DER THEOLOGE
Nr. 74



"Löscht den Heiligen Geist aus" - Kirche contra Pfingsten
 


Alle Jahre wieder im Mai oder Juni wird auf der Nordhalbkugel der Erde inmitten einer blühenden Frühlings- bzw. Sommer-Natur das Pfingstfest gefeiert, und im Kalender stehen Pfingstsamstag, Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Worauf werden diese Feiertage zurück geführt? In der Tradition der Institutionen Kirche gilt das in der Apostelgeschichte der Bibel in Kapitel 2 beschriebene "Pfingstgeschehen" meist als ihre "Geburtsstunde". Alternativ dazu wird von Kirchenvertretern auch die grausame Hinrichtung von Jesus von Nazareth bereits als "Geburtsstunde" der Kirche betrachtet. Unabhängig davon wird Pfingsten in den kirchlichen Institutionen als Kirchenfest der "Ausgießung des Heiligen Geistes" gefeiert, als eine Art angebliches Gegenstück zur alttestamentlichen Erzählung vom Turmbau zu Babel (Genesis 11). Dort sei es zur "babylonischen Sprachverwirrung" gekommen, als sich die Menschen nicht mehr verstanden haben. Beim Pfingstgeschehen haben sich Menschen verstanden, obwohl sie unterschiedliche Sprachen gesprochen haben. Die Institutionen Kirche versuchen, ein großes Geschehen im Urchristentum in ihrem Sinne zu vereinnahmen, das mit ihnen jedoch nichts zu tun hat. Doch was ist dann die Bedeutung von Pfingsten? Was ist damals genau geschehen, was in der Überlieferung als "Ausgießung des Heiligen Geistes" beschrieben wird?

In der Apostelgeschichte der Bibel wird das Ereignis, das von Skeptikern angezweifelt wird, mit den Worten eingeleitet: "Als der 50. Tag gekommen war". Gemeint ist der 50. Tag nach dem jüdischen Pesachfest = Passahfest, an dem ein weiteres jüdisches Fest begangen wird, "Schawuot", auch "Wochenfest" genannt. Es gilt im Judentum als erstes Erntedankfest, weil im Mittelmeerraum normalerweise kurz zuvor bereits die ersten Früchte geerntet worden sind. Das in der Bibel der Kirche an dieser Stelle stehende griechische Wort "Pentekoste" = "der Fünfzigste" wird im Deutschen nun mit "Pfingsten" übersetzt = der "50. Tag". Und da die Kirche später das jüdische Pesach- = Passahfest durch ihr Osterfest ersetzte, erhielt das Wort "Pfingsten" gemäß dieser Überlieferung her die Bedeutung "50. Tag nach Ostern".

Die Behauptung, dies sei die Geburtsstunde der Kirche gewesen, bzw. zu diesem Anlass sei sie mit "Heiligem Geist" erfüllt worden, zählt dabei zu den großen Irreführungen der Kirchengeschichte. Die Kirche hat in Wirklichkeit in ihrer Geschichte immer wieder zunichte zu machen versucht und gewaltsam unterdrückt, was sich zu "Pfingsten", wenige Wochen nach der Hinrichtung von Jesus von Nazareth, in Jerusalem ereignet hat. Denn vergleicht man die Berichte, die als "Ausgießung des Heiligen Geistes" beschrieben werden, mit Geschichte und Gegenwart der abendländischen Groß-Institutionen, dann ist kaum ein größerer Gegensatz vorstellbar: Damals das machtvolle Wirken des Gottesgeistes in vielen Menschen, in den folgenden Jahrhunderten eine erstarrte Priester- und Pfarrerhierarchie, die den Namen Christus für ihre Herrschafts-Zwecke missbraucht und den Gottesgeist immer wieder brutal zum Schweigen gebracht hat.

Unzählige Männer und Frauen des Freien Geistes, urchristliche Prophetinnen und Propheten, durch die der Christus-Gottes-Geist im Laufe der Jahrhunderte sprechen konnte, oder auch nur kirchenkritische Zeitgenossen wurden über Hunderte von Jahren in den kirchlichen Folterkellern oder auf brennenden Scheiterhaufen gequält und getötet (Bildnachweis links siehe Titelseite). Und in unserer Zeit sind es vor allem die modernen kirchlichen Inquisitoren, "Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte" genannt, die von ihren Großinstitutionen damit beauftragt sind, den "Geist" dem katholischen Kirchen-Dogma und dem evangelischen "Bekenntnis" zu 100 % zu unterwerfen und jeden Propheten, der von den Kirchenlehren abweicht (und echte Propheten weichen immer massiv davon ab) zu verleumden oder lächerlich zu machen. Führt der Unterwerfungs- bzw. Vereinnahmungsversuch dabei nicht zum gewünschten Ergebnis, wird das Wirken des Heiligen Geistes auch heute bekämpft wie zu allen Zeiten - nur eben mit den Methoden unserer Zeit, z. B. mithilfe des Rufmord-Begriffs "Sekte".


Gedanken zu Pfingsten

Christus hat uns die Gottes- und Nächstenliebe gebracht. Warum gibt es dann die katholische Kirche, die lutherische, die reformierte, die orthodoxe, die anglikanische, die koptische, neuapostolische usw.? Jeder lehrt etwas anderes.
Das ist doch der Beweis, dass das heutige so genannte Christentum mit dem Stamm, mit der Ur-Lehre nichts mehr zu tun hat
So genannte Christen führen Kriege. Sie haben die Friedenslehre des Jesus, des Christus, ins Gegenteil verkehrt, und in allen Jahrhunderten haben sie echte Nachfolger Jesu verfolgt. Von welchem Geist werden sie getrieben? Welcher Geist treibt sie an? Das kann doch nicht die Kraft Gottes sein.
Und welcher Geist wird zu Pfingsten angebetet, wenn alle die Ur-Stammlehre des Jesus von Nazareth längst verraten haben?

Was also hat dieses zerstrittene Christentum gebracht? Die Selbstzerstörung dieser Zivilisation durch den Klimawandel. Jeder weiß es besser, und gemeinsam wissen sie es besser als Jesus von Nazareth.

Zu diesem Thema siehe auch eine TV-Gesprächsrunde (26 Minuten)

 

Für die Kirche ist "Heiliger Geist" eine statisch intellektuelle Kopfgeburt, angeblich eine von vermeintlich drei "Personen" ihrer Gottheit, bestehend aus "Vater", "Sohn" und "Heiliger Geist", woraus die Macht-Theologen eine so genannte Dreieinigkeit konstruierten, die dann unter dem Gewaltherrscher und Kaiser Konstantin im Jahr 325 zum Dogma erhoben wurde, dessen Leugnung oder Anzweiflung 55 Jahre später, ab dem Jahr 380, die Todesstrafe nach sich zog.
Propheten sind in einem solchen Weltbild nicht nur überflüssig, sondern die allergrößte Gefahr für die herrschende Priester- und Theologenkaste. Aus diesem Grund lehrt die Romkirche - einmal mehr im krassen Gegensatz zum Urchristentum -, die Aufgabe der urchristlichen Propheten sei angeblich auf die Priester der römisch-katholischen Kirche übergegangen.

So heißt es in der Vatikan-Verlautbarung Kongregation für den Klerus aus dem Jahr 1994:
Es sei angeblich der "Heilige Geist, der dem Priester in der Priesterweihe die prophetische Aufgabe überträgt". Der Prophet sei also in unserer Zeit der Priester. Eine größere Verhöhnung der Aufgabe von Propheten ist kaum vorstellbar. Denn damit sollen echte Gottespropheten, durch die der lebendige Christus-Gottesgeist wirken und auch sprechen kann, von der Kirche bereits von vorne herein ausgeschaltet und durch kirchliche Priester ersetzt werden. In der Bibel der Kirchen steht aber etwas ganz anderes. Dort lehrte Jesus, den echten vom falschen Propheten zu unterscheiden. "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" (Matthäus 7, 16), so das Kriterium.
 
Überprüft man anhand dieses Kriteriums in zwei Jahrtausenden das Wirken der katholischen Priester, denen der "Heilige Geist" angeblich die prophetische Aufgabe übertragen haben soll, dann ist es nicht schwer, mithilfe des Maßstabs von Jesus von Nazareth von den guten oder den schlechten Früchten den falschen Propheten zu entlarven, der in allen diesen Jahrhunderten bis in die Gegenwart im angeblichen Christentum sein Unwesen treibt.
Kirchengeschichte kann in diesem Sinne verstanden werden als das sich stets wiederholende Bestreben, den Geist Gottes auszulöschen. "Löscht den Geist aus" kann geradezu als tiefste Triebfeder kirchlichen Handelns verstanden werden. Diese Sichtweise erschließt sich jedem aufrichtigen Gottsucher auch dadurch, wenn er einmal das Leid auf sich wirken lässt, das durch priesterliche Intoleranz, Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, angeblich gerechte Kriege, Kindsmisshandlungen, Finanzverbrechen und seelische Grausamkeiten in die Welt gekommen ist und bis heute nicht gesühnt, geschweige denn wieder gut gemacht wurde.
Das Kriterium der "Früchte" lässt sich auch gut auf die kirchliche Behauptung anwenden, Pfingsten sei in ihrem Sinne die Aufhebung der "Sprachverwirrung", wie sie sich laut dem Alten Testament nach dem Turmbau zu Babel ereignet haben soll, da sich alle Menschen an diesem 50. Tag nach dem Passahfest verstanden hätten, gleich, welche äußere Sprache sie gesprochen haben. In Wirklichkeit ist die so genannte kirchliche Christenheit zersplittert in Tausende von Konfessionen, Kirchen und Gruppen. Jede Konfession interpretiert die Kirchenbibel dabei rechthaberisch nach ihrem Gutdünken, und die beiden größten Konfessionen, Katholisch und Evangelisch, drohen sich - trotz vordergründiger ökumenischer Floskeln für das "einfache Volk" - immer noch gegenseitig die ewige Hölle an.


"Löscht den Geist" aus, das war und ist also immer das kirchliche Losungswort, während man gleichzeitig das Pfingstgeschehen unter den Nachfolgern von Jesus vor nahezu 2000 Jahren vereinnahmt und dort die eigene "Geburt" bzw. "Erweckung" hinein konstruieren möchte. In Wirklichkeit ist man nur der Abkömmling derer, die damals vor ca. 2000 Jahren das Treffen der Nachfolger von Jesus in Jerusalem beargwöhnten, die damaligen Priester. * Deshalb ist die kirchliche Behauptung, ihre Institution sei bereits bei der Kreuzigung von Jesus geboren worden, die zutreffende. Allerdings in einem anderen Sinn, als man vorgibt. Die Geburt der Papstkirche und ihrer Ableger gründet in der falschen Annahme, man habe Jesus von Nazareth durch Hinrichtung ein für alle mal zum Schweigen gebracht. Deshalb stellt man bis heute auch das Kruzifix mit dem gemarterten Jesus wie eine Siegestrophäe zur Schau, welche die angebliche Niederlage von Christus symbolisieren soll, auch wenn die Theologen sich vordergründig eine andere Interpretation für diese Zur-Schau-Stellung ausgedacht haben.
Doch die Gottespropheten sind wieder auferstanden. So wie zu Zeiten des Alten Bundes, so sind auch in der Zeit des Neuen Testaments immer wieder Gottespropheten und weise Männer und Frau zu den Menschen gesandt worden, und sie erlitten meist ein ähnlich schlimmes Schicksal wie Jesaja oder Jeremia, die umgebracht worden sind.

Der Kampf gegen den Gottesgeist charakterisiert dabei auch die Entstehung der evangelischen Staatskirchen von Anfang an. So setzte der "Reformator" Martin Luther beispielsweise alles daran, eine durch die Zwickauer Propheten in Deutschland ins Leben gerufene urchristliche Bewegung zu vernichten und die Menschen in ein Staatskirchentum neuer Prägung zu zwängen, in welchem nur die Hierarchien ausgewechselt wurden: statt Papst nun Landesfürst; und hinter den Landesfürsten stehen wiederum die Theologen, allen voran der Machtmensch Martin Luther mit seinen Hinrichtungsprogrammen für Abweichler. Und in der Schweiz waren es die "Reformatoren" Huldreich Zwingli und Johannes Calvin, durch die Hunderte von aufrechten Urchristen auf das Schrecklichste gefoltert und hingerichtet wurden.

Der Auftrag der Priester:
"Löscht den Geist aus!"

INHALTSANGABE

Für einen Einblick in das, was damals vor ca. 2000 Jahren an Pfingsten geschah, hier eine Auswahl einiger Absätze aus mehreren Quellen zum Vergleich:
Aus der Bibel (1) und einem apokryphen antiken Evangelium, dem Evangelium Jesu, auch Evangelium der Zwölf, Evangelium der Heiligen Zwölf oder Evangelium des vollkommenen Lebens genannt, das 1902 durch Neuoffenbarung wieder bekannt wurde (2); im Anschluss daran einige Erklärungen dazu aus dem Werk Das ist Mein Wort - Alpha und Omega. Die Christusoffenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen, Würzburg 1989 (3). Es folgen Hinweise zur Deutung des Pfingstfestes durch so genannte "Pfingstkirchen", die einen Missbrauch anderer Art darstellen als bei den Großkirchen (4), sowie eine Erklärung dafür, was vor 2000 Jahren tatsächlich geschah (5), verbunden mit der Warnung vor okkulten Praktiken (6); anschließend eine Entdeckung einer Kulturwissenschaftlerin mit symbolischer Bedeutung (7) und eine kurze Zusammenfassung der Bedeutung von Pfingsten (8). Am Ende dieser zusammenfassenden Studie wird erklärt, wie bereits im Alten Testament die Menschen durch eine Fälschung der Zehn Gebote in die Irre geführt wurden (9) und wie der Gottesgeist durch Petrus eine geistige Kampfansage an die damaligen Religionsführer richtete, die auch im Hinblick auf die heutigen Religionsführer verschiedener Religionen von Bedeutung ist (10). Dabei wird auch deutlich: Pfingsten ist kein einmaliges Geschehen, sondern jeder Tag könnte als "Pfingsten" bezeichnet werden, denn der Gottesgeist wird jeden Augenblick in Fülle "ausgegossen" über alle Menschen guten Willens. Es kommt alleine auf die Bereitschaft des Menschen an, sich der gewaltigen Macht des Gottesgeistes zu öffnen und alles im eigenen Leben in Ordnung zu bringen, das dem entgegen steht.
Wir raten dabei jedem interessierten Leser, beim Lesen vor allem das bekannte Wort aus dem Roman Der kleine Prinz zu berücksichtigen, welches lautet: "Man sieht nur mit dem Herzen gut."
 

1
Bibel

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: "Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unserer Sprache Gottes große Taten verkünden." Alle gerieten außer sich und waren ratlos.
Die einen sagten zueinander: "Was hat das zu bedeuten?" Andere aber spotteten: "Sie sind vom süßen Wein betrunken."
Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: "Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Morgen; sondern jetzt geschieht, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: ´In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von Meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben ...` Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat Ihn [Jesus, den Christus] zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt." ... Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: "Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation!"
(Apostelgeschichte, Kapitel 2, 1-17.36.40)


2
Das Evangelium Jesu

Da sprach Jesus wieder zu ihnen: "Friede sei mit euch! Gleichwie Mich Mein Vater gesandt hat, so sende Ich euch." Und da Er das gesagt hatte, hauchte Er sie an und sprach zu ihnen: "Empfanget den Heiligen Geist; predigt das Evangelium und verkündet allen Völkern die Auferstehung des Sohnes Gottes." (Kap. 87, 6)

Nach Seiner Auferstehung zeigte sich Jesus Seinen Jüngern als Lebender und verbrachte mit ihnen neunzig Tage. Er lehrte und sprach über das Reich Gottes und das, was dieses betrifft, und führte alles zu Ende, was Er zu tun hatte. Dann ließ Er die Zwölf mit Maria Magdalena ... und Maria, Seiner Mutter und die anderen getreuen Frauen nach Bethanien auf den Ölberg gehen, den Er ihnen genannt hatte. Und Jesus sprach zu ihnen: "... Ich habe euch als das Licht der Welt gesetzt und als eine Stadt, die nicht verborgen sein kann. Doch die Zeit kommt, dass Finsternis die Erde bedecken wird und große Dunkelheit die Völker. Die Feinde der Wahrheit und der Gerechtigkeit werden herrschen in Meinem Namen und eine Herrschaft dieser Welt errichten. Sie werden die Völker unterjochen und den Feind zur Lästerung veranlassen, indem sie Meine Lehre durch die Ansichten der Menschen ersetzen und in Meinem Namen lehren werden, was Ich nicht gelehrt habe, und mit ihren Traditionen verdunkeln, was Ich gelehrt habe ... Und nun gehe Ich zu Meinem und eurem Vater, zu Meinem und eurem Gott. Doch ihr, bleibet in Jerusalem und haltet an am Gebet, und nach sieben Tagen werdet ihr Kraft empfangen von oben, und das Versprechen des Heiligen Geistes wird in Erfüllung gehen an euch, und ihr werdet aus Jerusalem hinaus gehen zu allen Stämmen Israels und in die fernsten Teil der Erde." (Kapitel 95, 1-3.5)

Und als der siebte Tag gekommen war, waren sie alle einmütig beieinander im selben Hause, und wie sie beteten, da kam ein Ton vom Himmel wie das Brausen eines gewaltigen Windes, und der Raum, in dem sie versammelt waren, wurde erschüttert, und er füllte das ganze Haus. Und es erschienen geteilte Zungen wie feurige Flammen und schwebten über dem Haupt eines jeden. Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geiste, und sie fingen an zu reden mit Zungen, wie der Geist ihnen zu sprechen gab. Da stand Petrus auf und predigte das Gesetz Christi der Menge aus allen Ländern und Sprachen, welche hier zusammen waren. Nach dem Bericht derer, die das gesehen und gehört haben, vernahm jeder Mann das Wort in seiner eigenen Sprache, in der er geboren war ... Und die, welche glaubten, gaben all ihren Besitz auf, hatten alles gemeinsam und lebten beisammen am gleichen Orte und erwiesen die Liebe und Güte Gottes ihren Brüdern und Schwestern und allen Geschöpfen. Sie arbeiteten mit ihren Händen zu dem allgemeinen Wohle ... Und der Geist Gottes kam über die Apostel und die Propheten unter ihnen, und da sie sich erinnerten, was der Herr sie gelehrt hatte, bekannten und priesen sie Gott alle mit einer Stimme. (Kapitel 96, 8-9.11.16)


3
Christus in "Das ist Mein Wort"

Ich offenbarte den Jüngern das Reich Gottes, das ewige Sein und sprach vom Reich Gottes auf Erden. Ich offenbarte ihnen das Für und Wieder, die Einflüsse und Kämpfe der negativen Kräfte dieser Welt, die andauern werden, bis das Reine, das Gesetz des Lebens, in den Herzen vieler Menschen Zugang findet und von ihnen erfüllt wird. Denn wenn der Mensch rein, edel und gut ist, wird er auf dieser Erde mit Mir, dem Christus, das Reich Gottes errichten. Diese Aufgabe konnte Ich als Jesus von Nazareth nicht erfüllen, weil die Meinen nicht mit Mir waren. Ich gab sie deshalb durch Offenbarung in die Speicherquellen des Alls ein und in die Atmosphärische Chronik. Dort baute sich, unsichtbar für die Menschen, der ganze Erlöserauftrag auf: die Rückführung der Kinder Gottes und das Reich Gottes auf Erden. (S. 1009)

Nach Meiner Himmelfahrt entwickelten sich im Laufe der Zeit so genannte Amtsvorsteher, die ihre Amtskraft geltend machten, da die vielen Menschen, die zu den Aposteln und Jüngern kamen und die im Laufe der Zeit die Gemeinden bildeten, der Führung bedurften. Einige der Jünger erinnerten sich aus ihrer Jugend an Gebräuche, die in den damaligen religiösen Einrichtungen für gesetzmäßig gehalten wurden, jedoch aus dem Heidentum kamen. Diese heidnischen Aspekte brachten sie im Laufe der Zeit in die entstehenden christlichen Gemeinden. Damit entwickelte sich mehr und mehr ein so genanntes Christentum mit äußeren Ritualen und Zeremonien und einer Hierarchie mit so genannten Amtsträgern, das heißt Hochgestellten und Würdenträgern. Das habe Ich als Jesus von Nazareth und als der Christus Gottes nicht gelehrt ... Auch eine so genannte Priesterschar rief Ich nicht ins Leben, sondern eine Schar selbstloser Diener, welche die Diener aller sind. (S. 1030 f.)

Als nach der besagten Zeit viele im Gebet versammelt waren, vermehrte sich in den Seelen, die sich zu Gott erhoben, die heilige Kraft, der Heilige Geist. Viele glaubten, einen "Ton vom Himmel wie das Brausen eines gewaltigen Windes" zu vernehmen, der den ganzen Raum, das ganze Haus erfüllte.
Erkennet: Der ewige Geist, der Heilige Geist, hat keinen menschlichen Ton, der an menschliche Ohren dringt. Das Einfließen des Heiligen Geistes in viele gerechte Männer und Frauen bewirkte in ihnen ein Aufbrausen des Blutes, denn das Herz des Erfüllten klopfte laut. Dann vernahmen sie die Stimme der Wahrheit in ihren Herzen - jeder in seiner Muttersprache. In diesem inneren Berührtsein und in der äußeren Ergriffenheit glaubten sie, feurige Zungen zu sehen. Die sie wahrlich sahen, schauten das Einfließen des Heiligen Geistes in ihre Seelen und Herzen. Und die, welche das Wort Gottes durch Menschenmund hörten, empfanden es in ihren Herzen so, als wäre es in ihrer Sprache gesprochen. Doch was sie verstanden, war das, was sie entsprechend der Reife ihres geistigen Bewusstseins verstehen konnten. Weil sie das Wort Gottes durch Menschenmund in ihrem Innersten verstehen konnten, glaubten sie, es wäre ihre Sprache ...
Erkennet: Nicht alle, die an diesem besagten Tag versammelt waren, bereuten aufrichtig ihre Sünden, vergaben und baten um Vergebung und sündigten nicht mehr. Viele glaubten nur, es getan zu haben. Sie fielen wieder in ihre alten Sünden zurück und wurden wieder die, die sie vor dem göttlichen Geschehen waren. Keiner von ihnen wurde getauft - jedoch alle vom Geist der Wahrheit gesegnet. (S. 1032-1034)


In der Zeit kurz nach Meiner Auferstehung und Himmelfahrt, auch nach dem Einfließen des Heiligen Geistes, war unter den Aposteln und Jüngern und unter denen, die sich zu ihnen gesellt hatten, eine große Unsicherheit; sie führte zu Unstimmigkeiten. Jede Unstimmigkeit hat ihre Stimmen. Die einen verstanden Meine Lehre und Meine Gleichnisse dem Sinne nach, so, wie sie es entsprechend ihrem geistigen Bewusstsein fassen konnten; die anderen hielten an ihren Vorstellungen fest und glaubten, die Wahrheit müsse so sein, wie sie Meine Lehre und Meine Gleichnisse mit ihrem Verstand erfassten.
Von Meiner Himmelfahrt an blieben dieses Unstimmigkeiten bestehen bis zur Auflösung der ersten Urgemeinden. Daraus gingen dann die Obrigkeiten hervor. Diese entschieden über das, was richtig sein sollte, und machten aus Meiner Lehre - deren Inhalt das Gesetz des Lebens und die Freiheit des Willens ist - eine bindende Glaubenslehre ... Dadurch erstarrte das Christentum und wurde eine Institution mit Dogmen, Glaubenssätzen, Kulten, weltlicher Herrschaft, kirchlichen Abgaben und Steuern und vielem mehr. Da sie in ihren Herzen verarmt waren, nahmen sie in ihr konfessionelles Lehrgebäude immer mehr heidnische Kulte auf, um den Menschen dafür äußere Feiern anzubieten, die sie mit viel Zeremoniell ausschmückten, um ihre Gläubigen zu stimulieren. Sie nannten das christliche Feiern, die zur Ehre Gottes sein sollten. In Wirklichkeit waren es - und sind es teilweise heute noch - Fangschlingen, mit denen sie ihre Gläubigen an sich gebunden haben und binden. Die Kirchengesetze, die Dogmen, die Glaubenssätze, die Strukturen und Bräuche wurden für viele zu Gefängnissen, aus denen es schwer ist herauszukommen. Das Gebot der Freiheit beachteten und beachten sie nicht; sie bestimmten und bestimmen zum Beispiel, dass die Menschen als Kinder zuerst getauft werden müssten, bevor sie belehrt werden und die Segnungen der Kirche empfangen. Das Gebot der Freiheit lautet jedoch: Lehret zuerst ... (S. 1040-1041; mehr dazu siehe hier)

Diese Bruderschaft in Meinem Geist, die nach Meiner Himmelfahrt unter jenen entstand, die Mir wahrlich nachfolgten, vollzog sich in allen darauffolgenden Zeitepochen. Immer wieder fanden sich Menschen in Meinem Namen zusammen, um in Mir, und mit Mir in der wahren Bruderschaft zu leben - im Dienste des Gemeinwohls für den Nächsten ... Wer in Mir, dem Christus, lebt, der lebt in Frieden mit seinem Nächsten und mit den Naturreichen, mit den Tieren, Pflanzen und Steinen. (S. 1035 f.)


4
Hinweise zum Missbrauch des Pfingstgeschehens durch so genannte Pfingstkirchen

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich - ausgehend von den USA - eine so genannte "Pfingstbewegung". Seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts sprach man auch von "charismatischer Bewegung" bzw. von "Charismatikern". Diese Bewegung versteht sich als "geistige Erneuerung" der erstarrten und geistig toten so genannten Christenheit. Manche Vertreter dieser Richtung bemühen sich, unter dem Motto "Geistliche Gemeinderneuerung" in den staatskirchenähnlichen Großinstitutionen Fuß zu fassen. Andere agieren außerhalb. Dabei entstanden sehr viele von den Großinstitutionen unabhängige so genannte "Pfingstkirchen". In Deutschland haben sich dabei einige Gruppen außerhalb der großen Konfessionskirchen auch im "Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden" zusammen geschlossen.
Das Hauptkennzeichen der so genannten "Pfingst"-Bewegung war und ist bis in unserer Zeit das so genannte "Zungenreden", auch "Glossolalie" oder "Sprachengebet" genannt. Dabei handelt es sich um vermeintliche Lobpreisungen Gottes in Fremdsprachen. Dies geschieht durch mediale Durchgabe bestimmter Laute, Worte und Gesänge, was über das Gehirn des Mediums geschieht. Das Phänomen soll zur "Erbauung" der jeweiligen Gemeinde dienen und wird oft von einem anderen Anhänger der Bewegung "übersetzt" bzw. "ausgelegt", der die verwendete Sprache - was von Bedeutung ist - jedoch ebenfalls nicht kennt. Weder "Prophet" noch Ausleger von dessen Worten sind also der verwendeten  Fremdsprache mächtig und wirken folglich beide als "Medien". Die dabei artikulierte Sprache wird in der Regel auch gar nicht näher identifiziert. Und vielleicht handelt es sich oft auch um spontane "Kunstsprache", die sich nur teilweise mit einer der sonst bekannten üblichen Sprachen deckt.

Das geschilderte Phänomen des Zungenredens bei den so genannten "Charismatikern" soll nach dem Glauben der Befürworter identisch oder vergleichbar mit dem einstigen Pfingstgeschehen in Jerusalem gewesen sein. In Wirklichkeit geht es jedoch auf heidnische Kulte zurück, von wo aus es vor nahezu 2000 Jahren auch in Gemeinden eingedrungen war, die einst von Paulus gegründet worden waren (vgl. z. B. 1. Korintherbrief 12, 10). Jesus und Seine Jünger praktizierten jedoch solches nicht. Und es hat auch nichts mit dem zu tun, was an Pfingsten in Jerusalem geschehen war, sondern wurde nur nachträglich dort hinein projiziert. Das Phänomen des "Zungenredens" geht auf "Einsprachen" von so genannten "erdgebundenen" Seelen aus dem Jenseits zurück, die sich sowohl der Gehirnzellen von Menschen als auch deren Kraft bedienen; und zwar dann, wenn diese Menschen sich für diese astralen Einsprachen öffnen oder gar dafür beten, diese so genannte "Geistesgabe" zu empfangen. Darauf deuten parapsychologische Untersuchungen ebenso hin wie Einblicke von Menschen, die tatsächlich hinter die Nebelwand unseres "Diesseits" schauen können.

Davon zu unterscheiden sind so genannte evangelische, evangelikale oder pietistische Freikirchen oder kirchliche Vereine, die ebenfalls die Bedeutung des "Heiligen Geistes" betonen, ohne ihn jedoch mit Astral-Phänomenen zu identifizieren. Es gibt dort also keine "Sprachengebete" bzw. Zungenreden-Phänomene. Meist zu Pfingsten finden hier in Deutschland größere Treffen statt.
Zu den Gruppierungen gehört beispielsweise der CVJM = "Christlicher Verein Junger Menschen" (englisch YMCA = Young Men´s Christian Association), der in Deutschland in jedem Jahr zu einer Pfingsttagung nach Bobengrün im Frankenwald einlädt. Dort tragen die jugendgemäße Atmosphäre - Tagungsgelände mit Zeltlager in einer felsigen Waldlichtung, Abend- und Nachtstimmung im Freien, bestimmte Art von Pioniergeist - und rhetorisch versierte Redner maßgeblich dazu bei, das Gefühl vieler Teilnehmer anzuheben. Das also vor allem durch "Gemeinschaftsenergie" und die gewählte äußere Umgebung erfahrene "Hochgefühl" wird dann in diesen Gruppen als "Heiliger Geist" gedeutet. Dies soll den Teilnehmern suggerieren, dass das emotionale Erleben vor allem auf die Inhalte der Predigten zurück zu führen sei. Doch sind vielfach andere Faktoren, wie die oben genannten, ausschlaggebend. Ein zeitgemäßes Erleben des urchristlichen Pfingstgeschehens ist es nicht. Für Außenstehende sind ganz offensichtlich andere Geister mit am Werk - die gleichen wie in den im Gegensatz zu Christus stehenden institutionellen Amtskirchen, mit denen man auch eng zusammenarbeitet.


5
Näher hingesehen: Was geschah an Pfingsten wirklich? War es ein "Sprachwunder", ein "Hörwunder" oder ist alles natürlich erklärbar?

Wenn die genannten Gruppierungen nun fälschlicherweise behaupten, bei ihnen ereigne sich eine Art "Aktualisierung" des einstigen Pfingstgeschehens, dann ist also große Wachsamkeit geboten, und hier kann jeder unvoreingenommene Analytiker und Wahrheitssucher auch selbst nachprüfen und die bekannten Überlieferungen beispielsweise mit dem Selbstverständnis der so genannten "Charismatiker" vergleichen:

Zunächst hat sowohl gemäß Apostelgeschichte der Bibel als auch gemäß Das Evangelium Jesu Petrus in seiner Muttersprache (!) geredet. Und vom gesunden von Gott geschenkten Menschenverstand her war das zu lösende Problem, wer die Petrus-Rede und die Glaubenszeugnisse der anderen Nachfolger von Jesus in die vielen Sprachen der Festteilnehmer übersetzt, wozu laut Bibel gehörten: "
Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber". Ähnlich war es dann, als andere Redner nach Petrus das Wort ergriffen.

Von daher ist der Vers 6 im 2. Kapitel der Apostelgeschichte entscheidend, der lautet: "Jeder hörte sie [gottesfürchtige Männer aus allen Völkern] in seiner Sprache reden."
Wer also an ein "Wunder" glaubt, müsste demnach von einem "Hörwunder" sprechen. Der Hörende hätte dann das, was andere gesprochen haben, so verstanden, als wäre es in seiner Muttersprache gesagt worden, obwohl es in einer ganz anderen Sprache gesprochen wurde. Es bliebe dann nur noch die Frage offen, wie dies genau geschehen sein könnte. So erscheint es in der Bibel der Kirchen ähnlich wie ein Zauber, als hätte der Gottesgeist beispielsweise die galiläische Sprache des Petrus quasi äußerlich umgewandelt in die Muttersprache der Hörenden.
 
Eine verständliche Erklärung auf die Frage "Wie?" gibt die Quelle Das ist Mein Wort. Es heißt dort:
"Und die, welche das Wort Gottes durch Menschenmund hörten, empfanden es in ihren Herzen so, als wäre es in ihrer Sprache gesprochen. Doch was sie verstanden, war das, was sie entsprechend der Reife ihres geistigen Bewusstseins verstehen konnten. Weil sie das Wort Gottes durch Menschenmund in ihrem Innersten verstehen konnten, glaubten sie, es wäre ihre Sprache ..." (S. 1033)

Was anlässlich des damaligen jüdischen Wochenfestes, also des ersten "Pfingstfestes", in Jerusalem geschah, war demnach ein gegenseitiges inneres Verstehen, obwohl sich die Menschen nicht mit der äußeren Sprache verständigen konnten. Also: Keine Fremdsprachen, sondern ein intuitives Erfassen bei den Hörern, was jemand sagt und was jemand in seine Worte hinein legt, auch wenn sie die Sprache äußerlich nicht verstehen.
Diese Darlegung ist deshalb auch kein übersinnliches "Hörwunder", sondern sie hält dem gesunden Menschenverstand stand. Es ist also eine Sache eines weiten oder verengten Bewusstseins, ob jemand in seinem Inneren versteht, was sein Gegenüber ihm mitteilen möchte, ähnlich zum Beispiel, wie bei einem Tier, das uns etwas mitteilen möchte.

An diesem Tag in Jerusalem war das Verständnis bei den Zuhörern möglich, woraus sich schlussfolgern lässt: Dieses gewaltige Geschehen wurde wirklich durch den "Gottesgeist" bewirkt, der alle Menschen guten Willens von ihrem Bewusstsein her innerlich stärkte, so dass sie das gesprochene Wort "in ihren Herzen" so empfanden "als wäre es in ihrer Sprache gesprochen". (siehe hier)

So weit wäre alles Wesentliche erklärt, wenn im Bibeltext nicht auch noch stehen würde, die Christusnachfolger damals "begannen, in fremden Sprachen zu reden" (Vers 4), und manche Anwesende hätten angeblich geglaubt, sie wären "betrunken". Doch wozu bei diesem Anlass "in fremden Sprachen reden", wenn doch der Sprecher von den Hörern in ihrem Inneren verstanden wird, auch wenn er nicht deren Muttersprache spricht? Wenn es sich also um eine Art "Sprachwunder" gehandelt hätte - indem die der Fremdsprache unkundigen Redner etwa in den Sprachen der anwesenden Besucher "aus Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien" usw. gesprochen hätten -, dann wäre weder ein "Hörwunder" noch ein inneres Verstehen notwendig gewesen.

Die theologisch-wissenschaftliche "Literarkritik" des Neuen Testamentes ist diesen Ungereimtheiten im Bibeltext nachgegangen und sieht darin ein deutliches Indiz dafür, dass der Sachverhalt Jahrzehnte später eben nicht mehr genau wieder gegeben werden konnte, und dass demzufolge auch Missverständliches oder Falsches mit überliefert wurde. Und so ist es ja nicht nur bei diesem Bericht.

In diesem Fall würde das dann bedeuten
: Mit dem Abstand der Jahre hat der Schreiber Lukas versucht, das Geschehen nachträglich intellektuell zu erfassen, und er konnte sich die Überlieferung, dass die Hörer das Gesagte in ihrer Muttersprache hörten, nicht wirklich erklären, weil ihm die innere Erfahrung dafür fehlte, was damals wirklich geschah. Da er aber die Astral-Einsprachen in den antiken Götzenkulten und in den von Paulus gegründeten Gemeinden kannte, projizierte er dieses Wissen teilweise in seine Pfingstgeschichte zurück. Auf diese Weise entstand in seinem Bericht in der Apostelgeschichte eben die unklare Mixtur zwischen dem vermeintlichen Reden in "fremden Sprachen" und dem tatsächlichen Hören, als wäre es in der "Muttersprache" gesprochen.



6
Vorsicht vor okkulten "charismatischen" Praktiken! Der charismatische Weg ist sehr gefährlich.

An dieser Stelle macht jetzt noch einmal eine Gegenüberstellung mit den Praktiken heutiger so genannter Pfingstkirchen Sinn.
Logischerweise berufen sich die Vertreter der Pfingstkirchen zunächst auf jenen Aspekt der Bibelworte, in dem es heißt, es wären "fremde Sprachen" gewesen, und es hatte gar den Anschein, die Sprecher wären "betrunken". Doch dieses Phänomen hat, wie bereits dargelegt, nichts mit Jesus und Seinen Jüngern zu tun, die solches niemals praktiziert hatten. Es war jedoch aus der heidnischen Umwelt bereits in einige Paulus-Gemeinden eingedrungen.

Ganz offensichtlich wird der Unterschied zwischen dem Pfingsten der Urgemeinde und den Pfingstkirchen jedoch bei dem anderen Aspekt.
Und hier ist folgendes sicher: Laut allen (!) Quellen haben die Hörer beim Pfingstgeschehen das Gesagte in ihrer Muttersprache (!) gehört. Bei den Pfingstkirchen passiert solches jedoch nicht. Sondern ein Medium "übersetzt" das unverständliche Zungenreden bzw. "Sprachengebet" eines anderen Mediums in die Muttersprache der Anwesenden, wobei an dieser Stelle dahin gestellt bleiben kann, ob es wirklich eine "Übersetzung" ist oder eine neue mediale "Durchgabe" mit abweichenden Inhalten, was meist ohnehin niemand "prüfen" kann. Die Qualität bzw. der Wahrheitsgehalt jener Einsprachen, die über die Gehirnzellen der betreffenden vermeintlichen "Propheten" oder "übersetzenden" Gläubigen erfolgt, ist also zusätzlich völlig ungewiss.


So können sich jenseitige Seelen, welche durch kurzzeitige Besetzung von Menschen diese Einsprachen bewirken, wichtig machen, oder sie können den Menschen sogar "foppen", indem sie sich als "Christus", als "Maria" oder als andere bekannte Persönlichkeiten ausgeben. Und da diese Hintermänner (bzw. "Hinterfrauen") auch von der Energie der Medien und teilweise auch der anwesenden Zuhörer zehren, kann es bei jenen Menschen verstärkt zu Depressionen kommen, wenn die "Gabe" häufig bzw. stetig angewandt wird. Letztlich sind die Vorgänge bei den heutigen Pfingstkirchen bzw. "Charismatikern" eine Form des Spiritismus. Der damit verbundene Kräfteentzug kann sogar bis zur "geistigen Umnachtung" und zur ständigen Besessenheit führen, worüber es ebenfalls Berichte gibt. Der "charismatische" Weg ist also sehr gefährlich.

Und die Berichte aus diesen Gemeinschaften zeigen zunehmend noch etwas anderes auf: nämlich, wie unterschiedlich und gegensätzlich die jeweils praktizierten Kulte und Phänomene sind, so dass es häufig auch zu Kirchen- und Gemeindespaltungen innerhalb dieser Bewegungen kommt. Es geht dort so widersprüchlich und chaotisch zu wie in den jenseitigen Astralwelten, und die unterschiedlichen Gruppierungen stehen eben jeweils mit verschiedenen Bereichen der Astralwelten in Verbindung, die sich auch im Jenseits nicht einig sind. So einfach ist die Erklärung.

Als Beispiel sei hier auf den so genannten "Toronto-Segen" verwiesen: Zittern, Schreien, euphorische Zustände bis hin zum Umfallen, was von manchen als angebliche "Wirkung des Heiligen Geistes" gedeutet wurde, von anderen als "dämonische Besessenheiten". Gerade in solchen Kreisen wird folglich auch der angebliche Exorzismus von "Dämonen" betrieben, und sehr oft sind die jeweils "Besessenen" ausgerechnet die Anhänger dieses Glaubens. Doch selbst wenn jemand die Diagnose der "Besessenheit" zurückweist, so sind äußere Zeichen für einen inneren Kräfteentzug für jeden offensichtlich. So kann sich der Betreffende oft nicht einmal mehr auf den Beinen halten und kippt einfach kraftlos um. Mit dem reinen Gottesgeist hat das nichts zu tun.
Um die Hintergründe der okkulten Praktiken zu durchschauen und den falschen Christus dahinter zu erkennen, hätte es von Anfang an der schrittweisen Läuterung des Einzelnen nach dem Maßstab der Bergpredigt des Jesus von Nazareth bedurft. So wie es Petrus in seiner Ansprache den Menschen auch gelehrt hat, als er sagte "Kehrt um!"


Doch vor allem Paulus und seine Schüler erfreuten sich lieber an den medialen "Erfolgserlebnissen" anstatt ausreichend darauf zu achten, ihren auf das menschliche Ego bezogenen ehrgeizigen, herrschsüchtigen oder hochmütigen Vorstellungen und Gedanken auf den Grund zu kommen und sie allmählich umzuwandeln - was dann auch entscheidend mit zum Niedergang der Urgemeinden führte. Dementsprechend war auch das Verhalten von Paulus selbst. Er trat vielfach aufgrund seiner Ego-Anteile mit großem Selbstbewusstsein auf und forderte andere sogar dazu auf, seinem "Beispiel" zu folgen (z. B. 1. Korintherbrief 11, 1).
Es ist zwar denkbar, dass aufgrund eines hohen Bewusstseins eines Mediums entsprechende Kundgaben dieser Qualität erfolgen, die nahe am Christus-Gottes-Geist sind, doch in den meisten Fällen erbitten solche Gläubige diese so genannte "Geistesgabe", die sich eben nicht annähernd dieses Bewusstsein erarbeitet haben und welche die Gabe dann unterbewusst als persönliche Aufwertung für sich selbst verbuchen. Nach dem Prinzip von "Senden und Empfangen" empfangen sie dementsprechend nur aus jenseitigen astralen Bereichen, die ihrem eigenen Bewusstsein entsprechen - dies galt für Paulus genauso wie für jeden, der sich heute in diesem spiritistischen Energiefeld bewegt.

 
Und wer heute diesen Praktiken, die durch Paulus in das Urchristentum eingedrungen sind, folgt, der sollte sich folgerichtig auch "paulinisch" nennen, aber nicht "christlich". Über Paulus ist dieses Phänomen
des "Redens in Fremdsprachen" im Trancezustand sehr wahrscheinlich auch in den Bericht der Apostelgeschichte eingedrungen, der von dem Evangelisten Lukas verfasst wurde. Wahrscheinlich von Paulus kannte Lukas das Phänomen, das auch in der antiken "heidnischen" Umwelt weit verbreitet war. Und "gemäß Irenäus, dem Kanon Muratori, Eusebius und Hieronymus ist der Evangelist Lukas der gleichnamige Mitarbeiter des Paulus, ...  der bei den in der Apostelgeschichte berichteten Reisen des Paulus teilweise dabei war" (Wikipedia, Stand: 9.6.2014). Damit schließt sich die Indizienkette.
Lukas kannte das Phänomen der "Zungenrede" also von Paulus, und er hat es in das Pfingstgeschehen zurück projiziert. Doch mit Jesus, dem Christus, hat die geschilderte Form der Frömmigkeit nichts zu tun, auch wenn dessen Name immer wieder im Mund geführt wird. An keiner Stelle der biblischen Evangelien wird Er auch mit solchen Praktiken in Verbindung gebracht. Es handelte sich stattdessen um ein religiöses Erleben, das in der antiken "heidnischen" Umweld weit verbreitet war.
So weit die Nachforschungen zu Pfingsten. Letzte Klarheit über das damalige Geschehen verschafft dann die Quelle Das ist Mein Wort, wenn jemand bereit ist, diese Darlegungen in seine Überlegungen einzubeziehen.


Das Symbol für den Heiligen Geist hängt tot im Kirchturm
7
Eine schlimme Entdeckung: Das Symbol für den Heiligen Geist hängt tot im Kirchturm

Bei einem anderen Gesichtspunkt ist der Sachverhalt von vorne herein eindeutig und unumstritten: An Pfingsten wurde der "Heilige Geist" eindeutig nicht auf Bischöfe, Priester oder Pfarrer "ausgegossen", sondern einfache Nachfolger von Christus wurden damit erfüllt.
Es ist von daher ein offensichtlicher Betrug und Missbrauch der Institutionen Kirche, seien sie nun katholisch, orthodox oder evangelisch, wenn diese den
"Heiligen Geist" an ihre Institution und ihre Ämter binden und wenn sie zum Beispiel behaupten, bei einer Priesterweihe würde der Heilige Geist dem Priester die Prophetengabe übertragen (katholisch); oder dem Gläubigen werde "Heiliger Geist" nach einer Predigt des evangelischen Pfarrers mit anschließendem Abendmahl vermittelt. (evangelisch; Augsburger Konfession, Confessio Augustana, V. Artikel, Vom Predigtamt)


Die Autorin, Kulturwissenschaftlerin und Juristin Sina Walden (Endzeit für Tiere) machte dazu in München eine Entdeckung mit symbolischer Bedeutung. In ihrem Vortrag Das Tier in Religion, Recht und Ethik (http://www.animal-rights.de/) wies sie auf die Taube hin, die in verschiedenen antiken Weltanschauungen bzw. Religionen als "Verkörperung der Großen Göttin" galt, bei den Sumerern sogar als "Schöpfungsgöttin". Dergestalt in der Volksreligion verwurzelt, konnte sie auch vom Kirchenchristentum nicht übergangen werden, so ihre These. So wurde die Taube neben Gott-Vater und Gott-Sohn zum Symbol des Heiligen Geistes. Doch während das Antlitz der Taube die bestickten Decken des Altars im Kirchen-Innenraum schmückt, zeigte sich oben auf dem Kirchturm der Heilig-Geist-Kirche in München ein gegensätzliches Bild: "Monatelang tote Tauben, die sich im Netz verfangen hatten und verhungert und verdurstet waren." Symbolisch könnte man formulieren: "Tod den Tauben! Löscht den Geist aus! " Oben auf dem Kirchturm zeigt sich symbolisch, was im Kirchenschiff unten noch geschickt verborgen ist, aber auch immer mehr Menschen merken.


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Bedeutung von Pfingsten

Was ist also die Bedeutung von Pfingsten? Die Institutionen Kirche vereinnahmen das Pfingstgeschehen vor ca. 2000 Jahren in Jerusalem zu Unrecht als "Geburtsstunde" ihrer Institution Kirche oder ihrer angeblichen Erweckung im "Heiligen Geist". Denn nie und nimmer hatte das damalige Erfüllt-Werden mit Heiligem Geist etwas mit Priestern oder Pfarrern zu tun, die laut Kirchenlehre später für die Vermittlung des Heiligen Geistes zuständig wurden. Um das zu verstehen, genügt bereits ein einfaches Lesen in den Bibeln der Kirche.
Und passend dazu war die Priesterhierarchie im Laufe ihrer Geschichte und Entwicklung immer bestrebt, das Wirken des Gottesgeistes auszulöschen und alles ihrem Dogma zu unterwerfen. So könnte man als unterschwelliges kirchliches Motto sogar sagen: "Löscht den Geist aus!" Darum ging und darum geht es den amtskirchlichen Institutionen auch in der Gegenwart.
Die kirchliche Erneuerungsbewegung der Pfingstkirchen beruft sich ebenfalls zu Unrecht auf die ursprünglichen Pfingstereignisse, da man antike okkulte Phänomene praktiziert und falsch behauptet, solches wäre auch der Hintergrund in Jerusalem vor ca. 2000 Jahren gewesen. Auch hier wird die Bedeutung von Pfingsten verfälscht. Denn weder hatte Petrus in ihm fremden Sprachen gepredigt noch musste das Gehörte den Menschen in Jerusalem durch Medien "übersetzt" werden. Alle haben es ohne Vermittler in ihrer Muttersprache verstanden.

Bezeichnenderweise bemühen sich diese beide religiösen Machtblöcke, der institutionelle und der pfingstkirchliche, mitsamt ihren Fälschungen auch um "ökumenische" Verständigung. So gibt es auch eine "charismatische" Erneuerungsbewegung innerhalb der Amtskirchen, vor allem in den vielen evangelischen, aber auch am Rande der katholischen.

Eine Pfingstrose - Beim ersten Pfingstfest gab es ein inneres Verstehen der Menschen untereinander trotz äußerlich unterschiedlicher Sprachen. Zum inneren Verstehen gehört auch das Erfassen der Sprache der Tiere, Pflanzen und Naturreiche in der großen Einheit allen Lebens. (Foto: Kurt Stüber, GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

In Wirklichkeit hat Pfingsten weder etwas mit den Institutionen Kirche noch mit der "charismatischen" Astralwelt zu tun. Es symbolisiert stattdessen den Gottesgeist, den "Heiligen Geist", der unspektakulär und zu jeder Zeit durch diejenigen Menschen Gutes wirken kann, die den Willen Gottes tun. Das ist kein magisches Phänomen, sondern geschieht schlicht durch eine Aufarbeitung der eigenen Fehlhaltungen und durch ein Leben nach den Geboten Gottes. Geht jemand konsequent diesen Weg, dann, so ist es auch in den Bibeln der Kirche nachzulesen, folgt eines Tages wie automatisch eine "Geisttaufe". Der Gottesgeist kann nun ungebrochen und ungetrübt vom menschlichen Ego durch einen Menschen wirken. Damit ist auch eine Bewusstseinserweiterung verbunden, wie sie viele Festbesucher vor 2000 Jahren in Jerusalem allerdings nur kurzzeitig erlebt hatten, als sie in ihrem Inneren verstanden, was die Christusnachfolger ihnen mitteilten, obwohl sie nicht deren äußere Sprache verstanden hatten. Beim ersten Pfingstfest gab es also ein inneres Verstehen der Menschen untereinander trotz äußerlich unterschiedlicher Sprachen. Und zum inneren Verstehen gehört auch das Erfassen der Sprache der Tiere, Pflanzen und Naturreiche in der großen Einheit allen Lebens.


9
Pfingsten war einst auch eine Feier anlässlich der Übermittlung der Zehn Gebote. Davon gibt es zwei Fassungen: Welche ist die richtige?

Die Institution Kirche setzt an Pfingsten einen Betrug fort, der bereits das damalige jüdische Wochen- und Erntedankfest Schawuot belastete, ein Wallfahrtsfest. Das Fest galt den religiösen Obrigkeiten nämlich auch als Erinnerung "an den Empfang der [so genannten] zweiten Zehn Gebote am Berg Sinai" wie eine jüdische Quelle schreibt: "Die ersten Zehn Gebote hat Mose laut jüdischer und christlicher Überlieferung zerschmettert, weil das jüdische Volk das Goldene Kalb angebetet hatte. Daraufhin ging Mose wieder auf die Spitze des Berges Sinai, um die neuen Zehn Gebote zu erbitten. Dieses Mal mussten die Juden sich die Zehn Gebote verdienen, indem sie die 50 Tage vom Pessachfest bis Schawuot beteten. Beim ersten Mal wurden ihnen die Zehn Gebote geschenkt." (http://haolam.de/Juedisches-Leben/artikel_17794.html)

Doch was steckt hinter der Formulierung "die neuen Zehn Gebote"? Sind die "neuen Zehn Gebote" etwa anders als die "ersten Zehn Gebote"? Sollte Gott Seine Gebote etwa ändern?
Tatsächlich gibt es in der kirchlichen Bibel zwei Fassungen der Zehn Gebote. Die erste Fassung enthält die Gebote der Gottes- und Nächstenliebe (Du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht lügen u. a.), wie sie auch im Abendland bekannt sind. Die zweite Fassung übernimmt nur die ersten drei Gebote, die das Gottesverhältnis des Gläubigen betreffen, und sie ersetzt die nachfolgenden Gebote der Nächstenliebe durch sieben neue Gebote mit kultischen Vorschriften. Drei dieser sieben weiteren Gebote betreffen zum Beispiel das priesterlich "korrekte" Opfern von Tieren, die man vorher umbringt, und eines der weiteren Gebote lautet z. B. nur: "Das Wochenfest sollst du halten." Vergleichen Sie selbst durch die Gegenüberstellung der beiden Fassungen.

Von Bedeutung in der Religionsgeschichte ist dabei die Behauptung, dass diese neuen Schlacht- und Kultgebote diejenigen sein sollen, die angeblich auch auf den ersten Tafeln gestanden hätten, die Mose zerbrochen hatte. Denn laut 2. Mose 34, 1 spricht Gott angeblich zu Mose unmissverständlich: "Hau dir zwei steinerne Tafeln zurecht wie die ersten! Ich werde darauf die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln (!) standen, die du zerschmettert hast" (Vers 1). So wird die Erzählung fortgesetzt, die mit den ursprünglichen Zehn Geboten in 2. Mose 20 begann und in der die Israeliten zwischenzeitlich das "Goldene Kalb" verehrten. (2. Mose 34)
Und unmittelbar nach dem "neuen" zehnten Gebot "Das Junge einer Ziege sollst du nicht in der Milch seiner Mutter kochen" (Vers 26) heißt es dann in den Versen 27 und 28: "Dann sprach der Herr zu Mose: ´Schreib diese (!) Worte auf! Denn aufgrund dieser (!) Worte schließe ich mit dir und mit Israel einen Bund. Mose blieb dort beim Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte. Er aß kein Brot und trank kein Wasser. Er schrieb die Worte des Bundes, die zehn (!) Worte, auf Tafeln." Doch das ist ein Widerspruch zu den anderen Berichten. Das wird durch die Bibel selbst offenkundig, denn die ursprünglichen Worte der Zehn Gebote, wie sie sowohl in 2. Mose 20 als auch in 5. Mose 5 überliefert sind, sind ganz andere. Sie enthalten keine für Tiere grausame Kultvorschriften, sondern die Gebote der Nächstenliebe.
 
Was also nun? Was stand also auf den ersten Tafeln? Entweder-oder. Beides zusammen geht nicht. Die Bibel enthält hier also einen krassen Widerspruch. Es kann nur das eine oder das andere stimmen. Entweder die ursprünglichen Zehn Gebote waren die überwiegend ethischen Gebote, wie sie in 2. Mose 20 und 5. Mose 5 überliefert sind. Oder die ursprünglichen Zehn Gebote waren gleich den überwiegend kultischen, die nach dem Zerbrechen der Steintafeln dann "erneut" offenbart worden wären.
Die damaligen Religionsführer hatten den Widerspruch jedoch nicht aufgelöst, sondern einfach die eine "Tradition" hinter die andere gestellt. Dabei blieben im Judentum aber die ursprünglichen Zehn Gebote der ersten Fassung die maßgeblichen. Das heißt: Beim Fest Schawuot wird der Inhalt der ersten Fassung der Zehn Gebote mit der Geboten der Nächstenliebe offiziell verlesen und als zentraler Teil der "Torah", also des "Gesetzes" = "Fünf Bücher Mose" dargestellt. Die spätere kultische Fassung wird aber nicht abgelehnt, sondern als "Ergänzung" einfach hinten angehängt, was, gelinde gesagt, inkonsequent ist.


Möchte man den Widerspruch auf die Frage, welches denn nun die eigentlichen "Zehn Gebote" seien, jedoch nicht irgendwie zurecht biegen oder den Widerspruch übertünchen oder vernebeln, sondern Licht ins Dunkel bringen, dann ergibt sich: Die spätere Fassung ist eine dreiste Fälschung der Priesterkaste, die erste Fassung ist die echte. Dieser Befund ergibt sich, wenn man sowohl Herz als auch Verstand einsetzt, um zu verstehen, was hier eigentlich passiert ist. Doch Priester und Theologen sind demgegenüber "Meister" der intellektuellen Spitzfindigkeit und sie drehen, wenden und biegen sich alles so zurecht, wie es ihnen und ihren zweckbedingten Interessen jeweils notwendig erscheint.


10
Das Leben nach den Geboten der Gottes- und Nächstenliebe öffnet dem Heiligen Geist den Weg

So sagte schon Jesus von Nazareth: "Weh euch, ihr Schriftgelehrten, ihr Heuchler!"
Und später nun, 50 Tage nach dem Passahfest und nach der Kreuzigung von Jesus, trafen sich in Jerusalem Seine Nachfolger, und der Gottesgeist bricht sich erneut mächtig Bahn
. Dabei erfüllte sich erstmals, was der Gottesprophet Joel bereits vorher gesagt hatte: "So spricht Gott: Ich werde von Meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben ..." (zit. nach Apostelgeschichte 2, 17)
Diese Prophetenworte sind auch eine geistige Kampfansage des Gottesgeistes an die Hierarchie der Priesterkaste mit ihren Ämtern, Titeln und Würden, die sich nach der Hinrichtung von Jesus wieder obenauf wähnte und die das junge Urchristentum unterwanderte und viele seiner Gemeinschaften von Innen heraus zerstörte. 
Doch der Gottesgeist lässt sich nicht durch religiöse Obrigkeiten verwalten, sondern verschenkt sich allen Menschen guten Willens, die sich der Gottes- und Nächstenliebe öffnen und entsprechende Schritte in ihrem Leben tun. So prophezeite es der Gottesprophet Joel, und Petrus wies darauf hin: "Jetzt geschieht, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist." (V. 16)
Und Petrus erklärte weiter, dass der ermordete Jesus nicht tot ist. "Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen." (2, 31)

Auch gegenüber der priesterlichen Verfälschung bzw. "Ergänzung" der Gottesgebote in Tiermord- und Kultgebote wurde dabei wieder die Alternative aufgezeigt: ein Leben im Geist Gottes nach der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth, welche besagt: "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch."
Eine Gemeinschaft in diesem Sinne braucht keine Priester. In der Bibel der Kirchen heißt es dazu: Sie bildeten "eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte" (2, 44-4). Hinzu kam die Erfüllung weiterer ethischer Gebote. Darum geht es. Nicht darum, dem Esel aus kultischen Gründen das Genick zu brechen ("neues" 4. Gebot) oder das Fleisch des getöteten Tierkindes nicht zusammen mit der Muttermilch zu kochen ("neues" 10. Gebot).

Ein Leben nach den Geboten der Gottes- und Nächstenliebe öffnet auch dem Heiligen Geist den Weg. Und dies geschieht dort, "wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen", wie es Jesus erklärte. Dort, wo man dann auch tut, was Er lehrte, ist Christus "mitten unter ihnen", also gegenwärtig. Deshalb ist das Geschehen, das an Pfingsten gefeiert wird, etwas, das sich an jedem Tag ereignet, denn der Gottesgeist verströmt sich ohne Unterbrechung und machtvoll in jedem Augenblick, wenn Menschen sich Ihm öffnen. Von Priestern sprach Jesus nicht, nur sinngemäß an anderer Stelle: "Weh euch, Priester und Theologen!" (Matthäus 23) Und niemals hatte Jesus auch nur einen einzigen Priester eingesetzt.

Von daher ist es eine Verhöhnung, wenn ausgerechnet die heutigen Priester der Kirche, die Abkömmlinge der damaligen Priester, behaupten, das Pfingstgeschehen sei ihre "Geburtsstunde". Es ist eine Verspottung des Heiligen Geistes. Diese Verspottung wird dann noch ausgeweitet durch allerlei Pfingstbräuche und kirchliche Pfingsttraditionen.
So, wenn etwa alle Jahre wieder beim "Pfingstritt" von Kötzting in einer Reiterprozession einige Hundert Reiter von A nach B reiten, weil im 15. Jahrhundert Reiter den Priester beschützten, als dieser mit Hostie und letzter Ölung in die Nachbarstadt ritt, um diese einem sterbenden Katholiken zu überreichen (siehe http://www.pfingstseiten.de/brauchtum/pfingstreiter/home.html). Das alles ist katholische Tradition, aber es hat nichts, nicht das Geringste, mit Jesus von Nazareth zu tun.

Den Jüngern von Jesus war klar, dass sie mit ihrem schlichten und demütigen Leben, erfüllt vom Heiligen Geist, die Religionsführer ihrer Zeit herausgefordert haben. Und das damalige Geschehen entlarvt auch die heutigen Religionsführer der Machtkirchen, weswegen diese ebenfalls eine Vereinnahmung der damaligen Ereignisse unter ihre Rituale, Bräuche und ihr Machtgehabe versuchen; so wie sie Jesus, den Christus, für ihr Dogmen- und Kultgebäude zu vereinnahmen versuchen, obwohl Er ganz anders lehrte und lebte. (vgl. dazu den Buchhinweis unten)
Petrus zitierte in seiner Rede vor den Bewohnern Jerusalems auch einen Psalm: "Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und Seinen Gesalbten" (zit. nach Apostelgeschichte 4, 36). Dieser geistige Kampf dauert bis in unsere Zeit an, doch, und auch davon sprach bereits Petrus: Christus ist der Sieger.



Lesen Sie auch: Zungenreden ist Vulgärspiritismus und nicht christlich

 

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
"Der Theologe", Herausgeber Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 74: "Löscht den Heiligen Geist aus! Kirche contra Pfingsten", Wertheim 2014, zit. nach http://www.theologe.de/pfingsten.htm, Fassung vom 2.6.2017,
Copyright © und Impressum siehe hier.

 

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Buch: Der mutige junge Mann Jesus von Nazareth, von Dieter Potzel, Matthias Holzbauer u. a., Marktheidenfeld 2013 - Das Knäblein in der Krippe und der tote Mann am Kreuz - was haben die beiden gemeinsam? Sie können nicht reden! Ein Zufall? Sicher nicht! Stumm soll Er sein, zum Schweigen soll Er gebracht werden, damit niemand erfährt, dass Er in Wirklichkeit der geistige Revolutionär war, der den Priestermännern bereits vor 2000 Jahren die Stirn bot. Er besaß den unglaublichen Mut, ihnen vor dem Volk das Recht abzusprechen, sich als "Mittler" zwischen Gott und die Menschen zu stellen. Der Mensch braucht keine Mittler, wenn er Gott näherkommen will, denn Gott, der Allgeist, ist in jedem Menschen selbst gegenwärtig. Das war und ist die Lehre des Nazareners. Er hat weder Priester eingesetzt noch eine Kirche gegründet. Doch Sein Name wird von den heutigen Theologen und Priestern missbraucht, die sich zu Unrecht auf Ihn berufen, in Wirklichkeit aber Traditionen und Kulte aus antiken Götzenkulten übernommen haben.

 

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