DER THEOLOGE
Nr. 104


Jenseitsvorstellungen der Priester-Religionen und der Freie Geist


Teil 1: Priester-Religionen der Antike und die Übernahme des Religionssystems durch die Vatikankirche

Einführung

Warum sind immer wieder Propheten gekommen und was ist ihre Botschaft?

Jesus von Nazareth wusste um die Reinkarnation und um den Weg, die Reinkarnationen zu beenden

In Gott gibt es keine Religionen

Priester, die Erfinder der Religionssatzungen und ihr niederträchtiger Kampf gegen Religionsabweichungen

Schamanen, Medizinmänner, Totenbeschwörer

Das System Baal - die Manifestation dämonischer Energien

Der Totenkult in Ägypten

Hades und Tartaros: Der Totenkult im antiken Griechenland

Die Verschärfung der griechischen und römischen Höllenlehre durch die katholische Kirche

Das System Baal entwickelt sich weiter nach unten: Aus Römisch-heidnisch wird Römisch-Katholisch


Priester gegen den "Freien Geist": "Das Wort muss weg"

Also sprach Zarathustra ...

Der Mithras-Kult

Jenseitsvorstellungen im Judentum

Teil 2: Die Jenseitslehren der römisch-katholischen Religion

Der Kirchenheilige Augustinus: "Stets brennende und nie sterbende Menschenleiber"

Der menschenfeindliche Zynismus des "heiligen" Thomas von Aquin

Papst Benedikt XVI. droht mit ewiger Hölle

Teil 3: Die evangelischen Kirchen, Anglikaner, Charismatiker, Orthodoxe (folgt)
Teil 4: Hinduismus, Buddhismus, Islam und andere (folgt)

Foto: Gemälde von Michelangelo, entstanden zwischen 1536 und 1541, das zeigt, wie sich der Maler das Hineinwerfen der Verdammten in die Hölle vorstellt; gemeinfrei



Teil 1 - Priester-Religionen der Antike und die Übernahme des Religionssystems durch die Vatikankirche

Einführung: Die Frage nach dem, was das Sterben und der Tod für einen Menschen bedeutet, gehört zu den wichtigen Menschheitsfragen. In den meisten Religionen wird an ein Weiterleben nach dem Tod geglaubt. Doch sie unterscheiden und widersprechen sich bei den Antworten auf die Frage, wie sich die Gläubigen dieses Weiterleben vorstellen sollen. So lehren Kircheninstitutionen wie die katholische, orthodoxe und evangelische Kirche in ihren Dogmen und Bekenntnisschriften eine angebliche Hölle, die ewig dauern und aus der es für die dorthin Verbannten kein Entkommen mehr geben soll. Dabei berufen sie sich meist auf ihre Bibeln. Doch die Aussagen in diesem Buch sind vielfach widersprüchlich und unklar, so dass es in unserer Zeit unzählige kirchliche Konfessionen und Gruppen gibt, von denen jede dieses Buch und seine Aussagen anders interpretiert, eben gemäß der jeweiligen Satzungen.

Doch wie zu allen Zeiten, so sandte Gott auch in unserer Zeit einen Propheten, um die Menschen über die Wahrheit aus dem Reich Gottes aufzuklären. Dies hatte bereits Jesus, der Christus, der größte Prophet, angekündigt, und es ist nachzulesen im Johannesevangelium der Bibeln, wo es heißt: "Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen." (Johannes 16, 12 ff.)
Seit über 40 Jahren offenbart sich nun [2018] der Christus-Gottes-Geist durch Seine Prophetin Gabriele, und Er führt alle Menschen guten Willens in die ganze Wahrheit aus dem Reich Gottes, und Er tut dies in einem Umfang und in einer Fülle wie noch niemals zuvor. Zu diesen Wahrheiten gehört auch das Wissen um die Unsterblichkeit der Seele.
 
Nur der materielle, der von Menschen gezeugte Körper, in den sich eine unsterbliche Seele für die Dauer eines Menschenlebens inkarnieren kann, ist vergänglich. Er bleibt auf der Erde zurück und wird wieder zu Erde und Asche, während die inkarnierte Seele, nachdem sie den Körper verlassen hat, in den so genannten jenseitigen Welten weiterlebt.
Der Christus-Gottes-Geist bringt uns auch nahe, dass Gott nicht in Kirchen aus Stein wohnt. Sondern Er ist gegenwärtig in Seiner ganzen Schöpfung und so auch im Ur-Grund einer jeden Seele und eines jeden beseelten Menschen, "Gott in uns". Und Gott kennt keine Religionen, keine Konfessionen, keine Priester, keine Pfarrer, keine Vorbeter, keine religiösen Führergestalten. Gott ist der Freie Geist, das Himmelsgesetz der Gottes- und Nächstenliebe.

Warum sind immer wieder Propheten gekommen und was ist ihre Botschaft?

Weil wir Menschen uns aber in unserem Verhalten, Denken und Empfinden von Gott und dem Ur-Grund unserer Seele abgewandt haben, können wir Gott nicht mehr in uns vernehmen. Aus diesem Grund spricht Er, der Ewige, seit Zeiten von Zeiten immer wieder durch Prophetenmund, um Seinen Menschenkindern Orientierung über die Bedeutung ihres Menschenlebens zu geben. Alle wahren Gottespropheten und -prophetinnen von Abraham bis Gabriele lehrten und lehren uns immer die Gottes- und Nächstenliebe, und sie lebten und leben sie uns vor. Denn Gott ist nicht wandelbar.
Und jeder Mensch, der sein Leben in diese Richtung lenkt, entwickelt die Freiheit von allen äußeren Religionen, um auf diesem Weg auch Gott in sich zu erfahren.
In unserer Zeit geht der Ruf des Christus Gottes wieder unverfälscht in die Welt hinaus durch Gabriele, Seine Prophetin und Botschafterin, und er lautet sinngemäß: Fürchtet euch nicht! Gott ist kein strafender, kein richtender und kein verdammender Gott, sondern Gott ist die Liebe.

So wissen wir heute durch diese Botschaft aus dem Reich Gottes auch: Keine Seele ist verloren. Es gibt keine ewige Verdammnis, und Gott schickt niemanden nach dem so genannten Tod in eine Hölle. Sondern jeder Mensch ist letztlich sein eigener Richter im Gesetz von Saat und Ernte, was auch in den Bibeln der Kirchen nachzulesen ist, in der geschrieben steht: "Was der Mensch sät, das wird er ernten." (z. B. Galaterbrief 6, 7)
Diese Ernte kommt auf einen Menschen entweder noch in diesem seinem irdischen Leben zu, oder sie erfolgt für die Seele in den jenseitigen Welten. Oder die Saat geht bei einem Menschen in einem weiteren Erdenleben auf, nachdem die Seele durch Reinkarnation wieder in einen anderen irdischen Körper auf die Erde zurückkehrt ist. Keine Energie geht also verloren, was zu den eindeutigen physikalischen Grundsätzen in der Wissenschaft gehört.

Jesus von Nazareth wusste um die Reinkarnation und um den Weg, die Reinkarnationen zu beenden

Auch Jesus von Nazareth wusste um die Reinkarnation, und in den Kirchenbibeln sind noch Spuren dieses Wissens zu finden. Immer neue Inkarnationen sind jedoch für einen Nachfolger des Jesus von Nazareth nicht das Ziel eines Erdenlebens. Sondern das Ziel ist die Rückkehr in die ewige Heimat, welche eine geistige Heimat ist, die allen Seelen und beseelten Menschen offen steht. Dorthin kehrt eine von ihren Belastungen gereinigte Seele einst zurück, wenn sie gelernt hat, wieder nach den Prinzipien des Reiches Gottes zu leben. Das sind die absolute Freiheit, die Gleichheit, die Geschwisterlichkeit und die Einheit mit allem Leben, woraus sich auch die Gerechtigkeit ergibt.
Der Weg dorthin, den uns Jesus von Nazareth nahebrachte und den das Reich Gottes durch Gabriele, die Prophetin Gottes in unserer Zeit, in allen Facetten lehrt, ist, wie bereits erwähnt, der Weg der Gottes- und Nächstenliebe gegenüber Menschen, Tieren und der ganzen Schöpfung Gottes. Am Beginn dieses Weges stehen die Selbsterkenntnis, die Reue über das eigene Fehlverhalten, die gegenseitige Vergebung der Menschen untereinander und die Umkehr. Auf diesem Weg kann jeder willige Mensch und jede Seele das Reich Gottes in sich wieder erschließen, wie es Jesus von Nazareth lehrte, "Das Reich Gottes ist inwendig in euch" (Lukasevangelium 17, 21) oder, wie es ebenfalls sinngemäß in den Bibeln steht:
"Ihr seid der Tempel des Heiligen Geistes." (1. Korintherbrief 3, 16; 6, 19)

Die einmaligen Offenbarungen aus dem Reich Gottes, gegeben in den letzten über 40 Jahren durch Gabriele, die Prophetin und Botschafterin Gottes, geben auch Antworten auf die vielen ungelösten Fragen in den verschiedenen Religionen.

In Gott gibt es keine Religionen

Jeder kann natürlich glauben, was er möchte, und jede Religion stellt ihre eigenen Glaubenssätze und Dogmen auf, darunter ein Glaube an angeblich ewige Höllenstrafen wie in den Kirchen. Aber Gott lehrt es anders. In Gott, dem All-Geist, gibt es keine Religionen, denn Er ist der Freie Geist, ohne Priester, ohne Sakramente, ohne Dogmen, ohne Rituale und ohne Mitgliedschaften. Jenes sind Attribute der Religionen, und jede Religion hat auch äußere Strukturen und meist auch zahlende Mitglieder, so wie jeder Verein zahlende Mitglieder hat. Wer zahlt, gehört dazu, und er bejaht die jeweilige Satzung, in diesem Fall die jeweiligen Dogmen, Bekenntnisse und Rituale.
Doch bei Gott, dem Ewigen, dem Vater-Mutter-Gott, und bei dem Christus Gottes gibt es das nicht.
Welcher Gott wird dann aber gemäß der Satzung des jeweiligen Vereins oder gemäß den jeweiligen Grundlagen und Strukturen in den einzelnen Religionen angebetet?

Foto: Gemälde von Hieronymus Bosch, entstanden zwischen 1500-1504, das zeigt, wie sich der Maler die Auferstehung des "Gesegneten" vorstellt; gemeinfrei

Priester, die Erfinder der Religionssatzungen und ihr niederträchtiger Kampf gegen Religionsabweichungen

Eines lässt sich dabei grundsätzlich feststellen: Es waren und sind immer Theologen, Schriftgelehrte oder Priester, welche diese Satzungen geschrieben haben, zusammengefasst die Priesterkaste. Von Gott, dem Ewigen, stammt solches nicht. In Ihm hat einzig das Gesetz der Gottes- und Nächstenliebe Bestand. Die Priesterreligionen, gleich wie sie sich nennen, behaupten jedoch, ihre Vorschriften und Satzungen kämen ebenfalls von Gott. Priester inszenieren sich in ihrer jeweiligen Religionsgewandung als selbsternannte Vermittler zu Gott oder den Göttern. Und zu allen Zeiten waren und sind es die Priester, die sich anmaßen, Bedingungen dafür festlegen zu können, die angeblich über Wohlergehen oder Leiden der Seele im jenseitigen Weiterleben entscheiden.

Die Priestermeinungen über das Jenseits können weder bewiesen noch widerlegt werden.
Doch eine Religionsabweichung vom herrschenden System, eine so genannte "Häresie" oder "Ketzerei", ein angeblicher "Irrglaube" wird dabei in unterschiedlichen Varianten oftmals als besonders "böse" dargestellt und meist auf niederträchtige Art und Weise bekämpft. In den Kirchen wurde dazu auch der Rufmordbegriff "Sektierer" erfunden. Und  diesen Menschen werden Höllenstrafen angedroht und früher auch die Todesstrafe und diese nach schrecklichen Foltern auch vollzogen. Und Drohungen wiederum führten und führen bis heute dazu, den Gläubigen Angst zu machen und sie zur Unterordnung bis hin zur Unterwerfung zu nötigen und sie während ihres ganzen irdischen Lebens in Abhängigkeit vom priesterlichen Zwangskorsett zu halten.
Doch, um es noch einmal zu wiederholen: Weder Jesus, der Christus, noch einer der Gottespropheten hat jemals Priester oder Religionsführer eingesetzt. Denn Gott ist der Freie Geist, und bei Ihm gibt es keine Religion und keine Kircheninstitution.

Im ersten Teil dieser Studie möchten wir uns näher damit beschäftigen, wie man in frühen Priesterreligionen der Antike in Ägypten, Griechenland oder bei den Römern über das Jenseits dachte und was davon in noch heute praktizierte Religionsvorstellungen übernommen wurde, z. B. in den Katholizismus.

Schamanen, Medizinmänner, Totenbeschwörer, Priester

Der Ursprung der vielen Religionssysteme liegt im Bestreben von Menschen, Macht und Herrschaft über andere ausüben zu wollen. In religiösen Hierarchien wurde immer wieder gegen die Gleichwertigkeit und Ebenbürtigkeit aller Menschen und gegen die Einheit allen Lebens verstoßen. Entsprechend erfand man auch personifizierte Götter und Kulte, um diese Systeme damit zu stabilisieren.
In bestimmten Frühformen von Religionen entwickelte sich dabei ein Glaube an die Macht so genannter Schamanen bzw. Medizinmänner oder Toten- bzw. "Geisterbeschwörer" und an die Macht von Priestern. Dem Schamanen oder dem "Totenbeschwörer" wurde ein direkter Kontakt zu den "Göttern" oder zu Verstorbenen zugesprochen. Dabei ging es zum Beispiel um Anliegen der Genesung von Krankheiten, um eine vermeintliche Zukunftsschau oder um das Verhalten bei bestimmten Konflikten, weswegen diese Menschen aufgesucht wurden.

Durch die Gottesprophetie in unserer Zeit wissen wir von möglichen Einspritzungen aus dem Jenseits, aus der so genannten Astralwelt, in die Gehirne von Menschen. Und wir werden darüber aufgeklärt, dass zum Beispiel jenseitige Seelen aus niederen Beweggründen Menschen besetzen und durch diese agieren können, so wie es auch in den Evangelien der Bibeln berichtet und was mit dem Begriff "Vulgärspiritismus" bezeichnet werden kann. Solcherlei Phänomene sollen dann die Wahrheit beinhalten.
Im Laufe von Zeiten von Zeiten bildeten sich in diesen Zusammenhängen immer mehr Kulte, Rituale, Zeremonien und so genannte Sakramente heraus, die sich schließlich verfestigten und oft über viele Generationen von Priestern durchgeführt und starr verwaltet wurden.

Die Priesterkaste erfand vor allem Opferhandlungen, meist Tieropfer, verbunden mit der Behauptung, damit die Götter bzw. die jenseitigen Mächte entsprechend günstig oder gnädig stimmen zu können. Der Systemgläubige folgt diesen Anweisungen und bestärkt damit auch das Machtgebaren derer, die diese Kulte beherrschen.
Die Priesterkaste entwickelte auch einprägsame Rituale und Beschwörungsformeln in Gegenwart von Sterbenden oder anlässlich der Bestattung von Toten. Solches kennen viele Menschen in unserer Zeit etwa in Form der katholischen Zeremonie einer Letzten Ölung oder durch den Einsatz von Weihrauch oder so genanntem Weihwasser. Die Elemente dieser Kulte sollen dem Sterbenden oder Verstorbenen dann auch im Jenseits weiterhelfen, so die Versprechungen der Religionsvertreter.

Voraussetzung für die Verbreitung solcher äußeren Formen von Religion war und ist, dass die Menschen sich von dem Einen Gott und Seiner All-Liebe entfernt hatten und dass sie vom Reich Gottes als ewiger Herrlichkeit und als ihrer Heimat nichts mehr wussten, ebenso wenig wie von der Wirkungsweise des kosmischen Gesetzes von Saat und Ernte und der Möglichkeit der Reinkarnation.
Menschliche Leiderfahrungen und diffuse Ängste vor schwerem Schicksal oder Qualen im Jenseits konnten sich die angeblichen "Mittler" zu Gott dann zunutze machen, indem sie ihre Praktiken als scheinbares Gegenmittel anboten und bis heute in ihren Religionen anbieten.
Immer wieder stand die Entwicklung eines Priestertums auch in Verbindung mit Menschenopfern oder mit Todesstrafen für Menschen, die sich dem von den Klerikern verlangten Götterglauben nicht unterwarfen, meist mit dem Vorwand, um auch mit diesen Grausamkeiten angeblich die Götter zu besänftigen. Dies führt bei den Menschen zu weiteren Ängsten und zu ihrer Bereitschaft, sich der Priesterkaste zu unterwerfen.

Das System Baal - die Manifestation dämonischer Energien

Eine solche angemaßte Macht über Leben und Tod im Diesseits und im Jenseits, die sich die Priesterkaste unterschiedlicher Gewandungen immer selbst zugeschrieben hat, findet sich auch in den Bibeln der Kirchen. Dort fordere angeblich Gott durch Mose die Todesstrafe für Ungehorsam gegenüber einem Priester (5. Mose 17, 12), oder er verlange durch einen anderen Übermittler angeblich die Tötung eines ganzen Nachbarvolkes (1. Samuel 15, 3.18). Und schließlich solle Gott einen König verworfen haben, da dieser diese Tötungsbefehle nicht umfassend ausgeführt hatte (V. 24-28). Doch in Wirklichkeit stammen alle diese Aufrufe von der Priesterkaste und den Schriftgelehrten. Denn Gott ist gegen jeden Opferkult und gegen alle Gewalt und Hinrichtungen.
An solchen Grausamkeiten zeigt sich stattdessen die Wirkungsweise des "Systems Baal", dem Gegensatz zu Gott, dem Freien Geist. Es ist das System Baal, das im Laufe der Zeiten von Zeiten auch die Priesterkaste und ihre Machtansprüche hervor brachte, gleich in welcher Religion und äußeren Gewandung. Es ist die Manifestation dämonischer Energien und bedient sich für seine Machtansprüche auch der Opferkulte bis hin zum exzessiven Hinmorden von Menschen und Tieren, und dies bis in unsere Zeit. Zu seinen Opfern gehörten immer wieder auch die wahren Gottespropheten, darunter die Gottesboten im Alten Bund wie Jesaja, Amos, Jeremia, Ezechiel, Sacharja und viele erleuchtete Männer und Frauen, die den Menschen die Wahrheit aus dem Reich Gottes nahe brachten. Dieses System bedient sich in unserer Zeit sehr oft anderer Etikette, zum Beispiel der Verächtlichmachung oder dem Rufmord an denen, die seine Gewandungen entlarven. Es ist jedoch immer das gleiche System, damals und heute, und es bedient sich vornehmlich der Religionen und seiner Priester als seinen Zugangspforten, nach dem Prinzip "Trenne, binde und herrsche".

Der Totenkult in Ägypten

So standen auch hinter der Priesterkaste der Bibel wiederum die Götzen aus den Baalskulten der heidnischen Umwelt und deren Priester. Dies lässt sich gut nachweisen, wenn man beispielsweise die in den Bibeln beschriebenen Anweisungen zur genauen Schlachtung eines Opfertieres mit den fast gleichen Anweisungen für ägyptische Priester in deren Religion vergleicht. Diese Schlachtbefehle wurden dann in den Bibeln dem Gott Israels und dem großen Gottespropheten Mose unterschoben, die damit jedoch nicht das Geringste im Sinn hatten. Denn Gott ist gegen jeden Opferkult, was Er auch immer wieder durch Seine Propheten den Menschen offenbart hat.
Die Gottespropheten des Alten Testaments waren deshalb immer die Mahner gegen die Priester. So sprach Gott, der Ewige, durch den Propheten Jesaja: "Ich habe keinen Gefallen am Blut der Stiere, Lämmer und Böcke … Das Räucherwerk ist Mir ein Gräuel." (Jesaja 1, 11.13)

Bis heute Gegenstand umfangreicher geschichtlicher Untersuchungen ist auch Totenkult in Ägypten und sein Einfluss auf andere Religionen und Kulturen. Er ist niedergelegt in einem so genannten Totenbuch, das beschreibt, was beim späteren - angeblich mit dem "Gott" Osiris und 42 weiteren Göttern besetzten - Totengericht mit dem verstorbenen Menschen geschehen soll. Ist das Urteil der Götter positiv, würden von dem Toten die Sünden "abgelöst", das heißt, er würde rituell davon "gereinigt". Der Tote bekomme dann auch seinen Körper zurück, werde also wieder mit seinem Leichnam vereinigt und würde in der Götterwelt weiter existieren. Eine Mumifizierung solle den Körper vor diesem Glaubenshintergrund vor einer Verwesung schützen. Und entscheidend solle das Urteil der so genannten Götter sein, als deren Handlanger sich wiederum die Priester inszenierten.
Die Lehre eines angeblich nicht verwesenden Leichnams ist später auch in die Satzungen der Vatikankirche eingedrungen. Laut deren Dogma "muss man … glauben", dass Gott Maria, "die große Ehre erweisen konnte, sie vor der Verwesung im Grab zu bewahren", zitiert aus dem bekannten römisch-katholischen Lehrwerk Der Glaube der Kirche von Neuner und Roos, Lehrsatz Nr. 483. Solche Behauptungen, in diesem Fall über die Mutter von Jesus von Nazareth, kommen also nicht von Gott, sondern wurden heidnischen Kulten entlehnt, wie beispielsweise dem ägyptischen Totenkult.
Gemäß diesem Priester- und Totenkult muss das Grab des Verstorbenen auch gut gepflegt werden, um sich bei diesem Tun auch immer wieder an ihn zu erinnern und auch seine Weiterexistenz im Jenseits zu sichern. Die spätere kirchliche Friedhofskultur hat hier offenbar ebenfalls eine ihrer Wurzeln.

Auch die angebliche Aufteilung des Jenseits in den Gegensatz von Himmel und Hölle entlehnte die Kirche aus vorchristlichen heidnischen Kulten. Schauen wir dazu noch einmal nach Ägypten:
Ist gemäß der Meinung der Priester das Urteil der Götter Ägyptens über einen Verstorbenen beim Totengericht negativ, würde dieser der so genannten "Vernichtungsstätte" übergeben. Dort mangele es an allem, zum Beispiel an Wasser, an Brot und Licht. Dämonische Wesen sollen an diesem Ort gemäß dieser Religionsvorstellung Köpfe abschlagen, Hälse vom Rumpf trennen, Herzen aus der Brust reißen, Blutbäder anrichten und einiges mehr. Das Hineingeworfen-Werfen in diesen jenseitigen Ort bedeute Berichten über das antike Ägypten zufolge allerdings nicht eine angebliche ewige Qual wie später in der Religion der Kircheninstitutionen. Sondern Vernichtung wurde dem Wortsinn nach verstanden als endgültiger Tod, woraufhin dieser Mensch auch aufhöre zu existieren. So wird in einer Überlieferung einmal beschrieben, wie die "Feinde" des Gottes Re dieser angeblichen Vernichtungsstätte übereignet worden seien. Und Feind konnte zum Beispiel jemand sein, der eben statt dem Gott Re den Schlangengott verehrte.
Hinter allen solchen und ähnlichen Theorien stand und steht das "System Baal" mit seiner Priesterkaste in seinen unterschiedlichen und miteinander konkurrierenden oder gar verfeindeten Gewandungen, je nach Religionsausprägung.

Hades und Tartaros: Der Totenkult im antiken Griechenland

Blicken wir weiter in das antike Griechenland:
Nach der dort verbreiteten Religionsvorstellung gelangen die Toten in den Hades, in die Unterwelt, die in mehrere Bereiche aufgeteilt sei, je nachdem, wie die Verstorbenen auf der Erde gelebt haben. Der "Hades" wird auch als ein "Reich der Schatten" bezeichnet, und allen Bereichen des Hades gemeinsam sei: Keiner könne diesen Ort je verlassen. Der tiefste und schlimmste Teil des Hades bzw. ein Bereich noch unterhalb des Hades sei der so genannte Tartaros - ein Ort dauernder Bestrafung, der mit einer Eisenmauer an einem brennenden Fluss von anderen Bereichen abgetrennt sei. Dies wurde zum Vorbild für den späteren katholischen und lutherischen Kirchenglauben einer Hölle, die angeblich ewig dauere, einer sich später entwickelnden Variante des Systems Baal; nach der ägyptischen oder der griechischen Gewandung von nun an in einer kirchlichen Ummantelung.

Im literarischen Werk Phaidon des griechischen Philosophen Platon ist einmal die Rede davon, dass diejenigen Menschen für immer in den Tartaros müssen, die "häufigen und bedeutenden Raub an den Heiligtümern begangen oder viele ungerechte und gesetzwidrige Mordtaten vollbracht haben oder anderes, was dem verwandt ist". (113e; zit. nach Neuer Wettstein, Texte zum Neuen Testament aus Griechentum und Hellenismus, Band I/2, Berlin 2001, S. 672)
An diesen so genannten "Heiligtümern", dessen Beraubung die Höchststrafe für einen Menschen nach sich ziehen solle, waren also auch in Griechenland Priester und Priesterinnen tätig, vor allem bei Tieropfern, die es auch dort gab, und bei der Kultverwaltung.
Ein solcher Religionsvertreter konnte wie "wie ein Gott verehrt worden" sein. So steht es beim Schriftsteller Homer in seinem Werk Ilias.
Die teilweise Wahl der Priester durch die politische Gemeinde begrenzte jedoch auch deren Machtanspruch, anders als zum Beispiel im späteren Katholizismus. So gilt die Priesterweihe in der Vatikankirche bis heute als in seinen Folgen immer andauerndes so genanntes Sakrament, welches dem Priester laut katholischem Kirchenrecht sogar einen angeblichen "character indelebilis" verleihe, auf Deutsch "unzerstörbaren Charakter". Das soll eine unzerstörbare Art der Gottesverbindung sein, selbst wenn dieser Priester gegen alle nur vorstellbaren Gebote verstößt. Diese Lehre ist eine Verschärfung der gegen Gott, den Freien Geist, gerichteten Glaubenstheorien im Vergleich zum antiken Griechenland, wo das Priesteramt in der Regel zeitlich befristet war.

Die Verschärfung der griechischen und römischen Höllenlehre durch die katholische Kirche

Bei den Römern, den unmittelbaren Vorläufern der bis heute weltweit verbreiteten römisch-katholischen Priesterschaft, gab es einen ähnlichen Jenseitsglauben wie in Griechenland.
Beiden gemeinsam, den Römern und Griechen in der Antike, ist zum Beispiel die Vorstellung, dass der Fluss Styx das Jenseits unüberwindbar vom Diesseits trenne. Doch gab es sowohl in der griechischen Mythologie als auch bei den Römern wenige Ausnahmen. War ein Verstorbener bei den Römern zum Beispiel feige ermordet worden, sollten der König und die Königin der Unterwelt ihn über den Fluss Styx noch einmal zurück ins irdische Leben schicken können.

Wurden bei den Römern jedoch die Götter angeblich beleidigt, sei dem Verstorbenen aber der Tartarus sicher, wie er - fast wortgleich dem griechischen Tartaros - in Rom genannt wurde. Im Tartarus der Römer würde der Verstorbene dann von so genannten Furien, das sind angebliche Rachegöttinnen, so lange bestraft, bis seine Schuld beglichen sei. Die Dauer der in diesem Sinne geglaubten Bestrafung war laut römischer Vorstellung allerdings begrenzt und richtete sich nach der gemäß dieser Religionsvorstellung definierten Schwere der Vergehen.
Ganz anders die Verdammnislehren, nachdem die römisch-katholische Kirche in den folgenden Jahrhunderten die heidnische Römer-Religion verdrängt und beseitigt hatte
. Allen voran ist hier der Kirchenheilige Augustinus zu nennen mit seiner Lehre von den unter furchtbaren Schmerzen, so wörtlich, "stets brennenden und nie sterbenden Menschenleibern" (De Civitate Dei 21, 8). Gnadenlos und unendlich soll der kirchlich Verdammte in der ewigen Hölle unter grausamen Qualen brennen, ohne jemals von diesen Qualen irgendwann erlöst werden zu können oder jemals auch nur Linderung erfahren zu können.

Das System Baal entwickelt sich weiter: Aus Römisch-heidnisch wird Römisch-Katholisch

Wer einmal nur seinen Finger für eine Sekunde in eine brennende Kerze gehalten hat, mag vielleicht ahnen, wie sich das System Baal auf diese Weise noch weiter nach unten entwickelt hat. Denn der Religionsglaube des Kirchenheiligen Augustinus von den "stets brennenden und nie sterbenden Menschenleibern" ist an vorstellbaren Grausamkeiten wohl nicht mehr zu überbieten. Und betroffen davon sollen alle Abweichler von der katholischen Lehre sein.

An anderer Stelle hat die Romkirche die Elemente des bis dahin praktizierten römischen Götzenkultes aber einfach nur vereinnahmt und übernommen, wie zum Beispiel die Funktion des Pontifex maximus, wörtlich des "größten Priesters". Der Pontifex maximus stand an der Spitze der einstigen römischen Priesterhierarchie. Er war der oberste Priester Roms – ein Titel, den die römisch-katholische Kirche dann seit dem 5. Jahrhundert stattdessen für ihre Päpste reklamiert. Damit setzte sie sich faktisch selbst als Nachfolgerin der heidnischen Götzenkulte im Römischen Reich ein.
Es geht auch bei dieser Religionsfunktion also nicht um Nachfolge des Jesus von Nazareth, wie irrigerweise behauptet wird. Sondern solche Übernahmen in die kirchliche Religion wie der Pontifex maximus machen deutlich, wie sogar direkt an die Götter- und Priesterkulte des Imperium Romanum angeknüpft wird. Jesus, der Christus, jedoch setzte weder Priester ein noch einen Pontifex maximus, und Er lehrte, keinem Menschen auf Erde den Titel "Vater" zu verleihen, geschweige denn "Heiliger Vater" (Matthäusevangelium 23, 8). Denn Er kannte nur einen "Heiligen Vater", den im Himmel, Gott, den All-Ewigen, was auch die Katholiken in ihren Bibeln nachlesen können, im Johannesevangelium. (17, 11)

Aus dem römischen Priesterkult übernahm die heutige Romkirche auch die Wesenszüge der dortigen hierarchischen Organisation – bis hin zur angemaßten Macht über das Geschehen nach dem Tod.
Was heute zum Beispiel die katholischen Kurienkardinäle und weitere vatikanische Funktionsträger sind, kann mit den "Pontifices" im antiken Rom verglichen werden, deren Aufgabe laut der Internet-Seite imperium-romanum.info wie folgt beschrieben wird: "Im Detail umfasste dies, den Senat, Beamte und Privatleute über die Richtigkeit und Wirksamkeit kultischer Handlungen … zu beraten … Sie besaßen das Monopol des Wissens um die Kultsprache und kultischen Handlungen."
Sie verfügten angeblich auch über die richtige Interpretation außergewöhnlicher Naturereignisse, und sie "beaufsichtigten alle Aspekte der Leichenversorgung".

Die katholische Nachfolge-Religion der heidnischen Römer-Religion verlangt bis heute in ihrem Absolutheitsanspruch aber nicht nur das Monopol auf die Richtigkeit religiöser Handlungen, sie verlangt - auch hier gleich dem diktatorischen antiken Kaiserkult - komplette Unterwerfung. Ein Beweis dafür lautet in den bis heute katholisch verbindlichen Dogmensammlungen wie folgt: "Dem römischen Papst sich zu unterwerfen, ist für alle Menschen unbedingt zum Heile notwendig. Das erklären, behaupten, bestimmen und verkünden Wir." (zit. nach Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 430)

Und die Päpste, das ist bekannt, fordern eben wiederum den Glauben an eine ewige Hölle. Oder der Mensch, der das System nicht vorbehaltlos bejaht, wird eben mit dieser so geglaubten ewigen Verdammnis bedroht. In den römisch-katholischen Dogmensammlungen steht bis heute katholisch verbindlich: "Die Strafe für die persönliche Sünde aber ist die Pein ewiger Hölle" (zit. nach Neuner-Roos, Der Glaube der Kirche, Lehrsatz Nr. 895). Und die so genannte "Häresie", also eine abweichende Religionsmeinung, zählt für den Vatikanglauben sogar als eine persönliche Todsünde. Generationen von papst- und kirchengebundenen  Menschen litten und leiden bis heute unter solchen unbarmherzigen Kirchenlehren. Daran hat auch Papst Franziskus trotz geschickt vorgetragener wohlklingender Reden nichts geändert.

Priester gegen den "Freien Geist": "Das Wort muss weg"

Doch wir wissen heute durch die Botschaften aus dem Reich Gottes: Es gibt keine ewige Verdammnis, und Gott schickt niemanden nach dem Tod in eine Hölle.
Es waren und sind immer Priester und Theologen, die strafende und richtende Götter erfunden haben und sich gleichzeitig Lehren erdachten, wie diese Mächte angeblich zu besänftigen seien. Damit halten sie ihre Gläubigen seit Jahrtausenden in Abhängigkeit und Unterwürfigkeit gegenüber ihrem Machtanspruch nach dem Prinzip "Trenne, binde und herrsche".
Ihre Lehren sind bis heute eine Kampfansage gegen Gott, den Freien Geist, und gegen Sein ewiges Wort durch Seine wahren Propheten, die den Menschen den unmittelbaren Weg zum Herzen Gottes lehrten und lehren: "Der Freie Geist – Gott in uns" - ohne Priester und Religionssatzungen, ohne eine Hierarchie von Oben und Unten, sondern nach dem göttlichen Prinzip "Verbinde und sei".

Zu allen Zeiten sandte Gott, der Ewige, der Schöpfer des ganzen Universums, Seine Prophetinnen und Propheten, Seine Wortträger, von Abraham bis Gabriele und bereits in den Zeiten vor Abraham. Alle Gottesboten lehrten und lehren die Menschen den Gott der Liebe und Seine Botschaft der Gottes- und Nächstenliebe, die auch das Tierreich und die ganze Schöpfung einschließt.
Immer jedoch versuchte das System Baal, die Manifestation dämonischer Energien auf dieser Erde, das befreiende Wort Gottes zu beseitigen, gemäß seinem höllischen Motto "Das Wort muss weg". Und seine Vertreter waren und sind zu allen Zeiten Priester und Religionsführer unterschiedlicher Religionen, die sich als Mittelsmänner zu Gott ausgeben, obwohl Gott und der Christus Gottes niemals solche Vermittler eingesetzt haben, weder Priester noch Päpste.

Christus lehrte in Jesus von Nazareth und heute in unserer Zeit durch das Prophetische Wort: "Du selbst bist der Tempel des Heiligen Geistes" und "Gott wohnt in dir". Also: Gott in uns.
Jeder kann natürlich einer der vielen Religionen oder Konfessionen und ihren Priestern und Theologen folgen, wenn er das möchte, denn jeder hat die Freiheit. Bei Gott, dem Ewigen, den uns Christus lehrte, gibt es jedoch keine Religion. Er ist der Freie Geist, gestern, heute und zu allen Zeiten.

Also sprach Zarathustra ...

Er stammt ursprünglich aus Persien bzw. dem Vorderen Orient. Zarathustra lebte um 600 v. Chr. Auch dort wurde ein Strafgericht gelehrt, eine Art Feuerbad. Dieses soll den Verstorbenen jedoch nicht vernichten wie in Ägypten oder ewig und pausenlos quälen wie beim Katholizismus, sondern es soll die Seele läutern, verbunden mit der Hoffnung einer Auferstehung zu den "guten" Menschen. Auch wird ein kommender Erlöser angekündigt, der die Menschen vom Bösen reinige, was als ein Hinweis auf Christus verstanden werden kann. Es komme auf die "guten Werke" des Menschen an, was eine Art religiöser Gegenpol zu den orgiastischen und blutrünstigen Mithras-Kulten war und manches vorweg nahm, was später durch Jesus von Nazareth auf die Erde kam. Diese Vorstellungen haben auch Mani und die Manichäer geprägt. Die Priesterkaste hatte sich aber auch dieses Glaubens bemächtigt und dort wie in anderen äußeren Religionen einen Kult und verschiedene Weihegrade installiert und wohl auch über "Gut" und "Böse" letztlich entschieden.

Der Mithras-Kult

Der Mithras-Kult entwickelte sich in Anlehnung an den persischen Gott Mithras als vermeintlicher Verkörperung der Sonne. Auch dort wird die Unterscheidung zwischen den "Guten" und den "Bösen" anhand priesterlicher Dogmen und Vorschriften getroffen. In der Vorstellungswelt des Mithras-Kultes gibt es am Ende der Welt eine Schlacht zwischen den Kräften des Lichts und den Kräften der Finsternis. Für Gläubige, die sich den Dogmen der Priester des Gottes Mithras angeschlossen hatten, gebe es in diesem "Jüngsten Gericht"die Möglichkeit, sich den "Geistern des Lichts" anzuschließen und damit "gerettet" zu werden. Die Seele steige dann wieder zu den Sternen auf. Oder sie wird als Ablehnende dieser Weltsicht zusammen mit dem bösen Geist Ahriman (der auch bei Zarathustra der Gegenspieler des "Guten" ist) und den gefallenen Engeln (das seien Schutzgeister, die versagt hatten) in einem Feuerschlund in Pech und Schwefel versinken. Also ein weiterer priesterlicher Vernichtungsglaube.

Jenseitsvorstellungen im Judentum

Das Judentum hat offenbar keine einheitlichen Jenseitsvorstellungen entwickelt, wurde aber von Priestern und anderen Religionsführern beherrscht, z. B. aus der Laienbewegung der Pharisäer, bis hin zu dem Gebot: "Und wenn jemand vermessen handeln würde, dass er dem Priester nicht gehorcht, der dort im Dienst des HERRN, deines Gottes, steht, oder dem Richter, der soll sterben." (5. Mose 17, 12)
Gläubige Juden sind stets darauf bedacht, ihre Gebote (613 an der Zahl) zu erfüllen, um ihr Leben im Jenseits nicht in der "Scheol" fristen zu müssen. Die "Scheol" sei das Totenreich, vergleichbar dem griechischen Hades. Dazu steht im Lexikon zur Bibel, herausgegeben von Fritz Rienecker, Wuppertal 1988, unter dem Stichwort "Hölle" zu lesen: "Scheol und Hades meinen nicht den endgültigen Strafort, sondern das Totenreich, die Unterwelt." In den Bibeln wird es unter anderem beschrieben in 1. Samuel 2, 6 ("Der Herr führt in die Scheol hinab und führt auch herauf"); Psalm 16, 10 ("Denn du überlässt mein Leben nicht der Scheol"); 49, 16 ("Doch Gott wird mich auslösen aus der Gewalt der Scheol").

Nach der Legende würde Abraham in die Scheol hinabsteigen und die Seelen der Ungerechten zu sich herauf holen dürfen, wenn sie genügend gebüßt und ihre Sünden gesühnt hätten, was in der Erzählung vom "reichen Mann und armen Lazarus" im Neuen Testament als Glaube zugrunde liegt und was man im frühen Christentum auch über Jesus von Nazareth glaubte: Unmittelbar nach der Kreuzigung sei Er "hinabgestiegen in das Reich des Todes", das wird im kirchlichen Glaubensbekenntnis bis heute gebetet.
Was allerdings "Sünden" sind, das wird auch hier von der Priesterkaste, den Pharisäern oder anderen intellektuellen Schulen bestimmt, und dafür wird wie in allen Priesterkasten der Name Gottes missbraucht.

Ein anderes Wort für einen jenseitigen Ort der Gottferne voller Schmerzen ist "Gehenna". Er ist benannt nach dem Tal im Süden von Jerusalem, auch "Tal der Verdammten" genannt, an dem früher Hinrichtungen und grausame Menschenopfer stattgefunden haben und wo die Erde mit dem Blut der geopferten Menschen und Tiere "getränkt" wurde. Die Gehenna soll aber auch die Funktion der Einsicht und "Reinigung" haben. Im jüdischen Religionsbuch Talmud steht an einer Stelle geschrieben, dass die Seele nicht länger als 11 Monate Qualen erdulden müsse. Nur die Seelen von extrem bösen und schlechten Menschen sollen in einem dauerhaften Zustand der Reue, verstanden als ein quälerischer Zustand, verbleiben.
Der jüdische Philosoph Maimonides (1135/1138-1204) erklärt gar, die Höllenlehren seien Erfindungen aus pädagogischen Motiven, um die Menschen zur Erfüllung der Gebote anzuhalten.

Manche Schriften oder Sprüche des Judentums sind allerdings materialistisch orientiert oder haben eine Scheol-Vorstellung vergleichbar dem "Reich der Schatten" im griechischen Hades; z. B. im Bibelbuch Kohelet oder Prediger, an dem deshalb auch manche Atheisten, Agnostiker oder Protestanten besonderen Gefallen finden. Dort steht unter anderem zu lesen: "Es ist alles aus Staub geworden und wird wieder zu Staub. Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehs hinab unter die Erde fahre." (3, 20)
"Die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts; sie haben auch keinen Lohn mehr; denn ihr Andenken ist vergessen ... Genieße das Leben mit deiner Frau, die du lieb hast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben ... denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken weder Erkenntnis noch Weisheit." (9, 5.9-10)
Auch die aristokratischen Sadduzäer, die zu den Gegnern von Jesus von Nazareth gehörten, lehnten z. B. eine Auferstehung ab. Viele Juden glaubten aber an Reinkarnation.
 



Teil 2 - Die Jenseitslehren der römisch-katholischen Religion - Grässlichkeiten, belegt durch Originaldokumente

Die Lehre der katholischen, orthodoxen und evangelischen Kirchen beinhaltet eine angeblich ewige Hölle, wie sie bereits viele Kirchenväter des ersten bis dritten Jahrhunderts (zum Beispiel Klemens von Rom, Ignatius, Justin der Märtyrer, Irenäus von Lyon (130-202; bekämpfte gleichzeitig als eine Art erster "Sektenbeauftragter" der Kirche alle "Häresien"), Tertullian und später Augustinus in unterschiedlicher Form beschreiben.

In der weichgespülten Fassung der zugrunde liegenden Verfluchungen, im Katholischen Katechismus, heißt es unter Nr. 1033: "In Todsünde sterben, ohne diese bereut zu haben und ohne die barmherzige Liebe Gottes anzunehmen, bedeutet, durch eigenen freien Entschluss für immer von ihm getrennt zu bleiben. Diesen Zustand der endgültigen Selbstausschließung aus der Gemeinschaft mit Gott und den Seligen nennt man ´Hölle`."

Wobei als Todsünden nicht erst Mord oder vielleicht Vergewaltigung bezeichnet wird, sondern an hervor gehobener Stelle auch die Distanzierung vom katholischen Religionssystem, das dann in die Religionsfloskeln "Gottes Bund und sein Gesetz zurückweisen", "Götzenverehrung", "Abfall von Gott", "Gottlosigkeit", "Zuwendung zu etwas im Widerspruch zum göttlichen Willen" gekleidet wird. So schrieb Papst Johannes Paul II. im Jahr 1984:
"Mit der ganzen Tradition der Kirche nennen wir denjenigen Akt eine Todsünde, durch den ein Mensch bewusst und frei Gott und sein Gesetz sowie den Bund der Liebe, den dieser ihm anbietet, zurückweist, indem er es vorzieht, sich sich selbst zuzuwenden oder irgend einer geschaffenen oder endlichen Wirklichkeit, irgendeiner Sache, die [nach Meinung der Priesterkaste] im Widerspruch zum göttlichen Willen steht (conversio ad creaturam - Hinwendung zum Geschaffenen). Dies kann auf direkte und formale Weise geschehen, wie bei den Sünden der Götzenverehrung, des Abfalles von Gott und der Gottlosigkeit, oder auf gleichwertige Weise, wie in jedem Ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes bei schwerwiegender Materie." (Apostolisches Schreiben Reconcilatio et Paentientia, 2.12.1984, Acta Apostolicae Sedis (AAS) 77 (1985), S. 222)

Die dahinter stehende Lehrverkündigung wurde bereits auf dem Konzil von Konstantinopel im Jahr 553 zur verbindlichen Glaubenslehrer der Romkirche erklärt:
"Wer sagt oder daran festhält, die Strafe der Dämonen und gottlosen Menschen sei zeitlich und sie werde nach einer bestimmten Zeit ein Ende haben bzw. es werde eine Wiederherstellung von Dämonen oder gottlosen Menschen geben, der sei mit dem Anathema (= Verfluchung) belegt." (zit. nach Denzinger-Hünermann, Nr. 411; siehe auch Neuner/Roos, Nr. 891)
Das heißt: Wer z. B. nicht an eine ewige Verdammnis glaubt, der sei verflucht und damit nach dem Tod selbst ewig verdammt.

Nach exakt ausgedachten Bedingungen der Priesterkaste soll es daneben den Himmel und das Fegefeuer als Vorstufe zum Himmel geben. Im Fegefeuer müssen Katholiken "Sündenstrafen" von angeblich schon vergebenen Sünden abbüßen. Doch die Priesterkaste erdreistet sich hier sogar, so genannte "Ablässe" davon auszustellen; also angeblich selbst in die Geschehnisse im Jenseits einzugreifen zu können, wie man es in vielen Religionen sonst nur dem jeweiligen "Gott" selbst zuschreibt.
Dazu steht in den Kirchengesetzen, im Gesetzbuch Codex Iuris Canonici, Canon 992, eine üble Christusverhöhnung: "Ablass ist der Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist; ihn erlangt der entsprechend disponierte Gläubige unter bestimmten festgelegten Voraussetzungen durch die Hilfe der Kirche, die im Dienst an der Erlösung den Schatz der Sühneleistungen Christi und der Heiligen autoritativ verwaltet und zuwendet."

Für alle Menschen außerhalb ihrer Kirchenorganisation fordert die katholische Religion ewiges Feuer, das zusammen mit dem so genannten Teufel zu erleiden sei:
"[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt.`" (Fulgentius) (zit. nach Neuner/Roos, Nr. 381; als angeblich unfehlbar markiert)

Eine Ausnahme davon sei die so genannte unverschuldete unüberwindliche Unkenntnis hinsichtlich des totalitären Macht- und Wahrheitsanspruchs der Romkirche:
"Im Glauben müssen wir festhalten, dass außerhalb der apostolischen, römischen Kirche niemand gerettet werden kann; sie ist die einzige Arche des Heils und jeder, der nicht in sie eintritt, muss in der Flut untergehen. Aber ebenso müssen wir sicher daran festhalten, dass von dieser Schuld vor den Augen des Herrn niemand betroffen wird, der da lebt in unüberwindlicher Unkenntnis der wahren Religion." (zit. nach Neuner/Roos, Nr. 367)

Oder, wie es beim 2. Vatikanischen Konzil 1965 von der Priesterkaste lügenhaft beschlossen wurde: "Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen." (zit. nach Neuner/Roos, Nr. 373; wobei mit der Formulierung "Um die Heilsnotwendigkeit wissen" offenbar nur gemeint ist, den Anspruch der Vatikankirche zu kennen, dass es angeblich so sei)

Besonders gotteslästerlich ist die katholische Prädestinationslehre zu Himmel und Hölle, die von den Evangelischen aber noch weiter verschärft wird (siehe später). Die Vatikankirche lehrt:
"Der gute und gerechte Gott ... erwählte aus ebendieser Masse des Verderbens gemäß seinem Vorherwissen die, welche er aus Gnade zum Leben vorherbestimmte [Röm 8, 29f; Eph. 1, 11], und bestimmte sie für das ewige Leben vorher; von den übrigen aber, die er nach dem Ratschluss seiner Gerechtigkeit in der Masse des Verderbens zurückließ, wusste er im Voraus, dass sie zugrunde gehen würden, aber er bestimmte nicht vorher, dass sie zugrunde gehen sollten [Anmerkung: Das ist Unsinn: Denn wenn er nur die eine Gruppe zum Heil vorherbestimme, bestimme er ja automatisch die andere Gruppe zur Hölle voraus, wenn es nur diese zwei Endzustände gebe; auch wenn solches mit dem Wort "Vorhersehung" verbrämt wird]; er bestimmte diesen aber, weil er gerecht ist, die ewige Strafe vorher [Anmerkung: eine absurde Unterscheidung]. Und deshalb reden wir lediglich von einer Vorherbestimmung Gottes, die sich entweder auf das Geschenk der Gnade erstreckt oder auf die Vergeltung der Gerechtigkeit." (Synode von Quiercy, Mai 853, zit. nach Denzinger-Hünermann, Nr. 621)

In seinem gotteslästerlichen Buch De Civitate Dei = Der Gottesstaat bekämpft der Kirchenheilige und Kirchenlehrer Augustinus (354-430) alle Anschauungen, wonach die grässlichsten Qualen für die vom katholischen Baals-Gott nicht vorher bestimmten "Geretteten" irgendwann ein Ende haben würden und proklamiert stattdessen die "stets brennenden und nie sterbenden Menschenleiber".
Nachfolgender (gekürzter) Textauszug des aus dem Werk des "Heiligen" ist wohl die grausamste Abhandlung der ganzen Religionsgeschichte.

Der Kirchenheilige Augustinus - zitiert nach seinem Buch De Civitate Dei" (= Der Gottesstaat), 21. Buch
DIE GRAUSAMSTE ABHANDLUNG DER GANZEN RELIGIONSGESCHICHTE

Die Seele ... wird die körperlichen Schmerzen nie los durch den Tod. Der erste Tod vertreibt die Seele wider ihren Willen aus dem Leibe, der zweite Tod hält die Seele wider ihren Willen fest im Leibe. Warum sollte es also unannehmbar sein, dass Feuerflammen jenen Leibern Schmerz verursachen können, ohne ihren Tod herbeizuführen?
Warum heischt man dann von uns noch erst Beispiele aus der Welt der Wirklichkeit, an denen wir glaubhaft machen sollen, dass der Leib der Menschen, die mit ewiger Pein bestraft werden, der Seele nicht verlustig gehe durch das Feuer und ohne Verzehrung brenne und ohne der Vernichtung anheim zu fallen leide? Eine solche Eigenschaft wird dem Wesen des Fleisches eben mitgeteilt werden von Gott, der den vielen Dingen, die wir mit Augen sehen, so wunderbare und verschiedenartige Eigenschaften verliehen hat, dass wir darüber nur deshalb nicht staunen, weil es ihrer so viele sind …

Nun wird man etwa erwidern, unsere Lehre von den stets brennenden und nie sterbenden Menschenleibern sei deshalb unannehmbar, weil die Natur des Menschenleibes, wie wir genau wüssten, völlig anders eingerichtet sei ...
Wie es demnach Gott nicht unmöglich war, Naturen zu bilden nach Belieben, so ist es ihm auch nicht unmöglich, die von ihm gebildeten Naturen nach Belieben umzugestalten ..., ohne sich durch ein Naturgesetz Vorschriften machen zu lassen. Denn dass Leibeswesen auch im Feuer zu leben vermögen, in der Glut, ohne verzehrt zu werden, in der Pein, ohne zu sterben, habe ich oben schon zur Genüge dargetan; sie vermögen es durch Wunderwirkung ihres in jeder Hinsicht allmächtigen Schöpfers. Wer diesem die Kraft dazu abspricht, der weiß nicht, von wem all das Wunderbare herkommt, das er an allen Naturen anstaunt.

Denn er ist es, Gott, der in dieser Welt alle die großen und kleinen Wunder vollbracht hat, die ich erwähnt habe, und noch ungleich viel mehr, die ich nicht erwähnt habe, und der sie alle eingegliedert hat der Welt, einem einzigen und dem größten aller Wunder. Aber vielleicht haben auch die Dämonen eine ihnen eigentümliche Art von Leib, wie Gelehrte angenommen haben, bestehend aus der uns umgebenden dicken und feuchten Luft, deren Druck man beim Wehen des Windes verspürt. Und diese Art Element ist immerhin der Einwirkung des Feuers zugänglich, sonst würde es nicht brennen, wenn es erhitzt wird wie in den Bädern ... Es werden also, wenn sie keine Leiber haben, die Geister der Dämonen oder vielmehr die Geister-Dämonen, so unkörperhaft, wie sie sind, mit körperhaftem Feuer verbunden werden zum Zweck ihrer Peinigung, ... auf wunderbare und unaussprechliche Weise werden die Dämonen an das Feuer gebunden sein. Von den Gegnern, wider die wir den Gottesstaat vertreten, glauben manche, es liege in solchem Strafgericht eine Ungerechtigkeit nach der Richtung hin, dass man für seine Sünden, die so groß wie immer sein mögen, mit einer ewigen Strafe büßen müsse, da sie doch in kurzer Zeit begangen worden sind.
Wird man irgendjemand verurteilen, so lang im Gefängnis zu weilen, als die Tat währte, die ihn ins Gefängnis brachte? Hat nicht mit vollstem Recht ein Sklave, der mit einem Wort oder tätlich in einem Nu seinen Herrn beleidigt oder verletzt hat, jahrelange Strafen in Fesseln abzubüßen? … Und doch werden die Sünden, die mit so außerordentlich lang dauernden Strafen belegt werden, in kürzester Zeit begangen; und niemand gibt es, der der Meinung wäre, die Qualen der Übeltäter müssten ebenso schnell durchgeführt werden, wie ein Mord oder ein Ehebruch oder ein Heiligtumsraub oder sonst ein Verbrechen. Jedoch dem menschlichen Empfinden erscheint eine ewige Strafe deshalb hart und ungerecht, weil man hienieden bei der Mangelhaftigkeit der vergänglichen Gefühle das Empfinden für die höchste und reinste Weisheit gar nicht hat … Von daher ist die ganze Masse des Menschengeschlechtes verdammt ... und würden umgekehrt alle aus der Finsternis in das Licht versetzt werden, so würde an keinem die Vergeltung in ihrer wahren Gestalt offenbar werden. In diesem Zustande der Vergeltung befinden sich jedoch weit mehr als in dem der Gnade; daran soll sich zeigen, was von Rechtswegen allen gebühren würde.
Allerdings die Platoniker wollen zwar keine Sünde unbestraft wissen, lassen aber alle Strafen nur zur Besserung verhängt werden …

Wer immer also den ewigen Strafen entgehen will, muss nicht nur getauft, sondern auch gerechtfertigt werden in Christo und so wirklich vom Teufel zu Christus übergehen ... Doch hat man auch für das ewige Feuer sicher verschiedene Abstufungen anzunehmen …
In diesem Punkte war Origenes sicher noch mitleidiger, der sogar den Teufel samt seinen Engeln nach allerdings schwereren und länger dauernden Strafen, wie sie ihren Missverdiensten entsprächen, diesen Peinen entrissen und den heiligen Engeln beigesellt werden lässt. Jedoch ihn hat die Kirche mit Recht abgelehnt … Wenn diese Meinung deshalb gut und richtig wäre, weil sie mitleidsvoll ist, so müsste sie ja umso besser und richtiger sein, je mehr sie mitleidsvoll wäre

Auch solche gibt es - und ich selbst habe deren im Gespräche kennen gelernt -, die ... Gott noch weit mehr Mitleid und Erbarmen gegen das Menschengeschlecht beilegen als die vorigen ... Sie versprechen sich von einem vermeintlich allgemeinen Erbarmen Gottes dem Menschengeschlechte gegenüber irrigerweise Straflosigkeit für ihre verderbten Sitten. Und zwar müssen wir zuerst darüber uns klar werden, weshalb die Kirche die Annahme nicht dulden konnte, dass selbst dem Teufel, wenn auch erst nach sehr schweren und langwierigen Strafen, Läuterung oder Vergebung in Aussicht stehe ...
Man kann darum schlechterdings keinen anderen noch einen gerechteren und offener zutage liegenden Grund ausfindig machen, weshalb wahre Frömmigkeit unbedingt daran festhält, dass für den Teufel und seine Engel jede Rückkehr zur Gerechtigkeit und zum Leben der Heiligen ausgeschlossen ist, als das Zeugnis der Schrift, die niemanden irreführt; sie sagt, Gott habe des Teufels und seiner Engel nicht geschont und sie seien von ihm einstweilen in der Weise vorverdammt worden, dass sie in finstere Höhlen der Unterwelt hinab gestoßen und dorthin zur Aufbewahrung bis zur Bestrafung durch das letzte Gericht übergeben wurden, wo alsdann das ewige Feuer sie in Empfang nehmen wird, in welchem sie in die Weltzeiten der Weltzeiten werden gepeinigt werden.
Wenn nun dem so ist, so kann man auch die verdammten Menschen, sei es alle oder einen Teil davon, unmöglich ewigen Strafen, wenn auch nach noch so langer Zeit, entrissen denken, ohne dass sofort der Glaube dahin sinkt, dass die Pein der Dämonen ewig dauern wird. Weil also das ewige Leben der Heiligen ohne Ende dauern wird, so wird ohne Zweifel auch die ewige Pein für die ihr Verfallenen kein Ende nehmen.

Derselbe Grund also, der jetzt die Kirche abhält von der Fürbitte für die bösen Engel, ihre Feinde, wird auch dann bei jenem Gericht, obwohl sie da an Heiligkeit vollkommen ist, ihrer Fürbitte für die mit dem ewigen Feuer zu bestrafenden Menschen hindernd im Wege stehen. Jetzt allerdings betet sie für ihre Feinde unter den Menschen, weil jetzt die Zeit fruchtbarer Buße ist ... Wüsste sie übrigens von dem einen oder anderen sicher, dass er zu denen gehöre, die, noch im irdischen Leben befindlich, doch vorherbestimmt sind, ins ewige Feuer einzugehen mit dem Teufel, so würde sie für einen solchen so wenig beten wie für den Teufel. Weil sie jedoch über niemand in der Hinsicht Gewissheit hat, so betet sie für alle ihre Feinde, genauer für alle am Leben befindlichen Feinde unter den Menschen, ohne indes für alle erhört zu werden. Sie wird vielmehr nur für die erhört, die, trotzdem sie der Kirche feindlich gegenüberstehen, doch in der Weise vorherbestimmt sind, dass die Kirche in ihrem Gebete für sie Erhörung finden soll und dass aus den Gegnern Kinder der Kirche werden sollen
Nicht Recht haben sie, wenn sie für die, welche die Einheit mit dem Leibe Christi aufgeben und in Häresie oder selbst in heidnischen Aberglauben fallen, eine dereinstige Befreiung vom Feuer der ewigen Strafpein in Aussicht nehmen. Da ist doch zunächst einmal zu berücksichtigen, wie unannehmbar und von der gesunden Lehre weit abweichend die Folgerung wäre, dass viele und fast alle, die gottlose Häresien gestiftet haben unter Austritt aus der Kirche und Häresiarchen geworden sind, ein besseres Los haben sollten als die, welche in deren Netze gerieten, ohne jemals Katholiken gewesen zu sein; und das eben wäre der Fall, wenn diese Häresiarchen lediglich durch den Umstand von der ewigen Pein befreit würden, dass sie in der katholischen Kirche getauft wurden und früher das Sakrament des Leibes Christi im wahren Leibe Christi empfangen haben; und doch ist selbstverständlich einer, der vom Glauben abtrünnig und aus einem Abtrünnigen ein Bekämpfer des Glaubens geworden ist, schlimmer als einer, der nicht erst abtrünnig geworden ist von etwas, woran er nie festgehalten hat [Anmerkung: Mit anderen Worten: Kirchenaussteiger treffe angeblich die schlimmste aller schlimmen Höllen].
Deshalb darf man sich auch ebenso wenig bei verkommenem und verwerflichem Wandel in Sicherheit wiegen, als genüge es im Hinblick auf das Wort "Wer ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden", wenn man nur bis ans Ende in einer Scheingemeinschaft mit der katholischen Kirche verharrt.

Der menschenfeindliche Zynismus des "heiligen" Thomas von Aquin und von seinesgleichen

Darauf aufbauend lehrt der zweite "große" Kirchenheilige und Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1225-1274):
"Damit den Heiligen die Seligkeit besser gefalle und sie Gott noch mehr dafür danken, dürfen sie die Strafen der Gottlosen vollkommen schauen." (zit. nach Markus Enders, Jahrbuch für Religionsphilosophie, Band 7, Redaktion: Institut für Systematische Theologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Frankfurt am Main 2008, S. 82)

Augustinus war auch derjenige, der die Grundlagen für das Dogma einer angeblichen Erbsünde erfunden hat, die seit Adam angeblich an alle Menschen vererbt wurde und wofür jeder einzelne Mensch angeblich bereits eine ewige Höllenstrafe verdient habe, weswegen ihm auch diese "Erbsünde" von der Rom-Kirche und ihren Priestern vergeben werden müsse. Es sei also eine vermeintliche Vergebung durch die Priesterkaste allein dafür notwendig, dass man geboren wurde.
Wörtlich heißt es in den Dogmensammlungen:
"Die Strafe für die Erbsünde ist der Ausschluss von der Anschauung Gottes, die Strafe für die persönliche Sünde aber ist die Pein der ewigen Hölle." (zit. nach Neuner/Roos, Nr. 895)
Gemäß der Papst-Religion "Katholizismus" sei jeder Mensch seit Zeugung und Geburt also der "Anschauung Gottes" beraubt und nach dem Tod in eine ewige Hölle verdammt. Er käme aber im Laufe des nun beginnenden Erdenlebens aus diesem Zustand heraus, allerdings nur durch Priester der Vatikankirche.

Papst Benedikt XVI. beruft sich auf Augustinus und Thomas von Aquin und droht austrittswilligen Katholiken mit ewiger Hölle

Papst Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.) verglich dann bei seiner Olympiastadion-Rede am 22.9.2011 in Berlin - in Gegenwart der ihm andächtig lauschenden Bundestagsabgeordneten und Minister - die Katholiken mit Reben am Weinstock der katholischen Kirche. Die Kirchenmitglieder wurden ermahnt, nicht aus der Kirche auszutreten, auch wenn sie dort noch so viel Böses vorfinden. Fallen sie nämlich von der Kirche ab, würden sie ins Feuer geworfen. Joseph Ratzinger zitierte als Autorität dazu den katholischen "Heiligen" Augustinus mit folgenden Worten: "Eines von beiden kommt der Rebe zu, entweder der Weinstock oder das Feuer; wenn sie nicht im Weinstock ist, wird sie im Feuer sein." Dieses Zitat machte sich der damalige Papst zu eigen.

In einem anderen Zusammenhang hatte er auch seine Freundschaft mit Augustinus und Thomas von Aquin betont und dass er diese beiden Kirchengelehrten im Gebet um Hilfe anruft.
"Ich rufe auch die Heiligen an. Ich bin mit Augustinus, mit Bonaventura, mit Thomas von Aquin befreundet. Man sagt dann auch zu solchen Heiligen: ´Helft mir!`" (Licht der Welt, S. 32)
 

(wird fortgesetzt)

 


 

Der Text  kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 104: Jenseitsvorstellungen der Religionen und der Freie Geist, zit. nach https://www.theologe.de/jenseitsvorstellungen_der_priesterreligionen_und_freier-geist.htm, Fassung vom 30.6.2018,
Copyright © und Impressum siehe hier.

TWITTER  FACEBOOK 


 


 

                

 

Buchempfehlung
Das Kettenopfer - Die Gottespropheten, verfolgt und ermordet von der Priesterkaste (Logo rechts wählen)
 

Hier eine Auswahl der Theologen-Ausgaben und einiger anderer interessanter Texte.
Alle Theologen-Ausgaben finden Sie auf der Startseite
[ theologe.de ]
Weitere Seiten mit Hintergrundinformationen finden Sie bei [ Inhaltsverzeichnis ]

 [ 2 - Reinkarnation ]  [ 3 - Luther-Christus ]  [ 4 - Kirche-Holocaust ]  [ 5 - Paulus ]
 [ 6 - Krieg, Waffenexporte ]  [ 7 - Tiere ]  [ 8 - Bibel ]  [ 9 - Exorzismus ]  [ 12 - Neue Inquisition ]  
    [ 14 - Hieronymus-Bibel ]  [ 15 - Qumran ]  [ 16 - Vatikan ]  [ 17 - Organspende ]  [ 18 - Dogmen ] 
 [ 19 - Keine ewige Hölle ]
  [ 20 - Propheten ]  [ 23 - Kirche-Staat ]  [ 25 - Götzenkult Kirche ]  
 [ 28 - Luther-Juden ]  [ 31 - Klimakatastrophe ]  [ 33 - Zehn Gebote ]  [ 40 -Taufe ]  [ 41- Apokalypse ] 
     [ 46 - Kirchensubventionen ]  [ 48 - Positives Denken ]  [ 49 - Prädestination ]  [ 50 - Genmanipulation ]
     [ 51 - Petrus-Kirche ]  [ 53 - Atomkraft ]  [ 56 - Weltjugendtag ]  [ 58 - Kreuzigung ]  [ 59 - Abendmahl ] 
 
    [ 61 - Nachruf auf Kirche ]  [ 63 - Pfarrer ]  [ 65 - Esst kein Fleisch ]  [ 66 - Kaiser Konstantin ]
   [ 67 - 500 Jahre Reformation ]  [ 68 - Verfluchungen der Kirche ]  [ 70 - Papst Bergoglio ] 
[ 74 - Pfingsten ]  [ 75 - Würzburg ]  [ 82 - Kirchenaustritt ]
  [ 90 - Kreuzzüge ]  [ Bücher ]
[ FC 3 - Reichtum der Kirche ]  [ FC 6 - Kirche und Tod ]  [ Glaubenstest ]  [ Vaterunser ]  
  [ Urchristentum ]  [ Prophetie ]  [ 24a - Sex-Verbrechen von Priestern ]  [ 43 - Schwarzbuch Kath. Kirche ] 
  [ 44 - Schwarzbuch Ev. Kirche ]  [ 2005 bis 2013 ]
 [ Aktuell ]  [ Links ]  [ Datenschutz ]  [ Impressum ] 

 

 

Die Zeitschriften DER THEOLOGE (Impressum; bitte Grafik anklicken), Ausgaben Nr. 1, 3, 8, 70 und AuszügeGratis-Hefte "Der Theologe" aus Nr. 41 sind kostenlos auch in gedruckter Form erhältlich. Ebenfalls die Hefte "Freie Christen Nr. 1" - Es braucht keine Kirche aus Stein und Stoppt die Milliarden für die Kirche (Herausgeber: Initiative Mahnmal) mit einem ähnlichen Inhalt wie DER THEOLOGE, Ausgabe Nr. 46. Dazu einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse senden und diese Hefte anfordern. (Datenschutzerklärung)
 
Über eine finanzielle Unterstützung freuen wir uns natürlich: IBAN: DE06 6739 0000 0002 0058 08 bei der Volksbank Main-Tauber, BIC: GENODE61WTH, Kontoinhaber: Dieter Potzel, Verwendungszweck: "Der Theologe". Vielen herzlichen Dank! (Selbstkosten ca. 8,50 € in Deutschland; ca. 11,00 € außerhalb Deutschlands) Möchten Sie die Verbreitung der Inhalte des "Theologen" im Internet fördern, dann setzen Sie einfach einen Link zu unserer Hauptseite oder zu anderen Seiten oder weisen Sie anderweitig auf diese Seiten hin.

------------------------------------------------------------------------------

"Ihr Völker der Erde, holt die Lehre des Jesus von Nazareth, des Freien Geistes, vom Kreuz herab". Dies ist die zentrale Botschaft der Broschüre Brüder und Schwestern, fürchtet euch nicht - der Geist unseres himmlischen Vaters ist mit uns. - Christus, der Freie Geist, außerhalb der Kirche. Die Broschüre enthält den Text der Lesung, die man sich auch als Video-Aufzeichnung ansehen kann. Sie ist gratis erhältlich in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch bei info@der-freie-geist.de. Der Text ist auch als PDF-Datei einsehbar.
(Datenschutzerklärung)