Der Theologe Nr. 117, aktualisiert am 2.1.2026
Die beliebte Bruderschaft von Taizé in Frankreich gilt als "ökumenisch" oder galt in der Vergangenheit gar als "protestantisch". Mehrere Tausend Jugendliche und auch einige Ältere pilgerten in jedem Jahr dorthin. Doch seit dem Jahr 2005 wird sie von einem römisch-katholischen "Frater" geleitet. Und auch sonst ist die "Ökumene" von Taizé von vorne herein wohl vor allem eine Tarnung einer vatikanischen Langzeit-Strategie. 2022 kam noch mehr Politisches hinzu – auch im Sinne des Vatikan.
Taizé-Gründer Schutz erhält in Rom die katholische Hostie
Zurück in den Schoß des Vatikan
Taizé-Angebote und Vergegenwärtigung von
Roger Schutz als Teil des katholischen
Weltjugendtags
Frère Roger – "ewig verdammt" oder "heimlich erlöst"?
Papst und Taizé-Prior "eins" in ihrer Religion
Evangelische Jugendliche auf dem Weg zum Papst – Taizé-Jugendtreffen im Jahr 2012 in Rom
"Schleichende Katholisierung" und immer weniger Interesse / Jugendtreffen zur Jahreswende
Taizé-Jugendtreffen 2022/2023 in Rostock im Zeichen der NATO
Und das Treffen 2024/2025 in Estland, dann Paris, dann Lodz
Der evangelische bzw. katholische Theologieprofessor
Dr. Klaus Berger (siehe hier) machte
klar, dass Ökumene nur als "Unterwerfungsökumene"
verstanden werden könne. Das bedeutet, jede Ökumene funktioniere
nur insofern, als sich der ökumenische Partner der an der Ökumene
beteiligten römisch-katholischen Kirche unterwirft. Für
Martin Luther war das aber noch ganz anders. Er lehrte:
"Das Papsttum ... besteht aus
Lügen. Darum muss es allein mit dem Wort der Wahrheit vernichtet werden ...
Gottes Wort muss dem Papste Abbruch tun, sonst tut´s ihm keine Waffe; denn er
ist der Teufel." (Luther Deutsch. Die Werke Martin Luthers in
neuer Auswahl für die Gegenwart. Band 9: Tischreden, 3. Auflage, Stuttgart
1960, Nr. 296 und Nr. 297)
Wie verhält es sich dann aber nun mit Taizé, mit der
ökumenischen bzw. evangelischen Bruderschaft von Taizé und ihrem Gründer
Roger Schutz? Roger Schutz (* 12.5.1915) fiel am 16.8.2005 im Alter von 90 Jahren
in Taizé selbst einem Messer-Attentat einer, wie es hieß, psychisch kranken Anhängerin
aus Rumänien zum Opfer, die sich manchen Berichten zufolge mehr Zuwendung von ihm erhofft hatte.
Schutz gehörte zwar offiziell der evangelisch-reformierten Konfession
an, praktizierte aber in Taizé die
"Einheit" mit der katholischen Kirche so, "dass gerade auch Päpste dem
freudig zustimmen" (FAZ, 13.7.2005; Anmerkung: z. B. mit getrenntem
Abendmahl innerhalb einer gemeinsamen Veranstaltung bzw. in einem gemeinsamen Raum).
Und es war wohl kein Zufall, dass der spätere Papst
Benedikt XVI.
Roger Schutz bei den Beerdigungsfeierlichkeiten zum Tod von Johannes Paul II.
im Jahr 2005 die katholische Hostie reichte, obwohl die römisch-katholische
Kirche dies für Evangelische ausdrücklich ablehnt. Vatikan-Sprecher
Joaquin Navarro-Falls teilte dazu später mit, dass Roger Schutz gerade in einer
Gruppe von katholischen Amtsträgern stand, welche die Hostie erhielten und ließ
verlauten: "In dieser Situation erschien es unmöglich, ihm das Allerheiligste
Sakrament zu verweigern, zumal sein katholischer (Anmerkung der Redaktion: "!!")
Glaube wohl bekannt ist." Und als ob ihm ein entlarvender Versprecher
passiert sei, fügte Joaquin Navarro-Valls dann "präzisierend" hinzu,
Roger Schutz bejahe "voll den Glauben der katholischen
Kirche an die Eucharistie".
(Evangelisches
Sonntagsblatt Bayern, 17.7.2005)
Da diese jedoch als das entscheidende "Herzstück" des
Katholizismus und seiner Dogmenlehre verstanden wird und nicht als ein Lehr-Element neben vielen
anderen, stellt sich die Frage, ob diese Aussage nicht auch bedeutet, dass
Schutz von seiner umfassenden Überzeugung her eben auch römisch-katholisch und vielleicht
nur vordergründig "evangelisch-reformiert" war, und dass Roger Schutz dann als
eine Art
katholischer "Maulwurf" in protestantischen Gefilden agierte. So wurde sein
Verhalten auch durch den offiziell evangelischen Theologieprofessor
Klaus Berger, der die
"Unterwerfungsökumene" lehrt (siehe oben) und sofort nach Eintritt seines "Ruhestands" aus der
evangelischen Kirche ausgetreten und in die katholische eingetreten war,
als ökumenisch vorbildlich bezeichnet.
Bereits
in der Ausgabe Nr. 12 der
Zeitschrift Zeugendienst und Bibelaktion vom Dezember 1964, die vom
Zürcher Verlag "Haus der Bibel" (welcher der Genfer Bibelgesellschaft
angeschlossen ist) herausgegeben wurde, stand einiges zu diesem Thema zu lesen,
was dann am 26.1.1994 in einem Leserbrief in
idea-spektrum von Thomas
Mayer, M.A. aus Nürnberg, aufgegriffen wurde. Darin heißt es wörtlich: "Weiß man nicht, oder hat man
vergessen, 1) dass der Gründer und Leiter von Taizé, Frère Roger, dem
afrikanischen Bischof Dupont von Bobo Doulasso einmal wissen ließ, dass er jetzt
noch nicht in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zurückkehre, weil er
sonst allein käme; wenn er aber warte, bis er seinen Auftrag
ausgeführt habe, mit einem Teil der Protestanten Frankreichs kommen könne?
2) dass Frère Roger Beobachter des II. Vatikanums gewesen ist?
3) dass die Taizé-Bewegung
folglich eine Zurück-nach-Rom-Bewegung ist? ..."
Und wohin der Weg Taizés ging und auch in Zukunft gehen soll, erklärte Papst Benedikt XVI. bei
einer Generalaudienz in Castelgandolfo am 17.8.2005, einen Tag nach Frère
Rogers Tod. Joseph Ratzinger teilte nämlich mit, dass Roger ihm schrieb,
"dass er
sich danach sehnt, möglichst bald nach Rom zu kommen, um mich zu treffen und
mir zu sagen, dass ´unsere Gemeinschaft von Taizé ihren Weg in Gemeinschaft
mit dem Heiligen Vater gehen möchte`" (taize.fr, Artikel Nr. 2652).
Worte sind natürlich oft interpretierbar. Doch steckt in dieser vielsagenden
Darlegung von einem "Weg in
Gemeinschaft" mit dem Papst nicht vielleicht auch die darin nur notdürftig
versteckte klarere Aussage, dass
die "Gemeinschaft von Taizé" ein Teil der römisch-katholischen Kirche werden
möchte?
Dazu einige weitere Stationen:
Die Gemeinschaft von Taizé veranstaltete bis zu den
Corona-Einschränkungen regelmäßig um die Jahreswende größere Jugendtreffen in
einer europäischen Stadt, und in vielen Orten treffen sich auch das ganze Jahr
über vor allem
Jugendliche, um die so genannte "Spiritualität" von Taizé zu pflegen. Und vielleicht war der
Prior von Taizé, Frère Roger
Schutz, in Rom längst als Beauftragter des Vatikan in besonderer Mission bekannt. Immerhin
"wurde auch vermutet, Schutz sei formell zur katholischen Kirche konvertiert"
(Evangelisches Sonntagsblatt in Bayern, 17.7.2005).
So bestätigte nach dem feigen Mord an Roger Schutz der Leiter des
Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten, gegenüber dem ZDF
Morgenmagazin (17.8.2005), Schutz soll "mit dem
Gedanken gespielt haben, katholisch zu werden".
"Er sei aber evangelisch geblieben" (spiegel.de, 17.8.2005).
Zumindest demnach auf dem Papier.
Und den Grund dafür hatte Roger Schutz ja einmal selbst genannt:
"Dass
er jetzt noch nicht in den Schoß der römisch-katholischen Kirche
zurückkehre, weil er sonst allein käme; wenn er aber warte, bis er seinen
Auftrag ausgeführt habe, mit einem Teil der Protestanten Frankreichs kommen
könne", so die oben genannte Quelle aus der Zeit des Zweiten
Vatikanischen Konzils (1962-1965), und mittlerweile wohl nicht nur
Frankreichs.
Im Äußeren trugen sich Josef Kardinal Meisner und die anderen andere hohen römisch-katholische Würdenträger
dann auch in
das Kondolenzbuch in der Kölner katholischen Kirche St. Agnes ein, doch so
mancher Außenstehenden, der die Lehre der Vatikankirche kennt, hatte dazu
schon noch offene Fragen. Tatsache ist
nämlich: Die
römisch-katholische Kirche lehrt unmissverständlich: "Darum können jene Menschen
nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch
Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder
in ihr nicht ausharren wollen." Dies ist der Lehrsatz mit der Randnummer 373
in dem
offiziellen Lehrbuch Josef Neuner-Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in
den Urkunden der Lehrverkündigung, 13. Auflage, Regensburg 1992. Diese
Drohung
würde nämlich trotz seiner "Präsenz" in Köln auf einer Ebene mit Johannes
Paul II. zutreffen, wenn das stimmt, was Prälat Karl Jüsten
erklärt hatte: "Er sei evangelisch geblieben". Die Folge laut
diesem Lehrsatz
ist dann aus katholischer Lehre unmissverständlich:
Kann "nicht gerettet werden". Und der
Lehrsatz Nr. 381 ist sogar als "unfehlbare" Glaubenswahrheit gekennzeichnet.
Darin heißt es: "[Die heilige römische Kirche] glaubt
fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen
Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit
Getrennter – des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen
Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich
nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt." Und diesen Eintritt hätte
eben Frère Roger offiziell nicht vollzogen,
obwohl es anders lautende Vermutungen gibt, weswegen er nach diesem "unfehlbaren"
römisch-katholischen Lehrsatz unmittelbar nach dem Ermordet-Werden auch "dem ewigen Feuer"
verfallen wäre. Nichtkatholiken halten das zu Recht für völligen
einschüchternden Unsinn. Doch die
katholischen Amtsträger sollten endlich so redlich sein und öffentlich zugeben, was
ihre Kirche als "unfehlbare" Glaubenswahrheit bekennt und von den
Menschen verlangt, und sie sollten endlich ihre
Tarn-Strategien und Scheinheiligkeiten beenden, damit die Menschen erfahren, was römisch-katholisch
wirklich bedeutet.
Papst und Taizé-Prior "eins" in ihrer Religion
Alles zusammen waren auf jeden Fall deutliche Indizien,
wohin von Taizé aus die
Reise geht oder schon unmerklich gegangen war und noch weiter geht. Ebenso deutlich ist, dass
Schutz-Nachfolger Alois Löser
seither jährlich eine Privataudienz
bei Papst Benedikt XVI. hatte. Bei einer "Privataudienz" dringt nichts über
den Inhalt der Gespräche nach außen, es ist also in diesem Sinne ein anderes Wort für
ein Geheimtreffen. Ob diese Treffen unter Franziskus und Leo XIV. fortgesetzt werden,
ist wahrscheinlich, uns allerdings nicht bekannt.
"Bruder" Alois hatte beim Amtsverzicht von
Joseph Ratzinger als Papst im Jahr 2013 dessen kurz zuvor ausgesprochenes Lob gegenüber
ihm, dem neuen Taizé-Prior, noch einmal betont. Joseph Ratzinger hatte sich dabei auf das letzte gemeinsamen Treffen der beiden
bezogen und gesagt, "wie
schön es ist, eins zu sein in Christus"
(taize.fr, Artikel
Nr. 15324).
Das heißt aber dann zunächst einmal nur: Der Prior sitzt im gleichen Boot
mit einer Organisation,
über die der Historiker Karlheinz Deschner
einmal schrieb, er kenne "in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich
und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die
zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet
ist wie die ... Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche"
(in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.), und sie nehmen
quasi im Schlepptau ihre Anhänger mit. Sowohl die unzähligen ungesühnten und
noch nicht wieder gut gemachten Verbrechen im Namen von Christus bis hin zu
den Sexualverbrechen an Kindern, als auch die bis
heute vatikanisch verbindlichen Verfluchungen sind aber ein unüberbietbarer
Missbrauch des Namens Christus und damit für einen Nachfolger von Christus
auch eine Verhöhnung des Schöpfergottes beispiellosen Ausmaßes (siehe dazu z. B.
hoellenlehre_der_katholischen_kirche.htm)
Im Dezember 2023 übergab Bruder Alois dann die Leitung nach 18 Jahren
allerdings an Bruder Matthew (Frére Matthew) aus Großbritannien, mit
bürgerlichem Namen Andrew Thorpe, der aus der dortigen anglikanischen
Staatskirche stammt, die schon des längeren der römisch-katholischen Kirche
näher steht als die meisten evangelischen Kirchen. Eine Kursänderung der
Bruderschaft ist damit allerdings nicht verbunden. Sondern auch dies passt
zur Taizé-Strategie. Denn auch die Anglikaner sollen ja zurück nach Rom.
Doch noch ein weiterer Blick auf das, was bis dahin geschah:
Führt die Kommunität von Taizé die evangelischen Jugendlichen dem Papst zu? / Taizé-Jugendtreffen im Jahr 2012 in Rom. Joseph Ratzinger stand bereit

Im Jahr 2011/2012 fand das alljährliche Jugendtreffen der Bruderschaft von Taizé, wo die
entsprechende Spiritualität gepflegt wurde,
dann in Berlin statt. Papst Joseph
Ratzinger schickte entsprechende Grußworte nach Berlin und wartete 2012 dann im Vatikan
dann selbst auf die
Jugendlichen. Denn zum nächsten Jugendtreffen 2012/2013 reisten die Jugendlichen
schließlich
nach Rom und in den Vatikan.
Dieser Ort und dieser Zeitpunkt sind dabei, nach allem, was bisher bekannt
wurde, nicht nur vordergründig zu betrachten. Denn, angesichts der beispiellosen
Verbrechensgeschichte ungeschönt formuliert: Taizé stand schon seit Jahrzehnten für eine auf Weichheit und Unmerklichkeit
angelegte allmähliche Vereinnahmung bzw. Verschlingung durch den "Drachen",
der seinen Schlund zumindest ganz weit offen hat. Und bei näherem Hinsehen zeigt
sich so manches mehr: Dass die Bruderschaft von
Taizé zum Beispiel ein Kreuz als Emblem gewählt hatte, das einem früheren Kreuzfahrer-Kreuz nachempfunden
wurde, unter dem im Mittelalter die Welt mit Blut und Tränen überzogen wurde
(siehe links), ist mit Sicherheit auch kein Zufall, sondern ganz bewusst gewählt.
Taizé-Kreuz (links) und Templer-Kreuz von kriegerischen mittelalterlichen Kreuzfahrern (rechts). Sicher ist die Ähnlichkeit kein Zufall.
Foto rechts: Leviathan; Urheber: Castrocane, 2008; GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Inzwischen nahmen aber auch immer
mehr Taizé-Besucher die schleichende Katholisierung der einst
protestantischen Kommunität wahr. So wurde in einem Leserbrief von
Anneliese Göpfert in idea-spektrum Nr. 40/2015 vom 30.9.2015
Kritik an der Spiritualität von Taizé geübt am Beispiel der Anbetung eines Kreuzes, das dort auf den Boden gelegt wurde:
"Die
meisten derjenigen, die sich zum Kreuz begaben, legten den Weg auf den Knien
rutschend zurück. Wer – wie ich – den Weg aufrecht zurücklegen wollte,
musste sich geradezu hasserfüllte Blicke von einigen der Knieenden gefallen
lassen. Ein ungutes Gefühl blieb zurück. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass in Taizé eine
schleichende Katholisierung stattfindet: Taizé ist der Inbegriff der
Ökumene, die nur eine Zugrichtung kennt: zurück nach Rom."
Und ab dem Jahr 2020 geriet auch die
Bruderschaft von Taizé in negativen Schlagzeilen aufgrund der Aufdeckung von
sexuellem Missbrauch durch drei Taizé-Brüder zwischen den 50er- und den
80er-Jahren, von denen zwei bereits gestorben sind.
Dazu die Meldung aus dem Jahr 2020
–
Sexualverbrechen bzw. sexueller "Missbrauch" von Taizé-Brüdern an
Jugendlichen. Einer der Täter lebt noch vor Ort in der Gemeinschaft, wird
aber nach offiziellen Angaben aber von Jugendlichen fern gehalten.
Aktualisierung: In Wikipedia heißt es unter
anderem [Stand: 15.12.2024]: "Anfang Dezember 2022
gestand der Ordensleiter ein, dass durch mangelnde Transparenz und
Aufklärungswille das Leiden der Opfer verstärkt worden sei. Wenige Tage
später berichtete der Deutschlandfunk über die Fälle und deren unzureichende
Aufarbeitung durch die Gemeinschaft. Im Zuge der Recherchen wandten sich
viele Betroffene an den Sender und äußerten Sorgen hinsichtlich der
Sicherheit von Heranwachsenden auf dem bevorstehenden Europatreffen des
Ordens in Rostock."
Denn
vom 28.12.2022 bis zum 1.1.2023 fand
in Rostock nach der Corona-Pause wieder ein reales Taizé-Jugendtreffen statt und nicht
nur ein digitales im Internet. Treffpunkt war Rostock in Deutschland an der Ostsee, und
ca. 4500 Jugendliche, also nur noch ein Bruchteil der
Teilnehmer früherer Treffen. Dafür setzte man unverkennbare politische
Akzente.
In Zeiten des eskalierenden Krieges Russland-Ukraine und der massiven
Waffenlieferungen und Kriegs-Einmischung durch die NATO war das Logo des Taizé-Jugendtreffens
(siehe links die obere Hälfte) teilweise an das NATO-Logo
(siehe links die untere Hälfte) angelehnt. In das Taizé-Logo oben ist, wie man im
Vergleich sieht, fast identisch das
NATO-Logo unten eingearbeitet. Das ist offenbar kein Zufall. Das Nato-Emblem
soll einen Kompass darstellen, "der
die Nato auf dem richtigen Weg des Friedens halte", so der
vermeintlich angestrebte Zweck der Nato-Mitgliedsstaaten gemäß einer
Erklärung auf der Internet-Seite der Bundesregierung (bundesregierung.de).
Diesem Kompass nachempfunden erscheint dieser Stern dann im
Taizé-Jugendtreffen-Logo
Dazu noch ein paar Hintergründe: Bereits aus dem Jahr 2018 stammt die Nato-Entscheidung, die Stadt Rostock zum Nato-Hauptquartier in Europa auszubauen, was gegen die so genannten 2+4-Vereinbarungen (der damals beiden deutschen Staaten und der vier "Siegermächte" des 2. Weltkriegs) bei der deutschen Einheit verstößt. Bereits jetzt ist Rostock einer der größten Nato-Stützpunkte in Europa. Und durch die Nato-Osterweiterung mit Schweden und Finnland schwärmen westliche Konflikt-Eskalations-Politiker jetzt schon von der Ostsee als einem "Nato-Meer" (z. B. die seit 2024 als EU-Außenbeauftragte tätige und massivst gegen die Politik Russlands eingestellte junge estnische Politikern Kaja Kallas; spiegel.de, 20.5.2022), was die militärische Bedeutung Rostocks noch weiter erhöht, während die bisherigen militärischen Kräfteverhältnisse damit entscheidend zu Ungunsten des Ostens und seiner Sicherheitsinteressen verändert werden, was dieser als eskalierende Bedrohung empfindet. Und anscheinend knüpfen die Taizé-Verantwortlichen an diese Zusammenhänge an, denn nur wenig später wurde Tallinn, die Hauptstadt Estlands, zum Ort des Taizé-Jugendtreffens 2024/2025 auserkoren, und damit ein Milieu das stark von der feindlichen Eskalation gegenüber dem Osten geprägt ist.
Passend dazu war bereits einer der weiteren
nachdrücklichen Kriegsbefürworter auf westlicher Seite, der lutherische Pfarrer Joachim
Gauck, beim Jugendtreffen in Rostock als prominenter Redner bzw. im Sinne des dort
gehuldigtem "Gottes" als betender Teilnehmer eingesetzt.
Einprägsam für viele Beobachter des Zeitgeschehens war ein Foto, als der
lutherische Pfarrer als damaliger deutschen Bundespräsident am 7.6.2014 auf
"ökumenische" Art mit katholischem
Rosenkranz in der Hand über den Maidan-Platz in Kiew schritt, um dort
im Nachklang zu dem gewaltsamen Umsturzes durch die pro-westlichen
Aufständischen seine Aufwartung zu machen (hdg.de).
Zuletzt warnte Pfarrer Gauck vor einem Nachgeben gegen über den Interessen Russlands. Er verglich den Präsidenten
Russlands stattdessen mit dem deutschen Diktator Adolf Hitler und sprach:
"Adolf Hitler hat auch gedacht, der Westen ist zu weich und die Engländer
sind sowieso dekadent, und die Polen sowieso verweichlicht." (in
der Sendung Maybritt Illner vom 15.12.2022)
Als auf solche Weise gegen die Regierung Russlands agierender früherer deutscher Bundespräsident war Pfarrer Gauck auch dadurch aufgefallen, dass er
schon am 1.9.2014, zum 75. Jahrestag des
Ausbruchs der 2. Weltkriegs durch den Angriff Deutschlands, die russische
Regierung massivst beschimpfte und bei seiner damaligen Ansprache offenbar
nicht auf die ca. 20 Millionen russischen
Opfer einging. Nun wurde er also mit seinen "Erfahrungen"
2022/2023 zu einem der Haupt-Akteure gegenüber den
Jugendlichen beim Taizé-Treffen.
Dass die Friedensbotschaft des Jesus von Nazareth im krassen Gegensatz zur Nato-Politik, zur Kriegspolitik aller Seiten und zur politischen Agitation von Pfarrer Gauck im Sinne der nationalistischen Ukraine-Regierung steht, legte sich als dunkler Schleier auch einmal mehr auf die Taizé-Aktivitäten, während man dort vordergründig vorgibt, das eigene Tun sei angeblich im Sinne von Christus. Auch hier weitet ein Blick nach Rom das Verständnis für die Dinge. Papst und Vatikan hatten seit langem ein deutliches Interesse an Machtveränderungen in der Ukraine, denn parallel zur Nato-Osterweiterung hat die Vatikankirche ebenfalls eine Osterweiterung ihres Macht- bzw. Einflussbereichs im Sinn, der über die Ukraine auch nach Russland übergreifen soll. In diesem Zusammenhang stellte sich der Vatikan von Anfang der politischen Konflikte an auf die Seite der damaligen pro-westlichen Aufständischen und der nachfolgenden nationalistischen Regierung mit anfangs teilweise offener faschistischer Regierungsbeteiligung. Die römisch-katholische Seelsorge stärke den "Kampfgeist der Soldaten und freiwilligen Kämpfer" (focus.de, 16.5.2014), so unmissverständlich der von Franziskus neu zum katholischen Bischof in der Ostukraine ernannte Stanislaw Szyrokoradiuk, der auch bereits beim Maidan-Aufstand im Sinne der römisch-katholischen Kirche mitgemischt hatte, auch wenn der Papst sich dann 2022 manchmal anders äußerte als der offizielle westliche Kriegskurs.
Passend zur Einmischung in diesen Kriegsherd war der Taizé-Prior Alois Löser unmittelbar vor dem Jugendtreffen in Rostock 2022 in die Ukraine gereist und hatte dort fünf Tage lang auch über die Weihnachtstage verbracht. Und von dort sind dann auch wiederum Jugendliche nach Rostock gereist. Dazu die Frage: In entsprechender Kriegsstimmung, wie sie dort den herrschenden offiziellen Main-Stream prägen, dass man "bis zum letzten Tropfen Blut" (Der ukrainische ehemalige Box-Profi Wladimir Klitschko) für seine politischen Interessen und gegen den "Feind" kämpfen werde? Und indem man damit die ganze Zivilisation an den Rand eines atomaren Untergangs bringt? Dass ein Veraantwortlicher aus dem Taizé-Umfeld gemäß der Lehre von Jesus von Nazareth den Krieg beenden wollte und in Rostock auch eine dementsprechende Botschaft weitergeben wollte, ist zumindest nicht bekannt. War es anders und teilt man es uns mit, werden wir es hier auch veröffentlichen. Laut dem weltlich hochrangigen Taizé-Gast Pfarrer Gauck ist der Pazifismus ein Ansatz, "der nicht zum Guten führt, sondern der die Dominanz der Bösen, der Verbrecher und der Unmenschlichen zementieren würde" (merkur.de, 14.7.2022). Das gilt nach seiner Pfarrer-Ansicht dann auch für die Lehre Jesu, sie zementiere demzufolge also ebenfalls die Dominanz der "Unmenschlichen". So wird der Sohn Gottes und Erlöser auch bei diesem Treffen von so manchem wieder ans Kreuz geschlagen. Vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 63 – Pfarrer, Priester und Pastoren: Gegenspieler von Jesus, dem Christus.
Zum Jahreswechsel 2023/2024 fand das nächste Taizé-Jugendteffen
dann in
Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens statt. Die Teilnehmerzahl war ungefähr
gleich so hoch wie im Vorjahr in Rostock. 5000 Teilnehmer wurden hier und da
genannt. Für 2024/2025 plante man schließlich, erneut an der Ostsee
zusammen zu kommen, dieses Mal, wie oben bereits erwähnt, in Tallinn in Estland, einem Land, dessen
Regierung den westlichen Kurs gegenüber Russland und seiner Regierung kompromisslos
weiter eskaliert und deren
damalige junge Regierungschefin Kaja Kallas zwischenzeitlich sogar als neue
NATO-Generalsekretärin erwogen wurde, bevor sie dann EU-Außenbeauftragte
wurde. Sie triumphierte bereits im Jahr 2022, dass die Ostsee durch die NATO-Erweiterung
um Finnland und Schweden
nunmehr zum "NATO-Meer" werde (spiegel.de, 20.5.2022).
Also, denn: Taizé-Jugendtreffen 2024 gemäß dieser Sichtweise dann zum
zweiten Mal nach Rostock direkt ans
"Nato-Meer", jetzt ins benachbarte Tallinn.
Die Taizé-Bruderschaft selbst äußerst sich in diesem Sinne ebenfalls
politisch: Das Treffen soll offiziell dazu beitragen,
"den Kontinent als
ein gemeinsames Haus wieder aufzubauen und eine Zukunft des Friedens zu
schaffen" (taize.fr). Und ähnliche Ankündigungen gab es
dann im Vorfeld zum nächsten Treffen 2025/2026 in Paris. Zu einem echten Frieden im Sinne
des Christus würde aber gehören, sich nicht die NATO-Politik zu Eigen zu
machen, sondern die Bergpredigt des Jesus von Nazareth, und, indem man gemäß der von
Ihm gelehrten Goldenen Regel alles das, was man vom Kriegsgegner oder im
persönlichen Umgang mit anderen Menschen verlangt,
zuerst diesen gegenüber selbst zu tun und auf diese Weise echte
Friedensbereitschaft und ein Miteinander zu signalisieren.
Ende 2025 schickte Papst Leo XIV. Grußworte zum Jugendtreffen nach Paris und
betonte dabei den "besonderen kirchlichen Moment", nämlich den Abschluss des
kirchenheiligen Jahres 2025 (domradio.de, 27.12.2025)
– täglich auch in der mit
Staatsmilliarden wieder aufgebauten Kathedrale Notre-Dame, dem
Menetekel des
Untergangs, und so, als sei Taizé schon komplett
einverleibt. 2026/2027 soll es dann noch Lodz in Polen gehen, einem weiteren
Land, dessen Politiker das Kriegsgeschehen gegen den Osten forcieren und wo
der Vatikan beim Sturz des
Kommunismus entscheidend mitgewirkt hatte.
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