Zurück in den Vatikan

Die Taizé-Verschwörung

Der Theologe Nr. 117, aktualisiert am 28.12.2022


Die beliebte Bruderschaft von Taizé in Frankreich gilt als "ökumenisch" oder galt in der Vergangenheit gar als "protestantisch". Tausende von Jugendliche pilgerten in jedem Jahr dorthin. Doch seit dem Jahr 2005 wird sie von einem römisch-katholischen "Frater" geleitet. Und auch sonst ist die "Ökumene" von Taizé von vorne herein wohl vor allem eine Tarnung einer vatikanischen Langzeit-Strategie. 2022 kommt noch mehr Politisches hinzu - auch im Sinne des Vatikan.


Taizé-Gründer Schutz erhält in Rom die katholische Hostie

Zurück in den Schoß des Vatikan

Taizé-Angebote als Teil des katholischen Weltjugendtags

Frère Roger - "ewig verdammt" oder "heimlich erlöst"?


"Schleichende Katholisierung" und immer weniger Interesse / Jugendtreffen zur Jahreswende

Taizé-Jugendtreffen 2022/2023 in Rostock im Zeichen der NATO


Der evangelische bzw. katholische Theologieprofessor Dr. Klaus Berger (siehe hier) machte klar, dass Ökumene nur als "Unterwerfungsökumene" verstanden werden könne. Das bedeutet, jede gemeinsame Ökumene funktioniere nur insofern, als sich der ökumenische Partner der an der Ökumene beteiligten römisch-katholischen Kirche unterwirft.
Für Martin Luther war das aber noch ganz anders. Er lehrte: "Das Papsttum ... besteht aus Lügen. Darum muss es allein mit dem Wort der Wahrheit vernichtet werden ... Gottes Wort muss dem Papste Abbruch tun, sonst tut´s ihm keine Waffe; denn er ist der Teufel." (Luther Deutsch. Die Werke Martin Luthers in neuer Auswahl für die Gegenwart. Band 9: Tischreden, 3. Auflage, Stuttgart 1960, Nr. 296 und Nr. 297)

Taizé-Gründer Schutz erhält in Rom die katholische Hostie

Wie verhält es sich dann aber nun mit Taizé, mit der ökumenischen bzw. evangelischen Bruderschaft von Taizé und ihrem Gründer Roger Schutz? Roger Schutz fiel am 16.8.2005 im Alter von 90 Jahren einem Messer-Attentat einer Anhängerin zum Opfer, die sich anscheinend mehr Zuwendung von ihm erhofft hatte. Schutz gehörte zwar offiziell der evangelisch-reformierten Konfession an, praktizierte aber in Taizé die "Einheit" mit der katholischen Kirche so, "dass gerade auch Päpste dem freudig zustimmen" (FAZ, 13.7.2005; Anmerkung: z. B. mit getrenntem Abendmahl innerhalb einer gemeinsamen Veranstaltung bzw. in einem gemeinsamen Raum). Und es war wohl kein Zufall, dass der spätere Papst Benedikt XVI. Roger Schutz bei den Beerdigungsfeierlichkeiten zum Tod von Johannes Paul II. im Jahr 2005 die katholische Hostie reichte, obwohl die römisch-katholische Kirche dies für Evangelische ausdrücklich ablehnt. Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Falls teilte dazu später mit, dass Roger Schutz gerade in einer Gruppe von katholischen Amtsträgern stand, welche die Hostie erhielten und ließ verlauten: "In dieser Situation erschien es unmöglich, ihm das Allerheiligste Sakrament zu verweigern, zumal sein katholischer (Anmerkung der Redaktion: "!!") Glaube wohl bekannt ist." Und als ob ihm ein entlarvender Versprecher passiert sei, fügte Joaquin Navarro-Valls dann "präzisierend" hinzu, Roger Schutz bejahe "voll den Glauben der katholischen Kirche an die Eucharistie". (Evangelisches Sonntagsblatt Bayern, 17.7.2005)
Da diese jedoch als das entscheidende "Herzstück" des Katholizismus verstanden wird und nicht als ein Lehr-Element neben vielen anderen, stellt sich die Frage, ob diese Aussage nicht auch bedeutet, dass Schutz von seiner Überzeugung her eben auch römisch-katholisch ist und vielleicht nur vordergründig "evangelisch-reformiert", und dass Roger Schutz dann als eine Art katholischer "Maulwurf" in protestantischen Gefilden agierte. So wurde sein Verhalten auch durch den evangelischen Theologieprofessor Klaus Berger, der sofort nach Eintritt seines "Ruhestands" aus der evangelischen Kirche ausgetreten und in die katholische eingetreten war,
als ökumenisch vorbildlich bezeichnet.

Zurück in den Schoß des Vatikan

Bereits in der Ausgabe Nr. 12 der Zeitschrift Zeugendienst und Bibelaktion vom Dezember 1964, die vom Zürcher Verlag "Haus der Bibel" (welcher der Genfer Bibelgesellschaft angeschlossen ist) herausgegeben wurde, stand einiges zu diesem Thema zu lesen, was dann am 26.1.1994 in einem Leserbrief in idea-spektrum von Thomas Mayer, M.A. aus Nürnberg, aufgegriffen wurde. Darin heißt es wörtlich: "Weiß man nicht, oder hat man vergessen, 1) dass der Gründer und Leiter von Taizé, Frère Roger, dem afrikanischen Bischof Dupont von Bobo Doulasso einmal wissen ließ, dass er jetzt noch nicht in den Schoß der römisch-katholischen Kirche zurückkehre, weil er sonst allein käme; wenn er aber warte, bis er seinen Auftrag ausgeführt habe, mit einem Teil der Protestanten Frankreichs kommen könne? 2) dass Frère Roger Beobachter des II. Vatikanums gewesen ist? 3) dass die Taizé-Bewegung folglich eine Zurück-nach-Rom-Bewegung ist? ..."
Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, erklärte auch Papst Benedikt XVI. bei einer Generalaudienz in Castelgandolfo am 17.8.2005, einen Tag nach Frère Rogers Tod. Joseph Ratzinger teilte mit, dass Roger ihm schrieb, "dass er sich danach sehnt, möglichst bald nach Rom zu kommen, um mich zu treffen und mir zu sagen, dass ´unsere Gemeinschaft von Taizé ihren Weg in Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater gehen möchte`" (taize.fr , Artikel Nr. 2652). Doch steckt in diesen vielsagenden Worten von einem "Weg in Gemeinschaft" mit dem Papst nicht vielleicht auch die nur notdürftig versteckte Aussage, dass die "Gemeinschaft von Taizé" ein Teil der römisch-katholischen Kirche werden möchte?

Taizé-Angebote als Teil des katholischen Weltjugendtags

Die Gemeinschaft von Taizé veranstaltete bis zur den Corona-Einschränkungen regelmäßig um die Jahreswende große Jugendtreffen in einer europäischen Stadt, und in vielen Orten treffen sich auch das ganze Jahr über vor allem Jugendliche, um die so genannte "Spiritualität" von Taizé zu pflegen. Und vielleicht war der Prior von Taizé, Frère Roger Schutz, in Rom längst als Beauftragter des Vatikan in besonderer Mission bekannt. Immerhin "wurde auch vermutet, Schutz sei formell zur katholischen Kirche konvertiert" (Evangelisches Sonntagsblatt in Bayern, 17.7.2005). So bestätigte nach dem feigen Mord an Roger Schutz der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten, gegenüber dem ZDF Morgenmagazin (17.8.2005), Schutz soll "mit dem Gedanken gespielt haben, katholisch zu werden". "Er sei aber evangelisch geblieben" (spiegel.de, 17.8.2005). Zumindest demnach auf dem Papier.
Doch der bereits von Roger Schutz zu seinem Nachfolger in der Leitung der Kommunität bestimmte deutsche "Bruder Alois", mit bürgerlichem Namen Alois Löser, ist ohne Wenn und Aber ein römisch-katholischer "Frater" (= "Bruder"). Die Leitung von Taizé wechselte damit auch ganz offiziell in römisch-katholische Hände.
Auch beim Weltjugendtag in Köln im Jahr 2005 hatte die römisch-katholische Kirche der Taizé-Gemeinschaft zwei als offizielle "Geistliche Zentren" bestimmte katholische Kirchen zur Verfügung gestellt, damit die Kommunität dort mit den katholischen Pilgern Andachten feiert.
Auch dies sind deutliche Indizien, wohin von Taizé aus die Reise geht oder schon unmerklich gegangen ist. Ebenso deutlich ist, dass Alois Löser seither jährlich eine Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. hatte. Bei einer "Privataudienz" dringt nichts über den Inhalt der Gespräche nach außen, es ist also in diesem Sinne ein anderes Wort für ein Geheimtreffen. Ob diese Treffen unter Franziskus fortgesetzt werden, ist uns nicht bekannt.
"Bruder" Alois hatte beim Amtsverzicht von Joseph Ratzinger als Papst dessen kurz zuvor ausgesprochenes Lob gegenüber ihm, dem Taizé-Prior, betont. Joseph Ratzinger bezog sich dabei auf das letzte gemeinsamen Treffen der beiden und sagte, "
wie schön es ist, eins zu sein in Christus". (taize.fr, Artikel Nr. 15324) Damit setzen sich die Taizé-Verantwortlichen bewusst ins Boot unter der Vorherrschaft einer Organisation, über die der Historiker Karlheinz Deschner einmal schrieb, er kenne "in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die ... Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche" (in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.), und sie nehmen quasi im Schlepptau ihre Anhänger mit. Sowohl die unzähligen ungesühnten und nicht wieder gut gemachten Verbrechen im Namen von Christus als auch die bis heute vatikanisch verbindlichen Verfluchungen sind aber ein unüberbietbarer Missbrauch des Namens Christus und damit für einen Nachfolger von Christus auch eine Gotteslästerung beispiellosen Ausmaßes (siehe dazu z. B. kirche_hoelle.htm).

Frère Roger "ewig verdammt" oder "heimlich erlöst"?

Und als sich nach dem Mord an dem Prior der Kommunität von Taizé, Roger Schutz, auch Josef Kardinal Meisner und andere römisch-katholische Würdenträger in das Kondolenzbuch in der Kölner katholischen Kirche St. Agnes eingetragen hatten, warf dies angesichts der vielen vatikanischen Höllenflüche auch die Frage auf: Trauern sie dabei nur um das irdische Leben des Ermordeten oder auch um das aus römisch-katholischer Sicht offiziell verlorene Seelenheil des 90jährigen Priors? Tatsache ist nämlich: Die römisch-katholische Kirche lehrt unmissverständlich: "Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen." Dies ist der Lehrsatz mit der Randnummer 373 in dem offiziellen Lehrbuch Josef Neuner - Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung, 13. Auflage, Regensburg 1992. Diese Drohung würde auf Frère Roger zutreffen, wenn das stimmt, was Prälat Karl Jüsten erklärt hatte: "Er sei evangelisch geblieben". Die Folge laut diesem Lehrsatz ist dann unmissverständlich: Kann "nicht gerettet werden". Und der Lehrsatz Nr. 381 ist sogar als "unfehlbare" Glaubenswahrheit gekennzeichnet. Darin heißt es: "[Die heilige römische Kirche] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass ´niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide` noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt." Und diesen Eintritt hätte Frère Roger offiziell nicht vollzogen, obwohl es anders lautende Vermutungen gibt, weswegen er nach diesem "unfehlbaren" römisch-katholischen Lehrsatz unmittelbar nach dem Ermordet-Werden auch "dem ewigen Feuer" verfallen wäre. Nichtkatholiken halten das zu Recht für völligen einschüchternden Unsinn. Doch die katholischen Amtsträger sollten endlich so redlich sein und öffentlich zugeben, was ihre Kirche als "unfehlbare" Glaubenswahrheit bekennt und von den Menschen verlangt und endlich ihre Tarn-Strategien beenden, damit die Menschen erfahren, was römisch-katholisch wirklich bedeutet.

Was Frère Roger betrifft, hat ausgerechnet die Beileidsbekundung von Papst Benedikt XVI. erneut den Verdacht erhärtet, Schutz sei doch im Geheimen der römisch-katholischen Kirche beigetreten. Joseph Ratzinger erklärte nämlich: "Frère Roger ruht in den Armen der nie endenden Güte und der ewigen Liebe. Er ist in die Freude eingegangen, die nie zu Ende gehende" (kreuz.net, 17.8.2005). Das kann dreierlei bedeuten: Entweder der Papst ist ein "Häretiker" und widerspricht dem "unfehlbaren" Lehrsatz Nr. 381. Oder Roger Schutz hatte sich doch der römisch-katholischen Kirche angeschlossen, und es wird nur offiziell verleugnet, um die Evangelischen nicht zu verschrecken und weiter im vordergründigen Taizé-System, wie es sich offiziell präsentiert, einzubinden. Oder es gibt eine geheime römisch-katholische Lehraussage, wonach bestimmte Protestanten, Orthodoxe, Juden, Moslems usw. von den Folgen des Satzes Nr. 381 ausgenommen sind; nämlich diejenigen, die zum Beispiel nur zum Schein oder um einer bestimmten Taktik willen äußerlich evangelisch-lutherisch, orthodox, jüdisch, muslimisch usw. sind, in Wirklichkeit aber als eine Art "Agent" des Vatikans in den jeweils anderen Konfessionen tätig sind.

"Schleichende Katholisierung" und immer weniger Interesse

Inzwischen nehmen auch immer mehr Taizé-Besucher die schleichende Katholisierung der einst protestantischen Kommunität wahr. So wurde in einem Leserbrief von Anneliese Göpfert in idea-spektrum Nr. 40/2015 vom 30.9.2015 Kritik an der Spiritualität von Taizé geübt am Beispiel der Anbetung eines Kreuzes, das dort auf den Boden gelegt wurde: "Die meisten derjenigen, die sich zum Kreuz begaben, legten den Weg auf den Knien rutschend zurück. Wer - wie ich - den Weg aufrecht zurücklegen wollte, musste sich geradezu hasserfüllte Blicke von einigen der Knieenden gefallen lassen. Ein ungutes Gefühl blieb zurück. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass in Taizé eine schleichende Katholisierung stattfindet: Taizé ist der Inbegriff der Ökumene, die nur eine Zugrichtung kennt: zurück nach Rom."

[2017 - 2022] - Zum alljährlichen Taizé-Jugendtreffen zwischen Weihnachten und Neujahr, im Jahr 2017 in Basel in der Schweiz, waren in jenem Jahr auch überwiegend katholische Jugendliche aus Polen und der Ukraine angereist. Allein die Teilnehmer aus Polen stellten mit ca. 5000 von ca. 15000 Teilnehmern die mit Abstand größte Gruppe, gefolgt von den Ukrainern mit 2800 Teilnehmern. "Papst Franziskus hat die Teilnehmer des 40. Europäischen Jugendtreffens der christlichen Gemeinschaft von Taizé im Schweizer Basel zum ökumenischen Miteinander ermutigt", heißt es in einer Meldung der Katholischen Presseagentur Österreich KAP vom 28.12.2017. Und was "Ökumene" für den Vatikan bedeutet, formulierte bekanntlich der damalige Bamberger Erzbischof Schick mit den sinngemäßen Worten: Wir sind derzeit eine Milliarde Katholiken. Wenn die Ökumene vorankommt, was ich sehr wünsche, werden es bald zwei Milliarden sein (ZDF, 31.5.2007). Auch bei den so genannten Workshops dominieren als Referenten römisch-katholische Würdenträger; es erschien insgesamt als eine Art "Katholisch für Anfänger"- eben mit Rücksicht auf Protestanten, die noch nicht daran gewöhnt sind, auf den Knien in Richtung auf ein Kreuz hin zu rutschen. Allerdings sind die "zwei Milliarden" illusorisch. Denn das Interesse an Taizé lässt ebenso massiv nach wie das Interesse an anderen Angeboten der Großkonfessionen. Ihre Zeit ist abgelaufen. Während 1992 nach Wien, 1994 nach München oder 1998 nach Mailand noch ca. 100.000 Jugendliche kamen und auch in den Jahren dazwischen ca. 70.000 und etwas mehr, war es in Basel nur noch ein Bruchteil davon, überwiegend, wie gesagt, aus Polen und der Ukraine, wo die Vatikankirche massive Machtinteressen verfolgt und entsprechend an Aufwand investiert. Die beiden nächsten Taize-Jugendtreffen wurden dann auch wieder in katholischen Hochburgen veranstaltet, zunächst in Madrid, wo sich der Niedergang auch 2018/2019 fortsetzte und nur noch ca. 15000 Teilnehmer insgesamt kamen, davon nur noch 750 aus Deutschland. Und es folgte Breslau (= Wroclaw) im stark katholisch geprägten Polen (2019 auf 2020). 2020 traf man sich dann nur noch in Taizé selbst und übertrug Veranstaltungen online. Und von 2021 auf 2022 fand das Treffen nur noch als Online-Übertragung aus Turin statt, ganz ohne Besucher bis auf ein paar Jugendliche aus Turin und Umgebung. Allen, die sich darüber hinaus Internet zuschalten, vor allem aus Osteuropa, versicherte der Kardinalstaatssekretär des Vatikan, Pietro Parolin: Der Papst "vertraut euch dem Schutz der Jungfrau Maria an" (vaticannews.va, 30.12.2021), eine weitere Geste allmählicher Vereinnahmung noch-protestantischer oder noch-orthodoxer Jugendlicher innerhalb der Taizé-Bewegung.

Aktuell im Jahr 2020 - Sexualverbrechen bzw. sexueller "Missbrauch" von Taizé-Brüdern an Jugendlichen. Einer der Täter lebt noch vor Ort in der Gemeinschaft, wird aber nach offiziellen Angaben aber von Jugendlichen fern gehalten.

Taizé-Jugendtreffen 2022/2023 in Rostock im Zeichen der NATO

Vom 28.12.2022 bis zum 1.1.2023 findet derzeit nach der Corona-Pause wieder ein reales Taizé-Jugendtreffen statt und nicht nur ein digitales im Internet. Treffpunkt ist Rostock in Deutschland an der Ostsee, und ca. 4500 Jugendliche, also nur noch ein Bruchteil der Teilnehmer früherer Treffen. Dafür setzt man unverkennbare politische Aspekte.
In Zeiten des eskalierenden Krieges Russland-Ukraine und der massiven Waffenlieferungen und Kriegs-Einmischung durch die NATO ist das Logo des Taizé-Jugendtreffens mit auffallender Ähnlichkeit zum NATO-Logo gestaltet (siehe links - in der oberen Hälfte ein Ausschnitt des Jugendtreffen-Logos, in der unteren Hälfte die Nato-Flagge). In das Taizé-Logo oben ist, wie man sieht, fast identisch das NATO-Logo unten eingearbeitet. Das ist offenbar kein Zufall.

Bereits aus dem Jahr 2018 stammt die Nato-Entscheidung, die Stadt Rostock zum Nato-Hauptquartier in Europa auszubauen, und die Stadt ist bereits jetzt einer der größten Nato-Stützpunkte in Europa. Und durch die geplante Nato-Osterweiterung mit Schweden und Finnland schwärmen westliche Konflikt-Eskalations-Politiker jetzt schon von der Ostsee als einem "Nato-Meer", was die militärische Bedeutung Rostocks noch weiter erhöht, während die bisherigen militärischen Kräfteverhältnisse damit entscheidend zu Ungunsten des Ostens und seiner Sicherheitsinteressen verändert werden, was dieser als eskalierende Bedrohung empfindet.

Passend dazu ist einer der zuletzt massivsten Kriegs-Eskalateure auf westlicher Seite, der lutherische Pfarrer Joachim Gauck, beim Jugendtreffen in Rostock als prominenter Redner bzw. im Sinne des dort gehuldigtem "Gottes" als betender Teilnehmer eingesetzt.
Einprägsam für viele Beobachter des Zeitgeschehens war ein Foto, als der lutherische Pfarrer als damaliger deutschen Bundespräsident am 7.6.2014 auf ökumenische Art mit katholischem Rosenkranz in der Hand über den Maidan-Platz in Kiew schritt, um dort im Nachklang zu dem gewaltsamen Umsturzes durch die Aufständischen seine Aufwartung zu machen. (hdg.de)
Zuletzt warnte Pfarrer Gauck vor einem Nachgeben gegen über den Interessen Russlands. Er verglich den Präsidenten Russlands stattdessen mit dem deutschen Diktator Adolf Hitler und sprach: "Adolf Hitler hat auch gedacht, der Westen ist zu weich und die Engländer sind sowieso dekadent, und die Polen sowieso verweichlicht." (in der Sendung Maybritt Illner vom 15.12.2022)
Als antirussisch agierender deutscher Bundespräsident war Pfarrer Gauck auch dadurch aufgefallen, dass er am 1.9.2014, zum 75. Jahrestag des Ausbruchs der 2. Weltkriegs durch den Angriff Deutschlands, die russische Regierung massivst beschimpfte und dabei die ca. 20 Millionen russischen Opfer ignorierte. Nun also mischt er sich mit seinen "Erfahrungen" unter die Jugendlichen beim Taizé-Treffen.

Dass die Friedensbotschaft des Jesus von Nazareth im krassen Gegensatz zur Nato-Politik, zur Kriegspolitik aller Seiten und zur Demagogie von Pfarrer Gauck steht, entlarvt auf diese Weise auch einmal mehr die Taizé-Aktivitäten als anderen Interessen dienend als denen, die man vorgibt, wenn etwa behauptet wird, das eigene Tun sei angeblich im Sinne von Christus. Auch hier weitet ein Blick nach Rom das Verständnis für die Dinge. Papst und Vatikan hatten seit langem ein deutliches Interesse an Machtveränderungen in der Ukraine, denn parallel zur Nato-Osterweiterung hat die Vatikankirche ebenfalls eine Osterweiterung ihres Machtbereichs im Sinn, der über die Ukraine auch nach Russland übergreifen soll. In diesem Zusammenhang stellte sich der Vatikan von Anfang der politischen Konflikte an auf die Seite der damaligen pro-westlichen Aufständischen und der nachfolgenden nationalistischen und teilweise faschistischen Regierung. Die römisch-katholische Seelsorge stärke den "Kampfgeist der Soldaten und freiwilligen Kämpfer" (focus.de, 16.5.2014), so unmissverständlich der von Franziskus neu zum katholischen Bischof in der Ostukraine ernannte Stanislaw Szyrokoradiuk, der auch bereits beim Maidan-Aufstand im Sinne der römisch-katholischen Kirche mitgemischt hatte.

Passend zu all´ dem war der Taizé-Prior Alois Löser unmittelbar vor dem Jugendtreffen in Rostock 2022 in die Ukraine gereist und hatte dort fünf Tage lang auch über die Weihnachtstage verbracht. Und von dort sind auch Jugendliche nach Rostock gereist. Dazu die Frage: In entsprechender Kriegsstimmung, wie sie dort den herrschenden Main-Stream prägen, dass man "bis zum letzten Tropfen Blut" (Wladimir Klitschko) für seine politischen Interessen und gegen den "Feind" kämpfen wird und damit die ganze Zivilisation an den Rand eines atomaren Untergangs bringt? Dass einer von ihnen gemäß der Lehre von Jesus von Nazareth den Krieg beenden möchte und in Rostock auch eine dementsprechende Botschaft weitergeben möchte, ist zumindest nicht bekannt. Man rechnet eher mit dem Gegenteil. Ist es anders und teilt man es uns mit, würden wir es hier auch veröffentlichen. Laut dem Taizé-Gast Pfarrer Gauck ist der Pazifismus ein Ansatz, "der nicht zum Guten führt, sondern der die Dominanz der Bösen, der Verbrecher und der Unmenschlichen zementieren würde" (merkur.de, 14.7.2022). Das gilt nach seiner Pfarrer-Ansicht dann auch für die Lehre Jesu, sie zementiere demzufolge ebenfalls die Dominanz der "Unmenschlichen". So wird der Sohn Gottes und Erlöser auch bei diesem Treffen von so manchem wieder eifrig ans Kreuz geschlagen. Vgl. dazu auch Der Theologe Nr. 63 - Pfarrer, Priester und Pastoren: Gegenspieler von Jesus, dem Christus.
 

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Herausgeber Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 117: Die Taizé-Verschwörung, zit. nach theologe.de, Fassung vom 28.12.2022,
Copyright © und Impressum siehe hier.


 

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