Der Theologe Nr. 24, aktualisiert am 8.6.2026
Vorwort:
Die grausame Lehre von einer ewigen Hölle zählt
bis heute zu den wesentlichen Glaubenssätzen
der römisch-katholischen und der vielen evangelischen Kirchen
(siehe
Der Theologe Nr. 19 – Es gibt keine ewige Hölle),
auch wenn es den Pfarrern nicht mehr zeitgemäß erscheint, darüber zu
predigen.
Ihren eigenen Anhängern, die sich an die dafür nötigen Bedingungen der jeweiligen
Konfession halten, verspricht die Kirche in ihren kirchlich verbindlichen
Lehrentscheidungen demgegenüber einen "ewigen Himmel".
Dass die Kirche aber – unabhängig von nicht beweisbaren Überlegungen über das
Jenseits – schon vielfach die "Hölle auf Erden"
bereitete, ist unbestritten.
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Umstritten ist hierbei nur, ob nur einzelne "Söhne und Töchter der Kirche" (wie es die katholische Kirche gerne sagt) in "schwere Sünde" verfielen (Papst Benedikt XVI. spricht von "guten und schlechten Fischen" im "Netz der Kirche" bzw. von "Sündern in der Kirche") oder ob die Kirche auch als Ganzes das Gegenteil von dem repräsentiert, was sie vorgibt – so, wie es der Großinquisitor im Roman Die Brüder Karamasov von Fjodor M. Dostojewski dem wieder gekommen Jesus ins Gesicht sagt: "Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde, sondern mit ihm" (vgl. auch den kirchlichen Götter-Kult in Der Theologe Nr. 25). Demnach gäbe es zwar mehrere Menschen guten Willens in der Kirche, die sich auch um eine Jesus-Nachfolge bemühen. Doch gerade sie würden den eigentlichen geistigen Hintergrund der Kirche und den Kern des kirchlichen Wesens verschleiern und verbergen. Und an sie ist deshalb auch das Wort des Sehers Johannes gerichtet: "Geht hinaus [wörtlich auch übersetzbar mit: "Tretet aus ..."] aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen." (Offenbarung 18, 4)
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"Tretet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen!" (Bibel, Offenbarung des Johannes 18, 4) |
Jesus von Nazareth selbst sprach von den
"Früchten", an
denen man einen guten oder schlechten Baum erkennen könne.
Und im Hinblick
auf die Kirche erklärte der Historiker Karlheinz Deschner einmal:
"Nach
intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in
Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20.
Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so
fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die
christliche Kirche [PS: das Wort "christlich" ist
angesichts dessen ein
Etikettenschwindel bzw. Betrug], ganz besonders die römisch-katholische Kirche"
(in: Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 42 f.).
Die Anzahl und die Grässlichkeit dieser Verbrechen
werfen dabei die Frage auf: Handelt es sich hier wirklich
"nur" um Verirrungen von einer ursprünglich vielleicht
"guten Idee"? Oder zeigen hier eine Institution und ein
Glaube einen Teil ihres Wesens?
Aus der Mord-Bilanz der Kirche (nur eine Auswahl)
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Legendär ist in diesem Zusammenhang auch das Wort des
Indianer-Häuptlings Hatuay auf dem Scheiterhaufen, dessen Seele die katholischen Peiniger
im 16. Jahrhundert noch
in letzter Minute "retten" wollten: Der Häuptling
fragt, ob er
in dem "Himmel", der ihm bei Annahme des
katholischen Glaubens in Aussicht gestellt wird, auch die katholischen Eroberer wiedersehen
würde. Als seine Frage bejaht wird, entscheidet er sich ohne weiteres Zögern für die
angebliche "Hölle".
Der Anlass für diese Ausgabe des
Theologen ergibt sich vor
allem aber aus der
Gegenwart. Wenn es Zeiten und Orte in der Geschichte gab, wo die Kirche ihre
Gegner nicht ermorden konnte, so pflegte sie doch in solchen Zeiten Rufmord
und Verleumdung. Daraus wurde dann unter veränderten Umständen oft wieder
der Mord.
Und heute ist nun eine Zeit, in der die Kirche die Meinungsfreiheit in den
westlichen Demokratien wiederum für Verleumdungen Andersgläubiger nützt
(siehe
Der Theologe Nr. 12 –
"Sektenbeauftragte" – Die neuen Inquisitoren in Deutschland). Es sind vor allem die so
genannten "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten" der beiden
Konfessionskirchen, die sich anmaßen, gesellschaftliche Richter darüber zu
sein, welche Religion "unbedenklich" und welche
"bedenklich"
oder gar "gefährlich" sei. Dabei werden regelmäßig die eigenen
Abgründe und Gefährlichkeiten auf andere Gemeinschaften projiziert
(klassisch z. B. in der Warnung vor irgendwelchen "Gurus",
während man den eigenen "unfehlbaren" und im Vatikan
mit absoluter Vollmacht in allen Bereichen regierenden Papst als "Standard"
und "normal" betrachtet). In
zahllosen Fällen geschieht hier schweres Unrecht, das Anhängern
kleinerer religiöser Gemeinschaften schon manche berufliche Existenz
gekostet hat. Dabei wurde durch die scheinheilige kirchliche "Sorge"
über einen angeblichen oder tatsächlichen Missstand schon oftmals eine Hexenjagd
der Medien in Gang gesetzt, bei denen die kirchlichen "Sektenbeauftragten"
dann als angeblich "besorgte" "Experten"
in Szene gesetzt wurden, womit man auch von der echten und notwendigen Sorge
vor Vergewaltigern von Kindern im Kirchentalar ablenkt. Dass hier in Wirklichkeit der Wolf Kreide gefressen hat, sollte man
also nicht merken; und auch nicht, dass kirchliche Rundfunkräte und "Medienbeauftragte"
bei solchen Anlässen den
eigenen "Weltanschauungsbeauftragten"
in die Hände spielten, um gemeinsam
die ins Visier genommenen religiöse Minderheiten öffentlich brandmarken oder
gar "hinrichten"
zu können – die einen hinter den
Kulissen, die anderen davor.
Noch bietet die Gesetzgebung in den westlichen Ländern religiösen
Minderheiten einen gewissen Schutz, auch wenn dieser ausgehöhlt,
unterwandert oder durch kirchlich indoktrinierte bzw. kirchengebundene Richter
schon vielfach faktisch außer Kraft gesetzt wurde.
Wer dabei die Geschichte der Kirche kennt und zu verstehen versucht, der
wird jedoch dem bekannten deutschen Philosophen Karl Jaspers zustimmen, der
in seinem Buch Der philosophische Glaube schrieb: Der
"biblisch fundierte
Ausschließlichkeitsanspruch" der Kirchen "steht
nach wie vor ständig
auf dem Sprung, von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen".
(9. Auflage,
1988, Seite 73)
Damit jedoch zu gegebener Zeit die Stimmung in der Gesellschaft auch
gegen die "Ketzer"
aufbereitet ist, wurde in unserer Zeit immer wieder gegen sie "geschürt",
um das Feindbild am Leben zu erhalten. Dabei ist das Negative oder
vermeintlich Negative, was die Kirchen gegen einzelne "Sekten"
und "Ketzer"
vorbringen, meist nur ein Bruchteil von dem, was in ihren eigenen Reihen
passiert.
Aus diesem Grund wird den Kirchen in dieser
und anderen Zusammenstellungen einmal der Spiegel vorgehalten,
verbunden mit dem Hinweis: "Nicht die anderen sind es, ihr selbst
seid es, vor denen ihr warnen solltet! In euren Reihen geschahen und
geschehen diese Verbrechen und Verfehlungen."
Dabei ist selbstverständlich zu berücksichtigen:
Keiner von uns ist vollkommen, und jeder von uns macht Fehler, auch schwere.
Und wir sind nicht die Richter über diese Dinge und über betroffene
Personen, denn jeder wird eines Tages sein eigener Richter sein durch das
Gesetz von Saat und Ernte (vgl.
Der Theologe
Nr. 2). Doch wir zeigen
hier einmal Zusammenhänge auf. So sind die
"Söhne
und Töchter der Kirche" einerseits
zwar fehlerhafte
Menschen wie die anderen auch. Doch hier kommt etwas Entscheidendes hinzu:
Sie repräsentieren nämlich auch eine
Institution, durch die bis heute unermesslich viel Unrecht (Kriege, Morde
usw.) in diese Welt gekommen ist und die wie keine andere Organisation der
Welt "zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit
Verbrechen belastet ist"
(Der Historiker Karlheinz Deschner,
Die beleidigte Kirche, Freiburg 1986, S. 43, siehe
oben).
Oft waren es dabei ausgerechnet vordergründige "Saubermänner",
die sich persönlich vermeintlich nichts Gravierendes zuschulden kommen ließen, welche
großes Unrecht gegenüber Andersdenkenden verübten
(vgl. z. B. den anscheinend "guten" persönlichen Ruf des Inquisitors
Konrad von Marburg).
Doch ist der Zusammenhang wichtig. Würden sich die Meinungsführer der Kirche
und ihre "Sekten-, und Weltanschauungsbeauftragten"
mehr mit dem
eigenen mörderischen Sumpf und seinen Ursachen beschäftigen anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen,
könnte viel Rufmord eingedämmt bzw. verhindert werden. Und der Nährboden, wo aus Rufmord
eines Tages wieder Schlimmeres herauswachsen kann, würde allmählich ausgetrocknet.
Deshalb wird auch in dieser Untersuchung nicht mehr hingenommen, wenn die Kirchen Stimmung gegen
Andersgläubige machen, während man schlimmeres Verhalten in den eigenen
Reihen deckt oder verharmlost. Und es wird nicht mehr geduldet, wenn man bei Vergehen in den
eigenen Reihen beschwichtigend sagt "Wir sind eben alle Sünder",
während man kleinere Fehler oder falsche Anschuldigungen gegenüber anderen
dafür instrumentalisiert, vor Andersdenkenden bzw. der "gefährlichen
Sekte" zu warnen, oft mit schwerwiegenden negativen gesellschaftlichen
Folgen bis hin zur materiellen Existenzvernichtung.
Diese Ausgabe des
Theologen ist
nicht systematisch geordnet, sondern erfolgt chronologisch aufgrund von Tagesereignissen.
Sie unterscheidet lediglich zwischen der "Hölle im Pfarrhaus"
im ersten Teil und zwischen Ereignissen, die Kirchenmitglieder betreffen, im
zweiten Teil (unter der Überschrift Taufe, Glaube und
das Grauen).
Diese Zusammenstellung könnte unbegrenzt fortlaufend ergänzt werden, solange
die moderne kirchliche Inquisition weiterhin zündelt und ihr gegen ihren
Nächsten gerichtetes Geschäft
betreibt. Da der größte Teil der Beispiele auch in anderen Ausgaben von theologe.de
veröffentlicht sind, wurden sie in dieser Ausgabe nach und nach
durch einen Link dorthin ersetzt. Ungefähr ab dem Jahr 2010 wurden
die bis dahin veröffentlichten Zusammenstellungen weitergeführt in den beiden Ausgaben:
Schwarzbuch Katholische Kirche
Schwarzbuch Evangelische
Kirche
|
... doch sie warnen vor friedfertigen
Menschen |
Lesen Sie auch:
Ausgabe Nr. 24 a: enthält noch mehr sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 24 b:
enthält noch mehr
andere Verbrechen und Vergehen in der Kirche
Ausgabe Nr. 21: Pfarrer Geyer und
die evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen Gott (siehe den
Beginn des nächsten Kapitels)
Jesus von
Nazareth wollte weder Priester noch Pfarrer, geschweige denn eine Hierarchie von
kirchlichen Amtsträgern. Die evangelischen und katholischen Pfarrhäuser standen
deshalb nie unter seinem Segen. Und in mehreren Fällen eskaliert dort
auch die Gewalt.
So untersucht Der
Theologe Nr. 21 z. B. den Totschlag an der Theologin und Pfarrfrau Veronika
Geyer-Iwand im Jahr 1997. Ihr Mann, Pfarrer Klaus Geyer, wird aufgrund eines
Indizienprozesses als Täter verurteilt. Er bestreitet die Tat und gibt nebenbei
Einblicke in seine Theologie (siehe
Der Theologe Nr. 21 – Pfarrer Geyer und die evangelisch-lutherische Lehre vom
grausamen Gott).
Neben dem Mord bzw. dem Totschlag an Veronika Geyer-Iwand
(siehe
oben) gibt es auch weitere Fälle von Mord,
Totschlag oder Mordversuch, manchmal mit nachfolgendem Selbstmord. Brutal z. B.
die Tat von Pfarrfrau K. aus Schwarzenbach an der Saale im Landkreis Hof: Mordversuch an ihren Kindern durch Autoabgase und Selbstmord durch
Sich-Werfen vor fahrendes Auto – aus Verzweiflung über ihren Mann, Pfarrer Günter K. Oder die Taten von Pfarrer Pandy aus Belgien, der gleich mehrere nahe Familienangehörige der Reihe nach ermordet.
Und in Österreich wird z. B. der deutsche Priester Volker S. wegen Mordversuchs an einem Strichjungen zu 12 Jahren Haft verurteilt. Nach vorzeitiger
Haftentlassung biss er dann einem anderen Strichjungen massiv in den Penis (siehe
hier).
Auch Selbstmorde in der Kirche häuften sich in den letzten Jahren
(was die Kirche dazu lehrt, siehe z. B.
hier):
Vizepräses Dr. K. (Selbstmord durch Autoabgase), Pfarrer Rudolf B.
(Selbstmord durch Erhängen), Theologe Lothar R. (lässt sich von einem Zug
überrollen) sind nur wenige aus einer langen Reihe, alle evangelisch.
In Deutschland geriet auch das Theologenehepaar Moosdorf und seine vier gemeinsamen Kinder ins Rampenlicht. 1997 hält
der Pfarrer das
Zusammenleben mit seiner Frau nicht mehr aus und zieht 1998 mit einer anderen
Frau zusammen (MDR, 25.3.2003). Im Sorgerechtsstreit um die Kinder siegt
der Pfarrer gegen die Pfarrerin und erhält die Kinder zugesprochen. Die
Pfarrerin bringt sich daraufhin im Jahr 2001 um. Erinnert sei auch an Pfarrer
Rolf Günther aus Falkenstein, der sich bereits 1978 während des evangelischen
"Gottesdienstes" mit Benzin übergossen hatte und verbrannte. Er sah sich "in seinem
Ringen gegen ´Sektierer`" "von der Amtskirche alleingelassen" (Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 17.9.2008). Und Ende 2006 warf sich der katholische Dekan Dr. Klaus Peter K.
mutmaßlich ohne Fremdeinwirkung vor einen fahrenden Güterzug. Hintergrund sei hier eine homosexuelle
Beziehungskrise zu einem ehemaligen Ministranten, den er sich mit Drohungen
sexuell gefügig gemacht hatte. Doch das war nur die Spitze eines Eisbergs (siehe unten).
Im Jahr 2013 brachte sich dann der Passauer Studentenpfarrer um, der als Kind bei den
Regensburger Domspatzen gesungen hatte, ein Ort, der über viele Jahre ein
Schauplatz
besonders vieler Verbrechen an Kindern war (pnp.de, 18.9.2013). Auf 7000
katholische Messen bzw. "Gottesdienste" brachte es schließlich der Jurist und Priester Josef
S. in Isarhofen, bis auch er sich im Pfarrhof seiner Kirchengemeinde umbrachte,
wie es hieß. In der Einsamkeit des Pfarrhauses verfiel er der Porno-Sucht im
Internet und wollte, dass dies nach seinem Tod auch bekannt gemacht würde, wobei
in der öffentlichen Berichterstattung nicht klar wurde, ob dies als eine Art Schuldbekenntnis
zu verstehen war oder als Klage über das römisch-katholische Zwangszölibat. (abendzeitung.de,
26.11.2015)
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"Protestantische
Konfession und Druck der Verhältnisse |
Hinzu kommen zahlreiche Verbrechen und Vergehen von Pfarrern in den letzten
Jahren, in sehr vielen Fällen Vergewaltigungen oder Missbrauch von Kindern oder
Jugendlichen: z. B. durch den evangelischen Pfarrer Rainer S.,
der nach Kindsmissbrauch in die Psychiatrie eingewiesen wird. Oder durch Pfarrer Harry R. aus Schkeuditz,
der wegen Missbrauchs von Jugendlichen in 42 Fällen angeklagt wird. Er filmte auch den
Sex mit seinem Hund und zeigte das Video offenbar in der Jugendarbeit. Oder Pfarrer X. aus dem
Oberbergischen Kreis, der im pfarrerlichen Ehebett immer wieder seine Tochter
vergewaltigt – zwischen deren 10. und 17. Lebensjahr.
Bei den Sexualverbrechen von Pfarrern an Kindern, sowohl Jungen als
auch Mädchen, wurden in den USA bis zum Jahr 2002 schon über 1000
Verfahren gegenüber 1600 römisch-katholischen Priestern durchgeführt, und die römisch-katholische Kirche hatte dort schon über eine Milliarde
Dollar an Schmerzens- und Schweigegeldern gezahlt.
Untersuchungen, inwieweit es sich dabei um "berufsbedingte" Verbrechen
handelt, dauern noch an.
Genauere Zahlen sind noch erschreckender. Einer Information des
italienischen Informationsdienstes axteismo.press2@yahoo.it vom 19.4.2007 waren von 1950-2002
4392 Priester in den USA angeklagt, sich an Kindern sexuell vergangen zu haben,
wobei die Zahl der tatsächlichen Täter deutlich höher angenommen wird. Die Zahl
stammt nämlich aus dem von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen
John-Jay-Report
und wird von Opfer-Vertretern als weit untertrieben
betrachtet (siehe z. B.
bishop-accountability.org).
Und seither wurden ja bis heute [2026] weit mehr Sexualverbrechen von Pfarrern
und Priestern an Kindern aufgedeckt, zigtausende weitere.
Und in Irland haben in den 50er-Jahren kirchliche Amtsträger Kinder in römisch-katholischen Heimen
nicht nur sexuell missbraucht, sondern es kam hinterher auch zu mindestens einem
Mord. Und zusätzlich: ... die vielen vergrabenen Kinderleichen auf Kloster- und
Kirchengrund. Doch auch außerhalb der Heime gab es unübersehbare Verbrechen.
So vergewaltigte ein Priester in
Lugano/Schweiz sein 18-jähriges Firmpatenkind nach einem gemeinsam besuchten
Konzert. "Anschliessend zwang er die Frau zu schweigen – andernfalls werde sie
in Schwierigkeiten geraten. Ihr würde sowieso niemand glauben." Die junge Frau
beging später Selbstmord, und der Priester wurde in diesem Fall zu einer
Haftstrafe verurteilt, da er schon vor der Vergewaltigung immer wieder
zudringlich zu seinem Patenkind war und das Pfarrhaus für die zur Hölle machte.
"Laut
der Staatsanwaltschaft füllte der Priester die junge Frau regelmässig mit
Alkohol ab, um sie gefügig zu machen." (kath.ch, 16.2.2021)
Unklar ist, wie oft Selbstmorde von
Pfarrern im Zusammenhang mit Verbrechen stehen, welche die Talarträger zuvor
selbst begangen haben. So hatte sich ein Priester im Erzbistum Köln umgebracht –
vier Tage, nachdem er von seinen kirchlichen Aufgaben entbunden wurde
(spiegel.de, 22.2.2021), nachdem ein Opfer auspackte, von ihm als
Minderjähriger einige Jahre zuvor "missbraucht" worden zu sein. In diesem Fall
wird das Verbrechen, dessen der Talarträger angeklagt wird, nicht weiter
behördlich aufgeklärt, was so manche offene Frage nach dem Hintergrund des
Suizids offen lässt. So beispielsweise auch, nachdem sich der
Dekan von Lohr auf die Schienen gelegt hatte und
überfahren wurde.
Besonderes Aufsehen erregte hierbei in jüngerer Zeit der Selbstmord von
Domkapitular Dr. theol. Christoph May in einem Wald in Runkel-Eschenau. Der
ranghohe Talarträger war Leiter des Priesterseminars und verantwortlich für die
gesamte Priesterausbildung im Bistum Limburg. Voraus ging einen Tag zuvor
Anschuldigungen "sexual übergriffigen Verhaltens", wie es öffentlich formuliert
wurde (faz.de, 10.6.2022). Und weiter ermittelt wird nach einem
mutmaßlichen Selbstmord des Verbrechers bekanntlich nicht mehr.
Doch die hier angedeuteten Schicksale sind sicher nur ein minimaler Teil der
tatsächlichen "Höllenerfahrungen" im Pfarrhaus und auch der damit
zusammenhängenden Todesfälle.
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"Ich
bin froh, dass mein Sohn nie Ministrant war."
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Lt. Spiegel (Nr. 13/2001)
bzw. Tagesspiegel vom 21.3.2001 liegen zudem aus 23 Ländern
Verbrechensberichte vor, wonach katholische Bischöfe und Priester Nonnen oder
andere Frauen vergewaltigten oder unter Androhungen zum Sex gezwungen haben.
Dies erinnert an Beurteilung des "heiligen" Kirchenvaters Johannes Chrysostomos [bzw.
Chrysostomus] (354-407), der über das ihm bekannte kirchliche Leben
und die dortige Stellung der Frau schrieb: "Die Weiber
sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen."
Auf vielen Gebieten verbreiteten Priester
und Theologen regelrecht die "Hölle" auf Erden. In Ruanda sind katholische Amtsträger im Jahr 1994 z. B. maßgeblich an den
Massakern an 800.000 Angehörigen des Tutsi-Stammes
beteiligt. Im Unterschied zu den hauptsächlich römisch-katholischen Hutus
sind die Tutsi v. a. Anhänger von Naturreligionen. Ein römisch-katholischer Priester lockt die Opfer
1994 z. B. in seine Kirche und lässt sie dort
mit einem einfahrenden Bulldozer gegen die Wand drücken und zermalmen. Der "Hochwürden" kann später in einem italienischen Kloster
untertauchen. Zwei römisch-katholische Nonnen werden jedoch in Belgien zu Haftstrafen verurteilt,
weil sie Flüchtlinge mit Benzin übergossen und angezündet haben, so dass diese
qualvoll verbrannten (z. B. Spiegel Nr. 1/2000, Main-Post 19.4.2001).
In der Münchner
Abendzeitung wird schon 1998 eine Serie veröffentlicht, die den Titel
trägt:
"Die Hölle im Pfarrhaus". Es ist angesichts dieser menschlichen Tragödien eine besondere
Infamie, als der evangelisch-lutherische Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk (mit
Billigung seines damaligen Landesbischofs Dr. Johannes Hanselmann) z. B. völlig unbescholtenen religiösen Minderheiten
unterstellte, bei ihnen könnte sich in Zukunft unter bestimmten
Voraussetzungen vielleicht ein "Massenselbstmord" ereignen (näheres
dazu siehe Der Theologe Nr. 12).
Dies war umso gravierender, da diese
Menschen weder in ihrem Denken noch in ihrem Tun auch nur den geringsten
Anhaltspunkt für eine solche Anschuldigung liefern. Demgegenüber ignorierte
der
bis zum Jahr 2014 offizielle "Weltanschauungsbeauftragte" der Kirche in diesem Zusammenhang die tatsächlichen
und massiert auftretenden Selbstmorde von Kirchenmitgliedern und von Pfarrern sowie die
zahllosen Verbrechen in diesen Kreisen, darunter sehr viele Morde. Das
Magazin Focus schreibt z. B. unter Berufung auf den Historiker und
Buchautor Udo Grashoff: "Protestantische Konfession und
Druck der Verhältnisse erhöhen die Bereitschaft zum Selbstmord" (Nr. 19/2006). Er erklärt dies am
Beispiel der früheren DDR und schreibt: "Die
Freitodneigung ging in der DDR in dem Maß zurück, wie auch die strenge
evangelisch-lutherische Prägung zerfiel, die gerade in Sachsen und Thüringen
tief wurzelte."
Faktisch werden von der Kirche die eigenen
Verzweiflungen und Grausamkeiten vielfach auf andere
projiziert, was bereits die übliche Methode der Inquisition über viele
Jahrhunderte war und leider immer noch ist.
Da sowohl die evangelisch-lutherische
als auch die römisch-katholische Kirche durch ihre "Sektenbeauftragten", die man
als "neue Inquisitoren" bezeichnen kann, religiöse Minderheiten wegen ihrer
angeblichen Gefährlichkeit bekämpfen, soll ihnen auch hier nachfolgend unter dem
Titel Die
Kirche und die Hölle auf Erden der Spiegel vorgehalten werden. Denn
wir wiederholen es an dieser Stelle noch einmal: Das, was
sie anderen meist zu Unrecht unterstellen, sind vielfach Projektionen
ihrer eigenen Gefährlichkeit bzw. Niedertracht ...
PS: Unzählige weitere
Fakten für diese Ausgabe werden seit Mitte 2010 nicht mehr ergänzt, allenfalls
kleine Aktualisierungen bei den bisherigen Einträgen vorgenommen. Das bis dahin
hier Dokumentierte spricht bereits für sich.
Einige Ereignisse im und um das Pfarrhaus ab 2006, chronologisch geordnet
20.4.2006 –
Gleich nach dem Urbi et
Orbi: Priester erwürgt schwangere Geliebte und schneidet sie in Stücke – doch
Kirche warnt weiter vor Andersgläubigen
–
Mord an Geliebter
11.5.2006 / 8.7.2018 –
Katholischer Priester soll
Nonne ausgezogen und in Form eines umgedrehten Kreuzes auf sie eingestochen
haben
–
Priester zieht Nonne aus und sticht auf sie ein
1.11. / 16.11.2006
–
Protest gegen
Islam: Evangelisch-lutherischer Pfarrer verbrennt sich bei lebendigem Leibe
– Evangelischer
Talarträger verbrennt sich wegen Ausbreitung des Islam in Deutschland
13.11.2006 –
Vom katholischen Dekan "immer wieder zum Oralverkehr gezwungen", Bischof riet
Jungen zum Schweigen. Dann wird der Täter vor einen Güterzug überrollt – den
Gläubigen gilt er als "Lichtgestalt"
–
Der
Dekan und sein jugendlicher Geliebter – tragisches Ende
Siehe auch unsere Ergänzung
mit weiteren Fakten am 7.6.2026
5.1.2007 –
"Perverser Pfarrer
belästigte Kinder", schreibt Focus online (5.1.2007)
–
Perverser Pfarrer
13.1. / 25.1.2007
–
Weil er die Hostie nicht
korrekt in
den Mund steckte: Mann von Dekan körperlich angegriffen.
"Hostienschändung" schlimmer als Kinderschändung? –
Schlägerei in Kirche wg. Hostie
12.4.2007 – Streit
um Streicheln? – Strichjunge ersticht Priester-Ausbilder –
sexuelle_vergehen.htm#Brasilien
7.7.2007 –
Im Namen der Kirche: Katholischer Priester
wegen Beteiligung an sieben Morden, 31 Folterungen und 42 Entführungen
angeklagt –
Priester folterte, mordete und entführte
15.7. /
24.8.2007 –
Sexualverbrechen von Priestern in der Diözese Los Angeles: 660 Millionen
Dollar Entschädigung für 500 Opfer / Haftpflichtversicherungen müssen 227
Millionen zahlen –
Opfer von Priestern: Wer zahlt Entschädigungen?
31.8.
/ 7.9.2007 –
Wegen Ministrantenmissbrauchs vorbestrafter Priester von
Kirche wieder in Gemeinde eingesetzt / "Grausames Experiment mit der Seele
unserer Kinder" / Priester nach erneutem Sexualverbrechen
verhaftet / Vertuschungspolitik der Kirche von Staatsanwaltschaft gedeckt? /
"Der Bischof muss hart bestraft werden" / Ministranten sollten mindestens 18 Jahre alt sein
–
Priester als Wiederholungstäter
17.9. /
18.9.2007 –
Schweigegelder der Kirche, um pädophilen Priester zu schützen. Dieser nutzt
die Deckung für neue Verbrechen –
Schweigegelder zum Schutz für pädophilen Priester
21.9.2007 –
Verhöhnung: Bischof Gerhard Ludwig
Müller vergleicht verfehlte Personalpolitik mit Jesus von Nazareth
–
Personalpolitik der Kirche
17.4.2008 – Der Schmutz hinter den
festlichen Gewändern – Papst "schämt sich" für ca. 5000 pädophile Verbrecher im
Priestertalar in den USA. Doch keine Vergebungsbitte –
Schmutz hinter festlichen Gewändern
6.10.2008 –
Mehrfache Vergewaltigung eines 12-Jährigen
–
Katholischer Priester und Ex-Jugendpfarrer zu drei Jahren und neun Monaten Haft
verurteilt – Opfer brach 14 Jahre später zusammen –
Jugendpfarrer vergewaltigt
12jährigen Jungen
29.9. / 17.10.2008 / 25.11.2009 –
Serienverbrecher im Talar: Katholischer Priester aus Freiburg wegen 101
Straftaten verurteilt / In der Rechtsgeschichte beispiellos mildes Urteil wegen
Geständnisses, das der Priester ein Jahr später aber widerruft / Priester bringt
nun seinerseits Opfer auf die Anklagebank / Innerkirchliches Verfahren wird
verschleppt / "Bischof, wo bist du?" / Opfer des Priesters fordern
Wiedergutmachung von Erzdiözese –
Serienverbrecher im Talar
7.1.2009 –
HIV-positiver römisch-katholischer Jugendpfarrer
missbraucht 15-Jährigen / Priester vergewaltigte auch Tiere –
Priester ging auch auf Tiere
12.11.2009 –
Kinder nach harmlosen Beichten von Pfarrern vergewaltigt
–
Kinder nach Beichten vergewaltigt
25.11. / 5.12.2009
–
Massenhafte Vergewaltigungen und sexuelle Missbräuche von Kindern durch
katholische Priester weltweit – Eine weitere Spitze des Eisbergs:
Diözese
Fairbanks/USA zahlt jetzt 10 Millionen Dollar Entschädigung an ca. 300
Opfer.
Entschädigungszahlungen der Diözese
Die eher niedrige Summe steht damit in Verbindung, dass die Diözese sich als "insolvent" betrachtet. Der römisch-katholische Orden Christian Brothers aus Irland hat jetzt 161 Millionen Euro für Opfer von jahrzehntelange Kinderschänder-Verbrechen angeboten
Vertuschung: Der Herr (Kirche) ist nicht besser als sein Knecht (Politiker) – Während in Deutschland gerade der Vertuschungsskandal der Bundeswehr in Afghanistan für Aufsehen sorgt (über 100 Todesopfer bei Bombardierung von Zivilisten), wurde in Irland ein neuer Untersuchungsbericht veröffentlicht – Vertuschung in Irland
28.11.2009 –
Es ist mehr als
genug: Pädophile Priester vor Strafe geschützt und stattdessen innerkirchlich
befördert
–
Pädophiler Priester befördert
28.12.2009
–
Irland:
Vergewaltigung von Kindern durch Priester "an der Tagesordnung"
–
"Tausende" Kinder als Opfer / Vier Bischöfe zum Rücktritt gezwungen /
Auch Rücktrittsforderungen gegen den Papst
–
Tausende Kinder von Priestern vergewaltigt
6.1.2010 –
Kindsmissbrauch – Argentinischer Erzbischof und drittmächtigster
Katholik des Landes zu acht Jahren Haft verurteilt –
Erzbischof wg. sexuellen Missbrauch inhaftiert
4.2. / 5.2.2010
–
Unzählige
Seelenmorde – Zigtausende von Sex-Verbrechen von Priestern an Kindern
–
Unzählige Seelenmorde
|
Anmerkung: Diese Meldung markierte erst den Anfang einer Welle von Kinderschänder-Verbrechen, welche vor allem in Deutschland ab dem Winter 2009 und Frühjahr 2010 aufgedeckt wurden. Wegen der unfassbaren Fülle von Verbrechen, wurden einzelne Meldungen dazu nur in Der Theologe Nr. 24 a – Sexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche dokumentiert. |
7.6./8.6.2026
–
Dekan von Güterzug überrollt
–
neue erschreckende Details nach ca. 20 Jahren
– Verantwortliche von Kirche und Staat: "In
keiner Weise nach der Wahrheit gesucht"
–
Weil ein ehemaliger Ministrant mit ihm Schluss gemacht habe, habe sich der Dekan
von Lohr/Main-Spessart und Stellvertreter des Bischofs von Würzburg im Jahr 2006 von einem
Güterzug überrollen lassen, so die Überlieferung, die von Selbstmord ausging, da
keine Fremdeinwirkung festgestellt werden konnte. Zudem habe der dadurch grausam
Zerstückelte zuvor entsprechende Andeutungen gemacht. Strafrechtliche Verfahren
und Ermittlungen zum sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen wurden daraufhin
eingestellt, so auch unser damaliger Bericht.
Doch nach über 18 Jahren legte die "Unabhängige Kommission zur
Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Würzburg" (Ukam) einen
800-Seiten umfassenden Bericht vor, durch den doch noch einige der
verschwiegenen Fakten ans Tageslicht kamen, ca. zeitgleich zum
Katholikentag in Würzburg. Doch wer
liest das? Zumindest das Main-Echo informierte teilweise seine Leser, und die
Ergebnisse waren erschreckend.
Nachfolgend einiges von dem, was damals verschwiegen
wurde. Es war vielfach wirklich die "Hölle im Pfarrhaus" und es waren viel mehr
jugendliche Männer unter den Opfern, darunter aus der Psychiatrie
in Lohr, dem Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und
psychosomatische Medizin, denen sich der spätere Dekan als früherer
Klinikseelsorger sexuell genähert hatte. Wir zitieren einige Passagen aus dem
Main-Echo (30.5./31.5.2026):
- "Mitunter lief der erhobenen Hauptes durch die Stadt, ohne die Menschen zu
beachten, die ihm begegneten. Vor allem bei Jugendlichen galt er jedoch als
nahbar."
- "Der junge Mann [18 Jahre alt; er war 17, als es begann]
habe sich durch die ´Übergriffe` in die Enge getrieben gefühlt, sei still und
unbeweglich gewesen. Bei dem Treffen seien auch Horrorfilme angeschaut worden.
Währenddessen habe der Priester sexuelle Handlungen an ihm vorgenommen. Das
Gutachten vermerkt, dass auf dem bei den späteren Ermittlungen sichergestellten
Rechner des Pfarrers Bilder von Szenen aus Horrorfilmen gefunden wurden, die
Körperteile und Leichen zeigen: ´ca. 80 Bilder und Darstellungen extremer Gewalt
an Menschen`."
Es kam immer wieder zu wöchentlichen Treffen. Der Priester setzte ihn immer
wieder unter Druck: "Wenn du mich abweist und meine Liebe nicht annimmst, dann
begehe ich Selbstmord und Du bist schuld."
Der missbrauchte junge Mann suchte immer wieder Hilfe, erst beim Kaplan, der es
abgelehnt hatte, den Bischof zu informieren wegen mangelnder Beweise. Dann bei
einem Pfarrer in Ruhestand, der den Weihbischof informierte. Doch der
Weihbischof habe zu ihm gesagt, "man sie ´nie immer nur Opfer, sondern auch
immer Mittäter`. Außerdem habe er ihn ermahnt, nicht über den Sachverhalt zu
sprechen, damit kein Schaden entstehe". Schließlich suchte er Hilfe bei einer
Frau außerhalb des kirchlichen Apparates, die mit ihm zur Kriminalpolizei ging,
um Anzeige zu erstatten. Bei den Ermittlungen wurden weitere Briefe und
Nachrichten des Beschuldigten an andere jungen Männer gefunden.
Schon 1993 hatte der Direktor der Psychiatrie ihn aufgefordert, sich eine neue
Stelle zu suchen, da er "die Minderbegabung und die psychische Erkrankung eines
Patienten ausgenutzt und ihn durch Geschenke gefügig gemacht" habe,
"um diesen
zu homosexuellen Handlungen bis hin zur Oralverkehr zu bringen. Außerdem habe
der Patient heterosexuellen Kontakten abschwören sollen. Der Kaplan habe dem
Patienten gedroht, sich aus dem Fenster zu stürzen, sollte er nicht über die
Handlungen des Priesters schweigen". Und der Mediziner hatte Befürchtungen für
weitere Übergriffe, auch auf einen Patienten, "den er als labil und
widerstandsunfähig beschrieb" oder auf einen Patienten, dem der Priester einen
größeren Geldbetrag geliehen habe. Nun wurde es auch dem Erzbischöflichen
Ordinariat offiziell gemeldet.
Doch weil der Sexualverbrecher im Talar das
meiste abstritt und lediglich von "ganzheitlicher Betreuung" sprach und dass er
sich nichts vorzuwerfen habe, gingen Kirche und Staat nun gegen den ärztlichen
Direktor der Psychiatrie vor, der auch "den Ruf der Klinik in Gefahr"
sah, "bis
es schließlich zum Gespräch zwischen dem Weihbischof [Helmut Bauer], dem Justiziar des
Ordinariats, dem staatlichen Regierungspräsidenten [Dr. Franz Vogt], dem staatlichen
Bezirkstagspräsidenten
[1993 Franz Gerstner, CSU], dem Klinikseelsorger und dem ärztlichen Direktor kam.
Das Ergebnis war, dass der Seelsorger weiter seine Tätigkeit in der Klinik
ausübte und der Bezirkstagspräsident den Klinikleiter aufforderte, die
´Ehre` des Priesters wiederherzustellen."
In dem Schreiben des Bistums "im Namen des Bischofs"
[Paul-Werner Scheele]
an die staatlichen Behörden war dem verantwortungsvollen Arzt stattdessen
"kriminelles" Tun vorgehalten worden. Das Main-Echo schreibt:
"Wörtlich heißt es im Gutachten: ´Seine [des Klinikpfarrers]
persönliche Ehre sowie die Ehre der Kirche müssten ´mit
allen Mitteln` geschützt werden.` Dem ärztlichen Direktor wurden´ "böse
kriminelle Unterstellungen` nachgesagt."
(30.5./31.5.2026)
"Die
Beteiligten des Bistums hätten, statt dem Vorwürfen nachzugehen, den Spieß
umgedreht und dem Klinikleiter eine angeblich strafrechtlich relevante
Ehrverletzung des Pfarrers vorgeworfen
–
und dessen Vorgesetzten eingeschaltet."
(3.6./4.6.2026)
Damit wurde der Direktor, der weitere Sexualverbrechen an Patienten verhindern
wollte, von Staat und Kirche in die Knie gezwungen, seine Maßnahmen zu
widerrufen, und der Priester konnte in der Klinik drei weitere Jahre
sein Unwesen treiben, bevor er zum Dekan und in dieser Funktion auch zu einem
Vertreter des Bischofs von Würzburg gewählt wurde und wo er sich in seinem neuen
Pfarrhaus nun neue Opfer suchen konnte.
18 Jahre später wurde der Arzt und Klinikdirektor nun rehabilitiert, und er
schreibt im Rückblick entlarvend für die Vertreter von Staat und Kirche:
"Nach meinem Eindruck wussten alle Beteiligten, dass meine
Ausführungen zu dem wiederholten sexuellen Missbrauch an einem
widerstandsunfähigen Patienten in der Forensik durch den Krankenhausseelsorger
stimmten. In diesem Gespräch wurde jedoch in keiner Weise nach der Wahrheit
gesucht." (Main-Echo,
3.6./4.6.2026)
Ereignisse ab 2005 chronologisch geordnet
8.3.2005
–
Tod durch
Erfrieren: Engagierte Lutheranerin brachte sich um und nahm ihre drei Kinder mit
–
Lutheranerin brachte sich und Kinder um
5.8. / 15.8.2005 / 16.5.2006 –
Evangelische Kirchenchristin brachte neun
Säuglinge um – Evangelischer Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) lenkt ab und
beschuldigt die DDR –
Säuglingstötungen durch evangelisches Kirchenmitglied
7.12.2005 /
13.10.2006 – Private Hinrichtungen:
Evangelischer Aushilfskantor brachte drei Menschen um –
Aushfilfskantor als dreifacher Mörder
19.1. / 22.2.2006 –
Katholische Pfarrgemeinderätin zu
lebenslänglicher Haft verurteilt – Neun hilflose Menschen getötet –
Pfarrgemeinderätin ermordet neun hilflose Menschen
20.2. /
22.2.2006 –
Bundesrepublik Deutschland – Der Missbrauch von
Kindern und Jugendlichen in den kirchlichen Heimen –
Erst allmählich
fällt Licht auf ein bislang dunkles Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.
5.6. / 14.6.2006
–
Nach intensivem Bibelstudium fünfjährige Tochter
zu Tode geschüttelt? Vater verhaftet –
Tochter
nach Bibelstudium zu Tode geschüttelt
31.8.2006 –
Kirche beschließt öffentliche Ächtung eines
vergewaltigten 11-jährigen Kindes und Verbannung in die ewige Hölle – weil wegen
gesundheitlicher Gefahren eine Abtreibung vorgenommen wurde
–
Kirchliche Ächtung eines vergewaltigten Kindes
22.9.2006 –
Ausschreitungen von Katholiken in Indonesien
–
In Indonesien
liefern sich Katholiken (ca. 4 % der Bevölkerung) und Protestanten (ca. 8 %)
einerseits und Moslems andererseits (ca. 87 %) seit Jahren furchtbare Gemetzel mit zahllosen Toten.
Jetzt wurden auf der Insel Sulawasi drei
Katholiken hingerichtet, die
dafür verurteilt wurden, im Jahr 2000 Übergriffen auf Moslems angezettelt zu
haben, die zu Ausschreitungen zwischen Muslimen und Kirchenchristen führten (ca. 1000 Tote).
Nun kam es erneut zu Gewaltexzessen aufgebrachter Kirchenanhänger mit
Brandstiftungen, Plünderungen sowie Attacken gegen staatliche Gebäude (dpa,
22.9.2006). Papst Benedikt XVI. hatte vergeblich versucht, die Hinrichtungen
der drei zu verhindern, die erklärt hatten, sie seien unschuldig. Die Gewalt von
katholischer Seite verurteilte er anscheinend nicht bzw. es gibt derzeit keine
Berichte darüber.
Wird hier
ein endzeitliches Szenario vorweg genommen, das bald auch auf andere Länder
übergreift? Jede Seite rechtfertigt neue Massaker und
gewalttätige Übergriffe dabei auch mit den Massakern und gewalttätigen
Übergriffen der anderen Seite. Die darin verwickelten Mitglieder der
römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Kirche sollten sich als erstes
ausdrücklich von Jesus von Nazareth distanzieren, und sich dazu bekennen:
"Wir
stehen in der Tradition der Päpste, die Krieg und Gewalt als mögliches Mittel
der Auseinandersetzung befürworteten, und von
Martin
Luther, der im Konfliktfall auch Massaker befürwortete, und wir bekennen
uns zur Lehre vom ´gerechten Krieg`, so wie er im Katholizismus und
Protestantismus bis heute geglaubt wird. Doch mit Jesus, dem Christus,
haben wir nichts zu tun."
Dies wäre auch ein deutliches Signal an die islamische Welt, dass einerseits
Kirche, Vatikan und Luthertum und andererseits christlicher
Glaube in der Nachfolge des Jesus von Nazareth im Kern Gegensätze sind.
PS: Welche Macht die Kirche in Indonesien
– trotz der
zahlenmäßigen Übermacht der Moslems –
teilweise hat, zeigt auch folgendes Beispiel aus dem Jahr 2005: Ein Mann, der
eine römisch-katholische Hostie nicht während der Veranstaltung zerkaute und
schluckte, sondern mit nach außen nahm, wurde beobachtet, denunziert,
festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt. Mehr zu konfessionellen Gewalt
in Indonesien siehe auch
hier.
4.10. / 7.10.2006 –
Evangelische und katholische Heime in der
Bundesrepublik – ein Ort von Leiden und Qualen –
Kirchliche Heime, ein Ort von Leiden und Qualen
7.10.2006 / 18.4. / 29.6.2007 / 12.4.2010 –
Von schwer kranken Patienten genervt? Engagiertes evangelisches Gemeindemitglied
bringt vier, fünf, sechs oder mehr Menschen um / Sie möchte 5. Gebot ("Du sollst
nicht töten") ändern –
Die Krankenschwester Irene Becker (54) aus Berlin-Reinickendorf
arbeitete auf der kardiologischen
Intensivstadion des Berliner Klinikums Charité.
12.11.2006 / 17.6.2007
–
Evangelische Kirche kommt nicht
zur Ruhe: Drogenhandel, Diebstahl, Selbstmorde –
Küster erhängt
aufgefunden
11.1. /
5.9.2007 –
1010
Kinderporno-Bilder und zwei Videos bei hohem katholischen Kirchenjuristen gefunden
/ Pädophilie in der Kirche weit verbreitet
– Auf einer ihrer Internetseiten wirbt ein deutsches Bistum für das
Elisabethjahr 2007 (vgl. dazu
elisabeth_von_thueringen.htm), und gleich daneben wird
u. a. der
Vorsitzende Richter des Kirchlichen Arbeitsgerichts vorgestellt (Anmerkung:
Der Link auf die Seite des Bistums, wo der Richter mit vollem
Namen genannt wird, wurde von uns entfernt, nachdem dessen Anwalt uns am
4.9.2007 mit Hinweis auf das "allgemeine Persönlichkeitsrecht"
erklärte, dass eine
"identifizierende Berichterstattung" in diesem Fall nicht mehr
zulässig sei).
Auf dessen Computer wurden Ende vergangenen Jahres
1010 kinderpornografische Fotos und zwei
entsprechende Videos gefunden.
26.2.2007 –
Streit um Sex: Evangelischer Bibelfanatiker ersticht
seinen Sohn
– Seit vielen Jahren versuchte der 12-fache
Familienvater Karl K. aus Ratzeburg, andere Menschen zu einem Leben nach der
Bibel zu bekehren. Den Mord an seinem Sohn rechtfertigte er damit:
"Ich musste es tun", so
der Vater. Mit seiner Tat habe er eine Todsünde verhindert. Gott sei sein Zeuge.
Mit dieser letzten tödlichen
"Züchtigung" hat der Vater die Bibel auf seiner Seite. So heißt es im 5. Buch
Mose: "Wenn jemand
einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters
und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht
gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der
Stadt führen und zu dem Tor des Ortes ... So sollen ihn steinigen alle Leute
seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun
..." (18-21).
Mehr dazu
hier.
17.6. / 28.10.2007 / 21.8.2008 –
Vergewaltigungen von Kindern und mafiaähnliche Vorfälle in "evangelischem" Dorf
/ Bedenkliche Rolle der Kirche
–
Vergewaltigungen im evangelischen Eschenau
18.9. / 20.9.2007 –
Streng gläubige Katholikin warf ihr
Neugeborenes aus dem 10. Stock – Die Mutter
(Monika K. aus Hamburg, 27 Jahre alt, "streng gläubige Katholikin"), die ihr Neugeborenes 30 Minuten nach der Geburt in
eine Plastiktüte steckte und von einem Hochhausbalkon warf, kommt mit einer
milden Strafe davon: drei Jahre und neun Monate Haft für Totschlag wegen
verminderter Zurechnungsfähigkeit.
Bevor sie das Verbrechen gestand, hatte sie noch ihren islamischen Freund der
Tat bezichtigt:
22.10.2007 –
Ex-Priesteramtskandidat vergewaltigte
wahrscheinlich über 200 Jungen – Der gläubige Katholik Christopher
Paul Neil (32) aus Maple Rich/Kanada soll
"Hunderte Kinder"
vergewaltigt haben
29.10.2007 –
Katholik als "einer
der kaltblütigsten Täter der deutschen Justizgeschichte"
– Ronny Rieken brachte in den 90er-Jahren zwei Mädchen um,
vergewaltigte mindestens 14 weitere. Welche Bedeutung hat die
Konfessionszugehörigkeit? Dazu eine Frage an die konfessionellen Weltanschauungsbeauftragten: Wie hätten sie reagiert,
wenn Rieken keiner der "Söhne und Töchter der Kirche" gewesen wäre, sondern einer religiösen
Minderheit angehört hätte?
Siehe
spiegel.de.
28.4. / 5.5.2008 –
"Inzest-Drama" in katholischer Familie in Österreich – Verhinderte kirchliche "Anti-Sekten-Stimmung"
frühere Aufklärung? –
sexuelle_vergehen.htm#Inzest
26.5.2008 / 22.1.2009 –
Er hat sie
gebeten, sich nicht umzudrehen, und sie glaubte an eine Überraschung:
Lutherischer Landeskirchenmusikdirektor ersticht seine Frau / Kurz darauf "besuchte er seine
Lieblingskirchen" und musizierte bei evangelischer Trauung / Täter "schiebt die Schuld indirekt auf Gott" /
Lebenslängliche Haft –
Landeskirchenmusikdirektor ersticht Ehefrau
25.3.2009 –
Streng gläubige
Katholikin erschlägt Mutter mit Kruzifix –
Im weltberühmten
katholischen Wallfahrtsort Lourdes in Frankreich erschlug eine 34-jährige streng
gläubige Katholikin ihre 81 Jahre alte ebenfalls streng gläubige Mutter im
Schlaf. Die Tatwaffe: Ein Kruzifix.
Die Täterin hatte sich eigenen Angaben zufolge zuvor in einer "Vision" "als
Teufel gesehen" (Abendzeitung, 25.3.3009). Nach dem Mord hatte sie selbst
die Polizei alarmiert.
Warum wir eine solche Meldung dokumentieren, siehe hier.
12.4. / 7.5. / 31.7.2009 –
18-Jähriger in
Haft und
sein Freund hat bereits gestanden: Gläubiger junger Mann hat in der Nacht zum Karfreitag
seine
ganze Familie erschossen / Anklage: Er wollte an das Geld seiner Familie
25.9. / 28.9. / 8.10.2009 –
Dreifach-Mord
an Kindern: "Streng katholisch" aufgewachsene Pfarramtssekretärin überschüttet ihre drei Kinder und sich
mit Benzin und zündet alle an – Sie war die "gute Seele der Gemeinde"
und sei jetzt beim "Herrn"
– Bestialischer Feuermord bei Berlin –
Pfarramtssekretärin zündet ihre Kinder an
17.11. / 2.12.2009
–
Großbritannien: Waisenkinder über kirchliche Einrichtungen als Zwangsarbeiter
und Sex-Objekte nach Australien deportiert
– bis in die 70er-Jahre des 20.
Jahrhunderts. (fr-online.de)
Betroffen sind ca. eine halbe Million Kinder seit Ende des 2.Weltkriegs. Die
Regierung Australiens hat sich jetzt entschuldigt, die Kirchen noch nicht. Doch
auch aus Deutschland werden immer mehr Grausamkeiten enthüllt. 75 % aller Heime
waren dort in kirchlicher Hand.
Siehe
Unvorstellbares Leid in der Bundesrepublik Deutschland: Folter und
Gewaltherrschaft in den kirchlichen Kinderheimen
–
Folter in kirchlichen Kinderheimen
30.11.2009 –
Katholische Hilfsorganisationen unterstützten Rebellen, die im Kongo Massaker
verübten
–
Siehe
taz.de,
27.11.2009 –
Aufgrund von Massakern ist unseres Wissens bisher noch kein Katholik
exkommuniziert worden.
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Ausgabe Nr. 24 b: Nichtsexuelle Verbrechen und Vergehen in der Kirche Ausgabe Nr. 21: Pfarrer Klaus Geyer und die
evangelisch-lutherische Lehre vom grausamen GottAusgabe Nr. 105: Gewaltopfer der Priester: Wehrlose Kinder und das Übel der Vertuschung und Verjährung
Und:
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