Der Theologe Nr. 127, aktualisiert am 5.9.2026
Intellektuelle, Machtmenschen und Priester: Die Entstehung der Kirche
Der so genannte
"Frühkatholizismus
"Tod den Urchristen und anderen Nichtkatholiken"
Franziskaner, Dominikaner und
der Versuch, das Urchristentum nachzuahmen
Der hintergründige Sinn der
Reformation
Freikirchen und Ökumene
Aufklärung
"Tretet aus von ihr, Mein Volk!"
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Die Nachfolger von Jesus bildeten urchristliche Gemeinschaften. Doch viele, die sich dort "Christen" nannten, orientierten sich überwiegend an anderen Menschen, die sich entsprechend hervor taten, anstatt an der Lehre von Jesus von Nazareth und anstatt bei Christus und Gott in ihrem Inneren Halt zu finden in dem Sinne, wie es Jesus von Nazareth lehrte: "Das Reich Gottes ist in euch". Anstatt also mit Hilfe der inneren Gotteskraft immer konsequenter nach den Geboten Gottes zu leben und auch in der Seele zu erstarken, erlaubte man sich zunehmend Nachlässigkeiten, Leichtfertigkeiten und ließ immer mehr Kompromisse zu. Und weil die Menschen deshalb zu wenig in Christus und in Seiner Botschaft verwurzelt waren und zu wenig im Inneren verbunden mit Gott, dem All-Geist in allem Sein, entstanden auch Uneinigkeiten darüber, was nun in konkreten Situationen richtig und was falsch sei. So wurde der lebendige "Gottesgeist", der die ersten Nachfolger von Jesus in ihrem Inneren und in der Gemeinschaft noch führte, durch intellektuell geprägte Meinungsbildner und durch nach persönlicher Macht strebende Menschen immer mehr unterdrückt. Und bei der Auseinandersetzung über den richtigen Weg bekamen hierarchische Strukturen, religiöse Formen, Zeremonien und äußere Regeln und Vereinbarungen ein immer größeres Gewicht. Durch diese Entwicklung wurden die urchristlichen Gemeinschaften zunächst erheblich geschwächt.
Stattdessen wuchs nun parallel dazu unter den Nachfolgern des Paulus etwas heran, was sich mehr und mehr als Gegensatz zu Jesus von Nazareth erwies. Das einst dynamische und lebendige Urchristentum wurde bald nur noch in kleinen Gruppen außerhalb dieser sich heraus bildenden Kirche gelebt. Unter den Paulus-Nachfolgern hatten stattdessen stark auf ihr Ego bezogene Personen das Sagen, und es entstand dort eine immer straffere Hierarchie, ein Oben und ein Unten. Gab es in den Urgemeinden "Gemeinde-Ältesten" (die so genannten "Presbyter"), die dort ihre Leitungs-Aufgabe einzig aufgrund ihrer inneren Autorität und ihrem Gehorsam gegenüber der Lehre Jesu ausüben sollten, wurden in dem neuen Gebilde Priester und Bischöfe fest installiert. Und diese "Posten" behielten sie dort auch dann, wenn sie von ihrer Lebensweise nicht mehr für eine Gemeindeleitung geeignet waren, hielten also an ihrer einmal erlangten Macht und ihrem Einfluss fest. Ähnliches war auch in anderen Kulten der damaligen Zeit üblich. Jesus von Nazareth hat niemals eine solche Institution gewollt. Doch diese neuen institutionellen Gebilde beriefen sich, wie einst die früheren Urgemeinden, auf Ihn, den Christus Gottes, dem dies ein Gräuel gewesen wäre. Dies sind die Geburtsstunden der Kirche bereits im Laufe des 1. Jahrhunderts, in der Wissenschaft heute "Frühkatholizismus" genannt.
Nach der faktischen Trennung vom gelebten Urchristentum wurden in der
frühkatholischen Bewegung die Institutionalisierungen immer weiter
ausgebaut. Aus anfangs noch untergeordneten Äußerlichkeiten und Symbolen wurden verbindliche Vorschriften und
am Ende gar unumstößliche Dogmen und "Sakramente". Und
diese wurden
eben nicht nur als rituelle
Symbolhandlungen verstanden, sondern als vermeintlich reale
heilsnotwendige Religionshandlungen, die nur Priester und Bischöfe wirksam vollziehen
könnten. Dazu bedienten sich die
Bischöfe und Priester immer mehr solcher "Traditionen", gegen die einst schon die
Propheten des Alten Testaments und Jesus von Nazareth angekämpft hatten,
z.
B.
grausame Tierschlachtungen, sowie weiterer Lehren und Praktiken aus den
antiken Götzen-, Herrscher-
und Blut-Kulten und ihrer "Vielgötterei", z. B. den Baal- und dem Mithraskulten.
Es schien, als hätte man in diese Religionssysteme dann Reste der Botschaft von Jesus von
Nazareth mit eingebaut, um dadurch den Anspruch zu begründen, das neue
Religionssystem würde Seine Lehre vertreten und verwirklichen. Doch was sich
hier entwickelte, erschien manchmal so, als hätten sich frühere Baalspriester nur einen
anderen Mantel übergestreift, einen angeblich "christlichen", um
nun
mit diesem neuem Mantel weiterhin die alten Götzenkulte zu zelebrieren. Dies beschreibt den
Frühkatholizismus und baldigen Katholizismus am treffendsten. Die alten Baalspriester waren dort, erst
unmerklich und später immer unverhüllter, wieder auferstanden.
Während man in der Frühform der Kirche einerseits die Überbleibsel der
früheren "heidnischen" Kulte als "Konkurrenz"
bekämpfte, übernahm man andererseits also die dort über lange Zeit üblichen Vorstellungen und Praktiken und
baute sie zu eigenen nun kirchlichen Lehrgebäuden, Sakramenten und "gottesdienstlichen"
Handlungen um. Auf diese Weise formte sich im 2., im 3. und
im 4. Jahrhundert eine machtvolle neue (so genannte "synkretistische")
totalitäre
Mischreligion, die römisch-katholische Kirche.
Der Baalkult hatte, wenn
man es so sehen möchte, auf
diese Weise also in
den damaligen Umbruchszeiten überlebt und ist damit als äußerer Sieger
aus den vielfältigen Religions-Auseinandersetzungen hervor gegangen, nur eben unter
anderem Namen. Und dafür verwenden seine Priester und Amtsträger bis heute ausgerechnet den Namen
ihres größten Gegners, Jesus von Nazareth. Diabolischer hätte man dieses
neue Religionsgebilde
nicht konstruieren können.
Wer hingegen Jesus, dem Christus, tatsächlich nachfolgen wollte, hatte dort keinen Platz mehr,
was Jahr für Jahr offensichtlicher wurde. Die katholische Kirche stieg
schließlich im 4. Jahrhundert zur einzigen Staatsreligion des
Römischen Reiches auf und wurde nach der Völkerwanderung praktisch zur
Nachfolgerin des antiken Imperium Romanum. Der alte "Pontifex maximus" des
antiken Rom war nun wieder der neue "Pontifex maximus", jetzt in einem katholischen
Gewand, beginnend mit dem damals neuen Imperator Papst Leo I., der Große. Er
und die kommenden Anführer des Katholizismus übernahmen mit dem Titel "Pontifex maximus"
also auch die Herrschafts-Symbolik der Mörder von Jesus von Nazareth, und sie stellten
sich damit faktisch in deren Nachfolge, in die Nachfolge dieses mörderischen
Herrschaftssystems. Doch
diese neue, aber in ihrem Kern alte Götzen-Religion zeigte in allen Epochen
seither auch ihr wahres Gesicht.
Und wer etwas reformieren
wollte, riskierte mehr und mehr sein irdisches Leben. Denn das "System"
hat sich zur mächtigsten Gegenspielerin
der freien Nachfolger von Christus
etabliert.
G
Auf diese Weise haben die Gegner von Jesus Seine Botschaft praktisch vereinnahmt und verunstaltet, anstatt zu versuchen, sie in offener Konfrontation zu vernichten. Wer jedoch wirklich Christ sein wollte, konnte folglich früher oder später kein Mitglied der Kirche mehr sein, und hier reagierte die neue Macht des Imperium Romanum mit äußerster Grausamkeit: Mit Folter, Mord
und Hinrichtungen versuchte man seither immer wieder, die Urchristen,
die sich nicht der kirchlichen
Machthierarchie unterordneten, auszurotten.
Und um sich dafür in der Bevölkerung einen gewissen Rückhalt zu verschaffen,
probierte man parallel dazu, das in der Bevölkerung anerkannte Tun der
Urchristen nachzuahmen und auf diese Weise
in die Kirche zu integrieren.Als der Betrug und der Verrat der römisch-katholischen Kirche an Jesus von Nazareth in Mitteleuropa um das Jahr 1500 jedoch immer offensichtlicher war, wurde das System einer obrigkeitlichen und gegen Christus gerichteten Machtkirche durch die evangelische Reformation zunächst "gerettet". Es erfolgten dazu von den "Reformatoren" einige Veränderungen und eine Neugestaltung der Machtverhältnisse, und man ging dabei anfangs noch schroff gegen den Vatikan vor. Dies war damals auch vielen Menschen sympathisch. Doch aufs Ganze gesehen wirkte hierbei nicht Jesus, der Christus, sondern es wirkten Machtmenschen wie Martin Luther, Huldreich Zwingli, Johannes Calvin sowie andere "Reformatoren" und ihre Hintermänner. Diese wichen nur teilweise von den Überzeugungen der herrschenden Päpste, Kardinäle, Bischöfe und kirchlichen Theologen ab (vgl. hier die
Lehre Martin Luthers) und blieben diesen in ihrem gewalttätigen Wesen ähnlich. Diese "Reformatoren", die sich dank ihres Bündnisses mit den mächtigen Fürsten und regionalen Herrschern gesellschaftlich durchgesetzt haben, gaben zwar vor, die "christliche" Lehre wiederherstellen zu wollen. Sie fälschten sie aber letztlich nur auf andere Art, bis hin zu weiteren Verschlimmerungen.Als auch der Betrug der evangelischen Obrigkeits-Institution von immer mehr Menschen durchschaut wurde, bildeten sich im 19. Jahrhundert innerhalb oder im Umfeld der evangelischen Kirchen so genannte Erweckungsbewegungen und Freikirchen, die dem starren und eiskalten bürokratischen Protestantismus neues Leben einzuhauchen versuchten – vergleichbar den Dominikanern oder Franziskanern des Mittelalters, die den Katholizismus erneuern sollten und gleichzeitig Andersdenkende massiv bekämpften. Das geschah im Protestantismus, indem man die kirchlichen Lehren ernster nahm und sich gleichzeitig z. B. sozial engagierte, um so im Volk beliebter zu werden. Dieses Bemühen änderte jedoch nichts daran, dass die Lehren zum großen Teil weiterhin im Gegensatz zu Jesus, dem Christus, standen.

Die Zeitschrift Der Theologe ist dabei ausdrücklich nicht gegen katholische und evangelische Mitbürger gerichtet – im Gegenteil. Sie hilft jedoch mit, den Etikettenschwindel der Institutionen, die sich auf Christus berufen, aufzudecken, und wir weisen auf Folgendes hin: Das, was dort gelehrt und getan wird, ist zwar katholisch oder evangelisch, jedoch nicht christlich. Denn mit dem Urchristentum haben beide Großkirchen und ihre Lehren nichts zu tun, und der Name "Christus" wird deshalb von ihnen grob missbraucht. Und selbst dort, wo die Worte hier und da mit Christus übereinstimmen, kann man das Jesuswort bedenken: "Was sie sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen´s zwar, tun´s aber nicht ... Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden" (Matthäus 23, 3.5) – eine Mahnung, die zwar allen Menschen gilt, aber schon von Jesus selbst ausdrücklich an die Schriftgelehrten, an die damaligen Theologen, gerichtet war.
In unserer Zeit gibt es natürlich auch unter den Kirchenmitgliedern
Menschen guten Willens, die sich ehrlich bemühen, in ihrem persönlichen
Leben nach den Zehn Geboten und der Lehre von Jesus von Nazareth zu leben,
die dem Willen Gottes entspricht, den Er uns nahe brachte.
Wenn sich diese jedoch nicht für das gegenteilige Ziel – der Vereinnahmung
und Verfälschung von Christus – missbrauchen lassen wollen, dann gilt für
sie der göttliche Aufruf durch den Propheten Johannes über die "Hure Babylon":
"Tretet aus von ihr, mein Volk
[so eine korrekte mögliche Übersetzung], dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts
empfangt von ihren Plagen" (Offenbarung 18, 4). Hören die
Mitglieder des Kirchenvolks nicht auf die Gottesworte durch Prophetenmund
und bleiben sie Babylon treu,
haben sie eben weiterhin "teil an den Sünden" der Kirche und werden
früher oder später entsprechend
"empfangen"; so das Prophetenwort in den Bibeln.
Viele Menschen bleiben auch trotz besseren Wissens ein Blatt am "Stammbaum der Verbrechen", der seit ca.
1900 Jahren Kirchengeschichte ein Zeichen der Warnung und Mahnung für alle Menschen ist.
Denn die Kirchengeschichte zeigt an ihren "Früchten" ungeschönt auf, welche Mächte hier tatsächlich
am Wirken sind. Dabei handelt
es sich nicht nur um die nachweisbaren Verbrechen von Folter,
Morden und Kriegen, sondern auch um das Verbrechen, den Namen "Christus" zu
missbrauchen, um ganze Generationen von Menschen in die Irre zu führen
und sie um ihr Glück und um ein erfülltes Leben zu bringen, indem man
die gute Botschaft von Jesus zensiert, fälscht und im eigenen Kult- und Drohgebäude
untergehen lässt.
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