, 3.4.2010).
Nr. 46 / 2010 - Immer neue Vorwürfe gegen Bischof
Mixa: Kind wurde von Bischof Mixa geschlagen und musste ihm anschließend die
Hand küssen; anderem Kind wurde Gespräch verweigert, und es wurde dafür
geprügelt / Bischof Mixa "betet" jetzt für seine Opfer
und unterstellt ihnen fehlende Erinnerung - Nun
melden sich immer mehr ehemalige Kinder, die vom damaligen Stadtpfarrer und
heutigen Bischof Walter Mixa geschlagen wurden. Erst hatte der Bischof alles
abgestritten und den Heimkindern strafrechtliche Konsequenzen angedroht. Nachdem
es aber immer mehr wurden, die sich trauten, auszusagen, bietet er nun "Gespräche" an. Dabei ging es damals unter
Umständen ziemlich sadistisch zu. Ein Mädchen wurde vom Priester Mixa mit der
Hand geschlagen und wurde gezwungen, diese Hand anschließend zu küssen
(Donaukurier, 3.4.2010).
"Nicht selten fließen in den Gesprächen Tränen. Einer ruft an, der Mixa als
Lehrer in der Grundschule hatte. ´Es ist Zeit, dass die Dinge ans Licht kommen`,
sagt der heute 40-Jährige, der im Rosenheimer Raum lebt. ´Mixa war nicht nett,
er hat uns an den Haaren und den Ohren gezogen` - er sei ganz anders gewesen,
als der Augsburger Bischof sich in den Medien darstelle, behauptet der Mann.
Ein Junge hielt es in dem katholischen Heim nicht mehr aus und floh, wurde aber
wieder eingefangen. "Er habe sich erklären wollen, darüber reden, warum er
durchgebrannt war, erinnert er sich. Dann sei er gerufen worden und habe wortlos
eine gefangen – ´vom damaligen Stadtpfarrer Mixa`, wie er sagt. Jahre später
habe er im Fernsehen verfolgt, wie Mixa Bischof wurde und in Interviews sagte,
wie wichtig ihm das Gespräch mit den Jugendlichen sei. ´Mir wurde damals so
ein Gespräch verweigert`, erinnert sich der Mann."
Der "Medienprofi" (Donaukurier) Walter Mixa verweigert weiter jedes
Schuldeingeständnis und bietet den Opfern stattdessen nun "Gespräche" an.
Will
er sie dadurch zur Aufweichung ihrer Vorwürfe bewegen? Welche Gegenleistung
würde er ihnen dafür bieten? Doch: "Ich spreche auf keinen Fall mit jemandem,
der mich als Lügner hinstellt", wird eine Betroffene zitiert.
Bischof Walter
Mixa zieht seine Rolle jedoch weiter knallhart durch. Er stellt die Opfer weiter
als Lügner hin und erklärt die Anschuldigungen weiterhin für "absurd und
erfunden". Und er höhnt: "Diese Leute können sich doch gar nicht mehr an mich
erinnern" (merkur-online.de, 4.4.2010). Er wolle jetzt für
diejenigen "beten", die ihn anklagen - eine an Scheinheiligkeit
kaum zu überbietende unverschämte öffentliche Erklärung. Dass sich
Bischof Walter Mixa weiter im Amt halten kann, hat seine Ursache auch in den
kirchenhörigen Politikern von CSU, SPD, FDP, GRÜNEN, Freien Wählern usw., die
ihm immer noch den Ring küssen würden.
"´Was Mixa macht, ist ein Solo ohne Vier`,
sagt einer in Schafkopfsprache – er glaubt, Mixa pokere hoch, ohne Trümpfe in
der Hand zu haben." Viele in Schrobenhausen sehen das im Gespräch mit dem
Donaukurier so. "´Mixa setzt darauf, dass das Wort eines Bischofs mehr wiegt als
das von ein paar einst schwer erziehbaren Heimkindern`, glaubt einer!"
Nr. 45 / 2010 - Pfarrerstochter und
Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt römisch-katholische Kirche. Einer
dpa-Meldung vom 31.3.2010 zufolge lobt die Bundeskanzlerin vor allem das
"Nottelefon" der Kirche für die Opfer. "Außerdem sei es gut, dass sich alle
Opfer an Bischof Ackermann wenden könnten", so die Kanzlerin laut dpa.
Da können sich die Opfer aus Schrobenhausen, denen vom Bistum Augsburg mit ihrem Bischof Mixa
straf- und zivilrechtliche Schritte angedroht wurden, doch
jetzt mit Unterstützung der Bundeskanzlerin an Bischof Ackermann wenden. Und
auch der Priester, der von Bischof Hofmann seines Amtes entbunden wurde, weil er
als früheres Opfer auspackte, kann dann ja jetzt unter Berufung auf die
Kanzlerin Bischof Ackermann um Hilfe bitten.
Nr. 44 / 2010 - Wer ist mit dem Teufel im Bunde?
Bischof Walter Mixa oder die ehemaligen Heimkinder? / Sekretär der Deutschen
Bischofskonferenz stellt sich hinter Bischof Walter Mixa - Vor einigen Jahren
wurden ehemalige missbrauchte Heimkinder in Aachen strafrechtlich verfolgt, weil
sie gegen ihre Peiniger bei den Armen Dienstmägden Jesu ausgesagt hatte.
Mittlerweile wurde das Verfahren eingestellt und die Aussagen der missbrauchten
Kinder erscheinen nun in einem anderen Licht.
Jetzt geht das Bistum Augsburg massiv gegen traumatisierte Opfer vor, die von
Bischof Walter Mixa in dessen Eigenschaft als Stadtpfarrer von Schrobenhausen
über Jahre massiv geschlagen wurden. Es liegen bisher bereits fünf eidesstattliche
Versicherungen vor. Doch der Bischof widerspricht und das Bistum behält sich
straf- und zivilrechtliche Schritten gegen die Opfer vor, das heißt, es droht
diese an. Über die Angst und den
Schrecken, welche der Bischof den Opfern zufolge verbreitete, berichtet
ausführlich die Süddeutsche Zeitung vom 31.3.2010:
http://www.sueddeutsche.de/bayern/281/507440/text/
Jetzt stellt sich die Frage: Wer lügt? Die
ehemaligen gequälten Heimkinder oder Bischof Walter Mixa? Nach der Bibel ist der
Teufel der "Vater der Lüge" (Johannes 8, 44)? Wer hat also den Teufel zum Vater? Liebe Leser,
was glauben Sie? Die ehemaligen Heimkinder oder Bischof Walter Mixa?
Der
Bischof hatte sich gemäß einer der eidesstattlichen Erklärungen eines Opfers
schon in seiner Zeit als Stadtpfarrer bzw. Dekan damals klar geäußert. Als der Kochlöffel einmal bei den Schlägen
zerbrochen ist, prügelte Mixa mit der Hand weiter auf das Kind ein und soll
dabei gesagt
haben: "In dir ist der Satan, den werde ich dir schon austreiben." Das
Opfer arbeitet - wie viele unzählige weitere Opfer von Priestern - , die immer noch
schweigen, in einer kirchlichen Einrichtung und es befürchtet jetzt zurecht massive
Repressalien durch die Kirche.
Einem anderen Opfer soll der heutige Bischof unzählige Male die Hosen herunter
gezogen haben und ihn mit Schlägen auf das nackte Gesäß drangsaliert haben.
Dabei
bleibt insgesamt weiter die Frage im Raum: Wer lügt? Und wer
ist mit hier mit dem Teufel im Bunde?
Mittlerweile hat sich eine sechste Person gemeldet und eine eidesstattliche
Versicherung zu den Taten Walter Mixas abgegeben: "Er schlug mir mit voller
Wucht ins Gesicht" (stern.de, 1.4.2010).
Auch auf Seite der Kirche eskaliert der Konflikt. So hat sich der Sekretär
der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, und damit symbolisch die
gesamte römisch-katholische Kirche in Deutschland hinter Bischof Walter Mixa
gestellt: "Ich glaube ihm", so der Sprecher der Deutschen Bischöfe
(focus.de, 1.4.2010).
Demnach würden die ehemaligen Heimkinder lügen. Vielleicht hat der damalige
Stadtpfarrer Walter Mixa noch nicht kräftig genug zugeschlagen, so dass der
"Satan" in den Kindern drin geblieben ist?
PS: Was unternimmt der Staat zum
Schutz der sechs Personen, welche ausgesagt haben? Und was unternimmt der Staat zur
Unterstützung von Opfern, denen jetzt Repressalien der Kirche drohen? In
Würzburg wurde z. B. ein Kaplan, der einen beliebten Priester des Missbrauchs
bezichtigt hat, von der Kirche von seinem Amt entbunden?
Wer stärkt ihm jetzt den Rücken, dass ihn niemand zwingen kann, eventuell unter
Androhung der ewigen Verdammnis zu widerrufen?
- wie es die
Päpste Johannes XXIII., Johannes Paul II. und der damalige Kardinal Joseph
Ratzinger allen Opfern androhten, die auspacken. Wer ermuntert die vielen
anderen Opfer, die sich aus Angst um ihre Existenz noch nicht über die Verbrecher zu reden trauten
und die deshalb das Unrecht, das ihnen angetan wurde, weiter verschweigen?
Die Bundeskanzlerin stellte sich zuletzt hinter die
Art, wie die katholische Kirche die Verbrechen aufarbeitet.
Nr. 43/ 2010 -
Wachkoma-Patientin im St. Bonifatius-Altenzentrum der Diözese Speyer
vergewaltigt. Die schwer hirngeschädigte Frau ist jetzt im 5. Monat
schwanger. Der Täter ist noch nicht gefunden (bild.de, 31.3.2010).
Nr. 42 / 2010 - "Das Bistum Basel wusste
genau Bescheid, dass Pater Gregor Müller (69) sich bei seinen früheren Einsätzen
im Ausland wiederholt an Knaben vergriffen hatte", so blick.ch am
19.3.2010. Dennoch wurde er in einer Art "Kinderversuch" wieder in der
Kinderarbeit eingesetzt, wenn er parallel dazu ärztlich behandelt und durch
einen anderen Priester beaufsichtigt würde. Und der Priester gründete an seinem
nächsten Einsatzort in Baden im Aargau gleich einen Kinderchor - ein möglicher
"Leckerbissen" für einen pädophilen Straftäter; natürlich ohne Wissen der Eltern
der Kinder. Jetzt zittert die Kirche, ob sich eventuell Opfer aus diesem
Kinderchor melden oder ob der Priester dort nicht in diesem Sinne tätig wurde.
Dann wäre der "Kinderversuch" in diesem Fall einmal geglückt.
Nachdem aber ein ehemaliges Opfer aus dem voran gegangenen Dienstort des
Priesters jetzt auspackte, ist dieser zunächst abgetaucht. Einmal mehr im
Mittelpunkt steht dabei die deutsche Erzdiözese Freiburg. Schon 2006
räumte der Priester "gegenüber einem ehemaligen Klosterschüler ein, ihn
missbraucht zu haben. Das heute 53-jährige Opfer informierte mit dem ihm
vorliegenden Geständnis die Erzdiözese Freiburg, wie die Zeitung
´Südkurier` heute berichtet. Die Erzdiözese Freiburg bestätigt heute: Sie
versprach im Jahr 2006, den Fall in Angriff zu nehmen ... Geschehen ist
jedoch nichts. Vier lange Jahre wartete das immer noch traumatisierte
Opfer". Und blick.ch schreibt: "Kirche liess Anzeige verschwinden".
Dann entschloss sich das Opfer, "selbst die Initiative ergreifen: Er kündigte
an, beim Sonntags-Gottesdienst in Schübelbach [im Bistum Chur, wo der
Priester zuletzt arbeitete] Pater Gregor vor versammelter Kirchgemeinde mit
seinen Taten zu konfrontieren". Erst diese Ankündigung führte zur Aufdeckung der
Verbrechen (blick.ch, 19.3.2010).
Nr. 41 / 2010 - Strafsache Vatikan:
Missbrauchsopfer klagt Papst der Strafvereitelung und Falschaussage an - Der
Anwalt Jeff Anderson aus den USA vertritt eines der gehörlosen Kinder, das von
dem Priester Lawrence Murphy in der Erzdiözese Milwaukee missbraucht wurde.
Joseph Ratzinger stellte jedoch in den 90er-Jahren das innerkirchliche Verfahren
gegen den Täter, der sich an ca. 200 gehörlosen Kindern vergangen hat, ein.
Angeblich habe die Glaubenskongregation, die moderne "Inquisitionsbehörde" in
Rom mit Joseph Ratzinger an der Spitze, von nichts gewusst, und als sie es 1996
schließlich doch erfahren habe, sei alles schon "verjährt" gewesen. Das Argument
ist bekannt. Auch in Deutschland will Erzbischof Joseph Ratzinger von den
Personalentscheidungen in seinem Bistum, einen pädophilen Priester betreffend,
die ihm neue Kinderschänder-Verbrechen ermöglichten, nichts gewusst haben
(vgl. hier). Das Opfer
Arthur Budzinski widerspricht energisch: "Der Papst hat davon gewusst. Er muss
zur Rechenschaft gezogen werden." Vor Gericht könnte der Papst ja dann
versuchen, seine angebliche Unschuld zu beweisen. Was ihm vermutlich nicht
gelingen wird. Denn der Rechtsanwalt Jeff Anderson hat "Papiere",
die den Papst schwer belasten, "in den abgelegten Akten eines alten Falls
gefunden". Lügt also der Papst? Der Opferanwalt wörtlich:
"Ich traue nicht einem einzigen Katholiken oder
der klerikalen Kultur zu, dieses Problem zu lösen. Sie haben sich immer nur
selbst geschützt. Alle Wege im Skandal und die Vertuschung führen nach Rom"
(Tagesanzeiger, 30.3.2010). Auch das Kind des Anwalts wurde im Alter von
acht Jahren missbraucht. Von einem Therapeuten mit römisch-katholischer
Priesterweihe.
Vgl. auch das Buch
Strafsache Vatikan: Ein Tribunal über die Päpste.
Nr. 40 / 2010 - Kinderschändung durch Priester in Stichworten (Teil 2;
Teil 1 siehe hier) - Allein
im Bistum Trier stehen jetzt 20 Priester wegen Kindsmissbrauchs unter Verdacht
(Spiegel online, 29.3.2010). / Im Bistum Münster wurde ein Pater wegen
des Verdachts des sexuellen Missbrauchs vorläufig vom Dienst entbunden und in
ein Kloster versetzt (ahlener-zeitung.de, 31.3.2010). / In Spelle wird der
Jugendpfarrer angeklagt, über Jahre hinweg ein minderjähriges Mädchen
vergewaltigt zu haben. Der Priester spricht nur von einem "Fehlverhalten" (ahlener-zeitung.de,
31.3.2010). / In Sulz am Neckar in der Erzdiözese Freiburg
wurde ein Priester suspendiert, der Ende der 70er und 80er Jahre mit "sexuellen
Übergriffen auf Kinder" gewütet hat. Einem anderer Priester aus
Tiengen-Lauchringen, ebenfalls Erzdiözese Freiburg, wird vorgeworfen, während
seiner Zeit in Irland Kinder sexuell missbraucht zu haben. Er beantragte seine
Beurlaubung (stuttgarter-nachrichten.de, 28.4.2010). / Alleine im
Bistum Würzburg haben sich beim bischöflichen Missbrauchsbeauftragten nach
nur wenigen Tagen schon 54 Opfer gemeldet (tz-online.de, 29.4.2010).
/ Derweil sitzt Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Bischof Walter
Mixa aus - ein Verhalten, das die Kirche wie keine andere Institution seit
Jahrhunderten beherrscht. / In römisch-katholischen Studienseminar in
Aschaffenburg wurden Jungen mit dem Rohrstock auf die Genitalien geschlagen.
Der Täter, vermutlich ein Priester, sei dabei "sehr erregt" gewesen
(main-netz.de, 4.5.2010). "Schläge und eiskalte Duschen" seien die üblichen
Foltermethoden gegenüber den Kindern gewesen. Ein Junge wurde einmal in den
Keller eingesperrt, bis zu den Knien im eiskalten Wasser. Auch im
römisch-katholischen Knabenhort in Aschaffenburg waren Schläge "an der
Tagesordnung".
Die hier stichpunktartig genannten Fälle sind nur ein minimaler Ausschnitt.
Mittlerweile (4.5.2010) werden die neu entdeckten Verbrechen in der Regel nicht
mehr überregional bekannt gemacht, aber jedes Bistum hat offenbar seine Dutzende
von neuen Opfern.
Nr. 39 /
2010 - Angesichts der bischöflichen Beurlaubung eines Kaplans, der endlich
auspackte, dass er von einem Priester sexuell missbraucht wurde (siehe
Nr. K 38), stellt sich dringend die Aufgabe
eines staatlichen Opfer- und Zeugenschutzes für von Priestern missbrauchte
Kinder. Denn es ist davon auszugehen, dass noch Hunderte, wenn nicht
Tausende Opfer heute im Dienst der Kirche stehen und berufliche Nachteile oder
Entlassungen fürchten müssen, wenn sie die Wahrheit sagen und sich an der
Aufklärung aktiv beteiligen.
Hier könnte der Staat z. B. einen Teil der üben sieben Milliarden Euro
Subventionen, welche die römisch-katholische Kirche jährlich vom Staat für
innerkirchliche Zwecke erhält, dafür verwenden, den Opfern und Zeugen im
kirchlichen Dienst den Rücken zu stärken. Das Schutzprogramm könnte z. B.
berufliche Nachteile oder gar Kündigungen ausgleichen helfen.
Auch könnte der Staat endlich damit beginnen, kirchliche Sozial- und
Erziehungseinrichtungen, die er ohnehin schon zu 70 - 100 % staatlich
finanziert, in eigene Regie überzuführen. Den Differenzbetrag kann er locker
aufbringen, wenn er die jährlichen Milliardensubventionen an die Kirchen
einstellt, was der Staat ohnehin schon seit 1919 (Weimarer Reichsverfassung) tun
muss. Doch die kirchlichen Politiker weigern sich bisher, dieses
Verfassungsgebot, das auch in das deutsche Grundgesetz übernommen wurde, in die
Tat umzusetzen. Es fehlt bislang am Willen der Politiker und aufgrund der
Trägheit der meisten Bürger in dieser Hinsicht können die Politiker sich dies
leisten. Zumindest könnte der Staat die jährlichen Milliardensummen für die
Kirche kürzen.
Nr. 38 / 2010 - Der in
Würzburg stadtbekannte Franziskaner-Minoriten Pater Damian M.
wies die Anschuldigungen des Kindsmissbrauchs gegen ihn bisher stets zurück.
Schon schien der ehemalige Schulleiter in der Öffentlichkeit auch als ein
"Opfer" zu gelten. Doch die Anklagen werden nun immer erdrückender. Ein
damals 10jähriger Junge berichtet 40 Jahre später: "Damian Mai habe ihn körperlich bedrängt. So
sehr bedrängt, ´dass ich mich geekelt und furchtbar geschämt habe`. Verschiedene
andere Schüler, deren Namen die Redaktion kennt, bestätigen Peters Erlebnisse.
Auch sie erzählen, dass sie im Zimmer des Paters duschen sollten. Er habe sie
auf den Mund geküsst und sich in Unterhose mit ihnen auf dem Bett gewälzt"
(Mainpost, 29.3.2010).
Als die ersten Eltern drohten, zur Polizei zu gehen bzw. ihre
Schüler aus dem Internat heraus nahmen, zeigte sich der Pater 1970 formell selbst an.
Es kam zu einer Gerichtsverhandlung. Doch eines der Opfer erzählt: "´Kurz vor
meiner Vernehmung hat mich Pater Damian zu sich bestellt, um mir zu erklären,
was ich aussagen soll.` Seine Mutter berichtet diese Begebenheit später dem
Provinzial der Franziskaner-Minoriten in Würzburg: ´Pater Damian wollte meinen
Sohn dahin gehend beeinflussen, er möge nichts vom Schlafzimmer erwähnen und
auch nichts davon, dass die Handlungen im Bett erfolgt seien.` Die Mutter
beschreibt, wie sie Damian Mai darauf angesprochen habe. Dieser habe erwidert,
dass Verschweigen ja keine Lüge sei. ´Traurig und wütend`, so beschreibt
Peter W. seine Gefühle heute. ´Wenn mein Sohn das erleben müsste, was ich erlebt
habe, könnte ich das nicht aushalten.`"
Auch ein anderer Priester, Pater S., übte vor der Verhandlung gegen Pater
Damian damals massiven
Druck auf den Jungen und seine Mutter aus. Der Junge solle "keine weiteren
Namen nennen oder besondere Einzelheiten". "Weiter führt Pater S. aus, dass
nicht nur die Ehre des beschuldigten Paters und des Kollegs auf dem Spiel
stünden, sondern auch die Zukunft von Peter. Ein dezenter Hinweis auf die
wirtschaftliche Abhängigkeit der verwitweten Mutter, deren Sohn ein Teil des
Schulgeldes erlassen wird. Pater S.: ´Für ihre Mithilfe, die Sache zu
bereinigen, jetzt schon vielen Dank.`"
Heute gibt Pater S. zu, unter dem Einfluss seines damaligen Chefs, des
nächsten in die Schändungen verwickelten leitenden Priesters, gehandelt zu haben. Aufgrund der
auf diese Weise manipulierten Aussagen wurde
der Pater frei gesprochen und die Mutter von Peter W. schrieb darauf hin verzweifelt an
Erzbischof Kardinal Joseph Höffner. Gleichzeitig schrieb sie gleich mehrere
Briefe an die Leitung der Franziskaner-Minoriten und deckte darin auch auf, wie ihr
Sohn zu falschen Aussagen zugunsten des Täters gedrängt wurde. Doch der
Erzbischof reagierte nicht, ebenso wenig die Ordensleitung. Der Täter wurde
nicht verurteilt und blieb auch kirchlich im Amt. Man hielt es also nicht einmal
für nötig, ihn zu versetzen, wie man es in zigtausend anderen Fällen in der
Kirche tat. Er wurde ja auch "frei"
gesprochen. Der ganze Priestermänner-Clan, von ganz oben bis ganz unten, saß die Sache schweigend aus.
Und der Täter konnte weiter machen. Bereits 1976 wurden die nächsten
Missbrauchs-Vorwürfe gegen Pater Damian erhoben, jetzt von einem weiteren Schüler.
Doch wieder schüchterte die Kirche das Opfer ein. "Mehrere Kinder könnten dies
bestätigen. Der Provinzial fragte nicht nach: weder bei den Schülern noch bei
anderen Erziehern. Stattdessen wiegelte er die Vorwürfe in einem Brief an den
Schüler ab und warnte diesen davor, Unwahrheiten zu verbreiten". Alle diese
Missbräuche gelten nun als verjährt, nachdem die Kirche eine zeitnahe Aufklärung
massivst verhindert hat. Doch jetzt gibt es auch neue
Anschuldigungen der Kinderschändung gegen den Pater aus den Jahren 2001 und
2002. Diese sind noch nicht verjährt.
Doch der Vertuschungsskandal geht noch weiter. Als am 22.2.2010 ein Kaplan
gegenüber der Presse von den "sexuellen Übergriffen" von Pater Damian berichtet,
denen auch er als Schüler einst ausgesetzt war, wurde er sofort vom Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann
beurlaubt.
Erst vor wenigen Tagen heuchelte die Kirche,
dass es nun angeblich keine Geheimhaltung mehr gebe, nachdem man es Jahrhunderte
lang anders hielt. Doch in der Kirche werden weiter Maßnahmen gegen Opfer
ergriffen. Ein "Parade-Beispiel" für "innerkirchliche
Aufklärung". Und die Kette der Anschuldigungen gegen den Pater
reißt nicht ab.
Und weitere Vorwürfe ehemaliger Opfer kommen ans Tageslicht. Der Täter hat sich nun
einen Anwalt genommen: "Für mich ist das nicht nachvollziehbar", so verteidigt
er sich. Bislang ist er damit durchgekommen.
Nr. 37 / 2010 - Weitere Aufgaben für den Runden Tisch:
Auch Sodomie und Schicksal von schwangeren Nonnen untersuchen - Der bekannte
Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner stößt in einem Interview zu
den aktuellen Kinderschänder-Verbrechen von Priestern auch ein weiteres dunkles
Thema an: die Sodomie in der Kirche, das heißt den Sex von Amtsträgern mit Tieren. So sagte er
u. a.: "Wie denn nur beispielhalber die Ritter des Deutschen Ordens,
verpflichtet, ein Leben ´allein im Dienste ihrer himmlischen Dame Maria` zu
führen, alles v..., was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen
und, wie wir nicht ohne Grund vermuten dürfen, weibliche Tiere"
(http://hpd.de/node/9114). Die Tiere können jedoch nicht auspacken und die
Täter nicht anzeigen. Alle bisher aufgedeckten Fälle in der jüngeren
Vergangenheit sind deshalb den
besonderen Umständen zu verdanken: Als z. B. ein evangelischer Pfarrer
Sex mit Tieren in die Jugendarbeit
einbezog oder ein katholischer Priester beim
Sex mit einem Pferd
starb.
Auch das Schicksal von schwangeren Nonnen sollte besser untersucht werden. Aus
der Kirchengeschichte sind ja Baby-Gräber im Umfeld von Nonnen-Klöstern
bekannt. Dazu die Frage: Was geschieht heute genau, wenn eine Nonne schwanger ist?
Dies sollte unbedingt von einer neutralen Stelle überprüft werden.
Nr. 36 / 2010 - Joseph
Ratzinger klammert sich an den Stuhl Petri. Da dieser jedoch auf dem Blut
und den Knochen der Opfer der Kirche über Jahrtausende erbaut wurde, ist die
Frage, wie lange ihm dieser Stuhl noch Halt gibt.
Nun fordert auch des Sprecher
der Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" in Österreich, Hans Peter Hurka, den
Rücktritt des Papstes. "´Wenn er konsequent wäre, müsste er das tun`, sagte
Hurka am Freitag vor Beginn der ´Wir sind Kirche`-Bundesversammlung in Würzburg.
Der frühere Kardinal Joseph Ratzinger habe seit 2001 Kenntnis von mehr als
300 Fällen von Pädophilie gehabt. ´Dann muss man sich fragen, ob er auch
Mittäter war, weil er nichts getan hat`, argumentierte Hurka. Wenn Benedikt
jetzt den Rücktritt irischer Bischöfe verlange, müsse er das auch für sich
selbst erwägen", so eine ddp-Meldung vom 26.3.2010.
Doch "eine persönliche Verwicklung hat der Papst am Sonntag indirekt als
´belangloses Geschwätz` zurückgewiesen" (Spiegel online, 28.3.2010).
Papst Benedikt XVI. sagte wörtlich, der Glaube an Jesus Christus gebe einem die
Stärke, sich "nicht vom belanglosen Geschwätz der vorherrschenden Meinung
einschüchtern zu lassen". Damit versucht der Pontifex, weiter über dem Teppich
zu schweben, unter dem zahllose Verbrechen bisher gekehrt wurden.
Als Erzbischof von München und Freising trug er die Verantwortung für die
Versetzung eines pädophilen Priesters in sein Bistum, der darauf erneut mehrfach
zum Seelenmörder von Kindern wurde. Angeblich hätte er aber nicht
mitbekommen, dass der Sittlichkeitsverbrecher wieder in der Kinder- und
Gemeindearbeit eingesetzt wird. Und später als Vorsitzender der
Glaubenskongregation im Vatikan, der heutigen Inquisitionsbehörde, ließ er
sich unter höchster Geheimhaltung alle pädophilen Verbrechen von Priestern
melden. An die jeweilige Staatsanwaltschaft weiter gegeben hat er nach dem heutigen
Wissensstand aber keinen der Verbrechensfälle. Auch eine Mitwisserschaft der
Missbräuche bei den Regensburger Domspatzen kann nicht ausgeschlossen werden.
Joseph Ratzinger war Theologieprofessor in Regensburg und sein Bruder Georg
Ratzinger der Chorleiter. Kaum denkbar, dass die beiden nicht darüber gesprochen
haben, wenn es bei den Domspatzen Probleme gab.
Auch steht Joseph Ratzinger weiter im Verdacht, Bischof Joseph Stangl beim
Exorzismus an Anneliese Michel beraten zu haben. Die junge Katholikin starb
1976 an den Folgen des Exorzismus. Das Erzbistum wurde der Lüge überführt,
nachdem der Pressesprecher von Joseph Stangl erklärte, der Bischof habe von
nichts gewusst. Tatsächlich konnte aber zweifelsfrei bewiesen werden, dass der
Bischof selbst den Exorzismus angeordnet hatte. Und dieser war wieder ein Vertrauter
von Joseph Ratzinger, damals Professor in Regensburg und kurz darauf von Stangl
zum Erzbischof von München und Freising geweiht (mehr dazu
hier). Gegen Bischof Stangl wurde nie
ermittelt - nur gegen die von ihm beauftragten Exorzisten, die auch zu
"Bewährungsstrafen" verurteilt worden waren.
Nr. 35 / 2010 - Wo
sind die gedeckten und vertuschten Kinderschänder-Verbrecher der Priester
gesammelt und archiviert? Im Vatikan. Denn dorthin müssen seit Jahrzehnten
alle Verbrechen unter dem secretum pontificium (der höchsten Geheimhaltungsstufe
nach dem Beichtgeheimnis) gemeldet werden. Die Frankfurter Rundschau
schreibt: "Der Vatikan sitzt auf allen Fakten zu zahlreichen Fällen von
Kindesmissbrauch - und er hält den Daumen auf den Informationsfluss"
(26.3.2010). Was bringt in diesem Zusammenhang der Runde Tisch der
Bundesregierung? Stern.de schreibt dazu: "Unabhängige Aufklärung? Von
wegen. Die Besetzung des Runden Tischs der Bundesregierung ist zwar hochkarätig,
sendet aber eine klare Botschaft an die katholische Kirche: Fürchtet euch
nicht!" Ein Beispiel: Bei "Ministerin Schavan muss die Frage gestellt werden, ob
sie nach ihrer langjährigen, engen beruflichen Bindung an die katholische Kirche
die unabdingbare Unabhängigkeit für ihre Arbeit am Runden Risch mitbringt. Hat
sie den Mumm, etwa dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller offen entgegen
zu treten?" (25.3.2010). Auch wenn Müller sie z. B. mit dem angeblichen
Verlust ihres Seelenheils bedrohen würde? Letztlich könnte nur der Druck
aller Staaten auf den Vatikan helfen und die Aufforderung, das ganze
Verbrecherarchiv zu öffnen. Denn nach kirchlichen "Gesetzen" dürfen die
geheimen Archive der Glaubenskongregation erst nach 100 Jahren geöffnet werden.
Doch das dürfen sich die Menschen nicht mehr gefallen lassen. Man stelle sich
vor, die Stasi-Akten hätten auch erst im Jahr 2089 geöffnet werden dürfen (100
Jahren nach dem Fall der Mauer)! So könnte man symbolisch gesprochen, fordern:
"Satan, öffne Dein Archiv!" Und zwar jetzt. Die Dokumente sollten allesamt den
Strafverfolgungsbehörden der jeweiligen Ländern ausgehändigt werden.
|
Nr. 34 / 2010 - Keiner
wusste mehr als der Papst. Und er hat die Instruktion zum Schweigen gegeben
- Professor
Dr. Hans Küng, Theologe, Universität Tübingen: "Ich glaube, dass ich
nicht übertreibe, wenn ich sage, es gab in der katholischen Kirche keinen
einzigen Mann, der so viel wusste über die Missbrauchsfälle, und zwar ex
officio, also von seinem Amt her - schon früher als Professor in Regensburg,
dann schließlich als Erzbischof von München und 24 Jahre in der
Glaubenskongregation, wo seit langem alle Missbrauchsfälle zentralisiert
sind, damit sie unter höchster Geheimhaltungsstufe des Sanctum Offiziums
eben unter der Decke gehalten werden können Aktenkundig ist natürlich dieser
berühmte Brief aus dem Jahr 2001, im Mai abgeschickt, unterzeichnet von Joseph
Ratzinger, an sämtliche Bischöfe der Welt: Alle Sexualdelikte müssen unter dem
secretum pontificium, als höchste Geheimhaltungsstufe, nach Rom gemeldet werden
(siehe hier),
und dort sind sie natürlich auch entsprechend archiviert worden, und es ist eben
nichts geschehen." Weiterhin brauche man "ein klares Eingeständnis,
dass der Papst selber verantwortlich ist. Er kann doch nicht einfach nur den
Bischöfen den Zeigefinger machen und sagen, ´Ihr habt das genügend gemacht`. Er
selber hat die Instruktion gegeben, als Chef der Glaubenskongregation und auch
als Papst wieder neu" (Schweizer Fernsehen, SF 1
Tagesschau, 21.3.2010). |
Nr. 33 / 2010 - Finanzskandale im Vatikan - "Für
Aufregung in der katholischen Kirche hat das Buch Vatikan AG bei seinem
Erscheinen im Mai 2009 gesorgt. In italienischen
Medien sei das Buch, das Finanz- und Politskandale des Vatikan samt
Verbindungen zur Mafia aufdeckt, allerdings kaum beachtet worden, obwohl es
im Oktober 2009 das meistverkaufte Sachbuch Italiens
war, meinte Autor Gianliugi Nuzzi am Mittwoch anlässlich der Buchpräsentation in
Wien. ´In Italien gibt es eine Selbstzensur in
der Presse, die erschreckend ist`" (Der Standard, 25.3.2010).
Nr. 32
/ 2010 - "Auch in den USA gibt es schwere Missbrauchsfälle. 200 gehörlose
Jungen soll ein Priester missbraucht haben – und der Vatikan blieb untätig.
Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger soll Briefe nicht beantwortet haben"
(focus online, 25.3.2010;
http://www.focus.de/panorama/welt/missbrauchsskandal/vertuschung-von-missbrauch-us-zeitung-erhebt-vorwuerfe-gegen-papst_aid_492936.html).
Drei aufeinander folgende Erzbischöfe hätten die Missbräuche der
Staatsanwaltschaft verschwiegen. Und das geheime innerkirchliche Verfahren
wurde gestoppt, nachdem der angeklagte Priester einen Brief an Erzbischof
Kardinal Joseph Ratzinger geschrieben hatte. Er wurde auf eine andere Stelle
versetzt, wo er wieder mit Kindern und Jugendlichen zu tun hatte. Die
Anklageschrift gegen den Papst wird länger und länger.
Der Priester hatte bis 1974 die Jungen meist in einen Schrank geholt und sie
dort missbraucht. Ein Opfer "habe sich 1974 unter anderem dem Erzbischof
von Milwaukee, William Cousins, anvertraut. Dieser habe ihn jedoch
angeschrieen. Er sei daraufhin weinend davongelaufen" (focus.de,
26.3.2010). So weit hier zum Thema der innerkirchlichen Anzeige eines
Verbrechens. Wäre der Junge statt zum Erzbischof zur Polizei gegangen, hätte man
ihm mehr Gehör geschenkt. Der Täter wurde auch dann nicht innerkirchlich
belangt, als sich die Verbrechen nicht mehr unter den Teppich kehren ließen.
"Gründe ihn nicht seines Amtes zu entheben, seien sein damals schon
angeschlagener Gesundheitszustand und die Tatsache gewesen, dass es keine
Vorwürfe mehr gegen Murphy aus jüngerer Zeit gegeben habe", so der Sprecher des
Vatikans Federico Lombardi.
Nr. 31 / 2010 -
17-fachen Kinderschänder nur in den Ruhestand versetzt: Schwere Vorwürfe gegen
Bischof Robert Zollitsch - "Der Pfarrer Franz B. soll im Zeitraum zwischen
1968 und 1991 mindestens 17 Kinder und Jugendliche missbraucht haben, vor
allem Messdiener", so swr.de (20.3.2010). Der Priester wirkte in
Oberharmersbach im Ortenaukreis. "Zollitsch wird vorgeworfen, einen 1991 unter
Missbrauchsverdacht stehenden Pfarrer lediglich in den Ruhestand versetzt zu
haben, ohne die Staatsanwaltschaft einzuschalten." Der heutige Bischof war
damals Personalreferent der Erzdiözese Freiburg. Erst 1995 wurden die Verbrechen
bei der Staatsanwaltschaft bekannt, nachdem ein Opfer Anzeige erstattete. Der
Priester entzog sich der Verantwortung anscheinend durch Selbstmord, wobei über
den Grad der Freiwilligkeit dieser Entscheidung natürlich spekuliert werden
kann.
Die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt verlangten am 10.2.2010 vor
dem Verwaltungsgericht in Freiburg, die Erzdiözese Freiburg solle sich nicht
mehr "christlich" nennen (http://www.christus-oder-kirche.de).
Damals äußerten anwesende Kirchenvertreter noch, vorgebrachte Vorwürfe hätten
nicht in der Erzdiözese Freiburg stattgefunden. Nun also auch Freiburg.
"Ein weiteres mutmaßliches
Missbrauchsopfer hat schwere Vorwürfe gegen die Erzdiözese Freiburg und die
Zisterzienserabtei Mehrerau erhoben. Der heute 53-Jährige sagte in einem
Interview mit dem Südkurier (Dienstagausgabe), dass er als Ministrant
zwischen 1963 und 1965 in mindestens 30 bis 50 Fällen von einem Mönch in der
Klosterkirche Birnau (Bodenseekreis) missbraucht worden sei. 2006 legte der
Pater ein schriftliches Geständnis ab, das nach Angaben des Opfers auch der
Erzdiözese Freiburg bekannt gewesen sein muss. Dennoch hätten sich die
Verantwortlichen nicht ernsthaft für den Fall interessiert. Der 53-Jährige
wirft der Kirche ´Vertuschung` und ´Strafvereitelung` vor" (ddp, 23.3.2010).
Nr. K 30 / 2010 - Papst am Pranger: Was jetzt an
die Öffentlichkeit drang, spitzt die bisherigen Vertuschungs-Praktiken der
Kirche noch einmal zu. "Obwohl ein Kirchengericht den Pfarrer aus der
Steiermark für schuldig befand, würgte der Vatikan den Prozess einfach ab.
Laut einer staatlichen Strafanzeige aus dem Jahr 2002 war der Pfarrer
verdächtig, in den 80er Jahren mindestens 13 Jungen "zwischen fünf und 18 Jahren
wiederholt sexuell und schwer sexuell missbraucht zu haben" (Frankfurter
Rundschau, 19.3.2010). Nach staatlichem Recht griff die Verjährung. Nach
kirchlichem Recht hätte sie aber wenigstens intern aufgehoben werden können.
Doch der Vatikan unter Papst Benedikt XVI. hob das Urteil des Kirchengerichts in
Österreich "wegen Verjährung" auf. "Gerhard Holotik, der als Chef des Salzburger
Diözesangerichts das Verfahren leitete, gibt sich zurückhaltend: ´Wir stehen
unter päpstlicher Verschwiegenheit ... Sie können sich denken, wie wir
empfinden, wenn unser Urteil plötzlich aufgehoben wird`". Der Kinderschänder
wurde weiter beschäftigt und erst unter einem neuen Bischof in ein Kloster
versetzt. Die Frankfurter Rundschau schreibt weiter: "Inwieweit der
heutige Papst in die Aufhebung des Urteils involviert war, ist so geheimnisvoll
wie der gesamte Prozess. Als die Glaubenskongregation das Verfahren bestellte,
war er noch deren Chef. Als Rom es abwürgte, war er Papst."
Nr. K 29 / 2010 - Wie bei einer sich
windenden Schlange ist der Kirche ein neues Argument eingefallen, mit dem sie
die Vertuschung von Kinderschänder-Verbrechen teilweise rechtfertigt. Sie
habe es angeblich zum Schutz der Opfer getan. Beispielhaft hier die
Rechtfertigung aus dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz: "In der Stiftsschule
Einsiedeln ist es seit den 1970er-Jahren immer wieder zu sexuellen Übergriffen
an Schülern gekommen. Insgesamt haben sich fünf Mitglieder der Gemeinschaft
Verfehlungen zuschulden kommen lassen. Angezeigt hat die Klosterleitung keinen
der Täter. Gemäß Abt Martin Werlen sind drei Brüder, welche sexuelle Übergriffe
verübt haben, weiterhin beschäftigt. Man wolle ihnen eine zweite Chance geben,
sagt Abt Martin Werlen in der Sendung «Schweiz aktuell». Auf eine Anzeige habe
man aus Gründen des Opferschutzes verzichtet. Details wollte Werlen keine
bekannt geben, die Fälle haben sich innerhalb der letzten neun Jahre ereignet"
(a-z.ch, 19.3.2010).
Nr. K 28 / 2010 - Der einfache Mann
muss in Haft, der Priester und Bischof bekommt Bewährung oder Verjährung -
Ist das so? Irgendwo in Deutschland: Ein 40jähriger Handwerker hatte eine
13jährige Freundin und beide hatten in beiderseitigem Einvernehmen ein paar Mal
Sex. Natürlich ist das nicht erlaubt, denn mit 13 Jahren ist man noch ein Kind,
auch wenn das Kind "frühreif" ist und schon sexuell erfahren, z. B. durch Sex
mit annähernd Gleichaltrigen. Weil Nachbarn den Mann aufgrund der minderjährigen
Freundin angezeigt hatten, wurde er festgenommen und er bereute und legte
sogleich ein umfassendes Geständnis ab. Die Frankenpost schreibt dazu: "Sex
mit Kindern wird schwer bestraft, auch wenn der Täter im Einvernehmen mit dem
Opfer gehandelt hat. Dies machte am gestrigen Mittwoch die erste Strafkammer des
Landgerichts Hof deutlich. Sie verurteilte einen 40-jährigen Mann aus dem
Landkreis Hof zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Damit
blieb die Kammer deutlich unterhalb der nach Strafgesetzbuch möglichen zehn
Jahre. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft beantragt"
(frankenpost.de, 18.3.2010).
Nun, liebe Leserinnen und Leser, wie ist das dann aber, wenn ein Priester z. B.
ein fünfjähriges Kind vergewaltigt und sein Glied mit Gewalt in die Scheide oder
den After des Vorschulkindes presst? Oder wenn er ein 10jähriges Kind mit Gewalt
und Manipulation zu perversen sexuellen Ausschweifungen drängt, so dass sich das
Kind später als junger Erwachsener umbringt? Wenn der Staatsanwalt in Hof bei
dem Mann, der mit seiner minderjährigen Freundin einvernehmlich schlief, sechs
Jahre Haft forderte, wie viel müsste er dann für einen Kinderschänder-Verbrecher
fordern, der auch noch im Namen Gottes seine Verbrechen beging, anders als
der Handwerker aus dem Landkreis Hof, der sich bei seinem Tun mit seiner
frühreifen Freundin nicht auf Gott berief? Nun, alles verjährt, so die monotone
Antwort in den letzten Wochen. Hin und wieder hört man allenfalls, es gab hier
und da eine Vorstrafe "auf Bewährung" für den Priester, bevor er dann seine
weiteren Verbrechen beging. Doch warum bekommen Priester immer wieder
Bewährung, wo andere Bürger womöglich keine Bewährung bekommen? Hat man hier
einmal geprüft, ob Priester vor dem Gesetz bevorzugt werden? Und warum sind
schlimmste Verbrechen von Klerikern unter Umständen verjährt? Der Grund ist:
Weil sie von Bischöfen und kirchlichen Vorgesetzten im Einvernehmen mit dem
Vatikan immer wieder vertuscht wurden. Also sollte doch dann derjenige vor
Gericht anstelle des Täters zur Rechenschaft gezogen werden, der vertuscht hat,
weil durch die Vertuschung das Verbrechen überhaupt erst verjähren konnte?
Oder beruft man sich in der Kirche darauf, dass auch die Vertuschung verjährt
ist? Und wenn die Priester und Bischöfe schon die ganze Milde des deutschen
Rechtssystems für Priester und für "verjährte" Taten für sich in Anspruch
nehmen, so sollte man doch meinen, dass die Täter wenigstens von ihren Ämtern
zurück treten? Und zwar alle Beteiligte, vom Papst über Bischof Robert Zollitsch
bis hin zu den Verbrechern im Talar selbst. Doch was passiert?
Nr. K 27 / 2010 - Spiegel online
kommentiert am 19.3.2010 u. a.: "Dass hier wie an vielen anderen Orten
wahrhafte Sittenstrolche, Schweinepriester (ein Schimpfwort aus dem 12.
Jahrhundert) und "Verbrecher" (Opfer Amelie Fried in
der "FAZ") weithin unbehelligt ihr Unwesen treiben konnten, ist das eine.
Der Skandal nach dem Skandal, die zweite Schuld aber ist das große
Schweigekartell, das über Jahrzehnte dicht gehalten hat. Da hilft es auch
nichts, die offizielle Statistik von Kindesmissbrauch heranzuziehen, der zufolge
die weitaus meisten Fälle in Familien zu beklagen sind. Man kann die
katholische Kirche mit ihrem immer noch schweigenden Papst nun mal nicht an der
gleichen moralischen Elle messen wie eine sozial verwahrloste Familie. Zumal
sich die Kirche und auch elitäre Schulleiter sonst moralisch und intellektuell
doch so erhaben fühlen. Alle rhetorischen Verrenkungen und wortreichen
Entschuldigungen samt der Bestellung von Missbrauchsbeauftragten und Runden
Tischen ändern nichts daran: Hier liegt letztlich kriminelles Versagen
ausgerechnet jener Institutionen vor, deren Ethik höchste moralische Ansprüche
formulierte. Dieselbe Kirche, die jungen Menschen jahrhundertlang Angst und
Schrecken einjagte, selbst wenn es nur um kleinste angebliche Sünden und
Verfehlungen ging, tolerierte sehenden Auges Sadisten und Sexualverbrecher in
ihren Reihen. Motto: tarnen, täuschen und vertuschen. Die Verlogenheit der
katholischen Kirche ist historisch nicht neu, auch nicht ihre Doppelmoral und
Scheinheiligkeit, ob es nun um das Tabu der Homosexualität, das Geißeln von
Pille und Präservativen oder mittelalterliches Foltern im Dienste der
Frömmigkeit geht. Für viele überraschend mag aber doch sein, dass sie sich auch
in unserer demokratischen Gesellschaft bis heute als Paralleluniversum halten
kann - als eine Macht, deren finanzielle Grundlage nicht zuletzt in der
staatlichen Eintreibung der Kirchensteuer besteht
(http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,684367,00.html).
Nr. K 26 / 2010 - Pädophiler
Wiederholungstäter: Papst noch schwerer belastet. Erzbistum unter seiner
Verantwortung ignorierte das Flehen des Psychiaters - "Er warnte sie
eindringlich - doch seine Einschätzungen wurden in der katholischen Kirche in
München und Freising nicht gehört und nicht gelesen. Es war Psychiater Werner
Huth, der sich eingemischt hatte. Laut New York Times beschwor er die
katholische Kirche Anfang der 80er Jahre geradezu: Der wegen
Kindesmissbrauchs vorbelastete Pfarrer aus dem Bistum Essen, der bei ihm in
Behandlung war, dürfe auf gar keinen Fall wieder mit Kindern arbeiten. Doch die
Erzdiözese München und Freising habe ihn ignoriert. Die Süddeutsche
Zeitung hatte den Fall vergangene Woche publik gemacht. ´"Um Gottes willen,
er muss dringend von der Arbeit mit Kindern ferngehalten werden`, sagt Huth der
New York Times`"
(sueddeutsche.de, 19.3.2010). Doch es kam anders. Der dafür
verantwortliche Erzbischof: Joseph Ratzinger.
Und Spiegel online
schreibt:
"In einem Übergabebrief des Bistums Essen an die von Ratzinger damals
geleitete Erzdiözese hatte klar erkennbar gestanden, dass Kaplan Peter H. sich
sexuell an Kindern seiner Gemeinde vergriffen hätte. So erklärte es das Bistum
Essen vorige Woche gegenüber dem SPIEGEL. Man habe München nicht im Unklaren
gelassen, was für ein Problemfall da komme" (spiegel.de, 20.3.2010). Und
weiter heißt es: "Trotzdem meldeten Ratzinger und sein Erzbistum den
Kinderschänder nicht der Polizei," die Verbrechen wurden also innerkirchlich
gemäß der päpstlichen Richtlinien von 1962 und entgegen den staatlichen Gesetzen
geheim gehalten.
Der Priester verging sich erneut an Kindern, wurde dieses Mal wenigstens
"auf Bewährung" verurteilt und innerkirchlich wieder
versetzt. Erneut arbeitete er mit Kinder und Jugendlichen, hielt z .B. Erstkommunionfeiern und Jugendgottesdienste.
Da hilft es wenig, wenn der Vatikan jetzt nach langem Nachdenken behauptet, die
päpstliche Geheimhaltungspflicht bei Kinderschänder-Verbrechen hätte angeblich
gar nicht gegenüber den staatlichen Behörden gegolten. Praktisch hielt man es in
der Regel so und hat damit selbst entlarvt, wie die päpstliche
Geheimhaltungspflicht, die 2001 erneuert worden war, richtig zu interpretieren
war.
Nr. K 25 / 2010 - "Nach welchem Maß ihr messt"
... - Muss Liebespaar in der Kirche 16.000 Euro zahlen? - Weil ein
Liebespaar in einer eiskalten Nacht sich bis zum frühen Morgen in die
beheizte katholische Kirche von Rennertshofen zurückgezogen hat, muss der Mann jetzt
8.000 Euro Strafe zahlen. Die Höhe des Strafbefehls für die Frau ist noch nicht
bekannt und könnte noch einmal in dieser Höhe liegen. Beide hatten offenbar nicht mitbekommen, dass das Früh-Rosenkranzgebet schon
begonnen hatte, und sie wurden aufgrund von Kichergeräuschen wegen "Störung der Religionsausübung" angeklagt,
nachdem der Priester den Vorfall bei der Polizei angezeigt hatte. Der Mann, ein
Polizist, soll zudem suspendiert worden sein (abendzeitung.de, 19.3.2010).
Wir berichteten hier.
Im Gegensatz dazu haben die Priester zigtausendfach und weltweit
Kinderschänder-Verbrechen und Seelenmorde ihrer eigenen Leute nicht bei der Polizei gemeldet.
Und berücksichtigt man das Jesus-Wort "Nach welchem Maß ihr messt, wird Euch
wieder gemessen werden", welche Zahlungen wären dann wohl bei den Verbrechen der
Priester fällig? 800.000 Euro pro Verbrechen? 8 Millionen? Oder mehr? Und wie
hoch könnte man die Strafe bei Strafvereitelung durch kirchliche Exzellenzen
ansetzen, wenn ein Kinderschänder-Verbrecher nicht der Polizei gemeldet
wurde, nur versetzt wurde und er dort erneut Seelenmorde an Kindern beging? Wenn
man dem heutigen Papst z. B. nachweisen kann, dass er als Erzbischof wusste,
dass ein Kinderschänder kirchenamtlich wieder in Berührung mit Kindern kommt?
Dass Joseph Ratzinger die ihm bekannten Verbrechen nicht anzeigte, ist ja schon
erwiesen. Unter 80.000 Euro oder Haft mit Bewährung dürfte er dann nicht hinweg
kommen.
Für die
Kirche ist es zwar eine "Störung der Religionsausübung", wenn ein
erwachsenes Liebespaar
einvernehmlich auf der Empore umschlungen ist. Aber keine Störung der
Religionsausübung ist es, wenn ein pädophiler Priester z. B. einem Ministranten
in der Sakristei erst seinen Penis und dann später in der Kirche die Hostie in den Mund steckt. Ein
Priester hat zudem den katholischen "character indelebilis". Er kann also sogar
Menschen ermorden. Seine sakramentalen kirchlichen Handlungen bleiben trotzdem gültig. Der
Polizist jedoch wurde suspendiert wegen unvorsichtiger und anstößiger, aber einvernehmlicher
Liebe zwischen Mann und Frau. Die Kirche sollte sich schämen und dem Liebespaar
wenigstens zeitlebens die Kirchensteuer erlassen.
Ein anderer Vorschlag: Katholiken, für die Sex-Missbrauch von Priestern an
Kinder schlimmer ist als lustvolles Kichern, das bis zu einer Handvoll
Rosenkranz-Betern vordringt, könnten aus der Kirche austreten. Und mit der
eingesparten Kirchensteuer könnten sie dem Polizisten einen Beitrag zukommen
lassen, damit er nicht so viel selbst bezahlen muss.
Nr. K 24 / 2010 - Die Abgründe werden
immer erschreckender. In den Niederlanden fielen römisch-katholische Priester über
blinde Kinder her und missbrauchten sie. Die Kinder befanden sich in der
Obhut der römisch-katholischen Internatsschule Sant Henricus in Grave und
wurden teilweise wie "Freiwild" missbraucht. Sechs Würdenträger bedienten sich der teilweise hilflosen Kinder
über Jahre hinweg "regelmäßig" zur sexuellen Befriedigung (nn-online.de,
18.3.2010). Die Verbrechen wurden kirchenamtlich "bewusst vertuscht". Die
Vergewaltigungen geschahen entweder in Gegenwart anderer Blinder, die ja alle
nicht sehen konnten, wer sich gerade an einem der Ihren sexuell zu schaffen
machte, oder in einer Abstellkammer (merkur-online.de, 18.3.2010).
Nr. K 23 / 2010 - Dr. paed.phil. - Priester
verführte Kinder zum Sex für seine "Doktorarbeit" -
http://www.welt.de/vermischtes/article6804509/Priester-filmte-sich-beim-Sex-mit-Kindern.html
Nr. K 22 / 2010 - Exakt 374.408.554
Dollar zahlte die US-Kirche allein im Jahr 2008 an Opfer sexuellen
Missbrauchs durch Priester. Der Jahresbericht führt zudem rund 35,2 Millionen
Dollar Anwaltskosten, 7,9 Millionen Dollar Therapiekosten für die Opfer und 14,2
Millionen Dollar zur Hilfe für die Täter an ... Bei der Aufarbeitung von
Kindesmissbrauch ist die US-Kirche jener in Deutschland um Jahre voraus ...
Die Praxis der Geldzahlungen an Opfer schützt Priester [jedoch] ebenfalls
vor Strafverfolgung, da es sich dabei meist um außergerichtliche Vergleiche
handelt. ´Man darf sich da nicht täuschen lassen: Das ist nur Kosmetik, das sind
keine Reformen`, sagt SNAP-Sprecherin (Survivors' Network of those Abused by
Priests) Barbara Dorris. ´Keine Institution kann als Richter ihrer selbst
auftreten, und den Bischöfen fehlt es hier an Ansporn und Integrität.` Nur eine
unabhängige Untersuchung und Verfolgung von außen sichere wirkliche Aufklärung"
(ntv., 17.3.2010).
Nr. K 21 / 2010 - Kardinal vertuschte
Sex-Verbrechen und bleibt im Amt - siehe
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2414291. Kardinal Sean
Brady hatte durch seine Strafvereitelung mitgeholfen, "dass noch viele
weitere Kinder missbraucht wurden". Er rechtfertigte sich mit der "Kultur
des Schweigens", die in der Gesellschaft üblich gewesen sei. Doch er würde nur
auf Befehl des Papstes zurück treten. Doch
dieser wird ja selbst der Vertuschung
beschuldigt und so hackt einmal mehr eine schwarze Krähe der anderen kein
Auge aus.
Nr. K 20 / 2010 - Mit einem öffentlichen Gebet
versuchten die katholischen Bischöfe, das Vertrauen ihrer Gläubigen wieder zu
gewinnen. Doch woran wird ein Mensch gemessen? An seinen schönen Worten,
eventuell an schönen Gebeten, oder an seinen Taten? (vgl.
hier) Worte sind leicht und schnell
gesprochen, doch was ist z. B. mit der Wiedergutmachung?
Jesus von Nazareth warnte einst vor den Theologen seiner Zeit mit den Worten:
"Seht euch vor vor den Schriftgelehrten, die gern in langen Gewändern gehen und
lassen sich auf dem Markt grüßen und sitzen gern obenan in den Synagogen und am
Tisch beim Mahl; sie fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein
lange Gebete. Die werden ein umso härteres Urteil empfangen"
(Markusevangelium 12, 38-40).
Nr. K 19 / 2010 - Klagen in der Kirche. Wird zu
hart mit einzelnen Beschuldigten umgegangen? / Pius-Bruderschaft: Papst braucht
sich nicht zu entschuldigen - Die Benediktiner von Kloster Ettal, wo es
horrende Exzesse von Kinderschändung gab, beschweren sich. "Angesprochen auf die
Visitation durch einen Beauftragten des Papstes, sagte Notker Wolf dem FOCUS,
der Visitator könne dabei gleich auch die Rolle von Erzbischof Reinhard Marx
thematisieren. Es müsse geklärt werden, ob die Erzdiözese München und Freising
´so mit einer Abtei umgehen kann, wie sie es jetzt tut, beispielsweise die
Schließung der Schule anzudrohen, falls der Schulleiter nicht zurücktritt, ohne
dass diesem das Geringste vorgeworfen werden kann` (focus.de, 17.3.2010).
Auch im Falle des Abtes hätte sich der Erzbischof eigentlich an die
Religionskongregation wenden müssen, so Wolf."
Der Schulleiter, dem man den Rücktritt eindringlich nahe legte, hatte nicht
einmal die innerkirchlichen Richtlinien bei Kinderschänder-Verbrechen
eingehalten, geschweige denn diese an die Staatsanwaltschaft gemeldet. Und
die meisten Menschen in Deutschland haben ohnehin genug von
Religionskongregationen, innerkirchlichen Kommissionen und päpstlichen
Beauftragten und sie fordern das konsequente Einschreiten der
Staatsanwaltschaft.
Die von Papst Benedikt XVI. teilweise rehabilitierte katholische
Pius-Bruderschaft springt derweil dem Papst bei. "Der Papst hat sich in
keiner Weise schuldig gemacht, folglich kann er sich auch nicht entschuldigen",
sagte der deutsche Distriktobere, Pater Franz Schmidberger, der Leipziger
Volkszeitung (17.3.2010) (Der Papst hatte als Erzbischof einen
vorbestraften pädophilen Priester in seiner Diözese wieder bei Kindern
eingesetzt und habe jetzt angeblich nichts gewusst. Der Priester beging erneute
Verbrechen.) Und im Hinblick auf die Bundesjustizministerin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger, die eine wirkliche Aufklärung ohne weitere
Vertuschung und Beschönigung fordert, tobt der Distriktobere: "Das Maß ist
voll". So ist es. Aber nicht bei der Ministerin, sondern bei den Verbrechern im
Talar.
Nr. K 18 / 2010 - "Wir ahnen noch gar nicht, wie es
in anderen Ländern aussieht" - "Auch in anderen Ländern könnte die Strategie
des eisernen Schweigens aufbrechen, die die Kirche in den vergangenen
Jahrzehnten verfolgt hat. ´Ich fürchte, wir ahnen noch gar nicht, wie es
anderswo aussieht`, sagte der Theologe und prominente Kirchenkritiker Eugen
Drewermann stern.de. ´Nehmen wir nur Länder wie Polen, in denen eine
Modernisierung der Kirche wie in Deutschland gar nicht stattgefunden hat, wo
alles noch sehr traditionalistisch ist`" (stern.de, 17.3.2010).
Nr. K
17 / 2010 - Unter der Verantwortung von Joseph Ratzinger gedeckter pädophiler
Priester: Neue Vorwürfe im Detail - Zweimal versetzt - Über den Priester
Peter H., zuletzt in Garching und Bad Tölz aktiv packt u. a. ein Ministrant aus:
"Immer küsst uns der Pfarrer auf den Mund. Ich will das nicht." Ein Schüler im
staatliche finanzierten katholischen Religionsunterricht ist noch deutlicher: "Pfui
Deifi, jetzt hat mich die Sau schon wieder auf den Mund geküsst!" Im Rahmen
von Schülergottesdiensten hat er "des öfteren Schülern sein Schlafzimmer
gezeigt". Manche Eltern schöpften Verdacht, nahmen ihre Kinder aus der Kirche
heraus. Der Pfarrgemeinderat von Garching ist "bestürzt über das Vorgehen des
Ordinariats": "Damit sind auch wir missbraucht worden. Man hat über die Köpfe
einer Gemeinde hinweg entschieden und mit der heimlichen Resozialisierung eines
verurteilten Sexualstraftäters ein Experiment gestartet nach dem Motto: Entweder
es klappt - oder nicht" (Spiegel online, 17.3.2010). Es klappte
nicht.
Nr. K 16 / 2010
- Verurteilter pädophiler Priester weiter in Gemeinde aktiv / Neue
Vorwürfe - Im Bistum Fulda wird ein wegen Kindsmissbrauch verurteilter Priester
weiterhin in der Gemeindearbeit eingesetzt. Der ehemalige Priester von
Homberg/Efze wurde zu einer Geld- und Gefängnisstrafe auf Bewährung
verurteilt. Nach seiner Versetzung nach Weimar in Thüringen wurde er dort
erneut von Jugendlichen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Danach
wurde er wieder in den Kreis Kassel versetzt, hielt dort zuletzt z. B. die
Erstkommunionfeier mit Kindern (bild.de, 17.3.2010).
Nr.
K 15 / 2010 - Kinderschändung und Sex-Verbrechen durch Priester in Stichworten:
Bistum Eichstätt suspendiert Sturmius W., Priester von Dietenhofen und
Großhabersdorf. Er hatte als Priesteramtskandidat bei den Regensburger
Domspatzen mindestens einen Jungen missbraucht / Franziskaner in
Lingen/Niedersachsen: "Geistliche und Jugendliche würfelten miteinander. Je
nachdem, wer wie viele Augen hatte, mussten sich betrinken, sich ausziehen oder
andere auf Wange und Brüste küssen ..." (bild.de, 16.3.2010) /
Kindsmissbrauch in Diözese Rottenburg. Beschuldigt wird Pfarrer
Stefan K., einer der drei Ehrenbürger von Wurmlingen, heute ein Stadtteil
von Rottenburg. Er soll immer wieder zugeschlagen und geschändet haben. /
Kapuziner missbraucht Kind in Bad Mergentheim / Bensheim:
Schon 15 Opfer von roher Gewalt bzw. Kinderschändung im katholischen
Knabenkonvikt haben sich gemeldet / Benediktiner aus Meschede zeigt
sich selbst an / Bistum Fulda versetzt einen zwischenzeitlich wegen
Kindsmissbrauch nach Duisburg versetzten Priester in den einstweiligen Ruhestand
/ Kinderschänder-Verbrechen durch Priester in Frankreich,
Spanien, Polen und der Schweiz:
http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,3059657. Z. B. auch Pfarrer
von Schübelbach im Bistum Chur gibt Missbrauch in Mehrerau und Birnau zu
(blick.ch, 17.3.2010). Und in Italien:
http://www.rp-online.de/panorama/ausland/Sexueller-Missbrauch-durch-Priester-auch-in-Italien_aid_832344.html
/
Gegen 15 Priester wird mittlerweile im Bistum Münster ermittelt /
Sexueller Missbrauch im Kinderhaus St. Josef in Bad Oldeslohe, im
Kloster Nüntschau Missbrauch einer Frau und Missbrauch durch einen Priester
im Schullandheim Neubörnsen
(focus.de, 26.3.2010) / In Mecklenburg, wo es kaum Katholiken gibt,
"hat Weihbischof Norbert Werbs eingeräumt, dass fünf inzwischen
verstorbene Geistliche Minderjährigen sexuell missbraucht hatten" (AP,
29.3.2010).
Nr. K 14 / 2010 -
Schweigender Papst "flüchtet" in evangelische Kirche -
Focus.de schreibt:
"Weitere Gelegenheit
verstrichen - ... am Sonntagabend äußerte
sich Benedikt XVI. mit keinem Wort zum sexuellen Missbrauch an katholischen
Einrichtungen in Deutschland. Nach dem Angelus-Gebet am Mittag war es die zweite
Gelegenheit für den Pontifex, öffentlich Stellung zu nehmen" (15.3.2010).
Stattdessen verschwand er in der evangelischen Christuskirche in Rom, um mit den
Protestanten gemeinsam zu beten. Joseph Ratzinger steht wegen der
Versetzung eines Priesters, der ein
Kind geschändet hat, in sein damaliges Bistum München-Freising selbst mit
dem Rücken an der Wand. Der Priester wurde dort wieder rückfällig und wieder
versetzt.
Nr. K 13 / 2010 - Trauung
bei zweimal versetztem und verurteiltem pädophilen Straftäter? Eklat bei der Messe in Bad Tölz -
Jahrzehntelang schoben Bischöfe pädophile Straftäter von einer Stelle
auf die andere, schwiegen zu den Gründen und schafften jeweils die
Voraussetzungen für neue furchtbare Straftaten. Jetzt gehen allmählich die Gläubigen auf
die Barrikaden. Als der Vertretungs-Priester bei der Messe am 14.3.2010 in
Bad Tölz wieder nur allgemein von "Versöhnung" und vom Glauben an die "Vergebung
der Sünden" predigte, platzte einem Gottesdienstbesucher der Kragen. Er verlangte
während der Messe "lautstark, die Vorwürfe und den Geistlichen beim Namen zu
nennen. Er habe in wenigen Wochen Trauungstermin bei H. und das Thema daher
gerne offen mit diesem besprochen" (merkur-online.de, 14.3.2010).
Man kann verstehen, dass ein Brautpaar an seinem "schönsten Tag im Leben"
nicht unbedingt von einem vorbestraften (ehemaligen) Kinderschänder und
Wiederholungstäter getraut werden
will.
Es handelt sich um einen Priester, der sich an einem 11jährigen Jungen verging
und darauf hin unter Erzbischof Joseph Ratzinger von Essen nach
Garching versetzt worden war. Dort wurde er wieder "rückfällig" und zu 18
Monaten Haft "auf Bewährung" verurteilt. Von dort ging´s dann zur nächsten
Versetzung, nach Bad Tölz. Und trotz dieser Straftaten "feierte der Pfarrer
weiterhin Gottesdienste für Jugendliche" (bild.de, 14.3.2010). Er
galt bisher als beliebter "Priester zum
Anfassen" (abendzeitung.de, 14.3.2010). Und Joseph
Ratzinger schweigt weiter.
Doch wer weiß, wen andere Brautpaare schon alles
als Priester bekommen haben? Auch sollte man sich einfach bewusst machen, dass
eine kirchliche Trauung eben keine christliche Trauung ist. Und dass der Segen
der Kirche eben nicht der Segen Gottes ist.
PS: In Oberfranken platzte vor einigen Jahren bereits einem anderen Gläubigen
der Kragen. Am Beginn des Weihnachtsgottesdienstes (wahrscheinlich 1998) trat der Vater nach vorne zum
Altar, wo der pädophile Priester gerade zelebrieren wollte und rief: "Dieser
Mann hat meinen Sohn schon mehrere Male missbraucht". Darauf hin übertönte der
wuchtige Orgelklang den wütenden Gläubigen
(http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,619968,00.html), und der pädophile
Priester konnte ohne weitere Beeinträchtigungen den Festgottesdienst zu Ende
zelebrieren.
Nr. K 12 / 2010 - Wenn ein Kinderchor z. B.
aus Nordkorea glanzvoll sang, dann vermutete man im Westen die Diktatur im
Hintergrund und ein entsprechendes Schicksal der Kinder, die beim Singen nur
ihre fröhlichen Masken aufsetzen müssen. Nicht vermutete man solches z. B. bei
einem Konzert der Regensburger Domspatzen unter Leitung von Georg Ratzinger. In
focus.de beschreibt der Ex-Domspatz Markus R. das System der Angst bei
dem Kinderchor der Kirche. Wörtlich sagte er u. a. über seine Zeit zwischen
1969 und 1971 in der Vorschule für die Jüngeren in Etterzhausen. Weder gab es
ein Spielzimmer noch andere Freizeiträume, nur eine Bibliothek. Und weiter:
"Es war kahl, ins nahe gelegene Wäldchen oder an den Hühnerstall und die
Gemüsebeete durften wir nicht ... Maier [Der Leiter der Vorschule der
Domspatzen] war damals etwa Mitte Vierzig, Priester, immer in schwarzem
Anzug und mit weißem Kragen. Wir hatten Angst vor ihm. Er hat bei jeder
Gelegenheit zugeschlagen, und nicht zu knapp ... Mein einziger
Ansprechpartner war mein Teddybär, mit dem ich nächtliche Zwiegespräche
hielt und dem ich ziemlich früh gesagt habe: ´Wir hauen ab hier`. Es gab später
eine Küchenhilfe, eine weltliche, keine Nonne, zu der ich ab und zu gegangen
bin. Das war die einzige erwachsene Person in Etterzhausen, vor der ich keine
Angst hatte ... Wir Schüler durften auch nicht nach Hause telefonieren. Briefe
wurden von der Internatsleitung gelesen. Mein Vater glaubte lange wohl auch,
dass ich übertreibe oder phantasiere ... Präfekt Hansch verteilte meistens
die Stockschläge, ich glaube, dabei kam der Taktstock zum Einsatz. Es
passierte ganz schnell, dass man damit eine gekriegt hat, zum Beispiel als
Aufforderung, sich schneller anzuziehen. Ein Lehrer namens Rauner hat gerne an
den Koteletten oder an den Haaren gezogen. Ohrfeigen waren Alltag. Maier und
Hansch haben so zugeschlagen, dass die Kinder getaumelt, auch umgefallen sind.
Ich habe an meinem zehnten Geburtstag von Maier völlig unvermittelt eine solche
Ohrfeige bekommen, dass ich mit dem Kopf gegen den Türstock geschlagen bin und
mir schwarz vor Augen wurde. Keine Ahnung, ob ich bewusstlos war ... Die
Schläge waren wie gesagt unvermittelt und oft willkürlich. Beliebt waren
auch Kopfnüsse mit einem Schlüsselbund in der Faust. Das ganze System basierte
auf Angst, Disziplinierung durch Angst. Wenn der Präfekt sagte, ´Süd ist Nord`
und man entgegnete , ´nein, Süd ist Süd` und dafür dreimal verprügelt wurde,
dann sagte man beim vierten Mal eben ´Süd ist Nord` ... Ratzinger muss
Möglichkeiten gehabt haben, dem Treiben Einhalt zu gebieten, zumal er ja jetzt
zugegeben hat, von den Methoden Meiers gewusst zu haben ... In München in meiner
alten Umgebung bin ich [nach der Internatszeit] noch psychologisch betreut
worden ... Ich habe nach dem Internat nie wieder eine Note vom Blatt gesungen
und auch nie wieder Klavier gespielt" (14.3.2010). Das war, wie
gesagt, der "normale" Alltag. Die Fälle von sexueller
Kinderschändung kamen dann noch hinzu.
Nr. K 11 / 2010 - 60 Kinderschändungen durch
Priester in der Schweiz, drei Priester aus Vechta beschuldigt, Priester aus
Münster St. Benedikt wegen Missbrauchsvorwurf zurück getreten -
(Spiegel
online, 13.3.2010;
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,683441,00.html; bild.de,
14.3.2010)
Nr. K 10 / 2010 -
Radio Vatikan berichtet am 11.3.2010: Die römisch-katholische Kirche in
Mexiko erlebt eine ihrer schwersten Erschütterungen. Der bekannte und hoch
angesehene Gründer des Ordens "Legionäre Christi" Pater Marcia Maciel
Degollado, der unmittelbar Kontakt mit Papst Johannes Paul II. hatte, steht im
Mittelpunkt der Enthüllungen. Der 2008 verstorbene Hochwürden hat den Zölibat
vorgespielt und parallel dazu mit einer Geliebten zwei Söhne gezeugt. Diese
klagen, von ihrem Vater sexuell missbraucht worden zu sein. Auch
Priesteramtskandidaten wurden vom Ordensgründer sexuell missbraucht, so die
Klagen. Papst Benedikt XVI. soll demnächst einen Untersuchungsbericht über die
Legionäre Christi erhalten. Pater Maciels habe zudem anderen Priestern die
Absolution von ihren Sünden "für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen"
erteilt (u. a.
http://www.domradio.de/aktuell/62246/schmerzhafte-wahrheiten.html).
Nr. K 9 / 2010 -
"Mehrere hundert Hinweise auf
sexuellen Missbrauch durch Geistliche sind bei der katholischen Kirche in
den Niederlanden innerhalb weniger Tage eingegangen. Seit Monatsbeginn
hätten sich 350 mutmaßliche Opfer an die Organisation Hulp en Recht
(Hilfe und Recht) gewandt, so die Kirche", so eine afp-Meldung (zit. nach
Hannoversche Allgemeine, haz.de, 10.3.2010). Die Kinderschänder-Verbrechen
der Priester sind weltweit, und es ist nur die Frage, wann sie wo enthüllt
werden. Derzeit greift der deutsche Flächenbrand auch auf Österreich und die
Niederlande über. Vor kurzem waren vor allem Irland und die USA betroffen.
Nr. K 8 / 2010 - Der offiziell von der Kirche
beauftragte Exorzist für die Diözese Rom und den Vatikan, Pater Don Gabriele
Amorth, gibt zu: "Im Vatikan haust der Teufel ... Wenn die Rede vom 'Rauch
des Satans' ist, der in die heiligen Räume eingezogen ist, dann ist das wahr -
auch, was die jüngsten Berichte über Gewalt und Pädophilie anbelangt", so
der Beauftragte der Kirche. Spiegel online weiter über die Aussagen des
Paters: "Es gebe Kardinäle, die nicht an Jesus glaubten, und Bischöfe, die
Verbindungen zum Teufel hätten." Damit ist es also auch von einer offizieller
Seite bestätigt. Dafür sollten die Gläubigen aber dann keine Kirchensteuer
mehr zahlen und austreten.
Pater Amorth nahm auch Stellung zur Ermordung des damaligen Leiters der
Schweizergarde, Alois Estermann, und seiner Frau (http://www.das-weisse-pferd.com/00_13/morde_im_vatikan.html).
Damals wurde vom Vatikan der Schweizergardist Cedric Tornay aus Karrieregründen
beschuldigt. Anschließend soll er gleich Selbstmord begangen haben, so dass
keine weiteren Untersuchungen notwendig gewesen wären. Dessen Familie
widersprach heftig. Und auch sonst war die vatikanische Version der Geschichte
unglaubwürdig, doch der Vatikan ist ein souveräner Staat. Nun bestätigt auch
Padre Amorth: "Sie haben sofort alles verschleiert. Daran sieht man den Grad der
Fäulnis" (11.3.2010).
Nr. K 7 / 2010 - Wie lange will sich
der Papst noch im Amt halten? Jeder Vorsitzende eines Vereins oder einer Partei
hätte längst zurück treten müssen, wenn dort auch nur ein Bruchteil der
Verbrechen geschehen wären. Aber noch immer hat die römisch-katholische Kirche
bei der Verbrechensaufarbeitung in ihren Reihen einen Bonus, dass man mit ihr
milder umgeht als mit jedem anderen.
Jetzt wurde enthüllt: Ein pädophiler Kinderschänder, der Kinder zum Oralverkehr
gezwungen hatte, wurde 1980 von Essen als Gemeindepriester nach Garching in das Bistum
München-Freising versetzt. Dort schändete er erneut Kinder. Verantwortlich:
Erzbischof Joseph Ratzinger. "Der damalige Erzbischof Joseph Ratzinger habe dem
Umzug des pädophilen Priesters von Essen nach München im Jahr 1980 zugestimmt.
´Diesen Beschluss hat der damalige Erzbischof mit gefasst`, teilte das Erzbistum
der Zeitung mit" (Spiegel online, 13.3.2010). Den Gläubigen wurde
das Tun des Päderasten verschwiegen. Er galt dort als beliebter "Priester zum
Anfassen" (abendzeitung.de, 14.3.2010).
Die Reaktion dazu aus dem Vatikan ist hanebüchen. Der heutige Papst habe von
nichts gewusst. Oder, wie der Bistumssprecher Bernhard Kellner jetzt herum
redet: "Möglicherweise sei Ratzinger die Dienstanweisung Grubers an den
pädophilen Priester zugestellt worden, wieder in der Gemeinde zu arbeiten. Man
könne aber nicht davon ausgehen, dass Ratzinger sie persönlich geprüft habe,
sagte der Sprecher". Diese Stellungnahme ist lachhaft. Doch selbst, wenn das
irgendjemand glauben sollte: Dann müsste der Papst ebenfalls zurücktreten. Wenn
er es nämlich nicht einmal für nötig erachtet, persönlich zu prüfen, wie sein
früherer Generalvikar Gerhard Gruber, der sich jetzt schützend vor den Papst
wirft, einen pädophilen Priester aus dem Ruhrgebiet im Bistum einsetzt.
Die angebliche Aufarbeitung der Verbrechen in der Kirche bleibt heuchlerisch und
volksverdummend.
Nr. K 6 / 2010 - Immer
neue Opfer bei den Regensburger Domspatzen, und die Beteuerungen des
Papstbruders Georg Ratzinger, nichts gewusst zu haben, werden immer
unglaubwürdiger. "Ex-Schüler Thomas Mayer berichtet dem SPIEGEL von
schrecklichen Erlebnissen. Er habe sexuelle und körperliche Gewalt bis zum
Verlassen des Internats 1992 als allgegenwärtig erlebt" (Spiegel online,
13.3.2010). "Auch Chorchef Georg Ratzinger, der Bruder von Papst Benedikt
XVI., wurde von ehemaligen Domspatzen als ´extrem cholerisch und jähzornig`
erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt
Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr
so erregt, dass ihm sogar das Gebiss heraus gefallen sei".
Nr. K 5 / 2010 - Bis heute hat das deutsche
Fernsehen die Dokumentation der britischen BBC mit dem Titel Sex
Crimes and Vatican aus dem Jahr 2006 noch nicht ausgestrahlt. Autor ist Colm
O´Gorman, als Jugendlicher selbst Sex-Opfer eines katholischen Priesters. Warum
die deutschen Medien den Film nicht zeigen, hat wahrscheinlich mit folgenden
Aussagen in dem Film zu tun, die aus dem Englischen übersetzt wurden:
"Seit 23 Jahren beschäftige ich mich mit den Aussagen vieler Kardinäle,
Erzbischöfe und Bischöfe des Landes. Was mir dabei immer wieder begegnet ist,
ist Verschleierung, Meineid, Leugnung und Täuschung in den höchsten Kreisen der
Katholischen Kirche ... Kardinal Ratzinger, jetzt Papst Benedikt, war der Leiter
der Kongregation für Glaubenslehre. Der Anführer meiner Kirche, der Nachfolger
von Petrus, der Heilige Vater hatte die Aufgabe, darauf zu achten, dass kein
Priester einem Kind wehtut. Er übte dieses Amt in den Jahren von 1978 bis 2005
aus, und er hat dabei versagt. Er und der Papst hätten diesen Vorfällen
einen Riegel vorschieben können, aber das ist nicht geschehen. Die Bischöfe
haben die Berichte unter den Teppich gekehrt, fuhren zurück und machten weiter,
als wäre nichts gewesen. Sie wussten, dass Kinder geschändet wurden, und sie
taten absolut nichts, um auf diese Weise sicher zu stellen, dass die Polizei und
die Öffentlichkeit nichts davon mitkriegten ... Die Lage war noch wesentlich
schlimmer als sich jeder Zyniker hätte vorstellen können. Kardinal Law, der
Erzbischof von Boston, betreute die schlimmsten Sexualverbrecher in der
Geschichte der Kirche. Er musste deswegen letztendlich zurücktreten. Man würde
denken, wenn man Sexualverbrechen an Dutzenden von Kindern vertuscht, wird man
normalerweise dafür bestraft, aber der Vatikan war der Meinung, dass er
ungerecht behandelt wurde. Sie ernannten ihn in Rom sogar zum Kardinal
Erzbischof. Und er führte durch die Andachtsfeier von Papst Paul II. ... Ich
denke, die Kirche sollte sagen: ´Wir hatten eine grauenvolle Zeit im Mittelalter
- und wisst ihr was? Wir sind immer noch mitten drin!` Wenn die Kirche d a s
endlich mal einsehen würde!"
Nr. K 4 / 2010 - Ein Priester, der ein Mädchen sexuell missbrauchte, war bereit,
in der Öffentlichkeit zu sprechen. Er berichtete, dass er in einer Familie ein
gern gesehener Gast war und dort auch gelegentlich übernachten durfte. In einer
dieser Nächte ging er dann heimlich in das Kinderzimmer, wo die kleine Anne
schlief: "Ich wollte zärtlich zu ihr sein und versuchte, sie auf den Mund zu
küssen. Ich glaube, ich griff nach unten und hob ihr das Nachthemd hoch. Ich
versuchte – nein, nein – ich habe sie dort im Genitalbereich berührt, zuerst
noch mit dem Nachthemd darüber. Ich kann es jetzt nicht mehr so genau sagen,
aber ich denke, ich habe meine Hand in ihre Unterhose geschoben. Und das war der
Punkt, an dem ich merkte, dass es nicht richtig wäre, weiter zu machen. Obwohl
ich nicht mehr genau sagen kann, was ich getan habe, möchte ich sagen, dass ich
kurz darauf aufgehört habe. Ich habe ihr Bett und ihr Zimmer verlassen und bin
Schlafen gegangen." Am nächsten Morgen war das Kind "wahnsinnig
nervös, regelrecht schreckhaft und sie war total verängstigt", so die Eltern.
Der Priester hat einen Entschuldigungsbrief geschrieben (aus dem Film "Sex
Crimes and Vatican", BBC 2006 von Colm O´Gorman; deutsche Übersetzung; das
deutsche Fernsehen strahlte bis jetzt die Dokumentation nicht aus,
offenbar wegen der sehr kirchenkritischen Einstellung (siehe die nachfolgende
Meldung Nr. K 5) des Autors, der selbst von einem Priester als Jugendlicher
sexuell missbraucht worden war).
Nr. K 3 / 2010 - Im Artikel Hölle, lebenslang in Spiegel online
vom 3.3.2010 berichtet auch über andere Opfer, die von katholischen Nonnen
schikaniert und gefoltert wurden: "Die beiden damals Sechsjährigen sahen, wie
Schwestern Kinder zwangen, so lange zu essen, bis sie erbrechen mussten.
Anschließend wurden die Kinder gezwungen, das Erbrochene aufzuessen ...
Post und Pakete von zu Hause wurden ihm verweigert. Sein Bruder wurde
einmal aus einem Zimmer gezerrt - und kehrte mit einem Hämatom im Gesicht
zurück. ´Noch heute habe ich all diese würdelosen Behandlungen vor Augen.` Lange
war Tessmann und seinem Bruder nicht bewusst, dass man auch im Nachhinein
aufschreien kann. Erst als der Bruder einen Zusammenbruch erlitt, setzten sich
beide mit dem Erlebten auseinander."
Nr. K 2 / 2010 - Am 3.3.2010 veröffentlicht Spiegel online unter der
Überschrift "Hölle, lebenslang" den Bericht eines missbrauchten Opfers im
Internat der Zisterzienser in der katholischen Eliteschule in Mehrerau bei
Bregenz am Bodensee
(http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,680400,00.html). Darin
heißt es u. a.: "´Trotz Hunger haben wir uns geweigert, die grausame Suppe zu
essen - diesen Klosterfraß, für den meine Eltern teures Geld bezahlen mussten`,
sagt Schneider. Es sei nichts Außergewöhnliches gewesen, wenn ein Pater in
die Schüsseln ein Stück rohes Fleisch oder eine ungeschälte Kartoffel warf und
die Kinder zwang, die Suppe auszulöffeln. ´So füttert man Schweine`, sagt
Schneider, dessen Eltern damals einen Bauernhof betrieben. ´Ich war nicht
besonders anspruchsvoll, aber das überschritt die Grenze des Zumutbaren.`
Freiräume gab es für die Kinder nicht. ´Von 6 Uhr in der Früh bis 10 Uhr nachts
- es waren immer dieselben Leute um uns` ...Während des Unterrichts, der nach
Kloster-Gepflogenheiten den ganzen Tag über dauerte, schlich sich der Erzieher
oft von hinten an seine Zöglinge heran und schlug ihnen seinen Handknöchel mit
voller Wucht auf den Kopf. Den Heiligabend und weitere sieben Tage musste er in
einer Kammer sitzen, mit der Bibel, die er von morgens bis abends lesen
sollte ... Mitschüler seien nachts in die Zelle eines Paters bestellt
worden, erinnert sich Schneider. Dort sei ihnen ´mit einem Stecken der Hintern
versohlt` worden ´und was weiß ich nicht alles`. Ein anderer Schüler bestätigt,
hinter verschlossenen Türen sei es zu sexuellem Missbrauch gekommen. ´Sie
zwangen uns mit einem Rohrstock, ihre abartigen Wünsche zu erfüllen`, sagt ein
ehemaliger Mitschüler Schneiders. Ein
anderer nahm sich mit 56 das Leben. In seinem Abschiedsbrief erwähnte der Mann
die demütigenden Übergriffe, die er nie verarbeitet hatte ... ´Ich bin
erstaunt darüber, dass die Opfer nun überhaupt Gehör bekommen. Aber anscheinend
hat die Kirche nicht mehr genug Macht, das zu unterdrücken, was man auch schon
vor 50 oder 100 Jahren in jedem Dorf auf dem Land gewusst hat.` ´Uns wurde
im Kloster allen Ernstes vermittelt, dass schon der Gedanke an ein Mädchen eine
Todsünde wäre, der direkte Weg zur Hölle, ohne Rückfahrschein.` Ein Mitschüler
habe zwei Tage vor dem Abitur das Kloster verlassen müssen, weil sein Pater die
Illustrierte ´Stern` bei ihm entdeckt hatte und darin Frauen im Bikini
abgebildet waren."
Nr. K 1 / 2010 -
Spiegel online berichtet am 10.3.2010 über das Sex-Verbrechen eines
Priesters, der nach seiner Straftat wieder zur Arbeit mit Kindern versetzt
wurde: "Benedikt Treimer und seine beiden Geschwister brauchten jemanden, der
mit ihnen spielt. Die Eltern waren beschäftigt, aber der Kaplan sagte: Klar
spiele ich mit euch. Also kam er mit auf den Dachboden. ´Wen ich erwische, der
gehört mir`, sagte der Kaplan, und erwischt hat er dann Benedikt, damals zwölf
Jahre alt, und spätestens, als die Hand des Kaplans in seiner Hose war,
wusste Benedikt, dass es kein Spiel mehr war. Danach sollten sich dann die
beiden Geschwister verstecken, während der Kaplan und Benedikt im Nebenzimmer
warteten, und kaum waren Bruder und Schwester außer Sichtweite, umarmte der
Kaplan Benedikt von hinten, verlangte, dass er die Hose herunterziehe, bedrängte
ihn. Daheim erzählte die Schwester alles, zum Glück, denn Benedikt war so
geschockt, dass er gar nichts sagen wollte. Immer hatte die Mutter der Kirche
vertraut, war selbst engagierte Christin und jetzt das ... am nächsten Tag
war der Kaplan verschwunden. Zu einer Anzeige kam es nicht. Benedikt wollte
nicht mehr über den Vorfall sprechen, er wollte ihn vergessen, und der Anwalt
sagte: Wenn ihr vor Gericht geht, wird alles an die Öffentlichkeit gezerrt.
Die Familie unterschrieb ein Stillschweigeabkommen mit der Kirche. Benedikt
bekam etwas Geld und einen lauwarmen Entschuldigungsbrief des Kaplans. Die
Familie forderte, dass dieser Mann nie wieder in der Jugendarbeit eingesetzt
werden dürfe, doch die Kirche verweigerte eine Garantie. Und so kam es, dass der
pädophile Kaplan wenig später wieder im Auftrag der Kirche mit Kindern zu tun
hatte, da missbrauchte er dann einen kleinen Jungen 22-mal."
|
Weitere
Literatur: Ausgabe Nr. 24: Die Kirche und die Hölle auf Erden Ausgabe Nr. 24 a: Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche Ausgabe Nr. 24 b: Nichtsexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche ![]() Ausgabe Nr. 43: Schwarzbuch Evangelische Kirche Sowie gratis erhältlich die Aufklärungsschrift: Das Priesterjahr - Lasset die Kinder zu mir kommen, denn sie sind ohne Arg - Schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse an info@theologe.de und fordern das Heft Das Priesterjahr an, und wir schicken es Ihnen kostenlos zu. |
Weitere Dokumentationen bei
http://www.gottes-suche.de/12.3.10.Missbrauch%202010.html und
http://www.sgipt.org/politpsy/krimi/kirche/sexmiskk.htm
|
Der Text kann wie folgt zitiert werden: |
Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer
interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
[
www.theologe.de
]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei
[
Inhaltsverzeichnis
]
[
1 - Luther-Evangelische Lehre
]
[
2 - Reinkarnation
]
[
3 - Luther-Christus
]
[ 4 - Kirche-Holocaust
]
[
5 - Paulus
] [
7 - Urchristentum-Tiere
]
[ 8 - Bibel
] [ 9 - Anneliese
Michel-Exorzismus ]
[ 11 - Bischof Meiser
] [
12 - Sektenbeauftragte ]
[
14 - Hieronymus-Bibel ]
[ 15
- Qumran ]
[
16 - Papst ] [
17 - Organspende ]
[
18 - Glaube der Kirche
] [
19 - Keine ewige Hölle ]
[
20 - Propheten ] [ 23 - Kirche-Staat
]
[ 24 - Kirche und Hölle auf
Erden ]
[
25 - Götzenkult Kirche ]
[
28 - Luther-Juden ]
[
30 - Elisabeth von
Thüringen ] [
31 - Tiere-Kirche ] [
32 - Sakramente der Kirche ]
[
33 - Zehn Gebote ]
[ 34 -
Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit ]
[ 35 - Rechtfertigungslehre
]
[
39 - Bewaffnung im Vatikan
]
[
40 -Taufe ]
[
41- Apokalypse ] [
42 - Baal ]
[ 45 -
Maria ]
[ 46 - Kirchensubventionen
]
[ 47 - Gotteserfahrung
]
[
FC 1 - Kirchenaustritt
] [
FC 3 - Reichtum der Kirche ]
[
FC 6 - Kirche und Tod ]
[
Englisch - Bible
]
[
Spanisch - Teólogo ]
[
Kirchenaussteiger ] [
2009-1 ]
[
2009-2 ]
[ 2010-1
]
[ 2010-2
] [ Glaubenstest
] [
Pfarrer ]
[
Michelrieth ]
[ Vaterunser ]
[
Links
]
[
Frage und Antwort ]
[ 500 Jahre Reformation
]
[
Urchristentum
]
[
Prophetie ]
[
Geburt von Jesus ]
[
Sex-Verbrechen von Priestern
] [ Schwarzbuch Katholische
Kirche ]
[ Schwarzbuch Evangelische
Kirche ]
[ Kirchentag
]
[ Bischof Huber
]
[ Klage gegen evangelische
Kirche ] [ Klage gegen katholische
Kirche ]
[
E-Mail ] [
Impressum
]
|
Die Zeitschriften
DER THEOLOGE,
Ausgaben Nr. 1, 3, 8,
ein Auszug aus Nr.
41
und die Ausgabe Nr. 1
der
FREIEN |