DER THEOLOGE
Nr. 43


"Innen sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung"

Schwarzbuch Katholische Kirche

Der Theologe Nr. 43 (Schwarzbuch "Römisch-Katholische Kirche": "Innen sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung") und Der Theologe Nr. 44 (Schwarzbuch "Evangelische Kirche": "Innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat") sind die Fortsetzung der drei Ausgaben Der Theologe Nr. 24 (Die Kirche und die Hölle auf Erden), Der Theologe Nr. 24a (Sex-Verbrechen und -Vergehen in der Kirche) und Der Theologe Nr. 24b (Verbrechen, Vergehen, Skandale und Verharmlosung von Grausamkeiten in der Kirche). Der Hintergrund und die Entstehungsgeschichte dieser Studien sowie grundsätzliche Hinweise lesen Sie in diesen Ausgaben. Es geht vor allem darum, dass die Kirche sich nicht mehr "christlich" nennt, um den Namen des Jesus, des Christus nicht mehr zu missbrauchen und in den Schmutz zu ziehen. Denn weder die Lehre stimmt mit Christus überein (siehe dazu Der Theologe Nr. 25) noch zigtausendfach das Tun. Vielmehr sind die Großkirchen und ihre Amtsträger heute vergleichbar den Gegenspielern von Jesus von Nazareth vor ca. 2000 Jahren.
Die Titel der Theologen-Ausgaben stammen aus den Wehe-Rufen von Jesus von Nazareth über die Theologen und Schriftgelehrten seiner Zeit (Matthäus 23, 27). Bei der Ausgabe Nr. 43 über die römisch-katholische Kirche wurde die Übersetzung aus der evangelisch-katholischen Einheitsübersetzung gewählt (siehe oben), die in der katholischen Kirche verwendet wird, bei der Ausgabe Nr. 44 über die evangelischen Kirche die Übersetzung aus der Lutherbibel. Und was bei den heutigen Theologen und Schriftgelehrten mehr und mehr ans Tageslicht kommt, übertrifft vielfach die negativen Taten der Theologen zur Zeit von Jesus. Die Meldungen werden im Folgenden nach Aktenzeichen aneinander gereiht, ohne dass die zugrunde liegenden Sachverhalte nach Themen geordnet oder nach Schwere gewichtet werden. Wir urteilen hier also nicht. Auch ist die Dokumentation nicht vollständig, sondern nur beispielhaft. Die Dokumentation kann dabei sowohl Informationen über kirchliche Amtsträger als auch über kirchliche Laien enthalten.
 


Inhaltsangabe

Nr. K   1 / 2010 - Priester nach Sex-Missbrauch wieder zur Arbeit mit Kindern versetzt. Dort holte er sich nächstes Opfer
Nr. K   2 / 2010 - Hölle auf Erden: Zisterzienser zwangen Buben mit Schlägen, ihnen ihre abartigen Wünsche zu erfüllen.
                              Mann hat Qualen durch Priester und Mönche nicht verarbeitet: Selbstmord
Nr. K   3 / 2010 - Folter von Kindern im katholischen Kinderheim im Schwarzwald

Nr. K   4 / 2010 - Priester beichtet, wie er ein Kind missbrauchte
Nr. K   5 / 2010 - Sex Crimes and Vatican: BBC-Dokumentation in Deutschland nicht ausgestrahlt; Verantwortung des Papstes

Nr. K   6 / 2010 - Papst-Bruder warf mit Stühlen nach Sängern und ihm fiel vor Wut das Gebiss aus dem Mund
Nr. K   7 / 2010 - Papst unglaubwürdig. Er will als Erzbischof nichts von Einstellung eines Pädophilen gewusst haben

Nr. K   8 / 2010 - Exorzist der Diözese Rom gibt angesichts Kinderschändungen zu: Satan sei in den Vatikan eingezogen
Nr. K   9 / 2010 - Kinderschänder-Verbrechen von Priestern als Flächenbrand: 350 Opfer melden sich in Niederlanden
Nr. K 10 / 2010 - Ordensgründer der katholischen Legionäre Christi: Absolution für gemeinsam begangene Sex-Vergehen

Nr. K 11 / 2010 - Schweiz: 60 Kinderschändungen durch Priester, drei Priester aus Vechta, ein Priester aus Münster beschuldigt
Nr. K 12 / 2010 - "System der Angst" - Der furchtbare Prügel-Alltag bei den Regensburger Domspatzen
Nr. K 13 / 2010 - Trauung bei verurteiltem pädophilen Straftäter? Eklat bei der Messe in Bad Tölz
Nr. K 14 / 2010 - Schweigender Papst "flüchtet" in evangelische Kirche
Nr. K 15 / 2010 - Kinderschändung durch Priester in Stichworten
Nr. K 16 / 2012 - Verurteilter pädophiler Priester weiter in Gemeinde aktiv / Neue Vorwürfe
Nr. K 17 / 2010 - Kinder wenden sich angewidert vom Priester ab. Dennoch passierte lange nichts
Nr. K 18 / 2010 - "Wir ahnen noch gar nicht, wie es in anderen Ländern aussieht"
Nr. K 19 / 2010 - Mehr Milde bei Vertuschung? / Piusbruderschaft: Papst braucht sich nicht zu entschuldigen

Nr. K 20 / 2010 - Woran wird ein Mensch gemessen? An schönen Gebeten oder an den Taten?
Nr. K 21 / 2010 - Kardinal vertuschte Sex-Verbrechen, ermöglichte dadurch weitere Verbrechen und bleibt im Amt
Nr. K 22 / 2010 - Kirche in USA: Millionenzahlungen an Opfer und weitgehende Straffreiheit für Priester-Verbrecher
Nr. K 23 / 2010 - Dr. paedophil? Priester verführte Kinder zum Sex für seine "Doktorarbeit"
Nr. K 24 / 2010 - "Freiwild": Katholische Priester fielen über blinde Kinder her und missbrauchten sie
Nr. K 25 / 2010 - "Nach welchem Maß ihr messt" ... Liebespaar in der Kirche muss 8.000 Euro zahlen

Nr. K 26 / 2010 - Wiederholungstäter: Papst schwer belastet. Unter seiner Verantwortung Flehen des Psychiaters ignoriert
Nr. K 27 / 2010 - Kommentar: Doppelmoral und Scheinheiligkeit: Schweigekartell auf der Basis der Kirchensteuer
Nr. K 28 / 2010 - Der einfache Mann muss in Haft, der Priester und Bischof bekommt Bewährung oder Verjährung
Nr. K 29 / 2010 - Verzicht auf Anzeigen wegen Opferschutz?
Nr. K 30 / 2010 - Papst am Pranger: Vatikan hebt Verurteilung eines Kinderschänders durch Kirchengericht auf

Nr. K 31 / 2010 - 17fachen Kinderschänder nur in Ruhestand versetzt: Schwere Vorwürfe gegen Bischof Zollitsch
                               Opfer wirft Erzdiözese Freiburg Strafvereitelung vor
Nr. K 32 / 2010 - Priester missbraucht 200 gehörlose Kinder. Erzbischof schreit Opfer an, Papst ignoriert Briefe, Täter straflos
Nr. K 33 / 2010 - Finanzskandale im Vatikan und Verbindung zur Mafia
Nr. K 34 / 2010 - Der Theologe Hans Küng: Keiner wusste mehr Bescheid als der Papst
Nr. K 35 / 2010 - Die geheimen Akten des Vatikan: "Satan, öffne Dein Archiv!"
Nr. K 36 / 2010 - Kirchensprecher fordert Rücktritt des Papstes / Papst spricht von "belanglosem Geschwätz"
Nr. K 37 / 2010 - Auch Sodomie und Schicksal von schwangeren Nonnen untersuchen
Nr. K 38 / 2010 - Franziskaner in Würzburg: Mehrfacher Kindsmissbrauch und die aktive Vertuschungspolitik der Kirche
Nr. K 39 / 2010 - Opfer- und Zeugenschutzprogramm notwendig für Opfer, die heute noch im kirchlichen Dienst stehen
Nr. K 40 / 2010 - Kinderschändung durch Priester in Stichworten (Teil 2)
Nr. K 41 / 2010 - Strafsache Vatikan: Missbrauchsopfer klagt Papst der Strafvereitelung und Falschaussage an
Nr. K 42 / 2010 - Verbrechen vertuscht, Anzeige verschwunden - Pädophiler Priester durfte wieder Kinderchor gründen
Nr. K 43 / 2010 - Wachkoma-Patientin im St. Bonifatius Altenzentrum der Diözese Speyer vergewaltigt - Opfer schwanger
Nr. K 44 / 2010 - Wer ist mit dem Teufel im Bunde? Bischof Mixa oder fünf gequälte Opfer aus dem kirchlichen Heim
Nr. K 45 / 2010 - Pfarrerstochter Angela Merkel lobt römisch-katholische Kirche

Nr. K 46 / 2010 - Immer neue Vorwürfe gegen Bischof Mixa. Der Bischof gibt nichts zu, will aber für seine Opfer "beten"
Nr. K 47 / 2010 - GRÜNEN-Politikerin Renate Künast fordert unabhängige Aufklärung der Kinderschänder-Verbrechen
Nr. K 48 / 2010 - Fürchterliches Klima der Angst und des Drucks" im konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten
Nr. K 49 / 2010 - Osterbotschaft aus dem Vatikan: "Unbedeutendes Geschwätz" von wem?
Nr. K 50 / 2010 - Bistum Augsburg verhöhnt erneut Opfer von Bischof Walter Mixa
Nr. K 51 / 2010 - Bischof Mixa hat zumindest nicht alle Kinder geschlagen
Nr. K 52 / 2010 - Priester wegen Missbrauch von Mädchen zu Bewährungsstrafe verurteilt
Nr. K 53 / 2010 - Die Hölle von Ettal: 14 perverse Priester und der Abt quälten 100 Kinder
Nr. K 54 / 2010 - Papst ließ Kinderschänder-Priester zwei Jahre lang weiter mit Kindern arbeiten
Nr. K 55 / 2010 - Die achte eidesstattliche Versicherung über den prügelnden und sadistischen Augsburger Bischof Mixa
Nr. K 56 / 2010 - Sänger der Gruppe BAP: Hochwürden langte ihm immer wieder in die Hose
Nr. K 57 / 2010 - Dogmen, Riten und Doppelmoral: Systemfehler Kirche
Nr. K 58 / 2010 - Bischof Mixa hat sich nach Aussage eines Strafrechtlers "eindeutig einer Straftat schuldig gemacht"
Nr. K 59 / 2010 - Weiter keine Anzeigepflicht bei Kinderschänder-Verbrechen bei Priestern: Kirche trickst Öffentlichkeit aus
Nr. K 60 / 2010 - Bischof deckt Schwerverbrecher im Talar - Höchstes Lob vom Papst für Strafvereitelung
Nr. K 61 / 2010 - Klage von Generalvikar Gruber: Ihm wurde Brief diktiert, um Papst zu entlasten
Nr. K 62 / 2010 - "Unterstützung" der Diözese Washington durch deutschen Priester: Sex mit vielen jungen Mädchen und Frauen
Nr. K 63 / 2010 - Bischof missbraucht Jungen sexuell

Nr. K 64 / 2010 - Weihbischof Bauer beschuldigt / Rücktritt von Bischof Heinrich Mussinghof aus Aachen gefordert
Nr. K 65 / 2010 - Weitere Vorwürfe gegen Bischof Walter Mixa
Nr. K 66 / 2010 - Scheinheiligkeit und Heuchelei in der Kirche: Homosexualität von Amtsträgern abgelehnt und ausgelebt
Nr. K 67 / 2010 - Mafiaähnliche Vorgänge: Die Geldwäsche von Bischof Mixa
Nr. K 68 / 2010 - Kinderschändung durch Priester in Stichworten (Teil 3) / Im Blickpunkt: Würzburg
Nr. K 69 / 2010 - 26 Ministranten von Priestern sexuell geschändet - 17 Millionen Dollar Schmerzensgeld
Nr. K 70 / 2010 - Vergewaltigung eines Kindes während der Beichte. Offener Brief über die Praktiken eines Priesters
Nr. K 71 / 2010 - Opfer-Vertreter durften beim Kirchentag nicht aufs Podium
Nr. K 72 / 2010 - Erzbischof beschuldigt, mehrere Sex-Beziehungen zu minderjährigen Mädchen unterhalten zu haben

Nr. K 73 / 2010 - Bistum Würzburg: Sexuelle Gewalt durch Priester in jüngerer Zeit
Nr. K 74 / 2010 - "Beihilfe zum sexuellen Missbrauch": Ermittlungsverfahren gegen Bischof Robert Zollitsch
Nr. K 75 / 2010 - Sex mit 17-Jährigem: Homosexueller Pfarrer tritt Pfarrstelle in Stuttgart nicht an
Nr. K 76 / 2010 - Äbtissin misshandelte Nonne zu Tode - Verbrechen wurde vertuscht - Furchtbare Zustände im Kloster
Nr. K 77 / 2010 - Katholischer Priester von Fritzlar verging sich an 30 Ministranten. Er hat sein Treiben selbst fotografiert
Nr. K 78 / 2010 - Bischof Mixa: Misshandlung Schutzbefohlener, schwere Körperverletzung / Mixa widerruft Rücktrittsgesuch
Nr. K 79 / 2010 - Papst ignoriert Wiedergutmachungsforderungen
Nr. K 80 / 2010 - 205 Kinderschänder-Verbrechen bei Jesuiten / Priester befriedigte sich bei Gewalt gegen Kind

Nr. K 81 / 2010 - Priester schlägt Demonstranten mit Schild "Würden Sie Ihr Sparschwein einem Bischof anvertrauen?"
Nr. K 82 / 2010 - Bischof zu Priesteramtsanwärtern: "Meine Lustmolche"

Nr. K 83 / 2010 - Benedikt XVI. rehabilitiert wegen Kuss-Attacken zurück getretenen Bischof
Nr. K 84 / 2010 - Bischof Mixa: Vergewaltigungen, ominöse Besuche, Zahlungen in zwielichtiges Milieu
Nr. K 85 / 2010 - Die "Hure Babylon" entlarvt sich Tag für Tag: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Erzbischof wegen Korruption
Nr. K 86 / 2010 - Anklage gegen renommierten Priester: Sexueller Missbrauch von zwölf schutzbefohlenen Drogensüchtigen
Nr. K 87 / 2010 - Razzia bei belgischem Kardinal Godfried Danneels / Auch geheimes Dutroux-Material gefunden
Nr. K 88 / 2010 - Verschleppungstaktik der Kirche in Kloster Ettal? - "Den Opfern reicht´s"
Nr. K 89 / 2010 - Chefarzt wegen zweiter Ehe fristlos gekündigt. Pädophile Verbrecher blieben jahrelang unbehelligt
Nr. K 90 / 2010 - Priester missbrauchte 23 Jahre lang Kinder. Bischof Zollitsch vertuschte und stellte falsch dar
Nr. K 91 / 2010 - Bischof Müller: Rücktritt von Bischof Mixa war "nicht gerechtfertigt"
Nr. K 92 / 2010 - Heuchelei: Vordergründig Homosexualität verurteilt, nachts wilde Homosexuellen-Parties von Priestern
Nr. K 93 / 2010 - Dementierte Vaterschaften von Priestern: Auch Bischof Mixa betroffen?
Nr. K 94 / 2010 - Geistlicher Bischöflicher Rat verging sich mitten im Religionsunterricht an Grundschülerinnen
Nr. K 95 / 2010 - Serienvergewaltiger von Kindern im Talar - Rücktritt von Bischöfen nicht angenommen
Nr. K 96 / 2010 - Katholischer Journalist wirft Kirche "Bunkermentalität" vor und muss deshalb gehen / Schuld des Staates
Nr. K 97 / 2010 - Priester vergewaltigt 14-Jährige und droht ihr mit "Gott" / Auch andere Frau vom Geistlichen vergewaltigt
Nr. K 98 / 2010 - Zur sexuellen Erregung: Priester bedrängte neunjähriges Kind und griff ihr unter Kleidung an die Brust
 

Die heftigen Auseinandersetzungen zwischen Jesus, dem Christus und den Theologen (= den Schriftgelehrten) und Priestern seiner Zeit eskalierten in der Hinrichtung des unerschrockenen Mannes aus Nazareth. Immer wieder und solange er noch dazu in der Lage war, warnte er die Bevölkerung vor seinen späteren Henkern. So heißt es z.B. im Evangelium nach Markus:
"Es war eine große Menschenmenge versammelt und hörte ihm mit Freude zu. Er lehrte sie und sagte: ´Nehmt euch in acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt, und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben ... und [sie] verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber um so härter wird das Urteil sein, das sie erwartet`." (Markusevangelium 12, 37-40; evangelisch-katholische Einheitsübersetzung)

 

Nr. K 98 / 2010 - Zur sexuellen Erregung: Priester bedrängte neunjähriges Kind und griff ihr unter Kleidung an die Brust - Auch wenn das Interesse der Medien an den Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern nachgelassen hat: die Aufdeckung der Verbrechen selbst hat nicht nachgelassen und wir veröffentlichen hier auch nur einen Bruchteil der Berichte. So schreibt die Abendzeitung über einen der Priester aus dem Bistum von Bischof Walter Mixa, der seine Seminaristen u. a. als "Lustmolche" bezeichnet hat: "Dem 55-jährigen Mann aus dem südlichen Landkreis [Augsburg] wird zur Last gelegt, im Frühjahr 2002 einer anfangs neun Jahre alten Schülerin seines Religionsunterrichts in drei Fällen unter ihre Kleider und an die Brust gegriffen zu haben, wie das Amtsgericht am Donnerstag mitteilte. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann das Kind gestreichelt, um sich sexuell zu erregen" (26.8.2010). Einem Kollege, einem Geistlicher Bischöflichen Rat aus dem Bistum Regensburg ging der pädophile Trieb sogar mitten im staatlich finanzierten katholischen Religionsunterricht durch, und er rieb sich z. B. an sechsjährigen Mädchen.
 

Nr. K 97 / 2010 - Priester aus Spelle vergewaltigte 14-jähriges gläubiges Mädchen und drohte ihr mit "Gott", wenn sie sich wehrt / Auch noch weiteres Opfer des Hochwürden - Focus online schreibt u. a.: "Laut Anklage vergewaltigte der Kaplan das Mädchen in der Dienstwohnung, die ihm die katholische Kirche in Haren zugewiesen hatte. Bei der ersten Tat habe der Geistliche die tiefgläubige und sexuell unerfahrene 14-Jährige festgehalten und so ihren Widerstand gebrochen, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. Auch bei der zweiten Tat habe er das Mädchen fest- und ihr den Mund zugehalten. Zudem habe er ihr für den Fall der Weigerung Nachteile in ihrer Stellung vor Gott angedroht. Nach Angaben des Opfers folgte den Vergewaltigungen eine drei Jahre dauernde sexuelle und gewaltbetonte Beziehung. Diese sei von dem Mädchen wohl wegen der als charismatisch empfundenen Ausstrahlung und aufgrund eines spirituellen Abhängigkeitsverhältnisses ertragen worden, sagte der Oberstaatsanwalt Retemeyer ... Gegen den 50-Jährigen ist bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück noch ein zweites Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung anhängig. Eine seinerzeit 23-jährige Frau solle im April und Mai 1995 ebenfalls mehrfach Opfer des Geistlichen geworden sein, sagte Retemeyer." Ein großer Teil der Verbrechen ist "wie immer" verjährt (24.8.2010). Nach Informationen aus Kirchenkreises hatten die Vergewaltigungen jedoch keine Auswirkungen auf die "Wirksamkeit" der Oblate, die der Priester nach den Verbrechen angeblich in den "Leib Christi" "verwandelt" habe.
 

Nr. K 96 / 2010 - Katholischer Journalist wirft Kirche "Bunkermentalität" vor und muss deshalb gehen / Die Schuld des Staates: Er pumpt Milliarden über Milliarden in dieses System ein - Die Frankfurter Rundschau schreibt am 17.8.2010:  "Da laufen die katholischen Bischöfe seit Bekanntwerden der Missbrauchsfälle im Büßerhemd herum und reden über Aufklärung und Ursachenforschung. Doch wenn ein Untergebener aus den eigenen Reihen einmal Klartext redet, dann fliegt er raus. Ein katholisches Trauerspiel. Bunkermentalität hat der inzwischen abgelöste Leiter der katholischen Journalistenschule, Michael Broch, der Kirche vorgeworfen − und sich dafür später entschuldigt. Das hätte er nicht tun müssen. Denn der Rauswurf Brochs ist der Beleg für genau dies: Bunkermentalität. Abschotten, zusammenhalten und warten, bis der Sturm vorüber ist. Wer da nicht mitmacht, gehört nicht dazu. Das scheint das Credo der Kirchenfürsten zu sein, die den kritischen Schulleiter in die Wüste geschickt haben. Sie haben bewiesen, dass ihnen an Diskussionen nicht gelegen ist, an Reformen schon gar nicht."
Die Schuld daran trägt maßgeblich der Staat: Er pumpt Jahr für Jahr Milliarden über Milliarden von Euros aus dem allgemeinen Steueraufkommen in dieses System und Milieu hinein und hält es so am Laufen. Siehe dazu Der Theologe Nr. 46.


Nr. 95 / 2010 - Serienvergewaltiger im Talar: Priester vergewaltigt alle 14 Tage ein Kind oder einen Schutzbefohlenen, 25 Jahre lang / Anderer Priester missbrauchte über 100 Kinder / Papst lehnt Rückritt von wegen Verbrechensvertuschung angeklagten Bischöfen ab - 14.500 Opfer von pädophilen Priestern und anderen kirchlichen Amtsträgern und Mitarbeiter wurden in Irland bekannt. Bischöfe vertuschten jahrzehntelang Vergewaltigungen und Misshandlungen von Kindern durch Priester. Zwei Bischöfe boten nun im Dezember 2009 ihren Rücktritt an, doch der Papst lässt sie mit "veränderten Zuständigkeiten" im Amt. Zu den gedeckten Verbrechern gehört ein Priester, der ca. alle 14 Tage eine Vergewaltigung einräumte, 25 Jahre lang. Ein anderer katholischer Priester, der gedeckt wurde, gab nun zu "mehr als hundert Kinder missbraucht zu haben"
(AFP, 16.8.2010; http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5joq6JrKG4I6ZoTEPa85ekucaMfUw).


Nr. K 94 / 2010 - Geistlicher Bischöflicher Rat verging sich im Religionsunterricht an Grundschülerinnen - Die Mädchen waren sechs, sieben, acht oder neun Jahre alt, als der Geistliche Bischöfliche Rat aus der Diözese Regensburg mitten im Katholischen Religionsunterricht sich im sexuellen Rausch unter der Kleidung der Mädchen zu schaffen machte. Jetzt wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (http://www.frankenpost.de/nachrichten/fichtelgebirge/selb/art2457,1314025).


Nr. K 93 / 2010 - Vaterglück kann etwas Wunderschönes sein. Nicht jedoch für heuchlerische katholische Priester, die ihre Vaterschaften vielfach dementieren, um den Gläubigen gegenüber den "heiligen" Schein zu wahren.
Mittlerweile haben zwei Männer dementiert, heimliche leibliche Söhne von Bischof Walter Mixa zu sein, der verschiedenen Erzählungen und Berichten zufolge (siehe z. B. unten) demzufolge in beide Richtungen einer Bisexualität tätig geworden wäre. Die Abendzeitung deutet am 13.8.2010 bereits an, dass in der Bevölkerung sogar von noch mehr leiblichen Söhnen die Rede ist: http://www.abendzeitung.de/bayern/205385. Mit DNA-Tests könnten die Berichte ja leicht aus der Welt geschafft werden, falls sie nicht stimmen sollten.


Nr. K 92 / 2010 - Heuchelei: Vordergründig Homosexualität verurteilt, nachts wilde Homosexuellen-Parties von Priestern - Das italienische Magazin Panorama machte drei Wochen lang Filmaufnahmen in Schwulen-Clubs, wo Priester männliche Vergnügunges- und Sex-Begleiter (so genannten "Escorts") buchten und mit ihnen "wilde Nächte" abfeierten (z. B. shortnews.de, 23.7.2010). Am nächsten Tag haben sie dann wieder angeblich Oblaten in den Leib Christi verwandelt. Die Heuchelei und Scheinheiligkeit besteht darin, dass die Kirche Homosexualität verurteilt, während aber nach Expertenangaben ca. 60 % der Priester im Vatikan homosexuell sind
(siehe z. B. http://www.das-weisse-pferd.com/02_06/sexualverbrechen_von_priestern.html)
. Für viele Homosexuelle oder homosexuelle Pädophile erscheint "Katholischer Priester" offenbar als Traumberuf, weil sie kein Problem mit dem Zwangszölibat haben und im Beruf leichter wie jeder andere an Kinder heran kommen.
Mehr dazu siehe hier: Ausgelebte Homosexualität - In der Kirche geht es drunter und drüber, http://www.theologe.de/2009-1.htm#Homosexualitaet


Nr. K 91 / 2010 - Nach Tausenden von Seelenmorden an Kindern: Kirche wieder ganz oben auf dem hohen Ross: Bischof Ludwig Müller: Rücktritt von Bischof Walter Mixa war "nicht gerechtfertigt". "Es habe sich um ´öffentlich inszenierte Kritik` gehandelt. Nun stelle sich heraus, ´dass die Vorwürfe gar nicht so gravierend sind`... ´Das relativiert andere Vorwürfe`, sagte Müller" (abendzeitung.de, 3.8.2010). Mehr zu Bischof Mixa, der jetzt eine fürstliche Staatspension von über 7.000 Euro erhält, z. B. unter K 84 , K 82, K 78, K 67, K 66, K 65, K 58, K 55, K 51, K 50, K 46, K 44.
Liebe Leserin, liebe Leser! Lesen Sie alles noch einmal genau nach, wenn Sie möchten. Wenn das alles nach Bischof Ludwig Müller also gar "nicht so gravierend" sei und der Rücktritt von Bischof Walter Mixa "nicht gerechtfertigt" gewesen sei, wie mag es dann wohl im Bistum von Bischof Ludwig Müller und in anderen Bistümern hinter den Kulissen zugehen? Die nächste Enthüllung erfolgte bereits wenige Tage nach diesen Aussagen Bischof Müllers.
Zur Erinnerung: Im Jahr 2007 wurde Bischof Ludwig Müller vom Pfarrgemeinderat in Riekofen die Verantwortung für ein "grausames Experiment mit der Seele unserer Kinder" vorgehalten. Bischof Ludwig Müller hatte einen wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestraften Priester gezielt wieder im Gemeindedienst eingesetzt - ohne über dessen Neigungen und Verbrechen zu informieren. Die Folge: Der Priester verging sich im Dienst wieder an Kindern. Der Bischof, der gegen die ohnehin laxen Leitlinien für den Umgang mit Verbrechern im Pfarrertalar auch noch verstoßen hatte, bedauerte damals nichts und wurde auch nie zur Verantwortung gezogen. Mehr dazu unter
http://theologe.de/kirche_hoelle.htm#Priester_verhaftet
PS: Bischof Ludwig Müller wurde jetzt auf Kosten des Staates für 100.000 Euro Umbaukosten ins Zentrum des Regensburger Doms gesetzt, damit man ihn besser sehen kann.
 

Nr. K 90 / 2010 - Priester schändete 23 Jahre lang Kinder - Bischof Robert Zollitsch vertuschte und stellte falsch dar. Wie lange kann sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz noch ans Amt klammern?
Mehr dazu bei http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauchsskandal-grenzen-der-aufklaerung-1.977090


Nr. K 89 / 2010 - Pädophile Schwerverbrecher wurden in der Vergangenheit nur versetzt. Doch Chefarzt wird in einem katholischem Krankenhaus gekündigt. Der Grund: Er hat das zweite Mal geheiratet. Doch diese Institution wird zu 100 % vom Staat bezahlt. Sind zölibatäre Priester nicht die schlimmeren Ehebrecher? - In Düsseldorf hat ein Arzt nach seiner Scheidung ein zweites Mal geheiratet, bevor ein kirchliches Gericht über die "Annullierung" seiner ersten aus kirchlicher Sicht entschieden hatte. Das Verfahren lief noch. Daraufhin wurde der Chefarzt von den zölibatären "Herren der Kirche" und ihren Helfershelfern fristlos gekündigt. Er habe "gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre verstoßen, argumentiert sein Arbeitgeber, der kirchliche Träger der Klinik" (bild.de, 29.6.2010). Ob er wirklich etwas Schlimmes getan hat, was natürlich eine wichtige Frage wäre, ist für die Kirchenverantwortlichen in diesem Zusammenhang jedoch unbedeutend. Und diese schämen sich auch nicht, sich ihr Krankenhaus zu 100 % vom Staat bezahlen zu lassen. Und die Politiker geben unser aller Geld dafür aus, solche Einrichtungen zu bezahlen und sie zu unterstützen. Damit verantwortet der Staat auch die fanatische Personalpolitik der zölibatären Hardliner anstatt die Sorge für die kranken Menschen in eigener Regie zu verantworten. Wenn die Kirche ihre Häuser selbst bezahlt, mag sie dort beim Personal ja wüten, wie sie will. Dann sind nur die Mitglieder der Kirche dafür verantwortlich. Wenn der Staat jedoch der Kirche alles Geld zusteckt, dann darf er sich die Personalpolitik nicht von den Mixas und seinesgleichen diktieren lassen.

Zudem: Was sich hinter den festlichen Gewändern derer verbirgt, die offiziell nicht gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre verstoßen, das kommt oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten ans Tageslicht.
Mose und Jesus von Nazareth lehrten zwar zurecht das Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen." Doch wird nicht von jedem Priester verlangt, in seinem Leben mit der Ehe zu brechen, indem sie ihm verboten wird? Mit den öffentlich immer mehr bekannten Folgen. Von ihren Priestern (die Jesus niemals wollte) verlangt also die Kirche, die Ehe zu brechen, und die sexuellen Ausschreitungen dieser Ehebrecher wurden in der Kirche seit Jahrhunderten vertuscht, was das Zeug hält. Bei einem Arzt jedoch greift man rigoros durch, ohne offenbar den Einzelfall genau zu prüfen, dem möglicherweise ein friedliches Auseinandergehen nach der ersten Ehe und ein Neuanfang auf hohem sittlichen Niveau zugrunde liegen könnte. Viele Opfer pädophiler Priester haben sich im Gegensatz dazu umgebracht oder sind bis heute seelisch zerstört.
Hätte sich der Chefarzt, anstatt erneut zu heiraten, auf das Parkett der Verheimlichungen, Vertuschungen und Lügen begeben, auf dem die Priester sich so gewandt bewegen, hätte er sicher seinen Arbeitsplatz behalten. Insider berichten z. B. anonym und sehr detailliert von einem verdeckten Finanzsystem zur Finanzierung von geheimen Priester- und Bischofskindern. Zu dieser Handhabung der Sittenlehre passt natürlich ein normaler Ehemann, der ganz öffentlich eine zweite Ehe wagt, nicht dazu.

Aktualisierung: Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf erklärte nun die Kündigung durch das Erzbistum Köln für unwirksam. Das "Selbstbestimmungsrecht der Kirche" "dürfe nicht dazu führen, dass ´weltliche Rechte der Beschäftigten völlig ignoriert` werden. Auch Kirchen müssten Rechtsregeln beachten und dürften nicht willkürlich gegen ihre Mitarbeiter vorgehen". Außerdem wurde von den Kirchenführern der "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit" missachtet (evangelisch.de, 1.7.2010). Dazu die Überlegung: Waren die Scheiterhaufen verhältnismäßig? Und hat sich die Kirche wirklich geändert oder nur veränderten Zeitumständen notgedrungen angepasst?
Das Erzbistum Köln plant nun die Revision vor dem Bundesarbeitsgericht, um den angesehenen Mitarbeiter wegen seiner vor dem Standesamt geschlossenen Ehe dennoch feuern zu können.
 

Nr. K 88 / 2010 - Verschleppungstaktik der Kirche in Kloster Ettal? - "Den Opfern reicht´s" - So die Überschrift bei abendzeitung.de (24.6.2010). Die Abendzeitung weist auch auf die neue Homepage der Opfer hin: http://www.ettaler-missbrauchsopfer.de


Nr. K 87 / 2010 - Razzia bei belgischem Kardinal Godfried Danneels - Es habe Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen mehrere Mitglieder der Kirche gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit (http://www.n24.de/news/newsitem_6151029.html). Dann die Sensation: "Es seien auch Unterlagen zum Fall des Kinderschänders Marc Dutroux gefunden worden ... Darunter Aufnahmen von der Leichenschau [von ermordeten Mädchen], die allein für die Justiz bestimmt waren" (Evangelisches Sonntagsblatt Nr. 28, 11.7.2010). Man ging seit jeher davon aus, dass Dutroux kein Einzeltäter war.


Nr. K 86 / 2010 - Anklage gegen renommierten Priester: Sexueller Missbrauch von zwölf schutzbefohlenen Drogensüchtigen. Der heute 85-Jährige Pierino Gelmini soll bis 2004 zwölf Hilfe suchende drogensüchtige Männer sexuell missbraucht haben. Gelmini gründete 1963 die bekannte katholische Drogen-Rehabilitations-Einrichtung Comunita Incontro, die heute weltweit über 200 Einrichtungen betreibt. Gelmini ist nicht mehr im Dienst (http://de.news.yahoo.com/1/20100618/twl-einflussreicher-ex-priester-wegen-se-aa48a9e.html).


Nr. K 85 / 2010 - Die "Hure Babylon" entlarvt sich Tag für Tag: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Erzbischof von Neapel, Cresencio Sepe, wegen Korruption.
http://de.news.yahoo.com/1/20100620/twl-erzbischof-von-neapel-in-korruptions-8b73c05.html
Mehr über die Hure Babylon in Der Theologe Nr. 41
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Nr. K 84 / 2010 - Nächtliche Ministrantenbesuche bei Bischof Mixa? / Zahlungen in ein spezielles Milieu durch Bischof Mixa / Zwei Opfer sagen aus: Offenbar Vergewaltigung von Minderjährigen durch Stadtpfarrer Mixa / Bischof offenbar schwer alkoholsüchtig / Wird er jetzt in den Vatikan befördert?  - Die Frankfurter Allgemeine bringt neue Details aus dem bizarr-kriminellen Leben des Bischofs ans Tageslicht. So wurde auch noch einmal an das mutmaßliche Opfer eines sexuellen Missbrauchs hingewiesen, ein "Dom-Ministrant in Eichstätt und Mitglied eines von Mixa 1998 ins Leben gerufenen ´Interessentenkreises für Glaubens- und Lebensfragen`". Dieser war z. B. "zu Stunden im Bischofshaus, in denen sich fremde männliche Personen dort nicht mehr aufhalten sollten. In Eichstätt war das nicht unbemerkt geblieben." Weiteres aus dem Leben des Bischofs: "Nicht erklärbar waren indes die durch die Aufdeckung finanzieller Unregelmäßigkeiten in dem Schrobenhausener Kinderheim ans Licht gekommenen Zahlungen an eine in Rom lebende Person, die in einem Milieu verkehrte, mit dem man einen Bischof nicht in Verbindung bringen sollte. Und noch etwas trat hinzu: Zwei Priester, einer aus dem Bistum Eichstätt, ein anderer aus dem Bistum Augsburg, hatten sich unabhängig voneinander genau bezeichneten Personen offenbart und von homosexuellen Übergriffen (´weiche Vergewaltigung`) [durch Mixa] berichtet, die ihnen Mitte der neunziger Jahre gegen ihren Willen, jedoch in einem Zustand emotionaler Abhängigkeit, angetan worden seien. Die Schilderungen waren präzise bis hin zu dem Detail, dass der damalige Stadtpfarrer am Morgen danach erst zur Beichte ging, ehe er wieder die Messe zelebrierte."
Mit anderen Worten: Die beiden Jungen, die später den Priesterberuf wählten, wurden demnach in ihrer Jugend vom damaligen Stadtpfarrer Mixa missbraucht. Dies sind eindeutige Unterlagen mit dem "Hinweis auf mutmaßlichen sexuellen Missbrauch eines zur Tatzeit womöglich Minderjährigen" (faz.net, 20.6.2010). Doch das ist längst nicht alles aus diesem Bischofsleben. Auch de.news.yahoo.com schreibt: "Vielmehr habe der Papst bereits über die päpstliche Nuntiatur in Berlin zahlreiche andere Vorwürfe gegen Mixa zugeleitet bekommen" (20.6.2010).
Zudem berichten Menschen aus dem Umfeld des Bischofs, dass er "über den Tag verteilt" immer wieder "Wein und hochprozentige Alkoholika" trinkt (sueddeutsche.de, 20.6.2010), also demnach mit einem hohen Daueralkoholpegel die alltäglichen Dinge verrichtet. Dazu würde das Suchtbild eines so genannten "Spiegeltrinkers" passen, wozu auch gehört, dass z. B. die nächtlichen Entzugserscheinungen gleich nach dem Aufstehen mit neuem Alkohol angegangen werden.
Laut römisch-katholischer Lehre empfängt jeder Bischof die "Fülle des Weihesakraments", wodurch er angeblich zum "Stellvertreter Christi" auf Erden  wird (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1560). Dies wird nach römisch-katholischer Lehre auch nicht gemindert, wenn ein Bischof pro Tag die Fülle einer Schnapsflasche leeren würde.

Eine Chance auf eine Beförderung in der Kirche in ein anderes hohes Amt durch den Papst hat er vielleicht dennoch. Auch Erzbischof Juliusz Paetz, der Priesteramtskandidaten gegen deren Willen küsste und unsittlich anfasste, wurde ja rehabilitiert. Mixa könnte z. B. versprechen: "Ich schlage keine Kinder mehr, bis ihnen das Trommelfell platzt, ich lüge nicht mehr, ich praktiziere keine "weichen Vergewaltigungen" mehr und bezeichne die Jungpriester nicht mehr als Lustmolche, ich veruntreue keine Gelder mehr, ich schmuggle keine Schwarzgelder mehr und sitze nicht mehr betrunken auf Bischofskonferenzen, ich nehme meine Umgebung nicht mehr gestört wahr, sondern richtig, ich ziehe mir keine Hörigen und Abhängigen mehr heran, die ich dann massiv begünstige, ich überweise keine Gelder mehr in Bereiche, womit ein Bischof nichts zu tun haben sollte, ich versuche nicht mehr, mit einem Schlagstock aus Kindern Teufel auszutreiben und ich tue auch das viele andere nicht mehr, was in der Geheim-Akte steht, damit ich die zehntausend Euro monatliches Staatsgehalt auch genießen kann. Und wenn es mir nicht gelingt, gehe ich immer sofort zur Beichte und hole mir die Absolution."
Eine vergleichbare Erklärung würde Bischof Walter Mixa auch für ein neues Amt im Vatikan qualifizieren. So schreibt die Frankfurter Rundschau: "Eher ... könnte der Papst Mixa nach Rom holen und ihm dort ein hohes Amt geben. So geschehen im Fall des früheren Erzbischofs von Boston. Nachdem Bernard Francis Law wegen der Vertuschung von Missbrauchsfällen unhaltbar geworden war, machte ihn der damalige Papst Johannes Paul II. im Jahr 2004 zum Erzpriester der Kirche Santa Maria Maggiore, einer der wichtigsten Basiliken von Rom" (fr-online.de, 21.6.2010).
Und nachdem Bischof Mixa jetzt im Streit mit seiner Diözese notgedrungen nachgeben musste, steigen seine Chancen auf einen Posten in Rom. Noch unmittelbar vor seinem Einlenken hat er den Papst um ein "neues Bistum" gebeten, in dem er wieder als Bischof residieren könne (bild.de, 26.6.2010). Mixa war auch oberster Militärbischof für die Bundeswehr und verantwortlich für die katholische Betreuung der Soldaten in Afghanistan.


Nr. K 83 / 2010 - Benedikt XVI. rehabilitiert wegen sexueller Belästigungen zurück getretenen Erzbischof - Überraschend setzt der Papst ein neues Zeichen für die Kirche: Über Jahre hinweg hatte Erzbischof Juliusz Paetz junge Männner im Priesterseminar und Priester sexuell belästigt und z. B. mit Kuss-Attacken angegangen. Viele angehende Priester  berichten, "der Bischof habe sie unsittlich berührt, zweideutige Küsse verteilt und anzügliche Bemerkungen gemacht". missbraucht. Aus diesem Grund war er 2002 zurück getreten. Jetzt hat ihn Papst Benedikt XVI. jedoch voll rehabilitiert und ihm alle seine Rechte wieder verliehen. Die Bevölkerung in Polen ist entsetzt (http://www.tagesschau.de/ausland/polen332.html), die kirchliche Begnadigung des sexuellen Gewalttäters und Erzbischofs füllt die Schlagzeilen in Polen. Es ist jedoch nur ein Gerücht, dass ihm in Zukunft der deutsche Bischof Walter Mixa als Amtsbruder zur Seite stehen und ihn beobachten soll.


Nr. K 82 / 2010 - Bischof zu Priesteramtsanwärtern: "Meine Lustmolche"  / Bischof Mixa bittet um "Liebe" des Jungpriesters - Bischof Mixa, der durch seine Priester- und Bischofsweihe mit einem einzigartigen katholischen "character indelebilis" (= "unzerstörbarer Charakter") ausgezeichnet ist, hat den Priesternachwuchs mehrfach als "meine Lustmolche" angesprochen. Auch berichtet ein Jungpriester von unangenehmen Berührungen durch den Bischof (bild.de, 19.6.2010).
Augen- und Ohrenzeugen bekamen zudem folgenden Dialog zwischen Bischof Walter Mixa und einem Jungpriester mit:
Bischof Mixa: "Bleib hier, ich brauche deine Liebe."
Jungpriester: "Ich bin doch nicht schwul."
Bischof Mixa: "Ich doch auch nicht."
Jungpriester: "Und was war gestern abend?" (bild.de, 21.6.2010)
 

Nr. K 81 / 2010 - Priester schlägt Demonstranten mit Schild "Würden Sie Ihr Sparschwein einem katholischen Bischof anvertrauen?" - Mehr dazu unter der Überschrift Das Bodenpersonal wird handgreiflich bei http://www.sueddeutsche.de/85R387/3367356/Das-Bodenpersonal-wird-handgreiflich.html


Nr. K 80 / 2010 - Der Abschlussbericht der Missbrauchs-Beauftragten der Jesuiten, Ursula Raue, enthält 205 Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern in den Jesuiten-Einrichtungen. Körperliche Gewalt war dabei teilweise ein Aspekt sexueller Gewalt von Priestern gegen Kinder und Jugendliche: "Mehrere Ordensleute schlugen die ihnen anvertrauten Kinder brutal. Dabei sei häufig ein ´sexueller Aspekt` dabei gewesen, sagte Raue. ´Er (der Täter) hat gestöhnt, und es hat komisch gerochen`" (focus.de, 27.5.2010).


Nr. K 79 / 2010 - Kinderschänder-Verbrechen: Papst umgeht Wurzeln des Problems und ignoriert Wiedergutmachungs-Forderungen / Kirche stützt sich auf Verjährung, doch im Geist gibt es keine Verjährung - Zwar bat der Papst in allgemeiner Form und nach langer Wartezeit die Opfer von Kinderschänder-Verbrechen in Deutschland um "Vergebung" und versprach, alles tun zu wollen, "um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen" (spiegel.de, 11.6.2010). Doch richtig weh tut der Kirche diese Erklärung nicht, denn weder werden irgendwelche einschneidenden Maßnahmen getroffen noch Schmerzensgeldforderungen in Milliardenhöhe anerkannt. Stattdessen versuchte der Papst einmal mehr, das "System Kirche" zu verteidigen. Denn durch den Priester würde angeblich Gott "durch alle menschliche Schwachheit hindurch seine Liebe in dieser Welt praktisch werden" lassen – ein nachträglicher Hohn für die von Priestern missbrauchten Opfer, die durch die Verbrechen auch das Vertrauen in Gott verloren haben. Und ein Hohn auf Gott, der niemals Priester einsetzte, um "Liebe praktisch werden zu lassen." Alle Christen sollten Gott, den Nächsten und sich selbst lieben, wozu es keine gut bezahlten Priester braucht. Und Teil dieser Liebe ist auch die echte Reue gegenüber den eigenen Untaten, die voraus setzt, dass einem der Schmerz der Opfer auch selbst schmerzt. Ob die Opfer der Kirche und den Priestern nun auf dieses Papstwort hin vergeben, ist fraglich. Damit tatsächlich Vergebung erfolgt, ist es jedoch notwendig, dass alle Opfer den Tätern vergeben. Die kirchliche Beichtsakrament ist dabei völlig nutzlos und wiegt die Täter in falsche Sicherheit. Denn die Menschen müssen sich untereinander vergeben, wofür es keinen Priester braucht.
Auch stützen sich der Vatikan und die katholische Kirche in Deutschland auf die Verjährung unzähliger Verbrechen durch Priester und lehnen damit in unzähligen Fällen auch Wiedergutmachungszahlungen ab. Doch im Geist Gottes gibt es keine Verjährung.



Nr. K 78 / 2010 - Der vom Freistaat Bayern bezahlte Bischof Walter Mixa greift nun andere Kirchenobere an, dass sie einen Missbrauchsvorwurf Dritter gegen ihn (den das Opfer oder vermeintliche Opfer jedoch dementiert) in diesem Fall einmal ausnahmsweise gleich an die Staatsanwaltschaft weiter gaben (Welt am Sonntag, 13.6.2010) - obwohl es noch viele andere Anschuldigungen aus Schrobenhausen und Umgebung gibt, über die noch gar nicht in der Öffentlichkeit berichtet wurde. "Nicht zuletzt zum Schutz von Bischof emeritus Mixa sehen wir davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten", so der Sprecher der bayerischen Bischofskonferenz Berhard Kellner (spiegel.de, 16.6.2010). Öffentlich sind jedoch bereits die Misshandlungen von Kindern: "Die Taten erfüllten unter anderem den Tatbestand der schweren Körperverletzung und der Misshandlung Schutzbefohlener, seien aber verjährt" (bild.de, 12.6.2010). Außerdem: "Seit April steht Mixa unter Verdacht, als Kuratoriumsvorsitzender des Kinderheims Schrobenhausen für mehrere Veruntreuungen verantwortlich zu sein" (sueddeutsche.de, 14.6.2010).
Am 13.6.2010 dann ein weiterer Paukenschlag, der an frühere mittelalterliche Machtkämpfe in der Kirche erinnert: Bischof Walter Mixa zog mit juristischer Unterstützung wieder in den Bischofspalais in Augsburg ein
(spiegel.de, 14.6.2010). Offenbar putschte sich Walter Mixa zurück auf den Bischofsstuhl und versucht, aus dem Bischofspalais heraus seine Anhänger erneut zu mobilisieren. Kath.net schreibt: "Bischof Mixa kämpft um seine völlige Rehabilitierung und bittet um die Rücknahme der Resignation, um wieder Bischof von Augsburg zu werden" (14.6.2010). Bischof Mixa dazu selbst: "Der Druck, unter dem ich die vorgefertigte Resignation unterschrieben habe, war wie ein Fegefeuer. Drei Tage später habe ich sie in einem Schreiben an den Papst widerrufen" (welt.de, 16.6.2010). Das Rücktrittsgesuch sei ihm also aufgenötigt wurden und sei deshalb unwirksam. Vor dem Päpstlichen Gerichtshof in Rom müsse neu entschieden werden. Zwischenzeitlich handelt Mixa nach dem Grundsatz: "Derjenige ist der Bischof, der auf dem Stuhl des Bischofs sitzt", und er meldet auf diese Weise erneut seinen unmissverständlichen Anspruch auf diesen vom Freistaat Bayern hoch bezahlten (B 10) kirchlichen Spitzenposten an. Gegenüber den anderen katholischen Hierarchen in Augsburg, die er zuletzt massiv kritisierte, würde er in den Messen im Augsburger Dom keinen Groll empfinden. Man darf gespannt sein, wie der Papst entscheidet, oder ob Benedikt XVI. den Konflikt aussitzt.


Nr. K 77 / 2010 - In Nordhessen platzte für die Kirche die nächste Bombe: Der Pfarrer von Fritzlar hatte von 1994-2001 insgesamt 11 Ministranten mehrfach missbraucht. Bei der Festnahme des Würdenträgers wurde umfangreiches Beweismaterial sicher gestellt, da der Amtsträger selbst einschlägige Fotos seines verbrecherischen Treibens machte. So machte er u. a. kinderpornografische Aufnahmen von Mininstranten unter der Dusche (bild.de, 16.6.2010). Der pädophile "Massentäter" unterrichtete auch Katholische Religionslehre an der katholischen Privatschule der Ursulinen, wo es ja auch um den Umgang des Katholiken mit Sex geht. Anscheinend hatte sich der Täter jedoch auf Schändung und kinderpornografischer Darstellung von Ministranten spezialisiert und verging sich nicht an Schülern, die keine Ministranten waren.
Siehe dazu: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,700203,00.html
Die entlarvten Kinderschänder-Verbrechen sind nach wie vor offenbar erst die Spitze eines Eisbergs.
Und die Kirche sträubt sich weiter gegen einen Wiedergutmachungs-Fonds. Deshalb unser Vorschlag: Die jährlichen Staatsmilliarden für Bischofsgehälter, Kirchenrenovierungen, Priesterausbildung gehen in diesem Jahr komplett an die Opfer. Und im nächsten Jahr werden sie endlich gestrichen, wie es die Weimarer Reichsverfassung seit 1919 und das Deutsche Grundgesetz seit 1949 fordern.


Nr. K 76 / 2010 - Katholische Äbtissin misshandelte Nonne zu Tode und ließ sie erfrieren / Verbrechen wurde auf Anweisung der Täterin vertuscht - Furchtbare Zustände in einem Zisterzienser-Kloster in Dänemark: Andere Nonnen wurden von der Äbtissin Mutter Theresa, die in Deutschland aufgewachsen ist, geschlagen. Siehe
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,699755,00.html
"Der Vatikan griff nicht ein"
. Neue grausame Details nun unter:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,700018,00.html
Man könnte es als Mord deuten. Die ältere pflegebedürftige Nonne habe die Äbtissin beim Gebet gestört. Darauf hin wurde sie von Mutter Theresa, nur mit Nachthemd bekleidet, bei klirrender Kälte aus dem Klostergebäude geworfen. Spiegel online schreibt über den Todeskampf der alten Frau: "´Eine Weile hämmerte die Nonne verzweifelt an die Tür und schrie, weil sie Panik hatte und ins Warme wollte`, erinnert sich Helene Hägglund, 37, die von 1988 bis 2000 im Kloster Sostrup lebte. Niemand habe sich getraut, die alte Frau gegen den Willen der Äbtissin ins Warme zu holen. ´Dann wurde es ganz still.` Auf dem Weg in die Küche habe sie dann draußen den leblosen Körper der Ordensschwester auf dem Boden liegend gefunden, berichtet sie SPIEGEL ONLINE. B. habe daraufhin eine weitere Schwester gerufen, zu dritt habe man die Leiche ins Haus gebracht. ´Mutter Theresa wies uns an, zu schweigen. Alles sollte so aussehen, als wäre sie im Bett gestorben` (11.6.2010).


Nr. K 75 / 2010 - Sex mit 17-jährigem Jungen: Homosexueller Priester tritt Pfarrstelle in Stuttgart-St.Augustinus nicht an. Siehe http://www.merkur-online.de/nachrichten/deutschland/sexueller-missbrauch-pfarrer-tritt-stelle-nicht-793256.html


Nr. K 74 / 2010 - "Beihilfe zum sexuellen Missbrauch": Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren gegen Bischof Robert Zollitsch ein, den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz; siehe
http://www.bild.de/BILD/news/2010/06/02/erzbischof-robert-zollitsch/ermittlungsverfahren-beihilfe-sexueller-missbrauch.html
Erst war Bischof Zollitsch in Rom wegen Bischof Mixa. Jetzt ist Bischof Mixa in Rom. Wegen Bischof Zollitsch? Der Sachverhalt ist seit längerem bekannt, und die Ausflüchte von Bischof Zollitsch sind in nahezu jeder Hinsicht unglaubwürdig.


Nr. K 73 / 2010 - Bistum Würzburg: Sexuelle Gewalt durch Priester in jüngerer Zeit; siehe http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1234665&kat=27


Nr. K 72 / 2010 - Erzbischof beschuldigt, mehrere Sex-Beziehungen zu minderjährigen Mädchen unterhalten zu haben. Mehr dazu u. a. bei
http://www.zenit.org/article-20668?l=german&utm_campaign=germanweb&utm_medium=article&utm_source=zenit.org/g-20668



Nr. K 71 / 2010 - Opfer-Vertreter durften beim Kirchentag nicht aufs Podium - mehr dazu hier
 

Nr. K 70 / 2010 - Ein Opfer der Kirche bricht sein Schweigen: Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel - Der Name des Opfers ist uns bekannt. Der Offene Brief ist komplett einsehbar unter http://www.scribd.com/doc/31715150/Open-Letter-to-Dr-Angela-Merkel-Chancelor-of-Germany. Nachfolgend ein Auszug als "Dokumentation zur Zeitgeschichte".
Es zeigt, wie ein Gemeindepfarrer Beichte und Kinderschändung miteinander verbunden hat. Die Verbrechen an dem Kind begannen kurz vor dessen Erstkommunion, also im Alter von etwa 8 Jahren und dauerten ca. vier Jahre. Das Opfer erklärt in dem Brief auch, warum es auf die Bedingungen und Umstände des Bistums Speyer für ein Gespräch nicht eingehen konnte und schreibt, dass das Bistum seinerseits auf seine Vorschläge und Forderungen nicht einging. Auch dies ein Beispiel dafür, dass die Verbrechen vor Gericht gehören und nicht intern abgewiegelt werden dürfen. Hier der Auszug aus dem Brief:

"Es handelte sich hierbei zunächst darum, dass mein Gemeindepfarrer im Rahmen einer von ihm so
genannten Beichte mich über seinem erigierten Penis auf seinem Schoss wiegte ... Anschließend hatte ich nicht genug Vaterunser aufgesagt, wie sich eine Woche später zeigte. Als ich die nächste Beichte ablegen wollte, wurde ich hierfür gerügt und es wurde mir gesagt, dass ich nur Vergebung finden könne, wenn ich dafür Buße tun würde. In diesem Zusammenhang wurde mir aufgetragen, in die Sakristei zu kommen. Dort musste ich mich auf den Schoß des Gemeindepfarrers setzen. Dieser - offenkundig in Latein betend, ich hörte nur eine monotone Rezitation in einer mir unverständlichen Sprache, wippte mich vor und zurück. Da ich dabei etwas Hartes an meinem Po spürte, war ich, der gerne auf dem Schoß meines Großvaters gesessen war, sehr irritiert ... Nach einigen Monaten bot mir dieser eine besondere Ministrantenstelle an, wobei das Kind anfangs eine Augenbinde getragen hatte, die später wegfiel."
Der "Ministrantendienst" beinhaltete folgende Handlungen:
"1. Mehrfaches Wippen auf dem erigierten Penis, wobei ich mich zuvor bis auf die Strümpfe nackt ausziehen und sodann ein Ministrantengewand überstreifen musste
2. Mehrfaches Wippen auf dem erigierten Penis, völlig unbekleidet
3. Kneifen der nackten Brustwarzen
4. Mehrfaches Streicheln meiner nackten Genitalien  (beim ersten Mal wurde ich zuvor mit einem Gegenstand auf den nackten Po geschlagen)
5. Mehrfache Manipulation am nackten erigierten Penis des Priesters, indem meine Hand zunächst geführt wurde (hierbei kam es auch zum Samenerguss, teilweise auf meinen Bauch)
6. Mehrfache Manipulation am eigenen nackten Penis bis zur Erektion und bei weiteren Malen auch bis zum Samenerguss
7. Mehrfacher Oralverkehr an mir
8. Mehrfacher Oralverkehr durch mich, teilweise musste ich das Ejakulat schlucken (hierbei wurde anfangs mein Kopf festgehalten, einmal kam es zum Erbrechen)
9. Mehrfacher Analverkehr durch Einführen meines Penis in den After des Priesters
10. Eindringen in meinen After mit dem Finger

11. Vorzeigen pornographischer Schriften (Zeichnungen, die den Analverkehr zwischen Männern darstellten)
12. Gewaltsames anales Eindringen, zunächst mit einem Gegenstand, dann mit zwei Fingern und schließlich mit dem Penis (Dies war für mich äußerst Angst einflößend). Nachdem mir zunächst wie vor jeder neuen Handlung eine Augenbinde angelegt worden war, wurden mir die Arme hinter dem Rücken festgebunden und ich wurde an einen Gegenstand geführt, der sich anfühlte wie ein Tisch. Meine Fußknöchel wurden hieran festgebunden, mein Oberkörper über den Gegenstand gebeugt und ebenfalls festgebunden. Nachdem ich vor Angst uriniert hatte, wurde ich mit einem Gegenstand auf den nackten Po geschlagen, sodass ich vor Schmerz aufschrie. Daraufhin wurde ich zusätzlich geknebelt. Ich bekam eine Art Einlauf und wurde sodann mit zwei Fingern penetriert. Dies war für mich sehr qualvoll. Die anschließende Penetration mit dem Penis des Priesters war für mich dermaßen schmerzhaft und entsetzlich, dass ich Atemnot bekam und in große Panik geriet, da ich Angst hatte zu ersticken. Aufgrund der Penetration kam es zu Blutungen aus meinem After."

Der Pfarrer erklärte dabei immer wieder, "dass ich als damals sehr gläubiges Kind einen Dienst an Gott erllen müsse und entsprechend bei Unbotmäßigkeit keinerlei Vergebung erwarten könne. Immer wurden diese verbrämt als Initiierung auf einem Weg, den Gott für mich ausgesucht habe. Aufkeimender Widerstand wurde sofort geahndet als schwere Verfehlung gegen Gott und den für mich bestimmten besonderen Weg ... Meine Mutter war sehr fromm und bestand darauf, dass ich zur Beichte ging, auch nachdem ich zaghaft versuchte, hierr Ausreden zu finden. Die Autorität des Gemeindepfarrers verhinderte überdies, auch nachdem die Übergriffe schwerer wurden, diesem etwas Unbotmäßiges zu unterstellen. Daber hinaus rief das Geschehene bei mir große Scham- und Schuldgefühle hervor."

Das Opfer warf es dann in jungen Erwachsenenjahren völlig aus der Bahn.
"Mein Leben bestand fast ausschließlich daraus, über Arbeit, Alkohol und Spiel zu verdrängen oder dies
zumindest zu versuchen. Immer wenn ich weder beschäftigt noch betrunken war, erlitt ich schwere Flashbacks ..."

Im Zuge der Aufdeckung von immer mehr Sex-Verbrechen der Priester fasste auch er nun den Mut, auszupacken und nachträgliche Schmerzensgeldforderungen zu stellen, was der Kirche nicht behagte.
"... Das Bistum Speyer gab keine Stellungnahme zu meinen Vorwürfen oder der Schmerzensgeldforderung ab und hat dies im Übrigen bis heute nicht getan. Ich war deshalb gezwungen, eine Rechtsanwältin mit der Durchsetzung meiner Ansprüche zu beauftragen, obwohl ich mir diese finanziell nicht leisten kann. Ein anwaltliches Schreiben von Mitte April 2010 blieb ohne substanziierte Rückantwort des Bistums. Ein eindringliches Erinnerungsschreiben meiner Anwältin von Anfang Mai 2010 blieb bisher unbeantwortet. Daraufhin habe ich das Bistum informiert, dass ich mich in einem offenen Brief an Sie [die Bundeskanzlerin] wenden werde, um diese unsägliche Verhaltensweise für jedermann offen zu legen. Ich hoffe sehr darauf, dass Sie Frau Dr. Merkel, den Mut und die Kraft haben, der katholischen Kirche mit Entschlossenheit entgegenzutreten und diese zu einem fairen Umgang mit den berechtigten Forderungen von allen Opfern zu bewegen."

PS: Mittlerweile folgte bereits ein zweiter Offener Brief (siehe http://www.scribd.com/doc/32019592/Open-Letter-to-Dr-Angela-Merkel-Chancelor-of-Germany-Part-II). Doch ausgerechnet Angela Merkel hatte noch vor kurzem die römisch-katholische Kirche für ihren Umgang mit den Verbrechen in ihren Reihen gelobt. Sollte sie dieses Lob nicht zurück nehmen, dann muss man sagen. Sie verhält sich so wider besseres Wissen.


Nr. 69 / 2010 - 26 Ministranten von Priestern sexuell geschändet - 17 Millionen Dollar Schmerzensgeld - Die römisch-katholische Diözese in Vermont/USA hat sich bereit erklärt, 26 ehemalige Ministranten zu entschädigen, die von Priestern sexuell geschändet worden waren (bild.de, 13.5.2010). In Deutschland hofft die Kirche noch, finanziell glimpflich davon zu kommen, obwohl sich nach wie vor täglich neue Opfer melden.


Nr. 68 / 2010 - Aus der langen Reihe von Sex-Verbrechen durch Priester hier nur einige wenige weitere Fälle.
Ein 61jähriger Priester aus dem Bistum Limburg räumt "grenzüberschreitendes Verhalten" gegenüber Kindern oder Jugendlichen ein und tritt zurück. / Ein 59jähriger Priester aus dem Landkreis Bad Kissingen (Diözese Würzburg) hat sich "an Kindern vergangen" (fr-online.de, 9.5.2010). Er sprach u. a. Andachten im Hessischen Rundfunk, und eine Predigt von ihm wurde im Deutschlandfunk übertragen. Er bekannte sich in einer anderen Hörfunk-Sendung auch dazu, Alkoholiker gewesen zu sein. Der Kindsmissbrauch kam erst jetzt heraus. / Ein weiterer Priester aus der Diözese Würzburg hat eine 17jährige Jugendliche "sexuell belästigt" (mainpost.de, 9.5.2010) und noch ein dritter Priester aus der Diözese Würzburg hatte ein sexuelles Verhältnis mit einem 15jährigen Mädchen und gestand (bild.de, 13.5.2010). Er wurde sofort in den "Ruhestand" versetzt. Bei weiteren Priestern aus der Diözese Würzburg sind die Taten schon etwas länger bekannt: Etwa bei dem Dekan und Mitglied der Bistumsleitung, der mit einem jugendlichen Ministranten in einem sexuellen Abhängigkeitsverhältnis stand. Er soll sich freiwillig vor den Zug geworfen haben. Oder bei dem Priester, der nach Versetzungen immer neu Kinder missbraucht hatte. Oder der Priester, der Jungen massiv sexuell bedrängte und missbrauchte. Oder der Wallfahrtseelsorger der Würzburger Wallfahrtskirche Käppele, der wegen schweren Kindsmissbrauchs an seiner vormaligen Wirkungsstätte in Passau suspendiert werden musste (Mainpost, 4.3.2010). Gegen einen weiteren Priester aus dem Bistum Würzburg wegen Kindsmissbrauch ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das Verbrechen wäre noch nicht verjährt (merkur-online, 24.6.2010).
Das sind alleine schon acht Priester in der Diözese Würzburg, die Kinder missbrauchten oder Jugendliche sexuell verführten oder abhängig machten, Dunkelziffer noch gar nicht gerechnet. Hinzu kommen noch Prügel-Opfer im bischöflichen Knabenseminar der Diözese Würzburg in Miltenberg. Ein römisch-katholischer Präfekt hat einem Kind dabei eine so massive "Watschn" ins Gesicht gegeben, dass sein Nasenbein bei dem Schlag in Trümmer gebrochen ist. (Main-Echo, 11.5.2010). Das alles sind doch keine Einzelfälle. Das ist das System. Da passt es gut, dass das Bistum Würzburg das laufende Jahr 2010 unter das Motto Würzburger Apokalypse gestellt hat. Der Seher aus der Apokalypse des Johannes rief die Menschen zum Austritt aus der Hure Babylon, dem Symbol für die endzeitliche Kirche, aus: "Tretet aus [so die mögliche wörtliche Übersetzung] von ihr mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihr Sünden und nichts empfanget von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4). Doch sieht es in den anderen Diözesen wirklich anders aus? / In Hamburg gestand ein Priester den sexuellen Missbrauch an einem Jungen und wurde "freigestellt" (abendblatt.de, 10.5.2010). / In Tettenweis zerbrach ein unbekannter Täter die Osterkerze in der katholischen Kirche und verschmutzte den Beichtstuhl. Dort musste der Priester gehen, weil er mit Kindern Pornofilme schaute (abendzeitung.de, 13.5.2010).  



Nr. 67 / 2010 - Nachdem Bischof Walter Mixa von seinem Amt entbunden wurde, erscheinen immer mehr Vorgänge in einem neuen Licht, und die Liste seiner Untaten wird immer unübersichtlicher, wobei er sicher kein Einzelfall ist. Doch sei speziell hier auch noch einmal daran erinnert, als der damalige Bischof von Eichstätt, der schon damals gleichzeitig Militärbischof für die Bundeswehr war, am 2. Weihnachtsfeiertag des Jahres 2001 vom mazedonischen Zoll gefasst wurde, als er 400.000 DM in Tausender-Scheinen illegal aus dem Land schaffen wollte. Der Devisen-Schmuggel des Bischofs war eine klar definierte strafbare Handlung. Zudem handelte es sich um Schwarzgeld bzw. so genanntes "graues" Geld, das nach Deutschland eingeschleust werden sollte. Doch dem Bischof passierte damals einmal mehr nichts, denn er hatte ja den Bonus des Bischofs, weswegen schon bald der "Mantel des barmherzigen Schweigens" über ihn ausgebreitet wurde. Die Exzellenz wurde, wie so oft, vom Kirchenapparat gedeckt und Mazedonien brauchte deutsche Hilfe, weswegen man dort auch an einer Strafverfolgung eines deutschen Bischofs nicht interessiert war. Und auch der Karriere von Walter Mixa schadete der Devisen-Schmuggel nicht. Es war eine der ersten Amtshandlungen von Papst Benedikt XVI., ihn vom Bischof von Eichstätt zum Bischof von Augsburg zu befördern. Und vielleicht ist Walter Mixa wirklich nur ein kleiner katholischer Fisch, gemessen an den Finanzverbrechen im Vatikan, wo schon einmal der "Bankier Gottes" aufgehängt an einer Brücke gefunden wurde ...



Nr. 66 / 2010 - Nach außen hin lehnt die römisch-katholische Kirche das Ausüben homosexueller Praktiken schroff ab. Doch unzählige Priester und Bischöfe leben diese teilweise exzessiv aus, während sie als Amtsträger öffentlich die Heuchelei und Scheinheiligkeit pflegen. "Kirchenkreise" sprechen in diesem Zusammenhang auch von "homosexuellen Neigungen" von Bischof Walter Mixa: "In der Szene wurde über seinen Spitznamen ´Monsi` - abgeleitet von Monsignore - gespottet. Schon seit längerem hatte im Kirchenmilieu darüber Verwunderung geherrscht, wie es Mixa gelang, auffallend viele junge Männer in seine Priesterseminare zu locken, selbst solche, die in anderen Bistümern als ungeeignet abgelehnt worden waren." Auch wurde bekannt, dass der Bischof (dem auch Sex mit einem Ministranten vorgeworfen wurde, der allerdings "loyal" zu Mixa steht und dementiert), auch junge Priesteramtskandidaten in seine Privatsauna eingeladen hat (spiegel.de, 7.5.2010). Wie es dort zuging, wurde jedoch nicht öffentlich (siehe dazu auch hier). "Keiner weihte so viele zu Priestern wie Mixa. Von ´Lustknaben` wurde da in Kirchenkreisen geredet. Und: Dass Mixa Posten nur nach dem Äußeren besetze ... Geredet wurde viel. Zum Beispiel, warum sich zwei erwachsene Männer ´Hasi` und ´Monsi` nennen. ´Monsi` war Monsignore Mixa. ´Hasi` war Hansfred Hasslbauer, der Heimleiter des Schrobenhausener Waisenhauses" (abendzeitung.de, 7.5.2010), in dem Mixa einst immer wieder Kinder geschlagen hatte.
 


Nr. 65 / 2010 - "Der Vatikan hat sich zu einer schnellen Entscheidung im Fall Walter Mixa durchgerungen", schreibt Spiegel online (7.5.2010). Doch von "schnell" kann überhaupt keine Rede sein, als der Papst am 8.5.2010 um 12 Uhr die Rücktritts-Bitte von Bischof Walter Mixa angenommen hatte. Denn bereits am 21.4.2010 hatte Bischof Mixa Papst Benedikt XVI. um seinen Rücktritt "gebeten". Man rechnete als Normalbürger mit dessen Annahme am 22.4.2010, doch nichts passierte. Überhaupt nichts. Kein einziger Satz. Über zwei Wochen strichen ins Land. Weiter nichts. Und "Mixa wollte offenbar von seinem Rücktritt zurücktreten" (abendzeitung.de, 7.5.2010). Erst die Bekanntgabe staatsanwaltschaftlicher Vorermittlungen gegen Bischof Walter Mixa durch die Augsburger Allgemeine am 7.5.2010 machte der Aussitz-Strategie des Vatikan offenbar einen Strich durch die Rechnung. Noch am 7.5.2010, vermutlich vor Bekannt werden des Artikels in der Augsburger Allgemeinen, hieß es aus Rom forsch: Der Papst habe zu Bischof Walter Mixa "nichts zu sagen" (spiegel.de, 7.5.2010). Dies ist die alte Methode der Kirche, frei nach dem Motto "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".
Zudem besteht immer akute Vertuschungsgefahr. In diesem Fall steht ein ehemaliger Ministrant "loyal" zu seinem vermeintlichen einstigen hochrangigen Sex-Partner, doch selbst wenn der Bischof in diesem Fall unschuldig ist, so wiegt das nicht annähernd die Dunkelziffer noch unentdeckter solcher Untaten in der Kirche auf.
So erscheinen die Prügel-Attacken des Bischofs auf Kinder nahezu als sadistische folterähnliche Handlungen. "
Mixa soll oft mit der Faust und einem Stock zugeschlagen haben, einmal auch mit einem Gürtel. Ein Mädchen sei unter den Schlägen zusammengebrochen. ´Er sagte oft Sätze wie: ´In Dir ist der Satan, den werde ich Dir schon austreiben`, zitierte [der unabhängige Ermittler] Knott einen ehemaligen Heimjungen. Die Nonnen, die in dem Heim arbeiteten, hätten Mixa oft mit den Worten "Hau nei, hau nei" angestachelt" (dpa, 14.5.2010)
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Die Sex- und Gewaltverbrechen in der Kirche, von denen immer mehr ans Tageslicht kommen, auch in der evangelischen Kirche, belasten massiv auch den 2. ökumenischen Kirchentag in München vom 12.-16.5.2010.
Mehr zu Bischof Walter Mixa und zu der Androhung der Kirche in Augsburg gegenüber einer Jugendlichen, sie wegen ihres Kirchenaustritts von der Schule zu verweisen, siehe hier.
 


Nr. 64 / 2010 - Die Kinderschänder-Verbrechen und Schläge gegen Kinder in der katholischen Kirche erfassen immer mehr die Hierarchie der Bischöfe.
Der frühere Würzburger Weihbischof Helmut Bauer hat mögliche Schläge gegen Schüler in den 60er und 70er Jahren eingeräumt (bild.de, 29.4.2010). Bauer trat in der Öffentlichkeit z. B. massiv gegen eine urchristliche Gemeinschaft in Würzburg auf, die sich nichts hat zuschulden kommen lassen.
Derweil werden die Rufe nach Rücktritt von Bischof Heinrich Mussinghoff aus Aachen immer lauter. So habe das Bistum die Klagen über Verbrechen von Pfarrer Georg K. aus
Tönisforst, Kempen und Lobberich "weitgehend ignoriert" (http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=1266871&_wo=mailing).



Nr. 63 /  2010 - Der Sex-Verbrechen-Skandal in der Kirche eskaliert immer weiter. Nun kam heraus, dass auch ein Bischof vor dem sexuellen Missbrauch von Kindern nicht Halt machte. Der renommierte und dienstälteste römisch-katholische Bischof Belgiens, Roger Vangheluwe gab zu, "er habe sich auch in seiner Zeit als Bischof noch an dem Jungen aus seinem Umfeld vergangen. ´Das Opfer trägt noch an den Folgen`, hieß es in dem Brief" der Exzellenz (focus.de, 23.4.2010). Der Papst, der selbst schon längst hätte zurücktreten müssen, nahm das Rücktrittsgesuch an. Roger Vangheluwe war über 25 Jahre lang Bischof.


Nr. 62 / 2010 - "Große Enttäuschung" und "Bestürzung" in der Erzdiözese Washington/USA über die Erzdiözese Mainz. Die Deutschen schickten einen Priester zur Unterstützung in die USA, der dort dann viele "sexuelle Beziehungen zu weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen" ausgelebt hat. So hatten sich die US-Katholiken die "Hilfe" aus Deutschland allerdings nicht vorgestellt. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt nun wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Würdenträger.



Nr. 61 / 2010 - Beispielloser neuer Skandal um den Papst - Klage von Generalvikar Gruber: Ihm wurde der Brief diktiert, mit dem er sich vor Joseph Ratzinger stellen musste und die Alleinverantwortung für die Weiterbeschäftigung eines pädophilen Straftäters im Erzbistum München-Freising übernahm - Dass Generalvikar Gerhard Gruber damals log, war ohnehin fast allen klar, mit Ausnahme der unverbesserlichen Katholiken. Nun packte der ehemalige Generalvikar selbst aus: "Vertraute Grubers schilderten nun dem SPIEGEL, er stehe unter großem Druck und solle wohl als Sündenbock für den Papst herhalten. Es sei darum gegangen, den Papst ´aus der Schusslinie zu nehmen`. Als die Affäre Mitte März aufflog, sei er am Telefon eindringlich ´gebeten` worden, die volle Verantwortung zu übernehmen, klagte Gruber gegenüber Freunden. In einem Brief an seine Vertrauten schreibt Gruber, er habe eine fertig formulierte Stellungnahme zugefaxt bekommen. Änderungswünsche habe er anmerken können. Über die Darstellung des Bistums und darüber, dass man ihm ´eigenmächtiges Handeln` im Fall H. vorwarf, empfinde er jedoch großen Unmut" (spiegel.de, 17.4.2010). Gruber hatte damals behaupten müssen, der Papst habe von allem nichts gewusst, und er, Gruber, habe "eigenmächtig" den kriminellen Pädophilen wieder mit Kindern arbeiten lassen, worauf dieser sich erneut über Kindern sexuell herfiel.


Nr. 60 / 2010 - Bischof deckt Schwerstverbrecher im Talar - Höchstes Lob vom Papst, dass er lieber wegen Strafvereitelung verurteilt wurde als einen Bruder an die Polizei zu verraten - Der Schmutz und Dreck hinter den festlichen Gewändern der Würdenträger wird immer mehr und hat jetzt Papst Johannes Paul II. und Dario Castrillón Hoyos, dem Präfekten für den Klerus im Vatikan von 1996-2006, erreicht. Kardinal Hoyos wies jetzt darauf hin, dass Papst Johannes Paul sein Schreiben an die katholischen Bischöfe in aller Welt genehmigt habe, in dem er sich bei dem französischen Bischof Pierre Pican im Namen der ganzen Kirche bedankt hatte. Bischof Pican wurde zuvor wegen Strafvereitelung in einem besonders schweren Fall zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er hatte einen Serienvergewaltiger an Kindern im Priestertalar gedeckt, dessen schauerliche Verbrechen schließlich trotz der Vertuschung der Kirche ans Tageslicht drangen. Der Priesterverbrecher wurde dafür zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, doch die Kirche lobte den Versuch der Strafvereitelung.
Kardinal Hoyos erklärte nun, er habe im Einvernehmen mit dem Papst an Bischof Pican geschrieben: "Nachdem ich vom Papst Rat eingeholt hatte, schrieb ich an den Bischof und gratulierte ihm als einem vorbildlichen Vater, der seine Kinder nicht verrät", sagte Hoyos der spanischen Zeitung La Verdad. Dem Bischof hatte er damals geschrieben: "Sie haben gut gehandelt und ich freue mich über einen Bischofskollegen, der in den Augen der Geschichte und aller anderen Bischöfe auf der Welt das Gefängnis dem Verrat an einem Priesterbruder vorgezogen hat" (ntv.de, 18.4.2010). Und: "Der Heilige Vater erlaubte mir, diesen Brief an alle Bischöfe in der Welt zu schicken und wir stellten ihn auch ins Internet" 



Nr. 59 / 2010 - Weiter keine Anzeigepflicht bei Kinderschänder-Verbrechen bei Priestern: Kirche trickst Öffentlichkeit aus - "Das bürgerliche Gesetz, das die Anzeige von Verbrechen bei den Behörden betrifft, sollte immer befolgt werden", so die neue Richtlinie aus dem Vatikan zu Kinderschänder-Verbrechen von Priestern (z. B. tagesschau.de, 12.4.2010). Doch was kaum jemand weiß: "Das bürgerliche Gesetz", das nun immer befolgt werden soll, sieht keineswegs eine Anzeigenpflicht vor. Das heißt: Die Kirche kann weitermachen wie bisher und nur dann die Staatsanwaltschaft einschalten, wenn sie das für richtig hält.
Doch nur wenige Journalisten durchschauen das mehrbödige Tricksen und Taktieren der Kirche. Die Zeit kam der Sache näher auf den Grund und schreibt: "Viele meinen, Missbrauchsfälle müssten zur Anzeige gebracht werden. Wie selbstverständlich diese Erwartung ist, zeigte der Umgang mit einer Mitteilung des Vatikans, auch die Glaubenskongregation habe sich bei der Anzeige von Verdachtsfällen an die jeweiligen staatlichen Gesetze zu halten. Fast alle deutschen Medien, einschließlich der ´Tagesschau`, folgerten daraus, nunmehr gebe es eine Anzeigepflicht. Tatsächlich gibt es sie, jedenfalls in Deutschland, nur in Fällen gemeingefährlicher und schwerster Straftaten wie Mord und Totschlag. Eine Änderung des Strafgesetzbuchs war bereits 2003 gescheitert" (15.4.2010). Und der Seelenmord von Priestern an Kindern gehört in Deutschland eben gerade nicht zu diesen Fällen.
Deshalb kann sich die Kirche, wenn man genauer nachfragt, jederzeit hinter einem angeblichen Opferschutz verschanzen, der dann dafür herhalten muss, dass man die Verbrechen für sich behält und viele Täter schützt.
Und folglich heißt es bei Radio Vatikan nun: "Das neueste Vatikan-Dokument zum Umgang mit pädophilen Priestern spricht nicht von einer automatischen Anzeigepflicht bei sexuellem Missbrauch. Darauf weist Missbrauchs-Beauftragter Bischof Stephan Ackermann hin. In dem Dokument stehe lediglich, ´dass das staatliche Gesetz hinsichtlich der Anzeige von Verbrechen bei den zuständigen Behörden beachtet werden muss ... Ackermann wörtlich: ´Eine solche Anzeigepflicht gibt es in Deutschland nicht. Und das aus gutem Grund, wie uns Experten sagen.` Denn es müsse vor allem darum gehen, ´bei allem Respekt vor den berechtigten Interessen des Staates, den Schutz und die Bedürfnisse der Opfer vorrangig zu sehen und zu respektieren` (http://www.oecumene.radiovaticana.org/TED/Articolo.asp?c=372071, 15.4.2010).
Diese Heuchelei! Wenn das unabhängige Opferverbände oder Psychotherapeuten so sehen, dann ist das in den einzelnen Fällen, wo dies so gehandhabt würde, wohl glaubwürdig! Doch wenn die Kirche jetzt auf dieses ihr genehme Trittbrett springt, ist das unglaubwürdig und stinkt zum Himmel. Denn wo hat man denn in der Vergangenheit den "Schutz und die Bedürfnisse der Opfer" "vorrangig" gegenüber dem Ansehen der eigenen Kirche betrachtet? Wo, also in welchen der Tausenden von Fällen, ist das so geschehen, was Bischof Ackermann hier vollmundig verkündet?
Zudem verschanzt sich die Kirche im Konfliktfall weiter hinter ihr "Beichtgeheimnis".
Hierzu ist zu sagen: Eine Beichte bei einem Priester ist Unsinn und eine Irreführung der Menschen. Kein Priester kann einem Menschen Sünden vergeben, und schon gar nicht im Namen Gottes. Die Menschen müssen einander direkt vergeben - nur so kann eine Schuld getilgt werden, niemals aber durch die Kirche oder einen Priester. Folglich braucht es auch keinen Schutz eines kirchlichen "Beichtgeheimnisses", weil unter diesem Deckmantel die Verbrechensaufklärung faktisch behindert wird. Ein Priester sollte also, was seine Geheimnisse betrifft, genauso behandelt werden wie jeder andere Mensch auch, der seine Geheimnisse mit sich herum trägt.



Nr. 58 / 2010 - Veruntreuung? Bischof Mixa hat sich nach Aussage eines Strafrechtlers "eindeutig einer Straftat schuldig gemacht" (bild.de, 15.4.2010) - Da kommt allmählich ganz schön was zusammen: Sadistische Prügeleien gegen Kinder, eventuell Lügen oder schwerste "Gedächtnisausfälle" und jetzt auch noch womögliche Veruntreuung von Geldern einer Waisenhausstiftung zugunsten seines Pfarrhauses. Langsam wird es Zeit, Bischof Mixa in den Vatikan zu befördern. Wir verweisen auf die ensptrechende Berichterstattung in allen Medien.

 

Nr. 57 / 2010 - Homosexueller Mann spürte Berufung zum Priester und erlebte Exzesse und Heimlichkeiten ohne Ende / Systemfehler Kirche / Päpste, Priester und Bischöfe sind nichts als "Zeitgeister" / Bild erhält Audienz beim Papst  - Brian M. wurde im Priesterseminar in Paderborn zum Priester ausgebildet. Doch wie erlebte er die Kirche? "Statt auf Keuschheit und Demut stieß er auf Doppelmoral, sexuellen Missbrauch und Mobbing" (spiegel.de, 14.4.2010). Schon am zweiten Tag im Priesterseminar wurde er sexuell belästigt. "Ob sich die Studenten in der schwulen Szene einer Großstadt vergnügt hätten? ´Das war gar nicht nötig`, sagt Brian trocken. ´Ich lebte in einem geschlossenen System und musste noch nicht einmal vor die Tür gehen, um Sex zu haben, sondern bekam ihn sozusagen auf dem Tablett serviert.` Es habe eine Art Telefonkette gegeben".
Spiegel.de berichtet weiter über den Priesteramtskandidaten: "Als er einen Studienkollegen im Vatikan besuchte, sei er von einem dortigen Priester bedrängt worden. ´Auch in den Klöstern, der für mich letzten Bastion der Reinheit, regierte keineswegs Keuschheit.`" Bekannt geworden sind zuletzt die Exzesse von Ettal, wo über 100 Kinder mit hineingezogen wurden, die teilweise vor dem Bett eines Präfekten Schlange gestanden haben sollen, um sich von dem hohen Geistlichen sexuell befriedigen zu lassen.
Dann hatte Brian M. als Priesteramtskandidat selbst sexuelle Beziehungen zu Priestern. "´Mein Freund war ein hervorragender Priester, der seine Arbeit und die Menschen so sehr geliebt hat." M. trennte sich von dem Mann. Auch die folgende Beziehung zu einem Priester hielt den Realitäten nicht stand: ´Ich lebte in zwei Welten. Draußen war es eine Männerfreundschaft, drinnen war es Liebe.` Der zweite Partner war rigoroser im Vertuschen der illegitimen Verbindung. Jetzt musste auf jedes Detail geachtet werden: keine Umarmungen in der Öffentlichkeit, kein Nackenkraulen beim Autofahren, keine Schwulenparaden, keine öffentlichen Bekenntnisse."

Das alles können die Priester und angehenden Priester ja alles halten, wie sie wollen, ob mit öffentlichen Auftritten auf Schwulenparaden oder nicht. Aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit, welche diese geschlossenen katholischen Systeme komplett aus allgemeinen Steuermitteln mit Millionen und Milliarden finanzieren müssen. Außerdem sollte ihnen untersagt werden, sich "christlich" zu nennen. Denn bei Jesus und seinen Jüngern gab es auch keine sexuellen Männerorgien oder heimliche homo- oder heterosexuelle Liebschaften und verleugnete Vaterschaften wie in der Kirche. Petrus und viele andere Jünger waren verheiratet. Außerdem hatte Jesus niemals Priester gewollt.
Päpste, Priester, Pfarrer, Pröpste, Präsides und Bischöfe sind nichts als "Zeitgeister", welche sich zwischen Gott und die Menschen stellen und den Menschen den Zugang zu echten Gotteserfahrungen und vielfach zu einem anständigen Leben verbauen.
Deshalb bringt es nichts, nach einzelnen Fehlern im "System Kirche" zu suchen. Die Institution Kirche selbst - mit ihren Dogmen, Kulten, ihrer Hierarchie und ihrer Doppelmoral - ist ein einziger Systemfehler, der mit Christus überhaupt nichts zu tun hat. Stattdessen vergehen sich nicht nur unzählige Priester an Kindern, sondern alle Priester vergehen sich auch an Jesus, dem Christus, der am Kreuz der Kirche hängt und sich deshalb nicht mehr persönlich wehren kann - so wie sich auch unzählige Kinder nicht gegen die Übergriffe von Priestern wehren können.
Derweil tritt der Papst die Flucht nach vorne an und spielt seine letzten Trümpfe aus: Eine Audienz für ein mehrköpfiges Team der Bild-Zeitung, das er mit seine knallroten Schuhen empfing. Im Gegenzug erfolgte sofort eine positive Berichterstattung (bild.de, 15.4.2010).



Nr. 56 / 2010 - Es sind tausende sadistische Priester, die Kinder quälten und missbrauchten oder sexuell erniedrigten. Und immer mehr melden sich auch prominente Opfer, die gedemütigt wurden. So der bekannt Sänger Wolfgang Niedecken der Band BAP, der nachts in das Zimmer eines Hochwürden kommen musste und erdulden musste, dass der Würdenträger ihm in die Hose langte und sich an dem Kind sexuell aufreizte. Mehr dazu bei
http://www.morgenpost.de/vermischtes/article1291511/BAP-Frontmann-Niedecken-bestaetigt-Missbrauch.html

 

Nr. 55 / 2010 - Die achte eidesstattliche Versicherung über den prügelnden Augsburger Bischof Mixa: Eine heute 51 Jahre alte Frau berichtet über ihren Firmunterricht beim damaligen Priester Mixa in Weilnach: "´Er hat mich mehrmals geschlagen, mit der flachen Hand ins Gesicht`, versichert sie. "´Ich musste mich bei ihm entschuldigen und seine Hand küssen`" (bild.de, 14.4.2010). Diese Form des Sadismus an Kindern ist besonders heftig. Erst werden sie geschlagen, und dann müssen sie sich auch noch für die Prügel bedanken und sich wie Sklaven dem Täter unterwerfen. Z. B., indem sie das Körperteil des Schlägers küssen, durch das sie geschlagen wurden. Der Augsburger Bischof bestreitet weiter alle Anklagen. Wie viele eidesstattliche Versicherungen braucht es noch?



Nr. 54 / 2010 - Papst zögerte als Kardinal die Amtsenthebung eines Kinderschänder-Verbrechers hinaus. Er durfte noch zwei Jahre lang sogar weiter mit Kindern arbeiten
(siehe z. B. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,688262,00.html)
Der oberste Kardinal Sodano bezeichnete den Papst derweil als "makellos" und neuen "Christus auf Erden".



Nr. 53 / 2010 - Die Hölle von Ettal: 14 perverse und sadistische Priester und der Abt quälten 100 Kinder - "Im Kloster Ettal sollen nach Informationen des Focus etwa 15 Patres ... weit mehr als 100 ihrer Schutzbefohlenen systematisch gequält und sexuell missbraucht haben. Das gehe aus dem Abschlussbericht hervor, den der Sonderermittler der katholischen Kirche in den kommenden Tagen vorstellen wird" (bild.de, 10.4.2010). Unter anderem wurden sie von den Hochwürden gezwungen, lebende Kleinreptilien roh zu essen. Oder ihr Kopf wurde massivst immer wieder auf die Tischplatte geschlagen, wobei mancher vielleicht auch an Guantanamo denkt. Oder die Priester droschen so massiv auf sie ein, dass die Trommelfelle platzten (infranken.de, 10.4.2010). Ein oberer Präfekt von Ettal stellte sexuelle Übergriffe so dar, dass die Kinder bei ihm Schlange gestanden hätten, um sich von ihm sexuell befriedigen zu lassen. Derweil spendeten die Pilger in Ettal zig-Tausende von Mark für die Einrichtungen vor Ort. Einer der Angeklagten wegen sadistischer Quälereien ist der frühere Abt und Präfekt  Edelbert Hörhammer OSB, genannt Johannes, der das Kloster Ettal 32 Jahre lang leitete und maßgeblich prägte, von 1973 bis 2005. Ihm wird z. B. vorgeworfen, eine Schüler zum Essen einer lebenden Schnecke gezwungen zu haben, und er habe "wiederholt die Köpfe von Schülern auf die Pulte geschlagen" (spiegel.de, 12.4.2010). Hörhammer ist auch ein Buchautor des Katholizismus (Die Moraltheologie Joseph Laubers (1744–1810) im Zeitalter des Josephinismus, Dom-Verlag, Wien 1973).



Nr. 52 / 2010 -
Priester wegen Missbrauch von Mädchen zu Bewährungsstrafe verurteilt - "Ein Gericht in Vigo (Spanien) hat einen katholischen Geistlichen (69) wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Mädchen (10, 14) zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem muss der Pfarrer 4.140 Euro Strafe und 14.000 Euro an die Opfer zahlen" (bild.de, 8.4.2010).



Nr. 51 / 2010 - Bischof Mixa hat zumindest nicht alle Kinder geschlagen - Nun melden sich "knapp 20" ehemalige Ministranten aus Schrobenhausen und kirchlich engagierte damalige Jugendliche, die vom damaligen Stadtpfarrer Walter Mixa nicht geschlagen wurden (abendzeitung.de, 5.4.2010). Das bedeutet aber nur, dass Bischof Mixa viele Kinder auch nicht geschlagen hat, was bei einigen Hundert oder Tausend jedoch kein besonderes Verdienst ist.  Und es ist eine Augenwischerei des Bischof, wenn er zu seiner Verteidigung nun in die Waagschale werfen würde, dass er "knapp 20" Kinder nicht geschlagen habe.
Dazu ein Bild: Was ist, wenn zur Verteidigung eines Räubers plötzlich Leute auftreten, die behaupten, sie wurden nicht von dem Räuber beraubt? Oder wenn zur Verteidigung eines Mörders Leute auftreten, die durch ihre Anwesenheit Zeugnis davon geben, dass sie nicht von dem Täter ermordet worden sind? Werden damit die Raubzüge oder Morde bei den anderen entkräftet?



Nr. 50 / 2010 - Auch das Bistum Augsburg bezichtigt die von Bischof Walter Mixa vielen geschlagenen Kinder indirekt der Lüge. "Am Karfreitag steht Mixas Sprecher Dirk Hermann vor dem Dom und beteuert gegenüber Journalisten die Unschuld seines Bischofs: ´Die Zahl der eidesstattlichen Versicherungen sagt noch nichts über ihren Wahrheitsgehalt aus`" (welt.de, 3.4.2010). Die Kirche pokert weiter darauf, dass ihre Kirchenschafe den vielen Opfern nicht glauben und ihrem Bischof und ihrer Kirche weiter die Treue halten. Und dass die Politiker, Staatsanwälte und Richter lieber Bischof Mixa weiter den Ring küssen als sich getrauen, ihn ernsthaft zu kritisieren.

 

Nr. 49 / 2010 - Osterbotschaft aus dem Vatikan: "Unbedeutendes Geschwätz" der Kirchenopfer und Kirchenkritiker? Oder des Papstes? - Während der weltweit übertragenen Osterfeiern nach römisch-katholischen Kult aus Rom ergriff Kardinalstaatssekretär Kardinal Angelo Sodano, der ranghöchste Kardinal und Vorsitzende des weltweiten Kardinalskollegiums, das Wort und sagte: "´Heiliger Vater, das Volk Gottes ist mit dir und wird sich nicht von dem unbedeutenden Geschwätz dieser Tage beeinflussen lassen`". Die Kardinäle, Kurienmitarbeiter und Bischöfe weltweit stünden hinter ihm´"(http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,687236,00.html). Und wer redet in "diesen Tagen" kritisch über die Kirche? Es sind vor allem die Opfer der Priester und ihre Fürsprecher. Und diejenigen, welche alle Untaten aufklären wollen und nicht hinnehmen, wie sich die Kirche weiter windet.
Der Papst selbst hatte seinem obersten Kardinal am Palmsonntag die Steilvorlage für die erneute Verhöhnung der Opfer gegeben, indem er die "Christen" aufgefordert hatte, sich "nicht vom Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern zu lassen"
Nun, in seiner Osterbotschaft, erwähnte Benedikt XVI. dann zwar allgemein eine "moralische Umkehr", erwähnte aber die zigtausend Kinderschänder-Verbrechen von Priestern und seine massive Vertuschungs- und Strafvereitelungspolitik mit keinem Wort. Da stellt sich dann doch die Frage: Was ist hier das "unbedeutende Geschwätz"? Das, was dem Papst von Opfern und Kritikern entgegen gehalten wird oder das, was der Papst dazu bisher selbst zu sagen hatte?
Und vom "Volk Gottes" zu sprechen, ist dabei eine Verhöhnung, denn mit Gott hat die Institution Kirche nichts zu tun und Jesus lehrte auch: "Ihr sollt niemanden auf Erden ´Vater` nennen" (Matthäus 23) und schon gar nicht "Heiliger Vater". Also ist die Kirche auch ganz klar gegen Jesus und zwar offensichtlich und für jeden nachprüfbar. Wenn der Papst nach den Anordnungen von Jesus aber kein "Heiliger Vater" ist, was ist er dann? Ein Hochstapler? Oder schlimmer noch?
Der Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner schrieb:
"Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit ... keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.). Und klar, dass ein Verbrecher oder Verbrechensbeschöniger den anderen deckt. Die Kirche versteht nur eine Sprache: Austreten und staatliche Milliarden-Subventionen und Privilegien komplett streichen!



Nr. 48 / 2010 - "Fürchterliches Klima der Angst und des Drucks" im konfessionellen Religionsunterricht auf Staatskosten - Siehe z. B. http://www.main-netz.de/nachrichten/region/lohr/berichte/art4016,1152772 - Priester und Ehrenbürger beschuldigt.
Der deutsche Staat zahlt bis heute aus den allgemeinen Steuermitteln jährlich Milliarden, damit die Großkirchen in den Schulen ihre abstrusen konfessionellen Vorstellungen verbreiten dürfen, wozu auch gehört, religiöse Minderheiten als "Sekten" zu verleumden und die konfessionellen Schüler entsprechend gegen diese Menschen aufzuhetzen.
Jetzt wäre endlich die Zeit, dass die Kirche ihre Kindermission an den staatlichen Schulen selber finanzieren muss - für diejenigen Schüler oder ihre Eltern, die das an der Schule so möchten. Ansonsten sollten die Schüler endlich in einem konfessionsübergreifenden Religions- und Ethikunterricht zur Achtung und Toleranz im Geiste der Verfassung und des Grundgesetzes unterrichtet werden und auch darin, ihren Verstand einschalten zu können.
Wann rührt sich bei den schlappen kirchenhörigen Politikern endlich mal der Anstand und das Gewissen und die Treue zu den positiven Werten unseres Staates?



Nr. 47 / 2010 - Die GRÜNEN-Politikerin Renate Künast kritisiert den zahmen Umgang des Staates mit der römisch-katholischen Kirche: "Die Kirche ermittle nach wie vor selbst und halte das für richtig; dabei müssten unabhängige Personen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft den Skandal um die Opfer sexuellen Missbrauchs aufklären. Nötig sei auch ein Entschädigungsfonds. Künast hielt den Unionsparteien falsche Rücksichtnahme gegenüber der Kirche vor" (bild.de, 3.4.2010).



Nr. 46 / 2010 - Immer neue Vorwürfe gegen Bischof Mixa: Kind wurde von Bischof Mixa geschlagen und musste ihm anschließend die Hand küssen; anderem Kind wurde Gespräch verweigert, und es wurde dafür geprügelt / Bischof Mixa "betet" jetzt für seine Opfer und unterstellt ihnen fehlende Erinnerung - Nun melden sich immer mehr ehemalige Kinder, die vom damaligen Stadtpfarrer und heutigen Bischof Walter Mixa geschlagen wurden. Erst hatte der Bischof alles abgestritten und den Heimkindern strafrechtliche Konsequenzen angedroht. Nachdem es aber immer mehr wurden, die sich trauten, auszusagen, bietet er nun "Gespräche" an. Dabei ging es damals unter Umständen ziemlich sadistisch zu. Ein Mädchen wurde vom Priester Mixa mit der Hand geschlagen und wurde gezwungen, diese Hand anschließend zu küssen (Donaukurier, 3.4.2010).

"Nicht selten fließen in den Gesprächen Tränen. Einer ruft an, der Mixa als Lehrer in der Grundschule hatte. ´Es ist Zeit, dass die Dinge ans Licht kommen`, sagt der heute 40-Jährige, der im Rosenheimer Raum lebt. ´Mixa war nicht nett, er hat uns an den Haaren und den Ohren gezogen` - er sei ganz anders gewesen, als der Augsburger Bischof sich in den Medien darstelle, behauptet der Mann.
Ein Junge hielt es in dem katholischen Heim nicht mehr aus und floh, wurde aber wieder eingefangen. "Er habe sich erklären wollen, darüber reden, warum er durchgebrannt war, erinnert er sich. Dann sei er gerufen worden und habe wortlos eine gefangen – ´vom damaligen Stadtpfarrer Mixa`, wie er sagt. Jahre später habe er im Fernsehen verfolgt, wie Mixa Bischof wurde und in Interviews sagte, wie wichtig ihm das Gespräch mit den Jugendlichen sei. ´Mir wurde damals so ein Gespräch verweigert`, erinnert sich der Mann."
Der "Medienprofi" (Donaukurier) Walter Mixa verweigert weiter jedes Schuldeingeständnis und bietet den Opfern stattdessen nun "Gespräche" an. Will er sie dadurch zur Aufweichung ihrer Vorwürfe bewegen? Welche Gegenleistung würde er ihnen dafür bieten? Doch: "Ich spreche auf keinen Fall mit jemandem, der mich als Lügner hinstellt", wird eine Betroffene zitiert.
Bischof Walter Mixa zieht seine Rolle jedoch weiter knallhart durch. Er stellt die Opfer weiter als Lügner hin und erklärt die Anschuldigungen weiterhin für "absurd und erfunden". Und er höhnt: "Diese Leute können sich doch gar nicht mehr an mich erinnern" (merkur-online.de, 4.4.2010). Er wolle jetzt für diejenigen "beten", die ihn anklagen - eine an Scheinheiligkeit kaum zu überbietende unverschämte öffentliche Erklärung. Dass sich Bischof Walter Mixa weiter im Amt halten kann, hat seine Ursache auch in den kirchenhörigen Politikern von CSU, SPD, FDP, GRÜNEN, Freien Wählern usw., die ihm immer noch den Ring küssen würden.
"´Was Mixa macht, ist ein Solo ohne Vier`, sagt einer in Schafkopfsprache – er glaubt, Mixa pokere hoch, ohne Trümpfe in der Hand zu haben." Viele in Schrobenhausen sehen das im Gespräch mit dem Donaukurier so. "´Mixa setzt darauf, dass das Wort eines Bischofs mehr wiegt als das von ein paar einst schwer erziehbaren Heimkindern`, glaubt einer!"

 

Nr. 45 / 2010 - Pfarrerstochter und Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt römisch-katholische Kirche. Einer dpa-Meldung vom 31.3.2010 zufolge lobt die Bundeskanzlerin vor allem das "Nottelefon" der Kirche für die Opfer. "Außerdem sei es gut, dass sich alle Opfer an Bischof Ackermann wenden könnten", so die Kanzlerin laut dpa. Da können sich die Opfer aus Schrobenhausen, denen vom Bistum Augsburg mit ihrem Bischof Mixa straf- und zivilrechtliche Schritte angedroht wurden, doch jetzt mit Unterstützung der Bundeskanzlerin an Bischof Ackermann wenden. Und auch der Priester, der von Bischof Hofmann seines Amtes entbunden wurde, weil er als früheres Opfer auspackte, kann dann ja jetzt unter Berufung auf die Kanzlerin Bischof Ackermann um Hilfe bitten.



Nr. 44 / 2010 - Wer ist mit dem Teufel im Bunde? Bischof Walter Mixa oder die ehemaligen Heimkinder? / Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz stellt sich hinter Bischof Walter Mixa - Vor einigen Jahren wurden ehemalige missbrauchte Heimkinder in Aachen strafrechtlich verfolgt, weil sie gegen ihre Peiniger bei den Armen Dienstmägden Jesu ausgesagt hatte. Mittlerweile wurde das Verfahren eingestellt und die Aussagen der missbrauchten Kinder erscheinen nun in einem anderen Licht.
Jetzt geht das Bistum Augsburg massiv gegen traumatisierte Opfer vor, die von Bischof Walter Mixa in dessen Eigenschaft als Stadtpfarrer von Schrobenhausen über Jahre massiv geschlagen wurden. Es liegen bisher bereits fünf eidesstattliche Versicherungen vor. Doch der Bischof widerspricht und das Bistum behält sich straf- und zivilrechtliche Schritten gegen die Opfer vor, das heißt, es droht diese an. Über die Angst und den Schrecken, welche der Bischof den Opfern zufolge verbreitete, berichtet ausführlich die Süddeutsche Zeitung vom 31.3.2010: http://www.sueddeutsche.de/bayern/281/507440/text/

Jetzt stellt sich die Frage: Wer lügt? Die ehemaligen gequälten Heimkinder oder Bischof Walter Mixa? Nach der Bibel ist der Teufel der "Vater der Lüge" (Johannes 8, 44)? Wer hat also den Teufel zum Vater? Liebe Leser, was glauben Sie? Die ehemaligen Heimkinder oder Bischof Walter Mixa?
Der Bischof hatte sich gemäß einer der eidesstattlichen Erklärungen eines Opfers schon in seiner Zeit als Stadtpfarrer bzw. Dekan damals klar geäußert. Als der Kochlöffel einmal bei den Schlägen zerbrochen ist, prügelte Mixa mit der Hand weiter auf das Kind ein und soll dabei gesagt haben: "In dir ist der Satan, den werde ich dir schon austreiben." Das Opfer arbeitet - wie viele unzählige weitere Opfer von Priestern - , die immer noch schweigen, in einer kirchlichen Einrichtung und es befürchtet jetzt zurecht massive Repressalien durch die Kirche.
Einem anderen Opfer soll der heutige Bischof unzählige Male die Hosen herunter gezogen haben und ihn mit Schlägen auf das nackte Gesäß drangsaliert haben.
Dabei bleibt insgesamt weiter die Frage im Raum: Wer lügt? Und wer ist mit hier mit dem Teufel im Bunde?
Mittlerweile hat sich eine sechste Person gemeldet und eine eidesstattliche Versicherung zu den Taten Walter Mixas abgegeben: "Er schlug mir mit voller Wucht ins Gesicht" (stern.de, 1.4.2010).
Auch auf Seite der Kirche eskaliert der Konflikt. So hat sich der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, und damit symbolisch die gesamte römisch-katholische Kirche in Deutschland hinter Bischof Walter Mixa gestellt: "Ich glaube ihm", so der Sprecher der Deutschen Bischöfe (focus.de, 1.4.2010). Demnach würden die ehemaligen Heimkinder lügen. Vielleicht hat der damalige Stadtpfarrer Walter Mixa noch nicht kräftig genug zugeschlagen, so dass der "Satan" in den Kindern drin geblieben ist?

PS: Was unternimmt der Staat zum Schutz der sechs Personen, welche ausgesagt haben? Und was unternimmt der Staat zur Unterstützung von Opfern, denen jetzt Repressalien der Kirche drohen? In Würzburg wurde z. B. ein Kaplan, der einen beliebten Priester des Missbrauchs bezichtigt hat, von der Kirche von seinem Amt entbunden? Wer stärkt ihm jetzt den Rücken, dass ihn niemand zwingen kann, eventuell unter Androhung der ewigen Verdammnis zu widerrufen? - wie es die Päpste Johannes XXIII., Johannes Paul II. und der damalige Kardinal Joseph Ratzinger allen Opfern androhten, die auspacken. Wer ermuntert die vielen anderen Opfer, die sich aus Angst um ihre Existenz noch nicht über die Verbrecher zu reden trauten und die deshalb das Unrecht, das ihnen angetan wurde, weiter verschweigen? Die Bundeskanzlerin stellte sich zuletzt hinter die Art, wie die katholische Kirche die Verbrechen aufarbeitet.



Nr. 43/ 2010 - Wachkoma-Patientin im St. Bonifatius-Altenzentrum der Diözese Speyer vergewaltigt. Die schwer hirngeschädigte Frau ist jetzt im 5. Monat schwanger. Der Täter ist noch nicht gefunden (bild.de, 31.3.2010).



Nr. 42 / 2010 - "Das Bistum Basel wusste genau Bescheid, dass Pater Gregor Müller (69) sich bei seinen früheren Einsätzen im Ausland wiederholt an Knaben vergriffen hatte", so blick.ch am 19.3.2010. Dennoch wurde er in einer Art "Kinderversuch" wieder in der Kinderarbeit eingesetzt, wenn er parallel dazu ärztlich behandelt und durch einen anderen Priester beaufsichtigt würde. Und der Priester gründete an seinem nächsten Einsatzort in Baden im Aargau gleich einen Kinderchor - ein möglicher "Leckerbissen" für einen pädophilen Straftäter; natürlich ohne Wissen der Eltern der Kinder. Jetzt zittert die Kirche, ob sich eventuell Opfer aus diesem Kinderchor melden oder ob der Priester dort nicht in diesem Sinne tätig wurde. Dann wäre der "Kinderversuch" in diesem Fall einmal geglückt.
Nachdem aber ein ehemaliges Opfer aus dem voran gegangenen Dienstort des Priesters jetzt auspackte, ist dieser zunächst abgetaucht. Einmal mehr im Mittelpunkt steht dabei die deutsche Erzdiözese Freiburg. Schon 2006 räumte der Priester "gegenüber einem ehemaligen Klosterschüler ein, ihn missbraucht zu haben. Das heute 53-jährige Opfer informierte mit dem ihm vorliegenden Geständnis die Erzdiözese Freiburg, wie die Zeitung ´Südkurier` heute berichtet. Die Erzdiözese Freiburg bestätigt heute: Sie versprach im Jahr 2006, den Fall in Angriff zu nehmen ... Geschehen ist jedoch nichts. Vier lange Jahre wartete das immer noch traumatisierte Opfer". Und blick.ch schreibt: "Kirche liess Anzeige verschwinden". Dann entschloss sich das Opfer, "selbst die Initiative ergreifen: Er kündigte an, beim Sonntags-Gottesdienst in Schübelbach [im Bistum Chur, wo der  Priester zuletzt arbeitete] Pater Gregor vor versammelter Kirchgemeinde mit seinen Taten zu konfrontieren". Erst diese Ankündigung führte zur Aufdeckung der Verbrechen (blick.ch, 19.3.2010).



Nr. 41 / 2010 - Strafsache Vatikan: Missbrauchsopfer klagt Papst der Strafvereitelung und Falschaussage an - Der Anwalt Jeff Anderson aus den USA vertritt eines der gehörlosen Kinder, das von dem Priester Lawrence Murphy in der Erzdiözese Milwaukee missbraucht wurde. Joseph Ratzinger stellte jedoch in den 90er-Jahren das innerkirchliche Verfahren gegen den Täter, der sich an ca. 200 gehörlosen Kindern vergangen hat, ein. Angeblich habe die Glaubenskongregation, die moderne "Inquisitionsbehörde" in Rom mit Joseph Ratzinger an der Spitze, von nichts gewusst, und als sie es 1996 schließlich doch erfahren habe, sei alles schon "verjährt" gewesen. Das Argument ist bekannt. Auch in Deutschland will Erzbischof Joseph Ratzinger von den Personalentscheidungen in seinem Bistum, einen pädophilen Priester betreffend, die ihm neue Kinderschänder-Verbrechen ermöglichten, nichts gewusst haben (vgl. hier). Das Opfer Arthur Budzinski widerspricht energisch: "Der Papst hat davon gewusst. Er muss zur Rechenschaft gezogen werden." Vor Gericht könnte der Papst ja dann versuchen, seine angebliche Unschuld zu beweisen. Was ihm vermutlich nicht gelingen wird. Denn  der Rechtsanwalt Jeff Anderson hat "Papiere", die den Papst schwer belasten, "in den abgelegten Akten eines alten Falls gefunden". Lügt also der Papst? Der Opferanwalt wörtlich:
"Ich traue nicht einem einzigen Katholiken oder der klerikalen Kultur zu, dieses Problem zu lösen. Sie haben sich immer nur selbst geschützt. Alle Wege im Skandal und die Vertuschung führen nach Rom" (Tagesanzeiger, 30.3.2010). Auch das Kind des Anwalts wurde im Alter von acht Jahren missbraucht. Von einem Therapeuten mit römisch-katholischer Priesterweihe.
Vgl. auch das Buch Strafsache Vatikan: Ein Tribunal über die Päpste.



Nr. 40 / 2010 - Kinderschändung durch Priester in Stichworten (Teil 2; Teil 1 siehe hier) - Allein im Bistum Trier stehen jetzt 20 Priester wegen Kindsmissbrauchs unter Verdacht (Spiegel online, 29.3.2010). / Im Bistum Münster wurde ein Pater wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs vorläufig vom Dienst entbunden und in ein Kloster versetzt (ahlener-zeitung.de, 31.3.2010). / In Spelle wird der Jugendpfarrer angeklagt, über Jahre hinweg ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt zu haben. Der Priester spricht nur von einem "Fehlverhalten" (ahlener-zeitung.de, 31.3.2010). / In Sulz am Neckar in der Erzdiözese Freiburg wurde ein Priester suspendiert, der Ende der 70er und 80er Jahre mit "sexuellen Übergriffen auf Kinder" gewütet hat. Einem anderer Priester aus Tiengen-Lauchringen, ebenfalls Erzdiözese Freiburg, wird vorgeworfen, während seiner Zeit in Irland Kinder sexuell missbraucht zu haben. Er beantragte seine Beurlaubung (stuttgarter-nachrichten.de, 28.4.2010). / Alleine im Bistum Würzburg haben sich beim bischöflichen Missbrauchsbeauftragten nach nur wenigen Tagen schon 54 Opfer gemeldet (tz-online.de, 29.4.2010). / Derweil sitzt Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Bischof Walter Mixa aus - ein Verhalten, das die Kirche wie keine andere Institution seit Jahrhunderten beherrscht. / In römisch-katholischen Studienseminar in Aschaffenburg wurden Jungen mit dem Rohrstock auf die Genitalien geschlagen. Der Täter, vermutlich ein Priester, sei dabei "sehr erregt" gewesen (main-netz.de, 4.5.2010). "Schläge und eiskalte Duschen" seien die üblichen Foltermethoden gegenüber den Kindern gewesen. Ein Junge wurde einmal in den Keller eingesperrt, bis zu den Knien im eiskalten Wasser. Auch im römisch-katholischen Knabenhort in Aschaffenburg waren Schläge "an der Tagesordnung".
Die hier stichpunktartig genannten Fälle sind nur ein minimaler Ausschnitt. Mittlerweile (4.5.2010) werden die neu entdeckten Verbrechen in der Regel nicht mehr überregional bekannt gemacht, aber jedes Bistum hat offenbar seine Dutzende von neuen Opfern.



Nr. 39 / 2010 - Angesichts der bischöflichen Beurlaubung eines Kaplans, der endlich auspackte, dass er von einem Priester sexuell missbraucht wurde (siehe Nr. K 38), stellt sich dringend die Aufgabe eines staatlichen Opfer- und Zeugenschutzes für von Priestern missbrauchte Kinder. Denn es ist davon auszugehen, dass noch Hunderte, wenn nicht Tausende Opfer heute im Dienst der Kirche stehen und berufliche Nachteile oder Entlassungen fürchten müssen, wenn sie die Wahrheit sagen und sich an der Aufklärung aktiv beteiligen.
Hier könnte der Staat z. B. einen Teil der üben sieben Milliarden Euro Subventionen, welche die römisch-katholische Kirche jährlich vom Staat für innerkirchliche Zwecke erhält, dafür verwenden, den Opfern und Zeugen im kirchlichen Dienst den Rücken zu stärken. Das Schutzprogramm könnte z. B. berufliche Nachteile oder gar Kündigungen ausgleichen helfen.
Auch könnte der Staat endlich damit beginnen, kirchliche Sozial- und Erziehungseinrichtungen, die er ohnehin schon zu 70 - 100 % staatlich finanziert, in eigene Regie überzuführen. Den Differenzbetrag kann er locker aufbringen, wenn er die  jährlichen Milliardensubventionen an die Kirchen einstellt, was der Staat ohnehin schon seit 1919 (Weimarer Reichsverfassung) tun muss. Doch die kirchlichen Politiker weigern sich bisher, dieses Verfassungsgebot, das auch in das deutsche Grundgesetz übernommen wurde, in die Tat umzusetzen. Es fehlt bislang am Willen der Politiker und aufgrund der Trägheit der meisten Bürger in dieser Hinsicht können die Politiker sich dies leisten. Zumindest könnte der Staat die jährlichen Milliardensummen für die Kirche kürzen.



Nr. 38 / 2010 - Der in Würzburg stadtbekannte Franziskaner-Minoriten Pater Damian M. wies die Anschuldigungen des Kindsmissbrauchs gegen ihn bisher stets zurück. Schon schien der ehemalige Schulleiter in der Öffentlichkeit auch als ein "Opfer" zu gelten. Doch die Anklagen werden nun immer erdrückender. Ein damals 10jähriger Junge berichtet 40 Jahre später: "Damian Mai habe ihn körperlich bedrängt. So sehr bedrängt, ´dass ich mich geekelt und furchtbar geschämt habe`. Verschiedene andere Schüler, deren Namen die Redaktion kennt, bestätigen Peters Erlebnisse. Auch sie erzählen, dass sie im Zimmer des Paters duschen sollten. Er habe sie auf den Mund geküsst und sich in Unterhose mit ihnen auf dem Bett gewälzt" (Mainpost, 29.3.2010).
Als die ersten Eltern drohten, zur Polizei zu gehen bzw. ihre Schüler aus dem Internat heraus nahmen, zeigte sich der Pater 1970 formell selbst an. Es kam zu einer Gerichtsverhandlung. Doch eines der Opfer erzählt: "´Kurz vor meiner Vernehmung hat mich Pater Damian zu sich bestellt, um mir zu erklären, was ich aussagen soll.` Seine Mutter berichtet diese Begebenheit später dem Provinzial der Franziskaner-Minoriten in Würzburg: ´Pater Damian wollte meinen Sohn dahin gehend beeinflussen, er möge nichts vom Schlafzimmer erwähnen und auch nichts davon, dass die Handlungen im Bett erfolgt seien.` Die Mutter beschreibt, wie sie Damian Mai darauf angesprochen habe. Dieser habe erwidert, dass Verschweigen ja keine Lüge sei. ´Traurig und wütend`, so beschreibt Peter W. seine Gefühle heute. ´Wenn mein Sohn das erleben müsste, was ich erlebt habe, könnte ich das nicht aushalten.`"
Auch ein anderer Priester, Pater S., übte vor der Verhandlung gegen Pater Damian damals massiven Druck auf den Jungen und seine Mutter aus. Der Junge solle "keine weiteren Namen nennen oder besondere Einzelheiten". "Weiter führt Pater S. aus, dass nicht nur die Ehre des beschuldigten Paters und des Kollegs auf dem Spiel stünden, sondern auch die Zukunft von Peter. Ein dezenter Hinweis auf die wirtschaftliche Abhängigkeit der verwitweten Mutter, deren Sohn ein Teil des Schulgeldes erlassen wird. Pater S.: ´Für ihre Mithilfe, die Sache zu bereinigen, jetzt schon vielen Dank.`"
Heute gibt Pater S. zu, unter dem Einfluss seines damaligen Chefs, des nächsten in die Schändungen verwickelten leitenden Priesters, gehandelt zu haben. Aufgrund der auf diese Weise manipulierten Aussagen wurde der Pater frei gesprochen und die Mutter von Peter W. schrieb darauf hin verzweifelt an Erzbischof Kardinal Joseph Höffner. Gleichzeitig schrieb sie gleich mehrere Briefe an die Leitung der Franziskaner-Minoriten und deckte darin auch auf, wie ihr Sohn zu falschen Aussagen zugunsten des Täters gedrängt wurde. Doch der Erzbischof reagierte nicht, ebenso wenig die Ordensleitung. Der Täter wurde nicht verurteilt und blieb auch kirchlich im Amt. Man hielt es also nicht einmal für nötig, ihn zu versetzen, wie man es in zigtausend anderen Fällen in der Kirche tat. Er wurde ja auch "frei" gesprochen. Der ganze Priestermänner-Clan, von ganz oben bis ganz unten, saß die Sache schweigend aus.
Und der Täter konnte weiter machen. Bereits 1976 wurden die nächsten Missbrauchs-Vorwürfe gegen Pater Damian erhoben, jetzt von einem weiteren Schüler. Doch wieder schüchterte die Kirche das Opfer ein. "Mehrere Kinder könnten dies bestätigen. Der Provinzial fragte nicht nach: weder bei den Schülern noch bei anderen Erziehern. Stattdessen wiegelte er die Vorwürfe in einem Brief an den Schüler ab und warnte diesen davor, Unwahrheiten zu verbreiten". Alle diese Missbräuche gelten nun als verjährt, nachdem die Kirche eine zeitnahe Aufklärung massivst verhindert hat. Doch jetzt gibt es auch neue Anschuldigungen der Kinderschändung gegen den Pater aus den Jahren 2001 und 2002. Diese sind noch nicht verjährt.
Doch der Vertuschungsskandal geht noch weiter. Als am 22.2.2010 ein Kaplan gegenüber der Presse von den "sexuellen Übergriffen" von Pater Damian berichtet, denen auch er als Schüler einst ausgesetzt war, wurde er sofort vom Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann beurlaubt.
Erst vor wenigen Tagen heuchelte die Kirche, dass es nun angeblich keine Geheimhaltung mehr gebe, nachdem man es Jahrhunderte lang anders hielt. Doch in der Kirche werden weiter Maßnahmen gegen Opfer ergriffen. Ein "Parade-Beispiel" für "innerkirchliche Aufklärung". Und die Kette der Anschuldigungen gegen den Pater reißt nicht ab.
Und weitere Vorwürfe ehemaliger Opfer kommen ans Tageslicht. Der Täter hat sich nun einen Anwalt genommen: "Für mich ist das nicht nachvollziehbar", so verteidigt er sich. Bislang ist er damit durchgekommen.

 

Nr. 37 / 2010 - Weitere Aufgaben für den Runden Tisch: Auch Sodomie und Schicksal von schwangeren Nonnen untersuchen - Der bekannte Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner stößt in einem Interview zu den aktuellen Kinderschänder-Verbrechen von Priestern auch ein weiteres dunkles Thema an: die Sodomie in der Kirche, das heißt den Sex von Amtsträgern mit Tieren. So sagte er u. a.: "Wie denn nur beispielhalber die Ritter des Deutschen Ordens, verpflichtet, ein Leben ´allein im Dienste ihrer himmlischen Dame Maria` zu führen, alles v..., was eine Vagina hatte, Ehefrauen, Jungfrauen, kleine Mädchen und, wie wir nicht ohne Grund vermuten dürfen, weibliche Tiere" (http://hpd.de/node/9114). Die Tiere können jedoch nicht auspacken und die Täter nicht anzeigen. Alle bisher aufgedeckten Fälle in der jüngeren Vergangenheit sind deshalb den besonderen Umständen zu verdanken: Als z. B. ein evangelischer Pfarrer Sex mit Tieren in die Jugendarbeit einbezog oder ein katholischer Priester beim Sex mit einem Pferd starb.
Auch das Schicksal von schwangeren Nonnen sollte besser untersucht werden. Aus der Kirchengeschichte sind ja Baby-Gräber im Umfeld von Nonnen-Klöstern bekannt. Dazu die Frage: Was geschieht heute genau, wenn eine Nonne schwanger ist? Dies sollte unbedingt von einer neutralen Stelle überprüft werden.



Nr. 36 / 2010 - Joseph Ratzinger klammert sich an den Stuhl Petri. Da dieser jedoch auf dem Blut und den Knochen der Opfer der Kirche über Jahrtausende erbaut wurde, ist die Frage, wie lange ihm dieser Stuhl noch Halt gibt.
Nun fordert auch des Sprecher der Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" in Österreich, Hans Peter Hurka, den Rücktritt des Papstes. "´Wenn er konsequent wäre, müsste er das tun`, sagte Hurka am Freitag vor Beginn der ´Wir sind Kirche`-Bundesversammlung in Würzburg. Der frühere Kardinal Joseph Ratzinger habe seit 2001 Kenntnis von mehr als 300 Fällen von Pädophilie gehabt. ´Dann muss man sich fragen, ob er auch Mittäter war, weil er nichts getan hat`, argumentierte Hurka. Wenn Benedikt jetzt den Rücktritt irischer Bischöfe verlange, müsse er das auch für sich selbst erwägen", so eine ddp-Meldung vom 26.3.2010.
Doch "eine persönliche Verwicklung hat der Papst am Sonntag indirekt als ´belangloses Geschwätz` zurückgewiesen" (Spiegel online, 28.3.2010). Papst Benedikt XVI. sagte wörtlich, der Glaube an Jesus Christus gebe einem die Stärke, sich "nicht vom belanglosen Geschwätz der vorherrschenden Meinung einschüchtern zu lassen". Damit versucht der Pontifex, weiter über dem Teppich zu schweben, unter dem zahllose Verbrechen bisher gekehrt wurden.
Als Erzbischof von München und Freising trug er die Verantwortung für die Versetzung eines pädophilen Priesters in sein Bistum, der darauf erneut mehrfach zum Seelenmörder von Kindern wurde. Angeblich hätte er aber nicht mitbekommen, dass der Sittlichkeitsverbrecher wieder in der Kinder- und Gemeindearbeit eingesetzt wird. Und später als Vorsitzender der Glaubenskongregation im Vatikan, der heutigen Inquisitionsbehörde, ließ er sich unter höchster Geheimhaltung alle pädophilen Verbrechen von Priestern melden. An die jeweilige Staatsanwaltschaft weiter gegeben hat er nach dem heutigen Wissensstand aber keinen der Verbrechensfälle. Auch eine Mitwisserschaft der Missbräuche bei den Regensburger Domspatzen kann nicht ausgeschlossen werden. Joseph Ratzinger war Theologieprofessor in Regensburg und sein Bruder Georg Ratzinger der Chorleiter. Kaum denkbar, dass die beiden nicht darüber gesprochen haben, wenn es bei den Domspatzen Probleme gab.
Auch steht Joseph Ratzinger weiter im Verdacht, Bischof Joseph Stangl beim Exorzismus an Anneliese Michel beraten zu haben. Die junge Katholikin starb 1976 an den Folgen des Exorzismus. Das Erzbistum wurde der Lüge überführt, nachdem der Pressesprecher von Joseph Stangl erklärte, der Bischof habe von nichts gewusst. Tatsächlich konnte aber zweifelsfrei bewiesen werden, dass der Bischof selbst den Exorzismus angeordnet hatte. Und dieser war wieder ein Vertrauter von Joseph Ratzinger, damals Professor in Regensburg und kurz darauf von Stangl zum Erzbischof von München und Freising geweiht (mehr dazu hier). Gegen Bischof Stangl wurde nie ermittelt - nur gegen die von ihm beauftragten Exorzisten, die auch zu "Bewährungsstrafen" verurteilt worden waren.
 


Nr. 35 / 2010 - Wo sind die gedeckten und vertuschten Kinderschänder-Verbrecher der Priester gesammelt und archiviert? Im Vatikan. Denn dorthin müssen seit Jahrzehnten alle Verbrechen unter dem secretum pontificium (der höchsten Geheimhaltungsstufe nach dem Beichtgeheimnis) gemeldet werden. Die Frankfurter Rundschau schreibt: "Der Vatikan sitzt auf allen Fakten zu zahlreichen Fällen von Kindesmissbrauch - und er hält den Daumen auf den Informationsfluss" (26.3.2010). Was bringt in diesem Zusammenhang der Runde Tisch der Bundesregierung? Stern.de schreibt dazu: "Unabhängige Aufklärung? Von wegen. Die Besetzung des Runden Tischs der Bundesregierung ist zwar hochkarätig, sendet aber eine klare Botschaft an die katholische Kirche: Fürchtet euch nicht!" Ein Beispiel: Bei "Ministerin Schavan muss die Frage gestellt werden, ob sie nach ihrer langjährigen, engen beruflichen Bindung an die katholische Kirche die unabdingbare Unabhängigkeit für ihre Arbeit am Runden Risch mitbringt. Hat sie den Mumm, etwa dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller offen entgegen zu treten?" (25.3.2010). Auch wenn Müller sie z. B. mit dem angeblichen Verlust ihres Seelenheils bedrohen würde? Letztlich könnte nur der Druck aller Staaten auf den Vatikan helfen und die Aufforderung, das ganze Verbrecherarchiv zu öffnen. Denn nach kirchlichen "Gesetzen" dürfen die geheimen Archive der Glaubenskongregation erst nach 100 Jahren geöffnet werden. Doch das dürfen sich die Menschen nicht mehr gefallen lassen. Man stelle sich vor, die Stasi-Akten hätten auch erst im Jahr 2089 geöffnet werden dürfen (100 Jahren nach dem Fall der Mauer)! So könnte man symbolisch gesprochen, fordern: "Satan, öffne Dein Archiv!" Und zwar jetzt. Die Dokumente sollten allesamt den Strafverfolgungsbehörden der jeweiligen Ländern ausgehändigt werden.

 

Nr. 34 / 2010 - Keiner wusste mehr als der Papst. Und er hat die Instruktion zum Schweigen gegeben - Professor Dr. Hans Küng, Theologe, Universität Tübingen: "Ich glaube, dass ich nicht übertreibe, wenn ich sage, es gab in der katholischen Kirche keinen einzigen Mann, der so viel wusste über die Missbrauchsfälle, und zwar ex officio, also von seinem Amt her - schon früher als Professor in Regensburg, dann schließlich als Erzbischof von München und 24 Jahre in der Glaubenskongregation, wo seit langem alle Missbrauchsfälle zentralisiert sind, damit sie unter höchster Geheimhaltungsstufe des Sanctum Offiziums eben unter der Decke gehalten werden können Aktenkundig ist natürlich dieser berühmte Brief aus dem Jahr 2001, im Mai abgeschickt, unterzeichnet von Joseph Ratzinger, an sämtliche Bischöfe der Welt: Alle Sexualdelikte müssen unter dem secretum pontificium, als höchste Geheimhaltungsstufe, nach Rom gemeldet werden (siehe hier), und dort sind sie natürlich auch entsprechend archiviert worden, und es ist eben nichts geschehen." Weiterhin brauche man "ein klares Eingeständnis, dass der Papst selber verantwortlich ist. Er kann doch nicht einfach nur den Bischöfen den Zeigefinger machen und sagen, ´Ihr habt das genügend gemacht`. Er selber hat die Instruktion gegeben, als Chef der Glaubenskongregation und auch als Papst wieder neu" (Schweizer Fernsehen, SF 1 Tagesschau, 21.3.2010).

Immer mehr namhafte Persönlichkeiten fordern deshalb jetzt den Rücktritt des Papstes, z. B. die Theologin Susanne Heine (Kurier, 25.3.2010; http://kurier.at/multimedia/bilder/1988157.php; siehe bereits hier).
Kanon 332
des CIC (Corpus Iuris Canonici), Absatz 2, regelt den Rücktritt des Papstes. Demnach könne der Papst jederzeit und ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen, zurück treten. Der letzte Papst, der zurück getreten ist, Cölestin V., wurde anschließend "heilig" gesprochen. Und sein Skelett wurde bei dem schweren Erdbeben 2009 aus den Trümmern der Kirche Santa Maria de Collemaggio in L´Aquila "gerettet" (siehe hier). In der Denkwelt von Papst Benedikt XVI. könnte dies ja als ein gutes Omen betrachtet werden. Außerdem ist die Frage, ob es nicht auch besser für ihn wäre, wenn ihm unter Umständen ein solches öffentliches körperliches Siechtum im Amt wie seinem Vorgänger Johannes Paul II. erspart bliebe. Es spricht also viel für einen Rücktritt.



Nr. 33 / 2010 - Finanzskandale im Vatikan - "Für Aufregung in der katholischen Kirche hat das Buch Vatikan AG bei seinem Erscheinen im Mai 2009 gesorgt. In italienischen Medien sei das Buch, das Finanz- und Politskandale des Vatikan samt Verbindungen zur Mafia aufdeckt, allerdings kaum beachtet worden, obwohl es im Oktober 2009 das meistverkaufte Sachbuch Italiens war, meinte Autor Gianliugi Nuzzi am Mittwoch anlässlich der Buchpräsentation in Wien. ´In Italien gibt es eine Selbstzensur in der Presse, die erschreckend ist`" (Der Standard, 25.3.2010).



Nr. 32 / 2010 - "Auch in den USA gibt es schwere Missbrauchsfälle. 200 gehörlose Jungen soll ein Priester missbraucht haben – und der Vatikan blieb untätig. Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger soll Briefe nicht beantwortet haben" (focus online, 25.3.2010; http://www.focus.de/panorama/welt/missbrauchsskandal/vertuschung-von-missbrauch-us-zeitung-erhebt-vorwuerfe-gegen-papst_aid_492936.html). Drei aufeinander folgende Erzbischöfe hätten die Missbräuche der Staatsanwaltschaft verschwiegen. Und das geheime innerkirchliche Verfahren wurde gestoppt, nachdem der angeklagte Priester einen Brief an Erzbischof Kardinal Joseph Ratzinger geschrieben hatte. Er wurde auf eine andere Stelle versetzt, wo er wieder mit Kindern und Jugendlichen zu tun hatte. Die Anklageschrift gegen den Papst wird länger und länger.
Der Priester hatte bis 1974 die Jungen meist in einen Schrank geholt und sie dort missbraucht. Ein Opfer "habe sich 1974 unter anderem dem Erzbischof von Milwaukee, William Cousins, anvertraut. Dieser habe ihn jedoch angeschrieen. Er sei daraufhin weinend davongelaufen" (focus.de, 26.3.2010). So weit hier zum Thema der innerkirchlichen Anzeige eines Verbrechens. Wäre der Junge statt zum Erzbischof zur Polizei gegangen, hätte man ihm mehr Gehör geschenkt. Der Täter wurde auch dann nicht innerkirchlich belangt, als sich die Verbrechen nicht mehr unter den Teppich kehren ließen. "Gründe ihn nicht seines Amtes zu entheben, seien sein damals schon angeschlagener Gesundheitszustand und die Tatsache gewesen, dass es keine Vorwürfe mehr gegen Murphy aus jüngerer Zeit gegeben habe", so der Sprecher des Vatikans Federico Lombardi.



Nr. 31 / 2010 - 17-fachen Kinderschänder nur in den Ruhestand versetzt: Schwere Vorwürfe gegen Bischof Robert Zollitsch - "Der Pfarrer Franz B. soll im Zeitraum zwischen 1968 und 1991 mindestens 17 Kinder und Jugendliche missbraucht haben, vor allem Messdiener", so swr.de (20.3.2010). Der Priester wirkte in Oberharmersbach im Ortenaukreis. "Zollitsch wird vorgeworfen, einen 1991 unter Missbrauchsverdacht stehenden Pfarrer lediglich in den Ruhestand versetzt zu haben, ohne die Staatsanwaltschaft einzuschalten." Der heutige Bischof war damals Personalreferent der Erzdiözese Freiburg. Erst 1995 wurden die Verbrechen bei der Staatsanwaltschaft bekannt, nachdem ein Opfer Anzeige erstattete. Der Priester entzog sich der Verantwortung anscheinend durch Selbstmord, wobei über den Grad der Freiwilligkeit dieser Entscheidung natürlich spekuliert werden kann.
Die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt verlangten am 10.2.2010 vor dem Verwaltungsgericht in Freiburg, die Erzdiözese Freiburg solle sich nicht mehr "christlich" nennen (http://www.christus-oder-kirche.de). Damals äußerten anwesende Kirchenvertreter noch, vorgebrachte Vorwürfe hätten nicht in der Erzdiözese Freiburg stattgefunden. Nun also auch Freiburg.
"Ein weiteres mutmaßliches Missbrauchsopfer hat schwere Vorwürfe gegen die Erzdiözese Freiburg und die Zisterzienserabtei Mehrerau erhoben. Der heute 53-Jährige sagte in einem Interview mit dem Südkurier (Dienstagausgabe), dass er als Ministrant zwischen 1963 und 1965 in mindestens 30 bis 50 Fällen von einem Mönch in der Klosterkirche Birnau (Bodenseekreis) missbraucht worden sei. 2006 legte der Pater ein schriftliches Geständnis ab, das nach Angaben des Opfers auch der Erzdiözese Freiburg bekannt gewesen sein muss. Dennoch hätten sich die Verantwortlichen nicht ernsthaft für den Fall interessiert. Der 53-Jährige wirft der Kirche ´Vertuschung` und ´Strafvereitelung` vor" (ddp, 23.3.2010).



Nr. K 30 / 2010 - Papst am Pranger: Was jetzt an die Öffentlichkeit drang, spitzt die bisherigen Vertuschungs-Praktiken der Kirche noch einmal zu. "Obwohl ein Kirchengericht den Pfarrer aus der Steiermark für schuldig befand, würgte der Vatikan den Prozess einfach ab. Laut einer staatlichen Strafanzeige aus dem Jahr 2002 war der Pfarrer verdächtig, in den 80er Jahren mindestens 13 Jungen "zwischen fünf und 18 Jahren wiederholt sexuell und schwer sexuell missbraucht zu haben" (Frankfurter Rundschau, 19.3.2010). Nach staatlichem Recht griff die Verjährung. Nach kirchlichem Recht hätte sie aber wenigstens intern aufgehoben werden können. Doch der Vatikan unter Papst Benedikt XVI. hob das Urteil des Kirchengerichts in Österreich "wegen Verjährung" auf. "Gerhard Holotik, der als Chef des Salzburger Diözesangerichts das Verfahren leitete, gibt sich zurückhaltend: ´Wir stehen unter päpstlicher Verschwiegenheit ... Sie können sich denken, wie wir empfinden, wenn unser Urteil plötzlich aufgehoben wird`". Der Kinderschänder wurde weiter beschäftigt und erst unter einem neuen Bischof in ein Kloster versetzt. Die Frankfurter Rundschau schreibt weiter: "Inwieweit der heutige Papst in die Aufhebung des Urteils involviert war, ist so geheimnisvoll wie der gesamte Prozess. Als die Glaubenskongregation das Verfahren bestellte, war er noch deren Chef. Als Rom es abwürgte, war er Papst."



Nr. K 29 / 2010 - Wie bei einer sich windenden Schlange ist der Kirche ein neues Argument eingefallen, mit dem sie die Vertuschung von Kinderschänder-Verbrechen teilweise rechtfertigt. Sie habe es angeblich zum Schutz der Opfer getan. Beispielhaft hier die Rechtfertigung aus dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz: "In der Stiftsschule Einsiedeln ist es seit den 1970er-Jahren immer wieder zu sexuellen Übergriffen an Schülern gekommen. Insgesamt haben sich fünf Mitglieder der Gemeinschaft Verfehlungen zuschulden kommen lassen. Angezeigt hat die Klosterleitung keinen der Täter. Gemäß Abt Martin Werlen sind drei Brüder, welche sexuelle Übergriffe verübt haben, weiterhin beschäftigt. Man wolle ihnen eine zweite Chance geben, sagt Abt Martin Werlen in der Sendung «Schweiz aktuell». Auf eine Anzeige habe man aus Gründen des Opferschutzes verzichtet. Details wollte Werlen keine bekannt geben, die Fälle haben sich innerhalb der letzten neun Jahre ereignet" (a-z.ch, 19.3.2010).



Nr. K 28 / 2010 - Der einfache Mann muss in Haft, der Priester und Bischof bekommt Bewährung oder Verjährung - Ist das so? Irgendwo in Deutschland: Ein 40jähriger Handwerker hatte eine 13jährige Freundin und beide hatten in beiderseitigem Einvernehmen ein paar Mal Sex. Natürlich ist das nicht erlaubt, denn mit 13 Jahren ist man noch ein Kind, auch wenn das Kind "frühreif" ist und schon sexuell erfahren, z. B. durch Sex mit annähernd Gleichaltrigen. Weil Nachbarn den Mann aufgrund der minderjährigen Freundin angezeigt hatten, wurde er festgenommen und er bereute und legte sogleich ein umfassendes Geständnis ab. Die Frankenpost schreibt dazu: "
Sex mit Kindern wird schwer bestraft, auch wenn der Täter im Einvernehmen mit dem Opfer gehandelt hat. Dies machte am gestrigen Mittwoch die erste Strafkammer des Landgerichts Hof deutlich. Sie verurteilte einen 40-jährigen Mann aus dem Landkreis Hof zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Damit blieb die Kammer deutlich unterhalb der nach Strafgesetzbuch möglichen zehn Jahre. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft beantragt" (frankenpost.de, 18.3.2010).
Nun, liebe Leserinnen und Leser, wie ist das dann aber, wenn ein Priester z. B. ein fünfjähriges Kind vergewaltigt und sein Glied mit Gewalt in die Scheide oder den After des Vorschulkindes presst? Oder wenn er ein 10jähriges Kind mit Gewalt und Manipulation zu perversen sexuellen Ausschweifungen drängt, so dass sich das Kind später als junger Erwachsener umbringt? Wenn der Staatsanwalt in Hof bei dem Mann, der mit seiner minderjährigen Freundin einvernehmlich schlief, sechs Jahre Haft forderte, wie viel müsste er dann für einen Kinderschänder-Verbrecher fordern, der auch noch im Namen Gottes seine Verbrechen beging, anders als der Handwerker aus dem Landkreis Hof, der sich bei seinem Tun mit seiner frühreifen Freundin nicht auf Gott berief? Nun, alles verjährt, so die monotone Antwort in den letzten Wochen. Hin und wieder hört man allenfalls, es gab hier und da eine Vorstrafe "auf Bewährung" für den Priester, bevor er dann seine weiteren Verbrechen beging. Doch warum bekommen Priester immer wieder Bewährung, wo andere Bürger womöglich keine Bewährung bekommen? Hat man hier einmal geprüft, ob Priester vor dem Gesetz bevorzugt werden? Und warum sind schlimmste Verbrechen von Klerikern unter Umständen verjährt? Der Grund ist: Weil sie von Bischöfen und kirchlichen Vorgesetzten im Einvernehmen mit dem Vatikan immer wieder vertuscht wurden. Also sollte doch dann derjenige vor Gericht anstelle des Täters zur Rechenschaft gezogen werden, der vertuscht hat, weil durch die Vertuschung das  Verbrechen überhaupt erst verjähren konnte? Oder beruft man sich in der Kirche darauf, dass auch die Vertuschung verjährt ist? Und wenn die Priester und Bischöfe schon die ganze Milde des deutschen Rechtssystems für Priester und für "verjährte" Taten für sich in Anspruch nehmen, so sollte man doch meinen, dass die Täter wenigstens von ihren Ämtern zurück treten? Und zwar alle Beteiligte, vom Papst über Bischof Robert Zollitsch bis hin zu den Verbrechern im Talar selbst. Doch was passiert?



Nr. K 27 / 2010 - Spiegel online kommentiert am 19.3.2010 u. a.: "Dass hier wie an vielen anderen Orten wahrhafte Sittenstrolche, Schweinepriester (ein Schimpfwort aus dem 12. Jahrhundert) und "Verbrecher" (Opfer Amelie Fried in der "FAZ") weithin unbehelligt ihr Unwesen treiben konnten, ist das eine. Der Skandal nach dem Skandal, die zweite Schuld aber ist das große Schweigekartell, das über Jahrzehnte dicht gehalten hat. Da hilft es auch nichts, die offizielle Statistik von Kindesmissbrauch heranzuziehen, der zufolge die weitaus meisten Fälle in Familien zu beklagen sind. Man kann die katholische Kirche mit ihrem immer noch schweigenden Papst nun mal nicht an der gleichen moralischen Elle messen wie eine sozial verwahrloste Familie. Zumal sich die Kirche und auch elitäre Schulleiter sonst moralisch und intellektuell doch so erhaben fühlen. Alle rhetorischen Verrenkungen und wortreichen Entschuldigungen samt der Bestellung von Missbrauchsbeauftragten und Runden Tischen ändern nichts daran: Hier liegt letztlich kriminelles Versagen ausgerechnet jener Institutionen vor, deren Ethik höchste moralische Ansprüche formulierte. Dieselbe Kirche, die jungen Menschen jahrhundertlang Angst und Schrecken einjagte, selbst wenn es nur um kleinste angebliche Sünden und Verfehlungen ging, tolerierte sehenden Auges Sadisten und Sexualverbrecher in ihren Reihen. Motto: tarnen, täuschen und vertuschen. Die Verlogenheit der katholischen Kirche ist historisch nicht neu, auch nicht ihre Doppelmoral und Scheinheiligkeit, ob es nun um das Tabu der Homosexualität, das Geißeln von Pille und Präservativen oder mittelalterliches Foltern im Dienste der Frömmigkeit geht. Für viele überraschend mag aber doch sein, dass sie sich auch in unserer demokratischen Gesellschaft bis heute als Paralleluniversum halten kann - als eine Macht, deren finanzielle Grundlage nicht zuletzt in der staatlichen Eintreibung der Kirchensteuer besteht (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,684367,00.html).



Nr. K 26 / 2010 - Pädophiler Wiederholungstäter: Papst noch schwerer belastet. Erzbistum unter seiner Verantwortung ignorierte das Flehen des Psychiaters - "Er warnte sie eindringlich - doch seine Einschätzungen wurden in der katholischen Kirche in München und Freising nicht gehört und nicht gelesen. Es war Psychiater Werner Huth, der sich eingemischt hatte. Laut New York Times beschwor er die katholische Kirche Anfang der 80er Jahre geradezu: Der wegen Kindesmissbrauchs vorbelastete Pfarrer aus dem Bistum Essen, der bei ihm in Behandlung war, dürfe auf gar keinen Fall wieder mit Kindern arbeiten. Doch die Erzdiözese München und Freising habe ihn ignoriert. Die Süddeutsche Zeitung hatte den Fall vergangene Woche publik gemacht. ´"Um Gottes willen, er muss dringend von der Arbeit mit Kindern ferngehalten werden`, sagt Huth der
New York Times`" (sueddeutsche.de, 19.3.2010). Doch es kam anders. Der dafür verantwortliche Erzbischof: Joseph Ratzinger.
Und Spiegel online schreibt: "In einem Übergabebrief des Bistums Essen an die von Ratzinger damals geleitete Erzdiözese hatte klar erkennbar gestanden, dass Kaplan Peter H. sich sexuell an Kindern seiner Gemeinde vergriffen hätte. So erklärte es das Bistum Essen vorige Woche gegenüber dem SPIEGEL. Man habe München nicht im Unklaren gelassen, was für ein Problemfall da komme" (spiegel.de, 20.3.2010). Und weiter heißt es: "Trotzdem meldeten Ratzinger und sein Erzbistum den Kinderschänder nicht der Polizei," die Verbrechen wurden also innerkirchlich gemäß der päpstlichen Richtlinien von 1962 und entgegen den staatlichen Gesetzen geheim gehalten.
Der Priester verging sich erneut an Kindern, wurde dieses Mal wenigstens "auf Bewährung" verurteilt und innerkirchlich wieder versetzt. Erneut arbeitete er mit Kinder und Jugendlichen, hielt z .B. Erstkommunionfeiern und Jugendgottesdienste. Da hilft es wenig, wenn der Vatikan jetzt nach langem Nachdenken behauptet, die päpstliche Geheimhaltungspflicht bei Kinderschänder-Verbrechen hätte angeblich gar nicht gegenüber den staatlichen Behörden gegolten. Praktisch hielt man es in der Regel so und hat damit selbst entlarvt, wie die päpstliche Geheimhaltungspflicht, die 2001 erneuert worden war, richtig zu interpretieren war.



Nr. K 25 / 2010 - "Nach welchem Maß ihr messt" ... - Muss Liebespaar in der Kirche 16.000 Euro zahlen? - Weil ein Liebespaar in einer eiskalten Nacht sich bis zum frühen Morgen in die beheizte katholische Kirche von Rennertshofen zurückgezogen hat, muss der Mann jetzt 8.000 Euro Strafe zahlen. Die Höhe des Strafbefehls für die Frau ist noch nicht bekannt und könnte noch einmal in dieser Höhe liegen. Beide hatten offenbar nicht mitbekommen, dass das Früh-Rosenkranzgebet schon begonnen hatte, und sie wurden aufgrund von Kichergeräuschen wegen "Störung der Religionsausübung" angeklagt, nachdem der Priester den Vorfall bei der Polizei angezeigt hatte. Der Mann, ein Polizist, soll zudem suspendiert worden sein (abendzeitung.de, 19.3.2010). Wir berichteten hier.
Im Gegensatz dazu haben die Priester zigtausendfach und weltweit Kinderschänder-Verbrechen und Seelenmorde ihrer eigenen Leute nicht bei der Polizei gemeldet. Und berücksichtigt man das Jesus-Wort "Nach welchem Maß ihr messt, wird Euch wieder gemessen werden", welche Zahlungen wären dann wohl bei den Verbrechen der Priester fällig? 800.000 Euro pro Verbrechen? 8 Millionen? Oder mehr? Und wie hoch könnte man die Strafe bei Strafvereitelung durch kirchliche Exzellenzen ansetzen, wenn ein Kinderschänder-Verbrecher nicht der Polizei gemeldet wurde, nur versetzt wurde und er dort erneut Seelenmorde an Kindern beging? Wenn man dem heutigen Papst z. B. nachweisen kann, dass er als Erzbischof wusste, dass ein Kinderschänder kirchenamtlich wieder in Berührung mit Kindern kommt? Dass Joseph Ratzinger die ihm bekannten Verbrechen nicht anzeigte, ist ja schon erwiesen. Unter 80.000 Euro oder Haft mit Bewährung dürfte er dann nicht hinweg kommen.
Für die Kirche ist es zwar eine "Störung der Religionsausübung", wenn ein erwachsenes Liebespaar einvernehmlich auf der Empore umschlungen ist. Aber keine Störung der Religionsausübung ist es, wenn ein pädophiler Priester z. B. einem Ministranten in der Sakristei erst seinen Penis und dann später in der Kirche die Hostie in den Mund steckt. Ein Priester hat zudem den katholischen "character indelebilis". Er kann also sogar Menschen ermorden. Seine sakramentalen kirchlichen Handlungen bleiben trotzdem gültig. Der Polizist jedoch wurde suspendiert wegen unvorsichtiger und anstößiger, aber einvernehmlicher Liebe zwischen Mann und Frau. Die Kirche sollte sich schämen und dem Liebespaar wenigstens zeitlebens die Kirchensteuer erlassen.
Ein anderer Vorschlag: Katholiken, für die Sex-Missbrauch von Priestern an Kinder schlimmer ist als lustvolles Kichern, das bis zu einer Handvoll Rosenkranz-Betern vordringt, könnten aus der Kirche austreten. Und mit der eingesparten Kirchensteuer könnten sie dem Polizisten einen Beitrag zukommen lassen, damit er nicht so viel selbst bezahlen muss.



Nr. K 24 / 2010 - Die Abgründe werden immer erschreckender. In den Niederlanden fielen römisch-katholische Priester über blinde Kinder her und missbrauchten sie. Die Kinder befanden sich in der Obhut der römisch-katholischen Internatsschule Sant Henricus in Grave und wurden teilweise wie "Freiwild" missbraucht. Sechs Würdenträger bedienten sich der teilweise hilflosen Kinder über Jahre hinweg "regelmäßig" zur sexuellen Befriedigung (nn-online.de, 18.3.2010). Die Verbrechen wurden kirchenamtlich "bewusst vertuscht". Die Vergewaltigungen geschahen entweder in Gegenwart anderer Blinder, die ja alle nicht sehen konnten, wer sich gerade an einem der Ihren sexuell zu schaffen machte, oder in einer Abstellkammer (merkur-online.de, 18.3.2010).



Nr. K 23 / 2010 - Dr. paed.phil. - Priester verführte Kinder zum Sex für seine "Doktorarbeit" - http://www.welt.de/vermischtes/article6804509/Priester-filmte-sich-beim-Sex-mit-Kindern.html



Nr. K 22 / 2010 - Exakt 374.408.554 Dollar zahlte die US-Kirche allein im Jahr 2008 an Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester. Der Jahresbericht führt zudem rund 35,2 Millionen Dollar Anwaltskosten, 7,9 Millionen Dollar Therapiekosten für die Opfer und 14,2 Millionen Dollar zur Hilfe für die Täter an ... Bei der Aufarbeitung von Kindesmissbrauch ist die US-Kirche jener in Deutschland um Jahre voraus ... Die Praxis der Geldzahlungen an Opfer schützt Priester [jedoch] ebenfalls vor Strafverfolgung, da es sich dabei meist um außergerichtliche Vergleiche handelt. ´Man darf sich da nicht täuschen lassen: Das ist nur Kosmetik, das sind keine Reformen`, sagt SNAP-Sprecherin (Survivors' Network of those Abused by Priests) Barbara Dorris. ´Keine Institution kann als Richter ihrer selbst auftreten, und den Bischöfen fehlt es hier an Ansporn und Integrität.` Nur eine unabhängige Untersuchung und Verfolgung von außen sichere wirkliche Aufklärung" (ntv., 17.3.2010).



Nr. K 21 / 2010 - Kardinal vertuschte Sex-Verbrechen und bleibt im Amt - siehe http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2414291. Kardinal Sean Brady hatte durch seine Strafvereitelung mitgeholfen, "dass noch viele weitere Kinder missbraucht wurden". Er rechtfertigte sich mit der "Kultur des Schweigens", die in der Gesellschaft üblich gewesen sei. Doch er würde nur auf Befehl des Papstes zurück treten. Doch dieser wird ja selbst der Vertuschung beschuldigt und so hackt einmal mehr eine schwarze Krähe der anderen kein Auge aus.



Nr. K 20 / 2010 - Mit einem öffentlichen Gebet versuchten die katholischen Bischöfe, das Vertrauen ihrer Gläubigen wieder zu gewinnen. Doch woran wird ein Mensch gemessen? An seinen schönen Worten, eventuell an schönen Gebeten, oder an seinen Taten? (vgl. hier) Worte sind leicht und schnell gesprochen, doch was ist z. B. mit der Wiedergutmachung?
Jesus von Nazareth warnte einst vor den Theologen seiner Zeit mit den Worten: "Seht euch vor vor den Schriftgelehrten, die gern in langen Gewändern gehen und lassen sich auf dem Markt grüßen und sitzen gern obenan in den Synagogen und am Tisch beim Mahl; sie fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete. Die werden ein umso härteres Urteil empfangen" (Markusevangelium 12, 38-40).



Nr. K 19 / 2010 - Klagen in der Kirche. Wird zu hart mit einzelnen Beschuldigten umgegangen? / Pius-Bruderschaft: Papst braucht sich nicht zu entschuldigen - Die Benediktiner von Kloster Ettal, wo es horrende Exzesse von Kinderschändung gab, beschweren sich. "Angesprochen auf die Visitation durch einen Beauftragten des Papstes, sagte Notker Wolf dem FOCUS, der Visitator könne dabei gleich auch die Rolle von Erzbischof Reinhard Marx thematisieren. Es müsse geklärt werden, ob die Erzdiözese München und Freising ´so mit einer Abtei umgehen kann, wie sie es jetzt tut, beispielsweise die Schließung der Schule anzudrohen, falls der Schulleiter nicht zurücktritt, ohne dass diesem das Geringste vorgeworfen werden kann` (focus.de, 17.3.2010). Auch im Falle des Abtes hätte sich der Erzbischof eigentlich an die Religionskongregation wenden müssen, so Wolf."
Der Schulleiter, dem man den Rücktritt eindringlich nahe legte, hatte nicht einmal die innerkirchlichen Richtlinien bei Kinderschänder-Verbrechen eingehalten, geschweige denn diese an die Staatsanwaltschaft gemeldet. Und die meisten Menschen in Deutschland haben ohnehin genug von Religionskongregationen, innerkirchlichen Kommissionen und päpstlichen Beauftragten und sie fordern das konsequente Einschreiten der Staatsanwaltschaft.
Die von Papst Benedikt XVI. teilweise rehabilitierte katholische Pius-Bruderschaft springt derweil dem Papst bei. "Der Papst hat sich in keiner Weise schuldig gemacht, folglich kann er sich auch nicht entschuldigen", sagte der deutsche Distriktobere, Pater Franz Schmidberger, der Leipziger Volkszeitung (17.3.2010) (Der Papst hatte als Erzbischof einen vorbestraften pädophilen Priester in seiner Diözese wieder bei Kindern eingesetzt und habe jetzt angeblich nichts gewusst. Der Priester beging erneute Verbrechen.) Und im Hinblick auf die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die eine wirkliche Aufklärung ohne weitere Vertuschung und Beschönigung fordert, tobt der Distriktobere: "Das Maß ist voll". So ist es. Aber nicht bei der Ministerin, sondern bei den Verbrechern im Talar.
 


Nr. K 18 / 2010 - "Wir ahnen noch gar nicht, wie es in anderen Ländern aussieht" - "Auch in anderen Ländern könnte die Strategie des eisernen Schweigens aufbrechen, die die Kirche in den vergangenen Jahrzehnten verfolgt hat. ´Ich fürchte, wir ahnen noch gar nicht, wie es anderswo aussieht`, sagte der Theologe und prominente Kirchenkritiker Eugen Drewermann stern.de. ´Nehmen wir nur Länder wie Polen, in denen eine Modernisierung der Kirche wie in Deutschland gar nicht stattgefunden hat, wo alles noch sehr traditionalistisch ist`" (stern.de, 17.3.2010).

 


Nr. K 17 / 2010 - Unter der Verantwortung von Joseph Ratzinger gedeckter pädophiler Priester: Neue Vorwürfe im Detail - Zweimal versetzt - Über den Priester Peter H., zuletzt in Garching und Bad Tölz aktiv packt u. a. ein Ministrant aus: "Immer küsst uns der Pfarrer auf den Mund. Ich will das nicht." Ein Schüler im staatliche finanzierten katholischen Religionsunterricht ist noch deutlicher: "Pfui Deifi, jetzt hat mich die Sau schon wieder auf den Mund geküsst!" Im Rahmen von Schülergottesdiensten hat er "des öfteren Schülern sein Schlafzimmer gezeigt". Manche Eltern schöpften Verdacht, nahmen ihre Kinder aus der Kirche heraus. Der Pfarrgemeinderat von Garching ist "bestürzt über das Vorgehen des Ordinariats": "Damit sind auch wir missbraucht worden. Man hat über die Köpfe einer Gemeinde hinweg entschieden und mit der heimlichen Resozialisierung eines verurteilten Sexualstraftäters ein Experiment gestartet nach dem Motto: Entweder es klappt - oder nicht" (Spiegel online, 17.3.2010). Es klappte nicht.



Nr. K 16 / 2010 - Verurteilter pädophiler Priester weiter in Gemeinde aktiv / Neue Vorwürfe - Im Bistum Fulda wird ein wegen Kindsmissbrauch verurteilter Priester weiterhin in der Gemeindearbeit eingesetzt. Der ehemalige Priester von Homberg/Efze wurde zu einer Geld- und Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Nach seiner Versetzung nach Weimar in Thüringen wurde er dort erneut von Jugendlichen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Danach wurde er wieder in den Kreis Kassel versetzt, hielt dort zuletzt z. B. die Erstkommunionfeier mit Kindern (bild.de, 17.3.2010).



Nr. K 15 / 2010 - Kinderschändung und Sex-Verbrechen durch Priester in Stichworten: Bistum Eichstätt suspendiert Sturmius W., Priester von Dietenhofen und Großhabersdorf. Er hatte als Priesteramtskandidat bei den Regensburger Domspatzen mindestens einen Jungen missbraucht / Franziskaner in Lingen/Niedersachsen: "Geistliche und Jugendliche würfelten miteinander. Je nachdem, wer wie viele Augen hatte, mussten sich betrinken, sich ausziehen oder andere auf Wange und Brüste küssen ..." (bild.de, 16.3.2010) /  Kindsmissbrauch in Diözese Rottenburg. Beschuldigt wird Pfarrer Stefan K., einer der drei Ehrenbürger von Wurmlingen, heute ein Stadtteil von Rottenburg. Er soll immer wieder zugeschlagen und geschändet haben. / Kapuziner missbraucht Kind in Bad Mergentheim / Bensheim: Schon 15 Opfer von roher Gewalt bzw. Kinderschändung im katholischen Knabenkonvikt haben sich gemeldet / Benediktiner aus Meschede zeigt sich selbst an / Bistum Fulda versetzt einen zwischenzeitlich wegen Kindsmissbrauch nach Duisburg versetzten Priester in den einstweiligen Ruhestand / Kinderschänder-Verbrechen durch Priester in Frankreich, Spanien, Polen und der Schweiz: http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,3059657. Z. B. auch Pfarrer von Schübelbach im Bistum Chur gibt Missbrauch in Mehrerau und Birnau zu (blick.ch, 17.3.2010). Und in Italien: http://www.rp-online.de/panorama/ausland/Sexueller-Missbrauch-durch-Priester-auch-in-Italien_aid_832344.html / Gegen 15 Priester wird mittlerweile im Bistum Münster ermittelt / Sexueller Missbrauch im Kinderhaus St. Josef in Bad Oldeslohe, im Kloster Nüntschau Missbrauch einer Frau und Missbrauch durch einen Priester im Schullandheim Neubörnsen (focus.de, 26.3.2010) / In Mecklenburg, wo es kaum Katholiken gibt, "hat Weihbischof Norbert Werbs eingeräumt, dass fünf inzwischen verstorbene Geistliche Minderjährigen sexuell missbraucht hatten" (AP, 29.3.2010).



Nr. K 14 / 2010 - Schweigender Papst "flüchtet" in evangelische Kirche - Focus.de schreibt:
"Weitere Gelegenheit verstrichen - ... am Sonntagabend äußerte sich Benedikt XVI. mit keinem Wort zum sexuellen Missbrauch an katholischen Einrichtungen in Deutschland. Nach dem Angelus-Gebet am Mittag war es die zweite Gelegenheit für den Pontifex, öffentlich Stellung zu nehmen" (15.3.2010). Stattdessen verschwand er in der evangelischen Christuskirche in Rom, um mit den Protestanten gemeinsam zu beten. Joseph Ratzinger steht wegen der Versetzung eines Priesters, der ein Kind geschändet hat, in sein damaliges Bistum München-Freising selbst mit dem Rücken an der Wand. Der Priester wurde dort wieder rückfällig und wieder versetzt.




Nr. K 13 / 2010 - Trauung bei zweimal versetztem und verurteiltem pädophilen Straftäter? Eklat bei der Messe in Bad Tölz - Jahrzehntelang schoben Bischöfe pädophile Straftäter von einer Stelle auf die andere, schwiegen zu den Gründen und schafften jeweils die Voraussetzungen für neue furchtbare Straftaten. Jetzt gehen allmählich die Gläubigen auf die Barrikaden. Als der Vertretungs-Priester bei der Messe am 14.3.2010 in Bad Tölz wieder nur allgemein von "Versöhnung" und vom Glauben an die "Vergebung der Sünden" predigte, platzte einem Gottesdienstbesucher der Kragen. Er verlangte während der Messe "lautstark, die Vorwürfe und den Geistlichen beim Namen zu nennen. Er habe in wenigen Wochen Trauungstermin bei H. und das Thema daher gerne offen mit diesem besprochen" (merkur-online.de, 14.3.2010). Man kann verstehen, dass ein Brautpaar an seinem "schönsten Tag im Leben" nicht unbedingt von einem vorbestraften (ehemaligen) Kinderschänder und Wiederholungstäter getraut werden will. Es handelt sich um einen Priester, der sich an einem 11jährigen Jungen verging und darauf hin unter Erzbischof Joseph Ratzinger von Essen nach Garching versetzt worden war. Dort wurde er wieder "rückfällig" und zu 18 Monaten Haft "auf Bewährung" verurteilt. Von dort ging´s dann zur nächsten Versetzung, nach Bad Tölz. Und trotz dieser Straftaten "feierte der Pfarrer weiterhin Gottesdienste für Jugendliche" (bild.de, 14.3.2010). Er galt bisher als beliebter "Priester zum Anfassen" (abendzeitung.de, 14.3.2010). Und Joseph Ratzinger schweigt weiter.
Doch wer weiß, wen andere Brautpaare schon alles als Priester bekommen haben? Auch sollte man sich einfach bewusst machen, dass eine kirchliche Trauung eben keine christliche Trauung ist. Und dass der Segen der Kirche eben nicht der Segen Gottes ist.
PS: In Oberfranken platzte vor einigen Jahren bereits einem anderen Gläubigen der Kragen. Am Beginn des Weihnachtsgottesdienstes (wahrscheinlich 1998) trat der Vater nach vorne zum Altar, wo der pädophile Priester gerade zelebrieren wollte und rief: "Dieser Mann hat meinen Sohn schon mehrere Male missbraucht". Darauf hin übertönte der wuchtige Orgelklang den wütenden Gläubigen (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,619968,00.html), und der pädophile Priester konnte ohne weitere Beeinträchtigungen den Festgottesdienst zu Ende zelebrieren.



Nr. K 12 / 2010 - Wenn ein Kinderchor z. B. aus Nordkorea glanzvoll sang, dann vermutete man im Westen die Diktatur im Hintergrund und ein entsprechendes Schicksal der Kinder, die beim Singen nur ihre fröhlichen Masken aufsetzen müssen. Nicht vermutete man solches z. B. bei einem Konzert der Regensburger Domspatzen unter Leitung von Georg Ratzinger. In focus.de beschreibt der Ex-Domspatz Markus R. das System der Angst bei dem Kinderchor der Kirche. Wörtlich sagte er u. a. über seine Zeit zwischen 1969 und 1971 in der Vorschule für die Jüngeren in Etterzhausen. Weder gab es ein Spielzimmer noch andere Freizeiträume, nur eine Bibliothek. Und weiter:
"Es war kahl, ins nahe gelegene Wäldchen oder an den Hühnerstall und die Gemüsebeete durften wir nicht ... Maier [Der Leiter der Vorschule der Domspatzen] war damals etwa Mitte Vierzig, Priester, immer in schwarzem Anzug und mit weißem Kragen. Wir hatten Angst vor ihm. Er hat bei jeder Gelegenheit zugeschlagen, und nicht zu knapp ... Mein einziger Ansprechpartner war mein Teddybär, mit dem ich nächtliche Zwiegespräche hielt und dem ich ziemlich früh gesagt habe: ´Wir hauen ab hier`. Es gab später eine Küchenhilfe, eine weltliche, keine Nonne, zu der ich ab und zu gegangen bin. Das war die einzige erwachsene Person in Etterzhausen, vor der ich keine Angst hatte ... Wir Schüler durften auch nicht nach Hause telefonieren. Briefe wurden von der Internatsleitung gelesen. Mein Vater glaubte lange wohl auch, dass ich übertreibe oder phantasiere ... Präfekt Hansch verteilte meistens die Stockschläge, ich glaube, dabei kam der Taktstock zum Einsatz. Es passierte ganz schnell, dass man damit eine gekriegt hat, zum Beispiel als Aufforderung, sich schneller anzuziehen. Ein Lehrer namens Rauner hat gerne an den Koteletten oder an den Haaren gezogen. Ohrfeigen waren Alltag. Maier und Hansch haben so zugeschlagen, dass die Kinder getaumelt, auch umgefallen sind. Ich habe an meinem zehnten Geburtstag von Maier völlig unvermittelt eine solche Ohrfeige bekommen, dass ich mit dem Kopf gegen den Türstock geschlagen bin und mir schwarz vor Augen wurde. Keine Ahnung, ob ich bewusstlos war ... Die Schläge waren wie gesagt unvermittelt und oft willkürlich. Beliebt waren auch Kopfnüsse mit einem Schlüsselbund in der Faust. Das ganze System basierte auf Angst, Disziplinierung durch Angst. Wenn der Präfekt sagte, ´Süd ist Nord` und man entgegnete , ´nein, Süd ist Süd` und dafür dreimal verprügelt wurde, dann sagte man beim vierten Mal eben ´Süd ist Nord` ... Ratzinger muss Möglichkeiten gehabt haben, dem Treiben Einhalt zu gebieten, zumal er ja jetzt zugegeben hat, von den Methoden Meiers gewusst zu haben ... In München in meiner alten Umgebung bin ich [nach der Internatszeit] noch psychologisch betreut worden ... Ich habe nach dem Internat nie wieder eine Note vom Blatt gesungen und auch nie wieder Klavier gespielt" (14.3.2010). Das war, wie gesagt, der "normale" Alltag. Die Fälle von sexueller Kinderschändung kamen dann noch hinzu.



Nr. K 11 / 2010 - 60 Kinderschändungen durch Priester in der Schweiz, drei Priester aus Vechta beschuldigt, Priester aus Münster St. Benedikt wegen Missbrauchsvorwurf zurück getreten -
 (Spiegel online, 13.3.2010;
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,683441,00.html; bild.de, 14.3.2010)
 


Nr. K 10 / 2010 - Radio Vatikan berichtet am 11.3.2010: Die römisch-katholische Kirche in Mexiko erlebt eine ihrer schwersten Erschütterungen. Der bekannte und hoch angesehene Gründer des Ordens "Legionäre Christi" Pater Marcia Maciel Degollado, der unmittelbar Kontakt mit Papst Johannes Paul II. hatte, steht im Mittelpunkt der Enthüllungen. Der 2008 verstorbene Hochwürden hat den Zölibat vorgespielt und parallel dazu mit einer Geliebten zwei Söhne gezeugt. Diese klagen, von ihrem Vater sexuell missbraucht worden zu sein. Auch Priesteramtskandidaten wurden vom Ordensgründer sexuell missbraucht, so die Klagen. Papst Benedikt XVI. soll demnächst einen Untersuchungsbericht über die Legionäre Christi erhalten. Pater Maciels habe zudem anderen Priestern die Absolution von ihren Sünden "für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen" erteilt (u. a. http://www.domradio.de/aktuell/62246/schmerzhafte-wahrheiten.html).



Nr. K 9 / 2010 - "Mehrere hundert Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch Geistliche sind bei der katholischen Kirche in den Niederlanden innerhalb weniger Tage eingegangen. Seit Monatsbeginn hätten sich 350 mutmaßliche Opfer an die Organisation Hulp en Recht (Hilfe und Recht) gewandt, so die Kirche", so eine afp-Meldung (zit. nach Hannoversche Allgemeine, haz.de, 10.3.2010). Die Kinderschänder-Verbrechen der Priester sind weltweit, und es ist nur die Frage, wann sie wo enthüllt werden. Derzeit greift der deutsche Flächenbrand auch auf Österreich und die Niederlande über. Vor kurzem waren vor allem Irland und die USA betroffen.




Nr. K 8 / 2010 - Der offiziell von der Kirche beauftragte Exorzist für die Diözese Rom und den Vatikan, Pater Don Gabriele Amorth, gibt zu: "Im Vatikan haust der Teufel ... Wenn die Rede vom 'Rauch des Satans' ist, der in die heiligen Räume eingezogen ist, dann ist das wahr - auch, was die jüngsten Berichte über Gewalt und Pädophilie anbelangt", so der Beauftragte der Kirche. Spiegel online weiter über die Aussagen des Paters: "Es gebe Kardinäle, die nicht an Jesus glaubten, und Bischöfe, die Verbindungen zum Teufel hätten." Damit ist es also auch von einer offizieller Seite bestätigt. Dafür sollten die Gläubigen aber dann keine Kirchensteuer mehr zahlen und austreten.
Pater Amorth nahm auch Stellung zur Ermordung des damaligen Leiters der Schweizergarde, Alois Estermann, und seiner Frau (http://www.das-weisse-pferd.com/00_13/morde_im_vatikan.html). Damals wurde vom Vatikan der Schweizergardist Cedric Tornay aus Karrieregründen beschuldigt. Anschließend soll er gleich Selbstmord begangen haben, so dass keine weiteren Untersuchungen notwendig gewesen wären. Dessen Familie widersprach heftig. Und auch sonst war die vatikanische Version der Geschichte unglaubwürdig, doch der Vatikan ist ein souveräner Staat. Nun bestätigt auch Padre Amorth: "Sie haben sofort alles verschleiert. Daran sieht man den Grad der Fäulnis" (11.3.2010).

 

Nr. K 7 / 2010 - Wie lange will sich der Papst noch im Amt halten? Jeder Vorsitzende eines Vereins oder einer Partei hätte längst zurück treten müssen, wenn dort auch nur ein Bruchteil der Verbrechen geschehen wären. Aber noch immer hat die römisch-katholische Kirche bei der Verbrechensaufarbeitung in ihren Reihen einen Bonus, dass man mit ihr milder umgeht als mit jedem anderen.
Jetzt wurde enthüllt: Ein pädophiler Kinderschänder, der Kinder zum Oralverkehr gezwungen hatte, wurde 1980 von Essen als Gemeindepriester nach Garching in das Bistum München-Freising versetzt. Dort schändete er erneut Kinder. Verantwortlich: Erzbischof Joseph Ratzinger. "Der damalige Erzbischof Joseph Ratzinger habe dem Umzug des pädophilen Priesters von Essen nach München im Jahr 1980 zugestimmt. ´Diesen Beschluss hat der damalige Erzbischof mit gefasst`, teilte das Erzbistum der Zeitung mit" (Spiegel online, 13.3.2010). Den Gläubigen wurde das Tun des Päderasten verschwiegen. Er galt dort als beliebter "Priester zum Anfassen" (abendzeitung.de, 14.3.2010).
Die Reaktion dazu aus dem Vatikan ist hanebüchen. Der heutige Papst habe von nichts gewusst. Oder, wie der Bistumssprecher Bernhard Kellner jetzt herum redet: "Möglicherweise sei Ratzinger die Dienstanweisung Grubers an den pädophilen Priester zugestellt worden, wieder in der Gemeinde zu arbeiten. Man könne aber nicht davon ausgehen, dass Ratzinger sie persönlich geprüft habe, sagte der Sprecher". Diese Stellungnahme ist lachhaft. Doch selbst, wenn das irgendjemand glauben sollte: Dann müsste der Papst ebenfalls zurücktreten. Wenn er es nämlich nicht einmal für nötig erachtet, persönlich zu prüfen, wie sein früherer Generalvikar Gerhard Gruber, der sich jetzt schützend vor den Papst wirft, einen pädophilen Priester aus dem Ruhrgebiet im Bistum einsetzt. Die angebliche Aufarbeitung der Verbrechen in der Kirche bleibt heuchlerisch und volksverdummend.
 


Nr. K 6 / 2010 - Immer neue Opfer bei den Regensburger Domspatzen, und die Beteuerungen des Papstbruders Georg Ratzinger, nichts gewusst zu haben, werden immer unglaubwürdiger. "Ex-Schüler Thomas Mayer berichtet dem SPIEGEL von schrecklichen Erlebnissen. Er habe sexuelle und körperliche Gewalt bis zum Verlassen des Internats 1992 als allgegenwärtig erlebt" (Spiegel online, 13.3.2010). "Auch Chorchef Georg Ratzinger, der Bruder von Papst Benedikt XVI., wurde von ehemaligen Domspatzen als ´extrem cholerisch und jähzornig` erlebt. So habe Ratzinger noch Ende der achtziger Jahre bei Chorproben erzürnt Stühle in die Männerstimmen hineingeworfen. Einmal habe sich der Domkapellherr so erregt, dass ihm sogar das Gebiss heraus gefallen sei".



Nr. K 5 / 2010 - Bis heute hat das deutsche Fernsehen die Dokumentation der britischen BBC mit dem Titel Sex Crimes and Vatican aus dem Jahr 2006 noch nicht ausgestrahlt. Autor ist Colm O´Gorman, als Jugendlicher selbst Sex-Opfer eines katholischen Priesters. Warum die deutschen Medien den Film nicht zeigen, hat wahrscheinlich mit folgenden Aussagen in dem Film zu tun, die aus dem Englischen übersetzt wurden:
"Seit 23 Jahren beschäftige ich mich mit den Aussagen vieler Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe des Landes. Was mir dabei immer wieder begegnet ist, ist Verschleierung, Meineid, Leugnung und Täuschung in den höchsten Kreisen der Katholischen Kirche ... Kardinal Ratzinger, jetzt Papst Benedikt, war der Leiter der Kongregation für Glaubenslehre. Der Anführer meiner Kirche, der Nachfolger von Petrus, der Heilige Vater hatte die Aufgabe, darauf zu achten, dass kein Priester einem Kind wehtut. Er übte dieses Amt in den Jahren von 1978 bis 2005 aus, und er hat dabei versagt. Er und der Papst hätten diesen Vorfällen einen Riegel vorschieben können, aber das ist nicht geschehen. Die Bischöfe haben die Berichte unter den Teppich gekehrt, fuhren zurück und machten weiter, als wäre nichts gewesen. Sie wussten, dass Kinder geschändet wurden, und sie taten absolut nichts, um auf diese Weise sicher zu stellen, dass die Polizei und die Öffentlichkeit nichts davon mitkriegten ... Die Lage war noch wesentlich schlimmer als sich jeder Zyniker hätte vorstellen können. Kardinal Law, der Erzbischof von Boston, betreute die schlimmsten Sexualverbrecher in der Geschichte der Kirche. Er musste deswegen letztendlich zurücktreten. Man würde denken, wenn man Sexualverbrechen an Dutzenden von Kindern vertuscht, wird man normalerweise dafür bestraft, aber der Vatikan war der Meinung, dass er ungerecht behandelt wurde. Sie ernannten ihn in Rom sogar zum Kardinal Erzbischof. Und er führte durch die Andachtsfeier von Papst Paul II. ... Ich denke, die Kirche sollte sagen: ´Wir hatten eine grauenvolle Zeit im Mittelalter - und wisst ihr was? Wir sind immer noch mitten drin!` Wenn die Kirche d a s endlich mal einsehen würde!"




Nr. K 4 / 2010 - Ein Priester, der ein Mädchen sexuell missbrauchte, war bereit, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Er berichtete, dass er in einer Familie ein gern gesehener Gast war und dort auch gelegentlich übernachten durfte. In einer dieser Nächte ging er dann heimlich in das Kinderzimmer, wo die kleine Anne schlief: "Ich wollte zärtlich zu ihr sein und versuchte, sie auf den Mund zu küssen. Ich glaube, ich griff nach unten und hob ihr das Nachthemd hoch. Ich versuchte – nein, nein – ich habe sie dort im Genitalbereich berührt, zuerst noch mit dem Nachthemd darüber. Ich kann es jetzt nicht mehr so genau sagen, aber ich denke, ich habe meine Hand in ihre Unterhose geschoben. Und das war der Punkt, an dem ich merkte, dass es nicht richtig wäre, weiter zu machen. Obwohl ich nicht mehr genau sagen kann, was ich getan habe, möchte ich sagen, dass ich kurz darauf aufgehört habe. Ich habe ihr Bett und ihr Zimmer verlassen und bin Schlafen gegangen." Am nächsten Morgen war das Kind "wahnsinnig nervös, regelrecht schreckhaft und sie war total verängstigt", so die Eltern. Der Priester hat einen Entschuldigungsbrief geschrieben (aus dem Film "Sex Crimes and Vatican", BBC 2006 von Colm O´Gorman; deutsche Übersetzung; das deutsche Fernsehen strahlte bis jetzt die Dokumentation nicht aus, offenbar wegen der sehr kirchenkritischen Einstellung (siehe die nachfolgende Meldung Nr. K 5) des Autors, der selbst von einem Priester als Jugendlicher sexuell missbraucht worden war).



Nr. K 3 / 2010 - Im Artikel Hölle, lebenslang in Spiegel online vom 3.3.2010 berichtet auch über andere Opfer, die von katholischen Nonnen schikaniert und gefoltert wurden: "Die beiden damals Sechsjährigen sahen, wie Schwestern Kinder zwangen, so lange zu essen, bis sie erbrechen mussten. Anschließend wurden die Kinder gezwungen, das Erbrochene aufzuessen ... Post und Pakete von zu Hause wurden ihm verweigert. Sein Bruder wurde einmal aus einem Zimmer gezerrt - und kehrte mit einem Hämatom im Gesicht zurück. ´Noch heute habe ich all diese würdelosen Behandlungen vor Augen.` Lange war Tessmann und seinem Bruder nicht bewusst, dass man auch im Nachhinein aufschreien kann. Erst als der Bruder einen Zusammenbruch erlitt, setzten sich beide mit dem Erlebten auseinander."



Nr. K 2 / 2010 - Am 3.3.2010 veröffentlicht Spiegel online unter der Überschrift "Hölle, lebenslang" den Bericht eines missbrauchten Opfers im Internat der Zisterzienser in der katholischen Eliteschule in Mehrerau bei Bregenz am Bodensee (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,680400,00.html). Darin heißt es u. a.: "´Trotz Hunger haben wir uns geweigert, die grausame Suppe zu essen - diesen Klosterfraß, für den meine Eltern teures Geld bezahlen mussten`, sagt Schneider. Es sei nichts Außergewöhnliches gewesen, wenn ein Pater in die Schüsseln ein Stück rohes Fleisch oder eine ungeschälte Kartoffel warf und die Kinder zwang, die Suppe auszulöffeln. ´So füttert man Schweine`, sagt Schneider, dessen Eltern damals einen Bauernhof betrieben. ´Ich war nicht besonders anspruchsvoll, aber das überschritt die Grenze des Zumutbaren.` Freiräume gab es für die Kinder nicht. ´Von 6 Uhr in der Früh bis 10 Uhr nachts - es waren immer dieselben Leute um uns` ...Während des Unterrichts, der nach Kloster-Gepflogenheiten den ganzen Tag über dauerte, schlich sich der Erzieher oft von hinten an seine Zöglinge heran und schlug ihnen seinen Handknöchel mit voller Wucht auf den Kopf. Den Heiligabend und weitere sieben Tage musste er in einer Kammer sitzen, mit der Bibel, die er von morgens bis abends lesen sollte ... Mitschüler seien nachts in die Zelle eines Paters bestellt worden, erinnert sich Schneider. Dort sei ihnen ´mit einem Stecken der Hintern versohlt` worden ´und was weiß ich nicht alles`. Ein anderer Schüler bestätigt, hinter verschlossenen Türen sei es zu sexuellem Missbrauch gekommen. ´Sie zwangen uns mit einem Rohrstock, ihre abartigen Wünsche zu erfüllen`, sagt ein ehemaliger Mitschüler Schneiders. Ein anderer nahm sich mit 56 das Leben. In seinem Abschiedsbrief erwähnte der Mann die demütigenden Übergriffe, die er nie verarbeitet hatte ... ´Ich bin erstaunt darüber, dass die Opfer nun überhaupt Gehör bekommen. Aber anscheinend hat die Kirche nicht mehr genug Macht, das zu unterdrücken, was man auch schon vor 50 oder 100 Jahren in jedem Dorf auf dem Land gewusst hat.` ´Uns wurde im Kloster allen Ernstes vermittelt, dass schon der Gedanke an ein Mädchen eine Todsünde wäre, der direkte Weg zur Hölle, ohne Rückfahrschein.` Ein Mitschüler habe zwei Tage vor dem Abitur das Kloster verlassen müssen, weil sein Pater die Illustrierte ´Stern` bei ihm entdeckt hatte und darin Frauen im Bikini abgebildet waren."

 

Nr. K 1 / 2010 - Spiegel online berichtet am 10.3.2010 über das Sex-Verbrechen eines Priesters, der nach seiner Straftat wieder zur Arbeit mit Kindern versetzt wurde: "Benedikt Treimer und seine beiden Geschwister brauchten jemanden, der mit ihnen spielt. Die Eltern waren beschäftigt, aber der Kaplan sagte: Klar spiele ich mit euch. Also kam er mit auf den Dachboden. ´Wen ich erwische, der gehört mir`, sagte der Kaplan, und erwischt hat er dann Benedikt, damals zwölf Jahre alt, und spätestens, als die Hand des Kaplans in seiner Hose war, wusste Benedikt, dass es kein Spiel mehr war. Danach sollten sich dann die beiden Geschwister verstecken, während der Kaplan und Benedikt im Nebenzimmer warteten, und kaum waren Bruder und Schwester außer Sichtweite, umarmte der Kaplan Benedikt von hinten, verlangte, dass er die Hose herunterziehe, bedrängte ihn. Daheim erzählte die Schwester alles, zum Glück, denn Benedikt war so geschockt, dass er gar nichts sagen wollte. Immer hatte die Mutter der Kirche vertraut, war selbst engagierte Christin und jetzt das ...  am nächsten Tag war der Kaplan verschwunden. Zu einer Anzeige kam es nicht. Benedikt wollte nicht mehr über den Vorfall sprechen, er wollte ihn vergessen, und der Anwalt sagte: Wenn ihr vor Gericht geht, wird alles an die Öffentlichkeit gezerrt. Die Familie unterschrieb ein Stillschweigeabkommen mit der Kirche. Benedikt bekam etwas Geld und einen lauwarmen Entschuldigungsbrief des Kaplans. Die Familie forderte, dass dieser Mann nie wieder in der Jugendarbeit eingesetzt werden dürfe, doch die Kirche verweigerte eine Garantie. Und so kam es, dass der pädophile Kaplan wenig später wieder im Auftrag der Kirche mit Kindern zu tun hatte, da missbrauchte er dann einen kleinen Jungen 22-mal."

 


 

Weitere Literatur:
Ausgabe Nr. 24: Die Kirche und die Hölle auf Erden
Ausgabe Nr. 24 a: Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 24 b: Nichtsexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche

Ausgabe Nr. 43: Schwarzbuch Evangelische Kirche

Sowie gratis erhältlich die Aufklärungsschrift:
Das Priesterjahr - Lasset die Kinder zu mir kommen, denn sie sind ohne Arg - Schicken Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse an info@theologe.de und fordern das Heft Das Priesterjahr an, und wir schicken es Ihnen kostenlos zu.


Weitere Dokumentationen bei
http://www.gottes-suche.de/12.3.10.Missbrauch%202010.html und
http://www.sgipt.org/politpsy/krimi/kirche/sexmiskk.htm


 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 43: "
Innen sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung" - Schwarzbuch "Katholische Kirche", zit. nach http://www.theologe.de/schwarzbuch_katholische-kirche.htm, Fassung vom 26.8.2010

 

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